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The Advent of Christ in the Ethereal World
GA 118

25 January 1910, Karlsruhe

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1. Das Ereignis der Christus-Erscheinung in der ätherischen Welt

1. The Appearance of Christ in the Etheric

[ 1 ] Wenn der Mensch sich eine Zeitlang beschäftigt hat mit der geisteswissenschaftlichen Weltanschauung und die verschiedenen Ideen, Gedanken und Erkenntnisse, die er durch diese Weltanschauung gewinnt, dann auf sich wirken läßt, stellen ihm ja diese Erkenntnisse die mannigfaltigsten Fragen. Und man wird eigentlich immer mehr und mehr Geisteswissenschafter dadurch, daß man solche Fragen, die eigentlich Empfindungs-, Gemüts-, Charakterfragen, kurz die Lebensfragen genannt werden können, an die geisteswissenschaftlichen Ideen knüpft. Diese Ideen sind ja solche, die nicht bloß unsere theoretische, unsere wissenschaftliche Neugierde befriedigen, sondern die uns aufklären über die Rätsel des Lebens, über die Geheimnisse des Daseins. Und diese Gedanken und Ideen werden für uns erst recht fruchtbar, wenn wir ihren Inhalt, ihren Wert und ihre Bedeutung nicht bloß denken, fühlen und empfinden, sondern wenn wir sozusagen lernen, unter ihrem Einfluß die Welt, die um uns herum ist, anders anzuschauen. Diese Ideen sollen uns durchdringen mit Wärme, sollen zu Impulsen, zu Gemütskräften in uns werden. Das werden sie immer mehr und mehr, wenn uns die Antworten, die wir auf bestimmte Fragen bekommen, sozusagen neue Fragen vorlegen, und wenn wir so geführt werden von Frage zu Antwort und die Antwort uns eigentlich wiederum zu einer Frage wird, und dann uns wiederum eine neue Antwort kommt und so weiter. Dadurch schreitet man vorwärts in der geistigen Erkenntnis und auch im geistigen Leben.

[ 1 ] When a person who has concerned himself for some time with the world conception of spiritual science permits the various thoughts, ideas, and knowledge he has thereby acquired to work upon him, this knowledge suggests to him the most manifold questions. Indeed, one develops oneself as a spiritual scientist through associating such questions—which are in reality questions of sensation, feeling (Gemüt), and character, in short, questions of life—with the ideas of spiritual science. These ideas do not serve merely to satisfy our theoretical or scientific curiosity. Rather, they elucidate the riddles of life, the mysteries of existence. Indeed, these thoughts and ideas become truly fruitful for us only when we no longer merely think, feel, and sense their content and significance but when, under their influence, we learn to look differently at the world about us. These ideas should permeate us with warmth; they should become impulses in us, forces of feeling (Gemüt) and mind. This they do increasingly when the answers that we have obtained to certain questions present us in turn with new questions, when we are led from question to answer, and the answer gives rise to further questions, and so on. In this way we advance in spiritual knowledge and in spiritual life.

[ 2 ] In den öffentlichen Vorträgen wird es noch ziemlich lange dauern, bis es möglich sein wird, der gegenwärtigen Menschheit die intimeren Seiten des geistigen Lebens zu enthüllen, aber in unseren Zweigen dürfte doch schon immer mehr und mehr die Zeit heranrücken, wo auch über intimere Fragen gesprochen werden kann. Dabei wird sich immer herausstellen, daß sozusagen neu hinzugekommene Mitglieder durch dieses oder jenes überrascht, schockiert werden können. Aber wir würden in unserer Arbeit nicht vorwärtskommen, wenn wir nicht auch aufrücken könnten zu der Besprechung von intimeren Lebensfragen aus der geisteswissenschaftlichen Forschung und Erkenntnis heraus. Deshalb sollen heute — selbst vielleicht, wenn bei denjenigen von Ihnen, die noch weniger lange sich in das spirituelle Leben hineinversenkt haben, dadurch Mißverständnisse entstehen könnten — einige intimere Tatsachen der geistigen Erkenntnis wiederum einmal vor unsere Seele treten.

[ 2 ] It will be some time yet before it will be possible to reveal in public lectures the more intimate aspects of spiritual life to present-day humanity, but the time is approaching when the more intimate questions can be discussed within our own groups. In this connection it will continually happen that new members of the Anthroposophical Society may be taken by surprise by one thing or another and may be shocked. We would never progress in our work, however, if we were not to advance to discussion of the more intimate questions of life out of the depths of spiritual scientific research and knowledge. Today, therefore—though it may give rise to misconceptions on the part of those of you who have immersed yourselves in spiritual life for only a comparatively short time—we shall once more bring before our souls some of the more intimate facts of spiritual knowledge.

[ 3 ] Eine wichtige Frage ergibt sich ohne Zweifel für unsere Seele, wenn wir die Idee, den Gedanken der Wiederverkörperung, der wiederholten Erdenleben, nicht bloß abstrakt denken, sondern wenn wir nachdenklich werden, wenn wir uns sinnvoll vertiefen in diese Tatsache des geistigen Lebens. Da knüpfen sich sozusagen an diese Antwort, die uns in der Wiederverkörperung gegeben wird, an diese wichtige Lebensfrucht neue Fragen an. Wir können zum Beispiel die Frage aufwerfen: Wenn der Mensch wiederholt auf der Erde lebt, wenn er in immer neuen und neuen Verkörperungen wiederkehrt, was hat denn das für einen tieferen Sinn, daß wir so das Leben wiederholt durchmachen? — Im allgemeinen sagt man ja wohl auch: Nun gewiß, wir steigen dadurch immer höher und höher, wir erleben die Ergebnisse, die Früchte vorhergegangener Erdenleben in den spätesen Erdenleben, und dadurch gerade vervollkommnen wir uns. — Das ist aber immer noch ziemlich allgemein, abstrakt gehalten. Erst durch genauere Erkenntnis über den ganzen Sinn des Erdenlebens dringen wir auch ein in die Bedeutung der wiederholten Erdenleben. Wenn nämlich unsere Erde selber sich nicht verändern würde, wenn sozusagen der Mensch immer wiederkehren würde auf eine Erde, die im wesentlichen sich gleich bliebe, dann würde eigentlich nicht viel zu lernen sein durch die aufeinanderfolgenden Inkarnationen oder Verkörperungen. Nur dadurch, weil wir eigentlich in jeder Inkarnation oder Verkörperung auf unserer Erde Neues lernen, Neues erleben können, haben diese Inkarnationen oder Verkörperungen einen Sinn. In kurzen Zeiträumen macht sich das ja nicht so stark geltend, aber wenn wir lange Zeiträume überblicken, wie wir das durch die Geisteswissenschaft können, dann zeigt sich uns schon, daß sich die Epochen unserer Erde verschieden gestalten und wir immer Neues und Neues erleben. Da müssen wir aber auch etwas anderes einsehen. Wir müssen einsehen, daß wir auch zu berücksichtigen haben diese Veränderungen im Erdenleben selber. Denn wenn wir sozusagen es versäumen, in einer bestimmten Epoche unseres Erdendaseins dasjenige zu erleben, zu erlernen, was in dieser Epoche der Erdenentwickelung zu lernen ist, dann kommen wir zwar wieder in einer neuen Verkörperung, aber wir haben eben etwas versäumt, wir haben nicht das in uns einströmen lassen, was wir im vorhergegangenen Zeitraum einströmen lassen sollten. Und wir können dann den nächsten Zeitraum hindurch unsere Kräfte und Fähigkeiten nicht in der richtigen Weise anwenden.

[ 3 ] Without doubt, a significant question arises before us when we do not merely consider abstractly the idea of reincarnation, of repeated earthly lives, but when instead we allow ourselves to become thoughtfully absorbed in contemplation of this fact of spiritual life. Then, with the answer given to us in reincarnation, which provides such valuable fruit for our lives, there will in turn arise fresh questions. We may, for example, raise the following query: if a person lives on earth more than once, if he returns again and again in new embodiments, what can be the deeper meaning of this repeated passing through life? As a rule, this is answered by saying that we undoubtedly keep ascending higher in this way, and, through experiencing in later earthly lives the fruits of previous lives, we finally perfect ourselves. This, however, still represents a rather general, abstract opinion. It is only through more exact knowledge of the whole meaning of earthly life that we penetrate the significance of repeated lives on earth. If, for example, our earth were not to change, if man were to keep returning to an earth that remained essentially the same, then indeed there would be little to learn through successive embodiments or incarnations. On the contrary, their real meaning for us lies in the fact that each of these incarnations on earth presents us with fresh fields of learning and experience. This is not so apparent over short periods, but if we survey long stretches of time, as we are able to do through spiritual science, it becomes obvious at once that the epochs of our earth assume quite different forms and that we continually face new experiences. Here we must realize something else, however. We must bear in mind these changes in the life of the earth itself, for if we neglect something that should be learned, something that should be experienced during a certain epoch of our earthly evolution, then, although we will come again into a new incarnation, we will have missed something entirely; we will have failed to allow something to stream into us that we should have allowed during the preceding epoch. As a result we will be unable in the succeeding period to employ our forces and faculties in the right way.

[ 4 ] Noch ganz im allgemeinen gesprochen, kann man sagen: Jetzt in unserem Zeitraum ist auf der Erde, fast über den ganzen Erdball hin, etwas möglich, was zum Beispiel den Menschen, die jetzt leben, in ihrer vorhergehenden Inkarnation nicht möglich war. Es sieht sonderbar aus, aber es ist doch so, daß das eine gewisse, und zwar eine große Bedeutung hat. In der gegenwärtigen Inkarnation ist es einer gewissen Anzahl von Menschen möglich, zur Geisteswissenschaft zu kommen, das heißt, diejenigen Ergebnisse geistiger Forschung in sich aufzunehmen, welche auf dem Felde der Geisteswissenschaft eben heute aufgenommen werden können. Gewiß, das wird als etwas höchst Unbedeutendes angesehen werden können, daß sich da einige Menschen zusammenfinden, welche in sich einströmen lassen die Erkenntnisse der geistigen Forschung. Aber diejenigen, die das unbedeutend finden, verstehen eben gerade nicht die Bedeutung der Wiederverkörperung, und daß man nur während einer Verkörperung etwas aufnehmen kann. Nimmt man es nicht auf, so hat man etwas versäumt, was einem dann für die nächsten Verkörperungen fehlt.

[ 4 ] Speaking still quite generally, one can say that during our time something is possible on earth, almost anywhere on the globe, that was not possible, for example, during the previous incarnations of the people who are living now. It seems strange, but this fact is nonetheless of definite, indeed, of great significance. In the present incarnation it is possible for a certain number of persons to come to spiritual science, that is, to take up such conclusions of spiritual research as can be taken up today in the field of spiritual science. Of course, it may be regarded to be of trifling significance that a few people should come together who allow the discoveries of spiritual research to stream into them. Those who find this of little import, however, do not understand at all the significance of reincarnation and of the fact that one can take something up only during a particular incarnation. If one fails to take it up, one has missed something entirely and will lack it then in the following incarnations.

[ 5 ] Das ist dasjenige, was wir uns vor allen Dingen so recht zu Gemüte führen müssen: Das, was wir in der Geisteswissenschaft heute lernen, das vereinigt sich mit unserer Seele, das bringen wir wieder mit, wenn wir in der nächsten Verkörperung wieder heruntersteigen.

[ 5 ] We must above all impress it upon our minds that what we learn today through spiritual science unites with our souls and that we bring it with us again when we descend into the next incarnation.

