The Revelations of Karma
GA 120
18 May 1910, Hamburg
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Die Offenbarungen des Karma, 8th ed.
Dritter Vortrag
Dritter Vortrag
[ 1 ] Solche Betrachtungen, wie wir sie heute und in den allernächsten Tagen anzustellen haben, können sehr leicht einem gewissen Mißverständnis unterworfen sein. Wir werden es zu tun haben mit mancherlei Krankheits- und Gesundheitsfragen vom Gesichtspunkte des Karma, und bei der Gegensätzlichkeit unserer heutigen Zeitströmungen gerade auf diesem Gebiete könnte leicht eine mißverständliche Auffassung der geisteswissenschaftlichen Grundlagen Platz greifen, wenn dieses Kapitel — der Zusammenhang von Krankheit und Gesundheit mit dem Karma — berührt wird. Sie wissen ja, daß in den weitesten Kreisen die Diskussion mit ziemlicher Heftigkeit und Leidenschaftlichkeit wogt, wenn Gesundheits- und Krankheitsfragen in Betracht kommen. Es ist Ihnen ja allen bekannt, wie sehr von seiten der Laien sowohl als auch von seiten dieser oder jener Ärzte Partei ergriffen wird gegen das, was man die wissenschaftliche Medizin nennt. Auf der andern Seite kann leicht bemerkt werden, wie die Vertreter der wissenschaftlichen Medizin vielleicht gerade herausgefordert werden durch manchen ungerechten Angriff, so daß sie nicht nur in eine Art von Leidenschaft verfallen, wenn es sich darum handelt — was ihr gutes Recht ist —, einzutreten für das, was die Wissenschaft dazu zu sagen hat, sondern daß von dieser Seite heute auch ein zum Teil recht arger Kampf geführt wird gegen das, was von andern Gesichtspunkten als den in der offiziellen Medizin vertretenen irgendwie gesagt wird über das in Betracht kommende Gebiet. Theosophie oder Geisteswissenschaft wird nur dann ihren hohen Aufgaben gerecht werden können, wenn sie auf einem solchen, von Diskussionen vielfach verdunkelten Gebiet das unbefangene und objektive Urteil wahrt. Wer ähnliche Vorträge von mir gehört hat, wird wissen, wie wenig es mir darum zu tun ist, einzustimmen in den Chor, der heute das, was man als «Schulmedizin» bezeichnet, diskreditieren will. Von einem Einstimmen in diese oder jene Parteirichtung kann bei der Geisteswissenschaft auch nicht im entferntesten die Rede sein.
[ 1 ] Solche Betrachtungen, wie wir sie heute und in den allernächsten Tagen anzustellen haben, können sehr leicht einem gewissen Mißverständnis unterworfen sein. Wir werden es zu tun haben mit mancherlei Krankheits- und Gesundheitsfragen vom Gesichtspunkte des Karma, und bei der Gegensätzlichkeit unserer heutigen Zeitströmungen gerade auf diesem Gebiete könnte leicht eine mißverständliche Auffassung der geisteswissenschaftlichen Grundlagen Platz greifen, wenn dieses Kapitel — der Zusammenhang von Krankheit und Gesundheit mit dem Karma — berührt wird. Sie wissen ja, daß in den weitesten Kreisen die Diskussion mit ziemlicher Heftigkeit und Leidenschaftlichkeit wogt, wenn Gesundheits- und Krankheitsfragen in Betracht kommen. Es ist Ihnen ja allen bekannt, wie sehr von seiten der Laien sowohl als auch von seiten dieser oder jener Ärzte Partei ergriffen wird gegen das, was man die wissenschaftliche Medizin nennt. Auf der andern Seite kann leicht bemerkt werden, wie die Vertreter der wissenschaftlichen Medizin vielleicht gerade herausgefordert werden durch manchen ungerechten Angriff, so daß sie nicht nur in eine Art von Leidenschaft verfallen, wenn es sich darum handelt — was ihr gutes Recht ist —, einzutreten für das, was die Wissenschaft dazu zu sagen hat, sondern daß von dieser Seite heute auch ein zum Teil recht arger Kampf geführt wird gegen das, was von andern Gesichtspunkten als den in der offiziellen Medizin vertretenen irgendwie gesagt wird über das in Betracht kommende Gebiet. Theosophie oder Geisteswissenschaft wird nur dann ihren hohen Aufgaben gerecht werden können, wenn sie auf einem solchen, von Diskussionen vielfach verdunkelten Gebiet das unbefangene und objektive Urteil wahrt. Wer ähnliche Vorträge von mir gehört hat, wird wissen, wie wenig es mir darum zu tun ist, einzustimmen in den Chor, der heute das, was man als «Schulmedizin» bezeichnet, diskreditieren will. Von einem Einstimmen in diese oder jene Parteirichtung kann bei der Geisteswissenschaft auch nicht im entferntesten die Rede sein.
[ 2 ] Es darf vielleicht gerade bei dieser Gelegenheit einleitend betont werden, daß die Leistungen in bezug auf die Tatsachen und tatsächlichen Erforschungen der Erscheinungen gerade auf dem Gebiet des Krankheitswesens und der Gesundheitsfragen der Menschheit in den letzten Jahren und Jahrzehnten wahrhaftig zu ebensolchem Lobreden, Anerkennen und Bewundern herausfordern wie zahlreiche andere naturwissenschaftliche Ergebnisse. Und von dem, was auf diesem Gebiete an Tatsächlichem geleistet worden ist, darf auch gesagt werden: Wenn sich irgend jemand freuen darf über das, was die Medizin in den letzten Jahren geleistet hat, so kann dies gerade die Geisteswissenschaft sein. Auf der andern Seite muß aber auch betont werden, was gerade für die Naturwissenschaft gilt, daß die Errungenschaften und tatsächlichen Erkenntnisse und Entdeckungen zuweilen recht wenig richtige und befriedigende Interpretationen und Erklärungen finden durch das, was heute wissenschaftliche Meinungen sind. Das ist ja das Hervorstechendste in unserer Zeit für viele Gebiete naturwissenschaftlicher Forschung, daß die Meinungen, die Theorien nicht gewachsen sind den zuweilen wunderbaren Tatsachenergebnissen. Und erst das Licht, das von der Geisteswissenschaft ausgeht, wird Klarheit über das bringen, was auf diesem Gebiet in den letzten Jahren errungen worden ist.
[ 2 ] Es darf vielleicht gerade bei dieser Gelegenheit einleitend betont werden, daß die Leistungen in bezug auf die Tatsachen und tatsächlichen Erforschungen der Erscheinungen gerade auf dem Gebiet des Krankheitswesens und der Gesundheitsfragen der Menschheit in den letzten Jahren und Jahrzehnten wahrhaftig zu ebensolchem Lobreden, Anerkennen und Bewundern herausfordern wie zahlreiche andere naturwissenschaftliche Ergebnisse. Und von dem, was auf diesem Gebiete an Tatsächlichem geleistet worden ist, darf auch gesagt werden: Wenn sich irgend jemand freuen darf über das, was die Medizin in den letzten Jahren geleistet hat, so kann dies gerade die Geisteswissenschaft sein. Auf der andern Seite muß aber auch betont werden, was gerade für die Naturwissenschaft gilt, daß die Errungenschaften und tatsächlichen Erkenntnisse und Entdeckungen zuweilen recht wenig richtige und befriedigende Interpretationen und Erklärungen finden durch das, was heute wissenschaftliche Meinungen sind. Das ist ja das Hervorstechendste in unserer Zeit für viele Gebiete naturwissenschaftlicher Forschung, daß die Meinungen, die Theorien nicht gewachsen sind den zuweilen wunderbaren Tatsachenergebnissen. Und erst das Licht, das von der Geisteswissenschaft ausgeht, wird Klarheit über das bringen, was auf diesem Gebiet in den letzten Jahren errungen worden ist.
[ 3 ] Nachdem das vorausgeschickt worden ist, wird es klar sein, daß es sich nicht um irgendwelches Einstimmen in billige Bekämpfung dessen handelt, was auf dem Gebiet der wissenschaftlichen Medizin heute geleistet werden kann. Dann darf aber auch gesagt werden, daß die bewundernswerten Tatsachen, die zutage getreten sind, nicht fruchtbar werden können in unserer Zeit zum Heile der Menschheit, weil auf der andern Seite geradezu materialistisch gefärbte Meinungen und Theorien diese Fruchtbarkeit verhindern. Daher ist es für die Theosophie viel besser, daß sie anspruchslos das sagt, was sie zu sagen hat, als in irgendeinen Parteikampf einzugreifen. Es werden dadurch viel weniger die Leidenschaften aufgeregt werden, als sie es heute schon sind.
[ 3 ] Nachdem das vorausgeschickt worden ist, wird es klar sein, daß es sich nicht um irgendwelches Einstimmen in billige Bekämpfung dessen handelt, was auf dem Gebiet der wissenschaftlichen Medizin heute geleistet werden kann. Dann darf aber auch gesagt werden, daß die bewundernswerten Tatsachen, die zutage getreten sind, nicht fruchtbar werden können in unserer Zeit zum Heile der Menschheit, weil auf der andern Seite geradezu materialistisch gefärbte Meinungen und Theorien diese Fruchtbarkeit verhindern. Daher ist es für die Theosophie viel besser, daß sie anspruchslos das sagt, was sie zu sagen hat, als in irgendeinen Parteikampf einzugreifen. Es werden dadurch viel weniger die Leidenschaften aufgeregt werden, als sie es heute schon sind.
[ 4 ] Wenn wir überhaupt einen Gesichtspunkt gewinnen wollen zu den Fragen, die uns beschäftigen sollen, dann müssen wir uns damit bekanntmachen, daß die Ursachen zu irgendeiner Erscheinung in der mannigfaltigsten Weise gesucht werden müssen, nähere und entferntere Ursachen, und daß die Theosophie, wenn es sich darum handeln wird, karmische Ursachen zu Gesundheitsfragen zu suchen, es ein wenig zu tun haben wird mit den entfernteren Ursachen, die nicht an der Oberfläche liegen. Machen wir uns das durch einen Vergleich klar. Wenn Sie den Vergleich überdenken, werden Sie schon auf das kommen, was eigentlich gemeint ist.
[ 4 ] Wenn wir überhaupt einen Gesichtspunkt gewinnen wollen zu den Fragen, die uns beschäftigen sollen, dann müssen wir uns damit bekanntmachen, daß die Ursachen zu irgendeiner Erscheinung in der mannigfaltigsten Weise gesucht werden müssen, nähere und entferntere Ursachen, und daß die Theosophie, wenn es sich darum handeln wird, karmische Ursachen zu Gesundheitsfragen zu suchen, es ein wenig zu tun haben wird mit den entfernteren Ursachen, die nicht an der Oberfläche liegen. Machen wir uns das durch einen Vergleich klar. Wenn Sie den Vergleich überdenken, werden Sie schon auf das kommen, was eigentlich gemeint ist.
[ 5 ] Nehmen wir an, irgend jemand stehe auf dem Standpunkt, «wie wir es heute so herrlich weit gebracht haben» auf diesem Gebiete, und er verachte ganz die Meinungen, welche in den vergangenen Jahrhunderten über Gesundheit und Krankheit zutage getreten sind. Wenn Sie versuchen, einen Überblick über die Krankheits- und Gesundheitsfragen zu finden, werden Sie den Eindruck bekommen, daß die Darsteller eines solchen Gebietes gewöhnlich das Urteil haben: Was in den letzten zwanzig bis dreißig Jahren auf diesem Gebiete zutage getreten ist, das ist eine Art absoluter Wahrheit, die zwar ergänzt werden kann, aber nie ein solches absprechendes Urteil erfahren kann wie das, welches solche Beurteiler leider selbst abgeben über das meiste, was auf diesem Gebiete vorangegangen ist an menschlichem Sinnen und Trachten. Es wird zum Beispiel häufig gesagt: Wir finden gerade auf diesem Gebiete in den verflossenen Zeiten den krassesten Aberglauben —, und es werden dann recht abschreckende Beispiele angeführt, wie in den verflossenen Jahrhunderten versucht worden sei, dies oder das zu heilen. Insbesondere schlimm findet man, wenn man irgendwo auf Ausdrücke stößt, welche in der damaligen Bedeutung dem heutigen Bewußtsein längst verlorengegangen sind, sich aber dennoch in das heutige Bewußtsein eingeschlichen haben, und mit denen so, wie sie der heutige Mensch denkt, nichts anzufangen ist. So sagen einige: Da gab es Zeiten, in denen man eine jede Krankheit Gott oder dem Teufel zuschrieb! So schlimm, wie es solche Darsteller machen, liegt es deshalb nicht, weil sie nicht wissen, welcher Komplex von Anschauungen bei einem solchen Begriff «Gott» oder «Teufel» gemeint war. Durch einen Vergleich können wir uns das klarmachen.
