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The Revelations of Karma
GA 127

28 March 1911, Prague

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Die Mission der neuen Geistesoffenbarung
  1. The Revelations of Karma, tr. SOL

10. Aphorismen über Die Beziehung von Theosophie und Philosophie

10. Aphorismen über Die Beziehung von Theosophie und Philosophie

Eine Sonderbetrachtung zu den Vorträgen über «Okkulte Physiologie»

Eine Sonderbetrachtung zu den Vorträgen über «Okkulte Physiologie»

[ 1 ] Im Anschluß an die öffentlichen Vorträge «Wie widerlegt man Theosophie?» und «Wie verteidigt man Theosophie?» sowie im Anschluß an die Betrachtungen, die ich in diesen Tagen in dem Vortragszyklus über «Okkulte Physiologie» gegeben habe, können sich eine Reihe von Fragen aufdrängen, und es liegt das Bedürfnis vor, über diese Fragen, die hier berührt worden sind, sich mit den verehrten Zuhörern ein wenig zu verständigen. Die beiden öffentlichen Vorträge hatten vor allen Dingen das Ziel, zu zeigen, wie man auf dem Boden der Geisteswissenschaft oder Theosophie sich sehr wohl bewußt sein muß der möglichen Einwände, die sich ergeben können, und wie der Okkultist das Berechtigte dieser Einwände durchaus anerkennt, und andererseits konnte Ihnen aus den Vorträgen hervorgehen eine ganz bestimmte, scharf nuancierte Stellungnahme, wie die theosophischen Wahrheiten gegenüber den gewichtigen Einwänden der Gegner zu vertreten sind.

[ 1 ] Im Anschluß an die öffentlichen Vorträge «Wie widerlegt man Theosophie?» und «Wie verteidigt man Theosophie?» sowie im Anschluß an die Betrachtungen, die ich in diesen Tagen in dem Vortragszyklus über «Okkulte Physiologie» gegeben habe, können sich eine Reihe von Fragen aufdrängen, und es liegt das Bedürfnis vor, über diese Fragen, die hier berührt worden sind, sich mit den verehrten Zuhörern ein wenig zu verständigen. Die beiden öffentlichen Vorträge hatten vor allen Dingen das Ziel, zu zeigen, wie man auf dem Boden der Geisteswissenschaft oder Theosophie sich sehr wohl bewußt sein muß der möglichen Einwände, die sich ergeben können, und wie der Okkultist das Berechtigte dieser Einwände durchaus anerkennt, und andererseits konnte Ihnen aus den Vorträgen hervorgehen eine ganz bestimmte, scharf nuancierte Stellungnahme, wie die theosophischen Wahrheiten gegenüber den gewichtigen Einwänden der Gegner zu vertreten sind.

[ 2 ] Gerade aus der Erkenntnis der gekennzeichneten Schwierigkeiten, die sich für die Theosophie ergeben, sollte sich aber bei jedem Theosophen das Bedürfnis bilden, daß in der Vertretung der theosophischen Wahrheiten möglichste Genauigkeit, höchste Präzision walten möge. Das ist etwas, dessen sich derjenige, der aus der Erkenntnis der entsprechenden Zusammenhänge heraus diese Dinge zu vertreten hat, sehr wohl bewußt ist, womit er aber — trotz alle dem, was in den öffentlichen Vorträgen hervorgehoben worden ist — unvermeidlich in Kollision mit denjenigen kommt, die auf dem Boden der heutigen Wissenschaft stehen. Deshalb erfordert Theosophie, so sonderbar das scheinen mag, auf der einen Seite zum Einkleiden der aus den höheren Welten heruntergeholten Wahrheiten, auf der anderen Seite nicht minder aus der bloßen gewöhnlichen Vernünftigkeit heraus das genaueste, präziseste logische Formulieren. Und wer sich diese Aufgabe setzt, präzis und genau logisch zu formulieren, und zu diesem Zwecke alles vermeidet, was etwa Wortfüllsel in einem Satze oder nur rhetorische Verbrämung wäre, der fühlt sehr häufig, wie leicht er mißverstanden werden kann, einfach aus dem Grunde, weil in unserer Zeit nicht überall das intensive Bedürfnis vorhanden ist, die vertretenen Wahrheiten ebenso genau und präzis, wie sie ausgesprochen werden, auch hinzunehmen. Es ist in unserer Zeit die Menschheit, selbst da, wo sie sich wissenschaftlich betätigt, noch gar nicht gewöhnt an dieses Ganz-genau-Nehmen. Wenn man das Vorgetragene ganz genau nimmt, so darf man in den Sätzen nicht nur nichts ändern, sondern man muß auch genau auf die Grenze achten, die in die Formulierungen mit aufgenommen ist.

[ 2 ] Gerade aus der Erkenntnis der gekennzeichneten Schwierigkeiten, die sich für die Theosophie ergeben, sollte sich aber bei jedem Theosophen das Bedürfnis bilden, daß in der Vertretung der theosophischen Wahrheiten möglichste Genauigkeit, höchste Präzision walten möge. Das ist etwas, dessen sich derjenige, der aus der Erkenntnis der entsprechenden Zusammenhänge heraus diese Dinge zu vertreten hat, sehr wohl bewußt ist, womit er aber — trotz alle dem, was in den öffentlichen Vorträgen hervorgehoben worden ist — unvermeidlich in Kollision mit denjenigen kommt, die auf dem Boden der heutigen Wissenschaft stehen. Deshalb erfordert Theosophie, so sonderbar das scheinen mag, auf der einen Seite zum Einkleiden der aus den höheren Welten heruntergeholten Wahrheiten, auf der anderen Seite nicht minder aus der bloßen gewöhnlichen Vernünftigkeit heraus das genaueste, präziseste logische Formulieren. Und wer sich diese Aufgabe setzt, präzis und genau logisch zu formulieren, und zu diesem Zwecke alles vermeidet, was etwa Wortfüllsel in einem Satze oder nur rhetorische Verbrämung wäre, der fühlt sehr häufig, wie leicht er mißverstanden werden kann, einfach aus dem Grunde, weil in unserer Zeit nicht überall das intensive Bedürfnis vorhanden ist, die vertretenen Wahrheiten ebenso genau und präzis, wie sie ausgesprochen werden, auch hinzunehmen. Es ist in unserer Zeit die Menschheit, selbst da, wo sie sich wissenschaftlich betätigt, noch gar nicht gewöhnt an dieses Ganz-genau-Nehmen. Wenn man das Vorgetragene ganz genau nimmt, so darf man in den Sätzen nicht nur nichts ändern, sondern man muß auch genau auf die Grenze achten, die in die Formulierungen mit aufgenommen ist.

[ 3 ] Wir haben hierfür ein leichtes Beispiel, das bei dem Fragenstellen kürzlich aufgetaucht ist. Es wurde gefragt: Wenn das Traumbewußtsein nur eine Art Bilderbewußtsein ist, wie kommt es denn dann, daß aus diesem Traumbewußtsein heraus gewisse unterbewußte Handlungen, wie zum Beispiel Nachtwandeln, vollzogen werden können? - Da hat der Fragesteller nicht beachtet, wie ich auch damals schon erwähnt habe, daß mit dem Satze, es seien die Inhalte des Traumbewußtseins etwas Bildhaftes, nicht gemeint ist, sie seien nur Bildhaftes, sondern daß selbstverständlich, da nur von einer Seite her der Horizont des Traumbewußstseins charakterisiert worden ist, gerade aus der Natur dieser Charakteristik sich ergab: Wie unsere Tageshandlungen folgen aus unserem Tagesbewußtsein, so könnten gewisse Handlungen weniger bewußter Natur auch folgen aus dem Bilderbewußtsein des Traumes.

[ 3 ] Wir haben hierfür ein leichtes Beispiel, das bei dem Fragenstellen kürzlich aufgetaucht ist. Es wurde gefragt: Wenn das Traumbewußtsein nur eine Art Bilderbewußtsein ist, wie kommt es denn dann, daß aus diesem Traumbewußtsein heraus gewisse unterbewußte Handlungen, wie zum Beispiel Nachtwandeln, vollzogen werden können? - Da hat der Fragesteller nicht beachtet, wie ich auch damals schon erwähnt habe, daß mit dem Satze, es seien die Inhalte des Traumbewußtseins etwas Bildhaftes, nicht gemeint ist, sie seien nur Bildhaftes, sondern daß selbstverständlich, da nur von einer Seite her der Horizont des Traumbewußstseins charakterisiert worden ist, gerade aus der Natur dieser Charakteristik sich ergab: Wie unsere Tageshandlungen folgen aus unserem Tagesbewußtsein, so könnten gewisse Handlungen weniger bewußter Natur auch folgen aus dem Bilderbewußtsein des Traumes.

[ 4 ] Es soll durchaus ohne Anklage gesagt werden, daß das ungenaue Zuhören einer der hauptsächlichsten Gründe ist, warum der Theosophie und ihrer Vertretung heute so viele Mißverständnisse entgegengebracht werden. Es werden solche Mißverständnisse nicht etwa bloß von den Gegnern der Theosophie entgegengebracht, sondern in einem hohen Maße auch von denjenigen, die Bekenner dieser theosophischen Weltanschauung sind. Und vielleicht liegt ein großer Teil der Schuld an den Mißverständnissen, welche die Außenwelt der Geisteswissenschaft entgegenbringt, daran, daß gerade auch innerhalb der theosophischen Kreise nach der gekennzeichneten Richtung hin so viel gesündigt wird.

[ 4 ] Es soll durchaus ohne Anklage gesagt werden, daß das ungenaue Zuhören einer der hauptsächlichsten Gründe ist, warum der Theosophie und ihrer Vertretung heute so viele Mißverständnisse entgegengebracht werden. Es werden solche Mißverständnisse nicht etwa bloß von den Gegnern der Theosophie entgegengebracht, sondern in einem hohen Maße auch von denjenigen, die Bekenner dieser theosophischen Weltanschauung sind. Und vielleicht liegt ein großer Teil der Schuld an den Mißverständnissen, welche die Außenwelt der Geisteswissenschaft entgegenbringt, daran, daß gerade auch innerhalb der theosophischen Kreise nach der gekennzeichneten Richtung hin so viel gesündigt wird.