[ 6 ] Und wir wollen uns heute einmal ein Verständnis dafür verschaffen, was das für eine Bedeutung hat für unsere Seele. Da werden wir mit manchem, was Sie schon aus andern Vorträgen und aus Ihrer Lektüre kennen, verknüpfen müssen mancherlei Tatsachen des geistigen Lebens, die Ihnen mehr oder weniger neu oder noch ganz unbekannt sind. Zuerst müssen wir in frühere Zeiträume in der Entwickelung der Menschheit zurückgehen. Wir haben schon öfters in frühere Zeiträume unserer Erdenentwickelung zurückgeblickt. Wir haben gesagt: Wir leben jetzt in dem fünften Zeitraum nach unserer großen atlantischen Katastrophe. Diesem fünften ging derjenige Zeitraum voran, in dem die griechischen und lateinischen Völker die Hauptideen und Hauptempfindungen angegeben haben für den Erdenwillen: es ging der vierte Zeitraum, der griechisch-lateinische Zeitraum voran. Diesem ging der dritte, der chaldäisch-babylonisch-assyrisch-ägyptische Zeitraum voran, diesem der urpersische und diesem schließlich der uraltindische Zeitraum. Und wenn wir dann noch weiter vorrücken in eine noch fernere Urzeit, dann treffen wir auf die große atlantische Katastrophe, welche einen alten Kontinent, ein altes Festland, die alte Atlantis vernichtet hat, die sich ausgedehnt hat an der Stätte, wo heute der Atlantische Ozean sich ausbreitet, jene atlantische Katastrophe, welche dieses Festland nach und nach hinweggefegt hat und andererseits unserem heutigen festen Erdenrund, auf dem wir heute leben, sein Antlitz gegeben hat. Dann, weiter zurückgehend, würden wir in noch frühere Zeiträume zurückkommen, die vor der atlantischen Katastrophe liegen. Wir würden zu jenen Kulturen und Lebensverhältnissen kommen, die sich auf jenem atlantischen Kontinent entwickelt haben und die wir die atlantischen nennen, die Kulturen der atlantischen Rassen. Und diesen gehen noch frühere Zustände voran.

[ 6 ] We will endeavor today to gain an understanding of what this means for our souls. Toward this end we must link together many facts of spiritual life, which are more or less new or even entirely unknown to you, with much that you already know from other lectures and from your reading. To begin with, we must go back to earlier periods in the evolution of humanity. We have often looked back to earlier periods of our earthly evolution. We have remarked that we are now living in the fifth period after the great Atlantean catastrophe. This fifth period was preceded by the fourth or Greco-Latin period, in which the Greek and Latin peoples indicated the principle ideas and feelings for the earth-will. This, in turn, was preceded by the third or Egyptian-Chaldean-Babylonian-Assyrian period, and this by the ancient Persian, which followed the ancient Indian. If we delve even further into antiquity, we come upon the great Atlantean catastrophe that destroyed an ancient continent, an ancient mainland, Atlantis, which once extended into the place where today lies the Atlantic Ocean. This cataclysm gradually engulfed the continent and thereby gave our solid earth its present countenance. Then, going further back, we come upon still earlier periods that existed before the Atlantean catastrophe; we arrive at those civilizations and conditions of life that developed on this Atlantean continent, the civilizations of the Atlantean races. Even earlier conditions preceded these.

[ 7 ] Wenn man nun dasjenige überblickt, was uns die Geschichte erzählt — sie reicht ja nicht sehr weit zurück —, dann kann man allerdings leicht in den Glauben verfallen, obwohl das auch für kürzere Zeiträume schon ein ganz unbegründeter Glaube ist, daß es auf unserer Erde immer so ausgesehen hätte wie jetzt. Das ist aber nicht der Fall. Ganz gründlich haben sich vielmehr die Verhältnisse auf unserer Erde geändert, und am stärksten haben sich die Seelenverhältnisse der Menschen geändert. Die Seelen derjenigen Menschen, die heute hier sitzen, waren ja in allen diesen Zeitaltern der Erde in den entsprechenden Leibern verkörpert und haben damals in sich eingesogen, was man eben in diesen Zeiträumen der Erdenentwickelung einsaugen konnte. Jedesmal hat dann die Seele von Inkarnation zu Inkarnation andere Fähigkeiten entwickelt. Unsere Seelen waren ganz anders als heute, wenn auch noch nicht vielleicht in dem Maße anders während des griechisch-lateinischen Zeitraumes. Aber sehr stark unterschieden sie sich von heute im urpersischen und noch mehr im urindischen Zeitraum. Mit ganz andern Fähigkeiten waren unsere Seelen damals ausgestattet, und unter ganz andern Bedingungen lebten sie in jenen alten Zeiten.

[ 7 ] If one considers what history tells us—and it does not, indeed, reach very far back—one can fall quite easily into the belief (although this is, even in relation to shorter periods of time, an entirely unfounded belief) that things on earth have always appeared as they do now. This, however, is not the case. On the contrary, conditions on our earth have altered fundamentally, and the soul conditions of human beings have also changed to a tremendous extent. The souls of the persons sitting here were incarnated during each of these ancient periods in bodies that were in keeping with the various epochs, and they absorbed what was to be absorbed in these periods of earthly evolution. With each succeeding incarnation, then, the soul developed new faculties. Our souls were entirely different from what they are today—perhaps not so noticeably different during the Greco-Latin era, but in the old Persian period they differed greatly from those of today, and still more in the ancient Indian period. In those ancient periods, our souls were endowed with quite different faculties, and they lived under quite different conditions.

[ 8 ] Da wollen wir uns nun einmal heute, damit wir uns in bezug auf das Folgende recht gut verstehen, so deutlich als möglich vor das geistige Auge rücken, wie diese unsere Seelen waren — nun, sagen wir einmal, um gleich etwas Bedeutungsvolles zu haben — nach der atlantischen Katastrophe, als sie verkörpert waren in denjenigen Leibern, die auf der Erde nur möglich waren zur Zeit der ersten indischen Kultur. Wir müssen diese erste indische Kultur nicht so auffassen, daß sie sich nur im alten Indien geltend gemacht hat. Dieses indische Volk war damals nur das tonangebendste, das wichtigste, aber die Kultur der ganzen Erde war eine andere und hatte Eigentümlichkeiten, die geprägt waren sozusagen von dem, was die Führer für die alten Inder angaben. Wenn wir nun unsere Seelen betrachten, wie sie dazumal waren, so müssen wir uns zuallererst sagen: Eine solche Erkenntnis, wie die Menschen sie heute haben, die war dazumal noch ganz unmöglich. Ein so deutliches Selbstbewußtsein, ein so deutliches IchBewußtsein wie heute, das gab es dazumal nicht. — Die Menschen haben sozusagen kaum daran gedacht, daß sie ein Ich sind. Dieses Ich war zwar schon als eine Kraft in den Menschen, aber die Erkenntnis des Ich ist noch etwas anderes als die Kraft des Ich, die Wirksamkeit des Ich. Also die Menschen waren noch nicht mit einer solchen Innerlichkeit behaftet, wie sie es heute sind. Dafür aber hatten sie ganz andere Fähigkeiten, dafür hatten sie das, was wir oft genannt haben ein altes dämmerhaftes Hellsehen.

[ 8 ] Today, therefore, in order that we may clearly understand each other with reference to what follows, we shall call before our mind's eye as distinctly as possible the nature of our souls in the age, let us say—so as to be dealing with something full of significance—after the Atlantean catastrophe, when they were incarnated in the bodies that were possible on earth only during the first Indian civilization. We must not understand this first Indian civilization as having been of value only in India. The Indian people were at that time merely the most advanced, the most important, but the civilization of the whole earth derived its characteristic qualities from what the leaders indicated to the ancient Indians. If we consider our souls as they were at that time, we must first say that the kind of knowledge human beings have today was as yet utterly impossible. At that time there was no such clearly defined consciousness of self, no such clearly defined I-consciousness. It had hardly occurred to human beings that they were I's. To be sure, the I already existed as a force in human beings, but knowledge of the I is something different from the force of the I, from its effectiveness. Human beings were not yet endowed with such an intimate inner life as they now have. They possessed instead entirely different faculties, for example, what we have often called an ancient, shadowy clairvoyance.

[ 9 ] Wenn wir die Menschenseele während des Tageslebens in der damaligen Zeit betrachten, so finden wir, daß sie sich noch nicht so recht als ein Ich fühlt. Der Mensch fühlt sich als ein Angehöriger seines Stammes, seines Volkes. Als ein Glied desselben, wie die Hand als ein Glied des Leibes, so stand das einzelne Ich ein für die ganze Gemeinschaft des Stammes und Volkes. Der Mensch empfand sich noch nicht als ein individuelles Ich, als das er heute sich fühlt. Das Volks-Ich, das Stammes-Ich war das, worauf man hinschaute. So lebte man während des Tages. Man wußte sozusagen noch nicht so recht, daß man ein Mensch ist. Wenn aber dann der Abend kam und man hinüberschlief, so verdunkelte sich das Bewußtsein auch nicht vollständig, wie das heute der Fall ist, sondern während des Schlafes war die Seele fähig, wahrzunehmen geistige Tatsachen; so zum Beispiel in ihrer Umgebung Tatsachen, von denen der heutige Traum nur ein Schatten ist, geistige Begebenheiten, geistige Tatsachen, von denen der heutige Traum in der Regel nicht mehr eine volle Wirklichkeit darstellt. Solche Wahrnehmungen hatten die Menschen, so daß die Menschen dazumal wußten: Es gibt eine geistige Welt. Den Menschen war die geistige Welt eine Wirklichkeit, aber nicht durch irgendeine Logik, durch etwas, was zu beweisen notwendig war, sondern weil sie ja jede Nacht, wenn auch mit einem dumpfen traumhaften Bewußtsein, in der geistigen Welt darinnen waren. Das war aber noch nicht die Hauptsache. Es gab außer dem Schlafen und dem Wachzustand auch noch Zwischenzustände, während denen der Mensch weder ganz schlief noch ganz wach war, wo dann zwar das Ich-Bewußtsein noch mehr aufhörte, als es bei Tage war, dafür aber auch jenes Wahrnehmen von geistigen Begebenheiten, jenes traumhafte Hellsehen noch wesentlich stärker war als sonst während der Nacht. So gab es Zwischenzustände, in denen die Menschen zwar ohne Selbstbewußtsein, aber doch mit Hellsichtigkeit begabt waren. Der Mensch war in solchen Zuständen damals wie entrückt, so daß er sozusagen von sich nichts wußte. Er wußte da nicht: Ich bin ein Mensch — wohl aber wußte er: Ich bin ein Glied einer geistigen Welt, darinnen kann ich wahrnehmen, ich weiß, daß es eine geistige Welt gibt. — Dieses waren die Erlebnisse der Menschenseele in der damaligen Zeit. Und noch viel heller, viel, viel heller war dieses Bewußtsein und dieses Leben in der geistigen Welt in der atlantischen Zeit. So daß wir also, wenn wir das überblicken, zurückschauen auf ein Zeitalter traumhaften, dämmerhaften Hellsehens unserer Seelen, das nach und nach abgenommen hat in der Menschheitsentwickelung.

[ 9 ] When we consider the human soul as it was during the daytime in that period, we find that it did not actually feel itself to be an I; instead, man felt himself to be a member of his tribe, of his people. Just as the hand is a member of the body, so the separate I represented, as a member, the whole community formed by the tribe, the people. Man did not yet perceive himself as an individual I, as he does today; it was the tribal-I, the folk-I, on which he fixed his attention. One thus lived during the day not knowing clearly that one was a human being. When evening came, however, and one passed into sleep, consciousness did not become totally darkened as it does today, but instead the soul during sleep was able to perceive spiritual facts. One thus perceived in one’s environment, for example, facts of which the modern dream is only a shadow—spiritual events, spiritual facts, of which the dreams of the present day are as a rule no longer true representations. Such were the perceptions of the human beings of that time, so that they knew that a spiritual world existed. To them the spiritual world was a reality, not through any kind of logic, through anything that required proof, but simply because each night they found themselves within the spiritual world, though only with a dull and dreamlike consciousness. That, however, was not the essential thing. Besides the conditions of sleeping and waking, there were also in between states during which the human being was neither wholly asleep nor wholly awake. At such times the I-consciousness abated even more than by day, but at the same time the perception of spiritual events, that dreamlike clairvoyance, was substantially stronger than during the night. There were thus intermediate states in which human beings lacked consciousness of self, to be sure, but in which they were endowed with clairvoyance. In such states the human being was as though entranced, so that he knew nothing of himself. He was not able to know, “I am a man,” but he clearly knew “I am a member of a spiritual world in which I am able to perceive; I know that there is a spiritual world.” These were the experiences of the human souls of that time, and this consciousness, this life in the spiritual world, was much clearer still in the Atlantean period—very much clearer. When we survey this, therefore, we look back to an ancient era of dim, dreamlike clairvoyance for our souls, which gradually diminished during human evolution.

