The Advent of Christ in the Ethereal World
GA 118
27 February 1910, Cologne
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The Advent of Christ in the Ethereal World, tr. SOL
5. Buddhismus und das Paulinische Christentum
5. Buddhism and Pauline Christianity
[ 1 ] Heute soll uns etwas beschäftigen, das uns zeigt, wie bedeutsam es ist, aus den Mitteilungen, die über die höheren Welten gemacht werden können, zu erfahren, was der Menschheit in der Zukunft bevorsteht. Die Mission der geisteswissenschaftlichen Bewegung hängt zusammen mit den wichtigen Ereignissen der Übergangsperiode, in der wir leben. Daraus können wir die Überzeugung gewinnen, daß wir in der Zukunft noch viel mehr erfahren werden, und darum suchen wir in der Geisteswissenschaft gerade etwas, um unser Handeln danach einzurichten. Daher müssen wir wissen, was im Fühlen, Denken und Wollen für unsere Zeit von besonderer Bedeutung ist.
[ 1 ] Today we will consider something that shows us how important it is to learn, from the messages that can be conveyed about the higher worlds, what lies ahead for humanity in the future. The mission of the spiritual science movement is connected to the significant events of the transitional period in which we live. From this we can gain the conviction that we will learn much more in the future, and that is why we seek in spiritual science precisely what we need to guide our actions. Therefore, we must know what is of particular significance for our time in terms of feeling, thinking, and willing.
[ 2 ] Es besteht ein großer Unterschied zwischen der Geistesstreömung, die von dem Buddha kam und derjenigen, die von dem ChristusImpuls kam. Damit ist nicht ein Gegenüberstellen gemeint, sondern es ist eher notwendig einzusehen, in welcher Beziehung jede dieser Strömungen fruchtbar sein kann. Die beiden Strömungen müssen in der Zukunft zusammengehen und das Christentum muß von der Geisteswissenschaft befruchtet werden. Das Christentum mußte zunächst die Wiederverkörperungslehre fallen lassen. Es enthielt zwar diese Lehre im Esoterischen, aber um gewisser weltpädagogischer Gründe willen konnte sie nicht in das exoterische Christentum aufgenommen werden. Dagegen war diese Lehre ein besonderes Grundprinzip des Buddhismus, dort allerdings verbunden mit der Lehre vom Leiden, die wiederum zu überwinden gerade das Christentum zur Aufgabe hatte.
[ 2 ] There is a great difference between the spiritual current that came from the Buddha and the one that came from the Christ impulse. This is not meant to be a contrast, but rather it is necessary to understand in what way each of these currents can be fruitful. The two currents must converge in the future, and Christianity must be enriched by spiritual science. Christianity first had to abandon the doctrine of reincarnation. Although it contained this doctrine in its esoteric teachings, for certain reasons related to the education of the world, it could not be incorporated into exoteric Christianity. In contrast, this doctrine was a fundamental principle of Buddhism, though there it was linked to the doctrine of suffering, which Christianity, in turn, was specifically tasked with overcoming.
[ 3 ] Wenn wir einmal die Aufgabe und Mission beider Strömungen erkennen, können wir uns auch die Unterschiede klar vor Augen halten. Den Hauptunterschied bemerkt man am stärksten, wenn man die beiden Individualitäten des Buddha und des Paulus betrachtet.
[ 3 ] Once we recognize the purpose and mission of both traditions, we can also clearly see the differences between them. The main difference is most evident when we consider the distinct personalities of the Buddha and Paul.
[ 4 ] Gautama Buddha kam durch seine Erleuchtung unter dem Bodhibaum zur Erkenntnis und lehrte: Diese Welt ist Maja. Sie kann nicht als wirklich betrachtet werden, denn darin besteht eben die Maja, die große Illusion, daß man sie für wirklich hält. Der Mensch muß streben nach einem Befreitwerden aus dem Reich der Elemente, dann kommt man in ein Reich, das weder Namen noch Dinge mehr haben kann: Nirwana. Dann erst ist man von der Illusion befreit. Das Reich der Maja ist Leiden. Geburt, Tod, Krankheit, Alter sind Leiden. Es ist der Durst nach Dasein, der die Menschen in dieses Reich bringt. Darum soll sich der Mensch von diesem Durst befreien, dann braucht er sich nicht mehr zu verkörpern.
