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The Rudolf Steiner Archive

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The Revelations of Karma
GA 120

21 May 1910, Hamburg

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Sechster Vortrag

Sixth Lecture

[ 1 ] Daß eine karmische Gesetzmäßigkeit dann wirken kann, wenn in dem gestern und vorgestern angedeuteten Sinne von dem Inneren des Menschen heraus die Krankheitsursache sich geltend macht, das wird ja leicht begreiflich sein. Wenn aber die Krankheitsursache in gewissem "Sinne von außen hereinwirkt — und für wie vielerlei wird heute von der Wissenschaft die Krankheitsursache draußen gesucht in der Infektion —, wenn also das Hauptaugenmerk gerichtet werden muß auf eine äußere Veranlassung zur Krankheit: daß dann die karmische Gesetzmäßigkeit — das, was sich der Mensch als Wirkungen der Erlebnisse und Handlungen seines früheren Lebens mitgebracht hat durch die Geburt — auch in der Weise wirken kann, daß sie diese äußeren Krankheitsursachen herbeischafft, das scheint gewiß vielen noch, und mit Recht, weniger begreiflich zu sein. Dennoch aber werden wir, wenn wir noch weiter die eigentliche Wesenheit des Karma verfolgen, nicht nur verstehen lernen, wie äußere Ursachen zusammenhängen können mit dem, was wir in früheren Leben erlebt und getan haben, sondern wir werden sogar begreifen lernen, daß äußere Lebensunfälle, die uns treffen, also Ereignisse, die man so gern heute zufällig nennen möchte, in einem gesetzmäßigen Zusammenhange stehen können mit dem Verlauf voriger Leben. Allerdings werden wir noch etwas tiefer eindringen müssen in die ganze Natur der menschlichen Wesenheit, wenn wir gerade derartige, eigentlich durch unser ganzes menschliches Anschauen verschleierte Verhältnisse beleuchten wollen.

[ 1 ] It is easy to understand that karmic laws can come into play when the cause of illness manifests itself from within the human being, in the sense suggested yesterday and the day before. But if the cause of the illness acts from the outside in a certain “sense”—and for how many conditions does science today seek the cause of illness externally in infection—if, therefore, the main focus must be directed toward an external cause of the illness: that karmic law—that which a person has brought with them through birth as the effects of the experiences and actions of their past life—can also operate in such a way as to bring about these external causes of illness; this certainly still seems, and rightly so, less comprehensible to many. Nevertheless, if we continue to explore the very essence of karma, we will not only come to understand how external causes can be connected to what we have experienced and done in past lives, but we will even come to realize that external misfortunes that befall us—that is, events that people today are so quick to call “accidental”—can be in a lawful connection with the course of previous lives. However, we will have to delve somewhat deeper into the entire nature of the human being if we wish to shed light on precisely such circumstances, which are actually veiled from our entire human perception.

[ 2 ] Wir haben ja gestern damit geschlossen, daß wir gezeigt haben, wie der Zufall uns immer eigentlich in einer verschleierten Gestalt das äußere Ereignis darbietet, weil an den Stellen, wo wir vom Zufall sprechen, die Möglichkeit der äußeren Täuschung, die durch die ahrimanischen Mächte herbeigeführt wird, am größten ist. Nun wollen wir einmal das Zustandekommen solcher Zufälligkeiten, das heißt solcher Ereignisse, die man im gewöhnlichen Leben als «Zufälligkeiten» bezeichnet, in einzelnen Fällen vor uns hinstellen.

[ 2 ] We concluded yesterday by showing how chance always presents external events to us in a veiled form, because in those instances where we speak of chance, the possibility of external deception brought about by the Ahrimanic forces is greatest. Now let us examine the origin of such coincidences—that is, such events that are commonly referred to as “coincidences” in everyday life—in specific cases.

[ 3 ] Da ist es notwendig, daß wir uns zuerst ein Gesetz, eine Wahrheit, eine Erkenntnis vorhalten: daß im Leben gar manches, was wir mit dem Ausdruck bezeichnen «von innen herauskommend», «von dem Inneren des Menschen stammend», sich schon eigentlich in eine Täuschung kleidet, weil mancherlei, was wir zunächst als im Inneren des Menschen verursacht glauben, wenn wir in Wahrheit über die Illusion hinauskommen, schon als etwas von außen nach innen Strömendes bezeichnet werden muß. Und ein solches tritt uns immer da entgegen, wo wir es zu tun haben mit allen jenen Erlebnissen des Menschen, allen jenen Wirkungen auf den Menschen, welche wir begreifen unter dem Namen der «vererbten Merkmale». Die vererbten Merkmale, die uns so entgegentreten, als ob wir sie nur deshalb hätten, weil sie unsere Vorfahren auch hatten, können uns im eminentesten Maße erscheinen, als ob sie uns ohne unsere Schuld, ohne unser Zutun zugefallen wären. Und wir können leicht zu einer falschen Unterscheidung dessen kommen, was wir uns aus unseren früheren Inkarnationen mitbringen, von dem, was wir von Eltern oder Voreltern geerbt haben. Nun aber geschieht das Wiedereintreten in eine Verkörperung keineswegs so, als ob wir ohne irgendeine Veranlassung, die mit unserem Inneren zusammenhängt, zu diesem oder jenem Elternpaar, zu diesem oder jenem Volk, in diese oder jene Gegend hingedrängt würden. Schon bei den durchaus nicht in das Gebiet der Krankheiten hineinfallenden vererbten Merkmalen dürfen wir so etwas keineswegs voraussetzen, sondern wir müssen uns sagen: Wenn zum Beispiel in einer Familie, wie der des Musikers Bach, durch viele Generationen hindurch immer wieder und wieder kleinere und größere Musiker geboren wurden — der eine ist dann gewöhnlich hervorragender, aber in der Familie Bach sind über zwanzig mehr oder weniger begabte Musiker geboren worden —, so könnte man leicht glauben, daß man es mit der reinen Vererbungslinie zu tun hätte, daß also Merkmale von den Vorfahren vererbt werden und daß der Mensch gerade deshalb, weil solche Merkmale vorliegen, gewisse aus früheren Inkarnationen mitgebrachte Eigenschaften zu musikalischen Talenten entfaltet. Das ist aber nicht so, sondern die Sache verhält sich vielmehr ganz anders.

[ 3 ] It is therefore necessary that we first keep in mind a law, a truth, a realization: that in life, many things we describe with the expression “coming from within,” “originating from within the human being,” is in fact already cloaked in illusion, because many things that we initially believe to be caused within the human being must, when we truly move beyond the illusion, be described as something flowing from the outside in. And such a phenomenon always confronts us wherever we are dealing with all those human experiences, all those influences on the human being, which we understand under the name of “inherited characteristics.” The inherited characteristics that confront us as if we possessed them solely because our ancestors did as well can appear to us, to the highest degree, as though they had befallen us through no fault of our own, without any part played by us. And we can easily arrive at a false distinction between what we bring with us from our previous incarnations and what we have inherited from parents or ancestors. But the re-entry into an incarnation by no means takes place as if we were driven, without any cause connected to our inner being, to this or that pair of parents, to this or that people, to this or that region. Even in the case of inherited traits that do not at all fall within the realm of disease, we must by no means assume such a thing, but rather we must say to ourselves: If, for example, in a family such as that of the musician Bach, musicians of varying degrees of talent were born again and again over many generations—one is usually more outstanding, but in the Bach family over twenty more or less gifted musicians were born— one might easily believe that we are dealing with a pure hereditary line, that characteristics are thus inherited from ancestors, and that the individual, precisely because such characteristics are present, develops certain qualities brought over from earlier incarnations into musical talents. But this is not the case; rather, the matter is quite different.

[ 4 ] Nehmen wir an, es würde jemand in einem Leben zwischen Geburt und Tod Gelegenheit haben, viele musikalische Eindrücke zu empfangen. Diese musikalischen Eindrücke gingen aber in diesem Leben an ihm vorüber, einfach aus dem Grunde, weil er kein musikalisches Ohr hatte. Andere Eindrücke seines Lebens werden nicht an ihm in derselben Weise vorübergehen, weil er gerade so gebaute Organe hat, daß er die Erlebnisse und Eindrücke in eigene Fähigkeiten umsetzen kann. Daher werden wir sagen können, ein Mensch habe in seinem Leben solche Eindrücke, die er durch die Anlage, welche er von seiner letzten Geburt mitbekommen hat, umzusetzen vermag in Fähigkeiten und Talente; andere Eindrücke hat er, welche er vermöge seines Gesamtkarma, weil er durch dieses nicht die entsprechenden Anlagen erhalten hat, nicht umsetzen kann in die entsprechenden Fähigkeiten. Die bleiben aber vorhanden, bleiben aufgespeichert und bilden sich um in der Zeit zwischen Tod und neuer Geburt zu der besonderen Tendenz, in der nächsten Inkarnation nunmehr zum Ausleben zu gelangen. Und diese Tendenz führt den Menschen dahin, im nächsten Leben seine Leiblichkeit gerade in einer solchen Familie zu suchen, welche ihm die entsprechenden Anlagen geben kann. Hat also jemand viele musikalische Eindrücke empfangen und sie wegen eines unmusikalischen Ohres nicht umwandeln können in musikalische Fähigkeiten oder Genüsse, so wird gerade diese Unmöglichkeit die Tendenz in seiner Seele hervorrufen, in eine solche Familie hineinzukommen, welche ihm ein musikalisches Ohr vererben kann, So verstehen wir es, daß, wenn in einer Familie sich der Bau des Ohres ebenso vererbt wie etwa die äußere Form der Nase, alle diejenigen Individualitäten sich zusammendrängen werden in diese Familie, die gerade lechzen — infolge ihrer früheren Inkarnation — nach dem Besitz eines musikalischen Ohres. Und so sehen wir, daß der Mensch in der Tat nicht «zufällig» in irgendeiner Inkarnation ein musikalisches Ohr oder ähnliches geerbt hat, sondern daß er diese vererbten Merkmale gesucht hat, wirklich aufgesucht hat.

