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The Rudolf Steiner Archive

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The Revelations of Karma
GA 120

26 May 1910, Hamburg

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Neunter Vortrag

9. Karmic Effects Of Our Experiences As Men and Women. Death and Birth In Relationship to Karma

[ 1 ] Es wird ja, wie ich wiederholt bemerkte, nur möglich sein, die großen karmischen Gesetzmäßigkeiten in einigen skizzenhaften Linien anzudeuten, um Anregungen zu geben auf diesem schier unermeßlichen Gebiete. Wenn Sie alles bedenken, was wir in den letzten Tagen besprochen haben, so werden Sie es nicht mehr auffällig finden, daß der Mensch geradezu aus gewissen Bewußtseinsschichten heraus getrieben wird, die ausgleichenden Wirkungen für karmische Ursachen, die er sich selber einverleibt hat, auch in der Außenwelt zu suchen. Er kann geradezu dorthin getrieben werden, wo er zum Beispiel eine Infektion erhalten kann, um in dieser die ausgleichenden Wirkungen für eine sich einverleibte karmische Ursache zu suchen, und selbst zu dem, was man Lebensunfälle nennen kann, kann der Mensch hingetrieben werden, um mit dem Hereinbrechen eines solchen Lebensunfalles eine Ausgleichung zu suchen.

[ 1 ] As I have several times pointed out, the great karmic laws can be here only briefly referred to, so that your interest in this almost infinite domain shall be stirred. If you reflect upon all that has been said within the last days, you will no longer be astonished at the idea that man is urged to seek in the external world for compensating effects of karmic causes which he himself has incorporated within his organism. He may, for instance, be driven to a place where he will encounter an infection which will offer him the compensation sought for, or he may even be driven by this need for compensation to what might be termed a ‘fatal accident.’

[ 2 ] Wie ist es nun mit dem karmischen Verlauf, wenn wir durch irgendwelche Maßnahmen in die Lage kommen, den Menschen daran zu hindern, diesen Ausgleich zu suchen?

[ 2 ] How does it affect the karmic course, if through some kind of measures we are able to prevent the person from seeking this adjustment?

[ 3 ] Nehmen wir an, daß wir durch gewisse hygienische Maßnahmen dahin wirken, daß gewisse Ursachen, gewisse Dinge, für die vielleicht der Mensch vermöge seiner karmischen Zusammenhänge Neigung haben muß, überhaupt nicht da sein können. Denken wir uns, es gelänge durch hygienische Maßnahmen, gewisse Krankheitserreger auf einem bestimmten Gebiet zu bekämpfen. Nun haben wir uns bereits vor die Seele geführt, daß es keineswegs im Belieben der Menschen steht, solche Maßnahmen zu treffen. Wir haben gesehen, wie in einem bestimmten Zeitalter zum Beispiel die Neigung zu Reinlichkeitsgesetzen daher entsteht, weil einfach diese Neigung, die in der Zwischenzeit verschwunden war, jetzt bei der umgekehrten Wiederholung in der Entwickelung wieder auftaucht. Daraus haben wir gesehen, daß es in den großen Gesetzen des Menschheitskarma überhaupt liegt, daß in einem bestimmten Zeitpunkt der Mensch dazu kommt, diese oder jene Maßnahmen zu treffen. Wir werden es aber auch leicht begreifen, daß der Mensch in einem früheren Zeitalter nicht dazu gekommen ist, derartige Maßnahmen zu treffen, weil die Menschheit in einem früheren Zeitraum die Epidemien brauchte, die jetzt durch die hygienischen Maßnahmen aus der Welt geschafft werden sollen. In bezug auf große Einrichtungen im Leben unterliegt wirklich die Menschheitsentwickelung ganz bestimmten Gesetzen, und bevor etwas für die gesamte Menschheitsentwickelung von Bedeutung und von Nutzen sein kann, tritt gar nicht die Möglichkeit ein, solche Maßnahmen zu treffen. Denn aus dem vollbewußten, vernünftigen, verständigen Leben, das sich der Mensch zwischen Geburt und Tod aneignen kann, kommen ja solche Maßnahmen nicht, sondern sie kommen aus dem Gesamtgeist der Menschheit. Und Sie brauchen sich nur einmal vor Augen zu halten, wie diese oder jene Erfindung oder Entdeckung auch erst dann auftritt, wenn die Menschheit wirklich dafür reif ist. Ein kleiner Überblick über die Geschichte der EntwickeJung der Menschheit auf der Erde kann Ihnen da so manches bieten.

[ 3 ] Let us suppose that by certain hygienic measures we render impossible certain causes, certain maladies towards which the karma of a person draws him. We have already shown that the taking of such measures in no wise rests with him. We have seen, for instance, that in a certain period a need for cleanliness is felt simply because this inclination that had disappeared in earlier periods, reappears by its reversed repetition in evolution. From this we see that it is in accordance with the great laws of human karma that we at definite periods adopt this or that measure. But it is easy to understand why such measures were not invented before our epoch, for humanity in an earlier epoch was in need of such epidemics from which the world is now delivered by these measures. With regard to the great plans of life, human evolution is subject to definite laws, and we are not in a position to adopt such measures until they will be of significance and utility for the whole of human evolution. For these measures do not spring from the fully conscious life, from the rational life, between birth and death, but they spring rather from the general mind of humanity, so we need only remember that when mankind is ripe for it, and not before, these inventions or discoveries will make their appearance. A brief summary of the history of human evolution upon earth may prove useful.

[ 4 ] Denken Sie nur daran, daß unsere Vorfahren — das heißt unsere eigenen Seelen — in Leibern von ganz anderer Gestalt als die heutigen Menschenleiber auf dem alten atlantischen Kontinent gelebt haben, daß dann dieser atlantische Kontinent hinuntergesunken ist und daß die Einrichtungen, die wir heute treffen, sich erst im Bereiche unserer heutigen Kontinente gebildet haben. Es wurden dann in einem ganz bestimmten Zeitalter erst dieBewohner der einen aufgetauchten Erdhälfte mit den Bewohnern der andern zusammengeführt. Erst vor kurzem, in einer gar nicht so fernen Vergangenheit, konnten die Völker Europas die Gebiete wieder erreichen, die nach der andern Seite des atlantischen Kontinents sich abgegliedert haben. In solchen Dingen herrschen wirklich große Gesetze. Und ob diese oder jene Dinge entdeckt werden oder ob Maßnahmen getroffen werden, welche es in dieser oder jener Richtung möglich machen, karmisch einzugreifen, das hängt nicht von der Meinung oder der Willkür der Menschen ab, sondern das tritt ein, wenn es eintreten soll. Aber dessen ungeachtet: Wenn wir gewisse Ursachen hinwegräumen, welche sonst dagewesen wären und die durch ihre karmische Verwicklung gewisse Menschen aufgesucht hätten, so können wir dadurch das Karma der Menschen beeinflussen. Dieses Beeinflussen heißt aber nicht, daß wir es hinwegschaffen, sondern es heißt, daß wir es in eine andere Richtung lenken.

[ 4 ] Let us not forget that our ancestors—that is to say our own souls—dwelt upon the Atlantean continent in bodies quite different from the present human body. This continent was then submerged and it was only after a definite period that the inhabitants upon the one half of the earth which had emerged were brought into contact with these of the other half. It is only recently that the peoples of Europe have been able again to reach those territories that had emerged on the other side of the submerged Atlantean continent. Indeed, such matters are ordered by great laws. The discovery of one thing or another, the adoption of measures which make it possible to intervene in the realm of karma—these things are not dependent upon the caprice or the will of mankind, but they arrive when they are due to arrive. But notwithstanding, we can influence a person's karma by removing certain causes which would otherwise have existed, and which would have come to him as a karmic fulfilment. This ‘influencing’ does not mean that we have removed it, but merely that we have changed its direction.

