The Mission of Individual Folk-souls
in their Connection with Germanic-Norse Mythology
GA 121
17 June 1918, Oslo
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The Mission of Folk-Souls, tr. Parker
Elfter Vortrag
11. Nerthus, Freyja and Gerda. Twilight of the Gods. Vidar and the new Revelation of Christ
[ 1 ] Bei Beginn dieser unserer letzten Betrachtungen darf ich wahrlich sagen, daß eigentlich noch recht, recht viel zu besprechen wäre, und daß im Grunde genommen das Allerwenigste von dem, was in dieses reiche Thema hereinfallen würde, im Verlaufe dieses Vortragszyklus wirklich hat besprochen werden können. Allein ich darf ja wohl hoffen, daß es nicht zum letzten Male ist, daß wir über ähnliche Themen hier zusammen sprechen, und es muß genügen, wenn gerade über dieses Thema, das in gewisser Beziehung einer weiteren Besprechung in der Gegenwart ohnedies noch einige Schwierigkeiten bietet, nur Andeutungen gegeben worden sind für den Anfang. Dabei ging das wie ein roter Faden durch die letzten Darstellungen hindurch, daß innerhalb der germanisch-nordischen Mythologie oder Götterlehre etwas enthalten ist, was in einer imaginativen Form wunderbar anknüpft an alles, was wir in erkenntnismäßiger Gestalt herausholen können aus der geistigen Forschung unserer Gegenwart. Das ist nun auch einer der Gründe, warum wir hoffen dürfen, daß jener Volksgeist, jener Erzengel, welcher seine erzieherische und führende Tätigkeit über dieses Land hier erstreckt, mit dem, was er als seine Anlagen im Laufe der Jahrhunderte entwickelt hat, durchdringen wird dasjenige, was moderne Philosophie, moderne Geistesforschung genannt werden kann, und daß von da aus diese moderne Geistesforschung eine im volkstümlichen Sinne gehaltene Befruchtung erlangen wird.
[ 1 ] In beginning this our last lecture I can assure you that much still remains to be discussed and that in this course of lectures we have touched only the fringe of this subject which covers a wide field. I can only hope that it will not be the last time that we shall speak together here on kindred subjects, and it must suffice if I have introduced this subject with only the briefest indications, since detailed discussion at this present moment would otherwise create further complications. Like a golden thread running through the last few lectures was the idea that Teutonic mythology contains something which, in imaginative form, is connected in a remarkable way with the knowledge derived from the spiritual research of our time. Now this is also one of the reasons why we may hope that the Folk Spirit, the Archangel, who directs and guides this country (Norway) will imbue modern philosophy and modern spiritual research with the capacities he has developed over the centuries and that henceforth modern spiritual research will be fertilized by uniting with the life-forces of the entire people.
[ 2 ] Je weiter wir in die Einzelheiten der germanisch-nordischen Mythologie eindringen würden, desto mehr würden wir sehen, daß wunderbar in den Bildern dieser Mythologie die größten okkulten Wahrheiten zum Ausdrucke kommen, wie es wirklich in keiner anderen Mythologie der Fall ist. So erinnern sich vielleicht einige von Ihnen, die meine «Geheimwissenschaft» gelesen oder andere Darstellungen, die ich hier geben durfte, mit angehört haben, daß einmal im Verlaufe der Erdenevolution ein Vorgang stattfand, den wir bezeichnen können als das Herabsteigen jener Seelen der Menschen, die in uralten Zeiten, vor der alten lemurischen Periode, hinaufgestiegen sind zu den einzelnen Planeten unseres Planetensystems, die aus ganz besonderen Gründen hinaufgestiegen sind zu Saturn, Jupiter, Mars, Venus, Merkur, und daß diese während der letzten lemurischen und der ganzen atlantischen Zeit sich zu vereinigen strebten mit dem, was der Menschenleib nach und nach entwickelt und an Anlagen ausgebildet hatte, die möglich geworden waren durch das Hinausgehen des Mondes aus unserer Erde. Da sind sie heruntergestiegen, diese Saturn-, Jupiter-, Mars-, Venus- und Merkurseelen. Das ist ein Vorgang, den man heute noch finden kann in der Akasha-Chronik. Daß im Laufe der atlantischen Zeit die Wasser nebelförmig die Luft der Atlantis durchdrangen, das war ein Zustand, der damals damit zusammenhing, daß eben diese Seelen herunterstiegen, die man mit dem alten Hellsehen der atlantischen Zeit wahrnahm. Immer wieder, wenn neue Wesen geboren wurden in dem dazumal noch plastisch-weichen, biegsamen, bildsamen Leibe, wenn solche sozusagen aus geistigen Höhen herunterstiegen, so betrachtete man das als den äußeren Ausdruck dafür, daß aus der geistigen Umgebung, aus der Atmosphäre, aus dem planetarischen Dasein, Seelen herunterstiegen, um sich mit den auf der Erde entstehenden Leibern zu vereinigen.
[ 2 ] The further we penetrate into the details of Teutonic mythology, the more we shall realize—and this applies to no other mythology—how wonderfully the deepest occult truths are expressed in the symbols of this mythology. Perhaps some of you who have read my Occult Science—an Outline or have heard other lectures which I was able to give here will recall that once upon a time in the course of Earth-evolution an event occurred which we may describe as the descent of those human souls who, in primeval times before the old Lemurian epoch, for very special reasons rose to other planets, to Saturn, Jupiter, Mars, Venus and Mercury, and that these souls in the late Lemurian epoch and throughout the Atlantean epoch, after the hardening forces of the Moon had left the Earth endeavoured to incarnate in human bodies whose capacities had gradually been developed and perfected under Earth conditions. These Saturn-, Jupiter-, Mars-, Venus-, and Mercury-souls then descended upon Earth and this descent can still be verified today in the Akashic Records. During the Atlantean epoch the air of Atlantis was permeated with watery mists and through these mists those on Earth beheld with the old Atlantean clairvoyance the descent of these souls out of the Cosmos. Whenever new beings descended from spiritual heights into the still soft, plastic and pliant bodies of that time, this was understood to be the external manifestation of souls descending out of the Cosmos, out of the atmosphere, out of planetary spheres, in order to incarnate in earthly bodies.
[ 3 ] Der Vorgang, wie sich gleichsam die Erdenleiber der Befruchtung dessen erschließen, was aus Himmelshöhen herunterstrahlt, dieser Vorgang hat sich erhalten in der Anschauung, die sich hineinverpflanzt hat in die nordisch-germanische Mythologie. Das Bewußtsein davon hat sich so lange erhalten, daß es selbst Tacitus noch bei den südlicheren Germanen fand in der Zeit, da er die Beobachtungen machte, die er in seiner «Germania» beschrieb. Niemand wird die Erzählung verstehen, die Tacitus von der Göttin Nerthus gibt, der nicht weiß, daß es diesen Vorgang einmal gegeben hat. Der Wagen der Göttin Nerthus wird über die Gewässer gefahren. Später hat sich das als Ritual, als Ritus erhalten. In früherer Zeit war es Beobachtung. Dargeboten hat diese Göttin das, was an Menschenleibern dargeboten werden konnte den aus den planetarischen Sphären herunterdringenden Menschenseelen. Das ist der geheimnisvolle Vorgang, der dem Nerthus-Mythus zugrunde liegt, und der in alledem sich erhalten hat, was in den älteren Sagen und Legenden, bei denen auf das Werden des physischen Menschen hingedeutet wird, uns überliefert ist. Njordr, der innerlich verwandt ist mit der Göttin Nerthus, ist das männliche Gegenbild. Der soll uns darstellen die uralte Erinnerung an das Hinuntersteigen der geistig-seelischen Menschen, die einst hinaufgestiegen waren in planetarische Höhen, und die während der atlantischen Zeit wieder heruntergestiegen sind, um sich mit physischen Menschenleibern wiederum zu vereinigen.
[ 3 ] These earthly bodies were fructified by that which poured down from spiritual heights. The memory of this event has survived in the imaginative conceptions of Teutonic mythology and has persisted so long that it was still extant amongst the Southern Germanic peoples at the time when Tacitus wrote his “Germania”. No one will understand the account Tacitus gives of the Goddess Nerthus unless he realizes that this event actually took place.1Chapter 40 of Germania. See also the lecture given by Rudolf Steiner in Basle, 12.xii.1916, entitled Christmas at a Time of Grievous Destiny. The Festivals and their Meaning. Vol. 1. Christmas. (Rudolf Steiner Press). He relates that the chariot of the Goddess Nerthus was driven over the waters. Later on this survived as a solemn ritual; formerly it had been a matter of actual vision. This Goddess offered the human bodies that were suitable to the human souls descending from the planetary spheres. That is the mystery underlying the Nerthus myth and it has survived in all that has come down to us in the older sagas and legends which give intimations of the birth of physical man. Njordr who is intimately related to the Goddess Nerthus is her masculine counterpart. He is said to represent the primeval memory of the descent of the psycho-spiritual beings who in olden time had risen to planetary heights and who, during the Atlantean epoch, had come back and incarnated in human bodies.