[ 4 ] Through his enlightenment under the Bodhi tree, Gautama Buddha came to the realization and taught: This world is Maya. It cannot be regarded as real, for Maya—the great illusion—consists precisely in the belief that it is real. One must strive to be liberated from the realm of the elements; then one enters a realm that can have neither names nor things: Nirvana. Only then is one freed from the illusion. The realm of Maya is suffering. Birth, death, sickness, and old age are suffering. It is the thirst for existence that brings people into this realm. Therefore, one must free oneself from this thirst; then one no longer needs to incarnate.
[ 5 ] Man kann sich fragen: Wie kam der große Buddha dazu, diese Lehre zu verkünden? Die Antwort kann nur aus einer Betrachtung des Entwickelungsganges der Menschheit erfolgen.
[ 5 ] One might ask: How did the Great Buddha come to proclaim this teaching? The answer can only be found by examining the course of human development.
[ 6 ] Der Mensch war nicht immer so, wie er jetzt ist. In früheren Zeiten hatte der Mensch, um zu Erkenntnis zu gelangen, nicht nur seinen physischen Leib zur Verfügung, sondern es war damals eine Art hellsehende Erkenntnis über die ganze Menschheit verbreitet. Die Menschen wußten, daß es geistige Hierarchien gibt, so wie wir wissen, daß es Pflanzen und so weiter gibt. Urteilskraft war nicht vorhanden, dafür sah man die schöpferischen Wesen selbst. Diese Weisheit schwand allmählich dahin; aber eine Erinnerung daran blieb. In Indien, Persien, auch noch in Ägypten gab es eine Erinnerung an frühere Erdenleben. Die Seele des Menschen war damals so gestimmt, daß man wußte: Ich stamme von göttlichen Wesen ab, aber meine Verkörperungen sind allmählich so stark ins Physische gedrungen, daß mein Blick für das Geistige verdunkelt worden ist.
[ 6 ] Human beings were not always as they are today. In earlier times, in order to gain knowledge, humans did not rely solely on their physical bodies; rather, a kind of clairvoyant perception was widespread among all of humanity. People knew that spiritual hierarchies existed, just as we know that plants and so on exist. The power of judgment was not present; instead, one saw the creative beings themselves. This wisdom gradually faded away; but a memory of it remained. In India, Persia, and even in Egypt, there was a memory of earlier earthly lives. The human soul was then attuned in such a way that one knew: I am descended from divine beings, but my incarnations have gradually penetrated so deeply into the physical that my vision of the spiritual has been darkened.
[ 7 ] Man fühlte daher den Fortgang in der Zeit wie eine Verschlechterung, wie einen Rückschritt. Vor allem diejenigen, die noch in besonderen Augenblicken den physischen Leib verlassen konnten, wie es in noch verhältnismäßig später Zeit der Fall war, fühlten so. Dadurch kam ihnen die gewöhnliche Welt als eine Welt der Illusion vor, als Maja, die große Täuschung. Der Buddha sprach nur aus, was in den Seelen der Menschen lebte. Gerade das, was in der physisch-sinnlichen Welt liegt, empfand man als dasjenige, was die Menschheit herabgezogen hatte. Aus dem wollte man wieder aufsteigen. Auf die Welt der Sinne fiel alle Schuld an dem Herabstieg der Menschheit.
[ 7 ] People therefore perceived the passage of time as a deterioration, as a step backward. This was especially true for those who were still able to leave their physical bodies at certain moments, as was the case even in relatively later times. Consequently, the ordinary world appeared to them as a world of illusion, as Maya, the great delusion. The Buddha merely gave voice to what lived in the souls of human beings. It was precisely that which lies in the physical-sensory world that was perceived as having dragged humanity down. From this, one wished to rise again. All blame for humanity’s descent fell upon the world of the senses.
