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The Rudolf Steiner Archive

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The Deeper Mysteries of Human Development
in the Light of the Gospels
GA 117

14 November 1909, Stuttgart

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The Deeper Mysteries of Human Development, tr. SOL
  1. Die Tieferen Geheimnisse des Menschheitswerdens, 3rd ed.

7. Die Evangelien

7. The Gospels

[ 1 ] Wir werden heute einiges aus dem Gebiete derjenigen Themen besprechen, die jetzt in unserer gegenwärtigen Entwickelung der spirituellen Bewegung innerhalb Deutschlands eine gewisse Rolle gespielt haben. Sie wissen es ja und haben es zum Teil mitgemacht, daß wir besprochen haben die verschiedenen geisteswissenschaftlichen Wahrheiten und Erkenntnisse in Anlehnung an die Evangelien. Es ist besprochen worden an den verschiedensten Orten dasjenige, was man sagen kann in Anknüpfung an das Johannes-Evangelium; es ist dann besprochen worden, was gesagt werden kann in Anknüpfung an das Lukas-Evangelium. Nun haben allerdings nicht alle von Ihnen diese Dinge gehört. Es soll auch heute nicht in dem Sinne gesprochen werden, daß etwas vorausgesetzt wird von dem, was da gesagt worden ist, sondern es soll nur vor Ihnen einiges aus dem Gesamtgebiete dieses geisteswissenschaftlichen Feldes erwähnt werden, das für alle wichtig sein muß.

[ 1 ] Today we will discuss a number of topics that have played a certain role in the current development of the spiritual movement within Germany. As you know—and as some of you have experienced firsthand—we have been discussing the various spiritual-scientific truths and insights in connection with the Gospels. What can be said in connection with the Gospel of John has been discussed in various places; what can be said in connection with the Gospel of Luke has also been discussed. However, not all of you have heard these things. Nor is the intention today to speak in a way that presupposes knowledge of what has been said previously; rather, the aim is simply to mention before you a few points from the broader scope of this spiritual-scientific field that must be of importance to everyone.

[ 2 ] Das ist oftmals auch hier in Stuttgart schon erwähnt worden, daß das Christentum, und alles, was damit zusammenhängt, einen tiefen Einschnitt gemacht hat in die Gesamtentwickelung der Menschheit und daß man sozusagen das, was heute um uns herum geschieht, was die menschliche Seele heute durcherleben kann, nicht gut verstehen kann, ohne die ganze Bedeutung des Christus-Ereignisses innerhalb unserer Erdengeschichte ins Auge zu fassen. Für jede einzelne Menschenseele ist es von unendlicher Wichtigkeit, gerade die Bedeutung dieses Ereignisses kennenzulernen.

[ 2 ] It has often been mentioned here in Stuttgart that Christianity, and everything connected with it, has had a profound impact on the overall development of humanity, and that one cannot truly understand what is happening around us today—what the human soul is experiencing today—without taking into account the full significance of the Christ event within our Earth’s history. For every single human soul, it is of infinite importance to come to know the very significance of this event.

[ 3 ] Nun wissen Sie ja, daß dieses Christus-Ereignis für die Menschen geschildert wird in vier Urkunden, in den sogenannten vier Evangelien. Diese vier Urkunden, Sie kennen sie alle und haben sie in der verschiedensten Weise gewiß verfolgt. Diesen vier Urkunden, dem Evangelium nach Matthäus, dem Evangelium nach Markus, dem Evangelium nach Lukas und dem Evangelium nach Johannes ist es in der verschiedensten Weise ergangen im Laufe der Menschheitsentwickelung seit der Begründung des Christentums. Große Umwandlungen hat erfahren das Urteil und die Stellung des Menschen zu diesen vier Urkunden. Wenn wir uns zunächst fragen, wie dem heutigen Menschen, selbst dem heutigen Theologen, diese vier Urkunden erscheinen, so liegt die Antwort ziemlich nahe. Man sagt sich: Da haben wir zunächst einmal die drei Urkunden der Matthäus-, Markusund Lukas-Evangelien. Sie stimmen wenigstens — so ist das heutige allgemeine Urteil - in einigem überein. Aber ganz verschieden von diesen drei Urkunden ist die vierte, das Johannes-Evangelium. - Dieses Johannes-Evangelium wirkt zunächst auf den Menschen so, daß er sich sagt: Wenn man die drei ersten Evangelien nimmt als historische Urkunden, als Schilderungen des Lebens des Christus Jesus, so widerspricht die vierte Urkunde so wesentlich den drei ersten, daß man diese vierte nicht als eine Schilderung nehmen könnte, die den historischen Tatsachen entspricht. - So besteht die Meinung, als ob diese vierte Urkunde nur wäre eine Schrift, herausentsprungen aus dem Bekenntnis eines treu der Sendung des Christus Jesus ergebenen Mannes, eine Art Hymnus, entquollen dem Herzen, um in begeisterter Art auszudrücken, was der Schilderer zu sagen hatte. Die drei andern Evangelien nennt man auch die kanonischen, weil man versucht, eine Art historischen Bildes zu geben und weil man glaubt, daß diese in einer gewissen Weise wiedergeben die historischen Tatsachen. Wenn man sich aber an Widersprüche, die der äußere, an die physischen Verhältnisse gebundene Verstand sucht, halten will, so bieten wahrhaftig die drei ersten Evangelien auch solche Widersprüche dar. Denn sollten es keine Widersprüche sein, daß im Evangelium des Matthäus erzählt wird von einer Geburt des Jesus in Bethlehem, erzählt wird von einer Flucht nach Ägypten, von dem Erscheinen der Magier aus dem Morgenlande, daß dagegen erzählt wird im Evangelium des Lukas von einer Reise nach Bethlehem, aber vollständig verschwiegen wird, was im Matthäus-Evangelium erzählt wird von den Magiern, daß da verschwiegen wird die Flucht nach Ägypten und so weiter? Auf die Einzelheiten der drei Wirkensjahre des Christus Jesus wollen wir dabei gar nicht eingehen. Widerspruch auf Widerspruch könnten wir da finden.

[ 3 ] Now, as you know, this event of Christ is described for humanity in four texts, the so-called four Gospels. You are familiar with all four of these texts and have certainly engaged with them in a variety of ways. These four documents—the Gospel according to Matthew, the Gospel according to Mark, the Gospel according to Luke, and the Gospel according to John—have fared in various ways throughout the course of human development since the founding of Christianity. The judgment and attitude of people toward these four documents have undergone great changes. If we first ask ourselves how these four documents appear to people today—even to today’s theologians—the answer is quite obvious. One says to oneself: First of all, we have the three documents of the Gospels of Matthew, Mark, and Luke. They at least—so goes the general judgment today—agree on certain points. But quite different from these three documents is the fourth, the Gospel of John. - At first glance, the Gospel of John strikes people in such a way that they say to themselves: If one regards the first three Gospels as historical documents, as accounts of the life of Jesus Christ, then the fourth Gospel contradicts the first three so fundamentally that one could not regard this fourth as an account that corresponds to historical facts. - Thus, the view prevails that this fourth document is merely a text springing from the testimony of a man deeply devoted to the mission of Jesus Christ—a kind of hymn flowing from the heart to express, in an enthusiastic manner, what the author had to say. The other three Gospels are also called the canonical ones because they attempt to provide a kind of historical picture and because it is believed that they, in a certain way, reflect historical facts. However, if one insists on looking for contradictions that the external mind, bound to physical circumstances, seeks, then the first three Gospels truly present such contradictions as well. For are they not contradictions that the Gospel of Matthew tells of Jesus’ birth in Bethlehem, of a flight to Egypt, of the appearance of the Magi from the East, whereas the Gospel of Luke tells of a journey to Bethlehem, but completely omits what is told in the Gospel of Matthew about the Magi, that the flight to Egypt is omitted there, and so on? We shall not even go into the details of the three years of Christ Jesus’ ministry. We could find contradiction upon contradiction there.

[ 4 ] Nun könnte man die Frage aufwerfen: Wie liegt denn eigentlich die Entwickelung des Urteils über die Evangelien im Laufe der christlichen Zeiten? War das immer so, daß die Menschen die Evangelien angesehen haben und darinnen vor allen Dingen die Widersprüche gesehen haben? - Wir müssen uns klar sein darüber, wie diese Entwickelung des Urteils über die Evangelien vor sich gegangen ist. Daß die Menschen die Evangelien so zur Hand haben wie heute, das ist ja noch nicht lange her. Verbreitet innerhalb der allgemeinen Menschheit sind die Evangelien erst kurze Zeit. Vor der Erfindung der Buchdruckerkunst waren die Evangelien im Grunde nur in den Händen weniger Menschen und wahrhaftig nicht der unverständigsten, sondern derjenigen Menschen, die sich in der allergelehrtesten Weise damit befaßt haben, die eine Angelegenheit ihres Lebens daraus gemacht haben. Und es ist nicht so, daß da etwa immer mehr und mehr, je weiter wir in der Zeit rückwärtsgehen, die Leute gesagt hätten: Da sind Widersprüche -, sondern das gerade Gegenteil ist wahr. Je weiter wir zurückgehen, desto mehr zeigt sich, daß diese Widersprüche nicht empfunden werden, daß man die vier Evangelien nebeneinander gehabt und nicht die Widersprüche gesehen hat. Die ganze Stimmung, die die Leute gehabt haben gegenüber den Evangelien, war in den ersten christlichen Jahrhunderten ganz anders. Wollten wir diese Stimmung charakterisieren, dann müßten wir sagen, daß die Menschen der ersten christlichen Jahrhunderte erfüllt waren von einer ungeheuren Ehrfurcht gegenüber dem, was geschildert wird in den Evangelien. Durchdrungen war diese ganze Stimmung von einem Hinaufschauen zu der großen Gestalt des Christus Jesus.

[ 4 ] Now one might ask: How has the perception of the Gospels actually evolved over the course of Christian history? Has it always been the case that people have looked at the Gospels and seen contradictions in them above all else? — We need to be clear about how this evolution in the perception of the Gospels has taken place. It has not been long since people have had the Gospels at their fingertips as they do today. The Gospels have only been widely available to the general public for a short time. Before the invention of the printing press, the Gospels were essentially in the hands of only a few people—and certainly not the least educated, but rather those who had engaged with them in the most scholarly manner, who had made them a matter of their lives. And it is not the case that, the further back in time we go, the more and more people would have said: ‘There are contradictions’—but the exact opposite is true. The further back we go, the more it becomes clear that these contradictions were not perceived, that people had the four Gospels side by side and did not see the contradictions. The whole attitude people had toward the Gospels was quite different in the first Christian centuries. If we were to characterize this attitude, we would have to say that the people of the first Christian centuries were filled with an immense reverence for what is described in the Gospels. This entire atmosphere was permeated by a looking up to the great figure of Christ Jesus.

[ 5 ] Wie hat man nun die Evangelien empfunden? Wie hat man so etwas empfunden, daß im Evangelium des Matthäus etwas anderes erzählt wird als etwa im Evangelium des Lukas? So ähnlich hat man empfunden, wie wenn heute - ich habe den Vergleich schon gebraucht in den verschiedenen Vorträgen, die da und dort gehalten worden sind -, wie wenn jemand einen Baum von einer Seite photographiert. Eine solche Photographie gibt eine Ansicht des Baumes. Wenn man damit unter die Leute ginge und wollte nach ihr eine Vorstellung des Baumes erzeugen, so wäre diese Vorstellung höchst einseitig. Und man könnte schon mehr hoffen, eine richtige Vorstellung von dem Baum zu erwecken, wenn man ihn von vier Seiten photographierte. Dann würde man vier Bilder des einen Baumes zeigen. Diese würden sehr wenig miteinander übereinstimmen, sie würden sehr verschieden sein. Dennoch würde kein Mensch die Empfindung haben, daß es nicht sein könnte, daß diese vier Photographien die Bilder eines einzigen Baumes wären. Es würde ein jeder sagen: Dadurch kann ich mir erst einigermaßen ein vollständiges Bild des Baumes machen, daß ich ihn von vier Seiten geschildert habe. - So ungefähr haben die Leute in den ersten christlichen Jahrhunderten empfunden gegenüber den Evangelien. Sie haben gesagt: Das ganze große Ereignis ist eben geschildert von vier Seiten aus, und wir bekommen ein vollständiges Bild von ihm, wenn wir wirklich diese vier Schilderungen zusammennehmen und uns dadurch sozusagen eine Gesamtansicht machen. Nur müssen wir uns dann klar sein darüber, wie eigentlich diese vier Seitenschilderungen sich zueinander verhalten. Es ist in der Tat das große Ereignis von vier verschiedenen Gesichtspunkten aus geschildert. Will man verstehen, was der einzelne Standpunkt schildert, so muß man sich folgendes einmal klarmachen.

