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The Revelations of Karma
GA 120

22 May 1910, Hamburg

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Siebenter Vortrag

Seventh Lecture

[ 1 ] Sie haben in diesen Vorträgen schon gesehen, daß wir uns unserem Ziele stückweise nähern, indem wir aber auch mit jedem Stück, das wir weiterschreiten, tiefer in die Sache einzudringen versuchen. Wir haben zuletzt gesprochen über das Wesen von Schmerzen, die mit einem Krankheitsverlauf verbunden sind; wir haben aber auch darauf aufmerksam gemacht, wie in andern Fällen der Krankheitsverlauf — in gewisser Beziehung wenigstens — sich abspielen kann, ohne daß er begleitet ist von Schmerzerlebnissen.

[ 1 ] As you have seen in these lectures, we are approaching our goal step by step, while at the same time striving to delve deeper into the subject with each step we take. We last spoke about the nature of pain associated with the course of a disease; however, we also pointed out how, in other cases, the course of a disease—at least in a certain sense—can unfold without being accompanied by experiences of pain.

[ 2 ] Nun müssen wir auf das Wesen des Schmerzes noch etwas genauer eingehen. Wir müssen uns noch einmal vor Augen halten, daß Schmerz eintreten kann als eine neben der Erkrankung einherlaufende Erscheinung. Denn das mußten wir ja schon aus der vorigen Betrachtung entnehmen, daß wir Krankheit und Schmerz als etwas Zusammengehöriges nicht betrachten dürfen. Wir müssen uns gegenwärtig halten, daß, wenn mit einer Krankheit Schmerz verknüpft ist, noch etwas anderes dabei im Spiele sein muß als das bloße Erkranktsein. Nun haben wir bereits darauf aufmerksam gemacht, daß bei jenem Vorgang, der beim Übergang von einer Inkarnation in die andere sich abspielt, wo Erlebnisse früherer Inkarnationen in Krankheitsursachen umgewandelt werden, daß da auf der einen Seite das luziferische Prinzip und auf der andern Seite das ahrimanische Prinzip mit hineinspielt.

[ 2 ] Now we must examine the nature of pain in greater detail. We must once again bear in mind that pain can occur as a phenomenon accompanying the illness. For we have already seen from our previous consideration that we must not regard illness and pain as belonging together. We must keep in mind that when pain is associated with an illness, something else must be at play besides the mere fact of being ill. Now we have already pointed out that in that process which takes place during the transition from one incarnation to another—where experiences from earlier incarnations are transformed into causes of illness—the Luciferic principle on the one hand and the Ahrimanic principle on the other are at work.

[ 3 ] Wodurch legt sich denn eigentlich der Mensch den Grund zu Krankheitsprozessen? Warum nimmt er in sich die Tendenz auf, krank zu sein? Was führt ihn dazu, zwischen Tod und neuer Geburt — wir haben ja charakterisiert, wie das die Zeit ist, welche die die Krankheit bewirkenden Kräfte zusammenbringt — solche Kräfte vorzubereiten, welche sich im nächsten Leben in der Krankheit ausleben? — Was den Menschen dazu bringt, ist, daß er auf der einen Seite verfallen kann der Versuchung der luziferischen Macht, und auf der andern Seite der Versuchung der ahrimanischen Macht. Wir wissen ja auch schon, was es heißt: Verfallen der luziferischen Macht. — Alles, was in uns wirkt als Begierde, als Eigenschaft der Selbstsucht, des Ehrgeizes, des Hochmutes, der Eitelkeit, alle Eigenschaften, welche zusammenhängen mit einer Art Aufspreizung unseres Ich, sich besonders geltend zu machen, das alles hängt zusammen mit der Versuchung der luziferischen Mächte in uns. Verfallen wir mit andern Worten den Kräften, die in unserem astralischen Leibe wirken und die sich darin ausdrücken, daß wir egoistische Begierden und Leidenschaften haben, dann begehen wir in der entsprechenden Inkarnation Handlungen, zu denen die Verführung von Luzifer ausgegangen ist. Und wir sehen dann das Resultat solcher von Luzifer beeinflußter Handlungen in der Zeit vom Tode bis zur neuen Geburt und nehmen da in uns die Tendenz auf, uns so zu inkarnieren, daß wir einen Krankheitsprozeß durchmachen, der dazu beitragen kann, wenn wir ihn überwinden, uns aus den Fangarmen dieser luziferischen Mächte wieder zu befreien. Würden also die luziferischen Mächte überhaupt nicht da sein, so würden wir nicht den Versuchungen verfallen können, welche uns dazu bringen, solche Kräfte in uns aufzunehmen.

[ 3 ] What actually causes a person to lay the groundwork for disease processes? Why does a person develop within themselves a tendency toward illness? What leads them, between death and new birth—we have, after all, described how this is the time that brings together the forces causing illness—to prepare such forces that will manifest as illness in the next life? —What leads human beings to do this is that, on the one hand, they can succumb to the temptation of the Luciferic power, and on the other hand, to the temptation of the Ahrimanic power. We already know, of course, what it means to succumb to the Luciferic power. — Everything that works within us as desire, as a trait of selfishness, ambition, pride, vanity—all traits connected with a kind of expansion of our ego to assert itself—all of this is connected with the temptation of the Luciferic powers within us. In other words, if we succumb to the forces that work in our astral body and express themselves in our having selfish desires and passions, then in the corresponding incarnation we commit acts that stem from the temptation of Lucifer. And we then see the result of such actions influenced by Lucifer in the period between death and the new birth, and there we take up within ourselves the tendency to incarnate in such a way that we undergo a process of illness which, if we overcome it, can help us free ourselves once again from the clutches of these Luciferic forces. If, then, the Luciferic forces were not there at all, we would not be able to succumb to the temptations that lead us to take up such forces within ourselves.

[ 4 ] Wenn nun nichts anderes bestünde im Leben als einzig und allein das, was Luzifer in uns bewirkt, daß wir diese oder jene egoistischen Triebe und Leidenschaften entfalten, dann würden wir eigentlich niemals von den luziferischen Versuchungen loskommen können im Leben. Wir würden sie auch nicht durch die aufeinanderfolgenden Inkarnationen losbekommen können, denn wir würden ihnen immer wieder von neuem verfallen. Wenn wir zum Beispiel einfach in der Erdentwickelung uns selber überlassen worden wären und der luziferische Einfluß doch dagewesen wäre, so würden wir in einer Inkarnation die Versuchungen der luziferischen Mächte haben, würden dann nach dem Tode wahrnehmen, wozu sie uns gebracht haben, würden herbeiführen einen Erkrankungsprozeß; aber wenn wirklich nichts anderes mit ins Spiel käme, würde uns dieser Krankheitsprozeß in dem Leben, wo er sich auslebt, zu keiner besonderen Besserung führen. Er führt uns nur dadurch zu einer Besserung, daß von denjenigen Mächten, deren Gegner Luzifer ist, nun etwas hinzugefügt wird zu dem ganzen Prozeß. Also wenn wir auf der einen Seite den luziferischen Mächten verfallen, stellen sich gleich als eine Gegenwirkung die Mächte ein, deren Gegner die luziferischen Mächte sind, und diese versuchen nun eine Gegenkraft zu entfalten, wodurch der luziferische Einfluß wirklich aus uns ausgetrieben werden kann. Und diese Mächte, deren Gegner also die luziferischen Mächte sind, fügen hinzu zu dem Prozeß, der unter dem Einfluß Luzifers verursacht wird, den Schmerz. So müssen wir den Schmerz als etwas ansehen, was — wenn wir die luziferischen Mächte die bösen Mächte nennen — uns von den guten Mächten zugefügt wird, damit wir gerade durch den Schmerz uns den Fangarmen der bösen Mächte entreißen können und ihnen nicht mehr verfallen. Würde bei dem Krankheitsprozeß, der sich ergibt als eine Folge des Verfallenseins an die luziferischen Mächte, nicht Schmerz eintreten, so würden wir an uns die Erfahrung machen: Es ist ja gar nicht so schlimm, den luziferischen Mächten zu verfallen! — Und wir würden nichts haben in uns, was uns dahin bringen würde, unsere Kräfte anzuwenden, um uns den luziferischen Mächten zu entreißen. Der Schmerz, der das Bewußtwerden des unrichtig wachenden astralischen Leibes ist, er ist zugleich auch das, was uns davon abbringen kann, den luziferischen Mächten auf diesem Gebiet, wo wir ihnen schon verfallen sind, immer weiter zu verfallen. So wird der Schmerz in bezug auf die Versuchungen der luziferischen Mächte unser Erzieher.

[ 4 ] If there were nothing else in life but solely what Lucifer brings about within us—namely, the unfolding of this or that selfish impulse and passion—then we would never actually be able to free ourselves from Luciferic temptations in life. Nor would we be able to free ourselves from them through successive incarnations, for we would fall prey to them again and again. If, for example, we had simply been left to our own devices in the course of Earth’s evolution, and the Luciferic influence had nevertheless been present, we would face the temptations of the Luciferic powers in one incarnation; after death, we would realize what they had led us to, and this would bring about a process of illness; but if nothing else were to come into play, this process of illness in the life in which it plays out would not lead to any particular improvement. It leads us to an improvement only because the forces whose adversary is Lucifer now add something to the whole process. So when we succumb to the Luciferic forces on the one hand, the forces whose adversaries the Luciferic forces are immediately step in as a counteraction, and these now attempt to develop a counterforce through which the Luciferic influence can truly be driven out of us. And these forces, whose adversaries are thus the Luciferic forces, add pain to the process caused by the influence of Lucifer. Thus we must regard pain as something that—if we call the Luciferic powers the evil powers—is inflicted upon us by the good powers, so that through pain we may tear ourselves free from the clutches of the evil powers and no longer fall prey to them. If pain did not occur in the disease process that arises as a consequence of having fallen prey to the Luciferic forces, we would experience within ourselves the thought: It is not so bad after all to fall prey to the Luciferic forces! — And we would have nothing within us that would lead us to use our powers to tear ourselves away from the Luciferic forces. The pain that arises from becoming aware of the astral body’s improper awakening is at the same time what can prevent us from succumbing ever further to the Luciferic forces in this realm where we have already fallen prey to them. Thus, pain becomes our teacher in relation to the temptations of the Luciferic forces.

