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The Gospel of St. Matthew
GA 123

12 September 1910, Bern

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Zwölfter Vortrag

Lecture Twelve

[ 1 ] Wenn wir die Entwickelung der Menschheit ins Auge fassen, wie sie im Sinne unserer Geisteswissenschaft fortschreitet von Stufe zu Stufe, so muß uns als das Bedeutsamste innerhalb der menschlichen Evolution erscheinen, daß der Mensch, durch die einzelnen Epochen hindurch sich immer wieder verkörpernd, aufsteigt, gewisse höhere Vollkommenheitsgrade erreicht, um endlich nach und nach jene Ziele zu Wirkenskräften in seinem Innersten zu machen, die für die einzelnen planetarischen Entwickelungsstufen eben die angemessenen sind. So sehen wir auf der einen Seite den hinaufsteigenden Menschen, der im ‚Auge hat bei dieser Hinaufentwickelung sein Gottesziel. Aber der Mensch würde sich zu solchen Höhen, zu denen er sich entwickeln soll, niemals entwickeln können, wenn ihm nicht gewissermaßen zu Hilfe kämen Wesenheiten, welche im Weltganzen andere Wege der Entwickelung durchgemacht haben als der Mensch. Von Zeit zu Zeit, so können wir es etwa ausdrücken, kommen Wesen aus anderen Sphären in unsere Erdenevolution herein und verbinden sich mit der menschlichen Entwickelung, um den Menschen zu ihren eigenen Höhen hinaufzuheben. Das können wir, sogar für die früheren planetatischen Zustände unseres Erdendaseins, im großen ganzen dadurch ausdrücken, daß wir sagen: Schon auf der alten Saturnstufe haben erhabene Wesenheiten, die Throne, ihre Willenssubstanz hingeopfert, damit daraus geformt werden konnte die erste Anlage des physischen Menschenleibes. Das ist nur ein Beispiel im großen. Aber es steigen immerzu — des Ausdruckes darf man sich dabei wohl bedienen — Wesenheiten, welche in ihrer Entwickelung dem Menschen vorangeeilt sind, herab zu dem Menschen, verbinden sich mit der menschlichen Evolution dadurch, daß sie zeitweilig innerhalb einer Menschenseele wohnen, innerhalb einer menschlichen Wesenheit, wie man wohl auch sagt, Menschengestalt annehmen, oder wenn man es trivialer ausdrücken will, wie eine Kraft in der menschlichen Seele auftreten, welche diese Menschenseele, sie inspirierend, durchdringt; so daß ein solches Menschenwesen, das von einem Gott durchseelt ist, innerhalb der menschlichen Evolution mehr wirken kann als sonst ein Mensch.

[ 1 ] Studying the evolution of mankind in accordance with spiritual science, and watching its progress step by step, we are bound to acknowledge that the most important fact of this evolution is that man, because he incarnates again and again in different epochs, advances to ever higher degrees of perfection, and thus gradually reaches the goal where he has developed, in his inner being, certain active powers corresponding to the different stages of planetary development. We see, on one hand, the man who progresses upwards, who keeps his divine goal before him, but who would never be able to evolve to the heights he should attain if beings whose whole path of evolution is different did not come to his assistance. From time to time beings from other spheres enter our earthly evolution and unite with it, so as to raise men to their own exalted realms. Even as regards earlier planetary conditions we may express this in a wide sense by saying: Already during the Saturn stage of evolution, exalted beings—the Thrones—offered up their will-substance so that from it the earliest beginnings of man's physical body might be formed. This is but a general example; but beings whose evolution is far in advance of that of men, have ever bent down to them and united with their evolution, by dwelling for a time within a human soul. Such beings have ‘assumed a human form’ as is often said, or to put it more trivially, have entered a human soul as an inspiring power, so that a human being who has been ensouled in this way by a god might accomplish more in human evolution than he could otherwise have done.

[ 2 ] Solche Dinge hört unsere alles nivellierende, alles mit materialistischen Vorstellungen durchdringende Zeit nicht gern. Ich möchte sagen, nur ein letztes Rudiment hat unsere Zeit von dieser Anschauung, die jetzt eben ausgesprochen worden ist. Daß etwa irgendein Mensch gewissermaßen durchdrungen wäre von einer aus höheren Regionen herabgestiegenen Wesenheit, die zu ihm, dem Menschen, spricht, das würde der moderne Mensch als einen furchtbaren Aberglauben ansehen, wenn man ihm jemals zumuten würde, so etwas zu glauben. Aber ein Rudiment davon hat sich der Mensch wenigstens erhalten auch in unsere materialistische Zeit hinein, obwohl er dieses Rudiment in einen ihm unbewußten Wunderglauben hüllt, nämlich, er hat sich bewahrt, an das Auftreten von genialen Persönlichkeiten, von Genies hie und da zu glauben. Aus der großen Masse der Menschen ragen auch für das gewöhnliche moderne Bewußtsein Genies hervor, von denen man sagt: In ihrer Seele keimen andere Fähigkeiten als sonst in der menschlichen Natur hervor. An solche Genies glaubt man wenigstens noch in unserer Zeit. Aber es gibt auch schon Kreise, wo man an Genies nicht mehr glaubt und sie hinwegdekretieren will, weil man innerhalb der materialistischen Denkweise keinen Tatsachensinn mehr hat für das geistige Leben. Aber in weiten Kreisen ist der Glaube an Genies noch vorhanden. Und wenn man nicht bei einem leeren Glauben stehenbleiben will, muß man sagen, daß durch ein Genie, welches die Menschheitsevolution weiterbringen will, eine andere Kraft aus der Menschennatur herausspricht, als es die gewöhnlichen Menschenkräfte sind. Würde man allerdings auf diejenigen Lehren sehen, die den wahren Tatbestand solcher Genies kennen, so würde man in einem solchen Falle, wo ein derartiger Mensch auftritt, der plötzlich wie besessen ist von etwas außerordentlich Gutem, Großem und Gewaltigem, sich klar darüber sein, daß eine geistige Kraft herabgestiegen ist und gleichsam Besitz ergriffen hat von dem Ort, wo nun einmal solche Wesenheiten wirken müssen, nämlich vom Inneren des Menschen selber. Dem anthroposophisch Denkenden sollte es von vornherein einleuchtend sein, daß diese zwei Dinge möglich sind: das Hinaufentwickeln des Menschen der Gotteshöhe entgegen und das Heruntersteigen göttlich-geistiger Wesenheiten in menschliche Leiber oder menschliche Seelen. In dem «Rosenkreuzermysterium? ist an einer Stelle darauf aufmerksam gemacht worden, daß, wenn irgend etwas Bedeutungsvolles in der Menschheitsevolution geschehen soll, sich sozusagen ein Gotteswesen mit einer Menschenseele verbinden muß und sie durchdringen muß. Das ist ein Erfordernis der Menschheitsevolution.

[ 2 ] Our age, permeated as it is with materialistic conceptions, levelling everything, does not accept such facts willingly; indeed I might say that it retains only the crudest notion of accepting the descent of beings from higher regions, beings who enter into man and speak to him. Modern people regard such beliefs as the wildest superstition. Rudiments of such beliefs have, however, remained to our day, though people are for the most part unaware that they hold them; they have retained, for instance, a belief in the occasional appearance of persons of ‘genius.’ Men of genius rise high above the great mass of mankind even in the opinion of ordinary individuals, who say of such persons: Other qualities have come to fruition in their souls than are to be found in average humanity. Such ‘geniuses’ are at least still credited. But there are also circles where there is no longer such belief; the materialistic thought of to-day discredits them, it has (no belief in facts concerning the life of the spirit: Belief in genius does, however, continue in wide circles, and if this is not to be an empty belief we must acknowledge that in a genius through whom human evolution has been advanced, a power, other than the ordinary power of men, works through a human agency. Looking to the teaching that knows the true facts concerning men of genius, one realizes that when such men appear who seem as if suddenly possessed by something extraordinarily good, or great, or powerful, that a spiritual power has descended and taken possession of the place from which this being of power must now work, namely, the inner nature of the man himself. To people who think in accordance with Anthroposophy it should be clear from the beginning that there are two possibilities; the upward evolution of men to spiritual heights, and the descent from above of divine, spiritual beings into human bodies or human souls. In one part of my Rosicrucian Mystery Play it is pointed out that whenever something important is to take place in human evolution a divine being must unite with a human soul and permeate it. This is a necessity of human evolution.

[ 3 ] Um dies in bezug auf unsere irdische Geistesentwickelung zu verstehen, wollen wir uns erinnern, wie die Erde in den Zeiten ihres Anfanges noch mit der Sonne verbunden war, die heute von ihr abgetrennt ist. Später haben sich dann in einem Zeitpunkt urfernster Vergangenheit Sonne und Erde einmal getrennt. Natürlich weiß der Anthroposoph, daß es sich dabei nicht um eine bloß materielle Trennung der Erdenmaterie und Sonnenmaterie handelt, sondern um das Auseinandertreten der mit der Sonne oder mit den anderen materiellen Planeten verbundenen göttlich-geistigen Wesenheiten. Nach der Trennung der Erde von der Sonne blieben mit der Erde gewisse geistige Wesenheiten verbunden, während mit der Sonne andere geistige Wesenheiten verbunden blieben, die, weil sie über die Erdenverhältnisse hinausgewachsen waren, ihre weitere kosmische Entwickelung nicht auf der Erde vollenden konnten. So haben wir die Tatsache, daß eine Art von geistigen Wesenheiten mit der Erde enger verbunden blieb, während andere Wesenheiten von der Sonne herein ihre Wirkungen in das Erdendasein sandten. Wir haben also sozusagen nach der Sonnentrennung zwei Schauplätze: den Erdenschauplatz mit seinen Wesenheiten und den Sonnenschauplatz mit seinen Wesenheiten. Diejenigen geistigen Wesenheiten nun, die dem Menschen aus einer höheren Sphäre her dienen können, das sind eben die, welche mit der Sonne außerhalb der Erde ihren Schauplatz verlegt haben. Und aus dem Bereich der Wesenheiten, die zum Sonnenschauplatz gehören, kommen diejenigen Wesen, die sich von Zeit zu Zeit verbinden mit dem Menschentum der Erde, um die Erdenevolution und Menschheitsentwickelung weiterzuführen. In den Mythen der Völker finden wir immer wieder und wieder solche «Sonnenhelden», solche aus der geistigen Sphäre in die Evolution der Menschheit hereinwirkende Wesenheiten. Und ein Mensch, der durchsetzt, durchdrungen ist von einer solchen Sonnenwesenheit, ist in bezug auf das, als was er uns zunächst äußerlich entgegentritt, eine Wesenheit, die eigentlich viel mehr ist, als sie uns zeigt. Das Äußere ist eine Täuschung, eine Maja, und hinter der Maja ist das eigentliche Wesen, das nur der ahnen kann, der hineinschauen kann in die tiefsten Tiefen einer solchen Natur.

[ 3 ] To understand this in connection with our spiritual evolution on earth, we must recall how in the time of its early beginnings the Earth was united with the Sun, from which it is now separated. Anthroposophists know, of course, that this does not refer merely to a separation of the substance of the Earth from the substance of the Sun, but with the going forth of divine beings who were associated with the Sun or with the other planets.) After this separation of the Sun, certain spiritual beings remained connected with the Earth, while others remained with the Sun, because they had evolved beyond earthly connections, and could not complete their further cosmic evolution on the Earth. Thus we have the fact that one kind of spiritual being remained connected with the Earth, while other spiritual beings sent their active forces down to Earth from the Sun. After the departure of the Sun from the Earth we have, as it were, two spheres of activity, that of the Earth with its beings and that of the Sun with its beings. The Spiritual Beings who served mankind from a higher sphere are those who chose the Sun as their dwelling-place, and from this realm come the beings who have united themselves from time to time with earthly humanity so that they might aid the further evolution—both of Earth and man. In the myths of various peoples we constantly find reference to such ‘Sun-heroes’ who have descended from spiritual realms to participate in human evolution; and a man who is filled by such a Sun-being is something far more than from outward seeming he would appear to be. The outward appearance of such a man is deceptive—it is Maya; but behind the Maya is the real being who can only be guessed at by those who can penetrate to the profoundest depths of such a nature.

[ 4 ] In den Mysterien wußte und weiß man immer von dieser zweifachen Tatsache in bezug auf den Entwickelungsgang der Menschheit. Man unterschied und unterscheidet sozusagen aus der geistigen Sphäre heruntersteigende göttliche Geister und von der Erde hinaufsteigende,

[ 4 ] In the Mysteries people knew, and still know, of this twofold fact concerning the path of human evolution. People distinguish now, as they distinguished in the past, divine beings who descend to Earth from spiritual spheres, and men who strive upwards from the Earth towards initiation into spiritual mysteries.

[ 5 ] “ zur Einweihung in die geistigen Geheimnisse strebende Menschen. Mit was für einer Wesenheit haben wir es nun bei dem Christus zu tun?

[ 5 ] ‘With what kind of Being then are we concerned in the Christ?

[ 6 ] Wir haben gestern gesehen, daß er in der Bezeichnung «Christus, der Sohn des lebendigen Gottes», eine herabsteigende Wesenheit ist. Wollte man ihn mit einem Wort der orientalischen Philosophie benennen, so würde man ihn eine «avatarische» Wesenheit nennen, einen herabsteigenden Gott. Aber wir haben es nur von einem bestimmten Zeitpunkt an mit einer solchen herabsteigenden Wesenheit zu tun. Was uns als eine solche erscheinen muß, schildern uns die vier Evangelisten, Matthäus, Markus, Lukas und Johannes, alle vier. In dem Moment der Johannes-Taufe steigt diese Wesenheit sozusagen aus dem Bereich des Sonnendaseins herab auf unsere Erde und vereinigt sich mit einer menschlichen Wesenheit. Nun müssen wir uns klar sein, daß im Sinne der vier Evangelisten diese Sonnenwesenheit eine größere ist als alle anderen avatarischen Wesenheiten, als alle anderen Sonnenwesen, die jemals herabgestiegen sind. Daher verlangt sie, daß ihr sozusagen von dem Menschen aus eine besonders zubereitete Menschenwesenheit entgegenwächst.

[ 6 ] In the last lecture we learnt that in the designation, ‘Christ, the Son of the living God,’ we are concerned with a descending Being. If we wish to describe Him by a word drawn from Oriental philosophy He would be called ‘an Avatar,’ a God who had descended. But we have only to do with such a descending Being from a certain moment; and we must accept what is described by all four Evangelists, by Matthew, Mark, Luke, and John, as such an appearance. At the moment of the Baptism of John, a Being descended to our Earth from the realms of Sun-existence and united with a human being. Now we have to realize clearly that according to the meaning of the four Evangelists this Sun-Being was greater than any other Avatar, than any other Sun-Being who up to that time had ever come to Earth. They, therefore, take trouble to explain that a specially prepared being had to advance from the side of humanity to meet this great descending Being.

