The Deeper Mysteries of Human Development
in the Light of the Gospels
GA 119
29 March 1910, Vienna
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Makrokosmos und Mikrokosmos, 3rd ed.
Neunter Vortrag
Neunter Vortrag
[ 1 ] Wir haben gestern gesprochen von dem sogenannten rosenkreuzerischen Weg in die geistigen Welten hinein. Wir haben darauf aufmerksam gemacht, daß dieser Weg derjenige ist, welcher sich nach den Gesetzen der Menschheitsentwickelung für den gegenwärtigen Menschen am besten eignet. Es ist dabei geschildert worden, wie der Mensch durch gewisse Maßnahmen, die er mit seinem Seelenleben vornimmt, aufsteigt zur imaginativen Erkenntnis, zur inspirierten Erkenntnis und zur intuitiven Erkenntnis. Wenn man sonst nichts hätte als dasjenige, was gestern beschrieben worden ist, wenn man nichts zur Verfügung hätte als die Methoden, die man auf seine Seele willkürlich anwendet, so würde das Aufsteigen durch diese drei Erkenntnisstufen so sein, wie es ja gestern auch im wesentlichen angedeutet worden ist. Man würde also zuerst auszubilden haben die geistigen Erkenntnisorgane, und man würde erst nach einer entsagungsvollen Zeit eigentlich von einem gewissen schattenhaften, kaum wahrnehmbaren Erleben zu wirklichen Erfahrungen aufsteigen können. Aber man ist im gegenwärtigen Menschheitszyklus noch nicht allein angewiesen darauf, was man so willkürlich selber mit seiner Seele vornimmt. Und wenn man einmal in einer fernen, fernen Zukunft darauf angewiesen sein wird, dann werden auch die Gesetze der menschlichen Entwickelung schon so andere sein, daß man von Anfang an bewußt in die geistigen Welten eintreten wird. Heute kann man das allerdings auch, aber nur dadurch, daß einem in der Entwickelung etwas zu Hilfe kommt.
[ 1 ] Wir haben gestern gesprochen von dem sogenannten rosenkreuzerischen Weg in die geistigen Welten hinein. Wir haben darauf aufmerksam gemacht, daß dieser Weg derjenige ist, welcher sich nach den Gesetzen der Menschheitsentwickelung für den gegenwärtigen Menschen am besten eignet. Es ist dabei geschildert worden, wie der Mensch durch gewisse Maßnahmen, die er mit seinem Seelenleben vornimmt, aufsteigt zur imaginativen Erkenntnis, zur inspirierten Erkenntnis und zur intuitiven Erkenntnis. Wenn man sonst nichts hätte als dasjenige, was gestern beschrieben worden ist, wenn man nichts zur Verfügung hätte als die Methoden, die man auf seine Seele willkürlich anwendet, so würde das Aufsteigen durch diese drei Erkenntnisstufen so sein, wie es ja gestern auch im wesentlichen angedeutet worden ist. Man würde also zuerst auszubilden haben die geistigen Erkenntnisorgane, und man würde erst nach einer entsagungsvollen Zeit eigentlich von einem gewissen schattenhaften, kaum wahrnehmbaren Erleben zu wirklichen Erfahrungen aufsteigen können. Aber man ist im gegenwärtigen Menschheitszyklus noch nicht allein angewiesen darauf, was man so willkürlich selber mit seiner Seele vornimmt. Und wenn man einmal in einer fernen, fernen Zukunft darauf angewiesen sein wird, dann werden auch die Gesetze der menschlichen Entwickelung schon so andere sein, daß man von Anfang an bewußt in die geistigen Welten eintreten wird. Heute kann man das allerdings auch, aber nur dadurch, daß einem in der Entwickelung etwas zu Hilfe kommt.
[ 2 ] Wir haben ja gestern gar nicht davon gesprochen, wie sich für denjenigen, der in einer solchen geistigen Entwickelung darinnen ist, der solche Methoden mit seiner Seele vornimmt, wie sie gestern beschrieben worden sind, dasjenige äußert, was wir die stärkenden Kräfte des Schlaflebens nennen. Wenn der Mensch den Schlaf nicht hätte während seiner Entwickelung, dann würde er eben lange, lange brauchen, bis er aufmerksam werden könnte auf die ganz feinen Erlebnisse, welche sich einstellen durch die Methoden, die gestern beschrieben worden sind. Gerade dadurch aber, daß ja der sich Entwickelnde sein Leben auch abwechseln läßt zwischen Wachen und Schlafen, kommen ihm die Kräfte des Schlafes zugute, während er jene Organe ausbildet, die wir gestern die Lotosblumen genannt haben. Und wenn man auch durch die Lotosblumen zunächst noch nichts wahrnehmen kann, es werden einem im Schlafleben aus den höheren Welten, aus dem Makrokosmos heraus Kräfte zugeführt, und diese Kräfte, die uns im Schlafe zufließen, bewirken, daß in der Tat nach und nach sich ein wirkliches Erleben der geistigen Welt einstellt, so daß man schon etwas sehen kann. Voraussetzung ist, daß man eine kürzere oder längere Zeit an der Ausbildung der Lotosblumen so gearbeitet hat, daß man immer wieder und wieder zu symbolischen Vorstellungen seine Zuflucht genommen hat, immer und immer wieder in solchen Vorstellungen gelebt hat und sich dadurch innerlich so gekräftigt hat, daß man ein reiches Seelenleben hat, auch dann, wenn die äußeren Eindrücke nicht wirken. Die imaginative Erkenntnis setzt also, wenn sie wirklich erreicht wird, den Menschen schon instand, in die geistige Welt in gewisser Weise hineinzusehen.
[ 2 ] Wir haben ja gestern gar nicht davon gesprochen, wie sich für denjenigen, der in einer solchen geistigen Entwickelung darinnen ist, der solche Methoden mit seiner Seele vornimmt, wie sie gestern beschrieben worden sind, dasjenige äußert, was wir die stärkenden Kräfte des Schlaflebens nennen. Wenn der Mensch den Schlaf nicht hätte während seiner Entwickelung, dann würde er eben lange, lange brauchen, bis er aufmerksam werden könnte auf die ganz feinen Erlebnisse, welche sich einstellen durch die Methoden, die gestern beschrieben worden sind. Gerade dadurch aber, daß ja der sich Entwickelnde sein Leben auch abwechseln läßt zwischen Wachen und Schlafen, kommen ihm die Kräfte des Schlafes zugute, während er jene Organe ausbildet, die wir gestern die Lotosblumen genannt haben. Und wenn man auch durch die Lotosblumen zunächst noch nichts wahrnehmen kann, es werden einem im Schlafleben aus den höheren Welten, aus dem Makrokosmos heraus Kräfte zugeführt, und diese Kräfte, die uns im Schlafe zufließen, bewirken, daß in der Tat nach und nach sich ein wirkliches Erleben der geistigen Welt einstellt, so daß man schon etwas sehen kann. Voraussetzung ist, daß man eine kürzere oder längere Zeit an der Ausbildung der Lotosblumen so gearbeitet hat, daß man immer wieder und wieder zu symbolischen Vorstellungen seine Zuflucht genommen hat, immer und immer wieder in solchen Vorstellungen gelebt hat und sich dadurch innerlich so gekräftigt hat, daß man ein reiches Seelenleben hat, auch dann, wenn die äußeren Eindrücke nicht wirken. Die imaginative Erkenntnis setzt also, wenn sie wirklich erreicht wird, den Menschen schon instand, in die geistige Welt in gewisser Weise hineinzusehen.
[ 3 ] Und das geschieht in der folgenden Art. Der Mensch wird verhältnismäßig lange solche zu seinem Gemüt sprechende Sinnbilder, die unmittelbar aus dem Leben heraus gegriffen sind, oder auch gewisse Formeln, welche große Weltengeheimnisse kurz in sich einschließen, in innerer Versenkung erleben müssen. Dann aber wird er eines Tages merken — zuerst am Morgen im Moment des Aufwachens, dann aber auch, wenn er die Aufmerksamkeit ablenkt von den äußeren Erlebnissen während des Tages —, daß vor seiner Seele etwas steht, was im Grunde genommen auch so auftritt wie die Sinnbilder, die er sich gebildet hat, die er aber jetzt so vor sich hat, wie das gewöhnliche Bewußtsein Steine oder Blumen vor sich hat, von denen er weiß, daß er sie nicht selber gebildet hat. Man lernt im Lauf der Zeit, in der man sich vorbereitet, durch die Sorgfalt, mit der man selber Sinnbilder bildet, schon erkennen, woran man Trugbilder, falsche Sinnbilder, von wahren unterscheiden kann. Derjenige, der sich wirklich sorgfältig vorbereitet und der dadurch gelernt hat, seine eigenen persönlichen Meinungen, seine Wünsche, Begierden und Leidenschaften aus seinem höheren Leben auszuschalten, der gelernt hat, etwas nicht deshalb für wahr zu halten, weil es ihm so gefällt, sondern sich geübt hat, die eigene Meinung auszuschalten, der weiß im Anblick eines solchen Sinnbildes unmittelbar zu unterscheiden: Das ist etwas Wahres, das ist etwas Falsches.
[ 3 ] Und das geschieht in der folgenden Art. Der Mensch wird verhältnismäßig lange solche zu seinem Gemüt sprechende Sinnbilder, die unmittelbar aus dem Leben heraus gegriffen sind, oder auch gewisse Formeln, welche große Weltengeheimnisse kurz in sich einschließen, in innerer Versenkung erleben müssen. Dann aber wird er eines Tages merken — zuerst am Morgen im Moment des Aufwachens, dann aber auch, wenn er die Aufmerksamkeit ablenkt von den äußeren Erlebnissen während des Tages —, daß vor seiner Seele etwas steht, was im Grunde genommen auch so auftritt wie die Sinnbilder, die er sich gebildet hat, die er aber jetzt so vor sich hat, wie das gewöhnliche Bewußtsein Steine oder Blumen vor sich hat, von denen er weiß, daß er sie nicht selber gebildet hat. Man lernt im Lauf der Zeit, in der man sich vorbereitet, durch die Sorgfalt, mit der man selber Sinnbilder bildet, schon erkennen, woran man Trugbilder, falsche Sinnbilder, von wahren unterscheiden kann. Derjenige, der sich wirklich sorgfältig vorbereitet und der dadurch gelernt hat, seine eigenen persönlichen Meinungen, seine Wünsche, Begierden und Leidenschaften aus seinem höheren Leben auszuschalten, der gelernt hat, etwas nicht deshalb für wahr zu halten, weil es ihm so gefällt, sondern sich geübt hat, die eigene Meinung auszuschalten, der weiß im Anblick eines solchen Sinnbildes unmittelbar zu unterscheiden: Das ist etwas Wahres, das ist etwas Falsches.
[ 4 ] Nun tritt — und das ist wichtig zu beobachten für diese Unterscheidung der wahren und falschen Sinnbilder — etwas ein für den Menschen, der sich so entwickelt, was man nicht anders bezeichnen kann als dadurch, daß man es nennt: Denken mit dem Herzen. Das ist etwas, was sich durchaus im Laufe der Entwickelung ergibt, wie sie gestern beschrieben worden ist. Der Mensch hat ja im gewöhnlichen Leben das Gefühl, daß er mit dem Kopf denkt. Natürlich ist das nur ein bildlicher Ausdruck, man denkt mit den geistigen Organen, die dem Gehirn zugrunde liegen; aber es versteht jeder, was es heißt, mit dem Kopf denken. Fin ganz anderes Gefühl hat man gegenüber jenem Denken, das dann eintritt, wenn man ein wenig weitergekommen ist auf dem Weg der Entwickelung, den wir charakterisiert haben. Man hat wirklich das Gefühl, als ob das, was sonst im Kopf lokalisiert ist, jetzt im Herzen lokalisiert wäre. Es ist allerdings nicht das physische Herz, welches denkt, sondern jenes Organ, das sich als geistiges Organ in der Nähe des Herzens ausbildet, die sogenannte zwölf-blätterige Lotosblume. Sie wird eine Art Denkorgan; und dieses Denken, das da auftritt, das unterscheidet sich von dem gewöhnlichen Denken sehr stark. Beim gewöhnlichen Denken weiß jeder, daß er Überlegung anwenden muß, um zu einer Wahrheit zu kommen. Man muß gehen von Begriff zu Begriff. Man geht von einem Punkt aus, geht dann logisch weiter zu anderen Punkten, und das, wozu man kommt im Lauf der Zeit, indem man logische Erwägungen anstellt, nennt man Wahrheit, Erkenntnis. Das ist eine durch gewöhnliches Denken errungene Erkenntnis. Anders ist das, wenn man die Wahrheit erkennen will gegenüber dem, was beschrieben worden ist als reale, als wirkliche Sinnbilder. Diese wirklichen Sinnbilder hat man vor sich wie äußere Gegenstände, aber das Denken über diese Sinnbilder kann nicht mit dem gewöhnlichen Kopfdenken verwechselt werden. Denn ob etwas wahr oder falsch ist, ob man dieses oder jenes zu sagen hat über ein Ding oder eine Tatsache der höheren Welten, dazu sind nicht Überlegungen notwendig wie beim gewöhnlichen Denken, sondern das ergibt sich unmittelbar. Sobald man die Bilder vor sich hat, weiß man, was man sich selber und anderen darüber zu sagen hat. Dieses Unmittelbare, das ist das Charakteristische des Herzdenkens.
