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The Gospel of St. Matthew
GA 123

3 September 1910, Bern

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Dritter Vortrag

Third Lecture

[ 1 ] Bevor wir heute zu unserem Thema übergehen, möchte ich eine kleine Ergänzung geben zu dem gestern Gesagten. Ich machte darauf aufmerksam, wie in den Vorgängen der Menschheitsentwickelung, namentlich in den großen bedeutungsvollen Vorgängen unseres Daseins, etwas zu sehen ist, was sich charakteristisch ausdrücken läßt durch eine Sprache, die hergenommen ist von den Vorgängen im Kosmos. Ich erwähnte, wie unmöglich es ist, klar, deutlich und auch eingehend dasjenige, was in bezug auf die großen Geheimnisse zu sagen ist, in gewöhnliche Worte zu kleiden.

[ 1 ] Before we move on to our topic today, I would like to add a brief comment to what I said yesterday. I pointed out how, in the processes of human development—particularly in the great, significant events of our existence—there is something to be seen that can be characteristically expressed through a language drawn from the processes of the cosmos. I mentioned how impossible it is to clothe in ordinary words, clearly, distinctly, and also thoroughly, what needs to be said regarding the great mysteries.

[ 2 ] Wenn wir jenen bedeutungsvollen Vorgang charakterisieren wollen, den wir nennen können die Wechselwirkung zwischen den zwei groBen Schülern des Zarathustra, zwischen Hermes oder Thoth und Moses, so können wir dies am besten dadurch tun, daß wir ihn darstellen als die Wiederholung eines großen kosmischen Vorganges, wobei wir diesen letzteren allerdings so auffassen müssen, daß er uns im Sinne der okkulten Weisheit, im Sinne der Geheimwissenschaft erscheint. Blikken wir, um diesen kosmischen Vorgang zunächst vor uns zu haben, wiederholentlich zurück auf jene Zeit, da sich unsere Erde von ihrer Sonne getrennt hat, wo beide also sozusagen mit einem selbständigen Zentrum ein eigenes Leben im Kosmos weiterführten. Wir können uns diesen Vorgang so vorstellen, daß wir uns die gesamte Substantialität der Erde und der Sonne in urferner Vergangenheit als ein Ganzes denken, gleichsam als einen großen Weltenleib, und daß sich diese beiden in urferner Vergangenheit trennten. Allerdings muß dabei immer im Auge behalten werden, daß wir dabei andere kosmische Vorgänge unberücksichtigt lassen, die der Trennung von Sonne und Erde parallel gingen, als die Abspaltung der anderen Planeten unseres Sonnensystems. Für unsere Zwecke können wir die Zeitverhältnisse dieser anderen Trennungen zunächst unberücksichtigt lassen und können sagen: Es fand also einmal eine Trennung in der Weise statt, daß die Sonne das eine Zentrum bildete und die Erde das andere.

[ 2 ] If we wish to characterize that significant process which we may call the interaction between the two great disciples of Zarathustra, between Hermes or Thoth and Moses, we can best do so by presenting it as the repetition of a great cosmic process, whereby we must, however, understand the latter in such a way that it appears to us in the sense of occult wisdom, in the sense of the secret science. To first bring this cosmic process before us, let us repeatedly look back to that time when our Earth separated from its Sun, when both, so to speak, continued their own lives in the cosmos with an independent center. We can imagine this process by conceiving the entire substance of the Earth and the Sun in the distant past as a single whole, as it were a great cosmic body, and that these two separated in the distant past. However, we must always bear in mind that in doing so we are disregarding other cosmic processes that occurred in parallel with the separation of the Sun and the Earth, such as the formation of the other planets in our solar system. For our purposes, we can initially disregard the timing of these other separations and say: A separation thus took place in such a way that the Sun formed one center and the Earth the other.

[ 3 ] Wenn wir nun diesen Zeitpunkt der Erden-Sonnentrennung ins Auge fassen, müssen wir zunächst auch berücksichtigen, daß wir hierbei auf Zeiten zurückblicken, in denen dasjenige, was jetzt als «Erde» bezeichnet ist, noch die Substantialität unseres heutigen Mondes in sich, in ihrem eigenen Schoße hatte, so daß da gleichsam Erde + Mond und Sonne einander gegenüberstehen. Alles, was vor dieser Trennung an geistigen, physischen Kräften vorhanden war, spaltete sich in der Weise, daß gleichsam das gröbere Element, die gröberen, dichteren Wirksamkeiten mit der Erde gingen, während die feineren, höheren, geistig-ätherischen Wirksamkeiten mit der Sonne gingen. Nun müssen wir uns vorstellen, daß eine längere Zeit hindurch Erde und Sonne voneinander getrennt ihre Lebensentwickelung durchmachten, daß zunächst alles, was von der Sonne ausging zur Erde hin, ganz anderer Natur war als etwa jene Wirkungen, welche heute von der Sonne auf die Erde herunter sich tätig erweisen. Da haben wir zuerst eine Art Erdendasein, ein Erdenleben, das sich sozusagen erweist als ein inneres, verschlossenes Erdenleben, welches wenig annimmt von dem Sonnenleben, von dem, was da geistig und in seinem Ausdruck physisch von der Sonne auf die Erde herunterstrahlt.

[ 3 ] When we now consider this moment of the Earth’s separation from the Sun, we must first take into account that we are looking back to times when what is now called the “Earth” still contained within itself, in its own bosom, the substance of what is now our Moon, so that, as it were, Earth, Moon, and Sun stood opposite one another. All the spiritual and physical forces that existed prior to this separation split in such a way that, as it were, the coarser element—the coarser, denser forces—went with the Earth, while the finer, higher, spiritual-etheric forces went with the Sun. Now we must imagine that for a long time the Earth and the Sun underwent their evolutionary development separately from one another, that initially everything emanating from the Sun toward the Earth was of a completely different nature than, for example, those effects which today are active from the Sun down upon the Earth. Here we first have a kind of earthly existence, an earthly life, which proves to be, so to speak, an inner, closed earthly life that receives little from the solar life—from that which radiates from the Sun to the Earth, both spiritually and, in its expression, physically.

[ 4 ] In dieser ersten Zeit der Sonnen-Erdentrennung war es ja so, daß die Erde gewissermaßen einer Vertrocknung, einer Verdorrung, einer Mumifizierung entgegenging. Und wenn es so geblieben wäre, daß die Erde den Mond in ihrem Schoß behalten hätte, so wäre das Leben, das heute auf der Erde besteht, niemals möglich geworden. Während die Erde noch den Mond in sich hatte, konnte das Sonnenleben sich nicht in vollem Maße wirksam erweisen; das konnte es erst später, nachdem die Erde dasjenige, was heute Mond ist, von sich abgesondert hatte, und gerade so die geistigen Wesenheiten, die mit dem Mond verbunden sind, aus sich heraussonderte, wie auch die Substantialität des Mondes von der Erde abgesondert worden ist.

[ 4 ] In this early period of the separation of the Sun and the Earth, the Earth was, so to speak, heading toward a state of drying up, withering away, and mummification. And if the Earth had continued to keep the Moon within its bosom, the life that exists on Earth today would never have been possible. While the Earth still contained the Moon within itself, the life of the Sun could not prove fully effective; it could do so only later, after the Earth had separated from itself that which is today the Moon, and in doing so had separated from itself the spiritual beings connected with the Moon, just as the substance of the Moon had been separated from the Earth.

[ 5 ] Nun ist aber mit dieser Trennung des Mondes von der Erde noch etwas anderes verbunden. Wir müssen uns ja klar sein, daß alles, was wir heute das Leben auf unserer Erde nennen, sich langsam und allmählich entwickelt hat. Und wir geben in der Geisteswissenschaft auch die aufeinanderfolgenden Zustände an, wie sie sich herangebildet und entfaltet haben, welche das Erdenleben möglich machten. Da haben wir zuerst das alte Saturndasein, dann das alte Sonnendasein, das alte Mondendasein und zuletzt erst unser Erdendasein. Also demjenigen, was wir als Sonnentrennung oder auch als vorhergehendes Zusammensein der Erde mit der Sonne bezeichnen, dem gingen andere Entwickelungsprozesse voran von ganz anderer Natur, nämlich das Saturn-, Sonnen-, Mondendasein, aus dem sich dann erst unser Erdendasein entwickelte. Und als die Erde in der jetzigen Gestalt beginnt, da ist sie noch verbunden mit der Substanz aller Planeten, die zu unserem Sonnensystem gehören und die sich erst später herausdifferenzieren. Diese Herausdifferenzierung ist ein Ergebnis von Kräften, die während des Saturn-, Sonnen- und Mondendaseins gewirkt haben.

[ 5 ] But there is something else connected with this separation of the Moon from the Earth. We must be clear that everything we today call life on our Earth has developed slowly and gradually. And in spiritual science, we also describe the successive states as they took shape and unfolded, which made life on Earth possible. First we have the ancient Saturn existence, then the ancient Sun existence, the ancient Moon existence, and finally our Earth existence. So what we call the separation from the Sun, or the Earth’s prior union with the Sun, was preceded by other developmental processes of a completely different nature—namely the Saturn, Sun, and Moon phases—from which our Earth phase then developed. And when the Earth begins in its present form, it is still connected to the substance of all the planets belonging to our solar system, which only later differentiate themselves. This differentiation is a result of forces that were at work during the Saturn, Sun, and Moon stages.

[ 6 ] Nun wissen wir, daß während des Saturndaseins nicht eine solche Konfiguration der Materie, des Stoffes vorhanden war, wie es heute der Fall ist. Feste Körper, flüssige oder wässerige Körper, sogar gasförmige, dampfförmige oder luftförmige Körper waren auf dem alten Saturn noch nicht vorhanden. Er war lediglich in seinem ganzen Gefüge etwas, was nur in Wärme vorhanden war. Eine bloße Wärmedifferenzierung, eine bloße Wärmestruktur war auf diesem alten Saturn vorhanden. Wir können daher sagen: Der alte Saturn hatte nur einen Wärmeleib, und alles, was sich auf ihm entwickelte, entwickelte sich in dem Element der Wärme. Ich brauche hier nicht zu wiederholen, daß derjenige, der so etwas sagt, ganz genau weiß, wie unmöglich es für die heutige Physik ist, sich einen solchen bloß aus Wärme bestehenden Leib zu denken, wie ja überhaupt «Wärme» für die heutige Physik nur ein Zustand, aber nicht etwas Substantielles ist. Aber es geht uns hier nicht die heutige Physik etwas an, sondern allein das, was die Wahrheit ist.