[ 7 ] Also von dem Sonnenwesen, von dem «Sohn des lebendigen Gottes», der dem Menschen entgegenkommt zu seiner Entwickelung, berichten uns alle vier Evangelisten. Von jenem Menschen aber, der entgegenwächst, um aufnehmen zu können dieses Sonnenwesen, berichten uns nur die Schreiber des Matthäus- und des Lukas-Evangeliums. Sie berichten, wie der Mensch dreißig Jahre entgegenstrebt dem großen Augenblick, da er das Sonnenwesen in sich selber aufnehmen kann. Und weil die Wesenheit, die wir als die Christus-Wesenheit bezeichnen, eine so universelle, eine so umfassende ist, so genügt es nicht, daß in einfacher Weise die körperlichen und leiblichen Hüllen zubereitet werden, welche dieses Sonnenwesen aufnehmen können. Dazu ist notwendig, daß dem heruntersteigenden Sonnenwesen entgegenwächst eine ganz besonders zubereitete physische und ätherische Hülle. Woher sie genommen worden sind, haben wir gesehen, als wir das Matthäus-Evangelium betrachteten. Aber aus derselben Wesenheit heraus, aus welcher im Sinne des Matthäus-Evangeliums die physische und ätherische Hülle für jenes Sonnenwesen zubereitet worden sind, die aus den zweiundvierzig Generationen des hebräischen Volkes heraus vorbereitet worden sind, aus denselben Hüllen konnte nicht zugleich vorbereitet werden die astralische Hülle und nicht der Träger des eigentlichen Ich. Dafür war eine besondere Veranstaltung nötig, die durch eine andere menschliche Wesenheit erzielt wurde, von der uns das Lukas-Evangelium erzählt, indem es uns die Jugendgeschichte des sogenannten nathanischen Jesus berichtet. Dann haben wir gesehen, daß die beiden eins werden, der Matthäus- und der Lukas-Jesus, indem die Wesenheit, die als Ich-Wesenheit zuerst Besitz ergriff von den leiblichen Hüllen, welche das Matthäus-Evangelium schildert, nämlich die Zarathustra-Individualität, den zwölfjährigen MatthäusJesus verläßt und hinüberdringt in den nathanischen Jesus des LukasEvangeliums, um dort weiterzuleben und auszubilden den astralischen Leib und Ich-Träger mit den Errungenschaften, welche sie sich angeeignet hatte in dem besonders zubereiteten physischen Leibe und Ätherleibe des Matthäus-Jesus, damit dann die oberen Glieder heranreifen können und die heruntersteigende Wesenheit aus den oberen Regionen im dreißigsten Jahre aufnehmen können.

[ 7 ] All four Gospels, therefore, tell of the Sun-Being—the ‘Son of the living God’—who came towards men to aid their further progress; but only the Gospels of Matthew and Luke speak of the man who evolved towards this Sun-Being so that he might receive Him into himself. They narrate how the human being for thirty years prepares for the moment when he can receive the Sun-Being into himself. Because the Being we call the Christ is so universal, so all-comprising, it did not suffice that the bodily sheaths that were to receive Him should be prepared in any simple way. A quite specially prepared physical and etheric sheath had to evolve, meet for the reception of this descending Being. Whence these came we have seen in the course of our study of the Matthew Gospel. But out of this same being whose physical and etheric sheath had been prepared in accordance with the teaching of Matthew, out of the forty-two generations of the Hebrew people, there could not spring an astral garment or a bearer of the ego suited to that Sun-Being. For this, special arrangements were necessary, and these were carried out by means of another human being. This being we read of in the Gospel of Luke, where the writer of that Gospel describes the early years of the so-called Nathan Jesus. There we read of how the two became one. This mystery occurred when the ego-entity, forsaking the body of the twelve-year-old Jesus of whom the writer of the Gospel of Matthew tells, namely, the Zarathustra individuality, passed into the Nathan Jesus of the Gospel of Luke. In this body he continued to dwell, carrying on in it the further development of those qualities acquired through his having assumed the physical and etheric sheaths of the Jesus of the Gospel of Matthew. In this body his higher principles ripened, until in his thirtieth year they were ready for the reception of the mighty Being who descended into them from higher worlds.

[ 8 ] Wollten wir den ganzen Hergang im Sinne des Matthäus-Evangeliums schildern, so müßten wir sagen, der Schreiber des MatthäusEvangeliums richtete zunächst seinen Blick darauf: Welcher physische Leib und welcher Ätherleib können dazu dienen, einmal die ChristusWesenheit auf der Erde wandeln zu lassen? Und aus dem, was er erfahren hatte, beantwortete er die Frage in folgender Weise. Damit dieser physische Leib und dieser Ätherleib damals zubereitet werden konnten, dazu war es notwendig, daß durch die zweiundvierzig Generationen des hebräischen Volkes hindurch alle die Anlagen, die einst in Abraham gelegt worden waren, sich voll entwickelten, damit durch die Vererbung zustande kamen jener physische Leib und Ätherleib, wie sie eben notwendig waren. Dann beantwortete er die Frage weiter, indem er sich sagte: Ein solcher physischer Leib und Ätherleib könnten nur dann die Instrumente, die Werkzeuge hergeben, wenn die größte Individualität, welche die Menschheit zum Empfange und zum Verständnis für den Christus vorbereitet hat, die ZarathustraIndividualität, zunächst diese Werkzeuge benutzt. Sie kann sie benutzen, soweit diese Werkzeuge die Möglichkeit einer Entwickelung hergeben, bis zum zwölften Jahre; dann muß sie verlassen den Leib des Matthäus-Jesus und gleichsam hinübertreten in den Leib des LukasJesus. Da lenkt nun der Schreiber des Matthäus-Evangeliums seinen Blick von dem, worauf er zuerst gerichtet war, hinweg zu dem LukasJesus und verfolgt nun das Leben des Zarathustra weiter bis zum dreißigsten Jahre. Das ist der Moment, wo Zarathustra auch den astralischen Leib und den Ich-Träger so weit gebracht hat, daß er jetzt alles hinopfern konnte, damit von oben herunter der Sonnengeist, das Wesen der geistigen Sphären, davon Besitz ergreifen kann. Das wird in der Johannes-Taufe angedeutet.

[ 8 ] When seeking to describe the whole course of these events as related in the Gospel of Matthew we should have to say The writer first directs his attention to answering the question: What kind of physical and etheric body could serve such a Being as the Christ for His life on earth? And because of what the writer had experienced he could answer: In order that a suitable physical and etheric body could be prepared it was necessary that they should pass through forty-two generations of the Hebrew people so that the attributes laid down in Abraham might be fully developed. He could then continue to answer the question further by telling us: Such a physical and etheric body could only provide a fitting instrument if the greatest individuality humanity had so far produced for the comprehension of the Christ—that is the Zarathustra individuality—made use of them up to his twelfth year, at which time he had to leave this body and enter another. This was the body of the Jesus of whom the writer of the Gospel of Luke tells. From this point, the writer of the Gospel of Matthew, turning from that to which he had given his attention at first, deals exclusively with the Jesus of whom we read in the Gospel of Luke, and follows the life of Zarathustra until his thirtieth year. The moment had then come, when the astral body and ego-bearer had been so far evolved by Zarathustra that he could sacrifice them to the mighty Being—the great Sun-spirit—who descended from spiritual spheres and took possession of them. This was the moment of the baptism by John in Jordan.

[ 9 ] Wenn wir uns nun noch einmal zurückerinnern an jene Trennung der Erde von der Sonne und uns gegenwärtig halten, daß ja diejenigen Wesenheiten sich dazumal mit von der Erde getrennt haben, deren oberster Anführer der Christus ist, so werden wir sagen: Es gibt Wesenheiten, die erst nach und nach ihre Wirkung auf die Erde ausdehnen, wie auch der Christus erst im Laufe der Zeit seinen Einfluß auf die Erde hat geltend machen können. Aber mit der Sonnentrennung war noch etwas anderes verbunden. Da müssen wir uns an etwas erinnern, was auch schon wiederholt ausgeführt worden ist: daß das alte Saturndasein ein verhältnismäßig einfaches war in bezug auf Substantialität. Es war ein Dasein in Feuer oder Wärme. Auf dem alten Saturn gab es noch nicht Luft und Wasser, aber auch noch nicht den Lichtäther. Das trat erst während des Sonnendaseins auf. Dann kam während des Mondendaseins als weiterer Verdichtungszustand das Wässerige und als weiterer Verfeinerungszustand der Tonoder Klangäther hinzu. Und während des Erdendaseins kam das Feste, der erdige Zustand als Verdichtungszustand hinzu und als Verdünnungszustand das, was wir den Lebensäther nennen. So haben wir also auf der Erde Wärme, Luft oder Gasförmiges, Wässeriges oder Flüssiges und den festen oder erdigen Zustand und als Verdünnungszustände, Lichtäther, Ton- oder Klangäther und Lebensäther, den feinsten Ätherzustand, den wit kennen.

[ 9 ] If we recall once more the time when the earth was separated from the sun, and the beings whose supreme Leader is the Christ withdrew from the earth, we must say There were beings who let their influences spread gradually over the earth, just as the Christ, in the course of time, has allowed His influence to be felt on earth. But we must not forget something else, which is, that the nature of ancient Saturn as regards substantiality was relatively much simpler than that of the planetary bodies that arose later. It consisted of fire or warmth, there was neither air nor water there, neither was there light-ether. This light-ether came with the Sun-evolution. Then, when later this passed over into the Moon-evolution, the watery element appeared as a further densification, on one hand, and sound or tone-ether as a further refinement on the other. Solid substance was added to these during the evolution of the Earth; this condition arose as a further densification; life-ether being added at the same time as a further refinement. We have therefore on the earth—warmth, air or gaseous substance, water or fluid substance, and solids or earthly substance. Opposed to these as finer conditions we have light-ether, tone-ether, and life-ether, this last being the finest etheric condition known to us.

[ 10 ] Nun hat sich mit der Sonnentrennung nicht nur das Materielle der Sonne herausbewegt aus der Erde, sondern damit war zu gleicher Zeit das Geistige fortgegangen. Es kam nach und nach erst wieder zurück auf die Erde, aber es kam nicht vollständig zurück. Das habe ich schon in München bei der Betrachtung des «Sechstagewerkes» auseinandergesetzt, daher will ich es hier nur kurz erwähnen. Von den höheren, gleichsam ätherischen Zuständen nimmt der Mensch auf der Erde die Wärme wahr, den Wärmeäther, und allenfalls noch das Licht. Was er als Ton wahrnimmt, ist nur ein Abglanz des eigentlichen Tones, der im Äther ist; das ist eine Vermaterialisierung. Wenn man von Klangäther spricht, meint man den Träger dessen, was bekannt ist als Sphärenharmonie, was nur hellhörerisch zu hören ist. Die Sonne sendet zwar, wie sie jetzt physisch ist, der Erde ihr Licht zu, aber in der Sonne lebt auch dieser höhere Zustand.

[ 10 ] Now with the departure of the Sun from the Earth, not only the material part of the Sun left but the spiritual part left also. It was only later, and by degrees, that this returned to the earth, and it did not return entirely. I spoke of this at Munich when lecturing on the Six Days of Creation, so I will only touch on it here. Of the higher etheric substances man is only aware of warmth and light-ether. What he perceives as ‘sound’ is but a reflection, a materialization, of the real tone that is in tone-ether. When tone-ether is spoken of we refer to the bearer of what is known as ‘The harmony of the spheres,’ and is only to be heard clairaudiently. The Sun certainly sends its light to the earth, in so far as this is physical, but a higher condition also lives in the Sun.

[ 11 ] Schon öfter wurde gesagt: Es ist nicht ein leeres Wort, wenn Leute, die das wissen, dann etwa sprechen wie Goethe:

[ 11 ] People who know of these things do not speak in empty phrases when with Goethe they say:—

«Die Sonne tönt nach alter Weise
In Brudersphären Wettgesang,
Und ihre vorgeschriebne Reise
Vollendet sie mit Donnergang.»

‘The sun-orb sings, in emulation,
Mid brother-spheres, his ancient round:
His path predestined through Creation,
He ends with step of thunder-sound.’
—FAUST—Prologue in Heaven.

[ 12 ] Da ist hingewiesen auf die Sphärenharmonie, auf das, was im Klangäther lebt. Das kann aber der Mensch nur erleben, wenn er sich durch die Initiation hinaufarbeitet, oder wenn ein Sonnenwesen heruntersteigt, um es irgendeinem Menschen, der auserschen wird zu einem Instrument der Entwickelung für die anderen Menschen, mitzuteilen. Für einen solchen Menschen beginnt die Sonne zu tönen, beginnen die Sphärenharmonien hörbar zu werden. - Und über dem Klangäther liegt noch der Lebensäther. Und wie dem bloßen Ton als höherer Inhalt, als Inneres, Seelenhafteres noch zugrunde liegt das Wort, der Klang oder Sinn, so ist auch mit dem Lebensäther verbunden Sinn, Wort, dasselbe, was man im späteren Persischen «Honover» genannt hat, und was der Johannes-Evangelist den «Logos» nennt, als sinnvollen Ton, der dem Sonnenwesen eigen ist.

[ 12 ] This refers to sphere-harmony, to that which lives in the sound-ether, and can only be heard by man when he has attained initiation, or when a Sun-being descends in order to hold intercourse with one who has been chosen to become an instrument for the further evolution of others. For such a one the Sun begins to resound, and the sphere-harmonies to be heard. Above the tone-ether lies the life-ether. Just as the ‘word’ lies within mere tone, as something possessing an inward soul-like content, so associated with the meaning of the life-ether is that which in later Persian times was called ‘Honover.’ The writer of the Gospel of John calls this the ‘Logos,’ which as meaning-filled tone belongs to the Being of the Sun.

[ 13 ] Zu jenen Begnadeten, die im Laufe der Zeit dieser tönenden Sonne, dieser sprechenden Sonne mit ihren Wesenheiten nicht bloß sozusagen taub gegenüberstanden, gehörte in frühen Zeiten unserer nachatlantischen Entwickelung eben Zarathustra. Und es ist nicht ein bloßer Mythos, sondern eine buchstäbliche Wahrheit, daß auch Zarathustra seinen Unterricht empfangen hat durch das Sonnenwort. Er war fähig geworden, dieses Sonnenwort aufzunehmen. Und jene überwältigenden, majestätischen Lehren, die der alte Zarathustra seinen Schülern gegeben hat, was waren sie im Grunde genommen? Sie waren das, was man so bezeichnen kann: Zarathustra war ein Werkzeug, und durch ihn tönte hindurch der Klang, der Sinn des Sonnenwortes selber. Daher spricht die persische Legende von dem Sonnenwort, das sich verkündet durch den Mund des Zarathustra, von dem geheimnisvollen Wort, das hinter dem Sonnendasein steckt. So spricht sie, wenn sie vom astralischen Leib der Sonne spricht, von Ahura Mazdao; aber sie spricht auch von dem Sonnenwort, das man dann in der griechischen Übersetzung den Logos genannt hat.

[ 13 ] Among those blessed ones whose nature did not remain entirely deaf to this ‘resounding Sun,’ we have to reckon Zarathustra, who lived in the early part of our post-Atlantean civilization. It is no myth, but a fact that can be proved documentarily, that Zarathustra received instruction through the ‘Sun-word.’ He had become capable of hearing this. For what was the overwhelmingly majestic teaching given by the original Zarathustra to his pupils? We might describe it thus: Zarathustra was an instrument through whom the sound, the meaning of the Sun-Word itself spoke. A Persian legend tells how the ‘Sun-Word’ spoke by the mouth of Zarathustra, how the secret or hidden word behind the Sun spoke through him. This legend, in referring to the astral body of the Sun, speaks of ‘Ahura Mazdao,’ but also of the ‘Sun-word,’ translated later into Greek as the ‘Logos.’

[ 14 ] Wenn wir auf den alten Zarathustra blicken, sehen wir an ihm, daß selbst eine so hohe Persönlichkeit noch nicht in jenen alten Zeiten so initiiert war, um bewußt aufzunehmen, was da zum Menschen sprechen sollte, daß eine solche Persönlichkeit gleichsam durchseelt war von einem Höheren, zu dem sie sich noch nicht hinaufentwickelt hatte. Zarathustra konnte lehren von Ahura Mazdao, weil sich ihm die Sonnenaura enthüllte, weil die geistige Wesenheit Ahura Mazdao in ihm tönte, weil durch ihn sprach das Sonnenwort, die Große Aura, das Weltenlicht. Es war gleichsam das äußere Körperliche des Sonnengottes, der zu dem Menschen seine Wirkungen voraussandte, schon vorhanden, als sie ihn noch nicht auf der Erde selber hatten. Und das Sonnenwort war dann mehr das Innerliche. - So könnte man etwa im Sinne des Zarathustra sagen, er lehrte die, welche seine Jünger waren: Ihr müßt euch klar sein, daß hinter dem physischen Sonnenlichte ein geistiges Licht ist. Wie hinter dem physischen Menschen sein Astralisches, die Aura ist, so ist hinter der Sonne die Große Aura. Diese physische Sonne ist aber gleichsam als der Lichtleib eines Wesens anzusehen, das einst auf die Erde herabkommen wird; es ist gewissermaßen das äußere Leibliche, das man durch hellseherische Anschauung kennenlernt, und in diesem Leiblichen ist noch ein Inneres, Seelisches darinnen. So wie durch den Ton ein Seelisches sich ausdrückt, so dringt durch das Mittel der Sonnenaura das Sonnenwort, der Sonnenlogos. Und das konnte Zarathustra der Menschheit versprechen: daß kommen werde einst aus den göttlich-geistigen Sphären die Große Aura, das Lichtwesen, und daß die Seele des Lichtwesens das Sonnenwort sein werde. Das ist etwas, was wir - als in der Quelle - zuerst bei dem alten Zarathustra zu suchen haben. Wie eine Prophetenweisheit vom Kommen der Sonnenaura und des Sonnenwortes haben wir es bei Zarathustra zu suchen.