[ 5 ] How, then, were the Gospels perceived? How did people feel about the fact that the Gospel of Matthew tells a different story than, say, the Gospel of Luke? They felt much the same way as if today—I have already used this comparison in various lectures given here and there—as if someone were photographing a tree from one side. Such a photograph provides a view of the tree. If one were to show it to people and try to create an impression of the tree based on it, that impression would be highly one-sided. And one could hope to evoke a more accurate impression of the tree if one photographed it from four sides. Then one would show four images of the same tree. These would correspond very little with one another; they would be very different. Nevertheless, no one would have the impression that it could not be that these four photographs were images of a single tree. Everyone would say: Only by depicting it from four sides can I form a somewhat complete picture of the tree. - This is roughly how people in the early Christian centuries felt about the Gospels. They said: The entire great event is described from four different perspectives, and we get a complete picture of it when we truly take these four descriptions together and thereby form, so to speak, an overall view. We must, however, be clear about how these four descriptions actually relate to one another. It is indeed the great event described from four different perspectives. If one wants to understand what each individual perspective describes, one must first clarify the following:

[ 6 ] Wir haben vor uns eine gewaltige Individualität, den Christus Jesus, eine Individualität, von der wir wissen aus den Schilderungen, die wir hier schon gegeben haben, daß sie aus der geistigen Welt heruntergestiegen ist und erschienen ist in Palästina im Beginne unserer Zeitrechnung. Was da als eine Individualität auf die Erde gekommen ist, nimmt sich nun so aus wie ein großes, umfassendes Ideal für jeden einzelnen Menschen. Der einzelne Mensch strebt sozusagen hinauf, indem er in unendlicher Ferne über sich ahnt jene Vollkommenheit in einer Individualität, die in dem Christus Jesus ausgedrückt ist, und strebt diesem Ideal nach. Nun sieht der Mensch zunächst dasjenige, was er als sein Streben ansehen kann, in intellektueller, in moralischer Beziehung und so weiter. Aber er sieht noch mehr, wenn er eintritt in das, was wir die geisteswissenschaftliche Bewegung nennen. Da sieht er die Entwickelung in die geistige Welt hinein. Er weiß, daß der Mensch hinauswachsen kann über sein gewöhnliches Selbst, daß er zum Schauen in die geistige Welt hineinwachsen kann, daß er seine geistigen Sinne entwickeln kann, um hinaufzuleben in die geistige Welt. Das erkennt der Mensch. In der Abhandlung «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» haben Sie eine Seite dieses Hinauflebens, des Eintretens in die geistigen Welten ein wenig geschildert, da haben Sie namentlich das geschildert, was man nennt «Spaltung der Persönlichkeit». Wenn der Mensch sich geistig entwickelt, so daß er nach und nach hineinwächst in die geistigen Welten, selbst zum Seher wird, so tritt in der Tat etwas Ähnliches ein wie eine Art Spaltung der Persönlichkeit. In der Persönlichkeit sind zunächst drei Kräfte ausgedrückt: Denken, Fühlen und Wollen. Diese drei Kräfte sind beim gewöhnlichen Menschen sozusagen vereinigt; sie wirken zusammen, das Denken, Fühlen und Wollen. Sie gehen hinaus auf die Wiese, sehen eine Blume, das heißt, Sie haben eine Vorstellung der Blume; Sie haben gedacht. Die Blume gefällt Ihnen; Sie nennen sie schön, das heißt, Sie haben gefühlt. Mit dem Denken hat sich ein Gefühl verbunden. Sie pflücken die Blume ab und bringen sie nach Hause, das heißt, Sie haben sie begehrt. Und so verfließt eigentlich das gesamte äußere Leben des Menschen. Er stellt vor, denkt, fühlt und will, und die dreie gehen ineinander. Die Vorstellung ruft hervor das Gefühl, dieses das Wollen oder Verabscheuen und dergleichen. Wenn der Mensch sich nun hinaufentwickelt in die höheren Welten, sich zur Hellsichtigkeit, zur Teilnahme an den geistigen Welten entwickelt, dann findet eine Spaltung dieser drei Kräfte statt. Bei demjenigen, der auf einer gewissen Stufe des hellsichtigen Bewußtseins angelangt ist, ruft nicht jeder Gedanke ein Gefühl hervor, sondern der Gedanke tritt isoliert auf, und das Gefühl kann isoliert auftreten und das Wollen kann isoliert auftreten. Und der Mensch muß gerade deshalb, weil er sozusagen dann in drei Wesen geteilt ist - während Denken, Fühlen und Wollen sonst nur Kräfte sind in seiner Seele -, der Mensch muß um so stärker werden in seiner Individualität. Er muß nicht nur drei Kräfte dann ausgleichen, sondern Herr werden über drei Wesen, über ein wollendes Wesen, über ein fühlendes Wesen, über ein denkendes Wesen. Anführer muß er sein einer Schar dieser drei Wesenheiten. Ordnung muß er machen; er muß sie beherrschen, sonst tritt das ein, was von Übel wäre: daß das Wollen ihn nach der einen Seite zerrt und das Denken nach der andern, und er ist dann wirklich gespalten und findet sich nicht mehr zurecht. Daher muß der Mensch in sich erstarken, kräftig werden, so daß er Herrscher sein kann in den Wesenheiten, die aus seinen Seelenkräften geworden sind. Wenn der Mensch sich also hinaufentwickelt in die höheren Welten, so spaltet er sich sozusagen in drei verschiedene Wesenheiten. Wenn die Wesenheiten uns von oben entgegenkommen aus den geistigen Welten und man sieht sie in ihrer eigentlichen Wesenheit, die man nur erkennen kann durch geistiges Anschauen, dann treten sie von vornherein scharf abgetrennt auf als denkende Wesen, wollende Wesen und fühlende Wesen. Das sind sie, wozu der Mensch sie hinaufentwickelt.

[ 6 ] Before us stands a mighty Individuality, Christ Jesus—an Individuality about whom we know, from the descriptions we have already given here, that He descended from the spiritual world and appeared in Palestine at the beginning of our era. What came to Earth as an Individuality now appears as a great, all-encompassing ideal for every single human being. The individual human being strives upward, so to speak, by sensing in infinite distance above himself that perfection in an individuality expressed in Christ Jesus, and strives toward this ideal. Now, at first, the human being sees what he can regard as his striving in intellectual, moral, and other respects. But they see even more when they enter into what we call the spiritual science movement. There they see the development into the spiritual world. They know that human beings can grow beyond their ordinary selves, that they can grow to be able to see into the spiritual world, that they can develop their spiritual senses in order to live their way up into the spiritual world. Human beings recognize this. In the essay “How Does One Attain Knowledge of the Higher Worlds?”, you have described one aspect of this ascent, of entering the spiritual worlds, and in particular you have described what is called “splitting of the personality.” When a person develops spiritually so that they gradually grow into the spiritual worlds and become a seer themselves, something akin to a kind of split personality does indeed occur. Three forces are initially expressed in the personality: thinking, feeling, and willing. In the ordinary person, these three forces are, so to speak, united; they work together—thinking, feeling, and willing. You go out into the meadow, see a flower—that is, you have an image of the flower; you have thought. You like the flower; you call it beautiful—that is, you have felt. A feeling has joined with the thinking. You pick the flower and bring it home—that is, you have desired it. And this is how the entire outer life of a human being actually unfolds. They imagine, think, feel, and will, and the three intertwine. The image evokes the feeling, which in turn evokes the will or aversion and the like. When a human being now develops upward into the higher worlds, developing toward clairvoyance and participation in the spiritual worlds, a separation of these three forces takes place. In one who has reached a certain stage of clairvoyant consciousness, not every thought evokes a feeling; rather, the thought occurs in isolation, and the feeling can occur in isolation, and the will can occur in isolation. And precisely because the human being is then, so to speak, divided into three beings—while thinking, feeling, and willing are otherwise merely forces within the soul—the human being must become all the stronger in their individuality. They must not only balance these three forces, but also become master of three beings: a willing being, a feeling being, and a thinking being. He must be the leader of a host of these three beings. He must bring order; he must master them, otherwise what would be evil will occur: that the will drags him in one direction and the thinking in another, and he is then truly split and can no longer find his way. Therefore, the human being must grow stronger within, become powerful, so that he can be a ruler over the entities that have arisen from his soul forces. Thus, when the human being develops upward into the higher worlds, he splits, so to speak, into three distinct entities. When these entities come to meet us from above out of the spiritual worlds, and one sees them in their true nature—which can only be perceived through spiritual vision—they appear from the outset as sharply distinct: as thinking beings, willing beings, and feeling beings. This is what they are, what the human being has developed them into.

[ 7 ] Insbesondere war das der Fall bei derjenigen großen Individualität, die als der Christus zu uns gekommen ist. Daher haben sich diejenigen, die den Christus zuerst geschildert haben, gesagt: Den Christus kann man nicht schildern, indem man nur einen einzigen Gesichtspunkt auswählt; man muß ihn schildern so, wie man zunächst ein denkendes, weisheiterfülltes Wesen sieht, dann, wie man ein wollendes Wesen sieht, und dann, wie man ein fühlendes Wesen sieht. Man muß ihn schildern vom Standpunkt der Weisheit, vom Standpunkt des Wollens, vom Standpunkt des Fühlens aus. So muß man schildern, haben die Leute gesagt. Und dazu waren sie ganz besonders vorbereitet durch die ganze Erziehung, welche in alten Zeiten üblich war. Wenn ein Mensch überhaupt hat entwickelt werden sollen in die höheren Welten hinauf - heute ist für die ersten Stufen der Erlangung höherer Erkenntnisse etwas anderes notwendig; in alten Zeiten wurde etwas anders zu Werke gegangen -, wenn jemand reif war, hinaufgeführt zu werden, sozusagen zum Bürger der geistigen Welten gemacht zu werden, so hat man gesagt: Nun ja, der ist reif, hinaufgeführt zu werden in die höheren Welten. Sehen wir ihn aber genauer an! Sollen wir besonders in ihm entwickeln die Weisheit oder die Denkkräfte oder das Wollen?

[ 7 ] This was particularly true of that great individual who came to us as the Christ. That is why those who first described the Christ said to themselves: One cannot describe the Christ by choosing just a single point of view; one must describe him first as a thinking, wisdom-filled being, then as a willing being, and then as a feeling being. One must describe him from the standpoint of wisdom, from the standpoint of the will, and from the standpoint of feeling. That is how one must describe him, people said. And for this they were particularly well-prepared by the entire education that was customary in ancient times. If a person was to be developed at all to ascend into the higher worlds—today something else is necessary for the first stages of attaining higher knowledge; in ancient times a different approach was taken—if someone was ripe to be led upward, so to speak, to be made a citizen of the spiritual worlds, then it was said: Well, he is ready to be led up into the higher worlds. But let us look at him more closely! Should we develop wisdom, or the powers of thought, or the will in him in particular?

[ 8 ] Man hat in alten Geheimschulen nicht alle Kräfte gleichmäßig entwickelt, sondern hat sich, je nach dem Karma des Betreffenden, bei dem einen darauf verlegt, das Denken in die Hellsichtigkeit hinaufzuentwickeln, beim andern das Fühlen zum Hellfühlen, beim dritten das Wollen zu magischer Kraft. Daher hat man in alten Geheimschulen drei Klassen gehabt von entwickelten Fähigkeiten, solche Schüler, bei denen entwickelt war besonders die Fähigkeit, durchleuchtet zu sehen weisheitsvoll die geistige Welt - das waren diejenigen Menschen in den Mysterien, die man gefragt hat, wenn man hat wissen wollen, wie die Tatsachen in den höheren Welten sind und gesetzmäßig zusammenhängen. Wenn wir heute mit einem trivialen Ausdruck sprechen wollen, so können wir sagen, das waren die Fachleute des Erkennens innerhalb der Mysterien. Dann gab es eine andere Klasse von Eingeweihten. Bei denen war besonders das Fühlen ausgebildet. Damit dieses Fühlen besonders ausgebildet werden konnte, sah man ab von der Ausbildung des Erkennens und des Wollens bei ihnen und bildete das Fühlen für sich aus. Wenn das Fühlen besonders ausgebildet wird in einem Menschen, dann wird er dadurch zu demjenigen, was heute fast gar nicht mehr bekannt ist: er wird zum Heiler, zum Arzt. Denn der Arzt hatte in alten Zeiten viel mehr eine von den Gefühlssphären ausgehende geistige Wirkung ausgeübt und die empfängliche Seele geheilt auf dem Wege des entwickelteren Fühlens als heute. Dieses war die zweite Klasse der Eingeweihten. Sie hatten das Fühlen ausgebildet bis zur höchsten Opferwilligkeit, bis zur Hingabe aller Kräfte, die sie in sich hatten. Man teilte sich eben in der Arbeit. Wollte man wissen, was irgend jemandem fehlte, dann ging man zu denen, die die Weisheit ausgebildet hatten. Die stellten fest, was fehlt und was zu tun ist. Dann kamen diejenigen, die nicht sagen konnten, was dem Kranken fehlte, weil bei ihnen die Fähigkeit des Denkens nicht ausgebildet war; aber sie kamen und opferten ihre Kräfte, weil sie die Fühlenskräfte ausgebildet hatten. Das waren zugleich die Menschen, welche auch sonstige Funktionen hatten, welche bei Unglücksfällen oder bei ähnlichen Vorkommnissen etwa ihre Opferwilligkeit zeigten. Die dritte Kategorie der Eingeweihten waren die Magier. Das waren diejenigen, welche die Willenssphäre ausgebildet hatten. Sie hatten die äußeren Maßnahmen zu treffen. Die Magier hatten die Willenskräfte ausgebildet und konnten das ausführen, worum es sich handelte. So daß es dreierlei Eingeweihte gab: Eingeweihte des Denkens, Eingeweihte des Fühlens und Eingeweihte des Wollens. Und eine vierte Klasse oder Kategorie, das waren diejenigen, bei denen in gewisser Weise versucht wurde, von jedem der drei übrigen etwas auszubilden, etwas von dem Denken, etwas von dem Fühlen und etwas von dem Wollen. Daher sind sie auf keinem Gebiete so weit gekommen wie die andern; aber bei ihnen stellte sich heraus, wie bei einer gewissen Einweihung in die drei Sphären die Dinge zusammenhängen. So daß man mächtige Eingeweihte der Weisheit hatte, mächtige Eingeweihte des Opferdienstes, mächtige Eingeweihte des Magiertums und eine vierte Kategorie, welche sozusagen von jeder der drei ersten etwas hatte.