[ 6 ] We now know that during the Saturn era, matter did not exist in the same configuration as it does today. Solid, liquid, or aqueous bodies—and even gaseous, vaporous, or air-like bodies—did not yet exist on ancient Saturn. In its entire structure, it was merely something that existed only as heat. A mere differentiation of heat, a mere heat structure, existed on this ancient Saturn. We can therefore say: Ancient Saturn had only a body of heat, and everything that developed on it developed within the element of heat. I need not repeat here that anyone who says such a thing knows full well how impossible it is for modern physics to conceive of a body consisting solely of heat, since “heat” is, after all, for modern physics merely a state, but not something substantial. But modern physics is of no concern to us here; what matters is solely the truth.

[ 7 ] Nun geht die Entwickelung vorwärts von dem Wärmeleib des Saturn zu dem späteren alten Sonnenzustand. Da verdichtet sich gewissermaßen, wie es in der «Geheimwissenschaft im Umriß» dargestellt ist, der Wärmeleib des Saturn. Ein Teil der Wärme bleibt natürlich vorhanden; aber es verdichtet sich der Wärmeleib zum Teil zum gasigen, luftförmigen Zustand der Sonne. Aber damit ist nicht nur eine Verdichtung verknüpft, sondern auch eine Verdünnung; es findet dabei auch statt eine Hinaufentwickelung zum Licht. Wir können daher sagen: Wenn wir hinüberschreiten von dem Wärmezustand des alten Saturn zum Sonnenzustand, so kommen wir da zu einem Weltenkörper, der in sich hat Luft, Wärme und Licht.

[ 7 ] Now the development proceeds from Saturn’s heat body to the later state of the ancient Sun. As described in *Outlines of Esoteric Science*, Saturn’s heat body condenses, so to speak. Part of the heat naturally remains; but the heat body condenses in part into the gaseous, air-like state of the Sun. However, this is not only associated with a condensation but also with a rarefaction; an ascent toward light also takes place in the process. We can therefore say: When we move from the heat state of the ancient Saturn to the solar state, we arrive at a celestial body that contains within itself air, heat, and light.

[ 8 ] Und wenn wir dann von der Sonne weiterschreiten zu dem alten Mondenzustand, der unserem Erdenzustand vorangegangen ist, so finden wir, daß wiederum eine Verdichtung eintritt; wir finden jetzt nicht nur einen gasigen oder luftförmigen Zustand, sondern daneben auch einen wässerigen Zustand. Aber nach der anderen Seite, gleichsam nach der Vergeistigung, nach der Ätherisierung hin, ist auch eine Veränderung eingetreten. Wir sehen, daß nicht nur Licht vorhanden ist während des Mondenzustandes, sondern auch dasjenige, was man Klangäther nennt, der identisch ist mit dem heutigen chemischen Äther. Was hier als Klangäther bezeichnet wird, ist nicht dasselbe, was wir physisch als Klang oder Ton bezeichnen. Dieses letztere ist nur ein Abglanz dessen, was das hellscherische Vermögen als die Harmonie der Sphären, als ätherischen Ton empfindet, der durch die Welt webt und lebt. Wir sprechen daher von etwas viel Geistigerem, von etwas viel Ätherischerem, wenn wir von diesem Äther und diesem Klange selbst sprechen.

[ 8 ] And when we then move on from the Sun to the ancient lunar state that preceded our Earthly state, we find that a process of condensation occurs once again; we now find not only a gaseous or air-like state, but also, alongside it, a watery state. But on the other hand, so to speak toward spiritualization, toward etherization, a change has also taken place. We see that not only is light present during the lunar state, but also what is called the sound ether, which is identical to today’s chemical ether. What is referred to here as the sound ether is not the same as what we physically call sound or tone. The latter is merely a reflection of what the Hellesian faculty perceives as the harmony of the spheres, as an ethereal tone that weaves and lives through the world. We are therefore speaking of something far more spiritual, of something far more ethereal, when we speak of this ether and this sound itself.

[ 9 ] Dann kommen wir von dem alten Mondendasein zu dem Erdenzustand. Da findet die Verdichtung zum Festen statt. Solche festen Körper, wie sie auf der Erde sind, gab es auf dem alten Mond nicht. Das ist erst ein Zustand, der sich auf der Erde gebildet hat. So haben wir jetzt auf der Erde Wärme, Gasförmiges oder Luftförmiges, Wässeriges oder Flüssiges und feste Körper, und auf der anderen Seite haben wir Lichtäther, Klangäther und dann Lebensäther. Das ist dasjenige, wozu es die Entwickelung auf der Erde gebracht hat. Wir haben auf der Erde also sieben Zustände elementarischer Natur, wie wir auf dem alten Saturn nur einen einzigen, einen mittleren, den Wärmezustand haben. Daher haben wir uns unsere Erde, als sie sich im Beginne ihres jetzigen Daseins aus dem kosmischen Dunkel heraushebt, wo sie noch mit der Sonne und auch mit den anderen Planeten vereinigt war, vorzustellen als in diesen sieben elementarischen Zuständen webend und lebend. Mit der Sonnentrennung aber geschieht etwas sehr Merkwürdiges.

[ 9 ] Then we move from the old lunar state to the earthly state. This is where the process of condensation into solid matter takes place. Solid bodies such as those found on Earth did not exist on the old Moon. This is a state that has only formed on Earth. So now on Earth we have heat, gaseous or airy substances, watery or liquid substances, and solid bodies; and on the other hand, we have light ether, sound ether, and then life ether. This is what development on Earth has brought about. So on Earth we have seven states of an elemental nature, whereas on the ancient Saturn we have only one single, intermediate state: the state of heat. Therefore, we must imagine our Earth, as it emerges from the cosmic darkness at the beginning of its present existence—where it was still united with the Sun and also with the other planets—as weaving and living within these seven elemental states. But with the separation from the Sun, something very remarkable occurs.

[ 10 ] Für das heutige äußere Leben, wie es sich darstellt unter den Wirkungsweisen, die von der Sonne zur Erde hereinstrahlen, findet sich zwar Wärme und Licht, aber unter diese Wirkungsweisen, die der wahrnehmbaren Sinneswelt angehören und in das ganze Gebiet der sinnlichen Wahrnehmungen fallen, gehören nicht die Äußerungen, die Offenbarungen des Klangäthers und des Lebensäthers. Aus diesem Grunde ist es auch, daß dasjenige, was wir die Wirkungen des Klangäthers nennen, sich nur in den chemischen Zusammensetzungen und Zersetzungen, also in den gegenseitigen Verhältnissen des materiellen Daseins äußert. Und was wir die Wirkung des Lebensäthers nennen, so wie er von der Sonne hereinstrahlt, kann nicht direkt wahrgenommen werden vom Menschen in ähnlicher Weise, wie das Licht dem Menschen unmittelbar wahrnehmbar wird, indem er mit der sinnlichen Wahrnehmung Helligkeit und Dunkelheit unterscheidet. Es wird das Leben wahrgenommen in seinen Wirkungen in den lebenden Wesenheiten, nicht aber wird der einstrahlende Lebensäther direkt wahrgenommen. Daher ist auch die Wissenschaft gedrängt zu sagen, das Leben als solches sei ihr ein Rätsel. - So finden wir, daß die zwei obersten Arten der ätherischen Offenbarungen, Lebensäther und Klangäther, ob sie zwar von der Sonne ausgehen und zu dem Feinsten gehören, was von der Sonne ausgeht, doch nicht für das Erdenwerden unmittelbar offenbar werden. Da haben wir etwas, was, obwohl es von der Sonne herniederstrahlt, dem gewöhnlichen Wahrnehmen verborgen ist. Für alles, was im Klangäther und Lebensäther lebt, wird auf der Erde, auch für die heutigen Verhältnisse, sozusagen etwas menschliches Inneres wahrnehmbar. Nicht die unmittelbaren Wirkungen des Lebens und der Sphärenharmonie werden auf der Erde wahrnehmbar, wohl aber wird wahrnehmbar das, was in der ganzen Konstitution des Menschen wirkt.

[ 10 ] In today’s external life, as it manifests itself through the forces radiating from the Sun to the Earth, there is indeed warmth and light; but these forces, which belong to the perceptible sensory world and fall within the entire realm of sensory perception, do not include the expressions, the manifestations, of the ether of sound and the ether of life. This is also why what we call the effects of the sound ether manifest only in chemical compositions and decompositions—that is, in the mutual relationships of material existence. And what we call the effect of the life ether, as it streams in from the sun, cannot be directly perceived by human beings in the same way that light becomes immediately perceptible to them when they distinguish between light and darkness through sensory perception. Life is perceived in its effects within living beings, but the in-streaming life-ether is not directly perceived. Therefore, science is compelled to say that life as such is a mystery to it. - Thus we find that the two highest forms of etheric manifestations, the life-ether and the tone-ether, although they emanate from the sun and belong to the finest of what emanates from the sun, are not immediately manifest to earthly existence. Here we have something that, although it radiates down from the sun, is hidden from ordinary perception. For everything that lives in the sound ether and life ether, something of a human inner nature becomes perceptible on Earth, even under present-day conditions. It is not the immediate effects of life and the harmony of the spheres that become perceptible on Earth, but rather that which works within the entire constitution of the human being.

[ 11 ] Nun werde ich Ihnen das am leichtesten dadurch charakterisieren können, daß ich Sie noch einmal verweise auf die Entwickelung, welche der Mensch auf der Erde genommen hat. Wir wissen, daß in alten Zeiten bis in die atlantische Zeit hinein der Mensch begabt war mit einem unmittelbaren Hellsehen, durch das er mit seinem Wahrnehmungsvermögen nicht nur eine Sinnenwelt schaute wie heute, sondern durch das er die geistigen Hintergründe des sinnlichen Daseins schauen konnte. Wodurch konnte er das? Das war dadurch möglich, daß für die Menschen in jener alten Zeit ein Zwischenzustand vorhanden war, ein Zustand zwischen dem, was wir als unser heutiges Wachbewußtsein vom Aufwachen bis zum Einschlafen haben, und demjenigen, was wir den Schlafzustand nennen. Im Wachzustande nimmt der Mensch die physisch-sinnlichen Dinge wahr; im Schlafzustande nimmt er - oder die Mehrzahl der Menschen - zunächst heute gar nichts wahr, da lebt er nur. Würden Sie freilich hellseherisch dieses Leben des Menschen während des Schlafzustandes untersuchen, so würden Sie sonderbare Entdeckungen machen, sonderbar aber nur für den Menschen, der die Welt äußerlich betrachtet.