[ 14 ] When thinking of this ancient Zarathustra, we realize that even so exalted a person could not in those early times have been initiated so as consciously to receive what he could afterwards pass on to others, but that he must have been ensouled by a Higher Being. Zarathustra could teach of Ahura Mazdao, because the Aura of the Sun enfolded him, because the Spiritual-Being, Ahura Mazdao, resounded in him, because the World-Light—the great Aura—spoke through him. He was, as it were, the external bodily garment of the Sun-god, who thus sent His influence in advance down to man, though not as yet on earth Himself. At that time the Sun-word was more inward. It might be said—speaking altogether in the sense of Zarathustra—that he taught his disciples: ‘You must understand that behind the physical sunlight there is a Spiritual Light, just as behind physical man there is something astral—his aura—so behind the sun there is the “Great Aura”. You must regard the physical sun as the light-body of a Being who will one day come to earth it is the external bodily form of something known to clairvoyant perception, and has an inner soul-nature within it. Just as the soul expresses itself in sound, so the Sun-word—the Logos—makes itself known by means of the Sun-Aura!’ Zarathustra gave to mankind the promise that one day the Light-being would come down from the spheres of the Great Aura, and that the soul of this Being would be the Sun-word. This is something we find for the first time in Zarathustra; it is the source from which his teaching springs. In it we have to see a prophetic wisdom, which tells of the coming of the Sun-aura and the Sun-word.

[ 15 ] Und nun hat es fortgelebt von Epoche zu Epoche in den Mysterien, daß der Menschheit prophezeit ist das Kommen des Sonnenlogos, des Sonnenwortes. Und immerdar war das der große Trost und die Hoffnung derjenigen, die innerhalb der Menschheitsentwickelung sich sehnten nach Höherem. Und immer genauere Lehren konnten die kleineren Sonnengeister geben, die sich mit der Erde vereinigten, und die im Grunde genommen Abgesandte waren vom Sonnenwort, vom Geiste des Sonnenlichtes, von der Sonnenaura.

[ 15 ] This teaching continued to live from epoch to epoch in the mysteries. It was the great consolation and hope of those who within human evolution longed for higher things. And the less exalted Sun-spirits, those associated with the earth, were able ever and again to give more precise teaching concerning the Spirit of the Sun-light, or Sun-aura, for they were really messengers of the Sun-word.

[ 16 ] Das war die eine Seite der Mysterientradition, wie sie durch die Epochen ging. Das andere war, daß die Menschen lernen und auch in der Praxis üben sollten, daß man entgegenwachsen kann dem, was da heruntersteigt auf die Erde. Aber es war in der vorchristlichen Zeit noch nicht so, daß man den Glauben haben konnte, der Mensch könne ohne weiteres als ein schwacher einzelner Mensch entgegenwachsen dem größten Sonnenwesen, dem Führer der Sonnengeister, dem Christus. Das war nicht möglich, daß ein einzelner Mensch durch irgendeine Initiation das erreichen konnte. Daher schildert das MatthäusEvangelium, wie gleichsam alle Säfte des hebräischen Volkes aufgerufen worden sind, um einen solchen Menschen zustande zu bringen. Und auf der anderen Seite wird im Lukas-Evangelium durch die siebenundsiebzig Stufenfolgen dargestellt, wie das Beste, was überhaupt der Erdenmensch sein konnte, gleichsam filtriert wurde, um dem größten Wesen, das auf die Erde heruntersteigen sollte, den entsprechenden Leib entgegenwachsen zu lassen.

[ 16 ] This was one side of the Mystery-tradition that passed down through the ages. The other side was, that men should learn to know, and by practice should be able to evolve upwards to meet, that which was to descend to earth. In pre-Christian times it was not yet possible for men to believe that without something further a feeble individual could evolve to meet the Sun-being, the Leader of the Hosts of the Sun, the Christ. It was not possible for anyone to attain this by any form of initiation. Hence the Gospel of Matthew describes how all the life-giving forces of the Hebrew people were called upon to produce such a man. On the other hand the Gospel of Luke explains how through seventy-seven successive stages the best that human nature could attain to was, as one might say, filtered, in order that a fitting body might evolve to meet the greatest Being Who was to come down to the earth.

[ 17 ] Nun war es in den Mysterien so, daß man es natürlich bei denen, welche man zu lehren hatte, auf die man wirken sollte, sozusagen mit schwachen Menschen zu tun hatte, daß man es keineswegs etwa überall mit solchen Menschen zu tun hatte, die den ganzen Umfang dessen sich aneignen konnten, was der Menschheit bevorsteht, oder was ein einzelner Mensch durch seine Evolution erreichen kann. Daher gliederten sich in den alten Mysterien die, welche in die Mysteriengeheimnisse eingeweiht werden sollten, in gewisse Klassen, die in der verschiedensten Weise herantreten sollten an die Geheimnisse. Es gab solche, die sozusagen in besonderer Weise darauf hingewiesen wurden, wie mehr der äußere Mensch leben müsse, was der äußere Mensch vollbringen müsse, damit er ein geeignetes Instrument, ein Tempel der herabsteigenden Sonnenwesenheit sein kann. Aber auch solche Schüler der Mysterien gab es, die man mehr darauf aufmerksam machen mußte, was die Seele ganz still in sich entwickeln müsse, wenn sie zum Verständnis, zum Fühlen und Erleben eines Sonnengeistes kommen wollte. Können Sie sich vorstellen, daß es natürlich war, daß es in den Mysterien Schüler gab, welche sozusagen die Aufgabe hatten, ihr äußerliches Leben in der Weise einzurichten, und auf die dementsprechend achtgegeben wurde von früher Kindheit an, daß ihr Leib eine solche Entwickelung nahm, daß sie Träger, Tempel werden konnten für einen herabsteigenden Sonnengeist? Das war in den alten Zeiten der Fall, und es ist im Grunde genommen auch in den neueren Zeiten so, nur merkt man es nicht innerhalb der äußeren materialistischen Weltanschauungen.

[ 17 ] In the Mysteries, as was natural, the men who had to be instructed, who had to be worked on, were ordinary feeble men, and were quite unable to grasp what it was that now faced humanity or that might be attained by single individuals. Therefore, those who were to be initiated were graded into different classes, and they approached the secrets of the Mysteries in different ways. Some, for instance, were taught more how men should live in the external world, what they ought to do there in order to fit themselves to become a temple for the descending Sun-being. There were other pupils of the Mysteries who were instructed more in what was to evolve in the stillness of the soul if it wished to gain an understanding, a feeling for and perception of the Sun-spirit. Is it not natural that there should have been certain pupils whose task it was, so to direct their outer lives, so to be trained from childhood that their bodies became temples for the descending Spirit? This was the case in olden times; it is also the case to a certain extent to-day, but the ordinary materialistic consciousness passes it by.

[ 18 ] Nehmen wir an, es kommt die Zeit, wo heruntersteigen soll ein höheres Wesen aus geistigen Sphären, um der Menschheit wieder einen Ruck vorwärts zu geben. Diejenigen, die in den Mysterien dienen, haben abzuwarten, wann ein solcher Zeitpunkt eintritt; sie haben ja die Aufgabe, die Zeichen der Zeit zu deuten. In aller Ruhe und Entsagung und ohne viel Aufhebens zu machen, haben sie abzuwarten den Zeitpunkt, wo ein Gott aus Himmelshöhen heruntersteigt, um der Menschheit einen Ruck vorwärts zu geben. Es ist aber auch ihre Aufgabe, achtzugeben auf die äußere Menschheit, damit sich irgendeine Persönlichkeit finde, die gelenkt und geleitet werden kann, damit sie geeignet ist, eine solche Wesenheit aufzunehmen. Wenn nun das Wesen, das heruntersteigen soll, ein ganz besonders hohes ist, so muß im Grunde genommen von der frühesten Kindheit an ein solcher Mensch geleitet werden, der der Tempel sein soll für ein solches Wesen. Das geschieht auch, nur merkt man es nicht. Nur hinterher, wenn man das Leben solcher Menschen beschreibt, findet man darin gewisse Regelmäßigkeiten. Wenn sich auch in bezug auf die Außenseite ihre Lebensverhältnisse in verschiedener Weise darstellen, so haben sie doch eine gewisse Gleichheit. Daher kann man angeben: Wenn wir den Blick zurückwenden in den Lauf der Menschheitsentwickelung, finden wir da und dort Wesenheiten, die einen gewissen gleichförmigen Gang selbst in bezug auf die äußere Biographie haben. Das ist gar nicht zu leugnen. Das ist auch den Forschern der neueren Zeit aufgefallen. Und Sie können in gebräuchlichen, aber nicht sehr tiefgründigen gelehrten Werken Tabellen finden über Ähnlichkeiten der Biographien solcher Persönlichkeiten. So können Sie zum Beispiel bei Professor Jensen, Marburg, zusammengestellt finden Ähnlichkeiten in bezug auf die Biographien des altbabylonischen Gilgamesch, des Moses, des Jesus, des Paulus. Da stellt er ganz hübsche Tabellen auf. Er nimmt gewisse Züge aus dem Leben jeder dieser Persönlichkeiten heraus — diese einzelnen Züge kann man ganz gut gegenüberstellen -, und es ergeben sich dabei ganz wunderbar merkwürdige Ähnlichkeiten, Ähnlichkeiten, vor denen wirklich unser materialistischer Sinn ganz verblüfft ist. Die Schlußfolgerung, die daraus gezogen ist, ist natürlich die, daß eine Mythe von der anderen abgeschrieben ist, daß der Schreiber des Jesuslebens abgeschrieben hat aus der Biographie des altbabylonischen Gilgamesch, daß die Moses-Biographie nur der Abklatsch eines alten Epos ist. Und die letzte Schlußfolgerung ist dann die, daß keiner von allen, weder Moses noch Jesus noch Paulus, als physische Persönlichkeit existiert habe! Gewöhnlich ahnen die Menschen gar nicht, wie weit heute die sogenannte Forschung ist in bezug auf diese materialistische Ausdeutung der Sache.

[ 18 ] Suppose the time drew nigh when some great Being was to descend from spiritual realms to give humanity a forward impulse in evolution. Those who serve the Mysteries have to await such a moment; they have to interpret the signs of the times. In quiet and retirement, and without making any disturbance, they awaited the moment when a God is to come down to Earth to give an upward impulse to humanity. It was their duty also to watch humanity carefully, to see if among men there were any who could be trained and guided to fit them to receive such a Being into themselves. When the descending Being is of exceptional greatness such a man would have to be trained and prepared from earliest childhood that he might be a temple fit to receive Him. This also happens, and is also unnoticed. If the life of these men is described, it is found that they follow certain fundamental rules; even in outer concerns there is a certain resemblance in their lives. When we glance back over the course of human evolution we have to allow that here and there we find individuals whose lives take a similar course—even as regards external biographical facts. This cannot be denied, and has even been remarked on by those carrying out more recent research. Popular but not very profound works have been produced lately showing similarities in the lives of such persons. In the writings of Prof. Jensen (Marburg) you find, for instance, comparisons between the lives of the ancient Babylonian Gilgamesch, Moses, Jesus, and Paul. The tables are beautifully drawn up; he takes certain incidents from the lives of these individuals and compares them, with the result that quite wonderful resemblances are revealed, puzzling to the materialistic mind. The conclusions drawn are natural; it is stated that in these biographies one myth is copied from the others, that the writers of the Life of Jesus copied the biography of Gilgamesch, that the story of the life of Moses is but an old Epic, served up in a new form, and the final conclusion arrived at is: none of them has existed as a physical personality, not Moses, nor Jesus, nor Paul. People have no idea how far these so-called ‘researches’ lead them in respect of materialistic explanations.

[ 19 ] Diese Gleichheit in den Biographien rührt aus keinem anderen Umstande her als aus dem, daß tatsächlich solche Persönlichkeiten, die ein Gotteswesen aufnehmen sollen, gleich in der Kindheit schon geführt, gelenkt werden müssen. Und wir brauchen uns darüber gar nicht zu wundern, wenn wir den tieferen Gang der Menschheits- und Weltentwickelung einsehen. Daher ist also nicht nur die vergleichende Mythologie, sondern auch alles Schwelgen in bezug auf ein Herauspressen von Ähnlichkeiten aus den Mythen im Grunde genommen doch nur eine höhere Spielerei. Es kommt dabei nichts heraus. Denn, was nützt es, festzustellen, daß das deutsche Siegfried-Leben und irgendein griechisches oder sonstiges Heldenleben gleiche Züge aufweisen? Es ist selbstverständlich, daß sie gleiche Züge aufweisen. Es kommt gar nicht darauf an, wie die Gewänder ausschauen, sondern wer darinnen steckt! Nicht darauf kommt es an, daß das Siegfried-Leben so und so verläuft, sondern welche Individualität da drinnen ist. Diese Dinge aber können nur durch okkulte Forschung festgestellt werden.

[ 19 ] Similarity of this kind in the biographies of great individuals rests on nothing more than the fact that in childhood they were already trained to become the bearers of a Divine Being; this causes no astonishment when we understand the deeper lying paths of human and universal evolution. Not only comparisons with Mythology, but all those searchings after similarities in regard to mythical sources is, in fact, fantasy. It leads nowhere. What does it benefit us to prove resemblances in the life of Siegfried to some Greek hero? They do certainly contain similarities. But the appearance of a house is not what matters, but who lives in it! It matters not that such and such things occurred in the life of Siegfried, but who the individuality was that dwelt in him.

[ 20 ] Was wir also hierbei betrachten müssen, das ist, daß solche Menschen, die zum Tempel gemacht werden sollen für ein die Menschheit höher bringendes Wesen, in ihrem Leben in bestimmter Weise geführt werden, und daß sie daher einen in gewisser Beziehung ähnlichen, parallelgehenden Gang in bezug auf die Grundzüge ihres Lebens aufweisen müssen. Seit uralten Zeiten gab es deshalb in den Mysterientempeln immer Vorschriften, was mit solchen Menschen zu geschehen hat. Und unter diesen Vorschriften waren auch in den Essäergemeinden solche vorhanden mit Bezug auf den Christus Jesus: wie die Menschenwesen sein müßten, die dann als der salomonische und der nathanische Jesus dem hohen Sonnenwesen, dem Christus, entgegenwuchsen.

[ 20 ] Such things can, however, only be established with the help of occult research. What we have to bear in mind is that the lives of men who were to become fitting temples for higher Beings coming to the aid of humanity were guided in a special way, and that their lives show therefore a similar course as regards certain fundamental features. In the temples of the Mysteries there have always been precepts regarding what had to come about with such men. Similar precepts were preserved by the association of the Essenes concerning Christ Jesus; telling what the nature of those human beings had to be who as the Solomon and the Nathan Jesus evolved upwards towards the great Sun-being, the Christ.