[ 5 ] Nehmen wir an, irgend jemand stehe auf dem Standpunkt, «wie wir es heute so herrlich weit gebracht haben» auf diesem Gebiete, und er verachte ganz die Meinungen, welche in den vergangenen Jahrhunderten über Gesundheit und Krankheit zutage getreten sind. Wenn Sie versuchen, einen Überblick über die Krankheits- und Gesundheitsfragen zu finden, werden Sie den Eindruck bekommen, daß die Darsteller eines solchen Gebietes gewöhnlich das Urteil haben: Was in den letzten zwanzig bis dreißig Jahren auf diesem Gebiete zutage getreten ist, das ist eine Art absoluter Wahrheit, die zwar ergänzt werden kann, aber nie ein solches absprechendes Urteil erfahren kann wie das, welches solche Beurteiler leider selbst abgeben über das meiste, was auf diesem Gebiete vorangegangen ist an menschlichem Sinnen und Trachten. Es wird zum Beispiel häufig gesagt: Wir finden gerade auf diesem Gebiete in den verflossenen Zeiten den krassesten Aberglauben —, und es werden dann recht abschreckende Beispiele angeführt, wie in den verflossenen Jahrhunderten versucht worden sei, dies oder das zu heilen. Insbesondere schlimm findet man, wenn man irgendwo auf Ausdrücke stößt, welche in der damaligen Bedeutung dem heutigen Bewußtsein längst verlorengegangen sind, sich aber dennoch in das heutige Bewußtsein eingeschlichen haben, und mit denen so, wie sie der heutige Mensch denkt, nichts anzufangen ist. So sagen einige: Da gab es Zeiten, in denen man eine jede Krankheit Gott oder dem Teufel zuschrieb! So schlimm, wie es solche Darsteller machen, liegt es deshalb nicht, weil sie nicht wissen, welcher Komplex von Anschauungen bei einem solchen Begriff «Gott» oder «Teufel» gemeint war. Durch einen Vergleich können wir uns das klarmachen.
[ 6 ] Nehmen wir an, zwei Leute reden miteinander. Da erzählt der eine dem andern: Eben habe ich eine Stube gesehen, die ganz voller Fliegen ist. Nun sagt mir jemand, das sei ganz natürlich; und das glaube ich auch, denn die Stube ist sehr schmutzig, und dadurch finden die Fliegen ihr Fortkommen. Es ist ganz erklärlich, daß man das als Grund für das Vorhandensein der Fliegen annimmt, und ich glaube auch, daß derjenige ganz recht hat, der da sagt, die Fliegen werden nicht mehr in der Stube sein, wenn man einmal gründlich reinemacht! — Nun hat aber ein anderer erzählt, daß er noch etwas anderes wüßte, warum so viele Fliegen in dem Zimmer wären; und die Ursache könne er nicht anders bezeichnen, als daß in jenem Zimmer seit langem eine grundfaule Hausfrau hause. — Aber nun sieh einmal, was das für ein grenzenloser Aberglaube ist: daß die Faulheit wie eine Art Persönlichkeit sei, die nur zu winken brauchte, und dann kämen die Fliegen herein! Da ist die andere Erklärung doch richtiger, die das Vorhandensein der Fliegen durch den angehäuften Schmutz erklärt!
[ 6 ] Nehmen wir an, zwei Leute reden miteinander. Da erzählt der eine dem andern: Eben habe ich eine Stube gesehen, die ganz voller Fliegen ist. Nun sagt mir jemand, das sei ganz natürlich; und das glaube ich auch, denn die Stube ist sehr schmutzig, und dadurch finden die Fliegen ihr Fortkommen. Es ist ganz erklärlich, daß man das als Grund für das Vorhandensein der Fliegen annimmt, und ich glaube auch, daß derjenige ganz recht hat, der da sagt, die Fliegen werden nicht mehr in der Stube sein, wenn man einmal gründlich reinemacht! — Nun hat aber ein anderer erzählt, daß er noch etwas anderes wüßte, warum so viele Fliegen in dem Zimmer wären; und die Ursache könne er nicht anders bezeichnen, als daß in jenem Zimmer seit langem eine grundfaule Hausfrau hause. — Aber nun sieh einmal, was das für ein grenzenloser Aberglaube ist: daß die Faulheit wie eine Art Persönlichkeit sei, die nur zu winken brauchte, und dann kämen die Fliegen herein! Da ist die andere Erklärung doch richtiger, die das Vorhandensein der Fliegen durch den angehäuften Schmutz erklärt!
[ 7 ] Nicht viel anders ist es auf einem andern Gebiete, wenn man sagt: Es ist jemand von einer Krankheit befallen, da er eben eine Infektion durch irgendeine Bazillenart erhalten hat; treibt man die Bazillen aus, so ist die Heilung da. Nun reden aber da noch Leute von irgendeiner geistigen Ursache, die tiefer liege! Man braucht doch nichts anderes zu tun, als die Bazillen fortzutreiben! — Es ist nicht mehr Aberglaube, von einer geistigen Ursache zu sprechen bei Erkrankungen, doch alles übrige anzuerkennen, als in dem Falle, wo die Ursache für das Dasein der Fliegen in einer grundfaulen Hausfrau gesehen wird. Und man braucht nicht zu wettern, wenn man sagt: Die Fliegen werden nicht mehr da sein, wenn einmal reinegemacht wird. Nicht darum handelt es sich, daß der eine den andern bekämpft, sondern daß man lernt, sich gegenseitig zu verstehen und einzugehen auf das, was der eine will und was der andere will. Das muß man durchaus berücksichtigen, wenn von den unmittelbar naheliegenden Ursachen mit Recht gesprochen wird und wenn von den entfernteren Ursachen gesprochen wird. Der objektive Theosoph wird sich durchaus nicht auf den Standpunkt stellen, daß die Faulheit nur eine Art von Wink zu geben brauche, damit die Fliegen in das Zimmer kommen; er wird wissen, daß auch andere materielle Dinge dabei in Betracht kommen, daß aber alles, was materiell zum Ausdruck kommt, seine geistigen Hintergründe hat und daß diese geistigen Hintergründe zum Heile der Menschheit gesucht werden müssen. Diejenigen aber, welche in den Kampf gern einstimmen möchten, die sollen auch daran erinnert werden, daß die geistigen Ursachen nicht immer in. derselben Weise aufgefaßt werden dürfen und auch nicht in der gleichen Art bekämpft werden können wie die gewöhnlichen materiellen Ursachen. Und man darf auch nicht denken, daß man durch das Bekämpfen der geistigen Ursachen enthoben wäre der Bekämpfung der materiellen Ursachen; denn sonst könnte man die Stube schmutzig lassen und brauchte nur gegen die Faulheit der Hausfrau zu Felde zu ziehen.
[ 7 ] Nicht viel anders ist es auf einem andern Gebiete, wenn man sagt: Es ist jemand von einer Krankheit befallen, da er eben eine Infektion durch irgendeine Bazillenart erhalten hat; treibt man die Bazillen aus, so ist die Heilung da. Nun reden aber da noch Leute von irgendeiner geistigen Ursache, die tiefer liege! Man braucht doch nichts anderes zu tun, als die Bazillen fortzutreiben! — Es ist nicht mehr Aberglaube, von einer geistigen Ursache zu sprechen bei Erkrankungen, doch alles übrige anzuerkennen, als in dem Falle, wo die Ursache für das Dasein der Fliegen in einer grundfaulen Hausfrau gesehen wird. Und man braucht nicht zu wettern, wenn man sagt: Die Fliegen werden nicht mehr da sein, wenn einmal reinegemacht wird. Nicht darum handelt es sich, daß der eine den andern bekämpft, sondern daß man lernt, sich gegenseitig zu verstehen und einzugehen auf das, was der eine will und was der andere will. Das muß man durchaus berücksichtigen, wenn von den unmittelbar naheliegenden Ursachen mit Recht gesprochen wird und wenn von den entfernteren Ursachen gesprochen wird. Der objektive Theosoph wird sich durchaus nicht auf den Standpunkt stellen, daß die Faulheit nur eine Art von Wink zu geben brauche, damit die Fliegen in das Zimmer kommen; er wird wissen, daß auch andere materielle Dinge dabei in Betracht kommen, daß aber alles, was materiell zum Ausdruck kommt, seine geistigen Hintergründe hat und daß diese geistigen Hintergründe zum Heile der Menschheit gesucht werden müssen. Diejenigen aber, welche in den Kampf gern einstimmen möchten, die sollen auch daran erinnert werden, daß die geistigen Ursachen nicht immer in. derselben Weise aufgefaßt werden dürfen und auch nicht in der gleichen Art bekämpft werden können wie die gewöhnlichen materiellen Ursachen. Und man darf auch nicht denken, daß man durch das Bekämpfen der geistigen Ursachen enthoben wäre der Bekämpfung der materiellen Ursachen; denn sonst könnte man die Stube schmutzig lassen und brauchte nur gegen die Faulheit der Hausfrau zu Felde zu ziehen.
[ 8 ] Wenn wir nun das Karma betrachten, müssen wir sprechen von Zusammenhängen zwischen Ereignissen, wie sie im Menschenleben eintreten in einer früheren Zeit und wie sie ihre Wirkung auf dasselbe Menschenwesen zeigen in einer späteren Zeit. Wenn wir sprechen von Gesundheit und Krankheit vom Gesichtspunkte des Karma aus, so heißt das nichts anderes als: Wie können wir uns vorstellen, daß der gesunde oder kranke Zustand eines Menschen seine Begründung findet in früheren Taten, Verrichtungen und Erlebnissen dieses Menschen? Und wie können wir uns vorstellen, daß sein gegenwärtiger Gesundheits- oder Krankheitszustand mit zukünftigen Wirkungen, die auf dasselbe Wesen zurückfallen, im Zusammenhang steht?
[ 8 ] Wenn wir nun das Karma betrachten, müssen wir sprechen von Zusammenhängen zwischen Ereignissen, wie sie im Menschenleben eintreten in einer früheren Zeit und wie sie ihre Wirkung auf dasselbe Menschenwesen zeigen in einer späteren Zeit. Wenn wir sprechen von Gesundheit und Krankheit vom Gesichtspunkte des Karma aus, so heißt das nichts anderes als: Wie können wir uns vorstellen, daß der gesunde oder kranke Zustand eines Menschen seine Begründung findet in früheren Taten, Verrichtungen und Erlebnissen dieses Menschen? Und wie können wir uns vorstellen, daß sein gegenwärtiger Gesundheits- oder Krankheitszustand mit zukünftigen Wirkungen, die auf dasselbe Wesen zurückfallen, im Zusammenhang steht?
[ 9 ] Am liebsten wird der heutige Mensch überhaupt glauben, daß eine Krankheit mit den allernächsten Ursachen nur im Zusammenhange stehe. Denn der Grundnerv unserer heutigen Weltanschauung auf allen Gebieten ist ja der, daß man Bequemlichkeit sucht; und stehenbleiben bei den allernächsten Ursachen ist eine bequeme Sache. Daher werden gerade in bezug auf Erkrankungen nur die allernächsten Ursachen berücksichtigt — und am meisten geschieht das von den Kranken selbst. Denn wie wäre es zu leugnen, daß die Kranken selbst veranlaßt sind, solche Bequemlichkeit zu üben? Aus diesem Umstande heraus ergibt sich so viel Unzufriedenheit, wenn ein solcher Glaube existiert, die Krankheit müsse die allernächsten Ursachen haben, welche von dem kundigen Arzt gefunden werden müssen; und wenn der Arzt dann nicht helfen kann, hat er irgend etwas verpfuscht. Aus dieser Bequemlichkeit des Urteils geht vieles von dem hervor, was heute auf diesem Gebiete gesagt wird. Wer Karma in seinen weitverzweigten Wirkungen zu betrachten versteht, der wird immer mehr seinen Blick erweitern von dem, was heute geschieht, zu Ereignissen, die verhältnismäßig sehr weit zurückliegen. Und er wird vor allen Dingen die Überzeugung gewinnen, daß eine durchgreifende Erkenntnis eines Sachverhaltes, der den Menschen trifft, nur möglich ist, wenn man den Blick erweitern kann über das, was weiter zurückliegt. Insbesondere beim erkrankten Menschen ist das der Fall.
[ 9 ] Am liebsten wird der heutige Mensch überhaupt glauben, daß eine Krankheit mit den allernächsten Ursachen nur im Zusammenhange stehe. Denn der Grundnerv unserer heutigen Weltanschauung auf allen Gebieten ist ja der, daß man Bequemlichkeit sucht; und stehenbleiben bei den allernächsten Ursachen ist eine bequeme Sache. Daher werden gerade in bezug auf Erkrankungen nur die allernächsten Ursachen berücksichtigt — und am meisten geschieht das von den Kranken selbst. Denn wie wäre es zu leugnen, daß die Kranken selbst veranlaßt sind, solche Bequemlichkeit zu üben? Aus diesem Umstande heraus ergibt sich so viel Unzufriedenheit, wenn ein solcher Glaube existiert, die Krankheit müsse die allernächsten Ursachen haben, welche von dem kundigen Arzt gefunden werden müssen; und wenn der Arzt dann nicht helfen kann, hat er irgend etwas verpfuscht. Aus dieser Bequemlichkeit des Urteils geht vieles von dem hervor, was heute auf diesem Gebiete gesagt wird. Wer Karma in seinen weitverzweigten Wirkungen zu betrachten versteht, der wird immer mehr seinen Blick erweitern von dem, was heute geschieht, zu Ereignissen, die verhältnismäßig sehr weit zurückliegen. Und er wird vor allen Dingen die Überzeugung gewinnen, daß eine durchgreifende Erkenntnis eines Sachverhaltes, der den Menschen trifft, nur möglich ist, wenn man den Blick erweitern kann über das, was weiter zurückliegt. Insbesondere beim erkrankten Menschen ist das der Fall.
[ 10 ] Wenn wir vom kranken und auch vom gesunden Menschen sprechen, drängt sich uns die Frage auf die Lippen: Wie können wir uns von dem Kranksein überhaupt einen Begriff machen?
[ 10 ] Wenn wir vom kranken und auch vom gesunden Menschen sprechen, drängt sich uns die Frage auf die Lippen: Wie können wir uns von dem Kranksein überhaupt einen Begriff machen?