[ 11 ] Now, the easiest way for me to describe this to you is by referring once again to the development that humanity has undergone on Earth. We know that in ancient times, extending into the Atlantean epoch, human beings were endowed with a direct clairvoyance through which they could perceive not only a sensory world as we do today, but also the spiritual background of sensory existence. How was this possible? It was possible because, for people in those ancient times, there existed an intermediate state—a state between what we today call our waking consciousness, from the moment of waking until falling asleep, and what we call the state of sleep. In the waking state, a person perceives physical-sensory things; in the sleeping state, he—or the majority of people—perceives nothing at all today, for he merely lives. If, however, you were to investigate this life of the human being during the sleeping state through clairvoyance, you would make strange discoveries—strange, that is, only to the person who views the world from the outside.

[ 12 ] Während des Schlafzustandes ist der astralische Leib und das Ich des Menschen, das wissen wir, außerhalb seines physischen Leibes und Ätherleibes. Nun habe ich wiederholt darauf aufmerksam gemacht, daß man sich nicht vorstellen soll, daß der astralische Leib und das Ich, die in der Nacht außerhalb des physischen und Ätherleibes sind, etwa nur wie eine Nebelwolke, wie man gewöhnlich sagt, ganz in der Nähe des physischen Leibes schweben. Was man als eine solche Nebelwolke zum Beispiel in dem Zustand eines niederen astralischen Hellsehens ansehen kann, und was wir den astralischen Leib nennen, das ist nur der gröbste Anfang dessen, was der Mensch während des Schlafzustandes darstellt. Und wenn man diese Wolke in der Nähe des physischen und Ätherleibes als das einzige ansehen wollte, würde man damit nur beweisen, daß man von den niedersten Formen des astralischen Hellsehens ausgeht. Was der Mensch in Wirklichkeit während des Schlafes ist, das ist weit ausgedehnt. In der Tat beginnen die Innenkräfte im astralischen Leibe und im Ich im Augenblicke des Einschlafens sich auszudehnen über das ganze Sonnensystem, sie werden ein Teil des ganzen Sonnensystems. Von überall her saugt der Mensch in seinen astralischen Leib und in sein Ich die Kräfte zur Stärkung dieses Lebens ein, wenn er im Schlafzustande ist, um sich dann beim Aufwachen wieder zusammenzuziehen in die engeren Grenzen seiner Haut und in diese das hineinzufügen, was er in der Nacht herausgesogen hat aus dem Gesamtumfange des Sonnensystems. Deshalb nannten auch die mittelalterlichen Okkultisten diesen geistigen Leib des Menschen den «astralischen» Leib, weil er verbunden ist mit den Sternenwelten und aus ihnen seine Kräfte saugt. So können wir sagen: Der Mensch ist tatsächlich während des Nachtschlafens ausgedehnt über das ganze Sonnensystem.

[ 12 ] During sleep, as we know, the human astral body and the ego are outside the physical and etheric bodies. Now I have repeatedly pointed out that one should not imagine that the astral body and the I, which are outside the physical and etheric bodies at night, simply float very close to the physical body, like a cloud of mist, as is commonly said. What one might perceive as such a cloud of mist, for example, in the state of lower astral clairvoyance—and what we call the astral body—is merely the crudest beginning of what the human being constitutes during the state of sleep. And if one were to regard this cloud near the physical and etheric bodies as the only thing, one would thereby only prove that one is proceeding from the lowest forms of astral clairvoyance. What the human being actually is during sleep is far more extensive. In fact, at the moment of falling asleep, the inner forces in the astral body and in the I begin to expand throughout the entire solar system; they become a part of the entire solar system. From all directions, the human being draws into his astral body and into his ego the forces to strengthen this life while in the state of sleep, only to contract again upon waking within the narrower confines of his skin and to incorporate into it what he has drawn out during the night from the entire expanse of the solar system. This is why medieval occultists also called this spiritual body of the human being the “astral” body, because it is connected to the starry worlds and draws its forces from them. Thus we can say: During the night’s sleep, the human being is indeed extended throughout the entire solar system.

[ 13 ] Was durchdringt nun während des Schlafes unseren astralischen Leib? Wenn wir außerhalb unseres physischen Leibes sind in derNacht, dann ist unser astralischer Leib durchlebt und durchwebt von den Sphärenharmonien, von dem, was sonst sich nur im Äther, im Klangäther verbreiten kann. Wie etwa auf einer Metallplatte, die mit einem gewissen Staub bestreut worden ist, die Schwingungen, die die Luft durchpulsen, wenn man die Platte mit einem Violinbogen streicht, auch innerhalb dieses Staubes fortpulsieren und die bekannten Chladnischen Klangfiguren erzeugen, so durchzittern und durchpulsen den Menschen während der Nacht die Sphärenharmonien und bringen wieder in Ordnung, was der Mensch während des Tages mit den äuBeren Sinneswahrnehmungen in Unordnung gebracht hat. Und was den Lebensäther durchwebt und durchlebt, das durchpulst uns auch während des Schlafzustandes, nur hat der Mensch keine Wahrnehmung für dieses innerliche Leben seiner Hüllen, wenn er vom physischen und Ätherleibe getrennt ist. Im normalen Zustande besitzt der Mensch nur ein Wahrnehmen, wenn er wieder untertaucht in den physischen Leib und Ätherleib und die äußeren Organe des Ätherleibes zum Denken und die äußeren Organe des physischen Leibes zum sinnlichen Wahrnehmen benutzt.

[ 13 ] What, then, permeates our astral body during sleep? When we are outside our physical body at night, our astral body is permeated and interwoven with the harmonies of the spheres—with that which can otherwise only spread through the ether, through the ether of sound. Just as on a metal plate sprinkled with a certain kind of dust, the vibrations that pulse through the air when one strokes the plate with a violin bow continue to pulse within this dust and produce the familiar Chladni figures, so too do the harmonies of the spheres vibrate and pulse through the human being during the night, restoring order to what the human being has thrown into disorder during the day through external sensory perceptions. And whatever weaves through and lives within the life-ether also pulses through us during sleep; only, the human being has no perception of this inner life of his sheaths when he is separated from the physical and etheric bodies. In the normal state, a person possesses perception only when they re-enter the physical and etheric bodies and use the outer organs of the etheric body for thinking and the outer organs of the physical body for sensory perception.

[ 14 ] Aber in den alten Zeiten gab es eben Zwischenzustände zwischen Wachen und Schlafen, die heute nur auf abnorme Weise herbeigeführt werden können und im gewöhnlichen Leben wegen der damit verbundenen Gefahr auch gar nicht herbeigeführt werden sollen. In den atlantischen Zeiten aber waren diese Wahrnehmungsfähigkeiten normalerweise entwickelt, es waren Zwischenzustände zwischen Wachen und Schlafen. Dadurch konnte sich der Mensch in dasjenige hineinversetzen, was lebte und webte in der Sphärenharmonie und in dem Lebensäther. Mit anderen Worten: Der Mensch konnte in den alten Zeiten — wenn auch in den Erdenwirkungen die Sphärenharmonie und das Leben sich nur in den äußeren Liebewesen zeigen — durch das alte Hellsehen wahrnehmen, was ihm die Sonne zustrahlte als Sphärenharmonie und als das den Raum durchpulsende Leben.

[ 14 ] But in ancient times, there were indeed intermediate states between waking and sleeping that today can only be induced in an abnormal way and, due to the danger involved, should not be induced at all in ordinary life. In Atlantean times, however, these perceptual abilities were normally developed; there were intermediate states between waking and sleeping. This enabled human beings to immerse themselves in what lived and wove within the harmony of the spheres and in the life ether. In other words: In ancient times—even though, in earthly effects, the harmony of the spheres and life manifest only in the outer beings of love—human beings could perceive, through the clairvoyance of old, what the sun radiated to them as the harmony of the spheres and as the life pulsing through space.

[ 15 ] Diese Möglichkeit hörte nach und nach auf. Es schloß sich das Tor gegenüber diesen Wahrnehmungen, als der Mensch die alte Hellsichtigkeit verlor. Und damit trat dann allmählich etwas anderes ein: die innere Kraft des Wissens, die innere Kraft des Erkennens. Erst dadurch lernte der Mensch innerlich nachsinnen, innerlich nachdenken. Alles, was wir heute im wachen Leben unser Nachdenken über die Dinge der physischen Weltnennen und soweiter, also unser eigentliches Innenleben, das entwickelte sich erst mit dem Schwinden deralten Hellsichtigkeit. Ein solches Innenleben, wie es der Mensch heute hat, das in den Gefühlen, Empfindungen, Gedanken und Vorstellungen verläuft und das im Grunde das Schöpferische unserer Kultur ausmacht, hatte der Mensch in den ersten atlantischen Zeiten noch nicht. Er lebte in den Zwischenzuständen zwischen Wachen und Schlafen ausgegossen in eine geistige Welt, und die Sinnenwelt nahm er wie in einem Nebel wahr, jedenfalls war sie dem Verständnis, den inneren Spiegelbildern des äußeren Lebens vollständig entrückt. - Das äußere Leben steigt also auf, während das alte Hellsehen allmählich verschwindet.

[ 15 ] This ability gradually ceased. The door to these perceptions closed as human beings lost their ancient clairvoyance. And with that, something else gradually took its place: the inner power of knowledge, the inner power of insight. It was only through this that human beings learned to reflect inwardly, to think inwardly. Everything we today call our reflection on the things of the physical world in our waking life—that is, our actual inner life—developed only with the fading of the old clairvoyance. Such an inner life as human beings have today—one that unfolds in feelings, sensations, thoughts, and ideas, and which essentially constitutes the creative aspect of our culture—human beings did not yet possess in the early Atlantean times. They lived in the intermediate states between waking and sleeping, immersed in a spiritual world, and they perceived the sensory world as if through a fog; in any case, it was completely removed from their understanding, from the inner reflections of outer life. — Outer life thus rises, while the old clairvoyance gradually disappears.