[ 8 ] Vergleichen wir mit dieser Auffassung den Christus-Impuls und die Lehre, die Paulus gegeben hat. Paulus nannte die sinnliche Welt nicht Illusion, wenn er auch ebensogut wie Buddha wußte, daß der Mensch aus geistigen Welten herabgestiegen ist und daß es der Drang nach Dasein ist, der den Menschen in diese Welt gebracht hat. Im christlichen Sinne aber ist gesprochen, wenn man frägt: Ist dieser Drang nach Dasein auch immer ein schlechter? Ist die sinnlich-physische Welt zur Täuschung? - Nach Paulus’ Auffassung ist es nicht der Drang nach Dasein an sich, der das Böse wäre. Dieser Drang war ursprünglich gut, aber durch den Sündenfall des Menschen, unter dem Einfluß luziferischer Wesenheiten ist er uns zum Unheil geworden. Nicht immer war er so, aber er ist so geworden, und hat Leiden, Lüge, Krankheit und so weiter gebracht. So wird aus einem kosmischen Geschehen, wie es bei Buddha vorkommt, ein menschliches Geschehen bei Paulus.
[ 8 ] Let us compare this view with the Christ impulse and the teachings given by Paul. Paul did not call the sensory world an illusion, even though he knew just as well as Buddha that human beings have descended from spiritual worlds and that it is the urge to exist that has brought them into this world. But it is in the Christian sense that one asks: Is this urge for existence always a bad thing? Is the sensory-physical world an illusion? — According to Paul’s view, it is not the urge for existence in itself that is evil. This urge was originally good, but through the Fall of humanity, under the influence of Luciferic beings, it has become a source of misfortune for us. It was not always so, but it has become so, and has brought suffering, lies, illness, and so on. Thus, a cosmic event, as it appears in Buddha, becomes a human event in Paul.
[ 9 ] Wäre nicht der luziferische Einfluß dazwischengetreten, so hätte der Mensch Wahrheit und nicht Illusion in der physischen Welt gesehen. Nicht die sinnliche Welt ist unrichtig, sondern die menschliche Erkenntnis, die durch den luziferischen Einfluß getrübt worden ist. Diese Verschiedenheit in der Auffassung bringt auch verschiedene Folgen mit sich. Buddha will die Erlösung suchen in einer Welt, der nichts Sinnliches mehr anhaftet. Paulus sagt, der Mensch soll die Kräfte, den Durst nach Dasein reinigen, weil er selber sie verdorben hat. Der Mensch soll durch Läuterung seiner Kräfte die Schleier zerreißen, die ihm die Wahrheit zudecken, damit er hindurchschauen könne auf dasjenige, was er sich selber zugedeckt hat. An Stelle des Schleiers, der zum Beispiel die Pflanzenwelt bedeckt, wird man dann die göttlich-geistigen Kräfte sehen, die hinter und an den Pflanzen arbeiten. Wenn der Vorhang reißt, wird die sinnliche Welt erst durchsichtig und schließlich sehen wir ein Reich des Geistes vor uns. Wir glaubten ein Tierreich, Pflanzenreich, Mineralreich vor uns zu haben: das war unsere Schuld. In Wirklichkeit sehen wir die Hierarchien auf uns zuströmen.
[ 9 ] Had the Luciferic influence not intervened, human beings would have seen truth rather than illusion in the physical world. It is not the sensory world that is false, but human perception, which has been clouded by the Luciferic influence. This difference in perspective also brings about different consequences. Buddha seeks salvation in a world to which nothing sensory clings anymore. Paul says that human beings must purify their forces and their thirst for existence, because they themselves have corrupted them. Through the purification of their forces, human beings must tear away the veils that cover the truth from them, so that they may see through to that which they have covered up themselves. In place of the veil that covers, for example, the plant world, one will then see the divine-spiritual forces working behind and within the plants. When the curtain is torn, the sensory world first becomes transparent, and finally we see a realm of the spirit before us. We believed we had an animal kingdom, a plant kingdom, and a mineral kingdom before us: that was our fault. In reality, we see the hierarchies flowing toward us.