[ 5 ] Sagen Sie nun nicht: Wie kann der Schmerz unser Erzieher sein, wenn wir in uns den Schmerz nur empfinden und seiner wohltätigen Kraft gar nicht gewahr werden? Daß wir seiner wohltätigen Kraft nicht gewahr werden, ist nur eine Folge unseres Ich-Bewußtseins, In dem Bewußtsein, das ich als unter dem Ich-Bewußstsein liegend geschildert habe, spielt sich schon der Prozeß ab, wenn auch der Mensch mit dem Tagesbewußtsein nichts davon weiß: Jetzt erfahre ich Schmerz, und der ist die Folge der durch die guten Mächte mir gegebenen Beigabe zu meinen Verfehlungen! — Das ist im Unterbewußtsein eine Kraft, welche so recht als eine karmische Erfüllung, als ein Impuls wirkt, nicht mehr den Handlungen, Trieben und Begierden, die gerade diese Krankheit hervorgerufen haben, zu verfallen.

[ 5 ] Do not say: How can pain be our teacher if we merely feel the pain within ourselves and are completely unaware of its beneficial power? That we are unaware of its beneficial power is merely a consequence of our ego-consciousness. In the consciousness that I have described as lying beneath the ego-consciousness, the process is already taking place, even if the person with their everyday consciousness knows nothing of it: Now I experience pain, and this is the consequence of the compensation given to me by the good powers for my transgressions! — In the subconscious, this is a force that acts as a karmic fulfillment, as an impulse to no longer succumb to the actions, drives, and desires that have just caused this illness.

[ 6 ] So sehen wir, wie Karma wirkt, wie wir den luziferischen Mächten verfallen und wie uns die luziferischen Mächte eine solche Krankheit bringen, die herbeigeführt wird in einer nächsten Inkarnation; und wir sehen, wie wohltätige Mächte uns den Schmerz hinzufügen zu der bloßen Schädigung unserer Organe, damit wir an dem Schmerz ein unter der Oberfläche unseres Bewußtseins liegendes Erziehungsmittel haben. Deshalb können wir sagen: Überall, wo bei einer Krankheit Schmerz auftritt, da ist es eine luziferische Macht, welche diese Krankheit bewirkt hat. Es ist der Schmerz geradezu ein Kennzeichen dafür, daß wir es zu tun haben mit dem Zugrundeliegen von luziferischer Macht. — Menschen, die gerne einteilen, werden ein Bedürfnis danach haben, nun überhaupt zu unterscheiden solche Krankheiten, die rein auf luziferischem Einfluß beruhen, und solche, die rein auf ahrimanischen Einfluß zurückzuführen sind; denn bei allen theoretischen Beschäftigungen ist ja das Einteilen, das Schemenmachen das Allerbequemste, und man glaubt, dadurch sehr viel begriffen zu haben. Aber in Wirklichkeit benehmen sich die Dinge nicht so, daß man sie mit diesen bequemen Mitteln erfassen kann. Da kreuzen sie sich fortwährend und laufen ineinander. Und wir werden auch leicht begreifen können, wenn ein wirklicher Krankheitsprozeß vorliegt, daß ein Teil zurückgeführt werden kann auf luziferischen Einfluß, also auf Dinge, welche mehr in den Eigenschaften unseres astralischen Leibes zu suchen sind, und ein anderer Teil auch zugleich auf Dinge, die in dem ahrimanischen Einfluß zu suchen sind. So darf auch niemand glauben, wenn ihm irgend etwas wehtut, das sei nur auf luziferischen Einfluß zurückzuführen. Daß er Schmerzen hat, das zeigt ihm denjenigen Teil der Krankheit, der auf luziferischen Einfluß zurückzuführen ist. Aber wir werden das noch leichter verstehen, wenn wir uns fragen: Woher kommt denn der ahrimanische Einfluß?

[ 6 ] Thus we see how karma works, how we fall prey to the Luciferic forces, and how the Luciferic forces bring upon us a disease that manifests in a subsequent incarnation; and we see how benevolent forces add pain to the mere damage to our organs, so that we may have in the pain a means of education lying beneath the surface of our consciousness. Therefore, we can say: wherever pain occurs in connection with an illness, it is a Luciferic power that has caused that illness. Pain is, in fact, a hallmark of the underlying influence of a Luciferic power. — People who like to categorize will feel a need to distinguish between illnesses that are based purely on Luciferic influence and those that are attributable purely to Ahrimanic influence; for in all theoretical pursuits, categorization and the creation of schemas are the most convenient methods, and one believes that through them one has grasped a great deal. But in reality, things do not behave in such a way that they can be grasped by these convenient means. They constantly intersect and merge into one another. And we will also be able to easily understand, when a real disease process is present, that one part can be attributed to Luciferic influence—that is, to things to be found more in the properties of our astral body—and another part, at the same time, to things to be found in the Ahrimanic influence. Thus, no one should believe, when something hurts them, that it is due solely to Luciferic influence. The fact that they are in pain indicates the part of the illness that is attributable to Luciferic influence. But we will understand this even more easily if we ask ourselves: Where does the Ahrimanic influence come from?

[ 7 ] Dem ahrimanischen Einfluß wären die Menschen überhaupt nicht verfallen, wenn sie nicht zuerst dem luziferischen Einfluß verfallen wären. Dadurch, daß die Menschen den luziferischen Einfluß in sich aufnahmen, kam eine solche Verbindung der vier menschlichen Glieder: physischer Leib, Ätherleib, astralischer Leib und Ich zustande, wie sie nicht zustande gekommen wäre, wenn Luzifer nicht gewirkt hätte und wenn nur die Mächte gewirkt hätten, deren Gegner Luzifer ist. Dann hätte sich der Mensch anders entwickelt. Also hat in bezug auf das menschliche Innere das luziferische Prinzip eine Störung hervorgerufen. Aber es hängt vom menschlichen Inneren ab, wie der Mensch die Außenwelt an sich herantreten läßt. Und gerade so, wie Sie mit einem Auge, in welchem etwas zerstört ist, wegen des inneren Fehlers die Außenwelt nicht richtig sehen, so bekommt der Mensch die Außenwelt durch den luziferischen Einfluß überhaupt nicht so zu sehen, wie sie ist. Und weil ein Grund gegeben war für den Menschen, die Außenwelt nicht so zu sehen, wie sie ist, so konnte sich in das nicht richtige Bild der Außenwelt der ahrimanische Einfluß hineindrängen, so daß das Herankommen Ahrimans an den Menschen nur dadurch hat geschehen können, daß erst der luziferische Einfluß gewirkt hatte. Der ahrimanische Einfluß bewirkte, daß der Mensch nicht nur den egoistischen Leidenschaften, Trieben, Begierden, der Eitelkeit, dem Hochmut und so weiter verfallen kann, sondern daß jetzt in einem menschlichen Organismus, wo der Egoismus in solcher Weise wirkte, sich Organe ausbildeten, welche die Außenwelt schief und unrichtig sehen mußten. Dadurch konnte sich in die unrichtigen Bilder der Außenwelt Ahriman mischen. Es kam Ahriman heran, und dadurch war der Mensch dem anderen Einflusse ausgesetzt, so daß er nicht nur den inneren Verlockungen verfallen kann, sondern auch in Irrtum und — bei der Beurteilung der Außenwelt und bei seinen Aussagen über die Außenwelt — in Lüge verfallen kann. So ist Ahriman zwar von außen wirkend, aber wir haben ihm erst die Möglichkeit gegeben, daß er an uns herankommen kann.

[ 7 ] Human beings would not have fallen prey to the Ahrimanic influence at all if they had not first fallen prey to the Luciferic influence. Because human beings took the Luciferic influence into themselves, a certain connection came about between the four human members—the physical body, the etheric body, the astral body, and the I—which would not have come about if Lucifer had not acted and if only the forces had acted of which Lucifer is the opponent. Then human beings would have developed differently. Thus, with regard to the human inner being, the Luciferic principle has caused a disturbance. But it depends on the human inner being how a person allows the outer world to approach them. And just as you cannot see the outer world correctly with an eye in which something is damaged due to an internal defect, so too, through the Luciferic influence, a person is unable to perceive the outer world at all as it truly is. And because there was a reason for human beings not to see the external world as it is, the Ahrimanic influence was able to intrude into this distorted image of the external world, so that Ahriman’s approach to human beings could only have taken place because the Luciferic influence had first been at work. The Ahrimanic influence caused human beings not only to succumb to selfish passions, drives, desires, vanity, pride, and so on, but also to develop organs within the human organism—where egoism was active in this way—that were bound to perceive the external world in a distorted and incorrect manner. Through this, Ahriman was able to intermingle with the distorted images of the external world. Ahriman approached, and as a result, human beings were exposed to this other influence, so that they are not only capable of succumbing to inner temptations, but also of falling into error and—in their assessment of the external world and in their statements about it—into falsehood. Thus, while Ahriman acts from the outside, it is we who have first given him the opportunity to approach us.

[ 8 ] So also stehen ahrimanischer und luziferischer Einfluß eigentlich nie für sich allein. Sie wirken immer aufeinander, halten sich in gewisser Weise das Gleichgewicht. Von innen drängt Luzifer heraus, von außen wirkt Ahriman herein, und dazwischen bildet sich das Weltenbild. Wenn in irgendeiner Inkarnation das Innere des Menschen stärker wird, wenn er mehr den inneren Einflüssen ausgesetzt ist, dann wird er für die Dinge, wo das Innere so wirkt, daß der Mensch mehr erfaßt wird von Hochmut, Eitelkeit und so weiter, sich mehr dem luziferischen Einfluß hingeben. In einer Inkarnation, wo der Mensch weniger durch sein Gesamtkarma dazu gestimmt ist, den inneren Einflüssen nachzugeben, wird er leichter den Irrtümern und den Verführungen des Ahriman verfallen können. So ist es in der Tat in unserem Leben. Wie wir täglich durch das Leben gehen, fallen wir bald mehr den Verlockungen des Luzifer, bald mehr den Verlockungen des Ahriman zum Opfer. Und wir pendeln hin und her zwischen diesen beiden, die uns auf der einen Seite dazu führen, uns in unserem Inneren aufzublähen, auf der andern Seite dazu, uns über die äußere Welt Illusionen vorzumachen.

[ 8 ] Thus, Ahrimanic and Luciferic influences never actually stand alone. They always interact with one another, maintaining a certain balance. Lucifer pushes outward from within, while Ahriman works inward from without, and in between, the worldview takes shape. If, in any given incarnation, the inner life of the human being becomes stronger—if they are more exposed to inner influences—then, in matters where the inner life acts in such a way that the person is more overcome by pride, vanity, and so on, they will surrender more readily to the Luciferic influence. In an incarnation where a person is less predisposed by their overall karma to yield to inner influences, they will be more easily susceptible to the errors and temptations of Ahriman. This is indeed the case in our lives. As we go through life day by day, we fall prey now to the temptations of Lucifer, now to the temptations of Ahriman. And we oscillate back and forth between these two, who lead us, on the one hand, to become inflated within ourselves, and on the other, to delude ourselves about the outer world.