[ 4 ] Nun tritt — und das ist wichtig zu beobachten für diese Unterscheidung der wahren und falschen Sinnbilder — etwas ein für den Menschen, der sich so entwickelt, was man nicht anders bezeichnen kann als dadurch, daß man es nennt: Denken mit dem Herzen. Das ist etwas, was sich durchaus im Laufe der Entwickelung ergibt, wie sie gestern beschrieben worden ist. Der Mensch hat ja im gewöhnlichen Leben das Gefühl, daß er mit dem Kopf denkt. Natürlich ist das nur ein bildlicher Ausdruck, man denkt mit den geistigen Organen, die dem Gehirn zugrunde liegen; aber es versteht jeder, was es heißt, mit dem Kopf denken. Fin ganz anderes Gefühl hat man gegenüber jenem Denken, das dann eintritt, wenn man ein wenig weitergekommen ist auf dem Weg der Entwickelung, den wir charakterisiert haben. Man hat wirklich das Gefühl, als ob das, was sonst im Kopf lokalisiert ist, jetzt im Herzen lokalisiert wäre. Es ist allerdings nicht das physische Herz, welches denkt, sondern jenes Organ, das sich als geistiges Organ in der Nähe des Herzens ausbildet, die sogenannte zwölf-blätterige Lotosblume. Sie wird eine Art Denkorgan; und dieses Denken, das da auftritt, das unterscheidet sich von dem gewöhnlichen Denken sehr stark. Beim gewöhnlichen Denken weiß jeder, daß er Überlegung anwenden muß, um zu einer Wahrheit zu kommen. Man muß gehen von Begriff zu Begriff. Man geht von einem Punkt aus, geht dann logisch weiter zu anderen Punkten, und das, wozu man kommt im Lauf der Zeit, indem man logische Erwägungen anstellt, nennt man Wahrheit, Erkenntnis. Das ist eine durch gewöhnliches Denken errungene Erkenntnis. Anders ist das, wenn man die Wahrheit erkennen will gegenüber dem, was beschrieben worden ist als reale, als wirkliche Sinnbilder. Diese wirklichen Sinnbilder hat man vor sich wie äußere Gegenstände, aber das Denken über diese Sinnbilder kann nicht mit dem gewöhnlichen Kopfdenken verwechselt werden. Denn ob etwas wahr oder falsch ist, ob man dieses oder jenes zu sagen hat über ein Ding oder eine Tatsache der höheren Welten, dazu sind nicht Überlegungen notwendig wie beim gewöhnlichen Denken, sondern das ergibt sich unmittelbar. Sobald man die Bilder vor sich hat, weiß man, was man sich selber und anderen darüber zu sagen hat. Dieses Unmittelbare, das ist das Charakteristische des Herzdenkens.
[ 5 ] Im gewöhnlichen Leben gibt es nicht viele Dinge, welche sich damit vergleichen lassen, aber wir wollen doch etwas einzelnes zum Vergleich heranziehen, um das verständlich zu machen. Im gewöhnlichen Leben sind es vorzugsweise diejenigen Ereignisse, die uns begegnen, bei denen uns sozusagen der Verstand stehenbleibt, die wir empfinden wie Dinge aus einer höheren Welt. Nehmen Sie zum Beispiel einmal an, Sie treten irgendeinem Ereignis gegenüber, das blitzartig vor Ihnen steht, und Sie erschrecken darüber. Da mischt sich kein Gedanke zwischen den äußeren Eindruck und Ihr Erschrecken; das Ereignis ruft unmittelbar den Schreck hervor. Ihr inneres Erlebnis, der Schreck, ist etwas, was Ihnen sozusagen den Verstand stillstehen lassen kann. Das ist ein ganz guter Ausdruck, den die Menschen da gebrauchen, denn sie fühlen bei einem solchen Erlebnis richtig das Stille stehen des Verstandes. Und ebenso kann es sein, wenn man meinetwillen durch den Anblick irgendeiner Handlung auf der Straße in Zorn gerät. Da ist es auch der unmittelbare Eindruck, der das innere Seelenerlebnis hervorruft. In den meisten solchen Fällen wird man bemerken, daß man dann, wenn man anfängt zu überlegen, anders urteilt, als man auf den ersten Eindruck hin geurteilt hat. Diese Erlebnisse, wo auf den ersten Eindruck ein Seelenerlebnis folgt, lassen allein aus dem gewöhnlichen Leben heraus sich mit jenen Erlebnissen vergleichen, welche der Geistesforscher hat, wenn er etwas sagen soll über das, was er in den höheren Welten erlebt. Es ist sogar so, daß man, wenn man anfängt, viel logisch zu kritisieren über diese Erlebnisse, die man hat in den höheren Welten, sie erst vertreibt; durch vieles Spintisieren nach der gewöhnlichen Denkmethode laufen diese Erlebnisse fort, man hat sie dann nicht mehr. Das ist das eine. Das andere aber ist, daß man durch Anwendung des gewöhnlichen Denkens meistens das Falsche herausbringt über diese Sachen.
[ 5 ] Im gewöhnlichen Leben gibt es nicht viele Dinge, welche sich damit vergleichen lassen, aber wir wollen doch etwas einzelnes zum Vergleich heranziehen, um das verständlich zu machen. Im gewöhnlichen Leben sind es vorzugsweise diejenigen Ereignisse, die uns begegnen, bei denen uns sozusagen der Verstand stehenbleibt, die wir empfinden wie Dinge aus einer höheren Welt. Nehmen Sie zum Beispiel einmal an, Sie treten irgendeinem Ereignis gegenüber, das blitzartig vor Ihnen steht, und Sie erschrecken darüber. Da mischt sich kein Gedanke zwischen den äußeren Eindruck und Ihr Erschrecken; das Ereignis ruft unmittelbar den Schreck hervor. Ihr inneres Erlebnis, der Schreck, ist etwas, was Ihnen sozusagen den Verstand stillstehen lassen kann. Das ist ein ganz guter Ausdruck, den die Menschen da gebrauchen, denn sie fühlen bei einem solchen Erlebnis richtig das Stille stehen des Verstandes. Und ebenso kann es sein, wenn man meinetwillen durch den Anblick irgendeiner Handlung auf der Straße in Zorn gerät. Da ist es auch der unmittelbare Eindruck, der das innere Seelenerlebnis hervorruft. In den meisten solchen Fällen wird man bemerken, daß man dann, wenn man anfängt zu überlegen, anders urteilt, als man auf den ersten Eindruck hin geurteilt hat. Diese Erlebnisse, wo auf den ersten Eindruck ein Seelenerlebnis folgt, lassen allein aus dem gewöhnlichen Leben heraus sich mit jenen Erlebnissen vergleichen, welche der Geistesforscher hat, wenn er etwas sagen soll über das, was er in den höheren Welten erlebt. Es ist sogar so, daß man, wenn man anfängt, viel logisch zu kritisieren über diese Erlebnisse, die man hat in den höheren Welten, sie erst vertreibt; durch vieles Spintisieren nach der gewöhnlichen Denkmethode laufen diese Erlebnisse fort, man hat sie dann nicht mehr. Das ist das eine. Das andere aber ist, daß man durch Anwendung des gewöhnlichen Denkens meistens das Falsche herausbringt über diese Sachen.
[ 6 ] So notwendig es ist — das ist ja schon betont worden —, daß man zuerst durch die Schulung eines guten, vernünftigen Denkens hindurchgeht, wo man erst die Dinge begreifen gelernt hat, bevor man aufsteigt zu höheren Welten, so notwendig ist es, daß man über dieses gewöhnliche Denken sich wiederum erhebt zu einem unmittelbaren Erfassen. Und gerade weil das so notwendig ist, daß man unmittelbar erfassen lernt in der höheren Welt, muß man auf der andern Seite jene logische Grundlegung vornehmen. Man muß sie aus dem Grunde vornehmen, weil man sonst mit seinen Gefühlen und Empfindungen ganz sicher irren würde. Man ist nicht fähig, in der höheren Welt zu urteilen, wenn man das gewöhnliche verstandesmäßige Denken da hinaufträgt; man ist nicht fähig, in der höheren Welt zu urteilen, wenn man nicht erst in der physischen Welt ausgebildet hat das verstandesmäßige Denken. Es finden manche Menschen allerdings vielleicht einen Grund, aus der Eigentümlichkeit des höheren Denkens, des Herzdenkens heraus, sich der gewöhnlichen Logik überhaupt ganz zu entschlagen. Sie sagen, da man die gewöhnliche Logik des physischen Planes doch wieder vergessen müsse, so brauche man sie Ja nicht erst zu lernen. — Dabei wird aber außer acht gelassen, daß man ein anderer Mensch wird, wenn man das logische Denken auf dem physischen Plan als Schulung, als Übung durchgemacht hat. Nicht um mit diesem Denken die höheren Welten zu begreifen, macht man es durch, sondern um aus sich selber einen anderen Menschen zu machen. Man erlebt ja auch an dem logischen Denken etwas. Man erlebt an dem logischen Denken vor allen Dingen eine Art von Gewissen. Es gibt eine Art logischen Gewissens, und wenn man dieses ausbildet, dann bekommt man in seiner Seele ein gewisses Verantwortungsgefühl gegenüber Wahrheit und Unwahrheit, und ohne dieses Verantwortungsgefühl gegenüber Wahrheit und Unwahrheit ist nicht vie l anzufangen in den höheren Welten.
[ 6 ] So notwendig es ist — das ist ja schon betont worden —, daß man zuerst durch die Schulung eines guten, vernünftigen Denkens hindurchgeht, wo man erst die Dinge begreifen gelernt hat, bevor man aufsteigt zu höheren Welten, so notwendig ist es, daß man über dieses gewöhnliche Denken sich wiederum erhebt zu einem unmittelbaren Erfassen. Und gerade weil das so notwendig ist, daß man unmittelbar erfassen lernt in der höheren Welt, muß man auf der andern Seite jene logische Grundlegung vornehmen. Man muß sie aus dem Grunde vornehmen, weil man sonst mit seinen Gefühlen und Empfindungen ganz sicher irren würde. Man ist nicht fähig, in der höheren Welt zu urteilen, wenn man das gewöhnliche verstandesmäßige Denken da hinaufträgt; man ist nicht fähig, in der höheren Welt zu urteilen, wenn man nicht erst in der physischen Welt ausgebildet hat das verstandesmäßige Denken. Es finden manche Menschen allerdings vielleicht einen Grund, aus der Eigentümlichkeit des höheren Denkens, des Herzdenkens heraus, sich der gewöhnlichen Logik überhaupt ganz zu entschlagen. Sie sagen, da man die gewöhnliche Logik des physischen Planes doch wieder vergessen müsse, so brauche man sie Ja nicht erst zu lernen. — Dabei wird aber außer acht gelassen, daß man ein anderer Mensch wird, wenn man das logische Denken auf dem physischen Plan als Schulung, als Übung durchgemacht hat. Nicht um mit diesem Denken die höheren Welten zu begreifen, macht man es durch, sondern um aus sich selber einen anderen Menschen zu machen. Man erlebt ja auch an dem logischen Denken etwas. Man erlebt an dem logischen Denken vor allen Dingen eine Art von Gewissen. Es gibt eine Art logischen Gewissens, und wenn man dieses ausbildet, dann bekommt man in seiner Seele ein gewisses Verantwortungsgefühl gegenüber Wahrheit und Unwahrheit, und ohne dieses Verantwortungsgefühl gegenüber Wahrheit und Unwahrheit ist nicht vie l anzufangen in den höheren Welten.
