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The Advent of Christ in the Ethereal World
GA 118

27 January 1910, Heidelberg

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2. Geisteswissenschaft als Vorbereitung auf das neue Äthersehen

2. Spiritual Science as Preparation for a New Etheric Vision

[ 1 ] In unseren Zweigvorträgen würden wir wenig vorwärtskommen, wenn wir nicht zuweilen auch sprechen würden über intimere Vorgänge des geistigen Lebens der Menschheit. Was wir uns in unseren Zweigen aneignen sollen, ist ja eine Vorbereitung für das Erfassen hoher geistiger Wahrheiten, und dabei dürfen wir bei dieser Vorbereitung nicht denken etwa an ein bloßes Lernen von Theorien, von Ideen, sondern was wir in unserem Sinne Vorbereitung für die höheren Wahrheiten nennen, das soll eigentlich mehr bestehen in einer Art von Gefühls- und Empfindungsverfassung unserer Seele. Durch das Leben im Zweige, dadurch daß wir uns sozusagen von Woche zu Woche in unseren Zweigen versammeln, soll unsere Seele sich allmählich heranreifen dazu, eine Empfänglichkeit zu bekommen auch für diejenigen Teile der Geisteswissenschaft, welche heruntersteigen, oder wenn wir wollen, können wir auch sagen, hinaufsteigen von den allgemeinen Wahrheiten, die wir auch heute schon einem größeren Publikum draußen in den exoterischen Vorträgen verkündigen können, zu den konkreten Tatsachen des Lebens.

[ 1 ] Our lectures at group meetings would contribute little to our progress if we could not occasionally speak about the more intimate processes of the spiritual life of humanity. What we should strive for in our groups is a preparation for the attainment of higher spiritual truths. At the same time, we must not think that such a preparation consists merely in learning theories or ideas. What we call preparation for the attainment of higher truths should really consist in a certain state of feeling and sensation in our soul. Through the life in our groups and through the fact that we meet from week to week, our souls should gradually mature to the point at which they become receptive even to those elements of spiritual science that descend—or, if you like, ascend—from the more general truths, which we are already in a position to communicate through exoteric lectures to the greater public, to the concrete facts of life.

[ 2 ] Daher sei insbesondere unser heutiger Abend ein solcher, der ein wenig auf eine solche Vorbereitung unserer Seele, auf eine Gefühlsvorbereitung unserer Seele rechnet. Es sollen gewisse Dinge heute vor unsere Seele treten, welche wir allerdings erst langsam und allmählich verstehen lernen, welche wir aber empfinden und ahnen können, wenn wir die durch das Zweigleben zu erreichende Reife uns aneignen. Es wird dabei vorausgesetzt, daß solche Wahrheiten aufgenommen werden mit der entsprechenden Zartheit, aufgenommen werden so, daß wir sie als teures Gut unserer Seele betrachten, nicht als etwas, wovon wir glauben können, daß wir es hinaustragen können so ohne weiteres vor ein unvorbereitetes Publikum. Von Bekanntem werden wir allmählich aufsteigen zu Unbekanntem.

[ 2 ] Let us then dedicate this particular evening especially to such a preparation of our souls, that is, to such a preparation of feeling within our souls. There are certain things that should be brought before our souls this evening, things that, to be sure, we shall understand at first only slowly and gradually but that we can begin to feel and divine if we acquire the necessary degree of maturity through our life in the groups. It must be taken for granted in this case that such truths will be received with corresponding delicacy, that they will be received as a priceless treasure of soul, not as something we believe we can readily place before an unprepared audience. We shall gradually ascend in our considerations from the known to the unknown.

[ 3 ] Eine Frage ist es ja, welche sich dem aufdrängt, der auch nur mit den Anfangsgründen der anthroposophischen Weltanschauung bekannt wird. Das ist die Frage: Hat es denn einen Sinn, einen Zweck, daß die Menschenseele in immer wieder aufeinanderfolgenden Inkarnationen oder Verkörperungen hier auf der Erde erscheint? Man kann die abstrakte Wahrheit der Wiederverkörperung einsehen, aber von solchen abstrakten Wahrheiten hat man im Grunde genommen im Leben wenig. Für das Leben gewinnen Wahrheiten erst dann ihre Bedeutung, wenn sie geeignet sind, in unserer Seele umgeschmolzen zu werden in die Wärme des Gefühls, in das Licht, das uns im Innern so leuchtet, daß es uns die Lebenspfade vorwärts führt. Deshalb wird die abstrakte Wahrheit von der Wiederverkörperung für uns erst dann bedeutungsvoll, wenn wir sozusagen erst etwas Genaueres, Intimeres wissen über den Sinn und die Bedeutung der aufeinanderfolgenden Inkarnationen des Menschen. Das soll die eine Frage sein, die uns heute beschäftigen wird.

[ 3 ] A question intrudes even upon the mind of one familiar with the elements of an anthroposophical world conception: is there any sense or purpose in the fact that the human soul appears again and again in successive incarnations or embodiments on earth? One may accept the abstract truth of reincarnation, yet such an abstract truth basically can help us little in life. Truths acquire a significance in our lives only when they can be transformed, recast, in our souls into warmth of feeling, into the light that shines forth within us in such a way that it leads us onward along the path of life. For this reason, the abstract truth of reincarnation acquires significance for us only when we are able to know something more precise and intimate concerning the sense and significance of the successive incarnations of human beings. This will be one of the questions with which we shall occupy ourselves today.

[ 4 ] Die andere Frage ist diese: Was hat es denn für eine Bedeutung, daß wir in der gegenwärtigen Inkarnation gerade in der Lage sind, Anthroposophie in unsere Seele einzuführen, anthroposophische Wahrheiten zu verbinden mit unserem innersten Leben? - Wir werden sehen, daß diese zwei Dinge sich für uns harmonisch heute zusammenschließen werden.

[ 4 ] The other question is: what particular significance is contained for us in the fact that we are in a position, during our present incarnation, to absorb anthroposophy into our souls, to bind anthroposophical truths with our innermost life? We shall see that today these two things will unite harmoniously.

[ 5 ] Sie haben ja schon öfter gehört, daß zwei aufeinanderfolgende Inkarnationen eines Menschen nicht in beliebiger Weise sich folgen, sondern daß der Mensch, wenn er durch den Tod aus einem Erdenleben hinausgeschritten ist, erst dann wiederkehrt zu einem neuen Erdenleben, wenn er in diesem neuen Erdenleben Gelegenheit hat, Neues auf unserer Erde kennenlernen zu können, mit seiner Seele verbinden zu können. Das kann allerdings nur derjenige verstehen, der die Entwickelung unserer Erde nicht nur insoweit betrachtet, als sie sich sozusagen für ein paar Jahrhunderte oder Jahrtausende abspielt; nur derjenige kann das erst in der richtigen Weise einsehen, der den Blick über die Gesamtentwickelung der Erde hinwendet. Schon in bezug auf die äußeren physischen Verhältnisse werden wir, wenn wir uns auch auf äußere Quellen beschränken, einsehen lernen, wie das Antlitz der Erde sich in verhältnismäßig kurzen Zeiträumen verändert. Lesen Sie einmal nach, wie die Gegenden, in denen wir hier sind, ausgesehen haben etwa zur Zeit, als der Christus über die Erde gewandelt ist, und Sie werden finden, wie sich das ganze Antlitz dieser Gegend in verhältnismäßig wenig Jahrhunderten geändert hat. Und fragen Sie sich dann, wie sich verändert haben mögen im Laufe dieser wenigen Jahrhunderte die moralischen und die andern Kulturverhältnisse. Versuchen Sie sich einmal vor die Seele zu stellen, was zum Beispiel ein Kind gelernt hat etwa in der Zeit, in der unsere Zeitrechnung begonnen hat, und was es heute lernt. Machen Sie sich das alles klar und erinnern Sie sich dann aus den anthroposophischen Lehren selber, daß wir zurückblicken können in ururferne Vergangenheiten, in denen das Antlitz der Erde noch ganz anders ausgesehen hat, in denen zum großen Teil jene Kontinente noch nicht da waren, die es heute gibt, dafür aber ein mächtig ausgedehnter Kontinent an der Stelle war, die heute der Atlantische Ozean einnimmt. Und denken Sie daran, was alles vorgegangen sein muß im Laufe von langen, langen Zeiträumen, um das Antlitz der Erde in dieser Weise zu ordnen, wie es heute geordnet ist. Wenn Sie das alles vor Ihre Seele treten lassen, so müssen Sie sich sagen: Es gibt die Möglichkeit, daß die Seelen immer Neues erleben, immer neue Früchte des Daseins unserer Erde in sich aufnehmen und diese Früchte dann mit ihrem eigenen Leben vereinigen, um dann durch ein geistiges Leben zwischen Tod und neuer Geburt hindurchzugehen. Und wenn wiederum die Verhältnisse sich so geändert haben, daß Neues gelernt werden kann und neuerdings wieder herunterzukommen auf unsere Erde sich verlohnt, dann kommen die Seelen auch wirklich wieder zur Verkörperung.

[ 5 ] You have often heard that two successive incarnations of a human being do not succeed each other in an arbitrary way but that when the human being has passed through death and out of one earthly life he returns to a new earthly life only when it affords him the opportunity to learn something new about the earth and to unite this with his soul life. This can be understood, of course, only by one who does not limit his study of the evolution of the earth to a period extending over a few centuries or millenia. Only one who surveys the whole evolution of the earth is in a position to comprehend things in the right way. Regarding outer physical conditions, we shall learn to comprehend, even if we limit ourselves to outer sources, that the very countenance of the earth has changed during the course of relatively short periods of time. If, for instance, you read the description of the regions in which we are now living to see how they must have looked at the time when Christ was walking about on earth, you will find the entire countenance of this region has changed during the course of relatively few centuries. You might then ask yourselves how much the moral and other conditions of civilization may have changed during the course of these few centuries. Try for a moment to call before your soul what a child used to learn at the beginning of our era and what a modern child learns today; try to imagine all this, and then recall from what you have learned through anthroposophical teachings that we are able to look back to a remote past when the countenance of the earth presented an entirely different appearance. Then, for the most part, continents that exist today did not yet exist, but there was an immense, extensive continent in the place occupied today by the Atlantic Ocean. Think of all that must have taken place throughout the course of long periods of time in order to change in this way the countenance of the earth to what it is today. If you call all this before your soul, you must say to yourselves that there is the possibility for souls to experience something new from each existence on earth, always to receive new fruits, and then to unite these fruits with their own lives in order to pass through a spiritual life between death and a new birth. When the conditions have changed so that something new can be learned and it is worthwhile to descend again to earth, these souls actually come again in a new incarnation.