[ 11 ] Wenn die geisteswissenschaftliche Forschung direkt vorgeht und den hellseherischen Blick zu Hilfe nimmt, wird sie immer, wenn es sich um Erkrankungen des Menschen handelt, Unregelmäßigkeiten bemerken, nicht nur im physischen Leibe des Menschen, sondern auch in den höheren Wesensgliedern des Menschen, im Ätherleibe und im astralischen Leibe. Und der hellseherische Forscher wird bei einem Krankheitsfall immer in Betracht ziehen müssen, welches in dem betreffenden Falle der Anteil sein kann des physischen Leibes auf der einen Seite und des Ätherleibes und des astralischen Leibes auf der andern Seite; denn alle drei Wesensglieder des Menschen können an der Erkrankung beteiligt sein. Nun entsteht die Frage: Welche Vorstellungen können wir über das Wie der Krankheit gewinnen? — Dem kommt man am leichtesten bei, wenn man in Betracht zieht, wieweit man den Begriff «Krankheit» überhaupt ausdehnen darf. Diejenigen, die gern in allerlei allegorisch-symbolischen Begriffen sprechen, auch da, wo sie nicht hingehören, denen mag es überlassen bleiben, wenn sie auch bei Mineralien oder Metallen von Erkrankungen sprechen, indem sie zum Beispiel sagen, wenn der Rost das Eisen frißt, sei das eine Krankheit des Eisens. Man muß sich dabei nur darüber klar sein, daß man durch solche abstrakten Begriffe zu einem wirklichen gedeihlichen Erfassen des Lebens nicht kommen kann; man kann nur kommen zu einer Art spielerischen Erkenntnis des Lebens, nicht aber zu einem Erkennen, das wirklich eingreift in die Tatsachen. Wer zu einem realen Krankheitsbegriff und auch zu einem realen Gesundheitsbegriff kommen will, muß sich hüten, davon zu sprechen, daß Mineralien und Metalle auch erkranken können.
[ 11 ] Wenn die geisteswissenschaftliche Forschung direkt vorgeht und den hellseherischen Blick zu Hilfe nimmt, wird sie immer, wenn es sich um Erkrankungen des Menschen handelt, Unregelmäßigkeiten bemerken, nicht nur im physischen Leibe des Menschen, sondern auch in den höheren Wesensgliedern des Menschen, im Ätherleibe und im astralischen Leibe. Und der hellseherische Forscher wird bei einem Krankheitsfall immer in Betracht ziehen müssen, welches in dem betreffenden Falle der Anteil sein kann des physischen Leibes auf der einen Seite und des Ätherleibes und des astralischen Leibes auf der andern Seite; denn alle drei Wesensglieder des Menschen können an der Erkrankung beteiligt sein. Nun entsteht die Frage: Welche Vorstellungen können wir über das Wie der Krankheit gewinnen? — Dem kommt man am leichtesten bei, wenn man in Betracht zieht, wieweit man den Begriff «Krankheit» überhaupt ausdehnen darf. Diejenigen, die gern in allerlei allegorisch-symbolischen Begriffen sprechen, auch da, wo sie nicht hingehören, denen mag es überlassen bleiben, wenn sie auch bei Mineralien oder Metallen von Erkrankungen sprechen, indem sie zum Beispiel sagen, wenn der Rost das Eisen frißt, sei das eine Krankheit des Eisens. Man muß sich dabei nur darüber klar sein, daß man durch solche abstrakten Begriffe zu einem wirklichen gedeihlichen Erfassen des Lebens nicht kommen kann; man kann nur kommen zu einer Art spielerischen Erkenntnis des Lebens, nicht aber zu einem Erkennen, das wirklich eingreift in die Tatsachen. Wer zu einem realen Krankheitsbegriff und auch zu einem realen Gesundheitsbegriff kommen will, muß sich hüten, davon zu sprechen, daß Mineralien und Metalle auch erkranken können.
[ 12 ] Nun ist die Sache schon anders, wenn wir ins Pflanzenreich hinaufgehen. Da dürfen wir gewiß von Erkrankungen der Pflanzen sprechen. Aber gerade Pflanzenkrankheiten sind für das reale Erfassen der Vorstellung «Krankheit» von einem ganz besonderen Interesse und von ganz besonderer Wichtigkeit. Bei Pflanzen wird man, wenn man wieder nicht spielerisch zu Werke geht, nicht leicht sprechen können von inneren Krankheitsursachen. In demselben Maße, wie man bei Tier und Mensch von inneren Krankheitsursachen sprechen kann, kann man bei Pflanzen nicht davon sprechen. Die Erkrankungen im Pflanzenreiche werden Sie immer zurückzuführen haben auf äußere Veranlassungen, auf diese oder jene schädlichen Einflüsse des Bodens, ungenügende Belichtungen, auf diese oder jene Wirkungen des Windes und auf sonstige elementare und Naturwirkungen. Oder Sie werden solche Erkrankungen von Pflanzen zurückzuführen haben auf Einflüsse von Parasiten, die sich an die Pflanzen heranmachen und sie schädigen. Und wir werden innerhalb des Pflanzenreiches mit Recht davon sprechen, daß der Begriff «innere Krankheitsursache» im Grunde gar keine Berechtigung hat. — Es ist natürlich nicht möglich, da ich nicht ein halbes Jahr über dieses Thema sprechen kann, daß ich mit unzähligen Belegen versehe, was ich jetzt angedeutet habe. Aber je tiefer wir in die Pflanzenpathologie eindringen, desto mehr werden wir sehen, daß von dem Begriff «innere Krankheitsursache» bei den Pflanzen nicht die Rede sein kann, sondern daß es sich da um äußere Veranlassungen und Schädigungen, um äußere Einflüsse handelt.
[ 12 ] Nun ist die Sache schon anders, wenn wir ins Pflanzenreich hinaufgehen. Da dürfen wir gewiß von Erkrankungen der Pflanzen sprechen. Aber gerade Pflanzenkrankheiten sind für das reale Erfassen der Vorstellung «Krankheit» von einem ganz besonderen Interesse und von ganz besonderer Wichtigkeit. Bei Pflanzen wird man, wenn man wieder nicht spielerisch zu Werke geht, nicht leicht sprechen können von inneren Krankheitsursachen. In demselben Maße, wie man bei Tier und Mensch von inneren Krankheitsursachen sprechen kann, kann man bei Pflanzen nicht davon sprechen. Die Erkrankungen im Pflanzenreiche werden Sie immer zurückzuführen haben auf äußere Veranlassungen, auf diese oder jene schädlichen Einflüsse des Bodens, ungenügende Belichtungen, auf diese oder jene Wirkungen des Windes und auf sonstige elementare und Naturwirkungen. Oder Sie werden solche Erkrankungen von Pflanzen zurückzuführen haben auf Einflüsse von Parasiten, die sich an die Pflanzen heranmachen und sie schädigen. Und wir werden innerhalb des Pflanzenreiches mit Recht davon sprechen, daß der Begriff «innere Krankheitsursache» im Grunde gar keine Berechtigung hat. — Es ist natürlich nicht möglich, da ich nicht ein halbes Jahr über dieses Thema sprechen kann, daß ich mit unzähligen Belegen versehe, was ich jetzt angedeutet habe. Aber je tiefer wir in die Pflanzenpathologie eindringen, desto mehr werden wir sehen, daß von dem Begriff «innere Krankheitsursache» bei den Pflanzen nicht die Rede sein kann, sondern daß es sich da um äußere Veranlassungen und Schädigungen, um äußere Einflüsse handelt.
[ 13 ] Nun haben wir in der Pflanze, wie sie uns zunächst in der äußeren Welt entgegentritt, ein Wesen vor uns, das uns ein Gefüge von einem physischen Leibe und einem Ätherleibe zeigt. Und wir haben damit zugleich ein Wesen vor uns, das uns sozusagen aufmerksam darauf macht, daß ein solches Wesen mit physischem Leib und Ätherleib im Grunde dem Prinzip nach gesund ist und daß es warten muß, bis es eine äußere Schädigung erfährt, wenn es krank werden soll. Damit stimmt auch durchaus der geisteswissenschaftliche Tatbestand. Während wir durch die Methoden der hellseherischen Forschung im Tier- und Menschenreich bei Erkrankungen ganz entschieden im Inneren des Wesens — in den übersinnlichen Teilen — Veränderungen erblicken, können wir innerhalb einer erkrankten Pflanze niemals davon sprechen, daß der ursprüngliche Ätherleib selber verändert wäre, sondern nur davon, daß sich von außen allerlei Störungen und schädliche Einflüsse in den physischen Leib und namentlich in den ÄÄtherleib hineingedrängt haben. Der geisteswissenschaftliche Tatbestand rechtfertigt durchaus das, was wir als allgemeinen Schluß gewinnen: daß in dem, was bei den Pflanzen in Betracht kommt — nämlich physischer Leib und Ätherleib —, etwas ursprünglich Gesundes vorliegt. Aber etwas anderes ist es, wie die Pflanze imstande ist, wenn sie äußere Schädigungen erfährt, alles mögliche aufzuwenden, um in Wachstum und Entwickelung sich gegen die Schädigungen zu wehren, sich zu heilen. Beobachten Sie einmal, wenn Sie eine Pflanze anschneiden, wie sie versucht, die beschädigte Stelle zu umwachsen, zu umgehen, was ihr da im Wege liegt und sie schädigt. Und wir können es fast mit Händen greifen, wie in der Pflanze eine innere Abwehr, eine Heilkraft vorhanden ist, wenn eine äußere Schädigung eintritt.
[ 13 ] Nun haben wir in der Pflanze, wie sie uns zunächst in der äußeren Welt entgegentritt, ein Wesen vor uns, das uns ein Gefüge von einem physischen Leibe und einem Ätherleibe zeigt. Und wir haben damit zugleich ein Wesen vor uns, das uns sozusagen aufmerksam darauf macht, daß ein solches Wesen mit physischem Leib und Ätherleib im Grunde dem Prinzip nach gesund ist und daß es warten muß, bis es eine äußere Schädigung erfährt, wenn es krank werden soll. Damit stimmt auch durchaus der geisteswissenschaftliche Tatbestand. Während wir durch die Methoden der hellseherischen Forschung im Tier- und Menschenreich bei Erkrankungen ganz entschieden im Inneren des Wesens — in den übersinnlichen Teilen — Veränderungen erblicken, können wir innerhalb einer erkrankten Pflanze niemals davon sprechen, daß der ursprüngliche Ätherleib selber verändert wäre, sondern nur davon, daß sich von außen allerlei Störungen und schädliche Einflüsse in den physischen Leib und namentlich in den ÄÄtherleib hineingedrängt haben. Der geisteswissenschaftliche Tatbestand rechtfertigt durchaus das, was wir als allgemeinen Schluß gewinnen: daß in dem, was bei den Pflanzen in Betracht kommt — nämlich physischer Leib und Ätherleib —, etwas ursprünglich Gesundes vorliegt. Aber etwas anderes ist es, wie die Pflanze imstande ist, wenn sie äußere Schädigungen erfährt, alles mögliche aufzuwenden, um in Wachstum und Entwickelung sich gegen die Schädigungen zu wehren, sich zu heilen. Beobachten Sie einmal, wenn Sie eine Pflanze anschneiden, wie sie versucht, die beschädigte Stelle zu umwachsen, zu umgehen, was ihr da im Wege liegt und sie schädigt. Und wir können es fast mit Händen greifen, wie in der Pflanze eine innere Abwehr, eine Heilkraft vorhanden ist, wenn eine äußere Schädigung eintritt.
[ 14 ] So sehen wir, daß wir in dem Ätherleib und physischen Leib der Pflanze etwas vor uns haben, was imstande ist, mit inneren Heilkräften zu antworten auf äußere Schädigungen. Das ist eine außerordentlich wichtige Tatsache, wenn man auf diesem Gebiete zur Klarheit kommen will. Ein Wesen wie die Pflanze mit physischem Leibe und Ätherleib zeigt uns also nicht nur, daß der physische Leib und der Ätherleib ursprünglich Prinzipien der Gesundheit in sich haben, soviel notwendig ist zur Entwickelung und zum Wachstum des betreffenden Wesens, sondern es zeigt uns ein solches Wesen sogar, daß ein Überschuß vorhanden ist von solchen Kräften, die sich in den Heilkräften ausleben können, wenn von außen Schädigungen kommen. — Woher müssen denn diese Heilkräfte stammen?
[ 14 ] So sehen wir, daß wir in dem Ätherleib und physischen Leib der Pflanze etwas vor uns haben, was imstande ist, mit inneren Heilkräften zu antworten auf äußere Schädigungen. Das ist eine außerordentlich wichtige Tatsache, wenn man auf diesem Gebiete zur Klarheit kommen will. Ein Wesen wie die Pflanze mit physischem Leibe und Ätherleib zeigt uns also nicht nur, daß der physische Leib und der Ätherleib ursprünglich Prinzipien der Gesundheit in sich haben, soviel notwendig ist zur Entwickelung und zum Wachstum des betreffenden Wesens, sondern es zeigt uns ein solches Wesen sogar, daß ein Überschuß vorhanden ist von solchen Kräften, die sich in den Heilkräften ausleben können, wenn von außen Schädigungen kommen. — Woher müssen denn diese Heilkräfte stammen?
[ 15 ] Wenn Sie in einen bloß physischen Körper hineinschneiden, wird die Schädigung bleiben. Er wird aus sich heraus nichts tun können, um die Schädigung sozusagen zu heilen. Deshalb können wir bei einem bloß physischen Körper nicht von einer Erkrankung sprechen, und am wenigsten davon, daß Krankheit und Heilung in Beziehung zueinander stehen können. Das können wir am besten sehen, wenn eine Krankheit bei einer Pflanze zutage tritt. Da haben wir das Prinzip der inneren Heilkraft zu suchen im Ätherleibe. Das zeigt wiederum im eminentesten Maße der geisteswissenschaftliche Tatbestand.
