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The Rudolf Steiner Archive

a project of Steiner Online Library, a public charity

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The Gospel of John
and the Three Other Gospels
GA 117a

3 January 1910, Stockholm

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Das Johannes-Evangelium und die drei anderen Evangelien, 1st ed.
  1. The Gospel of John and the Three Other Gospels, tr. SOL

Erster Vortrag

Erster Vortrag

Sehr verehrte Anwesende!

Sehr verehrte Anwesende!

[ 1 ] Sie haben von mir gewünscht, dass in diesem Zyklus über das Johannes-Evangelium in seinem Zusammenhang mit den drei anderen Evangelien gesprochen werde. Das heißt: Es hat sich bei Ihnen die Ansicht [eingelebt], dass die Denkweise der theosophischen Weltanschauung vieles in sich schließt, was zum Verständnis des Christentums beitragen kann. Dass dies der Fall ist, und dass die Evangelien, insbesondere das Johannes-Evangelium, in unserer Zeit eine besondere Mission zu den Menschen haben, das werden diese Vorträge zu zeigen haben. Sie werden insbesondere zeigen, wie das Christentum sich nach und nach aus fernen Zeitperioden entwickelt hat, wie es eine lange Zukunft vor sich hat, und wie die Theosophie durch die Einsichten, die sie zu eröffnen berufen ist, ein anderes Gebiet für die Forschung über die Evangelien aufschließt.

[ 1 ] Sie haben von mir gewünscht, dass in diesem Zyklus über das Johannes-Evangelium in seinem Zusammenhang mit den drei anderen Evangelien gesprochen werde. Das heißt: Es hat sich bei Ihnen die Ansicht [eingelebt], dass die Denkweise der theosophischen Weltanschauung vieles in sich schließt, was zum Verständnis des Christentums beitragen kann. Dass dies der Fall ist, und dass die Evangelien, insbesondere das Johannes-Evangelium, in unserer Zeit eine besondere Mission zu den Menschen haben, das werden diese Vorträge zu zeigen haben. Sie werden insbesondere zeigen, wie das Christentum sich nach und nach aus fernen Zeitperioden entwickelt hat, wie es eine lange Zukunft vor sich hat, und wie die Theosophie durch die Einsichten, die sie zu eröffnen berufen ist, ein anderes Gebiet für die Forschung über die Evangelien aufschließt.

[ 2 ] In der Tat, wenn wir die Stellung betrachten, welche die Führer der modernen Geistesbewegung zu den Evangelien einnehmen, so können wir dieselbe nicht anders als immer mehr ablehnend charakterisieren. Das kann auch erklärlich sein, wenn gerade keine anderen Quellen als die bisher bekannten vorgekommen wären.

[ 2 ] In der Tat, wenn wir die Stellung betrachten, welche die Führer der modernen Geistesbewegung zu den Evangelien einnehmen, so können wir dieselbe nicht anders als immer mehr ablehnend charakterisieren. Das kann auch erklärlich sein, wenn gerade keine anderen Quellen als die bisher bekannten vorgekommen wären.

[ 3 ] Was sollen nun die Evangelien dem Menschen, der an sie herantritt, bieten? Sie sollen ihm eine Erleuchtung, eine Erklärung des großen Ereignisses geben, das sich in der Menschheitsentwicklung eingestellt hat: das Christus-Ereignis. Wenn aber der heutige Mensch zu diesem Zwecke an die Evangelien herantritt, da findet er keine befriedigende Darstellung dieses Ereignisses. Anstatt einer Darstellung findet er deren vier, findet Verschiedenheiten und Widersprüche in den Evangelien. Zum Beispiel: Matthäus und Lukas erzählen, [die Kindheitsgeschichte des Jesus in unterschiedlicher Weise].

[ 3 ] Was sollen nun die Evangelien dem Menschen, der an sie herantritt, bieten? Sie sollen ihm eine Erleuchtung, eine Erklärung des großen Ereignisses geben, das sich in der Menschheitsentwicklung eingestellt hat: das Christus-Ereignis. Wenn aber der heutige Mensch zu diesem Zwecke an die Evangelien herantritt, da findet er keine befriedigende Darstellung dieses Ereignisses. Anstatt einer Darstellung findet er deren vier, findet Verschiedenheiten und Widersprüche in den Evangelien. Zum Beispiel: Matthäus und Lukas erzählen, [die Kindheitsgeschichte des Jesus in unterschiedlicher Weise].

[ 4 ] Und so sagt man: Das stimmt nicht überein, das kann nicht richtig sein; und so versucht unsere heutige Kritik zu zeigen, dass [Lücke in der Mitschrift].

[ 4 ] Und so sagt man: Das stimmt nicht überein, das kann nicht richtig sein; und so versucht unsere heutige Kritik zu zeigen, dass [Lücke in der Mitschrift].