[ 6 ] Es ist nicht bloß ein Spiel der hinter den Erscheinungen wirkenden Wesenheiten und Kräfte, das den Menschen immer wiederum herunterträgt zu neuen Inkarnationen, sondern es ist so, daß jede Verkörperung eine neue Kraft und Fähigkeit als ein neues Glied in den Götterplan, welchen das Gesamtleben des Menschen darstellt, einreiht. Nur wenn wir das Leben so überschauen, dann gewinnt das Gesetz von den wiederholten Erdenleben einen wirklichen Sinn. Dann aber müssen wir uns auch sagen: Können wir dann nicht eigentlich etwas versäumen, hängt denn nicht etwas davon ab, daß wir eine Inkarnation, eine Verkörperung in der richtigen Weise anwenden? Wenn wir so ohne weiteres einfach eine Wiederholung hätten des gegenwärtigen Lebens in einer nächstfolgenden Inkarnation, dann könnte ja mancher sagen, ich habe ja Zeit, ich werde noch oftmals leben.

[ 6 ] It is not merely a play of forces and beings active behind phenomena that brings man down again and again into new incarnations; it is a case, rather, of every incarnation contributing a new force and faculty as a new member within the divine plan representing the totality of human life. Only when we survey life in this way does the law of repeated lives on earth acquire true meaning. At the same time, we must also ask ourselves if it is not possible to miss some opportunity. Is it not possible that there is something that depends upon whether or not we make the most of any one incarnation or embodiment in the right way? If we could simply be sure that we would have a repetition of our present life in the next incarnation, many people could argue, “I have plenty of time because I shall live many more times.”

[ 7 ] Wenn man aber auf die wichtigsten Tatsachen des Lebens sieht und weiß, daß das, was die Erde in einem bestimmten Zeitraum uns geben kann, nicht in einer andern Zeit erlebt werden kann, dann schon wird man sich sagen, daß man auch etwas versäumen kann, daß man eine innere Verpflichtung und Verantwortung sich aneignen kann, jede Inkarnation, jede Verkörperung in der entsprechend richtigen Weise anzuwenden. Und wir sehen noch genauer ein, wie wir diese Verkörperungen anwenden können, wenn wir jetzt aus der geistigen Forschung heraus selber einen kleinen Rückblick halten. Zum Teil werde ich nun sprechen über etwas uns schon Bekanntes, dann aber werde ich es zu erweitern haben über etwas, was den meisten der Hiersitzenden noch unbekannt sein wird. Das was Ihnen bekannt ist, das ist, daß unsere eigenen Seelen in früheren Verkörperungen ganz andere Fähigkeiten gehabt haben. Diejenigen Fähigkeiten, durch welche die heutige Menschheit lebt und wirkt, waren nicht immer da. Wenn wir uns fragen, wodurch die Seele des Menschen heute ganz besonders wirkt, so müssen wir uns sagen, sie wirkt dadurch, daß sie in einer genauen Weise die äußeren Tatsachen der Welt durch die Sinne aufnimmt, daß der Mensch einen selbstbewußten Verstand, eine selbstbewußte Urteilskraft hat, die er auf die Sinneswahrnehmungen verwenden und durch die er die Sinneswahrnehmungen kombinieren kann, um auf diese Weise ein Bild der Welt durch seine Erkenntnis zu gewinnen. Wir wissen dann, daß der Mensch, wenn er seine Seele immer weiter und weiter entwickelt durch die Methoden, die Sie in meinem Buche «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» beschrieben finden, noch eine andere, eine geistige Umgebung um sich herum haben kann. Wir wissen, daß es ein geöffnetes geistiges Auge gibt, eine Erweckung übersinnlicher höherer Fähigkeiten, die beim Alltagsmenschen heute schlafen, wir wissen, daß es eine Zeit gegeben hat, wo die geistige Welt für alle Menschen wahrnehmbar war, aber auch, daß es eine Zeit geben wird, wo die geistige Welt wieder hereinfluten kann in unsere Seele wie für den operierten Blindgeborenen Licht und Farbe, die auch vorher in seiner Umgebung waren, aber nicht hereinfluten konnten, weil er nicht die geöffneten Organe hatte, sie aufzunehmen.

[ 7 ] If one considers the most important facts of life, however, and knows that what the earth can give us during a definite period of time cannot be experienced again during another period, one will realize that it is indeed possible to miss opportunities; one can then acquire an inner sense of obligation and responsibility to make use of each incarnation, each earthly embodiment, in the right way. We shall come to see more exactly how we can make use of these incarnations if we now take a small glance backward, with the help of what spiritual investigation offers us. I shall now speak to you about certain facts that are already familiar to you, but I shall then extend them to include something that is unknown to most of you who are sitting here. What you already know is the fact that during our earlier incarnations our souls possessed entirely different faculties from those they possess today. Those faculties by which modern humanity lives and works did not always exist. If we ask ourselves what is especially active in the human soul today, we must answer by saying that it is the capacity to receive through the senses, in an exact way, the outer facts of the world. Man possesses a self-conscious reasoning power, a self-conscious power of judgment, which he is able to apply to sense perception and by means of which he can combine what he perceives through the senses, in this way obtaining a picture of the world through his cognition. We know, however, that when the human being continues to develop his soul through the methods described in my book, Knowledge of the Higher Worlds and its Attainment, he becomes capable of perceiving another, a spiritual environment around him. We know that there is a spiritual eye that can be opened and that higher super-sensible faculties, dormant in the average human being today, can be awakened. We know that there was a time when every human being could perceive the spiritual world, but we know also that the time will come when the spiritual world will again be able to stream into our souls, just as light and color stream into the eyes of a blind man who has been operated on and had his sight restored. This light and color already existed in his environment but could not stream into him because the organs capable of admitting them were not yet opened.

[ 8 ] So haben wir heute eine Menschheit, welche nur durch abnorme Entwickelung, durch ganz besondere Methoden in die geistige Welt hineinschauen kann. Der normale Zustand des heutigen Menschen besteht ja darin, daß er durch die äußeren Sinne die Dinge der Welt wahrnimmt und seine Wahrnehmungen kombiniert mit seinem Verstand, der an das physische Gehirn gebunden ist.

[ 8 ] We thus have today a humanity that can look into the spiritual world only through an abnormal development or by following special methods. The normal state for modern man is to be able to perceive the things of the world through his outer senses and to combine his perceptions through his reason or intellect, which are connected with the physical brain.

[ 9 ] So wie diese Menschheit heute ist, so war sie aber nicht immer. Wir können in alte Zeiten der Menschheitsentwickelung zurückblicken und finden da, wenn wir das hellseherische Auge gegenüber den Urkunden, die wir die Akasha-Chronik nennen, öffnen, daß ganz andere Seelenfähigkeiten sozusagen die normalen menschlichen waren. Alle Menschen hatten in alten Zeiten eine Art von Hellsichtigkeit. Nicht eine solche, wie man sie heute durch die genannten Methoden erwirbt, sondern eine Hellsichtigkeit, die anderer Art war, eine solche, von der wir sagen müssen, sie war eine dämmerhafte, dumpfe, wie traumhafte Hellsichtigkeit. Aber sie war da, sie war da insbesondere in gewissen abnormen Verhältnissen. Nur kam sie dann ganz von selbst, brauchte nicht besonders anerzogen zu werden. Zwar müßten wir weit zurückgehen, wenn wir eine Menschheit finden wollten mit konstantem Hellsehen, aber in der Tat war in gewissen Zwischenzuständen zwischen Schlafen und Wachen ein gewisses Hellsehen der Menschheit immer eigen. Dieses Hellsehen finden wir immer mehr und mehr, je weiter wir zurückgehen. Sie erinnern sich, daß wir, indem wir durch verschiedene Kulturzeiträume zurückgehen, durch verschiedene Bildungsepochen der Menschheit kommen. Wir leben jetzt in einem Kulturzeitraum, dem ein anderer vorangegangen ist. Diesen anderen Kulturzeitraum bezeichnen wir als den griechisch-lateinischen. Diesem ist wieder ein anderer vorhergegangen, den wir bezeichnen nach den führenden Völkern als die ägyptisch-chaldäisch-babylonischassyrische Epoche. Dem ist wieder ein anderer vorangegangen, den wir als den urpersischen bezeichnen, und noch früher kommen wir zu dem, den wir als den urindischen bezeichnen. Das war eine Kultur, zu der nur zurückschauen kann das hellseherische Auge, denn jene Kultur, die die Veden hervorgebracht hat, ist in viel späteren Zeiten entstanden als schwacher Nachklang jener hohen Weisheit, welche die sieben heiligen Rishis in der ursprünglichen uraltindischen Kultur selbst der Welt geschenkt haben. Und wenn wir hinter jenen Zeitraum zurückgehen, dann finden wir die große atlantische Katastrophe, welche durch mächtige Wasser- und Luftwirkungen das Antlitz unserer Erde so verändert hat, daß nach und nach der atlantische Kontinent verschwunden ist und an seine Stelle getreten ist das, was heute einerseits Afrika und Europa und auf der andern Seite Amerika ist.