[ 10 ] Wären nun unsere Seelen bei diesem alten traumhaften Hellsehen stehengeblieben, dann hätten wir uns nicht jenes individuelle Selbstbewußtsein aneignen können, das wir heute haben. Dann hätten wir nie wissen können, daß wir Menschen sind. Wir mußten schon sozusagen jenes Bewußtsein von der geistigen Welt verlieren, um das IchBewußtsein dafür eintauschen zu können. In der Zukunft werden wir beides zusammen haben. In der Zukunft werden wir alle wiederum dasjenige erlangen, was trotz der Aufrechterhaltung des Ich-Bewußtseins die volle Hellsichtigkeit ergibt, was heute nur bei dem vorhanden sein kann, der den Weg der Initiation beschritten hat. Es wird in der Zukunft bei allen Menschen möglich sein, wiederum in die geistige Welt hineinzuschauen und doch sich als ein Mensch, ein Ich zu fühlen.

[ 10 ] If we had remained at the stage of this ancient, dreamlike clairvoyance, we could not have acquired the individual I-consciousness we have today. We could never have known that we are human beings. We had to lose that awareness of the spiritual world in order to exchange it for I-consciousness. In the future, we shall have both at the same time. While maintaining our I-consciousness, we shall all gain once more what amounts to full clairvoyance, as is possible today only to one who has traveled the path of initiation. In the future, every person will be able once more to look into the spiritual world and yet feel himself as a human being, as an I.

[ 11 ] Vergegenwärtigen Sie sich nun noch einmal, was da geschehen ist. Von Verkörperung zu Verkörperung gegangen ist die Seele. Früher war sie hellsichtig; dann später kommt immer deutlicher und deutlicher das Bewußtsein auf, ein Ich zu werden, damit aber auch deutlicher die Möglichkeit, selbst zu urteilen. Denn solange man noch hellsichtig in die geistige Welt schaut und sich nicht als Ich fühlt, so lange kann man auch nicht urteilen, kombinieren. Das letztere trat als Fähigkeit immer mehr und mehr auf, aber in jeder folgenden Inkarnation wurde dafür die alte Hellsichtigkeit geringer. Immer weniger und weniger lebte der Mensch in solchen Zuständen, in denen er hineinschauen konnte in die geistige Welt. Und immer mehr lebte er sich in den physischen Plan ein, bildete das logische Denken aus und fühlte sich als Ich. Dabei nimmt die Hellsichtigkeit immer mehr ab. Der Mensch nimmt nun die äußere Welt wahr und wird immer mehr in sie verstrickt, aber der Zusammenhang mit der geistigen Welt wird immer geringer. Man kann also sagen: In den uralten Zeiten war der Mensch eine Art geistigen, spirituellen Wesens, denn er lebte als eine spirituelle Wesenheit im unmittelbaren sozialen Zusammenhang als Genosse von andern geistigen Wesenheiten, er fühlte sich zu andern geistigen Wesen gehörig, zu denen er heute mit normalen Sinnen nicht mehr hinaufschauen kann. Es sind heute auch, wie wir ja wissen, außer der Welt, die uns unmittelbar umgibt, noch andere geistige Welten um uns herum, in denen andere geistige Wesenheiten leben. Aber mit normalem Bewußtsein sieht der Mensch heute in diese Welten nicht hinein. Früher aber war er ihr Genosse, sowohl im nachtschlafenden Bewußtsein wie in jenem Zwischenzustand, von dem wir sprachen. Da lebte er darinnen und verkehrte mit diesen andern Wesenheiten. Jetzt kann er das normalerweise nicht mehr. Er wurde sozusagen aus seiner Heimat, der geistigen Welt, herausgesetzt und mit jeder neuen Verkörperung immer mehr und mehr in diese Erdenwelt hinunterversetzt.

[ 11 ] Picture to yourselves again what has taken place. The soul has passed from incarnation to incarnation. At first it was clairvoyant; later, the consciousness of becoming an I grew ever more distinct and with it the possibility of forming one's own judgments. As long as one still looks clairvoyantly into the spiritual world and does not feel oneself to be an I, it is impossible to form judgments, to combine thoughts. The ability to form judgments gradually emerged, but in exchange the old clairvoyance diminished with each succeeding incarnation. A person dwelt less and less in those states in which he could look into the spiritual world. Instead, he became acclimated to the physical plane, cultivated logical thinking, and felt himself as an I; clairvoyance thereby gradually receded. The human being now perceives the outer world and becomes ever more entangled in it, but his connection with the spiritual world becomes more tenuous. One can therefore say that in the distant past man was a kind of spiritual being, because he associated directly with other spiritual beings, was their companion, so to speak; he felt that he belonged with other spiritual beings to whom he can no longer look up with normal senses today. As we know, there are also today, beyond the world that immediately surrounds us, other spiritual worlds inhabited by other spiritual beings, but the person of today cannot look into those worlds with his ordinary consciousness. Earlier, however, he dwelt in them, both during the sleeping consciousness of the night and in that intermediate state of which we spoke. He lived in the spiritual world and had intercourse with these other beings. He can no longer do this normally. He has been, as it were, cast out of his home, the spiritual world, and with each new incarnation he becomes more and more firmly established in this world of the earth below.

[ 12 ] In den Pflegestätten des geistigen Lebens und in denjenigen Erkenntnissen und Wissenschaften, in denen man solches noch gewußt hat, hat man immer darauf Rücksicht genommen, daß unsere Inkarnationen durch solche verschiedenen Erdenzeitalter hindurchgegangen sind. Man blickte zurück auf ein sehr altes Zeitalter, das sogar noch vor der atlantischen Katastrophe liegt, in dem die Menschen eigentlich mit den Göttern oder Geistern unmittelbar zusammenlebten und sich selber natürlich dann auch ganz anders fühlten und empfanden. Denn Sie können sich ja denken, daß die Menschenseele ganz anders empfinden mußte in einem Zeitalter, wo sie ganz gewiß wußte, daß sie zu den höheren Wesenheiten aufblicken kann, und wo sie sich selbst als Glied jener höheren Welt wußte. So lernte sie auch ganz anders empfinden und fühlen. Sie müssen sich, wenn Sie auf diese Tatsachen hinblicken, vorstellen, daß wir auch heute nur sprechen und denken lernen können, wenn wir unter Menschen aufwachsen, denn das sind Fähigkeiten, die Sie nur unter Menschen erlangen können. Wenn irgendein Kind heute auf eine einsame Insel versetzt würde und dort aufwachsen würde ohne Umgang mit Menschen, so würde es durchaus nicht die Fähigkeiten des Denkens und Sprechens erlangen. Es hängt also für die Entwickelung eines Wesens etwas davon ab, ob es unter dieser oder jener andern Gattung von Wesen aufwächst und mit diesen oder jenen Wesen zusammenlebt. Davon hängt etwas für die Entwickelung ab. An Tieren schon können Sie das beobachten. Es ist bekannt, daß Hunde, die aus Verhältnissen, in denen sie mit Menschen zusammen sind, herausversetzt werden, dahin, wo sie niemals mit einem Menschen zusammenkommen, das Bellen verlernen. Die Nachkommen solcher Hunde können dann gewöhnlich nicht mehr bellen. Es hängt etwas davon ab, ob ein Wesen unter solchen oder andern Wesen aufwächst und lebt. Sie können sich also ein Bild machen davon, daß es etwas anderes ist, ob Sie nur unter heutigen Menschen auf dem physischen Plane leben, oder ob Sie früher lebten — dieselben Seelen sozusagen — unter geistigen Wesenheiten in einer geistigen Welt, in die heute der normale Blick nicht hineinreicht. Da entwickelte sich auch die Seele anders; der Mensch hatte in sich andere Impulse, als er unter Göttern lebte. Andere Impulse hat der Mensch entwickelt unter Menschen, und andere, als er unter Göttern lebte. Das hat eine höhere Erkenntnis immer gewußt. Es blickte eine solche Erkenntnis zurück in jene alten Zeitalter, in denen die Menschen sozusagen im unmittelbaren Verkehr mit göttlich-geistigen Wesenheiten waren. Und unmittelbarer Verkehr mit den göttlichgeistigen Wesen, der wirkte so, daß die Seele sich zugehörig fühlte zur göttlich-geistigen Welt. Das erzeugte aber auch Impulse, Kräfte in der Seele, die in ganz anderem Sinne noch göttlich-geistig waren, als die heutigen Kräfte es sind. Da wo die Seele so wirkte, daß sie sich als zugehörig zu der höheren Welt fühlte, da, aus dieser Seele sprach auch ein Wille, der aus der göttlich-geistigen Welt stammte, von dem man sagen konnte, er sei eingeflößt, dieser Wille, weil die Seele unter Göttern lebte.

[ 12 ] In the sanctuaries of spiritual life and in those fields of knowledge and science in which such things were still known, it was always taken into consideration that our incarnations have passed through these different earthly periods. They looked back to an ancient period, even before the Atlantean catastrophe, when human beings dwelt in direct contact with the gods, or spirits, and when they naturally had entirely different feelings and sensations. You can imagine that the human soul must have had quite different sensations in an age when it knew certainly that it could look up to the higher beings and when it was aware of itself as a member of that higher world. It has thus learned to feel and to sense entirely differently. When you consider these facts, you must picture to yourselves that we can learn to speak and to think today only if we grow up among humankind, because these faculties can be acquired only among human beings. If a child were to be cast upon some lonely island and were to grow up there, lacking association with human beings, he would be unable to acquire the faculties of thinking and speaking. We thus see that the way in which any being develops depends in part on the kind of beings among which it lives and matures. Evolution is affected by this fact. You can observe this among animals. It is known that dogs removed from association with human beings to some place where they never meet a human being actually forget how to bark. As a rule, the descendants of such dogs are unable to bark at all. Something depends upon whether a being grows up and lives among one kind of being or another kind. You can therefore imagine that it makes a difference whether you dwell on the physical plane among modern human beings or whether you—the same souls, as it were—lived earlier among spiritual beings in a spiritual world that can no longer be penetrated by the normal vision of today. At that time the soul developed differently; the human being had within him different impulses when he dwelt among the gods. The human being developed one kind of impulse among men and another kind when he dwelt with gods. A higher knowledge has always known this; such a knowledge has always looked back to that time when human beings were in direct intercourse with divine-spiritual beings, on account of which the soul felt itself to belong to the divine-spiritual world. This, however, also engendered forces and impulses in the soul that were divine-spiritual in a totally different sense from the forces of today. At that time, when the soul still operated in such a way that it felt itself to be a part of the higher world, a will spoke out of this soul that also derived from the divine-spiritual world. One could say that this will was inspired, because the soul dwelt among the gods.