[ 5 ] Es ist ja bekannt, wie unter dem Einfluss gesagter Anschauung allmählich die Autorität der Evangelien schwindet, und wie man mehr und mehr glaubt, eine Art von gemeinsamer Grundlage aus den vier Evangelien herauskristallisieren zu können, und wie man in gewissen radikalen Kreisen sogar geneigt ist, das Ganze abzulehnen. Gerade schlimm ist es dabei demjenigen Evangelium gegangen, das am tiefsten zu unserem Herzen spricht. Man sagt: In den drei ersten Evangelien lässt sich ein geschichtlicher, historischer Kern finden. Das Johannes-Evangelium aber unterscheidet sich so sehr von den anderen, dass man glauben muss, dass es viel später geschrieben und ohne Bedeutung ist. In anderen Kreisen misst man zwar den Synoptikern eine gewisse geschichtliche Bedeutung zu, meint aber, dass das Johannes-Evangelium eine Art von Hymnus sei, durch welchen die ersten Christen ihren Glauben an Christus ausdrücken wollten.

[ 5 ] Es ist ja bekannt, wie unter dem Einfluss gesagter Anschauung allmählich die Autorität der Evangelien schwindet, und wie man mehr und mehr glaubt, eine Art von gemeinsamer Grundlage aus den vier Evangelien herauskristallisieren zu können, und wie man in gewissen radikalen Kreisen sogar geneigt ist, das Ganze abzulehnen. Gerade schlimm ist es dabei demjenigen Evangelium gegangen, das am tiefsten zu unserem Herzen spricht. Man sagt: In den drei ersten Evangelien lässt sich ein geschichtlicher, historischer Kern finden. Das Johannes-Evangelium aber unterscheidet sich so sehr von den anderen, dass man glauben muss, dass es viel später geschrieben und ohne Bedeutung ist. In anderen Kreisen misst man zwar den Synoptikern eine gewisse geschichtliche Bedeutung zu, meint aber, dass das Johannes-Evangelium eine Art von Hymnus sei, durch welchen die ersten Christen ihren Glauben an Christus ausdrücken wollten.

[ 6 ] Ganz äußerlich könnten wir eine geschichtliche Frage aufstellen: Haben die Menschen der ersten Jahrhunderte des Christentums die Evangelien in der Hand gehabt, haben sie dieselben wirklich studiert? Die Antwort ist: So allgemein gelesen, das heißt studiert, wie seit einigen Jahrhunderten wurden die Evangelien noch im Mittelalter nicht. Erst die Buchdrucker haben es möglich gemacht, dass alle Menschen das Wort des Evangeliums lesen können.

[ 6 ] Ganz äußerlich könnten wir eine geschichtliche Frage aufstellen: Haben die Menschen der ersten Jahrhunderte des Christentums die Evangelien in der Hand gehabt, haben sie dieselben wirklich studiert? Die Antwort ist: So allgemein gelesen, das heißt studiert, wie seit einigen Jahrhunderten wurden die Evangelien noch im Mittelalter nicht. Erst die Buchdrucker haben es möglich gemacht, dass alle Menschen das Wort des Evangeliums lesen können.

[ 7 ] Wenn wir in frühere Jahrhunderte zurückgehen, da finden wir, dass nur wenige die Evangelien in die Hand bekamen, und dass diese wenigen diejenigen waren, welche die gelehrtesten, die kundigsten Menschen waren: die Führer und Lehrer. Diese aber nahmen, merkwürdig genug, keinen Anstoß an den Widersprüchen, die sich zwischen den einzelnen Evangelien ergeben. Und wenn wir das vorherrschende Gefühl, das diese Verschiedenheiten hervorriefen, bezeichnen wollen, so war es ein tiefer Dank, dass es nicht eine Urkunde, sondern gerade vier waren. Erst in dem Augenblick, da das Evangelium populärer wurde, fand man die Widersprüche; da erst verstand man es, sich an den Widersprüchen zu stoßen.

[ 7 ] Wenn wir in frühere Jahrhunderte zurückgehen, da finden wir, dass nur wenige die Evangelien in die Hand bekamen, und dass diese wenigen diejenigen waren, welche die gelehrtesten, die kundigsten Menschen waren: die Führer und Lehrer. Diese aber nahmen, merkwürdig genug, keinen Anstoß an den Widersprüchen, die sich zwischen den einzelnen Evangelien ergeben. Und wenn wir das vorherrschende Gefühl, das diese Verschiedenheiten hervorriefen, bezeichnen wollen, so war es ein tiefer Dank, dass es nicht eine Urkunde, sondern gerade vier waren. Erst in dem Augenblick, da das Evangelium populärer wurde, fand man die Widersprüche; da erst verstand man es, sich an den Widersprüchen zu stoßen.

[ 8 ] Sollen denn wirklich in den ersten Jahrhunderten nach Christus diese gelehrten und hoch entwickelten Kenner des Christentums so wenig Einsicht, so wenig Vernunft und Verstand gehabt haben, um für die Widersprüche dankbar zu sein? Nein, so kann es nicht sein. Eine andere Erklärung muss es für diese bedeutsame Tatsache geben.