[ 5 ] Wenn wir nun unter den Wissenschaften, welche in unserer Zeit Geltung haben, Umschau halten, so könnte vielleicht die allgemeine Empfindung dahin gehen, daß die Theosophie am meisten Beziehungen hätte, am meisten verwandt wäre mit der Philosophie mit ihren verschiedenen Zweigen. Eine solche Behauptung wäre auch durchaus richtig, und man könnte eigentlich aus der Natur der Sachlage heraus voraussetzen, daß die nächste Möglichkeit, den theosophischen Erkenntnissen Verständnis entgegenzubringen, auf der Seite der Philosophie vorliegen würde. Aber gerade da zeigen sich wieder andere Schwierigkeiten.

[ 5 ] Wenn wir nun unter den Wissenschaften, welche in unserer Zeit Geltung haben, Umschau halten, so könnte vielleicht die allgemeine Empfindung dahin gehen, daß die Theosophie am meisten Beziehungen hätte, am meisten verwandt wäre mit der Philosophie mit ihren verschiedenen Zweigen. Eine solche Behauptung wäre auch durchaus richtig, und man könnte eigentlich aus der Natur der Sachlage heraus voraussetzen, daß die nächste Möglichkeit, den theosophischen Erkenntnissen Verständnis entgegenzubringen, auf der Seite der Philosophie vorliegen würde. Aber gerade da zeigen sich wieder andere Schwierigkeiten.

[ 6 ] Philosophie, wie sie heute, man darf sagen, allüberall gepflegt wird, ist in einem viel höheren Maße eine Art Spezialwissenschaft geworden, als sie vor verhältnismäßig noch kurzer Zeit war. Sie ist eine Spezialwissenschaft geworden und arbeitet, wenn wir ihre praktische Arbeit heute ansehen und uns nicht auf einzelne Theorien einlassen, praktisch im Wesentlichen in abstrakten Regionen. Und es ist nicht viel Neigung vorhanden, die Philosophie zu der konkreten Auffassung des Tatsächlichen herunterzuführen. Ja, es ergeben sich sogar Schwierigkeiten in dem heutigen Betriebe der Philosophie, wenn man mit diesem philosophischen Streben von heute die Welt des Tatsächlichen umfassen will. Die nach den verschiedensten Richtungen hin mit großem Scharfsinn in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und bis in unsere Tage hinein ausgeführte Erkenntnistheorie ist ja so, wie wir sie heute haben, hauptsächlich aus dem Grunde entstanden, weil diese Schwierigkeiten, aus den abstrakten Höhen des Denkens, des Begriffes herab an die Tatsachen heranzudringen, gefühlt wurden.

[ 6 ] Philosophie, wie sie heute, man darf sagen, allüberall gepflegt wird, ist in einem viel höheren Maße eine Art Spezialwissenschaft geworden, als sie vor verhältnismäßig noch kurzer Zeit war. Sie ist eine Spezialwissenschaft geworden und arbeitet, wenn wir ihre praktische Arbeit heute ansehen und uns nicht auf einzelne Theorien einlassen, praktisch im Wesentlichen in abstrakten Regionen. Und es ist nicht viel Neigung vorhanden, die Philosophie zu der konkreten Auffassung des Tatsächlichen herunterzuführen. Ja, es ergeben sich sogar Schwierigkeiten in dem heutigen Betriebe der Philosophie, wenn man mit diesem philosophischen Streben von heute die Welt des Tatsächlichen umfassen will. Die nach den verschiedensten Richtungen hin mit großem Scharfsinn in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und bis in unsere Tage hinein ausgeführte Erkenntnistheorie ist ja so, wie wir sie heute haben, hauptsächlich aus dem Grunde entstanden, weil diese Schwierigkeiten, aus den abstrakten Höhen des Denkens, des Begriffes herab an die Tatsachen heranzudringen, gefühlt wurden.

[ 7 ] Nun fühlt man, daß gerade bei solchen Vorträgen, wie es diejenigen dieses Zyklus über «Okkulte Physiologie» sind, Theosophie überall genötigt ist, mit dem, was sie als übersinnliche Bewußtseinsinhalte zu geben hat, unmittelbar heranzudringen an unsere tatsächliche Welt. Wenn ich trivial reden darf, möchte ich sagen: Theosophie hat es nicht so gut wie die heutige Philosophie, welche sich in abstrakten Regionen hält und welche durchaus nicht sehr geneigt sein würde, in ihre Betrachtungen solche Begriffe wie sagen wir zum Beispiel des Blutes oder der Leber oder der Milz, also Inhalte des Tatsächlichen aufzunehmen. Es würde diese Philosophie sehr davor zurückschrecken, die Brücke von ihren abstrakten Begriffsbildungen zu schlagen nach den konkreten, unmittelbar tatsächlich an uns herantretenden Ereignissen und Dingen. Die Theosophie ist in dieser Beziehung waghalsiger und kann gerade deshalb gegenüber der Philosophie sehr leicht angesehen werden als eine Geistesbetätigung, die kühn und unberechtigt eine Brücke schlägt von dem Geistigsten bis zu dem Allertatsächlichsten herunter.

[ 7 ] Nun fühlt man, daß gerade bei solchen Vorträgen, wie es diejenigen dieses Zyklus über «Okkulte Physiologie» sind, Theosophie überall genötigt ist, mit dem, was sie als übersinnliche Bewußtseinsinhalte zu geben hat, unmittelbar heranzudringen an unsere tatsächliche Welt. Wenn ich trivial reden darf, möchte ich sagen: Theosophie hat es nicht so gut wie die heutige Philosophie, welche sich in abstrakten Regionen hält und welche durchaus nicht sehr geneigt sein würde, in ihre Betrachtungen solche Begriffe wie sagen wir zum Beispiel des Blutes oder der Leber oder der Milz, also Inhalte des Tatsächlichen aufzunehmen. Es würde diese Philosophie sehr davor zurückschrecken, die Brücke von ihren abstrakten Begriffsbildungen zu schlagen nach den konkreten, unmittelbar tatsächlich an uns herantretenden Ereignissen und Dingen. Die Theosophie ist in dieser Beziehung waghalsiger und kann gerade deshalb gegenüber der Philosophie sehr leicht angesehen werden als eine Geistesbetätigung, die kühn und unberechtigt eine Brücke schlägt von dem Geistigsten bis zu dem Allertatsächlichsten herunter.

[ 8 ] Nun muß es doch eigentlich interessant sein, sich einmal zu fragen: Woher kommt es denn, daß es Philosophen so schwer ist, an die Theosophie heranzukommen? — Vielleicht gerade aus diesem Grunde, weil die Philosophie es vermeidet, diese Brücke zu schlagen.

[ 8 ] Nun muß es doch eigentlich interessant sein, sich einmal zu fragen: Woher kommt es denn, daß es Philosophen so schwer ist, an die Theosophie heranzukommen? — Vielleicht gerade aus diesem Grunde, weil die Philosophie es vermeidet, diese Brücke zu schlagen.

[ 9 ] Für die Theosophie selber ist diese Tatsache in gewissem Sinne eine Fatalität, ist außerordentlich fatal. Denn man stößt mit den theosophischen Erkenntnissen, insbesondere dann, wenn man sie herunterführen will bis zur logischen Durcharbeitung, sehr, sehr häufig auf Widerstände. Gerade auf philosophischer Seite stößt man in dieser Beziehung auf Widerstände. Und zwar ist es sogar sehr oft vorgekommen, daß man weniger auf Widerstände stößt, wenn man sozusagen lustig darauflos den Menschen sensationelle Beobachtungen aus den höheren Welten erzählt. Das verzeihen sie oftmals verhältnismäßig leicht, denn erstens sind diese Dinge «interessant», und zweitens sagen sich die Menschen: Nun, insofern wir nicht in diese Welten hinaufschauen können, sind wir gar nicht dazu aufgerufen, irgendein Urteil darüber zu fällen.

[ 9 ] Für die Theosophie selber ist diese Tatsache in gewissem Sinne eine Fatalität, ist außerordentlich fatal. Denn man stößt mit den theosophischen Erkenntnissen, insbesondere dann, wenn man sie herunterführen will bis zur logischen Durcharbeitung, sehr, sehr häufig auf Widerstände. Gerade auf philosophischer Seite stößt man in dieser Beziehung auf Widerstände. Und zwar ist es sogar sehr oft vorgekommen, daß man weniger auf Widerstände stößt, wenn man sozusagen lustig darauflos den Menschen sensationelle Beobachtungen aus den höheren Welten erzählt. Das verzeihen sie oftmals verhältnismäßig leicht, denn erstens sind diese Dinge «interessant», und zweitens sagen sich die Menschen: Nun, insofern wir nicht in diese Welten hinaufschauen können, sind wir gar nicht dazu aufgerufen, irgendein Urteil darüber zu fällen.

