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The Revelations of Karma
GA 127

26 February 1911, St. Gallen

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Die Mission der neuen Geistesoffenbarung
  1. The Revelations of Karma, tr. SOL

7. Vom einfließen spiritueller Erkenntnisse in das Leben

7. Vom einfließen spiritueller Erkenntnisse in das Leben

[ 1 ] Wenn wir im Laufe unseres Zweiglebens uns die Begriffe aneignen vom Wesen des Menschen, von der Entwickelung des Menschen, also wenn wir etwa lernen: der Mensch besteht aus physischem Leib, Ätherleib, Astralleib und Ich, so haben wir zwar gegenüber dem Wissen, das heute in der Welt ist, durchaus etwas gewonnen, allein wir können noch nicht sagen, daß wir mit einem solchen mehr oder weniger theoretischen Wissen dasjenige uns angeeignet haben, was 'Theosophie dem Menschen in Wahrheit eigentlich sein kann. Theosophie wird dann erst das, was sie für den einzelnen Menschen und auch für die menschliche Gemeinschaft sein soll, wenn sie übergeht ins Leben, wenn sie zur Lebenspraxis wird, und bei solchen Gelegenheiten, wo ich selbst die lieben Freunde wiedersehen darf, ergreife ich auch gern einmal die Gelegenheit, aufmerksam darauf zu machen, wie diejenigen Ideen, Welten- und Menschheitsgesetze, die wir sonst uns im Verlaufe des jährlichen Zweiglebens aneignen, ihre große Rolle im menschlichen Leben spielen. So wollen wir denn heute auch eine solche Betrachtung anstellen von dem Einfließen der Theosophie in das Leben.

[ 1 ] Wenn wir im Laufe unseres Zweiglebens uns die Begriffe aneignen vom Wesen des Menschen, von der Entwickelung des Menschen, also wenn wir etwa lernen: der Mensch besteht aus physischem Leib, Ätherleib, Astralleib und Ich, so haben wir zwar gegenüber dem Wissen, das heute in der Welt ist, durchaus etwas gewonnen, allein wir können noch nicht sagen, daß wir mit einem solchen mehr oder weniger theoretischen Wissen dasjenige uns angeeignet haben, was 'Theosophie dem Menschen in Wahrheit eigentlich sein kann. Theosophie wird dann erst das, was sie für den einzelnen Menschen und auch für die menschliche Gemeinschaft sein soll, wenn sie übergeht ins Leben, wenn sie zur Lebenspraxis wird, und bei solchen Gelegenheiten, wo ich selbst die lieben Freunde wiedersehen darf, ergreife ich auch gern einmal die Gelegenheit, aufmerksam darauf zu machen, wie diejenigen Ideen, Welten- und Menschheitsgesetze, die wir sonst uns im Verlaufe des jährlichen Zweiglebens aneignen, ihre große Rolle im menschlichen Leben spielen. So wollen wir denn heute auch eine solche Betrachtung anstellen von dem Einfließen der Theosophie in das Leben.

[ 2 ] Es liegt manchmal die Frage auf der Zunge, insbesondere denen, die noch wenig von Theosophie wissen: Ja, es wird gesprochen von Tatsachen und Wahrheiten übersinnlicher Natur, aber wie kann denn der Mensch, der noch nicht hellseherisch geworden ist, überhaupt viel reden von diesen geistigen Welten, wie etwas wissen von diesen Welten, außer daß man ihm eben diese Dinge erzählt? — Das ist ein sehr gebräuchliches Vorurteil, aber es ist recht unbegründet. Allerdings ohne hellseherisch zu sein, kann man zum Beispiel nicht den Astralleib des Menschen sehen, aber was an diesem Astralleib geschieht, das kann man am eigenen Dasein wohl erleben, und da wirkt 'Theosophie ungemein.

[ 2 ] Es liegt manchmal die Frage auf der Zunge, insbesondere denen, die noch wenig von Theosophie wissen: Ja, es wird gesprochen von Tatsachen und Wahrheiten übersinnlicher Natur, aber wie kann denn der Mensch, der noch nicht hellseherisch geworden ist, überhaupt viel reden von diesen geistigen Welten, wie etwas wissen von diesen Welten, außer daß man ihm eben diese Dinge erzählt? — Das ist ein sehr gebräuchliches Vorurteil, aber es ist recht unbegründet. Allerdings ohne hellseherisch zu sein, kann man zum Beispiel nicht den Astralleib des Menschen sehen, aber was an diesem Astralleib geschieht, das kann man am eigenen Dasein wohl erleben, und da wirkt 'Theosophie ungemein.

[ 3 ] Ich will einen Fall anführen, wo der Mensch erleben kann, daß er einen Astralleib hat. Sie wissen, daß die Menschen im Alltagsleben gewöhnt sind, sehr vieles zu tun, worüber sie nicht nachdenken, daß sie auch gewöhnt sind, vieles zu tun, was gar nicht nach ihrem Sinne ist. Denken Sie nach, wieviel die Menschen vom Morgen bis Abend gedankenlos tun, ohne es sich recht voll zu überlegen, ohne mit den Gedanken dabei zu sein; wieviel die Menschen tun so, daß sie nachher sagen: Ganz einverstanden bin ich mit dem nicht, was ich getan. Können wir da nicht sagen, daß wir dann etwas tun, was wir nur zum Teil bedenken, nur zum Teil mit Gedanken begleiten? Namentlich solche Gewohnheiten liegen unserem Hang zugrunde, die wir von außen aufgenommen haben, die wir nicht hätten, wenn wir uns selbst erzogen hätten.

[ 3 ] Ich will einen Fall anführen, wo der Mensch erleben kann, daß er einen Astralleib hat. Sie wissen, daß die Menschen im Alltagsleben gewöhnt sind, sehr vieles zu tun, worüber sie nicht nachdenken, daß sie auch gewöhnt sind, vieles zu tun, was gar nicht nach ihrem Sinne ist. Denken Sie nach, wieviel die Menschen vom Morgen bis Abend gedankenlos tun, ohne es sich recht voll zu überlegen, ohne mit den Gedanken dabei zu sein; wieviel die Menschen tun so, daß sie nachher sagen: Ganz einverstanden bin ich mit dem nicht, was ich getan. Können wir da nicht sagen, daß wir dann etwas tun, was wir nur zum Teil bedenken, nur zum Teil mit Gedanken begleiten? Namentlich solche Gewohnheiten liegen unserem Hang zugrunde, die wir von außen aufgenommen haben, die wir nicht hätten, wenn wir uns selbst erzogen hätten.

[ 4 ] So schaut das Leben betrachtet im materialistischen Sinne aus, als wenn es gleichgültig wäre, ob wir solche Dinge tun, mit denen wir einverstanden sind oder nicht, Dinge, vor denen wir uns rechtfertigen können oder nicht. Für das hellseherische Auge ist es nicht so. Für das hellseherische Auge ergibt es sich, daß bei jeder Tat, bei jeder Handlung derjenige Teil, welcher nicht so ist, daß wir uns bezüglich seiner moralisch rechtfertigen könnten, einen Eindruck auf unseren Astralleib macht. Gleichsam einen Rückschlag bewirkt eine solche Handlung auf unseren Astralleib. Und so kann man von einem solchen Menschen sagen: Der hat so viel Risse, so viel Grübchen in seinem Astralleib, weil er viele solche Dinge tut, welche er, wenn er darüber nachdächte, moralisch nicht rechtfertigen würde.

[ 4 ] So schaut das Leben betrachtet im materialistischen Sinne aus, als wenn es gleichgültig wäre, ob wir solche Dinge tun, mit denen wir einverstanden sind oder nicht, Dinge, vor denen wir uns rechtfertigen können oder nicht. Für das hellseherische Auge ist es nicht so. Für das hellseherische Auge ergibt es sich, daß bei jeder Tat, bei jeder Handlung derjenige Teil, welcher nicht so ist, daß wir uns bezüglich seiner moralisch rechtfertigen könnten, einen Eindruck auf unseren Astralleib macht. Gleichsam einen Rückschlag bewirkt eine solche Handlung auf unseren Astralleib. Und so kann man von einem solchen Menschen sagen: Der hat so viel Risse, so viel Grübchen in seinem Astralleib, weil er viele solche Dinge tut, welche er, wenn er darüber nachdächte, moralisch nicht rechtfertigen würde.

[ 5 ] Ich denke hierbei nicht an Berufsangelegenheiten, sondern von Gewohnheitshandlungen sage ich das. Da wirkt jeder solcher Einschlag auf den Astralleib, und weil er nicht mehr vergeht, wie er ist, wirkt er weiter auf den Ätherleib, prägt sich wie ein Siegeldruck ab und bleibt da sitzen, so daß der Mensch herumgeht mit Siegelabdrücken in seinem Atherleib. Bis hierher kann der Mensch, der kein Hellseher ist, sagen, er kann das nicht wissen; aber was hier geschieht, erlebt der Mensch. Die Dinge bleiben in gewisser Weise vorhanden, eigentlich das ganze folgende Leben hindurch, und wirken nun wieder zurück auf den Menschen, daß er manchmal sagt: Wenn ich nur von dem ganzen Leben nichts mehr wüßte! — Oder er zeigt der ganzen Umgebung einen Mißmut, und dieses mürrische Wesen wirkt zurück auf seine Gesundheit. Es ist außerordentlich wichtig, daß man sich über solche Dinge klar ist, denn es tritt oftmals, beispielsweise in unserem siebenunddreißigsten Jahre, irgend etwas auf, was uns innerlich — ohne äußeren Anlaß mürrisch macht, verstimmt, melancholisch macht, und das dann auf unsere Gesundheit einen schädigenden Einfluß hat, unser Verdauungssystem zugrunde richtet und dergleichen mehr. Im zwanzigsten Jahr ist vielleicht der Grund dazu gelegt, daß der Eindruck des Astralischen auf den Ätherleib bewirkt worden ist.

[ 5 ] Ich denke hierbei nicht an Berufsangelegenheiten, sondern von Gewohnheitshandlungen sage ich das. Da wirkt jeder solcher Einschlag auf den Astralleib, und weil er nicht mehr vergeht, wie er ist, wirkt er weiter auf den Ätherleib, prägt sich wie ein Siegeldruck ab und bleibt da sitzen, so daß der Mensch herumgeht mit Siegelabdrücken in seinem Atherleib. Bis hierher kann der Mensch, der kein Hellseher ist, sagen, er kann das nicht wissen; aber was hier geschieht, erlebt der Mensch. Die Dinge bleiben in gewisser Weise vorhanden, eigentlich das ganze folgende Leben hindurch, und wirken nun wieder zurück auf den Menschen, daß er manchmal sagt: Wenn ich nur von dem ganzen Leben nichts mehr wüßte! — Oder er zeigt der ganzen Umgebung einen Mißmut, und dieses mürrische Wesen wirkt zurück auf seine Gesundheit. Es ist außerordentlich wichtig, daß man sich über solche Dinge klar ist, denn es tritt oftmals, beispielsweise in unserem siebenunddreißigsten Jahre, irgend etwas auf, was uns innerlich — ohne äußeren Anlaß mürrisch macht, verstimmt, melancholisch macht, und das dann auf unsere Gesundheit einen schädigenden Einfluß hat, unser Verdauungssystem zugrunde richtet und dergleichen mehr. Im zwanzigsten Jahr ist vielleicht der Grund dazu gelegt, daß der Eindruck des Astralischen auf den Ätherleib bewirkt worden ist.