[ 9 ] Humanity has not always been the same as it is today, however. We may look back to a remote period in human evolution and find, if we have opened the clairvoyant eye to the records we call the “Akashic Chronicle,” that the normal faculties of the human soul were entirely different at that time. In ancient times all human beings had a kind of clairvoyance, not the kind that one may acquire today through the methods referred to above but a clairvoyance of an entirely different sort; we must describe it as a vague, dreamlike, twilit clairvoyance. This clairvoyance existed especially under certain abnormal conditions. Even then, it came by itself; it was not necessary to call it forth by unusual methods. We would have to go back to a very remote past, it is true, if we wished to find a humanity endowed with constant clairvoyance, but even then it was only during certain intermediary states, between sleeping and waking, that man Always possessed a certain clairvoyance. The further back we go, the more we find this form of clairvoyance. You will remember that, in tracing our way back through the various ages of civilization, we also come to particular epochs of human culture. We are now living in one period of civilization that was preceded by another that we designate as the Greco-Latin. This was preceded by another period, named after its leading nations, the Egyptian-Chaldean-Babylonian-Assyrian epoch. This was preceded by the one we designate as the ancient Persian; still further back, we come to what we call ancient India. This last is a civilization to which only the clairvoyant eye can look back. The period that produced the Vedas arose in much later times as a weak echo of that sublime wisdom that was given to the world by the Seven Holy Rishis during the earliest primeval Indian civilization. Now, if we go even further back than this, we find the great Atlantean catastrophe that so transformed the countenance of our earth through cataclysms of water and fire that the Atlantean continent gradually disappeared. In its place arose what today forms Africa and Europe on one side and America on the other.

[ 10 ] Und wir würden noch weiter zurückgehen können und die Urkunden der Akasha-Chronik würden uns zeigen, wie bei den Menschen des alten atlantischen Kontinents noch ganz andere Seelenfähigkeiten vorhanden waren, Seelenfähigkeiten, die dem heutigen Menschen kaum glaublich erscheinen werden, weil sie alldem, was der heutige Mensch kennt, viel zu ferne liegen.

[ 10 ] We might go still further back, in which case the ancient records of the Akashic Chronicle would show us that human beings dwelling upon this ancient Atlantean continent possessed entirely different faculties of soul from ours, faculties that would appear almost incredible to modern man because they were far too remote from anything he knows today.

[ 11 ] In all diesen Zeiträumen waren unsere Seelen schon vorhanden, in andern Körpern vorhanden, hatten aber immer andere Fähigkeiten. Und wenn wir zurückgehen könnten, würden wir finden, daß unsere Seelen dazumal mit einem hohen Grad hellseherischer Empfänglichkeit begabt waren, insbesondere in gewissen Zwischenzuständen zwischen Schlafen und Wachen Zeugen waren einer geistigen Welt, hineinschauen konnten in die geistige Welt. Wenn Sie zurückgehen könnten, würden Sie finden, wie Sie die Tatsachen und die Wesenheiten der geistigen Welten selber sahen. Damals gab es für die Menschenseelen keine Versuchung, keine Möglichkeit sogar, die geistige Welt zu leugnen, denn sie haben sie gesehen, denn sie waren nur in einigen Tagesstunden herausgewandt in die physische Welt. Die Gegenstände der äußeren physischen Welt waren noch nicht sichtbar wie in späteren Zeiten eingeordnet. Daher, wenn die Menschen in diesen Zwischenzustand zwischen Schlafen und Wachen kamen, dann hatten sie um sich herum die Welt, die sie als die geistige empfinden mußten, die ihnen die Überzeugung geben mußte: Aus dieser Welt entstammt der Mensch. Er ist heruntergestiegen aus ihr, um sich in der physischen Welt etwas zu erwerben, was er in der geistigen Welt allein nicht hätte erwerben können. Was hat er sich denn erwerben können in dieser äußeren Welt, das er nicht auch schon in der geistigen Welt hätte haben können? Was sie nicht hatte, die geistige Welt, das war die Möglichkeit, Selbstbewußtsein zu entfalten, die Möglichkeit, zu sich Ich zu sagen. Das hatte die Menschheit nicht. Es war sozusagen der Mensch außerhalb seiner selber gerade in den wichtigsten Momenten seines Lebens, wie in einem Zustande von Entrücktheit, wo er gar nicht einmal wußte, daß er eine selbständige innerliche Individualität war. Hingegeben war er an die geistige Welt. Sich als Ich zu empfinden, das konnte der Mensch nur hier lernen in dieser physischen Welt, ein richtiges Selbstbewußtsein konnte er nur hier empfangen. Und mit diesem Selbstbewußtsein ist unzertrennlich verbunden dasjenige, was wir Urteilskraft, unser heutiges Denken und unsere Wahrnehmungsfähigkeit nennen. So mußte der Mensch seine frühere Verbundenheit mit der geistigen Welt, sein altes dämmerhaftes Hellsehen hingeben, um sich die Möglichkeit aneignen zu können, sich als Ich zu unterscheiden von der Umwelt und dadurch überhaupt zum Ich, zum Selbstbewußtsein zu kommen.

[ 11 ] During all these different periods, our own souls already existed; they existed in different bodies, and each time they possessed different faculties. If we were able to look back, we should find that our souls were then endowed with a high degree of clairvoyant receptivity. Especially during certain intermediary states between sleeping and waking, they were witnesses of a spiritual world; they were able to look into a spiritual world. You would find, if you could look back, that you yourselves at that time could see the facts and beings of the spiritual worlds. In those days there was no temptation, no possibility, for human souls to deny the spiritual world, because they saw the spiritual world, because it was only during a few hours of the day that they turned toward the physical world. The objects of the outer physical world were not as yet arranged visibly in the same way as they were in later periods. Hence, when human beings were in the intermediary state between sleeping and waking, they were surrounded by a world that they had to experience as spiritual, that filled them with the conviction that this was the world of man's origin. He descended from this world in order to acquire something in the physical world that he could not have acquired in the spiritual world above. What is it that man has been able to acquire in this outer world that he was not also able to have in the spiritual world? What this spiritual world lacked was the possibility of evolving self-consciousness, the possibility of saying “I” to oneself. This is what humanity lacked. The human being was outside his own self during the most important moments of his life, as in a state of being enraptured, and in this state he did not even know that he was an independent individuality possessing an inner life of his own. He was given up entirely to the spiritual world. To learn to experience himself as an I was possible for man only here in the physical world; only here could he attain a real consciousness of self. With this self-consciousness is inseparably connected what we call the power of judgment, our modern thinking and our modern faculty for perception. The human being was compelled, therefore, to sacrifice his former relationship with the spiritual world, his former dim clairvoyance, in order to acquire the possibility of distinguishing himself as an I from his surroundings and through this coming to the I, to self-consciousness.

[ 12 ] In der Zukunft wird der Mensch sich diese Gabe, hellseherisch hineinzuschauen in die Geisteswelt, wiederum hinzuerobern zu seinem Selbstbewußtsein. Das Tor zur geistigen Welt ist ihm gleichsam zugeschlossen worden, damit der Mensch eine selbstbewußte, innerliche geistige Wesenheit zu werden vermochte, damit er hinaufsteigen konnte zum Selbstbewußtsein, um dann als eine selbständige Wesenheit wieder eintreten zu können in die geistige Welt.

[ 12 ] In the future, the human being will acquire again, in addition to his consciousness of self, this capacity to look clairvoyantly into the world of spirits. The portal of the spiritual world has been closed to him in order that man might become a self-conscious, inward, spiritual being—in order that he might ascend to the consciousness of self and be able thereby to enter the spiritual world again as an independent being.

[ 13 ] Es gab also uralte Zeiten, in denen der Mensch sozusagen auf eine Umgebung blickte, die ganz anders war als heute. Wenn wir heute hinausblicken in unsere physische Umgebung, was sehen wir da? Wir sehen die Welt der Mineralien, Pflanzen, Tiere und unserer physischsinnlichen Mitmenschen. Das ist dasjenige, was uns umgibt und wozu wir zunächst gehören als zu der Welt, die uns eröffnet ist zwischen Geburt und Tod.

[ 13 ] There was once, therefore, an ancient time in which man looked upon surroundings that were entirely different from those he knows today. What do we see today when we look out upon our physical surroundings? We see the world of minerals, plants, animals, and the physical shapes of our fellow human beings. This is what surrounds us; this is the world to which we first belong, the world that is opened to us between birth and death.

[ 14 ] Zu jener Welt, aus der diese stammt, und die hinter dieser liegt, können wir nur durch hellseherische Gaben eindringen, die, wie gesagt, heute nicht die normalen Fähigkeiten des Gegenwartsmenschen sind, aber in jenen alten Zeiten in gewissen Zuständen allen Menschen zur Verfügung standen. Da lebte er sich hinein in die geistige Welt, da nahm er darin wahr jene geistigen Wesenheiten und geistigen Tatsachen, von denen wir in der Geisteswissenschaft hören, die vorhanden sind, die nicht deshalb als nicht vorhanden bezeichnet werden können, weil das normale heutige Wahrnehmen sie nicht sehen kann, die vorhanden sind, ebenso wie Licht und Farbe um den Blinden herum sind, wenn er sie auch nicht wahrnehmen kann. Diese geistigen Wesenheiten, das waren damals die Genossen der Menschen, und der Mensch konnte sich sagen: Ich gehöre einer geistigen Welt an, als geistig-seelisches Wesen gehöre ich einer Welt an, in der, wie mein eigenes Geistig-Seelisches, solche Wesenheiten sind, wie ich sie in solchen Zuständen um mich herum habe. - Genosse geistig-seelischer Wesenheiten war der Mensch in jenen Zeiten urferner Vergangenheit. Diejenigen Welteinsichten und Erkenntnisse, die in diese Verhältnisse hineingeschaut haben, haben immer genau unterscheiden können und können auch heute unterscheiden die verschiedenen Stufen, die der Mensch in den verschiedenen Zeiten durchlaufen hat. Zunächst jene Stufe, da er noch vollständig darinnen war in dieser geistigen Welt, wo er eigentlich kaum herunterstieg mit Bewußtsein in die sinnlichphysische Welt, sondern sich ganz fühlte als der geistigen Welt angehörig, so daß er alle seine Kräfte aus dieser geistigen Welt zog. Diese Stufe unterschied eine geistige Erkenntnis von den folgenden, in denen diese Kraft immer mehr schwand, in denen immer mehr dann heraufkam das Wahrnehmen scharf umrissener Gegenstände der Außenwelt, das Verarbeiten dieser Eindrücke durch logisches Denken und Urteilen zugleich mit der Ausprägung des Ich, des Selbstbewußtseins.