[ 10 ] Nun ist es aber das Bestreben der Theosophie, alles, was in den höheren Welten gefunden werden kann, zum vernünftigen Begreifen herunterzuführen. Gefunden sind die Tatsachen, wenn sie wirklich als solche gelten können, durch übersinnliches Forschen in den übersinnlichen Welten. Die Form der Darstellung sollte aber in unserer Gegenwart so gegeben werden, daß alles in streng logische Formen gekleidet wird und daß an all den Stellen, wo es heute schon möglich ist, darauf hingewiesen wird, wie die allertatsächlichsten äußeren Vorgänge uns schon überall Bestätigungen für das ergeben können, was wir aus der geistigen Forschung heraus behaupten können. In diesem ganzen Vorgange, die Erkenntnisse der geistigen Welt herunterzuholen, sie einzukleiden in logische oder sonstige Vernunftformen und sie so darzubieten in einer Gestalt, welche dem logischen Bedürfnisse unserer Zeit entgegenkommt, besteht nun heute eine, man darf sagen, wirklich außerordentlich begreifliche Quelle zahlreichster Mißverständnisse. Nehmen Sie einmal das Komplizierte, was in diesen Vorträgen über «Okkulte Physiologie» gesagt worden ist, das in seinen Bestimmungen überall nur mit Einschränkungen, mit genauen Angaben der Grenzen Hinzunehmende, nehmen Sie das ganz Komplizierte der in sich ungeheuer beweglichen und variablen Welt des Geistigen, und vergleichen Sie diese Welt des Geistigen in ihrer ganzen Variabilität, in der Schwierigkeit, etwas uns aus geistigen Welten Herunterkommendes mit groben Begriffskonturen zu umspannen, vergleichen Sie es mit der Leichtigkeit, irgendeine äußere Tatsache durch ein Experiment oder durch sinnliche Beobachtung zu charakterisieren und in einem logischen Stil zu beschreiben!

[ 10 ] Nun ist es aber das Bestreben der Theosophie, alles, was in den höheren Welten gefunden werden kann, zum vernünftigen Begreifen herunterzuführen. Gefunden sind die Tatsachen, wenn sie wirklich als solche gelten können, durch übersinnliches Forschen in den übersinnlichen Welten. Die Form der Darstellung sollte aber in unserer Gegenwart so gegeben werden, daß alles in streng logische Formen gekleidet wird und daß an all den Stellen, wo es heute schon möglich ist, darauf hingewiesen wird, wie die allertatsächlichsten äußeren Vorgänge uns schon überall Bestätigungen für das ergeben können, was wir aus der geistigen Forschung heraus behaupten können. In diesem ganzen Vorgange, die Erkenntnisse der geistigen Welt herunterzuholen, sie einzukleiden in logische oder sonstige Vernunftformen und sie so darzubieten in einer Gestalt, welche dem logischen Bedürfnisse unserer Zeit entgegenkommt, besteht nun heute eine, man darf sagen, wirklich außerordentlich begreifliche Quelle zahlreichster Mißverständnisse. Nehmen Sie einmal das Komplizierte, was in diesen Vorträgen über «Okkulte Physiologie» gesagt worden ist, das in seinen Bestimmungen überall nur mit Einschränkungen, mit genauen Angaben der Grenzen Hinzunehmende, nehmen Sie das ganz Komplizierte der in sich ungeheuer beweglichen und variablen Welt des Geistigen, und vergleichen Sie diese Welt des Geistigen in ihrer ganzen Variabilität, in der Schwierigkeit, etwas uns aus geistigen Welten Herunterkommendes mit groben Begriffskonturen zu umspannen, vergleichen Sie es mit der Leichtigkeit, irgendeine äußere Tatsache durch ein Experiment oder durch sinnliche Beobachtung zu charakterisieren und in einem logischen Stil zu beschreiben!

[ 11 ] Nun besteht aber heute überall in unserer Philosophie die Tendenz, wo Begriffe erläutert und beschrieben werden, auf gar nichts anderes Rücksicht zu nehmen als auf solche Vorstellungen, die aus der Welt gewonnen werden, die als die sinnliche Welt vor uns liegt. Das wird in der Philosophie besonders dann fühlbar, wenn sie genötigt ist, zum Beispiel auf ethischem Gebiete einen anderen Ursprung für die Grundbegriffe zu finden als solche Vorstellungen, die an der äußeren Wahrnehmung der physischen Welt gewonnen werden. Wir finden - und das wäre unschwer nachzuweisen, aber natürlich nur durch ausführliche Darlegungen aus der zeitgenössischen philosophischen Literatur -, daß bei allem, was heute in der Philosophie verarbeitet wird, die Begriffsbestimmungen so grob sind, weil für begriffliche Bewußtseinsinhalte im Grunde genommen nur Rücksicht genommen wird auf die Wahrnehmungswelt, die um uns herum existiert und nur aufgrund derselben die Begriffe gebildet werden.

[ 11 ] Nun besteht aber heute überall in unserer Philosophie die Tendenz, wo Begriffe erläutert und beschrieben werden, auf gar nichts anderes Rücksicht zu nehmen als auf solche Vorstellungen, die aus der Welt gewonnen werden, die als die sinnliche Welt vor uns liegt. Das wird in der Philosophie besonders dann fühlbar, wenn sie genötigt ist, zum Beispiel auf ethischem Gebiete einen anderen Ursprung für die Grundbegriffe zu finden als solche Vorstellungen, die an der äußeren Wahrnehmung der physischen Welt gewonnen werden. Wir finden - und das wäre unschwer nachzuweisen, aber natürlich nur durch ausführliche Darlegungen aus der zeitgenössischen philosophischen Literatur -, daß bei allem, was heute in der Philosophie verarbeitet wird, die Begriffsbestimmungen so grob sind, weil für begriffliche Bewußtseinsinhalte im Grunde genommen nur Rücksicht genommen wird auf die Wahrnehmungswelt, die um uns herum existiert und nur aufgrund derselben die Begriffe gebildet werden.

[ 12 ] Gibt es eigentlich einen Anhaltspunkt dafür, daß in der Philosophie bei der Entstehung der allerelementarsten Begriffe Bewußtseinsinhalte auch von anderer Seite gewonnen werden als von der Seite der sinnlich wahrnehmbaren Welt? -— Kurz gesagt: Es fehlt der zeitgenössischen Philosophie die Möglichkeit, zu einem Verständnis der Theosophie zu kommen, weil sie mit ihren Theorien nicht anknüpfen kann an solche Begriffe, wie wir sie in unseren theosophischen Auseinandersetzungen pflegen. Wir haben in der philosophischen Literatur den Bewußtseinshorizont dadurch bestimmt, daß bei dem Bilden von Begriffen überall nur Rücksicht genommen wird auf die äußere Wahrnehmungswelt und nicht auf solche Inhalte, die von anderer Seite als von der der sinnlichen Wahrnehmungen herrühren.

[ 12 ] Gibt es eigentlich einen Anhaltspunkt dafür, daß in der Philosophie bei der Entstehung der allerelementarsten Begriffe Bewußtseinsinhalte auch von anderer Seite gewonnen werden als von der Seite der sinnlich wahrnehmbaren Welt? -— Kurz gesagt: Es fehlt der zeitgenössischen Philosophie die Möglichkeit, zu einem Verständnis der Theosophie zu kommen, weil sie mit ihren Theorien nicht anknüpfen kann an solche Begriffe, wie wir sie in unseren theosophischen Auseinandersetzungen pflegen. Wir haben in der philosophischen Literatur den Bewußtseinshorizont dadurch bestimmt, daß bei dem Bilden von Begriffen überall nur Rücksicht genommen wird auf die äußere Wahrnehmungswelt und nicht auf solche Inhalte, die von anderer Seite als von der der sinnlichen Wahrnehmungen herrühren.

[ 13 ] Die Theosophie nun muß ihre Begriffe auf eine ganz andere Weise gewinnen; sie muß zu übersinnlicher Erkenntnis aufsteigen und ihre Begriffe aus dem Übersinnlichen herunterholen. Sie muß aber auch in die Seite der Realität sich hineinvertiefen und muß die aus der Beobachtung der sinnlichen Welt gewonnenen philosophischen Begriffe beherrschen. Wenn wir uns das einmal schematisch vorstellen wollen, so haben wir auf der einen Seite in der Philosophie Begriffe, die durch äußere Wahrnehmung gewonnen werden, auf der anderen Seite die Begriffe, die aus dem Übersinnlichen durch geistige Wahrnehmung gewonnen werden. Und wenn wir das Feld der Begriffe uns denken, durch die wir uns verständigen, so müssen wir sagen: Wenn Theosophie als etwas Berechtigtes gelten soll, dann müssen unsere Begriffe von beiden Seiten her genommen werden, auf der einen Seite von der sinnlichen Wahrnehmung, auf der anderen Seite von der geistigen Wahrnehmung, und auf dem Felde unserer Begriffe müssen diese beiden Seiten sich treffen.

[ 13 ] Die Theosophie nun muß ihre Begriffe auf eine ganz andere Weise gewinnen; sie muß zu übersinnlicher Erkenntnis aufsteigen und ihre Begriffe aus dem Übersinnlichen herunterholen. Sie muß aber auch in die Seite der Realität sich hineinvertiefen und muß die aus der Beobachtung der sinnlichen Welt gewonnenen philosophischen Begriffe beherrschen. Wenn wir uns das einmal schematisch vorstellen wollen, so haben wir auf der einen Seite in der Philosophie Begriffe, die durch äußere Wahrnehmung gewonnen werden, auf der anderen Seite die Begriffe, die aus dem Übersinnlichen durch geistige Wahrnehmung gewonnen werden. Und wenn wir das Feld der Begriffe uns denken, durch die wir uns verständigen, so müssen wir sagen: Wenn Theosophie als etwas Berechtigtes gelten soll, dann müssen unsere Begriffe von beiden Seiten her genommen werden, auf der einen Seite von der sinnlichen Wahrnehmung, auf der anderen Seite von der geistigen Wahrnehmung, und auf dem Felde unserer Begriffe müssen diese beiden Seiten sich treffen.

[ 14 ] Durch äußere Wahrnehmung gewonnene Begriffe gewonnene Begriffe (Philosophie) + Durch übersinnliche Wahrnehmung (Theosophie) = Begriffsfeld

[ 14 ] Durch äußere Wahrnehmung gewonnene Begriffe gewonnene Begriffe (Philosophie) + Durch übersinnliche Wahrnehmung (Theosophie) = Begriffsfeld

[ 15 ] Es muß das Bedürfnis bestehen, gerade in theosophischen Darstellungen mit den aus der geistigen Welt heruntergeholten Begriffen sich mit den philosophischen Begriffen zu treffen, das heißt, daß mit unseren Begriffen überall angeschlossen werden kann an die Begriffe, die aus der äußeren sinnlichen Wahrnehmungswelt gewonnen werden.