[ 8 ] In the ancient mystery schools, not all powers were developed equally; rather, depending on the individual’s karma, the focus was placed on developing thinking into clairvoyance in one person, feeling into clairsentience in another, and willing into magical power in a third. Thus, in the ancient mystery schools, there were three classes of developed abilities: students in whom the ability to see through to the spiritual world with wisdom was particularly developed—these were the people in the mysteries whom one consulted when one wanted to know what the facts in the higher worlds were and how they were lawfully connected. If we wish to speak in a colloquial sense today, we might say that these were the experts in knowledge within the Mysteries. Then there was another class of initiates. In them, feeling was particularly developed. In order for this feeling to be developed in a special way, the training of knowledge and will was set aside in their case, and feeling was developed on its own. When feeling is particularly developed in a person, they thereby become what is almost entirely unknown today: they become a healer, a physician. For in ancient times, the physician exerted a spiritual influence emanating much more from the spheres of feeling and healed the receptive soul through the path of more highly developed feeling than is the case today. This was the second class of initiates. They had developed feeling to the highest willingness to sacrifice, to the surrender of all the powers they possessed. They simply divided the work among themselves. If one wanted to know what was wrong with someone, one went to those who had developed wisdom. They determined what was lacking and what needed to be done. Then came those who could not say what was wrong with the sick person, because their capacity for thinking was not developed; but they came and offered their powers, because they had developed the powers of feeling. These were also the people who had other functions, who, for instance, demonstrated their willingness to sacrifice in the event of misfortunes or similar occurrences. The third category of initiates were the magicians. These were those who had developed the sphere of the will. They were to take the external measures. The magicians had developed the powers of the will and were able to carry out what was required. Thus there were three kinds of initiates: initiates of thinking, initiates of feeling, and initiates of willing. And a fourth class or category consisted of those in whom an attempt was made, in a certain sense, to develop something from each of the remaining three: something of thinking, something of feeling, and something of willing. Consequently, they did not advance as far in any one area as the others; but in them it became evident, as in a certain initiation into the three spheres, how things are interconnected. Thus there were powerful initiates of wisdom, powerful initiates of the sacrificial service, powerful initiates of magic, and a fourth category that possessed, so to speak, something of each of the first three.

[ 9 ] Als nun der Christus Jesus sozusagen beschrieben werden sollte von allen Seiten aus, da fanden sich gerade — genauer kann das ein anderes Mal ausgeführt werden, heute kann es nur in großen Zügen geschehen - vier Leute, welche nun die bei ihm natürlich vereinigten Fähigkeiten von ihren vier Standpunkten aus schilderten. So war einer besonders eingeweiht in die Geheimnisse des Denkens. Der schilderte nun in dem Christus Jesus diejenigen Eigenschaften, die insbesondere ein solcher verstehen konnte, ein Eingeweihter der Weisheit. Er ließ die andern Seiten weg. Ein anderer war ein Eingeweihter des Fühlens. Er schilderte den Christus Jesus von der Seite des Fühlens, sozusagen als Arzt, als Heiler. Ein dritter war ein Eingeweihter des Magiertums. Er schilderte die Kräfte, die der Christus entfalten konnte zum Organisieren der gesamten Menschheit. Und ein vierter war ein Eingeweihter eben der vierten Klasse, bei dem die Kräfte untereinander wirkten, harmonisch wirkten. Der schilderte vorzugsweise die menschliche Arbeit des Christus Jesus. Er sah nicht die ganze Gewalt der Weisheit, des Opferdienstes, nicht die mächtige magische Stärke der Willenskraft des Christus Jesus; aber er sah, wie in Christus Jesus sich harmonisch zusammengesellten die drei Kräfte des Denkens, Fühlens und Wollens. Er schilderte den Menschen Christus Jesus.

[ 9 ] When it came time to describe the Christ Jesus, so to speak, from all angles, there happened to be—this can be explained in more detail another time; today it can only be done in broad strokes—four people who described the faculties naturally united in him from their four respective perspectives. One of them, in particular, was initiated into the mysteries of thought. He described in Christ Jesus those qualities that such a person—an initiate of wisdom—could understand in particular. He left out the other aspects. Another was an initiate of feeling. He described Christ Jesus from the perspective of feeling, so to speak, as a physician, as a healer. A third was an initiate of magic. He described the powers that Christ could unfold to organize all of humanity. And a fourth was an initiate of the fourth class, in whom the powers worked together, working harmoniously. He described primarily the human work of Christ Jesus. He did not see the full power of wisdom, of the service of sacrifice, nor the mighty magical strength of Christ Jesus’ willpower; but he saw how the three powers of thinking, feeling, and willing came together harmoniously in Christ Jesus. He described the human being Christ Jesus.

[ 10 ] So haben wir von vier Eingeweihten den Christus Jesus geschildert. Derjenige, der den Christus Jesus schilderte als ein Eingeweihter der Weisheit, das war der Schreiber des Johannes-Evangeliums; derjenige, der ihn schilderte als ein Eingeweihter des Fühlens, das war der Schreiber des Lukas-Evangeliums; derjenige, der ihn schilderte hinsichtlich der magischen Stärke, das war der Schreiber des MarkusEvangeliums; und derjenige, der die harmonische Zusammengestaltung der niederen drei menschlichen Glieder schilderte, das war der Schreiber des Matthäus-Evangeliums. So hat jeder geschildert dasjenige an Christus Jesus, worin gerade er eingeweiht war.

[ 10 ] Thus, four initiates have described Christ Jesus. The one who described Christ Jesus as an initiate of wisdom was the author of the Gospel of John; the one who described him as an initiate of feeling was the author of the Gospel of Luke; the one who described him in terms of magical power was the writer of the Gospel of Mark; and the one who described the harmonious interplay of the three lower human members was the writer of the Gospel of Matthew. Thus, each one described in Christ Jesus that aspect in which he himself was initiated.

[ 11 ] So werden wir begreifen, daß wir ein vollständiges Bild gewinnen können des Christus Jesus dadurch, daß in den vier Evangelien geschildert ist das, was den vier Persönlichkeiten, die den vier Evangelien zugrunde liegen, besonders nahe lag. Wer die nötige Ehrfurcht hat vor einer solch großen Individualität, wie der Christus war, der wird sagen: Gerade dadurch kann ich ein umfassendes Bild gewinnen, daß die Schreiber der Evangelien, ein jeder, das Beste gegeben haben, was sie zu geben vermochten. Daher ist es aber auch notwendig, daß Sie dasjenige, was in der Geisteswissenschaft gesagt wird in Anlehnung an die vier Evangelien, an das vierte etwa oder das dritte oder das zweite oder das erste, daß Sie das nicht immer so nehmen, als ob Sie bei jedem solchen Kapitel die gesamte Wahrheit hätten über den Christus Jesus. Es könnte leicht die Meinung entstanden sein bei den verschiedenen Vorträgen, die gehalten worden sind da und dort: Jetzt ist der Christus Jesus geschildert, und es sei höchstens noch interessant, ihn mit Anknüpfung an ein anderes Evangelium zu schildern. So ist es nicht. Man bekommt ja das Bild nur von einer Seite, wenn man den Christus Jesus nach einem Evangelium schildert. Es muß abgewartet werden, bis im Laufe unserer spirituellen Bewegung der Christus Jesus in Anknüpfung an alle vier Evangelien geschildert worden ist. Dann erst haben Sie, was an gesamten Geheimnissen über ihn zu sagen ist.

[ 11 ] In this way, we will come to understand that we can gain a complete picture of Jesus Christ because the four Gospels each describe what was particularly close to the hearts of the four individuals who wrote them. Anyone who has the necessary reverence for such a great individual as Christ was will say: It is precisely through this that I can gain a comprehensive picture, because the writers of the Gospels, each one, gave the best they were able to give. Therefore, however, it is also necessary that you not always take what is said in spiritual science in reference to the four Gospels—to the fourth, for example, or the third, or the second, or the first—as though you had the whole truth about Christ Jesus in every such chapter. The impression might easily have arisen from the various lectures that have been given here and there: Now Christ Jesus has been portrayed, and it would be interesting at most to portray him in connection with another Gospel. That is not the case. After all, one only gets a one-sided picture when one describes Christ Jesus according to a single Gospel. We must wait until, in the course of our spiritual movement, Christ Jesus has been described in connection with all four Gospels. Only then will you have what needs to be said about the entirety of the mysteries concerning him.

[ 12 ] Nun wird es uns jetzt obliegen, von einer gewissen einseitigen Schilderung auszugehen, um wiederum einmal etwas sozusagen zusammenzutragen zu einem Bilde von dem Christus Jesus, allerdings so, daß Sie wirklich das einhalten müssen, was eben gesagt worden ist. Sie dürfen nicht weggehen heute vom Vortrage und sagen: Nun ja, jetzt haben wir die Wahrheit in diesen Dingen -, sondern Sie müssen sich sagen: Es ist jetzt von einem Gesichtspunkte aus geschildert worden und das andere muß hinzugefügt werden und muß beleuchtet werden mit demjenigen, was von andern Gesichtspunkten aus gesagt wird.

[ 12 ] Now it will be up to us to start from a certain one-sided account in order to, so to speak, piece together a picture of Christ Jesus—though in such a way that you must truly adhere to what has just been said. You must not leave this lecture today and say: “Well, now we have the truth in these matters”—but rather you must say to yourselves: “It has now been described from one point of view, and the other must be added and illuminated by what is said from other points of view.”

[ 13 ] In dem Christus Jesus haben wir tatsächlich ein Zusammenströmen aller früheren geistigen Strömungen der Menschheit und zu gleicher Zeit eine Neugeburt derselben. In dem Christus Jesus fließen zusammen alle geistigen Strömungen und werden neu geboren, in einem erhöhten Maße neu geboren. Nun könnten wir viele solche Strömungen der vorchristlichen Zeit erwähnen, die uns bei denjenigen Betrachtungen, die anknüpfen an die vier Evangelien, aus der Geisteswissenschaft entgegentreten, Strömungen, die wir zusammenfließen sehen im Christus-Ereignis; aber wir wollen zunächst nur auf drei Strömungen aufmerksam machen.

[ 13 ] In Christ Jesus we indeed find a convergence of all humanity’s earlier spiritual currents and, at the same time, a rebirth of those same currents. In Christ Jesus, all spiritual currents converge and are reborn—reborn to a higher degree. Now we could mention many such currents from pre-Christian times that we encounter in spiritual science through those reflections that tie in with the four Gospels—currents that we see converging in the Christ event; but for now we wish to draw attention to only three of them.

[ 14 ] Da haben wir zunächst eine gewaltige Strömung, die seit uralten Zeiten in Asien tätig war. Das ist diejenige, die wir als den Zarathustrismus bezeichnen können. Eine zweite geistige Strömung ist diejenige, die in Indien geblüht hat und einen gewissen Hochpunkt erreicht hat in dem Erscheinen des Gautama Buddha, sechshundert Jahre vor unserer Zeitrechnung. Eine dritte geistige Strömung ist diejenige, die sich zum Ausdruck brachte im althebräischen Volk. So daß wir in Christus Jesus zusammenfließen haben die althebräische Geistesströmung, dann das, was in dem Gautama Buddha sich auslebte, und dasjenige, was an den Namen Zarathustra sich knüpfte. Wir könnten noch viele solche geistige Strömungen erwähnen, aber die Sache würde dadurch zu unübersichtlich werden.

[ 14 ] First, there is a powerful spiritual current that has been active in Asia since time immemorial. This is the one we might call Zoroastrianism. A second spiritual current is the one that flourished in India and reached a certain high point with the appearance of Gautama Buddha, six hundred years before our era. A third spiritual current is the one that found expression in the ancient Hebrew people. Thus, in Christ Jesus, we have the convergence of the ancient Hebrew spiritual current, then what found its fulfillment in Gautama Buddha, and that which was associated with the name of Zarathustra. We could mention many more such spiritual currents, but that would make the matter too confusing.

[ 15 ] Nun kommt in einer gewissen Weise in den vier Evangelien alles das zum Vorschein - wenn wir sie wirklich richtig verstehen -, was da eigentlich geschehen ist in Palästina im Beginne unserer Zeitrechnung. Es ist nicht die Aufgabe der Geisteswissenschaft, aus den Evangelien zu schöpfen, was sie zu sagen hat. Gar nichts von demjenigen, was von mir gesagt wird, ist etwa auf Grundlage der Evangelien geschöpft. Die einzige Urkunde für den Geistesforscher ist das, was man die Akasha-Chronik nennt, ist das, was man hellsichtig beobachten kann. Wären durch irgendeine Katastrophe alle Evangelien verlorengegangen, so könnte trotzdem alles gesagt werden, was in der Geisteswissenschaft über den Christus gesagt wird. Das fußt auf geistiger Forschung. Erst hinterher wird das, was diese geistige Forschung ergibt, mit dem verglichen, was in den Evangelien steht. Und das gerade gibt jene objektive Ehrfurcht vor den Evangelien, wenn man sieht dasjenige, was aus den Evangelien wiederum einem entgegentritt. Diesen Standpunkt dürfen Sie niemals außer acht lassen. Denn geschöpft wird gar nichts aus den Evangelien; deshalb ist auch das nicht aus den Evangelien geschöpft, was ich jetzt erzähle. Aber wir können es nachher vergleichen mit dem, was in den Evangelien steht, und wir werden es in Übereinstimmung finden.

[ 15 ] In a certain sense, the four Gospels reveal—if we truly understand them correctly—everything that actually took place in Palestine at the beginning of our era. It is not the task of spiritual science to draw from the Gospels what they have to say. Nothing at all of what I say is derived from the Gospels. The only source for the spiritual researcher is what is called the Akashic Records, that which can be observed clairvoyantly. If all the Gospels were lost in some catastrophe, everything that is said in spiritual science about the Christ could still be stated. This is based on spiritual research. Only afterward is what this spiritual research yields compared with what is written in the Gospels. And this is precisely what gives rise to that objective reverence for the Gospels when one sees what, in turn, comes back to meet one from the Gospels. You must never lose sight of this point of view. For nothing is derived from the Gospels; therefore, what I am now telling you is not derived from the Gospels either. But we can later compare it with what is written in the Gospels, and we will find it to be in agreement.