[ 9 ] Es darf an dieser Stelle erwähnt werden — weil es außerordentlich wichtig ist —, daß den Verlockungen von beiden Seiten insbesondere derjenige Widerstand leisten muß, welcher versucht, eine höhere Entwickelung anzustreben und in die geistige Welt einzudringen, sei es dadurch, daß er hinter die Erscheinungen der Außenwelt bis in das Geistige eindringen will oder daß er in das eigene Innere mystisch hinuntersteigen will. Beim Eindringen in die geistige Außenwelt, die hinter der physischen Welt liegt, steht immer das, was Ahriman an täuschenden Bildern vorgaukelt; wenn der Mensch mystisch hinuntersteigen will in die eigene Seele, sind immer die Verlockungen Luzifers in besonderem Maße möglich. Wenn der Mensch Mystiker wird und mit Glück hinunterstrebt, ohne daß er vorher darauf gesehen hat, durch seine Charakterbildung Gegenmittel zu ergreifen gegen Hochmut, Eitelkeit und dergleichen, wenn es ihm gelingt, als Mystiker zu leben, aber ohne besondere moralische Kultur, dann kann er um so mehr den Verlockungen Luzifers verfallen, der von innen herauf in die Seele hineinwirkt. Wenn daher der Mystiker nicht sehr gesehen hat auf seine moralische Kultur, dann kann er, wenn es ihm gelingt, ein wenig hineinzudringen in sein Inneres, in die große Gefahr kommen, daß er noch stärker, als das bisher der Fall war, die rückschlagende Kraft des luziferischen Einflusses aufruft und daß er noch eitler und hochmütiger wird als vorher. Deshalb ist es so notwendig, daß man vorher durch Charakterbildung dafür sorgt, daß man gegen die in allen Fällen an uns herantretenden Verlockungen der Eitelkeit, des Größenwahnes, des Hochmutes ein Gegenmittel hat. Und wir können nicht genug darin tun, uns gerade diejenigen Eigenschaften anzueignen, welche zur Bescheidenheit und zur Demut führen. Das ist im eminenten Maße notwendig für die Seite unserer höheren Entwickelung, die wir die mystische nennen. Auf der andern Seite ist es notwendig, daß sich der Mensch auch gegen die Wahngebilde des Ahriman schützt, wenn er versucht, durch eine Entwickelung, die hinter die Erscheinungen der Außenwelt führt, bis zu den geistigen Urgründen der Dinge zu kommen. Wenn er da nicht versucht, eine Charakterbildung zu erlangen, welche ihn innerlich stark und kräftig macht, die ihn fest gebaut sein läßt auf sein Inneres, dann wird es sehr leicht vorkommen können, daß der betreffende Mensch — und zwar gerade, wenn er Glück hat mit dem Hinausgehen in die geistige Welt — dem Ahriman verfällt, daß Ahriman ihm vorgaukelt Illusion über Illusion, Halluzination über Halluzination.

[ 9 ] It is worth mentioning here—because it is of the utmost importance—that the temptations from both sides must be resisted, especially by those who seek higher development and strive to penetrate the spiritual world, whether by looking beyond the phenomena of the external world into the spiritual realm or by descending mystically into their own inner being. When penetrating the spiritual outer world that lies beyond the physical world, one always encounters the deceptive images conjured up by Ahriman; when a person seeks to descend mystically into their own soul, the temptations of Lucifer are particularly likely to arise. When a person becomes a mystic and strives downward with success, without having previously taken care to develop the character necessary to counteract pride, vanity, and the like, if they succeed in living as a mystic but without particular moral cultivation, then they are all the more likely to succumb to the temptations of Lucifer, who works upward from within into the soul. If, therefore, the mystic has not paid close attention to his moral cultivation, then, if he succeeds in penetrating a little into his inner self, he may run the great risk of invoking the counterproductive force of the Luciferic influence even more strongly than was previously the case, and of becoming even more vain and arrogant than before. That is why it is so necessary to ensure beforehand, through character building, that we have an antidote against the temptations of vanity, delusions of grandeur, and arrogance that approach us in all cases. And we cannot do enough to acquire precisely those qualities that lead to modesty and humility. This is eminently necessary for that aspect of our higher development which we call the mystical. On the other hand, it is necessary for a person to protect themselves against the delusions of Ahriman when they attempt, through a development that leads beyond the phenomena of the external world, to reach the spiritual foundations of things. If they do not strive to develop a character that makes them strong and resilient within, that allows them to stand firmly grounded in their inner being, then it can very easily happen that the person in question—especially if they are fortunate enough to venture into the spiritual world—falls prey to Ahriman, that Ahriman deceives them with illusion upon illusion, hallucination upon hallucination.

[ 10 ] Man kommt häufig in den Fall, daß einen die Menschen in gewisser Beziehung «beim Wort nehmen». Weil so oft betont wird, daß die höhere Entwickelung, die hinter die Erscheinungen der Außenwelt kommen will, verknüpft sein muß mit vollem Bewußtsein, kommt es vor, daß einem die Leute immer wieder halb somnambule Personen bringen, welche versichern: Ja, da nehme ich die geistige Welt wahr, und zwar bei vollem Bewußtsein! — Da kann man immer nur sagen: Wenn du nur nicht bei Bewußtsein sein möchtest; das wäre viel gescheiter! — Denn über dieses «Bewußtsein» täuschen sich die Leute. Es ist ein bloßes Bilderbewußtsein, ein astralisches Bewußtsein; denn wenn diese Personen nicht in einem unterbewußten Grade bewußt wären, würden sie das ja nicht wahrnehmen. Aber darum handelt es sich, daß man, wenn man in die geistige Welt hineingeht, sein Ich-Bewußtsein zusammenhält. An das Ich-Bewußtsein aber ist gebunden Urteilskraft und ein deutliches Unterscheidungsvermögen! Das haben dann die Menschen nicht für die Gestalten, welche sie in der geistigen Welt sehen. Daß sie ein Bewußtsein haben, ist nicht weiter wunderbar; aber jenes Bewußtsein, das mit der Kultur unseres Ich verknüpft ist, das müssen wir haben. Daher wird nicht etwa betont bei einer Entwickelung zum Schauen der höheren Welten, daß die Menschen so schnell wie möglich hineinkommen in eine höhere Welt und allerlei Gestalten sehen oder vielleicht auch allerlei Stimmen hören, sondern es wird betont, daß das Hineingehen in die geistige Welt von Glück und von Vorteil nur dann sein kann, wenn man das Bewußtsein und das Unterscheidungsvermögen und die Urteilskraft schärft. Und das kann nicht besser geschehen als durch das Studium der geisteswissenschaftlichen Wahrheiten. Daher wird betont, daß das Sich-Befassen mit geisteswissenschaftlichen Wahrheiten ein Schutz ist gegen das vermeintliche Sehen von allerlei Gestalten, über das keine Urteilskraft sich ausbreiten kann. Wer wirklich geschult ist in dieser Weise, der wird nicht jede beliebige Erscheinung für dies oder jenes halten, sondern er wird vor allen Dingen unterscheiden können zwischen Realität und Nebelbild, und er wird sich vor allen Dingen auch klar sein, daß man namentlich auch mit den Dingen, welche als Gehörswahrnehmungen auftreten, besonders vorsichtig sein muß, weil nie eine Gehörswahrnehmung eine richtige sein kann, wenn der Betreffende nicht durchgegangen ist durch die Sphäre der absoluten Ruhe. Und wer nicht zuerst die absolute Stille und Lautlosigkeit der geistigen Welt erfahren hat, der kann sich ganz gewiß sagen, daß es Trugbilder sind, die er wahrnimmt, und wenn sie ihm etwas noch so Gescheites sagen. Nur wer sich Mühe gegeben hat, seine Urteilskraft zu schärfen gerade dadurch, daß er zu begreifen versucht die Wahrheiten der höheren Welten, nur der kann sich gegen Trugbilder schützen. Die Mittel der äußeren Wissenschaft reichen dazu nicht aus. Die äußere Wissenschaft gibt keine so scharfe, stärkende Urteilskraft, wie sie notwendig ist, um in einer geistigen Welt wirklich zu unterscheiden. Darum kann man wirklich sagen: Wenn Leute etwas mitteilen aus höheren Welten, die nicht vorher sorgfältig darauf geachtet haben, ihre Urteilskraft zu schärfen — was besonders durch das Studium der Geisteswissenschaft möglich ist —, dann sind solche Mitteilungen immer im höchsten Grade anfechtbar, und sie müßten mindestens immer erst kontrolliert werden durch diejenigen Methoden, die unter der Voraussetzung der wirklichen Schulung errungen sind.

[ 10 ] It often happens that people, in a certain sense, “take you at your word.” Because it is so often emphasized that higher development—which seeks to go beyond the appearances of the external world—must be linked to full consciousness, people repeatedly bring you individuals in a semi-somnambulistic state who assure you: “Yes, I perceive the spiritual world, and I do so with full consciousness!” — To this one can only say: If only you didn’t want to be conscious; that would be much wiser! — For people are mistaken about this “consciousness.” It is merely a visual consciousness, an astral consciousness; for if these people were not conscious to some subconscious degree, they would not perceive it. But the point is that when one enters the spiritual world, one must hold one’s ego-consciousness together. But judgment and a clear power of discrimination are bound up with the ego-consciousness! People then lack these for the beings they see in the spiritual world. That they have a consciousness is not particularly remarkable; but that consciousness which is linked to the development of our ego—that is what we must have. Therefore, in the development of vision into the higher worlds, the emphasis is not on people entering a higher world as quickly as possible to see all manner of beings or perhaps hear all manner of voices; rather, the emphasis is on the fact that entering the spiritual world can only be a blessing and a benefit if one sharpens one’s consciousness, discernment, and power of judgment. And this cannot be achieved better than through the study of spiritual scientific truths. Therefore, it is emphasized that engaging with spiritual scientific truths serves as a safeguard against the supposed vision of all manner of figures, over which no power of judgment can be exercised. Anyone who is truly trained in this way will not mistake just any phenomenon for this or that, but will above all be able to distinguish between reality and a phantom image, and above all, they will also be clear that one must be particularly cautious, especially with things that appear as auditory perceptions, because no auditory perception can ever be accurate unless the person in question has passed through the sphere of absolute stillness. And whoever has not first experienced the absolute stillness and silence of the spiritual world can be quite certain that what they perceive are illusions, no matter how sensible they may seem. Only those who have made an effort to sharpen their powers of judgment precisely by attempting to comprehend the truths of the higher worlds—only they can protect themselves against illusions. The methods of external science are not sufficient for this. External science does not provide the kind of sharp, strengthening power of judgment that is necessary to truly discern in a spiritual world. Therefore, one can truly say: When people communicate something from higher worlds without having first taken care to sharpen their powers of judgment—which is possible especially through the study of spiritual science—then such communications are always highly questionable, and they must at the very least always first be verified by those methods acquired through genuine training.