[ 10 ] Darum sagt Paulus: Ertöte nicht die Lust am Dasein, sondern läutere sie, denn ursprünglich war sie ein Gutes. Und das kann geschehen dadurch, daß man die Kraft des Christus in sich aufnimmt. Diese ist es, die, wenn sie die Seele durchdringt, die Seelenverfinsterung wegnimmt. Die Götter haben die Menschen nicht umsonst auf die Erde gestellt. Es ist dabei des Menschen Pflicht, von sich zu werfen, was ihn daran hindert, diese Welt geistig zu schauen. Die Konsequenz, zu der Buddha kommen mußte: Meidet die Inkarnationen! — weist zurück auf eine Urweisheit der Menschen. Paulus dagegen sagt: Geht durch die Inkarnationen hindurch, aber durchdringt euch mit dem Christus, und in einer ferneren Zukunft wird all dasjenige, was der Mensch an Illusionen aufgeworfen hat, verschwunden sein.
[ 10 ] That is why Paul says: Do not kill the joy of existence, but purify it, for it was originally a good thing. And this can be achieved by taking in the power of Christ. It is this power that, when it penetrates the soul, removes the darkness from the soul. The gods did not place humans on Earth in vain. It is the duty of every human being to cast off whatever prevents them from viewing this world spiritually. The conclusion to which Buddha had to arrive—Avoid incarnations!—points back to a primal wisdom of humanity. Paul, on the other hand, says: Go through the incarnations, but imbue yourselves with Christ, and in a distant future, all the illusions that humanity has conjured up will have vanished.
[ 11 ] Diese Lehre, die die Schuld nicht der physisch-sinnlichen Welt, sondern dem Menschen selber auflud, mußte notwendigerweise eine historische Lehre werden. Gerade aus dem Grunde aber kann sie im Anfang nicht so gegeben werden, daß man die vollständige Lehre hat; nur Anfangsimpulse können gegeben werden, mit denen man sich durchdringen muß. Allmählich dringen dann diese Impulse in alle Gebiete des Lebens ein. Trotz der fast zwei Jahrtausende, die seit dem Mysterium von Golgatha verflossen sind, ist man heute erst am Anfang vom Aufnehmen des Christus-Impulses. Ganze Gebiete des Lebens sind noch nicht von ihm durchdrungen, zum Beispiel die Wissenschaft und die Philosophie. Der Buddha konnte viel eher seine Lehre sogleich geben, weil er sich auf eine uralte Weisheit berief, die damals noch empfunden wurde. Der Christus-Impuls muß erst allmählich durchdringen. Eine Erkenntnistheorie, die sich auf diese Tatsachen gründet, unterscheidet sich scharf von derjenigen Kants, der gar nicht weiß, daß es gerade unsere Erkenntnis ist, die geläutert werden soll.
[ 11 ] This teaching, which attributed guilt not to the physical-sensory world but to human beings themselves, was bound to become a historical teaching. Precisely for this reason, however, it cannot be presented in its entirety at the outset; only initial impulses can be given, which one must allow to permeate one’s being. Gradually, these impulses then penetrate all areas of life. Despite the nearly two millennia that have passed since the Mystery of Golgotha, we are only now at the beginning of assimilating the Christ impulse. Entire areas of life have not yet been permeated by it, for example, science and philosophy. The Buddha was able to impart his teaching much more immediately because he drew upon an ancient wisdom that was still felt at that time. The Christ impulse must first permeate gradually. A theory of knowledge based on these facts differs sharply from that of Kant, who is completely unaware that it is precisely our knowledge that is to be purified.
[ 12 ] Paulus mußte den Menschen beibringen, daß das Arbeiten in der einzelnen Inkarnation in der Tat von großem Gewichte ist. Er mußte diese Lehre gleichsam übertreiben, im Gegensatz zu der verhältnismäßig kurz vorher verkündeten Lehre des Buddha, daß die einzelne Inkarnation wertlos sei. Man sollte lernen auszusprechen: «Nicht ich, der Christus in mir!» Das ist das geläuterte Ich. Das geistige Leben wurde durch Paulus für alle Zukunft von dieser einen Inkarnation abhängig gemacht. Nachdem eine solche Erziehung der Seelen sich vollzogen hat, daß eine genügende Anzahl Menschen in den abgelaufenen zwei Jahrtausenden durch sie hindurchgegangen sind, ist die Zeit wieder angebrochen, um Karma und Reinkarnation zu lehren. Wir müssen versuchen, unser Ich wieder herzustellen in den Zustand, in dem es war, bevor die Inkarnationen angefangen haben.