[ 4 ] Let us suppose that someone, in a life between birth and death, had the opportunity to receive many musical impressions. However, these musical impressions passed him by in that life, simply because he had no ear for music. Other impressions of their life will not pass them by in the same way, because their organs are structured in such a way that they can transform these experiences and impressions into their own abilities. Therefore, we can say that a person has certain impressions in their life which they are able to transform into abilities and talents through the predispositions they brought with them from their last birth; they also have other impressions which, due to their overall karma—because they did not receive the corresponding predispositions through it—they cannot transform into the corresponding abilities. These, however, remain present, remain stored, and transform during the time between death and a new birth into a particular tendency to be lived out in the next incarnation. And this tendency leads the person to seek, in the next life, a physical existence precisely within a family that can provide them with the corresponding predispositions. So if someone has received many musical impressions but, due to a lack of musical ear, has been unable to transform them into musical abilities or enjoyment, it is precisely this impossibility that will evoke the tendency in their soul to enter a family that can bequeath a musical ear to them, Thus we understand that when the structure of the ear is inherited in a family just as, for example, the external shape of the nose is, all those individualities will flock to this family who—as a result of their previous incarnation—are yearning precisely for the possession of a musical ear. And so we see that a person has not, in fact, “accidentally” inherited a musical ear or the like in some incarnation, but that they have sought out these inherited traits, truly sought them out.

[ 5 ] Beobachten wir jetzt einen solchen Menschen vom Zeitpunkt seiner Geburt an, dann wird es uns so vorkommen, als ob das musikalische Ohr in ihm wäre, eine Eigenschaft in seinem Inneren. Würden wir aber mit unseren Betrachtungen hinübergehen vor seine Geburt, so würden wir finden, wie das musikalische Ohr, das er sich erst aufgesucht hat, etwas ist, was von außen an ihn herangekommen ist. Vor der Geburt oder Empfängnis war das musikalische Ohr nicht etwas, was in seinem Inneren war, sondern da war nur die Tendenz vorhanden, zu einem solchen Ohr hingetrieben zu werden. Da hat der Mensch ein Äußeres an sich herangezogen. Vor der Wiederverkörperung war die Eigenschaft, die wir nachher eine vererbte nennen, etwas Äußeres; das ist an den Menschen herangekommen, er ist dazu hingeeilt. Mit der Verkörperung wird es dann etwas Inneres und tritt in dem Inneren dieses Menschen auf. — Reden wir also von «vererbten Anlagen», so geben wir uns wieder einer Täuschung hin, welche darin besteht, daß wir etwas, was erst ein Inneres geworden ist, nicht in jenem Zeitpunkt betrachten, wo es noch ein Äußeres war.

[ 5 ] If we now observe such a person from the moment of his birth, it will seem to us as though the musical ear were within him, an innate quality. But if we were to extend our observations back to before their birth, we would find that the musical ear, which they have only recently acquired, is something that came to them from the outside. Before birth or conception, the musical ear was not something that was within him; rather, there was only the tendency to be drawn toward such an ear. There, the human being drew something external to himself. Before reincarnation, the quality that we later call an inherited trait was something external; it came to the human being, and he rushed toward it. With incarnation, it then becomes something internal and manifests within the inner being of this person. — So when we speak of “inherited predispositions,” we are once again succumbing to a delusion, which consists in the fact that we do not consider something that has only just become internal at the point in time when it was still external.

[ 6 ] Fragen wir uns nun einmal, ob es so wie in diesem Falle, den wir jetzt angeführt haben, nicht auch mit äußeren Ereignissen sein könnte, welche während unseres Lebens zwischen Geburt und Tod eintreten, daß auch da ein Äußeres sich in ein Inneres verwandeln könnte? — Diese Frage würden wir uns nicht beantworten können, wenn wir nicht noch tiefer als bisher das Wesen von Krankheit und Gesundheit ins Auge fassen. Wir haben mancherlei angeführt, um Krankheit und Gesundheit zu charakterisieren, und Sie wissen, daß ich nicht definiere, sondern versuche, nach und nach die Dinge zu beschreiben, immer mehr Merkmale zu den Dingen hinzuzufügen, damit sie nach und nach begreiflich werden. Also mehr Merkmale wollen wir jetzt hinzufügen zu den schon gewonnenen.

[ 6 ] Let us now ask ourselves whether, as in the case we have just cited, it might not also be the case with external events that occur during our lives between birth and death—that there, too, something external might be transformed into something internal? — We would not be able to answer this question unless we examine the nature of illness and health even more deeply than we have so far. We have cited various points to characterize illness and health, and you know that I do not define, but rather attempt to describe things step by step, adding more and more characteristics to them so that they gradually become comprehensible. So let us now add more characteristics to those we have already identified.

[ 7 ] Wir müssen Krankheit und Gesundheit vergleichen mit etwas, was im normalen Leben auftritt; dann werden wir etwas noch Tieferes finden, nämlich den Vergleich mit Schlafen und Wachen. Was geschieht im Menschenwesen, wenn die täglichen Zustände Wachen und Schlafen miteinander abwechseln? Wir wissen, daß beim Einschlafen im Bette zurückgelassen wird der physische Leib und der Ätherleib und daß herausgehen aus dem physischen Leib und dem Ätherleib der astralische Leib und das Ich. Es ist also das Einschlafen für uns ein Herausziehen von Ich und astralischem Leib aus physischem Leib und Ätherleib; das Aufwachen dagegen ist ein Wiederhineingehen des astralischen Leibes und des Ich in den physischen Leib und Ätherleib. Jeden Morgen beim Aufwachen taucht also der Mensch unter in seinen physischen Leib und Ätherleib mit dem, was er als innerer Mensch, als astralischer Leib und als Ich ist. Was geschieht nun in bezug auf das, was sich im Menschenwesen als Erlebnis abspielt beim Einschlafen und beim Aufwachen?

[ 7 ] We must compare illness and health to something that occurs in everyday life; then we will find something even deeper, namely the comparison with sleeping and waking. What happens within the human being when the daily states of waking and sleeping alternate? We know that when we fall asleep, the physical body and the etheric body are left behind in bed, and that the astral body and the I emerge from the physical body and the etheric body. Falling asleep is thus for us a withdrawal of the ego and the astral body from the physical body and the etheric body; waking up, on the other hand, is a re-entry of the astral body and the ego into the physical body and the etheric body. Every morning upon waking, the human being thus immerses into their physical body and etheric body with that which they are as the inner human being, as the astral body, and as the I. What now happens with regard to what takes place within the human being as an experience during falling asleep and waking up?

[ 8 ] Wenn wir den Moment des Einschlafens ins Auge fassen, so stellt er sich uns so dar, daß alle Erlebnisse, die vom Morgen bis zum Abend in unserem Leben auf und ab fluten, daß vor allem die Seelenerlebnisse Lust und Leid, Freude und Schmerz, Leidenschaften, Vorstellungen und so weiter hinuntersinken in ein Unbewußtes. Wir selber sind im normalen Leben, wenn wir schlafen, einem Unbewußten hingegeben. Warum werden wir mit dem Einschlafen unbewußt? — Wir wissen ja, daß wir während des Schlafzustandes von einer geistigen Welt umgeben sind, wie wir im Wachzustande umgeben sind von den Dingen und Tatsachen der physisch-sinnlichen Welt. Warum sehen wir diese geistige Welt nicht? Im gewöhnlichen normalen Leben sehen wir die geistigen Tatsachen und geistigen Dinge, die um uns herum sind, aus dem Grunde nicht, weil für uns dieses Sehen bei der gegenwärtigen Menschenreife vom Einschlafen bis zum Aufwachen im höchsten Grade gefahrbringend wäre. In dem Augenblick, wo der Mensch heute bewußt übergehen würde in die Welt, die ihn zwischen Einschlafen und Aufwachen umgibt, würde zwar sein astralischer Leib, der ja während der alten Mondenzeit seine volle Ausbildung erfahren hat, in die geistige Welt ausfließen; aber nicht könnte es das Ich, das ja erst während der Erdenzeit sich entwickeln soll und vollständig entwickelt sein wird am Ende der Erdenzeit. Das Ich ist noch nicht so voll entwickelt, daß es vom Einschlafen bis zum Aufwachen seine volle Tätigkeit entfalten könnte.

[ 8 ] When we consider the moment of falling asleep, it appears to us as though all the experiences that ebb and flow through our lives from morning to night—especially the experiences of the soul: pleasure and suffering, joy and pain, passions, thoughts, and so on—sink down into the unconscious. In normal life, when we sleep, we ourselves are surrendered to the unconscious. Why do we become unconscious when we fall asleep? — We know, after all, that during sleep we are surrounded by a spiritual world, just as we are surrounded in the waking state by the things and facts of the physical-sensory world. Why do we not see this spiritual world? In ordinary, normal life, we do not see the spiritual realities and spiritual things that surround us for the simple reason that, given the current state of human development, such perception would be extremely dangerous for us from the moment we fall asleep until we wake up. The moment a person today were to consciously pass into the world that surrounds them between falling asleep and waking up, their astral body—which, after all, reached full development during the old Lunar period—would indeed flow into the spiritual world; but the I, which is only to develop during the Earth period and will be fully developed at the end of the Earth period, could not do so. The ego is not yet sufficiently developed to be able to unfold its full activity from the moment of falling asleep until waking up.