[ 4 ] Aus meiner kleinen Schrift «Blut ist ein ganz besonderer Saft» können Sie entnehmen, welche bedeutungsvolle Rolle Völkermischungen und Völkerzusammenhänge in gewissen Zeiten gespielt haben. Nun haben nicht nur Völkermischungen und Völkerzusammenhänge, die ihren Ausdruck in der Blutmischung gefunden haben, sondern auch die geistigen und seelischen Förderungen der Volksgeister eine große Rolle gespielt. Die Anschauung jenes Hinuntersteigens ist am reinsten erhalten auf dem Grunde jener Sagenwelt, welche sich in früherer Zeit in diesen nordischen Gebieten gebildet hat. In den Wanensagen können Sie daher eine älteste Erinnerung an solche Dinge noch finden. Insbesondere war hier im Norden lebendig, in der finnischen Tradition, die Erinnerung an diese Verbindung des Geistig-Seelischen, das aus planetarischen Höhen herunterstieg, mit dem, was aus dem Erdenleib selber hervorgegangen ist und was die nordische Tradition als «Riesenheim» kennt. Was sich aus dem Erdenleib entwickelt hat, das gehört zu Riesenheim. So begreifen wir es, daß der nordisch-germanische Mensch immer den Impuls von dieser Seite her gefühlt hat, daß er fühlte, wie in seiner Seele, die sich nach und nach ausgebildet hat, dieser alte Götterblick arbeitete, der hier noch heimisch war, als die Nebelwasser der Atlantis noch hinüberreichten in diese Gegend in der alten Zeit. Es fühlte der nordisch-germanische Mensch in seiner Seele etwas von der Herkunft eines Gottes, der abstammte direkt von jenen göttlich-geistigen Wesenheiten, jenen Erzengelwesenheiten, die das Zusammenfügen des Seelisch-Geistigen mit dem Irdisch-Physischen leiteten. Freyr, der Gott, und Freya, seine Schwester, die ja hier im Norden einstmals ganz besonders beliebte Gottheiten waren, waren in ihrem Ursprung gedacht und empfunden als diejenigen Engelwesen, welche in die menschliche Seele gegossen haben alles dasjenige, was diese menschliche Seele brauchte, um unmittelbar auf dem physischen Plane fortzuentwickeln die alten, durch das hellseherische Vermögen aufgenommenen Kräfte. Freyr war innerhalb der physischsinnlichen Welt, innerhalb der auf die äußeren Sinne beschränkten Welt der Fortsetzer alles dessen, was früher im Hellsehen aufgenommen worden ist. Er war die lebendige Fortsetzung der hellseherisch aufgenommenen Kräfte. Daher mußte er sich verbinden mit dem, was im menschlichen Leibe selber als physisch-leibliche Werkzeuge vorhanden ist für diese Seelenkräfte, die dann in den physischen Plan hineintragen das, was im uralten Hellsehen wahrgenommen wurde. Das spiegelt sich in der Ehe des Freyr mit Gerd, der Riesentochter. Sie ist den physischen Kräften des Erdenwerdens selber entnommen. In diesen Vorstellungen spiegelt sich noch nach das Herabsteigen des Göttlich-Geistigen in das Physische. Ganz wunderbar ist ausgedrückt in dieser Freyrgestalt, wie Freyr sich dessen bedient, was dem Menschen auf dem physischen Plane möglich macht, auszuleben das, wozu er erzogen ist durch seine vorhergehenden hellseherischen Wahrnehmungen. Bluthuf heißt das Pferd, das dem Freyr zur Verfügung steht, um anzudeuten, daß das Blut das Wesentliche ist, um sein Ich zu entwickeln. Ein merkwürdiges, wunderbares Schiff steht auch dem Freyr zur Verfügung. Ausgebreitet kann es werden ins Unermeßliche, und zusammengefaltet kann es werden, so, daß es in den kleinsten Kasten hineingeht. Was ist nun dieses Wunderschiff? Wenn Freyr die Macht ist, die hineinträgt die hellseherischen Kräfte in die Gebiete, die sich auf dem physischen Plane ausleben, dann muß es das sein, was ihm ganz besonders eigen ist: die Abwechslung zwischen Tagwachen und Nachtschlafen. Und wie die Menschenseele sich während des Schlafens bis zum Wiederaufwachen ausbreitet im Makrokosmos, so breitet sich das Wunderschiff aus und wird dann wieder zusammengefaltet in die Gehirnfalten, um dann während der Tageszeit in dem kleinsten Kasten — dem Menschenschädel — untergebracht zu werden. Das alles finden Sie in einer wunderbaren Weise in dieser nordisch-germanischen Mythologie, in diesen Bildercharakteren.
[ 4 ] In my pamphlet, The Occult Significance of Blood, you can read how miscegenation and contact between different peoples have played a significant role at certain periods. Now not only the mixture of peoples and their interrelationships which led to the introduction of foreign blood, but also the psychic and spiritual development of the Folk Spirits have played a decisive part. The vision of that descent has been preserved in the greatest purity in those sagas which arose in former times in these Northern regions. Hence in the Sagas of the Vanir you can still find one of the oldest recollections of this descent. Especially here in the North, the Finnish tradition still preserves a living memory of this union of the soul-and-spirit which descended from planetary spheres with that which springs out of the body of the Earth and which Northern tradition knows as Riesenheim (Home of the Giants). That which developed out of the body of the Earth belongs to Riesenheim. We realize, therefore, that Nordic man was always aware of spiritual impulses, that he felt within his gradually evolving soul the workings of this old vision of the Gods which was still natural to man here when, in those ancient times, the watery mists of Atlantis still covered the region. Nordic man felt within him some spark of a God who was directly descended from those divine-spiritual Beings, those Archangels who directed the union of soul-and-spirit with the terrestrial and physical. People believed and felt that the God Freyr and his sister Freyja who were once upon a time specially favoured Gods of the North, had originally been those angelic Beings who had poured into the human soul all that this soul required in order to develop further upon the physical plane those old forces which they (the people) had received through their clairvoyant capacities. Within the physical world, the world limited to the external senses, Freyr was the continuer of all that had hitherto been received in a clairvoyant form. He was the living continuation of forces clairvoyantly received. He had therefore to unite with the physical-corporeal instruments existing in the human body itself for the use of these soul-forces, which then transmit to the physical plane what had been perceived in primeval clairvoyance. This is reflected in the marriage of Freyr with Gerda, the Giant's daughter. She is born out of the physical forces of earthly evolution itself. The descent of the divinespiritual into the physical is still mirrored in these mythological symbols. The figure of Freyr portrays in a remarkable way how Freyr makes use of that which enables man to manifest on the physical plane that for which he has been prepared through his earlier clairvoyance. The name of his horse is Bluthuf, indicating that the blood is an essential factor in the development of the ‘I’. A remarkable magic ship is placed at his disposal. It could span the sky or be folded up to fit into a tiny box. What is this magic ship? If Freyr is the power which transmits clairvoyant forces to the physical plane, then this magic ship is something peculiarly his own: it symbolizes the alternation of the soul in day and night. just as the human soul during sleep and until the moment of waking spreads out over the Macrocosm, so too the magic ship spreads its sails and is then folded up again into the cerebral folds to be stowed away in that tiny box—the human skull. You will find all this portrayed in a wonderful way in the mythological figures of Teutonic mythology.
[ 5 ] Diejenigen von Ihnen, die näher eingehen werden auf diese Dinge, werden sich nach und nach überzeugen, daß es keine Phantastik ist, sondern daß es wirklich aus den Schulen der Eingeweihten stammt, was mit diesen Bildern hineinverpflanzt, hineingeimpft worden ist in die Volksseele, in das Volksgemüt. So ist ungeheuer viel geblieben in dem leitenden Erzengel, in dem Volksgeist im Norden, von dem, was alte Erziehung war durch hellseherische Wahrnehmung, von dem, was in einer Seele werden kann, die sozusagen in ihrer Entwickelung auf dem physischen Plane sich anschließt an eine hellseherische Entwickelung.
[ 5 ] Those of you who probe more deeply into these matters will be gradually convinced that what has been implanted, ‘injected’ into the mind and soul of this Northern people by means of these symbols or pictures is no flight of fancy, but actually stems from the Mystery Schools. Thus in the guiding Archangel or Folk Spirit of the North, much of the old education through clairvoyant perception has survived, much of that which may unfold in a soul which, in the course of its development on the physical plane, is associated with clairvoyant development.
[ 6 ] Wenn das Außerliche heute auch anders aussieht, der Erzengel des germanischen Nordens hat in sich diese Anlage, und mit dieser Anlage ist er ganz besonders geeignet, dasjenige zu verstehen, was moderne Geisteswissenschaft ist, und es umzuwandeln in dem Sinne, wie es im Sinne volkstümlicher Kraft umgewandelt werden muß. Daher werden Sie auch verstehen, wenn gesagt wird, daß die besten Bedingungen gegeben sind gerade innerhalb des germanisch-nordischen Wesens, um das zu verstehen, was ich nur andeutend sagen konnte in dem hier gehaltenen öffentlichen Vortrage von der Wiederoffenbarung des Christus. Da zeigt uns die Geistesforschung in unserer jetzigen Zeit, daß nachdem das Kali Yuga abgelaufen ist, das fünftausend Jahre gedauert hat — ungefähr von 3100 v. Chr. bis 1899 —, im Menschen sich neue Fähigkeiten heranentwickeln. Sie werden zunächst bei einzelnen, wenigen zum Vorschein kommen, die für diese Fähigkeiten besonders geeignet sind. Da wird zum Beispiel eintreten, daß Menschen aus der naturgemäßen Evolution ihrer Fähigkeiten heraus von dem etwas sehen werden, was heute nur durch die Geisteswissenschaft, nur von der geistigen Forschung aus verkündet wird. Da wird uns erzählt, daß in Zukunft die Menschen, bei denen die Organe des Ätherleibes entwickelt sind, in immer größerer Zahl auftreten und zum Hellsehen kommen werden, zu dem man heute nur durch Schulung kommen kann. Und warum wird es so sein? Was wird der Atherleib für die Anschauung einiger Menschen haben? Menschen wird es geben, die Eindrücke haben werden, von denen ich einen etwa so schildern möchte. Es wird der Mensch etwas tun in der äußeren Welt, und er wird sich dabei gedrängt fühlen, etwas zu bemerken. Es wird ihm wie eine Art von Traumbild vor die Augen treten, das er zunächst nicht verstehen wird. Hat er aber etwas gehört von Karma, von der Gesetzmäßigkeit im Weltgeschehen, so wird er es nach und nach verstehen lernen, denn es ist das karmische Gegenbild seiner Taten in der Atherwelt, das er gesehen hat. So bilden sich nach und nach die ersten Elemente künftiger Fähigkeiten.