[ 21 ] Aber es waren nicht alle in alles eingeweiht. Es gab verschiedene Klassen, Arten von Eingeweihten. So gab es solche, welchen insbesondere klar war, was ein Menschenwesen, das dem Gotte entgegenwachsen sollte, durchzumachen hatte, damit es würdig sein konnte, um den Gott aufzunehmen. Und andere gab es, denen bekannt war, wie sich der Gott verhält, wenn er sich in einem Menschen zeigt, trivial gesprochen, wenn er sich sozusagen als Genie zeigt. Denn das sehen heute auch die Menschen nicht ein, daß die Genien auch etwas ganz Ähnliches zeigen, wenn sie vom Menschen Besitz ergreifen. Aber heute schreibt man ja auch nicht Biographien vom Geiste aus. Denn wenn man etwa den Genius von Goethe vom Geistigen aus beschreiben wollte, würde man eine merkwürdige Ähnlichkeit finden zum Beispiel mit dem Genius Dantes, Homers, Äschylos'. Heute schreibt man aber nicht Biographien vom Geistigen aus, sondern man legt Zettelkästen an, die die Kleinigkeiten in bezug auf das äußere Leben solcher Menschen bezeichnen. Das interessiert die Menschen viel mehr. Und so haben wir heute eine ausgiebige Zettelsammlung in bezug auf das Leben Goethes und noch keine wirkliche Darstellung dessen, was Goethe eigentlich war. Ja, die Menschheit erklärt sich heute in gewisser Beziehung, und tatsächlich mit einem riesigen Hochmute, unfähig dazu, die Evolution des Genies in der menschlichen Persönlichkeit zu verfolgen, und es gibt heute das Bestreben, sagen wit, die allerersten Jugendgestalten einer Dichtung bei unseren großen Dichtern so recht ins Licht zu zerren und besonders groß damit zu tun, daß in diesen Jugendgestalten die Frische und Ursprünglichkeit als etwas Elementares lebt, während in späteren Jahren die Menschen es verloren hätten und alt geworden wären. Aber die wirkliche Tatsache, die dahintersteckt, ist die, daß die Menschen in ihrem Übermut nur die jugendlichen Dichter verstehen wollen und nicht mitgehen wollen mit dem, was die Dichter durchgemacht haben. Die Menschen tun sich ungeheuer viel darauf zugute, daß sie beider Jugend stehenbleiben; den Alten verachten sie und ahnen gar nicht, daß nicht der Alte «alt» geworden ist, sondern daß sie selbst nur Kinder geblieben sind! Das ist ein weitverbreitetes Übel. Aber da es so tief eingewurzelt ist, brauchen wir uns nicht zu wundern, wenn so wenig Verständnis dafür vorhanden ist, daß ein Gotteswesen Besitz ergreifen kann von einer menschlichen Persönlichkeit, und daß das SichAusleben solcher Gotteswesen in den verschiedenen Menschenwesen in den verschiedenen Zeiten im Grunde genommen doch ein gleiches ist.

[ 21 ] But those seeking initiation were not initiated into everything. There were different classes and degrees of initiates. Thus to some it was shown with special clearness what a man had to undergo who was evolving towards the God, so that he might be worthy to receive the God into himself. To others it was given to know how a God acted when He revealed Himself in a man; or to put it trivially, when he revealed Himself as a ‘genius.’ It is not generally remarked to-day that genius is apt to reveal itself in similar ways when appearing in different people. Nowadays people do not write biographies from out the spirit. If the genius of Goethe were to be described from the aspect of the spirit, a wonderful similarity would be found for instance between his genius and that of Dante, Homer, and Aeschylus. People do not now write biographies, but stick placards and tickets on a person and repeat all kinds of trivialities concerning the person's external life, which interests most people much more. So we are presented with a vast accumulation of ticketed rubbish concerning the life of Goethe, but not a real account of what Goethe actually was. Mankind to-day declares itself to be in some respects, and actually with pride, incapable of describing the evolution of genius in a human personality. There is a desire to-day to bring to light the earliest efforts of our great poets, stressing the fact that in the freshness and originality of their early works something elemental lived which is lost to the man in later life. But the real fact underlying this is that in their arrogance men only wish to understand the young poet, and not to take part in all he goes through in later life. Men pride themselves on the fact that they understand ‘youth,’ they trouble little about the ‘old,’ and have no idea that it is not the old who have become ‘old,’ but that they themselves have remained mere children. This evil is widely spread. Seeing it is so deeply rooted, we need not wonder at the little understanding there is of the fact that a divine being can enter into a human personality, and that the life-course of such divine beings in any person and in any age must be fundamentally the same.

[ 22 ] Weil viel dazu gehört, diese tiefen Zusammenhänge zu kennen, verteilte man eben diese Gebiete auf Klassen. Daher dürfen wir uns nicht wundern, daß in gewissen Abteilungen der Mysterien gelehrt worden ist, wie der Mensch sich vorbereitet, um hinaufzuwachsen zum Gotteswesen, während in anderen Klassen gelehrt wurde, wie herunterwächst das in der Aura des Sonnenwesens enthaltene Innere des Lichtwesens, der Logos, das Sonnenwort.

[ 22 ] As there was necessarily much to be learnt as regards these profound relationships, this domain of knowledge was divided into classes. In a certain division of the Mysteries, teaching was given concerning the preparation of a man so that he might rise towards a divine being, whereas in others teaching was given concerning the descent of the inner Light-being, the Logos, the Sun-word, contained in the Aura of the Sun-being.

[ 23 ] In dem Christus haben wir also das Herunterwachsen auf die allerkomplizierteste Art. Und wir dürften uns gar nicht wundern, wenn noch mehr als vier dazu nötig gewesen wären, um diese große, gewaltige Tatsache zu verstehen. Aber vier bemühten sich darum. Zwei, die Schreiber des Matthäus- und des Lukas-Evangeliums, bemühten sich darzustellen, wie die Persönlichkeit war, die dem herabkommenden Sonnenwesen entgegenwuchs, Matthäus in bezug auf den physischen Leib und Ätherleib, Lukas in bezug auf den astralischen Leib und Ich-Träger. Markus dagegen kümmert sich nicht um das, was dem Sonnenwesen entgegenwuchs. Er schildert die Sonnenaura, die Große Aura, den Lichtleib, das geistige Licht, das durch die Weltenräume wirkt, und das hereinwirkt in die Gestalt des Christus Jesus. Er beginnt daher gleich mit der Johannes-Taufe, wo heruntersteigt das Weltenlicht. Und im Johannes-Evangelium wird uns die Seele dieses Sonnengeistes geschildert, der Logos, das Sonnenwort, das Innere. Daher ist das Johannes-Evangelium auch das innerlichste der Evangelien.

[ 23 ] In Christ we see this gradual descent in its most complex form. We need not wonder if more than four men had been needed for the understanding of these mighty facts; four, however, took it as their task. Two of these, the writers of the Gospels of Matthew and of Luke, undertook to relate the nature of the personality who grew towards the descending Sun-being—Matthew telling of this in respect of the physical and etheric bodies, Luke in respect of the astral-body and the bearer of the ego. Mark on the other hand does not concern himself with that which advanced towards the Sun-being; but tells us of the Sun-Aura, the great body of light, the Spiritual Light whose power and activity streamed through space and was active within the form of Christ Jesus. He therefore begins his Gospel with the Baptism of John, when the Light of the World came down to earth. In the Gospel of John we are told of the soul of this Sun-spirit—of the Logos or Sun-word—its most inward essence. This is why the Gospel of John is the most inward of all the Gospels.

[ 24 ] So haben Sie die Tatsachen verteilt und die komplizierte Wesenheit des Christus Jesus von vier Seiten her geschildert. Daher schildern uns den Christus in dem Jesus von Nazareth alle vier Evangelisten. Aber ein jeder dieser vier Schreiber der Evangelien ist gewissermaßen gezwungen, sich an seinen Ausgangspunkt zu halten; denn davon hat er seinen hellseherischen Blick erlangt, um diese komplizierte Wesenheit überhaupt beschreiben zu können. - Halten wir uns das noch einmal vor Augen, damit es uns wirklich in die Seele dringe.

[ 24 ] The facts are distributed, and the complicated nature of Christ Jesus described from four different sides. All the four Evangelists tell of the Christ in Jesus of Nazareth, but each of them feels constrained to keep to the point from which he makes his start, the point concerning which he first attained clairvoyance so that he might be able to describe this very complicated Being.

[ 25 ] Matthäus ist gezwungen, den Blick hinzurichten auf die Geburt des salomonischen Jesus und zu verfolgen, wie die Kräfte des physischen Leibes und Ätherleibes zubereitet werden, wie dann diese Hüllen von Zarathustra abgeworfen werden und wie von ihm hinübergetragen wird in den Jesus des Lukas-Evangeliums, was er sich errungen hat im physischen Leibe und Ätherleibe des salomonischen Jesus. Da muß dann der Schreiber des Matthäus-Evangeliums verfolgen, was er anfangs nicht dargestellt hat. Aber er verfolgt hauptsächlich das, wovon er den Anfang genommen hat: die Schicksale dessen, was hinübergegangen ist vom salomonischen Jesus an Errungenschaften und Konsequenzen in den nathanischen Jesus. Er richtet weniger den Blick auf das Elementarische im astralischen Leib und Ich-Träger des LukasJesus, als vielmehr auf das, was aus seinem Jesus hinübergegangen war. Und als er das Sonnenwesen schildert, das heruntergekommen ist, da ist er wieder vorzugsweise auf das bedacht, was der Jesus an Fähigkeiten nur dadurch haben konnte, daß er den physischen Leib und Ätherleib hatte ausbilden können in dem salomonischen Jesus. Das war natürlich auch noch an dem Christus zu bemerken; denn diese Fähigkeiten waren da, und diesen Teil des Christus Jesus, den er zuerst in Aussicht genommen hat, verfolgt er mit besonderer Genauigkeit, weil das für ihn wichtig war.

[ 25 ] It is well that we should review this once more, so that it may really penetrate the soul. Matthew's attention is directed to the birth of the Jesus of the Solomon line he describes the development of the forces of the physical and etheric bodies, and tells how these sheaths were later discarded by Zarathustra, and how he passed on to the Jesus of the Nathan line all he had acquired while in the physical and etheric body of the Solomon Jesus. Matthew has then to trace further what he does not describe at the beginning, the fate of all that which as qualities and consequences had passed over from the Solomon Jesus to the Nathan Jesus. His attention is not so much directed to what was elemental in the nature of the astral body and ego-bearer of the Nathan Jesus, but to that which had been passed on to him from his own, the Solomon Jesus. And as he describes the Sun-being Who came from above, he is mainly concerned with telling of the qualities that could only be possessed by Jesus because he had an etheric and astral body that had been built up by the Solomon Jesus. These qualities could naturally be remarked in the Christ, for they were there, but that part of Christ Jesus which had attracted his attention from the first, he continues to describe most exactly, for this was for him the most important.

[ 26 ] Der Schreiber des Markus-Evangeliums richtet von Anfang an den Blick auf den vom Himmel herunterkommenden Sonnengeist. Er verfolgt kein irdisches Wesen; sondern, was da im physischen Leibe wandelte, ist ihm nur das Mittel, um darzustellen, was als der Sonnengeist darin gewirkt hat. Er macht daher auf die Tatsachen aufmerksam, die er verfolgen kann, nämlich, wie die Kräfte des Sonnengeistes wirken. Daher stellt sich manches als gleich heraus bei Matthäus und Markus; aber sie haben beide verschiedene Gesichtspunkte. Matthäus schildert mehr den Hüllencharakter und macht besonders aufmerksam, wie sich in späteren Jahren die Eigenschaften zeigen, welche schon in den ersten Jahren aufgenommen waren; und er beschreibt es auch so, daß man sieht, wie diese Eigenschaften besonders wirken. Der Schreiber des Markus-Evangeliums dagegen benützt förmlich den physisch herumwandelnden Jesus nur, um das zu zeigen, was der Sonnengeist auf der Erde wirken kann. Das geht bis in die Einzelheiten. Wenn Sie die Evangelien wirklich verstehen wollen bis in alle ihre Einzelheiten, so müssen Sie berücksichtigen, daß der Blick der Evangelisten stets auf das gerichtet ist, worauf sie ihn von Anfang an gerichtet haben.

[ 26 ] The writer of the Gospel of Mark tells from the first of the great descending Sun-spirit; he describes no earthly Being; that which walked the earth in human form provided for him only the means by which the nature of the Spirit that worked within it might be revealed. He draws our attention to the facts that appeal most to him, namely, the way in which the forces of the Sun-spirit worked. Hence many of the things related in the Gospels of Matthew and of Mark are the same, but they are told from different points of view. The first describes more the character of the sheaths, showing especially how qualities which were apparent in later years had already been present in early youth, and describing these so that we see how they worked. The writer of the Gospel of Mark, on the other hand, only makes use of the physical Jesus in order to reveal to us the earthly activities of the Sun-spirit. This he does to the smallest detail. If you wish really to understand the Gospels in these details you must bear in mind that the Evangelists fixed their attention on that which had attracted them from the beginning

[ 27 ] Der Schreiber des Lukas-Evangeliums wird daher besonders im Auge behalten, was ihm wichtig ist: den astralischen Leib und den Ich-Träger, was also diese Wesenheit nicht erlebt als äußere physische Persönlichkeit, sondern als Astralleib, der Träger ist von Gefühlen und Empfindungen. Von schöpferischen Fähigkeiten ist ja auch der Astralleib der Träger. Alles Mitleid, alle Barmherzigkeit fließen aus vom Astralleib, und der Christus Jesus konnte gerade jenes barmherzige Wesen sein, weil er den astralischen Leib des nathanischen Jesus hatte. Daher richtet Lukas von Anfang an den Blick auf alle Barmherzigkeit, auf alles, was der Christus Jesus wirken kann, weil er gerade diesen astralischen Leib in sich trägt.

[ 27 ] Hence the writer of the Gospel of Luke keeps his eyes fixed on what is important to him, namely, the astral body and the bearer of the ego. What Christ Jesus experienced as a physical person does not interest him so much, but rather the feelings and perceptions of the astral body and the ego-bearer. All tenderness and compassion come from the astral body, and Christ Jesus could only be the Being of compassion He was, because He possessed the astral body of the Nathan Jesus. So this writer draws attention from the first to the compassion of Christ Jesus, and all the things He could accomplish, because He bore within Him this special astral body.

[ 28 ] Und der Schreiber des Johannes-Evangeliums richtet seinen Blick darauf, daß das Höchste, was auf der Erde wirksam werden kann, das Innere des Sonnengeistes, durch das Mittel des Jesus heruntergetragen wird. Ihn geht auch wieder zunächst nicht das physische Leben an, sondern er hat den Blick auf das Höchste gerichtet, auf den reinen Sonnenlogos, und der physische Jesus ist ihm nur Mittel, um zu verfolgen, wie sich der Sonnenlogos in der Menschheit verhält. Und worauf sein Blick von Anfang an gerichtet war, darauf hat er ihn dann immer gerichtet.

[ 28 ] The writer of the Gospel of John turns his attention to the most exalted Power working on earth—the inner force of the Sun-Spirit, brought down through the instrumentality of Jesus. Neither does the physical life interest him particularly, but he looks to the Highest, to the pure Sun-Logos; the physical Jesus is for him only the means by which he can trace the relationship of the Sun-Logos to man. That which attracts his attention in the beginning, holds it to the end.