[ 16 ] So können wir sagen: Es entwickelte sich in unserem Inneren etwas, was ein schwacher Abglanz dessen ist, was wir die Sphärenharmonie nennen und die Wirkung des Lebensäthers. Aber in demselben Maße, wie sich der Mensch innerlich erfüllt fühlte mit Empfindungen, mit Wahrnehmungen, die ihm die äußere Welt wiederholten und die sein heutiges Innenleben ausbildeten, in demselben Maße schwand für ihn die Sphärenmusik. Und in demselben Maße, wie sich der Mensch fühlte als eineIch-Wesenheit, schwand für ihn hin dieWahrnehmung des die Welt durchpulsenden göttlichen Lebensäthers. Der Mensch mußte sich den jetzigen Zustand dadurch erkaufen, daß er gewisse Seiten des äußeren Lebens verlor. So fühlte der Mensch als Erdenwesen in sich abgeschlossen das Leben, das er als direkt von der Sonne ausstrahlend nicht mehr wahrnehmen konnte; und nur einen schwachen Abglanz hat er von dem gewaltigen kosmischen Leben, von Sphärenklang und Lebensäther, heute in seinem Innenleben. ‚Auch für das menschliche Erkennen entwickelte sich wie eine Wiederholung das, was sich für die Erde selbst entwickelt hat. Die Erde wäre, als sie sich von der Sonne abgetrennt hatte, in sich verschlossen worden, wäre verhärtet worden, wenn sie weiter verbunden geblieben wäre mit all den Substantialitäten, mit denen sie sich von der Sonne getrennt hatte. Die Sonne konnte mit ihren Wirkungen zunächst nicht in das Erdenwerden eingreifen, und das dauerte so lange, bis die Trennung des Mondes von der Erde eintrat. Deshalb haben wir in dem, was die Erde als Mond aus sich herauswarf, eine Abstoßung all derjenigen Substantialitäten zu erblicken, welche es der Erde unmöglich machten, die direkten Sonnenwirkungen zu empfangen. Und indem sie den Mond aus sich heraussetzte, öffnete sie dadurch ihr Sein und ihr Wesen erst so recht den Einflüssen, den Wirkungen der von ihr getrennten Sonne, kam gleichsam der Sonne entgegen. Entgegen jener Richtung, in der sich die Erde selbst von der Sonne getrennt hatte, schickte sie einen Teil ihres eigenen Wesens, den Mond, der dann die Wirkung des Sonnenwesens der Erde reflektiert wiedergab, wie er äußerlich das Licht wiedergibt. In der Abspaltung des Mondes von der Erde liegt also etwas höchst Bedeutungsvolles vor: das Sich-Öffnen der Erde gegenüber den Sonnenwirkungen.

[ 16 ] Thus we can say: Something developed within us that is a faint reflection of what we call the harmony of the spheres and the effect of the life ether. But to the same extent that human beings felt inwardly fulfilled with sensations and perceptions that the outer world repeated to them and that shaped their present inner life, to that same extent did the music of the spheres fade for them. And to the same extent that human beings felt themselves to be I-beings, the perception of the divine life-ether pulsing through the world faded for them. Human beings had to pay for their present condition by losing certain aspects of external life. Thus, as an earthly being, humanity felt within itself the life that it could no longer perceive as radiating directly from the sun; and today it has only a faint reflection of the mighty cosmic life, of the music of the spheres and the life-ether, in its inner life. ‘For human cognition, too, what developed for the Earth itself unfolded as a repetition. The Earth, having separated from the Sun, would have become self-contained and hardened if it had remained connected to all the substantialities from which it had separated itself from the Sun. At first, the Sun could not intervene with its effects in the Earth’s becoming, and this lasted until the separation of the Moon from the Earth took place. Therefore, in what the Earth cast out of itself as the Moon, we must see a rejection of all those substantialities that made it impossible for the Earth to receive the direct effects of the Sun. And by setting the Moon apart from itself, it thereby truly opened its being and its essence to the influences and effects of the Sun from which it had separated, as it were, meeting the Sun halfway. Contrary to the direction in which the Earth had separated itself from the Sun, it sent forth a part of its own being, the Moon, which then reflected back the effect of the Earth’s solar being, just as it outwardly reflects the light. In the separation of the Moon from the Earth, therefore, lies something of the utmost significance: the Earth’s opening itself to the effects of the Sun.

[ 17 ] Was so kosmisch geschah, das mußte auch eintreten - sich wiederholend - für das Menschenleben. Die Erde hatte sich längst geöffnet dem Sonnenwirken, da war erst der richtige Zeitpunkt gekommen, wo sich der Mensch abschließen mußte den unmittelbaren Sonnenwirkungen. Die unmittelbaren Sonnenwirkungen waren für die atlantischen Menschen noch vorhanden in ihrem Hellsehen; da empfingen die Atlantier das, was von der Sonne hereinstrahlte. Und wie für die Erde eine Zeit eintrat, wo sie anfing sich zu verhärten, so trat für den Menschen eine Zeit ein, wo er sich zurückzog, ein Innenleben entwikkelte und sich nicht der Sonnenwirkung mehr öffnen konnte. Und dieser Prozeß der Heranbildung eines Innenlebens, wo sich der Mensch nicht der Sonne öffnen konnte und nur in sich selber das entwickeln konnte, was ein schwacher Abglanz war der Wirkungen des Lebensäthers, des Klangäthers, der Sphärenharmonie, diese Zeit dauerte lange bis in die nachatlantische Zeit hinein.

[ 17 ] What occurred on a cosmic scale was bound to happen—in a repetitive cycle—in human life as well. The Earth had long since opened itself to the Sun’s influence; only then had the right moment arrived for humanity to shield itself from the Sun’s direct effects. The direct effects of the sun were still present in the clairvoyance of the Atlanteans; thus the Atlanteans received what radiated from the sun. And just as a time came for the Earth when it began to harden, so a time came for humanity when it withdrew, developed an inner life, and could no longer open itself to the sun’s influence. And this process of the formation of an inner life, in which human beings could not open themselves to the sun and could only develop within themselves what was a faint reflection of the effects of the ether of life, the ether of sound, and the harmony of the spheres—this period lasted a long time, extending into the post-Atlantean era.

[ 18 ] So gab es also in den ersten Zeiten der atlantischen Entwickelung ein unmittelbares Wahrnehmen der Sonnenwirkungen. Dann verschlossen sich die Menschen diesen Wirkungen. Und als dieselben nicht mehr in den Menschen hereindringen konnten, während das menschliche Innenleben dafür immer mehr und mehr aufblühte, da waren es nur die heiligen Mysterien, welche ihre Bekenner so zur Entwickelung der geistigen Kräfte brachten, daß der Mensch sozusagen entgegen den normalen Erdverhältnissen, durch das, was man mit Joga bezeichnen kann, die Sonnenwirkungen unmittelbar wahrnehmen konnte. Daher entwickelten sich in der zweiten Hälfte der atlantischen Zeit die mit Recht Orakel genannten Stätten innerhalb des atlantischen Landes, wo innerhalb einer Menschheit, die normalerweise nicht mehr die direkten Wirkungen des Klangäthers und des Lebensäthers wahrnehmen konnte, solche Schüler und Bekenner der heiligen Weisheit ausgebildet wurden, die dadurch, daß sie das bloße sinnliche Wahrnehmen zunächst unterdrückten, die Offenbarungen des Klangäthers und des Lebensäthers wahrnehmen konnten. Und diese Möglichkeit blieb erhalten für die wirklichen Stätten der Geheimwissenschaft in der nachatlantischen Zeit. Es ist ja so stark geblieben, daß selbst die äußere Wissenschaft, ob sie es zwar nicht versteht, noch eine Überlieferung aus der Schule des Pythagoras bewahrt hat, die dahin geht, daß man die Sphärenharmonien hören kann. Nur verwandelt die äußere Wissenschaft so etwas wie die Sphärenharmonie gleich in ein Abstraktum — was sie aber nicht war - und denkt nur nicht das, was sie ist. Denn in Wirklichkeit verstand man in den Pythagoreerschulen unter der Fähigkeit der Wahrnehmung der Sphärenharmonie das reale Sich-wieder-Öffnen der menschlichen Wesenheit dem Klangäther, der Sphärenharmonie, und dem realen göttlichen Lebensäther.

[ 18 ] Thus, in the early stages of Atlantean development, there was a direct perception of the sun’s effects. Then people closed themselves off from these effects. And when these effects could no longer penetrate into human beings, while the inner life of humanity was flourishing more and more, it was only the sacred mysteries that led their adherents to such a development of spiritual powers that human beings could, so to speak, contrary to normal earthly conditions, directly perceive the effects of the sun through what might be called yoga. Thus, in the second half of the Atlantean era, sites rightly called oracles developed within the land of Atlantis, where, amidst a humanity that could no longer normally perceive the direct effects of the tone-ether and the life-ether, such disciples and adherents of sacred wisdom were trained who, by initially suppressing mere sensory perception, were able to perceive the revelations of the sound ether and the life ether. And this possibility was preserved for the true centers of esoteric science in the post-Atlantean era. Indeed, it has remained so strong that even external science, though it does not understand it, has preserved a tradition from the school of Pythagoras to the effect that one can hear the harmonies of the spheres. Only external science immediately transforms something like the harmony of the spheres into an abstraction—which it was not—and fails to conceive of it as what it actually is. For in reality, in the Pythagorean schools, the ability to perceive the harmony of the spheres was understood as the actual reopening of the human being to the sound ether, the harmony of the spheres, and the real divine life ether.

[ 19 ] Nun war gerade derjenige, der am gewaltigsten, am großartigsten darauf hinwies, daß hinter der Wirksamkeit der Sonne, wie sie auf die Erde hereinstrahlt mit ihrem Licht und ihrer Wärme, noch etwas anderes ist, etwas, das Klangeswirksamkeit, ja Lebenswirksamkeit ist, die sich im menschlichen Innenleben eben nur in einem schwachen Abglanz geltend machen, Zarathustra oder Zoroaster. Und wenn wir seine Lehre in eine Sprache übersetzen wollen, die von unseren heutigen Worten genommen ist, so können wir sagen, er hat seine Schüler folgendes gelehrt: Wenn ihr hinaufschaut zur Sonne, so nehmt ihr die wohltätige Wärme wahr und das wohltätige Licht, das der Erde zustrahlt; wenn ihr aber höhere Organe entwickelt, wenn ihr geistiges Wahrnehmen entwickelt, so könnt ihr das Sonnenwesen wahrnehmen, das hinter dem physischen Sonnenleben ist; und dann nehmt ihr wahr Klangeswirkungen und in den Klangeswirkungen Lebenssinn! - Was so als Geistiges hinter den physischen Sonnenwirkungen als Nächstes wahrzunehmen war, das bezeichnete Zarathustra für seine Schüler als Ormuzd, als Ahura Mazdao, als die Große Aura der Sonne. Wir werden es daher begreiflich finden, daß man in der Übersetzung das Wort Ahura Mazdao auch die «große Weisheit» nennen kann, im Gegensatz zu dem, was der Mensch heute in sich als die kleine Weisheit entwickelt. Die große Weisheit ist die, welche er wahrnimmt, wenn er die Geistigkeit der Sonne, die große Sonnenaura wahrnimmt.