[ 8 ] Sollen denn wirklich in den ersten Jahrhunderten nach Christus diese gelehrten und hoch entwickelten Kenner des Christentums so wenig Einsicht, so wenig Vernunft und Verstand gehabt haben, um für die Widersprüche dankbar zu sein? Nein, so kann es nicht sein. Eine andere Erklärung muss es für diese bedeutsame Tatsache geben.

[ 9 ] Wenn wir in die Seelen der ersten Bekenner des Christentums zu schauen suchen, so müssen wir finden, dass sie dem ChristusMysterium gegenüber das Gefühl hatten, dass dieses etwas ist, das der Mensch nicht ohne Weiteres verstehen kann, und daher haben sie sich gesagt, es sei gut, dass vier Schilderer beschrieben haben, was sie von demselben verstanden haben. Wenn wir zum Beispiel dieses Pult von dieser Seite her fotografieren, so kann jemand dasselbe auch von der entgegengesetzten Seite fotografieren; man hat da zwei Fotografien davon. In derselben Weise kann man das Pult von den beiden anderen Seiten fotografieren. Man hat so vier Bilder von dem Pulte. Wer aus diesen vier Bildern ein Gesamtbild zusammensetzt, der kann sagen, dass er weiß, wie das Pult aussieht.

[ 9 ] Wenn wir in die Seelen der ersten Bekenner des Christentums zu schauen suchen, so müssen wir finden, dass sie dem ChristusMysterium gegenüber das Gefühl hatten, dass dieses etwas ist, das der Mensch nicht ohne Weiteres verstehen kann, und daher haben sie sich gesagt, es sei gut, dass vier Schilderer beschrieben haben, was sie von demselben verstanden haben. Wenn wir zum Beispiel dieses Pult von dieser Seite her fotografieren, so kann jemand dasselbe auch von der entgegengesetzten Seite fotografieren; man hat da zwei Fotografien davon. In derselben Weise kann man das Pult von den beiden anderen Seiten fotografieren. Man hat so vier Bilder von dem Pulte. Wer aus diesen vier Bildern ein Gesamtbild zusammensetzt, der kann sagen, dass er weiß, wie das Pult aussieht.

[ 10 ] So haben vier Persönlichkeiten uns das große Christus-Ereignis beschrieben, und man muss diese vier Bilder zusammennehmen. Da kann man sich nach und nach zu einem völligen Verständnis des Ereignisses erhöhen.

[ 10 ] So haben vier Persönlichkeiten uns das große Christus-Ereignis beschrieben, und man muss diese vier Bilder zusammennehmen. Da kann man sich nach und nach zu einem völligen Verständnis des Ereignisses erhöhen.

[ 11 ] Nun fragt es sich: Wie kann es vier verschiedene Urkunden geben? Was will jedes Evangelium über das große Christus-Ereignis sagen? Jedes Evangelium geht von der Voraussetzung aus, dass man dieses Ereignis nicht mit äußerlicher Erkenntnis begreifen kann, und dass es nötig ist, dasselbe vom Standpunkt eines Eingeweihten, eines Initiierten zu betrachten. Vom Standpunkt des Sehers ist ein jedes Evangelium geschrieben.

[ 11 ] Nun fragt es sich: Wie kann es vier verschiedene Urkunden geben? Was will jedes Evangelium über das große Christus-Ereignis sagen? Jedes Evangelium geht von der Voraussetzung aus, dass man dieses Ereignis nicht mit äußerlicher Erkenntnis begreifen kann, und dass es nötig ist, dasselbe vom Standpunkt eines Eingeweihten, eines Initiierten zu betrachten. Vom Standpunkt des Sehers ist ein jedes Evangelium geschrieben.

[ 12 ] Nun gab es in den vorchristlichen Zeiten vier Arten der Einweihung, vier Arten des Sehertums. Und nur wenn man daran denkt, dass es vier Arten von Einweihung gab, kann man verstehen, dass jedes Evangelium auf dem Grund einer besonderen Einweihung geschrieben ist.

[ 12 ] Nun gab es in den vorchristlichen Zeiten vier Arten der Einweihung, vier Arten des Sehertums. Und nur wenn man daran denkt, dass es vier Arten von Einweihung gab, kann man verstehen, dass jedes Evangelium auf dem Grund einer besonderen Einweihung geschrieben ist.

[ 13 ] Was ist denn ein Eingeweihter? Das ist ein Mensch, dessen Erkenntniskräfte nicht auf die äußere Welt beschränkt sind, und der seine geistigen Organe entwickelt hat, sodass er in die geistigen Welten hineinblicken kann.

[ 13 ] Was ist denn ein Eingeweihter? Das ist ein Mensch, dessen Erkenntniskräfte nicht auf die äußere Welt beschränkt sind, und der seine geistigen Organe entwickelt hat, sodass er in die geistigen Welten hineinblicken kann.