[ 5 ] Denken wir uns also den Fall,eine Anzahl von Menschen würde sich durch karmische Verwicklung gedrängt fühlen, bestimmte Einflüsse aufzusuchen, welche ein karmischer Ausgleich sein würden. Durch hygienische Maßnahmen sind nun einstweilen diese Einflüsse oder Verhältnisse hinweggeräumt worden, die Menschen können sie nicht mehr suchen. Darum aber werden diese Menschen nicht befreit von dem, was in ihnen als karmische Wirkung herausgefordert wird, sondern sie werden gedrängt, andere Wirkungen aufzusuchen. Seinem Karma entkommt der Mensch nicht. Er wird durch solche Maßnahmen nicht entlastet von dem, was er sonst aufgesucht hätte.

[ 5 ] Let us suppose that a certain number of people are impelled by karma to seek for certain conditions which would represent to them a karmic compensation. Through hygienic measures these conditions have been removed and can no longer be met. These beings, however, will not be liberated from the karmic effect evoked by their inner being, but rather are they urged to seek other effects. Man cannot escape his karma. Through such measures he is not freed from that which he would otherwise have sought.

[ 6 ] Daraus können Sie entnehmen, daß für einen karmischen Ausgleich, den wir in der Lage wären, nach einer Seite wegzuschaffen, wieder ein Ausgleich nach einer andern Richtung entstehen müßte. Wir schaffen nur die Notwendigkeit, andere Gelegenheiten und Einflüsse aufzusuchen, wenn wir irgendwelche Einflüsse hinwegräumen. Nehmen wir nun an, daß viele Epidemien, gemeinsame Krankheitsursachen, einfach darauf zurückzuführen sind, daß die Menschen, welche diese Krankheitsursachen aufsuchen, hinwegräumen wollen, was sie sich karmisch anerzogen haben, wie zum Beispiel bei der Pockenepidemie Organe der Lieblosigkeit. Brächten wir es zustande, diese Organe hinwegzuräumen, so bliebe die Ursache der Lieblosigkeit trotzdem bestehen, und die betreffenden Seelen müßten dann in dieser oder einer andern Inkarnation den entsprechenden Ausgleich in einer andern Weise suchen. Wir können begreifen, was da stattfindet,wenn wir auf etwas hinweisen, worauf wir sicher zählen müssen, und das ist das Folgende.

[ 6 ] From this we may conclude that if the karmic reparation is escaped in one direction, it will have to be sought in another. When we abolish certain influences, we merely create the necessity of seeking other opportunities and influences. Let us assume that many epidemics and diseases can be traced to the fact that victims are seeking to remove what they have karmically fostered within themselves. This is the case, for instance, with smallpox which is the organ of uncharitableness. Although we may be in a position to remove the possibility of this disease, still the cause of uncharitableness would remain, and the souls in question would then be forced to seek another way for karmic compensation either in this or in another incarnation. The following will help us to understand what actually takes place.

[ 7 ] Heute werden in der Tat eine ganze Menge von äußeren Einflüssen und Ursachen hinweggeräumt, die sonst aufgesucht worden wären zum Ausgleich gewisser karmischer Dinge, welche die Menschheit in früheren Zeitaltern auf sich geladen hat. Dadurch aber schaffen wir nur die Möglichkeit hinweg, daß der Mensch äußeren Einflüssen verfällt. Wir machen ihm das äußere Leben angenehmer oder auch gesünder. Dadurch erreichen wir aber nur, daß dasjenige, was der Mensch in dem entsprechenden Krankheitsverhältnis sich als karmischen Ausgleich gesucht hätte, nun auf anderem Wege gesucht werden muß. Die Seelen, welche auf diesem Wege heute in gesundheitlicher Beziehung gerettet werden, werden also dazu verurteilt, in einer andern Weise diesen karmischen Ausgleich zu suchen. Und Sie werden ihn suchen müssen in zahlreichen Fällen, die gerade zu den geschilderten gehören. Indem ihnen durch ein gesünderes Leben größere physische Annehmlichkeit bereitet wird, indem ihnen das physische Leben erleichtert wird, wird die Seele dadurch in der entgegengesetzten Weise beeinflußt; sie wird so beeinflußt, daß sie nach und nach eine gewisse Leerheit, eine Unbefriedigtheit, eine Unerfülltheit empfinden wird. Und wenn es so fortgehen würde, daß das äußere Leben immer angenehmer, immer gesünder würde, wie man es nach den allgemeinen Vorstellungen im rein materialistischen Leben haben kann, dann würden solche Seelen immer weniger Ansporn haben, in sich selber weiterzukommen. Eine Verödung der Seelen würde in gewissem Sinne parallel einhergehen.

[ 7 ] It is a fact that, at the present time, many influences and causes are removed which would otherwise have been sought for as adjustment for certain karmic matters with which mankind had burdened itself in earlier periods. But, in removing these influences we only remove the possibility of man's succumbing to their external effects. We make his external life more pleasant, and also more healthy, but what he would otherwise have sought as a karmic adjustment in the corresponding disease, will now have to be sought in another direction. People who to-day are saved in regard to health, are at the same time condemned to seek a karmic adjustment in another way. If life to-day is healthier and more agreeable, the soul receives an influence in the opposite sense. Little by little it discovers a certain emptiness—or frustration. If this state of things continued in such a way that the external life became ever more pleasant and healthy, in the materialistic sense of these words, then such souls would have but little inducement to inner progress and there would result an emptiness of the soul.

[ 8 ] Wer sich genauer das Leben ansieht, kann das heute schon bemerken. In kaum einem Zeitalter hat es so viele Menschen gegeben, welche in so angenehmen äußeren Verhältnissen leben, aber mit öden, unbeschäftigten Seelen einhergehen, wie es heute der Fall ist. Diese Menschen eilen darum von Sensation zu Sensation; dann, wenn das Pekuniäre reicht, reisen sie von Stadt zu Stadt, um etwas zu sehen, oder wenn sie in derselben Stadt bleiben müssen, eilen sie jeden Abend von Vergnügen zu Vergnügen. Die Seele bleibt aber darum doch öde, weiß zuletzt selber nicht mehr, was sie aufsuchen soll in der Welt, um einen Inhalt zu bekommen. Namentlich wird durch ein Leben in rein äußeren, physisch annehmlichen Zuständen der Hang erzeugt, nur über das Physische nachzudenken. Und wenn diese Neigung, sich nur mit dem Physischen zu beschäftigen, nicht schon lange vorhanden wäre, so würde auch nicht die Neigung zum theoretischen Materialismus so stark geworden sein, wie es in unserer Zeit der Fall ist. So werden die Seelen leidender, während das äußere Leben gesünder gemacht wird.

[ 8 ] This can be observed even today by anyone who examines life more closely. There has been hardly a single epoch in which so many people have had such pleasant external conditions as is the case today and yet go about with such stagnant and empty souls. That is why such people rush from sensation to sensation. When means permit, they travel from town to town in order to see something, or if they are forced to remain in the same town, they rush night after night from pleasure to pleasure. Yet for all this the soul remains empty, realises the void, and in the end does not know what to seek in the world to fill it. In a life spent in external and physically pleasant conditions the tendency towards materialism is specially marked. Thus souls become increasingly diseased as external life is rendered more healthy.