[ 9 ] Es ist mit dem Ich so, daß wir den Zustand, in den es käme, wenn der Mensch bewußt einschlafen würde, damit vergleichen könnten, daß wir sagen: Nehmen wir an, wir haben ein kleines Tröpfchen einer gefärbten Flüssigkeit, das bringen wir in ein Bassin mit Wasser und lassen es sich darinnen verteilen. Dann wird man von der Farbe dieses Tröpfchens nichts mehr sehen, weil es sich in der ganzen breiten Masse hat auflösen müssen. — So etwas geschieht auch, wenn der Mensch im Einschlafen aus dem physischen Leib und Ätherleib herausgeht. Physischer Leib und Ätherleib sind das, was die ganze menschliche Wesenheit zusammenhält. In dem Augenblick, wo der astralische Leib und das Ich die beiden unteren Glieder verlassen, streben sie auseinander nach allen Seiten hin, haben nur das Bestreben, sich fortwährend auszudehnen. Es würde also dem Ich so gehen, daß es aufgelöst würde, und der Mensch würde vor sich haben zwar die Bilder der geistigen Welt, aber er würde sie mit denjenigen Kräften, die nur sein Ich entfalten kann — denn das Ich wäre ja aufgelöst —, also mit Urteilskräften und Begriffsvermögen und so weiter, nicht verfolgen können, also nicht mit demselben Bewußtsein, mit welchem er die Zustände des Alltags verfolgt. Er würde außer sich sein, würde hin und her gerissen, wesens- und richtungslos schwimmend auf dem Meere der astralischen Eindrücke. Aus diesem Grunde, weil das Ich noch nicht stark genug ist im normalen Zustande des Menschen, wird das Ich so lange zurückwirken auf den astralischen Leib und ihn verhindern, bewußt einzutreten in seine eigentliche Heimat, in die geistige Welt, bis das Ich selber überall mit hin kann, wohin der astralische Leib dringt. So also hat es einen guten Sinn, daß wir das Bewußtsein verlieren im Einschlafen. Wir könnten unser Ich nicht erhalten. Wir werden es erst erhalten können in genügender Weise, wenn die Erdentwickelung an ihrem Ende angekommen sein wird. Deshalb sollen wir auch unseren astralischen Leib nicht entfalten können in bezug auf seine Bewußtseinsfähigkeit.

[ 9 ] The situation with the “I” is such that we could compare the state it would enter if a person were to fall asleep consciously to the following: Suppose we have a small drop of a colored liquid; we place it in a basin of water and let it disperse within it. Then we would no longer see the color of this droplet, because it has had to dissolve into the entire vast mass. — Something similar happens when a person leaves the physical body and the etheric body upon falling asleep. The physical body and the etheric body are what hold the entire human being together. The moment the astral body and the ego leave these two lower members, they strive apart in all directions, having only the urge to expand continuously. The ego would thus be dissolved, and the human being would indeed have before them the images of the spiritual world, but they would not be able to follow them with the powers that only the ego can unfold—for the ego would, after all, be dissolved— that is, with powers of judgment and conceptual understanding and so on—and thus not with the same consciousness with which he follows the events of everyday life. He would be beside himself, torn this way and that, floating aimlessly and without direction on the sea of astral impressions. For this reason—because the ego is not yet strong enough in the normal human state—the ego will continue to exert a retroactive influence on the astral body and prevent it from consciously entering its true home, the spiritual world, until the ego itself can accompany the astral body wherever it goes. Thus, it makes good sense that we lose consciousness when falling asleep. We could not preserve our ego. We will only be able to retain it sufficiently when the Earth’s evolution has reached its end. That is why we should not be able to develop our astral body in terms of its capacity for consciousness.

[ 10 ] Gerade das Umgekehrte tritt ein, wenn der Mensch aufwacht. Wenn er aufwacht und untertaucht in den physischen Leib und Ätherleib, würde er eigentlich erleben müssen das Innere des physischen Leibes und des Ätherleibes. Das tut er aber nicht. Im Augenblick des Aufwachens wird er verhindert, hineinzuschauen in das Innere seiner Leiblichkeit, denn da wird gleich die Aufmerksamkeit auf die äußeren Erlebnisse gelenkt. Da wird nicht seine Sehkraft, seine Erkenntniskraft dahin gelenkt, sein Inneres zu durchschauen, sondern sie wird abgelenkt auf die Außenwelt. Würde der Mensch sich im Inneren ergreifen, so würde genau das Gegenteil eintreten von dem, was eintritt, wenn sich der Mensch bewußt beim Einschlafen in die geistige Welt hineinbegeben könnte. Alles, was der Mensch sich schon im Verlaufe des Erdenlebens an Geistigem durch sein Ich errungen hat, das würde sich zusammendrängen und es würde jetzt im physischen Leibe und Ätherleibe nach dem Untertauchen mit aller Kraft auf ihn wirken. Das würde zur Folge haben, daß alles, was nur irgendwie egoistische Eigenschaft ist, sich mit aller Macht entfalten würde. Und der Mensch würde hinuntertauchen mit seinem Ich und würde mit jedem Stück, mit dem er hinuntertaucht, seine Leidenschaften, Triebe und Begierden in einem immer kraftvolleren Egoismus ergießen. Aller Egoismus würde sich ergießen in sein Triebleben. Damit das nicht geschieht, werden wir abgelenkt auf die Außenwelt und nicht mit unserem Bewußtsein in unser Inneres hineingelassen.

[ 10 ] The exact opposite happens when a person wakes up. When they wake up and sink into their physical and etheric bodies, they should actually experience the inner workings of those bodies. But they do not. At the moment of waking, they are prevented from looking into the innermost depths of their physical being, for their attention is immediately directed toward external experiences. Their power of vision, their power of insight, is not directed toward penetrating their inner being, but is diverted toward the external world. If a person were to grasp their inner self, the exact opposite of what occurs when a person could consciously enter the spiritual world upon falling asleep would take place. Everything that a person has already attained spiritually through their ego in the course of their earthly life would gather together, and it would now act upon them with all its power in the physical and etheric bodies after the descent. This would result in everything that is in any way an egoistic quality unfolding with all its might. And the human being would descend with his ego, and with every step he takes downward, he would pour out his passions, drives, and desires into an ever more powerful egoism. All egoism would pour into his life of drives. To prevent this from happening, we are distracted by the external world and are not allowed to turn our consciousness inward.

[ 11 ] Daß das so ist, kann auch aus den Berichten derjenigen hervorgehen, die als Mystiker versuchten, wirklich hineinzukommen in das menschliche Innere. Sehen Sie sich um bei Meister Eckart, bei Johannes Tauler oder bei sonstigen Mystikern des Mittelalters, welche wirklich den Gang in das menschliche Innere unternommen haben. Da haben Sie Mystiker, welche sich hingegeben haben einem Zustand, wo sie ihre Aufmerksamkeit vollständig ablenkten von dem, was sie an der Außenwelt interessieren konnte, um hinunterzusteigen in das eigene Innere. Lesen Sie die Biographien der Heiligen oder der Mystiker, die in das eigene Innere hineinzusteigen versuchten. Was haben sie erfahren? Versuchungen, Anfechtungen und dergleichen, die sie in lebendigen Farben schildern. Das war dasjenige, was sich aus dem zusammengepreßten astralischen Leib und Ich als eine Widerkraft geltend machte. Daher haben diejenigen, welche sozusagen ungeschoren als Mystiker in das eigene Innere hinuntersteigen wollten, mit aller Macht darauf gedrungen, daß in demselben Maße, als sie hinunterstiegen, das Ich ausgelöscht würde. Ein schönes Wort hat sogar Meister Eckart gefunden, um dieses Hinuntersteigen in die eigene Leiblichkeit zu bezeichnen. Er spricht von «Entwerdung», das heißt Auslöschen des Ich. Und lesen Sie in der «Deutschen Theologie», wie der Verfasser darstellt den mystischen Gang in das menschliche Innere, wie er darauf dringt, daß derjenige, der hinuntersteigen will in die Leiblichkeit, nicht mehr aus seinem Ich handelt, sondern daß in ihm der Christus handelt, mit dem er sich ganz durchdrungen hat. Auslöschen wollten solche Mystiker ihr Ich. Nicht sie sollen denken, fühlen und wollen, sondern der Christus in ihnen soll denken, fühlen und wollen, damit nicht dasjenige aus ihnen herauskommt, was in ihnen als Leidenschaften, Trieb und Begierde lebt, sondern damit dasjenige herauskommt, was sich als der Christus in sie ergießt. Daher sagt Paulus: «Nicht ich, sondern der Christus in mir»! Aus solchen Tiefen gehen solche Dinge hervor.

[ 11 ] This is also evident from the accounts of those mystics who sought to truly penetrate the innermost depths of the human soul. Take a look at Meister Eckhart, Johannes Tauler, or other medieval mystics who truly undertook the journey into the human inner world. There you will find mystics who devoted themselves to a state in which they completely diverted their attention from whatever might interest them in the external world in order to descend into their own inner being. Read the biographies of the saints or the mystics who attempted to descend into their own inner being. What did they experience? Temptations, trials, and the like, which they describe in vivid detail. That was what asserted itself as a counterforce arising from the compressed astral body and the ego. That is why those who, so to speak, wished to descend into their own inner being as mystics unscathed, insisted with all their might that, to the same extent that they descended, the ego be extinguished. Meister Eckhart even found a beautiful word to describe this descent into one’s own physicality. He speaks of “Entwerdung,” that is, the extinguishing of the ego. And read in *German Theology* how the author describes the mystical journey into the human interior, how he insists that the one who wishes to descend into physicality no longer acts from his ego, but that Christ acts within him, with whom he has become completely imbued. Such mystics wished to extinguish their ego. It is not they who are to think, feel, and will, but Christ within them who is to think, feel, and will, so that what emerges from them is not that which lives within them as passions, instincts, and desires, but rather that which pours into them as Christ. Hence Paul says: “Not I, but Christ in me”! Such things arise from such depths.