[ 6 ] So können wir also sagen: Was im Astralleib darin ist, kann nur der Hellseher sehen, was aber im Leben daraus wird, das erlebt der Mensch. Mancher Mensch würde eben nicht mürrisch, mit einer gewissen Halt- und Hilflosigkeit der Seele und mit zerrüttetem Leibessystem herumgehen, wenn die Menschen sich überlegen würden, daß dasjenige, was nicht gleich als die Folge unserer Handlungen in der sichtbaren Welt wirksam wird, in unseren unsichtbaren Teil hineingeht und dann später sichtbar wird. Ein Mensch, der sagt: Ich will einmal beobachten, ob das, was der Hellseher sagt, richtig ist, kann auf diese Weise wohl einsehen und fühlen, daß das wahr ist, was die Hellseher sagen. — Es ist so: Bei Taten und Handlungen, die wir täglich unternehmen und vor uns nicht rechtfertigen können, haben wir es mit den Folgen zu tun.

[ 6 ] So können wir also sagen: Was im Astralleib darin ist, kann nur der Hellseher sehen, was aber im Leben daraus wird, das erlebt der Mensch. Mancher Mensch würde eben nicht mürrisch, mit einer gewissen Halt- und Hilflosigkeit der Seele und mit zerrüttetem Leibessystem herumgehen, wenn die Menschen sich überlegen würden, daß dasjenige, was nicht gleich als die Folge unserer Handlungen in der sichtbaren Welt wirksam wird, in unseren unsichtbaren Teil hineingeht und dann später sichtbar wird. Ein Mensch, der sagt: Ich will einmal beobachten, ob das, was der Hellseher sagt, richtig ist, kann auf diese Weise wohl einsehen und fühlen, daß das wahr ist, was die Hellseher sagen. — Es ist so: Bei Taten und Handlungen, die wir täglich unternehmen und vor uns nicht rechtfertigen können, haben wir es mit den Folgen zu tun.

[ 7 ] Nehmen wir den entgegengesetzten Fall an, daß der Mensch mehr bedenken, sich weitere Gedanken machen kann, als in seine Handlungen übergeht. In diesem Fall ist ein jeder Idealist. Er weiß, daß sich Ideale nicht alle verwirklichen lassen, sondern nur ein Teil davon. Wenn wir große Ideen haben, müssen wir zufrieden sein, daß wir nur einen Teil davon ausführen können. Wenn wir imstande sind, uns Gedanken zu machen weit über das hinaus, was uns das Leben gestattet, so wirkt auch das zurück auf den astralischen Leib, aber anders, so daß der Mensch ihn mit gesunden Kräften durchsetzt, daß es ihn kraftvoll, innerlich fest und ruhig macht. Wenn zum Beispiel der Mensch um sein zwanzigstes Jahr herum Idealist war und nicht hingehorcht hat auf die Materialisten, wenn er sich Glauben und Vertrauen zum Idealen bewahrt hat, dann zeigt sich das darin, daß er im späteren Alter nicht durch jeden kleinen Unglücksfall, auch nicht durch Kränklichkeit gleich aus dem Häuschen gerät, daß er fest steht und die Dinge mehr an sich vorübergehen läßt, als das bei anderen der Fall ist.

[ 7 ] Nehmen wir den entgegengesetzten Fall an, daß der Mensch mehr bedenken, sich weitere Gedanken machen kann, als in seine Handlungen übergeht. In diesem Fall ist ein jeder Idealist. Er weiß, daß sich Ideale nicht alle verwirklichen lassen, sondern nur ein Teil davon. Wenn wir große Ideen haben, müssen wir zufrieden sein, daß wir nur einen Teil davon ausführen können. Wenn wir imstande sind, uns Gedanken zu machen weit über das hinaus, was uns das Leben gestattet, so wirkt auch das zurück auf den astralischen Leib, aber anders, so daß der Mensch ihn mit gesunden Kräften durchsetzt, daß es ihn kraftvoll, innerlich fest und ruhig macht. Wenn zum Beispiel der Mensch um sein zwanzigstes Jahr herum Idealist war und nicht hingehorcht hat auf die Materialisten, wenn er sich Glauben und Vertrauen zum Idealen bewahrt hat, dann zeigt sich das darin, daß er im späteren Alter nicht durch jeden kleinen Unglücksfall, auch nicht durch Kränklichkeit gleich aus dem Häuschen gerät, daß er fest steht und die Dinge mehr an sich vorübergehen läßt, als das bei anderen der Fall ist.

[ 8 ] Das also gibt uns Festigkeit und Ruhe, was wir an Gedanken haben, die über das hinausgehen, was uns das Leben an Idealen verwirklichen läßt. Darauf werden schon offiziell Ärzte aufmerksam, aber sie wissen nicht, wie man das real anstellen kann, daß der Mensch in einem recht weiten Ausmaß positive Gedanken haben kann über das, was über das Alltagsleben hinausgeht.

[ 8 ] Das also gibt uns Festigkeit und Ruhe, was wir an Gedanken haben, die über das hinausgehen, was uns das Leben an Idealen verwirklichen läßt. Darauf werden schon offiziell Ärzte aufmerksam, aber sie wissen nicht, wie man das real anstellen kann, daß der Mensch in einem recht weiten Ausmaß positive Gedanken haben kann über das, was über das Alltagsleben hinausgeht.

[ 9 ] Gewiß gibt es populäre Schriften, die als förderlich für die seelische Gesundheit angepriesen werden. Darin steht dann, man müsse, um Festigkeit zu haben, innere Ruhe, Gleichmäßigkeit zu haben, mit den Gedanken nicht irrlichtelieren und dergleichen mehr. Für manche sind solche Schriften über die seelische Gesundheit ein ganz guter Anfang. Sehr weit kommt man aber nicht damit, wenn man wirkliche Nahrung für seine Seele haben will. Ganz gut sind solche Schriften von Duboc, Ralph Waldo Trine und so fort, für den Anfang ganz gut. Gegenüber den wirklichen Anforderungen seelischer Gesundheit nehmen sie sich so aus, als ob wir fragen würden: Wie müssen wir in physischer Weise leben, um gesund zu sein? — und darauf die Antwort bekommen: Dann mußt du eine Nahrung zu dir nehmen, die der Gesundheit zuträglich ist, eine Nahrung, deren Substanzen in deinen Organismus leicht übergehen können. — Ganz richtig! Aber jeder, der ernsthaft auf die Sache eingehen will, wird fragen: Was ist denn das für eine Nahrung? Nennt mir das doch in genauerer Weise, was ich da zu mir nehmen soll!

[ 9 ] Gewiß gibt es populäre Schriften, die als förderlich für die seelische Gesundheit angepriesen werden. Darin steht dann, man müsse, um Festigkeit zu haben, innere Ruhe, Gleichmäßigkeit zu haben, mit den Gedanken nicht irrlichtelieren und dergleichen mehr. Für manche sind solche Schriften über die seelische Gesundheit ein ganz guter Anfang. Sehr weit kommt man aber nicht damit, wenn man wirkliche Nahrung für seine Seele haben will. Ganz gut sind solche Schriften von Duboc, Ralph Waldo Trine und so fort, für den Anfang ganz gut. Gegenüber den wirklichen Anforderungen seelischer Gesundheit nehmen sie sich so aus, als ob wir fragen würden: Wie müssen wir in physischer Weise leben, um gesund zu sein? — und darauf die Antwort bekommen: Dann mußt du eine Nahrung zu dir nehmen, die der Gesundheit zuträglich ist, eine Nahrung, deren Substanzen in deinen Organismus leicht übergehen können. — Ganz richtig! Aber jeder, der ernsthaft auf die Sache eingehen will, wird fragen: Was ist denn das für eine Nahrung? Nennt mir das doch in genauerer Weise, was ich da zu mir nehmen soll!

[ 10 ] Solche Schriften, die sich zur seelischen Gesundheit so verhalten, wie diese Regeln für die physische Gesundheit, mögen für den Anfang ganz gut sein, aber für den weiteren Verlauf des seelischen Suchens ist nicht viel damit zu machen. Dagegen gibt uns die Geisteswissenschaft Gedanken, die in der präzisesten Weise gehalten sind, ganz bestimmte Gedanken, wie sich der Mensch in jedem Zeitalter entwickelt hat, wie er sich in der Gegenwart entwickelt. Das eröffnet sich uns immer mehr aus den theosophischen Weistümern, so daß wir sagen können: Geisteswissenschaft gibt uns viel Gelegenheit, mit unseren Gedanken weit hinauszugehen über das, was wir verwirklichen können. Daher ist Theosophie das, was uns in der Seele zu gefestigten Menschen macht, welche, wenn dies oder jenes in der Umgebung geschieht, was sie aus der Fassung zu bringen droht, aus ihrem Inneren etwas heraufholen können, was ihnen das Gleichgewicht gibt.

[ 10 ] Solche Schriften, die sich zur seelischen Gesundheit so verhalten, wie diese Regeln für die physische Gesundheit, mögen für den Anfang ganz gut sein, aber für den weiteren Verlauf des seelischen Suchens ist nicht viel damit zu machen. Dagegen gibt uns die Geisteswissenschaft Gedanken, die in der präzisesten Weise gehalten sind, ganz bestimmte Gedanken, wie sich der Mensch in jedem Zeitalter entwickelt hat, wie er sich in der Gegenwart entwickelt. Das eröffnet sich uns immer mehr aus den theosophischen Weistümern, so daß wir sagen können: Geisteswissenschaft gibt uns viel Gelegenheit, mit unseren Gedanken weit hinauszugehen über das, was wir verwirklichen können. Daher ist Theosophie das, was uns in der Seele zu gefestigten Menschen macht, welche, wenn dies oder jenes in der Umgebung geschieht, was sie aus der Fassung zu bringen droht, aus ihrem Inneren etwas heraufholen können, was ihnen das Gleichgewicht gibt.

[ 11 ] Es ist nicht entscheidend, ob etwas, das in unserer Umgebung geschieht, an unser Ohr dringt, damit wir gestört werden, sondern es kommt darauf an, ob wir daran Anteil nehmen und dem Vorgang unsere Aufmerksamkeit zuwenden. Das gilt nicht bloß für Außerlichkeiten, sondern auch für unsere innere Verfassung, in der wir einmal himmelhoch jauchzend, ein anderes Mal zutode betrübt durch die Welt gehen, wodurch wir unsere moralische und physische Gesundheit untergraben. Es gibt eine Menge von schmerzhaften Zuständen der Seele, die mit dem Klappern der Mühle verglichen werden können: der Müller, der in der Mühle arbeitet, hört das Klappern nicht mehr. So kann man sich jedem solchen Schmerz, auch dem kleinsten, hingeben, um sozusagen das Klappern seiner eigenen Mühle zu hören, oder man kann seine Aufmerksamkeit abwenden. Man kommt nicht darüber hinweg, wenn man eine leere Seele hat. Das gelingt nur, wenn man einen seelischen Inhalt hat, aus dem man schöpfen kann.