[ 9 ] Am wenigsten hat der Theosoph über eine solche Tatsache zu klagen, weil überall die Theosophie uns Verständnis der Dinge schafft und damit ein Einsehen, wo der Ausgleich ist. Die Seelen können nur bis zu einem gewissen Grade leer bleiben; dann werden sie wie durch die eigene Elastizität nach der andern Seite hingeschnellt. Sie suchen dann einen Inhalt, der verwandt ist mit den Tiefen der eigenen Seele, und sie werden dann einsehen, wie notwendig sie es haben, zu einer theosophischen Weltanschauung zu gelangen.

[ 9 ] Least of all should an anthroposophist complain at this because anthroposophy teaches us a true understanding of these matters, and thus gives us knowledge as to where the compensation may be sought. Souls can remain empty only to a certain stage; then through their own elasticity, they rush on to the opposite direction. They seek for something akin to their own souls, and they will then see how greatly they stand in need of an anthroposophical world conception.

[ 10 ] So sehen wir, wie das, was aus den materialistischen Lebensauffassungen herauskommt, wohl das äußere Leben erleichtert, aber Schwierigkeiten des inneren Lebens schafft, die dahin führen, aus den Leiden der Seele heraus den Inhalt einer spirituellen Weltanschauung zu suchen. Die spirituelle Weltanschauung, wie sie sich heute als die theosophische kundgibt, kommt so den Seelen entgegen, die in der Verödung, an dem, was das äußere Leben, das ganz angenehm eingerichtet sein kann, ihnen an Eindrücken zu geben vermag, keine Befriedigung finden können. Die Seelen werden so lange suchen, immer wieder Neues aufzunehmen, bis die Elastizität von der andern Seite so stark wirkt, daß die Seelen mit dem sich vereinigen werden, was man spirituelles Leben nennen kann. So gibt es eine Beziehung zwischen Hygiene und den Zukunftshoffnungen der geisteswissenschaftlichen Weltanschauung.

[ 10 ] We see from this how the results of a materialistic conception of life may well ease external life, but creates difficulties in our inner life, leading us finally from the depths of sufferings to seek spiritual truths. The spiritual world conception as it is today presented by Spiritual Science, thus addresses itself to those souls who cannot find satisfaction through impressions with which the external world can provide them. Souls will continue in their search, and seek ever again for new impressions until their elasticity will act so strongly in the other direction, that they will feel themselves again drawn to a spiritual life. Thus there exists a relationship between hygiene and the future hopes of the world conception of Spiritual Science.

[ 11 ] Sie können das heute im Kleinen schon bemerken. Es gibt heute solche Seelen, welche zu andern Äußerlichkeiten eine neue Äußerlichkeit fügen: sich zu interessieren für die theosophische Weltanschauung, welche als neue Sensation die theosophische Weltanschauung aufnehmen. Das ist etwas, was sich bei jeder Strömung in der Menschheitsentwickelung zeigt, daß das, was tiefe, innere Bedeutung hat, auch als Mode, als Sensation wirkt. Aber die wahrhaft für die Theosophie vorbereiteten Seelen sind solche, welche sich entweder unbefriedigt fühlen durch die äußeren Sensationen oder auch einsehen, daß die äußere Wissenschaft mit all ihren Erklärungen die Tatsachen nicht erklären kann. Diese Seelen sind es, welche durch ihr Gesamtkarma so präpariert sind, daß sie sich mit den innersten Gliedern ihres Seelenlebens mit der Theosophie verbinden können. Geisteswissenschaft gehört auch zum Gesamtkarma der Menschheit, und sie wird sich als solche darin einfügen.

[ 11 ] Even today this can be observed in a small way. Today there exist people who add to other superficialities a new superficiality, namely, an interest in the anthroposophical world conception and who take up the anthroposophical world conception as a new sensation. It is inevitable that what is of profound inner significance also appears as fashion, as sensation, and this tendency can be traced in every current of human evolution. But those souls who are truly ripe for anthroposophy are those who fail to find satisfaction from external sensations, and who realise that external science in spite of all its explanations cannot explain certain facts. These are the souls who through their general karma are so prepared that they become united to anthroposophy with the innermost members of their soul life. Spiritual Science forms part of mankind's general karma, and as such will take its place there.

[ 12 ] So können wir das Karma der Menschen nach der einen oder andern Seite in eine andere Richtung bringen; aber wir können nicht die Rückwirkung auf den Menschen beseitigen. In irgendeiner Weise kommt das zurück, was sich der Mensch in früheren Lebensläufen selber zubereitet hat.

[ 12 ] It is thus that we can give an orientation to human karma, but to the extent to which it is the effect of past actions we cannot prevent the reaction upon the individual souls. In some way it comes home.

[ 13 ] Wie nun das Karma sinnvoll in der Welt wirkt, das kann am besten eine Betrachtung lehren, wo Karma sozusagen noch ohne moralischen Beigeschmack wirkt, wo es in der großen Welt selber wirkt, ohne daß es etwas zu tun hat mit dem, was der Mensch aus der Seele heraus an moralischen Impulsen entwickelt und was dann zu moralischen oder unmoralischen Handlungen führt. Wir wollen ein Gebiet des Karma vor unsere Seele stellen, in dem das Moralische noch keine Rolle spielt, sondern wo sich etwas Neutrales als karmische Verkerttung darstellt.

[ 13 ] We can show how logical is the working out of karma in the world, by considering karma where its activity is still independent of morality—where we see it manifest in the universe, without concerning itself with the moral impulses emanating from the soul of man and leading him to moral or immoral deeds. We shall set before ourselves an aspect of karma in which morality plays no part, but in which something neutral appears as karmic link.

[ 14 ] Nehmen wir an, eine Frau lebt in einer bestimmten Inkarnation. Nun werden Sie nicht in Abrede stellen, daß die Frau einfach dadurch, daß sie Frau ist, andere Erlebnisse haben muß als der Mann und daß diese Erlebnisse nicht nur bloß zusammenhängen mit inneren Seelenvorgängen, sondern daß sie im breitesten Maße zusammenhängen mit äußeren Geschehnissen, mit Lebenslagen, in welche die Frau nur dadurch kommt, daß sie Frau ist, und die wieder zurückwirken auf die ganze Seelenverfassung und Seelenstimmung. Daher können wir davon sprechen, daß die Frau zu gewissen Handlungen geführt wird, die im innigsten Zusammenhang stehen mit dem Frauendasein. Der Ausgleich zwischen Mann und Frau findet ja erst auf dem Gebiete des geistigen Zusammenlebens statt. Je tiefer wir nun hinuntersteigen in das bloß Seelische und in das Äußere des Menschen, desto größer wird der Unterschied zwischen Mann und Frau in bezug auf ihr Leben. Und so können wir sagen, daß die Frau auch in gewissen Eigenschaften der Seele verschieden ist vom Manne, daß sie mehr neigt zu jenen Eigenschaften der Seele, die zu Impulsen führen, welche als emotionelle bezeichnet werden müssen; und wir finden sie dazu veranlagt, mehr als der Mann psychische Erlebnisse zu haben. Dafür sind im Leben des Mannes Intellektualismus und Materialismus — dasjenige also, was durch den Mann gekommen ist — mehr zuhause, was auf das Seelenleben einen großen Einfluß hat. Psychisches und Emotionelles bei der Frau, intellektuelle und materialistische Momente beim Mann — so werden sie durch ihre Naturen geradezu bestimmt. Daher hat nun auch die Frau gewisse Nuancen des Seelenlebens dadurch, daß sie Frau ist.