[ 7 ] Es ist ja richtig, daß für das Leben viel Ursache vorliegt, das Denken beim Aufstieg in die höheren Welten außer acht zu lassen. Denn der Mensch erlebt im gewöhnlichen Leben häufig diese drei Stufen: Die weitaus größte Zahl der Menschen steht heute auf derjenigen Stufe — die daher durchaus in das normale Bewußtsein hineinfällt —, wo ihnen ein unmittelbares, natürliches Gefühl den Dingen gegenüber sagt: Das ist recht, das ist unrecht, das sollst du tun, das sollst du lassen. — Der Mensch läßt sich zumeist leiten von einem solchen unmittelbaren Gefühle in bezug auf das, was er für wahr oder für falsch halten soll.
[ 7 ] Es ist ja richtig, daß für das Leben viel Ursache vorliegt, das Denken beim Aufstieg in die höheren Welten außer acht zu lassen. Denn der Mensch erlebt im gewöhnlichen Leben häufig diese drei Stufen: Die weitaus größte Zahl der Menschen steht heute auf derjenigen Stufe — die daher durchaus in das normale Bewußtsein hineinfällt —, wo ihnen ein unmittelbares, natürliches Gefühl den Dingen gegenüber sagt: Das ist recht, das ist unrecht, das sollst du tun, das sollst du lassen. — Der Mensch läßt sich zumeist leiten von einem solchen unmittelbaren Gefühle in bezug auf das, was er für wahr oder für falsch halten soll.
[ 8 ] Fragen Sie einmal in der Gegenwart an, wie viele Menschen sich die Mühe nehmen, wirklich nachzudenken über das, was ihnen die heiligsten Güter sind. Dadurch, daß sie in bestimmte Verhältnisse, in eine bestimmte Gemeinschaft hineingeboren sind, meinetwillen nicht in der Türkei, sondern in Mitteleuropa geboren sind, haben sie ein unmittelbares, ursprüngliches Gefühl anerzogen erhalten, das Christentum für das Richtige zu halten und nicht den Mohammedanismus; sie halten — durch ein gewisses Gefühl — deshalb nicht die mohammedanischen Wahrheiten für richtig, sondern dasjenige, was sie im Christentum haben. So etwas darf man nicht mißverstehen, darüber nachzudenken führt zu wirklicher Lebenserkenntnis. Also wir müssen uns darüber klar sein, daß über dasjenige, was die Menschen für wahr oder falsch halten, bei weitaus den meisten Menschen heute noch ein unmittelbares Gefühl entscheidet. Das ist die eine Entwickelungsstufe.
[ 8 ] Fragen Sie einmal in der Gegenwart an, wie viele Menschen sich die Mühe nehmen, wirklich nachzudenken über das, was ihnen die heiligsten Güter sind. Dadurch, daß sie in bestimmte Verhältnisse, in eine bestimmte Gemeinschaft hineingeboren sind, meinetwillen nicht in der Türkei, sondern in Mitteleuropa geboren sind, haben sie ein unmittelbares, ursprüngliches Gefühl anerzogen erhalten, das Christentum für das Richtige zu halten und nicht den Mohammedanismus; sie halten — durch ein gewisses Gefühl — deshalb nicht die mohammedanischen Wahrheiten für richtig, sondern dasjenige, was sie im Christentum haben. So etwas darf man nicht mißverstehen, darüber nachzudenken führt zu wirklicher Lebenserkenntnis. Also wir müssen uns darüber klar sein, daß über dasjenige, was die Menschen für wahr oder falsch halten, bei weitaus den meisten Menschen heute noch ein unmittelbares Gefühl entscheidet. Das ist die eine Entwickelungsstufe.
[ 9 ] Die zweite Entwickelungsstufe ist die, auf der der Mensch anfängt nachzudenken. Immer mehr und mehr werden heute diejenigen Menschen, die anfangen herauszugehen aus dem ursprünglichen Gefühl und nachdenken über die Dinge, in die sie hineingeboren sind. Aus diesem Grund sehen wir heute so viel Kritik an uralt-heiligen Überlieferungen und Glaubensbekenntnissen. Das ist die Reaktion des Verstandes und Intellekts gegenüber dem, was man aus dem Gefühl, aus der Empfindung heraus ungeprüft durch den Verstand hingenommen hat. Dieselbe Fähigkeit der menschlichen Seele, die sich da kritisierend über das, was einem anerzogen oder angeboren ist, ergeht, sehen wir herrschen in demjenigen, was wir die Wissenschaft nennen. Wissenschaft im heutigen Sinne ist ja im wesentlichen eine Arbeit derselben Seelenkräfte, welche eben charakterisiert worden sind. Die äußeren Erfahrungen, die äußeren Wahrnehmungen, seien sie nun unmittelbar durch die Sinne oder durch jene Verfeinerungen der Sinne gewonnen, wie sie das Teleskop, das Mikroskop oder dergleichen bieten, sie werden mit Hilfe des Verstandes zu Gesetzen kombiniert, und daraus entsteht die intellektuelle Wissenschaft.
[ 9 ] Die zweite Entwickelungsstufe ist die, auf der der Mensch anfängt nachzudenken. Immer mehr und mehr werden heute diejenigen Menschen, die anfangen herauszugehen aus dem ursprünglichen Gefühl und nachdenken über die Dinge, in die sie hineingeboren sind. Aus diesem Grund sehen wir heute so viel Kritik an uralt-heiligen Überlieferungen und Glaubensbekenntnissen. Das ist die Reaktion des Verstandes und Intellekts gegenüber dem, was man aus dem Gefühl, aus der Empfindung heraus ungeprüft durch den Verstand hingenommen hat. Dieselbe Fähigkeit der menschlichen Seele, die sich da kritisierend über das, was einem anerzogen oder angeboren ist, ergeht, sehen wir herrschen in demjenigen, was wir die Wissenschaft nennen. Wissenschaft im heutigen Sinne ist ja im wesentlichen eine Arbeit derselben Seelenkräfte, welche eben charakterisiert worden sind. Die äußeren Erfahrungen, die äußeren Wahrnehmungen, seien sie nun unmittelbar durch die Sinne oder durch jene Verfeinerungen der Sinne gewonnen, wie sie das Teleskop, das Mikroskop oder dergleichen bieten, sie werden mit Hilfe des Verstandes zu Gesetzen kombiniert, und daraus entsteht die intellektuelle Wissenschaft.
[ 10 ] Sie sehen also diese zwei Entwickelungsmomente der menschlichen Seele. In bezug auf das Für-Wahrhalten gewisser Dinge steht der Mensch auf einer solchen Stufe, wo ein ursprüngliches, nicht entwickeltes Gefühl spricht, ein Gefühl, das ihm angeboren oder durch Erziehung eigen ist. Auf der zweiten Stufe spricht außer dem Gefühl der Verstand, die Intelligenz. Nun aber weiß jeder, der ein wenig Selbstschau hält in der Seele, daß diese Intelligenz eine ganz bestimmte Eigenschaft hat. Sie muß diese Eigenschaft haben, die ertötend, auslöschend wirkt auf das Gefühl. Wer würde nicht wissen bei einer guten Seelenbeobachtung, daß alle bloße Intelligenztätigkeit, alle bloße Verstandestätigkeit das Gefühl, die Empfindung ertötet. Daher auch die Scheu derjenigen Menschen, welche aus gewissen ursprünglichen Gefühlen heraus, die ja auf einer gewissen Stufe der Menschheitsentwickelung durchaus berechtigt sind, einen Zug nach dieser oder jener Wahrheit haben, sich verderben zu lassen ihre Glaubensbekenntnisse, ihre Glaubenswahrheiten durch das Versengende, das Verderbende der Intelligenz. Das ist eine berechtigte Scheu. Wenn aber diese Scheu so weit geht, daß die Betreffenden sagen: Wir wollen, um in die höheren Welten hinaufzukommen, uns überhaupt hüten vor allem Denken, wir wollen in unserem Gefühlsleben bleiben —, dann können sie niemals in die höheren Welten hinaufkommen, sondern bleiben im unmittelbaren, unentwickelten Gefühlsleben. Man kann allerlei Erlebnisse haben; diese werden aber auf niedriger Stufe bleiben. Die Unbequemlichkeit muß man schon auf sich nehmen, wirklich sein Denken zu schulen. Damit erwirbt man sich etwas, was auch für die äußere Welt von höchstem Nutzen ist. Um in die höheren Welten hinaufzukommen, ist das Denken nicht nötig, es dient zur Vorbereitung, als Übung. Wer das versteht, wird deshalb niemals der gewöhnlichen Intelligenz ein Loblied singen, weil man durch bloße Logik die Wahrheiten der höheren Welten nicht entscheiden kann. Das kann man nicht, das ist eine Unmöglichkeit. Dasjenige Denken, das man in der Naturwissenschaft anwendet, kann man nicht in derselben Weise anwenden auf die Erlebnisse und Erfahrungen der höheren Welten. Und derjenige, der anfangen würde, über die höheren Welten zu kombinieren mit logischem Denken, mit seinem Verstande, mit seiner Intelligenz, der würde nur billige Wahrheiten zustande bringen können, die wenig tief gegründet sind. Während also für die äußere physische Welt das Denken unmittelbar notwendig ist — denn wir können keine Maschine konstruieren, keine Brücke bauen ohne die Intelligenz, wir können keine Botanik, keine Zoologie betreiben ohne die Intelligenz, wir können nicht Medizin studieren ohne die Anwendung der Intelligenz an dem unmittelbaren Objekte —, hat für die höhere Entwickelung die Intelligenz etwa die Bedeutung, die das Schreibenlernen in der Jugend hat. Das Schreibenlernen hat erst dann eine Bedeutung, wenn man es überwunden hat. Wenn man darüber hinaus ist, dann blickt man darauf zurück als auf die Voraussetzung des Schreibenkönnens. Solange wir schreiben lernen, können wir noch nicht unsere Gedanken durch die Schrift ausdrücken. Das können wir erst dann, wenn wir das Schreibenlernen überwunden haben. Das Schreibenlernen ist das Üben einer Fähigkeit, das fertig sein muß, wenn das, was man erlernen will, ausgeübt werden soll. So ist es auch mit der Logik. Wer eine Höherentwickelung durchmachen will, muß schon eine gewisse Zeit verwenden auf eine Schulung im logischen Denken; aber er muß das alles wiederum abstreifen können, um dann zu dem Denken des Herzens zu kommen. Es bleibt ihm dann von seiner logischen Schulung zurück die Gewöhnung an Gewissenhaftigkeit in bezug auf das Für-Wahrhalten in den höheren Welten. Wer diese Schulung durchgemacht hat, wird nicht jedes Trugbild, jedes beliebige Sinnbild als eine wirkliche Imagination für wahr halten oder in irgendwelchem Sinne deuten, sondern er wird die innerliche Kraft haben, an die Realität heranzutreten und sie im rechten Sinne zu sehen und zu deuten. Gerade deshalb ist eine so subtile und gute Vorbereitung notwendig, weil man ja wieder zu unmittelbarem Empfinden kommen muß, ein Gefühl dafür haben muß, ob etwas wahr oder falsch ist. Genau gesprochen muß folgendes geschehen. Während man im gewöhnlichen Leben Überlegungen anstellt, muß man seine Seele so geschult haben gegenüber den höheren Dingen, daß man ihnen gegenüber unmittelbar zu entscheiden vermag, was wahr oder falsch ist.