[ 12 ] So können wir schildern Aufwachen und Einschlafen als innere Erlebnisse der menschlichen Wesenheit: Aufwachen als ein Hinuntertauchen der zusammengepreßten Ichheit in die Leiblichkeit des Menschen, Einschlafen als ein Sich-Befreien vom Bewußtsein, weil man noch nicht reif ist, in jener Welt zu schauen, in die man eigentlich hineindringen muß beim Einschlafen. Dadurch verstehen wir Wachen und Schlafen in jenem Sinne, in welchem wir mancherlei in der Welt verstehen müssen: als das Sich-Durchdringen der verschiedenen Glieder der menschlichen Wesenheit. Betrachten wir von diesem Gesichtspunkte aus einen wachenden Menschen, so sagen wir: In dem wachenden Menschen stecken darinnen vier Glieder der menschlichen Wesenheit: physischer Leib, Ätherleib, astralischer Leib und Ich, und sie stecken in einer bestimmten Weise ineinander. Was folgt daraus? Eben das Wachen! Denn es könnte der Mensch nicht wachen, wenn er nicht so hineinsteigen würde in seine Leiblichkeit, daß die Aufmerksamkeit durch die Außenwelt abgelenkt würde. Gerade von einem ganz bestimmten, geregelten Zusammenwirken der vier Glieder des Menschen hängt es ab, daß der Mensch wacht. Und wieder von dem richtigen Getrenntsein seiner vier Glieder hängt es ab, daß der Mensch schläft. Wir reichen damit nicht aus, daß wir sagen: Der Mensch besteht aus physischem Leib, Ätherleib, astralischem Leib und Ich, sondern wir verstehen den Menschen erst dann, wenn wir wissen, in welchem Grade die verschiedenen Glieder bei einem bestimmten Zustande miteinander verknüpft sind, wie sie ineinanderstecken. Das ist das Wesentliche für die Erkenntnis der menschlichen Natur. Nun betrachten wir die Art des Zusammengefügtseins der vier Glieder des Menschen, wie es uns beim wachenden Menschen entgegentritt, als das Normale. Wir wollen einmal von diesem Begriff ausgehen: als das Normale den Zustand des wachenden Menschen zu betrachten.

[ 12 ] Thus we can describe waking and falling asleep as inner experiences of the human being: Waking up as a sinking of the compressed sense of self into the physicality of the human being, falling asleep as a liberation from consciousness, because one is not yet ready to look into that world into which one must actually enter when falling asleep. In this way, we understand waking and sleeping in the same sense in which we must understand many things in the world: as the interpenetration of the various members of the human being. If we consider a waking human being from this point of view, we say: Within the waking human being there are four members of the human being: physical body, etheric body, astral body, and ego, and they are interwoven in a specific way. What follows from this? Precisely waking! For a human being could not wake if they did not enter into their physicality in such a way that their attention is diverted by the external world. It depends precisely on a very specific, regulated interaction of the four members of the human being that the human being wakes. And again, it depends on the proper separation of these four members that the human being sleeps. It is not enough for us to say: Human beings consist of a physical body, an etheric body, an astral body, and an I; rather, we understand human beings only when we know to what degree the various members are linked with one another in a particular state, how they fit together. This is essential for the understanding of human nature. Now let us regard the manner in which the four members of the human being are joined together, as it presents itself to us in the waking human being, as the normal state. Let us start from this concept: to regard the state of the waking human being as the normal state.

[ 13 ] Nun werden sich die meisten von Ihnen erinnern, daß das Bewußtsein, welches wir gegenwärtig als Erdenmenschen haben zwischen Geburt und Tod, nur eine ist von den überhaupt möglichen Bewußtseinsformen. Wenn Sie zum Beispiel die «Geheimwissenschaft im Umriß» oder die früheren Aufsätze «Aus der Akasha-Chronik» studieren, so werden Sie sehen, daß das heutige Bewußtsein eine Bewußtseinsstufe unter sieben verschiedenen Bewußtseinsstufen ist, daß dieses Bewußtsein, das wir heute haben, sich erst entwickelt hat aus drei andern, vorangegangenen Bewußtseinszuständen und sich später entwickeln wird zu drei andern, nachfolgenden Bewußtseinsformen. Während der Mensch Mondenmensch war, hatte er noch kein Ich. Das Ich verband sich mit dem Menschen erst während der Erdenzeit. Daher konnte der Mensch auch die heutige Art des Bewußtseins erst während der Erdenzeit haben. Ein solches Bewußtsein wie das, was wir heute haben zwischen Geburt und Tod, setzt voraus, daß das Ich genau so, wie es heute der Fall ist, mit den andern drei Gliedern zusammenwirkt und das höchste ist unter den vier Gliedern der menschlichen Wesenheit. Bevor der Mensch mit dem Ich befruchtet worden ist, bestand er nur aus physischem Leib, Ätherleib und astralischem Leib. Da war der astralische Leib sein höchstes Glied, und sein Bewußtseinszustand war ein solcher, daß wir ihn heute höchstens, wenn wir etwas aus dem gewöhnlichen Leben nehmen, mit dem vergleichen könnten, was der Mensch sich wie ein altes Erbstück erhalten hat im Traumbewußtsein. Aber Sie müssen sich nicht das heutige Traumbewußtsein vorstellen, sondern ein solches, das in den Bildern des Traumes Realitäten wiedergibt. Wenn Sie den heutigen Traum studieren, werden Sie in den verschiedensten Bildern recht viel Chaotisches finden, weil das heutige Traumbewußtsein ein altes Erbstück ist. Aber wenn Sie das Bewußtsein, welches dem heutigen vorangegangen ist, studieren würden, dann würden Sie finden, daß Sie äußere Gegenstände, zum Beispiel Pflanzen, damals nicht würden gesehen haben. Also es wäre ein äußerer Eindruck auf den Menschen unmöglich gewesen. Wenn etwas in die Nähe des Menschen gekommen wäre, hätten Sie einen Eindruck bekommen, der seinen Umweg nimmt über das Traumbild in das menschliche Innere, das also ein Sinnbild ist, welches aber einem bestimmten äußeren Gegenstande und Eindruck entsprochen haben würde.

[ 13 ] Now, most of you will recall that the consciousness we currently possess as human beings on Earth, between birth and death, is only one of the many possible forms of consciousness. If, for example, you study *Outlines of Esoteric Science* or the earlier essays “From the Akashic Records,” you will see that today’s consciousness is one of seven distinct levels of consciousness, that this consciousness we possess today has developed from three preceding states of consciousness and will later evolve into three subsequent forms of consciousness. While the human being was a lunar human, he did not yet have an “I.” The “I” only became connected with the human being during the Earth period. Therefore, the human being could only possess the present form of consciousness during the Earth period. A consciousness such as the one we have today between birth and death presupposes that the ego interacts with the other three members exactly as it does today, and is the highest of the four members of the human being. Before the human being was endowed with the ego, he consisted only of the physical body, the etheric body, and the astral body. There the astral body was its highest member, and its state of consciousness was such that today, at most, if we take something from ordinary life, we could compare it to what human beings have preserved like an old heirloom in their dream consciousness. But you must not imagine today’s dream consciousness, but rather one that reflects realities in the images of the dream. If you study today’s dream, you will find quite a lot of chaos in the most varied images, because today’s dream consciousness is an old heirloom. But if you were to study the consciousness that preceded today’s, you would find that you would not have seen external objects, such as plants, back then. Thus, an external impression on the person would have been impossible. If something had come near the person, they would have received an impression that takes a detour through the dream image into the human interior—an image that is a symbol, but one that would have corresponded to a specific external object and impression.

[ 14 ] Also wir haben es vor dem Ich-Bewußtsein zu tun mit einem solchen Bewußtsein, das an den astralischen Leib als das damals höchste Glied gebunden ist, das astralische Bewußtsein, das dumpf und dämmerhaft ist und noch nicht durchleuchtet ist von dem Lichte des Ich. Dieses astralische Bewußtsein ist beim Menschen, als er Erdenmensch geworden ist, überleuchtet worden, übertönt worden von dem Ich-Bewußtsein. Nun ist aber der astralische Leib noch immer in uns, und wir können fragen: Wodurch ist das geschehen, daß unser astralisches Bewußtsein überhaupt hat übertönt, ausgeschaltet werden können, so daß das Ich-Bewußtsein ganz an seine Stelle treten konnte? — Das wurde dadurch möglich, daß durch die Befruchtung des Menschen mit dem Ich die frühere Verbindung zwischen astralischem Leib und Ätherleib zu einer viel loseren gemacht worden ist. Es ist sozusagen die frühere innigere Verbindung gelöst worden. Also es war vor dem Ich-Bewußtsein eine viel innigere Verbindung vorhanden zwischen dem astralischen Leib des Menschen und den niedrigeren Gliedern seiner Wesenheit. Es drängte sich der astralische Leib viel mehr hinein in die andern Glieder, als er es heute tut. Entrissen worden ist in einer gewissen Beziehung der astralische Leib dem Ätherleib und dem physischen Leib.

[ 14 ] So, prior to ego-consciousness, we are dealing with a type of consciousness that is bound to the astral body—which was then the highest member of the being—namely, astral consciousness, which is dull and dim and has not yet been illuminated by the light of the ego. This astral consciousness was, when the human being became an earthly human, overshadowed and drowned out by the ego-consciousness. But the astral body is still within us, and we may ask: How did it come to pass that our astral consciousness could be drowned out and suppressed at all, so that the ego-consciousness could take its place entirely? — This became possible because, through the fertilization of the human being with the ego, the former connection between the astral body and the etheric body was made much looser. The former, more intimate connection has been dissolved, so to speak. Thus, before ego-consciousness, there was a much more intimate connection between the human being’s astral body and the lower members of their being. The astral body intruded much more into the other members than it does today. In a certain sense, the astral body has been torn away from the etheric body and the physical body.

[ 15 ] Nun müssen wir uns einmal diesen Vorgang des sozusagen teilweisen Herausgehens, des Losemachens des astralischen Leibes von Ätherleib und physischem Leib ganz klarmachen. Dann werden wir uns fragen: Gibt es vielleicht auch heute noch die Möglichkeit, bei unserem gewöhnlichen Ich-Bewußtsein etwas herzustellen, was dieser alten Verbindung ähnlich wäre? Könnte es auch heute im Menschenleben geschehen, daß der astralische Leib tiefer hinein will in die andern Glieder, als er soll, sich mehr mit allerlei imprägniert und durchdringt, als es ihm zukommt?