[ 14 ] Let us suppose that a woman lives in a certain incarnation. It cannot be denied that this woman, by reason of her sex, will undergo experiences which differ from those of a man, and that these are not merely dependent on her inner soul life, but for the most part they are connected with external happenings, with circumstances in which she will find herself simply because she is a woman, and which will again react upon the whole of the condition and disposition of her soul. We see, therefore, that certain deeds of woman are most intimately connected with the fact of her womanhood. Only in the realm of spiritual companionship is there any equality between man and woman. The further we penetrate into the purely spiritual and into the outer aspect of the human being, the more is accentuated the difference between man and woman in relation to their lives. We can say that woman differs from man also in certain qualities of the soul, and that she inclines more towards those impulses which must be termed emotional. For this reason we find that psychic experiences come to her more easily than to man. Intellectuality and materialism are, on the contrary, more natural to man's life, and these strongly influence the soul life. So the psychic and emotional predominate in woman and the intellectual and materialistic in man. Thus it is that there are certain shadings in woman's soul life by virtue of her womanhood.

[ 15 ] Nun haben wir ja geschildert, daß dasjenige, was wir als Eigenschaften in der Seele erleben zwischen Tod und neuer Geburt, sich hineindrängt in unsere nächste leibliche Organisation. Was nun stärker psychisch ist, was stärker emotionell ist und im Leben zwischen Geburt und Tod mehr nach dem Inneren der Seele geht, das hat auch mehr Neigung, tiefer einzugreifen in die Organisation, sie viel intensiver zu imprägnieren. Und dadurch, daß die Frau solche Eindrücke aufnimmt, welche mit dem Psychismus, mit dem Emotionalismus zusammenhängen, nimmt sie in tiefere Seelengründe hinein auch die Erfahrungen des Lebens. Der Mann mag reichere Erfahrungen machen, auch wissenschaftlichere: so tief gehen bei ihm die Erfahrungen nicht in das Seelenleben hinein, wie es bei der Frau der Fall ist. Bei der Frau prägt sich die ganze Erfahrungsumwelt tief ein in die Seele. Dadurch haben die Erlebnisse eine stärkere Tendenz, in die Organisation hineinzuwirken, die Organisation in der Zukunft stärker zu umklammern. Und so nimmt ein Frauenleben die Tendenz auf, durch ihre Erlebnisse in einer Inkarnation tief in den Organismus hineinzugreifen und damit in der nächsten Inkarnation den Organismus selber zu gestalten. Ein tiefes Hineinarbeiten, ein tiefes Durcharbeiten des Organismus bedeutet nun aber: einen männlichen Organismus hervorbringen. Ein männlicher Organismus wird dadurch hervorgebracht, daß die Kräfte der Seele sich tiefer in das Materielle hineinprägen wollen. Daraus sehen Sie, daß aus den Frauenerlebnissen einer Inkarnation die Wirkung hervorgeht, in der nächsten Inkarnation einen männlichen Organismus hervorzubringen. Da haben Sie aus der Natur des Okkultismus einen Zusammenhang gegeben, der jenseits des Moralischen liegt. Deshalb sagt man im Okkultismus: Der Mann ist das Karma der Frau. — In der Tat ist die Mannesorganisation in einer späteren Inkarnation das Ergebnis der Erfahrungen und Erlebnisse in einer vorhergehenden Fraueninkarnation. Selbst auf die Gefahr hin, daß ich etwa unsympathische Gedanken erwecke bei einigen der Versammelten — es kommt ja immer vor, daß Männer der Gegenwart einen heillosen Respekt davor haben, als Frau inkarniert zu werden —, muß ich diese Dinge als Tatsachen auch wieder ganz objektiv beleuchten.

[ 15 ] It has already been described how the qualities we experience in our souls force their way between death and a new birth into our next bodily organism. That which is psychically and emotionally the strongest and that which in the life between birth and death penetrates most deeply into the soul, will have a greater tendency to enter more profoundly into the organism, and to impregnate it far more intensively. And because woman absorbs psychical and emotional impressions, she also receives the experiences of life into the profounder depths of the soul. Man may have richer and also more scientific experiences, but they do not penetrate his soul life as deeply as do those of woman. The whole of the world of her experiences is deeply graven into a woman's soul. Therefore those experiences will have a stronger tendency to affect the organism, to modify the organism more closely in the future. Thus woman's life absorbs the tendency towards deeper intervention in the organism by means of the experiences of one incarnation, and thereby towards the formation of the organism itself in the next incarnation. A deep working into and working through the organism will bring forth a male organism. A male organism appears when the forces of the soul desire to be more deeply graven into matter. From this we see that the effect of woman's experiences in one incarnation results in a male organism in the next incarnation. Occult teaching here shows that there is a connection which lies outside the bounds of morality. For this reason occultism states ‘Man is woman's karma.’ The male organism of a later incarnation is the result of the experiences and events of a preceding female incarnation. At the risk of arousing in some of those present reflections which may possibly be uncongenial (it always happens that modern man is terrified of incarnating as woman), since these matters are facts, I must illuminate them objectively. What happens in the case of man's experiences?

[ 16 ] Wie ist es nun mit den Manneserlebnissen? Mit den Manneserlebnissen verhält es sich so, daß wir sie am besten verstehen, wenn wir gleich von dem ausgehen, was wir jetzt eben dargestellt haben. Bei der Mannesorganisation hat der innere Mensch sich gründlicher in das Materielle hineingelebt, hat es mehr umklammert als bei der Frau. Die Frau behält mehr von dem Geistigen im Unkörperlichen zurück; sie lebt sich nicht so tief in das Materielle hinein, sie erhält ihre Körperlichkeit weicher. Sie trennt sich nicht so weit von dem Geistigen. Das ist das Charakteristische der Frauennatur, daß sie mehr zurückbehält von freier Geistigkeit und sich daher weniger in die Materie hineinarbeitet und vor allem das Gehirn weicher erhält. Daher ist es nicht zu verwundern, daß die Frauen für Neues, insbesondere auf geistigem Gebiete, eben eine besondere Neigung haben, weil sie das Geistige freier behalten haben und weil weniger Widerstand da ist. Und es ist kein Zufall, sondern es entspricht einer tiefen Gesetzmäßigkeit, daß bei einer Bewegung, die durch ihre Natur mit dem Spirituellen zu tun hat, sich eine größere Anzahl von Frauen einfindet als Männer. Und wer Mann ist, der weiß, was für ein schwieriges Instrument das Mannesgehirn oftmals ist. Es bildet furchtbare Hindernisse, wenn man es für biegsamere Gedankengänge brauchen will. Da will es nicht mitgehen. Es muß erst mit allen möglichen Mitteln herangebildet werden, um sich aus der Steifigkeit zu erlösen. Das kann durchaus ein eigenes Erlebnis der Manneserfahrung sein.