[ 10 ] Sie sehen also diese zwei Entwickelungsmomente der menschlichen Seele. In bezug auf das Für-Wahrhalten gewisser Dinge steht der Mensch auf einer solchen Stufe, wo ein ursprüngliches, nicht entwickeltes Gefühl spricht, ein Gefühl, das ihm angeboren oder durch Erziehung eigen ist. Auf der zweiten Stufe spricht außer dem Gefühl der Verstand, die Intelligenz. Nun aber weiß jeder, der ein wenig Selbstschau hält in der Seele, daß diese Intelligenz eine ganz bestimmte Eigenschaft hat. Sie muß diese Eigenschaft haben, die ertötend, auslöschend wirkt auf das Gefühl. Wer würde nicht wissen bei einer guten Seelenbeobachtung, daß alle bloße Intelligenztätigkeit, alle bloße Verstandestätigkeit das Gefühl, die Empfindung ertötet. Daher auch die Scheu derjenigen Menschen, welche aus gewissen ursprünglichen Gefühlen heraus, die ja auf einer gewissen Stufe der Menschheitsentwickelung durchaus berechtigt sind, einen Zug nach dieser oder jener Wahrheit haben, sich verderben zu lassen ihre Glaubensbekenntnisse, ihre Glaubenswahrheiten durch das Versengende, das Verderbende der Intelligenz. Das ist eine berechtigte Scheu. Wenn aber diese Scheu so weit geht, daß die Betreffenden sagen: Wir wollen, um in die höheren Welten hinaufzukommen, uns überhaupt hüten vor allem Denken, wir wollen in unserem Gefühlsleben bleiben —, dann können sie niemals in die höheren Welten hinaufkommen, sondern bleiben im unmittelbaren, unentwickelten Gefühlsleben. Man kann allerlei Erlebnisse haben; diese werden aber auf niedriger Stufe bleiben. Die Unbequemlichkeit muß man schon auf sich nehmen, wirklich sein Denken zu schulen. Damit erwirbt man sich etwas, was auch für die äußere Welt von höchstem Nutzen ist. Um in die höheren Welten hinaufzukommen, ist das Denken nicht nötig, es dient zur Vorbereitung, als Übung. Wer das versteht, wird deshalb niemals der gewöhnlichen Intelligenz ein Loblied singen, weil man durch bloße Logik die Wahrheiten der höheren Welten nicht entscheiden kann. Das kann man nicht, das ist eine Unmöglichkeit. Dasjenige Denken, das man in der Naturwissenschaft anwendet, kann man nicht in derselben Weise anwenden auf die Erlebnisse und Erfahrungen der höheren Welten. Und derjenige, der anfangen würde, über die höheren Welten zu kombinieren mit logischem Denken, mit seinem Verstande, mit seiner Intelligenz, der würde nur billige Wahrheiten zustande bringen können, die wenig tief gegründet sind. Während also für die äußere physische Welt das Denken unmittelbar notwendig ist — denn wir können keine Maschine konstruieren, keine Brücke bauen ohne die Intelligenz, wir können keine Botanik, keine Zoologie betreiben ohne die Intelligenz, wir können nicht Medizin studieren ohne die Anwendung der Intelligenz an dem unmittelbaren Objekte —, hat für die höhere Entwickelung die Intelligenz etwa die Bedeutung, die das Schreibenlernen in der Jugend hat. Das Schreibenlernen hat erst dann eine Bedeutung, wenn man es überwunden hat. Wenn man darüber hinaus ist, dann blickt man darauf zurück als auf die Voraussetzung des Schreibenkönnens. Solange wir schreiben lernen, können wir noch nicht unsere Gedanken durch die Schrift ausdrücken. Das können wir erst dann, wenn wir das Schreibenlernen überwunden haben. Das Schreibenlernen ist das Üben einer Fähigkeit, das fertig sein muß, wenn das, was man erlernen will, ausgeübt werden soll. So ist es auch mit der Logik. Wer eine Höherentwickelung durchmachen will, muß schon eine gewisse Zeit verwenden auf eine Schulung im logischen Denken; aber er muß das alles wiederum abstreifen können, um dann zu dem Denken des Herzens zu kommen. Es bleibt ihm dann von seiner logischen Schulung zurück die Gewöhnung an Gewissenhaftigkeit in bezug auf das Für-Wahrhalten in den höheren Welten. Wer diese Schulung durchgemacht hat, wird nicht jedes Trugbild, jedes beliebige Sinnbild als eine wirkliche Imagination für wahr halten oder in irgendwelchem Sinne deuten, sondern er wird die innerliche Kraft haben, an die Realität heranzutreten und sie im rechten Sinne zu sehen und zu deuten. Gerade deshalb ist eine so subtile und gute Vorbereitung notwendig, weil man ja wieder zu unmittelbarem Empfinden kommen muß, ein Gefühl dafür haben muß, ob etwas wahr oder falsch ist. Genau gesprochen muß folgendes geschehen. Während man im gewöhnlichen Leben Überlegungen anstellt, muß man seine Seele so geschult haben gegenüber den höheren Dingen, daß man ihnen gegenüber unmittelbar zu entscheiden vermag, was wahr oder falsch ist.
[ 11 ] Außerdem ist es eine gute Vorbereitung für eine solche unmittelbare Entscheidung, wenn man sich ein wenig etwas aneignet, was im gewöhnlichen Leben nur in einem sehr geringen Maße vorhanden ist. Im gewöhnlichen Leben werden die meisten Menschen Schmerz empfinden, vielleicht sogar aufschreien, wenn man sie mit einer Nadel sticht oder heißes Wasser über ihren Kopf gießt oder in ähnlichen Fällen. Aber fragen wir einmal, wie viele Menschen etwas ähnliches empfinden wie Schmerz, wenn irgendeiner etwas Törichtes, etwas Absurdes behauptet? Das ist für viele Menschen etwas recht Erträgliches. Wer aber sich zu jenem unmittelbaren Gefühle entwickeln will, von dem jetzt gesprochen worden ist, so daß er der imaginativen Welt gegenüber das unmittelbare Erlebnis haben kann: das ist wahr, das ist falsch — der muß sich so trainieren, daß ihm ein Irrtum wirklich weh tut, Schmerz bereitet, und daß ihm die Wahrheit, die ihm entgegentritt, auch schon hier im physischen Leben Lust und Freude macht. Das zu erlernen ist allerdings ermüdend und strapaziös, abgesehen von allem anderen; damit hängt in gewisser Weise das Aufreibende der Vorbereitung für das Hineingehen in die höheren Welten zusammen. Gleichgültig vorüberzugehen an Irrtum oder Wahrheit ist allerdings für unsere Gesundheit bequemer, als Schmerz am Irrtum und Lust an der Wahrheit zu empfinden. Man hat ja heute reichlich Gelegenheit dazu, wenn man dieses oder jenes Buch oder Zeitungsblatt in die Hand nimmt, über das Törichte, was da steht, Schmerz zu empfinden. Leid und Schmerz gegenüber dem Unwahren, dem Häßlichen, dem Bösen zu empfinden, auch wenn es nicht uns selbst zugefügt wird, und Lust zu empfinden gegenüber dem Schönen, Wahren, Guten, auch wenn es uns gar nicht persönlich angeht, das gehört zur Trainierung für denjenigen, der sich Denken des Herzens anlernen will, der dann zu der Stufe emporsteigen will, auf der er ein solch unmittelbares Gefühl gegenüber einer Imagination hat, wie es beschrieben worden ist.
[ 11 ] Außerdem ist es eine gute Vorbereitung für eine solche unmittelbare Entscheidung, wenn man sich ein wenig etwas aneignet, was im gewöhnlichen Leben nur in einem sehr geringen Maße vorhanden ist. Im gewöhnlichen Leben werden die meisten Menschen Schmerz empfinden, vielleicht sogar aufschreien, wenn man sie mit einer Nadel sticht oder heißes Wasser über ihren Kopf gießt oder in ähnlichen Fällen. Aber fragen wir einmal, wie viele Menschen etwas ähnliches empfinden wie Schmerz, wenn irgendeiner etwas Törichtes, etwas Absurdes behauptet? Das ist für viele Menschen etwas recht Erträgliches. Wer aber sich zu jenem unmittelbaren Gefühle entwickeln will, von dem jetzt gesprochen worden ist, so daß er der imaginativen Welt gegenüber das unmittelbare Erlebnis haben kann: das ist wahr, das ist falsch — der muß sich so trainieren, daß ihm ein Irrtum wirklich weh tut, Schmerz bereitet, und daß ihm die Wahrheit, die ihm entgegentritt, auch schon hier im physischen Leben Lust und Freude macht. Das zu erlernen ist allerdings ermüdend und strapaziös, abgesehen von allem anderen; damit hängt in gewisser Weise das Aufreibende der Vorbereitung für das Hineingehen in die höheren Welten zusammen. Gleichgültig vorüberzugehen an Irrtum oder Wahrheit ist allerdings für unsere Gesundheit bequemer, als Schmerz am Irrtum und Lust an der Wahrheit zu empfinden. Man hat ja heute reichlich Gelegenheit dazu, wenn man dieses oder jenes Buch oder Zeitungsblatt in die Hand nimmt, über das Törichte, was da steht, Schmerz zu empfinden. Leid und Schmerz gegenüber dem Unwahren, dem Häßlichen, dem Bösen zu empfinden, auch wenn es nicht uns selbst zugefügt wird, und Lust zu empfinden gegenüber dem Schönen, Wahren, Guten, auch wenn es uns gar nicht persönlich angeht, das gehört zur Trainierung für denjenigen, der sich Denken des Herzens anlernen will, der dann zu der Stufe emporsteigen will, auf der er ein solch unmittelbares Gefühl gegenüber einer Imagination hat, wie es beschrieben worden ist.
[ 12 ] Dann aber gehört noch etwas anderes zur Vorbereitung dazu, wenn man in die imaginative Welt aufsteigt. Wenn man in Bildern dasjenige empfindet, was einer höheren Welt angehört, dann muß man noch etwas sich aneignen, was man im gewöhnlichen Leben nicht hat: man muß lernen, in neuer Weise zu denken über das, was man im gewöhnlichen Leben einen Widerspruch nennt oder über etwas Zusammenstimmendes. Im gewöhnlichen Leben wird mancher finden, wenn dieses oder jenes behauptet wird, daß zwei Behauptungen einander widersprechen. Wenn wir auch nicht auf das triviale Sprichwort reflektieren: Wenn zwei dasselbe sagen, ist es nicht dasselbe —, so kann uns doch schon im gewöhnlichen Leben das entgegentreten, daß zwei Menschen unter denselben Verhältnissen etwas ganz Verschiedenes erleben. Wenn der eine sein Erlebnis schildert, so kann es ganz anders sein, als wenn es der andere schildert, auch wenn es unter denselben Verhältnissen sich vollzogen hat, und dennoch können beide recht haben von ihrem Standpunkte aus. Nehmen wir an, einer erzählt uns: Ich war an einem Orte, dort ist gesunde Luft, da bin ich aufgelebt, da bin ich frisch geworden. — Wir hören ihm zu und müssen ihm zunächst glauben. Dann kommt ein anderer, der kommt von demselben Orte und sagt: Ja, mit diesem Orte ist es eigentlich doch gar nichts, da bin ich ganz von Kräften gekommen, da bin ich ganz schwach geworden, das ist ein höchst ungesunder Ort. — Wir können ihm nur wieder glauben. Beide können im Grunde genommen recht haben. Nehmen wir an, der erste ist ein robuster Mensch, der nur abgearbeitet und ermüdet war; er kann die scharfe Luft als außerordentlich erfrischend empfinden. Aber nehmen wir an, es kommt ein kränklicher Mensch an diesen Ort, ein Mensch, der gerade die frische Luft nicht vertragen kann. Er kommt erst recht herunter, kommt herunter durch dasjenige, was für den anderen gesundend war. Beide haben recht, weil beide mit verschiedenen Voraussetzungen an den Ort gekommen sind. Diese entgegengesetzten Behauptungen lassen sich, wenn man alle Dinge berücksichtigt, schon im gewöhnlichen Leben miteinander vereinigen.