[ 14 ] Into that world from which stems this physical world and which lies behind it we can penetrate only through the gifts of clairvoyance; clairvoyance, as we have said, is not one of the normal faculties of a human being of our day, although in those ancient times it was available under certain conditions to everyone. While in this clairvoyant state, the human being became familiar with the spiritual world. He perceived there the spiritual beings and spiritual facts about which we hear through spiritual science; they do actually exist and cannot be looked upon as nonexistent simply because the normal perception of our day cannot see them. In the same way, light and color surround a blind person, though he may not be able to perceive them. These spiritual beings were at one time the companions of the human being, and he could say to himself, “I belong to a spiritual world; I belong to it as a spirit-soul being. In the same way that my spirit-soul being lives in this world, so there are in it also such beings as I see about me during my clairvoyant states.” Man was a companion of spirit-soul beings during those distant ages of an ancient past. The insight into—the world and knowledge that looked back into these conditions has always been able to distinguish clearly, even today, the various stages through which man has passed in the course of different periods of time. First, there was the stage when he was still entirely within the spiritual world, when he scarcely descended with consciousness into the physical, sensible world but felt himself as belonging entirely to the spiritual world, so that he drew all his forces from this spiritual world. Spiritual knowledge distinguished this stage from those following it, during which this force gradually disappeared and in its stead there arose first the capacity to perceive sharply outlined objects in the outside world, then the elaboration of these impressions through logical thought and judgment and at the same time the definition of the I, of self-consciousness.

[ 15 ] In der orientalischen Philosophie, die in diese Verhältnisse noch hat hineinschauen können, weil ihr noch geblieben sind Rückstände der alten heiligen Lehre der Rishis, da hatte man noch Bezeichnungen für diese verschiedenen Zeiträume der Menschheitsentwickelung. Für die ältesten Zeiten, für die Zeiträume hellseherischer Menschenentwickelung, in denen dieses Hellsehen sozusagen bis in die höchsten Regionen der geistigen Welt, bis zu denjenigen Wesenheiten hinaufging, die wir uns als die höchsten vorzustellen haben, die mit unserer Welt zusammenhängen, hatte man die Bezeichnung Krita Yuga, was dann später das goldene Zeitalter genannt wurde. Dann kam eine andere Zeit, in der die Menschen schon viel weniger gesehen haben von der geistigen Welt, in der nicht mehr so ganz lebendig waren die Wirkungen der geistigen Welt in den Menschen. Diese Zeit wurde genannt das Treta Yuga, später das silberne Zeitalter. In anderer Weise gewannen hier die Menschen, welche zwischen Geburt und Tod lebten, eine Gewißheit von der geistigen Welt. Sie hatten zwar unmittelbar nur noch ganz undeutliche Erlebnisse aus der geistigen Welt, aber sie erinnerten sich dafür an diejenigen Zeiten, die vor ihrer Geburt lagen, wo sie ebenfalls mit den geistigen Wesenheiten lebten. Es war dadurch diese Zeit eine solche, in der der Mensch immer noch die geistige Welt so gewiß wußte, wie er heute, wenn er alt geworden ist, nicht ableugnen kann, daß er eine Jugend gehabt hat. Dieses Zeitalter bezeichnete man in denjenigen Erkenntnissen, wo man solche Dinge weiß, als Treta Yuga, wofür man dann später, etwas undeutlich, den Ausdruck silbernes Zeitalter gebraucht hat. Alle diese alten Ausdrücke haben aber ihre tiefe Bedeutung, und es ist von der heutigen Wissenschaft geradezu kindlich, wie sie diese Ausdrücke nimmt, weil sie keine Ahnung von den Realitäten hat, aus denen diese Bezeichnungen geflossen sind.

[ 15 ] Oriental philosophy, which was able to see into these conditions because it still possessed remnants of the ancient sacred teaching of the Rishis, continued to have special designations for the various periods of human evolution. For the most ancient times of all—for those clairvoyant periods of human evolution when this clairvoyance ascended into the highest regions of the spiritual world, to beings that we must picture to ourselves as the highest of those connected with our world—the designation Krita Yuga was used; this was later called the Golden Age. Another epoch followed, during which human beings already could see much less of the spiritual world; the influences of the spiritual world upon man were no longer so strong and alive as they had been. This period was originally called Treta Yuga, later on, the Silver Age. During this epoch, human beings living between birth and death obtained their certainty of the spiritual world in yet another way. Their immediate experiences of the spiritual world were unclear, it is true, but to compensate for this they could remember the time that preceded their birth when they had lived together with the spiritual beings. This period, therefore, was one in which the human being was still as certain of the existence of the spiritual world as is the case today when he has grown old and cannot deny that he has passed through his youth. This age was designated as Treta Yuga by the wisdom that knows about such things. Later on, it was replaced by the less clear expression, Silver Age. All of these ancient expressions have at the same time their deep significance, and it is really childish when modern science explains them in the way it does, since it has not the faintest idea of the realities from which these designations flow.

[ 16 ] Auf dieses silberne Zeitalter kommt dann allerdings ein Zeitalter, in dem vorhanden war zwar noch ein deutliches Wissen, eine Art wirklicher Erkenntnis der geistigen Welt, aber so, daß dabei der Mensch doch schon so weit heruntergestiegen war in die physischsinnliche Welt, daß er sozusagen zwischen den beiden Welten wählen konnte in bezug auf seine Überzeugung. Das alte Hellsehen wurde in diesem dritten, ehernen Zeitalter, Dvapara Yuga, dunkler und dunkler, aber es war immerhin noch in einer dämmerhaften Art bis zu einem gewissen Grade da, und der Mensch konnte aus seiner eigenen inneren Überzeugung heraus sich mehr oder weniger anschließen an die geistige Welt. Es war für ihn diese geistige Welt einstens ein Erlebnis, das wußte er noch in diesem Zeitalter.

[ 16 ] This Silver Age was followed by an age in which there still existed a clear knowledge, a kind of true knowledge of the spiritual world; yet by that time the human being had already descended sufficiently deeply into the physical, sensible world to be able to choose between the two worlds and to have his own convictions concerning them. The old clairvoyance became darker and darker during this third age, the Iron Age or Dvapara Yuga. Nevertheless, it still existed to a certain extent in a twilit state and the human being could, as a result of his own conviction, connect himself more or less with the spiritual world. He had formerly experienced this spiritual world, and this he still knew during the Iron Age.

[ 17 ] Dann kam nach und nach jenes Zeitalter heran, welches wir mit einem orientalischen Ausdruck als Kali Yuga bezeichnen, als das finstere Zeitalter. Das ist dasjenige Zeitalter, in dem langsam und allmählich für die menschlichen Seelenfähigkeiten das Tor sich vollständig zuschloß gegenüber der geistigen Welt. Und indem die Menschen immer mehr und mehr angewiesen waren darauf, nur in der physisch-sinnlichen Welt wahrnehmen zu können, da konnten sie in dieser Welt auch immer mehr ihr Selbstgefühl, ihr Ich-Gefühl, ihr Ich-Bewußtsein ausbilden. Dieses Zeitalter begann in einer verhältnismäßig späten Zeit, etwa um das Jahr 3100 vor unserer Zeitrechnung, und ging bis in unsere Zeit herauf.

[ 17 ] Then came the age we designate with an Oriental expression, Kali Yuga, the Dark Age. This was the age during which the portal of the spiritual world gradually closed completely to the faculties of the human soul. Through the fact that human beings had to depend increasingly upon their perceptions in the physical, sensible world, they were also able to cultivate within this world their feeling of self, their feeling for the I, their I-consciousness. This age began at a comparatively late date, about 3100 BC, and it continued into our own times.

[ 18 ] Wir betrachten das heute in dem Sinne, wie wir diese Zeitalter unterscheiden lernen müssen, damit wir die wichtigsten Aufgaben unserer eigenen gegenwärtigen Inkarnationen verstehen können.

[ 18 ] It is our purpose to study this today in such a way that we can distinguish these different ages so that we may understand our most important tasks in this present incarnation.