[ 14 ] Nun kann man am Menschen nur das entwickeln, was in Form von Anlagen in ihm vorhanden ist. Man unterscheidet drei Grundkräfte beim Menschen: die Denkkraft, die Kraft des Fühlens und die Kraft des Wollens. Im gewöhnlichen menschlichen Leben sind diese drei Kräfte nur bis zu einem gewissen Grade entwickelt. Bei einem Eingeweihten waren sie durch die sogenannten Mysterien stark aufgetrieben. Da man aber fand, dass bei ein und demselben Menschen alle drei Kräfte gleichmäßig nur bis zu einem gewissen Grade entwickelt werden konnten, wurden die Einzuweihenden, je nach ihren Anlagen, in drei Klassen eingeteilt, in welchen nur eine der drei Kräfte besonders entwickelt wurde. So wurde in den ägyptischen, persischen und griechischen Mysterien gesagt: Wir bilden gewisse Menschen so aus, dass die Kraft des Denkens besonders stark wird /Lücke in der Mitschrift] bis zum Sehertum [Lücke in der Mitschrift] bei anderen Menschen die Kraft des Wollens [Lücke in der Mitschrift].

[ 14 ] Nun kann man am Menschen nur das entwickeln, was in Form von Anlagen in ihm vorhanden ist. Man unterscheidet drei Grundkräfte beim Menschen: die Denkkraft, die Kraft des Fühlens und die Kraft des Wollens. Im gewöhnlichen menschlichen Leben sind diese drei Kräfte nur bis zu einem gewissen Grade entwickelt. Bei einem Eingeweihten waren sie durch die sogenannten Mysterien stark aufgetrieben. Da man aber fand, dass bei ein und demselben Menschen alle drei Kräfte gleichmäßig nur bis zu einem gewissen Grade entwickelt werden konnten, wurden die Einzuweihenden, je nach ihren Anlagen, in drei Klassen eingeteilt, in welchen nur eine der drei Kräfte besonders entwickelt wurde. So wurde in den ägyptischen, persischen und griechischen Mysterien gesagt: Wir bilden gewisse Menschen so aus, dass die Kraft des Denkens besonders stark wird /Lücke in der Mitschrift] bis zum Sehertum [Lücke in der Mitschrift] bei anderen Menschen die Kraft des Wollens [Lücke in der Mitschrift].

[ 15 ] So gab es im Altertum die drei Gruppen von Eingeweihten:

[ 15 ] So gab es im Altertum die drei Gruppen von Eingeweihten:

die Eingeweihten des Denkens — die «Weisen,
die Eingeweihten des Fühlens — die «Therapeuten» oder die «Heiler,
die Eingeweihten des Wollens — die «Magier».

die Eingeweihten des Denkens — die «Weisen,
die Eingeweihten des Fühlens — die «Therapeuten» oder die «Heiler,
die Eingeweihten des Wollens — die «Magier».

[ 16 ] Diese Einweihungen waren einseitig, aber gerade dadurch konnte ein Eingeweihter die höchsten Kräfte auf seinem Gebiete entwickeln, dass er auf die anderen Kräfte [verzichtete], resignierte. Der Weise hatte den großen Überblick über die Welt, er konnte die geistige Welt durchforschen und kannte ihre Gesetze; der Therapeut heilte die Menschen; nicht durch äußere Mittel, sondern mit Hilfe seiner geistigen und psychischen Kräfte; und der Magier beherrschte die physische Welt und kannte ihre Gesetze.

[ 16 ] Diese Einweihungen waren einseitig, aber gerade dadurch konnte ein Eingeweihter die höchsten Kräfte auf seinem Gebiete entwickeln, dass er auf die anderen Kräfte [verzichtete], resignierte. Der Weise hatte den großen Überblick über die Welt, er konnte die geistige Welt durchforschen und kannte ihre Gesetze; der Therapeut heilte die Menschen; nicht durch äußere Mittel, sondern mit Hilfe seiner geistigen und psychischen Kräfte; und der Magier beherrschte die physische Welt und kannte ihre Gesetze.

[ 17 ] Um diese drei Kategorien von Eingeweihten zu verbinden, bildete man eine vierte Kategorie aus. Das waren diejenigen, bei welchen die Persönlichkeit nicht so hoch entwickelt war, aber bei welchen alle drei Kräfte in Harmonie miteinander zusammenwirkten: die harmonischen Menschen. Wenn etwas Wichtiges zu beschließen war, da hörte man immer diese.

[ 17 ] Um diese drei Kategorien von Eingeweihten zu verbinden, bildete man eine vierte Kategorie aus. Das waren diejenigen, bei welchen die Persönlichkeit nicht so hoch entwickelt war, aber bei welchen alle drei Kräfte in Harmonie miteinander zusammenwirkten: die harmonischen Menschen. Wenn etwas Wichtiges zu beschließen war, da hörte man immer diese.

[ 18 ] Es liegt hierunter ein tiefes Geheimnis. Was war die Meinung davon, dass man sich an diejenigen wandte, welche weniger weit in Bezug auf die einzelnen Kräfte gekommen waren? In den alten Mysterienschulen wusste man, dass sich in der Natur alles findet. Die Wespen haben schon lange das Papier erfunden, denn ihr Nest ist das wirkliche Papier. In der Wespe steckt also die Weisheit, welche der Mensch später erreicht hat. So liegt auch im Menschen Weisheit, und dadurch wird er Herrscher über die Naturkräfte. Aber es liegt mehr Göttliches in dem weniger Eingeweihten als in dem mehr Eingeweihten. Der eingeweihte «Mensch» war die vierte Klasse von Eingeweihten.