[ 11 ] Es gibt nur eine Macht, vor der sich Luzifer zurückzieht: das ist die Moralität. Das ist etwas, was den Luzifer brennt wie das furchtbarste Feuer. Und es gibt kein anderes Mittel, welches dem Ahriman entgegenwirkt, als an der Geisteswissenschaft geschulte Urteilskraft und Unterscheidungsvermögen. Denn was wir uns auf der Erde als gesunde Urteilskraft aneignen, das ist etwas, was Ahriman furchtbar flieht. Er hat im Grunde vor nichts einen so großen Widerwillen als vor dem, was wir uns durch eine gesunde Schulung unseres Ich-Bewußtseins erringen. Denn wir werden sehen, daß Ahriman einer ganz andern Region angehört, die weit entfernt ist von dem, was wir als unsere gesunde Ur 1309 teilskraft entwickeln. Im Augenblick, wo Ahriman mit dem zusammentrifft, was wir uns im Erdendasein als gesunde Urteilskraft errungen haben, bekommt er einen furchtbaren Schreck, denn das ist etwas ganz Unbekanntes für ihn, davor hat er eine große Furcht. Je mehr wir uns daher bemühen, das auszubilden, was im Leben zwischen Geburt und Tod an gesunder Urteilskraft gegeben werden kann, desto mehr arbeiten wir Ahriman entgegen. Das zeigt sich besonders bei allerlei Persönlichkeiten, welche einem gebracht werden und die dann «das Blaue vom Himmel herunter» von all den geistigen Welten erzählen, die sie da gesehen haben. Und wenn man dann den allergeringsten Versuch macht, diesen Persönlichkeiten etwas klarzumachen, ihnen Verständnis und Unterscheidungsvermögen beizubringen, dann hat sie Ahriman gewöhnlich so sehr in der Gewalt, daß sie kaum darauf eingehen können; und das wird um so stärker, je mehr sich die Verlockungen Ahrimans nach der akustischen Seite hin ausdrücken. Gegen das, was sich in visionären Bildern zeigt, gibt es noch mehr Mittel als gegen das, was akustisch sich zeigt, wie gehörte Stimmen und so weiter. Solche Leute haben eine große Abneigung, etwas zu lernen, was für das Ich-Bewußtsein zwischen Geburt und Tod errungen werden muß. Sie mögen es nicht. Aber sie selber sind das nicht, die das nicht mögen, Es sind die ahrimanischen Mächte, welche sie davon wegzerren. Wenn man einen solchen Menschen dann aber so weit bringt, gesunde Urteilskraft zu entwickeln, und er darauf eingeht, Belehrungen anzunehmen, dann zeigt sich sehr bald folgendes. Dann hören die Stimmen und die Halluzinationen auf, weil sie vorher nur ahrimanische Nebelbilder waren und weil Ahriman eine furchtbare Angst bekommt, sobald er verspürt: Da, vom Menschen her, kommt eine gesunde Utteilskraft!

[ 11 ] There is only one power before which Lucifer retreats: that is morality. This is something that burns Lucifer like the most terrible fire. And there is no other means of counteracting Ahriman than the power of judgment and discernment trained through spiritual science. For what we acquire on Earth as sound judgment is something from which Ahriman flees in terror. He has, in fact, no greater aversion to anything than to what we attain through the healthy training of our sense of self. For we shall see that Ahriman belongs to an entirely different realm, far removed from what we develop as our healthy power of judgment. The moment Ahriman encounters what we have attained in our earthly existence as sound judgment, he is seized by a terrible fright, for this is something entirely unknown to him; he has a great fear of it. The more we therefore strive to develop what can be given as healthy power of judgment in the life between birth and death, the more we work against Ahriman. This is particularly evident in all sorts of personalities who are brought to us and who then tell “tall tales” about all the spiritual worlds they have seen there. And if one then makes the slightest attempt to make something clear to these individuals, to teach them understanding and discernment, Ahriman usually has such a strong hold on them that they can hardly respond; and this becomes all the stronger the more Ahriman’s temptations express themselves on the auditory side. There are even more remedies against what manifests in visionary images than against what manifests aurally, such as voices heard and so on. Such people have a great aversion to learning what must be attained for the ego-consciousness between birth and death. They do not like it. But it is not they themselves who dislike this; it is the Ahrimanic forces that drag them away from it. However, if one then brings such a person to the point of developing sound judgment, and they are open to receiving instruction, the following soon becomes apparent. Then the voices and hallucinations cease, because they were previously only Ahrimanic phantoms, and because Ahriman is seized by a terrible fear as soon as he senses: “There, from the human being, comes a healthy power of judgment!”

[ 12 ] So ist in der Tat das beste Mittel gegen diese den Menschen besonders schädigenden Erkrankungen des durch Ahriman bewirkten Sehens und halluzinatorischen Hörens dies: den Menschen mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln dazu zu bringen, sich eine gesunde und vernünftige Urteilskraft zu erringen. Das ist für manche Persönlichkeiten außerordentlich schwierig. Denn sie sind in dem Falle, daß es die andere Macht ihnen sehr bequem macht, diese andere Macht leitet sie. Wer aber diese Macht austreiben will, kann es sich nicht so bequem machen. Bei solchen Persönlichkeiten kommt man dann recht schwer an, denn sie behaupten, man hätte ihnen das genommen, was sie früher in die geistige Welt hinaufgeführt hat, während man sie in Wahrheit gesund gemacht hat und davor bewahrt hat, daß diese Mächte immer mehr und mehr Gewalt über sie bekommen!

[ 12 ] Indeed, the best remedy for these particularly harmful conditions—caused by Ahriman—of visual and auditory hallucinations is this: to use every means at our disposal to help people develop a healthy and sound power of judgment. This is extraordinarily difficult for some individuals. For they are in a situation where, if the other power makes things very comfortable for them, that other power guides them. But whoever wishes to drive out this power cannot make things so comfortable for themselves. It is quite difficult to reach such individuals, for they claim that one has taken away from them what once led them up into the spiritual world, whereas in truth one has made them healthy and protected them from these powers gaining ever more and more control over them!

[ 13 ] Wir sehen also, wovor die luziferischen und ahrimanischen Mächte einen recht großen Widerwillen haben. Demut, Bescheidenheit beim Menschen, sich nicht für mehr halten, als wozu ein gesundes Urteil berechtigt, das ist etwas, was dem Luzifer gar nicht gefällt. Dagegen ist er da wie die Fliegen in einer unreinen Stube, wenn irgendwo die Eigenschaften des Ehrgeizes, der Eitelkeit heraus wollen. Alles dies und besonders die Dinge, welche auf falschen Vorstellungen über sich selbst beruhen, wirken nun wieder dahin, daß wir uns auch für Ahriman bereit machen. Gegen Ahriman schützt aber nichts mehr, als wenn wir uns wirklich im Leben Mühe geben, gesund zu denken, wie es uns das Leben zwischen Geburt und Tod lehrt. Und gerade diejenigen, welche auf dem Boden der Geisteswissenschaft stehen, haben alle Veranlassung, so intensiv, als es nur möglich ist, immer wieder zu betonen, daß es uns als Erdenmenschen nicht geziemt, zu übersehen, was uns gerade durch das Erdenleben gegeben werden soll. Die Menschen, welche es verschmähen, sich ein gesundes Urteil und vernünftiges Unterscheidungsvermögen anzueignen, und leicht ohne dieses hinauf wollen in eine geistige Welt, sie wollen sich im Grunde genommen dem Erdenleben entziehen. Sie wollen so hinschweben über das Erdenleben; sie finden, daß es eigentlich für sie eine viel zu geringe Beschäftigung ist, sich mit allerlei Dingen abzugeben, die zum Verständnis des Erdenlebens führen können. Sie halten sich für etwas Besseres. Gerade eine solche Empfindung ist aber ein neuer Grund zum Hochmut. Daher können wir es immer wieder sehen, daß Persönlichkeiten, die zur Schwärmerei neigen, zu einem Nicht-berührtsein-Wollen von den Erdendingen und dem Erdenleben, es ablehnen, zu lernen, «weil sie ja schon in allem darinnenstehen» und nicht Gemeinschaft machen wollen mit einer solchen Strömung wie der unserigen. Solche Menschen sagen: In die geistige Welt muß ja die Menschheit hinein!

[ 13 ] So we see what the Luciferic and Ahrimanic forces have a strong aversion to. Humility, modesty in human beings—not considering oneself to be more than what sound judgment warrants—that is something Lucifer does not like at all. On the other hand, he is there like flies in a dirty room whenever the qualities of ambition and vanity try to break through. All of this—and especially those things based on false notions about oneself—in turn lead us to prepare ourselves for Ahriman as well. Yet nothing protects us from Ahriman more than truly striving in life to think soundly, as life between birth and death teaches us. And precisely those who stand on the ground of spiritual science have every reason to emphasize, as intensely as possible and time and again, that it does not befit us as earthly human beings to overlook what is meant to be given to us precisely through earthly life. Those who spurn the acquisition of sound judgment and reasonable discernment, and who wish to ascend into a spiritual world without these, essentially wish to withdraw from earthly life. They wish to float above earthly life; they feel that it is actually far too trivial a pursuit for them to concern themselves with all manner of things that might lead to an understanding of earthly life. They consider themselves superior. Yet precisely such a feeling is a new cause for arrogance. That is why we see time and again that personalities who are prone to enthusiasm, who wish to remain untouched by earthly matters and earthly life, refuse to learn “because they are already fully immersed in everything” and do not wish to associate with a movement such as ours. Such people say: Humanity must surely enter the spiritual world!