[ 29 ] Wir blicken als schlafende Menschen auf unsere äußeren Hüllen, auf den physischen Leib und Ätherleib. In diesen beiden Gliedern leben alle die Kräfte, die von göttlich-geistigen Wesenheiten herkommen, die durch Jahrmillionen und Jahrmillionen gearbeitet haben, um diesen Tempel des physischen Leibes herzustellen. In diesem Tempel haben wir seit der lemurischen Zeit gelebt und haben ihn immer mehr und mehr verschlechtert. Aber utsprünglich ist er uns zugekommen durch die Saturn-, Sonnen- und Mondenzeit hindurch. Da lebten und webten göttliche Naturen darinnen. Und wenn wir auf unseren physischen Leib blicken, können wir sagen: Er ist ein Tempel, den uns zubereitet haben die Götter, jene Götter, die aus der festen Materie uns diesen Tempel haben bereiten wollen. - Und in unserem Ätherleib haben wir etwas vor uns, was allerdings die feineren Substantialitäten der Menschenwesenheit enthält, nur kann sie der Mensch deshalb nicht sehen, weil er durch die luziferischen und ahrimanischen Einflüsse nicht fähig ist, sie zu sehen. In diesem Ätherleib lebt auch, was der Sonne angehört. Da tönt herein, was als die Sphärenharmonie tätig war, dasjenige, was hinter dem bloßen Physischen wahrnehmbar von den Göttern ist. Daher können wir von ihm sagen: Im Ätherleibe leben hohe Götter, und gerade solche, die verwandt sind den Sonnengöttern. - So blicken wir auf physischen Leib und Ätherleib als auf die vollkommensten Glieder unserer Wesenheit. Wenn wir sie im Schlafe verlassen haben, wenn sie von uns gefallen sind, sind sie so, wie sie durchwirkt und durchwebt werden von göttlichen Wesenheiten.

[ 29 ] When we look on sleeping humanity we see our external sheaths, our physical and etheric bodies. In these two members live all the forces that have come to us from divine beings who, through mi1licns and millions of years have worked at erecting this temple of the physical body. In this temple we have lived since Lemurian times, and have defiled it ever more and more. It was constructed for us originally during the Saturn, Sun, and Moon ages of evolution. In it divine beings have lived and worked constructively. Looking at our physical body we can say: This is a temple provided for us by the gods; gods who have constructed this temple for us out of solid substance. And in the ether body we have that which contains the finer substances of our being; we are only unable to see these because through the influences of Lucifer and Ahriman we have become incapable of doing so. In this ether body lives also that which appertains to the Sun in it resound the actively formative Sphere-harmonies which the gods perceive behind all purely physical nature. So of the ether body we can say: Exalted Beings live in it, Gods that are closely related to the Sun-Spirits. In this way we must regard our physical and etheric bodies as the most perfect members of our being. When we have forsaken them in sleep, when they slip from us, they are at once filled with the life and activity of divine beings.

[ 30 ] Auf den physischen Leib, auf den er von Anfang an sein Hauptaugenmerk gerichtet hatte, mußte der Schreiber des Matthäus-Evangeliums beim Christus Jesus auch weiter sein Hauptaugenmerk richten. Aber der materielle physische Leib war gar nicht mehr vorhanden, denn der war mit dem zwölften Jahre aufgegeben. Doch das Göttliche, die Kräfte waren mit hinübergegangen in den anderen physischen Leib des nathanischen Jesus. Daher war dieser physische Leib des Jesus von Nazareth so vollkommen, weil er seinen Leib durchsetzt hatte mit den Kräften, die er aus dem Leibe des salomonischen Jesus mitgenommen hatte. Nun stellen wir uns vor, wie der Schreiber des Matthäus-Evangeliums hinlenkt den Blick auf den sterbenden Jesus am Kreuz. Immer hat er den Blick auf das gerichtet, was er ganz besonders zu verfolgen hat, auf das, was er von Anfang an als seinen Ausgangspunkt genommen hat. Das Geistige verläßt nun den physischen Leib und damit auch dasjenige, was als Göttliches mitgenommen worden war. Auf die Trennung des Inneren des Christus Jesus von diesem Göttlichen in der physischen Natur, darauf hat der Schreiber des Matthäus-Evangeliums den Blick gerichtet. Und die alten Mysterienworte, die da lauteten immer, wenn die geistige Natur des Menschen heraustrat aus dem physischen Leib, um schauen zu können in der geistigen Welt: Mein Gott, mein Gott, wie hast du mich verherrlicht! - er ändert sie dahin, daß er sagt, hinschauend auf den physischen Leib: «Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?» (Matth. 27,46) Du bist von mir weg, hast mich aufgegeben in diesem Moment. - Und der Schreiber des Matthäus-Evangeliums hat auf diesen Moment, auf dieses « verlassen» sein Hauptaugenmerk gerichtet.

[ 30 ] The writer of the Gospel of Matthew keeps the physical body of Christ Jesus before him as his main object through all the Gospel, as it was his main object from the first. The materially physical body, however, no longer existed, this had been given up in its twelfth year; but the divine part—its forces—passed over into the other physical body, that of the Nathan Jesus. The reason why the physical body of Jesus of Nazareth was so perfect was that he had filled it with the forces he derived from the body of the Solomon Jesus. Let us now try to picture in what way the writer of this Gospel regarded the Jesus dying on the cross. He had always kept his attention fixed on that which it was his special mission to describe, that of which he tells in the beginning; but now the spiritual part forsakes the physical body, and what is godlike departs with it. So the attention of the writer of the Gospel is directed to the separation of the inner being of Christ Jesus from this Divinity in His physical nature. And the ancient cry which was always heard in the Mysteries when the spiritual nature of a man forsook his physical body to gaze into spiritual worlds—‘My God, my God, how hast thou glorified me!’—is altered by Matthew; so that with his attention fixed on the physical body he says, ‘My God, my God, why hast thou forsaken me!’ ‘Thou has gone from me! This is what he exclaims. It is on this ‘forsaking’ that the writer of the Gospel of Matthew fixes his attention at this moment.

[ 31 ] Aber der Schreiber des Markus-Evangeliums schildert, wie die äußeren Kräfte der Sonnenaura herankommen, wie die Sonnenaura, der Leib des Sonnenwesens sich verbindet mit dem Ätherleib. Der Ätherleib ist in derselben Lage wie bei uns der Ätherleib im Schlafe. Wie bei uns im Schlafzustande die äußeren Kräfte mit hinausgehen, so gingen sie bei dem physischen Jesus-Tode in gleicher Weise mit. Daher das gleiche Wort im Markus-Evangelium (Mark. 15,34).

[ 31 ] The author of the Gospel of Mark, on the other hand, describes the approach of the external forces of the Sun-Aura, and tells how the Sun-Aura, the body of the Sun-Being unites with the etheric body. This etheric body is in the same situation as ours when we sleep. As our external powers go forth from us when we sleep so they went forth from Jesus at His physical death. Hence we find the same cry in the Gospel of Mark.

[ 32 ] Der Schreiber des Lukas-Evangeliums richtet auch bei dem Christus Jesus-Tode seinen Blick auf das, worauf er ihn von Anfang an gerichtet hat: auf astralischen Leib und Ich-Träger. Und er sagt uns daher nicht dieselben Worte. Er richtet auf die anderen Tatsachen sein Hauptaugenmerk, die sich auf den astralischen Leib beziehen, der in diesem Augenblick die höchste Entfaltung erlebt von Barmherzigkeit, von Liebe. Und er verzeichnet daher die Worte: «Vater, vergib ihnen; denn sie wissen nicht, was sie tun!» (Luk. 23,34) Das ist ein Liebeswort, das allein herauskommen kann aus dem astralischen Leibe, auf den der Schreiber des Lukas-Evangeliums von Anfang an hingewiesen hat. Und was herauskommen kann an Demut und Ergebenheit, das kommt im höchsten Grade heraus aus diesem astralischen Leib, auf den Lukas bis zuletzt seinen Blick richtet. Daher seine Schlußworte: «Vater, in deine Hände befehle ich meinen Geist!» (Luk. 23,46.)

[ 32 ] The writer of the Gospel of Luke also directs his attention at the death of Christ Jesus to that which claimed it in the beginning: to the astral body and ego-bearer. Therefore he does not make use of the same words. His attention is directed mainly to other facts, to facts connected with the astral body, which at this moment attained its climax of compassion and love. Hence he renders the cry as ‘Father, forgive them, for they know not what they do!’ This is an expression of tenderness that could only come from such an astral body as the writer of the Gospel of Luke directs our attention to from the first; and the highest development of humility and devotion resulting from this is what claims his attention at the last. Therefore he gives the last words of Christ Jesus as ‘Father, into Thy hands I commend My Spirit!’

[ 33 ] Und Johannes schildert das, was zwar von der Erde genommen ist, was aber von dem Menschen in der Erdenordnung verwirklicht werden soll: den Sinn der Erdenordnung, der im Sonnenwort liegt. Er hat daher sein Hauptaugenmerk auf das gerichtet, was sich auf Golgatha vom Kreuz herab vollzieht als das Ordnende. Er beschreibt uns, wie in diesem Moment der Christus eine höhere Bruderschaft anordnet, als die ist, die sich auf Blutsverwandtschaft gründet. Die früheren Bruderschaften bestanden durch das Blut. Maria ist die Mutter, die als die Blutsmutter das Kind hatte. Was Seele mit Seele in Liebe vereinigen soll, das wird durch den Christus Jesus angeordnet. Dem Schüler, den er lieb hatte, gibt er nicht die Blutsmutter, sondern er gibt ihm im Geiste die eigene Mutter. So alte Bande erneuernd, was der Menschheit ursprünglich verlorengegangen war, klingt es herunter vom Kreuz im neuen Sinne: «Das ist dein Sohn!» und «Das ist deine Mutter!» (Joh. 19,26-27) Was so als ordnender Sinn neue Gemeinschaften stiftete, das ist das, was als der Sinn des Lebensäthers, der das Leben ordnet, durch die Christus-Tat in die Erde einströmt.

[ 33 ] John tells us of what, though certainly derived from the earth, was to be realized by man in the ordering of the earth, the meaning of earthly organization as it is contained in the Sun-Word. His attention is, therefore, directed mainly to what, as organization, was accomplished from the Cross on Golgotha. He describes to us how at this moment the Christ establishes a higher Brotherhood than that of blood-relationship. The former brotherhood arose through the blood. Mary was the mother of the child according to the blood. But that which was to unite soul with soul in love was inaugurated by Christ Jesus. He gave to the disciple whom He loved not his mother according to the blood, but He gave to him his true mother in Spirit. Thus, renewing old bonds which had been lost to humanity, the words heard from the Cross come down to us in a new sense: ‘Behold thy Son!’ and ‘Behold thy Mother!’

[ 34 ] So haben wir die eine Tatsache, die Christus-Tatsache, hinter alledem, was die Evangelisten schildern, Aber jeder schildert von dem Gesichtspunkte aus, den er von Anfang an eingenommen hat, weil eines jeden Evangelisten Sinn in der Weise in Anspruch genommen war, daß er den hellseherischen Blick auf das richten mußte, wozu er vorbereitet war; und da überhörte er das andere. Daher müssen wir uns sagen: Dieses umfassende Ereignis erscheint uns nicht dadurch widerspruchsvoll, daß es von vier Seiten geschildert ist, sondern wir lernen es dadurch erst kennen, daß wir die vier verschiedenen Seiten zusammenzufassen vermögen. Und wir finden es dann auch durchaus natürlich, warum das Bekenntniswort des Petrus, auf das wir gestern hingewiesen haben, nur im Matthäus-Evangelium stehen kann und warum es nicht in den anderen Evangelien steht. Markus schildert den Christus als Sonnenkraft, als die universelle kosmische Kraft, die da wirkte - nur in einer neuen Weise - in die Erde herein. Also die majestätische Kraft der Sonnenaura in ihren elementarischen Wirkungen schildert Markus. Und das Lukas-Evangelium schildert, indem es das Innere des Christus Jesus schildert, den astralischen Leib vorzugsweise, die einzelne menschliche Individualität, wie der Mensch für sich lebt. Denn im Astralleib lebt der Mensch für sich, da hat er seine eigene, tiefste Eigenheit, da wächst er in sich selber. In bezug auf den astralischen Leib ist der Mensch zunächst nicht gemeindebildend; die gemeindebildende Kraft, wodurch der Mensch mit anderen Menschen in Beziehung tritt, ist im Ätherleib. Lukas hat daher keine Gelegenheit, keine Veranlassung, von irgendeiner zu gründenden Gemeinschaft zu reden. Und der Schilderer der Ich-Wesenheit, der Schreiber des Johannes-Evangeliums erst recht nicht.

[ 34 ] That which as organizing quality lay here at the foundation of a new kind of fellowship is contained in the Life-ether, which organizes life, and which streamed into the earth in the Deed of Christ. Thus, behind all that the Evangelists tell us, we have a single act—the Deed of Christ; but each tells of it from the point of view which he took up from the beginning. The reason is that each of the Evangelists was absorbed in what his clairvoyant vision revealed to him and which he was fitted to receive; the rest passed him by. We now realize that this all-comprehensive event, which is described to us from four sides, is not full of contradictions. Once we are able to gather these different points of view into one we learn to understand it just because it is so described. It then also seems quite natural that the confession of Peter, with which we dealt in the last lecture, is only found in the Gospel of Matthew, and not in the others. Mark describes the Christ as the Sun-Force, as a universal cosmic force at work in the world, which is now to work in a new way. It is the majestic power of the Sun-Aura in its elemental activity of which he tells. Luke, in speaking of the inner nature of Christ Jesus, describes preferably the astral body, the single human individual, man as he lives in himself; for it is in the astral-body that man lives in himself, here in his deepest individuality, here he develops within his inner self. Man does not form fellowships primarily by means of his astral body; the community-building capacity by which he enters into relationship with other men appears in the etheric body. Luke has, therefore, no inclination to tell us of the founding of any fellowship. Neither has the writer of the Gospel of John, who describes to us the ego-being.

[ 35 ] Dagegen hat der Schreiber des Matthäus-Evangeliums, der uns den Christus Jesus als Menschen schildert, ganz besondere Veranlassung, auch diejenigen Verhältnisse zu schildern, die sich als die menschlichen Ereignisse dessen herausstellen, daß einmal der Gott in Menschengestalt gewandelt ist. Was da der Gott als Mensch unter Menschen hat stiften können, als Verhältnisse unter Menschen, die man als Gemeinde, als eine zusammengehörige Ganzheit bezeichnen kann, das mußte der Evangelist besonders schildern, der den Christus Jesus in seiner menschlichsten Wesenheit schildert, weil er seinen Blick von Anfang an darauf gerichtet hat, wie der Christus als Mensch wirkt durch das, was er nimmt aus dem physischen Leib und Ätherleib. So werden wir es, wenn wir inneres Verständnis dafür haben, auch natürlich finden, daß diese viel angefochtenen Worte nur im MatthäusEvangelium vorkommen: «Du bist Petrus, und auf diesen Felsen will ich bauen meine Gemeinde» (Matth. 16,18). Und wenn wit die vielen Diskussionen der heutigen Theologen der verschiedensten Schattierungen in bezug auf diese Worte des Matthäus-Evangeliums überblikken, finden wir eigentlich immer nur ganz eigentümliche, eigenartige Gründe für die Annahme oder Ablehnung dieser Worte, auf keiner Seite aber ein Verständnis für den tieferen Sinn. Die, welche sie ablehnen, tun es, weil die äußere Gemeinschaft der katholischen Kirche sie vertritt, weil die äußere Einrichtung der katholischen Kirche darauf begründet worden ist. Damit können sie vielleicht mißbraucht werden; aber das ist kein Beweis dafür, daß sie erst zugunsten der katholischen Kirche hineingeflochten sein sollen. Die, welche sie bekämpfen, wissen im Grunde auch nichts Besonderes dagegen vorzubringen, weil sie die Verdrehungen nicht sehen. Da sind dann die Herren in einer ganz merkwürdigen Lage. So schildert einer, das MarkusEvangelium sei das ursprünglichste von allen vier Evangelien; dann seien das Matthäus- und das Lukas-Evangelium dazu gekommen, die von dem Markus-Evangelium in einer gewissen Weise abgeschrieben und ergänzt worden seien; und es wäre nun erklärlich, da der Schreiber des Matthäus-Evangeliums abgeschrieben habe, daß er Verschiedenes dazu geschrieben habe, und ebenso der Schreiber des LukasEvangeliums. Dem Schreiber des Matthäus-Evangeliums sei es besonders eingefallen, weil er die Gemeinde stützen wollte, jene Worte hineinzufügen: «Du bist Petrus, und auf diesen Felsen will ich bauen meine Gemeinde.»