[ 15 ] Wenn Sie in einen bloß physischen Körper hineinschneiden, wird die Schädigung bleiben. Er wird aus sich heraus nichts tun können, um die Schädigung sozusagen zu heilen. Deshalb können wir bei einem bloß physischen Körper nicht von einer Erkrankung sprechen, und am wenigsten davon, daß Krankheit und Heilung in Beziehung zueinander stehen können. Das können wir am besten sehen, wenn eine Krankheit bei einer Pflanze zutage tritt. Da haben wir das Prinzip der inneren Heilkraft zu suchen im Ätherleibe. Das zeigt wiederum im eminentesten Maße der geisteswissenschaftliche Tatbestand.
[ 16 ] Denn um die Wunde einer Pflanze herum beginnt der Ätherleib der Pflanze ein viel regeres Leben, als er vorher dort entfaltete. Er bringt ganz andere Formen aus sich heraus, entwickelt ganz andere Strömungen. Das ist das außerordentlich Interessante, daß wir geradezu den Ätherleib der Pflanze herausfordern zu einer erhöhten Tätigkeit, wenn wir der Pflanze in bezug auf den physischen Leib eine Schädigung beibringen.
[ 16 ] Denn um die Wunde einer Pflanze herum beginnt der Ätherleib der Pflanze ein viel regeres Leben, als er vorher dort entfaltete. Er bringt ganz andere Formen aus sich heraus, entwickelt ganz andere Strömungen. Das ist das außerordentlich Interessante, daß wir geradezu den Ätherleib der Pflanze herausfordern zu einer erhöhten Tätigkeit, wenn wir der Pflanze in bezug auf den physischen Leib eine Schädigung beibringen.
[ 17 ] Damit haben wir zwar nicht den Begriff der Krankheit definiert; aber wir haben etwas getan, um zum Wie der Krankheit zu kommen, und wir haben etwas erreicht, was uns eine Ahnung verschafft über das innere Wie der Heilung.
[ 17 ] Damit haben wir zwar nicht den Begriff der Krankheit definiert; aber wir haben etwas getan, um zum Wie der Krankheit zu kommen, und wir haben etwas erreicht, was uns eine Ahnung verschafft über das innere Wie der Heilung.
[ 18 ] Jetzt gehen wir einmal — immer am Leitfaden der inneren, hellseherischen Beobachtung — weiter und versuchen wir, die äußeren Erscheinungen vernunftgemäß zu begreifen, zu denen uns die Geisteswissenschaft führt. Dann können wir jetzt aufsteigen von den Schädigungen, welche wir Pflanzen beibringen, zu gewissen Schädigungen, welche wir Tieren beibringen, die also Wesen sind, die schon einen astralischen Leib haben. Wenn wir da im groben Sinne zu Werke gehen, so werden wir sehen, daß wir bei den höheren Tieren verhältnismäßig sehr wenig und immer weniger, je höher das Tier steht — von dem erblicken können, was bei den Pflanzen in umfassendem Maße hervortritt: nämlich jenes Antworten des Ätherleibes auf äußere Schädigungen. Wenn wir grobe Schädigungen dem physischen Leibe eines niederen oder auch eines höheren Säugetieres beibringen, reißen wir zum Beispiel einem Hunde ein Bein aus oder dergleichen, dann werden wir finden, daß der Ätherleib des Hundes nicht so leicht mit seiner Heilkraft antworten kann, wie der Ätherleib der Pflanze antwortet auf eine Schädigung, die in ähnlicher Weise der Pflanze zugefügt worden ist. Aber auch im Tierreich ist das noch in großem Maße zu sehen. — Nehmen wir an, wir steigen hinunter bis zu ganz niedrigen tierischen Wesen, zu den Tritonen oder ähnlichen. Solche niederen Tierwesen können Sie zerschneiden; schneiden wir einem solchen Wesen gewisse Organe ab, so ist das, könnte man sagen, dem Tiere gar nicht besonders unangenehm. Die Organe wachsen mit großer Schnelligkeit wieder nach, und das Tier sieht bald wieder so aus wie früher. Da ist etwas Ähnliches wie bei der Pflanze geschehen: Wir haben eine gewisse Heilkraft im ÄÄtherleibe herausgefordert. Wer würde leugnen, daß die Herausforderung, Heilkräfte im Ätherleib zu entwickeln, beim Menschen oder beim höheren Tier eine erhebliche Gefährdung der Gesundheit bedeuten würde? Das niedere Tier dagegen wird in seinem Ätherleibe nur herausgefordert, ein anderes Glied aus seinem Inneren durch seinen Ätherleib herauswachsen zu lassen. Nun steigen wir etwas weiter hinauf.
[ 18 ] Jetzt gehen wir einmal — immer am Leitfaden der inneren, hellseherischen Beobachtung — weiter und versuchen wir, die äußeren Erscheinungen vernunftgemäß zu begreifen, zu denen uns die Geisteswissenschaft führt. Dann können wir jetzt aufsteigen von den Schädigungen, welche wir Pflanzen beibringen, zu gewissen Schädigungen, welche wir Tieren beibringen, die also Wesen sind, die schon einen astralischen Leib haben. Wenn wir da im groben Sinne zu Werke gehen, so werden wir sehen, daß wir bei den höheren Tieren verhältnismäßig sehr wenig und immer weniger, je höher das Tier steht — von dem erblicken können, was bei den Pflanzen in umfassendem Maße hervortritt: nämlich jenes Antworten des Ätherleibes auf äußere Schädigungen. Wenn wir grobe Schädigungen dem physischen Leibe eines niederen oder auch eines höheren Säugetieres beibringen, reißen wir zum Beispiel einem Hunde ein Bein aus oder dergleichen, dann werden wir finden, daß der Ätherleib des Hundes nicht so leicht mit seiner Heilkraft antworten kann, wie der Ätherleib der Pflanze antwortet auf eine Schädigung, die in ähnlicher Weise der Pflanze zugefügt worden ist. Aber auch im Tierreich ist das noch in großem Maße zu sehen. — Nehmen wir an, wir steigen hinunter bis zu ganz niedrigen tierischen Wesen, zu den Tritonen oder ähnlichen. Solche niederen Tierwesen können Sie zerschneiden; schneiden wir einem solchen Wesen gewisse Organe ab, so ist das, könnte man sagen, dem Tiere gar nicht besonders unangenehm. Die Organe wachsen mit großer Schnelligkeit wieder nach, und das Tier sieht bald wieder so aus wie früher. Da ist etwas Ähnliches wie bei der Pflanze geschehen: Wir haben eine gewisse Heilkraft im ÄÄtherleibe herausgefordert. Wer würde leugnen, daß die Herausforderung, Heilkräfte im Ätherleib zu entwickeln, beim Menschen oder beim höheren Tier eine erhebliche Gefährdung der Gesundheit bedeuten würde? Das niedere Tier dagegen wird in seinem Ätherleibe nur herausgefordert, ein anderes Glied aus seinem Inneren durch seinen Ätherleib herauswachsen zu lassen. Nun steigen wir etwas weiter hinauf.
[ 19 ] Wenn wir jetzt zum Beispiel bei Krebsen ein Glied abschneiden, so sind die Krebse nicht sogleich imstande, ein anderes Glied aus sich herauswachsen zu lassen. Aber wenn sie sich das nächste Mal häuten, wenn sie bei der nächsten Übergangsstufe ihres Lebens ankommen, dann schon treibt für das abgebrochene Glied ein Stumpf heraus; beim zweitenmal wird er schon größer sein, und wenn sich das Tier genügend oft häuten würde, so würde das Glied ersetzt werden durch ein neues. — Da haben Sie die Erscheinung, daß in solchem Ätherleib schon mehr dazu gehört, damit die innere Heilkraft herausgefordert wird. Und bei den höheren Tieren ist das nun gar nicht mehr in diesem Maße der Fall. Wenn wir ein höheres Tier verstümmeln, kann es zunächst nicht diese Heilkraft aus seinem Ätherleibe heraus aufbringen. Aber es muß immer wieder betont werden, was heute in einen bedeutsamen naturwissenschaftlichen Streit hineinspielt: Wenn Sie das Tier verstümmeln, und das Tier hat Nachkommen, so übertragen sich diese Verstümmelungen nicht auf die Nachkommen; die nächste Generation hat wieder die vollen Glieder. Wenn der Ätherleib seine Eigenschaften auf die Nachkommen überträgt, wird er wieder angeregt, einen vollständigen Organismus herauszusetzen. Beim Tritonen wirkt der Ätherleib noch in demselben Tiere, beim Krebs erst in der Häutung; bei den höheren Tieren tritt dasselbe erst bei den Nachkommen ein; da ersetzt der Ätherleib, was in der vorhergehenden Generation verstümmelt worden ist. Wir müssen also solche Erscheinungen in der Natur gradweise betrachten, dann wird es uns klarwerden, daß selbst dann noch von einer Heilkraft im Ätherleibe gesprochen werden muß, wenn die Vererbungen von den Vorfahren auf die Nachkommen gehen, und daß der Ätherleib sich so vererbt, daß er wieder das ganze, ungeteilte Tier hervorbringt. Da haben Sie sozusagen ein Aufsuchen des Wie der Heilkräfte im Ätherleib.
[ 19 ] Wenn wir jetzt zum Beispiel bei Krebsen ein Glied abschneiden, so sind die Krebse nicht sogleich imstande, ein anderes Glied aus sich herauswachsen zu lassen. Aber wenn sie sich das nächste Mal häuten, wenn sie bei der nächsten Übergangsstufe ihres Lebens ankommen, dann schon treibt für das abgebrochene Glied ein Stumpf heraus; beim zweitenmal wird er schon größer sein, und wenn sich das Tier genügend oft häuten würde, so würde das Glied ersetzt werden durch ein neues. — Da haben Sie die Erscheinung, daß in solchem Ätherleib schon mehr dazu gehört, damit die innere Heilkraft herausgefordert wird. Und bei den höheren Tieren ist das nun gar nicht mehr in diesem Maße der Fall. Wenn wir ein höheres Tier verstümmeln, kann es zunächst nicht diese Heilkraft aus seinem Ätherleibe heraus aufbringen. Aber es muß immer wieder betont werden, was heute in einen bedeutsamen naturwissenschaftlichen Streit hineinspielt: Wenn Sie das Tier verstümmeln, und das Tier hat Nachkommen, so übertragen sich diese Verstümmelungen nicht auf die Nachkommen; die nächste Generation hat wieder die vollen Glieder. Wenn der Ätherleib seine Eigenschaften auf die Nachkommen überträgt, wird er wieder angeregt, einen vollständigen Organismus herauszusetzen. Beim Tritonen wirkt der Ätherleib noch in demselben Tiere, beim Krebs erst in der Häutung; bei den höheren Tieren tritt dasselbe erst bei den Nachkommen ein; da ersetzt der Ätherleib, was in der vorhergehenden Generation verstümmelt worden ist. Wir müssen also solche Erscheinungen in der Natur gradweise betrachten, dann wird es uns klarwerden, daß selbst dann noch von einer Heilkraft im Ätherleibe gesprochen werden muß, wenn die Vererbungen von den Vorfahren auf die Nachkommen gehen, und daß der Ätherleib sich so vererbt, daß er wieder das ganze, ungeteilte Tier hervorbringt. Da haben Sie sozusagen ein Aufsuchen des Wie der Heilkräfte im Ätherleib.
[ 20 ] Nun können wir die Frage aufwerfen: Woran liegt es denn, je weiter wir in der Tierreihe hinaufsteigen — und wenn wir das Menschenreich äußerlich betrachten, gilt das auch —, daß der Ätherleib immer mehr Anstrengungen machen muß, um überhaupt die Heilkräfte herauszubekommen? — Das liegt daran, daß der Ätherleib in der verschiedensten Weise mit dem physischen Leibe verbunden sein kann. Es gibt zwischen dem physischen Leibe und dem Ätherleibe sozusagen eine innigere Gemeinschaft und eine losere. Nehmen wir zum Beispiel ein niederes Tier, den Triton, bei dem ein abgeschnittenes Glied sich sogleich wieder ansetzt. Da müssen wir eine lose Verbindung annehmen zwischen Ätherleib und physischem Leib. Und in noch höherem Maße gilt das bei der Pflanzenwelt. Da müssen wir sagen: Die Verbindung ist eine derartige, daß der physische Leib nicht imstande ist, auch auf den Ätherleib zurückzuwirken, so daß der Ätherleib ungeschoren bleibt durch das, was im physischen Leibe geschieht, und daß der Ätherleib in gewisser Beziehung unabhängig ist vom physischen Leibe. Nun ist das Wesen des Ätherleibes das des Tätigseins, des Hervorbringens, des Wachstumförderns. Er fördert das Wachstum bis zu einer bestimmten Grenze. In dem Augenblick, da wir bei Pflanzen oder niederen Tieren ein Glied abschneiden, ist der Ätherleib gleich wieder bereit, das Glied zu ergänzen, das heißt, die volle Tätigkeit zu entfalten. Was muß aber vorliegen, wenn er die volle Tätigkeit nicht entfalten kann? Dann müßte er mehr gebunden sein an die Tätigkeit des betreffenden Gliedes. Und das ist in der Tat bei den höheren Tieren der Fall. Da ist eine viel innigere, dichtere Verbindung zwischen Ätherleib und physischem Leib vorhanden. Wenn der physische Leib seine Formen ausbildet, wirken diese Formen — also was in der physischen Natur ist — wieder zurück auf den Ätherleib.