[ 14 ] Gewiß, aber es gibt nur einen gesunden Paß da hinein, und das ist die auf der Erde errungene Moralität im höheren Sinne, die uns nicht uns selbst überschätzen läßt, die uns nicht zu einem falschen Urteil über uns selbst führt, uns auch nicht abhängig sein läßt von unseren Trieben, Begierden und Leidenschaften; und auf der andern Seite ist es ein emsiges, gesundes Mitarbeiten mit den Verhältnissen des Erdenlebens, nicht ein Über-den-Verhältnissen-des-Erdenlebens-schweben-Wollen.

[ 14 ] Certainly, but there is only one healthy way to enter there, and that is the morality—in the higher sense—achieved on earth, which does not allow us to overestimate ourselves, which does not lead us to a false judgment of ourselves, nor does it allow us to be dependent on our instincts, desires, and passions; and on the other hand, it is a diligent, healthy engagement with the conditions of earthly life, not a desire to float above the conditions of earthly life.

[ 15 ] Damit haben wir aus den Tiefen des Karma etwas herausgeholt, was mit den Tiefen des geistigen Lebens zusammenhängt. Von großem Wert kann das sein. Aber nichts ist von Wert für die Entwickelung des Menschen und seiner Individualität, was ohne gesunde Vernunft aus der geistigen Welt herausgeholt wird; und von Wert ist auch das nicht, was ohne Moralität herausgeholt wird. Das kann man einsehen aus den Tatsachen, die das letzte Mal und heute dargestellt worden sind. Und wenn wir das einsehen, können wir uns sagen: Warum sollte der luziferische Einfluß, gerade weil er von früher her wirkt und sich umgewandelt hat in die Krankheit und ausgeglichen wird durch den Schmerz, warum sollte er nicht beim Menschen gleichsam nach sich ziehen den ahrimanischen Einfluß? Und warum sollte nicht bei dem, was uns Schmerz bereitet und uns den luziferischen Verlauf einer Krankheit anzeigt, mitspielen gerade als Folge des luziferischen Einflusses der ahrimanische Einfluß? Wie aber wirkt der ahrimanische Einfluß? Und wie wandeln sich die Verlockungen des Ahriman in Krankheitsursachen um? Wie tritt das auf in einer späteren Inkarnation?

[ 15 ] In this way, we have drawn from the depths of karma something that is connected to the depths of spiritual life. This can be of great value. But nothing drawn from the spiritual world without sound reason is of value for the development of the human being and his or her individuality; nor is anything of value that is drawn from it without morality. This can be seen from the facts that were presented last time and today. And when we see this, we can ask ourselves: Why should the Luciferic influence—precisely because it has been at work since ancient times and has transformed itself into illness and is balanced by pain—why should it not, so to speak, draw the Ahrimanic influence after itself in human beings? And why should not the Ahrimanic influence play a part in what causes us pain and indicates to us the Luciferic course of an illness, precisely as a consequence of the Luciferic influence? But how does the Ahrimanic influence work? And how do the temptations of Ahriman transform into causes of illness? How does this occur in a later incarnation?

[ 16 ] Was ahrimanischem Einfluß zuzuschreiben ist, das ist mittelbar doch auf Luzifer zurückzuführen; aber wenn der luziferische Einfluß so stark war, daß er den ahrimanischen Einfluß herausgefordert hat, dann ist der ahrimanische Einfluß der heimtückischere. Er liegt tiefer unten, nicht nur in den Verfehlungen des astralischen Leibes, sondern in den Verfehlungen des Ätherleibes. In einem Bewußtsein, das unter dem Schmerzbewußstsein liegt, tritt der ahrimanische Einfluß auf mit einer Schädigung, welche nicht von Schmerz begleitet zu werden braucht, mit einer solchen Schädigung, die in dem betreffenden Organe, wo sich die Schädigung ausdrückt, zu einem Unbrauchbarwerden dieses Organs führt. — Nehmen wir an, in einer Inkarnation hätte ein ahrimanischer Einfluß gewirkt und hätte das hervorgerufen, was eben ein ahrimanischer Einfluß hervorrufen kann. Der Mensch durchlebt nun die Zeit zwischen Tod und neuer Geburt — und tritt wieder auf in einer neuen Inkarnation. Dann zeigt sich, daß irgendein Organ ergriffen ist von der ahrimanischen Wirkung, mit andern Worten: In diesem Organ sitzt der Ätherleib viel tiefer darinnen, als er darinsitzen sollte; das Organ ist viel stärker durchdrungen von dem Ätherleib, als es sein sollte. In solchem Falle wird der Mensch wegen des fehlerhaften Organs verleitet, sich nur noch mehr in den Irrtum — das, was Ahriman vollbringt in der Welt — zu verstricken. Mit dem Organ, welches dem ahrimanischen Einfluß seine Schädigung verdankt, in das sich so recht tief hineinversetzt hat der Ätherleib, würde der Mensch, wenn er diesen ganzen Prozeß ausleben wollte, sich tiefer in das verstricken, was Ahriman bewirken kann: in die Maja. Da nun aber alles das, was die Außenwelt als Maja erzeugt, nicht mitgenommen werden kann in die geistige Welt, so entzieht sich uns die geistige Welt immer mehr. Denn dort gibt es nur Wahrheit, nicht Illusion! Je mehr wir also in die durch Ahriman bewirkte Illusion hineinverstrickt werden, desto mehr werden wir gerade dazu gedrängt, uns noch viel mehr in die sinnlich-äußere Welt, in die Illusion des Physisch-Sinnlichen hineinzuversetzen, als wir es ohne ein solches schadhaftes Organ tun würden.

[ 16 ] Whatever can be attributed to Ahrimanic influence can ultimately be traced back to Lucifer; but if the Luciferic influence was so strong that it provoked the Ahrimanic influence, then the Ahrimanic influence is the more insidious one. It lies deeper, not only in the transgressions of the astral body, but in those of the etheric body. In a state of consciousness that lies below the consciousness of pain, the Ahrimanic influence manifests itself through a form of damage that need not be accompanied by pain—a damage that, in the organ where it manifests, leads to the organ becoming useless. — Let us suppose that in an incarnation an Ahrimanic influence had been at work and had brought about what an Ahrimanic influence can bring about. The human being now passes through the time between death and new birth—and reappears in a new incarnation. Then it becomes apparent that some organ is affected by the Ahrimanic influence; in other words: In this organ, the etheric body is situated much deeper within than it ought to be; the organ is much more deeply permeated by the etheric body than it should be. In such a case, because of the defective organ, the human being is led to become even more entangled in error—that which Ahriman brings about in the world. With the organ that has been damaged by the Ahrimanic influence—into which the etheric body has penetrated so deeply—the human being, if they were to live out this entire process, would become more deeply entangled in what Ahriman can bring about: in Maya. But since everything that the outer world produces as Maya cannot be taken into the spiritual world, the spiritual world eludes us more and more. For there is only truth there, not illusion! The more we become entangled in the illusion brought about by Ahriman, the more we are driven to immerse ourselves even more deeply in the sensory-outer world, in the illusion of the physical-sensory, than we would do without such a harmful organ.

[ 17 ] Da aber tritt die gegensätzliche Wirkung ebenso auf, wie die gegensätzliche Wirkung im Schmerz bei dem luziferischen Einfluß auftritt. Da tritt die gegensätzliche Wirkung nun so auf, daß in dem Augenblick, wo die Gefahr vorhanden ist, daß wir uns zu sehr an die physischsinnliche Welt ketten und uns dadurch zu viel rauben von dem, was uns hinaufführen könnte in die geistige Welt, daß in diesem Augenblick das Organ zerstört wird, daß es entweder gelähmt oder zu schwach gemacht wird zum Wirken. Es tritt also ein Zerstörungsprozeß ein. Sehen wir also, daß ein Organ zerstört wird, so müssen wir uns klar sein, daß wir dies eigentlich wohltätigen Mächten verdanken müssen: das Organ wird uns genommen, damit wir wieder den Rückweg finden in die geistige Welt. So ist es in der Tat, daß uns — wenn es nicht anders geht — durch gewisse Mächte Organe zerstört werden oder daß wir mit kranken Organen ausgerüstet werden, damit wir nicht zu tief in die Illusion hineingestoßen werden.

[ 17 ] But here the opposite effect occurs just as the opposite effect occurs in pain under the influence of Lucifer. The opposite effect now manifests itself in such a way that, at the very moment when there is a danger that we might become too attached to the physical-sensory world and thereby deprive ourselves of too much of what could lead us up into the spiritual world, at that very moment the organ is destroyed, so that it is either paralyzed or rendered too weak to function. A process of destruction thus sets in. So when we see that an organ is being destroyed, we must realize that we actually have benevolent forces to thank for this: the organ is taken from us so that we may find our way back into the spiritual world. It is indeed the case that—when there is no other way—certain forces destroy our organs or endow us with diseased organs so that we are not thrust too deeply into the illusion.

[ 18 ] Wenn also jemand zum Beispiel eine Leberkrankheit hat, die als solche nicht von schmerzlichen Erlebnissen begleitet ist, so haben wir es zu tun mit der Wirkung eines vorhergehenden ahrimanischen Einflusses, der dazu geführt hat, der Leber die betreffende Schädigung zuzufügen, weil wir sonst durch die Kräfte, welche verbunden sind mit dem Tieferhineingehen des Ätherleibes, zu sehr in Maja hineingeführt würden, wenn uns dieses Organ nicht genommen würde.

[ 18 ] So, for example, if someone has a liver disease that is not in itself accompanied by painful experiences, we are dealing with the effect of a prior Ahrimanic influence that led to the liver sustaining the damage in question, because otherwise, through the forces associated with the deeper penetration of the etheric body, we would be led too far into Maya if this organ were not taken from us.

[ 19 ] Sagen und Mythen haben immer die tiefste Weisheit gewußt und haben sie in sich ausgedrückt. Gerade die Leber ist ein gutes Beispiel dafür. Denn sie ist ein Organ, das am leichtesten für das Hineingleiten des Menschen in die physisch-illusorische Welt wirksam sein kann. Und die Leber ist zugleich das Organ, das uns eigentlich an die Erde kettet. Mit dieser Wahrheit hängt zusammen, daß bei derjenigen Wesenheit, welche den Menschen der Sage nach die Kraft gebracht hat, die sie in das Erdenleben hineinführen und dort recht wirksam machen soll nämlich bei Prometheus —, gerade an der Leber ein Geier nagt. Ein Geier nagt an der Leber, nicht etwa darum, weil das dem Prometheus einen besonders tiefen Schmerz verursachen soll; denn in diesem Falle würde die Sage nicht stimmen mit den wirklichen Tatsachen. Aber Sagen stimmen immer überein mit den physiologischen Tatsachen! Der Geier nagt an der Leber, weil es nicht wehtut! Denn es sollte darauf hingewiesen werden, daß Prometheus der Menschheit etwas brachte, was sie tiefer hineinverstricken könnte in das Ahrimanische, wenn nicht die gegenteilige, ausgleichende Wirkung geschehen könnte. Okkulte Urkunden sind immer im Einklang mit den Wahrheiten, welche wir in der Geisteswissenschaft verkünden.

