The Gospel of St. Matthew
GA 123
3 September 1910, Bern
Translate the original German text into any language:
Versions Available:
The Gospel of St. Matthew (1946), tr. Unknown
Dritter Vortrag
Lecture Three
[ 1 ] Bevor wir heute zu unserem Thema übergehen, möchte ich eine kleine Ergänzung geben zu dem gestern Gesagten. Ich machte darauf aufmerksam, wie in den Vorgängen der Menschheitsentwickelung, namentlich in den großen bedeutungsvollen Vorgängen unseres Daseins, etwas zu sehen ist, was sich charakteristisch ausdrücken läßt durch eine Sprache, die hergenommen ist von den Vorgängen im Kosmos. Ich erwähnte, wie unmöglich es ist, klar, deutlich und auch eingehend dasjenige, was in bezug auf die großen Geheimnisse zu sagen ist, in gewöhnliche Worte zu kleiden.
[ 1 ] Before passing on to our main theme, I should like to make a slight addition to something mentioned yesterday. This was, that when human evolution, especially the most important events in our existence, are described, this can best be done in a language drawn from cosmic events. I showed how impossible it was to clothe these mighty mysteries in ordinary words, or to give any clear idea of the wonderful interchanging activities of Hermes or Thoth and Moses, the two great pupils of Zarathustra. We represent them best when we treat them as a repetition of cosmic events, accepting them altogether in the sense of Occult Science
[ 2 ] Wenn wir jenen bedeutungsvollen Vorgang charakterisieren wollen, den wir nennen können die Wechselwirkung zwischen den zwei groBen Schülern des Zarathustra, zwischen Hermes oder Thoth und Moses, so können wir dies am besten dadurch tun, daß wir ihn darstellen als die Wiederholung eines großen kosmischen Vorganges, wobei wir diesen letzteren allerdings so auffassen müssen, daß er uns im Sinne der okkulten Weisheit, im Sinne der Geheimwissenschaft erscheint. Blikken wir, um diesen kosmischen Vorgang zunächst vor uns zu haben, wiederholentlich zurück auf jene Zeit, da sich unsere Erde von ihrer Sonne getrennt hat, wo beide also sozusagen mit einem selbständigen Zentrum ein eigenes Leben im Kosmos weiterführten. Wir können uns diesen Vorgang so vorstellen, daß wir uns die gesamte Substantialität der Erde und der Sonne in urferner Vergangenheit als ein Ganzes denken, gleichsam als einen großen Weltenleib, und daß sich diese beiden in urferner Vergangenheit trennten. Allerdings muß dabei immer im Auge behalten werden, daß wir dabei andere kosmische Vorgänge unberücksichtigt lassen, die der Trennung von Sonne und Erde parallel gingen, als die Abspaltung der anderen Planeten unseres Sonnensystems. Für unsere Zwecke können wir die Zeitverhältnisse dieser anderen Trennungen zunächst unberücksichtigt lassen und können sagen: Es fand also einmal eine Trennung in der Weise statt, daß die Sonne das eine Zentrum bildete und die Erde das andere.
[ 2 ] Let us glance back in thought to the separation of the earth from its sun, after which each pursued its further life in the cosmos with an independent centre. In a primeval past the whole substance of earth and sun may be pictured as forming one whole, one great cosmic body, which later divided into sun and earth. Parallel to this, other cosmic events took place, namely, the separation of the other planets of our solar system. These need not be considered here; for our present purpose it is sufficient to consider such a separation as the Sun forming the one centre, and the Earth the other.
[ 3 ] Wenn wir nun diesen Zeitpunkt der Erden-Sonnentrennung ins Auge fassen, müssen wir zunächst auch berücksichtigen, daß wir hierbei auf Zeiten zurückblicken, in denen dasjenige, was jetzt als «Erde» bezeichnet ist, noch die Substantialität unseres heutigen Mondes in sich, in ihrem eigenen Schoße hatte, so daß da gleichsam Erde + Mond und Sonne einander gegenüberstehen. Alles, was vor dieser Trennung an geistigen, physischen Kräften vorhanden war, spaltete sich in der Weise, daß gleichsam das gröbere Element, die gröberen, dichteren Wirksamkeiten mit der Erde gingen, während die feineren, höheren, geistig-ätherischen Wirksamkeiten mit der Sonne gingen. Nun müssen wir uns vorstellen, daß eine längere Zeit hindurch Erde und Sonne voneinander getrennt ihre Lebensentwickelung durchmachten, daß zunächst alles, was von der Sonne ausging zur Erde hin, ganz anderer Natur war als etwa jene Wirkungen, welche heute von der Sonne auf die Erde herunter sich tätig erweisen. Da haben wir zuerst eine Art Erdendasein, ein Erdenleben, das sich sozusagen erweist als ein inneres, verschlossenes Erdenleben, welches wenig annimmt von dem Sonnenleben, von dem, was da geistig und in seinem Ausdruck physisch von der Sonne auf die Erde herunterstrahlt.
[ 3 ] In those remote times, it must be remembered, the earth still contained the substance of the present moon, so that really the sun and the earth-moon confronted one another. All the spiritual and physical forces that had existed as one heavenly body were now divided—the coarser elements, the denser, grosser activities, remaining with the earth, the finer, more spiritually-etheric ones, going out with the sun. It must be realized that for long ages the earth and sun continued each to develop its separate life, and that what streamed from the sun towards the earth was quite different from what comes from it to-day. There was at first a kind of earthly existence and earthly life of an inward nature, secluded, contracted, and receiving little from the life of the sun—little of that which spiritually (though expressed physically) streams from the sun to the earth to-day.
[ 4 ] In dieser ersten Zeit der Sonnen-Erdentrennung war es ja so, daß die Erde gewissermaßen einer Vertrocknung, einer Verdorrung, einer Mumifizierung entgegenging. Und wenn es so geblieben wäre, daß die Erde den Mond in ihrem Schoß behalten hätte, so wäre das Leben, das heute auf der Erde besteht, niemals möglich geworden. Während die Erde noch den Mond in sich hatte, konnte das Sonnenleben sich nicht in vollem Maße wirksam erweisen; das konnte es erst später, nachdem die Erde dasjenige, was heute Mond ist, von sich abgesondert hatte, und gerade so die geistigen Wesenheiten, die mit dem Mond verbunden sind, aus sich heraussonderte, wie auch die Substantialität des Mondes von der Erde abgesondert worden ist.
[ 4 ] The earth, in this first period of the separation between sun and earth, experienced a drying-up, hardening, mummifying process. If this had continued, if the earth had retained the moon within it, the human life of to-day would never have evolved. As long as the earth contained the moon within it, the life of the sun could not fully manifest its activities. This it could only do later when the earth had parted with the moon and its substance, and the spiritual moon-beings.
[ 5 ] Nun ist aber mit dieser Trennung des Mondes von der Erde noch etwas anderes verbunden. Wir müssen uns ja klar sein, daß alles, was wir heute das Leben auf unserer Erde nennen, sich langsam und allmählich entwickelt hat. Und wir geben in der Geisteswissenschaft auch die aufeinanderfolgenden Zustände an, wie sie sich herangebildet und entfaltet haben, welche das Erdenleben möglich machten. Da haben wir zuerst das alte Saturndasein, dann das alte Sonnendasein, das alte Mondendasein und zuletzt erst unser Erdendasein. Also demjenigen, was wir als Sonnentrennung oder auch als vorhergehendes Zusammensein der Erde mit der Sonne bezeichnen, dem gingen andere Entwickelungsprozesse voran von ganz anderer Natur, nämlich das Saturn-, Sonnen-, Mondendasein, aus dem sich dann erst unser Erdendasein entwickelte. Und als die Erde in der jetzigen Gestalt beginnt, da ist sie noch verbunden mit der Substanz aller Planeten, die zu unserem Sonnensystem gehören und die sich erst später herausdifferenzieren. Diese Herausdifferenzierung ist ein Ergebnis von Kräften, die während des Saturn-, Sonnen- und Mondendaseins gewirkt haben.
[ 5 ] But something else was bound up with the separation of moon and earth. We must clearly realize that life on the earth has evolved very slowly and gradually. The stages of this evolution are described in Occult Science: first, the existence of ancient Saturn, then that of the ancient Sun, followed by that of the ancient Moon, and lastly that of the Earth. What has just been described as the separation of the sun from the earth or the earlier union of sun and earth was preceded by all these other evolutionary states which were of a quite different kind. When the earth first came into existence in its present form, it still had united with it the substances of all the planets of our solar system, these only differentiated from the earth later, which differentiation was the result of forces active during the Saturn, Sun, and Moon periods of existence.
[ 6 ] Nun wissen wir, daß während des Saturndaseins nicht eine solche Konfiguration der Materie, des Stoffes vorhanden war, wie es heute der Fall ist. Feste Körper, flüssige oder wässerige Körper, sogar gasförmige, dampfförmige oder luftförmige Körper waren auf dem alten Saturn noch nicht vorhanden. Er war lediglich in seinem ganzen Gefüge etwas, was nur in Wärme vorhanden war. Eine bloße Wärmedifferenzierung, eine bloße Wärmestruktur war auf diesem alten Saturn vorhanden. Wir können daher sagen: Der alte Saturn hatte nur einen Wärmeleib, und alles, was sich auf ihm entwickelte, entwickelte sich in dem Element der Wärme. Ich brauche hier nicht zu wiederholen, daß derjenige, der so etwas sagt, ganz genau weiß, wie unmöglich es für die heutige Physik ist, sich einen solchen bloß aus Wärme bestehenden Leib zu denken, wie ja überhaupt «Wärme» für die heutige Physik nur ein Zustand, aber nicht etwas Substantielles ist. Aber es geht uns hier nicht die heutige Physik etwas an, sondern allein das, was die Wahrheit ist.