[ 6 ] Although not apparent from the external point of view today, the Archangel of the Germanic North had within him this tendency, and thanks to this tendency he is particularly fitted to understand modern Spiritual Science and to transform it in the appropriate manner to satisfy the inherent potentialities of the people. You will therefore appreciate why I have said that the soul of the Germanic peoples in particular is best fitted to understand what I could only indicate briefly in the public lecture which I gave here on the Second Coming of Christ. Spiritual research today shows us that after Kali Yuga has run its course (which lasted for 5,000 years, approximately from 3,100 BC to AD 1,899) new capacities will appear in the isolated few who are specially fitted to receive them. A time will come when individuals will be able, through the natural development of the new clairvoyance, to perceive something of what is announced only by Spiritual Science or spiritual research. We are told that in the course of the next centuries, increasing numbers of people will be found in whom the organs of the etheric body are so far developed that they will attain to clairvoyance, which today can only be acquired through training. How are we to account for this? What will be the nature of the, etheric body in those few who develop clairvoyance? There will be some who will receive clairvoyant impressions, and I should like to describe to you a typical example. A man performs some act and at the same time feels himself impelled to observe something. A sort of dream vision arises in him which at first he does not understand. But if he has heard of Karma, of how world-events conform to law, he will then realize, little by little, that what he has seen is the karmic counterpart of his present deeds made visible in the etheric world. Thus the first elements of future capacities are gradually developed.
[ 7 ] Diejenigen Menschen, die sich durch die Geisteswissenschaft anregen lassen, werden nach und nach erleben können — von der Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts an — eine Wiedererneuerung desjenigen, was Paulus im ätherischen Hellsehen gesehen hat als ein kommendes Mysterium, als das Mysterium des lebenden Christus. Es wird eine neue Offenbarung des Christus sein, eine Offenbarung wie sie kommen muß, wenn die menschlichen Fähigkeiten in naturgemäßer Weise sich dahin entwickeln, daß der Christus von den Menschen gesehen werden kann in der Welt, in der er seit dem Mysterium von Golgatha immer war und in der er für den Eingeweihten auch zu finden ist. In diese Welt wächst die Menschheit hinein, um vom physischen Plane aus wahrnehmen zu können, was sonst nur in den Mysterienschulen, von höheren Planen aus, gesehen wurde. Trotzdem wird die Mysterienschulung nicht überflüssig. Sie gibt die Dinge noch immer in anderer Art als sie der nichtgeschulten Seele vorliegen. Aber das, was von der Mysterienschulung gegeben wird, wird durch Umwandelung des physischen Menschenleibes das Mysterium des lebenden Christus in einer neuen Weise zeigen, wie es perspektivisch von dem physischen Plan aus gesehen werden kann, wie es im Äther wird gesehen werden können, zuerst von einzelnen Menschen, dann aber von immer mehr und mehr Menschen im Laufe der nächsten dreitausend Jahre. Dasjenige, was Paulus gesehen hat als den lebenden Christus, der in der Ätherwelt zu finden ist seit dem Ereignis von Golgatha, wird von immer mehr Menschen geschaut werden können.
[ 7 ] Those who are open to the stimulus of Spiritual Science will, from the middle of the twentieth century on, gradually experience a renewal of that which St. Paul saw in etheric clairvoyance as a mystery to come, the ‘Mystery of the Living Christ’. There will be a new manifestation of Christ, a manifestation which must come when human capacities develop naturally to the point when the Christ can be seen in the world in which He has always been present since the Mystery of Golgotha and in which He can also be experienced by the Initiate. Mankind is gradually growing into that world in order to be able to perceive from the physical plane that which formerly could be perceived only in the Mystery Schools from the perspective of the higher planes. Nevertheless, occult training is still a necessity. It always presents things in a different light to those who have not undergone occult training. But occult training will, by the transformation of the physical body, show the Mystery of the Living Christ in a new way—as it will be able to be seen etherically from the perspective of the physical plane by a few isolated individuals at first, and later by increasing numbers of people in the course of the next three thousand years. The Living Christ perceived by St. Paul, the Christ who is to be found in the etheric world since the Mystery of Golgotha, will be seen by an ever-increasing number of people.
[ 8 ] Immer höher werden die Offenbarungen des Christus liegen. Das ist das Mysterium der Entwickelung des Christus. Da die Menschen zur Zeit, als das Mysterium von Golgatha sich vollzog, alles von dem physischen Plane aus auffassen sollten, so war es notwendig, daß sie auch auf dem physischen Plan den Christus sehen konnten, daß sie Nachricht von ihm bekommen und sein Walten auf dem physischen Plan bezeugen konnten. Aber die Menschheit ist auf Fortschritt angelegt, auf die Entwickelung höherer Kräfte, und derjenige müßte nichts wissen von dem Fortschritte der Menschheit, der glauben wollte, daß die Offenbarungen des Christus in derselben Weise, wie sie vor 1900 Jahren nötig war, sich wiederholen wird. Dazumal geschah sie auf dem physischen Plan, weil die Kräfte des Menschen auf den physischen Plan eingestellt waren. Aber die Kräfte des Menschen werden sich entwickeln, und dadurch wird Christus zu den erhöhten menschlichen Kräften im Laufe der nächsten 3000 Jahre immer mehr und mehr sprechen können.
[ 8 ] The manifestations of the Christ will be experienced by man at ever-higher levels. That is the mystery of the evolution of Christ. At the time of the Mystery of Golgotha it was intended that man should comprehend everything from the perspective of the physical plane. It was therefore necessary that he should be able to see Christ on the physical plane, to receive tidings of Him and to bear witness to His dominion on that plane. But mankind is designed to progress and to develop higher powers. He who believes that the manifestation of Christ will be repeated in the form which was valid nineteen hundred years ago can have little understanding of the development of mankind. The manifestation of Christ took place on the physical plane because, at that time, the forces of man were adapted to the physical plane. But those forces will evolve, and in the course of the next three thousand years Christ will be increasingly understood by the more highly developed souls on Earth.
[ 9 ] Das, was ich jetzt eben gesagt habe, ist eine Wahrheit, die seit langem einzelnen wenigen Menschen mitgeteilt worden ist aus den esoterischen Schulen heraus, und es ist eine Wahrheit, die insbesondere auf dem Boden der Geisteswissenschaft heute gefunden werden muß aus dem Grunde, weil die Geisteswissenschaft eine Vorschule sein soll für dasjenige, was da kommen wird. Die Menschheit ist jetzt eingestellt auf Freiheit, auf Selbstanerkennung dessen, was sich in ihr bildet, und es könnte geschehen, daß diejenigen Menschen, die als erste Pioniere der Christus-Anschauung sich einstellen werden, als Narren verschrieen werden mit dem, was sie der Menschheit darzubieten haben, und es könnte die Menschheit weiter noch versinken in den Materialismus, als sie dies bis jetzt schon ist, und tottreten das, was eine wunderbarste Offenbarung für die Menschheit werden könnte. Alles, was in Zukunft geschehen kann, ist in gewissem Grade in den Willen der Menschheit gestellt, so daß die Menschen auch verfehlen können, was zu ihrem Heile ist. Das ist außerordentlich wichtig, daß die Geisteswissenschaft eine Vorbereitung ist für dasjenige, was die neue Christus-Offenbarung sein wird.
[ 9 ] What I have just said is a truth which has long been communicated to a select few from within the esoteric schools and it is a truth that today must pervade the teachings of Spiritual Science in particular, because Spiritual Science is intended to be a preparation for that which is to come. Mankind is now ready for freedom and self-knowledge and it is highly probable that those who proclaim themselves to be the pioneers of the Christ-vision will be denounced as fools on account of their message to mankind. It is possible for mankind to sink still deeper into materialism and to spurn that which could become a most valuable revelation for mankind. Everything that may happen in the future is to a certain extent subject to man's volition; consequently he may miss what is intended for his salvation. It is extremely important to realize that Spiritual Science is a preparation for the new Christ-revelation.
[ 10 ] Der Materialismus kann in zweifacher Weise da einen Fehler machen. Der eine, der wahrscheinlich gemacht werden wird aus den Traditionen des Okzidents heraus, besteht darin, daß es als eine wilde Phantastik, als eine wüste Narretei angesehen werden wird, was die ersten Pioniere der neuen Christus-Offenbarung aus ihrer eigenen Anschauung heraus im zwanzigsten Jahrhundert verkündigen werden. Der Materialismus hat alle Kreise heute ergriffen, Er ist nicht nur im Okzident heimisch, er hat auch den Orient erfaßt; nur in einer anderen Form kommt er da zum Vorschein. Es könnte sein, daß der orientalische Materialismus dahin führen werde, daß die Menschen verkennen das Höhere einer Christus-Offenbarung auf einer höheren Stufe, und daß eintreten wird dasjenige, was hier so oft gesagt wurde und immer wieder gesagt werden wird: daß materialistisches Denken das Erscheinen des Christus in eine materialistische Anschauung umsetzen wird. Es könnte sein, daß man in jener Zeit unter dem Einfluß der geisteswissenschaftlichen Wahrheiten zwar sprechen dürfte davon, daß der Christus sich offenbaren wird, aber gleichzeitig glaubt, daß Christus in einem materiellen Leibe erscheinen wird. Das Ergebnis wäre dann ein anders gefärbter Materialismus. Da würde sich nur fortsetzen, was seit Jahrhunderten gewesen ist.
[ 10 ] Materialism holds a twofold danger. The one which probably stems from the traditions of the West, is that everything that the first pioneers of the new Christ-revelation will announce in the twentieth century from out of their own vision will be dismissed as a figment of the imagination, as the height of folly. Today materialism has invaded all spheres. It is not only ingrained in the West, but has also invaded the East. There, however, it assumes another form. One consequence of oriental materialism might well be that mankind will fail to recognize the higher aspects of the Christ-revelation. And then will follow what I have often spoken of here, and which I must repeat again and again, namely, that materialistic thinking will have a purely materialistic conception of the manifestation of Christ. It might well be that, under the influence of spiritual-scientific truths, people might venture to speak of a future manifestation of Christ and yet believe that He will appear in a physical body. The result would simply be another form of materialism, a continuation of what has already existed for centuries.