[ 18 ] Es liegt hierunter ein tiefes Geheimnis. Was war die Meinung davon, dass man sich an diejenigen wandte, welche weniger weit in Bezug auf die einzelnen Kräfte gekommen waren? In den alten Mysterienschulen wusste man, dass sich in der Natur alles findet. Die Wespen haben schon lange das Papier erfunden, denn ihr Nest ist das wirkliche Papier. In der Wespe steckt also die Weisheit, welche der Mensch später erreicht hat. So liegt auch im Menschen Weisheit, und dadurch wird er Herrscher über die Naturkräfte. Aber es liegt mehr Göttliches in dem weniger Eingeweihten als in dem mehr Eingeweihten. Der eingeweihte «Mensch» war die vierte Klasse von Eingeweihten.

[ 19 ] Diese vier Kategorien von Eingeweihten begegnen uns in den vier Evangelien. Ein jeder Eingeweihter kann nun von einer gewissen Seite her die große Tatsache erforschen: der Weise — Johannes — von einer Seite des Christus-Ereignisses; der Magier — Markus — von einer anderen Seite; und der Heiler — Lukas — von wieder einer anderen Seite. Der harmonische Mensch Matthäus hat einen Überblick über das Ganze. Die Weisheit geht weit hinaus, hoch über alles, was der Mensch erreichen kann. Daher hat Johannes als Symbolum den Adler, der hoch hinüberfliegt über die irdischen Ereignisse. Und der Heiler, welche Kräfte will dieser Mensch entwickeln? Nicht äußere Mittel, sondern [er wirkte] als ein psychischer Heiler [entwickelnd] die Kräfte der sich opfernden Liebe. In dem Maße wird der Mensch zum Heiler, in dem er den Egoismus abstreift, sich für die anderen hinzuopfern vermag: Opferfähigkeit, das ist das Wesen des Heilers auf dem psychischen Gebiete, wenn ein Mensch so entwickelt ist, dass er alles gibt für den anderen Menschen, da ist er ein Heiler. So der Evangelist Lukas. Daher hat man die Tradition, dass das LukasEvangelium von einem Arzt geschrieben ist. Daher das Symbolum des Lukas: der Opferstier, das heißt die Persönlichkeit des sich aufopfernden Menschen. Der Magier endlich strebt [an], die Willenskräfte zu entwickeln, so der Evangelist Markus; [sein] Symbolum [ist] der Löwe. Daher ist der Löwe dem Schreiber des Markus-Evangeliums beigegeben. Da, wo diese drei Kräfte in Harmonie zusammenwirken, da haben wir den Menschen. Der Mensch wird dem Matthäus als Symbolum beigegeben.

[ 19 ] Diese vier Kategorien von Eingeweihten begegnen uns in den vier Evangelien. Ein jeder Eingeweihter kann nun von einer gewissen Seite her die große Tatsache erforschen: der Weise — Johannes — von einer Seite des Christus-Ereignisses; der Magier — Markus — von einer anderen Seite; und der Heiler — Lukas — von wieder einer anderen Seite. Der harmonische Mensch Matthäus hat einen Überblick über das Ganze. Die Weisheit geht weit hinaus, hoch über alles, was der Mensch erreichen kann. Daher hat Johannes als Symbolum den Adler, der hoch hinüberfliegt über die irdischen Ereignisse. Und der Heiler, welche Kräfte will dieser Mensch entwickeln? Nicht äußere Mittel, sondern [er wirkte] als ein psychischer Heiler [entwickelnd] die Kräfte der sich opfernden Liebe. In dem Maße wird der Mensch zum Heiler, in dem er den Egoismus abstreift, sich für die anderen hinzuopfern vermag: Opferfähigkeit, das ist das Wesen des Heilers auf dem psychischen Gebiete, wenn ein Mensch so entwickelt ist, dass er alles gibt für den anderen Menschen, da ist er ein Heiler. So der Evangelist Lukas. Daher hat man die Tradition, dass das LukasEvangelium von einem Arzt geschrieben ist. Daher das Symbolum des Lukas: der Opferstier, das heißt die Persönlichkeit des sich aufopfernden Menschen. Der Magier endlich strebt [an], die Willenskräfte zu entwickeln, so der Evangelist Markus; [sein] Symbolum [ist] der Löwe. Daher ist der Löwe dem Schreiber des Markus-Evangeliums beigegeben. Da, wo diese drei Kräfte in Harmonie zusammenwirken, da haben wir den Menschen. Der Mensch wird dem Matthäus als Symbolum beigegeben.

[ 20 ] Deshalb waren die Bekenner des Christentums so dankbar, dass es vier Evangelien gab.

[ 20 ] Deshalb waren die Bekenner des Christentums so dankbar, dass es vier Evangelien gab.