[ 6 ] Now we know that during the ancient Saturn existence, matter or substance, as it is to-day, did not exist; neither solid bodies, fluid, nor watery bodies, misty, nor even gaseous nor atmospheric bodies, existed on Saturn. In its whole composition Saturn consisted merely of warmth it was nothing but differentiated warmth. Saturn had a body of heat, and everything that developed upon it was within this element of warmth. It is hardly necessary to repeat that such a statement is not made without recognition of the attitude of modern physics, which regards the existence of a body consisting solely of heat as an impossibility. Heat to modern physics is a condition, not a substance but our concern here is not with modern physics, but with truth.
[ 7 ] Nun geht die Entwickelung vorwärts von dem Wärmeleib des Saturn zu dem späteren alten Sonnenzustand. Da verdichtet sich gewissermaßen, wie es in der «Geheimwissenschaft im Umriß» dargestellt ist, der Wärmeleib des Saturn. Ein Teil der Wärme bleibt natürlich vorhanden; aber es verdichtet sich der Wärmeleib zum Teil zum gasigen, luftförmigen Zustand der Sonne. Aber damit ist nicht nur eine Verdichtung verknüpft, sondern auch eine Verdünnung; es findet dabei auch statt eine Hinaufentwickelung zum Licht. Wir können daher sagen: Wenn wir hinüberschreiten von dem Wärmezustand des alten Saturn zum Sonnenzustand, so kommen wir da zu einem Weltenkörper, der in sich hat Luft, Wärme und Licht.
[ 7 ] Evolution continued from the heat body of the Saturn-evolution, and passed on to the next state, that of the ancient Sun. As described in my book, Occult Science, the heat body now in part condensed to the gaseous vapoury condition found on ancient Sun, and a part of it became more rarefied, evolving upwards towards light, where there was not only a process of condensation but one of rarefication. Passing on from the condition of ancient Saturn to that of the ancient Sun, we find a globe containing air, heat, and light.
[ 8 ] Und wenn wir dann von der Sonne weiterschreiten zu dem alten Mondenzustand, der unserem Erdenzustand vorangegangen ist, so finden wir, daß wiederum eine Verdichtung eintritt; wir finden jetzt nicht nur einen gasigen oder luftförmigen Zustand, sondern daneben auch einen wässerigen Zustand. Aber nach der anderen Seite, gleichsam nach der Vergeistigung, nach der Ätherisierung hin, ist auch eine Veränderung eingetreten. Wir sehen, daß nicht nur Licht vorhanden ist während des Mondenzustandes, sondern auch dasjenige, was man Klangäther nennt, der identisch ist mit dem heutigen chemischen Äther. Was hier als Klangäther bezeichnet wird, ist nicht dasselbe, was wir physisch als Klang oder Ton bezeichnen. Dieses letztere ist nur ein Abglanz dessen, was das hellscherische Vermögen als die Harmonie der Sphären, als ätherischen Ton empfindet, der durch die Welt webt und lebt. Wir sprechen daher von etwas viel Geistigerem, von etwas viel Ätherischerem, wenn wir von diesem Äther und diesem Klange selbst sprechen.
[ 8 ] At the next stage, that of the ancient Moon, a further densification took place, and a further rarefication, a densification, on one hand, to water, and a rarefication, on the other, to sound-ether or chemical-ether. This sound-ether is not what we are aware of in physical sound, which is but its reflection. Sound-ether is known to clairvoyant perception as the harmony of the spheres, the etheric tone which lives within and permeates all space. It is something much more spiritual, more etheric, than ordinary sound.
[ 9 ] Dann kommen wir von dem alten Mondendasein zu dem Erdenzustand. Da findet die Verdichtung zum Festen statt. Solche festen Körper, wie sie auf der Erde sind, gab es auf dem alten Mond nicht. Das ist erst ein Zustand, der sich auf der Erde gebildet hat. So haben wir jetzt auf der Erde Wärme, Gasförmiges oder Luftförmiges, Wässeriges oder Flüssiges und feste Körper, und auf der anderen Seite haben wir Lichtäther, Klangäther und dann Lebensäther. Das ist dasjenige, wozu es die Entwickelung auf der Erde gebracht hat. Wir haben auf der Erde also sieben Zustände elementarischer Natur, wie wir auf dem alten Saturn nur einen einzigen, einen mittleren, den Wärmezustand haben. Daher haben wir uns unsere Erde, als sie sich im Beginne ihres jetzigen Daseins aus dem kosmischen Dunkel heraushebt, wo sie noch mit der Sonne und auch mit den anderen Planeten vereinigt war, vorzustellen als in diesen sieben elementarischen Zuständen webend und lebend. Mit der Sonnentrennung aber geschieht etwas sehr Merkwürdiges.
[ 9 ] From the condition of ancient Moon, evolution passed on to that of the earth. Here condensation to solid matter took place for the first time, and also a corresponding rise to life-ether. So on the earth there was now warmth, gaseous or atmospheric bodies, watery or fluid bodies, and solid bodies; and on the other hand light-ether, sound-ether, and life-ether. All this has come to pass in the evolution of the earth. While on Saturn there was but one condition—the middle one, that of warmth—on the earth there are seven elemental conditions. We must picture the earth as living and weaving within these seven conditions of elemental life when at the beginning of its present existence it emerged from cosmic night, wherein it was still one with the sun and the other planets. With its separation from the sun, something very remarkable took place.
[ 10 ] Für das heutige äußere Leben, wie es sich darstellt unter den Wirkungsweisen, die von der Sonne zur Erde hereinstrahlen, findet sich zwar Wärme und Licht, aber unter diese Wirkungsweisen, die der wahrnehmbaren Sinneswelt angehören und in das ganze Gebiet der sinnlichen Wahrnehmungen fallen, gehören nicht die Äußerungen, die Offenbarungen des Klangäthers und des Lebensäthers. Aus diesem Grunde ist es auch, daß dasjenige, was wir die Wirkungen des Klangäthers nennen, sich nur in den chemischen Zusammensetzungen und Zersetzungen, also in den gegenseitigen Verhältnissen des materiellen Daseins äußert. Und was wir die Wirkung des Lebensäthers nennen, so wie er von der Sonne hereinstrahlt, kann nicht direkt wahrgenommen werden vom Menschen in ähnlicher Weise, wie das Licht dem Menschen unmittelbar wahrnehmbar wird, indem er mit der sinnlichen Wahrnehmung Helligkeit und Dunkelheit unterscheidet. Es wird das Leben wahrgenommen in seinen Wirkungen in den lebenden Wesenheiten, nicht aber wird der einstrahlende Lebensäther direkt wahrgenommen. Daher ist auch die Wissenschaft gedrängt zu sagen, das Leben als solches sei ihr ein Rätsel. - So finden wir, daß die zwei obersten Arten der ätherischen Offenbarungen, Lebensäther und Klangäther, ob sie zwar von der Sonne ausgehen und zu dem Feinsten gehören, was von der Sonne ausgeht, doch nicht für das Erdenwerden unmittelbar offenbar werden. Da haben wir etwas, was, obwohl es von der Sonne herniederstrahlt, dem gewöhnlichen Wahrnehmen verborgen ist. Für alles, was im Klangäther und Lebensäther lebt, wird auf der Erde, auch für die heutigen Verhältnisse, sozusagen etwas menschliches Inneres wahrnehmbar. Nicht die unmittelbaren Wirkungen des Lebens und der Sphärenharmonie werden auf der Erde wahrnehmbar, wohl aber wird wahrnehmbar das, was in der ganzen Konstitution des Menschen wirkt.
[ 10 ] Among the influences and conditions streaming to-day from the sun to the earth, and affecting external life, we certainly find heat and light, but among these influences which belong to the world of sense-perception, the externalization and manifestation of sound-ether and life-ether do not belong. This is also the reason why the activities of sound-ether are only manifested in the chemical combinations of material existence. What we call the forces of life-ether streaming down as they do from the sun, cannot be perceived directly by sense perception, that is, by the means employed by man to distinguish between light and darkness. Life is perceived by him in its results, in living beings; he cannot see the downward streaming life-ether directly. Hence science is forced to state that life, as such, remains a riddle. So we find that the two highest etheric manifestations, life-ether and sound-ether, though proceeding directly from the finest substances of the sun, are not directly perceptible on earth. We have here something which, though proceeding from the sun, is hidden from ordinary perception. Yet, even under present conditions, there is something corresponding to what lives in sound and life-ether; something in man's inner being that is perceptible. Though the direct effects of these life-ethers and sphere harmonies are not seen, what is at work on the whole constitution of man is perceptible.
[ 11 ] Nun werde ich Ihnen das am leichtesten dadurch charakterisieren können, daß ich Sie noch einmal verweise auf die Entwickelung, welche der Mensch auf der Erde genommen hat. Wir wissen, daß in alten Zeiten bis in die atlantische Zeit hinein der Mensch begabt war mit einem unmittelbaren Hellsehen, durch das er mit seinem Wahrnehmungsvermögen nicht nur eine Sinnenwelt schaute wie heute, sondern durch das er die geistigen Hintergründe des sinnlichen Daseins schauen konnte. Wodurch konnte er das? Das war dadurch möglich, daß für die Menschen in jener alten Zeit ein Zwischenzustand vorhanden war, ein Zustand zwischen dem, was wir als unser heutiges Wachbewußtsein vom Aufwachen bis zum Einschlafen haben, und demjenigen, was wir den Schlafzustand nennen. Im Wachzustande nimmt der Mensch die physisch-sinnlichen Dinge wahr; im Schlafzustande nimmt er - oder die Mehrzahl der Menschen - zunächst heute gar nichts wahr, da lebt er nur. Würden Sie freilich hellseherisch dieses Leben des Menschen während des Schlafzustandes untersuchen, so würden Sie sonderbare Entdeckungen machen, sonderbar aber nur für den Menschen, der die Welt äußerlich betrachtet.