[ 19 ] Wir würden noch in die atlantische Zeit zurückkommen, wenn wir das Krita Yuga bis zu seinem Anfange zurückverfolgen. Demgegenüber fällt das Treta Yuga noch in die Zeit der heiligen Rishis, das heißt in die indische, zum Teil aber auch in die urpersische Kultur. Dvapara Yuga dagegen fällt mit den späteren Kulturepochen zusammen, den chaldäisch-babylonisch-assyrisch-ägyptischen Zeiten. Da war noch immer ein gewisser Grad alten dämmerhaften Hellsehens vorhanden. Und der Zeitpunkt, in dem langsam und allmählich der vollständige Verschluß des Tores gegenüber der geistigen Welt nach und nach immer gründlicher und gründlicher beginnt, die Menschheit auf den physischen Plan sozusagen zu beschränken, der Anfang dieses Zeitalters fällt in das Jahr 3101 vor unserer Zeitrechnung, das heißt bevor der Christus Jesus über die Erde gewandelt ist. So daß wir also etwas über 3000 Jahre vor dem Christus-Ereignis ein Zeitalter eintreten sehen, welches allmählich aus uns gemacht hat das, was wir heute sind. Wenn wir wissen, daß in dieses Zeitalter hinein die wichtigste Tat der ganzen Erdenevolution fällt, die Tat des Christus, können wir die ganze Bedeutung dieser Tat würdigen. Wie waren denn die Menschen in jenem Zeitalter, dem Kali Yuga, als der Christus auf die Erde herniederstieg ? Sie waren bereits mehr als 3000 Jahre in einer Entwickelung, die sie beschränkte auf die physische Welt, die sie beschränkte, zwischen Geburt und Tod nur dasjenige in sich aufzunehmen, was ihnen in dieser physischen Welt dargeboten wurde, was sich ihnen in dieser physischen Welt darstellte. Wäre diese Entwickelung so fortgegangen, so wäre zwar das Ich-Bewußtsein der Menschen immer stärker und stärker geworden, aber lediglich in das Egoistische hinein. Lediglich ein Genußling, ein Begierdewesen wäre der Mensch geworden, der frostig alles in sein Ich eingeschlossen hätte. Das Bewußtsein, daß es eine geistige Welt gibt, hätte er vollständig verloren, wenn nichts anderes eingetreten wäre. Was ist da eingetreten? Die ganze Bedeutung dessen, was da eingetreten ist, tritt uns vor die Seele, wenn wir einmal verstehen, daß es für die Erdenentwickelung wirklich Übergangszeiten gibt. Manche Leute, die bloß spekulieren, die bloß eine abstrakte Philosophie treiben oder sonst irgendeine andere Ideologie pflegen, die nennen oft jedes Zeitalter eine Übergangszeit, und man kann fast jede Zeit, so weit man zurückgehen kann in der Zeit seit der Erfindung der Buchdruckerkunst, seit so viel gedruckt worden ist, ein Übergangszeitalter genannt finden. Derjenige, der auf dem Boden der Geisteswissenschaft steht, wird nicht so freigebig sein mit diesem Wort, denn Übergangszeiten sind nur jene Zeiten, in denen wirklich Wesentlicheres, Entscheidenderes geschieht als in den übrigen Zeitaltern.

[ 19 ] We must go back as far as the Atlantean time if we wish to trace the beginnings of Krita Yuga. Treta Yuga, however, still partly coincides with the time of the Holy Rishis, that is, with the Indian civilization but in part also with the ancient Persian civilization. Dvapara Yuga coincides in turn with later epochs of civilization, that is with the Egyptian-Chaldean-Babylonian-Assyrian times, and a certain degree of ancient, dim clairvoyance still existed in those days. The moment in time in which the portals of the spiritual world began slowly and gradually to close, so that humanity had to limit itself to the physical plane, began with the year 3101 before Christ Jesus walked on earth. Thus we see an age beginning about 3,000 years before the Christ event, an age that has gradually made us into what we are today. When we know that it is during this age that the most important deed in the whole evolution of the earth took place—the deed of Christ—we can then appreciate the full significance of this deed. What, then, were human beings like in this age of Kali Yuga as Christ descended to the earth? They had already been for more than 3,000 years in an evolution that had limited them to the physical world; it had limited them between birth and death to absorb only what could be offered to them in this physical world, what appeared to them in this physical world. Had this evolution continued, man's I-consciousness would have grown ever stronger, to be sure, but solely in an egotistical direction. Man would have become an indulgent being, a being full of desires; he would have enclosed everything coolly within his I. Had something else not occurred, he would have lost completely the consciousness that there is a spiritual world. What was it that occurred just at that time? The whole significance of what occurred arises before our souls when we once understand that there are times of transition in the evolution of the earth. Many persons who merely speculate or who merely indulge in an abstract philosophy, or in the cultivation of any other sort of ideology, call every age a time of transition. Indeed, one may find that almost every period as far back as one can go with the help of the printing press (and how much has been printed!) has been called a time of transition. One who stands upon the foundations of spiritual science will not be so free with the use of this word, because only those times can be called periods of transition in which something takes place that is really more essential and decisive than what takes place in other ages.

[ 20 ] Es ist ein Ausspruch in der Wissenschaft üblich, der als eine Selbstverständlichkeit gilt - Anthroposophen sollten lernen, daß er ein Unsinn ist: Die Natur macht keine Sprünge. - Er klingt sehr sachlich und doch ist er ein Unsinn, denn die Natur macht lauter Sprünge. Verfolgen Sie, wie eine Pflanze sich entwickelt, wie jedesmal ein Sprung vor sich geht, wenn ein Neues in den Gang der Entwickelung sich hereinarbeitet, wie ein Sprung geschieht von der regelmäßigen Blattbildung zur Blüte, vom Kelch zum Blumenblatt, von den Blumenblättern zu den Staubgefäßen und so weiter. Lauter Sprünge macht, nachdem sie eine Zeitlang allmählich gegangen ist, die Natur, und alles Dasein macht Sprünge. Darin besteht gerade das Wesentliche der Entwickelung, daß Krisen und Sprünge eintreten, und es gehört sozusagen zu den Allgemeinplätzen der furchtbarsten Bequemlichkeiten des menschlichen Denkens der Ausspruch: Die Natur macht keine Sprünge - denn sie macht wirklich viele Sprünge.

[ 20 ] There is a statement that has been taken for granted by official science but that anthroposophists should learn to realize is without meaning: “Nature makes no leaps.” This sounds objective, yet it is senseless, because nature continually makes leaps. If you follow the development of a plant, you find that there is a leap whenever something new appears in the course of its development. A leap takes place from the regular leaf formation to the blossom, from the calyx to the petals, from the petals to the stamen, and so on. After nature has developed gradually for some time, it makes further leaps; indeed, all existence makes leaps. Therein lies the essential nature of evolution, that crises and leaps take place. It is one of those commonplaces resulting from the terrible laziness of human thinking when human beings say that “nature makes no leaps”; in reality it makes many leaps.

[ 21 ] So aber läuft insbesondere das geistige Leben in Sprüngen ab. Es geschehen im Laufe der geistigen Entwickelung große, bedeutende Sprünge. Dann geht das Leben wiederum einen allmählichen Gang fort, dann geschehen wiederum bedeutende geistige Sprünge. Ein solcher gewaltiger Sprung für das Leben der Menschheit - nicht nur für diejenigen, welche um den Christus waren - ist eben geschehen in der Zeit, als der Christus auf der Erde wandelte. Und in diesem Sinn dürfen wir das Zeitalter, in dem der Christus in Palästina lebte und lehrte, ein Übergangszeitalter nennen. Sagen Sie nicht, daß alle Menschen leicht solch einen Sprung, solch einen Übergang bemerken müssen. Oh, es kann sich das Wesentlichste, was in einer Zeit geschieht, für die Augen der Zeitgenossen völlig verbergen, es kann an ihnen vorübergehen, ohne daß sie etwas davon bemerken. Wissen wir doch, daß einst ein solches Ereignis an Millionen und aber Millionen spurlos vorübergegangen ist. Wissen wir doch, daß Tacitus, dieser bedeutende römische Schriftsteller, an einer Stelle seines Werkes von den Christen wie von einer verborgenen Sekte schreibt, daß zum Beispiel fast hundert Jahre, nachdem das Christentum sich schon über die südlichen Gegenden Europas ausgebreitet hatte, in Rom ganz Merkwürdiges erzählt wurde von dem Christentum. Es gab also in Rom um diese Zeit Gesellschaftskreise, die wußten nichts anderes von dem Christentum, als eine sie störende Sekte sei da, es gebe eine Sekte in einer abgelegenen Winkelgasse, geleitet von einem gewissen Jesus, und der stifte sie zu allerhand Untaten an. Das ist eine Erzählung, die - bereits ein Jahrhundert nachdem das Christentum schon vorhanden war - in Rom umging. So spurlos vorübergegangen ist an einer großen Anzahl von Menschen das bedeutendste Ereignis nicht nur jener Zeit, sondern der ganzen Menschheitsentwickelung. Wir müssen uns vorstellen können, daß in der Tat, während die Menschen nichts, gar nichts merken, Wichtigstes, Bedeutungsvollstes geschehen kann. Wenn daher die Menschen sagen, wir leben in einer Zeit, in der nichts Wesentliches, Wichtiges geschieht, so ist das kein Beweis dafür, daß diese Menschen wirklich recht haben.

[ 21 ] Spiritual life especially proceeds in leaps. Great and significant leaps take place in the course of spiritual development. Life then moves gradually forward until significant spiritual leaps again take place. One such tremendous leap in the life of humanity—one that was important not only for those who were with Christ—took place at the time when He walked on earth. In this sense we may call the age when Christ lived and taught in Palestine an age of transition. Please do not say that such a leap, such a passage as this, must be noticed easily by everyone. No, indeed! The most essential events occurring in an age may remain completely concealed from the eyes of those who are alive, and they may pass people by completely unnoticed. We know that such an event once took place, leaving not a trace as it passed completely unnoticed by millions of human beings. We know that the important Roman writer, Tacitus, in a passage in one of his works, described the Christians as a secret and unknown sect, and we also know that one hundred years after Christianity had spread over the southern regions of Europe, strange tales were related in Rome concerning it. There were thus many circles in Rome at that time that knew nothing about Christianity except that it was a disturbing sect that existed in some remote back street and was led by a certain Jesus who incited people to all kinds of misdeeds. This was one of the versions that circulated in Rome even a century after Christianity was already in existence. It shows us how the most significant of all events, not only for that time but also for the whole of human evolution, passed without a trace, unnoticed by a vast number of human beings. We must be able to picture the fact that, while human beings are noticing nothing, absolutely nothing, the most important and significant event may be taking place. When people say, therefore, that we are living in a time when nothing essential, nothing important is taking place, it does not prove that they are right.