[ 15 ] Es muß das Bedürfnis bestehen, gerade in theosophischen Darstellungen mit den aus der geistigen Welt heruntergeholten Begriffen sich mit den philosophischen Begriffen zu treffen, das heißt, daß mit unseren Begriffen überall angeschlossen werden kann an die Begriffe, die aus der äußeren sinnlichen Wahrnehmungswelt gewonnen werden.

[ 16 ] Unsere heutigen Erkenntnistheorien sind mehr oder weniger fast ausschließlich von dem Gesichtspunkt aus aufgebaut, daß die Begriffe nur von einer Seite her genommen werden. Ich will damit nicht sagen, daß es nicht auch Erkenntnistheorien gibt, wo etwas Übersinnliches als Ursprung der Begriffe zugelassen ist. Aber überall, wo etwas positiv bewiesen werden soll, sind die Beispiele dadurch charakterisiert, daß die Begriffe nur von der linken Seite (Schema) genommen sind, also von der Seite, auf der die Begriffe an der sinnlich-physischen Wahrnehmungswelt gewonnen werden. Das ist auch ganz natürlich, weil [in der Philosophie] geistige Tatsachen als solche nicht anerkannt werden. Man berücksichtigt eben nicht den Fall, daß geistige Tatsachen, die aus den geistigen Welten heruntergeholt werden, ebenso in Begriffe gebracht werden können, wie die Tatsachen der physischen Welt in Begriffe gebracht werden. Dieser Umstand hat dazu geführt, daß die Theosophie, wenn sie sich mit der Philosophie verständigen will, auf der Seite der Philosophie fast gar keinen vorbereiteten Boden findet und daß in der Philosophie die Art und Weise, wie in der Theosophie die Begriffe gebraucht werden, nicht leicht verstanden werden kann.

[ 16 ] Unsere heutigen Erkenntnistheorien sind mehr oder weniger fast ausschließlich von dem Gesichtspunkt aus aufgebaut, daß die Begriffe nur von einer Seite her genommen werden. Ich will damit nicht sagen, daß es nicht auch Erkenntnistheorien gibt, wo etwas Übersinnliches als Ursprung der Begriffe zugelassen ist. Aber überall, wo etwas positiv bewiesen werden soll, sind die Beispiele dadurch charakterisiert, daß die Begriffe nur von der linken Seite (Schema) genommen sind, also von der Seite, auf der die Begriffe an der sinnlich-physischen Wahrnehmungswelt gewonnen werden. Das ist auch ganz natürlich, weil [in der Philosophie] geistige Tatsachen als solche nicht anerkannt werden. Man berücksichtigt eben nicht den Fall, daß geistige Tatsachen, die aus den geistigen Welten heruntergeholt werden, ebenso in Begriffe gebracht werden können, wie die Tatsachen der physischen Welt in Begriffe gebracht werden. Dieser Umstand hat dazu geführt, daß die Theosophie, wenn sie sich mit der Philosophie verständigen will, auf der Seite der Philosophie fast gar keinen vorbereiteten Boden findet und daß in der Philosophie die Art und Weise, wie in der Theosophie die Begriffe gebraucht werden, nicht leicht verstanden werden kann.

[ 17 ] Man möchte sagen: Steht man der äußeren sinnlichen Wahrnehmungswelt gegenüber, so hat man es leicht, den Begriffen scharfe Konturen zu geben. Da haben die Dinge selbst scharfe Konturen, scharfe Grenzen, da ist man leicht imstande, auch den Begriffen scharfe Konturen zu geben. Steht man dagegen der in sich beweglichen und variablen geistigen Welt gegenüber, so muß oft vieles erst zusammengetragen und in den Begriffen Einschränkungen oder Erweiterungen gemacht werden, um einigermaßen charakterisieren zu können, was eigentlich gesagt werden soll. Die Erkenntnistheorie, wie sie heute getrieben wird, ist am allerwenigsten geeignet, sich auf solche Begriffe einzulassen, wie sie in der Theosophie verwendet werden. Denn indem man, um die Begriffe zu bestimmen, die Gründe für die Begriffsbestimmungen - bewußt oder unbewußt — nur von einer Seite nimmt, mischt sich in alle Begriffe, die man bildet, ohne daß man es recht weiß, etwas hinein, was zu solchen erkenntnistheoretischen Begriffen führt, die überhaupt nicht zu brauchen sind, um in der Theosophie irgend etwas zu erläutern oder zu erklären. Der Begriff, wie er von der sozusagen nichttheosophischen Welt geliefert wird, ist einfach ungeeignet als Instrument zum Charakterisieren dessen, was durch die Theosophie aus der geistigen Welt heruntergeholt wird.

[ 17 ] Man möchte sagen: Steht man der äußeren sinnlichen Wahrnehmungswelt gegenüber, so hat man es leicht, den Begriffen scharfe Konturen zu geben. Da haben die Dinge selbst scharfe Konturen, scharfe Grenzen, da ist man leicht imstande, auch den Begriffen scharfe Konturen zu geben. Steht man dagegen der in sich beweglichen und variablen geistigen Welt gegenüber, so muß oft vieles erst zusammengetragen und in den Begriffen Einschränkungen oder Erweiterungen gemacht werden, um einigermaßen charakterisieren zu können, was eigentlich gesagt werden soll. Die Erkenntnistheorie, wie sie heute getrieben wird, ist am allerwenigsten geeignet, sich auf solche Begriffe einzulassen, wie sie in der Theosophie verwendet werden. Denn indem man, um die Begriffe zu bestimmen, die Gründe für die Begriffsbestimmungen - bewußt oder unbewußt — nur von einer Seite nimmt, mischt sich in alle Begriffe, die man bildet, ohne daß man es recht weiß, etwas hinein, was zu solchen erkenntnistheoretischen Begriffen führt, die überhaupt nicht zu brauchen sind, um in der Theosophie irgend etwas zu erläutern oder zu erklären. Der Begriff, wie er von der sozusagen nichttheosophischen Welt geliefert wird, ist einfach ungeeignet als Instrument zum Charakterisieren dessen, was durch die Theosophie aus der geistigen Welt heruntergeholt wird.

[ 18 ] Nun gibt es insbesondere einen solchen Begriff, der auf dem Gebiet der Erkenntnistheorie ein furchtbarer Störenfried ist. Ich weiß sehr wohl, daß er gar nicht als solcher empfunden wird, aber er ist ein Störenfried. Das ist, wenn man von allen feineren Nuancierungen absieht, die in so scharfsinniger Weise im Verlaufe des 19. Jahrhunderts sich herausgebildet haben, der Punkt, wo das erkenntnistheoretische Problem so formuliert wird, daß man sagt: Wie kommt eigentlich das Ich mit seinem Bewußtseinsinhalt - oder wenn man meinetwillen es vermeiden will, vom Ich zu sprechen -, wie kommt unser Bewußtseinsinhalt dazu, von uns auf eine Realität bezogen zu werden? — Diese Gedankengänge haben mehr oder weniger - mit Ausnahme von gewissen erkenntnistheoretischen Richtungen im 19. Jahrhundert — zu einer Erkenntnistheorie geführt, welche immer wieder und wieder als eine große Schwierigkeit empfindet, die Möglichkeit zu sehen, wie das Transsubjektive oder Transzendente, also das, was außerhalb unseres Bewußtseins liegt, in unser Bewußtsein eintreten kann. Ich will zugeben, daß damit das Erkenntnisproblem nur grob charakterisiert ist. Aber es sind doch die Schwierigkeiten im wesentlichen damit charakterisiert, daß man sagt: Wie kann überhaupt das, was subjektiver Bewußtseinsinhalt ist, irgendwie heran an das Sein, an die Realität? Wie kann es bezogen werden auf die Realität? Denn wir müssen uns klar sein, daß, selbst wenn wir eine außerhalb unseres Bewußtseins liegende transsubjektive Realität voraussetzen, dasjenige, was in unserem Bewußtsein drinnen ist, nicht unmittelbar an diese Realität herantreten kann. Wir haben also - so heißt es - in uns den Bewußtseinsinhalt, und wir können uns fragen: Wie haben wir die Möglichkeit, aus diesem Bewußtseinsinhalt heraus in das Sein, in die Realität, die unabhängig ist von unserem Bewußtsein, hineinzudringen?—

[ 18 ] Nun gibt es insbesondere einen solchen Begriff, der auf dem Gebiet der Erkenntnistheorie ein furchtbarer Störenfried ist. Ich weiß sehr wohl, daß er gar nicht als solcher empfunden wird, aber er ist ein Störenfried. Das ist, wenn man von allen feineren Nuancierungen absieht, die in so scharfsinniger Weise im Verlaufe des 19. Jahrhunderts sich herausgebildet haben, der Punkt, wo das erkenntnistheoretische Problem so formuliert wird, daß man sagt: Wie kommt eigentlich das Ich mit seinem Bewußtseinsinhalt - oder wenn man meinetwillen es vermeiden will, vom Ich zu sprechen -, wie kommt unser Bewußtseinsinhalt dazu, von uns auf eine Realität bezogen zu werden? — Diese Gedankengänge haben mehr oder weniger - mit Ausnahme von gewissen erkenntnistheoretischen Richtungen im 19. Jahrhundert — zu einer Erkenntnistheorie geführt, welche immer wieder und wieder als eine große Schwierigkeit empfindet, die Möglichkeit zu sehen, wie das Transsubjektive oder Transzendente, also das, was außerhalb unseres Bewußtseins liegt, in unser Bewußtsein eintreten kann. Ich will zugeben, daß damit das Erkenntnisproblem nur grob charakterisiert ist. Aber es sind doch die Schwierigkeiten im wesentlichen damit charakterisiert, daß man sagt: Wie kann überhaupt das, was subjektiver Bewußtseinsinhalt ist, irgendwie heran an das Sein, an die Realität? Wie kann es bezogen werden auf die Realität? Denn wir müssen uns klar sein, daß, selbst wenn wir eine außerhalb unseres Bewußtseins liegende transsubjektive Realität voraussetzen, dasjenige, was in unserem Bewußtsein drinnen ist, nicht unmittelbar an diese Realität herantreten kann. Wir haben also - so heißt es - in uns den Bewußtseinsinhalt, und wir können uns fragen: Wie haben wir die Möglichkeit, aus diesem Bewußtseinsinhalt heraus in das Sein, in die Realität, die unabhängig ist von unserem Bewußtsein, hineinzudringen?—

[ 19 ] Ein bedeutender Erkenntnistheoretiker der Gegenwart hat dieses Problem mit einem prägnanten Ausdruck charakterisiert: Das menschliche Ich, insofern es den Bewußtseinshorizont umfaßt, könne sich nicht selber überspringen, denn es müßte aus sich herausspringen, wenn es in die Realität hineinspringen würde. Dann wäre es aber in der Realität und nicht im Bewußtsein. — Es scheint also für diesen Erkenntnistheoretiker klar zu sein, daß überhaupt nichts darüber ausgemacht werden kann, wie der Bewußtseinsinhalt zur wirklichen Realität steht.