[ 11 ] Es ist nicht entscheidend, ob etwas, das in unserer Umgebung geschieht, an unser Ohr dringt, damit wir gestört werden, sondern es kommt darauf an, ob wir daran Anteil nehmen und dem Vorgang unsere Aufmerksamkeit zuwenden. Das gilt nicht bloß für Außerlichkeiten, sondern auch für unsere innere Verfassung, in der wir einmal himmelhoch jauchzend, ein anderes Mal zutode betrübt durch die Welt gehen, wodurch wir unsere moralische und physische Gesundheit untergraben. Es gibt eine Menge von schmerzhaften Zuständen der Seele, die mit dem Klappern der Mühle verglichen werden können: der Müller, der in der Mühle arbeitet, hört das Klappern nicht mehr. So kann man sich jedem solchen Schmerz, auch dem kleinsten, hingeben, um sozusagen das Klappern seiner eigenen Mühle zu hören, oder man kann seine Aufmerksamkeit abwenden. Man kommt nicht darüber hinweg, wenn man eine leere Seele hat. Das gelingt nur, wenn man einen seelischen Inhalt hat, aus dem man schöpfen kann.

[ 12 ] Nehmen wir ein Beispiel. Von zwei Menschen lebt der eine so: Des Morgens verrichtet er im Büro seine gewöhnliche Arbeit, nachmittags nimmt er sein Schöppchen und pflegt eine kleine Unterhaltung, abends nimmt er noch einmal sein Schöppchen, und dann geht er ins Bett. Ein solcher Mensch wird, wenn irgend etwas vorkommt, was seinen gewöhnlichen Lebensgang stört, davon gleich überwältigt werden: er hört das Klappern seiner eigenen Mühle oder seines eigenen Schmerzes. Denn er hat nichts in der Seele, nichts, was er herausholen kann, um das Klappern zu übertönen.

[ 12 ] Nehmen wir ein Beispiel. Von zwei Menschen lebt der eine so: Des Morgens verrichtet er im Büro seine gewöhnliche Arbeit, nachmittags nimmt er sein Schöppchen und pflegt eine kleine Unterhaltung, abends nimmt er noch einmal sein Schöppchen, und dann geht er ins Bett. Ein solcher Mensch wird, wenn irgend etwas vorkommt, was seinen gewöhnlichen Lebensgang stört, davon gleich überwältigt werden: er hört das Klappern seiner eigenen Mühle oder seines eigenen Schmerzes. Denn er hat nichts in der Seele, nichts, was er herausholen kann, um das Klappern zu übertönen.

[ 13 ] Ein anderer lebt geradeso in seinen Alltagspflichten, nur hat er in sich viele große Gedanken, wie sie uns die Geisteswissenschaft gibt. Die klingen dann aus seinem Inneren heraus, er hört dann das Klappern nicht mehr. Das ist dann nicht so, daß wir uns anstrengen oder lange Zeit verwenden müßten, um es hervorzuholen, sondern ganz von selbst kommt es hervor, dadurch daß wir daran starke Gefühle entwickelt haben. So werden wir unter den Störungen des Lebens weniger leiden und immer mehr Trost finden durch das, was sich durch jahrelanges geistiges Streben in der Seele angesammelt hat. Das ist ein Besitz, ein Besitz von besonderer Art, der einzige, den uns niemand nehmen kann. Was wir uns sonst in der Welt erwerben, oder was uns sonst in der Welt zukommt, gehört zu dem, was uns genommen werden kann. Was wir aber für den Geist erwerben, ist der einzige Besitz, der uns nimmermehr genommen werden kann.

[ 13 ] Ein anderer lebt geradeso in seinen Alltagspflichten, nur hat er in sich viele große Gedanken, wie sie uns die Geisteswissenschaft gibt. Die klingen dann aus seinem Inneren heraus, er hört dann das Klappern nicht mehr. Das ist dann nicht so, daß wir uns anstrengen oder lange Zeit verwenden müßten, um es hervorzuholen, sondern ganz von selbst kommt es hervor, dadurch daß wir daran starke Gefühle entwickelt haben. So werden wir unter den Störungen des Lebens weniger leiden und immer mehr Trost finden durch das, was sich durch jahrelanges geistiges Streben in der Seele angesammelt hat. Das ist ein Besitz, ein Besitz von besonderer Art, der einzige, den uns niemand nehmen kann. Was wir uns sonst in der Welt erwerben, oder was uns sonst in der Welt zukommt, gehört zu dem, was uns genommen werden kann. Was wir aber für den Geist erwerben, ist der einzige Besitz, der uns nimmermehr genommen werden kann.

[ 14 ] Man pflegt zu sagen: Der Tod macht alles gleich. - Gewiß, aber ebenso wahr ist, daß sich keine Situation denken läßt, auf die das hier Gesagte nicht in gleicher Weise zuträfe. Da hilft nichts weiter in der Welt, nicht ob man reich ist, ob man der Abkömmling eines reichen Adelsgeschlechtes ist — will man zu diesem geistigen Besitz kommen, so muß man den gleichen Weg machen, ein und denselben Weg machen. Nicht nur der Tod macht alles gleich, es ist das geistige Leben, vor dem alle gleich sind. Das gibt diesem geistigen Leben eine weittragende Bedeutung, denn ihm entquillt etwas, das uns über den täuschenden Sinnenschein emporhebt.

[ 14 ] Man pflegt zu sagen: Der Tod macht alles gleich. - Gewiß, aber ebenso wahr ist, daß sich keine Situation denken läßt, auf die das hier Gesagte nicht in gleicher Weise zuträfe. Da hilft nichts weiter in der Welt, nicht ob man reich ist, ob man der Abkömmling eines reichen Adelsgeschlechtes ist — will man zu diesem geistigen Besitz kommen, so muß man den gleichen Weg machen, ein und denselben Weg machen. Nicht nur der Tod macht alles gleich, es ist das geistige Leben, vor dem alle gleich sind. Das gibt diesem geistigen Leben eine weittragende Bedeutung, denn ihm entquillt etwas, das uns über den täuschenden Sinnenschein emporhebt.

[ 15 ] Es mag dagegen jemand einwenden: Mich kann ein Ziegel treffen und ich kann dann ein Krüppel werden, oder ich kann mein Gehirn so verletzen, daß ich idiotisch werde. -— Wer aber die Schätze der Theosophie sich so zu eigen machen kann, daß er sie in der Seele mit sich trägt, der weiß, daß ein solcher Fall nur ein vorübergehender Zustand ist. Selbst wenn das Gehirn zerbrochen wäre, so wäre das nicht anders, als wenn wir etwas tun wollten und das Instrument zerbricht uns; zum Beispiel als wenn wir einen Nagel einschlagen wollten und der Hammer zerbräche. Da können wir nichts anderes tun, als einen anderen Hammer nehmen; und so machen wir es mit dem Gehirn auch. Das Bewußtsein kann seine Werkzeuge verlieren, aber in einem neuen Leben können wir sie wieder herstellen, so daß wir uns in unserem Ewigkeitsgefühl nicht stören lassen gegenüber der Unverlierbarkeit dieses geistigen Besitzes. Es handelt sich nicht darum, daß wir etwas wissen, sondern wie es in unser Herz dringt, und es vermag in unser Herz so hineinzudringen, daß wir die Frucht davon behalten und daß es auch über den Verlust dieses Werkzeuges hinwegführt.

[ 15 ] Es mag dagegen jemand einwenden: Mich kann ein Ziegel treffen und ich kann dann ein Krüppel werden, oder ich kann mein Gehirn so verletzen, daß ich idiotisch werde. -— Wer aber die Schätze der Theosophie sich so zu eigen machen kann, daß er sie in der Seele mit sich trägt, der weiß, daß ein solcher Fall nur ein vorübergehender Zustand ist. Selbst wenn das Gehirn zerbrochen wäre, so wäre das nicht anders, als wenn wir etwas tun wollten und das Instrument zerbricht uns; zum Beispiel als wenn wir einen Nagel einschlagen wollten und der Hammer zerbräche. Da können wir nichts anderes tun, als einen anderen Hammer nehmen; und so machen wir es mit dem Gehirn auch. Das Bewußtsein kann seine Werkzeuge verlieren, aber in einem neuen Leben können wir sie wieder herstellen, so daß wir uns in unserem Ewigkeitsgefühl nicht stören lassen gegenüber der Unverlierbarkeit dieses geistigen Besitzes. Es handelt sich nicht darum, daß wir etwas wissen, sondern wie es in unser Herz dringt, und es vermag in unser Herz so hineinzudringen, daß wir die Frucht davon behalten und daß es auch über den Verlust dieses Werkzeuges hinwegführt.

[ 16 ] Das alles ist ein Zeugnis dafür, daß wir in einer gewissen Beziehung sagen können: Es wirkt auf unseren Astralleib, was wir eben charakterisiert haben. Wie es wirkt, kann nur der Hellseher wissen, aber die Folgen erlebt jeder in seinem alltäglichen Leben. Es wird ein Mensch, der viele Handlungen vollzieht, für die er nicht moralisch einstehen kann, und der dadurch mürrisch wird, in mißlichen Lebenslagen besonders leicht dem Schmerz ausgeliefert sein. Kann sich dagegen ein Mensch den gleichen Zwischenfällen gegenüber sagen: Sie sind wenig gegen meine inneren Erlebnisse, die Ideale —, so wird von dieser Gewißheit eine gesundende Wirkung ausgehen. Er wird sich dann in allen Fällen an das halten, was als Ewiges in ihm lebt. Wenn in dieser umfassenden Weise der Geist der Ewigkeit an uns herantritt, wie das in der Theosophie der Fall ist, dann sind wir gesichert für alle Lagen des Lebens.

[ 16 ] Das alles ist ein Zeugnis dafür, daß wir in einer gewissen Beziehung sagen können: Es wirkt auf unseren Astralleib, was wir eben charakterisiert haben. Wie es wirkt, kann nur der Hellseher wissen, aber die Folgen erlebt jeder in seinem alltäglichen Leben. Es wird ein Mensch, der viele Handlungen vollzieht, für die er nicht moralisch einstehen kann, und der dadurch mürrisch wird, in mißlichen Lebenslagen besonders leicht dem Schmerz ausgeliefert sein. Kann sich dagegen ein Mensch den gleichen Zwischenfällen gegenüber sagen: Sie sind wenig gegen meine inneren Erlebnisse, die Ideale —, so wird von dieser Gewißheit eine gesundende Wirkung ausgehen. Er wird sich dann in allen Fällen an das halten, was als Ewiges in ihm lebt. Wenn in dieser umfassenden Weise der Geist der Ewigkeit an uns herantritt, wie das in der Theosophie der Fall ist, dann sind wir gesichert für alle Lagen des Lebens.