[ 19 ] Now, it was precisely the one who most powerfully, most magnificently pointed out that behind the sun’s activity—as it shines down upon the earth with its light and warmth—there is something else, something that is a power of sound, indeed a power of life, which manifests itself in human inner life only as a faint reflection: Zarathustra or Zoroaster. And if we wish to translate his teaching into a language drawn from our modern vocabulary, we can say that he taught his disciples the following: When you look up at the sun, you perceive the beneficial warmth and the beneficial light that shines upon the earth; but when you develop higher faculties, when you develop spiritual perception, you can perceive the solar being that lies behind the physical life of the sun; and then you perceive sound effects and, within the sound effects, the meaning of life! - What was next to be perceived as the spiritual reality behind the physical effects of the sun, Zarathustra described to his disciples as Ormuzd, as Ahura Mazdao, as the Great Aura of the Sun. We will therefore find it understandable that in translation the word Ahura Mazdao can also be called “great wisdom,” in contrast to what human beings today develop within themselves as “small wisdom.” Great wisdom is that which they perceive when they perceive the spirituality of the sun, the great solar aura.

[ 20 ] So konnte ein Dichter, auf alte Zeiten der Menschheitsentwickelung blickend, hinweisen auf dasjenige, was für den Geistesforscher eine Wahrheit ist, und sagen:

[ 20 ] Thus, looking back on earlier stages of human development, a poet was able to point to what is a truth for the spiritual researcher and say:

«Die Sonne tönt nach alter Weise
In Brudersphären Wettgesang,
Und ihre vorgeschriebne Reise
Vollendet sie mit Donnergang.»

“The sun resounds in the ancient way
In the spheres of the brotherhood, a contest of song,
And its prescribed journey
It completes with a thunderous stride.”

[ 21 ] Ästhetlinge werden das natürlich für etwas Gesuchtes halten. Sie haben es so gern, wenn man sagt, es sei dichterische Freiheit, wenn Goethe die Sonne tönen läßt. Sie ahnen nicht, was ein Dichter im Sinne Goethes ist, der nur Realitäten schildert, wenn er sagt: «Die Sonne tönt nach alter Weise», das heißt nach der Weise, wie sie die alte Menschheit gekannt hat. Denn so tönt sie auch heute noch für den, der eingeweiht ist.

[ 21 ] Aesthetes will, of course, regard this as something contrived. They love it when people say it is poetic license for Goethe to make the sun “sound.” They have no idea what a poet in Goethe’s sense is—one who describes only realities—when he says: “The sun sounds in the old way,” that is, in the way that ancient humanity knew it. For even today it still sounds that way to those who are initiated.

[ 22 ] Darauf hatte Zarathustra seine Schüler hingewiesen. Er hatte natürlich unter seinen Schülern besonders die zwei auf diese gewaltige Tatsache hingewiesen, die wir als seine intimsten Schüler bezeichnen konnten, die dann in ihren Wiederverkörperungen als Hermes und Moses erschienen sind. Aber auf zwei ganz verschiedene Arten hat er sie hingewiesen auf das, was hinter dem lichthaften Sonnenleib ist. Er hat den Hermes so darauf hingewiesen, daß dieser in dem verblieb, was unmittelbar von der Sonne herkommt. Und er hat den Moses so inspiriert, daß er wie in einer Erinnerung behielt, was das Geheimnis der Sonnenweisheit ist.

[ 22 ] Zoroaster had pointed this out to his disciples. Naturally, he had drawn the attention of two of his disciples in particular to this momentous fact—those whom we might describe as his closest disciples, who later appeared in their reincarnations as Hermes and Moses. But in two very different ways, he pointed them toward what lies behind the luminous body of the sun. He pointed this out to Hermes in such a way that the latter remained within what comes directly from the sun. And he inspired Moses in such a way that he retained, as in a memory, what the mystery of solar wisdom is.

[ 23 ] Wenn wir nun im Sinne der «Geheimwissenschaft» uns vorstellen die Erde nach der ’Trennung von der Sonne, das Hinausgehen der Mondenkräfte von der Erde, und dieses alles nach dem Sich-Öffnen der Erde gegen die Sonne, so haben wir in Venus und Merkur dasjenige, was mitten drinnen steht zwischen Erde und Sonne. Und wenn wir nun den ganzen Zwischenraum zwischen Sonne und Erde einteilen in drei Mittelglieder, so können wir sagen: Die Erde hat sich von der Sonne herausgetrennt; sie selber hat der Sonne entgegengeschickt den Mond. Es haben sich dann abgespalten von der Sonne und sind der Erde entgegengekommen Venus und Merkur. So daß wir also in Venus und Merkur etwas zu sehen haben, was von der Sonne herankommt an die Erde und in dem Mond etwas, was der Sonne entgegengeht.

[ 23 ] If we now imagine, in the spirit of “esoteric science,” the Earth after its “separation from the Sun,” the withdrawal of the Moon’s forces from the Earth, and all of this following the Earth’s opening up toward the Sun, then we have in Venus and Mercury that which stands right in the middle between the Earth and the Sun. And if we now divide the entire space between the Sun and the Earth into three equal parts, we can say: The Earth has separated from the Sun; it has itself sent the Moon toward the Sun. Venus and Mercury then split off from the Sun and moved toward the Earth. So that in Venus and Mercury we have something that comes from the Sun toward the Earth, and in the Moon something that moves toward the Sun.

[ 24 ] Wie sich die kosmischen Verhältnisse gestalten, so gestalten sich, wie in einer Spiegelung, auch die Verhältnisse in der Menschheitsentwickelung. Wenn wir die Offenbarungen des Zarathustra als Sonnenweisheitannehmen, die er auf der einen Seite dem Hermes, auf der anderen dem Moses vermittelte, so war dasjenige, was in Hermes lebte, weil er ja den astralischen Leib des Zarathustra in sich hatte, das von Zarathustra Ausstrahlende der Sonnenweisheit; und was in Moses lebte, war sozusagen abgeschlossen wie ein abgeschlossener Weisheitsplanet, der sich erst entgegenentwickeln mußte dem, was direkt von der Sonne ausstrahlte. Wie also die Erdenwirksamkeit durch das Abgeben des Mondes sich öffnete der Sonnenwirksamkeit, so öffnete sich die Moses-Weisheit der direkt von Zarathustra ausstrahlenden Weisheit, der Sonnenweisheit. Und diese beiden, die Erdenweisheit des Moses und die Sonnenweisheit des Zarathustra in Hermes, trafen zusammen in Ägypten, wo das Mosestum mit dem Hermestum zusammentrifft. So daß wir dasjenige, was Moses aus sich selbst herausentwickelte, was er, wie aus der Entfernung von Zarathustra aufnehmend, in sich selber erweckte, ausstrahlte und seinem Volke überlieferte, analog aufzufassen haben dem Ausschleudern der von der Erde.

[ 24 ] Just as cosmic conditions take shape, so too do the conditions of human development, as if in a reflection. If we regard the revelations of Zarathustra as solar wisdom, which he imparted on the one hand to Hermes and on the other to Moses, then what lived within Hermes—since he possessed the astral body of Zarathustra within himself—was the solar wisdom radiating from Zarathustra; and what lived in Moses was, so to speak, enclosed like a self-contained planet of wisdom that first had to develop in opposition to what radiated directly from the Sun. Just as the Earth’s activity opened itself to the Sun’s activity through the departure of the Moon, so did the wisdom of Moses open itself to the wisdom radiating directly from Zarathustra, the solar wisdom. And these two—the earthly wisdom of Moses and the solar wisdom of Zarathustra in Hermes—converged in Egypt, where the Moses tradition meets the Hermes tradition. So that we must understand what Moses developed out of himself—what he, as if receiving it from a distance from Zarathustra, awakened within himself, radiated, and handed down to his people—as analogous to the ejection of the Earth.

[ 25 ] Was Moses so als Weisheit für sein Volk ausstrahlte, das können wir auch nennen nach dem Namen, der die Moses-Weisheit zusammenfaßt, die Jahve- oder Jehovaweisheit. Denn wenn wir den Namen Jahve oder Jehova in richtiger Weise verstehen, ist er wie ein Resume der gesamten Moses-Weisheit. Wenn wir aber das so auffassen, wird uns auch verständlich, warum die alten Traditionen Jahve oder Jehova eine Mondgottheit nennen. Diese Tatsache werden Sie in vielen Mitteilungen finden, aber den Grund dafür können Sie erst einsehen, wenn Sie diese tiefen Zusammenhänge auf sich wirken lassen. Wie die Erde das, was sie als Mond in sich enthielt, heraussetzte und der Sonne entgegenschickte, so mußte auch die Erdenweisheit des Moses dem Hermes entgegengehen, der ja die unmittelbare Weisheit des Zarathustra besaß in dem von Zarathustra hingeopferten Astralleibe, und dann sich selber entwickeln. Wir haben schon charakterisiert, wie nach dieser Begegnung mit Hermes das Mosestum sich entwickelte bis in das davidische Zeitalter, und wie ein anderes, ein neues Hermestum oder Merkurtum erscheint in David, dem königlichen Krieger und göttlichen Sänger des hebräischen Volkes. Und wir haben gesehen, wie das Mosestum näher kommt dem Sonnenelement, als es sich neuerdings berührt während der babylonischenGefangenschaft mit der ausstrahlendenSonnenweisheit, weil Zarathustra unter dem Namen Zarathas oder Nazarathos selber derLehrer der hebräischen Eingeweihten während der babylonischen Gefangenschaft war. So sehen wir in der Moses-Weisheit etwas, was den ganzen kosmischen Gang der Erdentrennung von der Sonne und das, was mit der Erde hinterher geschehen ist, wiederholt.