[ 12 ] Dann aber gehört noch etwas anderes zur Vorbereitung dazu, wenn man in die imaginative Welt aufsteigt. Wenn man in Bildern dasjenige empfindet, was einer höheren Welt angehört, dann muß man noch etwas sich aneignen, was man im gewöhnlichen Leben nicht hat: man muß lernen, in neuer Weise zu denken über das, was man im gewöhnlichen Leben einen Widerspruch nennt oder über etwas Zusammenstimmendes. Im gewöhnlichen Leben wird mancher finden, wenn dieses oder jenes behauptet wird, daß zwei Behauptungen einander widersprechen. Wenn wir auch nicht auf das triviale Sprichwort reflektieren: Wenn zwei dasselbe sagen, ist es nicht dasselbe —, so kann uns doch schon im gewöhnlichen Leben das entgegentreten, daß zwei Menschen unter denselben Verhältnissen etwas ganz Verschiedenes erleben. Wenn der eine sein Erlebnis schildert, so kann es ganz anders sein, als wenn es der andere schildert, auch wenn es unter denselben Verhältnissen sich vollzogen hat, und dennoch können beide recht haben von ihrem Standpunkte aus. Nehmen wir an, einer erzählt uns: Ich war an einem Orte, dort ist gesunde Luft, da bin ich aufgelebt, da bin ich frisch geworden. — Wir hören ihm zu und müssen ihm zunächst glauben. Dann kommt ein anderer, der kommt von demselben Orte und sagt: Ja, mit diesem Orte ist es eigentlich doch gar nichts, da bin ich ganz von Kräften gekommen, da bin ich ganz schwach geworden, das ist ein höchst ungesunder Ort. — Wir können ihm nur wieder glauben. Beide können im Grunde genommen recht haben. Nehmen wir an, der erste ist ein robuster Mensch, der nur abgearbeitet und ermüdet war; er kann die scharfe Luft als außerordentlich erfrischend empfinden. Aber nehmen wir an, es kommt ein kränklicher Mensch an diesen Ort, ein Mensch, der gerade die frische Luft nicht vertragen kann. Er kommt erst recht herunter, kommt herunter durch dasjenige, was für den anderen gesundend war. Beide haben recht, weil beide mit verschiedenen Voraussetzungen an den Ort gekommen sind. Diese entgegengesetzten Behauptungen lassen sich, wenn man alle Dinge berücksichtigt, schon im gewöhnlichen Leben miteinander vereinigen.
[ 13 ] Nun wird aber die Sache viel komplizierter, wenn man in die höheren Welten hinaufsteigt. Da kommt es zum Beispiel vor, daß jemand irgendeine Äußerung, sagen wir, in einem Vortrag über dieses oder jenes hört, und in einem andern Vortrag hört er etwas davon scheinbar Verschiedenes, und nun legt er an die Sache den Maßstab an, den man im gewöhnlichen Leben anwendet und sagt: Ja,.eines davon kann nicht wahr sein, denn es widerspricht die eine Aussage der anderen. — Ich will an etwas Naheliegendes unmittelbar anknüpfen: Jemand hat in einem meiner früheren Vortragszyklen die Äußerung gehört, daß der Mensch, wenn er heruntersteigt zu einer neuen Geburt, zu beobachten ist, wie er gleichsam mit einer riesigen Geschwindigkeit den astralischen Raum durchmißt und den Ort aufsucht, wo er sich verkörpern will. Diese Beobachtung, die durchaus so zu machen ist, wurde einmal erwähnt im Verlaufe eines Vortragszyklus. In diesem jetzigen Zyklus nun wurde gesagt, daß der Mensch schon lange, lange mitarbeitet an dem, was er zuletzt bei der Geburt als seine vererbten Eigenschaften erhält, daß er mitarbeitet an den Eigenschaften, die er zuletzt antrifft in der Familie und dem Volk, in die er hineingeboren wird. Wenn man über so etwas auf die gewöhnliche Weise urteilen will, so kann man darin selbstverständlich leicht etwas Widersprechendes finden. Dennoch ist das eine wie das andere ein wirkliches Erlebnis. Weil nicht immer alles erzählt werden kann, so kann natürlich nicht immer, wenn das eine Erlebnis geschildert wird, auch das auf der anderen Seite Korrespondierende geschildert werden. Beides ist richtig. Wenn man einen Vergleich wählen will, so kann man durch folgendes den Widerspruch lösen. Haben Sie es noch nicht erlebt, daß sich zum Beispiel jemand sorgfältig durch fünf, sechs Tage dieses oder jenes zurechtgeschnitzelt hat, und am siebenten Tage kann er es nicht mehr finden. Dann muß er im Zimmer herumsuchen, wo er das denn hingelegt hat. Da können Sie in der Tat dann sehen: Fünf bis sechs Tage lang bereitet er sich das Ding ganz genau vor, und am siebenten können Sie zuschauen, wie er dasselbe Ding, das er vorbereitet hat, dann sucht. Etwas Ähnliches kann in den höheren Welten der Fall sein. Es findet eine solche Vorbereitung der Verkörperung durchaus statt; weil aber die Erlebnisse sehr kompliziert sind, so ist es möglich, daß der Mensch allerdings unmittelbar in dem Momente, wo er heruntersteigt aus den höheren Welten und sich mit dem physischen Leibe und Ätherleibe vereinigen will, diese suchen muß, weil eine Art von Verdunkelung des Bewußiseins eintritt. Und weil diese Verdunkelung des Bewußtseins eintritt, muß der Mensch mit einem niedrigeren Grade von Bewußtsein dasjenige suchen, was er in einem höheren Grade des Bewußtseins sich vorbereitet hat.
[ 13 ] Nun wird aber die Sache viel komplizierter, wenn man in die höheren Welten hinaufsteigt. Da kommt es zum Beispiel vor, daß jemand irgendeine Äußerung, sagen wir, in einem Vortrag über dieses oder jenes hört, und in einem andern Vortrag hört er etwas davon scheinbar Verschiedenes, und nun legt er an die Sache den Maßstab an, den man im gewöhnlichen Leben anwendet und sagt: Ja,.eines davon kann nicht wahr sein, denn es widerspricht die eine Aussage der anderen. — Ich will an etwas Naheliegendes unmittelbar anknüpfen: Jemand hat in einem meiner früheren Vortragszyklen die Äußerung gehört, daß der Mensch, wenn er heruntersteigt zu einer neuen Geburt, zu beobachten ist, wie er gleichsam mit einer riesigen Geschwindigkeit den astralischen Raum durchmißt und den Ort aufsucht, wo er sich verkörpern will. Diese Beobachtung, die durchaus so zu machen ist, wurde einmal erwähnt im Verlaufe eines Vortragszyklus. In diesem jetzigen Zyklus nun wurde gesagt, daß der Mensch schon lange, lange mitarbeitet an dem, was er zuletzt bei der Geburt als seine vererbten Eigenschaften erhält, daß er mitarbeitet an den Eigenschaften, die er zuletzt antrifft in der Familie und dem Volk, in die er hineingeboren wird. Wenn man über so etwas auf die gewöhnliche Weise urteilen will, so kann man darin selbstverständlich leicht etwas Widersprechendes finden. Dennoch ist das eine wie das andere ein wirkliches Erlebnis. Weil nicht immer alles erzählt werden kann, so kann natürlich nicht immer, wenn das eine Erlebnis geschildert wird, auch das auf der anderen Seite Korrespondierende geschildert werden. Beides ist richtig. Wenn man einen Vergleich wählen will, so kann man durch folgendes den Widerspruch lösen. Haben Sie es noch nicht erlebt, daß sich zum Beispiel jemand sorgfältig durch fünf, sechs Tage dieses oder jenes zurechtgeschnitzelt hat, und am siebenten Tage kann er es nicht mehr finden. Dann muß er im Zimmer herumsuchen, wo er das denn hingelegt hat. Da können Sie in der Tat dann sehen: Fünf bis sechs Tage lang bereitet er sich das Ding ganz genau vor, und am siebenten können Sie zuschauen, wie er dasselbe Ding, das er vorbereitet hat, dann sucht. Etwas Ähnliches kann in den höheren Welten der Fall sein. Es findet eine solche Vorbereitung der Verkörperung durchaus statt; weil aber die Erlebnisse sehr kompliziert sind, so ist es möglich, daß der Mensch allerdings unmittelbar in dem Momente, wo er heruntersteigt aus den höheren Welten und sich mit dem physischen Leibe und Ätherleibe vereinigen will, diese suchen muß, weil eine Art von Verdunkelung des Bewußiseins eintritt. Und weil diese Verdunkelung des Bewußtseins eintritt, muß der Mensch mit einem niedrigeren Grade von Bewußtsein dasjenige suchen, was er in einem höheren Grade des Bewußtseins sich vorbereitet hat.
[ 14 ] An einem solchen Beispiel sehen wir, daß etwas notwendig sein kann, wenn man in diese höheren Welten hinaufsteigt: Man muß immer gewärtig sein des Umstandes, daß in der Welt der Imaginationen sich einem diese oder jene Sache in einem bestimmten Bilde vorstellt. Hat man nun ein genügend starkes Gefühl sich erworben, so daß man aus dem Denken des Herzens heraus der Wahrheit des Bildes zustimmen kann, so kann es vorkommen, wenn man zu einer anderen Zeit einen anderen Weg verfolgt, daß man dann zu einer anderen Imagination kommt, die ganz anders aussieht; und wiederum spricht das unmittelbare Gefühl: Das ist wahr. — Das hat selbstverständlich für denjenigen, der die höhere Welt, die Welt der Imagination betritt, zunächst etwas Verwirrendes. Aber dieses Verwirrende wird dadurch gelöst, daß man im gehörigen Momente darauf aufmerksam gemacht wird.
[ 14 ] An einem solchen Beispiel sehen wir, daß etwas notwendig sein kann, wenn man in diese höheren Welten hinaufsteigt: Man muß immer gewärtig sein des Umstandes, daß in der Welt der Imaginationen sich einem diese oder jene Sache in einem bestimmten Bilde vorstellt. Hat man nun ein genügend starkes Gefühl sich erworben, so daß man aus dem Denken des Herzens heraus der Wahrheit des Bildes zustimmen kann, so kann es vorkommen, wenn man zu einer anderen Zeit einen anderen Weg verfolgt, daß man dann zu einer anderen Imagination kommt, die ganz anders aussieht; und wiederum spricht das unmittelbare Gefühl: Das ist wahr. — Das hat selbstverständlich für denjenigen, der die höhere Welt, die Welt der Imagination betritt, zunächst etwas Verwirrendes. Aber dieses Verwirrende wird dadurch gelöst, daß man im gehörigen Momente darauf aufmerksam gemacht wird.
[ 15 ] Man wird die richtige Stellung, das richtige Verhältnis zu dieser ganzen Sache erhalten, wenn man sein Ich selber in der imaginativen Welt sucht. Wir haben geschildert, wie man außerhalb seines Ich stehend auf dasselbe zurückschaut. Beim Vorübergehen an dem Hüter der Schwelle hat man es objektiv vor sich; aber man kann dieses Ich einmal aufsuchen, kann es zweimal, dreimal aufsuchen, und man kommt immer zu verschiedenen Bildern. Man könnte nun, wenn man mit den Forderungen, die man sich in der physischen Welt angewöhnt hat, an diese Dinge herantreten würde, in äußerste Verwirrung kommen und könnte sagen: Nun habe ich eingesehen, wie ich bin in der höheren Welt, und beim zweitenmal habe ich mich wiedergefunden und bin ganz etwas anderes, beim drittenmal wiederum etwas anderes. — Das ist durchaus der Fall. Die Sache verhält sich so, daß in dem Augenblicke, wo man durch jene Schulung, die wir beschrieben haben, in die imaginative Welt eintritt und sein Ich im Bilde sieht, sich klar darüber sein muß, daß man zwölf verschiedene Bilder seines Ich sehen kann. Es gibt zwölf verschiedene Bilder des einzelnen Ich. Und erst dann im Grunde genommen, wenn man von zwölf verschiedenen Standpunkten aus, auf denen man außerhalb seines Ich gestanden hat, zurückgeschaut hat auf sich selber, hat man sein vollständiges Ich begriffen. Es verhält sich mit dieser Anschauung des Ich von außerhalb genau so, wie etwas, was sich abbildet in dem Verhältnis der zwölf Sternbilder des Tierkreises zur Sonne. Wie die Sonne durch die zwölf Sternbilder hindurchgeht und in jedem Sternbild eine andere Kraft hat, wie sie im Frühling in einem bestimmten Sternbild erscheint, dann weiterrückt und im Laufe eines Jahres die zwölf Sternbilder des Tierkreises durchläuft und so von zwölf verschiedenen Standpunkten aus unsere Erde bescheint, so bescheint sich auch das menschliche Ich von zwölf verschiedenen Standpunkten aus, beleuchtet sich von zwölf verschiedenen Standpunkten aus, wenn es zurückblickt aus der höheren Welt.