[ 16 ] Die eine der Geistesströmungen, welche dann in das Christentum eingeflossen ist, ist diejenige, welche ihren Höhepunkt erreicht hat in der Persönlichkeit, die als Gautama Buddha etwa sechshundert Jahre vor unserer Zeitrechnung in Indien inkarniert war. Was ist das für eine Individualität? Wir verstehen diese Individualität, wenn wir uns das Folgende vorhalten: Alles, was sich in der Menschheitsentwickelung nach und nach ergeben hat, ist eben ein Produkt, das sich entwickelt, sich nach und nach einlebt. Sie würden fehl gehen, wenn Sie glaubten, daß die Fähigkeiten des heutigen Menschen immer dagewesen wären. Heute gibt es zum Beispiel so etwas, was man die Stimme des Gewissens nennt. Das hat es nicht immer gegeben. Wir können geradezu mit Händen greifen, wann das Gewissen im Laufe der Menschheitsentwickelung entstanden ist. Wenn Sie auf Äschylos zurückgehen, so finden Sie bei ihm nichts von einer Schilderung des Gewissens. Erst bei Euripides findet sich eine Schilderung des Gewissens. Das griechische Bewußtsein hat sich also zwischen diesen beiden erst ausgebildet den Begriff des Gewissens. Was der Mensch heute eine innere Stimme nennt, hat sich erst entwickelt. Vorher gab es innerhalb der Menschheit, wir können sagen, eine Art von hellseherischem Bewußtsein. Wenn da der Mensch irgend etwas getan hat, was er nicht hätte tun sollen, dann erschien ihm ein Bild wie ein Rachegeist, und der verfolgte ihn. Das war, was die Griechen die Furien nannten. Er sah wirklich die Früchte und die rächenden Geister seiner bösen Taten um sich herum. Diese Erscheinung, die außerhalb des Menschen war, hat sich hineingezogen in die menschliche Seele als Stimme des Gewissens. Und so sind auch die andern Fähigkeiten der Menschen nach und nach erst entstanden, und es ist nur eine Kurzsichtigkeit der Menschen, die nicht weiter sehen als ihre Nase reicht - sozusagen, was die äußere Wissenschaft reichlich tut -, wenn man glaubt, daß die Menschen immer waren, wie sie heute sind.

[ 16 ] One of the spiritual currents that later flowed into Christianity is the one that reached its peak in the personality who incarnated in India as Gautama Buddha some six hundred years before our era. What kind of individuality is this? We can understand this individuality if we bear the following in mind: Everything that has gradually emerged in the course of human development is precisely a product that develops and gradually takes root. You would be mistaken if you believed that the capacities of modern human beings have always existed. Today, for example, there is such a thing as the voice of conscience. This has not always existed. We can almost touch with our hands the moment when conscience arose in the course of human development. If you go back to Aeschylus, you will find no description of conscience in his works. It is only in Euripides that a description of conscience is found. The Greek consciousness thus developed the concept of conscience only between these two. What people today call an inner voice has only recently developed. Before that, there was, we might say, a kind of clairvoyant consciousness within humanity. If a person did something they shouldn’t have done, an image would appear to them like a spirit of vengeance, and it would pursue them. This was what the Greeks called the Furies. They truly saw the consequences and the avenging spirits of their evil deeds all around them. This phenomenon, which existed outside the human being, drew itself into the human soul as the voice of conscience. And so the other human faculties also arose little by little, and it is merely a short-sightedness on the part of people who cannot see beyond the ends of their noses—as, so to speak, external science does in abundance—to believe that human beings have always been as they are today.

[ 17 ] So haben die Menschen nicht gehabt, was wir nennen könnten die Lehre vom Mitleid und der Liebe. Da müssen wir uns vorstellen ganz anders die Vermittlung in alten Zeiten in bezug auf Mitleid und Liebe als heute. Heute kann der Mensch sozusagen in sich gehen. Er kann, wenn dieses oder jenes geschieht draußen, in sich aufkeimen lassen das Gefühl von Mitleid und Liebe, und er weiß, daß das gut ist. Er kann die Grundsätze von Liebe und Mitleid in sich selber finden. Das war vor Zeiten nicht der Fall, sondern vor Zeiten wurde rein durch Suggestion von den dazu Beauftragten den Menschen eingeflößt, wie sie sich verhalten sollten. Die Menschen selber mußten geleitet werden. Es waren einzelne Leiter und Führer der Menschheit, die hinwiesen, wie sich die Menschen zu verhalten haben. Eingegeben wurde es von den Führern der Menschheit, was als Taten der Liebe und des Mitleids zu geschehen hatte. Und diejenigen, welche so die Führer waren auf dem Gebiet der Liebe und des Mitleids, standen wiederum unter höheren Führern und alle zusammen unter einem Führer, den man den Bodhisattva von Liebe und Mitleid nennt. Der hatte die Mission, herunterzutragen die Lehre vom Mitleid und der Liebe. Aber dieser Bodhisattva, welcher der Führer war in bezug auf Mitleid und Liebe, war nicht so wie ein gewöhnlicher inkarnierter Mensch, sondern so, daß nicht seine ganze Wesenheit in dem physischen Menschen aufging. Er hatte sozusagen eine Verbindungsbrücke hinauf zur geistigen Welt.

[ 17 ] Thus, people did not have what we might call a doctrine of compassion and love. We must imagine that the way compassion and love were taught in ancient times was quite different from today. Today, people can, so to speak, look within themselves. When this or that happens in the outside world, they can allow the feeling of compassion and love to well up within themselves, and they know that this is good. They can find the principles of love and compassion within themselves. This was not the case in earlier times; rather, in those days, people were taught how to behave purely through suggestion by those appointed to do so. People themselves had to be guided. There were individual leaders and guides of humanity who pointed out how people were to behave. It was dictated by the guides of humanity what was to be done as acts of love and compassion. And those who were thus the guides in the realm of love and compassion were in turn under higher guides, and all together under one guide whom one calls the Bodhisattva of Love and Compassion. He had the mission to bring down the teaching of compassion and love. But this Bodhisattva, who was the leader in matters of compassion and love, was not like an ordinary incarnated human being; rather, his entire being was not absorbed into the physical human form. He had, so to speak, a connecting bridge up to the spiritual world.

[ 18 ] Der Bodhisattva von Mitleid und Liebe lebte nur zum Teil im physischen Menschen, zum übrigen Teil reichte seine geistige Wesenheit hinauf in die geistigen Welten. Da trug er herunter die Impulse, die er einzuflößen hatte. Wollten wir das spirituell schildern, so müßten wir sagen: Da sah der Hellseher das Bild des Menschen, in dem der Bodhisattva zum Teil verkörpert war, und hinter diesem eine mächtige geistig-astralische Gestalt, welche hinaufragte in die geistigen Welten und die nur zum Teil im physischen Leibe war. - So war dieser Bodhisattva. Dieser Bodhisattva war derselbe, der dann wiedergeboren wurde als der Königssohn Gautama Buddha in Indien, und zwar war das sozusagen für diesen Bodhisattva das Aufsteigen zu einer höheren Würde. Er hatte früher sozusagen sich selber leiten lassen von oben, hatte die Impulse empfangen von der geistigen Welt und sie weitergegeben. In dieser Inkarnation aber, sechshundert Jahre vor unserer Zeitrechnung, wurde er zur Buddhawürde erhoben im neunundzwanzigsten Jahre seines Lebens, das heißt, in dieser Inkarnation erlebte er das, daß seine ganze Individualität in den physischen Leib hineinging. Während er früher als Bodhisattva mit einem Teile draußen bleiben mußte, um die Brücke schlagen zu können, so war das der Fortschritt zur Buddhawürde, daß er ganz im Leibe inkarniert war. Dadurch konnte er nicht nur durch Inspiration die Lehre von dem Mitleid und der Liebe empfangen, sondern in sich selber schauen und als die eigene Stimme des Herzens diese Lehre empfangen. Das war die Erleuchtung des Buddha im neunundzwanzigsten Jahre seines Lebens unter dem Bodhibaum. Da war es, daß ihm aufging die Lehre von dem Mitleid und der Liebe unabhängig von den Zusammenhängen mit der geistigen Welt, als ein menschliches Seeleneigentum, daß er denken konnte die Lehre von dem Mitleid und der Liebe, die er ausgesprochen hat in dem achtfachen Pfad. Und die Predigt darauf ist die große Lehre von dem Mitleid und der Liebe zum ersten Mal aus einer menschlichen Brust heraus.

[ 18 ] The Bodhisattva of compassion and love lived only partially within the physical human being; the rest of his spiritual being extended upward into the spiritual worlds. From there he brought down the impulses he was to instill. If we were to describe this spiritually, we would have to say: There the clairvoyant saw the image of the human being in whom the Bodhisattva was partially incarnated, and behind this a powerful spiritual-astral figure that reached up into the spiritual worlds and was only partially in the physical body. - Such was this Bodhisattva. This Bodhisattva was the same one who was later reborn as the prince Gautama Buddha in India; for this Bodhisattva, this was, so to speak, an ascent to a higher dignity. Previously, he had, so to speak, allowed himself to be guided from above, had received the impulses from the spiritual world and passed them on. In this incarnation, however, six hundred years before our era, he was raised to the dignity of a Buddha in the twenty-ninth year of his life; that is to say, in this incarnation he experienced his entire individuality entering into the physical body. Whereas earlier, as a Bodhisattva, he had to remain partially outside in order to build a bridge, the progress toward Buddhahood was that he was fully incarnated in the body. Through this, he was able not only to receive the teaching of compassion and love through inspiration, but also to look within himself and receive this teaching as the voice of his own heart. This was the Buddha’s enlightenment in the twenty-ninth year of his life under the Bodhi tree. It was then that the teaching of compassion and love dawned upon him, independent of any connection to the spiritual world, as an inherent quality of the human soul—that he could conceive of the teaching of compassion and love, which he articulated in the Eightfold Path. And the sermon that followed is the great teaching of compassion and love, spoken for the first time from a human heart.

[ 19 ] So muß es mit jeder menschlichen Fähigkeit geschehen. Einmal in der Menschheitsentwickelung muß bei einer Individualität eine Fähigkeit zuerst zum Ausdruck kommen; dann erst kann sie anfangen, bei den Menschen überhaupt nach und nach sich als eine eigene Fähigkeit zu entwickeln. Die Lehre von dem Mitleid und der Liebe konnte erst dadurch als etwas empfunden werden, was der Mensch aus sich selber herausholt, nachdem es einmal von einer Individualität gebracht worden ist. Das nennt man in der orientalischen Philosophie «das Rad drehen», das Rad von Dharma, von Mitleid und von Liebe. Das ist geschehen durch dieses Hineinsenken der vollen Individualität des Bodhisattva in den Königssohn Gautama Buddha. Von da an gibt es Menschen, die aus sich selber heraus finden können die Lehre vom Mitleid und der Liebe. Und es wird sich das so entwickeln, daß immer mehr und mehr Menschen in sich selber finden werden die Lehre vom Mitleid und der Liebe, und dreitausend Jahre nach unserer Zeitrechnung ungefähr wird eine genügende Anzahl von Menschen leben auf der Erde, die dasjenige, was Buddha gefunden hat, in ihren eigenen Herzen entwickeln. Dann wird die Mission des Buddha in dieser Beziehung auf der Erde erfüllt sein. Denn dazumal, als der Bodhisattva heruntergestiegen ist, um ein Buddha zu werden, da übernahm die Würde des Bodhisattva ein anderer. Bis dahin war das, was wir heute den Buddha nennen, ein Bodhisattva. Der nächste Rang nach dem Bodhisattva ist der des Buddha. Vom Bodhisattva wird das aufsteigende Wesen zum Buddha.

[ 19 ] This is how it must be with every human faculty. At a certain point in human evolution, a faculty must first find expression in a single individual; only then can it begin to develop gradually among human beings as a faculty in its own right. The teaching of compassion and love could only be experienced as something that human beings draw from within themselves after it had first been brought forth by a single individual. In Eastern philosophy, this is called “turning the wheel”—the wheel of Dharma, of compassion, and of love. This occurred through the full individuality of the Bodhisattva sinking into the prince Gautama Buddha. From that point on, there have been people who can find the teaching of compassion and love within themselves. And it will develop in such a way that more and more people will find within themselves the teaching of compassion and love, and approximately three thousand years after our era, a sufficient number of people will live on Earth who will develop in their own hearts what the Buddha discovered. Then the Buddha’s mission in this regard on Earth will be fulfilled. For at that time, when the Bodhisattva descended to become a Buddha, another took over the dignity of the Bodhisattva. Until then, what we today call the Buddha was a Bodhisattva. The rank next to that of the Bodhisattva is that of the Buddha. From Bodhisattva, the ascending being becomes a Buddha.

[ 20 ] Die orientalische Philosophie drückte das so aus, daß sie sagte: Als der Bodhisattva herunterstieg auf die Erde, gab er die Krone des Bodhisattva an seinen Nachfolger ab. Dieser Nachfolger lebt heute noch als Bodhisattva. Er wird erst zur Buddhawürde emporsteigen dreitausend Jahre nach unserer jetzigen Gegenwart. Das ist derjenige, den die orientalische Philosophie den Maitreya-Buddha nennt. Dieser ist heute Bodhisattva und wird in dreitausend Jahren Maitreya-Buddha sein. Er hat eine andere Mission als der Gautama Buddha, die zusammenhängt mit Dingen, die die Menschen heute noch nicht aus sich heraus finden können. Das ist eine Linie der Entwickelung. So daß wir sagen können: Es ist tatsächlich aufgerückt jener Bodhisattva, der in sich enthält die Lehre von Mitleid und Liebe, zur Buddhawürde, und damit hat er seiner Mission einen gewaltigen Ruck gegeben. Dadurch, daß er dazumal, sechshundert Jahre vor unserer Zeitrechnung, mit seiner ganzen Wesenheit in einem menschlichen Leibe war, hat er sich das Anrecht dazu erworben, nicht mehr in einem physischen Leib inkarniert zu werden auf der Erde. Tatsächlich war die Inkarnation von dazumal die letzte Inkarnation dieses Bodhisattva. Er brauchte nicht mehr im physischen Leib inkarniert zu werden, sondern brauchte nur noch herunterzusteigen bis zum Ätherleib. Alle folgenden Verkörperungen des Buddha sind also nicht solche, daß man ihn äußerlich auf dem physischen Plan sehen kann, sondern solche, daß man ihn nur sehen kann durch diejenigen Kräfte, die den Menschen fähig machen, den Ätherleib zu sehen. In der ganzen folgenden Zeit also verkörpert sich der Buddha nur in einem Ätherleib. Dasjenige, was der Buddha der Menschheit zu bringen hatte, ließ er nun einfließen sechshundert Jahre nach seiner Gegenwart auf der Erde in dasjenige, was durch das Christentum angebahnt worden ist. Er brachte sozusagen als Opfer dem sich begründenden Christentum dar, was er zu bringen hatte, er ließ es einfließen wie einen geistigen Nebenstrom in den großen Gesamtstrom. Das ist diejenige Strömung, die im Buddha ihren Höhepunkt erreicht. Das ist die eine Strömung.