[ 16 ] We shall best understand them if we base them on what has been said before. In man's organism the inner man has penetrated thoroughly into matter, and has embraced it more closely than has woman. Woman retains more spirituality. She does not penetrate so deeply into matter, but keeps her materiality more flexible. It is characteristic of woman's nature that she retains a greater degree of free spirituality, and for that reason does not penetrate so profoundly into matter, and especially keeps her brain more flexible. Therefore it is not surprising that women have a special inclination for what is new, especially in the spiritual realm. And it is not by accident, but in accordance with a profound law, that in a movement whose very nature deals with spirituality, there should be found a greater number of women than of men. Any man knows that the male brain is frequently an intractable instrument. On account of its rigidity it offers terrible resistance when one would use it for more flexible lines of thought. It refuses to follow and must be educated by all sorts of means before it can lose its rigidity. With all men this can be a personal experience.

[ 17 ] Die Mannesnatur ist also kondensierter, zusammengezogener; sie ist mehr gepreßßt worden, steifer, härter gemacht worden durch das, was der innere Mensch im Manne ist; sie ist materieller gemacht worden. Nun ist ein steiferes Gehirn vor allem ein Instrument für das Intellektuelle, weniger für das Psychische. Denn das Intellektuelle ist etwas, was sich viel mehr auf den physischen Plan bezieht. Was als Intellektualismus des Mannes zu bezeichnen ist, das kommt von seinem steiferen, verfestigten Gehirn. Man könnte dabei von einem gewissen Grade von «Eingefrorenheit» des Gehirns sprechen. Es muß erst auftauen, wenn es sich in feinere Gedankengänge hineinfinden soll. Dadurch aber wird der Mann veranlaßt, mehr die Äußerlichkeiten zu erfassen, weniger von denjenigen Erlebnissen aufzunehmen, die mit den Tiefen des Seelenlebens zusammenhängen. Und was er aufnimmt, das geht dann auch nicht tief. Ein äußerer Beweis dafür ist der, wie wenig tief die äußere Wissenschaft geht und wie wenig sie das Innere erfaßt — wie zwar immer im weiten Umkreis gedacht wird, aber wie wenig gründlich die Tatsachen zusammengezogen werden. Wer durch seine eigene Selbstzucht im Denken genötigt ist, die Tatsachen zusammenzufügen, dem könnte von dem, was die äußere Wissenschaft sich nicht scheut, als nebeneinander bestehend hinzustellen, manchmal recht übel werden. Da kann man sehen, wie wenig tief die Dinge gehen.

[ 17 ] Man's nature is more condensed, more concentrated; it has been compressed more, rendered more rigid and hard by his inner being of a man; it has been made more material. A more rigid brain is first and foremost an instrument for the intellectual, rather than for the psychic. For intellectuality deals mainly with the physical plane. In this respect we might speak of a brain being frozen to a certain degree and if it is to deal with the finer channels of thought, it must first be thawed. Therefore a man will be inclined to absorb less of those experiences that are connected with the depths of his own soul life, and what he does absorb does not so deeply. We have an external proof of this in the shallowness of external science, and its comparative failure to comprehend the inner being. Although much thought is expended in a wide circumference, facts are concentrated with but little thoroughness. Let us quote an example of the superficiality of modern science:

[ 18 ] Ein Beispiel dafür, wie oberflächlich die Dinge der heutigen Wissenschaft sein können: Nehmen Sie an, ein junger Mensch ist in irgendeinem Kolleg, wo ein enragierter Darwinianer vorträgt. Und bei diesem Vertreter der Selektionstheorie kann der Student etwa solche Dinge vertreten hören: Woher kommt es, daß der Gockel zum Beispiel so schöne, blauschillernde Farben an seinen Federn hat? Das ist auf eine geschlechtliche Zuchtwahl zurückzuführen; denn durch die Farben zieht er die Hennen an, und die Hennen wählen dann unten den Gockeln diejenigen, welche die bläulichschillernden Federn haben. Dabei kommen dann die andern zu kurz, und es bildet sich infolgedessen besonders die eine Sorte aus. Das ist eine Höherentwickelung, das ist «geschlechtliche Zuchtwahl»! — Und der Student ist froh, daß er weiß, wie eine Aufwärtsentwickelung zustande kommen kann. Jetzt geht er ins nächste Kolleg, wo, sagen wir, das Gebiet der Sinnesphysiologie behandelt wird. Und hier kann es jetzt vorkommen, daß derselbe Student nun im zweiten Kolleg etwa folgendes zu hören bekommt: Man hat Versuche gemacht, welche zeigen, wie verschieden die Farben des Spektrums auf die verschiedenen Wesenheiten wirken. Man kann nachweisen, daß zum Beispiel die Hühner von den gesamten Farben des Spektrums das nicht wahrnehmen, was zum Blau und Violett gehört, sondern daß sie nur dasjenige wahrnehmen, was vom Grünen zum Orange, Rot und Ultrarot geht!

[ 18 ] Let us suppose a young man is in a college where a rabid Darwinian is lecturing. This is how the advocate of the theory of selection will characterise certain facts: Whence does a cock derive his beautiful iridescent feathers of bluish tints? This is to be traced back to sexual, natural selection; for the cock attracts the hens by his colours, and the hens will choose those from among the cocks who possess these bluish iridescent feathers. In this way the other cocks are ignored, and the consequence is that one particular species is developed. This is progress; this is ‘natural selection’! And the student is glad to know how progressive development is brought about. Now he goes to the next hall, where physiology of the senses is dealt with. It may well happen that the student in this second hall will hear the following: Experiments have been made which show how the various colours of the spectrum affect various beings. It can be proved that of the whole colour spectrum, hens, for instance, can only see the colours ranging from green to orange, and red to ultra-red, but not those ranging from blue to violet.

[ 19 ] Jetzt ist der Student, wenn er diese beiden Tatsachen, die er heute wirklich hören kann, zusammendenken will, darauf angewiesen, die Dinge oberflächlich zu nehmen. Es ist die ganze Selektionstheorie darauf gebaut, daß die Hennen am Gockel etwas sehen sollen an bunten Farben, was ihnen besondere Freude machen soll, was sie aber in Wirklichkeit gar nicht sehen, was für sie wie rabenschwarz erscheint.

[ 19 ] Now a student, if he wants to combine these two statements which really are taught to-day, is forced to regard things superficially. The whole of the theory of natural selection is based on the fact that hens perceive the variegated colours of cocks and that these colours afford them special pleasure. This is not the case, for the colours to them appear raven black.

[ 20 ] Das ist nur ein Beispiel. Aber die Dinge sind so, daß sie dem, der wirklich wissenschaftlich forschen will, auf Schritt und Tritt so begegnen. Daraus sehen Sie, daß die Intellektualität nicht gerade sehr tief eingreift in das Leben, daß sie an der Oberfläche stehenbleibt. Ich wähle absichtlich die krassen Beispiele.

[ 20 ] This is merely an example, but anyone willing to investigate really scientifically will encounter instances of this kind at every step. This will demonstrate that intellectuality does not penetrate very deeply into life but that it remains on the surface. I intentionally chose the more marked examples.

[ 21 ] Man wird es ja nicht so leicht glauben wollen, daß die Intellektualität etwas ist, was sich mehr äußerlich abspielt, nicht tief eingreift in das Seelenleben, was wenig das Innere des Menschen ergreift. Und die materialistische Gesinnung ergreift das Seelenleben erst recht nicht. Die Folge davon ist aber die, daß der Mensch aus einer solchen Inkarnation, wo er wenig hineinwirkt in die Seele, die Tendenz aufnimmt zwischen Geburt und Tod, in der nächsten Inkarnation weniger in die Organisation einzudringen. Es ist ja die Kraft dazu weniger aufgenommen worden; deshalb wirkt sie jetzt so, daß der Mensch weniger seine Leiblichkeit imprägniert. Daraus entsteht nun aber die Neigung, in der nächsten Inkarnation einen Frauenleib aufzubauen. Wiederum ist es richtig, wenn man im Okkultismus sagt: Das Weib ist das Karma des Mannes!