[ 17 ] Nun, meine lieben Freunde, gibt es noch andere Dinge, durch die wir uns wohl überzeugen können, daß das Geistige, das wir aufnehmen, von dem wir uns durchdringen lassen, mit unserem ganzen Lebensglück, mit unserer Lebenstüchtigkeit im innigen Zusammenhang steht. Wie der Mensch gute Stimmungen haben kann, so kann er auch schlechten Stimmungen ausgesetzt sein, die vielleicht durch sein ganzes Leben gehen und ihn niemals froh werden lassen, die das ganze innere Seelengefüge beherrschen. Da sagt der Geistesforscher: Solche Stimmungen wirken sich aus in der übersinnlichen Natur des Menschen; im Ätherleib wirken sich solche Stimmungen aus, drücken sich ab auf den physischen Leib und wirken auf das Blut. Dadurch daß eine Stimmung im menschlichen Ätherleib sich auswirkt, wird auf das Blut gewirkt, und die Folge davon ist, daß eine solche Stimmung, die den Menschen nicht froh werden läßt sein ganzes Leben lang, die Blutzirkulation beeinträchtigt, sein Blut schwer macht. Hier haben wir ein solches Beispiel, wo wir sagen können: Die Wirkung dessen, was in der Seele vorgeht, geht in den physischen Leib hinein. Auch der Mensch, der nicht hellsehend ist, kann das bemerken und kann sich sagen: Ich leide unter meiner Körperlichkeit. Das kommt aus meiner Gesamtstimmung. Könnte ich meine Gesamtstimmung ändern, dann könnte ein heilsamer Einfluß ausgeübt werden auf meine ganze Konstitution.

[ 17 ] Nun, meine lieben Freunde, gibt es noch andere Dinge, durch die wir uns wohl überzeugen können, daß das Geistige, das wir aufnehmen, von dem wir uns durchdringen lassen, mit unserem ganzen Lebensglück, mit unserer Lebenstüchtigkeit im innigen Zusammenhang steht. Wie der Mensch gute Stimmungen haben kann, so kann er auch schlechten Stimmungen ausgesetzt sein, die vielleicht durch sein ganzes Leben gehen und ihn niemals froh werden lassen, die das ganze innere Seelengefüge beherrschen. Da sagt der Geistesforscher: Solche Stimmungen wirken sich aus in der übersinnlichen Natur des Menschen; im Ätherleib wirken sich solche Stimmungen aus, drücken sich ab auf den physischen Leib und wirken auf das Blut. Dadurch daß eine Stimmung im menschlichen Ätherleib sich auswirkt, wird auf das Blut gewirkt, und die Folge davon ist, daß eine solche Stimmung, die den Menschen nicht froh werden läßt sein ganzes Leben lang, die Blutzirkulation beeinträchtigt, sein Blut schwer macht. Hier haben wir ein solches Beispiel, wo wir sagen können: Die Wirkung dessen, was in der Seele vorgeht, geht in den physischen Leib hinein. Auch der Mensch, der nicht hellsehend ist, kann das bemerken und kann sich sagen: Ich leide unter meiner Körperlichkeit. Das kommt aus meiner Gesamtstimmung. Könnte ich meine Gesamtstimmung ändern, dann könnte ein heilsamer Einfluß ausgeübt werden auf meine ganze Konstitution.

[ 18 ] Man mag nun meinen: es kommt darauf an, daß der Mensch sich frei macht vom physischen Leib. Aber es handelt sich nicht darum, daß wir einfach die Forderung aufstellen, er solle erkennen, daß der Körper abhängig ist vom Geiste, sondern um die Realität, daß wir durch die Kraft des Geistes nicht abhängig zu sein brauchen von dem Leibe. Wir werden unabhängig dadurch, daß wir ihn zu einem Instrument unseres Geistes machen.

[ 18 ] Man mag nun meinen: es kommt darauf an, daß der Mensch sich frei macht vom physischen Leib. Aber es handelt sich nicht darum, daß wir einfach die Forderung aufstellen, er solle erkennen, daß der Körper abhängig ist vom Geiste, sondern um die Realität, daß wir durch die Kraft des Geistes nicht abhängig zu sein brauchen von dem Leibe. Wir werden unabhängig dadurch, daß wir ihn zu einem Instrument unseres Geistes machen.

[ 19 ] Nicht der Materialist ist der schlimmste, der an die Lehren des Materialismus glaubt, der da glaubt an die Lehre von «Kraft und Stoff», sondern der ist der schlimmste, der abhängig ist von Kraft und Stoff, so zum Beispiel, wenn er im Winter nur an diesem, im Sommer nur an jenem Orte leben kann, sich ganz vom Stoff abhängig macht, um nicht neurasthenisch zu sein. Darum handelt es sich also nicht bloß, daß man nicht glaubt an diese Lehre von Kraft und Stoff, sondern darum, daß wir unabhängig werden vom Stoff. Was ist das für ein Leben, wenn einer nur im Winter in einer großen Stadt, im Sommer nur auf dem Lande leben kann. Bei einem solchen Menschen hilft das Beten nicht und das Glauben nicht, denn er ist ein Materialist, er ist abhängig von «Kraft und Stoff».

[ 19 ] Nicht der Materialist ist der schlimmste, der an die Lehren des Materialismus glaubt, der da glaubt an die Lehre von «Kraft und Stoff», sondern der ist der schlimmste, der abhängig ist von Kraft und Stoff, so zum Beispiel, wenn er im Winter nur an diesem, im Sommer nur an jenem Orte leben kann, sich ganz vom Stoff abhängig macht, um nicht neurasthenisch zu sein. Darum handelt es sich also nicht bloß, daß man nicht glaubt an diese Lehre von Kraft und Stoff, sondern darum, daß wir unabhängig werden vom Stoff. Was ist das für ein Leben, wenn einer nur im Winter in einer großen Stadt, im Sommer nur auf dem Lande leben kann. Bei einem solchen Menschen hilft das Beten nicht und das Glauben nicht, denn er ist ein Materialist, er ist abhängig von «Kraft und Stoff».

[ 20 ] Wenn wir Gedanken, die der geistigen Forschung entstammen, auf uns wirken lassen, zeigt sich uns unser Zusammenhang mit der geistigen Welt. Aber noch etwas anderes sehen wir. Wenn wir recht unglücklich sind, so daß ein anderer nicht fertig werden könnte mit solchem Unglück, zeigt es sich, daß ein Theosoph damit fertig werden kann. Nehmen wir zum Beispiel an, daß ein Mensch, der achtzehn Jahre alt geworden ist und seinem Vater auf der Tasche gelegen hat, nun erlebt: der Vater wird bankerott. Da ist er genötigt, zu arbeiten. Das kann er als ein Unglück empfinden. Er wird darüber fünfzig Jahre alt und ist dabei etwas Ordentliches geworden. Da kann er sagen: Gott sei Dank, daß dieses Unglück geschehen ist, sonst würde ich ein Taugenichts geworden sein. - Wenn man dann nicht mehr im Unglück steckt, kann man das Unglück als ein Erziehungswerkzeug ansehen. Wir müssen uns sagen können: Wir selbst sind es, die uns durch unser Karma zu diesem Unglück gebracht haben, weil wir es in diesem Leben brauchen zu unserer Erziehung. Wenigstens wird ein Mensch, der solche Gedanken fassen kann, in unglücklichen Stunden nicht gegen die Weltenlenkung murren, sondern deren Weisheit erkennen. Das bereitet uns aber nach und nach Stimmungen, die in ganz anderer Weise wirken als solche, die wir haben, wenn wir uns ganz abhängig von «Kraft und Stoff» fühlen. Jetzt weiß man, daß man abhängt von der geistigen Weltenlenkung. Das teilt sich der Stimmung mit, und dann entzieht man sich durch die Einflüsse auf den Ätherleib der Abhängigkeit von «Kraft und Stoff». Dann brauchen wir nicht an die Riviera zu gehen, um unsere Stimmung zu erhöhen, sondern unser geistiger Besitz ermöglicht es uns, unsere Werkzeuge so zu gestalten, daß wir vom Äußeren unabhängig sein können.

[ 20 ] Wenn wir Gedanken, die der geistigen Forschung entstammen, auf uns wirken lassen, zeigt sich uns unser Zusammenhang mit der geistigen Welt. Aber noch etwas anderes sehen wir. Wenn wir recht unglücklich sind, so daß ein anderer nicht fertig werden könnte mit solchem Unglück, zeigt es sich, daß ein Theosoph damit fertig werden kann. Nehmen wir zum Beispiel an, daß ein Mensch, der achtzehn Jahre alt geworden ist und seinem Vater auf der Tasche gelegen hat, nun erlebt: der Vater wird bankerott. Da ist er genötigt, zu arbeiten. Das kann er als ein Unglück empfinden. Er wird darüber fünfzig Jahre alt und ist dabei etwas Ordentliches geworden. Da kann er sagen: Gott sei Dank, daß dieses Unglück geschehen ist, sonst würde ich ein Taugenichts geworden sein. - Wenn man dann nicht mehr im Unglück steckt, kann man das Unglück als ein Erziehungswerkzeug ansehen. Wir müssen uns sagen können: Wir selbst sind es, die uns durch unser Karma zu diesem Unglück gebracht haben, weil wir es in diesem Leben brauchen zu unserer Erziehung. Wenigstens wird ein Mensch, der solche Gedanken fassen kann, in unglücklichen Stunden nicht gegen die Weltenlenkung murren, sondern deren Weisheit erkennen. Das bereitet uns aber nach und nach Stimmungen, die in ganz anderer Weise wirken als solche, die wir haben, wenn wir uns ganz abhängig von «Kraft und Stoff» fühlen. Jetzt weiß man, daß man abhängt von der geistigen Weltenlenkung. Das teilt sich der Stimmung mit, und dann entzieht man sich durch die Einflüsse auf den Ätherleib der Abhängigkeit von «Kraft und Stoff». Dann brauchen wir nicht an die Riviera zu gehen, um unsere Stimmung zu erhöhen, sondern unser geistiger Besitz ermöglicht es uns, unsere Werkzeuge so zu gestalten, daß wir vom Äußeren unabhängig sein können.

[ 21 ] In den Seelen-Gesundheitsschriften eines Ralph Waldo Trine und anderer findet man nicht, wodurch man diese Stimmung erhält. Hineingießen in die Stimmung die Weisheit der 'Theosophie, das macht uns unabhängig von Stoff und Kraft, das erschließt uns einen Quell, der uns über Raum und Zeit erhebt. Dann entziehen wir uns der Macht der Materie und wirken auf das Instrument unseres Leibes zurück. So eignen wir uns nach und nach durch die Geisteswissenschaft Lebenspraxis an. Daran, meine lieben Freunde, glaubt nicht gleich jeder, weil die wenigsten Menschen heute, wo alle so abhängig sind von Stoff und Kraft, angelegt sind, solche Dinge einzusehen. Sie sollten sich durch Erfahrung überzeugen, daß das so ist, denn die Erfahrung wird ihnen immer mehr die Lebensbeweise liefern können. Das ist überhaupt das Ergebnis der Geisteswissenschaft, daß sie in die ganz gewöhnliche äußere Handhabung des Lebens hineinwirkt.