[ 20 ] Nun können wir die Frage aufwerfen: Woran liegt es denn, je weiter wir in der Tierreihe hinaufsteigen — und wenn wir das Menschenreich äußerlich betrachten, gilt das auch —, daß der Ätherleib immer mehr Anstrengungen machen muß, um überhaupt die Heilkräfte herauszubekommen? — Das liegt daran, daß der Ätherleib in der verschiedensten Weise mit dem physischen Leibe verbunden sein kann. Es gibt zwischen dem physischen Leibe und dem Ätherleibe sozusagen eine innigere Gemeinschaft und eine losere. Nehmen wir zum Beispiel ein niederes Tier, den Triton, bei dem ein abgeschnittenes Glied sich sogleich wieder ansetzt. Da müssen wir eine lose Verbindung annehmen zwischen Ätherleib und physischem Leib. Und in noch höherem Maße gilt das bei der Pflanzenwelt. Da müssen wir sagen: Die Verbindung ist eine derartige, daß der physische Leib nicht imstande ist, auch auf den Ätherleib zurückzuwirken, so daß der Ätherleib ungeschoren bleibt durch das, was im physischen Leibe geschieht, und daß der Ätherleib in gewisser Beziehung unabhängig ist vom physischen Leibe. Nun ist das Wesen des Ätherleibes das des Tätigseins, des Hervorbringens, des Wachstumförderns. Er fördert das Wachstum bis zu einer bestimmten Grenze. In dem Augenblick, da wir bei Pflanzen oder niederen Tieren ein Glied abschneiden, ist der Ätherleib gleich wieder bereit, das Glied zu ergänzen, das heißt, die volle Tätigkeit zu entfalten. Was muß aber vorliegen, wenn er die volle Tätigkeit nicht entfalten kann? Dann müßte er mehr gebunden sein an die Tätigkeit des betreffenden Gliedes. Und das ist in der Tat bei den höheren Tieren der Fall. Da ist eine viel innigere, dichtere Verbindung zwischen Ätherleib und physischem Leib vorhanden. Wenn der physische Leib seine Formen ausbildet, wirken diese Formen — also was in der physischen Natur ist — wieder zurück auf den Ätherleib.
[ 21 ] Wenn wir anschaulich sprechen wollen: Bei ganz niederen Tieren oder bei Pflanzen wirkt das, was draußen ist, nicht zurück auf den Ätherleib, läßt ihn ungeschoren, führt ein selbständiges Dasein. Sobald wir zu höheren Tieren kommen, drängen die Formen des physischen Leibes rückwärts sich dem Ätherleibe auf; da ist der Ätherleib ganz angepaßt dem physischen Leibe, und wir verletzen mit dem physischen Leibe zugleich den Ätherleib. Dann muß natürlich der Ätherleib tiefere Kräfte anwenden, weil er zuerst sich selber wieder herstellen muß und dann erst die betreffenden Gliedmaßen. Daher müssen wir an tiefere Heilkräfte appellieren, wenn wir an den Ätherleib eines höheren Tieres herangehen. Womit hängt das aber zusammen? Warum ist der Ätherleib eines höheren Tieres so abhängig von den Formen des physischen Leibes?
[ 21 ] Wenn wir anschaulich sprechen wollen: Bei ganz niederen Tieren oder bei Pflanzen wirkt das, was draußen ist, nicht zurück auf den Ätherleib, läßt ihn ungeschoren, führt ein selbständiges Dasein. Sobald wir zu höheren Tieren kommen, drängen die Formen des physischen Leibes rückwärts sich dem Ätherleibe auf; da ist der Ätherleib ganz angepaßt dem physischen Leibe, und wir verletzen mit dem physischen Leibe zugleich den Ätherleib. Dann muß natürlich der Ätherleib tiefere Kräfte anwenden, weil er zuerst sich selber wieder herstellen muß und dann erst die betreffenden Gliedmaßen. Daher müssen wir an tiefere Heilkräfte appellieren, wenn wir an den Ätherleib eines höheren Tieres herangehen. Womit hängt das aber zusammen? Warum ist der Ätherleib eines höheren Tieres so abhängig von den Formen des physischen Leibes?
[ 22 ] Je weiter wir in der Tierreihe vorschreiten, um so mehr haben wir zu berücksichtigen nicht nur die Tätigkeit des physischen Leibes und des Ätherleibes, sondern auch die des astralischen Leibes. Der astralische Leib kommt bei den niederen Tieren in seiner Wirksamkeit noch außerordentlich wenig in Betracht. Daher haben die niederen Tiere noch so viel Pflanzenähnliches. Je höher wir hinaufsteigen, desto mehr kommt der astralische Leib in Betracht. Der wirkt aber nun so, daß er den Ätherleib von sich abhängig macht. Ein Wesen wie die Pflanze, das nur physischen Leib und Ätherleib hat, hat mit der Außenwelt wenig zu tun; es werden Reize ausgeübt, aber die drücken sich nicht aus in inneren Vorgängen. Wo dagegen ein astralischer Leib wirksam ist, da spiegeln sich die äußeren Eindrücke in inneren Vorgängen. Ein Wesen, das den astralischen Leib nicht wirksam hat, ist innerlich mehr abgeschlossen der Außenwelt gegenüber. Es öffnet sich ein Wesen um so mehr der Außenwelt, als der astralische Leib wirksam ist. Also verbindet der astralische Leib das Innere eines Wesens mit der Außenwelt. Die zunehmende Wirksamkeit des astralischen Leibes macht, daß der ÄÄtherleib viel stärkere Kräfte aufwenden muß, um auftretende Schädigungen wieder auszugleichen.
[ 22 ] Je weiter wir in der Tierreihe vorschreiten, um so mehr haben wir zu berücksichtigen nicht nur die Tätigkeit des physischen Leibes und des Ätherleibes, sondern auch die des astralischen Leibes. Der astralische Leib kommt bei den niederen Tieren in seiner Wirksamkeit noch außerordentlich wenig in Betracht. Daher haben die niederen Tiere noch so viel Pflanzenähnliches. Je höher wir hinaufsteigen, desto mehr kommt der astralische Leib in Betracht. Der wirkt aber nun so, daß er den Ätherleib von sich abhängig macht. Ein Wesen wie die Pflanze, das nur physischen Leib und Ätherleib hat, hat mit der Außenwelt wenig zu tun; es werden Reize ausgeübt, aber die drücken sich nicht aus in inneren Vorgängen. Wo dagegen ein astralischer Leib wirksam ist, da spiegeln sich die äußeren Eindrücke in inneren Vorgängen. Ein Wesen, das den astralischen Leib nicht wirksam hat, ist innerlich mehr abgeschlossen der Außenwelt gegenüber. Es öffnet sich ein Wesen um so mehr der Außenwelt, als der astralische Leib wirksam ist. Also verbindet der astralische Leib das Innere eines Wesens mit der Außenwelt. Die zunehmende Wirksamkeit des astralischen Leibes macht, daß der ÄÄtherleib viel stärkere Kräfte aufwenden muß, um auftretende Schädigungen wieder auszugleichen.
[ 23 ] Wenn wir aber jetzt hinaufsteigen vom Tier zum Menschen, ist noch etwas anderes zu berücksichtigen. Da werden in diesen astralischen Leib nicht nur hineingeprägt, hineingetragen die vorgeschriebenen Verrichtungen, wie es mehr beim Tiere der Fall ist: das Tier lebt mehr mit einer gebundenen Marschroute, lebt mehr mit einem gebundenen Lebensprogramm. Sie werden nicht leicht beim Tiere davon sprechen können, daß es in besonderem Maße gegenüber seinen Instinkten ausschweifend wäre oder sich mehr in seinen Instinkten der Mäßigkeit hingeben könne. Es folgt seinem Lebensprogramm. Was sich beim Tier ausdrückt, ist einer Art von typischem Programm unterworfen. Der Mensch aber ist in der Lage, gerade dadurch, daß er höher hinaufgestiegen ist in der Stufenleiter der Entwickelung, alle möglichen Unterschiede — zwischen Richtig und Unrichtig, Wahrheit und Lüge, Gut und Böse — auszuleben. In der verschiedensten Weise kommt er durch nur individuelle Anlässe mit der Außenwelt in Berührung. Alle diese Arten von Berührungen fallen zurück, machen Eindruck auf seinen astralischen Leib. Und die Folge ist, daß auch die Wechselwirkung zwischen astralischem Leib und Ätherleib jetzt nach diesen äußeren Erlebnissen ausfallen muß. Wenn also ein Mensch in irgendeiner Beziehung ein ausschweifendes Leben führt, so bedeutet das einen Eindruck auf seinen astralischen Leib. Wir haben aber gesehen, daß der astralische Leib wieder den Ätherleib beeinflußt — wie, das wird abhängen von dem, was in den astralischen Leib hineingelegt worden ist. Daher werden wir jetzt verstehen können, daß der Ätherleib des Menschen geändert wird, je nachdem der Mensch dieses oder jenes Leben führt in den Grenzen von Gut und Böse, Richtig oder Unrichtig, von Wahrheit oder Lüge und so weiter. Das übt einen Einfluß auf den Ätherleib des Menschen aus.
[ 23 ] Wenn wir aber jetzt hinaufsteigen vom Tier zum Menschen, ist noch etwas anderes zu berücksichtigen. Da werden in diesen astralischen Leib nicht nur hineingeprägt, hineingetragen die vorgeschriebenen Verrichtungen, wie es mehr beim Tiere der Fall ist: das Tier lebt mehr mit einer gebundenen Marschroute, lebt mehr mit einem gebundenen Lebensprogramm. Sie werden nicht leicht beim Tiere davon sprechen können, daß es in besonderem Maße gegenüber seinen Instinkten ausschweifend wäre oder sich mehr in seinen Instinkten der Mäßigkeit hingeben könne. Es folgt seinem Lebensprogramm. Was sich beim Tier ausdrückt, ist einer Art von typischem Programm unterworfen. Der Mensch aber ist in der Lage, gerade dadurch, daß er höher hinaufgestiegen ist in der Stufenleiter der Entwickelung, alle möglichen Unterschiede — zwischen Richtig und Unrichtig, Wahrheit und Lüge, Gut und Böse — auszuleben. In der verschiedensten Weise kommt er durch nur individuelle Anlässe mit der Außenwelt in Berührung. Alle diese Arten von Berührungen fallen zurück, machen Eindruck auf seinen astralischen Leib. Und die Folge ist, daß auch die Wechselwirkung zwischen astralischem Leib und Ätherleib jetzt nach diesen äußeren Erlebnissen ausfallen muß. Wenn also ein Mensch in irgendeiner Beziehung ein ausschweifendes Leben führt, so bedeutet das einen Eindruck auf seinen astralischen Leib. Wir haben aber gesehen, daß der astralische Leib wieder den Ätherleib beeinflußt — wie, das wird abhängen von dem, was in den astralischen Leib hineingelegt worden ist. Daher werden wir jetzt verstehen können, daß der Ätherleib des Menschen geändert wird, je nachdem der Mensch dieses oder jenes Leben führt in den Grenzen von Gut und Böse, Richtig oder Unrichtig, von Wahrheit oder Lüge und so weiter. Das übt einen Einfluß auf den Ätherleib des Menschen aus.
[ 24 ] Nun erinnern wir uns, wie die Vorgänge sind, wenn der Mensch durch die Pforte des Todes tritt. Wir wissen, daß der physische Leib abgelegt wird und daß zurückbleibt der Ätherleib, der nun mit dem astralischen Leib und dem Ich verbunden ist. Wenn nun nach dem Tode eine Zeit vergangen ist, die sich nur nach Tagen bemißt, wird das Hauptsächlichste des Ätherleibes als ein zweiter Leichnam abgeworfen; es bleibt jedoch ein Extrakt des Ätherleibes zurück, der mitgenommen wird und erhalten bleibt für alle kommenden Zeiten. In diesem Extrakt des Ätherleibes ist nun alles wie in einer Essenz darinnen, was im Leben hineingekommen ist zum Beispiel von einem ausschweifenden Leben, oder was der Mensch aufgenommen hat als das Ergebnis eines richtigen oder unrichtigen Denkens, Handelns und Fühlens. Das enthält der Ätherleib, und das nimmt der. Mensch mit in die Zeit bis zur neuen Geburt. Weil das Tier solche Erlebnisse überhaupt nicht hat, kann es natürlich nichts in derselben Weise hinter die Pforte des Todes hinüberbringen. Wenn nun der Mensch wieder durch eine Geburt ins Dasein tritt, ist die Essenz seines früheren Ätherleibes etwas, was sich wieder hineinergießt in seinen neuen Ätherleib, was den neuen Ätherleib beim Aufbau durchdringt. Daher hat der Mensch in seinem neuen Dasein im Ätherleib darinnen die Ergebnisse dessen, wie er im früheren Leben gelebt hat. Und da der Ätherleib der Auferbauer ist einer ganz neuen Organisation nach einer neuen Geburt, so prägt sich das jetzt alles auch in seinen physischen Leib hinein. Warum kann sich das in den physischen Leib hineinprägen?