[ 15 ] Man wird die richtige Stellung, das richtige Verhältnis zu dieser ganzen Sache erhalten, wenn man sein Ich selber in der imaginativen Welt sucht. Wir haben geschildert, wie man außerhalb seines Ich stehend auf dasselbe zurückschaut. Beim Vorübergehen an dem Hüter der Schwelle hat man es objektiv vor sich; aber man kann dieses Ich einmal aufsuchen, kann es zweimal, dreimal aufsuchen, und man kommt immer zu verschiedenen Bildern. Man könnte nun, wenn man mit den Forderungen, die man sich in der physischen Welt angewöhnt hat, an diese Dinge herantreten würde, in äußerste Verwirrung kommen und könnte sagen: Nun habe ich eingesehen, wie ich bin in der höheren Welt, und beim zweitenmal habe ich mich wiedergefunden und bin ganz etwas anderes, beim drittenmal wiederum etwas anderes. — Das ist durchaus der Fall. Die Sache verhält sich so, daß in dem Augenblicke, wo man durch jene Schulung, die wir beschrieben haben, in die imaginative Welt eintritt und sein Ich im Bilde sieht, sich klar darüber sein muß, daß man zwölf verschiedene Bilder seines Ich sehen kann. Es gibt zwölf verschiedene Bilder des einzelnen Ich. Und erst dann im Grunde genommen, wenn man von zwölf verschiedenen Standpunkten aus, auf denen man außerhalb seines Ich gestanden hat, zurückgeschaut hat auf sich selber, hat man sein vollständiges Ich begriffen. Es verhält sich mit dieser Anschauung des Ich von außerhalb genau so, wie etwas, was sich abbildet in dem Verhältnis der zwölf Sternbilder des Tierkreises zur Sonne. Wie die Sonne durch die zwölf Sternbilder hindurchgeht und in jedem Sternbild eine andere Kraft hat, wie sie im Frühling in einem bestimmten Sternbild erscheint, dann weiterrückt und im Laufe eines Jahres die zwölf Sternbilder des Tierkreises durchläuft und so von zwölf verschiedenen Standpunkten aus unsere Erde bescheint, so bescheint sich auch das menschliche Ich von zwölf verschiedenen Standpunkten aus, beleuchtet sich von zwölf verschiedenen Standpunkten aus, wenn es zurückblickt aus der höheren Welt.
[ 16 ] Daher müssen wir uns sagen: Es ist notwendig beim Aufstieg in die höheren Welten, daß wir nicht zufrieden sind mit einem Standpunkt. — Dazu muß man sich trainieren, um in die Lage zu kommen, der Verwirrung auszuweichen. Das kann man nur, wenn man sich schon in der physischen Welt daran gewöhnt, daß nicht das einseitige Betrachten von einem Standpunkt aus das einzige Heil des Menschenlebens bedeutet. Unter den Menschen unserer Gegenwart gibt es solche, die Materialisten sind, andere sind Spiritualisten, andere Monisten und andere Monadologen. Die Materialisten behaupten, alles sei Materie und deren Gesetze. Die Spiritualisten behaupten, alles sei Geist, und legen nur dem Geist Bedeutung bei. Die Monisten behaupten, man müsse alles aus der Einheit erklären. Und die Monadologen suchen die Mannigfaltigkeit der Erscheinungen aus dem Zusammenwirken von vielen einzelnen zu erklären. Die Menschen streiten sich herum in Diskussionen in der äußeren Welt, die Materialisten gegen die Spiritualisten, die Monisten gegen die Monadologen oder gegen die Dualisten. Sie streiten sich und raufen sich womöglich. Wer sich aber zur wirklichen Erkenntnis der höheren Welten vorbereiten will, muß sich sagen: Der Materialismus hat eine gewisse Berechtigung. Wir müssen uns dieses Denken in materiellen Gesetzen aneignen, aber wir dürfen es nur anwenden auf die materielle Welt; diese begreifen wir mit diesen Gesetzen, nicht aber die geistige Welt. Die materielle Welt müssen wir mit materiellen Gesetzen begreifen, sonst kommen wir nicht zurecht, und wer die materielle Welt anders erklären will, der wird nicht weit kommen. Wenn zum Beispiel jemand eine Uhr damit erklären wollte, daß er sagt: Da sitzen zwei kleine Dämonen drin, die lassen die Zeiger vorwärtsrücken, an Mechanik glaube ich nicht —, den würden wir auslachen. So ist auch die Erklärung, daß die äußeren Bewegungen der Sterne nach mechanischen Gesetzen verlaufen, voll berechtigt. Der Fehler der Materialisten liegt nicht darin, daß diese Erklärung falsch ist, sondern darin, daß sie meinen, damit die ganze Welt erklären zu können. Haeckel zum Beispiel macht nicht dadurch einen Fehler, daß er die Morphologie mit materialistischen Gesetzen erklärt — damit hat er Großes und Wertvolles für die Menschheit geleistet. Der Irrtum der materialistischen Denkweise besteht darin, sie auf alles, auch auf Geistiges zu übertragen. |
[ 16 ] Daher müssen wir uns sagen: Es ist notwendig beim Aufstieg in die höheren Welten, daß wir nicht zufrieden sind mit einem Standpunkt. — Dazu muß man sich trainieren, um in die Lage zu kommen, der Verwirrung auszuweichen. Das kann man nur, wenn man sich schon in der physischen Welt daran gewöhnt, daß nicht das einseitige Betrachten von einem Standpunkt aus das einzige Heil des Menschenlebens bedeutet. Unter den Menschen unserer Gegenwart gibt es solche, die Materialisten sind, andere sind Spiritualisten, andere Monisten und andere Monadologen. Die Materialisten behaupten, alles sei Materie und deren Gesetze. Die Spiritualisten behaupten, alles sei Geist, und legen nur dem Geist Bedeutung bei. Die Monisten behaupten, man müsse alles aus der Einheit erklären. Und die Monadologen suchen die Mannigfaltigkeit der Erscheinungen aus dem Zusammenwirken von vielen einzelnen zu erklären. Die Menschen streiten sich herum in Diskussionen in der äußeren Welt, die Materialisten gegen die Spiritualisten, die Monisten gegen die Monadologen oder gegen die Dualisten. Sie streiten sich und raufen sich womöglich. Wer sich aber zur wirklichen Erkenntnis der höheren Welten vorbereiten will, muß sich sagen: Der Materialismus hat eine gewisse Berechtigung. Wir müssen uns dieses Denken in materiellen Gesetzen aneignen, aber wir dürfen es nur anwenden auf die materielle Welt; diese begreifen wir mit diesen Gesetzen, nicht aber die geistige Welt. Die materielle Welt müssen wir mit materiellen Gesetzen begreifen, sonst kommen wir nicht zurecht, und wer die materielle Welt anders erklären will, der wird nicht weit kommen. Wenn zum Beispiel jemand eine Uhr damit erklären wollte, daß er sagt: Da sitzen zwei kleine Dämonen drin, die lassen die Zeiger vorwärtsrücken, an Mechanik glaube ich nicht —, den würden wir auslachen. So ist auch die Erklärung, daß die äußeren Bewegungen der Sterne nach mechanischen Gesetzen verlaufen, voll berechtigt. Der Fehler der Materialisten liegt nicht darin, daß diese Erklärung falsch ist, sondern darin, daß sie meinen, damit die ganze Welt erklären zu können. Haeckel zum Beispiel macht nicht dadurch einen Fehler, daß er die Morphologie mit materialistischen Gesetzen erklärt — damit hat er Großes und Wertvolles für die Menschheit geleistet. Der Irrtum der materialistischen Denkweise besteht darin, sie auf alles, auch auf Geistiges zu übertragen. |
[ 17 ] So also müssen wir sagen: Es ist nützlich, sich materialistisches Denken anzueignen, aber es ist notwendig zu wissen, daß materialistisches Denken nur Berechtigung hat für ein bestimmtes Gebiet. Ebenso wie für das materielle Gebiet die materialistische Denk weise berechtigt ist, ist es aber, für das geistige Gebiet sich ein spirituelles Denken anzueignen. Was nach Gesetzen der Spiritualität verläuft, kann nicht mit mechanischen Gesetzen erklärt werden. Wenn jemand sagt: Da kommst du mit einer besonderen Psychologie, die ihre eigenen Gesetze haben soll; ich weiß aber, daß im Gehirn gewisse Vorgänge ausgeführt werden, die das Denken erklären! —, so müssen wir sagen: Er mischt in die Erklärung des Denkens Dinge hinein, die anderer Natur sind, die für ein anderes Gebiet gelten. Er macht denselben Fehler wie der, der das Vorwärtsrücken der Uhrzeiger mit dem Wirken zweier Dämonen erklären will. Ebensowenig wie man das kann, ebensowenig kann man auch das Denken mit Vorgängen im Gehirn erklären. — Oder wer die Ermüdung, die sich am Abend einstellt, damit erklären will, daß er sagt, Vergiftungsstoffe sammeln sich an, der mag für das äußere die richtige Erklärung geben; für die Seele erklärt er gar nichts, da müssen wir die Sache von der anderen Seite, von der Seite der Seelenerlebnisse beleuchten.
[ 17 ] So also müssen wir sagen: Es ist nützlich, sich materialistisches Denken anzueignen, aber es ist notwendig zu wissen, daß materialistisches Denken nur Berechtigung hat für ein bestimmtes Gebiet. Ebenso wie für das materielle Gebiet die materialistische Denk weise berechtigt ist, ist es aber, für das geistige Gebiet sich ein spirituelles Denken anzueignen. Was nach Gesetzen der Spiritualität verläuft, kann nicht mit mechanischen Gesetzen erklärt werden. Wenn jemand sagt: Da kommst du mit einer besonderen Psychologie, die ihre eigenen Gesetze haben soll; ich weiß aber, daß im Gehirn gewisse Vorgänge ausgeführt werden, die das Denken erklären! —, so müssen wir sagen: Er mischt in die Erklärung des Denkens Dinge hinein, die anderer Natur sind, die für ein anderes Gebiet gelten. Er macht denselben Fehler wie der, der das Vorwärtsrücken der Uhrzeiger mit dem Wirken zweier Dämonen erklären will. Ebensowenig wie man das kann, ebensowenig kann man auch das Denken mit Vorgängen im Gehirn erklären. — Oder wer die Ermüdung, die sich am Abend einstellt, damit erklären will, daß er sagt, Vergiftungsstoffe sammeln sich an, der mag für das äußere die richtige Erklärung geben; für die Seele erklärt er gar nichts, da müssen wir die Sache von der anderen Seite, von der Seite der Seelenerlebnisse beleuchten.
[ 18 ] So ist es auch mit dem Monismus. Es ist durchaus richtig, daß man, wenn man versucht die Welt zu erklären von der Seite der Harmonie, zu einer Einheit kommen muß, aber es ist eine abstrakte Einheit, und man verarmt dabei, denn wenn man alles auf eine abstrakte Einheit zurückführen will, wie manche Philosophen, hat man schließlich gar nichts mehr. Ich habe einen gescheiten Herrn gekannt, der ging nur darauf aus, logisch monistisch die ganze Welt aus ein paar Sätzen zu erklären. Er kam einmal in einer riesigen Freude zu mir und sagte: Jetzt habe ich zwei ganz einfache Sätze, und damit erkläre ich den ganzen Kram. — Er meinte mit dem «Kram» die ganze Welt. Er war riesig erfreut darüber, daß er in zwei abstrakten Gedankensätzen die Erscheinungen der ganzen Welt zusammenfassen konnte. Das ist etwas, was die Einseitigkeit einer monistischen Erklärung zeigt. Der Monismus muß etwas sein, was uns als großes Ziel vorschwebt, so daß alle Gedanken zur Welterklärung zuletzt in einer großen Harmonie zusammenstimmen. Der Monismus muß ergänzt werden durch den monadologischen Gedanken, dadurch daß man ausgeht von den verschiedensten Punkten und zuletzt zur Einheit kommt.