[ 13 ] Von diesem Zeitalter, wo der Mensch noch eins war mit den göttlich-geistigen Wesenheiten, von diesem Zeitalter sprechen solche Erkenntnisse als von dem goldenen Zeitalter oder Krita Yuga. Das ist also ein altes Zeitalter, dessen wesentlichen Verlauf wir sogar noch vor der atlantischen Katastrophe suchen müssen. Dann kommt ein nächstes Zeitalter, wo die Menschen nicht mehr so stark wie in dem Krita Yuga ihren Zusammenhang fühlten mit der göttlich-geistigen Welt, wo sie nicht mehr so sehr ihre Impulse bestimmt fühlten durch das Zusammenleben mit den Göttern, wo auch ihr Blick sich schon mehr verdunkelte gegenüber dem Geist und der Seele. Aber noch hatten sie eine Erinnerung an das Zusammenleben mit den Geistern und Göttern. Dieses war insbesondere deutlich in der alten indischen Welt. Da konnte man sehr leicht über geistige Dinge reden. Man konnte die Menschen hinweisen auf die äußere Welt der physischen Wahrnehmung und doch, sagen wir, eine Maja oder Illusion in ihr sehen, weil die Menschen noch gar nicht so lange diese physischen Wahrnehmungen hatten. Das war im alten Indien der Fall. Die Seelen im alten Indien sahen zwar nicht mehr die Götter selber, aber noch geistige Tatsachen und niedrigere geistige Wesenheiten. Die hohen geistigen Wesenheiten wurden nur noch von einer kleineren Anzahl von Menschen gesehen, aber es war auch für diese schon jenes ganz lebendige Zusammenleben mit den Göttern verdunkelt. Die Willensimpulse aus der göttlich-geistigen Welt waren schon hingeschwunden. Dafür aber gab es noch die Möglichkeit, wenigstens in besonderen Bewußtseinszuständen einen Einblick in die geistigen Tatsachen zu gewinnen: im Schlafen und in den erwähnten Zwischenzuständen. Aber die wichtigsten Tatsachen dieser geistigen Welt, die vorher noch wie ein Miterleben da waren, die waren jetzt nurmehr da wie eine Art Erkenntnis der Wahrheit, wie etwas, was die Seele zwar noch genau wußte, was aber nur noch wie eine Erkenntnis, wie eine Wahrheit wirkte. Gewiß waren die Menschen noch in der geistigen Welt, aber schon nicht mehr so stark wie früher war die Gewißheit davon in diesem späteren Zeitalter. Man nennt es das silberne Zeitalter oder Treta Yuga.

[ 13 ] This period when man was still united with the divine-spiritual beings is spoken of in the ancient wisdom as the Golden Age or Krita Yuga. We must look back to a time preceding the Atlantean catastrophe to find the greater part of this age. Afterward, a time followed when human beings no longer felt their connection with the spiritual world so strongly as during Krita Yuga, when they felt their impulses to be less determined by their association with the gods, when even their vision began to grow dimmer regarding the spirit and the soul. They retained the memory, however, of having dwelt with the spirits and the gods. This was especially distinct in the ancient Indian world. There they spoke quite easily of spiritual matters; they could call attention to the outer world of physical perception and yet, as we say, recognize the maya or illusion in it, because human beings had had these physical perceptions for only a comparatively short time. That was the situation in ancient India. The souls in ancient India no longer saw the gods themselves, but they still saw spiritual realities and lower spiritual beings. The higher spiritual beings were still visible to a few people, but a living companionship with the gods was obscured even to these. Will impulses from the divine-spiritual world had already disappeared. It was still possible, however, to glimpse spiritual realities during particular states of consciousness: during sleep and during the intermediate state we have already mentioned. The most important realities of the spiritual world, however, which had previously been a matter of experience, had become merely a sort of knowledge of the truth, like something that the soul still knew distinctly but that had only the effect of knowledge, of truth. To be sure, human beings were still in the spiritual world, but their assurance of it was less strong in this later time than it had been before. This is known as the Silver Age or Treta Yuga.

[ 14 ] Dann aber kamen die Zeitalter derjenigen Inkarnationen oder Verkörperungen, wo sich der Blick des Menschen gegenüber der geistigen Welt immer mehr abschloß, wo er immer mehr und mehr hingeordnet wurde auf die unmittebar äußere Sinneswelt, dafür aber auch befestigt wurde in dieser Sinneswelt, wo das innerliche Ich-Bewußtsein, das Menschheitsbewußtsein immer mehr und mehr hervortrat. Dieses Zeitalter, man nennt es das eherne Zeitalter oder Dvapara Yuga. Die Menschen hatten nun zwar nicht mehr eine solch hohe unmittelbare Erkenntnis von der geistigen Welt wie früher, aber es war wenigstens in der allgemeinen Menschheit noch etwas geblieben von der geistigen Welt. Man könnte es etwa so bezeichnen, wie wenn in den gegenwärtigen Menschen, wenn sie älter geworden sind, etwas von der Freude der Jugend geblieben ist. Sie ist zwar vorbei, aber erlebt hat man sie. Man weiß, man kennt sie, man kann davon reden wie von etwas, was einem vertraut ist. So war damals den Seelen noch etwas vertraut von dem, was zu den geistigen Welten hinführt. Das ist das Wesentliche des Dvapara Yuga.

[ 14 ] Following this came the period of the incarnations in which human vision became more and more cut off from the spiritual world, became more and more adjusted to the immediate outer world of the senses and accordingly more firmly entrenched in this world of the senses. This period, during which emerged the inner I-consciousness, the consciousness of being human, is known as the Bronze Age or Dvapara Yuga. Although human beings no longer had the lofty, direct knowledge of the spiritual world belonging to earlier periods, at least something of the spiritual world still remained in humanity in general. One could perhaps describe this by comparing it to human beings of the present day who, when they grow older, retain something of the joy of youth. It has indeed fled, but once having experienced it, one knows it and can speak of it as something with which one is familiar. Similarly, the souls of that time were still somewhat familiar with what leads to the spiritual worlds. This is the essential feature of Dvapara Yuga.

[ 15 ] Dann kam aber ein anderes Zeitalter, ein Zeitalter, in dem auch dieses Vertrautsein mit der geistigen Welt aufhört, wo sozusagen sich die Tore zuschließen gegenüber der geistigen Welt. Der Blick der Menschen wurde da immer mehr und mehr beschränkt auf die äußere sinnliche Welt und den Verstand, der die Eindrücke der Sinne verarbeitet, so daß die Menschen über die geistige Welt nur noch nachdenken konnten. Das ist die niedrigste Art, etwas über die geistige Welt zu wissen. Das, was die Menschen jetzt noch wirklich wußten aus ihrem eigenen Erleben heraus, das ist die sinnlich-physische Welt. Wollten die Menschen etwas wissen über die geistige Welt, so mußten sie dies durch ihr Nachdenken erreichen. Es ist das diejenige Zeit, wo der Mensch am ungeistigsten wurde und deshalb auch sich am meisten in der Sinnenwelt festlegte und festsetzte. Das war aber notwendig, um sein Selbstbewußtsein nach und nach bis zur höchsten Höhe entfalten zu können. Denn nur durch den groben Widerstand der äußeren Welt konnte der Mensch lernen, sich von der Welt zu unterscheiden und als Eigenwesenheit sich selber zu empfinden. Dieses letztere Zeitaltei nennt man auch Kali Yuga oder das finstere Zeitalter.

[ 15 ] A period followed when even this familiarity with the spiritual world ceased, when, as it were, the doors of the spiritual world were closed. Thereafter, human vision became so confined to the outer world of the senses and to the intellect that elaborated the sense impressions that they could now only reflect upon the spiritual world. This is the lowest means by which something about the spiritual world can be known. What human beings now actually knew from their own experience was the physical, sensible world. If human beings wished to know something of the spiritual world, they had to accomplish this through reflection. This is the period when human beings became the most unspiritual and accordingly the most attached to and rooted in the world of the senses. This was necessary in order that consciousness of self might gradually attain the peak of its evolution, since only through the sturdy opposition of the outer world could man learn to distinguish himself from the world and to sense himself as an individual being. This last period is called Kali Yuga or the Dark Age.

[ 16 ] Ich bemerke ausdrücklich, daß man diese Ausdrücke auch für größere Epochen gebrauchen kann, so zum Beispiel die Bezeichnung Krita Yuga schon anwenden kann für einen noch größeren Zeitraum. Denn bevor jenes goldene Zeitalter da war, das geschildert worden ist, war der Mensch mit seinem Erleben an noch höheren Welten beteiligt, daher könnte man alle diese noch älteren Zeiten mit diesem Namen umfassen. Aber wenn man sozusagen in den Ansprüchen sich mäßigt, wenn man noch zufrieden ist mit jenem Maß von geistigem Erleben, das geschildert worden ist, dann kann man in dieser Weise einteilen, wie es nun geschehen ist. Für alle solche Zeitalter kann man ganz bestimmte Zeiträume angeben. Nun geht zwar die Entwickelung langsam und allmählich vonstatten, aber es gibt Grenzen, von denen man sagen kann: Vorher war hauptsächlich dieses und nachher war jenes Lebensverhältnis und Bewußtsein vorherrschend. So müssen wir rechnen, daß in dem Sinne, wie wir zuerst davon gesprochen haben, Kali Yuga etwa im Jahre 3101 vor unserer Zeitrechnung beginnt. Da sehen wir, daß unsere Seelen in immer neuen Verkörperungen auf der Erde erschienen sind, in denen sich der Blick der Menschen vor der geistigen Welt immer mehr verschlossen hat und so auch immer mehr eingeengt wurde auf die äußere Sinneswelt. Da sehen wir, daß tatsächlich unsere Seelen mit jeder neuen Verkörperung in immer neue Verhältnisse hineinkommen, in denen immer Neues gelernt werden kann. Was wir im Kali Yuga gewinnen können, das ist, uns in unserem Ich-Bewußtsein zu festigen. Vorher war das nicht möglich, denn da mußte man eben erst das Ich in sich aufnehmen.

[ 16 ] I should like to emphasize that these expressions can also be used to refer to more extensive epochs. The designation of Krita Yuga, for example, may be applied to a much broader period, since before the Golden Age even existed, the human being participated with his experience in still higher spheres; hence, all these still earlier periods might be included in the term “Golden Age.” If one is moderate, so to speak, in one's claims, however, if one is content with that measure of spiritual experience that has been described, it is possible to divide in this way what has occurred in the past. Definite periods of time can be assigned to all such eras. To be sure, evolution moves forward slowly, through gradual stages, but there are certain boundaries of which we may say that prior to this, such a thing was primarily true, and after this some other condition of life and consciousness prevailed. Accordingly, we must calculate that, in the sense in which we first used the term, Kali Yuga began approximately in the year 3101 BC. We thus see that our souls have appeared repeatedly on earth in new incarnations, during which human vision has become increasingly shut off from the spiritual world and at the same time ever more restricted to the outer world of the senses. We thus see that our souls actually come with each new incarnation into new conditions from which something new can always be learned. What we can gain from Kali Yuga is the possibility of becoming established in our I-consciousness. This was not possible previously, because the human being had first to absorb the I into himself.

[ 17 ] Wenn nun Seelen versäumt haben, in einer Inkarnation dasjenige aufzunehmen, was gerade dieses Zeitalter gibt, dann ist es sehr schwer, in andern Zeiten das nachzuholen. Sie müssen dann lange Zeit warten, bis es möglich wird, doch in einer gewissen Beziehung das Versäumte nachzuholen, aber wir dürfen uns darauf durchaus nicht verlassen. Das also wollen wir vor unsere Seele rücken, daß während der Kali Yuga-Epoche etwas sehr Wesentliches geschehen ist, indem sozusagen die Tore zugemacht worden sind gegenüber der geistigen Welt. Das war auch jenes Zeitalter, in dem der Täufer Johannes wirkte und in dem wirkte der Christus. Für diese Zeit, die ja schon 3100 Jahre hatte hingehen sehen von dem finsteren Zeitalter, war wesentlich, daß die Menschen alle schon mehrere Male, wenigstens ein- bis zweimal dagewesen waren in diesem finsteren Zeitalter. Das Ich-Bewußtsein hatte sich gefestigt, die Erinnerung an die geistige Welt hatte sich verflüchtigt, und die Menschen mußten lernen, wenn sie nicht den Zusammenhang mit der geistigen Welt vollständig verlieren wollten, dieses Geistige in ihrem Ich zu erleben. Sie mußten ihr Ich so entwickeln, daß dieses Ich in seinem Inneren wenigstens gewiß sein konnte, daß es eine geistige Welt gibt und daß der Mensch dieser geistigen Welt angehört, und daß es höhere geistige Wesenheiten gibt. Das Ich mußte sich fähig machen, eine innere Empfindungsmöglichkeit, Glaubensmöglichkeit an die geistige Welt zu haben.