[ 19 ] Ein bedeutender Erkenntnistheoretiker der Gegenwart hat dieses Problem mit einem prägnanten Ausdruck charakterisiert: Das menschliche Ich, insofern es den Bewußtseinshorizont umfaßt, könne sich nicht selber überspringen, denn es müßte aus sich herausspringen, wenn es in die Realität hineinspringen würde. Dann wäre es aber in der Realität und nicht im Bewußtsein. — Es scheint also für diesen Erkenntnistheoretiker klar zu sein, daß überhaupt nichts darüber ausgemacht werden kann, wie der Bewußtseinsinhalt zur wirklichen Realität steht.

[ 20 ] Es ist mir vor vielen Jahren in meinen erkenntnistheoretischen Schriften darum zu tun gewesen, zunächst einmal dieses Erkenntnisproblem festzustellen — das ja auch in der Theosophie grundlegend ist- und dann die Schwierigkeiten, die sich aus einer solchen wie der eben bezeichneten Formulierung ergeben, wegzuschaffen. Dabei konnte einem allerdings sehr Merkwürdiges passieren. So zum Beispiel gab es in der Zeit, in welcher sich das zugetragen hat, wovon ich sprechen will, Philosophen, die von vornherein davon ausgingen - ganz ähnlich wie Schopenhauer zu sagen: «Die Welt ist meine Vorstellung.» Das heißt, das, was im Bewußtsein gegeben ist, das ist zunächst nur Vorstellungsinhalt, und nun handelt es sich um die Frage, wie eine Brücke zu schlagen ist von der Vorstellung zu dem, was außerhalb des Vorgestellten ist, zu der transsubjektiven Realität. Nun ist eigentlich für jeden, welcher sich nicht faszinieren läßt durch Feststellungen, die angeblich auf diesem Felde gemacht worden sind, sondern der unbefangen an die Sache herantritt, eine Frage sogleich gegeben, und einer großen Menge der erkenntnistheoretischen Literatur gegenüber, namentlich der, welche in den siebziger und in der ersten Hälfte der achtziger Jahre geschrieben worden ist, muß man diese Frage aufwerfen: Wenn irgend etwas «meine Vorstellung» ist, und wenn dieses Vorgestellte selbst mehr sein soll als etwas innerhalb des Bewußtseinsinhaltes Liegendes, wenn es Geltung für sich selbst haben soll, dann ist damit etwas gesagt, was im Grunde genommen nicht vor dem Ausgangspunkt der Erkenntnistheorie liegen darf, sondern etwas, was erst festgestellt werden kann, nachdem diese viel wichtigeren erkenntnistheoretischen Grundfragen erörtert worden sind. Denn wir müssen uns zuerst fragen: Warum dürfen wir überhaupt etwas, was in uns als Bewußtseinsinhalt auftritt, «meine Vorstellung» nennen? Haben wir ein Recht zu sagen: Was auf meinem Bewußtseinshorizont auftritt, ist meine Vorstellung —? Die Erkenntnistheorie hat durchaus nicht das Recht, auszugehen von dem Urteil, das Gegebene sei meine Vorstellung, sondern sie hat die Pflicht, wenn sie wirklich auf ihre ersten Anfänge zurückgeht, erst zu rechtfertigen, daß das, was da auftritt, der subjektive Bewußstseinsinhalt ist.

[ 20 ] Es ist mir vor vielen Jahren in meinen erkenntnistheoretischen Schriften darum zu tun gewesen, zunächst einmal dieses Erkenntnisproblem festzustellen — das ja auch in der Theosophie grundlegend ist- und dann die Schwierigkeiten, die sich aus einer solchen wie der eben bezeichneten Formulierung ergeben, wegzuschaffen. Dabei konnte einem allerdings sehr Merkwürdiges passieren. So zum Beispiel gab es in der Zeit, in welcher sich das zugetragen hat, wovon ich sprechen will, Philosophen, die von vornherein davon ausgingen - ganz ähnlich wie Schopenhauer zu sagen: «Die Welt ist meine Vorstellung.» Das heißt, das, was im Bewußtsein gegeben ist, das ist zunächst nur Vorstellungsinhalt, und nun handelt es sich um die Frage, wie eine Brücke zu schlagen ist von der Vorstellung zu dem, was außerhalb des Vorgestellten ist, zu der transsubjektiven Realität. Nun ist eigentlich für jeden, welcher sich nicht faszinieren läßt durch Feststellungen, die angeblich auf diesem Felde gemacht worden sind, sondern der unbefangen an die Sache herantritt, eine Frage sogleich gegeben, und einer großen Menge der erkenntnistheoretischen Literatur gegenüber, namentlich der, welche in den siebziger und in der ersten Hälfte der achtziger Jahre geschrieben worden ist, muß man diese Frage aufwerfen: Wenn irgend etwas «meine Vorstellung» ist, und wenn dieses Vorgestellte selbst mehr sein soll als etwas innerhalb des Bewußtseinsinhaltes Liegendes, wenn es Geltung für sich selbst haben soll, dann ist damit etwas gesagt, was im Grunde genommen nicht vor dem Ausgangspunkt der Erkenntnistheorie liegen darf, sondern etwas, was erst festgestellt werden kann, nachdem diese viel wichtigeren erkenntnistheoretischen Grundfragen erörtert worden sind. Denn wir müssen uns zuerst fragen: Warum dürfen wir überhaupt etwas, was in uns als Bewußtseinsinhalt auftritt, «meine Vorstellung» nennen? Haben wir ein Recht zu sagen: Was auf meinem Bewußtseinshorizont auftritt, ist meine Vorstellung —? Die Erkenntnistheorie hat durchaus nicht das Recht, auszugehen von dem Urteil, das Gegebene sei meine Vorstellung, sondern sie hat die Pflicht, wenn sie wirklich auf ihre ersten Anfänge zurückgeht, erst zu rechtfertigen, daß das, was da auftritt, der subjektive Bewußstseinsinhalt ist.

[ 21 ] Es gibt selbstverständlich mehrere hundert Einwände gegenüber dem, was jetzt gesagt worden ist, aber ich glaube nicht, daß es möglich ist, einen einzigen dieser Einwände lange festzuhalten, wenn man unbefangen auf die Sache eingeht. Aber ich habe erlebt, daß ein bekannter und bedeutender Philosoph mir eine ganz eigentümliche Antwort gab, als ich ihn auf dieses Dilemma aufmerksam machte und ihm auseinandersetzen wollte, daß es doch zuerst geprüft werden müsse, ob es erkenntnistheoretisch gerechtfertigt sei, die Vorstellung als etwas Nicht-Reales zu charakterisieren. Da sagte er: Das ist doch selbstverständlich, das liegt doch schon in der Definition des Wortes «Vorstellung», daß wir etwas vor uns stellen, was nicht real ist. - Er konnte gar nicht begreifen - so sehr waren ihm diese Vorstellungen eingewurzelt, welche im Laufe von Jahrhunderten gewachsen sind -, daß man mit dieser ersten Definition etwas noch vollständig Unbegründetes hinstellt.

[ 21 ] Es gibt selbstverständlich mehrere hundert Einwände gegenüber dem, was jetzt gesagt worden ist, aber ich glaube nicht, daß es möglich ist, einen einzigen dieser Einwände lange festzuhalten, wenn man unbefangen auf die Sache eingeht. Aber ich habe erlebt, daß ein bekannter und bedeutender Philosoph mir eine ganz eigentümliche Antwort gab, als ich ihn auf dieses Dilemma aufmerksam machte und ihm auseinandersetzen wollte, daß es doch zuerst geprüft werden müsse, ob es erkenntnistheoretisch gerechtfertigt sei, die Vorstellung als etwas Nicht-Reales zu charakterisieren. Da sagte er: Das ist doch selbstverständlich, das liegt doch schon in der Definition des Wortes «Vorstellung», daß wir etwas vor uns stellen, was nicht real ist. - Er konnte gar nicht begreifen - so sehr waren ihm diese Vorstellungen eingewurzelt, welche im Laufe von Jahrhunderten gewachsen sind -, daß man mit dieser ersten Definition etwas noch vollständig Unbegründetes hinstellt.