[ 21 ] Was ist das Christus-Ereignis? Ein Zusammenfließen aller vorhergehenden Philosophien und religiösen Strömungen der Menschheit. In Palästina flossen alle früheren Strömungen der Menschheit zusammen; und je nach der Art der Einweihung des einen oder anderen Evangelisten kamen sie in den Evangelien zum Ausdruck.

[ 21 ] Was ist das Christus-Ereignis? Ein Zusammenfließen aller vorhergehenden Philosophien und religiösen Strömungen der Menschheit. In Palästina flossen alle früheren Strömungen der Menschheit zusammen; und je nach der Art der Einweihung des einen oder anderen Evangelisten kamen sie in den Evangelien zum Ausdruck.

[ 22 ] Welche waren die Hauptströmungen des geistigen Lebens in der vorchristlichen Zeit? Da war zunächst eine Strömung, welche kurz vor Christus eine mächtige Entwicklung und ihren Abschluss gefunden hatte: die uralte Weisheit der heiligen Rishis in Indien. Sie haben eine Weisheit gelehrt, welche vorhanden war, bevor unsere physische Welt vorhanden war: die Urtradition der menschlichen Tradition, die alte Erinnerung an eine Weisheit, von der die Welt floss. Laut dieser «uralten Weisheit sagten sich die Rishis: Was da lebt in mir, ist nur ein Symbolum der Urweisheit, welche aus sich heraus diese Bilder geschaffen hat; alles, was wir sehen, ist nur ein Abbild der uralten Weisheit, der vorzeitlichen Geistigkeit, ein Zurückblicken auf die göttliche Welt; die äußere Welt ist nur Illusion, Maya; die Menschen sind dazu berufen, herunterzusteigen in die physische Welt.

[ 22 ] Welche waren die Hauptströmungen des geistigen Lebens in der vorchristlichen Zeit? Da war zunächst eine Strömung, welche kurz vor Christus eine mächtige Entwicklung und ihren Abschluss gefunden hatte: die uralte Weisheit der heiligen Rishis in Indien. Sie haben eine Weisheit gelehrt, welche vorhanden war, bevor unsere physische Welt vorhanden war: die Urtradition der menschlichen Tradition, die alte Erinnerung an eine Weisheit, von der die Welt floss. Laut dieser «uralten Weisheit sagten sich die Rishis: Was da lebt in mir, ist nur ein Symbolum der Urweisheit, welche aus sich heraus diese Bilder geschaffen hat; alles, was wir sehen, ist nur ein Abbild der uralten Weisheit, der vorzeitlichen Geistigkeit, ein Zurückblicken auf die göttliche Welt; die äußere Welt ist nur Illusion, Maya; die Menschen sind dazu berufen, herunterzusteigen in die physische Welt.

[ 23 ] Aus dieser Kulturströmung konnte man lernen, das Sinnliche hinzuopfern und alles zu geben, um Weisheit zu gewinnen. In der Person des Gautama Buddha, sechs Jahrhunderte vor Christus, fand diese geistige Strömung ihre Zusammenfassung und ihren Abschluss. Was Buddha der Menschheit geben konnte, sollte in das PalästinaEreignis einfließen, um damit weiterzufließen. Dies wird vorzugsweise im Evangelium des Heilers, im Lukas-Evangelium dargestellt.

[ 23 ] Aus dieser Kulturströmung konnte man lernen, das Sinnliche hinzuopfern und alles zu geben, um Weisheit zu gewinnen. In der Person des Gautama Buddha, sechs Jahrhunderte vor Christus, fand diese geistige Strömung ihre Zusammenfassung und ihren Abschluss. Was Buddha der Menschheit geben konnte, sollte in das PalästinaEreignis einfließen, um damit weiterzufließen. Dies wird vorzugsweise im Evangelium des Heilers, im Lukas-Evangelium dargestellt.

[ 24 ] In der uralten — nicht historischen — persischen Kultur finden wir eine ganz entgegengesetzte Kulturströmung, vertreten durch Zarathustra oder Zoroaster. Diese wird am besten in folgender Weise verstanden: Der Inder sagte: Illusion ist die äußere Welt. Zarathustra wies die Menschen darauf hin, dass diese Welt nicht wertlos ist. «Diese Welt», sagte er, ist der äußere Ausdruck für einen Geist. Sehet zum Beispiel zu der Sonne hinauf. In der Wärme, welche von der Sonne fließt, ist die physische Wirklichkeit der Sonne. Die Sonne ist die Wohltäterin der ganzen Erde. Wie aber der Mensch vor uns steht und hinter ihm der Geist, die Aura, so steht hinter dem Sonnenleib die Sonnenaura, die große Aura, der große Geist, der Ahura-Mazdao, der Ormuzd. Hinter allem Physischen ist der Sonnengeist. Das Physische ist deshalb keine Illusion, keine Maya, sondern ein Ausdruck des Göttlichen. Die Aufgabe des Menschen ist nichts anderes, als aus diesem Physischen das Geistige zu enträtseln.