[ 22 ] In der Tat leben wir heute wiederum in einem Übergangszeitalter, in dem sich wichtigste geistige Tatsachen vollziehen, von denen aber viele unserer Zeitgenossen nichts wissen, die aber da sind. Das ist dasjenige, was wir uns auf der einen Seite klarmachen sollen, daß wir wirklich sprechen können von Übergangszeiten, daß wir aber nicht freigebig sein sollen mit diesem Worte. Was war denn das Wesentliche der Übergangszeit, in der der Christus Jesus erschien? Das Wesentliche dieser Übergangszeit für die Gesamtmenschheit, das drückt sich aus in einem bedeutungsvollen Worte, das man nur richtig verstehen muß. Es drückt sich aus in der Vorherverkündigung des Täufers Johannes, die dann der Christus wieder aufgenommen hat und die da heißt: «Ändert eure Seelenverfassung, die Reiche der Himmel sind nahe zu euch herbeigekommen.» Eine ganze Welt liegt in diesem Ausspruch, gerade jene Welt, die intim zusammenhängt mit jenem Wichtigsten, was sich für die Gesamtmenschheitsentwickelung dazumal vollzog.

[ 22 ] It is indeed a fact that today we are living again in an age of transition in which the most important spiritual events are taking place unknown to large numbers of our contemporaries, yet going on nevertheless. It is this fact that we should make clear to ourselves: we can indeed speak of ages of transition, but we should not use these words too freely. What was the essential characteristic of that age of transition in which Christ Jesus appeared? It is expressed in those significant words that one must only learn to understand in the right way. It was expressed in the prophecy of John the Baptist, quoted later by Christ: “Change the disposition of your souls; the kingdoms of heaven are at hand.” A whole world is contained in this saying, and it is precisely this same world that is so intimately connected with the most important of events that was consummated at that time for the evolution of humanity as a whole.

[ 23 ] Durch die natürliche Entwickelung im Kali Yuga waren die Menschen allmählich so weit gekommen, daß sie Urteilskraft und IchBewußtsein erlangt hatten, daß sie aber unfähig geworden waren, aus diesem Ich-Bewußtsein durch eigene Kraft den Zusammenhang mit der geistigen Welt wieder zu gewinnen. Der Täufer sagte: Es ist jetzt die Zeit gekommen, wo euer Ich sich so erziehen muß, daß dieses Ich in sich selbst seelisch so vertieft werden kann, daß es in sich findet das Band zu den Himmelsreichen hin, denn außer sich, in hellseherischen Zuständen kann normalerweise der Mensch jetzt nicht mehr hinaufsteigen in eine geistige Welt. Bis in die physische Welt herunter mußten die Reiche der Himmel kommen. Sie müssen sich offenbaren so, daß das Ich sie durch das gewöhnliche Selbstbewußtsein erkennen kann, durch den Wahrheitssinn des gewöhnlichen Selbstbewußtseins erkennen kann. Ändert den Sinn, ändert die alte Seelenverfassung, so daß ihr glauben könnt, euer Seelenleben kann in sich selber, in dem Ich so erwarmen, daß ihr durch die Beobachtung alles dessen, was um euch vorgeht, begreifen könnt: Es gibt eine geistige Welt! Ihr müßt in eurem Ich, durch euer Ich, die geistigen Welten begreifen lernen. Nahe herab sind sie gekommen. Nicht in einer Welt der Entrückungen müssen sie jetzt gesucht werden! - Deshalb mußte der Christus heruntersteigen und in einem menschlichen, fleischlichen Leibe erscheinen, denn die menschliche Seelenverfassung war gestimmt auf eine Auffassung des physischen Planes. Der Gott mußte zu den Menschen auf den physischen Plan kommen, weil die Menschen durch die Ausbildung ihres Ich und durch das Zuschließen der Tore gegenüber der geistigen Welt nicht mehr fähig waren, in der alten Weise zu den Göttern zu gehen. Das ist das Große, das in der damaligen Zeit geschah, daß auf der einen Seite durch die natürliche Entwickelung der menschlichen Fähigkeiten die alte Verbindung mit den geistigen Welten verloren und ein Ich-Bewußtsein erlangt worden war, aber auf der andern Seite damit innerhalb der physischen Welt das Bewußtsein von diesen geistigen Welten erlangt werden konnte. So war der Christus der Mittler für die geistigen Welten denjenigen Menschen, die es zu einer solchen Entwickelungsstufe gebracht haben, daß sie in einem auf dem physischen Plan lebenden Ich nun den Zusammenhang gewinnen können mit der geistigen Welt. Ändert eure Seelenverfassung, glaubt nicht mehr, daß durch Entrückung der Mensch normalerweise in die geistige Welt hinaufsteigen kann, sondern glaubt daran, daß durch die Entfaltung der in eurem Ich liegenden Möglichkeiten selbst, mit der Hilfe des Christus, der Weg in die geistigen Welten gefunden werden kann. Denn nur so wird die Menschheit zunächst den Geist finden können.

[ 23 ] Through the natural evolution during Kali Yuga, human beings had gradually attained power of judgment and I-consciousness, but they had become incapable of acquiring again, out of this I-consciousness and through their own powers, the connection with the spiritual world. John the Baptist said, “The time has come when your I must be so trained that this I can penetrate completely into the depths of your soul, that it can find within itself the bond with the kingdoms of heaven,” for the human being normally is no longer able to ascend outside of himself in the clairvoyant state into a spiritual world. The kingdoms of heaven had to descend as far as the physical world. They must now reveal themselves in such a way that the I can recognize them through the ordinary consciousness of self, through the sense for truth inherent in ordinary self-consciousness. “Change the inclination, change the former disposition of your soul, so that you can believe that your soul life is capable of being kindled into warmth within itself, within the I, and that you are able to grasp, by observing everything that takes place about you, that there is a spiritual world. You must learn to comprehend the spiritual worlds in your I, through your I. They have descended and are near at hand. They must no longer be sought in a world of rapture outside of consciousness!” It was for this reason that Christ had to descend and to appear in a human physical body, because man's disposition of soul was attuned to the comprehension of the physical plane. God had to come to human beings upon the physical plane because, through the cultivation of the I and through the closing of the portal leading to the spiritual world, they were no longer capable of approaching the gods in the old way. Herein lies the greatness of the event that took place at that time: that through the natural evolution of human faculties, the old relationship with the spiritual worlds was lost and the attainment of I-consciousness was achieved, but that it was also possible as a result of this to gain consciousness of these spiritual worlds within the physical world. Christ thus became the mediator of the spiritual worlds for those human beings who have reached such a stage of development that they can, in the I that lives on the physical plane, gain the connection with the spiritual world. “Change the disposition of your souls; do not believe any longer that the human being can ascend normally to the spiritual world by being enraptured; rather believe that through the development of capacities inherent to the I, and with the help of Christ, you can find the path leading into the spiritual worlds. Only in this way will humanity now be able to find the spirit.”

[ 24 ] In einem Zeitalter ähnlicher Art leben wir heute wieder, denn abgelaufen war im Jahre 1899 das Kali Yuga, das finstere Zeitalter, und langsam bereiten sich jetzt auf ähnliche Weise neue Seelenverfassungen, neue Seelenfähigkeiten vor. Es ist durchaus möglich, daß die Zeitgenossen, die Menschen unserer Zeit sie verschlafen. Nach und nach werden wir das kennenlernen, was für alle Menschen geschehen wird in unserem Zeitalter, das nun nach dem Ablauf des Kali Yuga begonnen hat. Wir haben heute die Aufgabe, gerade dafür zu sorgen, daß dieses Ereignis, dieses Übergangsereignis nicht unbemerkt und ohne Wirkung für den Fortschritt der Menschheit an uns vorübergehe.

[ 24 ] Today we are again living in a similar age, since Kali Yuga, the Dark Age, had run its course by 1899, and once again new dispositions of soul, new soul faculties, are slowly being prepared in a similar way. It is quite possible that our contemporaries, the human beings living in our age, may sleep through this. We shall learn gradually to recognize what is to take place for all humanity during the age that began with the close of Kali Yuga. It is our task today to see to it that this transitional event may not pass us by unnoticed and without effect upon the progress of humanity.

[ 25 ] Das Kali Yuga ist abgelaufen, wenige Jahre ist es her. 1899 ist der Durchschnittszeitpunkt, in dem es abgelaufen ist. Jetzt leben wir einer Zeit entgegen, wo sich auf natürliche Weise wieder entwickeln werden, zu dem entwickelten Selbstbewußtsein hinzu, gewisse hellsehetische Fähigkeiten. Die Menschen werden das Eigentümliche und Merkwürdige erleben, daß sie eigentlich nicht wissen werden, wie es ihnen ist! Die Menschen werden anfangen Ahnungen zu bekommen, die sich verwirklichen werden, Ereignisse vorauszusehen, die sie treffen werden. Die Menschen werden überhaupt anfangen, nach und nach das wirklich zu sehen, wenn auch schattenhaft und in den ersten Elementen, was wir den Ätherleib des Menschen nennen. Heute sieht der Mensch nur den physischen Leib. Das Sehen des Ätherleibes wird nach und nach hinzutreten als etwas, von dem die Menschen entweder gelernt haben werden, daß es eine Realität hat, oder von dem sie denken werden, daß es Sinnestäuschung sei, daß es das gar nicht gibt. So weit wird das gehen, daß manche sich bei solchen Erlebnissen fragen werden: Bin ich denn verrückt?

[ 25 ] Kali Yuga came to an end only a few years ago; 1899 is the approximate date of its termination. We are now approaching a time when, in addition to the already evolved self-consciousness, certain clairvoyant faculties will again evolve quite naturally. Human beings will have the strange and remarkable experience of not knowing what is really happening to them! They will begin to receive premonitions that will become reality, and they will be able to foresee events that will actually take place. Indeed, people everywhere will gradually begin actually to see, although only in shadowy outline and in its first elements, what we call man's etheric body. The human being of today sees only the physical body; the capacity to see the etheric body will gradually be added. People will have learned that this etheric body is a reality, or they will think it is an illusion of their senses, since such a thing, so they will say, does not exist. Things will come to a point at which many people who have such experiences will ask themselves, “Am I really mad?”