[ 11 ] Diesen falschen Materialismus haben sich immer wieder die Menschen zunutze gemacht, und zwar so, daß sich einzelne Menschen für den wiedererschienenen Christus ausgaben. Der letzte bedeutendere Fall eines derartigen falschen Christus war im siebzehnten Jahrhundert, wo ein Mann namens Sabbatai Zewi aus Smyrna als der wiedererschienene Christus auftrat. Er hat großes Aufsehen gemacht. Zu ihm sind hingepilgert nicht nur die Menschen, die in der unmittelbaren Umgebung waren, sondern Leute aus Ungarn, Polen, Deutschland, Frankreich, Italien und Nordafrika. Überall wurde in Sabbatai Zewi die physische Inkarnation eines Messias gesehen. Ich möchte nicht die Menschheitstragik erzählen, die sich an die Persönlichkeit des Sabbatai Zewi knüpft. Im siebzehnten Jahrhundert war diese Tragik allerdings nicht besonders groß. Der Mensch war damals noch nicht so sehr unter den freien Willen gestellt; aber er konnte durch seine Erkenntnis, die ein spirituelles Empfinden war, erkennen, was die Wahrheit ist. Das Unglück wäre aber groß im zwanzigsten Jahrhundert, wenn unter dem Drucke des Materialismus die Lehre, daß Christus sich offenbaren wird, eine materialistische Ausdeutung erfahren würde in der Weise, als ob Christus im physischen Leibe wiederkommen könnte. Damit würde die Menschheit nur beweisen, daß sie keine Anschauung und keine Einsicht gewonnen hat bezüglich des wirklichen Fortschrittes der menschlichen Entwickelung zu höheren geistigen Kräften. Falsche Messiasse werden ganz gewiß auftreten, und sie werden aus dem Materialismus unserer Zeit ebenso Zuspruch erhalten, wie Sabbatai Zewi im siebzehnten Jahrhundert. Es wird eine Probe, eine harte Prüfung sein für die geistig Vorbereiteten, zu erkennen, wo die Wahrheit liegt, ob sich in die spirituellen Theorien wirklich auch spirituelles lebensvolles Empfinden hineinlebt, oder ob in diesen spirituellen Theorien nur ein versteckter Materialismus lebt. Das wird die Probe sein auf die Fortentwickelung der Geisteswissenschaft, ob Menschen genug durch diese Geisteswissenschaft entwickelt sein werden, welche einsehen können, daß sie den Geist im Geiste zu schauen haben, daß sie hinaufzuschauen haben in die ätherische Welt, hinaufzuschauen auf eine Neuoffenbarung des Christus, oder ob sie auf dem physischen Plane stehen bleiben und eine Offenbarung im physischen Leibe, die sich auf den Christus bezieht, sehen wollen. Diese Prüfung wird unsere Bewegung noch bestehen müssen. Wir können aber sagen, daß nirgends besser der Boden vorbereitet ist, gerade auf diesem Gebiete die Wahrheit zu erkennen, als da, wo die germanisch-nordische Mythologie ersprossen ist.
[ 11 ] People have always exploited this false materialism. Indeed certain individuals declared themselves to be the new Messiah. The last well-known case occurred in the seventeenth century, when a man called Sabbatai Zevi of Smyrna announced that he was the new Messiah. He made a great stir. Not only those who lived in his immediate environment made pilgrimages to visit him, but also people from Hungary, Poland, Germany, France, Italy and North Africa. Everywhere Sabbatai Zevi was regarded as the physical incarnation of a Messiah. I do not propose to relate the human tragedy that befell the personality of Sabbatai. In the seventeenth century no great harm was done. At that time man was not really a free agent, although he could recognize intuitively—which was a kind of spiritual feeling—what was the truth. But in the twentieth century it would be a great misfortune if, under the pressure of materialism, the manifestation of Christ were to be taken in a materialistic sense, implying that one must look for His return in a physical body. This would only prove that mankind had not acquired any perception of, or insight into the real progress of human evolution towards a higher spirituality. False Messiahs will inevitably appear and, thanks to the materialism of our time, they will find popular favour like Sabbatai in the seventeenth century. It will be a severe test for those who have been prepared by Spiritual Science to recognize where the truth lies, to know whether the spiritual theories are really permeated by a living, spiritual feeling or whether they are only a disguised form of materialism. It will be a test of the further development of Spiritual Science whether Spiritual Science will develop a sufficient number of people who are able to understand that they must perceive the spirit in the spirit, that they must seek the new manifestation of Christ in the etheric world, or whether they will refuse to look beyond the physical plane and expect to see a manifestation of Christ in the physical body. Spiritual Science has yet to undergo this test. There is no doubt that nowhere has the ground been better prepared to recognize the truth on this very subject than in Scandinavia where the Northern mythology flourished.
[ 12 ] In dem, was uns als Götterdämmerung überliefert ist, ist eine bedeutsame Zukunftsvision enthalten, und damit komme ich auf ein Kapitel, von dem ich sozusagen schon den Ausgangspunkt angedeutet habe. Ich habe Ihnen gesagt, daß innerhalb einer Volksgemeinschaft, die das, was hellscherische Vergangenheit ist, erst so kurze Zeit hinter sich hat, auch ein hellseherischer Sinn in dem leitenden Volksgeiste entwickelt ist, um das, was uns hellseherisch erblüht, wieder zu verstehen. Wenn nun eine Menschheit gerade auf dem Boden die neue Zeit mit neuen menschlichen Fähigkeiten erlebt, wo die germanisch-nordische Mythologie erblühte, da soll sie verstehen, daß dasjenige, was altes Hellsehen war, eine andere Gestalt erfahren muß, nachdem der Mensch durchgegangen ist durch die Entwickelung des physischen Planes. Da hat eine Weile geschwiegen das, was aus dem alten Hellsehen heraus gesprochen hat; da hat eine Weile hinter dem Menschen gestanden, sich dem menschlichen Blicke entzogen die Welt des Odin und Thor, des Baldur und Hödur, des Freyr und der Freya. Aber hervorkommen wird sie wieder in einer Zeit, wo andere Kräfte mittlerweile an der menschlichen Seele gearbeitet haben. Wenn diese menschliche Seele mit dem neuen Hellsehen, das mit ätherischem Hellsehen beginnt, hineinschauen wird in die neue Welt, dann wird sie sehen, daß sie sich nicht halten kann an die alten Formen der die Seele erziehenden Kräfte. Würde sie sich daran halten können, dann würden auch all die Gegenkräfte hervortreten gegen die Kraft, die in alten Zeiten hat erziehen sollen die menschlichen Kräfte zu einer gewissen Höhe. Odin und Thor werden wieder dastehen vor dem Blicke der Menschheit, jetzt aber so, daß die menschliche Seele eine neue Entwickelung durchgemacht haben wird. Der menschlichen Seele wird alles erscheinen, was die Gegenkräfte des Odin und Thor sind. Alles, was sich als Gegenkraft entwickelt hat, wird in einem gewaltigen Tableau wieder sichtbar werden. Aber nicht vorwärtskommen würde die menschliche Seele, nicht wehren gegen Schädliches würde sie sich können, wenn sie sich nur den Kräften unterwerfen würde, welche im alten Hellsehen gesehen worden sind. Thor hat einst den Menschen das Ich gegeben. Das Ich hat sich erzogen auf dem physischen Plane, hat sich herausentwickelt aus dem, was Loki, die luziferische Gewalt, im Astralleibe zurückgelassen hatte, aus der Midgardschlange. Das, was einst Thor geben konnte, und worüber die menschliche Seele hinauswächst, das steht im Kampfe mit dem, was aus der Midgardschlange kommt. Das tritt uns in der nordischen Mythologie als der mit der Midgardschlange kämpfende Thor entgegen. Gegenseitig halten sie sich das Gleichgewicht, das heißt sie töten einander. Ebenso waltet Odin gegen den Fenriswolf, wobei dieser den Odin vernichtet. Dasjenige, was eine Weile die menschliche Seelenkraft gebildet hat, Freyr, das muß unterliegen demjenigen, was dem auf dem physischen Plan mittlerweile herangezogenen Ich aus den Erdenkräften selber heraus gegeben worden ist. Freyr unterliegt dem Flammenschwert des aus der Erde entsprossenen Surtur.
[ 12 ] The twilight of the Gods embraces a significant vision of the future, and I now come to a theme which I have already touched upon. I have already told you that in a folk community which has so recently left its clairvoyant past behind it, a clairvoyant sense is also developed in its guiding Folk Spirit in order that the newfound clairvoyance can again be understood. Now if a people experiences the new epoch with new human capacities in the region where Teutonic mythology flourished, then this people must realize that the old clairvoyance must assume a different form after man has undergone development on the physical plane. The old clairvoyance was temporarily silenced; man lost for a while the vision of the world of Odin and Thor, of Baldur and Hodur, of Freyr and Freyja. But this world will return again in an epoch when other forces meanwhile have been at work upon the human soul. When man gazes out into the new world with the new etheric clairvoyance he will realize that the forces of the old Gods no longer avail. If the old forces were to persist, then the counter-forces would range themselves against that force whose function in olden times was to develop man's capacities to a certain level. Odin and Thor will be visible again, but now in a new form. All the forces opposed to Odin and Thor, everything which has developed as a counter-force will once again be visible in a mighty tableau. But the human soul would not progress; it would not be able to resist injurious influences if it were subject solely to the forces known to the old clairvoyance. Once upon a time Thor endowed man with an ego. This ego has been developed on the physical plane, has evolved out of the Midgard Snake which Loki, the Luciferic power, has left behind in the astral body. That which Thor was once able to give and which the human soul transcends, is in conflict with that which proceeds from the Midgard Snake. This is depicted in Nordic mythology as the conflict between Thor and the Midgard Snake. They are evenly matched, neither can prevail. In the same way Odin wrestles with the Fenris Wolf and does not prevail.2On the day of Ragnarok (the Twilight of the Gods) Odin is swallowed up by the Fenris Wolf. For the relation between Odin and the Fenris Wolf, see >Appendix. Freyr, who, for a time, moulded the human soul-forces, had to succumb to that which had been given from out of the Earth forces themselves to the ‘I’, which meanwhile had been developed on the physical plane. Freyr was overcome by the flaming sword of Earth-born Surtur.