[ 21 ] In den Seelen-Gesundheitsschriften eines Ralph Waldo Trine und anderer findet man nicht, wodurch man diese Stimmung erhält. Hineingießen in die Stimmung die Weisheit der 'Theosophie, das macht uns unabhängig von Stoff und Kraft, das erschließt uns einen Quell, der uns über Raum und Zeit erhebt. Dann entziehen wir uns der Macht der Materie und wirken auf das Instrument unseres Leibes zurück. So eignen wir uns nach und nach durch die Geisteswissenschaft Lebenspraxis an. Daran, meine lieben Freunde, glaubt nicht gleich jeder, weil die wenigsten Menschen heute, wo alle so abhängig sind von Stoff und Kraft, angelegt sind, solche Dinge einzusehen. Sie sollten sich durch Erfahrung überzeugen, daß das so ist, denn die Erfahrung wird ihnen immer mehr die Lebensbeweise liefern können. Das ist überhaupt das Ergebnis der Geisteswissenschaft, daß sie in die ganz gewöhnliche äußere Handhabung des Lebens hineinwirkt.

[ 22 ] Ich will Ihnen dasjenige, was die Geisteswissenschaft lehrt, durch Beispiele belegen; ich will Ihnen dafür einiges aus den Trivialitäten des Lebens anführen. Wir müssen zum Beispiel dadurch, daß wir jetzt auf dem physischen Plan mit der äußeren Materie leben, in gewissen Fällen die Fähigkeit haben, auch in der äußeren Materie um uns herum überall den Geist wahrzunehmen. Denn Materie ist ja nur ein 'Trugbild, Maja, alles ist verdichteter Geist. So daß wir für das gewöhnliche Leben unter den Gegenständen der Materie den Geist zu spüren haben. Wir müssen also zu ihr in ein äußeres Verhältnis kommen können, daß wir gewissermaßen intime Beziehungen einzugehen vermögen mit den Dingen. Es gibt Menschen, die sich oft die Hände waschen, und es gibt solche, die waschen sich selten die Hände. Nun, in gewisser Beziehung ist ein gewaltiger Unterschied zwischen den einen und den anderen. Der Mensch ist hinsichtlich seiner verschiedenen Körperteile tatsächlich ganz unterschiedlich vom Übersinnlichen durchdrungen. So sind zum Beispiel nicht Brust und Oberschenkel in gleicher Weise vom Atherleib durchdrungen wie die Hände. Gerade von den Fingern aus gehen mächtige Strahlen des Ätherleibes. Weil das bei den Händen so ist, können wir gerade in den Händen ein wunderbar intimes Verhältnis zum äußeren Leben entwickeln. Die Menschen, die sich oft die Hände waschen, stehen in feinerer Beziehung zu ihrer Umgebung, sind in feinerer Weise empfänglich für ihre Umgebung, weil durch den im Blut materialisierten Geist die Wirkung ausgeübt wird, daß der Mensch in seinen Händen sensitiver wird. Dickhäuter in bezug auf die äußere Welt waschen sich nicht oft die Hände. Sehen Sie, wie wenig solche robusten Leute zugänglich sind für die Eigentümlichkeiten ihrer Mitmenschen, während die, welche sich öfter die Hände waschen, geistig in ein intimeres Verhältnis zur Umwelt treten. Würde ein Mensch versuchen, an einer anderen Stelle dasselbe bewirken zu wollen, zum Beispiel an den Schultern, so würde sich zeigen, daß er, wenn er diese auch so viel waschen würde, neurasthenisch werden würde. Was den Händen gesund ist, ist den Schultern nicht gesund. Der Mensch ist so organisiert, daß er dieses intime Verhältnis zur Umwelt durch die Hände einzugehen vermag.

[ 22 ] Ich will Ihnen dasjenige, was die Geisteswissenschaft lehrt, durch Beispiele belegen; ich will Ihnen dafür einiges aus den Trivialitäten des Lebens anführen. Wir müssen zum Beispiel dadurch, daß wir jetzt auf dem physischen Plan mit der äußeren Materie leben, in gewissen Fällen die Fähigkeit haben, auch in der äußeren Materie um uns herum überall den Geist wahrzunehmen. Denn Materie ist ja nur ein 'Trugbild, Maja, alles ist verdichteter Geist. So daß wir für das gewöhnliche Leben unter den Gegenständen der Materie den Geist zu spüren haben. Wir müssen also zu ihr in ein äußeres Verhältnis kommen können, daß wir gewissermaßen intime Beziehungen einzugehen vermögen mit den Dingen. Es gibt Menschen, die sich oft die Hände waschen, und es gibt solche, die waschen sich selten die Hände. Nun, in gewisser Beziehung ist ein gewaltiger Unterschied zwischen den einen und den anderen. Der Mensch ist hinsichtlich seiner verschiedenen Körperteile tatsächlich ganz unterschiedlich vom Übersinnlichen durchdrungen. So sind zum Beispiel nicht Brust und Oberschenkel in gleicher Weise vom Atherleib durchdrungen wie die Hände. Gerade von den Fingern aus gehen mächtige Strahlen des Ätherleibes. Weil das bei den Händen so ist, können wir gerade in den Händen ein wunderbar intimes Verhältnis zum äußeren Leben entwickeln. Die Menschen, die sich oft die Hände waschen, stehen in feinerer Beziehung zu ihrer Umgebung, sind in feinerer Weise empfänglich für ihre Umgebung, weil durch den im Blut materialisierten Geist die Wirkung ausgeübt wird, daß der Mensch in seinen Händen sensitiver wird. Dickhäuter in bezug auf die äußere Welt waschen sich nicht oft die Hände. Sehen Sie, wie wenig solche robusten Leute zugänglich sind für die Eigentümlichkeiten ihrer Mitmenschen, während die, welche sich öfter die Hände waschen, geistig in ein intimeres Verhältnis zur Umwelt treten. Würde ein Mensch versuchen, an einer anderen Stelle dasselbe bewirken zu wollen, zum Beispiel an den Schultern, so würde sich zeigen, daß er, wenn er diese auch so viel waschen würde, neurasthenisch werden würde. Was den Händen gesund ist, ist den Schultern nicht gesund. Der Mensch ist so organisiert, daß er dieses intime Verhältnis zur Umwelt durch die Hände einzugehen vermag.

[ 23 ] Es würde auch abträglich wirken, wenn der Mensch geneigt wäre, sich genau so oft das Gesicht zu waschen. Das Gesicht so behandeln, würde auf die Gesundheit nicht fördernd wirken. Bei anderen Teilen des menschlichen Leibes liegt die Sache ganz anders. Menschen, die nicht durch die Geisteswissenschaft ordentlich geschult sind, materialistisch denkende Ärzte beispielsweise, merken den Unterschied nicht und empfehlen den Kindern kalte Abwaschungen; fanatisch werden solche Dinge betrieben. Man dürfte wissen, daß mit nichts mehr Unfug getrieben wird! Das ist die Grundlage zu sehr viel Neurasthenie, daß man in solch abstruser Weise seine Gesundheit beeinträchtigt. Die Hände vertragen das, der übrige Körper wird dadurch für das Materielle empfänglich. Da sehen Sie die Wirkung des Materialismus. Ich spreche hier von der Regel. Da, wo es sich um eine vorübergehende Kur handelt, liegt die Sache anders.

[ 23 ] Es würde auch abträglich wirken, wenn der Mensch geneigt wäre, sich genau so oft das Gesicht zu waschen. Das Gesicht so behandeln, würde auf die Gesundheit nicht fördernd wirken. Bei anderen Teilen des menschlichen Leibes liegt die Sache ganz anders. Menschen, die nicht durch die Geisteswissenschaft ordentlich geschult sind, materialistisch denkende Ärzte beispielsweise, merken den Unterschied nicht und empfehlen den Kindern kalte Abwaschungen; fanatisch werden solche Dinge betrieben. Man dürfte wissen, daß mit nichts mehr Unfug getrieben wird! Das ist die Grundlage zu sehr viel Neurasthenie, daß man in solch abstruser Weise seine Gesundheit beeinträchtigt. Die Hände vertragen das, der übrige Körper wird dadurch für das Materielle empfänglich. Da sehen Sie die Wirkung des Materialismus. Ich spreche hier von der Regel. Da, wo es sich um eine vorübergehende Kur handelt, liegt die Sache anders.

[ 24 ] Nicht nur die kleinsten Kinder suchen sie abzuwaschen in systematischer Weise — jeden Morgen werden sie gequält —, es beschränken sich die Menschen nicht darauf. Sie laufen in der Sonne herum, um Lichtbäder zu nehmen, um im ganzen das Materielle der äußeren Welt auf sich wirken zu lassen. Wir sollten froh sein, daß wir imstande sind, vom inneren Zentrum nach außen wirken zu können und sollten uns nicht immer abhängiger und abhängiger machen von dem Materiellen. Dieses Sich-Aussetzen mit allen Teilen ist das gleiche, wie wenn der Müller alles tun würde, um das Klappern seiner Mühle ständig zu hören, und nicht zufrieden sein wollte, daß er es nicht mehr hört. Auszunehmen sind natürlich wieder die Fälle, wo es sich um eine vorübergehende Kur handelt. - Wenn das in der Jugend betrieben wird, dann wird der Mensch dadurch geeignet gemacht, jeden geringsten Einfluß in seinem Organismus wirken zu lassen. Er härtet sich ab, das heißt, er härtet sich in einer Weise ab, daß er schließlich ganz «abgehärtet» ist und keine äußeren Einflüsse mehr empfindet.*)

[ 24 ] Nicht nur die kleinsten Kinder suchen sie abzuwaschen in systematischer Weise — jeden Morgen werden sie gequält —, es beschränken sich die Menschen nicht darauf. Sie laufen in der Sonne herum, um Lichtbäder zu nehmen, um im ganzen das Materielle der äußeren Welt auf sich wirken zu lassen. Wir sollten froh sein, daß wir imstande sind, vom inneren Zentrum nach außen wirken zu können und sollten uns nicht immer abhängiger und abhängiger machen von dem Materiellen. Dieses Sich-Aussetzen mit allen Teilen ist das gleiche, wie wenn der Müller alles tun würde, um das Klappern seiner Mühle ständig zu hören, und nicht zufrieden sein wollte, daß er es nicht mehr hört. Auszunehmen sind natürlich wieder die Fälle, wo es sich um eine vorübergehende Kur handelt. - Wenn das in der Jugend betrieben wird, dann wird der Mensch dadurch geeignet gemacht, jeden geringsten Einfluß in seinem Organismus wirken zu lassen. Er härtet sich ab, das heißt, er härtet sich in einer Weise ab, daß er schließlich ganz «abgehärtet» ist und keine äußeren Einflüsse mehr empfindet.*)

