The Gospel of Luke
GA 114
17 September 1909, Basel
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Das Lukas-Evangelium, 10th ed.
Dritter Vortrag
Dritter Vortrag
[ 1 ] Wer das Lukas-Evangelium auf sich wirken läßt, der wird alles, was in demselben liegt, allerdings zunächst nur fühlen, nur empfinden können. Er wird aber dann eine Ahnung bekommen, daß wirklich große, gewaltige geistige Welten aus diesem Lukas-Evangelium ihm entgegenströmen. Und nach dem, was wir gestern gehört haben, wird es uns erklärlich erscheinen, daß dieses so ist. Denn wir haben gesehen, daß uns die geistige Forschung zeigt, wie die buddhistische Weltanschauung mit allem, was sie der Menschheit zu geben hatte, eingeflossen ist in das Lukas-Evangelium. Man kann wohl sagen: Es ist Buddhismus, der aus dem Lukas-Evangelium auf den Menschen herausströmt. Aber dieser Buddhismus strömt doch in einer ganz eigenartigen Form aus dieser Urkunde heraus. Er strömt so heraus, daß er, wie wir auch schon angedeutet haben, in der Form, wie er darinnen ist, für das einfältigste, naivste Gemüt verständlich ist. |
[ 1 ] Wer das Lukas-Evangelium auf sich wirken läßt, der wird alles, was in demselben liegt, allerdings zunächst nur fühlen, nur empfinden können. Er wird aber dann eine Ahnung bekommen, daß wirklich große, gewaltige geistige Welten aus diesem Lukas-Evangelium ihm entgegenströmen. Und nach dem, was wir gestern gehört haben, wird es uns erklärlich erscheinen, daß dieses so ist. Denn wir haben gesehen, daß uns die geistige Forschung zeigt, wie die buddhistische Weltanschauung mit allem, was sie der Menschheit zu geben hatte, eingeflossen ist in das Lukas-Evangelium. Man kann wohl sagen: Es ist Buddhismus, der aus dem Lukas-Evangelium auf den Menschen herausströmt. Aber dieser Buddhismus strömt doch in einer ganz eigenartigen Form aus dieser Urkunde heraus. Er strömt so heraus, daß er, wie wir auch schon angedeutet haben, in der Form, wie er darinnen ist, für das einfältigste, naivste Gemüt verständlich ist. |
[ 2 ] Wie wir schon aus den gestrigen Auseinandersetzungen entnehmen konnten und wie es uns heute noch besonders klar werden wird, ist der Buddhismus als solcher, wie er als Lehre des großen Buddha in die Welt getreten ist, eine Weltanschauung, die nur derjenige verstehen kann, der sich bis zu gewissen hohen Ideen, bis zu den reinen Ätherhöhen des Geistes hinaufschwingt. Und um den Buddhismus selbst zu verstehen, dazu gehört viel Vorbereitung. Im Lukas-Evangelium ist die eigentliche geistige Substanz so enthalten, daß sie in einer gewissen Weise auf jedes Gemüt wirken kann, das überhaupt verstehen gelernt hat, die not- . wendigsten menschlichen Vorstellungen und Begriffe in sein Herz einfließen zu lassen. Warum dies so ist, das wird uns erklärlich werden, wenn wir das Geheimnis des Lukas-Evangeliums ergründen werden. Aber nicht nur, daß uns die geistigen Errungenschaften des Buddhismus aus dem Lukas-Evangelium entgegenströmen, sondern sie strömen uns in einer noch erhöhteren Form entgegen, wie hinaufgehoben auf eine noch höhere Stufe, als sie damals hatten, da sie fast sechshundert Jahre vor unserer Zeitrechnung im fernen Indien der Menschheit geschenkt worden sind. Nur an ein paar Beispielen soll uns einmal vor die Seele treten, worin diese Erhöhung des Buddhismus besteht.
[ 2 ] Wie wir schon aus den gestrigen Auseinandersetzungen entnehmen konnten und wie es uns heute noch besonders klar werden wird, ist der Buddhismus als solcher, wie er als Lehre des großen Buddha in die Welt getreten ist, eine Weltanschauung, die nur derjenige verstehen kann, der sich bis zu gewissen hohen Ideen, bis zu den reinen Ätherhöhen des Geistes hinaufschwingt. Und um den Buddhismus selbst zu verstehen, dazu gehört viel Vorbereitung. Im Lukas-Evangelium ist die eigentliche geistige Substanz so enthalten, daß sie in einer gewissen Weise auf jedes Gemüt wirken kann, das überhaupt verstehen gelernt hat, die not- . wendigsten menschlichen Vorstellungen und Begriffe in sein Herz einfließen zu lassen. Warum dies so ist, das wird uns erklärlich werden, wenn wir das Geheimnis des Lukas-Evangeliums ergründen werden. Aber nicht nur, daß uns die geistigen Errungenschaften des Buddhismus aus dem Lukas-Evangelium entgegenströmen, sondern sie strömen uns in einer noch erhöhteren Form entgegen, wie hinaufgehoben auf eine noch höhere Stufe, als sie damals hatten, da sie fast sechshundert Jahre vor unserer Zeitrechnung im fernen Indien der Menschheit geschenkt worden sind. Nur an ein paar Beispielen soll uns einmal vor die Seele treten, worin diese Erhöhung des Buddhismus besteht.
[ 3 ] Wir haben gestern den Buddhismus die reinste Lehre des Mitleides und der Liebe genannt. Und in der Tat, von dem Punkte der Welt aus, wo Buddha gewirkt hat, strömt ein Evangelium der Liebe und des Mitleides auf alle Wesen der Erde aus. Das Evangelium der Liebe, das Evangelium des Mitleides, es erscheint uns in dem echten, wahren Buddhisten lebend, wenn sein warmes Herz mitempfindet mit allem Leid, das ihm in der Außenwelt bei allem, was lebt, entgegentritt. Da tritt uns zunächst die buddhistische Liebe, das buddhistische Mitleid im vollsten Sinne des Wortes entgegen. Aber wir sehen, daß uns aus dem Lukas-Evangelium etwas entgegenströmt, was noch mehr ist als dies umfassende Mitleid, als diese umfassende Liebe. Wir könnten das, was uns da entgegenströmt, etwa bezeichnen als die Umsetzung des Mitleides und der Liebe in die der Seele notwendige Tat. Mitleid im eminentesten Sinne des Wortes will der Buddhist; zugreifende Liebe entfalten will der, welcher im Sinne des Lukas-Evangeliums lebt. Mit dem Kranken den Schmerz mitempfinden kann der Buddhist; die Aufforderung, tätig zuzugreifen und zur Heilung zu bewirken, was er vermag, findet. der Mensch aus dem Lukas-Evangelium heraus. Alles zu verstehen, was die Menschenseele belebt, das findet der Mensch aus dem Buddhismus heraus; nicht zu richten, mehr zu tun als uns selbst getan wird, das geht als eine merkwürdige Forderung aus dem LukasEvangelium hervor. Mehr zu geben, als man empfängt! Die Liebe, umgewandelt in Tat, das ist etwas, was uns wie eine Erhöhung noch erscheinen muß, trotzdem wir im Lukas-Evangelium den reinsten, den echtesten Buddhismus haben.
[ 3 ] Wir haben gestern den Buddhismus die reinste Lehre des Mitleides und der Liebe genannt. Und in der Tat, von dem Punkte der Welt aus, wo Buddha gewirkt hat, strömt ein Evangelium der Liebe und des Mitleides auf alle Wesen der Erde aus. Das Evangelium der Liebe, das Evangelium des Mitleides, es erscheint uns in dem echten, wahren Buddhisten lebend, wenn sein warmes Herz mitempfindet mit allem Leid, das ihm in der Außenwelt bei allem, was lebt, entgegentritt. Da tritt uns zunächst die buddhistische Liebe, das buddhistische Mitleid im vollsten Sinne des Wortes entgegen. Aber wir sehen, daß uns aus dem Lukas-Evangelium etwas entgegenströmt, was noch mehr ist als dies umfassende Mitleid, als diese umfassende Liebe. Wir könnten das, was uns da entgegenströmt, etwa bezeichnen als die Umsetzung des Mitleides und der Liebe in die der Seele notwendige Tat. Mitleid im eminentesten Sinne des Wortes will der Buddhist; zugreifende Liebe entfalten will der, welcher im Sinne des Lukas-Evangeliums lebt. Mit dem Kranken den Schmerz mitempfinden kann der Buddhist; die Aufforderung, tätig zuzugreifen und zur Heilung zu bewirken, was er vermag, findet. der Mensch aus dem Lukas-Evangelium heraus. Alles zu verstehen, was die Menschenseele belebt, das findet der Mensch aus dem Buddhismus heraus; nicht zu richten, mehr zu tun als uns selbst getan wird, das geht als eine merkwürdige Forderung aus dem LukasEvangelium hervor. Mehr zu geben, als man empfängt! Die Liebe, umgewandelt in Tat, das ist etwas, was uns wie eine Erhöhung noch erscheinen muß, trotzdem wir im Lukas-Evangelium den reinsten, den echtesten Buddhismus haben.
[ 4 ] Um diese Seite des Christentums, des durch das Christentum noch höher heraufgehobenen Buddhismus, zu schildern, dazu bedurfte es des Herzens eben gerade des Schreibers des Lukas-Evangeliums. Den Christus Jesus als den Leibes- und Seelenarzt zu begreifen, war dem Schreiber des Lukas-Evangeliums am ehesten möglich. Dazu fand er die tief zum Herzen sprechenden Töne, weil er selbst als Arzt gewirkt hat und vom Standpunkt des Leibes- und Seelenarztes aufgezeichnet und betont hat, was er über den Christus Jesus zu sagen hatte. Das wird uns immer mehr und mehr entgegentreten, wenn wir in die Tiefen des Lukas-Evangeliums untertauchen.
[ 4 ] Um diese Seite des Christentums, des durch das Christentum noch höher heraufgehobenen Buddhismus, zu schildern, dazu bedurfte es des Herzens eben gerade des Schreibers des Lukas-Evangeliums. Den Christus Jesus als den Leibes- und Seelenarzt zu begreifen, war dem Schreiber des Lukas-Evangeliums am ehesten möglich. Dazu fand er die tief zum Herzen sprechenden Töne, weil er selbst als Arzt gewirkt hat und vom Standpunkt des Leibes- und Seelenarztes aufgezeichnet und betont hat, was er über den Christus Jesus zu sagen hatte. Das wird uns immer mehr und mehr entgegentreten, wenn wir in die Tiefen des Lukas-Evangeliums untertauchen.
[ 5 ] Aber noch etwas anderes fällt uns auf, wenn wir insbesondere den Blick darauf richten, wie dieses Lukas-Evangelium nach der bereits gegebenen Anschauung selbst auf das kindlichste Gemüt wirkt. Das fällt uns auf, daß die hohe buddhistische Lehre, die nur gereifte Intelligenz, gereiftes menschliches Seelenvermögen zu begreifen vermag, uns im Lukas-Evangelium wie verjüngt erscheint, wie aus einem Jungborn neu geboren. Wie eine Frucht am Menschheitsbaume erscheint uns der Buddhismus. Wenn wir ihn wiederschauen im Lukas-Evangelium, so erscheint er uns als die jugendliche Blüte, als eine Verjüngung dessen, was vorher da war. Daher müssen wir also fragen: Wie ist diese Verjüngung des Buddhismus zustande gekommen? Das aber werden wir erst einsehen, wenn wir einen genauen Blick auf die Lehren des großen Buddha selber richten und zunächst einmal mit unserer anthroposophischen Vorbereitung vor unser geistiges Auge führen, was des Buddha Seele bewegt hat.
[ 5 ] Aber noch etwas anderes fällt uns auf, wenn wir insbesondere den Blick darauf richten, wie dieses Lukas-Evangelium nach der bereits gegebenen Anschauung selbst auf das kindlichste Gemüt wirkt. Das fällt uns auf, daß die hohe buddhistische Lehre, die nur gereifte Intelligenz, gereiftes menschliches Seelenvermögen zu begreifen vermag, uns im Lukas-Evangelium wie verjüngt erscheint, wie aus einem Jungborn neu geboren. Wie eine Frucht am Menschheitsbaume erscheint uns der Buddhismus. Wenn wir ihn wiederschauen im Lukas-Evangelium, so erscheint er uns als die jugendliche Blüte, als eine Verjüngung dessen, was vorher da war. Daher müssen wir also fragen: Wie ist diese Verjüngung des Buddhismus zustande gekommen? Das aber werden wir erst einsehen, wenn wir einen genauen Blick auf die Lehren des großen Buddha selber richten und zunächst einmal mit unserer anthroposophischen Vorbereitung vor unser geistiges Auge führen, was des Buddha Seele bewegt hat.
[ 6 ] Halten wir zunächst daran fest, daß der Buddha aus dem Bodhisattva geworden ist, das heißt aus einer hohen Wesenheit, die hineinschauen konnte in die Geheimnisse des Daseins. Dadurch, daß der Buddha ein Bodhisattva war, war er ein Teilnehmer alles dessen, was in der Menschheitsentwickelung vorging durch die alten Zeiten hindurch. Als die Menschheit in der nachatlantischen Zeit auftauchte, um die erste nachatlantische Kulturentwickelung zu begründen und sie später fortzusetzen,da war der Buddha als Bodhisattva schon dabei und vermittelte für die Menschen aus den geistigen Welten herunter das, was gestern angedeutet worden ist. Auch in den atlantischen Zeiten war er schon dabei, sogar in den lemurischen Zeiten schon. Und weil er auf eine so hohe Stufe der Entwickelung gekommen war, konnte er sich auch während seines Bodhisattva-Daseins in den neunundzwanzig Jahren seit seiner letzten Geburt, bevor er der Buddha wurde, nach und nach an alles erinnern, an alle die Gemeinschaften, die er früher durchgemacht hatte, bevor er sich in Indien zum letzten Male verkörpert hatte. Er konnte zurückschauen auf sein Mitwirken in der Menschheit, auf sein Dasein in den göttlich-geistigen Welten, um aus deren Mitte herunterzutragen, was er den Menschen zu bringen hatte. Schon gestern wurde angedeutet, daß auch eine so hohe Individualität, wenn auch kurz, noch einmal das durchzumachen hat, was sie schon einmal gelernt hat. So schildert uns auch der Buddha, wie er während seiner Bodhisattva-Zeit allmählich hinaufdrang, bis sich seine geistige Anschauung, seine geistige Erleuchtung immer vollkommener und vollkommener gestaltete.