[ 26 ] Wenn es auch zunächst eine kleine Anzahl von Menschen sein wird, die in den nächsten Jahrzehnten diese Fähigkeiten sich heranentwickeln werden, so ist Geisteswissenschaft etwas, was man verbreitet, weil man die Verantwortung fühlt, welche wir haben gegenüber dem, was in der Realität geschieht, geschehen muß nach dem natürlichen Gang der Ereignisse. Warum lehren wir Geisteswissenschaft? Weil Erscheinungen auftreten werden, die nur durch Geisteswissenschaft zu begreifen sein werden, und die unverstanden bleiben werden, wenn man nicht Geisteswissenschaft haben wird... [Lücke].

[ 26 ] Although it will be only a small number of people who will develop these faculties during the next few decades, spiritual science is something that will spread, because the responsibility one feels is for something that in reality is taking place; it must take place in accordance with the natural course of events. Why do we teach spiritual science? Because phenomena will appear in the near future that only spiritual science will be able to grasp and that will remain misunderstood if spiritual science is not there.

[ 27 ] Diese Fähigkeiten werden sich verhältnismäßig rasch entwickeln bei einer geringen Anzahl von Menschen. Es ist ja allerdings wahr: Durch eine esoterische Schulung kann der Mensch schon heute weit über das hinaufsteigen, was sich da in kleinen Anfängen für alle Menschen vorbereitet. Aber das, wozu der Mensch heute künstlich durch entsprechende Schulung aufsteigen kann, das bereitet sich wenigstens in kleinen Anfängen für die ganze Menschheit vor wie etwas, wovon man wird reden müssen, ob man es nun verstehen wird oder nicht, in den Jahren 1930 bis 1940. Nur noch wenige Jahrzehnte trennen uns von dem Zeitpunkt, an dem solche Erscheinungen schon anfangen werden, häufiger zu sein.

[ 27 ] These faculties will develop relatively quickly in the case of a small number of human beings. It is quite true, to be sure, that through an esoteric training man may ascend, even today, far beyond what is preparing itself on a small scale for humanity. At the same time, that to which man can ascend in our day by his own efforts, through appropriate training, is already being slightly prepared in small beginnings for all of humanity. It is something about which it will be necessary to speak, whether one understands it or not, during the years 1930 to 1940. Only a few decades separate us from that moment in time when such phenomena will have begun to be more frequent.

[ 28 ] Dann aber wird noch etwas anderes für jene Menschen eintreten, die diese Fähigkeiten werden errungen haben. Diesen Menschen wird sich ein Beweis ergeben für einen der größten Sätze des neuen Testamentes, der erschütternd für diese Seelen wirkt. Denn in diesen Seelen ersteht der Satz: «Ich bin bei euch alle Tage bis ans Ende der Welt», das heißt, wenn wir es richtig übersetzen: «bis ans Ende der Erdenäonen». Dieser Ausspruch sagt uns, daß das Christentum nicht bloß dasjenige ist, was einmal in Büchern geschrieben war, was in gewissen Zeiten gelernt worden ist; er sagt uns, daß Christentum nicht bloß das ist, was man heute zusammenfaßt unter diesen oder jenen Dogmen, sondern etwas Lebendiges, das Sehen und Erleben von Offenbarungen in sich hat, das immer stärker und stärker sich entfalten wird. Wir stehen heute erst am Anfange der Wirkung des Christentums, und wer wirklich mit dem Christus sich verbunden hat, der weiß, daß aus diesem Christentum immer neue und neue Offenbarungen kommen werden. Er weiß: das Christentum ist nicht im Weichen, das Christentum ist im Wachsen, im Werden, das Christentum ist etwas Lebendiges, nicht etwas Totes.

[ 28 ] By that time, however, something else will also take place for those human beings who will have acquired these faculties. For them, the proof will be yielded of one of the most powerful sayings contained in the New Testament, and it will deeply move their souls. In these souls will arise the words, “Lo, I am with you always, even unto the end of the world,” that is to say, if we translate it correctly, “even unto the end of the earth eons.” This expression says to us that Christianity is not merely what books once described it to be or what was learned in recent times. These words tell us that Christianity is not merely what is embraced today in the form of this or that dogma but that it is something living, which contains within it the vision and experience of revelations, something that will unfold with ever-increasing strength. We stand today only at the beginning of the working of Christianity, and anyone who has really united himself with Christ knows that ever-new revelations will spring forth from it. He knows that Christianity is not giving way but that it is growing and becoming, that it is something living, not dead.

[ 29 ] Derjenige, der heute eine geistige Entwickelung durchmacht, der kann schon heute anfangen, die Wahrheit des Ausspruches zu erleben: «Ich bin bei euch alle Tage bis ans Ende der Erdenzeiten». So ist er bei uns, umschwebend die Erde in Geistesform. Vor dem Ereignis von Golgatha konnten die Hellseher den Christus nicht in der Erdenatmosphäre finden. Erst nach dem Ereignis von Golgatha wird der Christus in der Erdenatmosphäre sichtbar, weil er seit dieser Zeit da ist. Einer, der gelehrt war in der Hellsichtigkeit der vorchristlichen Zeit, wußte, daß einmal ein Zeitpunkt kommen werde, in dem folgendes eintreten wird. Er wußte: Jetzt findet man im Bereiche des Astralischen unserer Erde noch nicht das, was man den Christus nennt, aber es wird eine Zeit kommen, wo dann das hellseherische Auge offen sein wird und sehen wird im Bereiche der Erde den Christus! Er wußte, daß einmal in bezug auf das irdische Hellsehen eine große Veränderung eintreten wird. Er war nicht so weit, überzeugt werden zu können durch die Ereignisse von Palästina, daß diese Ereignisse schon eingetreten seien. Keine physischen Ereignisse konnten ihn überzeugen, daß der Christus schon zur Erde niedergestiegen sei. Eines erst konnte ihn überzeugen: als er hellseherisch in der Erdenatmosphäre den Christus sah. Da war er überzeugt davon, daß der von den Mysterien erwartete Herabstieg des Christus zur Erde sich wirklich vollzogen hatte. Das was Paulus erlebt hatte, die Anwesenheit des Christus in der Erdenatmosphäre, das ist dasjenige, was ein durch esoterische Schulung hellseherischer Mensch heute künstlich erleben kann, das ist auch das, was eben durch natürlich gewordenes Hellsehen einzelne Menschen werden erleben können, wie es charakterisiert worden ist, von den Jahren 1930 bis 1940 anfangend, dann durch längere Zeiträume hindurch als etwas ganz natürlich Gewordenes. Das Ereignis von Damaskus wird sich dann für viele wiederholen, und wir können dieses Ereignis eine Wiederkunft des Christus nennen, eine Wiederkunft im Geiste. DerChristus wird für die Menschen, die hinaufsteigen können bis zum Sehen des Ätherleibes, da sein. Denn bis zum Fleische ist der Christus nur einmal heruntergestiegen: damals in Palästina. Aber im Ätherleibe ist er immer vorhanden in der Ätheratmosphäre der Erde. Und weil die Menschen sich zum Äthersehen entwickeln werden, deshalb werden sie ihn schauen. So ergibt sich die Wiederkunft des Christus dadurch, daß die Menschen hinaufsteigen zu der Fähigkeit, den Christus zu schauen im Ätherischen. Dieses haben wir in unserer Übergangszeit zu erwarten. Und dasjenige, was die Geisteswissenschaft zu leisten hat, das ist nun auch, vorzubereiten die Seelen, damit sie empfangen können den Christus, der zu ihnen herniedersteigt.

[ 29 ] One who undertakes spiritual development today can even begin already to experience the truth of this expression, “Lo, I am with you always, even unto the end of the ages of the earth.” He is with us and hovers about the earth in spirit form. Previous to the event of Golgotha, the clairvoyant was unable to find Christ in the atmosphere of the earth. Only after the event of Golgotha did Christ become visible in the atmosphere of the earth, because it is since that time that He has been present there. One who was experienced in clairvoyance during pre-Christian times knew that the time would come in which this would occur. He knew that it was not yet possible to find in the astral sphere of our earth what one calls the Christ, but the time will come when the clairvoyant eye will be opened and will be able to see Christ in the earthly sphere. He knew that a great change would take place regarding earthly clairvoyance, yet he was not sufficiently advanced to be convinced by the events in Palestine that these events had already taken place. No physical events could convince him that Christ had already descended to the earth. One thing alone could convince him: when he saw Christ clairvoyantly in the atmosphere of the earth. Through this he became convinced that the descent of Christ to the earth, which was expected in the mysteries, had actually been consummated. What Paul experienced as the presence of Christ in the atmosphere of the earth is what modern man may train himself to experience clairvoyantly through an esoteric schooling; this is also what single persons here and there will be able to experience through a natural clairvoyance, as I have already characterized it, beginning with the years 1930 to 1940. Then it will continue through long periods of time as something that has become entirely natural to humanity. The event of Damascus will repeat itself for many persons, and we can designate this event as a return of Christ, a return in the spirit. Christ will be present for all those who will be able to ascend as far as the vision of the etheric body. He descended only once in the flesh, at the time when He lived in Palestine, but in His etheric body He is always present within the etheric atmosphere of the earth. Because human beings will be able to develop etheric vision, they will also be able to behold Him. The return of Christ thus will come to pass for humanity through the fact that human beings will advance to the faculty of beholding Christ in the etheric. This is what we may look forward to in our time of transition. It is the task of spiritual science to prepare human souls so that they may be able to receive Christ, Who has come down to them.

[ 30 ] Jetzt haben wir sozusagen nun auch schon die zweite der von uns gestellten Fragen ins Auge gefaßt. Wir haben auf der einen Seite gesehen, wie es einen guten Sinn hat, seine Inkarnationen gut anzuwenden, wir haben aber auch gesehen, wie wir am besten unsere eigene gegenwärtige Verkörperung anwenden können dadurch, daß wir uns vorbereiten für jenen Einblick, der uns wird für die Zukunft des Christus. Und im richtigen Sinn sollen wir sie verstehen, diese Wiederkunft, dann werden wir auch verstehen, was an großen Gefahren damit verbunden ist. Das ist, was ich Ihnen jetzt noch sagen muß.