[ 22 ] Wenn wir überhaupt innerhalb des Umfanges der Welt, in der wir drinnenstehen — wobei ich Sie bitte, die Worte «die Welt, in der wir drinnenstehen» zu verstehen als die Welt, wie wir sie im Alltag haben -, wenn wir überhaupt innerhalb dieser Welt irgendeine Feststellung machen wollen, zum Beispiel daß dasjenige, was da als Welt gegeben ist, eine «Vorstellung» sei, so müssen wir uns klar sein, daß es ja gar nicht möglich ist, eine solche Feststellung zu machen, ohne dasjenige, was wir unsere denkerische Tätigkeit nennen, ohne Gedanken und Begriffe. Ich will jetzt nichts darüber sagen, daß eine solche Feststellung eigentlich formallogisch schon ein «Urteil» ist. In dem Augenblick, wo wir überhaupt beginnen, irgend etwas nicht so zu lassen, wie es vor uns auftritt, sondern ihm gegenüber eine Feststellung machen, greifen wir mit unserem Denken ein in die Welt, die um uns herum ist. Und wenn wir irgendein Recht haben sollen, so in die Welt einzugreifen, daß wir etwas als «subjektiv» bestimmen, dann müssen wir uns bewußt sein, daß dasjenige, was bestimmt, daß etwas «subjektiv» genannt wird, selber nicht subjektiv sein darf.

[ 22 ] Wenn wir überhaupt innerhalb des Umfanges der Welt, in der wir drinnenstehen — wobei ich Sie bitte, die Worte «die Welt, in der wir drinnenstehen» zu verstehen als die Welt, wie wir sie im Alltag haben -, wenn wir überhaupt innerhalb dieser Welt irgendeine Feststellung machen wollen, zum Beispiel daß dasjenige, was da als Welt gegeben ist, eine «Vorstellung» sei, so müssen wir uns klar sein, daß es ja gar nicht möglich ist, eine solche Feststellung zu machen, ohne dasjenige, was wir unsere denkerische Tätigkeit nennen, ohne Gedanken und Begriffe. Ich will jetzt nichts darüber sagen, daß eine solche Feststellung eigentlich formallogisch schon ein «Urteil» ist. In dem Augenblick, wo wir überhaupt beginnen, irgend etwas nicht so zu lassen, wie es vor uns auftritt, sondern ihm gegenüber eine Feststellung machen, greifen wir mit unserem Denken ein in die Welt, die um uns herum ist. Und wenn wir irgendein Recht haben sollen, so in die Welt einzugreifen, daß wir etwas als «subjektiv» bestimmen, dann müssen wir uns bewußt sein, daß dasjenige, was bestimmt, daß etwas «subjektiv» genannt wird, selber nicht subjektiv sein darf.

[ 23 ] Denn nehmen wir an, wir hätten hier die Sphäre der Subjektivität (es wird ein Kreis an die Tafel gezeichnet und darüber das Wort «Subjektivität» geschrieben) und es ginge von derselben aus zum Beispiel die Feststellung, A sei subjektiv, sei «meine Vorstellung» oder was auch immer, dann ist diese Feststellung selber subjektiv.

[ 23 ] Denn nehmen wir an, wir hätten hier die Sphäre der Subjektivität (es wird ein Kreis an die Tafel gezeichnet und darüber das Wort «Subjektivität» geschrieben) und es ginge von derselben aus zum Beispiel die Feststellung, A sei subjektiv, sei «meine Vorstellung» oder was auch immer, dann ist diese Feststellung selber subjektiv.

[ 24 ] Subjektivität

[ 24 ] Subjektivität

Diagram
Diagram 1
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[ 25 ] Die Folgerung daraus ist dann nicht etwa, daß wir diese Feststellung gelten lassen dürfen, sondern die Folgerung muß sein, daß ein solcher Schluß nicht gemacht werden darf, denn eine solche Feststellung würde sich selber aufheben. Wenn eine Subjektivität nur aus sich selbst heraus festgestellt werden kann, so wäre das eine sich selbst aufhebende Feststellung. Wenn die Feststellung «A ist subjektiv» einen Sinn haben soll, so muß sie nicht ausgehen von der Sphäre der Subjektivität, sondern von einer Realität außerhalb der Subjektivität. Das heißt, wenn das «Ich» überhaupt in der Lage sein soll, sagen zu dürfen, etwas trage einen subjektiven Charakter, zum Beispiel etwas sei «meine Vorstellung», wenn das «Ich» das Recht dazu haben soll, etwas als subjektiv zu bezeichnen, dann darf es nicht selber innerhalb der Sphäre der Subjektivität sein, sondern es muß diese Feststellung von außerhalb der Sphäre der Subjektivität machen. Wir dürfen also die Feststellung, daß etwas subjektiv sei, nicht zurückleiten auf das Ich, das selber subjektiv ist.*)

[ 25 ] Die Folgerung daraus ist dann nicht etwa, daß wir diese Feststellung gelten lassen dürfen, sondern die Folgerung muß sein, daß ein solcher Schluß nicht gemacht werden darf, denn eine solche Feststellung würde sich selber aufheben. Wenn eine Subjektivität nur aus sich selbst heraus festgestellt werden kann, so wäre das eine sich selbst aufhebende Feststellung. Wenn die Feststellung «A ist subjektiv» einen Sinn haben soll, so muß sie nicht ausgehen von der Sphäre der Subjektivität, sondern von einer Realität außerhalb der Subjektivität. Das heißt, wenn das «Ich» überhaupt in der Lage sein soll, sagen zu dürfen, etwas trage einen subjektiven Charakter, zum Beispiel etwas sei «meine Vorstellung», wenn das «Ich» das Recht dazu haben soll, etwas als subjektiv zu bezeichnen, dann darf es nicht selber innerhalb der Sphäre der Subjektivität sein, sondern es muß diese Feststellung von außerhalb der Sphäre der Subjektivität machen. Wir dürfen also die Feststellung, daß etwas subjektiv sei, nicht zurückleiten auf das Ich, das selber subjektiv ist.*)

[ 26 ] Damit ergibt sich aber ein Ausweg aus der Sphäre der Subjektivität heraus, indem wir uns klar darüber werden, daß wir keine Feststellung darüber machen könnten, was subjektiv und was objektiv ist, und schon die allerersten Schritte des Denkens darüber überhaupt unterlassen müßten, wenn wir nicht zu Subjektivität und Objektivität in einer solchen Beziehung stünden, daß beides gleichen Anteil an uns hat. Das führt uns dazu, anzuerkennen - was ich jetzt nicht weiter ausführen kann -, daß unser Ich nicht nur subjektiv genommen werden darf, sondern umfassender ist als unsere Subjektivität. Wir haben ein Recht dazu, aus einem gewissen gegebenen Inhalte, also aus etwas Objektivem, dasjenige abzugrenzen, was subjektiv ist.

[ 26 ] Damit ergibt sich aber ein Ausweg aus der Sphäre der Subjektivität heraus, indem wir uns klar darüber werden, daß wir keine Feststellung darüber machen könnten, was subjektiv und was objektiv ist, und schon die allerersten Schritte des Denkens darüber überhaupt unterlassen müßten, wenn wir nicht zu Subjektivität und Objektivität in einer solchen Beziehung stünden, daß beides gleichen Anteil an uns hat. Das führt uns dazu, anzuerkennen - was ich jetzt nicht weiter ausführen kann -, daß unser Ich nicht nur subjektiv genommen werden darf, sondern umfassender ist als unsere Subjektivität. Wir haben ein Recht dazu, aus einem gewissen gegebenen Inhalte, also aus etwas Objektivem, dasjenige abzugrenzen, was subjektiv ist.

[ 27 ] Es treten uns zunächst die verschiedenen Begriffe «objektiv», «subjektiv» und «transsubjektiv» entgegen. «Objektiv» ist selbstverständlich etwas anderes als «transsubjektiv» [Lücke in den Nachschriften].

[ 27 ] Es treten uns zunächst die verschiedenen Begriffe «objektiv», «subjektiv» und «transsubjektiv» entgegen. «Objektiv» ist selbstverständlich etwas anderes als «transsubjektiv» [Lücke in den Nachschriften].

[ 28 ] Nun handelt es sich darum — wenn wir diese Voraussetzungen gemacht haben -, ob wir in der Lage sind, den Stein des Anstoßes wegzuräumen, der zu den wichtigsten Hemmnissen in der Erkenntnistheorie gehört, nämlich die Frage, ob innerhalb der Subjektivität der ganze Umfang unseres Ich gefunden werden kann oder nicht. Denn wenn das Ich auch an der Objektivität teilhaftig sein muß, gewinnt die Frage «Kann etwas in die Sphäre der Subjektivität hereinkommen?» eine ganz andere Gestalt. Sobald man das Ich als an der Sphäre der Objektivität teilhaftig bezeichnen darf, muß das Ich in sich gleichartige Qualitäten haben wie das Objektive; es muß etwas von der Sphäre der Objektivität auch im Ich zu finden sein. Mit anderen Worten: Wir dürfen jetzt eine Beziehung zwischen Objektivem und Subjektivem voraussetzen, die wesentlich abweicht von der Auffassung, daß nichts vom Transsubjektiven zum Subjektiven hinüberkommen könne.

[ 28 ] Nun handelt es sich darum — wenn wir diese Voraussetzungen gemacht haben -, ob wir in der Lage sind, den Stein des Anstoßes wegzuräumen, der zu den wichtigsten Hemmnissen in der Erkenntnistheorie gehört, nämlich die Frage, ob innerhalb der Subjektivität der ganze Umfang unseres Ich gefunden werden kann oder nicht. Denn wenn das Ich auch an der Objektivität teilhaftig sein muß, gewinnt die Frage «Kann etwas in die Sphäre der Subjektivität hereinkommen?» eine ganz andere Gestalt. Sobald man das Ich als an der Sphäre der Objektivität teilhaftig bezeichnen darf, muß das Ich in sich gleichartige Qualitäten haben wie das Objektive; es muß etwas von der Sphäre der Objektivität auch im Ich zu finden sein. Mit anderen Worten: Wir dürfen jetzt eine Beziehung zwischen Objektivem und Subjektivem voraussetzen, die wesentlich abweicht von der Auffassung, daß nichts vom Transsubjektiven zum Subjektiven hinüberkommen könne.