[ 6 ] Halten wir zunächst daran fest, daß der Buddha aus dem Bodhisattva geworden ist, das heißt aus einer hohen Wesenheit, die hineinschauen konnte in die Geheimnisse des Daseins. Dadurch, daß der Buddha ein Bodhisattva war, war er ein Teilnehmer alles dessen, was in der Menschheitsentwickelung vorging durch die alten Zeiten hindurch. Als die Menschheit in der nachatlantischen Zeit auftauchte, um die erste nachatlantische Kulturentwickelung zu begründen und sie später fortzusetzen,da war der Buddha als Bodhisattva schon dabei und vermittelte für die Menschen aus den geistigen Welten herunter das, was gestern angedeutet worden ist. Auch in den atlantischen Zeiten war er schon dabei, sogar in den lemurischen Zeiten schon. Und weil er auf eine so hohe Stufe der Entwickelung gekommen war, konnte er sich auch während seines Bodhisattva-Daseins in den neunundzwanzig Jahren seit seiner letzten Geburt, bevor er der Buddha wurde, nach und nach an alles erinnern, an alle die Gemeinschaften, die er früher durchgemacht hatte, bevor er sich in Indien zum letzten Male verkörpert hatte. Er konnte zurückschauen auf sein Mitwirken in der Menschheit, auf sein Dasein in den göttlich-geistigen Welten, um aus deren Mitte herunterzutragen, was er den Menschen zu bringen hatte. Schon gestern wurde angedeutet, daß auch eine so hohe Individualität, wenn auch kurz, noch einmal das durchzumachen hat, was sie schon einmal gelernt hat. So schildert uns auch der Buddha, wie er während seiner Bodhisattva-Zeit allmählich hinaufdrang, bis sich seine geistige Anschauung, seine geistige Erleuchtung immer vollkommener und vollkommener gestaltete.
[ 7 ] Es wird uns gesagt, wie er seinen Bekennern das schilderte. So sagte er ihnen, um den Weg zu schildern, welchen seine Seele durchgemacht hatte, um sich nach und nach wieder an das zu erinnern, was sie durch die Vorzeiten hindurch erlebt hatte: Es gab eine Zeit für mich, ihr Mönche, da erschien es mir aus der geistigen Welt wie ein allumfassender Lichtglanz; aber ich konnte darin noch nichts unterscheiden, keine Gestalten, keine Bilder; meine Erleuchtung war noch nicht rein genug. Dann fing ich an, nicht nur das Licht, sondern innerhalb des Lichtes einzelne Bilder und einzelne Gestalten zu schauen, aber ich konnte noch nicht unterscheiden, was diese Gestalten und Bilder bedeuteten; meine Erleuchtung war noch nicht rein genug. Dann fing ich an zu erkennen, daß sich in diesen Bildern und Gestalten geistige Wesenheiten ausdrückten, aber ich konnte noch nicht unterscheiden, welchen Reichen der geistigen Welt diese Wesenheiten angehörten; meine Erleuchtung war noch nicht rein genug. Dann lernte ich erkennen, welchen verschiedenen Reichen der geistigen Welt diese einzelnen geistigen Wesenheiten angehörten, aber ich konnte noch nicht unterscheiden, durch welche Taten sie sich ihren Platz in den geistigen Reichen erobert hatten und welches ihre Gemütszustände waren; denn meine Erleuchtung war nicht rein genug. Dann kam für mich die Zeit, da konnte ich unterscheiden, welche Taten diese geistigen Wesenheiten in diese Reiche versetzt hatten und welches ihre Gemütszustände waren; aber ich konnte noch nicht unterscheiden, mit welchen geistigen Wesenheiten ich selbst in früheren Zeiten zusammengelebt hatte und wie ich selber mit ihnen zu tun hatte, denn meine Erleuchtung war noch nicht rein genug. Dann kam die Zeit, wo ich wissen konnte, ich war mit diesen und jenen Wesenheiten in dieser und jener Epoche zusammen und hatte dieses oder jenes mit ihnen zu tun; ich wußte, wie meine Vorleben waren: jetzt war meine Erleuchtung rein.
[ 7 ] Es wird uns gesagt, wie er seinen Bekennern das schilderte. So sagte er ihnen, um den Weg zu schildern, welchen seine Seele durchgemacht hatte, um sich nach und nach wieder an das zu erinnern, was sie durch die Vorzeiten hindurch erlebt hatte: Es gab eine Zeit für mich, ihr Mönche, da erschien es mir aus der geistigen Welt wie ein allumfassender Lichtglanz; aber ich konnte darin noch nichts unterscheiden, keine Gestalten, keine Bilder; meine Erleuchtung war noch nicht rein genug. Dann fing ich an, nicht nur das Licht, sondern innerhalb des Lichtes einzelne Bilder und einzelne Gestalten zu schauen, aber ich konnte noch nicht unterscheiden, was diese Gestalten und Bilder bedeuteten; meine Erleuchtung war noch nicht rein genug. Dann fing ich an zu erkennen, daß sich in diesen Bildern und Gestalten geistige Wesenheiten ausdrückten, aber ich konnte noch nicht unterscheiden, welchen Reichen der geistigen Welt diese Wesenheiten angehörten; meine Erleuchtung war noch nicht rein genug. Dann lernte ich erkennen, welchen verschiedenen Reichen der geistigen Welt diese einzelnen geistigen Wesenheiten angehörten, aber ich konnte noch nicht unterscheiden, durch welche Taten sie sich ihren Platz in den geistigen Reichen erobert hatten und welches ihre Gemütszustände waren; denn meine Erleuchtung war nicht rein genug. Dann kam für mich die Zeit, da konnte ich unterscheiden, welche Taten diese geistigen Wesenheiten in diese Reiche versetzt hatten und welches ihre Gemütszustände waren; aber ich konnte noch nicht unterscheiden, mit welchen geistigen Wesenheiten ich selbst in früheren Zeiten zusammengelebt hatte und wie ich selber mit ihnen zu tun hatte, denn meine Erleuchtung war noch nicht rein genug. Dann kam die Zeit, wo ich wissen konnte, ich war mit diesen und jenen Wesenheiten in dieser und jener Epoche zusammen und hatte dieses oder jenes mit ihnen zu tun; ich wußte, wie meine Vorleben waren: jetzt war meine Erleuchtung rein.
[ 8 ] Damit hatte der Buddha seinen Bekennern angedeutet, wie er sich allmählich hinaufgearbeitet hatte zu einem Erkennen, das er zwar früher schon hatte, das man sich aber in jeder Inkarnation nach den Bedingungen der Zeitepoche neu erwerben muß, das er sich aber nunmehr wieder so hatte erwerben müssen, wie es seinem völligen Herabsteigen in einen physischen Menschenleib entsprach. Wenn wir dies nachempfinden, bekommen wir eine Ahnung davon, welche Bedeutung und welche Größe jene bedeutsame Individualität hatte, die sich in dem Königssohne aus dem Sakya-Geschlecht damals verkörpert hatte. Was der Buddha auf diese Weise wiedererkennen konnte, und wohinein er schauen konnte, von dem wußte er aber auch: Das ist eine Welt, welche die Menschen mit ihrem gewöhnlichen Anschauen der unmittelbaren Gegenwart und nächsten Zukunft wieder verlassen mußten. Nur Eingeweihte, zu denen ja der Buddha selber gehörte, können hineinschauen in die geistige Welt; aber für die normale Menschheit war dazu die Möglichkeit verlorengegangen. Die Erbstücke alter hellseherischer Anschauung waren immer geringer geworden. Da Buddha nicht bloß von dem zu sprechen hatte, was der Eingeweihte zu sagen hat, sondern da er vor allem die Mission hatte, den Menschen zu erzählen von den Kräften, die aus der eigenen menschlichen Seele herausfließen sollen, so konnte er nicht nur hinweisen auf die Ergebnisse seiner Erleuchtung, sondern er sagte sich: Ich muß sprechen von dem, wozu die Menschen kommen können, zwar durch eine höhere, aber doch durch eine Entwickelung ihrer eigenen inneren Wesenheit, durch Entwickelung dessen, was in dieser Zeitepoche ist. Nach und nach werden die Menschen im Laufe der Erdenentwickelung aus ihrer Seele, aus ihrem Herzen heraus den Inhalt der Lehre des Buddha erkennen als etwas, was ihnen ihre eigene Vernunft, ihr eigenes Gemüt sagt. Aber es wird noch viel, viel Zeit hinfließen müssen, bevor alle Menschen reif werden, um sozusagen aus der eigenen Seele das hervorzuholen, was der Buddha zuerst wie eine rein menschliche Erkenntnis ausgesprochen hat. Denn es ist etwas anderes, in späteren Zeiten gewisse Fähigkeiten zu entwickeln, und etwas anderes, sie zuerst hervorzuholen aus den tiefen Schächten des menschlichen Gemüts.
[ 8 ] Damit hatte der Buddha seinen Bekennern angedeutet, wie er sich allmählich hinaufgearbeitet hatte zu einem Erkennen, das er zwar früher schon hatte, das man sich aber in jeder Inkarnation nach den Bedingungen der Zeitepoche neu erwerben muß, das er sich aber nunmehr wieder so hatte erwerben müssen, wie es seinem völligen Herabsteigen in einen physischen Menschenleib entsprach. Wenn wir dies nachempfinden, bekommen wir eine Ahnung davon, welche Bedeutung und welche Größe jene bedeutsame Individualität hatte, die sich in dem Königssohne aus dem Sakya-Geschlecht damals verkörpert hatte. Was der Buddha auf diese Weise wiedererkennen konnte, und wohinein er schauen konnte, von dem wußte er aber auch: Das ist eine Welt, welche die Menschen mit ihrem gewöhnlichen Anschauen der unmittelbaren Gegenwart und nächsten Zukunft wieder verlassen mußten. Nur Eingeweihte, zu denen ja der Buddha selber gehörte, können hineinschauen in die geistige Welt; aber für die normale Menschheit war dazu die Möglichkeit verlorengegangen. Die Erbstücke alter hellseherischer Anschauung waren immer geringer geworden. Da Buddha nicht bloß von dem zu sprechen hatte, was der Eingeweihte zu sagen hat, sondern da er vor allem die Mission hatte, den Menschen zu erzählen von den Kräften, die aus der eigenen menschlichen Seele herausfließen sollen, so konnte er nicht nur hinweisen auf die Ergebnisse seiner Erleuchtung, sondern er sagte sich: Ich muß sprechen von dem, wozu die Menschen kommen können, zwar durch eine höhere, aber doch durch eine Entwickelung ihrer eigenen inneren Wesenheit, durch Entwickelung dessen, was in dieser Zeitepoche ist. Nach und nach werden die Menschen im Laufe der Erdenentwickelung aus ihrer Seele, aus ihrem Herzen heraus den Inhalt der Lehre des Buddha erkennen als etwas, was ihnen ihre eigene Vernunft, ihr eigenes Gemüt sagt. Aber es wird noch viel, viel Zeit hinfließen müssen, bevor alle Menschen reif werden, um sozusagen aus der eigenen Seele das hervorzuholen, was der Buddha zuerst wie eine rein menschliche Erkenntnis ausgesprochen hat. Denn es ist etwas anderes, in späteren Zeiten gewisse Fähigkeiten zu entwickeln, und etwas anderes, sie zuerst hervorzuholen aus den tiefen Schächten des menschlichen Gemüts.
[ 9 ] Nehmen Sie dazu ein anderes Beispiel. Heute eignet sich die Regeln des logischen Denkens der jugendliche Mensch an. Logisch zu denken gehört heute zu den allgemeinen menschlichen Fähigkeiten, die der Mensch aus seinem Inneren heraus entwickelt. Damit aber diese Fähigkeit zuerst aus einer menschlichen Brust kam, dazu gehörte der große Geist des griechischen Denkers Aristoteles. Es ist etwas anderes, zuerst etwas herauszuholen aus den Schächten des menschlichen Gemütes, und es herauszuholen, nachdem es sich eine Zeitlang in der Menschheit entwickelt hatte.
[ 9 ] Nehmen Sie dazu ein anderes Beispiel. Heute eignet sich die Regeln des logischen Denkens der jugendliche Mensch an. Logisch zu denken gehört heute zu den allgemeinen menschlichen Fähigkeiten, die der Mensch aus seinem Inneren heraus entwickelt. Damit aber diese Fähigkeit zuerst aus einer menschlichen Brust kam, dazu gehörte der große Geist des griechischen Denkers Aristoteles. Es ist etwas anderes, zuerst etwas herauszuholen aus den Schächten des menschlichen Gemütes, und es herauszuholen, nachdem es sich eine Zeitlang in der Menschheit entwickelt hatte.
[ 10 ] Nun gehört das, was der Buddha den Menschen zu sagen hatte, zu den größten Lehren auf lange Epochen hin. Daher gehört auch das große Gemüt eines Bodhisattva, eines so hoch Erleuchteten dazu, um es zuerst in einem Menschen gegenwärtig werden zu lassen. Nur wer im höchsten Sinne erleuchtet war, konnte zuerst in seiner Seele erstehen lassen, was nach und nach Allgemeingut der Menschheit werden sollte: die hohe Lehre des Mitleides und der Liebe und alles dessen, was damit zusammenhängt. Was der Buddha zu sagen hatte, das mußte er in Worte kleiden, die der damaligen Menschheit, namentlich seinen Heimatgenossen, geläufig waren. Wir haben schon darauf hingedeutet, wie im alten Indien zur Zeit des Buddha die Sankhya- und die Yoga-Philosophie gelehrt wurden. Sie hatten die geläufigen Ausdrücke und Begriffe geliefert; sie waren gang und gäbe. Solche gangbaren Ausdrücke mußte derjenige benutzen, der etwas Neues zu geben hatte; in solche gangbare Begriffe mußte der Buddha kleiden, was in seiner Seele lebte. Allerdings bekamen dann solche Vorstellungen und Begriffe durch ihn eine ganz neue Gestalt, aber er mußte sich ihrer bedienen, denn alle Entwickelung muß so verlaufen, daß das Zukünftige sich auf das Vergangene gründet. So kleidete der Buddha seine hehre Weisheit in die gangbaren Ausdrücke der damals gebräuchlichen indischen Lehre.