[ 24 ] Nun erinnern wir uns, wie die Vorgänge sind, wenn der Mensch durch die Pforte des Todes tritt. Wir wissen, daß der physische Leib abgelegt wird und daß zurückbleibt der Ätherleib, der nun mit dem astralischen Leib und dem Ich verbunden ist. Wenn nun nach dem Tode eine Zeit vergangen ist, die sich nur nach Tagen bemißt, wird das Hauptsächlichste des Ätherleibes als ein zweiter Leichnam abgeworfen; es bleibt jedoch ein Extrakt des Ätherleibes zurück, der mitgenommen wird und erhalten bleibt für alle kommenden Zeiten. In diesem Extrakt des Ätherleibes ist nun alles wie in einer Essenz darinnen, was im Leben hineingekommen ist zum Beispiel von einem ausschweifenden Leben, oder was der Mensch aufgenommen hat als das Ergebnis eines richtigen oder unrichtigen Denkens, Handelns und Fühlens. Das enthält der Ätherleib, und das nimmt der. Mensch mit in die Zeit bis zur neuen Geburt. Weil das Tier solche Erlebnisse überhaupt nicht hat, kann es natürlich nichts in derselben Weise hinter die Pforte des Todes hinüberbringen. Wenn nun der Mensch wieder durch eine Geburt ins Dasein tritt, ist die Essenz seines früheren Ätherleibes etwas, was sich wieder hineinergießt in seinen neuen Ätherleib, was den neuen Ätherleib beim Aufbau durchdringt. Daher hat der Mensch in seinem neuen Dasein im Ätherleib darinnen die Ergebnisse dessen, wie er im früheren Leben gelebt hat. Und da der Ätherleib der Auferbauer ist einer ganz neuen Organisation nach einer neuen Geburt, so prägt sich das jetzt alles auch in seinen physischen Leib hinein. Warum kann sich das in den physischen Leib hineinprägen?
[ 25 ] Die geisteswissenschaftliche Forschung zeigt uns, daß wir in der Form eines Menschenleibes, der durch die Geburt ins Dasein tritt, ungefähr sehen können, welche Taten der Mensch in einem früheren Leben verrichtet hat. Aber werden wir auch eine ganz vernunftgemäße Erklärung finden für das, was sich uns dargestellt hat als abnehmende Heilkraft in der aufsteigenden Entwickelungsreihe der Tiere? Da wir bei einem Tiere nicht davon sprechen können, daß es bei seiner Geburt eine wiederverkörperte Individualität aus einem früheren Erdendasein mitbringt, so werden wir nur den allgemeinen astralischen Leib dieser Tiergattung wirksam finden, und der wird bei diesem Tier die Heilkräfte des Ätherleibes beschränken. Beim Menschen aber finden wiir, daß nicht nur sein astralischer Leib, sondern auch sein Ätherleib imprägniert ist mit den Ergebnissen der Taten des vorhergehenden Lebens. Und weil der Ätherleib für sich die Kraft hat, das hervorzubringen, was er von früher her in sich hat, so werden wir auch begreifen, daß er, wenn jetzt eine andere Kraft in ihm auftritt, auch imstande sein wird, in den ganzen Aufbau der Organisation das hineinzulegen, was er aus früheren Verkörperungen sich mitbringt. Und wir werden jetzt verstehen, wie hinüberwirken können unsere Taten aus einem Leben in unseren Gesundheitszustand in dem nächsten Leben und wie wir in unserem Gesundheitszustande vielfach eine karmische Wirkung unserer Taten aus einem vorhergehenden Leben zu suchen haben. Wir können aber noch auf eine andere Weise der Sache beikommen.
[ 25 ] Die geisteswissenschaftliche Forschung zeigt uns, daß wir in der Form eines Menschenleibes, der durch die Geburt ins Dasein tritt, ungefähr sehen können, welche Taten der Mensch in einem früheren Leben verrichtet hat. Aber werden wir auch eine ganz vernunftgemäße Erklärung finden für das, was sich uns dargestellt hat als abnehmende Heilkraft in der aufsteigenden Entwickelungsreihe der Tiere? Da wir bei einem Tiere nicht davon sprechen können, daß es bei seiner Geburt eine wiederverkörperte Individualität aus einem früheren Erdendasein mitbringt, so werden wir nur den allgemeinen astralischen Leib dieser Tiergattung wirksam finden, und der wird bei diesem Tier die Heilkräfte des Ätherleibes beschränken. Beim Menschen aber finden wiir, daß nicht nur sein astralischer Leib, sondern auch sein Ätherleib imprägniert ist mit den Ergebnissen der Taten des vorhergehenden Lebens. Und weil der Ätherleib für sich die Kraft hat, das hervorzubringen, was er von früher her in sich hat, so werden wir auch begreifen, daß er, wenn jetzt eine andere Kraft in ihm auftritt, auch imstande sein wird, in den ganzen Aufbau der Organisation das hineinzulegen, was er aus früheren Verkörperungen sich mitbringt. Und wir werden jetzt verstehen, wie hinüberwirken können unsere Taten aus einem Leben in unseren Gesundheitszustand in dem nächsten Leben und wie wir in unserem Gesundheitszustande vielfach eine karmische Wirkung unserer Taten aus einem vorhergehenden Leben zu suchen haben. Wir können aber noch auf eine andere Weise der Sache beikommen.
[ 26 ] Wir können fragen: Wirkt nun alles, was wir in dem Leben zwischen Geburt und Tod verrichten, in gleicher Art zurück auf unseren Ätherleib? — Schon im gewöhnlichen Leben können Sie einen gewaltigen Unterschied wahrnehmen zwischen dem Zurückwirken dessen, was wir als bewußte Menschen erleben, und mancherlei andern Erlebnissen auf unsere eigentliche innere Organisation. Da ergibt sich eine höchst interessante Tatsache, die durch die Geisteswissenschaft so recht aufgeklärt werden kann, die aber auch ganz vernunftgemäß zu begreifen ist. Der Mensch hat im Verlaufe seines Lebens eine ganze Summe von Erlebnissen, welche er bewußt aufnimmt und mit seinem Ich verbindet. Die werden in ihm zu Vorstellungen, und er verarbeitet diese Vorstellungen. Aber nun besinnen Sie sich einmal, wie unendlich viele Erlebnisse, Erfahrungen und Eindrücke es gar nicht bis zur Vorstellung bringen und eigentlich doch im Grunde beim Menschen da sind und auf ihn wirken. Es wird Ihnen oft passieren, daß Ihnen jemand sagt: Ich habe dich heute auf der Straße gesehen; du hast mich sogar angeschaut! — und Sie wissen gar nichts davon. So ist es vielfach. Eindruck hat so etwas natürlich gemacht. Ihr Auge hat zwar den andern gesehen; aber der unmittelbare Eindruck ist nicht bis zur Vorstellung gekommen. — Solcher Eindrücke gibt es unzählige, so daß unser Leben eigentlich in zwei Teile zerfällt: in eine solche Lebensseelenreihe, welche aus bewußten Vorstellungen besteht, und in eine solche, welche wir niemals ganz zum klaren Bewußtsein gebracht haben. Aber es sind noch weitere Unterschiede: Sie werden leicht unterscheiden können zwischen solchen Eindrücken, die Sie in Ihrem Leben gehabt haben und die für Sie zu erinnern sind, also Eindrücke, die so auf Sie gemacht worden sind, daß sie immer in die Erinnerung hineinfallen können; und Sie werden solche Eindrücke gehabt haben, an welche Sie sich nicht erinnern können.
[ 26 ] Wir können fragen: Wirkt nun alles, was wir in dem Leben zwischen Geburt und Tod verrichten, in gleicher Art zurück auf unseren Ätherleib? — Schon im gewöhnlichen Leben können Sie einen gewaltigen Unterschied wahrnehmen zwischen dem Zurückwirken dessen, was wir als bewußte Menschen erleben, und mancherlei andern Erlebnissen auf unsere eigentliche innere Organisation. Da ergibt sich eine höchst interessante Tatsache, die durch die Geisteswissenschaft so recht aufgeklärt werden kann, die aber auch ganz vernunftgemäß zu begreifen ist. Der Mensch hat im Verlaufe seines Lebens eine ganze Summe von Erlebnissen, welche er bewußt aufnimmt und mit seinem Ich verbindet. Die werden in ihm zu Vorstellungen, und er verarbeitet diese Vorstellungen. Aber nun besinnen Sie sich einmal, wie unendlich viele Erlebnisse, Erfahrungen und Eindrücke es gar nicht bis zur Vorstellung bringen und eigentlich doch im Grunde beim Menschen da sind und auf ihn wirken. Es wird Ihnen oft passieren, daß Ihnen jemand sagt: Ich habe dich heute auf der Straße gesehen; du hast mich sogar angeschaut! — und Sie wissen gar nichts davon. So ist es vielfach. Eindruck hat so etwas natürlich gemacht. Ihr Auge hat zwar den andern gesehen; aber der unmittelbare Eindruck ist nicht bis zur Vorstellung gekommen. — Solcher Eindrücke gibt es unzählige, so daß unser Leben eigentlich in zwei Teile zerfällt: in eine solche Lebensseelenreihe, welche aus bewußten Vorstellungen besteht, und in eine solche, welche wir niemals ganz zum klaren Bewußtsein gebracht haben. Aber es sind noch weitere Unterschiede: Sie werden leicht unterscheiden können zwischen solchen Eindrücken, die Sie in Ihrem Leben gehabt haben und die für Sie zu erinnern sind, also Eindrücke, die so auf Sie gemacht worden sind, daß sie immer in die Erinnerung hineinfallen können; und Sie werden solche Eindrücke gehabt haben, an welche Sie sich nicht erinnern können.
[ 27 ] Also unser Seelenleben zerfällt in ganz verschiedene Kategorien. Und es ist tatsächlich ein ganz beträchtlicher Unterschied zwischen den verschiedenen Kategorien, wenn wir die Wirkung auf das innere Wesen des Menschen betrachten. — Bleiben wir jetzt für ein paar Minuten beim Leben des Menschen zwischen Geburt und Tod. Wenn wir da genau beobachten, zeigt sich uns, daß ein gewaltiger Unterschied ist zwischen denjenigen Vorstellungen, die immer wieder in unser Bewußtsein hineinfallen können, und solchen, die wieder vergessen worden sind, so daß sie eine Erinnerungsfähigkeit nicht eigentlich entwickelt haben. Dieser Unterschied kann am leichtesten durch folgendes klargemacht werden. Denken Sie einen Eindruck, der bei Ihnen eine klare Vorstellung hervorrief. Nehmen wir an, es sei ein Eindruck, der in Ihnen Freude oder Schmerz erregte, also ein Eindruck, der von einem Gefühl begleitet war. Halten wir das fest, daß die meisten Eindrücke — eigentlich alle Eindrücke, die auf uns gemacht werden — von Gefühlen begleitet sind. Und die Gefühle drücken sich nicht nur an der bewußten Oberfläche des Lebens aus, sondern sie wirken tief hinein bis in den physischen Leib. Sie brauchen nur daran wieder zu denken, wie ein Eindruck Sie erblassen läßt, ein anderer Sie erröten macht. Bis in die Umlagerung des Blutes wirken da die Eindrücke. Und nun gehen Sie über zu dem, was entweder überhaupt nicht oder nur flüchtig zum Bewußtsein kommt — und es nicht bis zur Erinnerung bringt. Da zeigt uns die Geisteswissenschaft, daß solche Eindrücke keineswegs weniger von ähnlichen Erregungen begleitet sind als die bewußten. Wenn Sie einen Eindruck empfangen von der Außenwelt, der, wenn Sie ihn bewußt empfangen hätten, Sie erschreckt hätte, daß vielleicht Ihr Herz gepocht hätte, so bleibt derselbe Eindruck, wenn er nicht bewußt wird, doch nicht ohne Wirkung. Er macht aber nicht nur einen Eindruck, sondern er geht auch bis in den physischen Leib. Es tritt da sogar das Eigentümliche auf, daß ein Eindruck, der eine bewußte Vorstellung hervorruft, eine Art von Widerstand findet beim Hineinwirken in die tiefere menschliche Organisation; wenn aber der Eindruck auf uns einfach wirkt, ohne daß wir es zur bewußten Vorstellung bringen, dann hemmt ihn nichts, aber er ist deshalb nicht weniger wirksam. Es ist das menschliche Leben ein viel reicheres als das, was uns davon bewußt wird.
[ 27 ] Also unser Seelenleben zerfällt in ganz verschiedene Kategorien. Und es ist tatsächlich ein ganz beträchtlicher Unterschied zwischen den verschiedenen Kategorien, wenn wir die Wirkung auf das innere Wesen des Menschen betrachten. — Bleiben wir jetzt für ein paar Minuten beim Leben des Menschen zwischen Geburt und Tod. Wenn wir da genau beobachten, zeigt sich uns, daß ein gewaltiger Unterschied ist zwischen denjenigen Vorstellungen, die immer wieder in unser Bewußtsein hineinfallen können, und solchen, die wieder vergessen worden sind, so daß sie eine Erinnerungsfähigkeit nicht eigentlich entwickelt haben. Dieser Unterschied kann am leichtesten durch folgendes klargemacht werden. Denken Sie einen Eindruck, der bei Ihnen eine klare Vorstellung hervorrief. Nehmen wir an, es sei ein Eindruck, der in Ihnen Freude oder Schmerz erregte, also ein Eindruck, der von einem Gefühl begleitet war. Halten wir das fest, daß die meisten Eindrücke — eigentlich alle Eindrücke, die auf uns gemacht werden — von Gefühlen begleitet sind. Und die Gefühle drücken sich nicht nur an der bewußten Oberfläche des Lebens aus, sondern sie wirken tief hinein bis in den physischen Leib. Sie brauchen nur daran wieder zu denken, wie ein Eindruck Sie erblassen läßt, ein anderer Sie erröten macht. Bis in die Umlagerung des Blutes wirken da die Eindrücke. Und nun gehen Sie über zu dem, was entweder überhaupt nicht oder nur flüchtig zum Bewußtsein kommt — und es nicht bis zur Erinnerung bringt. Da zeigt uns die Geisteswissenschaft, daß solche Eindrücke keineswegs weniger von ähnlichen Erregungen begleitet sind als die bewußten. Wenn Sie einen Eindruck empfangen von der Außenwelt, der, wenn Sie ihn bewußt empfangen hätten, Sie erschreckt hätte, daß vielleicht Ihr Herz gepocht hätte, so bleibt derselbe Eindruck, wenn er nicht bewußt wird, doch nicht ohne Wirkung. Er macht aber nicht nur einen Eindruck, sondern er geht auch bis in den physischen Leib. Es tritt da sogar das Eigentümliche auf, daß ein Eindruck, der eine bewußte Vorstellung hervorruft, eine Art von Widerstand findet beim Hineinwirken in die tiefere menschliche Organisation; wenn aber der Eindruck auf uns einfach wirkt, ohne daß wir es zur bewußten Vorstellung bringen, dann hemmt ihn nichts, aber er ist deshalb nicht weniger wirksam. Es ist das menschliche Leben ein viel reicheres als das, was uns davon bewußt wird.