[ 15 ] Now we must make this process—this sort of partial detachment, this loosening of the astral body from the etheric and physical bodies—completely clear to ourselves. Then we will ask ourselves: Is it perhaps still possible today, within our ordinary sense of self, to create something that would resemble this ancient connection? Could it also happen today in human life that the astral body seeks to penetrate deeper into the other members than it should, becoming more imbued with and permeating all sorts of things than is proper for it?

[ 16 ] Also ein gewisses Normalmaß ist notwendig für das Durchdringen des astralischen Leibes mit Ätherleib und physischem Leib. Nehmen wir nun an, das Normalmaß wird nach irgendeiner Richtung hin überschritten. Dann wird eine Störung eintreten müssen im ganzen menschlichen Organismus; denn was der Mensch heute ist, das hängt davon ab, daß dieses bestimmte Verhältnis zwischen den verschiedenen Wesensgliedern da ist, das uns im wachenden Menschen vor Augen tritt. In dem Augenblicke, wo sich der astralische Leib unrichtig benimmt, wo er tiefer hineindringt in physischen Leib und Ätherleib, muß eine Störung auftreten. Nun haben wir aber in den letzten Betrachtungen gesehen, daß das, was wir jetzt folgern, wirklich geschieht. Wir haben den ganzen Vorgang nur von der andern Seite her dargestellt. Wann geschieht es denn?

[ 16 ] A certain degree of normality is therefore necessary for the astral body to be permeated by the etheric body and the physical body. Let us now assume that this normal measure is exceeded in some direction. Then a disturbance must occur in the entire human organism; for what the human being is today depends on the existence of this specific relationship between the various members of the being, which we see in the waking human being. The moment the astral body behaves incorrectly, the moment it penetrates deeper into the physical body and the etheric body, a disturbance must occur. Now, however, we have seen in our recent considerations that what we are now concluding actually happens. We have merely described the entire process from the other side. When, then, does it happen?

[ 17 ] Es geschieht dann, wenn der Mensch in einem früheren Leben in seinen astralischen Leib etwas hineingeprägt hat, irgend etwas hat einfließen lassen, was wir für das frühere Leben als eine moralische oder intellektuelle Verfehlung auffassen. Das hat sich dem astralischen Leib eingegraben. Das ist jetzt etwas, wenn der Mensch neuerdings ins Leben tritt, was in der Tat den astralischen Leib veranlassen kann, einen andern Zusammenhang zu suchen mit dem physischen Leib und Ätherleib, als er ihn gesucht hätte, wenn er nicht diese Verfehlung im vorigen Leben in sich hineingeprägt hätte. Also gerade unsere Verfehlungen sind es, die sich unter dem Einfluß von Ahriman und Luzifer vollzogen haben und sich umgestaltet haben in organisierende Kräfte, welche im neuen Leben den astralischen Leib veranlassen, sich anders zum physischen Leib und Ätherleib zu stellen, als er es tun würde, wenn sich solche Kräfte nicht in ihn hineingedrängt hätten.

[ 17 ] This happens when, in a previous life, a person has imprinted something on their astral body—allowing something to flow into it—that we regard as a moral or intellectual transgression from that past life. This has become ingrained in the astral body. This is now something that, when a person enters life anew, can indeed cause the astral body to seek a different relationship with the physical body and etheric body than it would have sought had it not imprinted this transgression within itself in the previous life. So it is precisely our transgressions—those that took place under the influence of Ahriman and Lucifer—that have been transformed into organizing forces which, in the new life, cause the astral body to relate to the physical and etheric bodies differently than it would have done had such forces not penetrated it.

[ 18 ] So sehen wir, wie gerade die Wirkungen früherer Gedanken, Empfindungen und Gefühle den astralischen Leib zu dem veranlassen, was Unordnung hervorrufen muß in der menschlichen Organisation. Wenn aber solche Unordnung hervorgerufen wird, was tritt dann ein? Wenn sich der astralische Leib mehr hineindrängt in den physischen Leib und Ätherleib, als er es beim normalen Menschen sollte, so tut er etwas ganz Ähnliches, wie wir des Morgens tun beim Aufwachen, wo wir in dem Moment des Aufwachens mit unserem Ich in unsere zwei Leiber hinuntertauchen. Aufwachen besteht im Hinuntertauchen des Ich-Menschen in den physischen Leib und Ätherleib. Worin besteht nun das, was der astralische Leib tut, wenn er mehr in den physischen Leib und Ätherleib hineintritt, als er soll, veranlaßt durch die Wirkungen früherer Erlebnisse? — Was sonst eintritt, wenn wir mit dem Ich und astralischen Leib untertauchen in den physischen Leib und Ätherleib, wenn wir des Morgens aufwachen und etwas wahrnehmen, das zeigt sich gerade darin, daß wir aufwachen. Wie der ganze Wachzustand die Folge ist des Untertauchens des Ich-Menschen in den physischen Leib und Ätherleib, so muß jetzt etwas auftreten, was der astralische Leib tut, also etwas, was wir sonst als Ich-Menschen tun. Er taucht unter in den Äther- und physischen Leib. Wenn wir also einen Menschen vor uns haben, bei dem der astralische Leib die Tendenz aufgenommen hat, sich mehr zu vereinigen mit Ätherleib und physischem Leib, als es normalerweise der Fall sein sollte, so haben wir dieselbe Erscheinung für den Astralleib vor uns, welche wir sonst beim Aufwachen für den IchMenschen vor uns haben. Was ist dieses zu starke Eindringen des astralischen Leibes in den Ätherleib und physischen Leib? Das ist etwas, was wir sonst als das Wesen der Krankheit bezeichnen können. Wenn unser astralischer Leib dasselbe tut, was wir sonst beim Aufwachen tun, nämlich sich hineindrängt in den physischen Leib und Ätherleib, wenn der astralische Leib, der sonst bei uns kein Bewußtsein entwickeln sollte, nach einem Bewußtsein strebt im physischen Leib und Ätherleib, wenn er in uns aufwachen will, dann werden wir krank. Krankheit ist ein abnormer Wachzustand unseres astralischen Leibes. Was tun wir denn eigentlich, wenn wir im normalen Wohlbefinden stehen, wenn wir im gewöhnlichen Wachzustand leben? Dann wachen wir für das gewöhnliche Leben. Aber damit wir das gewöhnliche Wachbewußtsein haben können, mußten wir ja den astralischen Leib früher in eine andere Verbindung bringen. Wir mußten ihn zum Schlafen bringen. Der astralische Leib muß, wenn wir am Tage unser Ich-Bewußtsein haben, schlafen; wir können nur gesund sein, wenn unser astralischer Leib schläft in uns. Daher können wir jetzt das Wesen von Gesundheit und Krankheit in folgender Weise auffassen: Krankheit ist ein abnormes Aufwachen des astralischen Leibes im Menschen, und Gesundheit ist der normale Zustand des Schlafens des astralischen Leibes.

[ 18 ] Thus we see how the very effects of past thoughts, sensations, and feelings cause the astral body to do what is bound to create disorder in the human organism. But when such disorder is caused, what then happens? When the astral body intrudes more deeply into the physical and etheric bodies than it should in a normal human being, it does something very similar to what we do in the morning upon waking, when, at the moment of awakening, we plunge with our I into our two bodies. Waking up consists of the ego-person diving down into the physical and etheric bodies. What, then, does the astral body do when it enters the physical and etheric bodies more than it should, prompted by the effects of past experiences? — What else happens when we dive down with the ego and astral body into the physical and etheric bodies, when we wake up in the morning and perceive something, is precisely what is revealed in the fact that we are waking up. Just as the entire waking state is the result of the ego-person’s immersion into the physical and etheric bodies, so must something now occur that the astral body does—that is, something we would otherwise do as ego-persons. It immerses itself into the etheric and physical bodies. So when we have a person before us in whom the astral body has taken on the tendency to unite more with the etheric and physical bodies than is normally the case, we have before us the same phenomenon for the astral body that we otherwise have before us for the ego-person upon waking. What is this excessive intrusion of the astral body into the etheric and physical bodies? This is something we might otherwise describe as the essence of illness. When our astral body does what we otherwise do upon waking—namely, forcing its way into the physical and etheric bodies—when the astral body, which should otherwise not develop consciousness within us, strives for consciousness within the physical and etheric bodies, when it seeks to awaken within us, then we become ill. Illness is an abnormal waking state of our astral body. What do we actually do when we are in a state of normal well-being, when we live in the ordinary waking state? Then we are awake for ordinary life. But in order to have this ordinary waking consciousness, we had to bring the astral body into a different state earlier. We had to put it to sleep. The astral body must sleep when we have our ego-consciousness during the day; we can only be healthy when our astral body is asleep within us. Therefore, we can now understand the nature of health and illness in the following way: Illness is an abnormal awakening of the astral body in the human being, and health is the normal state of the astral body’s sleep.

[ 19 ] Und was ist denn das Bewußtsein dieses astralischen Leibes? Wenn wirklich Krankheit das Aufwachen des astralischen Leibes wäre, müßte ja etwas bei ihm eintreten wie ein Bewußtsein. Er wacht abnormerweise auf; also könnten wir ein abnormes Bewußtsein erwarten; aber ein Bewußtsein müßte da sein. Wenn wir in die Krankheit verfallen, müßte etwas Ähnliches entstehen, wie es sonst des Morgens beim Aufwachen eintritt. Es müßte unser Erleben abgelenkt werden auf irgend etwas anderes. Am Morgen taucht sonst unser gewöhnliches Bewußtsein auf. Wenn wir nun krank werden, taucht dann ein Bewußtsein auf?