[ 25 ] Derartige Einsichten entspringen nicht einfach nur der gewöhnlichen Lebenspraxis — das ist ja nicht möglich -, sondern das kann man erst beurteilen, wenn man den ganzen Menschen kennt. Und daß der Mensch ein kompliziertes Wesen ist, und daß in bezug auf seine einzelnen Glieder die verschiedensten Verhältnisse bestehen zwischen dem physischen, Äther- und Astralleib und so weiter, das können Sie aus sehr einfachen Dingen entnehmen. Heute hat es Ihnen vielleicht etwas spaßhaft geschienen, was im Zusammenhang damit gesagt wurde, daß der Mensch mit seinem Astral- und Ätherleib in ganz besonderer Beziehung steht zum physischen Leib. Auf der anderen Seite haben Sie vielleicht gehört, daß die Entfernung oder Krankheit eines bestimmten Organes den Menschen einem Zustand nahebringt, welcher sich wie Idiotismus ausnimmt. Wenn man nun aber den Schilddrüsensaft zum Beispiel vom Schaf einem solchen Menschen eingibt, so wird er wieder aus einem Idioten zu einem denkenden Menschen. Das ist eine bekannte Tatsache. Richtig beurteilt werden diese Tatsachen erst von der Geisteswissenschaft. Denn, warum ist das so? Ja, sehen Sie, das ist deshalb so, weil nicht nur in der Schilddrüse, sondern auch in der weit größeren Zahl der Drüsenorgane Werkzeuge gegeben sind, die aus dem Ätherleib auferbaut sind. Wir brauchen unsere Werkzeuge in der physischen Welt, um etwas anzufangen. Wie wir einen Hammer brauchen, um einen Nagel einzuschlagen, so brauchen wir die Werkzeuge, wozu sie uns gegeben sind. Wenn sie herausgenommen sind, so haben wir das Werkzeug nicht mehr. Das ist aber kein Beweis, daß das Vermögen genommen ist, ihre Wirkung zu ersetzen. Aber wir müssen wissen, daß auch eine solche Wirkung nur dann möglich ist, wenn der Ätherleib in Funktion tritt.

[ 25 ] Derartige Einsichten entspringen nicht einfach nur der gewöhnlichen Lebenspraxis — das ist ja nicht möglich -, sondern das kann man erst beurteilen, wenn man den ganzen Menschen kennt. Und daß der Mensch ein kompliziertes Wesen ist, und daß in bezug auf seine einzelnen Glieder die verschiedensten Verhältnisse bestehen zwischen dem physischen, Äther- und Astralleib und so weiter, das können Sie aus sehr einfachen Dingen entnehmen. Heute hat es Ihnen vielleicht etwas spaßhaft geschienen, was im Zusammenhang damit gesagt wurde, daß der Mensch mit seinem Astral- und Ätherleib in ganz besonderer Beziehung steht zum physischen Leib. Auf der anderen Seite haben Sie vielleicht gehört, daß die Entfernung oder Krankheit eines bestimmten Organes den Menschen einem Zustand nahebringt, welcher sich wie Idiotismus ausnimmt. Wenn man nun aber den Schilddrüsensaft zum Beispiel vom Schaf einem solchen Menschen eingibt, so wird er wieder aus einem Idioten zu einem denkenden Menschen. Das ist eine bekannte Tatsache. Richtig beurteilt werden diese Tatsachen erst von der Geisteswissenschaft. Denn, warum ist das so? Ja, sehen Sie, das ist deshalb so, weil nicht nur in der Schilddrüse, sondern auch in der weit größeren Zahl der Drüsenorgane Werkzeuge gegeben sind, die aus dem Ätherleib auferbaut sind. Wir brauchen unsere Werkzeuge in der physischen Welt, um etwas anzufangen. Wie wir einen Hammer brauchen, um einen Nagel einzuschlagen, so brauchen wir die Werkzeuge, wozu sie uns gegeben sind. Wenn sie herausgenommen sind, so haben wir das Werkzeug nicht mehr. Das ist aber kein Beweis, daß das Vermögen genommen ist, ihre Wirkung zu ersetzen. Aber wir müssen wissen, daß auch eine solche Wirkung nur dann möglich ist, wenn der Ätherleib in Funktion tritt.

[ 26 ] Bei denjenigen Organen, die in Beziehung zum Astralleib stehen, kann nicht in Betracht kommen, daß wir durch Ersatz des Sekretes irgend etwas an den Organen ändern. Ich habe gesehen, daß Leute, die ein defektes Hirn hatten, Schafgehirne oder dergleichen gegessen haben ohne Hebung des Verstandes, weil das Gehirn ein Organ ist, das zum Astralleib in Beziehung steht. Da sehen wir, wie die Geisteswissenschaft hineinleuchtet auch in diese Dinge. Man kann den Menschen nicht verstehen, wenn man nicht eingehen kann auf diese höheren, übersinnlichen Glieder der Menschen, und man weiß dann im Grunde überhaupt nicht, was in Betracht kommt.

[ 26 ] Bei denjenigen Organen, die in Beziehung zum Astralleib stehen, kann nicht in Betracht kommen, daß wir durch Ersatz des Sekretes irgend etwas an den Organen ändern. Ich habe gesehen, daß Leute, die ein defektes Hirn hatten, Schafgehirne oder dergleichen gegessen haben ohne Hebung des Verstandes, weil das Gehirn ein Organ ist, das zum Astralleib in Beziehung steht. Da sehen wir, wie die Geisteswissenschaft hineinleuchtet auch in diese Dinge. Man kann den Menschen nicht verstehen, wenn man nicht eingehen kann auf diese höheren, übersinnlichen Glieder der Menschen, und man weiß dann im Grunde überhaupt nicht, was in Betracht kommt.

[ 27 ] Wenn Sie heute medizinische Bücher lesen, wird das so geschildert, als wenn der Mensch seinen Verstand verliert durch die Krankheit oder das Fehlen der Schilddrüse. Nein, er verliert nur die Anteilnahme, das Interesse, er wird stumpf und wendet seinen Verstand nicht an. Man wird nicht dadurch dumm, daß man nicht denken kann. Wenn man kein Interesse hat, bleibt der Verstand doch intakt. Was verlorengeht, ist der lebendige Anteil, den der Mensch nimmt an den Dingen, das Interesse, die Aufmerksamkeit auf die Dinge zu lenken. Derjenige, der kein Interesse hat, lenkt auf nichts seine Aufmerksamkeit, weil ihm das Werkzeug fehlt. Wir geben ihm nicht Verstand mit der Schilddrüse, sondern wir geben ihm ein Werkzeug, um lebendigen Anteil zu nehmen an den Dingen der Welt. Man beurteilt den Menschen ganz falsch, wenn man gar nichts weiß von der übersinnlichen Welt, und ein großer Teil von dem, was gelehrt wird in unseren wissenschaftlichen und populären Büchern, steht auf diesem Niveau. Wenn Sie lesen, daß der Mensch durch Verlust der Thyreoiden ein Tor und durch Aufessen von Thyreoidin gescheiter werde, so ist das nicht wahr. Wahr ist, daß seine Aufmerksamkeit geweckt wird. Überall kann an den Folgen eingesehen werden: das, was aus hellseherischer Forschung gesagt wird, ist nicht phantastisch. Wenn auch nicht ein jeder es sehen kann, belegen kann man, daß das da ist, was die Hellseher sehen. Es ist überall da. Ich empfehle Ihnen immer wiederum und wiederum an den Satz zu denken: Wenn man an sich nicht einsehen kann, was an hellseherischer Forschung ergründet wird, in der Welt kann man es erleben. - So kann man sich in mittelbarer Weise Beweise verschaffen für das, was geisteswissenschaftlich mitgeteilt wird,

[ 27 ] Wenn Sie heute medizinische Bücher lesen, wird das so geschildert, als wenn der Mensch seinen Verstand verliert durch die Krankheit oder das Fehlen der Schilddrüse. Nein, er verliert nur die Anteilnahme, das Interesse, er wird stumpf und wendet seinen Verstand nicht an. Man wird nicht dadurch dumm, daß man nicht denken kann. Wenn man kein Interesse hat, bleibt der Verstand doch intakt. Was verlorengeht, ist der lebendige Anteil, den der Mensch nimmt an den Dingen, das Interesse, die Aufmerksamkeit auf die Dinge zu lenken. Derjenige, der kein Interesse hat, lenkt auf nichts seine Aufmerksamkeit, weil ihm das Werkzeug fehlt. Wir geben ihm nicht Verstand mit der Schilddrüse, sondern wir geben ihm ein Werkzeug, um lebendigen Anteil zu nehmen an den Dingen der Welt. Man beurteilt den Menschen ganz falsch, wenn man gar nichts weiß von der übersinnlichen Welt, und ein großer Teil von dem, was gelehrt wird in unseren wissenschaftlichen und populären Büchern, steht auf diesem Niveau. Wenn Sie lesen, daß der Mensch durch Verlust der Thyreoiden ein Tor und durch Aufessen von Thyreoidin gescheiter werde, so ist das nicht wahr. Wahr ist, daß seine Aufmerksamkeit geweckt wird. Überall kann an den Folgen eingesehen werden: das, was aus hellseherischer Forschung gesagt wird, ist nicht phantastisch. Wenn auch nicht ein jeder es sehen kann, belegen kann man, daß das da ist, was die Hellseher sehen. Es ist überall da. Ich empfehle Ihnen immer wiederum und wiederum an den Satz zu denken: Wenn man an sich nicht einsehen kann, was an hellseherischer Forschung ergründet wird, in der Welt kann man es erleben. - So kann man sich in mittelbarer Weise Beweise verschaffen für das, was geisteswissenschaftlich mitgeteilt wird,

[ 28 ] Nun habe ich Ihnen manches gesagt über die Art und Weise, wie der menschliche Astralleib in bezug auf das Leben seinen Einfluß zeigen kann. Ich habe Ihnen gesagt, wie sich der Ätherleib auf das Leben auswirkt. Ich möchte auch jetzt in bezug auf das Ich einiges sagen, woraus Sie die Brücke schlagen können von der theosophischen Theorie zur Lebensrealität. Sie kennen alle die weitverbreitete Erscheinung im Leben, welche mit zwei Worten bezeichnet wird, weil sie in zweierlei Weise sich äußert: Tränen vergießen und traurig sein.

[ 28 ] Nun habe ich Ihnen manches gesagt über die Art und Weise, wie der menschliche Astralleib in bezug auf das Leben seinen Einfluß zeigen kann. Ich habe Ihnen gesagt, wie sich der Ätherleib auf das Leben auswirkt. Ich möchte auch jetzt in bezug auf das Ich einiges sagen, woraus Sie die Brücke schlagen können von der theosophischen Theorie zur Lebensrealität. Sie kennen alle die weitverbreitete Erscheinung im Leben, welche mit zwei Worten bezeichnet wird, weil sie in zweierlei Weise sich äußert: Tränen vergießen und traurig sein.