[ 11 ] This can be explained most simply by referring to man's evolution on earth. It is known to Spiritual Science that in ancient times, down to the Atlantean age, man was gifted with direct clairvoyance, and beheld not merely the world of the senses, but also the whole spiritual background of physical existence. This was possible because for the man of those times there was an intermediate condition between our present-day waking consciousness and our sleeping consciousness. When awake, man perceives the physical world of the senses when asleep, nothing is perceptible—at least to the majority. Man then merely lives. But the spiritual investigator makes strange discoveries about the life of man during sleep, discoveries especially strange to those who only regard life externally.
[ 12 ] Während des Schlafzustandes ist der astralische Leib und das Ich des Menschen, das wissen wir, außerhalb seines physischen Leibes und Ätherleibes. Nun habe ich wiederholt darauf aufmerksam gemacht, daß man sich nicht vorstellen soll, daß der astralische Leib und das Ich, die in der Nacht außerhalb des physischen und Ätherleibes sind, etwa nur wie eine Nebelwolke, wie man gewöhnlich sagt, ganz in der Nähe des physischen Leibes schweben. Was man als eine solche Nebelwolke zum Beispiel in dem Zustand eines niederen astralischen Hellsehens ansehen kann, und was wir den astralischen Leib nennen, das ist nur der gröbste Anfang dessen, was der Mensch während des Schlafzustandes darstellt. Und wenn man diese Wolke in der Nähe des physischen und Ätherleibes als das einzige ansehen wollte, würde man damit nur beweisen, daß man von den niedersten Formen des astralischen Hellsehens ausgeht. Was der Mensch in Wirklichkeit während des Schlafes ist, das ist weit ausgedehnt. In der Tat beginnen die Innenkräfte im astralischen Leibe und im Ich im Augenblicke des Einschlafens sich auszudehnen über das ganze Sonnensystem, sie werden ein Teil des ganzen Sonnensystems. Von überall her saugt der Mensch in seinen astralischen Leib und in sein Ich die Kräfte zur Stärkung dieses Lebens ein, wenn er im Schlafzustande ist, um sich dann beim Aufwachen wieder zusammenzuziehen in die engeren Grenzen seiner Haut und in diese das hineinzufügen, was er in der Nacht herausgesogen hat aus dem Gesamtumfange des Sonnensystems. Deshalb nannten auch die mittelalterlichen Okkultisten diesen geistigen Leib des Menschen den «astralischen» Leib, weil er verbunden ist mit den Sternenwelten und aus ihnen seine Kräfte saugt. So können wir sagen: Der Mensch ist tatsächlich während des Nachtschlafens ausgedehnt über das ganze Sonnensystem.
[ 12 ] During sleep the astral body and ego of man are outside his physical and etheric bodies, but these should not be pictured as resembling a nebulous cloud floating near the physical body. That which is compared to a ‘cloud’ and is apparent to lower astral clairvoyance, and is sometimes called the ‘astral body,’ is merely the coarsest, first beginnings of what is revealed of a human being during sleep. If this cloud is accepted as the whole of what can be seen, then it is certainly viewed from the lowest form of astral clairvoyance. The reality of man's being during sleep extends to far distances. The fact is that at the moment of falling asleep, the inner forces in the astral body and ego begin to expand over the whole solar system; they become part of the solar system. From the whole of this solar system the man draws into his astral body and ego during sleep, forces for the strengthening of his life and on awakening, when he again passes within the confines of his own physical body, he bears with him what he has absorbed during the night from the solar system. It was because of this that mediaeval occultists named this spiritual body of man, the astral body; for it is associated with the world of the stars whence it draws its forces. So we can say that during the night man is actually extended over the whole solar system.
[ 13 ] Was durchdringt nun während des Schlafes unseren astralischen Leib? Wenn wir außerhalb unseres physischen Leibes sind in derNacht, dann ist unser astralischer Leib durchlebt und durchwebt von den Sphärenharmonien, von dem, was sonst sich nur im Äther, im Klangäther verbreiten kann. Wie etwa auf einer Metallplatte, die mit einem gewissen Staub bestreut worden ist, die Schwingungen, die die Luft durchpulsen, wenn man die Platte mit einem Violinbogen streicht, auch innerhalb dieses Staubes fortpulsieren und die bekannten Chladnischen Klangfiguren erzeugen, so durchzittern und durchpulsen den Menschen während der Nacht die Sphärenharmonien und bringen wieder in Ordnung, was der Mensch während des Tages mit den äuBeren Sinneswahrnehmungen in Unordnung gebracht hat. Und was den Lebensäther durchwebt und durchlebt, das durchpulst uns auch während des Schlafzustandes, nur hat der Mensch keine Wahrnehmung für dieses innerliche Leben seiner Hüllen, wenn er vom physischen und Ätherleibe getrennt ist. Im normalen Zustande besitzt der Mensch nur ein Wahrnehmen, wenn er wieder untertaucht in den physischen Leib und Ätherleib und die äußeren Organe des Ätherleibes zum Denken und die äußeren Organe des physischen Leibes zum sinnlichen Wahrnehmen benutzt.
[ 13 ] What is it that permeates our astral body while we sleep? It is the music of the spheres. The sphere-harmonies live and move within the human astral body when at night man is outside his physical and etheric sheaths; harmony which otherwise can only be found in the sound-ether. As a metal disc, on which sand has been scattered, responds to the vibrations in the air when it is struck by a violin bow, disclosing in the sand what are known as the Chiadnic sound-forms, so man trembles and pulsates nightly in response to the sphere-harmonies, which bring form and order into what, through his sense-perceptions, he has brought into disorder during the day. And that which lives in the life-ether is also active in man during sleep, but he is quite unaware of this inner life of his sheaths when separated from his physical and etheric bodies. Normally he is only conscious when he plunges down again into his two lower sheaths, and can use the external organs of his etheric body for thought, and those of his physical body for sense-perception.
[ 14 ] Aber in den alten Zeiten gab es eben Zwischenzustände zwischen Wachen und Schlafen, die heute nur auf abnorme Weise herbeigeführt werden können und im gewöhnlichen Leben wegen der damit verbundenen Gefahr auch gar nicht herbeigeführt werden sollen. In den atlantischen Zeiten aber waren diese Wahrnehmungsfähigkeiten normalerweise entwickelt, es waren Zwischenzustände zwischen Wachen und Schlafen. Dadurch konnte sich der Mensch in dasjenige hineinversetzen, was lebte und webte in der Sphärenharmonie und in dem Lebensäther. Mit anderen Worten: Der Mensch konnte in den alten Zeiten — wenn auch in den Erdenwirkungen die Sphärenharmonie und das Leben sich nur in den äußeren Liebewesen zeigen — durch das alte Hellsehen wahrnehmen, was ihm die Sonne zustrahlte als Sphärenharmonie und als das den Raum durchpulsende Leben.
[ 14 ] But in ancient times there were intermediate conditions between waking and sleeping which can only be induced to-day by abnormal means; and these ought never to be employed in ordinary life, for they are fraught with danger. In Atlantis these intermediate conditions of perception were evolved normally. Through them man was able to place himself within that which lived and moved in the harmony of the spheres and the life-ether. In other words, the man of ancient times, through his clairvoyance, could perceive the harmony of the spheres streaming to him from the sun, and life as it pulsates through space, even though the sphere-harmonies were only manifest in the earthly effects and life was only perceptible in living beings.
[ 15 ] Diese Möglichkeit hörte nach und nach auf. Es schloß sich das Tor gegenüber diesen Wahrnehmungen, als der Mensch die alte Hellsichtigkeit verlor. Und damit trat dann allmählich etwas anderes ein: die innere Kraft des Wissens, die innere Kraft des Erkennens. Erst dadurch lernte der Mensch innerlich nachsinnen, innerlich nachdenken. Alles, was wir heute im wachen Leben unser Nachdenken über die Dinge der physischen Weltnennen und soweiter, also unser eigentliches Innenleben, das entwickelte sich erst mit dem Schwinden deralten Hellsichtigkeit. Ein solches Innenleben, wie es der Mensch heute hat, das in den Gefühlen, Empfindungen, Gedanken und Vorstellungen verläuft und das im Grunde das Schöpferische unserer Kultur ausmacht, hatte der Mensch in den ersten atlantischen Zeiten noch nicht. Er lebte in den Zwischenzuständen zwischen Wachen und Schlafen ausgegossen in eine geistige Welt, und die Sinnenwelt nahm er wie in einem Nebel wahr, jedenfalls war sie dem Verständnis, den inneren Spiegelbildern des äußeren Lebens vollständig entrückt. - Das äußere Leben steigt also auf, während das alte Hellsehen allmählich verschwindet.
[ 15 ] The possibility of this experience gradually diminished. With the closing of the door on the old clairvoyance, these revelations disappeared, but something else appeared in their place—the capacity for inner knowledge and the inner powers of understanding. All that in waking life is called contemplation and the thought connected with sense-perception—the whole of the individual inner life—began to evolve with the disappearance of clairvoyance. The inner life of to-day, our feelings, perceptions, thoughts, and ideas, which are fundamentally the origin of all that is creative in our civilization, were not yet possessed in the earliest Atlantean times. Man lived in the intermediate states between sleeping and waking, poured out into a spiritual world, and the sense-world he beheld as in a mist; he lived entirely without the power of human understanding, or any inner reflected images of external life.