[ 21 ] It is not so easy to believe that intellectuality remains external and affects the inner being of man but slightly. And a materialistic mind affects the soul life even less. The consequence of this is that the being on quitting an incarnation in which he has lived but little in the soul, carries with him the tendency between birth and death to penetrate less deeply into the organism in the next incarnation. He has but little power to do this, and that is why in the next incarnation the organism is less impregnated. So comes the inclination to build up a female body in the next incarnation, and it is therefore correct when occultism says that ‘Woman is man's karma.’

[ 22 ] Auf diesem moralisch neutralen Gebiete sehen wir, wie das, was sich der Mensch in einer Inkarnation vorbereitet, in der nächsten Inkarnation seine Leiblichkeit organisiert. Und weil diese Dinge nicht nur tief eingreifen in unser inneres Leben, sondern auch in unsere äußeren Erlebnisse und in unser Handeln, so müssen wir sagen: Indem der Mensch in einer Inkarnation Mannes- oder Frauenerlebnisse hat, wird in der nächsten Inkarnation sein äußeres Handeln in dieser oder jener Weise bestimmt, weil er durch die Frauenerlebnisse die Neigung hat, eine Mannesorganiisation sich zu bilden, und umgekehrt durch die Manneserlebnisse eine Frauenorganisation. Nur in seltenen Fällen wiederholt sich die gleiche geschlechtliche Inkarnation; sie kann sich höchstens siebenmal wiederholen. Die Regel jedoch ist die, daß jede männliche Organisation in der nächsten Inkarnation danach strebt, weiblich zu werden, und umgekehrt. Da nützt alle Abneigung nichts, denn es kommt nicht darauf an, was man in der physischen Welt möchte, sondern es kommt auf die Neigungen an, die man in der Zeit zwischen Tod und neuer Geburt hat, und die werden durch vernünftigere Gründe bestimmt als solche, daß man etwa in einer männlichen Inkarnation einen Horror davor hat, in der nächsten Inkarnation sich als Frau zu inkarnieren. Da können Sie sehen, wie das spätere Leben karmisch bestimmt wird durch das frühere und wie auch die Handlungen des späteren Lebens bestimmt werden können.

[ 22 ] In this neutral moral domain we see that what we prepare in one incarnation will be an organising force for our body in the next. And these influences intervene profoundly not only in our inner life, but also in our external experiences and deeds. Thus we must say that the fact of having man's or woman's experiences in one incarnation, in one way or another determines our external deeds in the next incarnation. Through woman's experiences we shall be disposed to form a male organism, and, conversely, through man's experiences a female organism. Only in rare cases will an incarnation in the same sex be repeated, and at most it can be repeated seven times. The rule is, however, that every male organism will in the following incarnation strive to become female, and conversely. All repugnance is of no avail, for it is not a question of our wishes in the physical world, but rather of our inclinations during the period between death and a new birth, and these are determined by much wiser reasons than a possible horror conceived during a male incarnation of reincarnating as woman. From this it is clear that our later life is karmically determined by the earlier, and also that the deeds of a later life may be thus ordered.

[ 23 ] Nun handelt es sich darum, daß wir noch einen andern karmischen Zusammenhang einsehen lernen, den wir auch noch benötigen, wenn wir auf die wichtigen Betrachtungen der nächsten Tage Licht werfen wollen.

[ 23 ] It is important that we should learn to understand that yet another karmic connection will be essential if we are to throw light upon the important discussions of the next few days.

[ 24 ] Blicken wir dazu noch einmal zurück auf einen recht fernliegenden Zeitpunkt der menschlichen Entwickelung: auf den Zeitpunkt, wo einmal auf der Erde die menschlichen Inkarnationen angefangen haben. Das geschah in der alten lemurischen Zeit. Nun handelt es sich darum, daß damals auf den Menschen zuerst in einer durchgreifenden Art gewirkt hat der luziferische Einfluß und daß dieser dann den ahrimanischen Einfluß herausgefordert hat. Versuchen wir uns einmal vor die Seele zu stellen, wie der luziferische Einfluß äußerlich im Menschenleben gewirkt hat. — Dadurch, daß der Mensch überhaupt in die Lage gekommen ist, in jenen alten Zeiten den luziferischen Einfluß in sich aufzunehmen, also seinen astralischen Leib mit dem luziferischen Einfluß zu durchdringen, dadurch wurde sein astralischer Leib geneigt, viel tiefer noch in die Organisation einzugreifen, in das Materielle des physischen Leibes viel tiefer hinunterzusteigen, und vor allem auch ganz anders, als er ohne den luziferischen Einfluß hinuntergestiegen wäre. Der Mensch wurde durch den luziferischen Einfluß materieller. Hätte der luziferische Einfluß nicht gewirkt, dann wäre eine geringere Neigung des Menschen entstanden, in die materielle Welt hinunterzusteigen, der Mensch hätte sich als solcher in höheren Regionen des Daseins gehalten. Also es ist eine viel stärkere Durchdringung von äußerem und innerem Menschen geschehen, als es ohne den luziferischen Einfluß der Fall gewesen wäre. Diese Durchdringung war nun zunächst die Veranlassung dafür, daß der Mensch durch die stärkere Verbindung mit dem Materiellen des äußeren Leibes den Rückblick auf die Ereignisse, welche seiner Einkörperung vorangegangen sind, verloren hat. Der Mensch trat jetzt durch eine so geartete Geburt ins Dasein, daß er sich tief mit dem Materiellen verband und dadurch alle Rückschau auf die früheren Erlebnisse auslöschte. Der Mensch hätte sich sonst die Erinnerung bewahrt an das, was er vor der Geburt im Geistigen erlebt hat. Durch den luziferischen Einfluß wurde nun die Geburt ein Akt, durch den der Mensch so intensive Verbindungen zwischen äußerem und innerem Menschen herstellt, daß ausgelöscht wurde, was der Mensch in der Zeit vorher in der geistigen Welt erleben kann. Es wurde der Mensch durch den luziferischen Einfluß beraubt seiner Erinnerungen an die vorhergehenden geistigen Erlebnisse. Die Verbindung mit der äußeren Leiblichkeit macht es, daß der Mensch nicht zurückblicken kann auf das Frühere. Dadurch aber ist der Mensch während seines Lebens darauf angewiesen, immer nur aus der Außenwelt seine Erfahrungen und Erlebnisse zu holen.

[ 24 ] Let us, therefore, look back upon a remote epoch of human evolution when human incarnations began upon earth. This was in the ancient Lemurian period. It was then that the luciferic influence first acted effectively upon man, and that this then evoked the ahrimanic influence. Let us try to set before our souls how this luciferic influence acted externally in human life. The fact that man reached the stage in those ancient times in which he could absorb this luciferic influence, and also permeate his astral body with the luciferic influence, had the effect that his astral body was inclined to penetrate far more deeply into the organism, into the material part of the physical body, and to do so in quite a different way. Through the luciferic influence man became more material. Had this influence not been active, the human tendency to descend into the material world would have been far weaker, and man would have remained in higher spheres of existence. Thus there came about a far stronger penetration of external and internal man, than would have been possible without the luciferic influence. This penetration was the first cause of our failure to remember the events preceding our incarnation. The birth through which we entered existence was of such a nature that we became closely united with matter, thereby effacing all memory of earlier experiences. Otherwise we should have retained the memory of our spiritual experiences before birth. Through the luciferic influence we were robbed of our memory of the preceding experiences and for this reason, we are forced during our lifetime to depend upon the external world for knowledge and experiences.