[ 10 ] Nun gehört das, was der Buddha den Menschen zu sagen hatte, zu den größten Lehren auf lange Epochen hin. Daher gehört auch das große Gemüt eines Bodhisattva, eines so hoch Erleuchteten dazu, um es zuerst in einem Menschen gegenwärtig werden zu lassen. Nur wer im höchsten Sinne erleuchtet war, konnte zuerst in seiner Seele erstehen lassen, was nach und nach Allgemeingut der Menschheit werden sollte: die hohe Lehre des Mitleides und der Liebe und alles dessen, was damit zusammenhängt. Was der Buddha zu sagen hatte, das mußte er in Worte kleiden, die der damaligen Menschheit, namentlich seinen Heimatgenossen, geläufig waren. Wir haben schon darauf hingedeutet, wie im alten Indien zur Zeit des Buddha die Sankhya- und die Yoga-Philosophie gelehrt wurden. Sie hatten die geläufigen Ausdrücke und Begriffe geliefert; sie waren gang und gäbe. Solche gangbaren Ausdrücke mußte derjenige benutzen, der etwas Neues zu geben hatte; in solche gangbare Begriffe mußte der Buddha kleiden, was in seiner Seele lebte. Allerdings bekamen dann solche Vorstellungen und Begriffe durch ihn eine ganz neue Gestalt, aber er mußte sich ihrer bedienen, denn alle Entwickelung muß so verlaufen, daß das Zukünftige sich auf das Vergangene gründet. So kleidete der Buddha seine hehre Weisheit in die gangbaren Ausdrücke der damals gebräuchlichen indischen Lehre.
[ 11 ] Aber wir müssen uns doch eine Anschauung von dem verschaffen, was Buddha damals als seine Lehre, welche die innerste Lehre der Menschheit werden sollte, unter dem Bodhibaume in der Zeit der siebentägigen Erleuchtung erlebte. Versuchen wir einmal, wenn auch nur mit annähernden Gedanken, vor unsere Seele hinzustellen, was als der Gedankenausdruck der tiefsten Seelenerlebnisse durch das Gemüt des Buddha ging, als er unter dem Bodhibaume erleuchtet war. Da konnte er sich etwa das Folgende sagen: Es gab alte Zeiten in der Menschheitsentwickelung, in welchen viele Menschen dumpf, dämmerhaft hellsichtig waren, und es gab noch ältere Zeiten, in denen alle Menschen hellsichtig waren. Was heißt es denn, dumpf, dämmerhaft hellsichtig sein? Was heißt es überhaupt, hellsichtig sein? Hellsichtig sein heißt, sich der Organe seines ätherischen Leibes bedienen können. Wenn man sich nur der Organe seines astralischen Leibes bedienen kann, so kann man zwar innerlich fühlen und empfinden, innerlich erleben die tiefsten Geheimnisse, aber man kann sie nicht schauen. Erst wenn das, was im astralischen Leibe erlebt wird, sich sozusagen seinen Abdruck verschafft im Ätherleibe, kann Hellsichtigkeit eintreten. Auch das alte dumpfe Hellsehen der Menschheit war dadurch zustande gekommen, daß der noch nicht vollständig in den physischen Leib hineingedrungene Ätherleib Organe hatte, derer sich die alte Menschheit noch bedienen konnte. Was also hat die Menschheit im Laufe der Zeit verloren? Sie hat verloren die Fähigkeit, sich der Organe des Ätherleibes bedienen zu können. Sie mußte sich nach und nach damit begnügen, sich nur der äußeren Organe des physischen Leibes zu bedienen und das, was der physische Leib vermittelt, dann im astralischen Leibe als Gedanken, Empfindungen, als Gefühle, als Vorstellungen zu erleben. Das alles ging damals als Ausdruck dessen, was er erlebte, durch des Buddha große Seele. Er sagte sich: Also haben die Menschen die Fähigkeit verloren, sich der Organe ihres Ätherleibes zu bedienen. Sie erleben in ihren astralischen Leibern das, was sie von der Außenwelt erfahren durch die Werkzeuge ihres physischen Leibes.
[ 11 ] Aber wir müssen uns doch eine Anschauung von dem verschaffen, was Buddha damals als seine Lehre, welche die innerste Lehre der Menschheit werden sollte, unter dem Bodhibaume in der Zeit der siebentägigen Erleuchtung erlebte. Versuchen wir einmal, wenn auch nur mit annähernden Gedanken, vor unsere Seele hinzustellen, was als der Gedankenausdruck der tiefsten Seelenerlebnisse durch das Gemüt des Buddha ging, als er unter dem Bodhibaume erleuchtet war. Da konnte er sich etwa das Folgende sagen: Es gab alte Zeiten in der Menschheitsentwickelung, in welchen viele Menschen dumpf, dämmerhaft hellsichtig waren, und es gab noch ältere Zeiten, in denen alle Menschen hellsichtig waren. Was heißt es denn, dumpf, dämmerhaft hellsichtig sein? Was heißt es überhaupt, hellsichtig sein? Hellsichtig sein heißt, sich der Organe seines ätherischen Leibes bedienen können. Wenn man sich nur der Organe seines astralischen Leibes bedienen kann, so kann man zwar innerlich fühlen und empfinden, innerlich erleben die tiefsten Geheimnisse, aber man kann sie nicht schauen. Erst wenn das, was im astralischen Leibe erlebt wird, sich sozusagen seinen Abdruck verschafft im Ätherleibe, kann Hellsichtigkeit eintreten. Auch das alte dumpfe Hellsehen der Menschheit war dadurch zustande gekommen, daß der noch nicht vollständig in den physischen Leib hineingedrungene Ätherleib Organe hatte, derer sich die alte Menschheit noch bedienen konnte. Was also hat die Menschheit im Laufe der Zeit verloren? Sie hat verloren die Fähigkeit, sich der Organe des Ätherleibes bedienen zu können. Sie mußte sich nach und nach damit begnügen, sich nur der äußeren Organe des physischen Leibes zu bedienen und das, was der physische Leib vermittelt, dann im astralischen Leibe als Gedanken, Empfindungen, als Gefühle, als Vorstellungen zu erleben. Das alles ging damals als Ausdruck dessen, was er erlebte, durch des Buddha große Seele. Er sagte sich: Also haben die Menschen die Fähigkeit verloren, sich der Organe ihres Ätherleibes zu bedienen. Sie erleben in ihren astralischen Leibern das, was sie von der Außenwelt erfahren durch die Werkzeuge ihres physischen Leibes.
[ 12 ] Nun konnte sich der Buddha eine bedeutsame Frage stellen: Wenn das Auge die rote Farbe empfindet, wenn das Ohr irgendeinen Ton hört, wenn der Geschmackssinn irgendeine Geschmacksempfindung hat, dann treten unter normalen Verhältnissen diese Empfindungen an den Menschen heran und werden seine Vorstellungen, werden innerlich im Astralleibe erlebt. Sie könnten, wenn sie nur so erlebt würden, dasjenige, was man Schmerz und Leid nennt, nicht als eine Beigabe im normalen Zustande haben. Wenn der Mensch sich einfach den Eindrücken der Außenwelt überließe, wie diese auf seine Sinne wirkt, wie sie ihm erscheint in ihren Farben und Lichtern, in ihren Tönen und so weiter, so würde er durch die Welt wandeln, ohne daß er von diesen Eindrücken Schmerz und Leid empfinden könnte. Nur unter gewissen Bedingungen kann der Mensch Schmerz und Leid empfinden.
[ 12 ] Nun konnte sich der Buddha eine bedeutsame Frage stellen: Wenn das Auge die rote Farbe empfindet, wenn das Ohr irgendeinen Ton hört, wenn der Geschmackssinn irgendeine Geschmacksempfindung hat, dann treten unter normalen Verhältnissen diese Empfindungen an den Menschen heran und werden seine Vorstellungen, werden innerlich im Astralleibe erlebt. Sie könnten, wenn sie nur so erlebt würden, dasjenige, was man Schmerz und Leid nennt, nicht als eine Beigabe im normalen Zustande haben. Wenn der Mensch sich einfach den Eindrücken der Außenwelt überließe, wie diese auf seine Sinne wirkt, wie sie ihm erscheint in ihren Farben und Lichtern, in ihren Tönen und so weiter, so würde er durch die Welt wandeln, ohne daß er von diesen Eindrücken Schmerz und Leid empfinden könnte. Nur unter gewissen Bedingungen kann der Mensch Schmerz und Leid empfinden.
[ 13 ] Nach diesen Bedingungen, unter welchen der Mensch Schmerz und Leid, Sorgen und Kümmernisse erlebt, forschte daher der große Buddha. Wann werden die Eindrücke der Außenwelt zu schmerzvollen? Und warum werden sie es unter gewissen Verhältnissen?
[ 13 ] Nach diesen Bedingungen, unter welchen der Mensch Schmerz und Leid, Sorgen und Kümmernisse erlebt, forschte daher der große Buddha. Wann werden die Eindrücke der Außenwelt zu schmerzvollen? Und warum werden sie es unter gewissen Verhältnissen?
[ 14 ] Da sagte er sich: Wenn wir in die alten Zeiten zurückblicken, so finden wir, wie auf den Menschen, als er in früheren Inkarnationen auf der Erde hinwandelte, von zwei Seiten her Wesenheiten in das Innere der menschlichen Natur, in den astralischen Leib, hereinwirkten. Da haben im Laufe der Inkarnationen durch die lemurische und atlantische Zeit hindurch in die menschliche Natur diejenigen Wesenheiten hereingewirkt, die wir die luziferischen Wesenheiten nennen, so daß der Mensch im Laufe der Zeiten in seinen astralischen Leib aufgenommen hat die Eindrücke und Einflüsse der luziferischen Wesenheiten. Von der atlantischen Zeit an wirkten dann noch diejenigen Wesenheiten auf den Menschen ein, welche unter der Führung des Ahriman standen. So hat der Mensch in seinen früheren Inkarnationen die Einflüsse der beiden Mächte auf sich erfahren, die wir als die luziferischen und die ahrimanischen Wesenheiten bezeichnen. Hätten diese Wesenheiten nicht auf den Menschen gewirkt, so hätte sich der Mensch nicht die Freiheit, nicht die Gabe der Unterscheidung zwischen Gut und Böse und nicht die freie Willensbestimmung erwerben können. Von einem höheren Gesichtspunkte aus angesehen, ist es auch gut, daß diese Einflüsse so auf den Menschen gewirkt haben; aber in gewisser Beziehung haben sie auch den Menschen aus den göttlich-geistigen Höhen wieder weiter in das sinnliche Dasein heruntergeführt, als er sonst heruntergestiegen wäre. Dadurch hat der Mensch - so konnte sich der große Buddha sagen — gewisse Einflüsse in sich, die heute in ihm sind und die Erbstücke der Einwirkung Luzifers auf der einen Seite und Ahrimans auf der anderen Seite sind. Die sind ihm aus den früheren Inkarnationen geblieben, die trägt er in sich.
[ 14 ] Da sagte er sich: Wenn wir in die alten Zeiten zurückblicken, so finden wir, wie auf den Menschen, als er in früheren Inkarnationen auf der Erde hinwandelte, von zwei Seiten her Wesenheiten in das Innere der menschlichen Natur, in den astralischen Leib, hereinwirkten. Da haben im Laufe der Inkarnationen durch die lemurische und atlantische Zeit hindurch in die menschliche Natur diejenigen Wesenheiten hereingewirkt, die wir die luziferischen Wesenheiten nennen, so daß der Mensch im Laufe der Zeiten in seinen astralischen Leib aufgenommen hat die Eindrücke und Einflüsse der luziferischen Wesenheiten. Von der atlantischen Zeit an wirkten dann noch diejenigen Wesenheiten auf den Menschen ein, welche unter der Führung des Ahriman standen. So hat der Mensch in seinen früheren Inkarnationen die Einflüsse der beiden Mächte auf sich erfahren, die wir als die luziferischen und die ahrimanischen Wesenheiten bezeichnen. Hätten diese Wesenheiten nicht auf den Menschen gewirkt, so hätte sich der Mensch nicht die Freiheit, nicht die Gabe der Unterscheidung zwischen Gut und Böse und nicht die freie Willensbestimmung erwerben können. Von einem höheren Gesichtspunkte aus angesehen, ist es auch gut, daß diese Einflüsse so auf den Menschen gewirkt haben; aber in gewisser Beziehung haben sie auch den Menschen aus den göttlich-geistigen Höhen wieder weiter in das sinnliche Dasein heruntergeführt, als er sonst heruntergestiegen wäre. Dadurch hat der Mensch - so konnte sich der große Buddha sagen — gewisse Einflüsse in sich, die heute in ihm sind und die Erbstücke der Einwirkung Luzifers auf der einen Seite und Ahrimans auf der anderen Seite sind. Die sind ihm aus den früheren Inkarnationen geblieben, die trägt er in sich.
[ 15 ] Als der Mensch noch vermöge seiner alten dumpfen Hellsichtigkeit in die geistige Welt hineinblicken konnte, da sah er die Einflüsse Luzifers und Ahrimans und konnte genau unterscheiden: hierher kommt ein Einfluß Luzifers, hierher kommt ein Einfluß Ahrimans. Und indem er hineinblickte in die astralische Welt und die luziferischen und ahrimanischen schädlichen Einflüsse wahrnahm, konnte er sich darüber Rechenschaft geben und sich vor ihnen schützen. Er wußte auch, wie er mit diesen Wesenheiten in Berührung gekommen ist. Es gab eine Zeit — so sagte sich Buddha -, in welcher die Menschen gewußt haben, woher diese Einflüsse kommen, die sie seit alten Zeiten von Inkarnation zu Inkarnation in sich tragen. Aber mit dem alten Hellsehen ist das Wissen von diesen Mächten verlorengegangen, und da die Menschen die Hellsichtigkeit verloren hatten, so ist auch das Nichtwissen von dem eingetreten, was auf ihre Seele von Inkarnation zu Inkarnation eingewirkt hat. An die Stelle des früheren hellseherischen Wissens ist das Nichtwissen getreten. Dunkelheit breitet sich über den Menschen aus. Er kann nicht erkennen, woher diese Einflüsse von Luzifer und Ahriman kommen, aber er trägt sie in sich. Er trägt etwas in sich, worüber er nichts weiß. Es wäre natürlich einfältig, die Realität und Wirksamkeit dessen abzuleugnen, was da ist, auch wenn man nichts davon weiß. Im Menschen wirken die Einflüsse, die sich in ihn hineinbegeben haben von Inkarnation zu Inkarnation. Sie sind da und wirken das ganze Leben hindurch; nur weiß der Mensch nichts davon. — So sagte sich der große Buddha.