[ 20 ] Eastern philosophy expressed this by saying: When the Bodhisattva descended to Earth, he passed the Bodhisattva’s crown on to his successor. This successor still lives today as a Bodhisattva. He will not ascend to Buddhahood until three thousand years from the present time. This is the one whom Eastern philosophy calls the Maitreya Buddha. He is a Bodhisattva today and will be the Maitreya Buddha in three thousand years. He has a different mission than the Gautama Buddha, one connected to things that people today cannot yet discover on their own. This is a line of development. So that we can say: That Bodhisattva, who embodies the teaching of compassion and love, has indeed advanced to Buddhahood, and in doing so has given his mission a tremendous impetus. By being present in a human body with his entire being at that time, six hundred years before our era, he earned the right to no longer be incarnated in a physical body on Earth. In fact, that incarnation was the last incarnation of this Bodhisattva. He no longer needed to incarnate in a physical body, but only needed to descend to the etheric body. All subsequent incarnations of the Buddha are therefore not such that one can see him outwardly on the physical plane, but such that one can see him only through those powers that enable human beings to see the etheric body. Throughout the entire subsequent period, therefore, the Buddha incarnates only in an etheric body. What the Buddha had to bring to humanity, he now allowed to flow, six hundred years after his presence on Earth, into that which had been initiated by Christianity. He offered, so to speak, as a sacrifice to the emerging Christianity, what he had to bring; he allowed it to flow in like a spiritual tributary into the great main current. This is the current that reaches its culmination in the Buddha. This is the one current.

[ 21 ] Eine andere kam in der folgenden Weise zustande. Wir machen uns ein Bild von ihr, wenn wir eingehen ein wenig auf die Entwickelung der Menschheit selber. Sie wissen ja alle, daß nach der großen atlantischen Katastrophe die Menschen nicht solche Fähigkeiten hatten wie heute, sondern daß sie nach der großen atlantischen Katastrophe noch Reste hatten von einem alten dämmerhaften Hellsehen. Das logische Denken entwickelte sich erst nach und nach. Diejenige Kultur, die wir als die altindische bezeichnen, war durchaus eine aus ätherischem Hellsehen hervorgehende Kultur. Auch die Zarathustrakultur war noch eine solche, in der man mit altem dämmerhaftem Hellsehen arbeitete, und auch die chaldäisch-ägyptischen Kulturen waren noch nicht Kulturen, wo so gedacht wurde wie heute. Da war alles noch Inspiration; es war alles noch nicht logisch durchdrungen, sondern alles mehr oder weniger inspirierte Imagination, was da in der chaldäischen Astrologie und in der Hermesweisheit zutage trat. Die menschliche logische Denkfähigkeit war in diesen Kulturen noch nicht entwickelt. Es war vielmehr vorbehalten einer ganz andern Strömung, gerade das, was man logische Kultur nennen könnte, denkerische Kultur nennen könnte, zu entwickeln. Die erste nachatlantische Kultur war noch durchaus aus ätherischem Hellsehen hervorgehend. Auch die Zarathustrakultur war noch eine solche, wenn auch nicht mehr so ausgeprägt. Ebenso beruhte die ägyptisch-chaldäische Kultur noch auf Inspiration. Das Denken jener Zeit war noch nicht von Logik durchdrungen; es war durchwirkt von Imaginationen, die in der Astrologie der Chaldäer, in der Hermesweisheit von Ägypten in großartigen Bildern zum Ausdruck kommen.

[ 21 ] Another came about in the following way. We can get a sense of it if we consider the development of humanity itself. As you all know, after the great Atlantean catastrophe, people did not possess the same abilities as they do today; rather, after that catastrophe, they still retained remnants of an ancient, twilight form of clairvoyance. Logical thinking developed only gradually. The culture we refer to as ancient Indian was entirely a culture arising from etheric clairvoyance. The Zoroastrian culture, too, was still one in which people worked with this ancient, twilight-like clairvoyance, and the Chaldean-Egyptian cultures were not yet cultures where people thought as they do today. Everything was still inspiration; it was not yet permeated by logic, but rather more or less inspired imagination, as manifested in Chaldean astrology and Hermetic wisdom. The human capacity for logical thinking was not yet developed in these cultures. Rather, it was reserved for a completely different current to develop precisely what one might call logical culture, or a culture of thought. The first post-Atlantean culture still arose entirely from etheric clairvoyance. The Zoroastrian culture was also such a culture, though no longer as pronounced. Likewise, the Egyptian-Chaldean culture was still based on inspiration. The thinking of that time was not yet permeated by logic; it was interwoven with imaginations that found expression in magnificent images in the astrology of the Chaldeans and in the Hermetic wisdom of Egypt.

[ 22 ] Die nachatlantischen Kulturen sind aus zwei Strömungen hervorgegangen. Abgesehen von dem, der nach Westen ging und das heutige Amerika bevölkerte, ergossen sich zwei Ströme auswandernder Menschen unter Leitung ihrer Führer nach Osten, der eine in nördlicher, der andere in südlicher Richtung.

[ 22 ] Post-Atlantic cultures emerged from two distinct movements. Aside from the group that headed west and settled in what is now the Americas, two streams of migrants, led by their chieftains, moved eastward—one heading north and the other south.

[ 23 ] Der nördliche, von welchem gewisse Teile in Europa zurückblieben, drang weiter bis nach Asien hinein. Während sich da neue Kulturen vorbereiteten und abspielten, lebte die europäische Bevölkerung wie abwartend durch die Jahrhunderte hindurch. Es waren ihre Kräfte gleichsam zurückgehalten für das, was kommen sollte. Sie waren in ihren wesentlichen Kulturelementen beeinflußt von jenem großen Eingeweihten, der sich dieses Feld bis in die sibirischen Gegenden hinein ausersehen hat, und den man den Eingeweihten Skythianos nennt. Von ihm waren inspiriert die Führer der europäischen Urkultur, welche nicht auf dem fußte, was als Denken in die Menschheit kam, sondern auf einer Aufnahmefähigkeit für ein Element, das in der Mitte stand zwischen dem, was man nennen könnte rezitativ-rhythmische Sprache und eine Art von Gesang, begleitet von einer eigentümlichen Musik, die heute nicht mehr vorkommt, sondern auf einem Zusammenspiel von pfeifenartigen Instrumenten beruhte. Es war ein eigenartiges Element, dessen letzter Rest in den Barden und Skalden lebte. Alles, was der griechische Apollo- und Orpheusmythos erzählt, hat sich von daher herausgebildet. Daneben wurden in Europa die praktischen Fähigkeiten herausgebildet durch Besiedelung, Bebauung und so weiter.

[ 23 ] The northern branch, parts of which remained in Europe, extended further into Asia. While new cultures were taking shape and unfolding there, the European population lived through the centuries as if in a state of waiting. Their energies were, as it were, held in reserve for what was to come. In their essential cultural elements, they were influenced by that great Initiate who had chosen this field as his domain all the way into the Siberian regions, and whom one calls the Initiate Skythianos. The leaders of the European primordial culture were inspired by him; this culture was not based on what came to humanity as thought, but on a receptivity to an element that stood midway between what one might call recitative-rhythmic speech and a kind of song, accompanied by a peculiar music that no longer exists today, but was based on an interplay of flute-like instruments. It was a peculiar element, the last remnants of which lived on in the bards and skalds. Everything recounted in the Greek myths of Apollo and Orpheus developed from this source. Alongside this, practical skills were developed in Europe through settlement, cultivation, and so on.

[ 24 ] Die andern Völkermassen sind unter der Führung des großen Sonneneingeweihten nach Asien hinübergezogen. Der vorgeschobenste Posten hat unter der Führung der Rishis die erste nachatlantische Kultur gebildet. Weiter in Vorderasien entwickelte sich die älteste Zarathustrakultur; doch ist hier nicht die Rede von dem geschichtlichen Zarathustra. Was er hervorgerufen hat, ist in gewisser Weise entgegengesetzt dem alten Indertum. Das letztere war ganz auf ätherischem Hellsehen aufgebaut; der Zarathustra wandte seinen Blick zur Sonne. Er schaute den Geist der Sonne, die «große Aura», Ahura Mazda. Es war Zarathustra der erste, der die Eigentümlichkeiten der nördlichen Kultur hier zum Ausdruck gebracht hat. Alles folgende baut sich darauf auf.

[ 24 ] The other great masses of people migrated to Asia under the leadership of the great Sun-initiate. The most advanced group, led by the Rishis, formed the first post-Atlantean civilization. Further on in the Near East, the oldest Zoroastrian culture developed; yet here we are not speaking of the historical Zoroaster. What he brought about is, in a certain sense, the opposite of ancient Indian culture. The latter was built entirely on etheric clairvoyance; Zarathustra turned his gaze toward the Sun. He beheld the Spirit of the Sun, the “great aura,” Ahura Mazda. It was Zarathustra who first expressed the distinctive characteristics of northern culture here. Everything that followed is built upon this.

[ 25 ] Der andere Zug, der herübergekommen war, der südliche, bildete die Grundlage für die chaldäisch-ägyptische Kultur, die durch ein Zusammenwachsen des einen mit dem andern entstanden ist. Man kann das schematisch darstellen: Das Indertum bedeutet die Entwickelung des menschlichen Ätherleibes; im Persertum entwickelte sich der Empfindungsleib; die ägyptisch-chaldäische Kultur gab die Empfindungsseele; sie ist im wesentlichen eine innere Kultur, macht einen innerlichen Weg durch. Und wie sich Empfindungsleib und Empfindungsseele zusammenschließen, so ist dies bei der ganzen Menschheit der Fall. Das zeigt sich gerade in der ägyptisch-chaldäischen Kultur. Ein Gleiches wird der Fall sein bei der Bewußtseinsseele und dem Geistselbst. Das kann nur geschehen durch den stattgefundenen Übergang der fortschreitenden Kultur in jene Gegend, in welcher die Geistigkeit noch zurückgehalten worden war: das kann nur in Europa geschehen. Dort war die Entwickelung zur Verstandesund Bewußtseinsseele hin noch zurückgehalten worden und hat sich erst nach dem Christus-Ereignis entwickelt. Dort wird auch in der Zukunft die Verschmelzung mit den Geistselbst-Eigenschaften stattfinden können. Das kann nur geschehen durch eine spirituelle Strömung wie die geisteswissenschaftliche. Das wird der sechste Zeitraum unserer Kultur bringen.

[ 25 ] The other wave that had come over, the southern one, formed the basis for the Chaldean-Egyptian culture, which arose from the fusion of the two. This can be represented schematically: the Indian period signifies the development of the human etheric body; during the Persian period, the sensory body developed; the Egyptian-Chaldean culture gave rise to the sensory soul; it is essentially an inner culture, undergoing an inner process. And just as the sensory body and the sensory soul unite, so it is with all of humanity. This is particularly evident in the Egyptian-Chaldean culture. The same will be the case with the consciousness soul and the spiritual self. This can only happen through the transition of the advancing culture into that region where spirituality had still been held back: this can only happen in Europe. There, the development toward the intellectual and conscious soul had still been held back and only developed after the Christ event. There, too, the fusion with the qualities of the spiritual self will be able to take place in the future. This can only happen through a spiritual current such as that of spiritual science. This is what the sixth epoch of our culture will bring.

[ 26 ] Während die beiden geschilderten Strömungen noch unter dem Einfluß des alten dämmerhaften Hellsehens standen, war der dritten Strömung, die mit den andern zusammengeflossen ist und das ChristusEreignis vorbereitete, eine vierte Kulturströmung gefolgt, die man eine logisch-denkerische nennen könnte. Damit wir uns da ganz genau verstehen, müssen Sie ins Auge fassen, daß alles Hellsehen zustande kommt dadurch, daß in einer gewissen Weise der Ätherleib selbständig arbeitet, namentlich der Ätherleib des Gehirns. Wo streng zusammengeschlossen sind der Ätherleib des Gehirns und das physische Werkzeug des logischen Denkens, da kann nicht zustande kommen Hellsichtigkeit. Nur wenn der Ätherleib etwas zurückbehält, um selbständig zu sein, da kann Hellsehen zustande kommen. Wenn der Ätherleib des Gehirns ganz verknüpft ist mit dem physischen Gehirn, da arbeitet er sich das Gehirn in der feinsten Weise aus; aber er engagiert sich auch in der Ausarbeitung des physischen Gehirns und es bleibt nichts zurück, um außerdem noch Hellsichtigkeit zu entwickeln. Es war aber notwendig, daß gerade jene Fähigkeit in die Menschheit ihren Einzug hielt, welche gebunden ist an das Gehirndenken, an das zusammenfassende Denken der Welterscheinungen durch das Gehirn. Dazu mußte in der Menschheit etwas eintreten, was man so charakterisieren kann, daß man sagt, es mußte ausgewählt werden aus der Menschheit gerade - nun, nehmen wir eine Individualität, bei der sozusagen am wenigsten vorhanden war dasjenige, was man altes Hellsehen nannte, bei der dagegen im höchsten Maße ausgebildet, ausziseliert, ausgemeißelt war das physische Werkzeug des Gehirns. Diese Individualität war imstande, die Erscheinungen der äußeren physischen Welt nach Maß, Zahl, Ordnung und Harmonie zu überschauen, die Einheit zu suchen in den äußerlich ausgebreiteten Erscheinungen. Während also all die Angehörigen der früheren Kulturen sozusagen durch die Eingebungen von innen heraus etwas gewußt haben aus der geistigen Welt, mußte diese Individualität den Blick hinausrichten in den Umkreis der Erscheinungen, mußte sie kombinieren, logisch abwägen und sich sagen: Da draußen sind die Erscheinungen, alles ordnet sich zu einer Harmonie, wenn man alles überschaut in einem großen Einheitsbilde. - Dasjenige, was da als Einheit erscheint, das erschien als Einheit in der Außenwelt, als der Gott hinter den Erscheinungen des physischen Planes. Das war ein Unterschied gegenüber den andern Gottesanschauungen. Die andern Gottanschauer sagten sich: Es geht uns die Gottesvorstellung auf von innen. Diese Individualität aber richtet den Blick überallhin, ordnete die Erscheinungen zusammen, sah sich an die verschiedenen Reiche der Natur, brachte sie unter eine Einheit, kurz, es war der große Ordner der Welterscheinungen nach Maß und Zahl, der da auserwählt wurde aus der gesamten Menschheit. Diese Individualität, die da auserlesen wurde aus der gesamten Menschheit, um zuerst unter allen zu überschauen die äußere physische Welt und die Einheit darin zu finden, das war Abraham. Abraham oder Abram war derjenige, der sozusagen von den geistig-göttlichen Mächten ausersehen war, diese besondere Mission zu empfangen, der Menschheit zu überliefern die an Maß und Zahl der äußeren Erscheinungen gebundenen Kräfte. Er ging aus der chaldäischen Kultur hervor. Die chaldäische Kultur selber hatte aus dem Hellsehen heraus ihre Astrologie erkannt. Abraham, der Urvater der Arithmetik, ging hervor, um alles das durch Kombination zu finden, dadurch zu finden, daß das physische Gehirn hier einmal eine ganz besondere Ausziselierung erfahren hat. Dadurch war ihm eine ganz besondere Mission übertragen.