[ 29 ] Wenn man sagt, daß nichts zum Subjektiven hinüberkommen kann, dann hat man erstens das Subjektive erkenntnistheoretisch als in sich abgeschlossen bestimmt, und zweitens hat man dabei einen Begriff verwendet, der nur für eine gewisse Sphäre der Realität Berechtigung hat, nicht aber für den ganzen Umfang der Realität Geltung haben kann. Das ist der Begriff des «Ding an sich». Dieser Begriff spielt bei vielen Erkenntnistheoretikern eine große Rolle; er ist wie ein Netz, in welchem sich das philosophische Denken selber fängt. Man merkt aber dabei gar nicht, daß dieser Begriff nur für eine gewisse Sphäre der Realität gilt und daß er aufhört Geltung zu haben, wo diese Sphäre aufhört.

[ 29 ] Wenn man sagt, daß nichts zum Subjektiven hinüberkommen kann, dann hat man erstens das Subjektive erkenntnistheoretisch als in sich abgeschlossen bestimmt, und zweitens hat man dabei einen Begriff verwendet, der nur für eine gewisse Sphäre der Realität Berechtigung hat, nicht aber für den ganzen Umfang der Realität Geltung haben kann. Das ist der Begriff des «Ding an sich». Dieser Begriff spielt bei vielen Erkenntnistheoretikern eine große Rolle; er ist wie ein Netz, in welchem sich das philosophische Denken selber fängt. Man merkt aber dabei gar nicht, daß dieser Begriff nur für eine gewisse Sphäre der Realität gilt und daß er aufhört Geltung zu haben, wo diese Sphäre aufhört.

[ 30 ] Im Materiellen zum Beispiel hat der Begriff Geltung. Ich möchte erinnern an das Beispiel vom Petschaft und Siegellack. Wenn Sie ein Petschaft nehmen, auf dem der Name «Müller» steht, und Sie drücken es in heißen Siegellack, dann können Sie mit Recht sagen: Es kann nichts von der Materie des Petschaft herüberkommen in den Siegellack. - Da haben Sie etwas, wo das Nicht-herüberkommen-Können gilt. Mit dem Namen «Müller» aber ist das anders, der kann restlos hinüberfließen in den Siegellack. Und wenn der Lack selbst sprechen könnte und betonen wollte, daß nichts von der Materie des Petschaft in ihn hineingeflossen ist, so müßte er doch zugeben, daß das, worauf es ankommt, nämlich der Name «Müller», restlos herübergekommen ist. Da haben wir also die Sphäre überschritten, wo der Begriff des «Ding an sich» eine Berechtigung hatte.

[ 30 ] Im Materiellen zum Beispiel hat der Begriff Geltung. Ich möchte erinnern an das Beispiel vom Petschaft und Siegellack. Wenn Sie ein Petschaft nehmen, auf dem der Name «Müller» steht, und Sie drücken es in heißen Siegellack, dann können Sie mit Recht sagen: Es kann nichts von der Materie des Petschaft herüberkommen in den Siegellack. - Da haben Sie etwas, wo das Nicht-herüberkommen-Können gilt. Mit dem Namen «Müller» aber ist das anders, der kann restlos hinüberfließen in den Siegellack. Und wenn der Lack selbst sprechen könnte und betonen wollte, daß nichts von der Materie des Petschaft in ihn hineingeflossen ist, so müßte er doch zugeben, daß das, worauf es ankommt, nämlich der Name «Müller», restlos herübergekommen ist. Da haben wir also die Sphäre überschritten, wo der Begriff des «Ding an sich» eine Berechtigung hatte.

[ 31 ] Woher ist es denn gekommen, daß dieser Begriff, der in einer gewissen feineren Weise bei Kant, ziemlich grobklotzig bei Schopenhauer, dann aber scharfsinnig beschrieben bei den verschiedensten Erkenntnistheoretikern des 19. Jahrhunderts auftritt, eine solche Bedeutung hat gewinnen können?

[ 31 ] Woher ist es denn gekommen, daß dieser Begriff, der in einer gewissen feineren Weise bei Kant, ziemlich grobklotzig bei Schopenhauer, dann aber scharfsinnig beschrieben bei den verschiedensten Erkenntnistheoretikern des 19. Jahrhunderts auftritt, eine solche Bedeutung hat gewinnen können?

[ 32 ] Es ist, wenn man auf die ganze Sache näher eingeht, daher gekommen, daß das, was die Menschen in Begriffen ausarbeiten, doch von der ganzen Art ihres Denkens abhängt. Nur in einem Zeitalter, in welchem alle Begriffe so charakterisiert werden müssen, daß sie immer an der äußeren Wahrnehmung gebildet sind, hat sich ein solcher Begriff wie der des «Ding an sich» bilden können.

[ 32 ] Es ist, wenn man auf die ganze Sache näher eingeht, daher gekommen, daß das, was die Menschen in Begriffen ausarbeiten, doch von der ganzen Art ihres Denkens abhängt. Nur in einem Zeitalter, in welchem alle Begriffe so charakterisiert werden müssen, daß sie immer an der äußeren Wahrnehmung gebildet sind, hat sich ein solcher Begriff wie der des «Ding an sich» bilden können.

[ 33 ] Die nur an der äußeren Wahrnehmung gewonnenen Begriffe sind aber nicht geeignet zur Charakterisierung des Geistigen. Würde man nicht einen solchen verkappten, man möchte sagen, gründlich maskierten Materialismus in die Erkenntnistheorie eingeschleppt haben — denn das ist das Faktum, worauf es ankommt: es ist ein wirklich nicht leicht zu erkennender Materialismus in die Erkenntnistheorie eingeschleppt worden -, so würde man sich darüber klar sein, daß eine Erkenntnistheorie, die für die geistigen Gebiete gelten soll, auch solche Begriffe haben muß, die nicht in diesem groben Stile gebildet sind wie der Begriff des «Ding an sich». Für das Geistige, wo überhaupt von einem Draußen und Drinnen nicht in demselben Sinne gesprochen werden kann, muß es klar sein, daß wir feinere Begriffe brauchen.

[ 33 ] Die nur an der äußeren Wahrnehmung gewonnenen Begriffe sind aber nicht geeignet zur Charakterisierung des Geistigen. Würde man nicht einen solchen verkappten, man möchte sagen, gründlich maskierten Materialismus in die Erkenntnistheorie eingeschleppt haben — denn das ist das Faktum, worauf es ankommt: es ist ein wirklich nicht leicht zu erkennender Materialismus in die Erkenntnistheorie eingeschleppt worden -, so würde man sich darüber klar sein, daß eine Erkenntnistheorie, die für die geistigen Gebiete gelten soll, auch solche Begriffe haben muß, die nicht in diesem groben Stile gebildet sind wie der Begriff des «Ding an sich». Für das Geistige, wo überhaupt von einem Draußen und Drinnen nicht in demselben Sinne gesprochen werden kann, muß es klar sein, daß wir feinere Begriffe brauchen.

[ 34 ] Ich konnte das nur skizzenhaft andeuten, denn ich müßte sonst ein ganzes Buch schreiben, das sehr dick werden würde und auch mehrere Bände haben müßte, weil an die Philosophiegeschichte und an die Erkenntnistheorie sich auch metaphysische Gebiete anschließen müßten. Aber Sie können daran sehen, daß es ganz begreiflich ist, wenn diese Art des Denkens, weil sie aus tief maskierten Vorurteilen entspringt, unbrauchbar ist für alles das, was in die geistige Welt hineinreicht. Ich habe Ihnen jetzt eine Stunde lang nur über diesen allerabstraktesten Begriff gesprochen. Ich habe mich bemüht, die Sache verständlich zu machen und bin mir absolut klar darüber, daß die Einwände, die mir selber deutlich vor der Seele stehen, selbstverständlich in mancher anderen Seele auch auftauchen können. Wenn es sich um eine andere Versammlung handelte, so bedürfte es vielleicht einer besonderen Rechtfertigung, daß man, man könnte sagen, seine Zuhörer so hintergeht, daß man statt des gewohnten Tatsachenmaterials, das erwartet wird, einmal auch in abstraktesten — wie wohl manche glauben: vertracktesten — Begriffen spricht. Nun, wir haben schon im Laufe unserer theosophischen Arbeit immer wieder gesehen, daß Theosophie auch das Gute hat, dafß man innerhalb der theosophischen Bewegung die Pflicht zur Erkenntnis ausbildet, und daß damit nach und nach ein unartiger Begriff überwunden wird, der überall sonst existiert, ein sehr unartiger Begriff, welcher sagt: Das ist ja doch etwas, was über meinen Horizont geht, womit ich mich nicht beschäftigen will, was mir nicht interessant ist!

[ 34 ] Ich konnte das nur skizzenhaft andeuten, denn ich müßte sonst ein ganzes Buch schreiben, das sehr dick werden würde und auch mehrere Bände haben müßte, weil an die Philosophiegeschichte und an die Erkenntnistheorie sich auch metaphysische Gebiete anschließen müßten. Aber Sie können daran sehen, daß es ganz begreiflich ist, wenn diese Art des Denkens, weil sie aus tief maskierten Vorurteilen entspringt, unbrauchbar ist für alles das, was in die geistige Welt hineinreicht. Ich habe Ihnen jetzt eine Stunde lang nur über diesen allerabstraktesten Begriff gesprochen. Ich habe mich bemüht, die Sache verständlich zu machen und bin mir absolut klar darüber, daß die Einwände, die mir selber deutlich vor der Seele stehen, selbstverständlich in mancher anderen Seele auch auftauchen können. Wenn es sich um eine andere Versammlung handelte, so bedürfte es vielleicht einer besonderen Rechtfertigung, daß man, man könnte sagen, seine Zuhörer so hintergeht, daß man statt des gewohnten Tatsachenmaterials, das erwartet wird, einmal auch in abstraktesten — wie wohl manche glauben: vertracktesten — Begriffen spricht. Nun, wir haben schon im Laufe unserer theosophischen Arbeit immer wieder gesehen, daß Theosophie auch das Gute hat, dafß man innerhalb der theosophischen Bewegung die Pflicht zur Erkenntnis ausbildet, und daß damit nach und nach ein unartiger Begriff überwunden wird, der überall sonst existiert, ein sehr unartiger Begriff, welcher sagt: Das ist ja doch etwas, was über meinen Horizont geht, womit ich mich nicht beschäftigen will, was mir nicht interessant ist!