[ 17 ] When souls have neglected in a given incarnation what that particular epoch has to offer, it is very difficult to make up for the loss in another epoch. They must then wait a very long time before it becomes possible to make good the loss in a certain way, but we certainly must not depend on this chance. Let us, therefore, remember that something essential took place at the time when, as it were, the doors of the spiritual world were made fast. That was the period in which John the Baptist worked, as well as the Christ. It was essential for this time, which had already witnessed the passing of 3,100 years of the Dark Age, that the people living then had all incarnated several times, or at least once or twice, during this Dark Age. I-consciousness had become firmly established, memory of the spiritual world had already evaporated, and, if human beings did not wish to lose all connection with the spiritual world, they had to learn to experience the spiritual within the I. They had to develop the I in such a way that this I, within its inner being, could at least be sure that there is a spiritual world, that man belongs to this spiritual world, and that there are also higher spiritual beings. The I had to make itself capable of inwardly feeling, of believing in, the spiritual world.

[ 18 ] Wenn jemand in der Zeit des Christus Jesus ausgesprochen hätte, was eigentlich die Wahrheit in der damaligen Zeit gewesen ist, so hätte er sagen können: Das Himmelreich konnten die Menschen früher außerhalb ihres Ich, in jenen geistigen Fernen erleben, die sie erreichten, wenn sie aus sich herausgingen. Fern vom Ich mußte der Mensch die Reiche der Himmel, die Reiche der geistigen Welt erleben. Jetzt kann er diese Reiche der Himmel nicht so erleben, jetzt ist der Mensch so viel anders geworden, daß das Ich in sich diese Reiche erleben muß. Diese Reiche der Himmel sind so weit an den Menschen herangekommen, daß sie in das Ich hereinwirken. — Und das hat Johannes der Täufer den Menschen gesagt: «Die Reiche der Himmel sind nahe herbeigekommen», das heißt, nahe an das Ich herangekommen. Früher waren sie außerhalb des Menschen, jetzt mußte er in seinem allernächsten Wesen, in dem Ich, das nahe herbeigekommene Reich der Himmel begreifen. Und weil der Mensch nicht mehr hinausgehen konnte in diesem finsteren Zeitalter, dem Kali Yuga, aus der Sinneswelt in die geistige Welt, deshalb mußte das göttliche Wesen, der Christus, bis in die physisch-sinnliche Welt heruntersteigen. Das ist der Grund, warum der Christus bis in einen fleischlichen Menschen, in den Jesus von Nazareth heruntersteigen mußte, damit durch die Anschauung des Lebens und der Taten des Christus auf der physischen Erde die Menschen im physischen Leibe den Zusammenhang gewinnen konnten mit den Reichen der Himmel, der geistigen Welt. So daß wir also in der Zeit, als der Christus auf der Erde gewandelt ist, ein Zeitalter haben mitten drinnen im Kali Yuga, im finsteren Zeitalter, wo die Menschen, die nicht finster und dumpf dahinlebten, sondern ihre Zeit begriffen haben, sich sagen konnten: Es ist eine Notwendigkeit, daß der Gott heruntersteigt zu den Menschen, damit wiederum ein Zusammenhang gewonnen wird mit der geistigen Welt, der verloren war.

[ 18 ] If, in the time of Christ Jesus, someone were to have expressed what was indeed the truth in that period, he might have said, “Once upon a time human beings were able to experience the kingdom of heaven outside of their own I's, in those spiritual distances they reached when they emerged from their lower selves. The human being had to experience the kingdom of heaven, the spiritual world, at a distance from the I. Now this kingdom of heaven cannot be so experienced; now the human being has changed so much that the I must experience this kingdom within itself. The kingdom of heaven has approached man to such an extent that it now works into the I.” John the Baptist proclaimed this to humanity, saying, “The kingdom of heaven is at hand,” that is, approaches the I. Previously, it was to be found outside of man, but now man must embrace in the very core of his being, in the I, a kingdom of heaven now come near at hand. Precisely because in this Dark Age, in Kali Yuga, man was no longer able to go forth from the world of the senses into the spiritual world, the divine being, the Christ, had to come down into the physical, sensible world. This is the reason that Christ had to descend into a man of flesh, into Jesus of Nazareth, in order that through beholding the life and deeds of Christ on the physical earth, human beings in physical bodies might gain a connection with the kingdom of heaven, with the spiritual world. The period when Christ walked upon earth thus fell in the midst of Kali Yuga, of the Dark Age, when human beings who comprehended their time and did not live in it in a dull and unenlightened way could say to themselves, “It is necessary that the God should descend among human beings in order that a connection with the spiritual world that has been lost can be won again.”

[ 19 ] Würden dazumal keine Menschen dagewesen sein, die das verstanden hätten, die einen lebendigen Gemütszusammenhang gefunden hätten mit dem Christus, dann hätten die Menschen eben ihren Zusammenhang mit den geistigen Welten allmählich verloren, sie hätten in ihr Ich nicht aufgenommen den Zusammenhang mit den Reichen der Himmel. Es könnte durchaus sein, daß, wenn alle Menschen in einem solch wichtigen Zeitpunkt in Finsternis verharren würden, ein solches wichtiges Ereignis an ihnen dann vorbeigegangen wäre. Es wären dann die Menschenseelen verdorrt, verödet, verkommen. Verkörpert hätten sie sich wohl auch ohne den Christus noch einige Zeit, aber in ihr Ich hätten sie nicht einpflanzen können das, womit sie den Zusammenhang gefunden hätten mit den Reichen der Himmel. Es könnte sein, daß das Ereignis des Erscheinens des Christus auf der Erde überall unbemerkt hätte vorbeigehen können, so wie zum Beispiel die Menschen in Rom es nicht bemerkten. Wurde doch dort gesagt, es gebe irgendwo eine abgelegene, schmutzige Straße, da lebe eine besondere Sekte, greuliche Menschen wären das, und unter ihnen lebe ein greulicher Geist, der nenne sich Jesus von Nazareth und predige den Leuten allerlei, das sie zu allen möglichen schlimmen Taten anstifte. — Nur so viel wußte man in Rom zu gewissen Zeiten von Christus! Und Sie wissen vielleicht auch, daß es der so bedeutende römische Geschichtsschreiber Tacitus war, der so ähnlich es beschrieben hat etwa hundert Jahre nach den Ereignissen von Palästina.

[ 19 ] If there had been no human beings at that time capable of understanding this, capable of establishing an active soul connection with the Christ, all human connection with the spiritual world would gradually have been lost and human beings would not have accepted into their I's the connection with the kingdom of heaven. If all the human beings living at such a crucial time had persisted in remaining in darkness, it might have happened that this significant event would have passed by them unnoticed. Then human souls would have become withered, desolate, and depraved. To be sure, they would have continued to incarnate for a time without the Christ, but they would not have been able to implant in their I's what was necessary for them to regain their connection with the kingdom of heaven. It might have happened that the event of the appearance of Christ on earth could have been overlooked by everyone, just as it passed unnoticed, for example, by the inhabitants of Rome. Among these it was said, “Somewhere in a dingy side street lives a strange sect of horrid people, and among them lives a detestable spirit who calls himself Jesus of Nazareth and who preaches to the people, inciting them to all kinds of heinous deeds.” That is how much they knew of Christ in Rome at a certain period! You are perhaps also aware that it was the great Roman historian, Tacitus, who described Him in some such way about a hundred years after the events in Palestine.

[ 20 ] Also es haben wirklich nicht alle Menschen bemerkt, daß da etwas Wichtigstes sich vollzogen hat, was die Menschen hinüberretten konnte über das Kali Yuga, was hereingeleuchtet hat als das göttliche Licht in die irdische Finsternis. Die Möglichkeit der Weiterentwickelung der Menschheit war dadurch gegeben, daß gewisse Seelen sich fanden, die den damaligen Zeitpunkt erfaßten, die wußten, was es bedeutet, daß der Christus auf Erden gewandelt hat.

[ 20 ] Indeed, it is true, not everyone realized that something of the utmost importance had taken place, an event which, striking into the unearthly darkness as divine light, was capable of carrying human beings over Kali Yuga! The possibility for further evolution was given to humanity through the fact that there were certain souls who comprehended that moment in time, who knew what it meant that Christ had walked upon the earth.

[ 21 ] Versetzen Sie sich einmal in jene Zeit, dann werden Sie sich leicht sagen können: Ja, man konnte in der damaligen Zeit leben und man brauchte nichts zu wissen von dem Erscheinen des Christus Jesus auf dem physischen Plan! Man konnte auf der Erde leben, ohne dieses allerwichtigste Ereignis in sein Bewußtsein aufzunehmen.

[ 21 ] If you were to imagine yourselves for a moment in that period, you could then easily say, “Yes, it was quite possible to live at that time and yet know nothing of the appearance of Christ Jesus on the physical plane! It was possible to dwell on earth without taking this most significant event into one's consciousness.”

[ 22 ] Sollte es nicht auch heute möglich sein, daß unendlich Wichtiges vorgeht und die Menschen es nur nicht in ihr Bewußtsein aufnehmen ? Könnte es nicht sein, daß unsere Zeitgenossen von dem Allerwichtigsten, was vorgeht in der Welt, jetzt vorgeht, keine Ahnung haben? So ist es! Denn Wichtigstes geht vor, doch geht es nur für den geistigen Blick wahrnehmbar vor. Es wird so viel von Übergangszeiten gesprochen; wir leben in einer solchen, und zwar in einer sehr wichtigen. Und das Wichtige ist, daß wir gerade in der Zeit leben, wo das finstere Zeitalter abgelaufen ist, und daß jetzt gerade ein Zeitalter beginnt, wo die Menschen neue Fähigkeiten langsam und allmählich entwickeln, wo die Seelen der Menschen allmählich anders werden.

[ 22 ] Might it not then also be possible today that something of infinite importance is taking place and that human beings are not taking it into their consciousness? Could it not be that something tremendously important is taking place in the world, taking place right now, of which our own contemporaries have no presentiment? This is indeed so. Something highly important is taking place that is perceptible, however, only to spiritual vision. There is much talk about periods of transition. We are indeed living in one, and it is a momentous one. What is important is that we are living just at the time when the Dark Age has run its course and a new epoch is just beginning, in which human beings will slowly and gradually develop new faculties and in which human souls will gradually undergo a change.

[ 23 ] Aber daß die meisten Menschen nichts davon bemerken, das braucht Sie nicht zu wundern, denn die meisten haben es auch nicht bemerkt, als im Beginne unserer Zeitrechnung das Christus-Ereignis vor sich ging. Im Jahre 1899 ist das Kali Yuga abgelaufen, jetzt haben wir uns in ein neues Zeitalter hineinzuleben. Und was da beginnt, das bereitet langsam die Menschen zu neuen Seelenfähigkeiten vor.

[ 23 ] It is hardly to be wondered at that most human beings are in no way aware of this, considering that most human beings also failed to notice the occurrence of the Christ event at the beginning of our era. Kali Yuga came to an end in the year 1899; now we must adapt ourselves to a new age. What is beginning at this time will slowly prepare humanity for new soul faculties.

[ 24 ] Die ersten Anzeichen von diesen neuen Seelenfähigkeiten, die werden sich in vereinzelten Seelen schon verhältnismäßig bald bemerkbar machen. Und sie werden sich deutlicher zeigen in der Mitte der dreißiger Jahre unseres Jahrhunderts, ungefähr in der Zeit zwischen 1930 und 1940. Die Jahre 1933, 1935 und 1937 werden besonders wichtig sein. Da werden sich am Menschen ganz besondere Fähigkeiten als natürliche Anlagen zeigen. In dieser Zeit werden große Veränderungen vor sich gehen und Prophezeiungen der biblischen Urkunden sich erfüllen. Da wird sich alles für die Seelen verändern, die auf der Erde weilen und auch für diejenigen, die nicht mehr im physischen Leibe sind. Gleichgültig, wo sie sind, diese Seelen, sie leben eben ganz neuen Fähigkeiten entgegen. Alles ändert sich. Das wichtigste Ereignis unserer Zeit aber ist eine tief einschneidende Änderung in den Seelenfähigkeiten der Menschen.

[ 24 ] The first signs of these new soul faculties will begin to appear relatively soon now in isolated souls. They will become more clear in the middle of the fourth decade of this century, sometime between 1930 and 1940. The years 1933, 1935, and 1937 will be especially significant. Faculties that now are quite unusual for human beings will then manifest themselves as natural abilities. At this time great changes will take place, and Biblical prophecies will be fulfilled. Everything will be transformed for the souls who are sojourning on earth and also for those who are no longer within the physical body. Regardless of where they are, souls are encountering entirely new faculties. Everything is changing, but the most significant event of our time is a deep, decisive transformation in the soul faculties of man.