[ 19 ] Legends and myths have always held the deepest wisdom and expressed it within themselves. The liver, in particular, is a good example of this. For it is the organ most capable of facilitating a person’s descent into the physical-illusory world. And the liver is at the same time the organ that actually chains us to the earth. Connected to this truth is the fact that in the being who, according to the legend, brought humans the power to enter earthly life and make it truly effective—namely, Prometheus—a vulture gnaws precisely at the liver. A vulture gnaws at the liver, not because this is meant to cause Prometheus particularly deep pain; for in that case, the legend would not correspond to the actual facts. But legends always correspond to physiological facts! The vulture gnaws at the liver because it does not hurt! For it should be pointed out that Prometheus brought humanity something that could entangle it more deeply in the Ahrimanic, were it not for the opposing, balancing effect. Occult records are always in harmony with the truths we proclaim in spiritual science.

[ 20 ] Ich habe Ihnen heute rein aus der Sache heraus gezeigt, daß es die guten Mächte sind, welche über den Menschen den Schmerz verhängen gegenüber dem Einfluß Luzifers. Bringen Sie das einmal in Zusammenhang mit der Urkunde des Alten Testamentes. Als der Einfluß des Luzifer geschehen war, wie er uns symbolisiert wird durch die Schlange, welche die Eva verführt, mußte also von den Gegnern des Luzifer gerade über das, wozu Luzifer die Menschen bringen wollte, der Schmerz verhängt werden. Es mußte die Macht, deren Gegner Luzifer ist, jetzt kommen und davon sprechen, daß von nun an Schmerz über die Menschheit gebracht wird. Das tut Jahve oder Jehovah, indem er sagt: «Unter Schmerzen sollst du Kinder gebären!»

[ 20 ] Today I have shown you, purely on the merits of the case, that it is the forces of good that inflict suffering upon humanity in opposition to the influence of Lucifer. Consider this in light of the Old Testament. When the influence of Lucifer took hold—as symbolized by the serpent that seduced Eve—it was precisely in the very area where Lucifer sought to lead humanity that the opponents of Lucifer had to inflict suffering. The power to which Lucifer is an adversary had to come now and declare that from this point on, pain would be brought upon humanity. This is what Yahweh or Jehovah does when he says: “In pain you shall bring forth children!”

[ 21 ] Diese Dinge in den okkulten Urkunden weiß man in der Regel nicht zu deuten, solange man die geisteswissenschaftlichen Erklärungen als solche noch nicht hat. Nachher kommt man dann darauf, wie tief diese Urkunden sind. Daher können Sie auch von mir nicht verlangen, daß ich Ihnen aus dem Nichts heraus — ohne die entsprechenden Voraussetzungen — die Dinge ohne weiteres erklären kann. Damit es überhaupt möglich ist, über die Stelle zu sprechen: «Unter Schmerzen sollst du Kinder gebären!», müssen vorausgehen die Betrachtungen über das Karma; denn erst an der betreffenden Stelle kann man die Erklärung darüber einfügen. Daher nutzt es auch nicht viel, wenn man dieses oder jenes erklärt haben will aus den okkulten Urkunden, bevor man die betreffende Stelle in der okkulten Entwickelung erreicht hat. Und es ist immer eine mißliche Sache, zu fragen: Was bedeutet dies? Was bedeutet jenes? — Der Mensch muß immer warten und Geduld haben, bis die betreffende Stelle herangekommen ist; mit den Erklärungen allein würde man nichts erreichen.

[ 21 ] People generally do not know how to interpret these things in the occult documents until they have the spiritual-scientific explanations themselves. Only later does one realize how profound these texts are. Therefore, you cannot expect me to explain these things to you out of thin air—without the necessary background—as if it were a simple matter. In order to even begin discussing the passage, “In pain you shall bring forth children,” one must first consider the concept of karma; for it is only at that specific point that the explanation can be introduced. Therefore, it is of little use to demand an explanation of this or that from the occult texts before one has reached the relevant stage in one’s occult development. And it is always a difficult matter to ask: What does this mean? What does that mean? — One must always wait and be patient until the relevant stage has been reached; explanations alone would achieve nothing.

[ 22 ] So sehen wir in unser Leben hineinwirken auf der einen Seite die luziferischen Mächte, auf der andern Seite diejenigen Mächte, deren Gegner Luzifer ist. Dann wirken die ahrimanischen Mächte in unser Leben hinein, und wir müssen uns klarmachen, daß die Mächte, welche uns Organe unbrauchbar machen, wenn wir dem ahrimanischen Einfluß verfallen, zu den guten Mächten zu rechnen sind, deren Gegner eben Ahriman ist.

[ 22 ] Thus we see that, on the one hand, the Luciferic forces are at work in our lives, and on the other hand, those forces whose adversary is Lucifer. Then the Ahrimanic forces act upon our lives, and we must realize that the forces which render our organs useless when we fall prey to Ahrimanic influence are to be counted among the good forces whose adversary is precisely Ahriman.

[ 23 ] Wenn Sie Ihren Ausgangspunkt nehmen von all dem, was jetzt gesagt worden ist, werden Sie tief hineinschauen können in das komplizierte Getriebe der Menschennatur, und Sie werden dazu kommen können, sich zu sagen: Die luziferischen Mächte sind solche, die während der alten Mondenzeit zurückgeblieben sind; sie wirken heute in unserer Erdentwickelung mit denjenigen Kräften in das menschliche Leben hinein, die eigentlich Mondenkräfte sind, die sich in demjenigen Weltenplan, der zum Beispiel nur jenen Mächten entspricht, deren Gegner Luzifer ist, gar nicht innerhalb unserer Erdentwickelung abspielen können. So wirkt Luzifer hinein in den Plan einer anderen Wesenheit.

[ 23 ] If you take as your starting point everything that has just been said, you will be able to look deeply into the complex workings of human nature, and you will come to say to yourself: The Luciferic forces are those that remained behind during the ancient Moon era; today, in the course of our Earth’s evolution, they intervene in human life with forces that are actually lunar forces—forces that, within the world plan corresponding, for example, only to those powers whose adversary is Lucifer, cannot at all play out within our Earth’s evolution. Thus, Lucifer intervenes in the plan of another being.

[ 24 ] Wir können aber nun zurückgehen zu weiter zurückliegenden Epochen der Entwickelung.

[ 24 ] But we can now go back to earlier periods of development.

[ 25 ] Wenn wir auf der einen Seite sehen, daß auf dem Monde Wesenheiten zurückblieben in ihrer Entwickelung, um auf der Erde einzugreifen in das menschliche Leben, dann kann uns erklärlich erscheinen, daß auch auf der alten Sonne Wesen zurückgeblieben sind, die dann auf dem Mond eine ähnliche Rolle gespielt haben wie die luziferischen Wesenheiten jetzt auf der Erde. Wir haben heute in der menschlichen Wesenheit etwas, was wir eigentlich als einen Kampf bezeichnen können: der Kampf, der sich abspielt zwischen den luziferischen Gewalten, welche sich in unseren astralischen Leib hineinsetzen, und denjenigen Mächten, die durch unser Ich, durch unsere Erdenerrungenschaften auf uns wirken. Denn die Mächte, deren Gegner Luzifer ist, können ja nur durch unser Ich auf uns wirken. Wenn wir uns Klarheit und richtige Schätzung über uns selbst aneignen, so können wir das nur mit Hilfe derjenigen Mächte, die auf unser Ich wirken. Dazu müssen wir schon unser Ich anwenden. Deshalb können wir sagen: Indem sich unser Ich aufbäumt gegen die luziferischen Mächte, kämpft in uns Jahve oder Jehovah gegen Luzifer; da kämpft das, was den guten Weltenplan besorgt, gegen das, was sich auflehnt gegen diesen Weltenplan in seiner alleinigen Geltung, und wir sind mit unserem innersten Wesen darinnenstehend in diesem Kampf des Luzifer mit andern Wesenheiten. Wir sind selbst der Schauplatz dieses Kampfes. Und daß wir der Schauplatz dieses Kampfes sind, das zieht uns in Karma hinein — aber nur mittelbar dadurch, daß dieser Kampf mit dem Luzifer sich abspielt. Wenn wir dagegen den Blick nach außen richten, werden wir in die ahrimanischen Mächte hineingezogen. Da spielt sich etwas ab, was von draußen kommt, und hier kommt Ahriman in uns herein.

[ 25 ] If, on the one hand, we see that certain beings remained behind on the Moon in their development in order to intervene in human life on Earth, then it may seem plausible to us that beings also remained behind on the ancient Sun, who then played a similar role on the Moon as the Luciferic beings do now on Earth. Today, within the human being, we have something that we can actually describe as a struggle: the struggle taking place between the Luciferic forces, which take up residence in our astral body, and those forces that act upon us through our ego and through our earthly achievements. For the forces whose adversary is Lucifer can, after all, only act upon us through our ego. If we are to acquire clarity and a proper understanding of ourselves, we can do so only with the help of those forces that act upon our ego. To this end, we must already apply our ego. Therefore, we can say: As our ego rebels against the Luciferic forces, Yahweh or Jehovah fights within us against Lucifer; there, that which upholds the good world plan fights against that which rebels against this world plan in its sole validity, and we stand with our innermost being in the midst of this struggle between Lucifer and other beings. We ourselves are the theater of this struggle. And the fact that we are the theater of this struggle draws us into karma—but only indirectly, through the fact that this struggle with Lucifer is taking place. When, on the other hand, we turn our gaze outward, we are drawn into the Ahrimanic forces. There something is taking place that comes from outside, and here Ahriman enters into us.