[ 12 ] Paul had to teach people that work in a single incarnation is indeed of great importance. He had to, as it were, exaggerate this teaching, in contrast to the Buddha’s teaching—proclaimed relatively shortly before—that a single incarnation is worthless. One should learn to say: “Not I, but Christ in me!” That is the purified self. Through Paul, spiritual life was made dependent on this one incarnation for all time to come. Now that such an education of the souls has taken place—such that a sufficient number of people have passed through it over the past two millennia—the time has come again to teach karma and reincarnation. We must strive to restore our ego to the state in which it was before the incarnations began.
[ 13 ] Es wurde immer gesagt, daß der Christus stets in unserer Umgebung ist. «Ich bin mit euch alle Tage bis an das Ende der Welt.» Jetzt aber soll der Mensch lernen, den Christus zu schauen und zu glauben, daß dasjenige, was wir sehen, dennoch das Wahre ist. Das wird schon in der nächsten Zukunft eintreten, schon in diesem Jahrhundert und dann in den folgenden zwei Jahrtausenden bei immer mehr Menschen. Wie wird das im einzelnen sein? Fragen wir: Wie sehen wir jetzt zum Beispiel unseren Planeten? Die Erde wird von der Wissenschaft mechanisch, physisch, chemisch beschrieben, nach der Kant-Laplaceschen Theorie und dergleichen. Doch jetzt stehen wir vor einer Umkehrung auf diesem Gebiete. Eine Anschauung wird heraufkommen, die die Erde nicht mehr aus lauter mineralischen Kräften, sondern aus Pflanzen-, das heißt ätherischen Kräften ableiten wird. Die Pflanze hat ihre Wurzeln nach dem Mittelpunkt der Erde gerichtet, ihr oberer Teil steht in einem Verhältnis zur Sonne. Das sind die Kräfte, die die Erde machen zu dem, was sie ist. Die Schwerkraft ist nur sekundär. Die Pflanzen sind vor den Mineralien da, ebenso wie die Steinkohle früher Pflanze war. Das wird man in kurzem entdecken. Die Pflanzen geben dem Erdplaneten die Gestalt und geben dann noch die Substanz ab, aus der der mineralische Boden entsteht. Ein Anfang dieser Lehre wurde durch Goethe gegeben in seiner Pflanzenmorphologie. Aber er ist nicht verstanden worden. Dann wird man allmählich anfangen, das Ätherische zu schauen, weil es dasjenige ist, was charakteristisch für die Pflanzen ist. Die Wachstumskraft des Pflanzenreichs wird der Mensch in sich aufnehmen, dann befreit er sich von den Kräften, die ihn jetzt daran hindern, den Christus zu schauen. Geisteswissenschaft soll dazu mitarbeiten. Das ist aber unmöglich, solange die Menschen meinen, daß das Aufsteigen des Physischen zum Ätherischen nichts mit dem Innern des Menschen zu tun hat. Im Laboratorium ist es gleichgültig, ob man ein moralisch hochstehender oder tiefstehender Mensch ist. Nicht aber ist das der Fall, wenn man es mit Ätherkräften zu tun hat. Die moralische Veranlagung geht dann in das Produkt über. Daher wäre es für den heutigen Menschen noch nicht möglich, diese Fähigkeit zu entwickeln, wenn er so bleibt, wie er ist. Der Laboratoriumstisch muß erst zum Altar werden, so wie es für Goethe war, der als Kind seinen kleinen Altar aus Naturprodukten an den Strahlen der aufgehenden Sonne entzündete.