[ 25 ] Das Kali Yuga ist abgelaufen, und es beginnen die Menschenseelen jetzt neue Fähigkeiten zu entwickeln, jene Fähigkeiten, welche, weil eben das Zeitalter dafür da ist, wie von selber heraustreiben werden aus den Seelen gewisse hellseherische Kräfte, jene hellseherischen Kräfte, die während des Kali Yuga eben hinuntertauchen mußten ins Unbewußte. Da wird es eine Anzahl von Seelen geben, die das merkwürdige Ereignis erleben werden, daß sie das Ich-Bewußtsein haben werden, aber neben diesem wird es für sie so sein, wie wenn sie in einer Welt lebten, die eigentlich eine ganz andere Welt ist als diejenige ihres gewöhnlichen Bewußtseins: es wird sein wie schattenhaft, wie eine Ahnung, wie wenn ein Blindgeborner operiert wird. Durch dasjenige, was wir esoterische Schulung nennen, werden diese hellseherischen Fähigkeiten noch viel besser erlangt werden. Das wird aber, weil die Menschen fortschreiten, in den allerersten Anfängen, in den elementarsten Stufen durch die selbsttätige natürliche Entwickelung in der Menschheit auftreten.

[ 25 ] Kali Yuga has run its course, and now human souls are beginning to develop new faculties, faculties that—because this is precisely the purpose of the age—will cause souls, seemingly out of themselves, to exhibit certain clairvoyant powers that were necessarily submerged in the unconscious during Kali Yuga. There will be a number of souls who will have the singular experience of having I-consciousness and at the same time the feeling of living in another world, essentially an entirely different world from the one of their ordinary consciousness. It will seem shadowy, a dim presentiment, as it were, as though one born blind were to have been operated on and had his sight restored. Through what we call esoteric training, these clairvoyant faculties will be acquired much more readily, but because humanity progresses they will appear, at least in rudimentary form, in the most elementary stages, in the natural course of human evolution.

[ 26 ] Nun könnte es aber sehr leicht sein — und viel leichter könnte es jetzt sein als jemals früher —, daß die Menschen in unserem Zeitalter überhaupt nicht in der Lage wären, so etwas, dieses für die Menschheit wichtigste Ereignis zu begreifen. Es könnte sein, daß die Menschen überhaupt nicht imstande wären zu begreifen, daß das ein wirkliches Hineinschauen in eine geistige Welt ist, wenn auch schattenhaft und matt nur noch. Es könnte zum Beispiel so sein, daß die Bosheit, der Materialismus so groß wären auf der Erde, daß die Mehrheit der Menschen nicht das geringste Verständnis zeigte, und jene Menschen, die dieses Hellsehen haben werden, als Narren betrachten und in die Irrenhäuser stecken würde unter die andern hinein, die in verworrener Weise ihre Seelen entwickeln. Also es könnte dieses Zeitalter sozusagen an den Menschen spurlos vorübergehen, obwohl wir auch heute ertönen lassen den Ruf, wie ihn damals Johannes der Täufer als der Vorläufer des Christus und der Christus selbst haben ertönen lassen: Ein neues Zeitalter ist herbeigekommen, wo die Menschenseelen einen Schritt hinaufmachen müssen in die Reiche der Himmel!

[ 26 ] It might easily happen in our epoch (indeed, more easily than has ever been the case before) that human beings would not be able to comprehend such an event that is of the utmost significance for humanity. It could be that they would fail to grasp that such a thing is an actual glimpse into the spiritual world, though still only shadowy and dim. There might, for example, be so much wickedness, such great materialism on earth that the majority of humanity would not show the slightest understanding but would consider those people who had this clairvoyance as fools and would clap them into insane asylums along with others whose souls develop in a muddled fashion. This epoch could pass by humanity without notice, as it were, although we are letting the call sound forth today, even as John the Baptist, as the forerunner of Christ, and Christ Himself once let it resound: A new age is at hand, in which the souls of human beings must take a step upward into the kingdom of heaven!

[ 27 ] Es könnte sehr leicht sein, daß ohne Verständnis der Menschen das Große vorüberginge. Wenn dann in den Jahren 1930 bis 1940 die Materialisten triumphieren würden und sagen: Nun ja, es hat sich zwar eine Anzahl von Narren ergeben, aber nichts von dem erwarteten großen Geschehen —, so wäre das gar kein Beweis gegen das Gesagte. Würden sie triumphieren und würde die Menschheit an diesen Ereignissen vorübergehen, so wäre das ein Unglück für die Menschheit. Wenn sie auch nicht bemerken könnte das Große, was eintreten kann, geschehen wird es deshalb doch.

[ 27 ] It could easily happen that this great event might pass by without the understanding of human beings. If, then, in the years between 1930 and 1940, the materialists were to triumph and say, “Yes, there have indeed been a number of fools but no sign of the great happenings that were anticipated,” it would not disprove what we have said. If they were to triumph, however, and if humanity overlooked these events, it would be a great misfortune. Even if they were unable to perceive the great occurrence that can take place, it will nonetheless occur.

[ 28 ] Was eintreten kann, das wird das sein, daß die Menschen die neue Fähigkeit eines Wahrnehmens im Ätherischen werden erlangen können — eine gewisse Anzahl von Menschen wenigstens zunächst —, und die andern werden immer mehr und mehr nachrücken, denn 2500 Jahre wird die Menschheit Zeit haben, um diese Fähigkeiten immer mehr und mehr zu entwickeln. In dieser Zeit dürfen die Menschen die Gelegenheit nicht versäumen. Ein Versäumnis aber wäre ein großes Unglück, und die Menschheit müßte dann warten auf später, um das Versäumte nachzuholen, um die neue Fähigkeit noch nachträglich zu entwickeln. Es wird die Fähigkeit sein, daß die Menschen in ihrer Umgebung etwas sehen werden von dem Ätherischen, das sie normalerweise bisher nicht wahrnehmen konnten. Jetzt sieht der Mensch nur den physischen Leib des Menschen, dann aber wird er imstande sein, den Ätherleib wenigstens wie ein schattenhaftes Bild zu sehen und auch aller tieferen Ereignisse Zusammenhang im Ätherischen zu erleben. Sie werden Bilder und Ahnungen haben von Ereignissen in der geistigen Welt und erleben, daß sich solche Ereignisse in drei bis vier Tagen dann auf dem physischen Plan erfüllen. Sie werden gewisse Dinge in ätherischen Bildern sehen und dann wissen: morgen oder in einigen Tagen geschieht dieses oder jenes.

[ 28 ] The event to which we refer is that human beings can acquire the new faculty of perception in the etheric realm—a certain number of human beings to begin with, followed gradually by others, because humanity will have 2,500 years in which to evolve these faculties increasingly. Human beings must not miss the opportunity offered in this period. To let it pass unheeded would be a great misfortune, and humanity would then have to wait until later to make up the loss, in order ultimately to develop this faculty. This ability will enable human beings to see in their surroundings something of the etheric world, which up to now they have not normally been able to perceive. The human being now sees only man's physical body; then, however, he will be able to see the etheric body, at least as a shadowy image, and also to experience the relationship of all deeper events in the etheric. He will have pictures and premonitions of events in the spiritual world and will find that such events are carried out on the physical plane after three or four days. He will see certain things in etheric pictures and will know that tomorrow, or in a few days, this or that will take place.

[ 29 ] Solche Umänderungen der menschlichen Seelenfähigkeiten werden kommen. Etwas, was man als ein Äthersehen bezeichnen kann, wird kommen. Und was ist damit verknüpft? Nun, diejenige Wesenheit, die wir den Christus nennen, die war einmal im Fleische auf der Erde im Beginne unserer Zeitrechnung. In einem solchen physischen Leibe wird sie nicht mehr kommen, denn das war ein einmaliges Ereignis. Aber in der ätherischen Gestalt wird der Christus wiederkommen in den genannten Zeiten. Da werden die Menschen wahrnehmen lernen den Christus, indem sie durch dieses Äthersehen hinaufwachsen werden zu ihm, der nun nicht mehr heruntersteigt bis zum physischen Leib, sondern bloß bis zum Ätherleib. Die Menschen werden also hinaufwachsen müssen zu einem Wahrnehmen des Christus. Denn wahr ist der Ausspruch, den der Christus getan hat: «Ich bin bei euch alle Tage bis ans Ende der Erdenzeiten.» Er ist da, er ist in unserer geistigen Welt, und besonders Begnadete, die können ihn immer wahrnehmen in dieser geistig-ätherischen Welt.

[ 29 ] Such transformations will come about in human soul faculties, resulting in what may be described as etheric vision. And Who is bound up with this fact? That being Whom we call the Christ, Who appeared on earth in the flesh at the beginning of our era. He will never come again in a physical body; that event was unique. The Christ will return, however, in an etheric form in the period of which we have been speaking. Then human beings will learn to perceive Christ, because through this etheric vision they will grow upward toward Him Who no longer descends as far as into a physical body but only into an etheric body. It will therefore be necessary for human beings to grow upward to a perception of Christ, for Christ spoke truly when He said, “I am with you always, even unto the end of the earth.” He is here; He is in our spiritual world and those who are especially blessed can perceive Him always in this spiritual-etheric world.

[ 30 ] Derjenige, der durch solche Wahrnehmung besonders überzeugt worden ist, war Paulus, im Ereignis von Damaskus. Als natürliche Fähigkeit aber wird dieses Äthersehen ausgebildet werden bei einzelnen Menschen. Ein Ereignis von Damaskus, ein Paulus-Ereignis zu erleben, wird mehr und mehr möglich werden den Menschen der kommenden Zeit.

[ 30 ] St. Paul was convinced through such perception in the event of Damascus. This same etheric vision will be cultivated as a natural faculty by individual persons. To experience an event of Damascus, a Paul event, will be an increasing possibility for human beings in the coming period.

[ 31 ] So erfassen wir jetzt Geisteswissenschaft in einem ganz andern Sinn. Wir lernen, daß sie etwas ist, was uns eine ungeheure Verantwortung auferlegt, denn sie ist eine Vorbereitung auf das ganz konkrete Geschehen des Wiedererscheinens des Christus. Der Christus wird wiedererscheinen deshalb, weil die Menschen sich zu ihm hinaufheben werden im Äthersehen. Wenn wir das erfassen, dann erscheint uns Geisteswissenschaft als die Vorbereitung der Menschen auf die Wiederkunft des Christus, damit das Unglück nicht eintritt, daß sie dieses große Ereignis übersehen, sondern reif werden, den großen Moment zu erfassen, den man als das Wiederkommen des Christus bezeichnen kann. Der Mensch wird fähig werden, Ätherleiber zu sehen, und er wird fähig sein, unter diesen Ätherleibern auch den Ätherleib des Christus zu sehen, das heißt, in eine Welt hineinzuwachsen, in der ihm für seine neuerwachten Fähigkeiten der Christus erscheinen wird.

[ 31 ] We thus comprehend spiritual science in a completely different sense. We learn that it imposes a tremendous responsibility upon us, since it is a preparation for the concrete occurrence of the reappearance of Christ. Christ will reappear because human beings will be raising themselves toward Him in etheric vision. When we grasp this, spiritual science appears to us as the preparation of human beings for the return of Christ, so that they will not have the misfortune to overlook this great event but will be ripe to seize the great moment that we may describe as the second coming of Christ. Man will be capable of seeing etheric bodies, and among these etheric bodies he will also be able to see the etheric body of Christ; that is, he will grow into a world in which the Christ will be visible to his newly awakened faculties.

[ 32 ] Es wird dann nicht mehr nötig sein, das Dasein des Christus aus allerlei Urkunden zu beweisen, sondern es wird dann Augenzeugen für die Gegenwart des lebendigen Christus geben, solche, die ihn in seinem Ätherleib erleben werden. Und sie werden an diesem Erlebnis lernen, daß diese Wesenheit dieselbe ist, die im Beginn unserer Zeitrechnung das Mysterium von Golgatha vollbracht hat, daß es der Christus ist. Gleich wie der Paulus dazumal bei Damaskus überzeugt ward: Das ist der Christus — so wird es Menschen geben, die sich durch ihr Erleben im Ätherischen überzeugen werden, daß der Christus wirklich lebt.