[ 13 ] Alle diese Einzelheiten, die in der Götterdämmerung hingestellt sind, werden dem entsprechen, was in einer neuen, in die Zukunft wirklich hineinweisenden Äthervision vor der Menschheit stehen wird. Zurückbleiben wird der Fenriswolf. Oh, darin, daß dieser Fenriswolf zurückbleibt im Kampfe gegen Odin, verbirgt sich eine tiefe, tiefe Wahrheit. Es wird in der nächsten Zukunft der Menschheit nichts so sehr gefährlich werden, als wenn der Hang, beim alten, nicht durch neue Kräfte entwickelten Hellsehen zu bleiben, die Menschen dazu verführen könnte, stehen zu bleiben bei dem, was das alte, astrale Hellsehen in Urzeiten geben konnte, nämlich solche Seelenbilder wie der Fenriswolf. Es wäre wieder eine harte Prüfung für dasjenige, was auf dem Boden der Geisteswissenschaft erwachsen muß, wenn etwa auch auf diesem Boden der Hang entstehen würde zu allerlei ungeklärtem, chaotischem Hellsehen, die Neigung, nicht das von Vernunft und Wissenschaft durchleuchtete Hellsehen höher zu schätzen, sondern das alte, chaotische, dem dieser Vorzug abgeht.
[ 13 ] All these details which are set down in the Twilight of the Gods will find their counterpart in a new etheric vision which’ in reality points to the future. But the Fenris Wolf, symbol of the relics of the old clairvoyance, will live on in the future. There is a very deep truth concealed in the fact that the struggle between the Fenris Wolf and Odin still persists. There will be no greater danger than the tendency to cling to the old clairvoyance which has not been permeated with the new forces, a danger which might tempt man to remain content with the manifestations of the old astral clairvoyance of primeval times, such as the soul pictures of the Fenris Wolf. It would again be a severe trial for the future prospects of Spiritual Science, if, perhaps in the domain of Spiritual Science itself, there should arise a tendency to all sorts of confused, chaotic clairvoyance, an inclination to value clairvoyance illuminated by reason and spiritual knowledge less highly than the old, chaotic clairvoyance which is denied this prerogative.
[ 14 ] Mit furchtbarer Gewalt würden sich rächen solche Überbleibsel alten Hellsehens, die mit allerlei chaotischen Bildern die Anschauungen der Menschen verwirren könnten. Einem solchen Hellsehen könnte nicht mit demjenigen begegnet werden, was selber aus alter Hellseherkraft entstand, sondern nur mit dem, was während des Kali Yuga als gesunde Kraft zu einem neuen Hellsehen herangebildet worden ist. Nicht dasjenige, was an Kraft der alte Erzengel Odin gegeben hat, nicht die alten hellseherischen Kräfte können retten; da muß etwas weit anderes kommen. Dieses andere aber kennt die germanischnordische Mythologie. Von dem weiß sie, daß es vorhanden ist. Sie weiß, daß die Athergestalt lebt, in der sich inkarnieren soll dasjenige, was wir wiedersehen sollen als ätherische Christusgestalt. Und dieser erst wird es gelingen, auszutreiben, was an ungeklärter hellseherischer Kraft die Menschheit verwirren wird, wenn Odin nicht vernichtet den Fenriswolf, der nichts anderes repräsentiert als die zurückgebliebene Hellseherkraft. Widar, der sich schweigend verhalten hat während der ganzen Zeit, der wird den Fenriswolf überwinden. Das sagt uns auch die Götterdämmerung.
[ 14 ] These dark and confusing relics of the old clairvoyance would wreck a terrible vengeance. Such clairvoyance cannot be challenged by that which itself stemmed from the old clairvoyant gift, but only by that which, during the period of Kali Yuga, has matured in a healthy way in order to give birth to a new clairvoyance. The power given by the old Archangel Odin, the old clairvoyant powers, cannot save man; something very different must supplant them. These future powers however, are known to Teutonic mythology; it is fully aware of their existence. It knows that the etheric form exists in which shall be embodied what we are now to see again—Christ in etheric form. He alone will succeed in banishing the dark and impure clairvoyant powers which would confuse mankind if Odin should not succeed in overcoming the Fenris Wolf which symbolizes the atavistic clairvoyance. Vidar who has been silent until now will overcome the Fenris Wolf. We learn of this too in the Twilight of the Gods.
[ 15 ] Wer Widar in seiner Bedeutung erkennt und ihn in seiner Seele fühlt, der wird finden, daß im zwanzigsten Jahrhundert den Menschen wieder die Fähigkeit gegeben werden kann, den Christus zu schauen. Der Widar wird wieder vor ihm stehen, der uns allen gemeinschaftlich ist in Nord- und Mittel-Europa. Er wurde geheim gehalten in den Mysterien und Geheimschulen als ein Gott, der erst in Zukunft seine Mission erhalten wird. Selbst von seinem Bilde wird nur unbestimmt gesprochen. Das mag hervorgehen daraus, daß ein Bild in der Nähe von Köln gefunden worden ist, von dem man nicht weiß, wen es darstellt, das aber nichts anderes bedeutet als ein Bildnis von Widar.
[ 15 ] Whoever recognizes the significance of Vidar and feels him in his soul, will find that in the twentieth century the power to see the Christ can be given to man again. Vidar who is part of the heritage of Northern and Central Europe will again be visible to man. He was held secret in the Mysteries and occult schools—the God who should await his future mission. Only vague intimations of his image have been given. This may be seen from the fact that a picture has been found in the vicinity of Cologne and no one knows whom it represents. But it is clearly a likeness of Vidar.
[ 16 ] Durch das Kali Yuga hindurch wurden die Kräfte erworben, die die neuen Menschen befähigen sollen, die neue Christus-Offenbarung zu schauen. Diejenigen, welche berufen sind, aus den Zeichen der Zeit heraus zu deuten das, was da kommen muß, wissen, daß die neue Geistesforschung wieder aufrichten wird die Kraft Widars, der alles dasjenige aus den Gemütern der Menschen vertreiben wird, was als Überbleibsel chaotischer alter Hellseherkräfte verwirrend wirken könnte, und der das neu sich heranentwickelnde Hellsehen in der menschlichen Brust, in der menschlichen Seele wachrufen wird.
[ 16 ] Throughout the period of Kali Yuga were acquired the powers which shall enable the new men to see the new manifestations of Christ. Those who are called upon to interpret from the signs of the times what is to come are aware that the new spiritual investigation will re-establish the power of Vidar who will banish from the hearts and minds of men all the dark and confusing relics of the old clairvoyance and will awaken in the human soul the new clairvoyance that is gradually unfolding.
[ 17 ] So sehen wir, indem uns aus der Götterdämmerung herausglänzt die wundersame Gestalt des Widar, daß uns sozusagen eine Hoffnung für die Zukunft aus der germanisch-nordischen Mythologie entgegenleuchtet. Indem wir uns verwandt fühlen gerade mit der Gestalt des Widar, den wir nun in seiner tieferen Wesenheit erfassen wollen, hoffen wir, daß dasjenige, was der Grundnerv und die lebendige Essenz alles geisteswissenschaftlichen Wesens sein muß, sich aus jenen Kräften, welche der Erzengel der germanisch-nordischen Welt zu der modernen Zeitentwickelung hinzubringen kann, wird ergeben können. Ein Teil erst von einem größeren Ganzen ist für den fünften nachatlantischen Kulturzeitraum an Menschheits- und Geistesentwickelung geleistet worden, ein anderer Teil muß noch geleistet werden. Am meisten werden zu dieser Leistung beizutragen haben diejenigen aus der Summe der nordisch-germanischen Völker heraus, die in sich fühlen, daß sie elementare, frische Völkerkraft in sich haben. Aber es wird das gewissermaßen in die Seelen der Menschen gelegt werden. Sie werden sich selbst entschließen müssen, zu arbeiten. Im zwanzigsten Jahrhundert kann man irren, weil es in gewisser Weise in die Freiheit der Menschen gestellt sein muß, was erreicht werden soll, weil es nicht unter Zwang gesetzt sein darf. Daher handelt es sich darum, ein richtiges Verständnis dessen zu haben, was kommen soll. So sehen Sie, daß, wenn aus unserer heutigen Geisteswissenschaft herausspricht die Erkenntnis des Christus-Wesens, und wenn wir anknüpfen an die wahre Erkenntnis dieses Christus-Wesens, das wir aus europäischen Volkssubstanzen selber heraussuchen, wenn wir daran knüpfen unsere Zukunftshoffnungen, so beruht das wirklich nicht auf irgendeiner Vorliebe oder irgendeiner Temperamentsanlage.
[ 17 ] When the wondrous figure of Vidar shines forth to us out of the Twilight of the Gods we realize that Teutonic mythology gives promise of future hope. We feel ourselves to be inwardly related to the figure of Vidar, the deeper aspects of whose being we are now striving to understand. We hope that those forces which the Archangel of the Teutonic world can contribute to the evolution of modern times will be able to provide the core and living essence of Spiritual Science. One part only of the development of mankind and the spirit—one part of a greater whole—has been realized for the fifth post-Atlantean epoch; another part has yet to be accomplished. Those members of the Nordic peoples who feel within them the elemental and vital energies of a young people will best be able to contribute to this development. This will to some extent be implanted in the souls of men; but they themselves must be prepared to make a conscious effort. In the twentieth century one may fall by the wayside because man must to a certain extent have free choice in determining his goal which must not be pre-determined. It is therefore a question of having a proper understanding of the goal ahead. If, then, Spiritual Science reflects the knowledge of the Christ Being, and if we start from a true understanding of this Being whom we look for in the very core of the European peoples themselves, if we set our future hopes on this understanding, then we shall not be motivated by any kind of personal predilection or temperamental predisposition.
[ 18 ] Es ist manchmal gesagt worden, daß man nennen könne wie man wolle dasjenige, was man als erstes Wesen in der Menschheitsevolution bezeichnen kann. Niemals wird derjenige, der das ChristusWesen erkennt, sich darauf versteifen, daß der Name des Christus bleibt. Aber, wenn wir den Christus-Impuls im richtigen Sinne verstehen, so werden wir auch nicht so sprechen, daß wir sagen: Ein Wesen lebt in der Menschheitsevolution, in der Menschheit des Westens und Ostens, und das muß so sein, daß es den Sympathien der Menschheit für diese oder jene Wahrheit entspricht. — Das ist nicht okkultistisch. Okkultistisch ist es, daß in dem Augenblicke, wo man erkennen würde, daß dieses Wesen getauft werden müßte auf den Namen des Buddha, dies rückhaltlos getan wird, ganz gleich, ob es einem sympathisch oder antipathisch ist. Nicht auf Sympathie oder Antipathie kommt es also an, sondern auf die Wahrheit der Tatsachen.