[ 29 ] Was bedeutet es im menschlichen Leben, eine von außen verursachte Traurigkeit zu empfinden, die sich physisch in Tränen äußert, oder ein inneres Seelenerlebnis zu haben, das sich ebenfalls in Tränen äußert? Der Mensch hat etwas in sich, wodurch er nicht bloß dasjenige erleben kann, was er in seinem eigenen Leibe hat, sondern schon im gewöhnlichen, normalen Bewußtsein das miterleben, mitfühlen kann, was in seiner Umgebung vorgeht. Wir stecken dann mit darin in unserer Umgebung, wenn wir traurig sind über diesen oder jenen Verlust, zum Weinen traurig. Was beweist das? Daß wir in uns selber hineinnehmen können, was in unserer Umgebung lebt, und es recht in uns selber im Herzen tragen können. Es bedeutet, daß wir in uns ein Ich haben, das mit unserer ganzen Umwelt in einer geheimnisvoll magischen Verbindung steht. Durch diesen magischen Zusammenhang der Menschen mit dem, was nicht in ihnen selber lebt, wird ein Zusammenhang mit dem Außeren erlebt. In zweifacher Weise kann das Ich in sich sein: Erstens auf egoistische Weise; dann kommt es insbesondere darauf hinaus, daß wir uns durch Tränen Erleichterung verschaffen gegenüber dem Schmerz. Weil wir keinen [wahren] Anteil haben wollen. Zweitens kann aber die Traurigkeit auch voll berechtigt sein, weil wir etwas, was in unserer Umgebung lebt, in uns selber hineingießen. Darum bedeuten Tränen am meisten beim Menschen, wenn er traurig sein kann über Dinge, die ihn persönlich möglichst wenig angehen. Es gibt Menschen, die weinen aus bloßem Egoismus, weil sie nicht ertragen können, was in ihrem Leben vorgeht, oder ihren eigenen Verlust nicht tragen können. Wohl, es gibt auch Menschen, die über Dinge weinen, die sie nichts angehen, so daß die Welt sagt: der heult wie ein Schloßhund über eine Stelle in einem Roman oder in einem Drama. Und diese Möglichkeit kann bei ihm einen gewissen Glanz erzeugen, der von seiner Trauer auch auf alle anderen Tränen und andere Traurigkeit ausgehen mag, denn um so größer ist unsere Traurigkeit, je mehr wir über alles andere gerührt werden. Und in seiner Trauer wird der Mensch in gewissem Sinne doch auf unegoistische Weise zu seinem Ich geführt. Was kein Ich hat, kann nicht weinen und nicht traurig sein. Die Behauptung, daß auch Tiere weinen, ist daher im Grunde barer Unsinn. Richtig ist vielmehr, daß die Tiere nicht weinen und nicht traurig sein können wie der Mensch. Traurig scheint der Hund nur, weil ihm nicht alles das zufließt, was er bekam, als der Herr noch da war. Recht haben die Psychologen, welche sagen: Tiere können nur heulen, Menschen aber können weinen. — Denn das Weinen und die Traurigkeit kann der stärkste Beweis dafür sein, daß die Ich-Vertiefung in uns selber ist und daß wir dadurch mit dem, was um uns ist, in Zusammenhang kommen. Daher geschieht eine Verdichtung unseres Ich, was dann in Tränen herauskommt. Weil das so ist, können wir sagen: Im Grunde genommen ist Weinen und Tränen etwas, was mit dem innersten Wesen der Menschennatur zusammenhängt.

[ 29 ] Was bedeutet es im menschlichen Leben, eine von außen verursachte Traurigkeit zu empfinden, die sich physisch in Tränen äußert, oder ein inneres Seelenerlebnis zu haben, das sich ebenfalls in Tränen äußert? Der Mensch hat etwas in sich, wodurch er nicht bloß dasjenige erleben kann, was er in seinem eigenen Leibe hat, sondern schon im gewöhnlichen, normalen Bewußtsein das miterleben, mitfühlen kann, was in seiner Umgebung vorgeht. Wir stecken dann mit darin in unserer Umgebung, wenn wir traurig sind über diesen oder jenen Verlust, zum Weinen traurig. Was beweist das? Daß wir in uns selber hineinnehmen können, was in unserer Umgebung lebt, und es recht in uns selber im Herzen tragen können. Es bedeutet, daß wir in uns ein Ich haben, das mit unserer ganzen Umwelt in einer geheimnisvoll magischen Verbindung steht. Durch diesen magischen Zusammenhang der Menschen mit dem, was nicht in ihnen selber lebt, wird ein Zusammenhang mit dem Außeren erlebt. In zweifacher Weise kann das Ich in sich sein: Erstens auf egoistische Weise; dann kommt es insbesondere darauf hinaus, daß wir uns durch Tränen Erleichterung verschaffen gegenüber dem Schmerz. Weil wir keinen [wahren] Anteil haben wollen. Zweitens kann aber die Traurigkeit auch voll berechtigt sein, weil wir etwas, was in unserer Umgebung lebt, in uns selber hineingießen. Darum bedeuten Tränen am meisten beim Menschen, wenn er traurig sein kann über Dinge, die ihn persönlich möglichst wenig angehen. Es gibt Menschen, die weinen aus bloßem Egoismus, weil sie nicht ertragen können, was in ihrem Leben vorgeht, oder ihren eigenen Verlust nicht tragen können. Wohl, es gibt auch Menschen, die über Dinge weinen, die sie nichts angehen, so daß die Welt sagt: der heult wie ein Schloßhund über eine Stelle in einem Roman oder in einem Drama. Und diese Möglichkeit kann bei ihm einen gewissen Glanz erzeugen, der von seiner Trauer auch auf alle anderen Tränen und andere Traurigkeit ausgehen mag, denn um so größer ist unsere Traurigkeit, je mehr wir über alles andere gerührt werden. Und in seiner Trauer wird der Mensch in gewissem Sinne doch auf unegoistische Weise zu seinem Ich geführt. Was kein Ich hat, kann nicht weinen und nicht traurig sein. Die Behauptung, daß auch Tiere weinen, ist daher im Grunde barer Unsinn. Richtig ist vielmehr, daß die Tiere nicht weinen und nicht traurig sein können wie der Mensch. Traurig scheint der Hund nur, weil ihm nicht alles das zufließt, was er bekam, als der Herr noch da war. Recht haben die Psychologen, welche sagen: Tiere können nur heulen, Menschen aber können weinen. — Denn das Weinen und die Traurigkeit kann der stärkste Beweis dafür sein, daß die Ich-Vertiefung in uns selber ist und daß wir dadurch mit dem, was um uns ist, in Zusammenhang kommen. Daher geschieht eine Verdichtung unseres Ich, was dann in Tränen herauskommt. Weil das so ist, können wir sagen: Im Grunde genommen ist Weinen und Tränen etwas, was mit dem innersten Wesen der Menschennatur zusammenhängt.

[ 30 ] Wenn der Mensch seinen inneren Halt wiederfindet, dann kann er diesen Zustand am besten dadurch zum Ausdruck bringen, daß das in Tränen übergeht. So sind aus dem Tiefsten heraus gesprochen die Worte im «Faust», nachdem Faust vom Selbstmord zurückkommt und den Giftbecher vom Munde nimmt: «Die Träne quillt, die Erde hat mich wieder!» Das Ich spricht in diesem Augenblick. Das drückt sich aus in diesem Wort: Die Träne quillt, die Erde hat mich wieder.

[ 30 ] Wenn der Mensch seinen inneren Halt wiederfindet, dann kann er diesen Zustand am besten dadurch zum Ausdruck bringen, daß das in Tränen übergeht. So sind aus dem Tiefsten heraus gesprochen die Worte im «Faust», nachdem Faust vom Selbstmord zurückkommt und den Giftbecher vom Munde nimmt: «Die Träne quillt, die Erde hat mich wieder!» Das Ich spricht in diesem Augenblick. Das drückt sich aus in diesem Wort: Die Träne quillt, die Erde hat mich wieder.

[ 31 ] Daher hängt das mit dem innersten Wesen des Menschen zusammen, was wir in Trauer mit unserer Umgebung miterleben. Und was mit dem innersten Wesen zusammenhängt, fordert, daß es der Mensch mit richtigem Ernste nimmt und daß wir über das Elend in unserer Umgebung traurig werden können, allerdings niemals durch das bloß vorgestellte Elend. Alle die Dramen, die das Elend lediglich auf die Bühne bringen, können nur unnatürliche Seelenregungen hervorbringen. Alles unwirkliche Elend auf der Bühne können wir mit unserer Menschenwürdigkeit nur dann verbinden, wenn der Sinn damit verbunden ist, daß der Held, auch wenn er fällt, als Sieger hervorgeht. Die Dramen, die das Elend darstellen, können wir nur ertragen, wenn wir den Sieg des Guten sehen. Dann hat es ein Recht auf unsere Traurigkeit und unsere Tränen, weil es so recht in unser Inneres hineinversenkt die Trauer der Wirklichkeit gegenüber. |

[ 31 ] Daher hängt das mit dem innersten Wesen des Menschen zusammen, was wir in Trauer mit unserer Umgebung miterleben. Und was mit dem innersten Wesen zusammenhängt, fordert, daß es der Mensch mit richtigem Ernste nimmt und daß wir über das Elend in unserer Umgebung traurig werden können, allerdings niemals durch das bloß vorgestellte Elend. Alle die Dramen, die das Elend lediglich auf die Bühne bringen, können nur unnatürliche Seelenregungen hervorbringen. Alles unwirkliche Elend auf der Bühne können wir mit unserer Menschenwürdigkeit nur dann verbinden, wenn der Sinn damit verbunden ist, daß der Held, auch wenn er fällt, als Sieger hervorgeht. Die Dramen, die das Elend darstellen, können wir nur ertragen, wenn wir den Sieg des Guten sehen. Dann hat es ein Recht auf unsere Traurigkeit und unsere Tränen, weil es so recht in unser Inneres hineinversenkt die Trauer der Wirklichkeit gegenüber. |

[ 32 ] Ganz anders ist es in bezug auf ein anderes Erlebnis unseres Ich, das wir mit vielen Namen bezeichnen können. Was im Lachen, Lustigkeit, Freudehaben, vielleicht sogar im Witze sich ausdrückt -, in dem Anteil an dem Komischen ist die Sache umgekehrt. Über einen Toren in Wirklichkeit zu lachen ist unmenschlich, über das vorgestellte Törichte zu lachen, ist eigentlich unendlich befreiend. Die Torheit soll man erleben, weil sie gesundend wirkt — selbst im Zirkus kann man dieses gute seelische Heilmittel erleben -, denn es ist wiederum ein Finden des eigenen Ich. Wenn wir imstande sind zu lachen, so erheben wir uns über die Situation. Da werden wir gewahr unseres eigenen inneren Wertes, dadurch erheben wir uns. Etwas ungeheuer Gesundendes liegt in den burlesken Scherzen des Kasperletheaters bis zu den Komikern, die alle möglichen Torheiten begehen, in alle möglichen Widersprüche sich verwickeln, während Lachen über Torheit, wenn sie wirklich ist, den Unmenschen verrät.