[ 18 ] So ist es auch mit dem Monismus. Es ist durchaus richtig, daß man, wenn man versucht die Welt zu erklären von der Seite der Harmonie, zu einer Einheit kommen muß, aber es ist eine abstrakte Einheit, und man verarmt dabei, denn wenn man alles auf eine abstrakte Einheit zurückführen will, wie manche Philosophen, hat man schließlich gar nichts mehr. Ich habe einen gescheiten Herrn gekannt, der ging nur darauf aus, logisch monistisch die ganze Welt aus ein paar Sätzen zu erklären. Er kam einmal in einer riesigen Freude zu mir und sagte: Jetzt habe ich zwei ganz einfache Sätze, und damit erkläre ich den ganzen Kram. — Er meinte mit dem «Kram» die ganze Welt. Er war riesig erfreut darüber, daß er in zwei abstrakten Gedankensätzen die Erscheinungen der ganzen Welt zusammenfassen konnte. Das ist etwas, was die Einseitigkeit einer monistischen Erklärung zeigt. Der Monismus muß etwas sein, was uns als großes Ziel vorschwebt, so daß alle Gedanken zur Welterklärung zuletzt in einer großen Harmonie zusammenstimmen. Der Monismus muß ergänzt werden durch den monadologischen Gedanken, dadurch daß man ausgeht von den verschiedensten Punkten und zuletzt zur Einheit kommt.
[ 19 ] Indem man gleichsam hineinkriecht in die verschiedensten Standpunkte, gewöhnt man sich, das objektiv Berechtigte eines jeden Standpunktes herauszufinden. Durch das Anschauen der Dinge von den verschiedensten Gesichtspunkten aus erzieht man sich zu demjenigen, was man so notwendig braucht, um in den höheren Welten auch sein Ich von den verschiedensten Standpunkten aus zu betrachten. Man kann nicht genug tun, wenn man sich dazu vorbereiten will. Aber es ist wirklich in der heutigen Zeit wenig Verständnis vorhanden für ein solches Sich-Hineinbegeben in das Objektive, in das Sachliche der verschiedenen Standpunkte. Derjenige, der versucht hat, objektiv sich hineinzubegeben in die verschiedenen Standpunkte, kann gerade heute ein Liedchen davon singen, wie merkwürdig sich die Welt verhält, wenn man versucht, den Standpunkt der bloßen persönlichen Meinung zu verleugnen und sich hineinbegibt in die Anschauungsweise eines anderen.
[ 19 ] Indem man gleichsam hineinkriecht in die verschiedensten Standpunkte, gewöhnt man sich, das objektiv Berechtigte eines jeden Standpunktes herauszufinden. Durch das Anschauen der Dinge von den verschiedensten Gesichtspunkten aus erzieht man sich zu demjenigen, was man so notwendig braucht, um in den höheren Welten auch sein Ich von den verschiedensten Standpunkten aus zu betrachten. Man kann nicht genug tun, wenn man sich dazu vorbereiten will. Aber es ist wirklich in der heutigen Zeit wenig Verständnis vorhanden für ein solches Sich-Hineinbegeben in das Objektive, in das Sachliche der verschiedenen Standpunkte. Derjenige, der versucht hat, objektiv sich hineinzubegeben in die verschiedenen Standpunkte, kann gerade heute ein Liedchen davon singen, wie merkwürdig sich die Welt verhält, wenn man versucht, den Standpunkt der bloßen persönlichen Meinung zu verleugnen und sich hineinbegibt in die Anschauungsweise eines anderen.
[ 20 ] So habe ich selbst zum Beispiel versucht, Nietzsche zu schildern, nicht so, wie meine Meinung ist — denn was geht die Welt meine persönliche Meinung über Nietzsche an —, sondern so, wie man ihn schildern muß, wenn man sozusagen aus sich selbst herausgeht und in ihn hineinfährt. Die Leute, die das gelesen haben, haben, als mein nächstes Buch erschien, mir das übelgenommen und gesagt, ich sei unbeständig. Sie konnten nicht begreifen, daß man nicht NietzscheAnhänger sein muß, wenn man positiv, von innen heraus, Nietzsches Standpunkt schildert. Ebenso war es, als ich über Haeckel geschrieben habe; jeder urteilte: Das ist ein Haeckelianer, der das geschrieben hat.
[ 20 ] So habe ich selbst zum Beispiel versucht, Nietzsche zu schildern, nicht so, wie meine Meinung ist — denn was geht die Welt meine persönliche Meinung über Nietzsche an —, sondern so, wie man ihn schildern muß, wenn man sozusagen aus sich selbst herausgeht und in ihn hineinfährt. Die Leute, die das gelesen haben, haben, als mein nächstes Buch erschien, mir das übelgenommen und gesagt, ich sei unbeständig. Sie konnten nicht begreifen, daß man nicht NietzscheAnhänger sein muß, wenn man positiv, von innen heraus, Nietzsches Standpunkt schildert. Ebenso war es, als ich über Haeckel geschrieben habe; jeder urteilte: Das ist ein Haeckelianer, der das geschrieben hat.
[ 21 ] Das ist etwas, was man sich notwendig erwerben muß: aus sich herausgehen zu können, sozusagen mit den Augen eines andern, von einem anderen Standpunkte aus sehen zu können. Dann erst ergibt sich das, was wirklich zur umfassenden Wahrheit führt. Das ist so, wie wenn man einen Rosenstrauch nicht nur von einer Seite ansieht, sondern sich einmal hierhin, einmal woanders hinstellt und ihn von allen Seiten ansieht oder photographisch aufnimmt. Dadurch schult man sich, um in die Möglichkeit zu kommen, dasjenige auch wirklich zu haben, was man haben muß, sobald man in die höheren Welten hinaufkommt. In der physischen Welt kann man sich so etwas angewöhnen. In den höheren Welten wirkt es verwirrend, wenn man mit einem persönlichen Standpunkt hineinkommt. Man hat dann sofort ein Trugbild statt der Wahrheit vor sich, weil man seine eigene persönliche Meinung hineinträgt.
[ 21 ] Das ist etwas, was man sich notwendig erwerben muß: aus sich herausgehen zu können, sozusagen mit den Augen eines andern, von einem anderen Standpunkte aus sehen zu können. Dann erst ergibt sich das, was wirklich zur umfassenden Wahrheit führt. Das ist so, wie wenn man einen Rosenstrauch nicht nur von einer Seite ansieht, sondern sich einmal hierhin, einmal woanders hinstellt und ihn von allen Seiten ansieht oder photographisch aufnimmt. Dadurch schult man sich, um in die Möglichkeit zu kommen, dasjenige auch wirklich zu haben, was man haben muß, sobald man in die höheren Welten hinaufkommt. In der physischen Welt kann man sich so etwas angewöhnen. In den höheren Welten wirkt es verwirrend, wenn man mit einem persönlichen Standpunkt hineinkommt. Man hat dann sofort ein Trugbild statt der Wahrheit vor sich, weil man seine eigene persönliche Meinung hineinträgt.
[ 22 ] Um zum Denken des Herzens zu kommen, müssen wir die Kraft haben, aus uns herauszugehen, wirklich uns selber ganz fremd zu werden und von außen auf uns zurückzublicken. Wer im normalen Bewußtsein ist, der steht an einem bestimmten Platz und weiß, wenn er sagt: Das bin ich! —, dann meint er die Summe dessen, was er glaubt, was er vertritt. Wer aber in die höheren Welten hinaufsteigt, muß seine gewöhnliche Persönlichkeit an ihrem Platze stehenlassen können, er muß aus sich selber herausgehen können, auf sich zurückschauen und mit demselben Gefühl zu sich selber sagen können: Das bist du! — Das frühere Ich muß ganz im richtigen Sinne ein Du werden. So wie man zu einem anderen «du» sagt, so muß man zu sich selber «du» sagen können. Das darf keine Theorie sein, sondern muß ein Erlebnis werden. Daß dies durch Schulung zu erreichen ist, haben wir schon gesehen. Es gehört gar nicht so viel dazu, man muß verhältnismäßig einfache Dinge tun; dann erwirbt man sich das Recht, mit dem Herzen denken zu dürfen. Die wahren Darstellungen von den höheren Welten gehen aus solchem Herzdenken hervor. Auch wenn es äußerlich oft so aussieht, als ob sie logische Erörterungen wären, nichts ist in den Darstellungen, die wirklich aus den höheren Welten heruntergetragen werden, darin, was nicht mit dem Herzen gedacht wäre. Was da geschildert wird vom Gesichtspunkt der Geisteswissenschaft, ist ein mit dem Herzen Erlebtes. Derjenige, der schildern muß, was er mit dem Herzen erlebt, der muß es allerdings umgießen in solche Gedankenformen, daß es für die anderen Menschen verständlich ist.
[ 22 ] Um zum Denken des Herzens zu kommen, müssen wir die Kraft haben, aus uns herauszugehen, wirklich uns selber ganz fremd zu werden und von außen auf uns zurückzublicken. Wer im normalen Bewußtsein ist, der steht an einem bestimmten Platz und weiß, wenn er sagt: Das bin ich! —, dann meint er die Summe dessen, was er glaubt, was er vertritt. Wer aber in die höheren Welten hinaufsteigt, muß seine gewöhnliche Persönlichkeit an ihrem Platze stehenlassen können, er muß aus sich selber herausgehen können, auf sich zurückschauen und mit demselben Gefühl zu sich selber sagen können: Das bist du! — Das frühere Ich muß ganz im richtigen Sinne ein Du werden. So wie man zu einem anderen «du» sagt, so muß man zu sich selber «du» sagen können. Das darf keine Theorie sein, sondern muß ein Erlebnis werden. Daß dies durch Schulung zu erreichen ist, haben wir schon gesehen. Es gehört gar nicht so viel dazu, man muß verhältnismäßig einfache Dinge tun; dann erwirbt man sich das Recht, mit dem Herzen denken zu dürfen. Die wahren Darstellungen von den höheren Welten gehen aus solchem Herzdenken hervor. Auch wenn es äußerlich oft so aussieht, als ob sie logische Erörterungen wären, nichts ist in den Darstellungen, die wirklich aus den höheren Welten heruntergetragen werden, darin, was nicht mit dem Herzen gedacht wäre. Was da geschildert wird vom Gesichtspunkt der Geisteswissenschaft, ist ein mit dem Herzen Erlebtes. Derjenige, der schildern muß, was er mit dem Herzen erlebt, der muß es allerdings umgießen in solche Gedankenformen, daß es für die anderen Menschen verständlich ist.
[ 23 ] Das ist der Unterschied von wirklicher Geisteswissenschaft und demjenigen, was subjektiv erlebte Mystik ist. Subjektiv erlebte Mystik kann ein jeder für sich haben; die schließt sich innerhalb der Persönlichkeit ab, die läßt sich nicht einem andern mitteilen, geht einen andern im Grund genommen auch nichts an. Dasjenige aber, was echte, wahre Mystik ist, ist entstanden aus der Möglichkeit, Imaginationen zu haben, Eindrücke in den höheren Welten zu haben und diese Eindrücke klassifizieren, ordnen zu können mit dem Denken des Herzens, so wie man die Dinge der physischen Welt mit dem Verstand ordnet.
[ 23 ] Das ist der Unterschied von wirklicher Geisteswissenschaft und demjenigen, was subjektiv erlebte Mystik ist. Subjektiv erlebte Mystik kann ein jeder für sich haben; die schließt sich innerhalb der Persönlichkeit ab, die läßt sich nicht einem andern mitteilen, geht einen andern im Grund genommen auch nichts an. Dasjenige aber, was echte, wahre Mystik ist, ist entstanden aus der Möglichkeit, Imaginationen zu haben, Eindrücke in den höheren Welten zu haben und diese Eindrücke klassifizieren, ordnen zu können mit dem Denken des Herzens, so wie man die Dinge der physischen Welt mit dem Verstand ordnet.