[ 19 ] And what, then, is the consciousness of this astral body? If illness were truly the awakening of the astral body, something akin to consciousness would have to arise within it. It awakens abnormally; thus, we might expect an abnormal consciousness; but there would have to be some form of consciousness. When we fall ill, something similar to what normally occurs upon waking in the morning would have to arise. Our experience would have to be diverted toward something else. In the morning, our ordinary consciousness usually emerges. When we become ill, does a form of consciousness emerge?

[ 20 ] Ja, es taucht ein Bewußtsein auf, das der Mensch nur allzugut kennt. Und welches ist dieses Bewußtsein? Ein Bewußtsein drückt sich in Erlebnissen aus! Das Bewußtsein, was da auftaucht, drückt sich aus in dem, was wir den Krankheitsschmerz nennen, den wir nicht haben im normalen Wohlbefinden des Wachzustandes, weil da unser astralischer Leib gerade schläft. Schlafen des astralischen Leibes heißt, daß er sich in regelmäßigem Zusammenhang befindet mit physischem Leib und Ätherleib, bedeutet Schmerzlosigkeit. Der Schmerz ist der Ausdruck dafür, daß der astralische Leib sich so hineinpreßt in den physischen Leib und Ätherleib, wie er nicht drinnen sein soll — und zum Bewußtsein kommt. Das ist der Schmerz.

[ 20 ] Yes, a consciousness arises that humans know all too well. And what is this consciousness? A consciousness expresses itself through experiences! The consciousness that emerges here expresses itself in what we call the pain of illness, which we do not experience in the normal well-being of the waking state, because there our astral body is asleep. The sleep of the astral body means that it is in regular connection with the physical body and the etheric body; it signifies the absence of pain. Pain is the expression of the astral body forcing its way into the physical and etheric bodies in a way it is not supposed to—and coming into consciousness. That is pain.

[ 21 ] Nun handelt es sich darum, daß wir nicht etwa das, was eben gesagt worden ist, wieder grenzenlos ausdehnen. Es muß, wenn geisteswissenschaftlich gesprochen wird, immer die Grenze eingehalten werden, innerhalb deren etwas gesagt wird. — Es ist gesagt worden, daß wenn unser astralischer Leib aufwacht, ein Bewußtsein entsteht, das von Schmerz durchtränkt ist. Daraus dürfen wir aber nicht schließen, daß Schmerz und Krankheit immer zusammenfallen. Es ist durchaus ein jegliches Hineinpressen des astralischen Leibes in den Ätherleib und physischen Leib ein Kranksein. Aber umgekehrt besteht nicht jedes Kranksein darin, und daß Kranksein auch einen anderen Charakter haben kann, werden wir uns dadurch begreiflich machen können, daß keineswegs alles Kranksein von Schmerzen begleitet ist. Das beachten nur die meisten Menschen deshalb nicht, weil sie zumeist im Leben nicht anstreben, gesund zu sein, sondern sie streben an, schmerzlos zu sein, und wenn sie schmerzlos sind, halten sie das für gesund. Das ist nicht immer so; aber in sehr vielen Fällen wird der Mensch glauben, wenn er schmerzlos ist, sei er gesund. Wir würden uns einer gewaltigen Täuschung hingeben, wenn wir glauben wollten, daß Schmerzempfinden und Kranksein zusammenfällt. Es kann die Leber eines Menschen durch und durch beschädigt sein; wenn der Schaden nicht ein solcher ist, daß durch ihn zum Beispiel das Bauchfell affiziert wird, so tritt gar kein Schmerz auf. Es kann der Mensch einen Krankheitsprozeß in sich haben, der sich gar nicht in Schmerzen äußert. Das kann in vielen Fällen so sein. Vor einer objektiveren Betrachtung sind diese Erkrankungen sogar die schlimmeren. Denn wenn der Mensch Schmerzen empfindet, geht er darauf aus, die Schmerzen loszuwerden; wenn er keine Schmerzen hat, gibt er sich nicht besonders viel Mühe, die Krankheit loszubekommen.

[ 21 ] The point is that we must not take what has just been said and apply it without limit. When speaking in terms of spiritual science, we must always remain within the boundaries of what is being said. — It has been said that when our astral body awakens, a consciousness arises that is steeped in pain. From this, however, we must not conclude that pain and illness always coincide. Any forcing of the astral body into the etheric body and physical body is indeed a form of illness. Conversely, however, not every instance of illness consists of this, and we can understand that illness can also have a different character by noting that by no means is all illness accompanied by pain. Most people simply do not take this into account because, for the most part, they do not strive to be healthy in life, but rather they strive to be pain-free, and when they are pain-free, they consider that to be health. This is not always the case; but in very many instances, people will believe that if they are free from pain, they are healthy. We would be succumbing to a tremendous delusion if we were to believe that the sensation of pain and illness are one and the same. A person’s liver may be thoroughly damaged; if the damage is not such that, for example, the peritoneum is affected by it, then no pain occurs at all. A person may have a disease process within them that does not manifest itself in pain at all. This can be the case in many instances. From a more objective perspective, these diseases are actually the more serious ones. For when a person feels pain, they seek to get rid of it; when they have no pain, they do not make much of an effort to get rid of the disease.

[ 22 ] Wie verhält es sich nun mit den Erscheinungen, wo keine Schmerzen mit den Krankheitsfällen parallel gehen? Was haben wir da getan? — Da brauchen wir uns nur zu erinnern, daß wir uns wirklich als menschliche Wesen, wie wir heute sind, nach und nach entwickelt haben, daß wir während der Erdenzeit das Ich hinzugefügt haben zu astralischem Leib, Ätherleib und physischem Leib. Aber wir waren auch einmal ein Mensch, der nur physischen Leib und Ätherleib gehabt hat. Ein Wesen, das nur physischen Leib und Ätherleib hat, ist wie eine heutige Pflanze. Bei solchen Wesen kommen wir zu einem dritten Grade von Bewußtsein, einem viel, viel dumpferen Bewußtsein, das nicht einmal bis zur Helligkeit des heutigen Traumbewußstseins hinaufreicht. Es ist ja durchaus ein Irrtum, wenn wir glauben, daß der Mensch im Schlafe kein Bewußtsein hat. Er hat ein Bewußtsein; nur ist es so dumpf, daß er es nicht bis zur Erinnerung in seinem Ich heraufrufen kann. Aber auch in der Pflanze sitzt ein solches Bewußtsein. Es ist eine Art Schlafbewußtsein, also ein noch tieferes als das astralische Bewußtsein. Da kommen wir herunter zu einem noch tieferen Bewußtsein des Menschen.

[ 22 ] What, then, of those cases where the symptoms do not coincide with the onset of illness? What have we done in such cases? — We need only remember that we, as human beings as we are today, have developed gradually; that during our time on Earth we have added the ego to the astral body, the etheric body, and the physical body. But we were once human beings who had only a physical body and an etheric body. A being that has only a physical body and an etheric body is like a plant today. With such beings, we arrive at a third degree of consciousness, a much, much duller consciousness that does not even reach the brightness of today’s dream consciousness. It is, after all, a complete mistake to believe that a person has no consciousness while asleep. They do have consciousness; it is just so dull that they cannot summon it up to the level of memory in their ego. But such a consciousness also resides in the plant. It is a kind of sleep consciousness, that is, one even deeper than astral consciousness. There we descend to an even deeper level of human consciousness.

[ 23 ] Nehmen wir nun an, der Mensch habe durch Erlebnisse in früheren Inkarnationen nicht nur solche Unordnung hineingebracht in seine Organisation, welche den astralischen Leib veranlaßt, sich in unordentlicher Weise hineinzuversenken in den physischen Leib und Ätherleib, sondern er habe so etwas vollführt, was den Ätherleib veranlassen kann, in unrichtiger Weise sich in den physischen Leib hineinzudrängen. Es kann durchaus ein solcher Zustand eintreten, daß auch die Verbindung zwischen Ätherleib und physischem Leib nicht die für den heutigen Menschen normale ist, daß sich der Ätherleib zu tief hineindrängt in den physischen Leib. Der astralische Leib, sagen wir, wäre dabei gar nicht beteiligt, sondern was da im früheren Leben veranlagt worden ist, das bewirkt in der menschlichen Organisation eine dichtere Zusammenfügung von Ätherleib und physischem Leib, als es sonst sein soll. Da haben wir dasselbe bei dem Ätherleib, was wir bei dem astralischen Leibe haben im Schmerzbewußstsein.

[ 23 ] Let us now assume that through experiences in earlier incarnations, a person has not only introduced such disorder into their constitution that causes the astral body to sink into the physical and etheric bodies in a disorderly manner, but has also done something that can cause the etheric body to force its way into the physical body in an improper manner. A state may well arise in which even the connection between the etheric body and the physical body is not what is normal for modern humans, such that the etheric body pushes itself too deeply into the physical body. The astral body, let us say, would not be involved at all in this; rather, what was predisposed in a previous life causes a denser fusion of the etheric body and the physical body within the human organism than is otherwise intended. Here we have the same phenomenon with the etheric body as we have with the astral body in the consciousness of pain.

[ 24 ] Wenn der Ätherleib sich nun seinerseits zu tief hineinversenkt in den physischen Leib, so taucht ein Bewußtsein auf ähnlich wie des Menschen Schlafbewußtsein, wie das Pflanzenbewußtsein. Kein Wunder daher, daß das auch ein Zustand ist, der vom Menschen gar nicht empfunden wird. Wie er nicht im Schlaf empfindet, so empfindet er auch jetzt diesen Zustand nicht. Und doch ist es ein Aufwachen! Wie unser astralischer Leib abnormerweise aufwacht, wenn er zu tief hinuntertaucht in den Ätherleib und physischen Leib, so wacht der Ätherleib in abnormer Weise auf, wenn er zu tief in den physischen Leib hineintaucht. Nur kann es der Mensch nicht wahrnehmen, weil es das Aufwachen zu einem noch dumpferen Bewußtsein als das Schmerzbewußtsein ist. Aber nehmen wir an, der Mensch hätte wirklich in einem früheren Leben so etwas vollzogen, was sich zwischen Tod und neuer Geburt dazu umwirkt, daß der Ätherleib für sich aufwacht, das heißt, intensiven Besitz ergreift vom physischen Leib. Wenn das geschehen ist, lebt auf im Menschen ein tiefes Bewußtsein, das aber nicht in der Weise wahrgenommen werden kann, wie die sonstigen Erlebnisse der menschlichen Seele wahrgenommen werden. Braucht es deshalb nicht zu wirken, weil es nicht wahrgenommen wird? Versuchen wir uns klarzumachen, was ein Bewußtsein für eine eigentümliche Tendenz erhält, wenn es anfängt, um einen Grad tiefer zu liegen.