[ 25 ] What Moses imparted as wisdom to his people can also be referred to by the name that encapsulates the wisdom of Moses: the wisdom of Yahweh or Jehovah. For if we understand the name Yahweh or Jehovah correctly, it serves as a summary of the entire wisdom of Moses. But if we understand it this way, it also becomes clear to us why the ancient traditions call Yahweh or Jehovah a lunar deity. You will find this fact mentioned in many writings, but you can only grasp the reason for it once you allow these deep connections to sink in. Just as the Earth expelled what it contained within itself as the Moon and sent it toward the Sun, so too did the Earth-wisdom of Moses have to go forth toward Hermes, who possessed the direct wisdom of Zarathustra in the astral body sacrificed by Zarathustra, and then develop itself. We have already described how, following this encounter with Hermes, the Moses-principle developed through to the Davidic age, and how a different, new Hermetic or Mercurial principle appears in David, the royal warrior and divine singer of the Hebrew people. And we have seen how the Moses-tradition draws closer to the solar element, as it recently came into contact during the Babylonian captivity with the radiant solar wisdom, because Zarathustra, under the name Zarathas or Nazarathos, was himself the teacher of the Hebrew initiates during the Babylonian captivity. Thus, in the wisdom of Moses, we see something that repeats the entire cosmic process of the Earth’s separation from the Sun and what subsequently happened to the Earth.

[ 26 ] Solche Zusammenhänge erschienen als etwas, was die alten Weisen des hebräischen Volkes und alle die, welche sie fühlten, mit tiefster Ehrfurcht erfüllte. Sie fühlten etwas wie unmittelbare Offenbarungen, die ihnen aus den Weltenräumen und dem Weltensein selber entgegenstrahlten. Und eine solche Persönlichkeit wie die des Moses erschien ihnen wie ein Sendbote der kosmischen Mächte selber. Sie fühlten es. Und so etwas müssen wir nachfühlen, wenn wir wirklich die alten Zeiten verstehen wollen, sonst bleibt alles Verstehen nur eine leere Abstraktion.

[ 26 ] Such connections appeared as something that filled the ancient sages of the Hebrew people—and all those who sensed them—with the deepest reverence. They felt something like direct revelations shining toward them from the realms of the cosmos and from the very fabric of existence itself. And a figure such as Moses appeared to them as a messenger of the cosmic powers themselves. They felt it. And we must empathize with this if we truly wish to understand the ancient times; otherwise, all understanding remains merely an empty abstraction.

[ 27 ] Nun handelt es sich darum, daß dasjenige, was so von Zarathustra ausgestrahlt ist und sich durch Hermes und Moses auf die Nachwelt ergossen hat, sich in einer entsprechenden Weise auch so fortentwikkeln konnte, daß es auf höherer Stufe wiedererscheinen konnte in einer anderen Form, in einer höheren Ausbildungsform. Dazu war notwendig, daß Zarathustra selber, die Individualität, die vorher nur hingeopfert hatte den astralischen Leib und den Ätherleib, in einem physischen Leibe auf der Erde erscheinen konnte, um auch diesen hinzuopfern. Das ist ein Stufengang, ein schöner Stufengang. Erst lebte in uralten Zeiten Zarathustra auf seine Art und gab den Impuls der nachatlantischen Entwickelung in der urpersischen, in der iranischen Kultur. Dann gab er seinen astralischen Leib ab, um eine nächste Kultur in Szene zu setzen durch Hermes, und er gab seinen Ätherleib ab an Moses. So hatte er zwei seiner Hüllen hingeopfert. Nun mußte er auch noch Gelegenheit erhalten, seinen physischen Leib hinzuopfern. Denn das erforderte das große Geheimnis der Entwickelung der Menschheit, daß von einem Wesen die drei Leiber hingeopfert werden konnten. Für Hermes hatte Zarathustra hingeopfert seinen astralischen Leib, für Moses seinen Ätherleib. Das dritte, was ihm noch bevorstand, war die Hinopferung des physischen Leibes. Dazu bedurfte es besonderer Veranstaltungen, dazu mußte der physische Leib des Zarathustra erst in besonderer Weise zubereitet sein. Und wir haben gestern schon darauf hingedeutet, wie durch das eigentümliche Leben beim hebräischen Volke durch Generationen hindurch jener physische Leib zubereitet wurde, der dann von Zarathustra hingeopfert werden konnte als sein drittes großes Opfer. Dazu war notwendig, daß in dem hebräischen Volke alles, was sonst direkte äußere geistige Wahrnehmung, was astralisches Schauen war, was bei den turanischen Völkern in Dekadenz gekommen war, innerliche Wirksamkeit wurde.

[ 27 ] The point is that what was thus radiated by Zarathustra and poured out upon posterity through Hermes and Moses was able to continue developing in such a way that it could reappear on a higher plane in a different form, in a higher form of development. For this to happen, it was necessary that Zarathustra himself—the individuality who had previously sacrificed only the astral body and the etheric body—be able to appear on Earth in a physical body in order to sacrifice that as well. This is a process of stages, a beautiful process of stages. First, in ancient times, Zarathustra lived in his own way and gave the impulse for post-Atlantean development in the ancient Persian, in the Iranian culture. Then he surrendered his astral body to set the stage for the next culture through Hermes, and he surrendered his etheric body to Moses. Thus he had sacrificed two of his sheaths. Now he also had to be given the opportunity to sacrifice his physical body. For the great mystery of human development required that the three bodies of a single being be sacrificed. For Hermes, Zarathustra had sacrificed his astral body; for Moses, his etheric body. The third thing that still lay before him was the sacrifice of the physical body. This required special arrangements; for this, Zarathustra’s physical body first had to be prepared in a special way. And we already pointed out yesterday how, through the peculiar life of the Hebrew people over generations, that physical body was prepared, which could then be sacrificed by Zarathustra as his third great sacrifice. For this, it was necessary that within the Hebrew people, everything that was otherwise direct external spiritual perception—that is, astral vision—which had fallen into decay among the Turanian peoples, become an inner reality.

[ 28 ] Das ist das Geheimnis des hebräischen Volkes. Während bei den turanischen Völkern die Kräfte, welche Erbstücke aus alter Zeit waren, der Zubereitung äußerer Hellseherorgane dienten, strahlten sie beim hebräischen Volke nach innen und organisierten die innere Leiblichkeit, so daß das hebräische Volk ausersehen war, im Inneren zu fühlen und zu empfinden, was sonst geschaut worden war während der atlantischen Zeit, ausgebreitet über den Sinnesraum hinter den einzelnen sinnlichen Dingen. Jahve oder Jehova, wie ihn bewußt ausspricht das hebräische Volk, ist der in einem Punkt zusammengefaßte «Große Geist», der hinter allen Dingen und Wesenheiten dem uralten Hellsehen erschien. Auch das wird uns angedeutet, daß der Stammvater dieses althebräischen Volkes in einer ganz besonderen Art und Weise, eben als Stammvater, diese innere Organisation erhalten hat.

[ 28 ] This is the secret of the Hebrew people. Whereas among the Turanian peoples the powers—which were legacies from ancient times— served to develop external clairvoyant organs, among the Hebrew people they radiated inward and organized the inner physicality, so that the Hebrew people were destined to feel and perceive inwardly what had otherwise been seen during the Atlantean era, spread out across the sensory space behind the individual sensory objects. Yahweh or Jehovah, as the Hebrew people consciously pronounce him, is the “Great Spirit” condensed into a single point, who appeared to the ancient clairvoyance behind all things and beings. It is also suggested to us that the progenitor of this ancient Hebrew people received this inner organization in a very special way, precisely as a progenitor.

[ 29 ] Ich bemerke an dieser Stelle etwas, was ich auch schon öfter bemerkt habe: daß Sagen und Legenden, die in bildhafter Weise von den Tatsachen erzählen, die sich in alten Zeiten zugetragen haben, wahrer und zutreffender sind als die heutige anthropologische Forschung, die aus den heutigen Ausgrabungen und einzelnen Denkmalsfetzen ein Bild des Weltenwerdens zusammensetzt. Die alten Legenden werden in den meisten Fällen bewahrheitet von dem, was wir die geisteswissenschaftliche Forschung nennen. Ich sage «in den meisten» und nicht «in allen», weil ich es nicht untersucht habe, obwohl es sehr wahrscheinlich überall da, wo es wirkliche alte Legenden sind, der Fall ist. So führt uns auch das hebräische Volk, wenn wir seinem Ursprung nachgehen, nicht auf das zurück, was heute eine anthropologische Forschung vermutet, sondern es führt uns wirklich zurück auf einen Stammvater, von dem uns die Bibel erzählt. Das ist eine wirkliche Gestalt, dieser Abraham oder Abram, und es ist durchaus wahr, was die talmudische Legende von diesem Stammvater erzählt.

[ 29 ] I would like to note here something I have observed on many occasions: that myths and legends, which vividly recount the events that took place in ancient times, are truer and more accurate than modern anthropological research, which pieces together a picture of the world’s origins from today’s excavations and isolated fragments of monuments. In most cases, the ancient legends are corroborated by what we call spiritual scientific research. I say “in most” and not “in all” because I have not investigated it, although it is very likely the case wherever there are genuine ancient legends. Thus, when we trace the origins of the Hebrew people, they do not lead us back to what modern anthropological research assumes, but rather lead us back to a progenitor of whom the Bible tells us. This Abraham or Abram is a real figure, and what the Talmudic legend tells of this progenitor is entirely true.