[ 24 ] Damit ist allerdings das andere verknüpft, daß an den Wahrheiten, die aus den höheren Welten gegeben sind, in der Tat etwas hängt wie Herzblut, daß sie die Färbung haben von dem Denken des Herzens. Mögen sie sich abstrakt ausnehmen und noch so sehr in Gedankenformen gegossen sein, es hängt an ihnen Herzblut, denn sie sind unmittelbar aus der Seele erlebt. Von dem Momente an, wo das Denken des Herzens ausgebildet ist, weiß der Mensch, der in die imaginative Welt kommt: Das, was du vor dir hast und was aussieht wie eine Vision, ist keine Vision, sondern ist Ausdruck eines Geistig-Seelischen, das dahintersteht, ebenso wie die rote Farbe der Rose hier der äußere Ausdruck ist für die materielle Rose. Der geistig Schauende richtet das geistige Auge in die imaginative Welt, er hat den Eindruck des Blauen oder Violetten, oder er hört irgendeinen Ton, oder er hat ein Gefühl von Wärme oder Kälte —, er weiß durch sein Denken des Herzens, daß das nicht bloße Einbildung, nicht bloße Vision ist, sondern Ausdruck eines geistig-seelischen Wesens, wie das Rot der Rose der Ausdruck der materiellen Rose ist. So lebt man sich in die Wesenheiten hinein; man muß aus sich herausgehen und sich mit den Wesenheiten selber verbinden. Daher ist alles Forschen in der geistigen Welt zu gleicher Zeit mit der Hingabe der eigenen Persönlichkeit verknüpft, in einem viel höheren Grad, als das bei den äußeren Erlebnissen der Fall ist. Man wird intensiver mitgenommen, man steckt ja in den Dingen selber drinnen. Was sie Gutes und Böses, Schönes und Häßliches, Wahres und Falsches haben, muß man in den Wesenheiten erleben. Wo andere Menschen in der physischen Welt einen Irrtum gleichgültig ansehen, muß der Geistesforscher in der imaginativen Welt den Irrtum nicht nur anschauen, er muß ihn mit Schmerz durchleben. Er muß das Häßliche, das Abscheuliche nicht nur anschauen, ob es ihm nichts tut, sondern er muß es innerlich miterleben. Durch die geschilderte Schulung, die der heutigen Menschheit besonders angemessen ist, kommt er dazu, das Gute, das Wahre, das Schöne, aber auch das Böse, das Häßliche, den Irrtum mitzuerleben, ohne davon gefangengenommen zu werden oder sich zu verlieren, denn das durch richtige Vorbereitung erworbene Denken des Herzens führt dazu, daß er durch das unmittelbare Gefühl unterscheiden kann.
[ 24 ] Damit ist allerdings das andere verknüpft, daß an den Wahrheiten, die aus den höheren Welten gegeben sind, in der Tat etwas hängt wie Herzblut, daß sie die Färbung haben von dem Denken des Herzens. Mögen sie sich abstrakt ausnehmen und noch so sehr in Gedankenformen gegossen sein, es hängt an ihnen Herzblut, denn sie sind unmittelbar aus der Seele erlebt. Von dem Momente an, wo das Denken des Herzens ausgebildet ist, weiß der Mensch, der in die imaginative Welt kommt: Das, was du vor dir hast und was aussieht wie eine Vision, ist keine Vision, sondern ist Ausdruck eines Geistig-Seelischen, das dahintersteht, ebenso wie die rote Farbe der Rose hier der äußere Ausdruck ist für die materielle Rose. Der geistig Schauende richtet das geistige Auge in die imaginative Welt, er hat den Eindruck des Blauen oder Violetten, oder er hört irgendeinen Ton, oder er hat ein Gefühl von Wärme oder Kälte —, er weiß durch sein Denken des Herzens, daß das nicht bloße Einbildung, nicht bloße Vision ist, sondern Ausdruck eines geistig-seelischen Wesens, wie das Rot der Rose der Ausdruck der materiellen Rose ist. So lebt man sich in die Wesenheiten hinein; man muß aus sich herausgehen und sich mit den Wesenheiten selber verbinden. Daher ist alles Forschen in der geistigen Welt zu gleicher Zeit mit der Hingabe der eigenen Persönlichkeit verknüpft, in einem viel höheren Grad, als das bei den äußeren Erlebnissen der Fall ist. Man wird intensiver mitgenommen, man steckt ja in den Dingen selber drinnen. Was sie Gutes und Böses, Schönes und Häßliches, Wahres und Falsches haben, muß man in den Wesenheiten erleben. Wo andere Menschen in der physischen Welt einen Irrtum gleichgültig ansehen, muß der Geistesforscher in der imaginativen Welt den Irrtum nicht nur anschauen, er muß ihn mit Schmerz durchleben. Er muß das Häßliche, das Abscheuliche nicht nur anschauen, ob es ihm nichts tut, sondern er muß es innerlich miterleben. Durch die geschilderte Schulung, die der heutigen Menschheit besonders angemessen ist, kommt er dazu, das Gute, das Wahre, das Schöne, aber auch das Böse, das Häßliche, den Irrtum mitzuerleben, ohne davon gefangengenommen zu werden oder sich zu verlieren, denn das durch richtige Vorbereitung erworbene Denken des Herzens führt dazu, daß er durch das unmittelbare Gefühl unterscheiden kann.
[ 25 ] Wer aus dieser geistigen Welt heraus schildert, muß die Sprache des logischen Denkens benutzen. Wenn man dasjenige, was in der geistigen Welt erlebt wird, umgießen will in logische Gedanken, dann fühlt man etwa so, wie wenn man an einen Hügel herantritt, der eine wunderbare Konfiguration von Felsbildungen zeigt, und daraus Steine ausbrechen muß, weil man sie braucht, um Häuser für die Menschen zu bauen. So fühlt man, wenn man die Erlebnisse in der geistigen Welt umformen muß in logische Gedanken des Verstandes. So wie ein Mensch in der gewöhnlichen Welt das, was er in der Seele erlebt, in Worten aussprechen muß, wenn er es anderen Menschen mitteilen will — und wie man nicht verwechseln darf die Worte mit den Gedanken —, so muß der Geistesforscher, wenn er das mit dem Herzen Erlebte mitteilen will, es kleiden in die Sprache des logischen Denkens. Logisches Denken ist nicht die Sache selber, logisches Denken ist nur die Sprache, in der der Geistesforscher mitteilt, was er in den geistigen Welten erlebt hat. Wer sich an der logischen Gedankenform stößt und nicht fühlt, daß mehr dahinterliegt, der ist in derselben Lage wie ein Zuhörer, der nur die Worte eines Redners hört und nicht die darin eingekleideten Gedanken aufnimmt. Das kann die Schuld desjenigen sein, der spricht, wenn jemand angebliche geisteswissenschaftliche Wahrheiten in solche Gedanken kleidet, daß der Zuhörer darin keine Wahrheiten und Erkenntnisse des Herzens findet. Es braucht aber nicht so zu sein, es kann auch die Schuld dessen sein, der zuhört, wenn er nur den Schall der Worte hört und nicht in der Lage ist, zu den dahinterliegenden Gedanken zu dringen.
[ 25 ] Wer aus dieser geistigen Welt heraus schildert, muß die Sprache des logischen Denkens benutzen. Wenn man dasjenige, was in der geistigen Welt erlebt wird, umgießen will in logische Gedanken, dann fühlt man etwa so, wie wenn man an einen Hügel herantritt, der eine wunderbare Konfiguration von Felsbildungen zeigt, und daraus Steine ausbrechen muß, weil man sie braucht, um Häuser für die Menschen zu bauen. So fühlt man, wenn man die Erlebnisse in der geistigen Welt umformen muß in logische Gedanken des Verstandes. So wie ein Mensch in der gewöhnlichen Welt das, was er in der Seele erlebt, in Worten aussprechen muß, wenn er es anderen Menschen mitteilen will — und wie man nicht verwechseln darf die Worte mit den Gedanken —, so muß der Geistesforscher, wenn er das mit dem Herzen Erlebte mitteilen will, es kleiden in die Sprache des logischen Denkens. Logisches Denken ist nicht die Sache selber, logisches Denken ist nur die Sprache, in der der Geistesforscher mitteilt, was er in den geistigen Welten erlebt hat. Wer sich an der logischen Gedankenform stößt und nicht fühlt, daß mehr dahinterliegt, der ist in derselben Lage wie ein Zuhörer, der nur die Worte eines Redners hört und nicht die darin eingekleideten Gedanken aufnimmt. Das kann die Schuld desjenigen sein, der spricht, wenn jemand angebliche geisteswissenschaftliche Wahrheiten in solche Gedanken kleidet, daß der Zuhörer darin keine Wahrheiten und Erkenntnisse des Herzens findet. Es braucht aber nicht so zu sein, es kann auch die Schuld dessen sein, der zuhört, wenn er nur den Schall der Worte hört und nicht in der Lage ist, zu den dahinterliegenden Gedanken zu dringen.
[ 26 ] Aus dieser Forschung des Herzens heraus kann nur das der Menschheit mitgeteilt werden, was in klar formulierte logische Gedanken umgegossen werden kann. Was nicht in logische Gedanken umgegossen werden kann, das ist nicht reif, der Menschheit mitgeteilt zu werden. Das ist der Probierstein, daß es in klare Worte, in klar formulierbare Gedanken umgegossen werden kann, die scharfe Konturen haben. So müssen wir uns gewöhnen, auch wenn wir die tiefsten Wahrheiten des Herzens hören, sie in Gedankenformen zu vernehmen und hinter diesen Formen auf den Inhalt zu schauen.
[ 26 ] Aus dieser Forschung des Herzens heraus kann nur das der Menschheit mitgeteilt werden, was in klar formulierte logische Gedanken umgegossen werden kann. Was nicht in logische Gedanken umgegossen werden kann, das ist nicht reif, der Menschheit mitgeteilt zu werden. Das ist der Probierstein, daß es in klare Worte, in klar formulierbare Gedanken umgegossen werden kann, die scharfe Konturen haben. So müssen wir uns gewöhnen, auch wenn wir die tiefsten Wahrheiten des Herzens hören, sie in Gedankenformen zu vernehmen und hinter diesen Formen auf den Inhalt zu schauen.
[ 27 ] Das muß sich der Theosoph angewöhnen, wenn er wirklich etwas beitragen will dazu, daß verbreitet wird in der Menschheit dasjenige, was aus dem Geiste heraus geoffenbart werden kann. Es wäre Egoismus, wenn jemand nur eigene mystische Erlebnisse haben wollte, die nur für ihn gelten. Die Ergebnisse der wahren mystischen Forschung müssen Gemeingut der Menschheit werden und ihre Resultate werden in Zukunft mehr und mehr veröffentlicht werden, geradeso wie die Ergebnisse der Verstandesforschung Allgemeingut sind. Nur wenn wir uns in diesem Sinne zu den Offenbarungen der wahren mystischen Forschung zu stellen vermögen, können wir die Mission der Geisteswissenschaft für die Menschheit begreifen.
[ 27 ] Das muß sich der Theosoph angewöhnen, wenn er wirklich etwas beitragen will dazu, daß verbreitet wird in der Menschheit dasjenige, was aus dem Geiste heraus geoffenbart werden kann. Es wäre Egoismus, wenn jemand nur eigene mystische Erlebnisse haben wollte, die nur für ihn gelten. Die Ergebnisse der wahren mystischen Forschung müssen Gemeingut der Menschheit werden und ihre Resultate werden in Zukunft mehr und mehr veröffentlicht werden, geradeso wie die Ergebnisse der Verstandesforschung Allgemeingut sind. Nur wenn wir uns in diesem Sinne zu den Offenbarungen der wahren mystischen Forschung zu stellen vermögen, können wir die Mission der Geisteswissenschaft für die Menschheit begreifen.