[ 24 ] In der uralten — nicht historischen — persischen Kultur finden wir eine ganz entgegengesetzte Kulturströmung, vertreten durch Zarathustra oder Zoroaster. Diese wird am besten in folgender Weise verstanden: Der Inder sagte: Illusion ist die äußere Welt. Zarathustra wies die Menschen darauf hin, dass diese Welt nicht wertlos ist. «Diese Welt», sagte er, ist der äußere Ausdruck für einen Geist. Sehet zum Beispiel zu der Sonne hinauf. In der Wärme, welche von der Sonne fließt, ist die physische Wirklichkeit der Sonne. Die Sonne ist die Wohltäterin der ganzen Erde. Wie aber der Mensch vor uns steht und hinter ihm der Geist, die Aura, so steht hinter dem Sonnenleib die Sonnenaura, die große Aura, der große Geist, der Ahura-Mazdao, der Ormuzd. Hinter allem Physischen ist der Sonnengeist. Das Physische ist deshalb keine Illusion, keine Maya, sondern ein Ausdruck des Göttlichen. Die Aufgabe des Menschen ist nichts anderes, als aus diesem Physischen das Geistige zu enträtseln.

[ 25 ] «Ich will reden», sagte Zarathustra, «von dem, was in der Welt das Höchste ist, und nicht mehr sollen die schlimmen Kräfte Macht haben, Unwahrheit zu verkünden. Ich will reden von dem, der überall in der Welt ist, von Ahura-Mazdao will ich reden. [Wer nicht höret auf meine Worte, wird Schlimmes erfahren, wenn der Zyklus der Erdenentwicklung] erfüllt sein wird.»

[ 25 ] «Ich will reden», sagte Zarathustra, «von dem, was in der Welt das Höchste ist, und nicht mehr sollen die schlimmen Kräfte Macht haben, Unwahrheit zu verkünden. Ich will reden von dem, der überall in der Welt ist, von Ahura-Mazdao will ich reden. [Wer nicht höret auf meine Worte, wird Schlimmes erfahren, wenn der Zyklus der Erdenentwicklung] erfüllt sein wird.»

[ 26 ] Diese Geistesströmung, nach welcher man mit Freude auf dem physischen Plane arbeiten soll, ist in das Christentum eingegangen und fließt da weiter. Sie enthält eine ganze Kosmologie und wird von Markus geschildert.

[ 26 ] Diese Geistesströmung, nach welcher man mit Freude auf dem physischen Plane arbeiten soll, ist in das Christentum eingegangen und fließt da weiter. Sie enthält eine ganze Kosmologie und wird von Markus geschildert.

[ 27 ] Die dritte Strömung, welche in das Christentum eingeflossen ist, ist diejenige, welche vorbereitet wurde durch das althebräische Volk. Welcher ist nun der Anteil des alten hebräischen Volkes an der gesamten Kultur? Was hatte dieses Volk zu geben?

[ 27 ] Die dritte Strömung, welche in das Christentum eingeflossen ist, ist diejenige, welche vorbereitet wurde durch das althebräische Volk. Welcher ist nun der Anteil des alten hebräischen Volkes an der gesamten Kultur? Was hatte dieses Volk zu geben?

[ 28 ] Wie die einzelnen Individuen wachsen auch die Völker durch eine allmähliche und fortgehende Entwicklung. Die vier Glieder des menschlichen Wesens sind in einer sehr komplizierten Weise zustande gekommen. Wenn das Kind den Mutterleib verlässt, findet nur seine physische Geburt statt. Damit sind aber nicht alle seine Leiber fertig. Bis zu dem siebenten Jahre ist es sozusagen in seinem ätherischen Mutterleib eingeschlossen. Beim Zahnwechsel, das heißt im siebenten Jahre, geschieht seine ätherische Geburt. Bei vierzehn Jahren, wenn der Ätherleib vollkommen fertig ist, findet die astrale Geburt statt, und erst nachdem der Astralleib mit einundzwanzig Jahren völlige Reife erreicht hat, tritt der vierte Leib, das Ich, hervor. — In derselben Weise geschieht die Evolution der einzelnen Völker.

[ 28 ] Wie die einzelnen Individuen wachsen auch die Völker durch eine allmähliche und fortgehende Entwicklung. Die vier Glieder des menschlichen Wesens sind in einer sehr komplizierten Weise zustande gekommen. Wenn das Kind den Mutterleib verlässt, findet nur seine physische Geburt statt. Damit sind aber nicht alle seine Leiber fertig. Bis zu dem siebenten Jahre ist es sozusagen in seinem ätherischen Mutterleib eingeschlossen. Beim Zahnwechsel, das heißt im siebenten Jahre, geschieht seine ätherische Geburt. Bei vierzehn Jahren, wenn der Ätherleib vollkommen fertig ist, findet die astrale Geburt statt, und erst nachdem der Astralleib mit einundzwanzig Jahren völlige Reife erreicht hat, tritt der vierte Leib, das Ich, hervor. — In derselben Weise geschieht die Evolution der einzelnen Völker.