[ 25 ] Nun wären Sie aber auf einem ganz falschen Wege, wenn Sie glauben würden, daß nur die groben äußeren Stoffe, die der Mensch in sich aufnimmt, auf ihn wirken. Es wirken auf den Menschen nicht nur die Nahrungsmittel und -kräfte, sondern auch die sonstigen Erfahrungen, welche er macht, auch die Dinge, welche durch seine Sinne in ihn einfließen. Aber durch das gröbere Verbinden mit der Materie wirken auch die Nahrungsmittel anders. Stellen Sie sich vor, der luziferische Einfluß wäre nicht dagewesen; dann würde von den Nahrungsmitteln bis zu den Sinneseindrücken alles auf den Menschen weit feiner wirken. Er würde alles, was er als Wechselwirkung mit der Außenwelt erlebt, durchdringen mit dem, was er zwischen Tod und neuer Geburt erlebt hat. Dadurch, daß der Mensch die Materialität dichter gestaltet hat, ist er geneigt, auch viel Dichteres aufzunehmen.

[ 25 ] It would be a grave error to believe that only the coarser substances which we absorb act upon us. Not only do victuals and nutritious forces act upon us, but also other experiences, which flow into us by way of our senses. But through coarser union with matter, victuals affect us in a different way. Suppose that there had been no luciferic influence; then everything, from victuals to the sense impressions, would have a far more refined influence upon us. Everything experienced by us as our relation to the outer world, would be permeated with what we experienced between death and a new birth. Because we have condensed matter, we are inclined to absorb what is denser.

[ 26 ] Es wirkt also der luziferische Einfluß so, daß der Mensch durch die Verdichtung der Materie auch aus der Außenwelt viel Dichteres heranzieht, als er sonst herangezogen hätte. Das Dichtere, was er nun von außen heranzieht, ist aber ganz anders als das sonst weniger Dichte. Das weniger Dichte würde die Erinnerungen an das frühere Leben aufrechterhalten haben; es würde auch bewirken, daß er die Sicherheit hat, daß alles, was der Mensch erlebt zwischen Geburt und Tod, seine Wirkungen hineinerstreckt in einen nie endenden Zeitraum. Der Mensch würde wissen: Es tritt zwar äußerlich der Tod ein, aber alles, was geschieht, wirkt weiter. Dadurch, daß der Mensch Dichteres aufnehmen mußte, schafft er von Geburt an eine starke Wechselwirkung zwischen seiner eigenen leiblichen Natur und der Außenwelt.

[ 26 ] Thus the luciferic influence is taking effect in such a way that through the condensation of matter, we also attract towards us out of the external world denser matter than we should otherwise have done and the effects are far different. The less dense substances would have retained a memory of our earlier life, and would also have given us the certitude that all our experiences between birth and death will bear results for time without end. We should know that although there may be death, yet everything happening continues in its effect. Because man had to absorb dense substances, he creates from birth onward a strong reciprocal activity between his own bodily nature and the external world.

[ 27 ] Was hat nun dieser Wechselzustand zur Folge? Die geistige Welt ist ausgelöscht seit der Geburt. Und damit der Mensch im Geistigen leben, in der geistigen Welt aufwachen kann, muß erst wieder jener Zustand eintreten, wo alles, was von außen als dichtere Materiialität in uns hiineinkommt, wieder von den Menschen genommen wird. Weil wir uns eine dichtere Materialität angeeignet haben, müssen wir, um wieder in das Geistige hineinzukommen, auf den Zeitpunkt warten, wo die äußere materielle Leiblichkeit von uns genommen wird. Was nun da als dichtere Materialität in uns hineindringt, das zerstört stück weise, von unserer Geburt an, unsere menschliche Leiblichkeit. Was da hereinfließt, das ist etwas, was immer mehr und mehr die Leiblichkeit zerstört, bis es sie endlich ganz zerstört hat, daß sie nicht mehr bestehen kann. Von unserer Geburt angefangen, nehmen wir eine dichtere Materialität auf, als wir ohne den luziferischen Einfluß aufgenommen hätten, so daß wir unsere Leiblichkeit langsam vernichten, bis sie mit dem Eintreten des Todes ganz unbrauchbar geworden ist.

[ 27 ] What results from this reciprocity? The spiritual world is eclipsed at birth. Before man can again live in the spiritual world, his earlier condition must be restored to him. Everything of dense matter entering us from outside, will be taken from us. Because we have acquired a denser materiality, we are forced, in order to re-enter the spiritual world, to await that period where the external material body will be taken from us. Denser matter penetrating us, from our birth onward, gradually destroys our human body. That which flows in destroys the body more and more, until it has been completely destroyed, so that it can no longer exist. From the moment of our birth, due to the luciferic influence, we absorb a denser materiality and we slowly destroy our body until, at the moment of death, it has become altogether useless.

[ 28 ] Daran sehen wir, wie der luziferische Einfluß die karmische Ursache des Todes des Menschen ist. Gäbe es nicht diese Form der Geburt, so gäbe es nicht diese Form des Todes für den Menschen. Der Mensch würde sonst so vor dem Tode stehen, daß ihm die sichere Aussicht auf Kommendes vor Augen stehen würde. Der Tod ist die karmische Folge der Geburt, Geburt und Tod hängen karmisch zusammen. Ohne Geburt, wie sie der Mensch heute erlebt, gäbe es keinen Tod, wie ihn der Mensch erlebt.

[ 28 ] From this we conclude that the luciferic influence is the karmic cause of man's death. If birth had not this character then death too would not be for man what it is. We should, but for the luciferic influence approach death with an assured prospect of what lies before us. Death is the karmic effect of birth, and birth and death are karmically connected. Without birth, as experienced by us today, death as we experience it would not exist.

[ 29 ] Ich habe vorhin schon gesagt, daß beim Tier nicht in demselben Sinne von Karma gesprochen werden kann wie beim Menschen. Wenn jemand sagen würde, daß auch beim Tier Geburt und Tod karmisch zusammenhängen, so .wüßte der Betreffende eben nicht, daß Geburt und Tod für den Menschen etwas ganz anderes sind als für das Tier. Was sich da äußerlich gleich sieht, ist innerlich nicht dasselbe; es handelt sich bei Geburt und Tod nicht um das äußerliche Aufbauen, sondern um das innere Erleben. Beim Tier erlebt nur die Gattungsseele, die Gruppenseele. Das Absterben eines Tieres bedeutet für die Gruppenseele ungefähr dasselbe, was Sie erleben, wenn Sie sich beim Herankommen des Sommers die Haare kürzer schneiden lassen, die dann wieder langsam nachwachsen. Es fühlt die Gruppenseele einer Tiergattung das Absterben eines Tieres wie das Absterben eines Gliedes, das sich nach und nach wieder ersetzt. Also die Gattungsseele ist das, was wir mit dem menschlichen Ich vergleichen dürfen. Sie kennt nicht Geburt und Tod, sie sieht auf das, was der Geburt vorangeht, fortwährend, und auch auf das, was dem Tode nachfolgt, sieht sie fortwährend. Von Geburt und Tod beim Tier zu sprechen, wie man davon beim Menschen spricht, ist ein Unsinn, weil ganz andere Ursachen vorangehen. Und man leugnet die innere Wirksamkeit des Geistes, wenn man glaubt, was sich äußerlich gleich darstelle, das sei auch von innerlich gleichen Ursachen bewirkt. Gleichheit der äußeren Vorgänge weist nie mit Sicherheit auf gleiche Ursachen hin. Der Geburt des Menschen liegen ganz andere Ursachen zugrunde als der des Tieres, und ebenso stirbt der Mensch aus ganz andern Ursachen heraus als das Tier.