[ 24 ] When the etheric body, for its part, sinks too deeply into the physical body, a state of consciousness arises similar to human sleep consciousness or plant consciousness. It is therefore no wonder that this is a state which is not perceived by the human being at all. Just as he does not perceive anything in sleep, so too does he not perceive this state now. And yet it is an awakening! Just as our astral body awakens abnormally when it sinks too deeply into the etheric body and physical body, so the etheric body awakens in an abnormal way when it sinks too deeply into the physical body. Only, the human being cannot perceive it, because it is an awakening to a consciousness even more dull than the consciousness of pain. But let us suppose that the human being had truly accomplished something in a previous life that works its way between death and new birth in such a way that the etheric body awakens on its own, that is, takes intense possession of the physical body. When this has happened, a deep consciousness awakens within the human being, but it cannot be perceived in the same way as the other experiences of the human soul are perceived. Does it therefore not need to have an effect because it is not perceived? Let us try to understand what peculiar tendency a consciousness takes on when it begins to lie one degree deeper.

[ 25 ] Wenn Sie einen solchen äußeren Eindruck erleben, wie zum Beispiel wenn Sie sich verbrennen, so verursacht das Schmerz. Wenn ein Schmerz entstehen soll, so muß das Bewußtsein wenigstens den Grad des Bewußtseins des astralischen Leibes haben. Ein Schmerz muß im astralischen Leibe leben. Wo also irgendeinmal in der Menschenseele Schmerz entsteht, ist eine Tatsache des astralischen Leibes vorhanden. Nehmen _ wir aber einmal an, es geschehe etwas, was nicht mit Schmerzen verbunden wäre, was dennoch aber einen äußeren Reiz, einen äußeren Eindruck hervorruft. Wenn irgend etwas auf Ihr Auge zufliegt, so verursacht das einen äußeren Reiz; das Auge schließt sich. Schmerz ist damit nicht verbunden. Was ruft der Reiz hervor? Eine Bewegung. Das ist etwas Ähnliches, wie wenn Ihre Fußsohle berührt wird: Schmerz ist es nicht — dennoch zuckt der Fuß. Es gibt also auch solche Eindrücke auf den Menschen, die nicht von Schmerzen begleitet sind, die dennoch aber herausfordern irgendein Geschehnis, eine Bewegung. Da weiß der Mensch nicht — weil er nicht bis in diesen tiefen Grad des Bewußtseins hinunterdringen kann —, wie so etwas zustande kommt, daß eine Bewegung folgt auf den Reiz. Wenn Sie Schmerz empfinden, und Sie weisen dadurch etwas zurück, so ist es der Schmerz, der Sie aufmerksam gemacht hat auf das, was Sie dann zurückweisen. Es kann aber etwas auftreten, was Sie zu einer inneren Bewegung drängt, zu einer Reflexbewegung. Da dringt das Bewußtsein nicht bis zu dem Grade hinunter, wo der Reiz in Bewegung umgesetzt wird. Da haben Sie einen solchen Bewußtseinsgrad, der nicht in Ihre astralischen Erlebnisse hineinkommt, der bewußt nicht erlebt wird, der in einer Art von Schlafbewußtseinssphäre verläuft, der aber darum doch nicht so ist, daß er nicht zu Geschehnissen führen könnte. Wenn ein solches tieferes Eindringen des Ätherleibes in den physischen Leib stattfindet, so ist dies das Hervorbringen eines Bewußtseins, das nicht ein Schmerzbewußtsein ist, weil sich der astralische Leib nicht daran beteiligt, sondern das so dumpf ist, daß es der Mensch nicht wahrnimmt. Damit ist aber nicht gesagt, daß der Mensch in diesem Bewußtsein keine Handlungen ausführen kann, nicht etwas tun könnte, was der ganzen Sachlage entspräche. Der Mensch führt ja auch sonst Handlungen aus, bei denen sein Bewußtsein nicht dabei ist. Sie brauchen nur daran zu denken, wo das gewöhnliche Tagesbewußtsein ausgelöscht ist und der Mensch als Nachtwandler alle möglichen Handlungen ausführt. Da ist nicht etwa gar kein Bewußtsein vorhanden, sondern es ist ein solches Bewußtsein daran beteiligt, das der Mensch nicht miterleben kann, weil er nur die zwei höchsten Bewußtseinsformen erleben kann: das astralische Bewußtsein als Lust und Leid und dergleichen und das Ich-Bewußstsein als Urteil und als gewöhnliches Tagesbewußtsein. Deshalb ist aber die Sache doch nicht so, daß der Mensch aus diesem Schlafbewußtsein heraus nicht handeln könnte.

[ 25 ] When you experience an external sensation, such as burning yourself, it causes pain. For pain to arise, consciousness must possess at least the level of consciousness of the astral body. Pain must reside in the astral body. So wherever pain arises in the human soul, a fact of the astral body is present. But let us suppose that something happens that is not associated with pain, yet which nevertheless evokes an external stimulus, an external sensation. If something flies toward your eye, this causes an external stimulus; the eye closes. Pain is not associated with this. What does the stimulus evoke? A movement. This is similar to when the sole of your foot is touched: it is not pain—yet the foot twitches. There are thus also such impressions on the human being that are not accompanied by pain, yet which nevertheless elicit some kind of event, a movement. Here, the person does not know—because they cannot penetrate down to this deep level of consciousness—how such a thing comes about, that a movement follows the stimulus. When you feel pain, and you thereby reject something, it is the pain that has made you aware of what you then reject. But something may occur that compels you to an inner movement, to a reflex movement. Here, consciousness does not penetrate down to the level where the stimulus is transformed into movement. Here you have a level of consciousness that does not enter into your astral experiences, that is not consciously experienced, that takes place in a kind of sphere of sleep-consciousness, but which is nonetheless not such that it cannot lead to events. When such a deeper penetration of the etheric body into the physical body takes place, this gives rise to a consciousness that is not a consciousness of pain—because the astral body is not involved in it—but one that is so dull that the person does not perceive it. This does not mean, however, that the person cannot perform actions in this state of consciousness, or could not do something that corresponds to the entire situation. After all, people also perform actions in other contexts where their consciousness is not present. You need only think of situations where ordinary daytime consciousness is extinguished and the person, as a sleepwalker, performs all manner of actions. It is not that there is no consciousness at all, but rather that a form of consciousness is involved that a person cannot experience, because they can only experience the two highest forms of consciousness: astral consciousness as pleasure and pain and the like, and ego-consciousness as judgment and as ordinary waking consciousness. Therefore, however, it is not the case that a person cannot act from this sleep consciousness.

[ 26 ] Nun haben wir also auch ein solches tiefes Bewußtsein, das der Mensch nicht mehr erreichen kann, wenn der Ätherleib hinuntersteigt in den physischen Leib. Nehmen wir an, er will aber doch etwas tun, wovon er im normalen Leben nichts wissen kann, was irgendwie mit der Sachlage zusammenhängt, dann wird er das tun, ohne daß er davon etwas weiß. In ihm wird etwas, wird die Sache selbst das tun, ohne daß er selber davon weiß. — Betrachten wir jetzt einen Menschen, der durch irgendwelche Vorkommnisse in einem früheren Leben Ursachen in sich gelegt hat, welche in der Zeit zwischen Tod und neuer Geburt hinunterwirken bis dahin, wo sie zu einem tieferen Eindringen des Ätherleibes in den physischen Leib führen. Dann werden daraus Handlungen hervorgehen, welche zum Auswirken von tieferliegenden Krankheitsprozessen führen. Da wird der Mensch dazu gedrängt werden können, äußere Veranlassungen zu Krankheiten geradezu aufzusuchen.

[ 26 ] So we now also have this kind of deep consciousness, which a human being can no longer attain once the etheric body descends into the physical body. Suppose, however, that he wants to do something of which he can know nothing in normal life, something that is somehow connected with the situation; then he will do it without being aware of it. Something within him—the thing itself—will do it without his own knowledge. — Let us now consider a person who, through certain events in a previous life, has laid down causes within themselves that work their way down during the time between death and rebirth to the point where they lead to a deeper penetration of the etheric body into the physical body. Then actions will arise from this that lead to the manifestation of deeper disease processes. The person may then be driven to actively seek out external triggers for illness.

[ 27 ] Es kann sonderbar erscheinen, daß das nicht klar erscheint für das gewöhnliche Ich-Bewußtsein. Der Mensch würde es aber aus seinem gewöhnlichen Ich-Bewußtsein heraus auch nie tun. Er wird sich nie aus seinem gewöhnlichen Ich-Bewußtsein heraus befehlen, in einen Herd von Bazillen einzudringen. Nehmen wir aber an, jenes dumpfe Bewußtsein findet, daß es nötig ist, daß eine äußere Schädigung eintrete und daß sich das abspielen kann, was wir gestern genannt haben den ganzen Sinn des Krankseins. Dann sucht dieses Bewußtsein, das in den physischen Leib hineindringt, die Krankheitsursache auf. Es ist das eigene Wesen des Menschen, das die Krankheitsursache aufsucht, um das zu erreichen, was wir gestern den Krankheitsprozeß genannt haben. So werden Sie aus dem tieferen Wesen der Krankheit heraus begreifen, daß selbst dann, wenn noch keine Schmerzen auftreten, noch immer Gegenwirkungen auftreten können. Und auch wenn Schmerzen sich zeigen, kann noch immer, wenn nur der Ätherleib zu stark eindringt in den physischen Leib, dasjenige eintreten, was man nennen kann das Suchen von äußeren Krankheitsursachen durch tiefergelegene Schichten des menschlichen Bewußtseins selbst. So grotesk es klingt, so ist es doch richtig: Wir suchen uns, ebenso wie unsere vererbten Merkmale, mit einem andern Bewußtseinsgrade unsere äußeren Krankheitsursachen, wenn wir sie brauchen. Das eben Gesagte gilt aber wieder nur in den Grenzen dessen, wie es heute dargestellt ist.