[ 18 ] It has sometimes been said that the name we give to the greatest Being in the evolution of mankind is of no consequence. He who recognizes the Christ Being will not insist on retaining the name of Christ. If we understand the Christ Impulse in the right way we would never say: a Being plays a part in the evolution of mankind, in the life of the peoples of the West and the East and this Being must conform to man's predilections for a particular truth. Such an attitude is not compatible with the teachings of occultism. What is compatible with occult teachings is that the moment one recognizes that this Being should be given the name of Buddha, we should unhesitatingly abide by our decision irrespective of whether we agree with it or not. Fundamentally it is not a question of sympathy or antipathy, but of the factual truth.
[ 19 ] In dem Augenblicke, wo uns die Tatsachen anders belehren würden, wären wir bereit, anders zu handeln. Einzig und allein die Tatsachen müssen maßgebend sein. Wir wollen keinen Orientalismus und keinen Okzidentalismus hineintragen in das, was wir als eigentliches Lebensblut unserer Geisteswissenschaft ansehen, und wenn wir herausfinden sollten in der nordisch-germanischen Erzengelwelt dasjenige, was einen befruchtenden Keim abgeben kann für die wahrhafte Geisteswissenschaft, so wird es etwas sein, was nicht gegeben wird auf diesem Boden für ein einzelnes Volk oder einen einzelnen Stamm, sondern was der gesamten Menschheit gegeben wird. Das, was der gesamten Menschheit gegeben wird, gegeben werden muß, kann zwar an diesem oder jenem Orte entspringen, gegeben werden muß es aber der gesamten Menschheit. Wir kennen nicht einen Unterschied zwischen Orient und Okzident; wir nehmen mit inniger Liebe dasjenige auf, was wir als das überwältigend Große der uralten Kultur der heiligen Rishis in ihrer wahren Gestalt kennen; wir nehmen mit Liebe auf die persische Kultur, nehmen mit Liebe auf dasjenige, was wir als ägyptisch-chaldäische und griechisch-lateinische Kulturen kennen; wir nehmen auch mit ebensolcher Objektivität auf, was uns aus dem europäischen Boden erwachsen ist. Nur die Notwendigkeit der Tatsachen zwingt uns, die Angaben so zu machen, wie sie gemacht werden.
[ 19 ] The moment the facts are open to other interpretations we should be prepared to act differently. Facts and facts alone must decide. We have no wish to introduce Orientalism and Occidentalism into what we look upon as the life-blood of Spiritual Science; if we should discover in the realm of the Nordic and Germanic Archangels a source of potential nourishment for true Spiritual Science, then this will not be the prerogative of a particular people or tribe in the Germanic countries, but of the whole of humanity. What is given to all mankind must be given; it may, it is true, originate in a particular region, but it must be given to the whole of humanity. We do not differentiate between East and West. We accept with deep gratitude the surpassing grandeur of the primeval culture of the holy Rishis in its true form. We accept with gratitude the Persian culture, the Egypto-Chaldean and Graeco-Latin cultures, and with the same objectivity we also accept the cultural heritage of Europe. We are compelled by the needs of the situation to present the facts as they really are.
[ 20 ] Indem wir alles empfangen von der gesamten Menschheit, alles, was jede Religion beizutragen hat zum Kulturprozeß der Menschheit, aufnehmen in das, was wir heute erkennen, was wir heute Gemeingut der Menschheit nennen, indem wir das mehr und mehr tun, sind wir gerade im Sinne des Christus-Prinzips tätig. Da es fortentwickelungsfähig ist, so müssen wir das überwinden, was es in den ersten Jahrhunderten und Jahrtausenden durchmachen mußte, wo das ChristusPrinzip in den unvollkommensten Anfängen begriffen war. Wir sehen nicht in diese Vergangenheit, lassen uns auch nicht von ihr belehren. Uns liegt nichts an dieser Überlieferung, uns liegt in der Hauptsache an dem, was aus der geistigen Welt heraus erforscht werden kann. Deshalb sehen wir das Wichtigste des Christus-Prinzips nicht in dem, was war — und wenn es noch so oft betont wird, aus der Tradition heraus —, sondern in dem, was da kommen wird. Wir berufen uns nicht so sehr auf das, was historisch überliefert wird, sondern suchen zu wissen das, was da kommen wird. Das ist der Schwerpunkt des Christus-Impulses, der in den Anfang.des christlichen Zeitalters fällt, und wir geben nicht viel auf das Außerlich-Historische. Nachdem das Christentum die Kinderkrankheiten durchgemacht hat, wird es sich weiter entwickeln. Es ist auch in fremde Länder gegangen und wollte die Menschen zu dem bekehren, was man in den einzelnen christlichen Dogmen eines Zeitalters gehabt hat. Vor unserer Seele steht aber ein Christentum, von dem wir wissen, daß Christus in allen Zeiten wirksam war, und daß wir Christus finden werden an allen Orten, wohin wir kommen, daß das Christus-Prinzip das allergeistes wissenschaftlichste Prinzip ist. Und wenn der Buddhismus nur als Buddhisten gelten läßt diejenigen, welche auf Buddha schwören, dann wird das Christentum dasjenige sein, das auf keinen Propheten schwört, weil es nicht unter dem Eindruck eines völkischen Religionsstifters steht, sondern den Menschheitsgott anerkennt.
[ 20 ] If we incorporate the total contributions which each religion has made to the civilizing process of mankind into what we recognize to be the common property of mankind, then the more we do this, the more we are acting in accordance with the Christ principle. Since this principle is capable of further development we must abandon the dogmatic interpretation of the early centuries and millennia when the initial stages of the Christ principle were only imperfectly understood. We do not look to the past for future guidance. We do not seek to perpetuate the Christ of the past; we are chiefly concerned with what can be investigated by means of spiritual perception. To us the essential element in the Christ-principle does not belong to the past—however much tradition may insist upon this—but to the future. We endeavour to ascertain what is to come. We do not rely so much on historical tradition which was fundamental to the Christ Impulse at the beginning of the Christian era; we do not attach much importance to the external and historical approach. After Christianity has passed through its growing pains, it will develop further. It has gone forth into foreign lands and sought to convert the people to the particular Christian dogmas of the age. But we profess a Christianity which proclaims that Christ was active in all ages and that we shall find Him where so ever we go, that the Christ-principle is the highest expression of Anthroposophy. And if Buddhism acknowledges as Buddhists only those who swear by Buddha, then Christianity will be the faith that swears by no prophet because it is not subject to a religious Founder attached to a particular people, but recognizes the God of all mankind.
[ 21 ] Derjenige, der das Christentum kennt, weiß, daß es sich dabei um ein Mysterium handelt, das auf Golgatha auf dem physischen Plane zur Anschauung gekommen ist. Die Anschauung dieses Mysteriums ist es, die uns in der Richtung führt, die ich geschildert habe. Man kann auch wissen, daß das geistige Leben zur Zeit des Mysteriums von Golgatha ein solches war, daß dieses Mysterium gerade so in jener Zeit erlebt werden mußte, wie es erlebt worden ist von der Menschheit. Wir lassen uns keine Dogmen aufdrängen, auch nicht die Dogmen der christlichen Vergangenheit, und wenn uns aufgedrängt werden sollte ein Dogma von der einen oder anderen Seite, dann würden wir es im Sinne des wahrhaft verstandenen Christus-Prinzipes zurückweisen. Mögen noch so viele Menschen kommen und den geschichtlichen Christus in ein konfessionelles Bekenntnis zwängen, oder mögen sie falsch nennen das, was wir als Zukunfts-Christus schauen, wir lassen uns nicht beirren dadurch, wenn uns von ihnen gesagt wird: So oder so muß der Christus sein, — auch wenn es von denen gesagt wird, die verstehen sollten, wer der Christus ist. Ebensowenig darf die Christus-Wesenheit gedrückt und beengt werden aus den orientalischen Traditionen heraus, ebensowenig eine Färbung erhalten durch die Dogmen des orientalischen Dogmatismus. Frei und unabhängig von jeder Tradition und jeder Autorität will das vor die Menschheit hintreten, was aus den Quellen des Okkultismus heraus gerade über diese Zukunftsevolution zu sagen ist.
[ 21 ] Every Christian knows that the focal point of Christianity is a Mystery which became manifest on the physical plane at Golgotha. It is the perception of this Mystery which leads to the new vision I have described. We may also be aware that the spiritual life at the time of the Mystery of Golgotha was such that the Mystery could only be experienced in the form it was experienced at that time. We refuse to submit to dogmas, even those of a Christian past. If a dogma should be imposed upon us, irrespective of its source, we would reject it in the name of the true Christ-principle. However many may try to force the historical Christ into the Procrustean bed of a confessional creed, however many may declare that our vision of the future Christ is mistaken, we shall not allow ourselves to be led astray when they declare that He must be after this or that fashion, even when it comes from the lips of those who ought to know who Christ is. Equally, the idea of the Christ Being should not be limited or circumscribed by Eastern traditions, nor be coloured by the dogmas of Oriental dogmatism. What is taught out of the true sources of occultism concerning the evolution of the future must be free and independent of all tradition and authority.