[ 30 ] We see that by this time we have already taken account of the second question we posed. We have seen that it makes good sense to use our incarnations well, but we have also seen that the best use to make of our present incarnation is to prepare ourselves for that insight that will become for us the future of Christ. We must learn to understand in the right sense this return of Christ. We shall then also be able to understand how great the dangers are that are connected with it. This is what I must now explain to you.

[ 31 ] Größtes ist es, was der Menschheit in den kommenden Zeiten in dem charakterisierten Wiederkommen des Christus im Geiste bevorsteht. Aber der Materialismus unserer Zeit wird so stark sein, daß selbst eine solche Wahrheit materialistisch gedeutet werden wird. Und diese materialistischen Deutungen werden sich in Realität umsetzen. Als ein Wiederkommen im Fleische wird man umdeuten diese Wahrheit. Falsche Christusse werden in gar nicht zu ferner Zeit über die Erde wandeln, falsche Messiasse, Leute, die sich ausgeben werden für den wieder heruntergestiegenen Christus. Anthroposophen aber sollten diejenigen sein, die nicht bis in den Materialismus hinein verfallen können, zu glauben, daß der Christus wiederum im Fleische heruntersteigt auf die Erde, denn sie wissen, daß das finstere Zeitalter zu Ende ist, in dem die Menschen zur Entwickelung ihres Ich-Bewußtseins das Leben im Physisch-Stofflichen ohne Einblick in die geistigen Welten brauchten. Der Mensch muß sich jetzt wieder hinaufentwickeln bis in die geistigen Sphären, wo er den Christus als einen Lebendigen und Gegenwärtigen im Ätherischen wird schauen können.

[ 31 ] The most sublime experience possible for humanity is now in store for human beings in what I have described to you as the return of Christ in the spirit. Yet modern materialism will continue to be so powerful that even such a truth will be interpreted in a materialistic way. This materialistic interpretation will transform itself into reality. This truth will be interpreted as a return of Christ in the flesh. False Christs, false messiahs, will walk about on the earth in the not too distant future, persons who will claim to be the returning Christ. Anthroposophists, however, should be those who are not deceived by such materialism that believes Christ can descend again to earth in the flesh. They know that the Dark Age has come to an end, that age in which human beings needed, for the development of their I-consciousness, the life within physical matter without insight into the spiritual worlds. Man must now develop himself so that he can ascend again to the spiritual sphere where he will be able to behold Christ living and ever-present in the etheric.

[ 32 ] Der Menschheit wird eine Zeit von etwa 2500 Jahren gelassen werden, um sich diese Fähigkeiten anzueignen. 2500 Jahre werden ihr zur Verfügung stehen, das Äthersehen als natürliche, allgemeine Menschheitsgabe zu erwerben, bis die Menschen dann zu einer andern Fähigkeit wiederum in einer Übergangszeit hinaufzusteigen haben werden. In diesen 2500 Jahren werden immer mehr Seelen der Menschen sich zu diesen Fähigkeiten hinaufentwickeln können. Und es wird keinen Unterschied machen, ob die Menschen in der genannten Zeit leben werden hier zwischen Geburt und Tod, oder nach dem Tode in der geistigen Welt sich aufhalten werden. Auch die Zeit des Menschenlebens zwischen Tod und neuer Geburt wird anders verbracht werden, wenn die Seelen erlebt haben werden die Wiederkunft des Christus. Auch das wird durch dieses Erlebnis anders werden. Daher wird es für die Seelen, die jetzt verkörpert sind, so sehr von Bedeutung sein, wohlvorbereitet zu sein für das Christus-Ereignis, das in diesem Jahrhundert kommt, sowohl wenn sie noch hier im physischen Leibe verkörpert sind, wie es auch wichtig sein wird für diejenigen, die dann schon durch die Todespforte geschritten sind und zwischen Tod und neuer Geburt sich befinden, wenn dieses neue ChristusEreignis vor sich gehen wird. Für alle gegenwärtigen Seelen ist es wichtig, vorbereitet zu sein auf dieses Geschehen und dadurch gewappnet zu sein auch vor den Gefahren.

[ 32 ] Humanity will be granted a period of about 2,500 years in which to develop these faculties; 2,500 years will be at his disposal to attain etheric vision as a natural, universal human faculty, until human beings advance again to another faculty in another time of transition. During these 2,500 years, more and more human souls will be able to develop these faculties in themselves. It will make no difference whether they are then living their lives between birth and death or whether they are dwelling in the spiritual world after death. The period of human life between death and a new birth will also be passed differently if human souls have experienced the reappearance of Christ. The life after death will also change as a result of this experience. This is why it is so important for the souls now incarnated to be well prepared for the Christ event that is to take place during this century. It is just as important for those who are incarnated here on earth in a physical body as for those who will already have passed through the portal of death and will be living the life between death and a new birth. It is of the greatest importance for all souls alive today to be prepared for this event and thus to be well armed against the dangers.

[ 33 ] Wenn wir so sprechen, dann fühlen wir, was uns Anthroposophie sein soll und sein kann, wie sie uns vorbereiten soll, damit wir das erfüllen können, was machen wird, daß ein größtes Ereignis nicht spurlos an der Menschheit vorübergeht. Denn würde es spurlos an der Menschheit vorübergehen, so würde die Menschheit eine wichtige Entwickelungsmöglichkeit verlieren, und sie würde in Finsternis, in das Verdorren versinken. Licht kann es nur bringen, wenn die Menschen aufwachen für das neue Wahrnehmen und so auch dem neuen Christus-Ereignis sich öffnen. Das wird immer und immer wieder gesagt werden in der Zukunft. Aber immer wieder und wiederum gesagt wird auch werden, daß die falschen Propheten das Gute, das Große würden verhindern können, wenn es ihnen gelänge, die Meinung zu verbreiten, daß der Christus im Fleische erscheinen würde. Wenn das Anthroposophen nicht begreifen sollten, dann würden sie dem Irrtum verfallen können, der es ermöglichen würde, daß falsche Messiasse auftreten. Sie werden auftreten, weil sie auf die schwachen, auf die durch den Materialismus schwach gemachten Seelen rechnen, die sich nur vorstellen können, daß, wenn der Christus wiederkommt, er im materiellen Fleische erscheinen muß. Diese Mißdeutung der Verkündigung ist eine schlimme; sie wird eintreten als eine schlimme Versuchung für die Menschheit. Anthroposophie hat die Aufgabe, die Menschen vor dieser Versuchung zu bewahren. Das kann nicht stark genug betont werden für alle, die es hören wollen. Damit sehen Sie aber auch, daß Anthroposophie Wichtiges zu sagen hat, daß wir Anthroposophie nicht bloß treiben, weil wir neugierig sind auf allerlei Wahrheiten, sondern weil wir wissen, daß diese Wahrheiten gebraucht werden zum Heile der Menschheit, zur stetigen Vervollkommnung der Menschheit.

[ 33 ] When we speak in this way, we feel what anthroposophy should and can mean to us, how it should prepare us to fulfill our task by seeing to it that a sublime event such as this not pass humanity by, leaving no trace behind. If it were to pass without leaving a trace, humanity would forfeit its most important possibility for evolution and would sink into darkness and gradual death. This event can bring light to human beings only if they awaken to this new perception and thereby open themselves also to the new Christ event. This will be repeated again and again in the near future; at the same time, it must also be stated repeatedly that the false prophets would be able to prevent the good and the great were they to succeed in spreading the opinion that Christ would appear again in the flesh. If anthroposophists were to fail to grasp this, it would be possible for them to fall prey to that illusion that would enable false messiahs to arise. These false messiahs will appear; they will count on souls that are so weakened by materialism that they cannot imagine anything but that when Christ appears again, He must necessarily appear in material substance, in the flesh. This misinterpretation of the prophecy is an evil thing, and it will appear in the form of a dangerous temptation for humanity. It is the task of anthroposophy to protect human beings from this temptation. This cannot be emphasized too strongly for all who have ears to hear. We can see by this, moreover, that anthroposophy has important things to say; we do not merely “pursue” anthroposophy because we are curious to know all kinds of truths but because we know that these truths must be used for the salvation and gradual perfecting of humanity.

[ 34 ] Der Christus wird noch in vielen Formen an die Menschheit herantreten. Diejenige Form, die er gewählt hat bei den Ereignissen von Palästina, die wählte er, weil die Menschen dazumal auf die Fähigkeit angewiesen waren, ihr Bewußtsein auf dem physischen Plan zu entfalten und diesen zu erobern. Die Menschheit ist aber dazu berufen, immer höhere und höhere Fähigkeiten zu entwickeln, damit dann immer wiederum die Entwickelung einen neuen Sprung machen kann.

[ 34 ] Christ will later appear to humanity in many forms. The form that He chose for the events in Palestine was chosen by Him because, at that time, human beings were dependent upon the faculty of unfolding their consciousness on the physical plane and, through this, conquering the physical plane. Humanity is called upon to develop ever-higher faculties, however, so that the course of evolution may be able, again and again, to make new leaps.

[ 35 ] Der Christus wird da sein, um auch für diese höheren Erkenntnisstufen erlebt werden zu können. Das Christentum steht auch in dieser Beziehung nicht am Ende, sondern am Anfang seiner Wirksamkeit, und von Stufe zu Stufe wird die Menschheit hinaufsteigen, und von Stufe zu Stufe wird das Christentum da sein, um in aller Erdenzukunft die tiefsten Bedürfnisse der Menschenseele zu befriedigen.

[ 35 ] Christ will be there in order that He can be experienced also on these higher stages of knowledge. Christianity is in this connection not at the end but at the beginning of its influence. Humanity will continue to advance from stage to stage, and Christianity will also be there at every stage in order that it may satisfy the deepest requirements of the human soul throughout all future ages of the earth.