[ 28 ] Es gibt eine Zeit im menschlichen Leben, wo solche Eindrücke, die so lebendig auf die menschliche Organisation wirken und keine Erinnerungsfähigkeit haben, in besonders reichen Maße erlebt werden. In der ganzen Zeit von der Geburt bis zu dem Zeitpunkt, an dem die Erinnerung beginnt, sind unzählige reiche Eindrücke auf den Menschen gemacht worden, welche alle im Menschen drinnensitzen und auch in dieser Zeit den Menschen verändert haben. Sie wirken ebenso wie die bewußten Eindrücke; aber ihnen steht, besonders wenn sie vergessen sind, nichts entgegen von dem, was sich sonst einordnet in das Seelenleben als bewußte Vorstellungen und dadurch gleichsam einen Damm bildet. Und diese unbewußten Eindrücke dringen am allertiefsten. Nun kann man schon durch das äußere Leben vielfach die Bestätigung finden, daß es Momente im menschlichen Leben gibt, wo die zweite Sorte von inneren Wirkungen zum Ausdruck kommt. Manche Ereignisse des späteren Menschenlebens können Sie sich nicht erklären. Sie finden gar nicht, wie Sie dazu kommen, gerade in dieser Weise jetzt dieses oder jenes erleben zu müssen. Sie erleben zum Beispiel etwas, das macht auf Sie einen so erschütternden Eindruck, daß Sie sich gar nicht erklären können, wie ein verhältnismäßig so gleichgültiges Erlebnis einen so erschütternden Eindruck machen kann. Wenn Sie nun nachforschen, werden Sie vielleicht finden, daß Sie gerade in der kritischen Zeit — zwischen der Geburt und dem letzten Zeitpunkt, bis zu dem man sich erinnern kann — ein ähnliches Erlebnis hatten, das Sie aber vergessen haben. Keine Vorstellung ist davon zurückgeblieben. Damals hatten Sie einen erschütternden Eindruck gehabt; der lebt fort und verbindet sich mit dem jetzigen und verstärkt ihn. Und was Sie sonst jetzt viel weniger erschüttert hätte, das macht nun einen besonders starken Eindruck. — Wer das einsieht, wird sich eine Vorstellung davon bilden, wie unendlich verantwortungsvoll die Erziehung in der ersten Kindheit ist und wie etwas seine ganz bedeutungsvollen Schatten oder auch Lichter auf das spätere Leben wirft. Da wirkt also etwas vom Früheren hinüber auf das spätere Leben.
[ 28 ] Es gibt eine Zeit im menschlichen Leben, wo solche Eindrücke, die so lebendig auf die menschliche Organisation wirken und keine Erinnerungsfähigkeit haben, in besonders reichen Maße erlebt werden. In der ganzen Zeit von der Geburt bis zu dem Zeitpunkt, an dem die Erinnerung beginnt, sind unzählige reiche Eindrücke auf den Menschen gemacht worden, welche alle im Menschen drinnensitzen und auch in dieser Zeit den Menschen verändert haben. Sie wirken ebenso wie die bewußten Eindrücke; aber ihnen steht, besonders wenn sie vergessen sind, nichts entgegen von dem, was sich sonst einordnet in das Seelenleben als bewußte Vorstellungen und dadurch gleichsam einen Damm bildet. Und diese unbewußten Eindrücke dringen am allertiefsten. Nun kann man schon durch das äußere Leben vielfach die Bestätigung finden, daß es Momente im menschlichen Leben gibt, wo die zweite Sorte von inneren Wirkungen zum Ausdruck kommt. Manche Ereignisse des späteren Menschenlebens können Sie sich nicht erklären. Sie finden gar nicht, wie Sie dazu kommen, gerade in dieser Weise jetzt dieses oder jenes erleben zu müssen. Sie erleben zum Beispiel etwas, das macht auf Sie einen so erschütternden Eindruck, daß Sie sich gar nicht erklären können, wie ein verhältnismäßig so gleichgültiges Erlebnis einen so erschütternden Eindruck machen kann. Wenn Sie nun nachforschen, werden Sie vielleicht finden, daß Sie gerade in der kritischen Zeit — zwischen der Geburt und dem letzten Zeitpunkt, bis zu dem man sich erinnern kann — ein ähnliches Erlebnis hatten, das Sie aber vergessen haben. Keine Vorstellung ist davon zurückgeblieben. Damals hatten Sie einen erschütternden Eindruck gehabt; der lebt fort und verbindet sich mit dem jetzigen und verstärkt ihn. Und was Sie sonst jetzt viel weniger erschüttert hätte, das macht nun einen besonders starken Eindruck. — Wer das einsieht, wird sich eine Vorstellung davon bilden, wie unendlich verantwortungsvoll die Erziehung in der ersten Kindheit ist und wie etwas seine ganz bedeutungsvollen Schatten oder auch Lichter auf das spätere Leben wirft. Da wirkt also etwas vom Früheren hinüber auf das spätere Leben.
[ 29 ] Nun kann sich herausstellen, daß solche Eindrücke der Kindheit besonders wenn sie sich wiederholt haben — die ganze Lebensstimmung so beeinflussen, daß von einem gewissen Zeitpunkt an eine Gemütsverstimmung eintritt, die unerklärlich ist und die nur erklärlich wird, wenn man zurückgeht und weiß, welche Eindrücke aus der früheren Zeit ihre Lichter oder Schatten hineinwerfen in das spätere Leben; denn die sind es, die jetzt in einer dauernden Gemütsverstimmung zum Ausdruck kommen. Man wird dann finden, daß die Ereignisse besonders stark wirken, die nicht gleichgültig an dem Kind vorübergegangen sind und die schon damals besonderen Eindruck auf das Kind gemacht haben. — Wir werden also sagen können: Wenn Affekte, Gefühle und Empfindungen besonders mitwirkend sind an den Eindrücken, die später vergessen werden, dann sind diese Affekte und Gefühlsergüsse ganz besonders wirksam in dem Hervortreiben solch ähnlicher Erlebnisse.
[ 29 ] Nun kann sich herausstellen, daß solche Eindrücke der Kindheit besonders wenn sie sich wiederholt haben — die ganze Lebensstimmung so beeinflussen, daß von einem gewissen Zeitpunkt an eine Gemütsverstimmung eintritt, die unerklärlich ist und die nur erklärlich wird, wenn man zurückgeht und weiß, welche Eindrücke aus der früheren Zeit ihre Lichter oder Schatten hineinwerfen in das spätere Leben; denn die sind es, die jetzt in einer dauernden Gemütsverstimmung zum Ausdruck kommen. Man wird dann finden, daß die Ereignisse besonders stark wirken, die nicht gleichgültig an dem Kind vorübergegangen sind und die schon damals besonderen Eindruck auf das Kind gemacht haben. — Wir werden also sagen können: Wenn Affekte, Gefühle und Empfindungen besonders mitwirkend sind an den Eindrücken, die später vergessen werden, dann sind diese Affekte und Gefühlsergüsse ganz besonders wirksam in dem Hervortreiben solch ähnlicher Erlebnisse.
[ 30 ] Nun erinnern Sie sich an die Darstellungen, die von mir öfters gegeben worden sind über das Leben während der Kamalokazeit. Nachdem der Ätherleib des Menschen als ein zweiter Leichnam abgelegt worden ist, lebt der Mensch sein ganzes letztes Leben zurück, geht vorüber an allen seinen Erlebnissen, welche er gehabt hat; aber er geht nicht so vorüber, daß sie ihm gleichgültig bleiben. Gerade während der Kamalokazeit, weil der Mensch seinen alten astralischen Leib noch hat, bewirkt das Durchgemachte die tiefsten Gefühlserlebnisse. — Nehmen wir zum Beispiel an, jemand sterbe mit siebzig Jahren, lebe sein Leben zurück bis in sein vierzigstes Jahr, wo er jemandem eine Ohrfeige gegeben hat. Da erlebt er den Schmerz, welchen er dem andern zugefügt hat. Dadurch wird hervorgerufen eine Art Selbstvorwurf; der bleibt dann als Sehnsucht, und diese Sehnsucht bringt er im nächsten Leben mit, um diese Sache im späteren Leben auszugleichen. Und Sie können begreifen, da in dieser Zeit zwischen Tod und neuer Geburt solche astralischen Erlebnisse vorhanden sind, daß dasjenige, was von uns als Handlung erlebt wird, sich um so sicherer und tiefer einprägt unserem inneren Wesen und beim Aufbau der neuen Leiblichkeit mitwirkt. Wenn wir also schon im gewöhnlichen Leben so stark berührt werden können durch gewisse Erlebnisse, besonders wenn es Gefühlseindrücke waren, daß sie eine Gemütsverstimmung bewirken können, so werden wir begreifen, daß die viel stärkeren Eindrücke des Kamalokalebens sich so eindrücken können, daß sie bei einer neuen Inkarnation bis tief in die Organisation des physischen Leibes hineinwirken.
[ 30 ] Nun erinnern Sie sich an die Darstellungen, die von mir öfters gegeben worden sind über das Leben während der Kamalokazeit. Nachdem der Ätherleib des Menschen als ein zweiter Leichnam abgelegt worden ist, lebt der Mensch sein ganzes letztes Leben zurück, geht vorüber an allen seinen Erlebnissen, welche er gehabt hat; aber er geht nicht so vorüber, daß sie ihm gleichgültig bleiben. Gerade während der Kamalokazeit, weil der Mensch seinen alten astralischen Leib noch hat, bewirkt das Durchgemachte die tiefsten Gefühlserlebnisse. — Nehmen wir zum Beispiel an, jemand sterbe mit siebzig Jahren, lebe sein Leben zurück bis in sein vierzigstes Jahr, wo er jemandem eine Ohrfeige gegeben hat. Da erlebt er den Schmerz, welchen er dem andern zugefügt hat. Dadurch wird hervorgerufen eine Art Selbstvorwurf; der bleibt dann als Sehnsucht, und diese Sehnsucht bringt er im nächsten Leben mit, um diese Sache im späteren Leben auszugleichen. Und Sie können begreifen, da in dieser Zeit zwischen Tod und neuer Geburt solche astralischen Erlebnisse vorhanden sind, daß dasjenige, was von uns als Handlung erlebt wird, sich um so sicherer und tiefer einprägt unserem inneren Wesen und beim Aufbau der neuen Leiblichkeit mitwirkt. Wenn wir also schon im gewöhnlichen Leben so stark berührt werden können durch gewisse Erlebnisse, besonders wenn es Gefühlseindrücke waren, daß sie eine Gemütsverstimmung bewirken können, so werden wir begreifen, daß die viel stärkeren Eindrücke des Kamalokalebens sich so eindrücken können, daß sie bei einer neuen Inkarnation bis tief in die Organisation des physischen Leibes hineinwirken.
[ 31 ] Da sehen Sie eine Steigerung einer Erscheinung, die Sie bei aufmerksamer Beobachtung schon im Leben zwischen Geburt und Tod finden können. Solche Vorstellungen, denen mit dem Bewußtsein kein Damm entgegengebracht wird, werden schon zu mehr Unregelmäßigkeiten in der Seele führen können: zu Neurasthenie, zu nervenkrankheitsartigen Erscheinungen, vielleicht auch zu Geisteskrankheiten. Alle diese Erscheinungen stellen sich uns dar wie ursächliche Zusammenhänge von früheren mit späteren Ereignissen und geben uns ein anschauliches Bild dafür.
[ 31 ] Da sehen Sie eine Steigerung einer Erscheinung, die Sie bei aufmerksamer Beobachtung schon im Leben zwischen Geburt und Tod finden können. Solche Vorstellungen, denen mit dem Bewußtsein kein Damm entgegengebracht wird, werden schon zu mehr Unregelmäßigkeiten in der Seele führen können: zu Neurasthenie, zu nervenkrankheitsartigen Erscheinungen, vielleicht auch zu Geisteskrankheiten. Alle diese Erscheinungen stellen sich uns dar wie ursächliche Zusammenhänge von früheren mit späteren Ereignissen und geben uns ein anschauliches Bild dafür.