[ 27 ] It may seem strange that this is not obvious to ordinary ego-consciousness. But a person would never do this from within their ordinary ego-consciousness. They would never, from within their ordinary ego-consciousness, command themselves to enter a swarm of germs. But let us suppose that this dull consciousness finds it necessary for an external injury to occur and for what we called yesterday the whole meaning of being ill to unfold. Then this consciousness, which penetrates into the physical body, seeks out the cause of the illness. It is the human being’s own essence that seeks out the cause of the illness in order to achieve what we called yesterday the process of illness. Thus, from the deeper nature of illness, you will understand that even when no pain has yet arisen, counteractions can still occur. And even when pain manifests, if the etheric body penetrates the physical body too strongly, what might be called the search for external causes of illness by deeper layers of human consciousness itself can still occur. As grotesque as it sounds, it is nevertheless true: just as we do with our inherited traits, we seek out our external causes of illness with a different level of consciousness when we need them. However, what has just been said applies only within the limits of how it is presented today.

[ 28 ] Heute hat es sich vorzugsweise darum gehandelt, gerade klarzulegen, daß der Mensch imstande sein kann, ohne daß er es mit dem ihm bekannten Bewußtseinsgrade verfolgen kann, die Krankheit dadurch zu suchen, daß ein abnormer, tieferer Bewußtseinszustand hergestellt wird. Darum handelte es sich: zu zeigen, daß wir es in der Krankheit zu tun haben mit einem Erwachen von Bewußtseinsstadien, welche wir als Menschen früher schon überwunden haben. Dadurch, daß wir in einem früheren Leben Fehler auf uns geladen haben, verursachen wir, daß wir tiefere Bewußtseinsgrade hervorbringen, als es uns sonst für unser jetziges Leben geziemte. Und was wir aus den Antrieben dieser Bewußtseinsgrade tun, das beeinflußt den Verlauf des Krankheitsprozesses wie auch den Prozeß, der überhaupt erst zur Krankheit führt.

[ 28 ] Today, the main focus has been on clarifying that a person may be capable of seeking out illness—without being able to do so at the level of consciousness they are familiar with—by inducing an abnormal, deeper state of consciousness. That was the point: to show that in illness we are dealing with an awakening of stages of consciousness that we, as human beings, have already overcome in the past. By having incurred faults in a previous life, we cause ourselves to bring forth deeper levels of consciousness than would otherwise be appropriate for our present life. And what we do as a result of the impulses of these levels of consciousness influences both the course of the disease process and the process that leads to the disease in the first place.

[ 29 ] Da sehen wir, daß in den abnormen Zuständen alte Bewußtseinsstufen heraufsteigen, welche der Mensch längst überwunden hat. Wenn Sie nur ein wenig die Tatsachen des gewöhnlichen Lebens betrachten, können Sie sich schon ein wenig verdeutlichen, was heute gesagt worden ist. Es ist ja so, daß der Mensch durch seine Schmerzen gewissermaßen tiefer hinuntersteigt in sein Wesen. Sie kennen ja den Ausspruch, daß er dann erst weiß, daß er ein Organ hat, wenn es angefangen hat, ihn zu schmerzen. Das ist ein populärer Ausspruch; aber er ist nicht so ganz dumm. Warum weiß der Mensch im normalen Bewußtsein davon nichts? Weil sein Bewußtsein im normalen Falle so weit schläft, daß es nicht intensiv genug untertaucht in den astralischen Leib. Taucht es aber unter, dann entsteht Schmerz, und durch den Schmerz erfährt der Mensch, daß er das betreffende Organ hat. In gar manchen Aussprüchen des gewöhnlichen Lebens liegt etwas durchaus Wahres, weil sie Erbstücke sind aus den früheren Bewußtseinsstadien, in welchen der Mensch, als er in die geistige Welt hineingesehen hat, noch vieles gewußt hat von dem, was wir heute mühselig wieder heraufholen müssen.

[ 29 ] Here we see that, in abnormal states, old levels of consciousness resurface—levels that human beings have long since overcome. If you just consider the facts of everyday life for a moment, you can already begin to grasp what has been said today. The fact is that through their pain, people descend, so to speak, deeper into their own being. You are familiar with the saying that a person only knows they have an organ once it has begun to hurt. That is a popular saying; but it is not entirely without merit. Why is a person unaware of this in normal consciousness? Because, in the normal case, their consciousness is so deeply asleep that it does not penetrate deeply enough into the astral body. But when it does penetrate, pain arises, and through the pain, a person realizes that they possess the organ in question. There is something quite true in many sayings of everyday life, because they are legacies from earlier stages of consciousness in which, when people looked into the spiritual world, they still knew much of what we must laboriously bring back today.

[ 30 ] Wenn Sie begreifen, daß der Mensch tiefere Schichten des Bewußtseins erleben kann, dann werden Sie auch die Möglichkeit haben, zu begreifen, daß nicht nur äußere Krankheitsursachen, sondern auch äußere Schicksalsschläge vom Menschen aufgesucht werden können, welche sich der Mensch nicht als vernünftig auslegen kann, aber deren Vernunft so wirkt, daß auf tiefere Schichten des Bewußtseins gewirkt wird. — So kann es auch wohl denkbar erscheinen, daß sich der Mensch bei gewöhnlicher Überlegung nicht gerade dorthin stellen wird, wo ihn ein Blitz treffen kann. Mit dem Oberbewußtsein wird er das vermeiden. Aber es könnte in ihm ein Bewußtsein tätig sein, das viel tiefer liegt als das Oberbewußtsein und das ihn gerade an die Stelle hinführt, wo ihn der Blitz treffen kann, unter einer Voraussicht, welche das Oberbewußtsein nicht hat, ein Bewußtsein, das also will, daß der Blitz ihn trifft, so daß der Mensch den Unfall geradezu aufsucht.

[ 30 ] If you understand that human beings can experience deeper layers of consciousness, then you will also be able to grasp that it is not only external causes of illness but also external strokes of fate that people may seek out—events that cannot be interpreted as rational, yet whose rationality operates in such a way that they affect deeper layers of consciousness. — Thus, it may well seem conceivable that, under normal circumstances, a person would not deliberately place themselves where lightning could strike them. With their conscious mind, they would avoid this. But there could be a consciousness at work within them that lies much deeper than the conscious mind and that leads them precisely to the spot where lightning can strike them, guided by a foresight that the conscious mind lacks—a consciousness that thus wants the lightning to strike them, so that the person actively seeks out the accident.

[ 31 ] Daß durch karmische Wirkungen Unglücksfälle aufgesucht werden oder auch äußere Krankheitsursachen, das haben wir heute der Möglichkeit nach erst begriffen. Wie das im einzelnen geschieht, wie die Kräfte im Menschen wirken, welche in tieferen Bewußtseinsschichten sind, und wie es damit steht, ob unser Oberbewußtsein solche Unglücksfälle vermeiden darf, das ist wieder eine Frage, die uns auch noch beschäftigen wird. Wie wir verstehen können, daß, wenn der Mensch in eine Gegend geht, wo eine Infektion auf ihn ausgeübt werden kann, da ein Bewußtseinsgrad wirkt, der ihn dorthin getrieben hat, so müssen wir auch verstehen können, wie es sich damit verhält, daß der Mensch Einrichtungen trifft, damit solche Infektionen immer weniger wirken können, daß wir also durch hygienische Maßregeln durch das Oberbewußtsein die Dinge wieder abwenden können. Wir können auch begreifen die Möglichkeit, durch das Oberbewußtsein diese Wirkung abzulenken, und müssen sagen, daß es etwas höchst Unvernünftiges wäre, daß das Unterbewußtsein Krankheitskeime aufsuchen kann, wenn nicht auch auf der andern Seite Krankheitsursachen durch das Oberbewußtsein vermieden werden können.

[ 31 ] Today we have only just begun to grasp the possibility that misfortunes—or even external causes of illness—are brought about by karmic forces. How this happens in detail, how the forces within the human being—which reside in deeper layers of consciousness—work, and whether our higher consciousness is able to prevent such misfortunes, is another question that will continue to occupy us. Just as we can understand that when a person goes to a place where an infection can affect them, a level of consciousness is at work that has driven them there, so too must we be able to understand how it is that people take measures to ensure such infections have less and less effect—that is, that through hygienic measures guided by the higher consciousness, we can avert such outcomes. We can also grasp the possibility of deflecting this effect through the higher consciousness, and must say that it would be highly irrational for the subconscious to seek out pathogens if, on the other hand, causes of disease cannot be avoided through the higher consciousness.

[ 32 ] Wir werden sehen, daß es «vernünftig» ist, Krankheitskeime aufzusuchen, und daß es auch «vernünftig» ist, von dem Oberbewußtsein aus hygienische Maßregeln zu ergreifen gegen das Eindringen von Infektionsstoffen, um dadurch Krankheitsursachen zu verhindern.

[ 32 ] We will see that it is “reasonable” to seek out pathogens, and that it is also “reasonable” to take hygienic measures from the perspective of the higher consciousness to prevent the entry of infectious agents, thereby preventing the causes of disease.