[ 26 ] Nun wissen wir, daß Wesenheiten auf dem alten Monde gelebt haben, die in ähnlicher Weise damals ihre Menschheitsstufe durchgemacht haben, wie wir sie im Laufe der Erdentwickelung durchmachen. In der «Akasha-Chronik» und in der «Geheimwissenschaft» finden Sie diese Wesen bezeichnet als Engel, Angeloi, Dhyanis; auf den Namen kommt es nicht an. Im Inneren dieser Wesenheiten spielte sich damals aber ein ähnlicher Kampf ab wie der luziferische Kampf in unserer eigenen Wesenheit. Diese Wesen waren auf dem alten Monde der Schauplatz eines Kampfes, der sich abspielte durch jene Wesenheiten, welche wieder auf der Sonne zurückgeblieben waren. Dieser Kampf auf dem Monde hat mit unserem inneren Ich nichts zu tun, denn auf dem Monde hatten wir unser Ich noch nicht. Er steht außerhalb dessen, woran unser Ich beteiligt sein kann, er hat sich auf dem alten Monde «in der Brust der Engel» abgespielt. Dadurch sind diese Wesenheiten damals etwas geworden, was sie nur werden konnten unter dem Einfluß von andern Wesenheiten, die zurückgeblieben waren gegenüber der normalen Sonnenentwickelung und die damals für die Angeloi dieselbeRolle spielten, wie sie die luziferischen Wesenheiten heute für uns spielen. Und das waren die ahrimanischen Wesenheiten, welche während der Sonnenentwickelung ebenso zurückgeblieben sind wie die luziferischen Wesenheiten während der Mondentwickelung. Daher können wir zu diesen Wesenheiten auch nur mittelbar kommen. Ahriman war es aber, der sozusagen der Versucher in der Brust der Angeloi war, und er wirkte in ihnen. Durch ihn sind die Angeloi das geworden, was sie dann geworden sind, und sie haben das, was sie durch Ahriman geworden sind, ebenso herübergebracht wie das, was sie im Guten erreicht haben.

[ 26 ] We now know that beings lived on the ancient Moon who went through their human stage in a similar way to how we are going through it in the course of Earth’s evolution. In the *Akasha Chronicle* and *Esoteric Science*, you will find these beings referred to as angels, angeloi, or dhyanis; the name is not important. Within these beings, however, a struggle took place at that time similar to the Luciferic struggle within our own being. These beings on the ancient Moon were the scene of a struggle waged by those beings who had remained behind on the Sun. This struggle on the Moon has nothing to do with our inner Self, for on the Moon we did not yet possess our Self. It lies outside the realm in which our I can be involved; it took place on the ancient Moon “in the bosom of the angels.” As a result, these beings became something at that time that they could only become under the influence of other beings who had remained behind in relation to the normal solar evolution and who played the same role for the angels then as the Luciferic beings play for us today. And these were the Ahrimanic beings who lagged behind during the solar evolution just as the Luciferic beings did during the lunar evolution. Therefore, we can only approach these beings indirectly. But it was Ahriman who was, so to speak, the tempter in the bosom of the Angeloi, and he worked within them. Through him, the Angeloi became what they subsequently became, and they brought over what they had become through Ahriman just as they brought over what they had achieved in goodness.

[ 27 ] Wir haben als Gutes von Luzifer die Möglichkeit, zwischen Gut und Böse zu unterscheiden, freies Entscheidungsvermögen zu entwickeln, freien Willen zu erringen. Das ist für uns nur durch Luzifer zu erreichen. Diese Wesenheiten aber haben etwas erreicht und mit hinübergenommen in das Erdendasein, wovon wir sagen können: Wie uns die Angeloi jetzt umgeben als Geistwesen, so haben sie sich zu ihrem jetzigen Sein vorbereitet durch den ahrimanischen Kampf in ihrer Seele zur Zeit der alten Mondentwickelung. Was diese Wesenheiten durchgemacht haben und was sie als Wirkungen in sich haben von dem, was sie durchgemacht haben, das geht uns in unserem innersten Ich nichts an, daran sind wir mit unserem Ich nicht beteiligt. — Wir werden sehen, wie wir mittelbar dazu kommen, weil ja der ahrimanische Einfluß doch wieder in uns hereinwirkt. — Was diese Wesenheiten sich unter dem Einflusse Ahrimans errungen haben, das sind gewisse Wirkungen, zu denen sie die Ursachen während ihres Mondendaseins aufgenommen haben. Während des Mondendaseins nahmen diese Wesenheiten durch den ahrimanischen Einfluß in sich etwas auf, was sie hineingetragen haben in unser Erdendasein. Versuchen wir einmal, in unserem Erdendasein das aufzufinden, was uns erscheinen kann als eine solche Wirkung des damaligen ahrimanischen Kampfes.

[ 27 ] The gift we have received from Lucifer is the ability to distinguish between good and evil, to develop the capacity for free decision-making, and to attain free will. This can only be achieved through Lucifer. These beings, however, have attained something and brought it with them into earthly existence, about which we can say: Just as the Angeloi now surround us as spiritual beings, so they prepared themselves for their present existence through the Ahrimanic struggle in their souls during the time of the ancient lunar evolution. What these beings have gone through and what effects they carry within themselves from what they have gone through—this is none of our business in our innermost self; we are not involved in it with our self. — We shall see how we come to this indirectly, for the Ahrimanic influence does indeed work within us once more. — What these beings have attained under the influence of Ahriman are certain effects for which they absorbed the causes during their Lunar existence. During their lunar existence, these beings absorbed something through the Ahrimanic influence, which they carried into our earthly existence. Let us try to find in our earthly existence what may appear to us as such an effect of the Ahrimanic struggle of that time.

[ 28 ] Wenn dieser ahrimanische Kampf auf dem alten Monde nicht stattgefunden hätte, so könnten diese Wesenheiten nicht in unser Erdendasein hineintragen, was dem alten Mondendasein angehört hat. Denn das würde aufgehört haben, nachdem der alte Mond zugrunde gegangen war. Dadurch, daß die Angeloi den ahrimanischen Einfluß aufgenommen haben, sind sie verstrickt worden in das Mondendasein, geradeso wie wir verstrickt werden durch den luziferischen Einfluß in das Erdendasein. Sie haben das, was Mondelement ist, in ihr Innerstes aufgenommen und haben es hinübergebracht in unser Erdendasein. Dadurch sind sie imstande geworden, gerade dasjenige in unserem Erdendasein hervorzurufen, was hervorgerufen werden muß, damit unsere Erde nicht ganz dem Einfluß Luzifers verfällt. Unsere Erde würde im ganzen dem Einflusse Luzifers verfallen müssen, wenn diese Tatsache, welche dem Kampfe der Engel mit Ahriman auf dem Monde entspricht, nicht in unser Erdendasein hineingebracht worden wäre.

[ 28 ] If this Ahrimanic struggle had not taken place on the ancient Moon, these beings would not be able to carry into our earthly existence what belonged to the ancient lunar existence. For that would have ceased after the old Moon had perished. By taking in the Ahrimanic influence, the Angeloi became entangled in the lunar existence, just as we are entangled in earthly existence through the Luciferic influence. They have taken what is of the lunar element into their innermost being and have carried it over into our earthly existence. Through this, they have become capable of bringing about precisely that which must be brought about in our earthly existence so that our Earth does not fall entirely under the influence of Lucifer. Our Earth would have to fall entirely under the influence of Lucifer if this fact—which corresponds to the angels’ struggle with Ahriman on the Moon—had not been brought into our earthly existence.

[ 29 ] Welches sind denn die Vorgänge im Erdendasein, die wir als die normalen bezeichnen? Als sich unser jetziges Sonnensystem entsprechend dem Erdenziele geordnet hat, ist das aufgetreten, was wir als die regelmäßigen Bewegungen der Sonne, der Erde und der andern Planeten sehen und was bewirkte, daß wir Tag und Nacht haben, daß die Jahreszeiten in der regelmäßigen Weise aufeinanderfolgen, daß wir Sonnenschein und Regen haben, daß unsere Früchte auf den Feldern gedeihen und so weiter. Das sind Ordnungen, die sich immer wiederholen nach dem Rhythmus des Kosmos, der sich für das jetzige Erdendasein herausgebildet hat, nachdem das Mondendasein in die Dämmerung hinuntergestiegen ist. Aber innerhalb des Erdendaseins wirkt Luzifer. Und wir werden sehen, daß er noch viel mehr wirkt als nur in dem Gebiet, wo wir ihn schon verfolgen konnten, in dem Menschen selbst, wo er sich allerdings seinen wichtigsten Schauplatz ausgesucht hat. Aber selbst wenn Luzifer nur innerhalb des Erdendaseins vorhanden wäre, und schon durch alle die Ordnungen, welche eintreten durch den regelmäßigen Gang der Planeten um die Sonne, durch den Wechsel von Sommer und Winter, Regen und Sonnenschein und so weiter, würden die Menschen in das verfallen, was wir nennen können «luziferische Verführung». Wenn den Menschen alles das zukommen würde, was ihnen aus dem geordneten Kosmos zukommen kann, was die regelmäßigen, rhythmischen Bewegungen des Sonnensystems hervorbringen, wenn nur die Gesetze herrschten, welche unserem jetzigen Kosmos angemessen sind, so müßte der Mensch dem Iuziferischen Einfluß verfallen, müßte das Wohlleben lieber gewinnen als das, was er gewinnen soll zu seinem kosmischen Heil, müßte den regelmäßigen Gang lieber gewinnen als das, was er sich erringen soll.

[ 29 ] What, then, are the processes in earthly existence that we call normal? When our present solar system was organized in accordance with the Earth’s purpose, what we see as the regular movements of the Sun, the Earth, and the other planets came into being—movements that bring us day and night, cause the seasons to follow one another in a regular pattern, give us sunshine and rain, allow our crops to thrive in the fields, and so on. These are orders that repeat themselves again and again according to the rhythm of the cosmos that has developed for the present Earth existence, after the Lunar existence has descended into twilight. But within Earth existence, Lucifer is at work. And we shall see that he is active in far more ways than just in the realm where we have already been able to trace him—in human beings themselves, where he has indeed chosen his most important arena. But even if Lucifer were present only within earthly existence, and merely through all the orders that arise from the regular course of the planets around the sun, through the alternation of summer and winter, rain and sunshine, and so on, human beings would fall into what we might call “Luciferic temptation.” If human beings were to receive everything that can come to them from the ordered cosmos—what the regular, rhythmic movements of the solar system bring forth—if only the laws appropriate to our present cosmos were to prevail, then human beings would fall prey to the Luciferic influence, would prefer the good life to what they ought to attain for their cosmic salvation, would prefer the regular course to what they ought to strive for.