[ 29 ] I have said before, that we cannot speak of karma for animals in the same sense as for human beings. Were someone to say that in the case of animals also, birth and death are karmically connected, such a person would be ignorant of the fact that the birth and death of a human being is entirely different from that of an animal. That which outwardly appears identical, differs inwardly. It is the inner experience and not the physical event which is significant in birth and death. In the case of an animal, only the generic or group soul has experiences. For the group soul the death of an animal resembles somewhat our experience at the approach of summer, when we have our hair cut shorter, which will then slowly grow again. The group soul of a species feels the death of an animal like the death of a limb which will gradually be replaced. Thus we may compare the generic soul to the human Ego. It knows neither birth nor death; it is continually aware of what takes place before birth, and it sees continually what follows death. To speak of an animal's birth and death in the same way as we speak of man's would be absurd, because they are preceded by quite different causes. And it would be a denial of the activity of the spirit, if we believed that what appears identical externally is due to identical inner causes. Identity of external events never points with certainty to identical causes.

[ 30 ] Wenn man ein wenig nachdenken würde, wie das Äußere sich ganz gleich ausnehmen kann, ohne daß das Innere im entferntesten Gleiches erlebt, dann würde man auch schon methodologisch darauf kommen, daß. es sich so verhält. Sie können sogar auf. höchst einfache Weise darauf kommen, daß der äußere Sinnenschein kein Beweis ist für das innere Leben. Denken Sie sich zwei Menschen; Sie kommen um neun Uhr an einen bestimmten Ort und sehen dort die zwei Menschen nebeneinanderstehen. Um drei Uhr gehen Sie wieder an den betreffenden Ort, nachdem Sie in der Zwischenzeit nicht dort gewesen sind. Da "stehen die zwei Menschen wieder an derselben Stelle. Nun könnten Sie schließen: A steht immer noch an demselben Ort, B steht immer noch an demselben Ort, wo er um neun Uhr schon gestanden hat. Untersuchen Sie aber, was diese beiden Menschen inzwischen getan haben, dann werden Sie vielleicht finden, daß der eine da stillgestanden hat, während der andere unterdessen einen weiten Gang getan hat und in der Zwischenzeit müde geworden ist. Da liegen dann ganz andere Vorgänge zugrunde. Und wie es unsinnig wäre, wenn die beiden Menschen um drei Uhr wieder an derselben Stelle stehen, zu sagen, daß in ihrem Inneren das Gleiche vorgegangen sei, ebenso unsinnig ist es, wenn man zwei gleichgeformte Zellen findet, aus ihrer gleichen Struktur schließen zu wollen, daß sie innerlich die gleiche Bedeutung haben. Es handelt sich darum, den ganzen Zusammenhang der Tatsachen zu kennen, der eine Zelle an den betreffenden Ort hingeführt hat. Daher ist die moderne Zellenphysiologie, die ausgeht von der Untersuchung der inneren Struktur der Zellen, auf ganz falschem Wege. Niemals kann das, was sich dem äußeren Sinnenschein darbietet, ausschlaggebend sein für das innere Wesen des Dinges.

[ 30 ] If we would consider a little how outward appearances may be identical whilst inner experiences are not so in the least, we could arrive in a methodical and logical way at the conclusion that this is so. Suppose, for instance, we arrived at a certain place at 9 o'clock, and there saw two people standing together. Later, we arrived at the same spot, and these two people were again standing in the same place. Now we might conclude: ‘A’ is still standing in the same place: ‘B’ is still standing in the same place where he stood at 9 o'clock. If we enquire, however, into what these two people have done meanwhile, we may perhaps find that the one has been standing there all the time while the other has walked a long distance, and has become tired. We are here dealing with entirely different events. And just as it would be foolish to say, if two people at a later hour are again standing at the same spot, that they must have had identical experiences, it would be equally foolish when we find two cells of the same shape to conclude from their structure an identity of their inner function. It is necessary to know the whole connection of the facts that have brought the one cell to the place in question. That is why the modern cellular physiology which sets out from an examination of the inner structure of the cells is taking the wrong course. Never can the external appearance prove the inner nature of a thing.

[ 31 ] So etwas muß man durchdenken, wenn man solche Dinge einsehen will, wie sie sich dem Okkultisten aus den okkulten Beobachtungen ergeben, wie zum Beispiel Geborenwerden und Sterben etwas ganz anderes ist beim Menschen als beim Säugetier oder gar bei den Vögeln. Diese Dinge zu studieren wird erst möglich sein, wenn die Leute wieder ein wenig auf das eingehen, was die geistige Forschung zu sagen hat. Bevor nicht darauf eingegangen wird, wird die äußere Wissenschaft, die beim Sinnenschein und bei den äußeren Tatsachen stehenbleibt, zwar sehr schöne Tatsachen zutage bringen; aber alles, was Menschen meinen können unter solchen Voraussetzungen über solche Tatsachen, das wird niemals maßgebend sein für die Wirklichkeit. Daher ist alles, was heute theoretische Wissenschaft ist, ein phantastisches Gebilde, das dadurch entstanden ist, daß man die äußeren Tatsachen nach dem äußeren Schein kombiniert. Auf manchen Gebieten drängen geradezu die äußeren Tatsachen dazu, in der richtigen Weise zu interpretieren; aber durch die heutigen Meinungen kommt man nicht dazu.

[ 31 ] We must make reflections of this kind if we are to comprehend conclusions arrived at by occultists through occult observation—such as the difference between birth and death in the case of man and animals or birds. The study of these matters will be possible only when we occupy ourselves with what spiritual investigation has to tell us. As long as this is not generally done, external science, which adheres to external appearances and external facts, brings to light very beautiful facts, but all the opinions people can form upon suppositions concerning such facts will never be decisive for reality. That is why all our modern theoretical science is a creation of fantasy which has come about through combinations of external facts, having regard only to their outward appearance. In many departments external facts actually impel us towards a true interpretation, but modern opinion stands in the way.

[ 32 ] So haben wir heute zwei neutrale Gebiete auf dem Felde der karmischen Gesetzmäßigkeit auf uns wirken lassen, und Sie werden sehen, daß sie uns eine Grundlage sein werden für die weiteren Betrachtungen. Wir haben eingesehen, wie die Frauenorganisation die karmische Folge der Manneserlebnisse ist und die Mannesorganisation eine karmische Folge der Frauenerlebnisse; und wir haben endlich eingesehen, daß der Tod eine karmische Wirkung der Geburt im Menschenleben ist. Das ist etwas, was, wenn man versucht, es nach und nach zu verstehen, uns tief hineinführen kann in die karmischen Zusammenhänge des Menschenlebens.

[ 32 ] Today we have allowed two neutral domains of karmic law to act upon us, and we shall see that they will be the foundation of our further discussions. We have realised that woman's organism is the karmic result of man's experiences, and man's organism the karmic result of woman's experiences; and we also have realised that death is the karmic result of birth in human life. If we try gradually to understand this, it may lead us to penetrate more profoundly into the karmic connections of human life.