[ 26 ] While the two currents described were still under the influence of the old, twilight-like clairvoyance, the third current—which merged with the others and prepared the way for the Christ event—was followed by a fourth cultural current that could be called a logical-rational one. To ensure we understand each other perfectly, you must bear in mind that all clairvoyance arises because the etheric body—specifically the etheric body of the brain—functions independently in a certain way. Where the etheric body of the brain and the physical instrument of logical thinking are tightly bound together, clairvoyance cannot arise. Only when the etheric body retains something in order to be independent can clairvoyance arise. When the etheric body of the brain is fully linked to the physical brain, it works out the brain in the most subtle way; but it also engages in the elaboration of the physical brain, and nothing remains to develop clairvoyance as well. But it was necessary that precisely that ability should find its way into humanity which is bound up with cerebral thinking, with the synthesizing of world phenomena through the brain. For this, something had to occur within humanity that can be characterized by saying it had to be selected from humanity precisely—well, let us take an individual in whom, so to speak, what was called the old clairvoyance was least present, whereas the physical instrument of the brain was developed, chiseled out, and refined to the highest degree. This individual was able to survey the phenomena of the outer physical world in terms of measure, number, order, and harmony, seeking unity in the outwardly spread-out phenomena. While, then, all members of earlier cultures knew something of the spiritual world, so to speak, through inner inspiration, this individual had to direct their gaze outward into the realm of phenomena; they had to combine, weigh things logically, and say to themselves: Out there are the phenomena; everything arranges itself into a harmony when one surveys it all in a great picture of unity. - That which appeared there as unity appeared as unity in the external world, as the God behind the phenomena of the physical plane. This was a difference from other conceptions of God. The other contemplators of God said to themselves: Our conception of God arises from within. This individual, however, directed his gaze everywhere, arranged the phenomena together, looked upon the various realms of nature, brought them under a unity; in short, he was the great organizer of worldly phenomena according to measure and number, who was chosen from among all humanity. This individuality, chosen from all of humanity to be the first to survey the outer physical world and find the unity within it, was Abraham. Abraham, or Abram, was the one who was, so to speak, chosen by the spiritual-divine powers to receive this special mission: to hand down to humanity the forces bound to the measure and number of outer phenomena. He emerged from the Chaldean culture. The Chaldean culture itself had recognized its astrology through clairvoyance. Abraham, the forefather of arithmetic, emerged to discover all this through combination, by means of the physical brain having undergone a very special refinement here. Through this, a very special mission was entrusted to him.

[ 27 ] Nun müssen wir bedenken: Wie die Mission verlaufen sollte, das sollte ja nicht bei ihm allein bleiben, sondern Gemeingut der Menschheit werden. Aber das Denken war an das physische Gehirn gebunden, wie konnte es da Gemeingut werden? Nur dadurch konnte es Gemeingut werden, daß es sich wirklich übertrug durch physische Vererbung. Das heißt, es mußte geradezu von dieser Individualität ein Volk ausgehen, in dem sich vererbte diese besondere Eigentümlichkeit, solange sie als Mission in die Menschheit einziehen sollte. Ein Volk mußte ausgehen von ihr. Es mußte also ein Volk begründet werden, nicht bloß eine Kultur, wo etwas gelehrt worden war: Was man hellsichtig empfangen hat, kann man lehren. Was jetzt die Menschheit empfangen sollte, das mußte durch physische Vererbung auf die Nachkommen übertragen werden, damit es sich einleben konnte in allen Einzelheiten. Was sollte sich einleben? Es sollte sich das einleben, durch menschliche Kombination zu finden jene Ordnung, die zuerst in die Menschheit hineingetragen worden ist durch Abraham. Wenn man hinaufschaut in die Ordnung der Sterne, so kann man durch Kombination die Ordnung finden. Die Gedanken der Götter haben die Weisen der chaldäischen Astrologie nachgedacht. Nun handelte es sich darum, diesen besonderen Übergang zum Kombinieren, zum logischen Erfassen der Erscheinungen, in der Außenwelt zu finden. Es mußte also vererbt werden eine Eigenschaft in dem physischen Menschenleibe, die aus der Arbeit des Denkens heraus selbst das ergab, was als Ordnung in dem Weltenraum herum ausgebreitet ist. Das wird sehr schön ausgedrückt, indem derjenige, der dem Abraham diese Mission überträgt, sagt: Deine Nachkommen sollen angeordnet sein nach der Ordnung, nach der Zahl der Sterne - was unsinnigerweise die Bibel übersetzt: «Deine Nachkommen sollen sein wie der Sand am Meer.» Es heißt nämlich, es soll in der Nachkommenschaft des Abraham eine Anordnung sein, es soll die Nachkommenschaft so gegliedert sein, daß in ihr ein Nachbild ist der Sterne am Himmel. Das ist auch ausgedrückt in den zwölf Söhnen des Jakob. Sie sind ein Abbild der zwölf Sternbilder. Da kommen die Maße herein, welche am Himmel vorgebildet sind. In der Generationsreihe soll das Abbild sein der Zahl am Himmel. Wie die Zahl in den Himmel eingeschrieben ist, so soll der Generationsreihe eingeschrieben sein die Ordnung der Zahl. Das ist die tiefe Weisheit, die in diesen Worten liegt, die törichterweise übersetzt ist: «Deine Nachkommen sollen sein wie der Sand am Meer.»

[ 27 ] Now we must consider: How the mission was to unfold was not to remain with him alone, but was to become the common heritage of humanity. But since thought was bound to the physical brain, how could it become a common heritage? It could only become a common heritage by being truly transmitted through physical heredity. That is to say, a people had to emerge from this very individuality, in whom this particular characteristic would be inherited, as long as it was to enter humanity as a mission. A people had to emerge from it. A people therefore had to be established, not merely a culture where something had been taught: what one has received clairvoyantly, one can teach. What humanity was now to receive had to be transmitted to posterity through physical inheritance so that it could take root in every detail. What was to take root? What was to take root was the ability to find, through human reasoning, that order which was first brought into humanity by Abraham. When one looks up at the order of the stars, one can find that order through reasoning. The thoughts of the gods were reflected upon by the sages of Chaldean astrology. Now the task was to find this particular transition to combining, to the logical grasping of phenomena, in the external world. A quality therefore had to be inherited in the physical human body that, through the work of thinking, would itself yield what is spread out as order in the space of the world. This is beautifully expressed when the one who entrusts this mission to Abraham says: “Your descendants shall be arranged according to the order, according to the number of the stars”—which the Bible nonsensically translates as: “Your descendants shall be like the sand of the sea.” For it is said that there shall be an arrangement in Abraham’s descendants; the descendants shall be structured in such a way that they reflect the stars in the heavens. This is also expressed in the twelve sons of Jacob. They are a reflection of the twelve constellations. Here the measurements come into play that are prefigured in the heavens. In the generational line, there shall be a reflection of the number in the heavens. Just as the number is inscribed in the heavens, so shall the order of the number be inscribed in the generational line. This is the profound wisdom contained in these words, which have been foolishly translated as: “Your descendants shall be like the sand of the sea.”

[ 28 ] So sehen wir also, welchen Sinn diese ganze Mission des Abraham hat. Aber auch sonst drückt sich wunderbar symbolisch aus gleich dieser ganzen Mission dasjenige, was ein Abbild sein soll der Geheimnisse der Welt. Zunächst fragen wir uns das Folgende: Da soll ja geradezu sozusagen hingeopfert werden das, was altes dämmerhaftes Hellsehen ist. Es soll alles das, was von den frühesten Zeiten her begründet war in der Menschheit, hingeopfert werden. Das soll die innerste Gesinnung sein in dieser ganzen Mission, daß alles empfangen wird als eine Gabe von außen. Was entstehen soll, das soll durch die physische Nachkommenschaft entstehen. Durch sie soll diese Mission in die Welt eintreten. Abraham muß dies selbst als eine Gabe von Gott empfangen. Das geschieht dadurch, daß er zuerst aufgefordert wird, seinen Sohn Isaak zu opfern, und dann davon abgehalten wird. Was empfängt er da eigentlich aus der Hand Gottes? Da empfängt er seine ganze Mission. Denn hätte er den Isaak wirklich geopfert, so hätte er seine ganze Mission hingeopfert. Er bekommt sein Volk zurück, indem er den Isaak zurückbekommt. Er bekommt dasjenige, was er eigentlich geben soll der Welt, das empfängt er als Gabe der göttlichen Weltenordnung in Isaak. So ist das Ganze, was auf Abraham folgt, ein Geschenk des Gottes selber. Das letzte, was noch vorhanden war an Hellsehergabe - Sie werden später einmal verstehen, wie sich die einzelnen Hellsehergaben wiederum ausdrücken; jede einzelne kann man beziehen auf eines der Sternbilder -, die letzte der Hellsehergaben, die freiwillig hingeopfert worden ist, ist an das Sternbild des Widders geknüpft. Daher sehen wir den Widder bei der Opferung des Isaak. Das ist ein symbolischer Ausdruck der Hinopferung der letzten Hellsehergabe für das Eintauschen dafür der Gabe, nach Zahl und Maß die äußeren Welterscheinungen beurteilen zu können. Das ist diese Sendung des Abraham.

[ 28 ] So we see, then, the meaning of this entire mission of Abraham. But beyond that, this entire mission also expresses, in a wonderfully symbolic way, that which is meant to be a reflection of the mysteries of the world. First, let us ask ourselves the following: What is to be sacrificed here, so to speak, is that which is the old, twilight-like clairvoyance. Everything that has been established in humanity since the earliest times is to be sacrificed. This is to be the innermost attitude in this entire mission: that everything is received as a gift from outside. What is to come into being is to come into being through physical offspring. Through them, this mission is to enter the world. Abraham must receive this himself as a gift from God. This happens because he is first called upon to sacrifice his son Isaac, and then prevented from doing so. What does he actually receive there from the hand of God? There he receives his entire mission. For if he had truly sacrificed Isaac, he would have sacrificed his entire mission. He regains his people by regaining Isaac. He receives that which he is actually meant to give to the world; he receives it as a gift of the divine world order in Isaac. Thus, the whole of what follows Abraham is a gift from God Himself. The last of the clairvoyant gifts that remained—you will come to understand later how the individual clairvoyant gifts manifest themselves; each one can be related to one of the constellations—the last of the clairvoyant gifts, which was voluntarily sacrificed, is linked to the constellation of Aries. That is why we see Aries in the sacrifice of Isaac. This is a symbolic expression of the sacrifice of the last clairvoyant gift in exchange for the gift of being able to judge external worldly phenomena by number and measure. This is Abraham’s mission.

[ 29 ] Und wie setzt sich diese Sendung fort? Hingeopfert wird die letzte Hellsehergabe, ausgestoßen muß das werden aus dieser Mission, und wenn es sich noch als Erbschaft zeigt, da wird es sozusagen nicht geduldet innerhalb der gerade fortlaufenden Linie. Bei Joseph zeigt sich ein Rückfall. Der hat seine Träume, der hat die alte Hellsehergabe. Die Brüder stoßen ihn aus. Da zeigt sich, wie diese ganze Mission straff gezogen war: Joseph wird ausgestoßen. Er wandert nach Ägypten, um dort gerade jene Verbindung anzuknüpfen, die jetzt notwendig war, die Verbindung mit dem andern Flügel unserer ganzen Kulturentwickelung, mit der ägyptischen Kultur. Joseph hatte in sich vereinigt dasjenige, was allgemeiner Charakter war innerhalb dieser Mission und zugleich Reste des alten Hellsehens. Er hat in Ägypten eine vollständige Umwälzung hervorgerufen dadurch, daß er korrigiert hat die niedergehende ägyptische Kultur im Sinne seiner Hellsehergabe. Er hat seine Gabe in den Dienst äußerer Einrichtungen gestellt. Das ist dasjenige, was der Kulturmission des Joseph in Ägypten zugrunde liegt.

[ 29 ] And how does this mission continue? The final gift of clairvoyance is sacrificed; it must be cast out of this mission, and even if it still manifests as an inheritance, it is, so to speak, not tolerated within the current line of succession. Joseph experiences a relapse. He has his dreams; he possesses the old gift of clairvoyance. His brothers cast him out. Here we see how strictly this entire mission was organized: Joseph is cast out. He journeys to Egypt to establish precisely the connection that was now necessary—the connection with the other wing of our entire cultural development, with Egyptian culture. Joseph had united within himself that which was of a general nature within this mission and, at the same time, remnants of the old clairvoyance. He brought about a complete upheaval in Egypt by correcting the declining Egyptian culture in accordance with his clairvoyant gift. He placed his gift at the service of external institutions. This is what underlies Joseph’s cultural mission in Egypt.