[ 35 ] But Matthew, who describes Christ Jesus as man, has special inducement to speak of those human relationships established by the God Who once and only once dwelt within a human form. He is constrained to lay special stress on the relationships, the fellowships that God, as man, was able to establish among men, a relationship which could be regarded as a ‘Community,’ as an association in which many dwell together. The human aspect of Christ Jesus is what he describes, because this was the aspect to which he turned his attention in the beginning, and he shows how Christ worked as man through the physical and etheric body he had assumed. When we have gained an inner understanding of this, we find it natural that the expression which has stirred up so much controversy, ‘Thou art Peter, and on this rock will I establish my community’ could only be found in the Gospel of Matthew. When we look at all the discussions of modern theologians of most varied schools concerning these words, we really only find particular and unique reasons for accepting them or rejecting them; nowhere, however, do we find an understanding for their deeper meaning. Those who reject them do so because the external community of the Catholic Church upholds them; for the external organization of this church is founded on them. That they are misused in this sense is no proof that they were originally introduced to support the Catholic Church. Those who reject them do not really know what to bring forward against them, for they do not see the misinterpretations. These gentlemen are in a strange position. Some state that the Gospel of Mark is the original Gospel, that to it was then added those of Matthew and Luke, which, they say, are to some extent copied and enlarged from it, and that it had occurred to the writers of the Gospel of Matthew, and of Luke, to insert these words. They specially state this with regard to the Gospel of Matthew, because they say he wished to support the idea of the community by inserting the words: ‘Thou art Peter, on this rock I will found my community.’

[ 36 ] Allerdings manchen Worten gegenüber nützt da die Textüberlieferung nicht, weil man an gewissen alten Texten nicht nachweisen kann, daß diese oder jene Worte darinnenstehen. Aber bei diesen Worten des Matthäus-Evangeliums ist es nun so, daß sie zu dem gesichertsten Gut der Evangelien gehören; denn hier haben wir nicht einmal eine philologische Möglichkeit, sie zu bezweifeln. Es sind manche Worte durch die wirklich recht komplizierte Überlieferung zu bezweifeln; aber gegen die Worte des Petrus-Bekenntnisses: «Du bist Christus, der Sohn des lebendigen Gottes» und gegen die anderen Worte: «Du bist Petrus, und auf diesen Felsen will ich bauen meine Gemeinde, und die Pforten der Hölle sollen sie nicht überwältigen», dagegen läßt sich vom Standpunkt einer Philologie nichts einwenden. Und Einwände dagegen werden auch nicht gemacht. Es gibt nirgends einen Text, von dem aus dagegen Einwendungen gemacht werden könnten. Von den Texten, die in der neueren Zeit gefunden worden sind, hätte man vielleicht hoffen können, daß sich Einwendungen daraus ergeben; aber man kann gerade bei diesen Texten die betreffende Stelle nicht lesen, weil jener Teil sehr korrumpiert ist. So wenigstens ist das philologische Ergebnis. Natürlich müssen Sie sich dabei auf das verlassen, was diejenigen berichten, die diese Handschriften gesehen haben.

[ 36 ] In any case parts of the text are of little help in the rendering of certain passages, because it is impossible to say regarding some ancient texts that this or that is the word actually used; but as regards these words in the Gospel of Matthew it is a fact that they belong to what is most certain in it, for here we have no possible philological reason for doubt. Many sayings may be open to doubt in such complicated communications, but from the standpoint of philology no objections can be brought against these two statements ‘Thou art the Christ, the Son of the living God,’ and the other, ‘Thou art Peter, on this rock will I build my community, and the gates of hell shall not prevail against it.’ No text exists to which objections can be made in respect of these sayings. Perhaps it was hoped that from texts more recently discovered some contradiction of these words might be found, but the passages to which I refer are not found in these texts, portions of which are very much perished.

[ 37 ] So können wir von dieser Stelle nicht einmal behaupten, daß es eine andere Wiedergabe wäre. Diese Worte gehören auch nach der äußeren Philologie zu dem Gesichertsten, und wir begreifen gar wohl, warum sie dazu gehören nach der ganzen Natur des Matthäus-Evangeliums. Da sehen wir, wie der Christus Jesus so recht als Mensch geschildert wird. Und wenn wir diesen Schlüssel gewonnen haben, werden wir überall, wo wir wollen, anklopfen können: wir werden das Matthäus-Evangelium verstehen. Und wir werden auch die Gleichnisse verstehen, welche der Christus Jesus zu seinen Jüngern und auch zu den mehr Außenstehenden spricht.

[ 37 ] This at least is the outcome of philological research. Naturally you must rely on what is reported by those who have seen these documents. Of this passage we can state that no other rendering of it is possible, and from the whole nature of the Gospel of Matthew we can well see that this must be so. Christ Jesus is here described as a man. Once we have this key we can understand the Gospel of Matthew and we can also understand the parables told by Christ Jesus to His disciples and to those who were outside his immediate circle.

[ 38 ] Wir haben gestern gezeigt, wie sich der Mensch entwickelt von unten nach oben, wie er hinaufwächst bis zur Bewußtseinsseele, die in der Menschenwesenheit als Blüte entfaltet wird, wie er so sich hinaufentwickelt, daß ihm entgegenkommt der Christus-Impuls. Was durch die fünf Kulturepochen gegeben ist, Ätherleib, Astralleib, Empfindungsseele, Verstandes- oder Gemütsseele, Bewußtseinsseele, diese fünf Glieder der Menschennatur wachsen von unten herauf. Sie kann der Mensch so benutzen, daß er sie ausbildet, entwickelt, gebraucht so, daß sie in sich jenen Inhalt haben, der es möglich macht, daß sie, wenn die Zeit gekommen ist, von dem Christus-Impuls durchdrungen werden können. Die Menschheit kann sich so entwickeln, daß in der Zukunft alle Menschen des Christus teilhaftig werden können. Aber sie müssen diese fünf Glieder von unten nach oben in entsprechender Weise ausbilden. Wenn sie das nicht tun, werden sie nicht reif werden, den Christus zu empfangen. Wenn sie sich durch die verschiedenen Inkarnationen nicht kümmern um diese Glieder, sie nicht ausbilden, um den Christus zu empfangen, dann kann der Christus kommen - sie können sich mit ihm nicht verbinden, sie haben «kein Öl auf ihre Lampen gegossen»! Diese fünf Glieder kann man auch ohne Öl lassen. Alle diejenigen, die kein Öl auf ihre Lampen gegossen haben, sind dargestellt durch ein schönes, wunderbares Gleichnis in den «fünf törichten Jungfrauen», die, weil sie nicht zur rechten Zeit ihre Lampen mit Öl versorgt haben, sich nicht mit dem Christus vereinigen können; die fünf aber, die das Öl haben, können sich in der richtigen Stunde mit dem Christus vereinigen (Matth. 25,1-13). Alle diese Gleichnisse, die sich auf Zahlen begründen, sind tief hineinleuchtend in jenen Impuls, den der Christus den Menschen bringen konnte.

[ 38 ] In the last lecture we showed how man evolves upwards from below until he unfolds the spiritual-soul like a blossom, until he has developed so far that the Christ-impulse comes to meet him. The five principles of human nature which developed in man during the five epochs of civilization—the ether body, astral body, sentient-soul, rational-soul, and spiritual-soul evolve upwards from below. These can be so used, trained, and developed that they acquire what makes it possible for them—when the time is ripe—to be permeated by the Christ-impulse. In future ages all humanity will be able to develop so that they can participate in the Christ, but they must first develop fittingly these five principles of their being from below. If this is not done, if through succeeding incarnations they do not concern themselves with the development of these principles, then the Christ can come to them; but they cannot unite themselves with Him. They have no oil in their lamps These five. principles may be left without oil. Those who have poured no oil into their lamps are represented very beautifully in the parable of ‘the five foolish Virgins.’ Those who had not attended to their lamps in time could not unite themselves with Christ; but the other five who had put oil in their lamps could in the right hour do so. All the parables founded on numbers are profoundly illuminating as regards the impulse brought by Christ to men.

[ 39 ] Und weiter. Denjenigen, die von außen seine Lehre ansahen, machte er klar, wie sie ja manches Äußere auch nicht bloß materiell betrachten, nicht bloß nach dem, was es unmittelbar ist, sondern als ein Zeichen für etwas anderes. Er wollte sie hinweisen auf ihr eigenes Denken, auf ihre eigene Art des Denkens. Er ließ sich eine Münze geben, zeigte ihnen das Bild des Kaisers darauf, um sie aufmerksam zu machen, daß mit der Münze noch etwas Besonderes ausgedrückt wird, was nicht in dem bloßen Metall liegt, nämlich die Zugehörigkeit zu einer besonderen Herrschaft, zu einem bestimmten Herrscher. «Was daran des Kaisers ist, das gebt dem Kaiser, das ist des Kaisers», und das liegt im Bilde, nicht im Metall. Aber lernt, wollte er sagen, auch so den Menschen betrachten und, was an ihm ist, als den Träger und Tempel des lebendigen Gottes. Betrachtet den Menschen nur so, wie ihr eine Münze betrachtet; lernt in dem Menschen das Bild des Gottes erblicken, dann werdet ihr erkennen, wie der Mensch zu dem Gotte gehört (Matth. 22,15-22).

[ 39 ] Further, He makes it clear to those who regard His teaching outwardly, that many external thing must not be considered merely in a material sense, or in the most obvious way, but rather as symbols for something else. He wishes to point out to them the nature of their own thoughts. He asks for a coin, and showing them the likeness of Caesar imprinted on it, points out that something more is expressed by the coin than is merely contained in the metal, namely, its connection with a certain ruler, with a certain Empire. ‘What in this belongs to Caesar, render to him; it is his, and is contained in his likeness on the coin, not in the metal itself.’ ‘But learn,’ He also wished to teach them, ‘to regard men, and what is in them, in a like manner, for they are the temples of the living God. Look on men as you would look on a coin, learn, that in them you see the image of God; you will then know that they belong to God.’

[ 40 ] ‚Alle diese Gleichnisse haben noch eine tiefere Seite als die Trivialseite, die man gewöhnlich nimmt. Und man findet die tiefere Seite, wenn man weiß, daß der Christus nicht so Gleichnisse gebrauchte, wie sie heute in unserer zeitungspapierenen Zeit so oft gebraucht werden. Sondern der Christus gebraucht sie so, daß er sie herausgebiert aus der ganzen Menschennatur, daß der Mensch, wenn er sie ausdenkt, sie ausdehnt auf seine ganze Natur, gezwungen sein würde, das, was er gewohnt ist zu tun, überall so zu tun, wie es sich auf dem einzelnen Gebiete gehört. Gerade so müßte man es dem Menschen zeigen, wie er mit seinem Denken von dem einen auf das andere Gebiet hinübergehen muß, wenn man ihm zeigen wollte, wie etwas als unsinnig sich darstellen kann.

[ 40 ] All these parables have a much deeper meaning than the trivial one generally accepted. We learn this when we know that Christ did not make use of parables as is customary in the literature of the day. In making use of them He directs them to the whole nature of man, obliging people when they think them out to apply them to their whole nature, not to its separate parts. In this way He shows how, if they are to be shown that something is irrational, they must learn to pass with their thoughts from one realm to another.

[ 41 ] Als zum Beispiel Leute zum erstenmal aufgetreten sind und allerlei «Sonnenmythen» ausgedacht haben für Buddha, für Christus und so weiter, da wurde es endlich einem zu bunt. Und heute geschieht es ja wieder, daß man alle solche Gestalten als «Sonnenmythen» darstellt. Da sagte der Betreffende: Mit dieser Methode, daß man in äußerlicher Weise Mythenbilder, Sternzeichen anwendet auf dieses oder jenes große Ereignis, kann man alles mögliche machen. Wenn jemand kommt und nachweist, daß in der Bedeutung des ChristusLebens ein Sonnenmythos liege, um daraus zu beweisen, daß der Christus Jesus nicht gelebt habe, dann kann man auch mit dieser Methode beweisen, daß es nie einen Napoleon gegeben hat. Und das kann man auf die leichteste Art machen, indem man sagt: Napoleon hat den Namen des Sonnengottes Apollon. Nun bedeutet ein «N» vor dem Namen im Griechischen nicht eine Verneinung, sondern eine Verstärkung; daher wäre Napoleon - N’Apollon - sogar eine Art Über-Apollon. Dann kann man weitergehen und eine merkwürdige Ähnlichkeit finden. Denken Sie daran, was der Erfinder des nichtexistierenden Jesus, der deutsche Philosophieprofessor Drews, herausfindet als Ähnlichkeit solcher Namen wie Jesus, Joses, Jason und so weiter. So kann man merkwürdige Namenanklänge herausfinden zwischen der Mutter des Napoleon, Lätitia, und der Mutter des Apollon, Leto. Man kann weitergehen und sagen: Apollon, die Sonne, hat um sich zwölf Sternbilder - Napoleon hatte um sich zwölf Marschälle, die nichts weiter sein sollen als symbolische Ausdrücke für die sich um die Sonne herumgliedernden Tierkreisbilder. Aber nicht umsonst hat der Held des Napoleon-Mythos gerade sechs Geschwister, so daß Napoleon mit seinen Geschwistern zusammen sieben ergibt, wie auch die Planeten sieben an der Zahl sind. Also hat Napoleon nicht gelebt!

[ 41 ] For example, people have thought out all kinds of Sun-myths in connection with Buddha, Christ, and others. It became at last too much for one person. He said therefore: ‘With these methods of applying Myths and Constellations to any great event, it is possible to do anything. If someone comes and points out that in the life of Christ we have a Sun-myth, in order to show that Christ Jesus never lived, one can also assert by such methods that Napoleon never lived, and can easily prove it. We might say: In the name of Napoleon we have a rendering of “Apollo”, the initial “N” does not represent a negative in Greek but an intensification; hence Napoleon is N'Apollo—a kind of “Super-Apollo”. The resemblance can be carried still further by the individual who sets out to prove the non-existence of Jesus. A resemblance is found by the German Prof. Drews between the names Jesus, Joses, Jason, etc., etc. Marvellous connections can also be discovered between the name of Napoleon's mother, Letitia, and Leto, the mother of Apollo; further, that Apollo—the Sun—had twelve constellations around him; Napoleon had twelve Marshals, who are nothing more than symbolic expressions for the Zodiacal signs surrounding the sun. It is not unimportant that the hero of the Napoleon myth had six brothers and sisters, he making the seventh, just as the planets are seven in number. Behold, therefore, Napoleon did not live!

[ 42 ] Das ist eine sehr geistreiche Satire auf die symbolischen Ausdeutungen, die heute eine so große Rolle spielen. Die Menschen lernen ja im Grunde niemals; denn sonst müßten sie wissen, daß nach derselben Methode, die auch heute wieder angewendet wird, schon längst gezeigt worden ist, daß zum Beispiel Napoleon nie gelebt hat. Aber die Menschheit lernt nichts; denn nach derselben Methode wird auch heute wieder bewiesen, daß Jesus nie gelebt hat.

[ 42 ] This is a very clever satire on the symbolic explanations so frequently employed. Men never really learn, otherwise they would have known that according to these methods—which they even employ to-day—it would have been proved long since that Napoleon, for example, never lived. But humanity never learns, for according to the same methods it is proved again to-day that Jesus never lived.

[ 43 ] Diese Dinge also zeigen, daß es allerdings notwendig ist, mit Vorbereitung, auch mit innerer Vorbereitung an das heranzutreten, was uns die Evangelien erzählen von dem größten Ereignis der Welt. Und wir müssen uns auch darüber klar sein, daß hierin gerade Anthroposophen recht leicht sündigen können. Auch die anthroposophische Bewegung ist keineswegs frei gewesen von jenem Spielen mit allerlei Symbolen, die aus den Sternenwelten genommen sind. Ich wollte daher gerade in diesem Vortragszyklus da, wo ich auch über die großen Ereignisse in der Menschheitsentwickelung in bezug auf ihre Darstellung in der Sternensprache gesprochen habe, zeigen, in welch wirklich richtiger Weise die Sternensprache gebraucht wurde, wo man die Zusammenhänge wirklich verstand.