[ 16 ] So können wir sagen: Es entwickelte sich in unserem Inneren etwas, was ein schwacher Abglanz dessen ist, was wir die Sphärenharmonie nennen und die Wirkung des Lebensäthers. Aber in demselben Maße, wie sich der Mensch innerlich erfüllt fühlte mit Empfindungen, mit Wahrnehmungen, die ihm die äußere Welt wiederholten und die sein heutiges Innenleben ausbildeten, in demselben Maße schwand für ihn die Sphärenmusik. Und in demselben Maße, wie sich der Mensch fühlte als eineIch-Wesenheit, schwand für ihn hin dieWahrnehmung des die Welt durchpulsenden göttlichen Lebensäthers. Der Mensch mußte sich den jetzigen Zustand dadurch erkaufen, daß er gewisse Seiten des äußeren Lebens verlor. So fühlte der Mensch als Erdenwesen in sich abgeschlossen das Leben, das er als direkt von der Sonne ausstrahlend nicht mehr wahrnehmen konnte; und nur einen schwachen Abglanz hat er von dem gewaltigen kosmischen Leben, von Sphärenklang und Lebensäther, heute in seinem Innenleben. ‚Auch für das menschliche Erkennen entwickelte sich wie eine Wiederholung das, was sich für die Erde selbst entwickelt hat. Die Erde wäre, als sie sich von der Sonne abgetrennt hatte, in sich verschlossen worden, wäre verhärtet worden, wenn sie weiter verbunden geblieben wäre mit all den Substantialitäten, mit denen sie sich von der Sonne getrennt hatte. Die Sonne konnte mit ihren Wirkungen zunächst nicht in das Erdenwerden eingreifen, und das dauerte so lange, bis die Trennung des Mondes von der Erde eintrat. Deshalb haben wir in dem, was die Erde als Mond aus sich herauswarf, eine Abstoßung all derjenigen Substantialitäten zu erblicken, welche es der Erde unmöglich machten, die direkten Sonnenwirkungen zu empfangen. Und indem sie den Mond aus sich heraussetzte, öffnete sie dadurch ihr Sein und ihr Wesen erst so recht den Einflüssen, den Wirkungen der von ihr getrennten Sonne, kam gleichsam der Sonne entgegen. Entgegen jener Richtung, in der sich die Erde selbst von der Sonne getrennt hatte, schickte sie einen Teil ihres eigenen Wesens, den Mond, der dann die Wirkung des Sonnenwesens der Erde reflektiert wiedergab, wie er äußerlich das Licht wiedergibt. In der Abspaltung des Mondes von der Erde liegt also etwas höchst Bedeutungsvolles vor: das Sich-Öffnen der Erde gegenüber den Sonnenwirkungen.
[ 16 ] With the gradual disappearance of the old clairvoyance, external life came more and more into prominence. Slowly something developed in man's nature that was a feeble reflection of the harmony of the spheres and the activities of the life-ether. In the same measure as man became inwardly aware of feelings and perceptions reflecting the outer world and forming his inner life as it is to-day, the music of the spheres sounded ever more faintly to him. As his realization of himself, of his ego-hood became clearer, his perception of the divine life-ether filling all space became fainter. Present conditions had to be paid for by the loss of a certain part of what had been man's outer life. As earthly being he felt life enclosed within himself, he ceased to feel it streaming to him from the sun; and in his inner life there remains to-day but a faint reflection of that mighty cosmic life, of sphere-harmony and life-ether. What gradually evolved as human understanding was like a recapitulation of the earth's evolution. When separated from the sun, the earth would have become enclosed within itself and hard, had it retained all the substances left within it. The influences of the sun could not penetrate at first into the development of the earth they failed to do so until the moon had separated from it. In ‘Moon’ we must recognize those rejected substances that made it impossible for the earth to receive the direct influences of the sun. By ejecting the moon, the earth really opened her whole nature and being for the first time to the influences of the sun, from which she had been parted. She sent part of her being back towards the sun, in the opposite direction to that from which she had herself gone forth from it, and this part—the moon—reflects back the sun-nature to the earth as outwardly it reflects its light. The separation of the moon from the earth must be regarded as an event of the greatest importance; it was a voluntary opening of the earth to the influences of the sun.
[ 17 ] Was so kosmisch geschah, das mußte auch eintreten - sich wiederholend - für das Menschenleben. Die Erde hatte sich längst geöffnet dem Sonnenwirken, da war erst der richtige Zeitpunkt gekommen, wo sich der Mensch abschließen mußte den unmittelbaren Sonnenwirkungen. Die unmittelbaren Sonnenwirkungen waren für die atlantischen Menschen noch vorhanden in ihrem Hellsehen; da empfingen die Atlantier das, was von der Sonne hereinstrahlte. Und wie für die Erde eine Zeit eintrat, wo sie anfing sich zu verhärten, so trat für den Menschen eine Zeit ein, wo er sich zurückzog, ein Innenleben entwikkelte und sich nicht der Sonnenwirkung mehr öffnen konnte. Und dieser Prozeß der Heranbildung eines Innenlebens, wo sich der Mensch nicht der Sonne öffnen konnte und nur in sich selber das entwickeln konnte, was ein schwacher Abglanz war der Wirkungen des Lebensäthers, des Klangäthers, der Sphärenharmonie, diese Zeit dauerte lange bis in die nachatlantische Zeit hinein.
[ 17 ] This cosmic event had now to be enacted again in the life of humanity. A long time after the earth had thus opened herself to the reception of the sun-forces, the moment arrived when man himself had to be cut off from these forces. By means of their clairvoyance, the direct solar influences could still be perceived by the Atlanteans; but just as at a certain stage in its evolution the earth began to harden, so a time came when man withdrew within himself and began to develop an inner life of his own. Like the earth, he became unable to open himself to the direct influences of the sun. The process of developing an inner life by ceasing to be susceptible to solar influences, and only of developing in himself what was a faint reflection of the activities of the life-ether and sound-ether, continued for long into post-Atlantean times.
[ 18 ] So gab es also in den ersten Zeiten der atlantischen Entwickelung ein unmittelbares Wahrnehmen der Sonnenwirkungen. Dann verschlossen sich die Menschen diesen Wirkungen. Und als dieselben nicht mehr in den Menschen hereindringen konnten, während das menschliche Innenleben dafür immer mehr und mehr aufblühte, da waren es nur die heiligen Mysterien, welche ihre Bekenner so zur Entwickelung der geistigen Kräfte brachten, daß der Mensch sozusagen entgegen den normalen Erdverhältnissen, durch das, was man mit Joga bezeichnen kann, die Sonnenwirkungen unmittelbar wahrnehmen konnte. Daher entwickelten sich in der zweiten Hälfte der atlantischen Zeit die mit Recht Orakel genannten Stätten innerhalb des atlantischen Landes, wo innerhalb einer Menschheit, die normalerweise nicht mehr die direkten Wirkungen des Klangäthers und des Lebensäthers wahrnehmen konnte, solche Schüler und Bekenner der heiligen Weisheit ausgebildet wurden, die dadurch, daß sie das bloße sinnliche Wahrnehmen zunächst unterdrückten, die Offenbarungen des Klangäthers und des Lebensäthers wahrnehmen konnten. Und diese Möglichkeit blieb erhalten für die wirklichen Stätten der Geheimwissenschaft in der nachatlantischen Zeit. Es ist ja so stark geblieben, daß selbst die äußere Wissenschaft, ob sie es zwar nicht versteht, noch eine Überlieferung aus der Schule des Pythagoras bewahrt hat, die dahin geht, daß man die Sphärenharmonien hören kann. Nur verwandelt die äußere Wissenschaft so etwas wie die Sphärenharmonie gleich in ein Abstraktum — was sie aber nicht war - und denkt nur nicht das, was sie ist. Denn in Wirklichkeit verstand man in den Pythagoreerschulen unter der Fähigkeit der Wahrnehmung der Sphärenharmonie das reale Sich-wieder-Öffnen der menschlichen Wesenheit dem Klangäther, der Sphärenharmonie, und dem realen göttlichen Lebensäther.
[ 18 ] Direct perception of the solar forces, which was characteristic of the early Atlanteans was eventually lost. As the effects of these forces could no longer penetrate to the consciousness of mankind, his inward life continued blossoming more and more. Then came the time when it was only in the Mysteries that man's spiritual powers could be developed. There, by means of Yoga, a pupil of the Mysteries could be withdrawn from earthly conditions and made directly aware of the solar influences. Therefore, during the second half of the Atlantean period what were rightly called ‘Oracles’ appeared. They were places where a class of people, who no longer perceived the activities of the higher ethers normally, were received as pupils and trained, in sacred wisdom. Here, through training, they learnt to suppress mere sense-perceptions and to become conscious of the revelations of the sound-ether and life-ether. The power to do this was preserved in the true centres of occult science. Indeed, the possibility of this endured so powerfully that even external science, without understanding it, still retains a tradition from the school of Pythagoras that one can hear the harmony of the spheres. Science, ignorant however of what the true ‘Harmony of the Spheres’ was, has changed it into a mere abstract idea. The pupils of Pythagoras understood as the power to perceive the harmony of the spheres, the actual reopening of a man's being to the tone-ether and the divine life-ether.
[ 19 ] Nun war gerade derjenige, der am gewaltigsten, am großartigsten darauf hinwies, daß hinter der Wirksamkeit der Sonne, wie sie auf die Erde hereinstrahlt mit ihrem Licht und ihrer Wärme, noch etwas anderes ist, etwas, das Klangeswirksamkeit, ja Lebenswirksamkeit ist, die sich im menschlichen Innenleben eben nur in einem schwachen Abglanz geltend machen, Zarathustra oder Zoroaster. Und wenn wir seine Lehre in eine Sprache übersetzen wollen, die von unseren heutigen Worten genommen ist, so können wir sagen, er hat seine Schüler folgendes gelehrt: Wenn ihr hinaufschaut zur Sonne, so nehmt ihr die wohltätige Wärme wahr und das wohltätige Licht, das der Erde zustrahlt; wenn ihr aber höhere Organe entwickelt, wenn ihr geistiges Wahrnehmen entwickelt, so könnt ihr das Sonnenwesen wahrnehmen, das hinter dem physischen Sonnenleben ist; und dann nehmt ihr wahr Klangeswirkungen und in den Klangeswirkungen Lebenssinn! - Was so als Geistiges hinter den physischen Sonnenwirkungen als Nächstes wahrzunehmen war, das bezeichnete Zarathustra für seine Schüler als Ormuzd, als Ahura Mazdao, als die Große Aura der Sonne. Wir werden es daher begreiflich finden, daß man in der Übersetzung das Wort Ahura Mazdao auch die «große Weisheit» nennen kann, im Gegensatz zu dem, was der Mensch heute in sich als die kleine Weisheit entwickelt. Die große Weisheit ist die, welche er wahrnimmt, wenn er die Geistigkeit der Sonne, die große Sonnenaura wahrnimmt.