[ 32 ] It will then no longer be necessary to prove the existence of Christ through all sorts of documents, because there will be eye-witnesses to the presence of the living Christ, those who will experience Him in His etheric body. Through this experience they will learn that this being is the same as the One Who consummated the Mystery of Golgotha at the beginning of our era and that this is the Christ. Just as Paul was convinced near Damascus that this was the Christ, so there will be human beings who will be convinced through experiences in the etheric realm that Christ truly lives.

[ 33 ] Das ist das größte Geheimnis unseres Zeitalters: das Geheimnis von dem Wiederkommen des Christus, und so nimmt es sich in seiner wahren Gestalt aus. Aber der materialistische Sinn, der wird sich in einer gewissen Weise dieses Ereignisses bemächtigen. Es wird zwar das, was jetzt gesagt worden ist, daß alle wirklichen geistigen Erkenntnisse auf dieses Zeitalter hinweisen, in den nächsten Jahren noch oft verkündigt werden; aber der materialistische Sinn verdirbt heute alles, und so wird es kommen, daß dieser materialistische Sinn sich nicht wird vorstellen können, daß die Seelen der Menschen werden hinaufwachsen müssen zum Ätherschauen und damit zum Christus im Ätherleibe.

[ 33 ] The greatest mystery of our time is this one concerning the second coming of Christ, and it takes on its true form in the way I have described. The materialistic mind, however, will in a certain way usurp this event. What has just been said, namely, that all genuine spiritual knowledge points to this time, will often be proclaimed in the coming years. The materialistic mind today corrupts everything, however, and so it will come about that this sort of mind will be unable to imagine that the souls of human beings must advance to etheric vision and with it to Christ in the etheric body.

[ 34 ] Der materialistische Sinn wird so dieses Ereignis sich vorstellen, daß er denkt, der Christus steige im Fleische herunter, werde sich inkarnieren im Fleische. Eine Anzahl von Menschen wird es geben, die in ihrem maßlosen Hochmut das benützen und sich ausgeben werden unter den Menschen als der wiederverkörperte Christus. Falsche Christusse wird uns daher das nächste Zeitalter bringen können. Anthroposophen aber sollten Menschen sein, welche für das geistige Leben so reif sein werden, daß sie nicht verwechseln das Wiederkommen des Christus in einem geistigen Leibe, wahrnehmbar nur für ein höheres Schauen, mit einem solchen im physischen Fleische. Das wird eine der furchtbarsten Versuchungen sein, die an die Menschheit herantreten werden. Die Menschheit über diese Versuchung hinauszuführen, das wird die Aufgabe sein derjenigen, die durch Geisteswissenschaft lernen, sich wirklich zu erheben zu der Erfassung des Geistes, die den Geist nicht herunterholen wollen in die Materie, sondern selbst hinaufsteigen in die geistige Welt. So dürfen wir also sprechen von dem Wiederkommen des Christus und davon, daß wir uns hinauferheben zu dem Christus in die geistige Welt durch die Aneignung des ätherischen Schauens.

[ 34 ] The materialistic mind will conceive of this event as another descent of Christ into the flesh, as another physical incarnation. There will be a number of persons who in their colossal conceit will turn this to their own advantage by letting it be known among human beings that they are the reincarnated Christ. Accordingly, the coming period may bring us false Christs. Anthroposophists, however, should be people who will be so ripe for spiritual life that they will not confuse the second coming of Christ in a spiritual body, perceptible only to a higher vision, with such a reappearance in a physical body. That will be one of the direst temptations that will beset humanity. To help humanity overcome this temptation will be the task of those who learn through spiritual science to raise themselves to a comprehension of the spirit—of those who do not wish to drag the spirit down into matter but to ascend into the spiritual world themselves. It is in this way, therefore, that we must speak of the second coming of Christ and of the fact that we raise ourselves up to Christ in the spiritual world by acquiring etheric vision.

[ 35 ] Der Christus ist immer da, aber er ist in der geistigen Welt. Und wir können ihn erreichen, wenn wir uns in sie erheben. Und alle anthroposophische Lehre sollte sich in uns in den starken Wunsch umwandeln, dieses Ereignis an der Menschheit nicht spurlos vorübergehen zu lassen, sondern in der Zeit, die uns zur Verfügung steht, allmählich eine Menschheit heranzubilden, die reif sein möge, diese neuen Fähigkeiten in sich auszubilden und sich damit erneut mit dem Christus zu verbinden. Denn sonst müßte die Menschheit dann lange, lange warten, bis ihr wieder solch eine Gelegenheit gegeben werden könnte. Lange Zeit müßte sie warten: bis zu einer Wiederverkörperung der Erde. Ginge die Menschheit vorüber an diesem Ereignis der Wiederkunft des Christus, dann würde das Anschauen des Christus im Ätherleibe auf diejenigen beschränkt werden, welche sich durch eine esoterische Schulung willig erweisen, sich zu einem solchen Erleben zu erheben. Das Große aber, daß für die allgemeine Menschheit, für alle Menschen diese Fähigkeiten errungen würden, daß dieses große Ereignis verstanden würde durch die natürlich entwickelten Fähigkeiten aller Menschen, das würde für lange, lange unmöglich.

[ 35 ] Christ is always present, but He is in the spiritual world; we can reach Him if we raise ourselves into that world. All anthroposophical teaching should be transformed in us into the strong wish to prevent humanity from letting this event pass by unnoticed but rather, in the time remaining at our disposal, gradually to educate a humanity that may be ripe to cultivate these new faculties and thereby to unite anew with the Christ. Otherwise, humanity would have to wait a long time for such an opportunity to be repeated—indeed, until another incarnation of the earth. If humanity were to ignore this event of the return of Christ, the vision of Christ in the etheric body would be limited to those who, through esoteric training, prove themselves to be ready to rise to such an experience. But the momentous event—the possibility that these faculties might be acquired by humanity in general and that this great event might, by means of these naturally developed faculties, be understood by all human beings—would be impossible for a long time to come.

[ 36 ] So sehen wir, daß es schon etwas gibt in unserem Zeitalter, was das Dasein und Wirken der Geisteswissenschaft in der Welt rechtfertigt. Es ist nicht nur die Befriedigung theoretischer Bedürfnisse, wissenschaftlicher Neugierde, worum es ihr geht. Daß Geisteswissenschaft die Menschen vorbereitet auf dieses Ereignis, sie vorbereitet, in der richtigen Art sich hineinzustellen in die Zeit und mit heller Verstandes- und Erkenntnisklarheit zu sehen, was wirklich da ist, aber vorbeigehen könnte an den Menschen, ohne daß sie es zur Frucht machen könnten: darum geht es!

[ 36 ] We thus see that there is indeed something in our epoch that justifies the existence and the activity of spiritual science in the world. Its aim is not merely to satisfy theoretical needs or scientific curiosity. Spiritual science prepares human beings for this event, prepares them to relate themselves in the right way to their period and to see with the full clarity of understanding and cognition what is actually there but that may pass human beings by without being brought to fruition. This is its aim!

[ 37 ] Es wird äußerst wichtig sein, dieses Ereignis der Christus-Erscheinung zu erfassen. Denn diesem werden andere Ereignisse nachfolgen, wie dem palästinensischen Christus-Ereignis andere Geschehnisse vorausgegangen sind. So werden diejenigen, die jenes prophetisch vorherverkündigt haben, auch nach dem charakterisierten Zeitalter, nachdem er selber wieder der Menschheit sichtbar geworden sein wird im Ätherleibe, ihm nun Nachfolger werden: jene, die ihn früher vorherverkündigt haben. Alle diejenigen, die ihn vorbereitet haben, sie werden in einer neuen Gestalt erkennbar werden denen, die durch das neue Christus-Ereignis hindurchgegangen sein werden. Wiederum erkennbar werden wird für die Menschen dasjenige, was gelebt hat auf der Erde als Moses, Abraham und die Propheten. Und wissen wird man, daß, ebenso wie Abraham vorangegangen ist dem Christus, ihn vorbereitend, er auch die Mission übernimmt, nachher zu helfen an der Christus-Arbeit. So wächst der Mensch, wenn er nicht verschläft das wichtigste Ereignis der nächsten Zukunft, nach und nach hinein in eine Gemeinschaft mit allen denen, die als Patriarchen dem ChristusEreignis vorangegangen sind. Er verbindet sich mit ihnen. Und wieder erscheint der ganze Chor derer, zu denen wir uns werden erheben können. Der die Menschheit heruntergeführt hat in den physischen Plan, der erscheint dann nach dem Christus wieder und führt den Menschen auch wieder hinauf und verbindet den Menschen wiederum mit den geistigen Welten.

[ 37 ] It will be of utmost importance to grasp this event of Christ's appearance, because other events will follow upon this. Just as other events preceded the Christ event in Palestine, so, after the period when Christ Himself will have become visible again to humanity in the etheric body, will those who previously foretold Him now become His successors. All those who prepared the way for Him will become recognizable in a new form to those who will have experienced the new Christ event. Those who once dwelt on earth as Moses, Abraham, and the prophets will again become recognizable to human beings. We shall realize that, even as Abraham preceded Christ, preparing His way, he has also assumed the mission of helping later with the work of Christ. The human being who is awake, who does not sleep through the greatest event of the near future, gradually enters into association with all those who, as patriarchs, preceded the Christ event; he unites with them. Then appears once more the great host of those toward whom we shall be able to raise ourselves. He who led humanity's descent into the physical plane appears again after Christ and leads man upward to unite him once more with the spiritual worlds.

[ 38 ] Wenn wir in der Menschheitsentwickelung weit zurückschauen, dann blicken wir zu jenem Zeitpunkt zurück, von dem wir sagen: Von ihm aus steigt die Menschheit immer mehr und mehr herunter von der Gemeinschaft mit der geistigen Welt in die materielle Welt hinein. — Wenn das Bild auch seine materielle Seite hat, so kann man es doch hier gebrauchen: Der Mensch war früher ein Genosse von geistigen Wesenheiten, sein Geist war in der geistigen Welt darin, er war dadurch, daß er in der geistigen Welt lebte, ein Göttersohn. Dasjenige aber, was diese sich immer mehr und mehr verkörpernde Seele war, das nahm immer mehr teil an der äußeren Welt. Da war der Göttersohn im Menschen, der fand Gefallen an den Töchtern der Erde, das heißt an jenen Seelen, die für die physische Welt Sympathie hatten. Das wiederum heißt: Der früher mit göttlicher Geistigkeit durchtränkte Menschengeist, der senkte sich herunter in die physische Sinnlichkeit, er wurde der Ehegenosse des Verstandes, der an das Gehirn gebunden ist und ihn in die Sinneswelt verstrickte. Und nun soll er den Weg finden und wieder hinaufsteigen, den er heruntergestiegen ist, und wieder zum Göttersohn werden. Der Menschensohn, der er geworden ist, der würde verderben da unten in dieser physischen Welt, wenn er als Menschensohn nicht wieder hinaufsteigen würde zu den göttlichen Wesenheiten, zu dem Lichte der geistigen Welt, wenn er nicht Gefallen finden würde in der Zukunft an den Töchtern der Götter. Notwendig war es für die Entwickelung der Menschheit, daß die Göttersöhne sich verbanden mit den Töchtern der Menschen, mit den Seelen, die an die physische Welt gekettet sind, damit als Menschensohn der Mensch den physischen Plan beherrschen lernte. Notwendig ist es aber für den Menschen der Zukunft, daß er als Menschensohn Gefallen finde an den Töchtern der Götter, an dem göttlich-geistigen Lichte der Weisheit, das er mit sich verbinden soll, um dann wieder hinaufzuwachsen in die Welt der Götter.