[ 22 ] Wunderbar erscheint es mir, wie die Menschen sich auf diesem Boden verstehen können. Immer und immer wieder ist mir in diesen Tagen von den hierher gereisten Nicht-Norden gesagt worden, wie sie sich gegenüber den Persönlichkeiten des skandinavischen Nordens so frei gefühlt haben. Viele haben das ausgesprochen. Ein Beweis dafür, wie wir uns, vielleicht noch für manche unbewußt, in dem tiefsten Wesen der Geistes-Erkenntnis verstehen können, wie wir uns namentlich in dem verstehen werden, was ich schon bei dem letzten «Theosophischen Kongreß» in Budapest hervorhob, und was ich wiederholte während unserer eigenen Generalversammlung in Berlin, wo wir die große Freude hatten, auch Freunde aus dem Norden bei uns zu sehen. Schlecht wäre es für die Geisteswissenschaft, wenn derjenige, der noch nicht in das geistige Gebiet hineinschauen kann, auf blinden Glauben hin annehmen müßte dasjenige, was gesagt wird. Ich bitte Sie und habe Sie gebeten in Berlin, nichts auf Autorität und Glauben hinzunehmen, was ich jemals gesagt habe oder sagen werde. Es gibt, auch bevor der Mensch die hellseherische Stufe erreicht, die Möglichkeit, dasjenige zu prüfen, was aus hellseherischer Beobachtung heraus gewonnen wird. Was ich je gesagt habe über Zarathustra und Jesus von Nazareth, über Hermes und Moses, über Odin und 'Thor, über den Christus Jesus selber, ich bitte Sie nicht, es zu glauben und meine Worte auf Autorität hin anzunehmen. Ich bitte Sie, sich abzugewöhnen das Autoritätsprinzip; denn von Übel würde das Autoritätsprinzip für uns werden.
[ 22 ] It is a source of wonder to me how much agreement there is amongst the people assembled here. Those, not of Norse extraction, who have come here, have repeatedly said to me in the last few days how free they feel in their relations with the people of the Scandinavian North. It is proof, if proof were needed, that we are able, though some may not be conscious of it, to understand each other at the deepest levels of spiritual knowledge and that we shall understand each other, especially in those matters I emphasized at the last Theosophical Congress in Budapest and which I repeated during our own General Meeting in Berlin when we had the great pleasure of seeing friends from Norway amongst us. It would be disastrous for Spiritual Science if he who cannot yet see into the spiritual world were obliged to accept in blind faith what he is told. I beg of you now, as I begged of you in Berlin, never to accept on authority or on faith anything I have said or shall say. Even before one has reached the stage of clairvoyance it is possible to test the results of clairvoyant vision. I beg of you not to accept as an article of faith whatever I have said about Zarathustra and Jesus of Nazareth, about Hermes and Moses, Odin and Thor, and about Christ Jesus Himself, nor to accept my statements as authoritative. I beseech you to abjure the principle of authority, for that principle would be deleterious to our Movement.
[ 23 ] Ich weiß aber ganz gewiß, wenn Sie anfangen, nachzudenken mit unbefangenem Wahrheitssinn, wenn Sie sagen: Das wird uns gesagt; prüfen wir die uns zugänglichen Urkunden, die Religions- und mythologischen Dokumente, prüfen wir, was uns sagt jegliche Naturwissenschaft, — so werden Sie die Richtigkeit des Gesagten einsehen. Nehmen Sie alles zu Hilfe, und je mehr Sie zu Hilfe nehmen können, desto besser. Ich bin unbesorgt. Was aus den Quellen des Rosenkreuzertums heraus gesagt wird, Sie können es prüfen mit allen Mitteln. Prüfen Sie mit der materialistischen Kritik an den Evangelien, was ich über den Christus Jesus gesagt habe, prüfen Sie, was ich über Geschichte gesagt habe, an allen Quellen, die Ihnen zugänglich sind, prüfen Sie so genau als möglich mit den Mitteln, die Ihnen für den äußerlich-physischen Plan zu Gebote stehen! Ich bin überzeugt, je genauer Sie prüfen, um so mehr werden Sie das, was aus den Quellen des Rosenkreuzermysteriums heraus gesagt wird, der Wahrheit entsprechend finden. Darauf rechne ich, daß die Mitteilungen, welche aus dem Rosenkreuzertum heraus gemacht werden, nicht geglaubt, sondern geprüft werden, nicht oberflächlich, mit den oberflächlichen Methoden der gegenwärtigen Wissenschaft, sondern immer gewissenhafter und gewissenhafter. Nehmen Sie alles, was die neueste Naturwissenschaft mit ihren neuesten Methoden Ihnen bieten kann, nehmen Sie alles, was die historischen oder religiösen Forschungen ergeben haben — ich bin unbesorgt. Je mehr Sie prüfen, desto mehr werden Sie bewahrheitet finden, was aus dieser Quelle heraus gesagt worden ist. Sie sollen nichts auf die Autorität hin annehmen. Das sind die besten Schüler der Geist-Erkenntnis, die das, was gesagt wird, zunächst als Anregung empfangen und es dann in den Dienst des Lebens stellen, um es am Leben zu prüfen. Denn auch im Leben, auf jeder Stufe des Lebens, werden Sie prüfen können das, was aus den Quellen des Rosenkreuzertums heraus gesagt wird. Fern liegt es der Gesinnung, die dieser Darstellung zugrunde liegt, ein Dogma hinzustellen und zu sagen: Dies oder jenes ist so und so und muß geglaubt werden. Prüfen Sie das an dem, was Ihnen jetzt schon an seelisch markigen und gesunden Menschen entgegentreten kann, und Sie werden das selbst bewahrheitet finden, was wie ein prophetischer Hinweis auf die zukünftige Christus-Offenbarung gesagt worden ist. Sie brauchen nur die Augen aufzumachen und unbefangen zu prüfen. Keine Anforderung an den Autoritätsglauben wird gestellt. Das ist eine Art Grundstimmung, die wie ein roter Faden alles geistige Empfangen durchdringen sollte.
[ 23 ] I am sure, however, that when you begin to reflect objectively, when you say, “We have been told so and so; let us investigate the records accessible to us, the religious and mythological documents, let us check the statements of the natural scientists”, you will realize how right I am. Avail yourselves of every means at your disposal, the more the better. I have no qualms. All that is given out of Rosicrucian sources can be tested in every way. Armed with the most materialistic criticism of the Gospels, verify what I have said about Christ Jesus; verify it as thoroughly as possible by all the means at your command on the physical plane. I am convinced that the more thoroughly you test it, the more you will find that what has been given out of the sources Of the Rosicrucian Mystery will correspond to the truth. I take it for granted that the communications given out from Rosicrucian sources will be tested rather than believed, tested not superficially by the superficial methods of modern science, but ever more conscientiously. Take the latest achievements of natural science with its Most recent techniques, take the results of historical and religious research, it is all one to me. The more you test them, the more you will find them confirmed from this source. You must accept nothing on authority. The best students of Spiritual Science are those who take what is said as a stimulus in the first place and test it by the facts of life itself. For in life too, at every stage of life, you can test what is given out from the sources of Rosicrucianism. It is far from my intention in these lectures to lay down dogmas and claim that the facts are such and such and must be believed. Verify them by an exchange of views with people of able and active mind and you will find confirmation of what has been said as a prophetic indication of the future manifestation of Christ. You need only open your eyes and verify it objectively; we make no appeal to belief in authority. This need to test everything received from Spiritual Science should become a kind of basic attitude permeating our whole approach.
[ 24 ] Also, ans Herz legen möchte ich Ihnen: Es ist nicht wahrhaft theosophisch, etwas als Dogma anzunehmen, weil es dieser oder jener gesagt hat; wahrhaft theosophisch ist es, sich anregen zu lassen aus der Geisteswissenschaft und das Empfangene im Leben zu prüfen. Da wird hinwegschwinden das, was eine wahrhaft theosophische Anschauung von irgendeiner Seite her färben könnte. Nicht orientalische, nicht okzidentalische Nuancen dürfen unsere Anschauungen färben. Der, welcher im rosenkreuzerischen Sinne spricht, kennt nicht Orientalismus und nicht Okzidentalismus; für ihn sind beide gleich sympathisch. Er stellt allein aus der inneren Natur der Tatsachen die Wahrheit dar. Das ist dasjenige, was wir ins Auge fassen müssen, insbesondere ins Auge fassen müssen in einem so wichtigen Moment, wo wir hingewiesen haben auf den Volksgeist, der waltet in all den nördlichen Gebieten. In ihnen lebt der germanisch-nordisch-mythologische Geist, wenn er auch heute noch unter der Oberfläche lebt, und er lebt viel weiter verbreitet in Europa, als man denkt. Wenn ein nördlicher Völkerstreit entstehen könnte, so könnte er nicht darin bestehen, daß ein Volksteil dem anderen streitig macht dasjenige, was zu geben ist, sondern daß ein jedes Volk Selbsterkenntnis übt und sich frägt: Was ist das Beste, was ich geben kann ? Dann wird schon auf den gemeinsamen Altar fließen das, was zum Gesamtfortschritt, zur Gesamtwohlfahrt der Menschheit führt. Die Quellen dessen, was wir bringen können, liegen im Individuellen. Der germanisch-nordische Erzengel wird der gesamten Menschheitskultur der Zukunft gerade das bringen, wozu er veranlagt ist durch die mitbekommenen Anlagen, welche wir annähernd charakterisiert haben. Er ist aber insbesondere befähigt, zu bewirken, daß das, was in der ersten Hälfte der fünften nachatlantischen Kulturzeit noch nicht gegeben werden konnte, sich in der zweiten Hälfte noch abspielen kann, nämlich das, was als geistiges Element, prophetisch keimhaft, in der slawischen Philosophie und Volksempfindung gezeigt werden konnte. Solange sich das im Vorbereitungsstadium befindet, muß die erste Hälfte der fünften nachatlantischen Kulturperiode zurückgelegt werden. Zunächst konnte da nur erreicht werden eine fein sublimierte geistige Anschauung als Philosophie. Von den Volkskräften muß diese dann erfaßt und durchdrungen werden, damit sie allgemeines Menschheitsgut werden kann, damit sie verständlich werden kann auf den weiten Terrains unseres Erdenlebens. Versuchen Sie es einmal, ob wir uns auf diesem Gebiete verstehen können; dann wird dieses sonst etwas gefährliche Thema doch nicht böse Früchte getragen haben, wenn wir alles, was hier zusammengekommen ist aus Nord-, Süd- und Ost-, West- und Mitteleuropa, so empfinden, daß es wichtig ist innerhalb der gesamten Menschheit; wenn wir fühlen, daß die großen Völker sowohl als die kleinen Volkssplitter ihre Mission haben und beizutragen haben ihren Teil für das Ganze. Zuweilen haben kleine Volkssplitter, weil sie alte oder neue Seelenmotive bewahren sollen, Allerwichtigstes beizutragen. So kann, selbst wenn wir auch diese gefährliche Frage zum Gegenstand der Darstellung machen, nichts anderes dabei herauskommen als die Grundempfindung einer Seelengemeinschaft aller derjenigen, die vereinigt sind im Zeichen geisteswissenschaftlichen Denkens und Fühlens und der geisteswissenschaftlichen Ideale.