[ 19 ] Zarathustra, or Zoroaster, was the first who taught in the most sublime way that behind the activities of the sun streaming to the earth as light and warmth, there was something else, something which as the activity of sound-ether and life-ether is feebly reflected in the inner life of man. Were we to translate his teaching into modern words, it might read: ‘When you look up to the sun you are aware of its beneficial warmth and light flowing down to earth; but when you have evolved higher organs, when you have developed spiritual perception, you will behold the Being of the sun Who lives behind the physical sun. You will then perceive the activities of sound, and within these the meaning of life!’ This, the first thing of a spiritual nature to be perceived behind the physical activity of the sun, was described by Zarathustra to his pupils as Ormuzd, or Ahura Mazdao, the mighty aura of the sun. Therefore Ahura Mazdao is sometimes translated as ‘The Great Wisdom,’ to distinguish it from the little wisdom evolved by men to-day. Man perceives ‘The Great Wisdom’ when he perceives the spiritual being of the sun, the great sun aura.
[ 20 ] So konnte ein Dichter, auf alte Zeiten der Menschheitsentwickelung blickend, hinweisen auf dasjenige, was für den Geistesforscher eine Wahrheit ist, und sagen:
[ 20 ] Not translated
«Die Sonne tönt nach alter Weise
In Brudersphären Wettgesang,
Und ihre vorgeschriebne Reise
Vollendet sie mit Donnergang.»
‘The sun-orb sings, in emulation,
‘Mid brother-spheres, his ancient round:
His path predestined through Creation,
He ends with step of thunder-sound.’
—FAUST—Prologue in Heaven.
[ 21 ] Ästhetlinge werden das natürlich für etwas Gesuchtes halten. Sie haben es so gern, wenn man sagt, es sei dichterische Freiheit, wenn Goethe die Sonne tönen läßt. Sie ahnen nicht, was ein Dichter im Sinne Goethes ist, der nur Realitäten schildert, wenn er sagt: «Die Sonne tönt nach alter Weise», das heißt nach der Weise, wie sie die alte Menschheit gekannt hat. Denn so tönt sie auch heute noch für den, der eingeweiht ist.
[ 21 ] In these words a poet, gazing back into the ancient days of human evolution, refers to what is a fact to the spiritual investigator. But the ‘resounding’ of the sun is to some people not a fact but a pleasing fancy, a poetic licence. They do not realize what a poet, in the sense in which Goethe was a poet, really is. He describes reality when he says, ‘The sun-orb sings his ancient round,’ that is, as ancient humanity heard it, and as it still sounds to-day for those who are initiates.
[ 22 ] Darauf hatte Zarathustra seine Schüler hingewiesen. Er hatte natürlich unter seinen Schülern besonders die zwei auf diese gewaltige Tatsache hingewiesen, die wir als seine intimsten Schüler bezeichnen konnten, die dann in ihren Wiederverkörperungen als Hermes und Moses erschienen sind. Aber auf zwei ganz verschiedene Arten hat er sie hingewiesen auf das, was hinter dem lichthaften Sonnenleib ist. Er hat den Hermes so darauf hingewiesen, daß dieser in dem verblieb, was unmittelbar von der Sonne herkommt. Und er hat den Moses so inspiriert, daß er wie in einer Erinnerung behielt, was das Geheimnis der Sonnenweisheit ist.
[ 22 ] Truths such as these were given by Zarathustra to his pupils, and above all to his two most intimate disciples, those who later incarnated as Hermes and Moses. But to each he gave a separate and different instruction concerning the sun aura. Hermes was instructed in a way that led him to remain within the influence that emanated directly from the sun: Moses was inspired so that he retained the secret of the sun-wisdom as in a memory.
[ 23 ] Wenn wir nun im Sinne der «Geheimwissenschaft» uns vorstellen die Erde nach der ’Trennung von der Sonne, das Hinausgehen der Mondenkräfte von der Erde, und dieses alles nach dem Sich-Öffnen der Erde gegen die Sonne, so haben wir in Venus und Merkur dasjenige, was mitten drinnen steht zwischen Erde und Sonne. Und wenn wir nun den ganzen Zwischenraum zwischen Sonne und Erde einteilen in drei Mittelglieder, so können wir sagen: Die Erde hat sich von der Sonne herausgetrennt; sie selber hat der Sonne entgegengeschickt den Mond. Es haben sich dann abgespalten von der Sonne und sind der Erde entgegengekommen Venus und Merkur. So daß wir also in Venus und Merkur etwas zu sehen haben, was von der Sonne herankommt an die Erde und in dem Mond etwas, was der Sonne entgegengeht.
[ 23 ] If, in accordance with occult science, we picture the earth after her separation from the sun and the moon, and see her opening her being to greet the sun, we have in Venus and Mercury that which stands in between the sun and the earth. If we now divide the whole space between the sun and the earth into three parts, we might say: The earth parted from the sun; she then thrust out from her the moon towards the sun, then Venus and Mercury separated from the sun and came towards the earth. We have to see therefore in Venus and Mercury, something which approaches the earth from the sun, and in the moon, something that approaches the sun from the earth.
[ 24 ] Wie sich die kosmischen Verhältnisse gestalten, so gestalten sich, wie in einer Spiegelung, auch die Verhältnisse in der Menschheitsentwickelung. Wenn wir die Offenbarungen des Zarathustra als Sonnenweisheitannehmen, die er auf der einen Seite dem Hermes, auf der anderen dem Moses vermittelte, so war dasjenige, was in Hermes lebte, weil er ja den astralischen Leib des Zarathustra in sich hatte, das von Zarathustra Ausstrahlende der Sonnenweisheit; und was in Moses lebte, war sozusagen abgeschlossen wie ein abgeschlossener Weisheitsplanet, der sich erst entgegenentwickeln mußte dem, was direkt von der Sonne ausstrahlte. Wie also die Erdenwirksamkeit durch das Abgeben des Mondes sich öffnete der Sonnenwirksamkeit, so öffnete sich die Moses-Weisheit der direkt von Zarathustra ausstrahlenden Weisheit, der Sonnenweisheit. Und diese beiden, die Erdenweisheit des Moses und die Sonnenweisheit des Zarathustra in Hermes, trafen zusammen in Ägypten, wo das Mosestum mit dem Hermestum zusammentrifft. So daß wir dasjenige, was Moses aus sich selbst herausentwickelte, was er, wie aus der Entfernung von Zarathustra aufnehmend, in sich selber erweckte, ausstrahlte und seinem Volke überlieferte, analog aufzufassen haben dem Ausschleudern der von der Erde.
[ 24 ] The conditions of human evolution are thus seen to resemble the conditions of cosmic relationships; they reflect them as in a mirror. If we regard the teaching of Zarathustra as ‘sun-wisdom,’ which he imparted, on one side to Hermes, and on the other to Moses, then because Hermes had received the astral sheath of Zarathustra, the wisdom which dwelt in him may be likened to the streaming out of the sun-wisdom; while the wisdom that lived in Moses was, as it were, cut off, like a separate planet of wisdom, and had to go through a further development before it could receive those outpourings coming directly from the sun. Just as with the moon's departure the forces of the earth opened to receive those coming from the sun, so the wisdom of Moses opened to receive the direct sun-wisdom as it streamed from Zarathustra. These two, the earth-wisdom of Moses, and the sun-wisdom of Zarathustra as given to Hermes, met in Egypt; where the teaching of Moses came into contact with that of Hermes. The wisdom developed by Moses, which he acquired through being separated from Zarathustra, might be compared with the throwing-off of the moon-substance by the earth.
[ 25 ] Was Moses so als Weisheit für sein Volk ausstrahlte, das können wir auch nennen nach dem Namen, der die Moses-Weisheit zusammenfaßt, die Jahve- oder Jehovaweisheit. Denn wenn wir den Namen Jahve oder Jehova in richtiger Weise verstehen, ist er wie ein Resume der gesamten Moses-Weisheit. Wenn wir aber das so auffassen, wird uns auch verständlich, warum die alten Traditionen Jahve oder Jehova eine Mondgottheit nennen. Diese Tatsache werden Sie in vielen Mitteilungen finden, aber den Grund dafür können Sie erst einsehen, wenn Sie diese tiefen Zusammenhänge auf sich wirken lassen. Wie die Erde das, was sie als Mond in sich enthielt, heraussetzte und der Sonne entgegenschickte, so mußte auch die Erdenweisheit des Moses dem Hermes entgegengehen, der ja die unmittelbare Weisheit des Zarathustra besaß in dem von Zarathustra hingeopferten Astralleibe, und dann sich selber entwickeln. Wir haben schon charakterisiert, wie nach dieser Begegnung mit Hermes das Mosestum sich entwickelte bis in das davidische Zeitalter, und wie ein anderes, ein neues Hermestum oder Merkurtum erscheint in David, dem königlichen Krieger und göttlichen Sänger des hebräischen Volkes. Und wir haben gesehen, wie das Mosestum näher kommt dem Sonnenelement, als es sich neuerdings berührt während der babylonischenGefangenschaft mit der ausstrahlendenSonnenweisheit, weil Zarathustra unter dem Namen Zarathas oder Nazarathos selber derLehrer der hebräischen Eingeweihten während der babylonischen Gefangenschaft war. So sehen wir in der Moses-Weisheit etwas, was den ganzen kosmischen Gang der Erdentrennung von der Sonne und das, was mit der Erde hinterher geschehen ist, wiederholt.