[ 29 ] So unterscheiden wir bei den Hebräern drei große Perioden: die erste von Abraham bis David; die zweite von David bis zu der babylonischen Gefangenschaft; und die dritte von der letztgenannten Periode bis zur Zeit Jesu, wo das Ich — wie mit einundzwanzig Jahren beim einzelnen Menschen — hervortrat. Von diesem Volke bekam Jesus seinen physischen Leib als Erbgut, was im Matthäus-Evangelium genau beschrieben wird.

[ 29 ] So unterscheiden wir bei den Hebräern drei große Perioden: die erste von Abraham bis David; die zweite von David bis zu der babylonischen Gefangenschaft; und die dritte von der letztgenannten Periode bis zur Zeit Jesu, wo das Ich — wie mit einundzwanzig Jahren beim einzelnen Menschen — hervortrat. Von diesem Volke bekam Jesus seinen physischen Leib als Erbgut, was im Matthäus-Evangelium genau beschrieben wird.

[ 30 ] Wer das Christentum völlig kennt und versteht, kennt dadurch auch die vorchristlichen geistigen Strömungen, welche das Christentum in sich aufgenommen hat und deren Ergebnisse es enthält. Buddha hat nicht aufgehört zu wirken, als er starb im alten Indien sechshundert Jahre vor unserer Zeitrechnung, und so war auch Zarathustra bereit, seinen Anteil an der Entwicklung in das Christentum hineinfließen zu lassen.

[ 30 ] Wer das Christentum völlig kennt und versteht, kennt dadurch auch die vorchristlichen geistigen Strömungen, welche das Christentum in sich aufgenommen hat und deren Ergebnisse es enthält. Buddha hat nicht aufgehört zu wirken, als er starb im alten Indien sechshundert Jahre vor unserer Zeitrechnung, und so war auch Zarathustra bereit, seinen Anteil an der Entwicklung in das Christentum hineinfließen zu lassen.

[ 31 ] Jedes Evangelium entspricht einer Seite vom Wesen des Menschen. So beschreibt Matthäus hauptsächlich die physische Seite des Christus-Ereignisses, Markus die ätherische, Lukas die astrale und Johannes diejenige Seite, welche unter das Ich fällt.

[ 31 ] Jedes Evangelium entspricht einer Seite vom Wesen des Menschen. So beschreibt Matthäus hauptsächlich die physische Seite des Christus-Ereignisses, Markus die ätherische, Lukas die astrale und Johannes diejenige Seite, welche unter das Ich fällt.

[ 32 ] Johannes’ Evangelium ist eine große Menschenkunde des geistig-spirituellen Menschen; aus der tiefsten Einweihung entsprungen, ist dieses Evangelium wie eine Sonne über die anderen Evangelien, die große Botschaft des geistigen Menschen an die Menschheit. Lukas’ Evangelium ist eine mächtige Darstellung von dem Leben des Menschen in der Sinnenwelt — in der Welt der Gefühle — im opfernden Dienst; Markus’ Evangelium ist eine gewaltige Kosmologie; und Matthäus’ Evangelium eine Geschichtsphilosophie.

[ 32 ] Johannes’ Evangelium ist eine große Menschenkunde des geistig-spirituellen Menschen; aus der tiefsten Einweihung entsprungen, ist dieses Evangelium wie eine Sonne über die anderen Evangelien, die große Botschaft des geistigen Menschen an die Menschheit. Lukas’ Evangelium ist eine mächtige Darstellung von dem Leben des Menschen in der Sinnenwelt — in der Welt der Gefühle — im opfernden Dienst; Markus’ Evangelium ist eine gewaltige Kosmologie; und Matthäus’ Evangelium eine Geschichtsphilosophie.

[ 33 ] So fließen die vier Evangelien zusammen, und so kommen Buddha und Zarathustra und das alte Hebräertum und das alte Ägyptertum dazu, im Christentum wieder zu erscheinen. Und so wird uns gerade aus der Theosophie entgegenleuchten, was die äußere Forschung verloren hat: die Wahrheit der Evangelien. Die Theosophie ist da, um die Evangelien wieder zu erobern und uns zu zeigen, dass das Christentum nicht am Ende, sondern am Anfang seiner Bahn ist. Die Theosophie wird ein Instrument sein, um die verborgenen Schätze des Christentums wieder ans Tageslicht zu bringen.

[ 33 ] So fließen die vier Evangelien zusammen, und so kommen Buddha und Zarathustra und das alte Hebräertum und das alte Ägyptertum dazu, im Christentum wieder zu erscheinen. Und so wird uns gerade aus der Theosophie entgegenleuchten, was die äußere Forschung verloren hat: die Wahrheit der Evangelien. Die Theosophie ist da, um die Evangelien wieder zu erobern und uns zu zeigen, dass das Christentum nicht am Ende, sondern am Anfang seiner Bahn ist. Die Theosophie wird ein Instrument sein, um die verborgenen Schätze des Christentums wieder ans Tageslicht zu bringen.