[ 15 ] Als der Mensch noch vermöge seiner alten dumpfen Hellsichtigkeit in die geistige Welt hineinblicken konnte, da sah er die Einflüsse Luzifers und Ahrimans und konnte genau unterscheiden: hierher kommt ein Einfluß Luzifers, hierher kommt ein Einfluß Ahrimans. Und indem er hineinblickte in die astralische Welt und die luziferischen und ahrimanischen schädlichen Einflüsse wahrnahm, konnte er sich darüber Rechenschaft geben und sich vor ihnen schützen. Er wußte auch, wie er mit diesen Wesenheiten in Berührung gekommen ist. Es gab eine Zeit — so sagte sich Buddha -, in welcher die Menschen gewußt haben, woher diese Einflüsse kommen, die sie seit alten Zeiten von Inkarnation zu Inkarnation in sich tragen. Aber mit dem alten Hellsehen ist das Wissen von diesen Mächten verlorengegangen, und da die Menschen die Hellsichtigkeit verloren hatten, so ist auch das Nichtwissen von dem eingetreten, was auf ihre Seele von Inkarnation zu Inkarnation eingewirkt hat. An die Stelle des früheren hellseherischen Wissens ist das Nichtwissen getreten. Dunkelheit breitet sich über den Menschen aus. Er kann nicht erkennen, woher diese Einflüsse von Luzifer und Ahriman kommen, aber er trägt sie in sich. Er trägt etwas in sich, worüber er nichts weiß. Es wäre natürlich einfältig, die Realität und Wirksamkeit dessen abzuleugnen, was da ist, auch wenn man nichts davon weiß. Im Menschen wirken die Einflüsse, die sich in ihn hineinbegeben haben von Inkarnation zu Inkarnation. Sie sind da und wirken das ganze Leben hindurch; nur weiß der Mensch nichts davon. — So sagte sich der große Buddha.
[ 16 ] Wie wirken diese Einflüsse in dem Menschen? Wenn der Mensch sie auch nicht erkennen kann, er fühlt sie, er spürt sie; es ist eine Kraft in ihm, die der Ausdruck dessen ist, was also von Inkarnation zu Inkarnation sich fortgelebt hat und hinaufgestiegen ist bis zum gegenwärtigen Dasein. Was die Kräfte darstellen, deren eigene Natur der Mensch nicht erkennen kann, das ist die Begierde nach äußerem Leben, die Begierde, in der Welt wahrzunehmen, der Durst nach Leben, das Verlangen nach Leben. So wirken die alten luziferischen und die ahrimanischen Einflüsse im Menschen als der Durst nach Dasein, als die Begierde nach Dasein. Und dieser Durst nach Dasein geht von Inkarnation zu Inkarnation weiter. — Das ist es, was der große Buddha sagte; nur stellte er für seine intimeren Schüler genauer dar, worum es sich handelte.
[ 16 ] Wie wirken diese Einflüsse in dem Menschen? Wenn der Mensch sie auch nicht erkennen kann, er fühlt sie, er spürt sie; es ist eine Kraft in ihm, die der Ausdruck dessen ist, was also von Inkarnation zu Inkarnation sich fortgelebt hat und hinaufgestiegen ist bis zum gegenwärtigen Dasein. Was die Kräfte darstellen, deren eigene Natur der Mensch nicht erkennen kann, das ist die Begierde nach äußerem Leben, die Begierde, in der Welt wahrzunehmen, der Durst nach Leben, das Verlangen nach Leben. So wirken die alten luziferischen und die ahrimanischen Einflüsse im Menschen als der Durst nach Dasein, als die Begierde nach Dasein. Und dieser Durst nach Dasein geht von Inkarnation zu Inkarnation weiter. — Das ist es, was der große Buddha sagte; nur stellte er für seine intimeren Schüler genauer dar, worum es sich handelte.
[ 17 ] Wie er darstellte, was er so empfand, das kann man nur verstehen, wenn man eine gewisse Vorbereitung durch die Theosophie schon durchgemacht hat. Wir wissen ja: Wenn der Mensch stirbt, in dem Moment, da der Tod eintritt, verlassen sein Ich, sein astralischer Leib und sein Ätherleib den physischen Leib. Dann hat der Mensch eine Zeit hindurch jenes große Erinnerungstableau an das letzte Leben, das ihm wie in einem gewaltigen Bilde entgegentritt. Dann wissen wir, daß das Hauptglied des Ätherleibes wie ein zweiter Leichnam abgeworfen wird und daß etwas zurückbleibt wie’ein Extrakt, wie eine Essenz des Ätherleibes. Diesen Extrakt nimmt der Mensch mit durch die Kamalokaund Devachanzeit und bringt ihn wieder zurück in das nächste Dasein. Während aber der Mensch in Kamaloka ist, schreibt sich in diesen Lebensextrakt alles ein, was der Mensch an Taten erlebt hat, alles, was in bezug auf das menschliche Karma wirkt, wofür er einen Ausgleich zu schaffen hat. Das alles verbindet sich in einer gewissen Weise mit diesem Extrakt aus dem Ätherleibe, der sich von einer Inkarnation zu der anderen hinzieht. Alles, was der Mensch aus einer Inkarnation in die andere trägt, ist in diesem Extrakt des Ätherleibes darinnen, und das bringt sich der Mensch wieder mit, wenn er wieder durch die Geburt ins Dasein tritt. — Die orientalische Literatur ist gewohnt geworden, das, was wir Ätherleib nennen, als Linga sharira zu bezeichnen. So ist es also ein Extrakt aus Linga sharira, was der Mensch von Inkarnation zu Inkarnation mitnimmt.
[ 17 ] Wie er darstellte, was er so empfand, das kann man nur verstehen, wenn man eine gewisse Vorbereitung durch die Theosophie schon durchgemacht hat. Wir wissen ja: Wenn der Mensch stirbt, in dem Moment, da der Tod eintritt, verlassen sein Ich, sein astralischer Leib und sein Ätherleib den physischen Leib. Dann hat der Mensch eine Zeit hindurch jenes große Erinnerungstableau an das letzte Leben, das ihm wie in einem gewaltigen Bilde entgegentritt. Dann wissen wir, daß das Hauptglied des Ätherleibes wie ein zweiter Leichnam abgeworfen wird und daß etwas zurückbleibt wie’ein Extrakt, wie eine Essenz des Ätherleibes. Diesen Extrakt nimmt der Mensch mit durch die Kamalokaund Devachanzeit und bringt ihn wieder zurück in das nächste Dasein. Während aber der Mensch in Kamaloka ist, schreibt sich in diesen Lebensextrakt alles ein, was der Mensch an Taten erlebt hat, alles, was in bezug auf das menschliche Karma wirkt, wofür er einen Ausgleich zu schaffen hat. Das alles verbindet sich in einer gewissen Weise mit diesem Extrakt aus dem Ätherleibe, der sich von einer Inkarnation zu der anderen hinzieht. Alles, was der Mensch aus einer Inkarnation in die andere trägt, ist in diesem Extrakt des Ätherleibes darinnen, und das bringt sich der Mensch wieder mit, wenn er wieder durch die Geburt ins Dasein tritt. — Die orientalische Literatur ist gewohnt geworden, das, was wir Ätherleib nennen, als Linga sharira zu bezeichnen. So ist es also ein Extrakt aus Linga sharira, was der Mensch von Inkarnation zu Inkarnation mitnimmt.
[ 18 ] Nun konnte Buddha sagen: Seht einmal hin auf den Menschen, der geboren ist. Er bringt sich mit in seinem Linga sharira das, was sich aus den früheren Inkarnationen abgeladen hat; da ist es eingeschrieben. In diesem Linga sharira sitzt alles das, wovon der Mensch in dem gegenwärtigen Menschheitszyklus nichts weiß, worüber sich die Dunkelheit des Nichtwissens breitet, was sich aber geltend macht, indem der Mensch ins Dasein hereintritt, als der Durst nach Dasein, als die Begierde zum Leben. In dem, was man Begierde zum Leben nennt, sah der Buddha alles das, was aus früheren Inkarnationen stammt und was den Menschen treibt zu der Sucht, die Welt zu genießen, nicht nur als ein Wanderer durch die Farben- und Tonwelt und durch die Welt der anderen Eindrücke hinzuwandern, sondern diese Welt zu begehren. Das ist es, was aus den früheren Inkarnationen her als eine Tendenz, als eine Kraft in dem Menschen ist. Diese Kraft bezeichnen die Schüler des Buddha als Samskara. So also sagte der Buddha zu seinen intimen Schülern: Was für den gegenwärtigen Menschen charakteristisch ist, das ist das Nichtwissen über etwas Wichtiges, was in ihm selber vorhanden ist. Dieses Nichtwissen verwandelt das, was dem Menschen sonst entgegentreten würde als von den luziferischen und ahrimanischen Wesenheiten herrührend und zu dem er sich sonst in ein Verhältnis setzen könnte, in den Durst nach Dasein, in alle die in ihm schlummernden Kräfte, die dunkel im Menschen wühlen aus früheren Inkarnationen herüber. Das bezeichnete man unter dem Einfluß des großen Buddha als das Samskara. Und es bildet sich aus diesem Samskara heraus, was nun im Menschen sein gegenwärtiges Denken ist und was bewirkt, daß der Mensch in dem gegenwärtigen Menschheitszyklus nicht ohne weiteres objektiv denken kann.
[ 18 ] Nun konnte Buddha sagen: Seht einmal hin auf den Menschen, der geboren ist. Er bringt sich mit in seinem Linga sharira das, was sich aus den früheren Inkarnationen abgeladen hat; da ist es eingeschrieben. In diesem Linga sharira sitzt alles das, wovon der Mensch in dem gegenwärtigen Menschheitszyklus nichts weiß, worüber sich die Dunkelheit des Nichtwissens breitet, was sich aber geltend macht, indem der Mensch ins Dasein hereintritt, als der Durst nach Dasein, als die Begierde zum Leben. In dem, was man Begierde zum Leben nennt, sah der Buddha alles das, was aus früheren Inkarnationen stammt und was den Menschen treibt zu der Sucht, die Welt zu genießen, nicht nur als ein Wanderer durch die Farben- und Tonwelt und durch die Welt der anderen Eindrücke hinzuwandern, sondern diese Welt zu begehren. Das ist es, was aus den früheren Inkarnationen her als eine Tendenz, als eine Kraft in dem Menschen ist. Diese Kraft bezeichnen die Schüler des Buddha als Samskara. So also sagte der Buddha zu seinen intimen Schülern: Was für den gegenwärtigen Menschen charakteristisch ist, das ist das Nichtwissen über etwas Wichtiges, was in ihm selber vorhanden ist. Dieses Nichtwissen verwandelt das, was dem Menschen sonst entgegentreten würde als von den luziferischen und ahrimanischen Wesenheiten herrührend und zu dem er sich sonst in ein Verhältnis setzen könnte, in den Durst nach Dasein, in alle die in ihm schlummernden Kräfte, die dunkel im Menschen wühlen aus früheren Inkarnationen herüber. Das bezeichnete man unter dem Einfluß des großen Buddha als das Samskara. Und es bildet sich aus diesem Samskara heraus, was nun im Menschen sein gegenwärtiges Denken ist und was bewirkt, daß der Mensch in dem gegenwärtigen Menschheitszyklus nicht ohne weiteres objektiv denken kann.
[ 19 ] Merken Sie wohl, was für einen feinen Unterschied der Buddha seinen Schülern klarmachte: den Unterschied zwischen dem objektiven Denken, das nur die Sache im Auge hat, und demjenigen Denken, welches unter dem Einfluß der Kräfte steht, die aus dem Linga sharira stammen. Denken Sie darüber nach, wieviel Sie sich über die Dinge als Ihre Meinungen aneignen; fragen Sie sich aber, wieviel Sie sich von diesen Meinungen deshalb aneignen, weil sie Ihnen gefallen, und wieviel deshalb, weil Sie die Dinge objektiv betrachten! Alles, was man als Wahrheit sich aneignet, nicht weil man objektiv über eine Sache denkt, sondern weil man die alten Neigungen aus früheren Inkarnationen mitgebracht hat, das alles bildet für Buddha ein «inneres Denkorgan». Dieses Denkorgan ist die Gesamtheit dessen, was der Mensch denkt, weil er in früheren Inkarnationen diese oder jene Erlebnisse hatte, welche als Rückstände in seinem Linga sharira geblieben sind. Also eine Art von innerem Denkorgan, das durch die Gesamtheit des Samskara gebildet wird, sah der Buddha im Innern des Menschen. Und nun sagte er: Erst diese Denksubstanz bildet aus dem gegenwärtigen Menschen das, was man seine gegenwärtige Individualität nennt, — im Buddhismus «Name und Form» oder Namarupa. Es ist dasselbe, was von einer andern philosophischen Richtung Ahamkara genannt wird.
[ 19 ] Merken Sie wohl, was für einen feinen Unterschied der Buddha seinen Schülern klarmachte: den Unterschied zwischen dem objektiven Denken, das nur die Sache im Auge hat, und demjenigen Denken, welches unter dem Einfluß der Kräfte steht, die aus dem Linga sharira stammen. Denken Sie darüber nach, wieviel Sie sich über die Dinge als Ihre Meinungen aneignen; fragen Sie sich aber, wieviel Sie sich von diesen Meinungen deshalb aneignen, weil sie Ihnen gefallen, und wieviel deshalb, weil Sie die Dinge objektiv betrachten! Alles, was man als Wahrheit sich aneignet, nicht weil man objektiv über eine Sache denkt, sondern weil man die alten Neigungen aus früheren Inkarnationen mitgebracht hat, das alles bildet für Buddha ein «inneres Denkorgan». Dieses Denkorgan ist die Gesamtheit dessen, was der Mensch denkt, weil er in früheren Inkarnationen diese oder jene Erlebnisse hatte, welche als Rückstände in seinem Linga sharira geblieben sind. Also eine Art von innerem Denkorgan, das durch die Gesamtheit des Samskara gebildet wird, sah der Buddha im Innern des Menschen. Und nun sagte er: Erst diese Denksubstanz bildet aus dem gegenwärtigen Menschen das, was man seine gegenwärtige Individualität nennt, — im Buddhismus «Name und Form» oder Namarupa. Es ist dasselbe, was von einer andern philosophischen Richtung Ahamkara genannt wird.