[ 25 ] The wisdom he imparted to his people can also be called the wisdom of Jahve or Jehovah, for when rightly understood this name is like a résumé of the whole Moses-wisdom. Accepted in this sense you can understand why, according to ancient tradition, Jehovah is called the Moon Deity. This fact is to be found in many records, but is only comprehensible when we begin to realize these far-reaching connections. As the earth thrust what it contained within it as moon, towards the sun, so the earth-wisdom of Moses had to go out to meet that of Hermes, who possessed in his astral sheath the direct wisdom of Zarathustra, and afterwards had to carry on its own evolution. It has already been explained how after the meeting with Hermes, Mosaic wisdom continued to develop up to the time of David, and how a revised form of Hermetic or Mercury-wisdom appeared in the kingly warrior and divine singer of the Hebrew people. And we have seen how once more the content of the teaching of Moses came in touch with the sun-element during the Babylonian captivity when the reincarnated Zarathustra or Nazarathos taught the initiates among the Hebrews. So in the course of the development of the wisdom of Moses we have to see a repetition of cosmic events; the separation of the earth from the sun and all its subsequent development.
[ 26 ] Solche Zusammenhänge erschienen als etwas, was die alten Weisen des hebräischen Volkes und alle die, welche sie fühlten, mit tiefster Ehrfurcht erfüllte. Sie fühlten etwas wie unmittelbare Offenbarungen, die ihnen aus den Weltenräumen und dem Weltensein selber entgegenstrahlten. Und eine solche Persönlichkeit wie die des Moses erschien ihnen wie ein Sendbote der kosmischen Mächte selber. Sie fühlten es. Und so etwas müssen wir nachfühlen, wenn wir wirklich die alten Zeiten verstehen wollen, sonst bleibt alles Verstehen nur eine leere Abstraktion.
[ 26 ] Such correspondences were regarded with deep veneration and awe by the wise men of the Hebrew race, and by all, who had understanding. They felt something like a direct revelation streaming towards them from cosmic spaces and cosmic life. To them, a personality such as Moses seemed like a messenger from the cosmic powers themselves. They felt him to be this, and as such he must be regarded by us if we would rightly understand these ancient times, otherwise it all remains an empty abstraction.
[ 27 ] Nun handelt es sich darum, daß dasjenige, was so von Zarathustra ausgestrahlt ist und sich durch Hermes und Moses auf die Nachwelt ergossen hat, sich in einer entsprechenden Weise auch so fortentwikkeln konnte, daß es auf höherer Stufe wiedererscheinen konnte in einer anderen Form, in einer höheren Ausbildungsform. Dazu war notwendig, daß Zarathustra selber, die Individualität, die vorher nur hingeopfert hatte den astralischen Leib und den Ätherleib, in einem physischen Leibe auf der Erde erscheinen konnte, um auch diesen hinzuopfern. Das ist ein Stufengang, ein schöner Stufengang. Erst lebte in uralten Zeiten Zarathustra auf seine Art und gab den Impuls der nachatlantischen Entwickelung in der urpersischen, in der iranischen Kultur. Dann gab er seinen astralischen Leib ab, um eine nächste Kultur in Szene zu setzen durch Hermes, und er gab seinen Ätherleib ab an Moses. So hatte er zwei seiner Hüllen hingeopfert. Nun mußte er auch noch Gelegenheit erhalten, seinen physischen Leib hinzuopfern. Denn das erforderte das große Geheimnis der Entwickelung der Menschheit, daß von einem Wesen die drei Leiber hingeopfert werden konnten. Für Hermes hatte Zarathustra hingeopfert seinen astralischen Leib, für Moses seinen Ätherleib. Das dritte, was ihm noch bevorstand, war die Hinopferung des physischen Leibes. Dazu bedurfte es besonderer Veranstaltungen, dazu mußte der physische Leib des Zarathustra erst in besonderer Weise zubereitet sein. Und wir haben gestern schon darauf hingedeutet, wie durch das eigentümliche Leben beim hebräischen Volke durch Generationen hindurch jener physische Leib zubereitet wurde, der dann von Zarathustra hingeopfert werden konnte als sein drittes großes Opfer. Dazu war notwendig, daß in dem hebräischen Volke alles, was sonst direkte äußere geistige Wahrnehmung, was astralisches Schauen war, was bei den turanischen Völkern in Dekadenz gekommen war, innerliche Wirksamkeit wurde.
[ 27 ] It was supremely important that the wisdom of Zarathustra, which had developed through Hermes and Moses, should evolve further and afterwards appear at a higher stage and in another form. In order that this might come to pass, Zarathustra, the individuality who had already offered up his astral and etheric bodies, had himself to appear again in a physical body, so that this might also be sacrificed. What he thus experienced was an ascent, a beautiful ascending progress. First, in very ancient times, Zarathustra lived in his own being and gave the impulse to post-Atlantean civilization in ancient Persia and Iran; he then sacrificed his astral body so that through Hermes the next civilization might be established, and to Moses he bequeathed his etheric body. These two sheaths he had already sacrificed. An opportunity for the sacrifice of his physical body had yet to come, for the great mystery of human evolution demanded that one individual should sacrifice his three bodies. The sacrifice of the physical body required special preparation, and to this end the physical body of Zarathustra had to be specially prepared. I showed in the last lecture how, through the peculiar life of the Hebrew people, this special physical body had been in preparation for many generations. This was then offered up by Zarathustra as his third great sacrifice. In order that this could happen it was necessary that all the force formerly employed by the Hebrew people for direct spiritual perception, the forces that had fallen into decadence among the Turanian peoples, should be turned inwards and become inwardly constructive.
[ 28 ] Das ist das Geheimnis des hebräischen Volkes. Während bei den turanischen Völkern die Kräfte, welche Erbstücke aus alter Zeit waren, der Zubereitung äußerer Hellseherorgane dienten, strahlten sie beim hebräischen Volke nach innen und organisierten die innere Leiblichkeit, so daß das hebräische Volk ausersehen war, im Inneren zu fühlen und zu empfinden, was sonst geschaut worden war während der atlantischen Zeit, ausgebreitet über den Sinnesraum hinter den einzelnen sinnlichen Dingen. Jahve oder Jehova, wie ihn bewußt ausspricht das hebräische Volk, ist der in einem Punkt zusammengefaßte «Große Geist», der hinter allen Dingen und Wesenheiten dem uralten Hellsehen erschien. Auch das wird uns angedeutet, daß der Stammvater dieses althebräischen Volkes in einer ganz besonderen Art und Weise, eben als Stammvater, diese innere Organisation erhalten hat.
[ 28 ] This is the secret of the Hebrew people. While among the Turanians the ancient forces, lingering as an heirloom, served to prepare external organs of clairvoyance, in the Hebrews they turned inwards and organized their inner physical nature, so that this people was chosen to perceive and feel inwardly what in Atlantean times had been seen behind the different objects of the sense-world. Jehovah, as he was consciously named by the Hebrews, focussed to a single point, was the ‘Great Spirit’ who was seen by an earlier clairvoyance, behind all things and all beings. I also showed how the progenitor of the Hebrew people—as Father of the race—had been endowed with this inner organization in a very special way.
[ 29 ] Ich bemerke an dieser Stelle etwas, was ich auch schon öfter bemerkt habe: daß Sagen und Legenden, die in bildhafter Weise von den Tatsachen erzählen, die sich in alten Zeiten zugetragen haben, wahrer und zutreffender sind als die heutige anthropologische Forschung, die aus den heutigen Ausgrabungen und einzelnen Denkmalsfetzen ein Bild des Weltenwerdens zusammensetzt. Die alten Legenden werden in den meisten Fällen bewahrheitet von dem, was wir die geisteswissenschaftliche Forschung nennen. Ich sage «in den meisten» und nicht «in allen», weil ich es nicht untersucht habe, obwohl es sehr wahrscheinlich überall da, wo es wirkliche alte Legenden sind, der Fall ist. So führt uns auch das hebräische Volk, wenn wir seinem Ursprung nachgehen, nicht auf das zurück, was heute eine anthropologische Forschung vermutet, sondern es führt uns wirklich zurück auf einen Stammvater, von dem uns die Bibel erzählt. Das ist eine wirkliche Gestalt, dieser Abraham oder Abram, und es ist durchaus wahr, was die talmudische Legende von diesem Stammvater erzählt.
[ 29 ] I have often remarked, and may well repeat it again, that myths and legends, telling in a pictorial way of long-ago events, come nearer the truth than many results of modern anthropological investigations which piece together tales of the origin of the world drawn from recent excavations and fragmentary remains. For the most part ancient legends are corroborated by the facts of Spiritual Science. I say, ‘for the most part,’ for I have not investigated them all, though the content of all really old legends is probably true. Research into the origin of the Hebrew people leads us, not to the conjectures of modern anthropological research, but to an original progenitor, to the Father of the Hebrew race mentioned in the Bible. Abram, or Abraham, is a real figure, and what the Talmud legends relate of him is true.