[ 32 ] Ganz anders ist es in bezug auf ein anderes Erlebnis unseres Ich, das wir mit vielen Namen bezeichnen können. Was im Lachen, Lustigkeit, Freudehaben, vielleicht sogar im Witze sich ausdrückt -, in dem Anteil an dem Komischen ist die Sache umgekehrt. Über einen Toren in Wirklichkeit zu lachen ist unmenschlich, über das vorgestellte Törichte zu lachen, ist eigentlich unendlich befreiend. Die Torheit soll man erleben, weil sie gesundend wirkt — selbst im Zirkus kann man dieses gute seelische Heilmittel erleben -, denn es ist wiederum ein Finden des eigenen Ich. Wenn wir imstande sind zu lachen, so erheben wir uns über die Situation. Da werden wir gewahr unseres eigenen inneren Wertes, dadurch erheben wir uns. Etwas ungeheuer Gesundendes liegt in den burlesken Scherzen des Kasperletheaters bis zu den Komikern, die alle möglichen Torheiten begehen, in alle möglichen Widersprüche sich verwickeln, während Lachen über Torheit, wenn sie wirklich ist, den Unmenschen verrät.

[ 33 ] Merkwürdig zeigt sich das Ich in seinem gesunden Verhältnis zur Umwelt. Dem Elend gegenüber sind wir zum Weinen gestimmt, dem wirklichen, nicht dem dargestellten gegenüber. Umgekehrt beim Lachen und beim Scherzen. Da sind wir Unmenschen, wenn wir über die Torheiten, die als Natureigenschaften in einem Menschen sitzen, lachen. Aber sie sind gesund und arbeiten an der gesunden Menschenerziehung, wenn wir an dem dargestellten Burlesken und Komischen unsere Freude haben können. Denn das weist auf das gesunde Ich in uns hin.

[ 33 ] Merkwürdig zeigt sich das Ich in seinem gesunden Verhältnis zur Umwelt. Dem Elend gegenüber sind wir zum Weinen gestimmt, dem wirklichen, nicht dem dargestellten gegenüber. Umgekehrt beim Lachen und beim Scherzen. Da sind wir Unmenschen, wenn wir über die Torheiten, die als Natureigenschaften in einem Menschen sitzen, lachen. Aber sie sind gesund und arbeiten an der gesunden Menschenerziehung, wenn wir an dem dargestellten Burlesken und Komischen unsere Freude haben können. Denn das weist auf das gesunde Ich in uns hin.

[ 34 ] Da sehen Sie, wie auch das Gesundende in der Umwelt verstanden werden kann, wenn wir bemerken, daß wir auch ein Ich haben. Nun fragen wir: Zeigt sich das in unserer materialistischen Menschheit auch im Verhältnis zur Kunst? Ja, es zeigt sich sehr charakteristisch und eigentlich. Wenn die Menschen wirklich dem gegenüberstehen würden, was zum Beispiel in Hauptmanns oder Sudermanns Dramen dargestellt wird, wie viele würden da ohnmächtig werden! In der Darstellung können sie das gleiche ertragen, das sie im Leben in Traurigkeit versetzen und zum Eingreifen bewegen müßte. Das ist auf der Bühne nicht möglich. Woher kommt eine solche Verkehrung der Tatsachen? Daher, weil in unserem materialistischen Zeitalter die Menschen am meisten in der Peripherie leben, wo das Ich sich nicht bewahrheitet. In der Tat kann uns am meisten zur Traurigkeit stimmen, was als das Furchtbarste in der Weltenentwickelung in dem Mysterium von Golgatha geschehen ist, im Leiden, in der ganzen Tragik des Christus Jesus. Und da können wir am meisten zum Frohlocken gestimmt sein, wo der Sieg, der unmittelbar für die Reiche der Ewigkeit dargestellte Sieg des Lebens über den Tod errungen ist in der Auferstehung. Kein anderer Sieg existiert, wo sich höchstes Halleluja so vereint mit tiefster Traurigkeit, alles Leid in dem Tod auf Golgatha und alle Herrlichkeit der Osterzeit in der Auferstehung - es gibt kein anderes Ereignis, in dem beide, tiefste Traurigkeit und höchstes Frohlocken, so zum Ausdruck kommen.

[ 34 ] Da sehen Sie, wie auch das Gesundende in der Umwelt verstanden werden kann, wenn wir bemerken, daß wir auch ein Ich haben. Nun fragen wir: Zeigt sich das in unserer materialistischen Menschheit auch im Verhältnis zur Kunst? Ja, es zeigt sich sehr charakteristisch und eigentlich. Wenn die Menschen wirklich dem gegenüberstehen würden, was zum Beispiel in Hauptmanns oder Sudermanns Dramen dargestellt wird, wie viele würden da ohnmächtig werden! In der Darstellung können sie das gleiche ertragen, das sie im Leben in Traurigkeit versetzen und zum Eingreifen bewegen müßte. Das ist auf der Bühne nicht möglich. Woher kommt eine solche Verkehrung der Tatsachen? Daher, weil in unserem materialistischen Zeitalter die Menschen am meisten in der Peripherie leben, wo das Ich sich nicht bewahrheitet. In der Tat kann uns am meisten zur Traurigkeit stimmen, was als das Furchtbarste in der Weltenentwickelung in dem Mysterium von Golgatha geschehen ist, im Leiden, in der ganzen Tragik des Christus Jesus. Und da können wir am meisten zum Frohlocken gestimmt sein, wo der Sieg, der unmittelbar für die Reiche der Ewigkeit dargestellte Sieg des Lebens über den Tod errungen ist in der Auferstehung. Kein anderer Sieg existiert, wo sich höchstes Halleluja so vereint mit tiefster Traurigkeit, alles Leid in dem Tod auf Golgatha und alle Herrlichkeit der Osterzeit in der Auferstehung - es gibt kein anderes Ereignis, in dem beide, tiefste Traurigkeit und höchstes Frohlocken, so zum Ausdruck kommen.

[ 35 ] Daher gibt es keine tiefere Weisheit als diejenige, die Paulus im Hinblick auf dieses Geschehen verkündet hat: Nicht ich, sondern der Christus in mir! — Da sehen wir, wie wir den richtigen Schwerpunkt finden, um das Ich in uns so fest als möglich zu machen, indem sich das Ich durchdringt mit dem, was die Christus-Offenbarung ist. Indem die Theosophie sich durchchristet, dringt das auch hinein in unser Ich, um uns so die größtmöglichste Lebenssicherheit zu geben, die größte Lebensstärkung. Denn nur durch das Verständnis des Christus, wie wir es durch die Geisteswissenschaft erlangen, bekommen wir in uns den richtigen Schwerpunkt.

[ 35 ] Daher gibt es keine tiefere Weisheit als diejenige, die Paulus im Hinblick auf dieses Geschehen verkündet hat: Nicht ich, sondern der Christus in mir! — Da sehen wir, wie wir den richtigen Schwerpunkt finden, um das Ich in uns so fest als möglich zu machen, indem sich das Ich durchdringt mit dem, was die Christus-Offenbarung ist. Indem die Theosophie sich durchchristet, dringt das auch hinein in unser Ich, um uns so die größtmöglichste Lebenssicherheit zu geben, die größte Lebensstärkung. Denn nur durch das Verständnis des Christus, wie wir es durch die Geisteswissenschaft erlangen, bekommen wir in uns den richtigen Schwerpunkt.

[ 36 ] Wenn also die Theosophie so wirken soll, wie Sie das auch angedeutet finden in meiner «Geheimwissenschaft im Umriß», dann wird der Versuch gemacht, etwas zu geben, was in den Menschen eine solche Festigkeit hineingießen kann, wie in dem Spruch liegt: Nicht ich, sondern Christus in mir! —, durch den immer mehr der Mensch verwandelt werden kann, so daß in uns jenes Ewigkeitsbewußtsein aufquellen kann, von dem wir sagen können: Was in uns aufgenommen werden kann, kann uns nicht genommen werden.

[ 36 ] Wenn also die Theosophie so wirken soll, wie Sie das auch angedeutet finden in meiner «Geheimwissenschaft im Umriß», dann wird der Versuch gemacht, etwas zu geben, was in den Menschen eine solche Festigkeit hineingießen kann, wie in dem Spruch liegt: Nicht ich, sondern Christus in mir! —, durch den immer mehr der Mensch verwandelt werden kann, so daß in uns jenes Ewigkeitsbewußtsein aufquellen kann, von dem wir sagen können: Was in uns aufgenommen werden kann, kann uns nicht genommen werden.

[ 37 ] Dann empfinden wir ein solches Wort wie das, welches Johann Gottlieb Fichte, der große Erkenner der Theosophie, ausgesprochen hat, fühlen das, was es heißt, was er etwa sagt: Wenn ich fühle und begreife meinen Zusammenhang mit dem Ewigen - und nichts kann uns diesen Zusammenhang mehr vermitteln als die Theosophie -, wenn ich fühle und begreife meinen Zusammenhang mit dem Ewigen - so sagt es Johann Gottlieb Fichte - und wenn wir ebenfalls diesen Zusammenhang begreifen, stehen auch wir da auf der Erde und sagen mit ihm: Ich schaue zu euch, ihr Felsen, und zu euch, Berge; stürzet hernieder und begrabet meinen Leib bis auf das letzte Sonnenstäubchen und vernichtet alles, was meine physischen Werkzeuge sind — und ich trotze euch, denn ihr seid nicht ewig; ich aber hänge mit dem Ewigen zusammen, bin ewig!

[ 37 ] Dann empfinden wir ein solches Wort wie das, welches Johann Gottlieb Fichte, der große Erkenner der Theosophie, ausgesprochen hat, fühlen das, was es heißt, was er etwa sagt: Wenn ich fühle und begreife meinen Zusammenhang mit dem Ewigen - und nichts kann uns diesen Zusammenhang mehr vermitteln als die Theosophie -, wenn ich fühle und begreife meinen Zusammenhang mit dem Ewigen - so sagt es Johann Gottlieb Fichte - und wenn wir ebenfalls diesen Zusammenhang begreifen, stehen auch wir da auf der Erde und sagen mit ihm: Ich schaue zu euch, ihr Felsen, und zu euch, Berge; stürzet hernieder und begrabet meinen Leib bis auf das letzte Sonnenstäubchen und vernichtet alles, was meine physischen Werkzeuge sind — und ich trotze euch, denn ihr seid nicht ewig; ich aber hänge mit dem Ewigen zusammen, bin ewig!

[ 38 ] So spricht der Mensch, der den Wert der Weisheit des Ewigen begreift. So redet der Mensch, welcher Theosophie in sich aufnimmt, zu seiner leiblichen, astralischen, ätherischen Gesamtheit, zur Erhöhung seines Daseins, zu seiner Einverleibung in die geistigen Welten, von denen er nur wissen muß, daß er Geist von ihrem Geiste ist. Denn der Mensch ist nicht nur Fleisch vom Fleisch, sondern ist Geist vom Ewigkeitsgeist.

[ 38 ] So spricht der Mensch, der den Wert der Weisheit des Ewigen begreift. So redet der Mensch, welcher Theosophie in sich aufnimmt, zu seiner leiblichen, astralischen, ätherischen Gesamtheit, zur Erhöhung seines Daseins, zu seiner Einverleibung in die geistigen Welten, von denen er nur wissen muß, daß er Geist von ihrem Geiste ist. Denn der Mensch ist nicht nur Fleisch vom Fleisch, sondern ist Geist vom Ewigkeitsgeist.