[ 20 ] So etwa sagte der Buddha zu seinen Schülern: Als die Menschen in uralten Zeiten noch Hellsichtigkeit hatten und hineinschauten in die Welt, die hinter dem physischen Dasein liegt, da sahen sie in einer gewissen Weise alle dasselbe, denn die objektive Welt ist für alle gleich. Als aber das Nichtwissen sich über die Welt als Dunkelheit breitete, da brachte sich ein jeder individuelle Anlagen mit, die ihn von dem anderen unterschieden. Das machte ihn zu einem Wesen, das man am besten bezeichnet als ein Wesen mit dieser oder jener «Form» der Seele; jeder hatte einen bestimmten «Namen», der ihn von dem anderen unterschied, ein Ahamkara. |
[ 20 ] So etwa sagte der Buddha zu seinen Schülern: Als die Menschen in uralten Zeiten noch Hellsichtigkeit hatten und hineinschauten in die Welt, die hinter dem physischen Dasein liegt, da sahen sie in einer gewissen Weise alle dasselbe, denn die objektive Welt ist für alle gleich. Als aber das Nichtwissen sich über die Welt als Dunkelheit breitete, da brachte sich ein jeder individuelle Anlagen mit, die ihn von dem anderen unterschieden. Das machte ihn zu einem Wesen, das man am besten bezeichnet als ein Wesen mit dieser oder jener «Form» der Seele; jeder hatte einen bestimmten «Namen», der ihn von dem anderen unterschied, ein Ahamkara. |
[ 21 ] Dasjenige nun, was also erzeugt ist im Innern des Menschen unter der Wirkung dessen, was er sich aus den früheren Inkarnationen mitgebracht hat, was «Name und Form», was die Individualität gebildet hat, das bildet in ihm nun von innen heraus Manas und die fünf Sinnesorgane, die sogenannten sechs Organe. — Wohlgemerkt, der Buddha sagte nicht: Das Auge ist bloß von dem Innern heraus gebildet -, sondern er sagte: Dem Auge ist etwas eingegliedert, was im Linga sharira war und mitgebracht ist aus den früheren Daseinsstufen. Daher sieht das Auge nicht rein; es würde anders in die Welt des äußeren Daseins sehen, wenn es nicht innerlich durchdrungen wäre von dem, was aus den früheren Daseinsstufen geblieben ist. Daher hört das Ohr nicht rein, sondern getrübt, abgetönt durch das, was aus früheren Daseinsstufen geblieben ist. Und das bewirkt, daß sich hineinmischt in alles das Verlangen, dieses oder jenes zu sehen, dieses oder jenes zu hören, in dieser oder jener Weise zu schmecken oder wahrzunehmen. So schleicht sich in alles, was dem Menschen in dem gegenwärtigen Zyklus entgegentritt, dasjenige hinein, was von früheren Inkarnationen geblieben ist als das «Verlangen».
[ 21 ] Dasjenige nun, was also erzeugt ist im Innern des Menschen unter der Wirkung dessen, was er sich aus den früheren Inkarnationen mitgebracht hat, was «Name und Form», was die Individualität gebildet hat, das bildet in ihm nun von innen heraus Manas und die fünf Sinnesorgane, die sogenannten sechs Organe. — Wohlgemerkt, der Buddha sagte nicht: Das Auge ist bloß von dem Innern heraus gebildet -, sondern er sagte: Dem Auge ist etwas eingegliedert, was im Linga sharira war und mitgebracht ist aus den früheren Daseinsstufen. Daher sieht das Auge nicht rein; es würde anders in die Welt des äußeren Daseins sehen, wenn es nicht innerlich durchdrungen wäre von dem, was aus den früheren Daseinsstufen geblieben ist. Daher hört das Ohr nicht rein, sondern getrübt, abgetönt durch das, was aus früheren Daseinsstufen geblieben ist. Und das bewirkt, daß sich hineinmischt in alles das Verlangen, dieses oder jenes zu sehen, dieses oder jenes zu hören, in dieser oder jener Weise zu schmecken oder wahrzunehmen. So schleicht sich in alles, was dem Menschen in dem gegenwärtigen Zyklus entgegentritt, dasjenige hinein, was von früheren Inkarnationen geblieben ist als das «Verlangen».
[ 22 ] Würde sich dieses Verlangen aus den früheren Inkarnationen nicht hineinschleichen — so etwa sagte der Buddha -, so würde der Mensch hinausschauen in die Welt gleichsam wie ein göttliches Wesen, würde die Welt auf sich wirken lassen und nie mehr verlangen, nie mehr begehren als das, was ihm wird. Er würde mit seinem Wissen nicht mehr hinausgehen über das, was ihm beschert ist durch die göttlichen Mächte; er. würde keinen Unterschied machen zwischen sich und der äußeren Welt und würde sich wie ein Glied der äußeren Welt empfinden. Denn nur dadurch empfindet sich der Mensch als etwas, was von der übrigen Welt getrennt ist, weil er mehr haben will, anderes haben will, als ihm die übrige Welt an Genüssen freiwillig bietet. Dadurch tritt das Bewußtsein ihm in die Seele, daß er etwas anderes ist als die Welt. Würde er zufrieden sein mit dem, was in der Welt ist, so würde er sich nicht von ihr unterscheiden. Er würde sein eigenes Dasein sich fortsetzen fühlen in der äußeren Welt. Er würde nie kennen, was man Berührung mit der äußeren Welt nennt; er wäre nicht von ihr getrennt, könnte sich also auch nicht mit ihr berühren. Dadurch, daß diese «sechs Organe» gebildet wurden, entstand allmählich die «Berührung mit der Außenwelt» und durch die Berührung erst dasjenige, was man in unserem Leben die Empfindung nennt, und durch die Empfindung das «Haften an der Außenwelt». Dadurch aber, daß der Mensch an der Außenwelt zu haften sucht, entsteht Schmerz, Leid, Sorge, Kümmernis.
[ 22 ] Würde sich dieses Verlangen aus den früheren Inkarnationen nicht hineinschleichen — so etwa sagte der Buddha -, so würde der Mensch hinausschauen in die Welt gleichsam wie ein göttliches Wesen, würde die Welt auf sich wirken lassen und nie mehr verlangen, nie mehr begehren als das, was ihm wird. Er würde mit seinem Wissen nicht mehr hinausgehen über das, was ihm beschert ist durch die göttlichen Mächte; er. würde keinen Unterschied machen zwischen sich und der äußeren Welt und würde sich wie ein Glied der äußeren Welt empfinden. Denn nur dadurch empfindet sich der Mensch als etwas, was von der übrigen Welt getrennt ist, weil er mehr haben will, anderes haben will, als ihm die übrige Welt an Genüssen freiwillig bietet. Dadurch tritt das Bewußtsein ihm in die Seele, daß er etwas anderes ist als die Welt. Würde er zufrieden sein mit dem, was in der Welt ist, so würde er sich nicht von ihr unterscheiden. Er würde sein eigenes Dasein sich fortsetzen fühlen in der äußeren Welt. Er würde nie kennen, was man Berührung mit der äußeren Welt nennt; er wäre nicht von ihr getrennt, könnte sich also auch nicht mit ihr berühren. Dadurch, daß diese «sechs Organe» gebildet wurden, entstand allmählich die «Berührung mit der Außenwelt» und durch die Berührung erst dasjenige, was man in unserem Leben die Empfindung nennt, und durch die Empfindung das «Haften an der Außenwelt». Dadurch aber, daß der Mensch an der Außenwelt zu haften sucht, entsteht Schmerz, Leid, Sorge, Kümmernis.
[ 23 ] Das war es, was der Buddha seinen Schülern von dem inneren Menschen sagte, von einem inneren Menschen, der die Ursache davon ist, daß Schmerz und Leid, Kümmernis und Sorge in der Welt der Menschen ist. Es war eine feinsinnige, eine hohe Theorie, aber eine Theorie, die unmittelbar aus dem Leben hervorquoll, denn ein «Erleuchteter» hatte sie empfunden als eine tiefste Wahrheit über die gegenwärtige Menschheit. Dem, der durch Jahrtausende und aber Jahrtausende als Bodhisattva die Menschheit nach der Lehre des Mitleides und der Liebe geführt hatte, ihm war jetzt, als er zum Buddha geworden war, die eigentliche Natur des Leides in der gegenwärtigen Menschheit aus den Ursachen heraus aufgegangen. Daher konnte er sehen, warum die Menschen leiden, und so setzte er es seinen intimen Schülern auseinander.
[ 23 ] Das war es, was der Buddha seinen Schülern von dem inneren Menschen sagte, von einem inneren Menschen, der die Ursache davon ist, daß Schmerz und Leid, Kümmernis und Sorge in der Welt der Menschen ist. Es war eine feinsinnige, eine hohe Theorie, aber eine Theorie, die unmittelbar aus dem Leben hervorquoll, denn ein «Erleuchteter» hatte sie empfunden als eine tiefste Wahrheit über die gegenwärtige Menschheit. Dem, der durch Jahrtausende und aber Jahrtausende als Bodhisattva die Menschheit nach der Lehre des Mitleides und der Liebe geführt hatte, ihm war jetzt, als er zum Buddha geworden war, die eigentliche Natur des Leides in der gegenwärtigen Menschheit aus den Ursachen heraus aufgegangen. Daher konnte er sehen, warum die Menschen leiden, und so setzte er es seinen intimen Schülern auseinander.
[ 24 ] Und als er so weit war, den Kern des Menschenseins für den gegenwärtigen Menschheitszyklus zu erleben, faßte er das alles zusammen in jener berühmten Predigt, durch welche er seine Wirksamkeit als Buddha eingeleitet hat, in der Predigt von Benares. Da lehrte er in einer populären Weise, was er seinen Schülern vorher in intimerer Weise mitgeteilt hatte: Wer die Ursachen dieses Menschendaseins erkennt, der weiß, daß das Leben, so wie es ist, Leiden enthalten muß, Schmerzen enthalten muß. Die erste Lehre, die ich euch zu geben habe, ist die Lehre von dem Leiden in der Welt. Die zweite Lehre ist die von den Ursachen des Leidens. Worinnen liegen diese Ursachen des Leidens? Sie liegen darinnen, daß sich in den Menschen hineinschleicht das Verlangen, der Durst nach Dasein aus dem, was ihm aus den früheren Inkarnationen geblieben ist. Durst nach Dasein ist die Ursache des Leidens. Die dritte Lehre ist diese: Wie wird das Leiden aus der Welt geschafft? Natürlich wird es dadurch aus der Welt geschafft, daß die Ursache aus der Welt geschafft wird, daß der Durst nach Dasein zum Verlöschen gebracht wird, wie er aus dem Nichtwissen hervorgeht. Denn die Menschen sind aus dem früheren hellsichtigen Wissen zu einem Nichtwissen übergegangen, und dieses Nichtwissen verdeckt ihnen die geistige Welt. Das Nichtwissen ist schuld an dem Durst nach Dasein. Und der Durst nach Dasein ist wiederum die Ursache von Leiden und Schmerzen, von Sorgen und Kümmernissen. Der Durst nach Dasein muß aus der Welt verschwinden, wenn Schmerz und Leid, Kümmernis und Sorge aus der Welt verschwinden sollen. Das alte Wissen ist aus der Welt geschwunden, die Menschen können sich nicht mehr der Organe ihres Ätherleibes bedienen. Aber ein neues Wissen ist dem Menschen möglich, dasjenige Wissen, welches sich der Mensch aneignet, wenn er sich ganz und gar in das versenkt, was ihm sein astralischer Leib geben kann durch seine tiefsten Kräfte, mit Hilfe dessen, was die äußeren Sinnesorgane in der äußeren physischen Welt zu beobachten gestatten. Was aber durch diese Beobachtung im Astralleib in seinen tiefsten Kräften angeregt wird, sich also durch Inanspruchnahme des physischen Leibes, nicht aber aus dieser Inanspruchnahme entwickelt, das allein kann dem Menschen zunächst helfen und ihm ein Wissen geben; denn dieses Wissen ist ihm zunächst beschert. - So etwa sagte der Buddha in seiner großen Weltantrittsrede.
[ 24 ] Und als er so weit war, den Kern des Menschenseins für den gegenwärtigen Menschheitszyklus zu erleben, faßte er das alles zusammen in jener berühmten Predigt, durch welche er seine Wirksamkeit als Buddha eingeleitet hat, in der Predigt von Benares. Da lehrte er in einer populären Weise, was er seinen Schülern vorher in intimerer Weise mitgeteilt hatte: Wer die Ursachen dieses Menschendaseins erkennt, der weiß, daß das Leben, so wie es ist, Leiden enthalten muß, Schmerzen enthalten muß. Die erste Lehre, die ich euch zu geben habe, ist die Lehre von dem Leiden in der Welt. Die zweite Lehre ist die von den Ursachen des Leidens. Worinnen liegen diese Ursachen des Leidens? Sie liegen darinnen, daß sich in den Menschen hineinschleicht das Verlangen, der Durst nach Dasein aus dem, was ihm aus den früheren Inkarnationen geblieben ist. Durst nach Dasein ist die Ursache des Leidens. Die dritte Lehre ist diese: Wie wird das Leiden aus der Welt geschafft? Natürlich wird es dadurch aus der Welt geschafft, daß die Ursache aus der Welt geschafft wird, daß der Durst nach Dasein zum Verlöschen gebracht wird, wie er aus dem Nichtwissen hervorgeht. Denn die Menschen sind aus dem früheren hellsichtigen Wissen zu einem Nichtwissen übergegangen, und dieses Nichtwissen verdeckt ihnen die geistige Welt. Das Nichtwissen ist schuld an dem Durst nach Dasein. Und der Durst nach Dasein ist wiederum die Ursache von Leiden und Schmerzen, von Sorgen und Kümmernissen. Der Durst nach Dasein muß aus der Welt verschwinden, wenn Schmerz und Leid, Kümmernis und Sorge aus der Welt verschwinden sollen. Das alte Wissen ist aus der Welt geschwunden, die Menschen können sich nicht mehr der Organe ihres Ätherleibes bedienen. Aber ein neues Wissen ist dem Menschen möglich, dasjenige Wissen, welches sich der Mensch aneignet, wenn er sich ganz und gar in das versenkt, was ihm sein astralischer Leib geben kann durch seine tiefsten Kräfte, mit Hilfe dessen, was die äußeren Sinnesorgane in der äußeren physischen Welt zu beobachten gestatten. Was aber durch diese Beobachtung im Astralleib in seinen tiefsten Kräften angeregt wird, sich also durch Inanspruchnahme des physischen Leibes, nicht aber aus dieser Inanspruchnahme entwickelt, das allein kann dem Menschen zunächst helfen und ihm ein Wissen geben; denn dieses Wissen ist ihm zunächst beschert. - So etwa sagte der Buddha in seiner großen Weltantrittsrede.
[ 25 ] Also, wollte er sagen, ich muß der Menschheit dasjenige Wissen vermitteln, das erreichbar ist durch die höchste Entfaltung der Kräfte des astralischen Leibes. Daher mußte der Buddha lehren, was der Mensch erlangen kann durch die gewaltige Vertiefung und Versenkung in die Kräfte des astralischen Leibes. Dadurch erlangt er ein Wissen, das ihm jetzt geziemt, das ihm jetzt ermöglicht ist, aber zugleich ein Wissen, das nichts zu tun hat mit den Einflüssen aus früheren Inkarnationen. Ein solches Wissen wollte der Buddha den Menschen geben, welches nichts zu tun hat mit dem, was dunkel und dem Nichtwissen preisgegeben in der Menschenseele als Samskara schlummert, ein Wissen, das man sich aneignen kann, wenn man alle Kräfte, die im astralischen Leibe sind, in einer Inkarnation wachruft.