[ 30 ] In dieser Legende wird uns der Vater des Abraham geschildert als ein Feldherr jener sagenhaften, aber wiederum wirklichen Persönlichkeit, die in der Bibel als «Nimrod» bezeichnet wird. Und auf Grund eines Traumerlebnisses wird der Sohn seines Feldherrn dem Nimrod angekündigt von denen, die die Zeichen der Zeit verstehen, als eine Wesenheit, die viele Könige und Herrscher entthronen werde. Nimrod fürchtet sich davor und befiehlt, daß der Sohn seines Feldherrn getötet werde. Das erzählt die Legende; das bestätigt uns die okkulte Forschung. Der Vater des Abraham ergreift eine Ausflucht und zeigt ein fremdes Kind dem Nimrod vor. Das eigene Kind aber, Abraham, wird in einer Höhle auferzogen. Und die Tatsache, daß wirklich Abraham der erste ist, der durch jene Kräfte, die sonst für die äuBeren hellseherischen Fähigkeiten Verwendung fanden, jetzt im Inneren jene organisatorische Kraft entwickelt, die zum inneren Gottesbewußtsein führen soll, diese Umkehrung der ganzen Kraftsumme wird angedeutet in der Legende dadurch, daß das Kind während der drei Jahre, wo es in der Höhle auferzogen wird, Milch saugt durch Gottes Gnade aus seinem eigenen Finger der rechten Hand. Das Durch-sich-selber-Genährtwerden, das Hineingehen der Kräfte, welche früher die alte Hellsichtigkeit bewirkt haben, in die innere Organisation des Menschen, das wird uns in dem Stammvater des hebräischen Volkes, in Abraham, in wunderbarer Weise charakterisiert. Solche Legenden wirken, wenn man ihren eigentlichen Grund erfährt, mit einer solchen Kraft auf uns, daß wir uns sagen: Wir begreifen es, daß die alten Mitteiler dasjenige, was hinter den Legenden steht, nicht anders sagen konnten als in Bildern. Aber diese Bilder waren geeignet, wenn auch nicht das Bewußtsein, so doch die Gefühle für die großen Tatsachen hervorzurufen. Und das genügte für die alten Zeiten.
[ 30 ] We are told in these legends that the father of Abraham was a captain in the service of that legendary but real person, described in the Bible as Nimrod. To Nimrod it was foretold, by those who could read the signs of the times in dreams, that the son of his captain would dethrone many kings and rulers. Nimrod was afraid when he heard this, and ordered that his captain's son should be killed. After presenting another man's child, not his own, to Nimrod, the father of Abraham fled; his own child was reared in a cave. Occult investigation confirms this legend; it contains the truth. It indicates that Abraham was actually the first to turn inward the powers formerly used in external clairvoyance and transform them into organizing forces which led to an inward consciousness of God. This reversal of the whole sum of forces is indicated in the legend which tells that during the three years the child dwelt in the cave it sucked milk, by the grace of God, from the fingers of its own right hand. This self.. nourishment, this turning inwards of the forces formerly used in ancient clairvoyance, and the employment of them for organizing man inwardly, is explained to us wonderfully in the story of Abraham, the ancestor of the Hebrew people. Such legends, when experienced profoundly, have a powerful effect, making us realize that the ancient teachers of mankind could communicate true wisdom in no other way than by images. Such images were able to give rise, if not to a consciousness, yet to a feeling, for these mighty events, and this was sufficient for those ancient times.
[ 31 ] So ist Abraham derjenige, der zuerst den inneren Abglanz der göttlichen Weisheit, des göttlichen Schauens, in so recht menschlicher Weise als menschliches Denken über das Göttliche entwickelt. Abram oder Abraham, wie er später genannt wurde, hatte tatsächlich, was die okkulte Forschung immer zu betonen hat, eine andere physische Organisation als alles, was sonst an Menschen um ihn herum lebte. Die Menschen ringsherum waren damals in ihrer Organisation nicht so, daß sie inneres Denken durch ein besonderes Werkzeug hätten ausbilden können. Sie konnten Denken ausbilden, wenn sie leibfrei wurden, wenn sie sozusagen in ihrem Ätherleib Kräfte entwickelten; wenn sie aber im physischen Leibe darinnen steckten, hatten sie noch nicht ausgebildet das Werkzeug des Denkens. Abraham ist in der Tat der erste, der in vorzüglicher Weise das physische Werkzeug des Denkens ausgebildet hatte. Daher wird er nicht mit Unrecht — auch das ist natürlich wieder mit dem nötigen granum salis zu verstehen - als der Erfinder der Arithmetik bezeichnet, der in vorzüglicher Weise auf das Instrument des physischen Leibes angewiesenen Gedankenwissenschaft. Arithmetik ist etwas, was in seiner Form, wegen seiner inneren Gewißheit, nahe herantritt an das, was hellscherisch gewußt werden kann. Aber es ist die Arithmetik angewiesen auf ein leibliches Organ.
[ 31 ] Abraham was thus the first to develop the inward reflection of divine wisdom, of divine perception in a truly human way, as human thoughts concerning the Godhead. Abram, or Abraham as he was called later, had actually a different physical organization from other men living at that time. This is always insisted upon by occult investigation. The men around him were neither capable of nor organized for forming thoughts inwardly, by means of a special instrument. They could form thoughts when free of the body, through the forces of their developed etheric bodies, but they had no instrument for the formation of thoughts within the physical body. Abraham was the first to develop such an instrument; hence he is not wrongly called the inventor of arithmetic—though this statement must naturally be taken cum grano salis—as arithmetic is pre-eminently the science of physical thought. Arithmetic, on account of its inner certainty, approaches closely to clairvoyant knowledge; but it is dependent upon a physical organ.
[ 32 ] So haben wir hier einen tiefinneren Zusammenhang zwischen dem, was äußere Kräfte bisher zum Hellsehen benutzten, und dem, was jetzt ein inneres Organ benutzt zum Denken. Das ist darin angedeutet, daß man Abraham als den Erfinder der Arithmetik kennzeichnet. Wir haben daher in Abraham diejenige Persönlichkeit zu sehen, welche zuerst eingepflanzt erhalten hat das physische Organ des Denkens, jenes Organ, durch das der Mensch mit seinem physischen Denken sich erheben konnte zu dem Gedanken an einen Gott. Früher konnte der Mensch von Gott und göttlichem Dasein nur etwas wissen durch hellseherische Beobachtung. Alles, was aus alter Zeit stammte an Wissen über Gott und göttliches Dasein, das entstammte hellseherischer Beobachtung. Mit dem Gedanken sich zu erheben zum Göttlichen, dazu brauchte es eines physischen Werkzeuges; das ist dem Abraham zuerst eingepflanzt gewesen. Und da es sich hier um ein physisches Organ handelt, so war auch das ganze Verhältnis zur objektiven Welt und zur subjektiven Wesenheit des Menschen dieses Gottesgedankens, der durch ein physisches Werkzeug erfaßt wurde, ein anderes als früher.
[ 32 ] Thus we have here a deep inward connection between the external forces, employed until then for the purpose of clairvoyance, and those now employed by an inner organ, for thought. This is what is referred to when Abraham is described as the inventor of arithmetic. He must be regarded as the man in whom the physical organ of thought was first implanted, that organ by which man was able to raise himself through his physical thinking to the contemplation of divinity. Before this time men could only learn of God and of divine existence through clairvoyance. In order that they might rise in thought to the divine, a physical instrument was necessary, and this organ was implanted for the first time in Abraham. The fact that thoughts had now to be apprehended through a physical organ, meant that the whole relationship of these thoughts concerning divinity to the objective world, and to the subjective nature of man, was completely changed.
[ 33 ] Früher hatte man in den Geheimschulen in der göttlichen Weisheit den Gottesgedanken erfaßt, und man konnte ihn überliefern an denjenigen, der dies auch konnte, wenn er dahin gebracht wurde, daß er Wahrnehmungen haben konnte im Ätherleib, frei von den Organen des physischen Leibes. Soll aber das, was physisches Werkzeug ist, auf einen anderen übergehen, so gibt es nur ein Mittel: die Vererbung in der physischen Organisation. Was also für Abraham das Wichtigste, das Wesentlichste war, das physische Organ, das mußte, sollte es sich auf der Erde erhalten, in physischer Vererbung von Generation zu Generation fortgepflanzt werden, weil es eben ein physisches Organ war. So begreifen wir es, daß die Vererbung im Volke, sozusagen das Herunterrinnen dieser physischen Veranlagung durch das Blut der Generationen, ein so Wichtiges ist im hebräischen Volk.
[ 33 ] Formerly, thoughts concerning God were conceived in the divine wisdom of the Mystery Schools, and from there were passed on to others able to receive them, that is, to those who had been freed from the organs of the physical body and rendered capable of etheric perception. There is but one way of passing on a physical instrument from one to another: through physical descent. In order that a physical organ of such importance as that possessed by Abraham could be preserved, it had to be propagated through physical inheritance from one generation to another. It can be easily realized why the handing down of this physical attribute through the blood of the race mattered so much to the Hebrew people.
[ 34 ] Was aber bei Abraham zuerst physische Veranlagung war, nämlich Ausmeißelung, Auskristallisierung eines physischen Organs für das Erfassen des Göttlichen, das mußte sich erst einleben. Indem es sich vererbte von Generation zu Generation, drang es immer tiefer in die menschliche Wesenheit ein und erfaßte dieselbe immer tiefer, je tiefer es sich vererbte. Wir können daher sagen: Was Abraham empfangen hatte zur Mission des hebräischen Volkes, das mußte sich vervollkommnen, das mußte, indem es von Mensch zu Mensch durch die Vererbung überging, in der Fortentwickelung vollkommener werden. Es konnte aber das, was ein physisches Organ war, nur durch die Vererbung immer vollkommener werden.
[ 34 ] The organ, that in the first place had been shaped and crystallized in Abraham for the comprehension of divinity, had to be established. As it was handed down from generation to generation, it entered ever more deeply into human nature, and it grasped this the more deeply, the more it was inherited. For a physical organ can only be perfected when through inheritance it is passed on from one generation to another.