[ 30 ] In dieser Legende wird uns der Vater des Abraham geschildert als ein Feldherr jener sagenhaften, aber wiederum wirklichen Persönlichkeit, die in der Bibel als «Nimrod» bezeichnet wird. Und auf Grund eines Traumerlebnisses wird der Sohn seines Feldherrn dem Nimrod angekündigt von denen, die die Zeichen der Zeit verstehen, als eine Wesenheit, die viele Könige und Herrscher entthronen werde. Nimrod fürchtet sich davor und befiehlt, daß der Sohn seines Feldherrn getötet werde. Das erzählt die Legende; das bestätigt uns die okkulte Forschung. Der Vater des Abraham ergreift eine Ausflucht und zeigt ein fremdes Kind dem Nimrod vor. Das eigene Kind aber, Abraham, wird in einer Höhle auferzogen. Und die Tatsache, daß wirklich Abraham der erste ist, der durch jene Kräfte, die sonst für die äuBeren hellseherischen Fähigkeiten Verwendung fanden, jetzt im Inneren jene organisatorische Kraft entwickelt, die zum inneren Gottesbewußtsein führen soll, diese Umkehrung der ganzen Kraftsumme wird angedeutet in der Legende dadurch, daß das Kind während der drei Jahre, wo es in der Höhle auferzogen wird, Milch saugt durch Gottes Gnade aus seinem eigenen Finger der rechten Hand. Das Durch-sich-selber-Genährtwerden, das Hineingehen der Kräfte, welche früher die alte Hellsichtigkeit bewirkt haben, in die innere Organisation des Menschen, das wird uns in dem Stammvater des hebräischen Volkes, in Abraham, in wunderbarer Weise charakterisiert. Solche Legenden wirken, wenn man ihren eigentlichen Grund erfährt, mit einer solchen Kraft auf uns, daß wir uns sagen: Wir begreifen es, daß die alten Mitteiler dasjenige, was hinter den Legenden steht, nicht anders sagen konnten als in Bildern. Aber diese Bilder waren geeignet, wenn auch nicht das Bewußtsein, so doch die Gefühle für die großen Tatsachen hervorzurufen. Und das genügte für die alten Zeiten.

[ 30 ] In this legend, Abraham’s father is described as a general under that legendary yet historical figure known in the Bible as “Nimrod.” And based on a dream, the son of his general is foretold to Nimrod by those who understand the signs of the times as a being who will dethrone many kings and rulers. Nimrod fears this and orders that the son of his general be killed. This is what the legend tells us; this is what occult research confirms. Abraham’s father makes an excuse and presents a stranger’s child to Nimrod. His own child, however—Abraham—is raised in a cave. And the fact that Abraham is truly the first to develop, through those powers that were otherwise used for external clairvoyant abilities, now develops within that organizational power intended to lead to inner God-consciousness—this reversal of the entire sum of forces is indicated in the legend by the fact that during the three years he is raised in the cave, the child, by God’s grace, suckles milk from his own right index finger. This self-nourishment, the integration of the forces that previously gave rise to the old clairvoyance into the inner organization of the human being, is wonderfully characterized for us in the progenitor of the Hebrew people, in Abraham. Such legends, when one learns their true basis, have such a powerful effect on us that we say to ourselves: We understand that the ancient narrators could not express what lies behind the legends in any other way than through images. But these images were capable of evoking, if not consciousness, then at least feelings for the great facts. And that was sufficient for the ancient times.

[ 31 ] So ist Abraham derjenige, der zuerst den inneren Abglanz der göttlichen Weisheit, des göttlichen Schauens, in so recht menschlicher Weise als menschliches Denken über das Göttliche entwickelt. Abram oder Abraham, wie er später genannt wurde, hatte tatsächlich, was die okkulte Forschung immer zu betonen hat, eine andere physische Organisation als alles, was sonst an Menschen um ihn herum lebte. Die Menschen ringsherum waren damals in ihrer Organisation nicht so, daß sie inneres Denken durch ein besonderes Werkzeug hätten ausbilden können. Sie konnten Denken ausbilden, wenn sie leibfrei wurden, wenn sie sozusagen in ihrem Ätherleib Kräfte entwickelten; wenn sie aber im physischen Leibe darinnen steckten, hatten sie noch nicht ausgebildet das Werkzeug des Denkens. Abraham ist in der Tat der erste, der in vorzüglicher Weise das physische Werkzeug des Denkens ausgebildet hatte. Daher wird er nicht mit Unrecht — auch das ist natürlich wieder mit dem nötigen granum salis zu verstehen - als der Erfinder der Arithmetik bezeichnet, der in vorzüglicher Weise auf das Instrument des physischen Leibes angewiesenen Gedankenwissenschaft. Arithmetik ist etwas, was in seiner Form, wegen seiner inneren Gewißheit, nahe herantritt an das, was hellscherisch gewußt werden kann. Aber es ist die Arithmetik angewiesen auf ein leibliches Organ.

[ 31 ] Thus Abraham is the one who first developed the inner reflection of divine wisdom—divine insight—in such a truly human way as human thinking about the divine. Abram, or Abraham as he was later called, did indeed—as occult research always emphasizes—have a physical constitution different from that of all the other people living around him. The people around him at that time were not, in their constitution, such that they could have developed inner thinking through a special instrument. They could develop thinking when they became free of the body, when they developed powers, so to speak, in their etheric body; but while they were still in the physical body, they had not yet developed the instrument of thinking. Abraham is indeed the first to have developed the physical instrument of thinking in an exceptional manner. Therefore, it is not without reason—though this, of course, must again be understood with the necessary grain of salt—that he is referred to as the inventor of arithmetic, the science of thought that relies in an exceptional way on the instrument of the physical body. Arithmetic is something that, in its form and because of its inner certainty, comes close to what can be known in the Hellenic sense. But arithmetic is dependent on a physical organ.

[ 32 ] So haben wir hier einen tiefinneren Zusammenhang zwischen dem, was äußere Kräfte bisher zum Hellsehen benutzten, und dem, was jetzt ein inneres Organ benutzt zum Denken. Das ist darin angedeutet, daß man Abraham als den Erfinder der Arithmetik kennzeichnet. Wir haben daher in Abraham diejenige Persönlichkeit zu sehen, welche zuerst eingepflanzt erhalten hat das physische Organ des Denkens, jenes Organ, durch das der Mensch mit seinem physischen Denken sich erheben konnte zu dem Gedanken an einen Gott. Früher konnte der Mensch von Gott und göttlichem Dasein nur etwas wissen durch hellseherische Beobachtung. Alles, was aus alter Zeit stammte an Wissen über Gott und göttliches Dasein, das entstammte hellseherischer Beobachtung. Mit dem Gedanken sich zu erheben zum Göttlichen, dazu brauchte es eines physischen Werkzeuges; das ist dem Abraham zuerst eingepflanzt gewesen. Und da es sich hier um ein physisches Organ handelt, so war auch das ganze Verhältnis zur objektiven Welt und zur subjektiven Wesenheit des Menschen dieses Gottesgedankens, der durch ein physisches Werkzeug erfaßt wurde, ein anderes als früher.

[ 32 ] Thus we have here a profound inner connection between what external forces have hitherto used for clairvoyance and what an inner organ now uses for thinking. This is indicated by the fact that Abraham is identified as the inventor of arithmetic. We must therefore see in Abraham the personality who was the first to receive the physical organ of thought—that organ through which human beings, by means of their physical thinking, were able to rise to the concept of a God. In earlier times, human beings could only know something of God and divine existence through clairvoyant observation. All knowledge of God and divine existence that originated in ancient times stemmed from clairvoyant observation. To rise to the divine through thought required a physical instrument; this was first implanted in Abraham. And since this involves a physical organ, the entire relationship to the objective world and to the subjective being of the human being—as perceived through this thought of God, which was grasped by a physical instrument—was different from what it had been in the past.

[ 33 ] Früher hatte man in den Geheimschulen in der göttlichen Weisheit den Gottesgedanken erfaßt, und man konnte ihn überliefern an denjenigen, der dies auch konnte, wenn er dahin gebracht wurde, daß er Wahrnehmungen haben konnte im Ätherleib, frei von den Organen des physischen Leibes. Soll aber das, was physisches Werkzeug ist, auf einen anderen übergehen, so gibt es nur ein Mittel: die Vererbung in der physischen Organisation. Was also für Abraham das Wichtigste, das Wesentlichste war, das physische Organ, das mußte, sollte es sich auf der Erde erhalten, in physischer Vererbung von Generation zu Generation fortgepflanzt werden, weil es eben ein physisches Organ war. So begreifen wir es, daß die Vererbung im Volke, sozusagen das Herunterrinnen dieser physischen Veranlagung durch das Blut der Generationen, ein so Wichtiges ist im hebräischen Volk.

[ 33 ] In the past, the secret schools had grasped the concept of God within divine wisdom, and they were able to pass it on to those who were also capable of doing so, provided they had reached a stage where they could have perceptions in the etheric body, independent of the organs of the physical body. But if that which is a physical instrument is to pass on to another, there is only one means: heredity in the physical organization. So what was most important, most essential for Abraham—the physical organ—had to be passed on through physical heredity from generation to generation if it was to be preserved on Earth, precisely because it was a physical organ. Thus we understand that heredity within the people—the passing down, so to speak, of this physical predisposition through the blood of the generations—is of such great importance to the Hebrew people.

[ 34 ] Was aber bei Abraham zuerst physische Veranlagung war, nämlich Ausmeißelung, Auskristallisierung eines physischen Organs für das Erfassen des Göttlichen, das mußte sich erst einleben. Indem es sich vererbte von Generation zu Generation, drang es immer tiefer in die menschliche Wesenheit ein und erfaßte dieselbe immer tiefer, je tiefer es sich vererbte. Wir können daher sagen: Was Abraham empfangen hatte zur Mission des hebräischen Volkes, das mußte sich vervollkommnen, das mußte, indem es von Mensch zu Mensch durch die Vererbung überging, in der Fortentwickelung vollkommener werden. Es konnte aber das, was ein physisches Organ war, nur durch die Vererbung immer vollkommener werden.

[ 34 ] But what was initially a physical predisposition in Abraham—namely, the formation and crystallization of a physical organ for perceiving the divine—first had to take root. As it was passed down from generation to generation, it penetrated ever more deeply into the human being and grasped it ever more deeply, the deeper it was passed down. We can therefore say: What Abraham had received as the mission of the Hebrew people had to be perfected; as it passed from person to person through heredity, it had to become more perfect in its further development. But what was a physical organ could only become more and more perfect through heredity.