[ 43 ] Such things show how necessary it is that we should not approach what the Gospels have to tell concerning the greatest Event in all the world, without preparation. We must realize also that it is exactly here that Anthroposophy ma so easily go wrong. For even our movement is by no means free from playing with all kinds of Symbolism drawn from the world of the stars. I wished, therefore, especially in this cycle of lectures, where I have spoken of the greatest Event in human evolution as having been revealed in the language of the stars, to point out the true way in which this language is employed when what is referred to is really understood.

[ 44 ] Treten Sie mit solcher Vorbereitung heran an das, worauf sich die Evangelien zuspitzen. Ich habe schon hingewiesen auf die Taufe und auf die Lebens- und 'Todesgeschichte als auf die zwei Etappen der Einweihung. Ich habe nur noch hinzuzufügen, daß der Christus Jesus, nachdem er seine Jünger dahin geführt hat, wo sie schauen konnten das Heraustreten des innersten Menschenwesens in den Makrokosmos, wo sie durch den Tod hindurch schauen konnten, daß er auch da nicht vorführt eine Auferstehung in jenem trivialen Sinne, wie es so vielfach verstanden wird. Sondern es ist durchaus im Sinne des Matthäus-Evangeliums - nehmen Sie nur die Worte und verstehen Sie sie wirklich, gerade wie es auch im Johannes-Evangelium deutlich gezeigt wird -, daß das Wort des Paulus wahr ist. Er hat den Christus als den Auferstandenen gesehen durch das Ereignis von Damaskus, und er betont es noch besonders, daß ihm dasselbe zuteil geworden ist, was den anderen Brüdern, den Zwölfen und den Fünfhundert, auf einmal zuteil geworden ist (1.Kor. 15,3-8). So, wie er den Christus gesehen hat, so haben ihn die anderen nach der Auferstehung gesehen.

[ 44 ] With this preparation, let us approach the scene in which the Gospels culminate. I have already referred to the baptism and the history of the life and death of Christ Jesus as two stages of initiation. To this I have only to add that after He had led His disciples to.the point where they could perceive the going forth of the innermost being of a man into the Macrocosm, where they could see beyond death, He accomplished a resurrection before them, but not in the trivial sense in which it is often understood. This took place absolutely as told in the Gospel of Matthew. Let us take the words just as they stand—and as clearly stated also in the Gospel of John—and understand that what Paul says is true when he tells us: Through what he had experienced on the way to Damascus, he had seen the Christ, as the Risen One! Paul lays special stress on the fact that what was revealed to him was the same as was revealed to the other brethren, to the twelve, and to the five hundred also, at one time. The Christ was seen by him, as others saw him after the resurrection.

[ 45 ] Das wird uns hinlänglich angedeutet, indem erzählt wird im Evangelium, daß Maria von Magdala, die den Christus erst vor ein paar Tagen gesehen hat, ihn nach der Auferstehung sieht und ihn für den Gärtner hält, weil sie keine Ähnlichkeit mit ihm findet (Joh. 20, 11-18). Würde er wirklich so ausgesehen haben, wie er vor ein paar Tagen ausgesehen hat, so wäre das ausgeschlossen; dann wäre es eine abnorme Tatsache. Denn niemandem werden Sie zutrauen, daß er einen anderen, den er vor einigen Tagen gesehen hat, nach ein paar Tagen in derselben Gestalt nicht wieder erkennen würde. Daher müssen wir uns darüber klar sein, daß in der Tat eine Veränderung vor sich gegangen ist. Und wenn wir die Evangelien genau verfolgen, erscheint uns als ein notwendiges Ergebnis, daß wir uns klar sind, daß durch die ganzen Vorgänge in Palästina, durch das Mysterium von Golgatha die Augen der Jünger aufgetan wurden und daß sie den Christus so erkennen konnten, wie er war als der die Welt durchwebende und durchwirkende Geist, wie er war, nachdem er den physischen Leib der Erde übergeben hatte, aber ebenso wirksam, wie er im physischen Leibe war, jetzt für die Erde verblieb.

[ 45 ] This is amply indicated in the Gospels, where we read that Mary of Magdala, who had seen the Christ a few days before, seeing Him after the resurrection takes Him to be the gardener, for she finds no resemblance to Him she had known before. If He had really looked as He had a few days before, it would have been impossible for in this case it would have been an abnormal fact. No one would believe you if you said that you could not recognize someone you had seen a few days before, if he reappeared in the same form a few days later. We have, therefore, to realize clearly that a change had in fact taken place. Reading the Gospels closely we arrive at the necessary conclusion, that through all that had taken place in Palestine, through the Mystery of Golgotha, the eyes of the disciples had been opened, and that they were able to recognize the Christ as He was, as the Spirit penetrating, and working, through the whole world. They recognized Him for what He was, after He had given over His physical body to the earth, and saw that He remained just as powerfully active for the earth as He had been before.

[ 46 ] Das zeigt auch das Matthäus-Evangelium hinlänglich, sogar mit den bedeutsamsten Worten, die wir vielleicht überhaupt in einer Urkunde finden können. Es zeigt uns ganz klar, daß darauf hingewiesen werden sollte: Einmal war da der Christus in einem physischen Menschenleib; aber dieses Ereignis ist nicht bloß ein Ereignis, es ist eine Ursache, ein Impuls. Von da aus geht eine Wirkung. Das Sonnenwort, die Sonnenaura, wovon Zarathustra einst sprach als von einem außerhalb der Erde Vorhandenen, das ist durch das Christus JesusLeben etwas geworden, was mit der Erde vermählt, verbunden ist und verbunden bleiben wird. Vorher war nicht dasselbe mit der Erde verbunden, was nachher mit ihr verbunden war,

[ 46 ] All this is made amply clear to us in the Gospel of Matthew, in words perhaps the most remarkable to be found in any document. We are clearly shown that the writer of this Gospel desires to inform us: Christ appeared once upon a time in a human physical body, but this event is not merely an event, it is an Impulse—an Original Cause. It has results, it has an effect. The Sun-Word or Sun-aura, of which Zarathustra once spoke as being outside the earth, has through the life of Christ Jesus become united with the earth, and has remained so. Before this, what was later united with the earth was not so united with it.

[ 47 ] Diese Tatsache zu verstehen, geziemt uns Anthroposophen. Daher begreifen wir also, daß der auferstandene Christus der war, der sich als Geist verständlich gemacht hatte den hellsehend gewordenen Augen der Jünger, der hinweisen konnte, wie er jetzt als Geist durchwebt das Erdendasein, und sagen konnte: «Gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker, und taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, und lehret sie alles halten, was ich euch befohlen habe! Und siehe, Ich bin bei euch alle Tage bis ans Ende der Erdenzeit» (Matth. 28,19-20). Das soll uns die Geisteswissenschaft zum Verständnis bringen, was damals begonnen hat, daß mit der Erdenaura verbunden worden ist die Sonnenaura und daß es zu sehen ist für den, dessen Geistesauge geöffnet ist, und daß diese Sonnenaura in der Erdenaura, die für Paulus sichtbar geworden ist, zu hören ist, wenn sich unser inneres Ohr so aufschließt, daß es hört das Sonnenwort, wie es hörbar wurde für den durch den Christus Jesus selbst eingeweihten Lazarus. Dazu soll die Geisteswissenschaft da sein, um uns darauf vorzubereiten, daß dies eine Tatsache ist. Die Geisteswissenschaft ist eine Interpretin dessen, was geschehen ist in bezug auf die geistige Entwickelung der Welt. Und indem sie das ist, wird sie in Wirklichkeit stiften, was auch der Christus Jesus, und zwar auch im Sinne des Matthäus-Evangeliums, stiften wollte. Ein Wort aus dem Matthäus-Evangelium wird gewöhnlich ganz falsch übersetzt, das schöne, herrliche Wort: «Ich bin nicht auf diese Erde herabgestiegen, um von dieser Erde wegzuwerfen den Frieden, sondern um wegzuwerfen das Schwert!» (Matth. 10,34). Das schönste, wunderbarste Friedenswort ist leider im Laufe der Zeit in sein Gegenteil verkehrt worden. Um die Erde allmählich von dem zu erlösen, was Unfriede, Disharmonie in die Menschheit bringt, dazu hat sich dem geistigen Erdendasein eingeprägt die Christus-Wesenheit. Und die Geisteswissenschaft wird Frieden stiften, wenn sie in diesem Sinne sozusagen wahrhaft christlich sein kann, daß sie die Religionen vereinigt. Und sie kann nicht nur das, was in unseren nächsten Gegenden ist, vereinigen, sie kann über den ganzen Erdkreis hin wirklich Frieden stiften, wenn sie die Tat des größten Friedenstifters versteht. Es ist gewiß nicht im Sinne des größten Friedenstifters, daß fanatische Menschen von einem Teil der Erde zum anderen gehen und eine engbegrenzte Christus-Lehre einem ganz anderen Volk aufdrängen, das nichts hat von den Bedingungen für eine Christus-Lehre in der Form, wie sie sich bei einem anderen Volke ausgeprägt hat. Große Fehler werden gemacht, wenn die Christus-Lehre, wie sie sich gerade da oder dort ausgeprägt hat, in unserer Zeit etwa nach dem Orient übertragen werden sollte. Denn wir als Anthroposophen haben oftmals darauf hingewiesen, daß der Christus nicht nur den «Christen» gehört, und daß es im Grunde genommen dasselbe Wesen ist, auf das Zarathustra hindeutet als auf Ahura Mazdao und auf das die sieben indischen Rishis hingedeutet haben als auf Vishva Karman. Wir stehen im Westen und wissen, wie vom Christus die Rede ist, wenn im Osten andere Worte gebraucht werden.

[ 47 ] It is fitting that we Anthroposophists should understand this fact. We then also understand that it was the risen Christ Who revealed Himself to the eyes of the disciples, now become clairvoyant, and showed them how as Spirit He was now interwoven with the earth and could say to them: ‘Go forth and make disciples of all the nations, baptizing them in the name of the Father, the Son, and the Holy Spirit, and teaching them to observe all things whichsoever I commanded you! and lo! I am with you always, even unto the end of the Earth-age!’ It is the mission of Spiritual Science to help us to understand what was then beginning; that the Aura of the earth has been united with the Sun-Aura, and that it can be seen by those whose spiritual eyes are opened, that this Sun-Aura, in the Earth-Aura, which was visible to Paul, can also be heard when our inward ears are opened to hear the Sun-word as it was heard by Lazarus, he who had been initiated by Christ Jesus Himself. The purpose of Spiritual Science is to interpret these facts to us. It has also to interpret for us what has taken place with regard to the spiritual evolution of the world. In doing this Spiritual Science actually establishes that which Christ Jesus desired to establish, and does so in the sense of the Gospel of Matthew. There is one very beautiful saying in the Gospel of Matthew that is generally wrongly translated. The saying: ‘I am not come down to remove peace from earth, but to remove the sword.’ This most beautiful message of peace has unfortunately in the course of time been changed into its very opposite. In order gradually to deliver the earth from that which brings strife and disharmony among men, the Christ-Being had impressed Himself—His own nature—on the spiritual life of the Earth. Spiritual Science will establish peace when, in this sense, she has become so truly Christ-like that she unites all religions. She can then unite not only what is in our immediate neighbourhood, but when the act of the greatest of all Peacemakers is understood, she can establish peace over the whole earth. It is certainly not in accordance with the greatest Peacemaker that fanatical people should go from one part of the earth to another and impose a narrow Christian teaching on a people whose conditions make such a teaching unsuitable in the form it has taken among another people. Great mistakes were made when teaching concerning Christ was carried over to the East in our time, and imposed on people here and there. It has often been pointed out to you as Anthroposophists that the Christ does not belong only to Christians; that in reality the same being was referred to by Zarathustra when he spoke of Ahura Mazdao, and by the seven Indian Rishis when they spoke of Vicva Karman. We live in the West, and we know that it is Christ who is spoken of, when in the East other words are used.

[ 48 ] Wir wollen den Christus auch so verstehen, daß dieses Verständnis vereinbar ist mit der Menschheitsevolution, mit dem weiteren Fortschreiten der Menschen. Und wir sind uns klar darüber, daß uns über den Christus nicht Urkunden und Erkenntnisse Aufschluß geben können, welche den Christus ablehnen; sondern nur diejenigen können uns Aufschluß geben, welche den lebendigen Einfluß des Christus selber bewußt in sich tragen können. Und wir wissen, wenn wir in der rechten Weise anderen Völkern, die den Christus ablehnen, in unserem christlichen Sinne von Vishva Karman, von Ahura Mazdao sprechen, daß sie uns verstehen, wenn wir ihnen auch keine Namen aufdrängen, und daß sie von sich selber aus zum Christus-Verständnis vordringen werden. Wir wollen ihnen Christus dem Namen nach nicht aufzwingen. Wir sind uns klar darüber, wenn wir nicht nur Anthroposophen, sondern Okkultisten sind, daß Namen ganz gleichgültig sind, daß es auf die Wesenheit ankommt. Könnten wir uns nur in einem Augenblick davon überzeugen, daß wir die Wesenheit, die in dem Christus ist, bezeichnen dürften mit einem anderen Namen, so würden wir es tun. Denn um die Wahrheit ist es uns zu tun und nicht um unsere Vorliebe, weil wir auf irgendeinem bestimmten Fleck der Erde stehen und irgendeinem Volke angehören. Aber man soll uns auch nicht sagen, daß man mit Mitteln, die nicht geeignet sind — weil sie sich selber dem Einfluß des Christus entzogen haben -, den Christus begreifen kann; das ist jedem unmöglich. Man kann den Christus auch bei den anderen Nationen finden, aber man muß ihn studieren mit den Mitteln, die von dem Christus selber fließen.

[ 48 ] We strive to understand the Christ so that this understanding is in accordance with human evolution—with the further progress of humanity. And we clearly realize that neither discernment nor revelation can give us information concerning Christ which turns men from Him, that only those things vouchsafe information to us concerning Him, which consciously bear within them the living content of Christ Himself. And we know when we speak in the right way of Vicva Karman and Ahura Mazdao to those who deny Christ—when we do not force names on them—that they can attain of themselves to an understanding of the Christ. We do not wish to force the Christ on them in name, we realize clearly when we are not only Anthroposophists but Occultists that names mean little, that it is the Being that matters. Were we convinced but for a moment that we could express the being who is in the Christ by any other name we would do so What we are concerned with is the truth, not with our prejudices because of living in one corner of the earth and belonging to one people. It must not be said of us that we understand the Christ through means not fitted to an understanding of Him, because outside His influence, this would be impossible for anyone. Christ can be found also by other nations, but He must be sought by means derived from Himself.