[ 35 ] Sollte nun diejenige Wesenheit, die wir als die Individualität des Zarathustra zunächst kennengelernt haben, einen möglichst vollkommenen physischen Leib haben, das heißt einen physischen Leib, der auch diejenigen Organe hatte, die ein Werkzeug sein konnten zum Erfassen des Gottesgedankens im physischen Menschenleibe, dann mußte auf die höchste Höhe gebracht werden, was als physisches Werkzeug dem Abraham eingepflanzt worden war. Es mußte innerlich sich befestigen, mußte sich vererben und so sich entwickeln, daß daraus ein richtiger Leib für den Zarathustra werden konnte mit all den Eigenschaften, die Zarathustra brauchte in seinem physischen Leibe. Wenn aber der physische Leib eines Menschen in dieser Weise vollkommen werden soll, wenn er so brauchbar werden soll, wie er für Zarathustra brauchbar sein sollte, dann durfte nicht bloß der physische Leib des Menschen vollkommener werden. Es ist natürlich unmöglich, daß für sich allein, herausgerissen aus dem gesamten Menschen, nur der physische Leib des Menschen vollkommen werde. Es mußten alle drei Hüllen nach und nach sich vervollkommnen durch physische Vererbung. Was also dem physischen Menschen, dem ätherischen und dem astralischen Menschen auf dem Wege durch die physische Vererbung gegeben werden kann, das mußte ihm gegeben werden in den aufeinanderfolgenden Generationen.
[ 35 ] If he whom we have learnt to know as Zarathustra was to have the most perfect body possible (and this means a body with a physical organ capable of becoming an instrument for the conceiving of thoughts of God), the physical instrument implanted in Abraham had to be brought to the highest degree of perfection. It had to be so fully established and developed inwardly through inheritance that a fitting instrument could be evolved for Zarathustra. The development of such a perfect physical body through inheritance, inevitably meant the perfection not only of one but of the other sheaths as well, the etheric and the astral sheaths. They too had to be perfected through inheritance.
[ 36 ] Nun besteht ein gewisses Gesetz innerhalb der Entwickelung. Dieses Gesetz kennen wir für die Entwickelung des einzelnen Menschen und haben es auch schon öfter charakterisiert. Wir haben gezeigt, wie beim Menschen ein besonderes Stück seiner Entwickelung die Zeit ausmacht von der Geburt bis zum sechsten, siebenten Jahre: In diese Zeit fällt hinein die Entwickelung des physischen Leibes. Die Entwikkelung des Ätherleibes fällt in die Zeit vom sechsten, siebenten Jahre bis zum vierzehnten, fünfzehnten. Von da ab bis zum einundzwanzigsten, zweiundzwanzigsten Jahre haben wir dann die Entwickelung des astralischen Leibes. Das ist sozusagen die Gesetzmäßigkeit, die durch die Siebenzahl bezeichnet wird, für die Entwickelung des einzelnen Menschen. Eine ähnliche Gesetzmäßigkeit besteht für die Entwickelung der Menschheit der äußeren Hüllen durch die Generationen hindurch, und wir werden auf die tieferen Gesetze dieses Vorganges noch hinzuweisen haben. Während der einzelne Mensch im Verlaufe von je sieben Jahren eine Entwickelungsstufe durchmacht, bis zum siebenten Jahre seinen physischen Leib entwickelt, der während dieser Zeit immer vollkommener und vollkommener wird, so wird das ganze Gefüge des physischen Leibes, wie es sich durch die Generationen hindurch vervollkommnen kann, durch sieben Generationen hindurch zu einer gewissen Vollkommenheit gebracht. Aber die Vererbung geschieht nicht so, daß sie von einem Menschen auf den nächsten Nachkommen übergeht, nicht direkt von der einen auf die nächste Generation. Es können die Eigenschaften, auf die es ankommt, nicht unmittelbar vom Vater auf den Sohn, von der Mutter auf die Tochter übergehen, sondern nur vom Vater auf den Enkel, also auf die zweite Generation, dann auf die vierte Generation und so weiter. Also es kann sich die Vererbung nicht unmittelbar ausleben. Wir müßten es bei den Generationen zu tun haben mit einer Vererbung in der Siebenzahl; aber da die Vererbung immer ein Glied überspringt, haben wir es in Wirklichkeit zu tun mit einer Vierzehnzahl.
[ 36 ] Now there is a certain fixed law in evolution which has often been described. From birth to his seventh year is a very special time in the development of man—in it he develops his physical body; from the seventh to the fourteenth–fifteenth, his etheric; and from then to the twenty-first—twenty-second year, his astral body. The evolution of the individual man is expressed in a law that is governed by the number seven. A similar law exists for the evolution of humanity as a whole, and affects the outer sheaths of men as they pass from one generation to another. The more profound working of this law will be considered later. Whereas the individual man undergoes a stage of evolution every seven years and as the physical body becomes more perfect during the first seven years, so the whole structure of the physical body improves throughout the generations until the seventh generation, when it attains a certain state of perfection. But qualities are not transmitted directly from a man to his next descendant inheritance does not work in this way, but from father to grandson. Important qualities do not pass directly from father to son, or mother to daughter, but to the second generation, then to the fourth, and so on. Inheritance is of necessity connected with the number seven, but as every other generation is missed, it is really the number fourteen that has to be considered. It was only after fourteen generations that the physical qualities implanted in Abraham could reach perfection.
[ 37 ] Was in Abraham veranlagt war als physische Leiblichkeit, das konnte auf seiner Höhe angelangt sein nach vierzehn Generationen. Sollten aber auch der Ätherleib und der astralische Leib davon ergriffen werden, so mußte jene Entwickelung, die für den einzelnen Menschen weitergeht vom siebenten bis zum vierzehnten Jahre, durch weitere sieben beziehungsweise vierzehn Generationen hindurchgehen. Und was für den Menschen eine Entwickelung durch die nächsten sieben Jahre vom vierzehnten ab - ist, das mußte wieder durch vierzehn Generationen hindurchgehen. Das heißt also: Was bei dem Stammvater Abraham veranlagt war als physischeOrganisation,das mußte sich ausleben durch dreimal sieben beziehungsweise dreimal vierzehn Generationen; dann war es so, daß es ergriffen hatte den physischen Leib, den Ätherleib und den astralischen Leib. Durch dreimal vierzehn Generationen, das heißt durch zweiundvierzig Generationen, ist es einem Menschen durch die Vererbung in der Generationenreihe möglich, daß er dasjenige vollkommen im physischen Leibe, Ätherleibe und astralischen Leibe ausgebildet erhält, was Abraham in der ersten Anlage erhalten hat.
[ 37 ] If the etheric and astral bodies were to be associated with this advance, their evolution had also to continue through seven, or rather, fourteen generations, in the same way as the etheric and astral bodies of the single individual evolves from the seventh to the fourteenth year, and from the fourteenth to the twenty-first. This means, therefore, that the physical organization which had been implanted in Abraham, the father of the race, had to pass through three times seven (or rather three times fourteen) generations, for not until then could it completely lay hold of the physical, etheric and astral bodies.
[ 38 ] Gehen wir also von Abraham durch dreimal vierzehn Generationen hinunter, so haben wir einen Menschenleib, der in sich ganz durchdrungen, imprägniert ist mit dem, was in der ersten Anlage bei Abraham vorhanden war. Dies erst konnte der Leib sein, den Zarathustra für seine Verkörperung brauchen konnte. Das erzählt uns auch der Schreiber des Matthäus-Evangeliums. Und in der Generationentafel, die er gibt, deutet er noch ausdrücklich darauf hin, daß er vierzehn Glieder aufzählt von Abraham bis auf David, vierzehn von David bis zur babylonischen Gefangenschaft, und vierzehn von der babylonischen Gefangenschaft bis auf Christus. Durch diese dreimal vierzehn Glieder - wobei immer eines übersprungen ist - ist in gewisser Weise ganz zur Ausbildung gelangt, was bei Abraham für die Mission des hebräischen Volkes veranlagt war. Da ist es ganz in die Gliedrigkeit des Menschen eingeprägt. Da heraus konnte der Leib genommen werden, den Zarathustra brauchte, um zur Verkörperung zu kommen in der Zeit, als er ein ganz Neues der Menschheit eröffnen sollte.
[ 38 ] After forty-two generations it was possible for a man to have developed perfectly in his physical, etheric and astral bodies, the aptitude first received by Abraham. Only such a body as this would be suitable for Zarathustra. This is the fact given out by the writer of the Gospel of St. Matthew. In his table of descent, he points expressly to this by enumerating fourteen generations from Abaham to David, fourteen from David to the Babylonian captivity, and fourteen from the captivity to Christ. During this long period the mission of the Hebrews, which began with Abraham, reached full development; by then it had been indelibly impressed on the different principles of the people of the race, so that from them a body meet for Zarathustra could be found in an age when something entirely new was to be revealed to men.
[ 39 ] So sehen wir, daß aus einer ganz besonderen Tiefe heraus der Beginn des Matthäus-Evangeliums geschöpft ist. Solche Dinge müssen wir aber erst verstehen. Wir müssen verstehen: Was uns mit diesen dreimal vierzehn Generationen gesagt ist, soll uns darauf hindeuten, wie in dem, was vererbt werden konnte von dem Joseph auf den Jesus von Nazareth, die Essenz dessen lebte, was in der ersten Anlage bei Abraham vorhanden war, was dann ausstrahlte in das ganze hebräische Volk und sich dann sammeln konnte in dem einen Instrument, in der einen Hülle, die die Hülle war für Zarathustra, in dem sich verkörpern konnte der Christus.
[ 39 ] From such profound depths as these the Gospel of Matthew has its beginning—depths that can only be realized when they are understood. We must recognize that in the story of these three times fourteen generations we are shown that in the body inherited from Joseph by Jesus of Nazareth there dwelt the essence of what in its first beginnings existed in Abraham; that this essence then spread from him through the whole Hebrew people, and was then concentrated in a single instrument—in a single sheath. This was the sheath for Zarathustra, in which the Christ could incarnate.