[ 25 ] Also, wollte er sagen, ich muß der Menschheit dasjenige Wissen vermitteln, das erreichbar ist durch die höchste Entfaltung der Kräfte des astralischen Leibes. Daher mußte der Buddha lehren, was der Mensch erlangen kann durch die gewaltige Vertiefung und Versenkung in die Kräfte des astralischen Leibes. Dadurch erlangt er ein Wissen, das ihm jetzt geziemt, das ihm jetzt ermöglicht ist, aber zugleich ein Wissen, das nichts zu tun hat mit den Einflüssen aus früheren Inkarnationen. Ein solches Wissen wollte der Buddha den Menschen geben, welches nichts zu tun hat mit dem, was dunkel und dem Nichtwissen preisgegeben in der Menschenseele als Samskara schlummert, ein Wissen, das man sich aneignen kann, wenn man alle Kräfte, die im astralischen Leibe sind, in einer Inkarnation wachruft.
[ 26 ] Das ist die Ursache des Leidens in der Welt - sagte Buddha -, daß aus den früheren Inkarnationen etwas zurückgeblieben ist, über das der Mensch nichts weiß. Was er aus den früheren Inkarnationen hat, das ist die Ursache, weshalb sich bei ihm Nichtwissen über die Welt ausbreitet; das ist die Ursache beim Menschen für Leid und Schmerz, für Kümmernis und Sorge. Aber wenn er sich bewußt wird, was in seinem astralischen Leibe für Kräfte liegen, in die er hineindringen kann, dann kann er sich, wenn er will, ein Wissen aneignen, das unabhängig geblieben ist von allem Früheren, ein eigenes Wissen.
[ 26 ] Das ist die Ursache des Leidens in der Welt - sagte Buddha -, daß aus den früheren Inkarnationen etwas zurückgeblieben ist, über das der Mensch nichts weiß. Was er aus den früheren Inkarnationen hat, das ist die Ursache, weshalb sich bei ihm Nichtwissen über die Welt ausbreitet; das ist die Ursache beim Menschen für Leid und Schmerz, für Kümmernis und Sorge. Aber wenn er sich bewußt wird, was in seinem astralischen Leibe für Kräfte liegen, in die er hineindringen kann, dann kann er sich, wenn er will, ein Wissen aneignen, das unabhängig geblieben ist von allem Früheren, ein eigenes Wissen.
[ 27 ] Dieses Wissen wollte der große Buddha den Menschen übermitteln. Und er übermittelte es ihnen in dem sogenannten achtgliedrigen Pfad. Darin will er diejenigen Kräfte angeben, welche der Mensch ausbilden soll, damit er im gegenwärtigen Menschheitszyklus zu einem solchen Wissen kommt, das unbeeinflußt ist von den immer wiederkehrenden Wiedergeburten. So hat der Buddha selbst durch die Kraft, die er erlangt hat, seine Seele erhoben zu dem, was man durch die intensivsten Kräfte des astralischen Leibes erlangen kann; und er wollte in dem achtgliedrigen Pfad der Menschheit den Weg vorzeichnen, wie sie zu einem von dem Samskara unbeeinflußten Wissen kommen kann. Er definierte es so:
[ 27 ] Dieses Wissen wollte der große Buddha den Menschen übermitteln. Und er übermittelte es ihnen in dem sogenannten achtgliedrigen Pfad. Darin will er diejenigen Kräfte angeben, welche der Mensch ausbilden soll, damit er im gegenwärtigen Menschheitszyklus zu einem solchen Wissen kommt, das unbeeinflußt ist von den immer wiederkehrenden Wiedergeburten. So hat der Buddha selbst durch die Kraft, die er erlangt hat, seine Seele erhoben zu dem, was man durch die intensivsten Kräfte des astralischen Leibes erlangen kann; und er wollte in dem achtgliedrigen Pfad der Menschheit den Weg vorzeichnen, wie sie zu einem von dem Samskara unbeeinflußten Wissen kommen kann. Er definierte es so:
[ 28 ] Der Mensch kommt zu einem solchen Wissen über die Welt, wenn er sich eine richtige Meinung über die Dinge aneignet, eine Meinung, die nichts zu tun hat mit Sympathie oder Antipathie oder damit, daß er für sie eingenommen ist, sondern indem er versucht —- rein nach dem, was sich ihm außen darbietet -, nach Kräften über ein jedes Ding die richtige Meinung zu gewinnen. Das ist das erste, die «richtige Meinung» über eine Sache.
[ 28 ] Der Mensch kommt zu einem solchen Wissen über die Welt, wenn er sich eine richtige Meinung über die Dinge aneignet, eine Meinung, die nichts zu tun hat mit Sympathie oder Antipathie oder damit, daß er für sie eingenommen ist, sondern indem er versucht —- rein nach dem, was sich ihm außen darbietet -, nach Kräften über ein jedes Ding die richtige Meinung zu gewinnen. Das ist das erste, die «richtige Meinung» über eine Sache.
[ 29 ] Als zweites ist notwendig, daß man unabhängig werde von dem, was aus den früheren Inkarnationen zurückgeblieben ist, daß wir uns bestreben, nach unserer richtigen Meinung auch zu urteilen, nicht nach irgendwelchen anderen Einflüssen, sondern nur nach dem, was unsere richtige Meinung von einer Sache ist. Also das «richtige Urteilen» ist das zweite, um was es sich handelt.
[ 29 ] Als zweites ist notwendig, daß man unabhängig werde von dem, was aus den früheren Inkarnationen zurückgeblieben ist, daß wir uns bestreben, nach unserer richtigen Meinung auch zu urteilen, nicht nach irgendwelchen anderen Einflüssen, sondern nur nach dem, was unsere richtige Meinung von einer Sache ist. Also das «richtige Urteilen» ist das zweite, um was es sich handelt.
[ 30 ] Das dritte ist, daß wir uns bestreben, wenn wir uns der Welt mitteilen, das auch richtig auszudrücken, was wir mitteilen wollen, was wir richtig meinen und richtig geurteilt haben, daß wir in unsere Worte nichts anderes hineinlegen, als was unsere Meinung ist, und zwar nicht nur in unsere Worte, sondern in alle Äußerungen der menschlichen Wesenheit. Das ist das «richtige Wort» im Sinne Buddhas.
[ 30 ] Das dritte ist, daß wir uns bestreben, wenn wir uns der Welt mitteilen, das auch richtig auszudrücken, was wir mitteilen wollen, was wir richtig meinen und richtig geurteilt haben, daß wir in unsere Worte nichts anderes hineinlegen, als was unsere Meinung ist, und zwar nicht nur in unsere Worte, sondern in alle Äußerungen der menschlichen Wesenheit. Das ist das «richtige Wort» im Sinne Buddhas.
[ 31 ] Als viertes ist notwendig, daß wir uns bestreben, nicht nach unseren Sympathien und Antipathien, nicht nach dem, was dunkel in uns wühlt als Samskara, unsere Taten auszuführen, sondern daß wir dasjenige zur Tat werden lassen, was wir als unsere richtige Meinung, als unser richtiges Urteilen und als richtiges Wort erfaßt haben. Das ist also die richtige Tat, die «richtige Handlungsweise».
[ 31 ] Als viertes ist notwendig, daß wir uns bestreben, nicht nach unseren Sympathien und Antipathien, nicht nach dem, was dunkel in uns wühlt als Samskara, unsere Taten auszuführen, sondern daß wir dasjenige zur Tat werden lassen, was wir als unsere richtige Meinung, als unser richtiges Urteilen und als richtiges Wort erfaßt haben. Das ist also die richtige Tat, die «richtige Handlungsweise».
[ 32 ] Das fünfte, was der Mensch braucht, um sich frei zu machen von dem, was in ihm lebt, das ist, den richtigen Stand, die richtige Lage in der Welt zu gewinnen. Was Buddha damit meinte, können wir uns am besten klarmachen, wenn wir uns sagen: Es gibt so viele Menschen, die mit ihrer Aufgabe in der Welt unzufrieden sind, die meinen, sie könnten besser an diesem oder jenem Platze stehen. Aber der Mensch sollte die Möglichkeit gewinnen, aus der Lage, in die er hineingeboren ist oder in die ihn das Schicksal hineingebracht hat, das Beste herauszuholen, was er herausholen kann, also den besten Standort gewinnen. Wer nicht Befriedigung fühlt in seiner Lage, in der er ist, der wird auch nicht aus dieser Lage die Kraft herausziehen können, die ihn zum richtigen Wirken in der Welt bringt. Das nennt Buddha den «richtigen Standort» gewinnen.
[ 32 ] Das fünfte, was der Mensch braucht, um sich frei zu machen von dem, was in ihm lebt, das ist, den richtigen Stand, die richtige Lage in der Welt zu gewinnen. Was Buddha damit meinte, können wir uns am besten klarmachen, wenn wir uns sagen: Es gibt so viele Menschen, die mit ihrer Aufgabe in der Welt unzufrieden sind, die meinen, sie könnten besser an diesem oder jenem Platze stehen. Aber der Mensch sollte die Möglichkeit gewinnen, aus der Lage, in die er hineingeboren ist oder in die ihn das Schicksal hineingebracht hat, das Beste herauszuholen, was er herausholen kann, also den besten Standort gewinnen. Wer nicht Befriedigung fühlt in seiner Lage, in der er ist, der wird auch nicht aus dieser Lage die Kraft herausziehen können, die ihn zum richtigen Wirken in der Welt bringt. Das nennt Buddha den «richtigen Standort» gewinnen.
[ 33 ] Das sechste ist, daß wir immer mehr und mehr dafür sorgen, daß dasjenige, was wir uns so aneignen durch richtige Meinung, richtiges Urteilen und so weiter, in uns zur Gewohnheit werde. Werden wir in die Welt hineingeboren, so haben wir gewisse Gewohnheiten. Das Kind zeigt diese oder jene Neigung oder Gewohnheit. Der Mensch aber sollte sich bestreben, nicht die Gewohnheiten zu behalten, die aus Samskara ihm kommen, sondern sich jene Gewohnheiten anzueignen, die aus der “richtigen Meinung, dem richtigen Urteil, dem richtigen Wort und so weiter ihm nach und nach ganz zu eigen werden. Das sind die «richtigen Gewohnheiten», die wir uns aneignen sollen.
[ 33 ] Das sechste ist, daß wir immer mehr und mehr dafür sorgen, daß dasjenige, was wir uns so aneignen durch richtige Meinung, richtiges Urteilen und so weiter, in uns zur Gewohnheit werde. Werden wir in die Welt hineingeboren, so haben wir gewisse Gewohnheiten. Das Kind zeigt diese oder jene Neigung oder Gewohnheit. Der Mensch aber sollte sich bestreben, nicht die Gewohnheiten zu behalten, die aus Samskara ihm kommen, sondern sich jene Gewohnheiten anzueignen, die aus der “richtigen Meinung, dem richtigen Urteil, dem richtigen Wort und so weiter ihm nach und nach ganz zu eigen werden. Das sind die «richtigen Gewohnheiten», die wir uns aneignen sollen.
[ 34 ] Das siebente ist, daß wir dadurch Ordnung in unser Leben bringen, daß wir nicht immer das Gestern vergessen, wenn wir heute handeln sollen. Wenn wir jedesmal alle unsere Geschicklichkeiten neu lernen müßten, dann würden wir nie etwas zustande bringen. Der Mensch muß versuchen, über alle Dinge seines Daseins ein Gedenken, ein Gedächtnis zu entwickeln. Er muß immer das verwerten, was er schon gelernt hat, muß die Gegenwart an die Vergangenheit anknüpfen. Also das «richtige Gedächtnis» — so ist es im buddhistischen Sinne gesprochen — hat sich der Mensch auf dem achtgliedrigen Pfade anzueignen.
[ 34 ] Das siebente ist, daß wir dadurch Ordnung in unser Leben bringen, daß wir nicht immer das Gestern vergessen, wenn wir heute handeln sollen. Wenn wir jedesmal alle unsere Geschicklichkeiten neu lernen müßten, dann würden wir nie etwas zustande bringen. Der Mensch muß versuchen, über alle Dinge seines Daseins ein Gedenken, ein Gedächtnis zu entwickeln. Er muß immer das verwerten, was er schon gelernt hat, muß die Gegenwart an die Vergangenheit anknüpfen. Also das «richtige Gedächtnis» — so ist es im buddhistischen Sinne gesprochen — hat sich der Mensch auf dem achtgliedrigen Pfade anzueignen.
[ 35 ] Und das achte ist das, was der Mensch dadurch gewinnt, daß er ohne Vorliebe für diese oder jene Meinung, ohne daß er mitsprechen läßt, was ihm von früheren Inkarnationen geblieben ist, sich rein den Dingen hingibt, sich in sie versenkt und nur die Dinge zu sich sprechen läßt. Das ist die «richtige Beschaulichkeit».
[ 35 ] Und das achte ist das, was der Mensch dadurch gewinnt, daß er ohne Vorliebe für diese oder jene Meinung, ohne daß er mitsprechen läßt, was ihm von früheren Inkarnationen geblieben ist, sich rein den Dingen hingibt, sich in sie versenkt und nur die Dinge zu sich sprechen läßt. Das ist die «richtige Beschaulichkeit».