[ 49 ] Niemand darf den Anthroposophen etwas vorwerfen, wenn sie das Christentum nicht mit solchen Formen studieren wollen, die nicht aus dem Christentum selbst genommen sind. Man kann nicht mit orientalischen Namen den Christus begreifen ; man sieht dann den Christus gar nicht, man sieht daneben vorbei und glaubt ihn vielleicht zu sehen. Und was würde es denn sein, wenn man uns zumuten würde, daß wir auf theosophischem Felde von orientalischer Anschauung aus den Christus begreifen sollten? Wir müßten uns auflehnen dagegen, daß der Christus aus dem Orient gebracht werden würde! Das wollen wir nicht; aber man würde uns dadurch zwingen, den Okzident nach dem Orient zu bringen und den Christus-Begriff darnach zu formen. Das kann und darf nicht sein, nicht aus Aversion, sondern weil die orientalischen Begriffe, die einen älteren Ursprung haben, nicht ausreichen, den Christus zu begreifen, weil der Christus ganz und gar nur zu begreifen ist aus jener Linie der Evolution heraus, in welche hineinfällt zunächst Abraham, dann Moses. Aber in Moses ist eingezogen die Wesenheit des Zarathustra. Und dann müssen wir den Zarathustra weiter suchen, wie er sich erstreckt in seinem Einfluß auf den Moses. Und weiter müssen wir den Zarathustra nicht in den alten Schriften des Zarathustrismus suchen, sondern wie er sich von selber wiederverkörpert in dem Jesus von Nazareth. Auf die Entwickelung müssen wir schauen! So müssen wir auch den Buddha nicht da suchen, wo er sechs Jahrhunderte vor unserer Zeitrechnung war, sondern da, wo ihn uns das Lukas-Evangelium schildert und wo er herunterscheint aus der Höhe, nachdem er vom Bodhisattva zum Buddha geworden war und hereinscheint in den astralischen Leib des Lukas-Jesus. Da haben wir den Buddha und lernen ihn in seinem Fortschritt kennen.

[ 49 ] People should not reproach Anthroposophists for wishing to study Christianity in forms not derived from Christianity itself. Christ can not be comprehended by Oriental names. He is not understood through them at all; such people look close past Him, thinking perhaps that they have seen Him. What does it mean when people put forward the objection that we view Christ from a theosophical or oriental standpoint? Have we to deny that the Christ came to us from the East? We have no such wish, but people seek in this way to force us to take the West to the East, and to form a conception of Christ in accordance with the East. This must not and cannot be, not from any aversion, but because Eastern ideas, which have a very ancient origin, cannot reach out to grasp the idea of Christ, and because the Christ can only be absolutely and entirely understood through that line of evolution into which first Abraham and then Moses entered. But the being of Zarathustra passed on into Moses, and we have to seek him there, to where his influence has extended. Further, we must not seek Zarathustra in the ancient Zarathustrian literature, but where he reincorporated in Jesus of Nazareth! We must consider evolution! In the same way we must not look for the Buddha as he was six hundred years before our era, but where the writer of the Gospel of Luke tells us he is to be found, where his light streamed from on high, after he had evolved from Bodhisattva to Buddha, and shone down into the astral body of the Jesus of the Gospel of Luke. Here the Buddha is to be found, and here we learn to know him in his further progress.

[ 50 ] Daran sehen wir, wie tatsächlich die Religionen zusammenstimmen, zusammenwirken, um die Menschheit wirklich zum Fortschritt zu bringen. Es handelt sich nicht darum, daß wir bloß anthroposophische Grundsätze predigen, sondern daß wir sie in lebendiges Gefühl umsetzen, daß wir nicht bloß von Toleranz sprechen und intolerant sind, weil wir Vorliebe haben für irgendein besonderes Religionssystem der Erde. Tolerant sind wir nur, wenn wir ein jegliches mit seinem eigenen Maß messen und jedes aus sich selbst heraus verstehen. - Es ist gewiß nicht unsere Schuld und keine Schuld unserer besonderen Vorliebe, daß die verschiedenen Religionssysteme sichtlich zusammengewirkt haben, um das Christentum zustande zu bringen. Wahrhaftig, in den geistigen Höhen, wo die großen geistigen Wesenheiten gewirkt haben, ist es anders zugegangen als da, wo ihre Bekenner auf der Erde gewirkt haben. Diese Bekenner auf der Erde haben zum Beispiel ein Konzil in Tibet berufen, um eine orthodoxe Lehre an den Namen des Buddha anzuknüpfen in der Zeit, als der wirkliche Buddha herabgestiegen ist, um den astralischen Leib des Lukas-Jesus zu inspirieren. So ist es immer: Die Bekenner auf Erden schwören auf das, was nachwirkt auf der Erde; die Götterwesen aber wirken mittlerweile weiter, damit die Menschheit vorwärtskommen kann. Aber am besten kommt die Menschheit vorwärts, wenn die Menschen versuchen, ihre Götter zu verstehen, wenn sie versuchen, einen ähnlichen Fortschritt zu gehen wie die Götter, indem diese auf die Menschen herunterblicken. Das soll uns eine lebendige Empfindung, ein lebendiges Verständnis geben für das, was wir in den verschiedenen Evangelien erblickt haben.

[ 50 ] It can be seen from this how religions absolutely agree, and work together to bring about the advance of humanity. It is not a matter of preaching the tenets of Anthroposophy, but that we place them in a setting of living feeling—that we do not merely talk of tolerance and remain intolerant because we have a prejudice in favour of one religious system or another. We are only tolerant when we measure each with its own standards and understand each for itself. It is certainly not our fault nor the fault of our special prejudices that many religious systems have apparently co-operated to bring Christianity about. In spiritual realms, where the great spiritual beings have worked, things have progressed in a different way from on Earth, where those who confess these various religions are active. Some of these earthly confessors, for example, summoned a conference in Tibet to establish an orthodox teaching in the name of Buddha at the very time when the actual Buddha had come down to inspire the astral body of the Jesus spoken of in the Gospel of Luke. So it always is. The confessors of a faith hold fast to that which has continued working on earth; meanwhile divine beings have carried the work on further so that mankind may advance. Humanity makes most progress when men try to understand their Gods, when they try to advance with them. Such a thought ought to give us a living feeling, a living understanding, of what we glimpse in the different Gospels.

[ 51 ] Sie haben gesehen, daß wir in Anknüpfung an jedes der drei Evangelien etwas anderes in jedem sehen konnten. Einstmals, wenn wir das Markus-Evangelium studieren werden, wird sich uns eine besonders intime Kosmologie ergeben, weil Ahura Mazdao, der durch alle Räume wirkt, in der Tat geschildert werden kann in richtiger Anknüpfung an das Markus-Evangelium, wie uns die Geheimnisse des menschlichen Blutes, die Vererbungszusammenhänge des Individuums mit dem Volkstum, aus dem es herauswächst, in den Schilderungen des Matthäus-Evangeliums vor die Seele getreten sind.

[ 51 ] You have seen that in studying the three Gospels so far dealt with we have to recognize something different in each of them. When to these we shall have added the study of the Gospel of Mark we shall find that it reveals a very intimate knowledge of Cosmology. Ahura Mazdao, who is active in all space, can be described in a right connection in this Gospel, just as the secret concerning the blood, concerning the connection of the individual with the race from which he has sprung is described in the Gospel of Matthew.

[ 52 ] Nehmen Sie das, was ich in diesen Tagen schildern durfte, als eine Seite des großen Christus-Ereignisses, und seien Sie sich klar, daß durchaus noch nicht alles damit gesagt ist. Es ist vielleicht heute noch nicht an der Zeit, alles zu sagen, was über diese großen Mysterien, vielleicht auch nur im kleinsten Kreise, zu sagen möglich ist. Das Beste aber, was uns aus dieser Tatsachendarstellung fließen kann, ist, daß wir sie aufnehmen nicht nur in unseren Verstand und Intellekt, sondern daß wir sie verbinden mit den innersten Fasern unseres Seelenlebens, mit unserem ganzen Gemüt und unserem ganzen Herzen und darin weiterleben lassen. Die Evangelienworte sind Worte, die, wenn wir sie in unser Herz einprägen, darinnen zu Kräften werden, die uns durchdringen und eine merkwürdige Lebenskraft entwickeln, wenn wir sie wirklich verstehen. Und wir werden sehen, daß wir diese Lebenskraft hinaus mit ins Leben tragen. Und heute, wo ich in bezug auf diesen Zyklus das letzte Wort über das Matthäus-Evangelium zu sprechen genötigt bin, möchte ich ganz besonders sagen, was ich öfter am Ende unserer Sommerzyklen gesagt habe, möchte aber dabei anknüpfen an dieses menschlich schönste Dokument der christlichen Urkunden, an das Matthäus-Evangelium.

[ 52 ] Accept what I have ventured to describe in these lectures as one side of the great Christ Event, and realize that far from everything has been said concerning it. The time is perhaps not yet come when all that might be said concerning this Great Mystery can be said, even in small circles such as ours. The best result that can come from the presentations of these facts is that we accept them not only with our understanding and intellect, but that we associate them with the innermost phases of our soul life—with the deepest feelings of our hearts—and there let them live on. The words of the Gospels are words that, when we receive them into our hearts and really understand them, become powers; powers that fill us and develop a marvellous life-force within us. To-day, when I have to say the final words in connection with this course of lectures on the Gospel of Matthew, I should like to say something I have frequently said before, and which I should like especially to associate with this humanly beautiful document of our Christian records—the Gospel of Matthew.

[ 53 ] Was tritt uns besonders beim Matthäus-Evangelium entgegen, da uns ja das Menschliche des Christus Jesus bei demselben von Anfang an ins Auge gefaßt erscheint? Wenn wir auch noch so groß den Abstand annehmen zwischen irgendeinem Menschen auf der Erde und jenem Menschen, der den Christus aufnehmen konnte, so tritt uns beim Matthäus-Evangelium entgegen - wenn wir es in Demut sehen -, was ein Mensch wert ist und wessen ein Mensch würdig ist. Denn wenn auch unsere eigene Natur noch weit, weit entfernt sein mag von der Natur des Jesus von Nazareth, so dürfen wir doch sagen: Wir tragen die Menschennatur in uns, und diese Menschennatur zeigt sich so, daß sie den Gottessohn, den Sohn des lebendigen Gottes in sich aufnehmen kann; so daß aus dieser Aufnahme die Verheißung entspringen kann, daß der Gottessohn nunmehr mit dem geistigen Erdendasein verbunden bleiben kann, und daß, wenn die Erde an ihrem Ziel angelangt sein wird, alle Menschen durchdrungen sein werden von der Christus-Substanz und Christus-Wesenheit, soweit sie es selbst in ihrem Innersten sein wollen. Wir brauchen Demut, um überhaupt dieses Ideal hegen zu dürfen. Denn hegen wir es nicht in Demut, dann macht es uns hochmütig, übermütig, und wir denken dann nur an das, was wir als Menschen sein könnten, und erinnern uns zu wenig daran, wie wenig wir noch bisher zu leisten imstande sind. In Demut müssen wir es erleben. Wenn wir es so verstehen, dann erscheint es uns so groß und gewaltig, so majestätisch und eindringlich in seinem Glanze, daß es uns gewichtig zur Demut mahnt. Aber es kann uns diese Demut nicht niederdrücken, weil wir die Wahrheit dieses Ideals durchschauen. Und wenn wir die Wahrheit durchschauen, dann mag die Kraft in uns noch so klein sein: sie wird uns immer höher und höher unserem Gottesziel entgegentragen.

[ 53 ] What strikes us most when reading the Gospel of Matthew which from the very first brings before us the manhood of Christ Jesus? Though recognizing the great difference between any other earthly man and that man who could receive the Christ, yet in all humility we would say that what strikes us most forcibly is the value of man, what he is worthy of. Then, although our nature is far far removed from that of the nature of Jesus of Nazareth, we may yet venture to say: We bear our human nature within us, and this human nature shows itself to be such that it can receive into it the Son of God, the Son of the living God; so that from this acceptance the promise can spring that the Son of God will from this time forward remain connected with the earth, and that when the earth will have reached its goal all men will be permeated with the substance and nature of Christ, in so far as they have desired to receive this into themselves. We have need of humility if we are to cherish such an ideal. If not so cherished it develops pride and conceit in us; we then think only of what we may become as men, and do not sufficiently keep in mind how little we have so far to show. This ideal must be experienced with humility. When understood in this way it rises before us with such majesty and power, and is so overwhelming in its splendour that we are forced to be humble. Our humility need not overwhelm us, however, for we have the Reality of this ideal before us, and when we understand the Reality, however small our power may be, yet it will bear us ever higher and higher towards our Divine Goal.

[ 54 ] In dem «Rosenkreuzermysterium» finden wir alle Töne angeschlagen, die wir dafür brauchen: das eine Mal in der zweiten Szene, wo Johannes Thomasius unter dem Eindruck des Wortes «O Mensch, erkenne dich!» zerschmettert steht, und das andere Mal, wo er unter dem Eindruck des Wortes «O Mensch, erlebe dich!» jauchzend hinaufgehoben wird in Weltenweiten. Wenn wir uns das vor Augen halten, wird uns in Anlehnung daran auch die Majestät und Größe, die uns in dem Jesus des Matthäus-Evangeliums entgegentritt, verständlich werden, die uns zur Demut auffordert und unsere Kleinheit uns anschaulich macht, die uns aber auch auf die innere Wahrheit und innere Wirklichkeit weist, die uns entreißt alledem, was uns als ein Abgrund unserer Kleinheit erscheint gegenüber dem, was wir sein sollen, was wir werden können. Und wenn wir erkennend uns manchmal zerschmettert fühlen wollen gegenüber dem, was Menschen-Göttergröße im Menschen sein kann, so müssen wir doch, wenn wir den guten Willen haben, etwas von dem göttlichen Impuls, von dem «Sohn des lebendigen Gottes» zu erleben, uns des Christus Jesus erinnern, der da, wo wir als Menschen dieses Ich erleben können, von dem er der höchste Repräsentant ist, selber uns ermahnt hat, indem er uns in lapidaren Formen das Wort «O Mensch, erlebe dich!» zugerufen hat für alle kommenden Zeiten.

[ 54 ] The Rosicrucian Mystery Play strikes the entire scale in tones as we need them in ascending progress—firstly in the second scene where Johannes Thomasius stands shattered under the overwhelming impression from the words, ‘O man, know thou thyself;’ secondly, where in the ninth scene, under the impression of the words, ‘O man, feel and experience thou thyself;’ he feels exultingly raised to the wide spaces of Heaven. Keeping this before us, and with help from it, we can understand the majesty and grandeur which meets us in the Jesus of the Gospel of Matthew, revealing as it does our own littleness and demanding our humility, but at the same time pointing to the inner truth and inner reality which lift us out of all that seems like an abyss of our own littleness, compared with what we should be and can become. If frequently we are conscious of feeling crushed when comparing what we are with the human divine greatness that can be in man, yet if we have but the goodwill we can experience something of the divine Impulse coming from the ‘Son of the living God,’ we can call to mind Christ Jesus, who Himself exhorts us, here where as men we experience the ego of which He is the most exalted Representative, crying to us in clear-cut tones for all the ages to come, ‘O man, experience thyself.’

[ 55 ] Wenn wir so verstehen das Menschliche im Matthäus-Evangelium — und daher ist es auch das uns am nächsten liegende der Evangelien -, so wird uns entgegenströmen aus diesem Evangelium Mut zum Leben, Kraft und Hoffnung zum Aufrechtstehen auch in unserer Lebensarbeit. Dann werden wir am besten verstehen, was diese Worte haben sein sollen.

[ 55 ] When we understand the humanity of the Gospel of Matthew in this way—and hence it is the Gospel which lies most near to us—there streams to us from it the courage to live, the power and hope to stand fast, whatever our life-work may be. If we do so, we shall have best understood what it was intended that these words should convey to us.

[ 56 ] Nehmen Sie diese Worte mit und versuchen Sie darüber nachzudenken. Es kann immer nur wenig angedeutet werden. An Ihren Herzen und Seelen ist es aber, das weitere aus diesen Worten herauszuholen. Und davon können Sie überzeugt sein: insofern das Richtige getroffen ist über das Christus-Ereignis, sind es doppelt lebendige Worte. Und Sie werden mehr finden in diesen Worten, wenn Sie die Nachwirkung in Ihren Herzen nachklingen lassen, als wenn Sie es nur dem äußeren Gedächtnis anpassen. Was gesprochen worden ist, soll eine Anregung sein. Aber suchen Sie die Ergebnisse, die Wirkungen dieser Anregung in Ihrem eigenen Herzen. Dann kann es sein, daß Sie in ihnen noch etwas ganz anderes finden, als was hier gesprochen worden ist und was Sie hier in dieser kurzen Zeit gefunden haben.

[ 56 ] Not translated