[ 35 ] Sollte nun diejenige Wesenheit, die wir als die Individualität des Zarathustra zunächst kennengelernt haben, einen möglichst vollkommenen physischen Leib haben, das heißt einen physischen Leib, der auch diejenigen Organe hatte, die ein Werkzeug sein konnten zum Erfassen des Gottesgedankens im physischen Menschenleibe, dann mußte auf die höchste Höhe gebracht werden, was als physisches Werkzeug dem Abraham eingepflanzt worden war. Es mußte innerlich sich befestigen, mußte sich vererben und so sich entwickeln, daß daraus ein richtiger Leib für den Zarathustra werden konnte mit all den Eigenschaften, die Zarathustra brauchte in seinem physischen Leibe. Wenn aber der physische Leib eines Menschen in dieser Weise vollkommen werden soll, wenn er so brauchbar werden soll, wie er für Zarathustra brauchbar sein sollte, dann durfte nicht bloß der physische Leib des Menschen vollkommener werden. Es ist natürlich unmöglich, daß für sich allein, herausgerissen aus dem gesamten Menschen, nur der physische Leib des Menschen vollkommen werde. Es mußten alle drei Hüllen nach und nach sich vervollkommnen durch physische Vererbung. Was also dem physischen Menschen, dem ätherischen und dem astralischen Menschen auf dem Wege durch die physische Vererbung gegeben werden kann, das mußte ihm gegeben werden in den aufeinanderfolgenden Generationen.

[ 35 ] If the being whom we first came to know as the individuality of Zarathustra was to have a physical body as perfect as possible—that is, a physical body that also possessed the organs capable of serving as instruments for grasping the idea of God within the physical human body—then what had been implanted in Abraham as a physical instrument had to be raised to the highest level. It had to become firmly established within, had to be passed down, and thus develop in such a way that it could become a proper body for Zarathustra, with all the qualities that Zarathustra needed in his physical body. But if the physical body of a human being is to become perfect in this way, if it is to become as useful as it needed to be for Zarathustra, then it was not enough for merely the physical body of the human being to become more perfect. It is, of course, impossible for the physical body alone, torn away from the whole human being, to become perfect. All three sheaths had to be perfected gradually through physical heredity. Whatever, therefore, could be given to the physical human being, the etheric human being, and the astral human being along the path of physical heredity, that had to be given to him in successive generations.

[ 36 ] Nun besteht ein gewisses Gesetz innerhalb der Entwickelung. Dieses Gesetz kennen wir für die Entwickelung des einzelnen Menschen und haben es auch schon öfter charakterisiert. Wir haben gezeigt, wie beim Menschen ein besonderes Stück seiner Entwickelung die Zeit ausmacht von der Geburt bis zum sechsten, siebenten Jahre: In diese Zeit fällt hinein die Entwickelung des physischen Leibes. Die Entwikkelung des Ätherleibes fällt in die Zeit vom sechsten, siebenten Jahre bis zum vierzehnten, fünfzehnten. Von da ab bis zum einundzwanzigsten, zweiundzwanzigsten Jahre haben wir dann die Entwickelung des astralischen Leibes. Das ist sozusagen die Gesetzmäßigkeit, die durch die Siebenzahl bezeichnet wird, für die Entwickelung des einzelnen Menschen. Eine ähnliche Gesetzmäßigkeit besteht für die Entwickelung der Menschheit der äußeren Hüllen durch die Generationen hindurch, und wir werden auf die tieferen Gesetze dieses Vorganges noch hinzuweisen haben. Während der einzelne Mensch im Verlaufe von je sieben Jahren eine Entwickelungsstufe durchmacht, bis zum siebenten Jahre seinen physischen Leib entwickelt, der während dieser Zeit immer vollkommener und vollkommener wird, so wird das ganze Gefüge des physischen Leibes, wie es sich durch die Generationen hindurch vervollkommnen kann, durch sieben Generationen hindurch zu einer gewissen Vollkommenheit gebracht. Aber die Vererbung geschieht nicht so, daß sie von einem Menschen auf den nächsten Nachkommen übergeht, nicht direkt von der einen auf die nächste Generation. Es können die Eigenschaften, auf die es ankommt, nicht unmittelbar vom Vater auf den Sohn, von der Mutter auf die Tochter übergehen, sondern nur vom Vater auf den Enkel, also auf die zweite Generation, dann auf die vierte Generation und so weiter. Also es kann sich die Vererbung nicht unmittelbar ausleben. Wir müßten es bei den Generationen zu tun haben mit einer Vererbung in der Siebenzahl; aber da die Vererbung immer ein Glied überspringt, haben wir es in Wirklichkeit zu tun mit einer Vierzehnzahl.

[ 36 ] There is a certain law governing development. We are familiar with this law as it pertains to the development of the individual human being and have described it on several occasions. We have shown how, in human beings, a particular phase of their development corresponds to the period from birth to the sixth or seventh year: the development of the physical body takes place during this time. The development of the etheric body occurs from the sixth or seventh year up to the fourteenth or fifteenth. From there on until the age of twenty-one or twenty-two, we then have the development of the astral body. This is, so to speak, the law, denoted by the number seven, governing the development of the individual human being. A similar law applies to the development of humanity’s outer sheaths through the generations, and we shall yet have to point out the deeper laws of this process. While the individual human being goes through a stage of development every seven years, developing their physical body up to the seventh year—which becomes more and more perfect during this time—the entire structure of the physical body, as it can perfect itself through the generations, is brought to a certain perfection over the course of seven generations. But heredity does not occur in such a way that it passes from one person to the next descendant, not directly from one generation to the next. The characteristics that matter cannot pass directly from father to son, or from mother to daughter, but only from father to grandson—that is, to the second generation—then to the fourth generation, and so on. Thus, heredity cannot manifest itself directly. We would have to deal with inheritance in terms of a sevenfold sequence across the generations; but since inheritance always skips a link, we are in reality dealing with a fourteenfold sequence.

[ 37 ] Was in Abraham veranlagt war als physische Leiblichkeit, das konnte auf seiner Höhe angelangt sein nach vierzehn Generationen. Sollten aber auch der Ätherleib und der astralische Leib davon ergriffen werden, so mußte jene Entwickelung, die für den einzelnen Menschen weitergeht vom siebenten bis zum vierzehnten Jahre, durch weitere sieben beziehungsweise vierzehn Generationen hindurchgehen. Und was für den Menschen eine Entwickelung durch die nächsten sieben Jahre vom vierzehnten ab - ist, das mußte wieder durch vierzehn Generationen hindurchgehen. Das heißt also: Was bei dem Stammvater Abraham veranlagt war als physischeOrganisation,das mußte sich ausleben durch dreimal sieben beziehungsweise dreimal vierzehn Generationen; dann war es so, daß es ergriffen hatte den physischen Leib, den Ätherleib und den astralischen Leib. Durch dreimal vierzehn Generationen, das heißt durch zweiundvierzig Generationen, ist es einem Menschen durch die Vererbung in der Generationenreihe möglich, daß er dasjenige vollkommen im physischen Leibe, Ätherleibe und astralischen Leibe ausgebildet erhält, was Abraham in der ersten Anlage erhalten hat.

[ 37 ] The physical constitution inherent in Abraham had reached its peak after fourteen generations. But if the etheric body and the astral body were also to be affected by this, then that development which continues for the individual human being from the seventh to the fourteenth year had to pass through a further seven or fourteen generations. And what for a human being is a development through the next seven years from the fourteenth onward—that had to pass through fourteen generations again. This means, therefore: What was predisposed in the progenitor Abraham as physical organization had to play itself out through three times seven or three times fourteen generations; then it was the case that it had taken hold of the physical body, the etheric body, and the astral body. Through three times fourteen generations—that is, through forty-two generations—it is possible for a human being, through heredity in the generational line, to receive fully developed in the physical body, etheric body, and astral body that which Abraham received in its initial form.

[ 38 ] Gehen wir also von Abraham durch dreimal vierzehn Generationen hinunter, so haben wir einen Menschenleib, der in sich ganz durchdrungen, imprägniert ist mit dem, was in der ersten Anlage bei Abraham vorhanden war. Dies erst konnte der Leib sein, den Zarathustra für seine Verkörperung brauchen konnte. Das erzählt uns auch der Schreiber des Matthäus-Evangeliums. Und in der Generationentafel, die er gibt, deutet er noch ausdrücklich darauf hin, daß er vierzehn Glieder aufzählt von Abraham bis auf David, vierzehn von David bis zur babylonischen Gefangenschaft, und vierzehn von der babylonischen Gefangenschaft bis auf Christus. Durch diese dreimal vierzehn Glieder - wobei immer eines übersprungen ist - ist in gewisser Weise ganz zur Ausbildung gelangt, was bei Abraham für die Mission des hebräischen Volkes veranlagt war. Da ist es ganz in die Gliedrigkeit des Menschen eingeprägt. Da heraus konnte der Leib genommen werden, den Zarathustra brauchte, um zur Verkörperung zu kommen in der Zeit, als er ein ganz Neues der Menschheit eröffnen sollte.

[ 38 ] If we trace the line down from Abraham through three times fourteen generations, we arrive at a human body that is thoroughly permeated and imbued with what was present in its earliest form in Abraham. Only such a body could serve as the vessel Zarathustra needed for his incarnation. This is also what the writer of the Gospel of Matthew tells us. And in the genealogy he provides, he explicitly points out that he lists fourteen generations from Abraham to David, fourteen from David to the Babylonian Captivity, and fourteen from the Babylonian Captivity to Christ. Through these three sets of fourteen generations—with one always skipped—what was predisposed in Abraham for the mission of the Hebrew people has, in a certain sense, come to full development. There it is fully imprinted in the structure of the human being. From this, the body could be taken that Zarathustra needed to come into incarnation at the time when he was to open up something entirely new to humanity.

[ 39 ] So sehen wir, daß aus einer ganz besonderen Tiefe heraus der Beginn des Matthäus-Evangeliums geschöpft ist. Solche Dinge müssen wir aber erst verstehen. Wir müssen verstehen: Was uns mit diesen dreimal vierzehn Generationen gesagt ist, soll uns darauf hindeuten, wie in dem, was vererbt werden konnte von dem Joseph auf den Jesus von Nazareth, die Essenz dessen lebte, was in der ersten Anlage bei Abraham vorhanden war, was dann ausstrahlte in das ganze hebräische Volk und sich dann sammeln konnte in dem einen Instrument, in der einen Hülle, die die Hülle war für Zarathustra, in dem sich verkörpern konnte der Christus.

[ 39 ] Thus we see that the beginning of the Gospel of Matthew draws from a very special depth. But we must first understand such things. We must understand: What is told to us through these three sets of fourteen generations is meant to point us to how, in what could be passed down from Joseph to Jesus of Nazareth, the essence of what was present in the first seed with Abraham, what then radiated out to the entire Hebrew people and was then able to gather in that one instrument, in that one vessel—which was the vessel for Zarathustra—in which the Christ could be incarnated.