[ 30 ] Und jetzt sehen wir ein eigentümliches Schauspiel. Jetzt schen wir, wie diejenigen, welche die Missionare waren für das äußere Denken nach Maß und Zahl, nicht mehr auf dem früheren Wege sind, wie sie durch Joseph gerade den äußeren Zusammenhang suchen, indem sie das, was sie nicht hervorbringen konnten aus sich selber, im Widerstrahl suchten in Ägypten. Da ziehen sie hin, da nehmen sie das auf — die Nachkommen des Abraham nehmen in Ägypten auf, was sie brauchen. Daher kann es ihnen kommen. Da ziehen sie dann hin. Was nun zur Weiterorganisation notwendig ist dieser Mission, das wird, weil es nicht von innen hervorgebracht werden kann, durch die ägyptische Einweihung von außen gegeben. Moses bringt das von außen her entgegen und verbindet die ägyptische Kultur mit dieser besonderen Mission des Abraham. Und nun sehen wir, wie das sich fortpflanzt von Generation zu Generation, was menschliches Erfassen der Außenwelt ist, was Erkennen der Außenwelt nach Maß, Gewicht und Zahl ist. Ein neues Element ist eingetreten. Das verpflanzt sich durch die Blutsverwandtschaft und kann sich nur so fortpflanzen, denn es ist gebunden an das, was sich vererben muß. Das ist die zweite der Strömungen.

[ 30 ] And now we witness a peculiar spectacle. Now we see how those who, as missionaries, were concerned with external thought in terms of measure and number, are no longer following the old path; just as through Joseph they sought the external context, so they sought in Egypt, as a reflection, that which they could not produce from within themselves. So they go there, and there they take it in—the descendants of Abraham take in what they need in Egypt. That is why it can come to them. So they go there. What is now necessary for the further organization of this mission—since it cannot be produced from within—is given from the outside through the Egyptian initiation. Moses brings this from the outside and connects Egyptian culture with this particular mission of Abraham. And now we see how this propagates from generation to generation: what constitutes human apprehension of the external world, what constitutes the recognition of the external world in terms of measure, weight, and number. A new element has entered. This is transmitted through blood kinship and can only propagate in this way, for it is bound to that which must be inherited. This is the second of the currents.

[ 31 ] Die dritte der Strömungen ist diejenige, die sich anschließt an Zarathustra, ist das, was zum Ausdruck gekommen ist im uralten Persertum und sich weiterverbreitet hat nach Vorderasien, was wir in den verschiedenen Vorträgen schon kennengelernt haben. Diese drei Strömungen sind es, die da zusammenfließen in dem Christus Jesus. Mit allen drei Strömungen mußte die Individualität, die der Christus Jesus ist, zu tun haben. Sie müssen sich in ihm vereinigen. Wie geschieht das? Das geschieht auf folgende komplizierte Weise. Da haben wir uns zunächst einmal zu vergegenwärtigen, daß das eine, was einfließen soll in die allgemeine Weltenströmung, sechshundert Jahre vor unserer Zeitrechnung in Indien sich abgespielt hat. Zu gleicher Zeit ungefähr hat sich auch etwas innerhalb der babylonisch-chaldäischen Kultur abgespielt dadurch, daß Zarathustra wieder erschienen ist unter dem Namen Zarathos oder Nazarathos im alten Chaldäa. Dort hat er als großer Lehrer gerade in der Zeit gelebt und gewirkt, als einige der auserlesenen Lehrer und Führer des althebräischen Volkes in die babylonische Gefangenschaft geführt worden sind, denn da herein fällt auch die Zeit, wo die Juden in die Gefangenschaft geführt worden sind. Da sehen Sie, wie dazumal die erste Berührung stattfand des hebräischen Volkes mit Zarathos und wie das hebräische Volk durch seine Glieder stand unter dem persönlichen Einfluß des wiedergeborenen Zarathustra oder Zoroaster. Da spielten sich die Ereignisse so ab, wie dies in der Bibel geschildert wird. Da geschah folgendes. Im Beginn unserer Zeitrechnung gab es zwei Elternpaare, die beide Joseph und Maria hießen. Das eine Elternpaar wohnte in Nazareth, das andere in Bethlehem. Der Mann des einen Elternpaares stammte ab von der salomonischen Linie des Hauses David - das war der Mann des bethlehemitischen Paares. Das andere Elternpaar in Nazareth stammte ab aus der nathanischen Linie des Hauses David. Salomo und Nathan sind die beiden Söhne Davids. - Beide Elternpaare haben einen Sohn bekommen. Dem nazarenischen Elternpaar wird eben der nazarenische Jesusknabe geboren, den das LukasEvangelium schildert, und dem bethlehemitischen Elternpaar wird der bethlehemitische Jesusknabe geboren, den das Matthäus-Evangelium schildert. So daß wir zwei Jesusknaben haben im Beginne unserer Zeitrechnung.

[ 31 ] The third of these currents is the one that follows in the footsteps of Zarathustra; it is what found expression in ancient Persian culture and spread onward to the Near East, as we have already learned in the various lectures. It is these three currents that converge in Christ Jesus. The individuality that is Christ Jesus had to engage with all three currents. They must unite within him. How does this happen? It happens in the following complex way. First of all, we must bear in mind that the event intended to flow into the general world current took place in India six hundred years before our era. At about the same time, something also took place within the Babylonian-Chaldean culture through the reappearance of Zarathustra under the name Zarathos or Nazarathos in ancient Chaldea. There he lived and worked as a great teacher precisely at the time when some of the chosen teachers and leaders of the ancient Hebrew people were led into Babylonian captivity, for this also includes the time when the Jews were led into captivity. There you see how the first contact took place at that time between the Hebrew people and Zarathos, and how the Hebrew people, through their members, stood under the personal influence of the reborn Zarathustra or Zoroaster. There the events unfolded as described in the Bible. The following occurred. At the beginning of our era, there were two sets of parents, both named Joseph and Mary. One set lived in Nazareth, the other in Bethlehem. The husband of one set descended from the Solomonic line of the House of David—that was the husband of the Bethlehemite couple. The other couple in Nazareth descended from the Nathanic line of the House of David. Solomon and Nathan are the two sons of David. - Both sets of parents had a son. The Nazareth couple gave birth to the Nazareth boy Jesus, whom the Gospel of Luke describes, and the Bethlehem couple gave birth to the Bethlehem boy Jesus, whom the Gospel of Matthew describes. So we have two Jesus boys at the beginning of our calendar.

[ 32 ] Verfolgen wir den bethlehemitischen Jesusknaben! Wie ist er eigentlich sozusagen als physisches Kind zustande gekommen? Als physisches Kind sehen wir in der physischen Abstammungslinie, die der Schreiber des Matthäus-Evangeliums sehr schön hinaufführt bis zu Abraham, es abstammen aus dieser Linie. Wir müßten den Zug verfolgen von Ur in Chaldäa herüber nach dem Lande Kanaan, dann herüber nach Ägypten und wiederum zurück nach Kanaan. Das würde ungefähr geben den Zug des israelitischen Volkes von Chaldäa herüber nach Palästina, hinüber nach Ägypten und wiederum zurück. Das waren die Vorfahren des bethlehemitischen Jesusknaben. Und indem er das Blut dieser Vorfahren in sich trug, hat er sozusagen diesen Zug durchgemacht. Jene Individualität, welche sich nun verkörpern wollte in diesem bethlehemitischen Jesusknaben, die machte, wenn auch verkürzt, rasch denselben Weg durch. Das war jene Individualität, die als Zarathustra gewirkt hat im alten Chaldäa. So kam in dem Moment, wo der bethlehemitische Jesusknabe geboren war, eine geistige Individualität, die genau die Züge des Abraham zuerst nachmachte geistig von Chaldäa nach Kanaan. Hier wurde sie hineingeboren in den bethlehemitischen Jesusknaben. Dann mußte sie kurz den Zug nachmachen nach Ägypten und wiederum zurück später, bis sie sich in Nazareth niederließ. Da haben Sie die Individualität, die sozusagen geistig den ganzen Zug des Volkes Israel durchmachte. Sie können diesen Zug durchgehen, den Sie geschildert haben in der Bibel, und Sie werden finden, daß es stimmt. Die Bibel schildert besser als alle äußeren Urkunden. Was in der Akasha-Chronik zu finden ist für den hellseherischen Blick, das wird durch die Bibel gedeckt: der Zug, den das israelitische Volk durchgemacht hat von Chaldäa nach Kanaan hinüber nach Ägypten und zurück. Und wunderbar sind überall die Parallelen. Wer führt die Juden nach Ägypten? Die Träume eines Joseph führen sie hinüber. Wer führt den bethlehemitischen Jesusknaben nach Ägypten? Die Träume auch eines Joseph, seines Vaters. Bis zu diesen Einzelheiten gehen diese Parallelen. Es ist wiederum eine besondere Hellsehergabe, die geblieben ist, die die Verbindung herstellt.

[ 32 ] Let us trace the origins of the infant Jesus of Bethlehem! How, so to speak, did he come into being as a physical child? As a physical child, we see him descending from the physical lineage that the author of the Gospel of Matthew so beautifully traces back to Abraham. We would have to trace the journey from Ur in Chaldea over to the land of Canaan, then over to Egypt, and back again to Canaan. That would roughly correspond to the journey of the Israelite people from Chaldea over to Palestine, across to Egypt, and back again. These were the ancestors of the infant Jesus of Bethlehem. And because he carried the blood of these ancestors within him, he underwent this journey, so to speak. That individuality which now sought to incarnate itself in this Jesus child of Bethlehem swiftly retraced the same path, albeit in abbreviated form. That was the very individuality that had worked as Zarathustra in ancient Chaldea. Thus, at the moment the Bethlehemite child Jesus was born, a spiritual individuality came into being that first spiritually retraced Abraham’s exact path from Chaldea to Canaan. Here it was born into the Bethlehemite child Jesus. Then it had to briefly follow the journey to Egypt and back again later, until it settled in Nazareth. There you have the individuality that, so to speak, spiritually underwent the entire journey of the people of Israel. You can trace this journey, which you have described in the Bible, and you will find that it is true. The Bible describes it better than any external document. What can be found in the Akashic Records for the clairvoyant eye is confirmed by the Bible: the journey the Israelite people undertook from Chaldea to Canaan, across to Egypt, and back. And the parallels are marvelous throughout. Who leads the Jews to Egypt? Joseph’s dreams lead them there. Who leads the Bethlehemite boy Jesus to Egypt? The dreams of another Joseph, his father. These parallels extend down to these details. It is, once again, a special clairvoyant gift that has remained, which establishes the connection.

[ 33 ] In diesen bethlehemitischen Jesusknaben wird also hineingeboren, nachdem er empfangen hat das Element, das durch Abraham in die Menschheit gekommen ist durch Vererbung, die Individualität des Zarathustra. Und diejenigen, die in den chaldäischen Geheimschulen verbunden waren mit Zarathustra, die verfolgen jetzt den Weg. In der geistigen Welt geht vor ihnen her ihr Stern: Zoroaster selber, der hingeht, um geboren zu werden in Bethlehem. Sie können sie verfolgen, die drei Magier, sie treten auf in der Bibel. Sie kennen ihn, der da lebt im bethlehemitischen Jesusknaben.

[ 33 ] Thus, the individuality of Zarathustra is born into these Bethlehemite Jesus-children after they have received the element that entered humanity through Abraham by inheritance. And those who were connected to Zarathustra in the Chaldean mystery schools are now following the path. In the spiritual world, their star goes before them: Zoroaster himself, who is going to be born in Bethlehem. You can follow them, the three Magi; they appear in the Bible. They know him who lives there in the Bethlehem child Jesus.

[ 34 ] Das ist der eine der Jesusknaben, der bethlehemitische. In dem andern Jesusknaben, der nur durch eine Reise eben auch in Bethlehem geboren worden ist, da lebt allerdings nun etwas ganz anderes, da lebt etwas, das sich schon dadurch ankündigt, daß dieser Jesusknabe in allen seinen Eigenschaften anders war als der bethlehemitische Jesusknabe. Der bethlehemitische Jesusknabe zeigt sich von Anfang an als ein außerordentlich über alles Menschenmaß hinausgehend begabter Mensch, denn er hatte eine gewaltige Individualität in sich. Er war begabt für alles dasjenige, was die Menschheit sich an Kulturmitteln bisher erobert hatte. Er zeigte sich für alles, was man aus der Umgebung lernen konnte, außerordentlich begabt. Der nazarenische Jesusknabe war gar nicht begabt für die äußeren Dinge der Kultur. Er hatte nur eine tief, tief gemütvolle Innerlichkeit. Gerade die Eigenschaft des Seelisch-Gemütvollen war in ihm ausgebildet. Er war aber dagegen nicht begabt, um das zu lernen, was äußerlich an Kulturmitteln vorhanden war. Dafür hatte er keine Neigung. Er hatte etwas, wovon sich die Menschen gar keine Ahnung machen können, in bezug auf Unterscheidung von Gut und Böse. Aber es war ihm fremd, was auf der Erde an Kultur entstanden war. Das war aus dem Grunde ihm fremd, weil in ihm etwas geboren worden war, das die ganze Menschheitsentwickelung nicht mitgemacht hatte.

[ 34 ] This is one of the Jesus children, the one from Bethlehem. In the other Jesus child—who was born in Bethlehem only because of a journey—something quite different is at work; something that reveals itself simply in the fact that this Jesus child was different in every way from the one from Bethlehem. From the very beginning, the Bethlehemite Jesus-child revealed himself to be a person of extraordinary talent, far surpassing the ordinary human measure, for he possessed a powerful individuality within him. He was gifted in everything that humanity had hitherto acquired in terms of cultural achievements. He showed himself to be extraordinarily gifted in everything that could be learned from his surroundings. The Nazarene Jesus child was not at all gifted for the external aspects of culture. He possessed only a deeply, deeply soulful inner life. It was precisely this quality of soulfulness that was developed within him. He was, however, not gifted to learn what was available externally in terms of cultural resources. He had no inclination for that. He possessed something of which people can have no conception whatsoever, regarding the distinction between good and evil. But what had developed on earth in terms of culture was foreign to him. It was foreign to him for the reason that something had been born within him that had not undergone the entire course of human development.