[ 32 ] Wollen wir jetzt den Begriff steigern, so können wir sagen: Was wir als Handlungen in einem Leben vollführen, das wird im Leben nach dem Tode umgesetzt in einen mächtigen Affekt, und dieser Affekt, der jetzt durch keine physische Vorstellung geschwächt wird und durch kein gewöhnliches Bewußtsein gehemmt ist — denn das Gehirn ist hierbei nicht nötig —, der durch die andere, tiefer hineinwirkende Form des Bewußtseins erlebt wird, bewirkt nun, daß unsere Taten und unser ganzes Wesen vom vorigen Leben in unserer Anlage und Organisation in einem neuen Leben erscheint. Daher werden wir es begreiflich finden können, daß ein Mensch, der in einer Verkörperung sehr egoistisch gedacht, gefühlt und gehandelt hat, wenn er nach dem Tode vor sich sieht die Früchte seines egoistischen Denkens, Fünlens und Handelns, sich durchzieht mit mächtigen Affekten gegen seine früheren Handlungen. Das ist in der Tat der Fall. Er bekommt Tendenzen in sich, die gegen sein eigenes Wesen gerichtet sind. Und diese Tendenzen, insofern sie aus einem egoistischen Wesen des vorigen Lebens hervorgegangen sind, drücken sich aus in einer in sich schwachen Organisation im neuen Leben. «Schwache Organisation» ist hier dem Wesen nach genommen, nicht dem äußeren Eindruck nach. Wir müssen uns daher klar sein, daß eine schwache Organisation zurückgeführt werden kann karmisch auf ein egoistisches Handeln in einem vorhergehenden Leben.
[ 32 ] Wollen wir jetzt den Begriff steigern, so können wir sagen: Was wir als Handlungen in einem Leben vollführen, das wird im Leben nach dem Tode umgesetzt in einen mächtigen Affekt, und dieser Affekt, der jetzt durch keine physische Vorstellung geschwächt wird und durch kein gewöhnliches Bewußtsein gehemmt ist — denn das Gehirn ist hierbei nicht nötig —, der durch die andere, tiefer hineinwirkende Form des Bewußtseins erlebt wird, bewirkt nun, daß unsere Taten und unser ganzes Wesen vom vorigen Leben in unserer Anlage und Organisation in einem neuen Leben erscheint. Daher werden wir es begreiflich finden können, daß ein Mensch, der in einer Verkörperung sehr egoistisch gedacht, gefühlt und gehandelt hat, wenn er nach dem Tode vor sich sieht die Früchte seines egoistischen Denkens, Fünlens und Handelns, sich durchzieht mit mächtigen Affekten gegen seine früheren Handlungen. Das ist in der Tat der Fall. Er bekommt Tendenzen in sich, die gegen sein eigenes Wesen gerichtet sind. Und diese Tendenzen, insofern sie aus einem egoistischen Wesen des vorigen Lebens hervorgegangen sind, drücken sich aus in einer in sich schwachen Organisation im neuen Leben. «Schwache Organisation» ist hier dem Wesen nach genommen, nicht dem äußeren Eindruck nach. Wir müssen uns daher klar sein, daß eine schwache Organisation zurückgeführt werden kann karmisch auf ein egoistisches Handeln in einem vorhergehenden Leben.
[ 33 ] Gehen wir weiter. Nehmen wir an, in einem Leben zeige ein Mensch einen besonderen Hang zur Lügenhaftigkeit. Das ist schon ein Hang, der geht aus einer tieferen Organisation der Seele hervor. Denn wenn sich der Mensch nur dem überläßt, was in seinem allerbewußtesten Leben ist, so wird er nicht eigentlich lügen; nur Affekte und Gefühle, welche aus dem Unterbewußtsein heraus wirken, verleiten zum Lügen. Da haben wir schon etwas Tieferes sitzen. Wenn der Mensch lügenhaft war, werden seine Handlungen, die aus der Lügenhaftigkeit hervorgehen, wieder die heftigsten Affekte im Leben nach dem Tode gegen . den Menschen selbst erzeugen, und eine starke Tendenz gegen die Lügenhaftigkeit wird sich zeigen. Dann wird sich der Mensch mitbringen im späteren Leben nicht nur eine schwache Organisation, sondern — die Geisteswissenschaft zeigt uns das — eine Organisation, die sozusagen unrichtig gebaut ist, die regellos gebaute innere Organe in der feineren Organisation zeigt. Es stimmt da etwas nicht recht zusammen. Das ist bedingt durch früheren Hang zur Lügenhaftigkeit. — Und woher ist der Hang zur Lügenhaftigkeit selbst gekommen? Denn in dem Hang zur Lügenhaftigkeit hat der Mensch ja schon etwas, was auch nicht stimmt.
[ 33 ] Gehen wir weiter. Nehmen wir an, in einem Leben zeige ein Mensch einen besonderen Hang zur Lügenhaftigkeit. Das ist schon ein Hang, der geht aus einer tieferen Organisation der Seele hervor. Denn wenn sich der Mensch nur dem überläßt, was in seinem allerbewußtesten Leben ist, so wird er nicht eigentlich lügen; nur Affekte und Gefühle, welche aus dem Unterbewußtsein heraus wirken, verleiten zum Lügen. Da haben wir schon etwas Tieferes sitzen. Wenn der Mensch lügenhaft war, werden seine Handlungen, die aus der Lügenhaftigkeit hervorgehen, wieder die heftigsten Affekte im Leben nach dem Tode gegen . den Menschen selbst erzeugen, und eine starke Tendenz gegen die Lügenhaftigkeit wird sich zeigen. Dann wird sich der Mensch mitbringen im späteren Leben nicht nur eine schwache Organisation, sondern — die Geisteswissenschaft zeigt uns das — eine Organisation, die sozusagen unrichtig gebaut ist, die regellos gebaute innere Organe in der feineren Organisation zeigt. Es stimmt da etwas nicht recht zusammen. Das ist bedingt durch früheren Hang zur Lügenhaftigkeit. — Und woher ist der Hang zur Lügenhaftigkeit selbst gekommen? Denn in dem Hang zur Lügenhaftigkeit hat der Mensch ja schon etwas, was auch nicht stimmt.
[ 34 ] Da müssen wir noch weiter zurückgehen. Und da zeigt die Geisteswissenschaft, daß ein flatterhaftes Leben, das keine Hingabe und keine Liebe kennt, daß ein oberflächliches Leben in der einen Verkörperung sich ausdrückt in dem Hang zur Lügenhaftigkeit in der nächsten Verkörperung; und der Hang zur Lügenhaftigkeit zeigt sich in der zweitnächsten Inkarnation in den unrichtig gebauten Organen. — So können wir drei aufeinanderfolgende Inkarnationen in ihren Wirkungen karmisch verfolgen: Oberflächlichkeit und Flatterhaftigkeit in der ersten Inkarnation, Hang zur Lügenhaftigkeit in der zweiten und physische Krankheitsdisposition in der dritten Inkarnation.
[ 34 ] Da müssen wir noch weiter zurückgehen. Und da zeigt die Geisteswissenschaft, daß ein flatterhaftes Leben, das keine Hingabe und keine Liebe kennt, daß ein oberflächliches Leben in der einen Verkörperung sich ausdrückt in dem Hang zur Lügenhaftigkeit in der nächsten Verkörperung; und der Hang zur Lügenhaftigkeit zeigt sich in der zweitnächsten Inkarnation in den unrichtig gebauten Organen. — So können wir drei aufeinanderfolgende Inkarnationen in ihren Wirkungen karmisch verfolgen: Oberflächlichkeit und Flatterhaftigkeit in der ersten Inkarnation, Hang zur Lügenhaftigkeit in der zweiten und physische Krankheitsdisposition in der dritten Inkarnation.
[ 35 ] Da sehen wir Karma an Gesundheit und Krankheit arbeiten. — Was jetzt gesagt worden ist, ist so gesagt, daß die Tatsachen selber herausgeholt worden sind aus der geisteswissenschaftlichen Forschung. Nicht Theorien sollten aufgestellt werden, sondern es sind beobachtete Fälle, die durch die Methoden der Geisteswissenschaft untersucht werden können.
[ 35 ] Da sehen wir Karma an Gesundheit und Krankheit arbeiten. — Was jetzt gesagt worden ist, ist so gesagt, daß die Tatsachen selber herausgeholt worden sind aus der geisteswissenschaftlichen Forschung. Nicht Theorien sollten aufgestellt werden, sondern es sind beobachtete Fälle, die durch die Methoden der Geisteswissenschaft untersucht werden können.
[ 36 ] Wir haben also zunächst hingewiesen auf die allergewöhnlichsten Tatsachen — auf die Heilkräfte des Ätherleibes bei den Pflanzen. Wir zeigten dann, wie durch das Hinzutreten des astralischen Leibes bei den Tieren der Ätherleib weniger wirksam ist, und wir sahen ferner, wie durch die Aufnahme des Ich, das ein individuelles Leben im Guten und Bösen, Wahren und Falschen entwickelt, der astralische Leib, der mit dem Hinaufsteigen in der Tierreihe die Heilkräfte nur hemmt, wieder etwas Neues dem Menschen einfügt: die aus dem individuellen Leben ihm einfließenden karmischen Krankheitseinflüsse. Bei der Pflanze gibt es noch keine inneren Krankheitsursachen, weil die Krankheit noch im Außerlichen ist und die Heilkräfte des Ätherleibes ungeschwächt wirken. Bei den niederen Tieren haben wir noch einen Ätherleib mit solchen Heilkräften, daß er selbst Glieder ersetzen kann; aber je weiter wir hinaufsteigen, desto mehr prägt sich der astralische Leib dem Ätherleib ein, und dadurch schränkt der Astralleib die Heilkräfte des Ätherleibes ein. Aber weil sich die Tiere nicht in Reinkarnationen fortpflanzen, hängt das, was im Ätherleibe ist, nicht zusammen mit irgendwelchen moralisch-intellektuellen oder individuellen Qualitäten, sondern mit dem allgemeinen Typus. Beim Menschen jedoch wirkt das, was er in seinem Ich erlebt, zwischen Geburt und Tod hinein bis in den Ätherleib.
[ 36 ] Wir haben also zunächst hingewiesen auf die allergewöhnlichsten Tatsachen — auf die Heilkräfte des Ätherleibes bei den Pflanzen. Wir zeigten dann, wie durch das Hinzutreten des astralischen Leibes bei den Tieren der Ätherleib weniger wirksam ist, und wir sahen ferner, wie durch die Aufnahme des Ich, das ein individuelles Leben im Guten und Bösen, Wahren und Falschen entwickelt, der astralische Leib, der mit dem Hinaufsteigen in der Tierreihe die Heilkräfte nur hemmt, wieder etwas Neues dem Menschen einfügt: die aus dem individuellen Leben ihm einfließenden karmischen Krankheitseinflüsse. Bei der Pflanze gibt es noch keine inneren Krankheitsursachen, weil die Krankheit noch im Außerlichen ist und die Heilkräfte des Ätherleibes ungeschwächt wirken. Bei den niederen Tieren haben wir noch einen Ätherleib mit solchen Heilkräften, daß er selbst Glieder ersetzen kann; aber je weiter wir hinaufsteigen, desto mehr prägt sich der astralische Leib dem Ätherleib ein, und dadurch schränkt der Astralleib die Heilkräfte des Ätherleibes ein. Aber weil sich die Tiere nicht in Reinkarnationen fortpflanzen, hängt das, was im Ätherleibe ist, nicht zusammen mit irgendwelchen moralisch-intellektuellen oder individuellen Qualitäten, sondern mit dem allgemeinen Typus. Beim Menschen jedoch wirkt das, was er in seinem Ich erlebt, zwischen Geburt und Tod hinein bis in den Ätherleib.
[ 37 ] Warum kommen denn die Erlebnisse der Kindheit bei den genannten Gemütswirkungen nur in leichten Erkrankungen zum Vorschein? Weil wir die Ursachen zu vielem, was sich in Neurasthenie, Neurose, Hysterie und so weiter zeigt, werden finden können in demselben Leben. Die Ursachen zu tieferen Krankheitsfällen aber werden wir zu suchen haben in einem vorhergehenden Leben, weil sich erst beim Übergang zu einer neuen Geburt dasjenige recht in den Ätherleib hineinverpflanzen kann, was moralisch und intellektuell erlebt wird. Im allgemeinen kann der Ätherleib beim Menschen tiefere moralische Wirkungen in einem Leben nicht einverleibt erhalten, obwohl wir einzelne Ausnahmefälle — und sogar sehr bedeutende Fälle — noch kennenlernen werden.
[ 37 ] Warum kommen denn die Erlebnisse der Kindheit bei den genannten Gemütswirkungen nur in leichten Erkrankungen zum Vorschein? Weil wir die Ursachen zu vielem, was sich in Neurasthenie, Neurose, Hysterie und so weiter zeigt, werden finden können in demselben Leben. Die Ursachen zu tieferen Krankheitsfällen aber werden wir zu suchen haben in einem vorhergehenden Leben, weil sich erst beim Übergang zu einer neuen Geburt dasjenige recht in den Ätherleib hineinverpflanzen kann, was moralisch und intellektuell erlebt wird. Im allgemeinen kann der Ätherleib beim Menschen tiefere moralische Wirkungen in einem Leben nicht einverleibt erhalten, obwohl wir einzelne Ausnahmefälle — und sogar sehr bedeutende Fälle — noch kennenlernen werden.
[ 38 ] So haben wir einen Zusammenhang zwischen unserem Leben im Guten und Bösen, im Moralischen und Intellektuellen in der einen Inkarnation, und unserer Gesundheit oder Krankheit in der nächsten.
[ 38 ] So haben wir einen Zusammenhang zwischen unserem Leben im Guten und Bösen, im Moralischen und Intellektuellen in der einen Inkarnation, und unserer Gesundheit oder Krankheit in der nächsten.