[ 24 ] I should like to impress upon you, therefore, that it is not anthroposophical to accept a statement as dogma on the authority of this or that person; but it is truly anthroposophical to allow oneself to be stimulated by Spiritual Science and to verify what is communicated by life itself. Then, whatever Might colour in any way a truly anthroposophical view will cease to exist. Neither Eastern nor Western predilections must be allowed to colour our view. He who speaks from the point of view of Rosicrucianism accepts neither Orientalism nor Occidentalism; both appeal to him equally. The inner nature of the facts alone determine their truth. He must bear this in mind, especially at such an important moment as this when we have indicated the Folk Spirit who rules over the Northern lands. Here dwells the Teutonic mythological Spirit; even though his presence is not felt, his influence is more widely diffused in Europe than one imagines. If a conflict were to arise between the peoples of the North it could not arise because one people disputed the contributions to the common weal. Each people must practice self-knowledge and ask itself: how can I best contribute to the common weal? Then, that which leads to the collective progress of all, to the common welfare of mankind, will be harvested. The sources of what we are able to contribute lie in our individual characteristics. The Teutonic Archangel will bring to the whole field of culture in the future what he is most fitted for in accordance with the capacities he has acquired which we have already outlined. By virtue of this inherent power he is able to ensure that what could not yet be presented in the first half of the fifth post-Atlantean epoch may play its part in the second half, namely, that spiritual element which we were able to recognize in a germinal, prophetic form in the Slav philosophy and in the national sentiment of the Slavonic peoples. This preparatory stage lasted for the first half of the fifth post-Atlantean age. At first, all that could be achieved by way of philosophy was a highly sublimated spiritual perception. This must then be grasped and permeated by the vital energies of the people so that it may become the common property of all mankind and may be realized in all aspects of our earthly life. Let us try to come to an understanding on this subject, for then this somewhat dangerous theme will have caused no great harm if all who are assembled here from the North, South, East, West and Centre of Europe feel that this theme is really important for the whole of humanity, that the larger nations no less than the smaller isolated groups have each their appointed mission and have to contribute their share to the whole. Often the smallest national fragments have most important contributions to make because it is given to them to preserve and nurture old and new motifs in the soul-life. Thus, even though we have made this dangerous topic the subject of our lectures, it will serve to foster the basic sentiment of a community of soul amongst all those who are united under the banner of Anthroposophical thought and feeling and of Anthroposophical ideals.
[ 25 ] Nur dann, wenn wir noch aus unseren Sympathien und Antipathien heraus empfinden würden, wenn wir undeutlich den Kern unserer Weltbewegung erfaßt hätten, könnten Mißverständnisse entstehen aus dem, was gesagt worden ist. Haben wir aber das erfaßt, was als Geist in diesen Vorträgen waltet, dann können auch die Dinge, die uns da entgegengetreten sind, dazu verhelfen, daß wir den festen Entschluß und das hohe Ideal fassen, dasjenige beizutragen zu dem gemeinsamen Ziele — jeder auf seinem Standpunkte und auf seinem Boden —, was in unserer Mission liegt. Wir können das am besten mit dem, was aus unserem Selbst, aus dem entspringt, wozu wir veranlagt sind. Wir dienen der gesamten Menschheit am besten, wenn wir das in uns besonders Veranlagte entwickeln, um es der gesamten Menschheit einzuverleiben als ein Opfer, das wir dem fortschreitenden Kulturstrom bringen. Das müssen wir verstehen lernen. Verstehen müssen wir lernen, daß es schlimm wäre, wenn die Geisteswissenschaft nicht beitragen würde zur Entwickelung von Mensch, Engel und Erzengel, sondern beitragen würde zur Überwindung einer Volksgesinnung durch die andere. Nicht dazu ist die Geisteswissenschaft da, dazu zu verhelfen, daß sich das, was als religiöses Bekenntnis irgendwo auf der Erde herrscht, ein anderes Gebiet erobern kann. Würde jemals der Okzident durch den Orient erobert werden oder umgekehrt, so entspräche das durchaus nicht der geisteswissenschaftlichen Gesinnung. Allein das entspricht ihr, wenn wir unser Bestes, rein Menschliches für die gesamte Menschheit hingeben. Und wenn wir ganz in uns selber leben, aber nicht für uns, sondern für alle Menschen, so ist das wahrhafte geisteswissenschaftliche Toleranz. Das sind Worte, die ich anschließen mußte an unser bedenkliches Thema.
[ 25 ] Only if we should still react out of sympathy and antipathy, if we have no clear understanding of the essence of our Anthroposophical Movement, could misunderstandings arise from what has been said. But if we have grasped the underlying spirit of these lectures, then the ideas presented may also help us to make the firm resolution to harbour the high ideal—each from his own standpoint and from his own background—to contribute to the common goal that which is inherent in our mission. We can best achieve this through our individual initiative and our natural predisposition. We can best serve mankind if we develop our particular talents so as to offer them to the whole of humanity as a sacrifice which we bring to the progressive development of culture. We must learn to understand this. We must learn to understand that it would not redound to the credit of Spiritual Science, if it did not contribute to the evolution of man, Angel and Archangel, but were to support the convictions of one people at the expense of another. It is no part of Spiritual Science to assist in imposing the confessional beliefs of one continent upon another continent. If the religious teachings of the East were to prevail in the West, or vice versa, that would be a complete denial of Anthroposophical teaching. What alone accords with Anthroposophical teaching is that we should unselfishly dedicate the best that is in us, our sympathy and compassion, to the well being of all mankind. And if we are self-contained, and live, not for ourselves but for all men, then that is true Anthroposophical tolerance. I had to add these words by way of explanation for this somewhat delicate subject might otherwise offend national susceptibilities.
[ 26 ] Durch die Geisteswissenschaft — das werden wir immer mehr einsehen — wird alle Menschen-Zersplitterung aufhören. Deshalb ist gerade jetzt die richtige Zeit, die Volksseelen kennen zu lernen, weil die Geisteswissenschaft da ist, die uns dazu bringt, die Volksseelen nicht einander gegenüber zu stellen in Opposition, sondern sie aufzurufen zu harmonischem Zusammenwirken. Je besser wir das verstehen, desto bessere Schüler der Geist-Erkenntnis werden wir sein, Dahin sollen die Darstellungen, die wir gegeben haben, zunächst ausklingen. Ausklingen muß ja doch zuletzt das, was wir an Erkenntnissen sammeln, in unserem Empfinden, Fühlen und Denken und in unserem geisteswissenschaftlichen Ideal. Je mehr wir dieses leben, desto bessere Schüler der Geisterkenntnis sind wir. Ich habe erlebt, daß manche von denen, die mit heraufgezogen sind nach dem Norden, den besten Eindruck erhalten haben, was bei ihnen dadurch zum Ausdruck kam, daß sich ihnen das Wort auf die Lippen drängte: «Wie gern ich hier im Norden bin !»
[ 26 ] Spiritual Science, as we shall realize more and more clearly, will bring an end to the divisions of mankind. Therefore now is the right moment to learn to know the Folk Souls, because the province of Spiritual Science is not to promote antagonism between them, but to call upon them to work in harmonious cooperation. The better we understand this, the better students of Spiritual Science we shall be. On this note we shall end for the time being the course of lectures given here. For the knowledge we gather must ultimately find an echo in our feelings and our thinking and in the Anthroposophical goal we set before us. The more we practice this in our lives, the better Anthroposophists we are. I have found that many of those who have accompanied us to Oslo have received a most favourable impression which they hasten to express in the words, “how much at home we feel here in the North!”
[ 27 ] Und wenn wir mit den Worten des schweigsamen Asen Widar sprechen wollen: Wenn hohe Kräfte in der Menschheit in Zukunft erwacht sein werden, die wir ganz gewiß vor unseren Augen sehen werden, dann wird er der tätige, der aktive Freund des Zusammenarbeitens, des Zusammen-Fleißigseins sein, in dessen Sinne wir alle zusammengewesen sind. Lassen Sie uns in diesem Sinne nach einigen Tagen des Beisammenseins wieder räumlich scheiden, uns aber im Geiste in diesem Sinne immer beisammen sein. Woher wir auch als Schüler der Geist-Erkenntnis kommen, von weit oder nah, mögen wir uns stets in Harmonie zusammenfinden, auch wenn wir uns einmal bei einem Thema fragen, was die Individualitäten dieser oder jener Erdengebiete sind. Wir wissen, daß das nur einzelne Opferflammen sind, die nicht auseinander züngeln, sondern zusammenschlagen werden zu dem gewaltigen Opferfeuer, das zum Wohle der Menschheit zusammenschlagen muß durch die geisteswissenschaftliche Weltanschauung, die uns so sehr am Herzen liegt und tief in unserer Seele wurzelt.
[ 27 ] And if higher spiritual forces are to be awakened in mankind, which we shall certainly see realized in the future, then to use the words of Vidar, the Aesir who has been silent until now, he will become the active friend of cooperative work, of cooperative endeavour, for which purpose we have all assembled here. With this object in view let us take leave of one another after having been together for a few days, and let us always remain together in spirit with this intention. Irrespective of where we students of Spiritual Science come from, whether from near or far, may we always meet together in harmony, even when we discuss amongst ourselves the particular characteristics of the peoples inhabiting the various countries of the Earth. We know that these are only the several tongues of flame which will mount together into the mighty flame upon the altar—the united progress of mankind—through the Anthroposophical view of life which lies so close to our hearts and is so deeply rooted in our souls.