[ 35 ] Wir verstehen das, wenn wir uns folgendes überlegen. In der alten lemurischen Zeit hat stattgefunden innerhalb der Menschheit dasjenige, was wir den luziferischen Einfluß nennen. Da haben sich die luziferischen Mächte eingeschlichen in den Astralleib des Menschen. Dadurch ist die Menschheit geworden, was sie geworden ist. Nun mußten dazumal die leitenden Mächte vom Ätherleib des Menschen ein Stück zurückbehalten, damit dieses nicht infiziert wurde von alldem, was der astralische Leib ihm geben konnte, der unter dem luziferischen Einfluß stand. Es wurde ein Teil des Ätherleibes dem Einfluß des Astralleibes entzogen dadurch, daß der Mensch einen Einfluß nur behielt auf seinen Ätherleib, insofern er ein wollendes und fühlendes Wesen ist, nicht aber in bezug auf alles Denkerische. Das wurde sozusagen zurückbehalten und aus der geistig-göttlichen Welt von oben herunter geleitet. Daher haben die Menschen vom Anfang ihres Erdenwerdens sozusagen ihre individuellen Begierden und persönlichen Gefühle, und sie konnten nicht ihre persönlichen Gedanken haben, auch nicht den Ausdruck der persönlichen Gedanken, die Sprache. Das Denken war ein solches, das durch eine durchgehende Geistigkeit bei allen gleich geleitet worden ist. Dadurch denken alle gleich. Aber auch die Sprache wurde von den Volksgöttern wenigstens geleitet, so daß nicht jeder Mensch seine eigene Sprache hat. Dasjenige also, was sich im Sprachgeist ausdrückt, wurde in bezug auf den Ätherleib entrückt der Willkür der einzelnen Persönlichkeit, das wurde zurückgehalten. Was damals in der lemurischen Zeit zurückbehalten worden ist, die Paradiesesmythe erzählt es: Der Mensch hat genossen vom Baum der Erkenntnis, aber nicht vom Baum des Lebens; hat eine eigene Willkür gekriegt in bezug auf das Wollen; aber was damals den Menschen nicht gegeben worden ist, das wurde jetzt durch geheimnisvolle Vorgänge übertragen an diesen Jesusknaben, an den nazarenischen Jesusknaben, dessen Ätherleib das war. Da war dasjenige, was der Menschheit im Anbeginn entzogen worden war, und das hinderte den nazarenischen Jesusknaben, Interesse an dem zu haben, was sich die Menschheit erarbeitet hatte an Kultur. Er hatte etwas viel Ursprünglicheres, was erinnerte an die Zeit, wo die Menschheit noch nicht in die Sünde der Willkür des einzelnen verfallen war. Das drückt der Schreiber des Lukas-Evangeliums aus dadurch, daß er den Stammbaum bis zu Adam hinaufführt. So daß also in dem nazarenischen Jesusknaben etwas erscheint, was in Adam gesunken war, was dem luziferischen Einfluß entzogen war. Was die Menschheit vor diesem luziferischen Einfluß war, das war in diesem nazarenischen Jesusknaben.

[ 35 ] We can understand this if we consider the following. In the ancient Lemurian era, what we call the Luciferic influence took hold within humanity. The Luciferic forces crept into the human astral body. As a result, humanity became what it is today. At that time, the guiding forces had to hold back a portion of the human etheric body so that it would not be infected by everything the astral body—which was under the Luciferic influence—could impart to it. A part of the etheric body was thus withdrawn from the influence of the astral body, in that the human being retained influence over his etheric body only insofar as he is a willing and feeling being, but not in regard to anything intellectual. This was, so to speak, held back and guided down from the spiritual-divine world above. Therefore, from the beginning of their existence on Earth, human beings have, so to speak, their individual desires and personal feelings, and they could not have their own personal thoughts, nor the expression of personal thoughts, which is language. Thinking was such that it was guided by a continuous spirituality in the same way for everyone. Thus, everyone thinks alike. But language, too, was at least guided by the folk gods, so that not every human being has their own language. That which is expressed in the spirit of language was, in relation to the etheric body, removed from the arbitrariness of the individual personality; it was withheld. What was withheld back then in the Lemurian epoch is recounted in the myth of Paradise: Man partook of the Tree of Knowledge, but not of the Tree of Life; he gained his own free will with regard to volition; but what was not given to man back then was now transmitted through mysterious processes to this Jesus-child, to the Nazarene Jesus-child, whose etheric body it was. There was that which had been withheld from humanity in the beginning, and this prevented the Nazarene boy Jesus from taking an interest in what humanity had developed in terms of culture. He possessed something far more primordial, reminiscent of the time when humanity had not yet fallen into the sin of the individual’s arbitrariness. The writer of the Gospel of Luke expresses this by tracing the genealogy back to Adam. Thus, in the Nazarene Jesus-child, something appears that had sunk into Adam, something that was withdrawn from the Luciferic influence. What humanity was before this Luciferic influence was present in this Nazarene Jesus-child.

[ 36 ] Diese beiden Jesusknaben lebten nebeneinander. Als sie beide zwölf Jahre alt waren, geschah folgendes. Da entschloß sich der Zarathustra in dem bethlehemitischen Jesusknaben, hinüberzugehen mit seiner Individualität in den nazarenischen Jesusknaben. Das wird angedeutet in der Bibel in dem Ereignis, das man nennt das Verlorengehen des zwölfjährigen Jesus, wo da die Eltern erstaunt sind, ihn wiederum zu finden. Er war ganz anders, als er vorher war, der nazarenische Jesusknabe. Jetzt auf einmal hat er Interesse an der äußeren Kultur, weil Zarathustras Individualität in ihm war. Das war in jenem Zeitmoment geschehen, der in der Bibel geschildert ist bei dem Verlorengehen des zwölfjährigen Jesus. Es war noch etwas anderes geschehen. Bei der Geburt des nazarenischen Jesusknaben senkte sich in den astralischen Leib herunter dasjenige, was wir nennen können die spätere Verkörperung des Buddha. Der Buddha in seinem Ätherleib bei seiner Wiederverkörperung war verbunden nun von der Geburt an mit diesem nazarenischen Jesusknaben, so daß wir in der Aura des nazarenischen Jesusknaben im astralischen Leibe den Buddha haben. Das wird im Lukas-Evangelium tiefsinnig angedeutet. Es wird erzählt in der indischen Legende, daß es gab einen merkwürdigen Weisen zur Zeit, als der Königssohn Gautama Buddha geboren wurde, der der Buddha werden sollte. Da lebte Asita. Der hatte erfahren, durch seine hellseherischen Fähigkeiten, daß jetzt der Bodhisattva geboren worden sei. Er sah sich den Knaben an im Königsschlosse und war voller Enthusiasmus. Er fing an zu weinen. Warum weinest du? - fragt ihn der König. O König, es steht nichts bevor von Unglück etwa, im Gegenteil: derjenige, der da geboren worden ist, der ist der Bodhisattva und wird der Buddha werden. Ich weine, weil ich als alter Mann nicht mehr erleben kann, diesen Buddha zu schauen. - Dann stirbt Asita. Der Bodhisattva wird zum Buddha. Der Buddha steigt herab und vereinigt sich mit der Aura des nazarenischen Jesusknaben, um sein Scherflein beizutragen zu dem großen Ereignis in Palästina. Zur selben Zeit wird durch eine karmische Verknüpfung wiedergeboren der alte Asita. Er wird der alte Simeon. Und dieser sieht jetzt den Buddha, der dieses aus einem Bodhisattva geworden war. Was er damals in Indien, sechshundert Jahre vor unserer Zeitrechnung, nicht hat sehen können, das Buddhawerden, jetzt sah er es, als in der Aura des nazarenischen Jesusknaben, den er auf seinen Armen hält, der Buddha schwebte, und jetzt sagte er das schöne Wort: «Nun lässest du, Herr, deinen Diener in Frieden fahren, denn ich habe meinen Meister gesehen», den Buddha in der Aura des Jesusknaben.

[ 36 ] These two young Jesus figures lived side by side. When they were both twelve years old, the following happened. Then the Zarathustra within the Bethlehemite Jesus boy decided to cross over with his individuality into the Nazarene Jesus boy. This is hinted at in the Bible in the event known as the loss of the twelve-year-old Jesus, where his parents are astonished to find him again. He was completely different from what he had been before, the Nazarene Jesus boy. Now, all of a sudden, he took an interest in external culture, because Zarathustra’s individuality was within him. This happened at that very moment described in the Bible regarding the loss of the twelve-year-old Jesus. Something else had also happened. At the birth of the Nazarene Jesus boy, that which we might call the later incarnation of the Buddha descended into the astral body. The Buddha, in his etheric body at the time of his reincarnation, was now connected from birth with this Nazarene boy Jesus, so that in the aura of the Nazarene boy Jesus, in the astral body, we have the Buddha. This is profoundly hinted at in the Gospel of Luke. It is told in the Indian legend that there was a remarkable sage at the time when the prince Gautama Buddha was born, who was to become the Buddha. There lived Asita. He had learned, through his clairvoyant abilities, that the Bodhisattva had now been born. He looked at the boy in the royal palace and was filled with enthusiasm. He began to weep. “Why are you weeping?” the king asked him. “O King, no misfortune is imminent; on the contrary: the one who has been born there is the Bodhisattva and will become the Buddha. I weep because, as an old man, I will no longer be able to witness this Buddha.” Then Asita dies. The Bodhisattva becomes the Buddha. The Buddha descends and unites with the aura of the Nazarene boy Jesus to contribute his small part to the great event in Palestine. At the same time, through a karmic connection, the old Asita is reborn. He becomes the old Simeon. And he now sees the Buddha, who had become one from a Bodhisattva. What he had not been able to see back then in India, six hundred years before our era—the becoming of the Buddha—he now saw it, as the Buddha hovered in the aura of the Nazarene Jesus child whom he held in his arms, and now he spoke these beautiful words: “Now, Lord, you let your servant depart in peace, for I have seen my Master,” the Buddha in the aura of the boy Jesus.

[ 37 ] So sehen wir, wie die drei Strömungen zusammenfließen: durch das Blut herunter die Strömung des Abraham, durch die Individualität des bethlehemitischen Jesusknaben die Zarathustra-Strömung, und die dritte Strömung dadurch, daß der Buddha in seinen Ätherleib oder Nirmanakaya herniederschwebt und gesehen wird von den Hirten. So sehen wir diese drei Strömungen zusammenfließen. Und wie diese weiterleben innerhalb des Christentums, wie derjenige, der dann lebt in dem mit der Individualität des Zarathustra begabten nazarenischen Jesusknaben, diese Strömungen weiterführt, kann nur ein anderes Mal dargestellt werden.

[ 37 ] Thus we see how the three currents converge: the current of Abraham flowing down through the blood; the Zarathustra current through the individuality of the Bethlehemite Jesus-child; and the third current through the Buddha descending into his etheric body, or Nirmanakaya, and being seen by the shepherds. Thus we see these three currents converging. And how these continue to live on within Christianity, how the one who then lives in the Nazarene Jesus child endowed with the individuality of Zarathustra carries these currents forward, can only be described another time.

[ 38 ] Gesagt soll noch werden, daß, nachdem die Zarathustra-Individualität herübergegangen ist in die Persönlichkeit, in den Körper des nazarenischen Jesusknaben, daß da allmählich der bethlehemitische Jesusknabe dahinsiechte und bald starb.

[ 38 ] It should also be noted that, after the individuality of Zarathustra had passed into the personality, into the body of the Nazarene boy Jesus, the Bethlehem boy Jesus gradually wasted away and soon died.

[ 39 ] Das Wichtige ist, daß Sie verstehen, wie diese Führung der Zarathustra-Individualität in den Jesusknaben sich vollzogen hat. Sie wissen, daß die Entwickelung des Menschen so vor sich geht, daß von der Geburt bis zum siebenten Lebensjahr die Entwickelung des physischen Leibes vor sich geht, vom siebenten bis vierzehnten Jahre die Entwickelung des Ätherleibes stattfindet, die besondere Entfaltung, und daß dann der Astralleib geboren wird. Ein besonderes Ich, eine Egoität, wie sie ja in der lemurischen Zeit geboren wurde im Menschen, war gar nicht im nazarenischen Jesusknaben. Hätte er sich fortentwickelt, ohne daß der Zarathustra hinübergegangen wäre, so hätte kein Ich geboren werden können. Er hatte, was als heilige drei Glieder, wie sie waren vor dem Sündenfall, zusammengefügt worden war: physischer Leib, Ätherleib und Astralleib, und bekam erst da die Begabung mit dem Ich durch den Zarathustra. Das alles gliederte sich in wunderbarer Weise zusammen. In den Evangelien haben wir die Tatsachen widergespiegelt, die in der Akasha-Chronik zu finden sind.

[ 39 ] The important thing is that you understand how this guidance of the Zarathustra individuality took place within the child Jesus. You know that human development proceeds in such a way that from birth to the age of seven the physical body develops, from the seventh to the fourteenth year the etheric body develops—its specific unfolding—and that the astral body is then born. A distinct ego, an individuality such as was born in human beings during the Lemurian epoch, was entirely absent in the Nazarene Jesus child. Had he continued to develop without Zarathustra having passed over, no ego could have been born. He possessed what had been brought together as the three sacred members, as they were before the Fall: the physical body, the etheric body, and the astral body, and it was only then that he received the gift of the I through Zarathustra. All of this came together in a wondrous way. In the Gospels, we have reflected the facts that can be found in the Akashic Records.

[ 40 ] Ich habe nur skizzenhaft erzählen können einzelne Züge des Zusammenströmens dieser großen, gewaltigen Geistesströme des Buddha, des Zarathustra und des althebräischen Stromes da in Vorderasien, wo im Beginne unserer Zeitrechnung das Christentum diese drei Strömungen wieder geboren hat. Das sind ein paar Linien, die wir ein andermal fortsetzen können.

[ 40 ] I have been able to sketch only briefly certain aspects of the convergence of these great, powerful spiritual currents—those of the Buddha, Zarathustra, and the ancient Hebrew tradition—in the Near East, where, at the beginning of our era, Christianity gave new life to these three currents. These are just a few points that we can continue to explore another time.