[ 36 ] Das ist der achtgliedrige Pfad, von dem Buddha seinen Bekennern sagte, daß seine Beachtung dahin führt, allmählich jenen leidbringenden Durst nach Dasein verlöschen zu lassen und der Seele etwas zu bringen, was sie befreit von alledem, was aus den verflossenen Leben kommt und sie zum Sklaven macht. Damit haben wir zugleich etwas von dem ganzen Geist und Ursprung des Buddhismus aufnehmen können. Damit wissen wir aber auch, was es für eine Bedeutung hatte, daß aus dem alten Bodhisattva ein Buddha geworden ist. Wir wissen, daß der alte Bodhisattva alles, was mit seiner Mission zusammenhängt, immer in die Menschheit hat einfließen lassen. Die Menschheit war in den alten Zeiten, bevor der Buddha in die Welt eingetreten ist, nicht imstande, irgendwie auch nur die inneren Kräfte so zu verwenden, daß ein richtiges Wort, ein richtiges Urteil von selbst eingetreten wäre. Dazu mußten Einflüsse von den geistigen Welten auf den Menschen herunterfließen. Die ließ der alte Bodhisattva herunterfließen. Daher war es ein Ereignis einziger Art, als dieser Bodhisattva zum Buddha wurde, der jetzt lehrte, was er in früheren Zeiten in die Menschheit hatte einfließen lassen, das heißt, daß er jetzt einen Leib in die Welt hineinstellte, der aus sich selbst heraus solche Kräfte in sich entwickeln konnte, die früher nur von oben herunterfließen konnten. Als einen ersten Leib dieser Art hat sich der Buddha diesen Leib als Gautama Buddha in die Welt hineingestellt. Damit ist alles, was er früher herunterfließen ließ, einmal dagewesen in der Welt. So etwas aber hat eine große und weittragende Bedeutung für die ganze Erdenentwickelung, wenn das, was von Epoche zu Epoche in die Erde heruntergeflossen ist, einmal in einem Menschen da war, einmal leibhaftig in einem Menschen auf der Erde gewandelt ist. Denn jetzt bildet es eine Kraft, die auf alle Menschen übergehen kann. Und in dem Leibe des Gautama Buddha liegen die Ursachen für alle Zeiten, daß die Menschen bis in alle Zukunft hinein die Kräfte des achtgliedrigen Pfades in sich entwickeln können, so daß der achtgliedrige Pfad Eigentum eines jeden Menschen werden kann. Daß der Buddha da war, das gab den Menschen die Möglichkeit, richtig zu denken, und was nach dieser Richtung geschehen wird, bis die ganze Menschheit sich den achtgliedrigen Pfad angeeignet haben wird, das wird dem Buddha-Dasein verdankt. Was der Buddha in sich hatte, das hat er den Menschen zur geistigen Nahrung hingegeben.
[ 36 ] Das ist der achtgliedrige Pfad, von dem Buddha seinen Bekennern sagte, daß seine Beachtung dahin führt, allmählich jenen leidbringenden Durst nach Dasein verlöschen zu lassen und der Seele etwas zu bringen, was sie befreit von alledem, was aus den verflossenen Leben kommt und sie zum Sklaven macht. Damit haben wir zugleich etwas von dem ganzen Geist und Ursprung des Buddhismus aufnehmen können. Damit wissen wir aber auch, was es für eine Bedeutung hatte, daß aus dem alten Bodhisattva ein Buddha geworden ist. Wir wissen, daß der alte Bodhisattva alles, was mit seiner Mission zusammenhängt, immer in die Menschheit hat einfließen lassen. Die Menschheit war in den alten Zeiten, bevor der Buddha in die Welt eingetreten ist, nicht imstande, irgendwie auch nur die inneren Kräfte so zu verwenden, daß ein richtiges Wort, ein richtiges Urteil von selbst eingetreten wäre. Dazu mußten Einflüsse von den geistigen Welten auf den Menschen herunterfließen. Die ließ der alte Bodhisattva herunterfließen. Daher war es ein Ereignis einziger Art, als dieser Bodhisattva zum Buddha wurde, der jetzt lehrte, was er in früheren Zeiten in die Menschheit hatte einfließen lassen, das heißt, daß er jetzt einen Leib in die Welt hineinstellte, der aus sich selbst heraus solche Kräfte in sich entwickeln konnte, die früher nur von oben herunterfließen konnten. Als einen ersten Leib dieser Art hat sich der Buddha diesen Leib als Gautama Buddha in die Welt hineingestellt. Damit ist alles, was er früher herunterfließen ließ, einmal dagewesen in der Welt. So etwas aber hat eine große und weittragende Bedeutung für die ganze Erdenentwickelung, wenn das, was von Epoche zu Epoche in die Erde heruntergeflossen ist, einmal in einem Menschen da war, einmal leibhaftig in einem Menschen auf der Erde gewandelt ist. Denn jetzt bildet es eine Kraft, die auf alle Menschen übergehen kann. Und in dem Leibe des Gautama Buddha liegen die Ursachen für alle Zeiten, daß die Menschen bis in alle Zukunft hinein die Kräfte des achtgliedrigen Pfades in sich entwickeln können, so daß der achtgliedrige Pfad Eigentum eines jeden Menschen werden kann. Daß der Buddha da war, das gab den Menschen die Möglichkeit, richtig zu denken, und was nach dieser Richtung geschehen wird, bis die ganze Menschheit sich den achtgliedrigen Pfad angeeignet haben wird, das wird dem Buddha-Dasein verdankt. Was der Buddha in sich hatte, das hat er den Menschen zur geistigen Nahrung hingegeben.
[ 37 ] Solche Dinge sieht gemeinhin heute noch keine äußere Wissenschaft. Aber solche großen Dinge aus dem Entwickelungsgange der Menschheit sagen uns oftmals die kindlichsten Märchen und Sagen. Das mußte ich ja schon verschiedentlich betonen, daß weiser und wissenschaftlicher als unsere objektive Wissenschaft oftmals die Märchen und Sagen sind. Die Tiefe der menschlichen Seele empfand immer etwas ganz Besonderes als Wahrheit bei einer solchen Wesenheit wie der eines Bodhisattva. Daß zuerst etwas herunterströmt, was dann nach und nach Eigentum der Menschenseele wird und was dann aus der Menschenseele gleichsam widerstrahlt in den Weltenraum hinaus, das empfanden die Menschen als etwas ganz Besonderes. Und diejenigen, welche das mehr oder weniger dunkel empfinden konnten, sagten sich: Wie die Strahlen der Sonne in den Himmelsraum scheinen, so strahlte einstmals die Kraft des Bodhisattva die Kräfte der Lehre von Mitleid und Liebe auf die Erde herunter, die Kräfte des achtgliedrigen Pfades; dann aber hat der Bodhisattva in einem Menschenleibe Wohnung aufgeschlagen, hat den Menschen hingegeben, was einst sein Eigentum war. Das lebt nun in der Menschheit und strahlt zurück in den Weltenraum, wie das Mondenlicht die Sonnenstrahlen in den Weltenraum zurückstrahlt. Das empfand man immer als etwas besonders Bedeutungsvolles da, wo man märchen- und sagenhaft eine solche Wahrheit ausdrückte. Daher wurde, um diese Wahrheit in bezug auf den Bodhisattva auszudrücken, in den Gegenden, in welchen er aufgetreten ist, ein merkwürdiges Märchen gebildet. Dieses große Ereignis wurde in die folgende einfache Erzählung gekleidet.
[ 37 ] Solche Dinge sieht gemeinhin heute noch keine äußere Wissenschaft. Aber solche großen Dinge aus dem Entwickelungsgange der Menschheit sagen uns oftmals die kindlichsten Märchen und Sagen. Das mußte ich ja schon verschiedentlich betonen, daß weiser und wissenschaftlicher als unsere objektive Wissenschaft oftmals die Märchen und Sagen sind. Die Tiefe der menschlichen Seele empfand immer etwas ganz Besonderes als Wahrheit bei einer solchen Wesenheit wie der eines Bodhisattva. Daß zuerst etwas herunterströmt, was dann nach und nach Eigentum der Menschenseele wird und was dann aus der Menschenseele gleichsam widerstrahlt in den Weltenraum hinaus, das empfanden die Menschen als etwas ganz Besonderes. Und diejenigen, welche das mehr oder weniger dunkel empfinden konnten, sagten sich: Wie die Strahlen der Sonne in den Himmelsraum scheinen, so strahlte einstmals die Kraft des Bodhisattva die Kräfte der Lehre von Mitleid und Liebe auf die Erde herunter, die Kräfte des achtgliedrigen Pfades; dann aber hat der Bodhisattva in einem Menschenleibe Wohnung aufgeschlagen, hat den Menschen hingegeben, was einst sein Eigentum war. Das lebt nun in der Menschheit und strahlt zurück in den Weltenraum, wie das Mondenlicht die Sonnenstrahlen in den Weltenraum zurückstrahlt. Das empfand man immer als etwas besonders Bedeutungsvolles da, wo man märchen- und sagenhaft eine solche Wahrheit ausdrückte. Daher wurde, um diese Wahrheit in bezug auf den Bodhisattva auszudrücken, in den Gegenden, in welchen er aufgetreten ist, ein merkwürdiges Märchen gebildet. Dieses große Ereignis wurde in die folgende einfache Erzählung gekleidet.
[ 38 ] Da lebte einmal der Buddha als Hase, und es war eine Zeit, in welcher die verschiedensten anderen Wesen nach Nahrung suchten, aber alle Nahrung war aufgezehrt. Was der Hase selbst als Nahrung haben konnte, die Vegetabilien, war aber für die Wesenheiten, die Fleischfresser waren, nicht geeignet. Da beschloß der Hase, der eigentlich der Buddha war, als ein Brahmane kam, sich selbst zu opfern und sich als Nahrung hinzugeben. In diesem Augenblicke kam der Gott Shakra; der sah die gewaltige Tat des Hasen. Und ein Bergspalt öffnete sich und nahm den Hasen auf. Nun nahm der Gott eine Tinktur und zeichnete das Bild dieses Hasen auf den Mond. Und seit jener Zeit ist das Bild des Buddha als Hase im Monde zu sehen. —- Im Abendlande spricht man nicht von dem Hasen im Monde, sondern von dem «Mann im Monde».
[ 38 ] Da lebte einmal der Buddha als Hase, und es war eine Zeit, in welcher die verschiedensten anderen Wesen nach Nahrung suchten, aber alle Nahrung war aufgezehrt. Was der Hase selbst als Nahrung haben konnte, die Vegetabilien, war aber für die Wesenheiten, die Fleischfresser waren, nicht geeignet. Da beschloß der Hase, der eigentlich der Buddha war, als ein Brahmane kam, sich selbst zu opfern und sich als Nahrung hinzugeben. In diesem Augenblicke kam der Gott Shakra; der sah die gewaltige Tat des Hasen. Und ein Bergspalt öffnete sich und nahm den Hasen auf. Nun nahm der Gott eine Tinktur und zeichnete das Bild dieses Hasen auf den Mond. Und seit jener Zeit ist das Bild des Buddha als Hase im Monde zu sehen. —- Im Abendlande spricht man nicht von dem Hasen im Monde, sondern von dem «Mann im Monde».
[ 39 ] Aber noch deutlicher heißt es in einem kalmückischen Märchen: Im Monde lebt ein Hase, der dadurch einst hinaufgekommen ist, daß sich der Buddha geopfert hat und der Erdgeist selber das Bild des Hasen in den Mond gezeichnet hat. - Das drückt die große Wahrheit aus, wie der Bodhisattva zum Buddha geworden ist und wie sich der Buddha selbst hingegeben hat, wie er das, was sein Inhalt war, der Menschheit zur Nahrung gab, so daß es jetzt aus den Herzen der Menschen herausstrahlen kann in die Welt.
[ 39 ] Aber noch deutlicher heißt es in einem kalmückischen Märchen: Im Monde lebt ein Hase, der dadurch einst hinaufgekommen ist, daß sich der Buddha geopfert hat und der Erdgeist selber das Bild des Hasen in den Mond gezeichnet hat. - Das drückt die große Wahrheit aus, wie der Bodhisattva zum Buddha geworden ist und wie sich der Buddha selbst hingegeben hat, wie er das, was sein Inhalt war, der Menschheit zur Nahrung gab, so daß es jetzt aus den Herzen der Menschen herausstrahlen kann in die Welt.
[ 40 ] Von einer solchen Wesenheit wie dem Bodhisattva, der zum Buddha geworden ist, haben wir gesagt — und das ist die Lehre aller, die da wissen -: Wenn sie eine solche Stufe durchmacht wie die des Bodhisattva zum Buddha, dann ist das eine letzte Inkarnation auf der Erde, wo das ganze Wesen des Betreffenden aufgeht in einem menschlichen Leibe. Eine solche Inkarnation macht dann ein solches Wesen nicht mehr durch. Daher konnte der Buddha sagen, als er fühlte, was sein gegenwärtiges Dasein bedeutet: Dies ist die letzte der Verkörperungen, es gibt keine andere Verkörperung mehr auf der Erde. - Dennoch wäre es unrichtig, zu glauben, daß sich ein solches Wesen sodann ganz von dem Erdendasein zurückzieht. Es wirkt weiter herein in das Erdendasein. Es tritt zwar nicht unmittelbar in einen physischen Leib herein, aber es nimmt einen andern Leib an - sei er aus astralischer, sei er aus ätherischer Wesenheit gebildet - und wirkt so in die Welt herein. Und die Art, wie es hereinwirkt, nachdem es selbst seine letzte ihm gehörende Inkarnation durchgemacht hat, kann die folgende sein.
[ 40 ] Von einer solchen Wesenheit wie dem Bodhisattva, der zum Buddha geworden ist, haben wir gesagt — und das ist die Lehre aller, die da wissen -: Wenn sie eine solche Stufe durchmacht wie die des Bodhisattva zum Buddha, dann ist das eine letzte Inkarnation auf der Erde, wo das ganze Wesen des Betreffenden aufgeht in einem menschlichen Leibe. Eine solche Inkarnation macht dann ein solches Wesen nicht mehr durch. Daher konnte der Buddha sagen, als er fühlte, was sein gegenwärtiges Dasein bedeutet: Dies ist die letzte der Verkörperungen, es gibt keine andere Verkörperung mehr auf der Erde. - Dennoch wäre es unrichtig, zu glauben, daß sich ein solches Wesen sodann ganz von dem Erdendasein zurückzieht. Es wirkt weiter herein in das Erdendasein. Es tritt zwar nicht unmittelbar in einen physischen Leib herein, aber es nimmt einen andern Leib an - sei er aus astralischer, sei er aus ätherischer Wesenheit gebildet - und wirkt so in die Welt herein. Und die Art, wie es hereinwirkt, nachdem es selbst seine letzte ihm gehörende Inkarnation durchgemacht hat, kann die folgende sein.