[ 38 ] Looking far back into human evolution, we see that there is a certain moment after which humanity may be said to be descending even further from its fellowship with the spiritual world and entering more and more into the material world. Although the following image has its material side, we may nevertheless use it here: man was at one time a companion of spiritual beings, his spirit dwelt within the spiritual world and, by reason of the fact that he dwelt in the spiritual world, he was a son of the gods. What constituted this constantly reincarnating soul, however, participated increasingly in the outer world. The son of the gods was then within man, who took delight in the daughters of the earth, that is, in those souls who had sympathy for the physical world. This, in turn, means that the human spirit, who had previously been permeated by divine spirituality, sank down into the physical world of the senses. He became the mate of the intellect, which is bound to the brain and which entangled him in the sense world. Now this spirit must find the path by which he descended and, climbing upward again, become once more the son of the gods. The son of man, which he has become, would perish here below in the physical world if he were not to ascend once more as son of man to the divine beings, to the light of the spiritual world, if he were not in the future to find delight in the daughters of the gods. It was necessary for the evolution of humanity that the sons of gods should unite with the daughters of men, with the souls that were fettered to the physical world, in order that, as son of man, the human being would learn to master the physical plane. It is necessary for the human being of the future, however, that, as the son of man, he shall find delight in the daughters of the gods, in the divine-spiritual light of wisdom with which he must unite himself in order to rise once again into the world of the gods.

[ 39 ] An der göttlichen Weisheit wird sich der Wille entzünden, und der mächtigste Impuls dafür wird sein, wenn für denjenigen, der sich vorbereitet hat dazu, die hehre Äthergestalt des Christus Jesus wahrnehmbar wird. Wie ein Wiedererscheinen des Christus Jesus wird es sein für den natürlich zum Hellsehen entwickelten Menschen, in derselben Art, wie auch dem Paulus dieser ätherische Christus erschien als geistige Wesenheit. Er wird den Menschen wiedererscheinen, wenn sie verstehen werden, daß sie diese Fähigkeiten, die mit der Entwickelung der Menschenseele kommen werden, dazu nutzen sollen.

[ 39 ] The will shall be enkindled by divine wisdom, and the mightiest impulse toward this will arise when, for him who has prepared himself for it, the sublime etheric figure of Christ Jesus becomes perceptible. The second coming of Christ will be, for human beings who have developed clairvoyance naturally, the same as when the etheric Christ appeared to Paul as a spiritual being. He will appear once more to human beings, if they come to understand that these faculties that will arise through the evolution of the human soul are to be used for this purpose.

[ 40 ] Benützen wir Geisteswissenschaft daher nicht bloß als eine Befriedigung unserer Neugierde, sondern so, daß sie für uns wird eine Vorbereitung für die großen Aufgaben, für die großen Missionen des Menschengeschlechts, in die wir immer mehr und mehr hineinwachsen sollen.

[ 40 ] Let us use spiritual science so that it may serve not merely to satisfy our curiosity but in such a way that it will prepare us for the great tasks, the great missions of the human race for which we must grow ever more mature.

Fragenbeantwortung

Rudolf Steiner's Answers to Questions in Connection with the Preceding Lecture

[ 41 ] Wenn so etwas gesagt wird wie heute, wenn wir so in intimere Geheimnisse hineinleuchten, so wollen wir das nicht so gedankenlos betrachten, wie man heute oft sich gewisse Dinge anhört, sondern uns klar sein darüber, daß Anthroposophie wirklich uns werden soll etwas ganz anderes als eine Theorie. Die Lehre muß ja da sein; wie sollte man sich denn überhaupt zu solchen Gedanken hinauferheben können, wie sie heute ausgesprochen worden sind, wenn man sie nicht in Form der Lehre in sich aufnehmen könnte? Das Wesentliche dabei aber ist, daß sie nicht Lehre bleibt, sondern sich umschmilzt in unserer Seele zu Gemüts- und Charaktereigenschaften, zu einer ganz andern Gesinnung, und einen ganz andern Menschen aus uns macht. Sie soll uns Anleitung geben, unsere Verkörperungen in der ganz entsprechenden richtigen Weise anzuwenden, so daß wir im Laufe unserer Verkörperungen zu etwas ganz anderem werden können.

[ 41 ] When things are spoken of such as those we have discussed today, when we attempt to shed light upon the more intimate mysteries, let us not regard them thoughtlessly as one is likely to listen to certain things today, but let us be quite clear that anthroposophy should become for us something totally different from mere theory. Of course, the teaching must be there; how would one be able to rise to such thoughts as have been uttered here today if it were not possible to absorb them in the form of teaching? What is essential, however, is that it should not remain teaching but rather be remolded in our souls into traits of feeling (Gemüt) and character, into an entirely different disposition, and that it should thus make totally different human beings of us. It should guide us in making the right use of our incarnations, so that we may be able during their course to develop into something entirely different.

[ 42 ] Ich versuchte es, nicht ein Wort zu viel und nicht eins zu wenig zu sagen, ich versuchte daher auch, nur vorübergehend wichtige Sachen anzudeuten. Wichtig ist das Gesagte aber nicht nur für die Seelen, die dann in der Zeit von 1930 bis 1940 auf dem physischen Plan verkörpert sein werden, sondern auch für diejenigen, die dann zwischen dem Tod und einer neuen Geburt in der geistigen Welt sein werden. Denn es kommt darauf an, daß die Seelen aus der geistigen Welt in die Welt der Lebenden auch dann herunterwirken, wenn diese nichts davon wissen. Durch das neue Christus-Ereignis wird auch dieses Zusammenleben zwischen denen, die hier auf dem physischen Plan verkörpert sind, und den Seelen, die in der geistigen Welt schon sind, ein immer bewußteres werden. Ein Zusammenwirken zwischen physisch-verkörperten Menschen und geistigen Wesenheiten wird dann möglich sein. Das sollte schon gezeigt werden dadurch, daß angeführt wurde das Bild, daß die Propheten wieder für die Menschen auf der Erde erscheinen werden. So daß Sie sich vorzustellen haben, daß dann, wenn in der Menschheitszukunft diese großen Zeiten kommen werden, die Menschen auch bewußter in der physischen und in der geistigen Welt gegenseitig zusammen wirken werden. Heute ist das nicht möglich, weil es an einer gemeinsamen Sprache fehlt. Die Menschen hier in der physischen Welt reden ja nur Worte in ihren Sprachen, mit denen physische Dinge und physische Verhältnisse bezeichnet werden. Die Menschen zwischen Tod und neuer Geburt leben in einer Welt, die ganz anders aussieht als die Welt, die zunächst uns umgibt, und sie reden eine andere Sprache. Von alldem, was in unserer Welt gesprochen wird, können die Toten nur aufnehmen, was in der Geisteswissenschaft gesprochen wird. So daß wir in der Anthroposophie hier etwas pflegen, was den Toten immer mehr und mehr verständlich wird, und daß wir auf diesem Felde auch sprechen für diejenigen, die zwischen Tod und neuer Geburt sind. Es wächst so die Menschheit in eine Zeit hinein, wo die Einflüsse von der geistigen Welt immer größer werden. Die großen Geschehnisse der kommenden Zeit werden sich in allen Welten bemerkbar machen. Auch die Menschen zwischen Tod und neuer Geburt werden in der andern Welt neue Erlebnisse haben infolge des neuen Christus-Ereignisses in der ätherischen Welt. Sie würden sie aber dann ebensowenig verstehen können, wenn sie nicht auf der Erde sich vorbereitet hätten dafür, gerade wie die Menschen, die hier auf der Erde verkörpert sind, sich werden vorbereitet haben müssen, um die Geschehnisse in diesem wichtigen Zeitpunkt richtig aufzunehmen. Wichtig ist es für alle Seelen, die heute verkörpert sind — gleichgültig, ob sie noch physisch verkörpert sein werden, oder ob sie es nicht mehr sind —, daß sie durch Aufnahme der anthroposophischen Wahrheiten sich werden vorbereitet haben für diese wichtigen kommenden Ereignisse. Würden sie das nicht tun, dann müßten sie warten. Wenn sie nicht mit dem irdischen Bewußtsein das aufgenommen haben, was Anthroposophie oder Geisteswissenschaft zu geben hat, dann müßten sie warten, bis sie wieder verkörpert werden, um dann die Möglichkeit zu haben, hier auf der Erde die entsprechenden Lehren aufzunehmen. Denn es gibt nun einmal Dinge, die nur hier auf der Erde erlebt und gelernt werden können. Daher sagt man: Es gibt zum Beispiel in der geistigen Welt gar keine Möglichkeit, den Tod kennenzulernen, und ein Gott mußte in die physische Welt heruntersteigen, um sterben zu können. Und das, was gerade das Mysterium von Golgatha ist, das kann in keiner andern Welt so kennengelernt werden, wie hier in der physischen Welt. Wir sind heruntergeführt worden in die physische Welt, damit wir uns hier etwas erwerben, was nur hier erworben werden kann. Und der Christus ist heruntergestiegen zu den Menschen, weil er den Menschen nur hier in der physischen Welt zeigen konnte, im Mysterium von Golgatha sie etwas erleben lassen konnte, was dann in der geistigen Welt die Früchte reifen läßt und weiter trägt. Aber die Samenkörner, sie müssen hier in der physischen Welt gelegt und ausgesät werden.

[ 42 ] In trying to say not a word too much nor a word too little, I have not made more than fleeting reference to important subjects. What was said, however, is significant not only for those souls who will be incarnated on the physical plane in the period between 1930 and 1940 but also for those who will then be in the spiritual world, between death and a new birth. We must realize that souls in the spiritual world have an influence on the world of the living, though the latter may be quite unaware of it. Through the new Christ event, however, this relationship between those who are embodied here on the physical plane and those who are already in the spiritual world will become increasingly conscious. Cooperation between physically embodied human beings and spiritual beings will then be possible. This should already have been implied in our having visualised the reappearance of the prophets to human beings on earth. Therefore, you must picture to yourselves that, when these great moments arrive in the future of humanity, human beings will work together with one another more consciously in the physical and in the spiritual worlds. Today this is not possible because of the lack of a common language. People here in the physical world use in their speech words descriptive only of physical things and physical conditions. Human beings between death and a new birth, however, live in a world quite different from the one immediately surrounding us, and they speak a different language. Of all that is spoken in our world, the dead can receive only what is spoken in spiritual science. Thus, in anthroposophy, we are concerned with something that will be increasingly intelligible to the dead. What we say in this province also benefits those who are between death and a new birth. Humanity is ripening toward a time when the influences of the spiritual world will be felt ever more widely. The tremendous occurrences of the coming period will be discernible in all worlds. Even the human beings between death and a new birth will have new experiences in the other world as a result of the new Christ event in the etheric world. Unless they have prepared themselves on earth to do so, however, they will no more be able to understand these events than will the human beings now incarnated on earth; they must have prepared themselves rightly to receive the events of this important moment. It is essential for all the souls now incarnated (regardless of whether or not they will still be embodied then) that they shall have prepared themselves for these significant coming events by taking up anthroposophical truths. Should they fail to do this, they will have to wait. If they have not received with their earthly consciousness what anthroposophy or spiritual science has to give, they will have to wait until they are again incarnated to have the possibility of receiving corresponding teachings here on earth. There are things that can be learned or experienced only on earth. One could say, for example, that in the spiritual world it is impossible to gain any knowledge of death, and a God had to descend to the physical world to be able to die. One cannot in any other world learn what the Mystery of Golgotha actually is in the same way as here in the physical world. We have been led down into the physical world to acquire what can only be acquired here. Christ descended among human beings because only here in the physical world could He give evidence to them, by causing them to experience something in the Mystery of Golgotha, of what was to bear far-reaching fruit in the spiritual world. The seeds, however, must be sown here in the physical world.

[ 43 ] Zusammenfassung der Zeitalter:

[ 43 ] Not translated

Goldenes Zeitalter = Krita Yuga = etwa 20000 Jahre
Silbernes Zeitalter = Treta Yuga = etwa 15000 Jahre
Ehernes Zeitalter = Dvapara Yuga = etwa 10000 Jahre
Finsteres Zeitalter = Kali Yuga = etwa 5000 Jahre
Unser Zeitalter umfaßt künftige 2500 Jahre

Not translated