[ 30 ] Daher mußten Gegenkräfte geschaffen werden. Es mußten Gegenkräfte wirken, welche dadurch zustande kamen, daß sich hineinmischten in die regelmäßigen kosmischen Vorgänge unseres Erdenlebens solche Vorgänge, die für den alten Mond höchst wohltätige und normale waren, die aber heute, wenn sie auf das Erdendasein wirken, abnorme sind und den regelmäßigen Erdengang gefährden. Diese Einflüsse treten so auf, daß sie gewissermaßen zurechtrücken, was, wenn der bloße Rhythmus vorhanden wäre, als Hang zum Wohlleben, als Behaglichkeit und Üppigkeit entstehen würde; und es zeigen sich uns solche Kräfte zum Beispiel in dem, was als der heftige Hagel dahinstürmt. Und wenn das, was sonst unter den regelrechten Kräften der Erde geschaffen würde, zerstört wird, so wird in einem solchen Falle eine Korrektur geschaffen, die im ganzen wohltätig wirkt, wenn es auch der Mensch zunächst nicht einsieht, weil es eine höhere Vernünftigkeit gibt als die, welche der Mensch begreift. Wenn der Hagel hereinstürmt in die Felder, dann können wir sagen: Auf dem alten Monde waren diese Kräfte, welche im Hagel heranstürmen, segenbringende Kräfte wie heute diejenigen Kräfte, welche segenbringend im Regen und Sonnenschein wirken. Heute stürmen sie herein, damit Korrektur geschaffen wird für das, was der luziferische Einfluß sonst anrichten würde. Und wenn der regelmäßige Gang fortgeht, stürmen sie in immer heftigerer Weise herein, um noch mehr Korrektur zu schaffen. Alles, was zur regelmäßigen Fortentwickelung führt, gehört den Kräften der Erde selber an. Wenn der Vulkan seine Laven hinausschleudert, so wirken darin Kräfte, welche als verspätete Kräfte vom alten Mond mit herübergebracht worden sind, damit sie Korrektur schaffen im Erdenleben. So ist es mit den Erdbeben und mit den Elementarereignissen überhaupt. Und wir können sehen, daß manches, was von außen kommt, im Gesamtgange der Entwickelung seine vernünftige Begründung findet. Wie das mit dem menschlichen Ich-Bewußtsein zusammenhängt, das werden wir noch sehen; was unbefriedigend am heutigen Vortrag erscheint, wird sich dadurch morgen ausgleichen.

[ 30 ] Therefore, counterforces had to be created. Counterforces had to come into play, arising from the fact that processes which were highly beneficial and normal for the ancient Moon became intertwined with the regular cosmic processes of our earthly life; yet today, when they act upon earthly existence, they are abnormal and endanger the regular course of the Earth. These influences manifest in such a way that they, so to speak, correct what, if the mere rhythm were present, would arise as a tendency toward a life of ease, as comfort and opulence; and such forces reveal themselves to us, for example, in what storms forth as violent hail. And when that which would otherwise be created under the regular forces of the Earth is destroyed, a correction is brought about in such a case that has a beneficial effect on the whole, even if human beings do not initially recognize it, because there is a higher rationality than that which human beings comprehend. When the hail storms into the fields, we can say: On the old Moon, these forces that storm in as hail were beneficent forces, just as today those forces that work beneficently in rain and sunshine. Today they storm in so that a correction may be created for what the Luciferic influence would otherwise bring about. And as the regular course continues, they storm in with ever greater intensity to bring about even more correction. Everything that leads to regular further development belongs to the forces of the Earth itself. When the volcano spews out its lava, forces are at work within it that were brought over from the old Moon as delayed forces, so that they might bring about correction in Earth life. So it is with earthquakes and with elemental events in general. And we can see that much of what comes from outside finds its reasonable justification in the overall course of development. How this relates to human ego-consciousness, we shall yet see; whatever appears unsatisfactory in today’s lecture will be balanced out by this tomorrow.

[ 31 ] Wir müssen uns aber doch das eine klarlegen, daß diese Dinge alle nur die eine Seite des menschlichen Daseins, des Erdendaseins, des kosmischen Daseins überhaupt, darstellen. Und wenn wir auf der einen Seite sagen, wenn uns ein Organ zerstört wird, sind es wohltätige Wirkungen geistiger Mächte, und wenn wir heute gefunden haben, daß sogar der ganze Gang der Erdentwickelung wieder korrigiert werden muß durch Kräfte aus dem alten Mondendasein, so müssen wir jetzt fragen: Wie steht es nun damit, daß wir versuchen müssen, als Erdenmenschen auf der andern Seite wieder Korrektur zu schaffen für die schädlichen Einflüsse der alten Mondenkräfte? — Wir werden ja schon ahnen, daß wir als Erdenmenschen nicht gerade herbeisehnen dürfen Vulkanausbrüche und Erdbeben, daß wir nicht selber Organe zerstören dürfen, um die segensreiche Wirkung der geistigen Mächte zu unterstützen. Aber wir werden uns auch sagen können, und das hat gewiß seine Berechtigung: Bricht irgendwo eine Epidemie aus, so wird dadurch etwas herbeigeführt, was der Mensch geradezu sucht, damit in ihm etwas ausgeglichen wird. Und wir können annehmen, daß der Mensch hineingetrieben wird in gewisse Verhältnisse, um eine Schädigung zu erfahren, durch deren Überwindung er sich der Vervollkommnung nähert.

[ 31 ] But we must make it clear to ourselves that all these things represent only one aspect of human existence, of earthly existence, and of cosmic existence in general. And if, on the one hand, we say that when an organ is destroyed, it is due to the beneficial effects of spiritual forces, and if we have now discovered that even the entire course of Earth’s development must be corrected again by forces from the old lunar existence, then we must now ask: What, then, of the fact that we, as Earth beings, must strive to bring about a correction on the other side for the harmful influences of the old lunar forces? — We can already surmise that, as Earth beings, we must not exactly long for volcanic eruptions and earthquakes, that we must not destroy our own organs ourselves in order to support the beneficial effect of the spiritual forces. But we can also say to ourselves—and this is certainly justified—that when an epidemic breaks out somewhere, it brings about something that humanity is actually seeking, so that a balance may be restored within it. And we can assume that humanity is driven into certain circumstances to experience harm, through the overcoming of which it approaches perfection.

[ 32 ] Wie steht es aber dann mit hygienischen und sanitären Maßregeln? Könnte nicht jemand sagen: Also werden Epidemien sehr Gutes wirken können? Ist es dann nicht falsch, durch allerlei gesundheitsfördernde Einrichtungen, durch krankheitsvorbeugende Maßnahmen die Möglichkeit zu vermindern, daß solche Einflüsse geschehen? Es könnte jemand darauf kommen, daß man nichts tun sollte, um elementare Ereignisse abzuschwächen, und könnte es damit motivieren, daß es ganz im Sinne der heutigen und gestrigen Ausführungen liege.

[ 32 ] But what about hygiene and sanitation measures? Couldn’t someone say: So epidemics might actually have a very positive effect? Is it not wrong, then, to reduce the likelihood of such influences occurring through all kinds of health-promoting facilities and disease-preventive measures? Someone might conclude that we should do nothing to mitigate natural events, and might justify this by saying that it is entirely in line with the arguments presented today and yesterday.

[ 33 ] Wir werden sehen, daß das nicht der Fall ist, aber wieder nur unter gewissen Voraussetzungen nicht der Fall ist. Wir werden nämlich jetzt erst in der richtigen Weise dazu vorbereitet sein, um bei der nächsten Betrachtung der Verhältnisse einerseits zu verstehen, wie uns wohltätige Einflüsse geradezu die Schädigung eines Organs zufügen, damit wir der Wirkung der Maja nicht verfallen, und anderseits uns jener Wirkung bewußt zu werden, die wir hervorrufen, wenn wir uns selbst der Auswirkung solcher wohltätiger Einflüsse entziehen, indem wir sanitäre und hygienische Maßnahmen gegen die Krankheiten ergreifen. — Wir werden sehen, daß wir hier an einem Punkt stehen, an dem der Mensch so häufig steht: Wenn ein scheinbarer Widerspruch auftaucht und ihn die ganze Kraft des Widerspruchs treibt, dann ist er nahe daran, an einen solchen Punkt zu kommen, wo die ahrimanischen Mächte einen großen Einfluß auf ihn ausüben können. Nirgends liegt die Möglichkeit so nahe, uns Täuschungen hinzugeben, wie jetzt, wo wir in einen solchen Engpaß hineingekommen sind. Und es ist gut, daß wir jetzt da hineingekommen sind; denn jetzt können wir sagen: Wohltätige Mächte sind es, welche uns ein Organ unbrauchbar machen, denn das ist eine Gegenwirkung gegen Ahriman; also müßten es jetzt die Schädlinge der Menschheit sein, welche nicht das fordern, was man nennen kann «wohltätige Gegenwirkungen gegen die ahrimanischen Mächte». Denn hygienische Maßregeln und dergleichen würden diese wohltätige Gegenwirkung einschränken.

[ 33 ] We will see that this is not the case, but again, only under certain conditions. For it is only now that we will be properly prepared to understand, when we next examine the circumstances, how beneficial influences can actually cause damage to an organ—so that we do not fall prey to the effects of Maya— and, on the other hand, to become aware of the effect we bring about when we shield ourselves from the impact of such beneficial influences by taking sanitary and hygienic measures against disease. — We shall see that we are here at a point where human beings so often find themselves: when an apparent contradiction arises and the full force of that contradiction drives them, they are close to reaching a point where the Ahrimanic forces can exert a great influence upon them. Nowhere is the possibility of succumbing to delusions so close at hand as now, when we have entered such a bottleneck. And it is good that we have now entered it; for now we can say: It is benevolent forces that render an organ unusable, for this is a counteraction against Ahriman; thus it must now be the pests of humanity that do not demand what one might call “benevolent counteractions against the Ahrimanic forces.” For hygienic measures and the like would restrict this benevolent counteraction.

[ 34 ] Wir sind in einem Engpaß. Und es ist gut, daß wir einmal in diesen Widerspruch geführt sind, damit wir darüber nachdenken, daß solche Widersprüche möglich und sogar eine gute Schulung für unseren Geist sind. Denn wenn wir gesehen haben werden, wie wir uns aus diesem Widerspruch herausretten können, dann werden wir aus uns selbst heraus etwas getan haben, was uns Kraft geben kann, um uns den Täuschungen des Ahriman zu entziehen.

[ 34 ] We are at an impasse. And it is good that we have been led into this contradiction, so that we may reflect on the fact that such contradictions are possible and can even serve as a valuable training for our minds. For once we have seen how we can extricate ourselves from this contradiction, we will have accomplished something of our own accord that can give us the strength to resist the deceptions of Ahriman.