[ 13 ] It has always been said that Christ is ever present among us. “I am with you always, even to the end of the age.” But now humanity must learn to see Christ and to believe that what we see is, after all, the truth. This will come to pass in the near future, already in this century and then in the following two millennia for more and more people. How will this play out in detail? Let us ask: How do we view our planet, for example? Science describes the Earth mechanically, physically, and chemically, according to the Kant-Laplace theory and the like. But now we are facing a reversal in this field. A new perspective will emerge that will no longer derive the Earth from purely mineral forces, but from plant—that is, ethereal—forces. The plant has its roots directed toward the center of the Earth, while its upper part stands in relation to the Sun. These are the forces that make the Earth what it is. Gravity is only secondary. Plants existed before minerals, just as coal was once a plant. This will soon be discovered. Plants give the Earth its form and then provide the substance from which the mineral soil arises. Goethe provided the beginnings of this teaching in his Morphology of Plants. But he was not understood. Then people will gradually begin to perceive the etheric, because it is what is characteristic of plants. Humanity will take in the growth force of the plant kingdom, and then free itself from the forces that now prevent it from perceiving the Christ. Spiritual science is meant to contribute to this. But that is impossible as long as people believe that the ascent from the physical to the ethereal has nothing to do with the inner life of the human being. In the laboratory, it makes no difference whether one is a morally superior or inferior person. But that is not the case when dealing with etheric forces. One’s moral disposition then finds its way into the product. Therefore, it would not yet be possible for people today to develop this ability if they remain as they are. The laboratory table must first become an altar, just as it was for Goethe, who as a child lit his little altar made of natural products in the rays of the rising sun.
[ 14 ] Das wird schon bald kommen. Diejenigen, die werden sagen können: «Nicht ich, sondern der Christus in mir», werden die Pflanzenkräfte kombinieren können, so wie man es jetzt mit den mineralischen Kräften versteht. Was der Mensch innerlich ist, steht in Wechselwirkung mit dem, was draußen ist, und das Äußere verwandelt sich für uns, je nachdem wir klar oder trübe sehen. Noch in diesem Jahrhundert — und immer mehr Menschen in den nächsten zweieinhalb Jahrtausenden - werden Menschen dazu kommen, den Christus zu schauen in seiner Äthergestalt. Sie werden die ätherische Erde schauen, aus der die Pflanzenwelt entsprossen ist. Aber dadurch werden sie auch erkennen, daß ein gutes Inneres des Menschen andere Einflüsse auf die Umgebung ausüben wird als ein böses. Derjenige, der diese Wissenschaft im höchsten Maße besitzen wird, wird der Maitreya-Buddha sein, der in ungefähr 3000 Jahren kommen wird. «Maitreya»-Buddha bedeutet «Buddha von der guten Gesinnung». Maitreya-Buddha ist derjenige, der den Menschen die Bedeutung einer guten Gesinnung klarmachen wird. Das alles wird dazu führen, daß die Menschen wissen werden, in welche Richtung sie gehen müssen. Anstelle der abstrakten Ideale werden konkrete Ideale treten, die der fortschreitenden Entwickelung entsprechen. Gelingt das nicht, dann würde die Erde in Materialismus versinken und die Menschheit müßte von neuem anfangen, entweder - nach einer großen Katastrophe - auf der Erde selber oder auf einem nächsten Planeten. Die Erde braucht Anthroposophie! Wer das einsieht, ist Anthroposoph.
[ 14 ] This will come soon enough. Those who will be able to say, “Not I, but the Christ within me,” will be able to combine the plant forces in the same way that we now understand the mineral forces. What a person is inwardly interacts with what is outside, and the external world transforms for us depending on whether we see clearly or dimly. Even in this century—and increasingly so for people over the next two and a half millennia—people will come to behold the Christ in his etheric form. They will behold the etheric earth from which the plant world has sprung. But through this they will also recognize that a good inner being in a human being will exert different influences on the environment than an evil one. The one who will possess this science to the highest degree will be the Maitreya Buddha, who will come in about 3,000 years. “Maitreya” Buddha means “Buddha of Good Will.” Maitreya Buddha is the one who will make clear to humanity the importance of good will. All of this will lead to people knowing which direction they must take. Abstract ideals will be replaced by concrete ideals that correspond to ongoing development. If this does not succeed, the Earth would sink into materialism, and humanity would have to start over—either, after a great catastrophe, on Earth itself or on another planet. The Earth needs anthroposophy! Anyone who understands this is an anthroposophist.