[ 35 ] Für manchen, der sich mit philosophischen Grundfragen beschäftigt und der die manchmal nur spärlich besuchten Kollegien über Erkenntnistheorie aus Erfahrung kennt, mag es überraschend sein, daß hier in unserer Bewegung so viele Menschen, die doch nach dem Urteil dieses oder jenes Erkenntnistheoretikers «gründlichste Dilettanten» auf dem Gebiete der Erkenntnistheorie sind, zu einer Versammlung kommen, um sich ein solches Thema anzuhören. Wir haben an manchen Orten sogar eine noch größere Anzahl von Zuhörern gerade bei philosophischen Vorträgen gehabt, die zwischen die theosophischen eingelegt worden sind. Wenn man die Sachlage aber gründlicher betrachtet, wird man sagen dürfen, daß dies gerade eines der besten Zeugnisse für die Theosophen ist. Die Theosophen wissen, daß sie alles unbefangen anhören sollen, was an Einwänden vorgebracht werden kann. Sie sind ruhig dabei, denn sie wissen ganz genau, daß Einwände gegen die Forschungen in den übersinnlichen Welten zwar möglich und berechtigt sind, sie wissen aber auch, daß manches, was zunächst als unlogisch bezeichnet worden ist, sich schließlich doch als sehr logisch herausstellen kann. Der Theosoph lernt auch, es als seine Pflicht zu betrachten, Erkenntnisse in seine Seele hineinzubekommen, wenn es ihm auch Mühe macht, sich mit Erkenntnistheorie und Logik zu beschäftigen. Denn so wird er immer mehr und mehr in der Lage sein, nicht nur allgemeine theosophische Darstellungen anhören zu wollen, sondern auch mit logischen Begriffen und Begriffsgliederungen ernst in der Theosophie zu arbeiten. Es wird sich die Welt schon mit dem Gedanken bekanntmachen müssen, daß die Philosophie in ihrem umfänglichsten Sinne innerhalb der theosophischen Bewegung wird wiedergeboren werden können. Eifer für philosophische Strenge, für gründliche logische Begriffsbildung wird sich nach und nach, wenn ich das Wort gebrauchen darf, einnisten innerhalb der theosophischen Bewegung. Womit ich nicht gesagt haben will, daß die Resultate in dieser Beziehung bei genauem Zusehen jetzt schon sehr befriedigend sind. Wir werden das durchaus noch mit Bescheidenheit ansehen müssen, aber wir sind auf dem Wege zu diesem Ziel.

[ 35 ] Für manchen, der sich mit philosophischen Grundfragen beschäftigt und der die manchmal nur spärlich besuchten Kollegien über Erkenntnistheorie aus Erfahrung kennt, mag es überraschend sein, daß hier in unserer Bewegung so viele Menschen, die doch nach dem Urteil dieses oder jenes Erkenntnistheoretikers «gründlichste Dilettanten» auf dem Gebiete der Erkenntnistheorie sind, zu einer Versammlung kommen, um sich ein solches Thema anzuhören. Wir haben an manchen Orten sogar eine noch größere Anzahl von Zuhörern gerade bei philosophischen Vorträgen gehabt, die zwischen die theosophischen eingelegt worden sind. Wenn man die Sachlage aber gründlicher betrachtet, wird man sagen dürfen, daß dies gerade eines der besten Zeugnisse für die Theosophen ist. Die Theosophen wissen, daß sie alles unbefangen anhören sollen, was an Einwänden vorgebracht werden kann. Sie sind ruhig dabei, denn sie wissen ganz genau, daß Einwände gegen die Forschungen in den übersinnlichen Welten zwar möglich und berechtigt sind, sie wissen aber auch, daß manches, was zunächst als unlogisch bezeichnet worden ist, sich schließlich doch als sehr logisch herausstellen kann. Der Theosoph lernt auch, es als seine Pflicht zu betrachten, Erkenntnisse in seine Seele hineinzubekommen, wenn es ihm auch Mühe macht, sich mit Erkenntnistheorie und Logik zu beschäftigen. Denn so wird er immer mehr und mehr in der Lage sein, nicht nur allgemeine theosophische Darstellungen anhören zu wollen, sondern auch mit logischen Begriffen und Begriffsgliederungen ernst in der Theosophie zu arbeiten. Es wird sich die Welt schon mit dem Gedanken bekanntmachen müssen, daß die Philosophie in ihrem umfänglichsten Sinne innerhalb der theosophischen Bewegung wird wiedergeboren werden können. Eifer für philosophische Strenge, für gründliche logische Begriffsbildung wird sich nach und nach, wenn ich das Wort gebrauchen darf, einnisten innerhalb der theosophischen Bewegung. Womit ich nicht gesagt haben will, daß die Resultate in dieser Beziehung bei genauem Zusehen jetzt schon sehr befriedigend sind. Wir werden das durchaus noch mit Bescheidenheit ansehen müssen, aber wir sind auf dem Wege zu diesem Ziel.

[ 36 ] Je mehr wir uns den guten Willen zum Denkerischen, zur wissenschaftlichen Gewissenhaftigkeit, zur philosophischen Gründlichkeit aneignen, desto mehr werden wir durch die theosophische Arbeit nicht nur unsere vergänglichen persönlichen Ziele verfolgen, sondern menschheitliche Ziele erreichen können. Manches ist heute erst auf der Stufe des allerersten Wollens. Aber es zeigt sich, daß in dem Willen, der aufgewendet wird zur Erkenntnis, schon etwas liegt wie eine ethische Selbsterziehung, die erreicht wird durch das Interesse, das wir der Theosophie entgegenbringen. Und daran wird es bald nicht mehr mangeln. Wenn keine anderen Hindernisse sich finden als die, welche es heute schon gibt, so wird von der Außenwelt der Theosophie die Anerkennung nicht versagt werden können, daß der Theosoph nicht strebt nach leichter Befriedigung seiner seelischen Sehnsuchten, sondern daß sich in der Theosophie ein ernstes Streben nach philosophischer Gründlichkeit und Gewissenhaftigkeit kundgibt, nicht ein bloßer Dilettantismus. Dieses Streben wird gerade geeignet sein, das philosophische Gewissen der Menschen zu schärfen. Wenn wir die theosophischen Lehren nicht als Dogmen hinnehmen, sondern verstehen, was Theosophie als reale Macht in unserer Seele sein kann, dann kann das Anfeuerungsmaterial für die menschliche Seele sein, um immer mehr und mehr die in ihr verborgenen Kräfte zu ergreifen und um sie zum Bewußtsein ihrer Bestimmung zu führen. Deshalb wollen wir innerhalb unserer theosophischen Bewegung fördern diesen Eifer für gründliche Logik und Erkenntnistheorie, und so, indem wir fester auf dem Boden unserer physischen Welt stehen, immer klarer und ohne Schwärmerei und nebulose Mystik aufschauen lernen zu den geistigen Welten, deren Inhalt wir herunterholen und einfügen wollen in unser physisches Weltbild.

[ 36 ] Je mehr wir uns den guten Willen zum Denkerischen, zur wissenschaftlichen Gewissenhaftigkeit, zur philosophischen Gründlichkeit aneignen, desto mehr werden wir durch die theosophische Arbeit nicht nur unsere vergänglichen persönlichen Ziele verfolgen, sondern menschheitliche Ziele erreichen können. Manches ist heute erst auf der Stufe des allerersten Wollens. Aber es zeigt sich, daß in dem Willen, der aufgewendet wird zur Erkenntnis, schon etwas liegt wie eine ethische Selbsterziehung, die erreicht wird durch das Interesse, das wir der Theosophie entgegenbringen. Und daran wird es bald nicht mehr mangeln. Wenn keine anderen Hindernisse sich finden als die, welche es heute schon gibt, so wird von der Außenwelt der Theosophie die Anerkennung nicht versagt werden können, daß der Theosoph nicht strebt nach leichter Befriedigung seiner seelischen Sehnsuchten, sondern daß sich in der Theosophie ein ernstes Streben nach philosophischer Gründlichkeit und Gewissenhaftigkeit kundgibt, nicht ein bloßer Dilettantismus. Dieses Streben wird gerade geeignet sein, das philosophische Gewissen der Menschen zu schärfen. Wenn wir die theosophischen Lehren nicht als Dogmen hinnehmen, sondern verstehen, was Theosophie als reale Macht in unserer Seele sein kann, dann kann das Anfeuerungsmaterial für die menschliche Seele sein, um immer mehr und mehr die in ihr verborgenen Kräfte zu ergreifen und um sie zum Bewußtsein ihrer Bestimmung zu führen. Deshalb wollen wir innerhalb unserer theosophischen Bewegung fördern diesen Eifer für gründliche Logik und Erkenntnistheorie, und so, indem wir fester auf dem Boden unserer physischen Welt stehen, immer klarer und ohne Schwärmerei und nebulose Mystik aufschauen lernen zu den geistigen Welten, deren Inhalt wir herunterholen und einfügen wollen in unser physisches Weltbild.

[ 37 ] Ob wir das tun wollen, davon hängt es einzig und allein ab, ob wir der Theosophie eine wirkliche Mission im Erdendasein der Menschheit zuschreiben können.

[ 37 ] Ob wir das tun wollen, davon hängt es einzig und allein ab, ob wir der Theosophie eine wirkliche Mission im Erdendasein der Menschheit zuschreiben können.