[ 41 ] Ein gewöhnlicher Mensch, der aus physischem Leib, Ätherleib, Astralleib und Ich besteht, kann sozusagen von einem solchen Wesen durchdrungen werden..Es kann sich ein solches Wesen, das nicht mehr bis zu einem physischen Leibe heruntersteigt, aber noch einen astralischen Leib hat, hineingliedern in den astralischen Leib eines anderen Menschen. Dann wirkt es in einem solchen Erdenmenschen. Dann kann dieser Mensch eine wichtige Persönlichkeit werden, denn in ihm wirken jetzt die Kräfte einer solchen Wesenheit, welche schon ihre letzte Inkarnation auf der Erde durchgemacht hat. So verbindet sich eine solche astralische Wesenheit mit der astralischen Wesenheit irgendeines Menschen auf der Erde. In der kompliziertesten Art kann eine solche Verbindung geschehen. Als der Buddha in der Form der «himmlischen Heerscharen» den Hirten im Bilde erschien, da war er nicht in einem physischen Leibe, aber er war in einem astralischen Leibe. Einen Leib hatte er angenommen, durch den er doch hineinwirken konnte auf die Erde. Man unterscheidet daher bei einem solchen Wesen, welches nun ein Buddha geworden ist, einen dreifachen Leib:
[ 41 ] Ein gewöhnlicher Mensch, der aus physischem Leib, Ätherleib, Astralleib und Ich besteht, kann sozusagen von einem solchen Wesen durchdrungen werden..Es kann sich ein solches Wesen, das nicht mehr bis zu einem physischen Leibe heruntersteigt, aber noch einen astralischen Leib hat, hineingliedern in den astralischen Leib eines anderen Menschen. Dann wirkt es in einem solchen Erdenmenschen. Dann kann dieser Mensch eine wichtige Persönlichkeit werden, denn in ihm wirken jetzt die Kräfte einer solchen Wesenheit, welche schon ihre letzte Inkarnation auf der Erde durchgemacht hat. So verbindet sich eine solche astralische Wesenheit mit der astralischen Wesenheit irgendeines Menschen auf der Erde. In der kompliziertesten Art kann eine solche Verbindung geschehen. Als der Buddha in der Form der «himmlischen Heerscharen» den Hirten im Bilde erschien, da war er nicht in einem physischen Leibe, aber er war in einem astralischen Leibe. Einen Leib hatte er angenommen, durch den er doch hineinwirken konnte auf die Erde. Man unterscheidet daher bei einem solchen Wesen, welches nun ein Buddha geworden ist, einen dreifachen Leib:
[ 42 ] Erstens denjenigen Leib, den es vor der Buddhaschaft hat, wo es von oben herunterwirkt als Bodhisattva, einen Leib, der nicht alles enthält, wodurch dies Wesen wirken kann; es steht noch in den Höhen oben und ist mit seiner früheren Mission verknüpft wie der frühere Bodhisattva im Buddha, bevor er diese Mission in die Buddha-Mission verwandelt hat. Solange ein solches Wesen in einem solchen Leibe ist, nennt man seinen Leib einen Dharmakaya.
[ 42 ] Erstens denjenigen Leib, den es vor der Buddhaschaft hat, wo es von oben herunterwirkt als Bodhisattva, einen Leib, der nicht alles enthält, wodurch dies Wesen wirken kann; es steht noch in den Höhen oben und ist mit seiner früheren Mission verknüpft wie der frühere Bodhisattva im Buddha, bevor er diese Mission in die Buddha-Mission verwandelt hat. Solange ein solches Wesen in einem solchen Leibe ist, nennt man seinen Leib einen Dharmakaya.
[ 43 ] Zweitens denjenigen Leib, den sich ein solches Wesen bildet, den es an sich hat, und in welchem es alles, was es in sich hat, im physischen Leibe zum Ausdruck bringt; diesen Leib nennt man den «Leib der Vollendung», Sambhogakaya.
[ 43 ] Zweitens denjenigen Leib, den sich ein solches Wesen bildet, den es an sich hat, und in welchem es alles, was es in sich hat, im physischen Leibe zum Ausdruck bringt; diesen Leib nennt man den «Leib der Vollendung», Sambhogakaya.
[ 44 ] Drittens denjenigen Leib,.den ein solches Wesen annimmt, nachdem es durch die Vollendung durchgegangen ist und jetzt in der geschilderten Weise herunterwirken kann; diesen nennt man einen Nirmanakaya.
[ 44 ] Drittens denjenigen Leib,.den ein solches Wesen annimmt, nachdem es durch die Vollendung durchgegangen ist und jetzt in der geschilderten Weise herunterwirken kann; diesen nennt man einen Nirmanakaya.
[ 45 ] Wir können also sagen: Der Nirmanakaya des Buddha erschien den Hirten in der Form der Engelscharen. Da erstrahlte der Buddha in seinem Nirmanakaya und offenbarte sich auf diese Weise den Hirten. Er sollte aber noch weiter den Weg suchen, um in dieser wichtigen Zeit in die palästinensischen Ereignisse hineinzuwirken. Das geschah auf folgende Art.
[ 45 ] Wir können also sagen: Der Nirmanakaya des Buddha erschien den Hirten in der Form der Engelscharen. Da erstrahlte der Buddha in seinem Nirmanakaya und offenbarte sich auf diese Weise den Hirten. Er sollte aber noch weiter den Weg suchen, um in dieser wichtigen Zeit in die palästinensischen Ereignisse hineinzuwirken. Das geschah auf folgende Art.
[ 46 ] Um das zu begreifen, müssen wir uns kurz in dieErinnerung zurückrufen, was wir aus den anthroposophischen Vorträgen vom Wesen des Menschen kennen. Wir wissen, daß wir in der Geisteswissenschaft mehrere «Geburten» unterscheiden. In dem, was man die physische Geburt nennt, streift der Mensch gleichsam die physische Mutterhülle ab. Mit dem siebenten Jahre streift er die ätherische Hülle ab, welche ihn bis dahin, bis zum Zahnwechsel, ebenso umgibt wie bis zur physischen Geburt die physische Mutterhülle; und mit der Geschlechtsreife, also in unserer heutigen Zeit im vierzehnten, fünfzehnten Jahre, streift der Mensch das ab, was er bis dahin wie eine astralische Hülle hat. Daher wird also des Menschen Ätherleib eigentlich erst mit dem siebenten Jahre als ein freier Leib nach außen geboren, und des Menschen astralischer Leib wird geboren mit der Geschlechtsreife; die äußere astralische Hülle wird dann abgestreift.
[ 46 ] Um das zu begreifen, müssen wir uns kurz in dieErinnerung zurückrufen, was wir aus den anthroposophischen Vorträgen vom Wesen des Menschen kennen. Wir wissen, daß wir in der Geisteswissenschaft mehrere «Geburten» unterscheiden. In dem, was man die physische Geburt nennt, streift der Mensch gleichsam die physische Mutterhülle ab. Mit dem siebenten Jahre streift er die ätherische Hülle ab, welche ihn bis dahin, bis zum Zahnwechsel, ebenso umgibt wie bis zur physischen Geburt die physische Mutterhülle; und mit der Geschlechtsreife, also in unserer heutigen Zeit im vierzehnten, fünfzehnten Jahre, streift der Mensch das ab, was er bis dahin wie eine astralische Hülle hat. Daher wird also des Menschen Ätherleib eigentlich erst mit dem siebenten Jahre als ein freier Leib nach außen geboren, und des Menschen astralischer Leib wird geboren mit der Geschlechtsreife; die äußere astralische Hülle wird dann abgestreift.
[ 47 ] Fassen wir jetzt einmal das ins Auge, was da mit der Geschlechtsreife abgestreift wird. In denjenigen Gegenden, in welchen sich das palästinensische Ereignis abspielte, trat dieser Zeitpunkt etwas früher ein, unter normalen Verhältnissen mit dem zwölften Jahre; da wurde also die astralische Mutterhülle abgestreift. Im gewöhnlichen Leben wird diese Hülle abgestreift und der äußeren astralischen Welt übergeben. Bei demjenigen Kinde, das aus der priesterlichen Linie des davidischen Geschlechtes stammte, trat etwas anderes ein. Es wurde mit dem zwölften Jahre die astralische Hülle abgestreift; aber sie löste sich nicht in der allgemeinen astralischen Welt auf, sondern so, wie sie war als schützende astralische Hülle des jungen Knaben mit all den belebenden Kräften, die zwischen der Zeit des Zahnwechsels und der Geschlechtsreife hineingeflossen waren, strömte sie jetzt zusammen mit dem, was sich als der Nirmanakaya des Buddha heruntergesenkt hatte. Was in der Engelschar herunterscheinend erschienen ist, das vereinigte sich mit dem, was bei dem zwölfjährigen Jesusknaben als astralische Hülle sich loslöste, vereinigte sich mit all den jugendlichen Kräften, die einen jugendlich erhalten in der Zeit zwischen dem Zahnwechsel und der Geschlechtsreife. Der Nirmanakaya des Buddha, der das Jesuskind von der Geburt an überstrahlte, wurde eins mit dem, was sich von diesem Kinde bei der Geschlechtsreife als seine jugendliche astralische Mutterhülle loslöste; das nahm er auf, vereinigte sich damit und dadurch verjüngte er sich. Und durch diese Verjüngung war es möglich, daß dasjenige, was er früher der Welt gegeben hatte, jetzt wiedererscheinen konnte in dem Jesuskinde wie in einer kindlichen Einfalt. Damit hat dieses Kind die Möglichkeit aufgenommen, kindlich zu reden über die hohen Lehren vom Mitleid und der Liebe, die wir heute in dieser Komplikation dargestellt haben. Damals bei der Darstellung des Jesus im Tempel redete der Knabe deshalb so, daß seine Umgebung überrascht war, weil ihn umschwebte der Nirmanakaya des Buddha, aufgefrischt wie aus einem Jungbrunnen von der astralischen Mutterhülle des Knaben. | Das ist etwas, was der Geistesforscher wissen kann und was der Schreiber des Lukas-Evangeliums hineingeheimnißt hat in die merkwürdige Szene des zwölfjährigen Jesus im Tempel, wo er plötzlich ein anderer wird. Darum wird im Lukas-Evangelium der Buddhismus in einer für die kindlichste Einfalt verständlichen Weise gelehrt. Das müssen wir begreifen. Dann wissen wir, warum der Knabe nicht mehr so spricht, wie er früher gesprochen hat. So wie er früher gesprochen hat, so spricht jetzt um diese Zeit derjenige, der als der König Kanishka im alten Indien drüben eine Synode zusammenruft und dort den alten Buddhismus als orthodoxe Lehre verkündigen läßt. Aber der Buddha war inzwischen selber fortgeschritten. Er hatte die Kräfte der astralischen Mutterhülle des Jesuskindes aufgenommen, und dadurch ist er fähig geworden, in einer neuen Art zu sprechen zu den Gemütern der Menschen. |
[ 47 ] Fassen wir jetzt einmal das ins Auge, was da mit der Geschlechtsreife abgestreift wird. In denjenigen Gegenden, in welchen sich das palästinensische Ereignis abspielte, trat dieser Zeitpunkt etwas früher ein, unter normalen Verhältnissen mit dem zwölften Jahre; da wurde also die astralische Mutterhülle abgestreift. Im gewöhnlichen Leben wird diese Hülle abgestreift und der äußeren astralischen Welt übergeben. Bei demjenigen Kinde, das aus der priesterlichen Linie des davidischen Geschlechtes stammte, trat etwas anderes ein. Es wurde mit dem zwölften Jahre die astralische Hülle abgestreift; aber sie löste sich nicht in der allgemeinen astralischen Welt auf, sondern so, wie sie war als schützende astralische Hülle des jungen Knaben mit all den belebenden Kräften, die zwischen der Zeit des Zahnwechsels und der Geschlechtsreife hineingeflossen waren, strömte sie jetzt zusammen mit dem, was sich als der Nirmanakaya des Buddha heruntergesenkt hatte. Was in der Engelschar herunterscheinend erschienen ist, das vereinigte sich mit dem, was bei dem zwölfjährigen Jesusknaben als astralische Hülle sich loslöste, vereinigte sich mit all den jugendlichen Kräften, die einen jugendlich erhalten in der Zeit zwischen dem Zahnwechsel und der Geschlechtsreife. Der Nirmanakaya des Buddha, der das Jesuskind von der Geburt an überstrahlte, wurde eins mit dem, was sich von diesem Kinde bei der Geschlechtsreife als seine jugendliche astralische Mutterhülle loslöste; das nahm er auf, vereinigte sich damit und dadurch verjüngte er sich. Und durch diese Verjüngung war es möglich, daß dasjenige, was er früher der Welt gegeben hatte, jetzt wiedererscheinen konnte in dem Jesuskinde wie in einer kindlichen Einfalt. Damit hat dieses Kind die Möglichkeit aufgenommen, kindlich zu reden über die hohen Lehren vom Mitleid und der Liebe, die wir heute in dieser Komplikation dargestellt haben. Damals bei der Darstellung des Jesus im Tempel redete der Knabe deshalb so, daß seine Umgebung überrascht war, weil ihn umschwebte der Nirmanakaya des Buddha, aufgefrischt wie aus einem Jungbrunnen von der astralischen Mutterhülle des Knaben. | Das ist etwas, was der Geistesforscher wissen kann und was der Schreiber des Lukas-Evangeliums hineingeheimnißt hat in die merkwürdige Szene des zwölfjährigen Jesus im Tempel, wo er plötzlich ein anderer wird. Darum wird im Lukas-Evangelium der Buddhismus in einer für die kindlichste Einfalt verständlichen Weise gelehrt. Das müssen wir begreifen. Dann wissen wir, warum der Knabe nicht mehr so spricht, wie er früher gesprochen hat. So wie er früher gesprochen hat, so spricht jetzt um diese Zeit derjenige, der als der König Kanishka im alten Indien drüben eine Synode zusammenruft und dort den alten Buddhismus als orthodoxe Lehre verkündigen läßt. Aber der Buddha war inzwischen selber fortgeschritten. Er hatte die Kräfte der astralischen Mutterhülle des Jesuskindes aufgenommen, und dadurch ist er fähig geworden, in einer neuen Art zu sprechen zu den Gemütern der Menschen. |
[ 48 ] So enthält das Lukas-Evangelium den Buddhismus in einer neuen Gestalt wie aus einem Jungbrunnen heraus, und daher spricht es die Religion des Mitleides und der Liebe für die einfältigsten Gemüter in einer selbstverständlichen Form aus. Wir können es lesen. Das hat der Schreiber des Lukas-Evangeliums in dasselbe hineingeheimnifßt. Es liegt aber noch mehr darinnen. Nur ein Teil dessen, was in dieser Szene der Darstellung im Tempel enthalten ist, konnte heute geschildert werden, und wir werden noch tiefer in die Untergründe dieses Geheimnisses hineinzuleuchten haben; dann wird uns auch noch ein Licht fallen auf die früheren wie auch auf die späteren Zeiten des Lebens des Jesus von Nazareth.
[ 48 ] So enthält das Lukas-Evangelium den Buddhismus in einer neuen Gestalt wie aus einem Jungbrunnen heraus, und daher spricht es die Religion des Mitleides und der Liebe für die einfältigsten Gemüter in einer selbstverständlichen Form aus. Wir können es lesen. Das hat der Schreiber des Lukas-Evangeliums in dasselbe hineingeheimnifßt. Es liegt aber noch mehr darinnen. Nur ein Teil dessen, was in dieser Szene der Darstellung im Tempel enthalten ist, konnte heute geschildert werden, und wir werden noch tiefer in die Untergründe dieses Geheimnisses hineinzuleuchten haben; dann wird uns auch noch ein Licht fallen auf die früheren wie auch auf die späteren Zeiten des Lebens des Jesus von Nazareth.
