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The Revelations of Karma
GA 127

21 December 1911, Berlin

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15. Weihnachten: Ein Inspirationsfest

15. Christmas: A Festival of Inspiration

[ 1 ] Innerhalb unseres Arbeitens in der geisteswissenschaftlichen Bewegung blicken wir vorwärts, vorwärts in die Zukunft der Menschheit, und durchdringen unsere Seelen und unsere Herzen mit demjenigen, wovon wir glauben, daß es sich einverleiben soll in die Entwickelungsströmungen und in die Entwickelungskräfte der Menschenzukunft. Und auch wenn wir zu den großen Wahrheiten des Daseins aufblicken, aufblicken zu den Kräften, Mächten und Wesen, welche sich uns in der spirituellen Welt als die Ursachen und Urgründe dessen offenbaren, was uns in der äußeren Sinneswelt entgegentritt, auch da sind wir beseelt davon, daß die Wahrheiten, die wir also aus den geistigen Welten herunterholen, allmählich sich einleben sollen und einleben müssen in die Seelen, in die Herzen der Menschen der Zukunft.

[ 1 ] In our work within the spiritual science movement, we look forward—forward to the future of humanity—and imbue our souls and hearts with that which we believe should become part of the currents and forces of development in the future of humanity. And even when we look up to the great truths of existence, look up to the forces, powers, and beings that reveal themselves to us in the spiritual world as the causes and foundations of what we encounter in the outer sensory world—even then we are inspired by the conviction that the truths we thus bring down from the spiritual worlds must gradually take root and do take root in the souls and hearts of the people of the future.

[ 2 ] So ist denn im größten Teil des Jahres unser geistiger Blick entweder der unmittelbaren Gegenwart oder aber der Zukunft zugewendet. Um so mehr fühlen wir uns gedrungen, an den Merktagen des Jahres, an den Festen, welche wie fixierte Erinnerungen an das, was die Vormenschheit erdacht und ersonnen hat, aus der Zeit und ihrem Wandel zu uns hereinragen, unsere Verbindung mit dieser Vormenschheit zu empfinden, ein wenig uns zu versenken in dasjenige, was aus den Seelen, aus den Herzen der Menschen der Vergangenheit dazu geführt hat, jene Merkzeichen in den Lauf der Zeiten hineinzustellen, welche uns als die Feste des Jahres erscheinen.

[ 2 ] Thus, for most of the year, our mental gaze is turned either toward the immediate present or toward the future. All the more do we feel compelled, on the significant days of the year, on the festivals that, like fixed memories of what pre-humanity conceived and devised, reach out to us from time and its vicissitudes, to feel our connection with this pre-humanity, to immerse ourselves a little in what led the souls and hearts of people in the past to place those landmarks in the course of time, which appear to us as the festivals of the year.

[ 3 ] Ist das Osterfest ein solches, das, wenn wir es verstehen, in uns Gedanken wachruft an menschliche Kräfte und an Überwindungsfähigkeit alles Niederen durch das Höhere, alles äußerlich Physischen durch das Geistige, ist es ein Fest der Auferstehung, der Erweckung, ein Fest der Hoffnung und der Zuversicht an die geistigen Kräfte, die in der Menschenseele erweckt werden können, so ist auf der anderen Seite das Weihnachtsfest ein Fest der Harmonieempfindung mit dem ganzen Kosmos, ein Fest der Gnadenempfindung, ein Fest, das uns immer wieder und wieder den Gedanken nahebringen kann: Wie sich auch alles um uns herum erweisen mag, wie auch in den Glauben sich die herbsten Zweifel hineinmischen können, wie sich auch in die kühnsten Hoffnungen die schlimmsten Enttäuschungen hineinmischen können, wie auch um uns herum alle guten Dinge des Lebens wanken können es gibt etwas in der menschlichen Natur und Wesenheit, das kann uns der richtig verstandene Gedanke des Weihnachtsfestes sagen, das nur vor die Seele lebendig, geisthaft hingestellt zu werden braucht, um uns immerwährend zu offenbaren, daß wir von den Kräften des Guten abstammen, von den Kräften des Rechten, von den Kräften des Wahren. — Auf unsere siegenden Kräfte in die Zukunft hin weist uns der Ostergedanke. Auf den Menschenursprung in urferner Vergangenheit weist uns in einer gewissen Beziehung demnach der Weihnachtsgedanke.

[ 3 ] Is Easter a festival that, when we understand it, evokes within us thoughts of human strength and the ability to overcome all that is base through that which is higher, and of the spiritual overcoming all that is outwardly physical—is it a festival of resurrection, of awakening, a festival of hope and confidence in the spiritual powers that can be awakened in the human soul—then, on the other hand, Christmas is a festival of feeling in harmony with the entire cosmos, a festival of feeling grace, a festival that can bring us closer and closer to the thought: However things may turn out around us, however the harshest doubts may creep into our faith, however the worst disappointments may mingle with our boldest hopes, however all the good things of life may falter around us—there is something in human nature and being that the properly understood idea of Christmas can tell us: it needs only to be set before the soul in a living, spiritually, to reveal to us forever that we are descended from the forces of the good, from the forces of the right, from the forces of the true. — The idea of Easter points us toward our victorious forces in the future. In a certain sense, therefore, the idea of Christmas points us to the origin of humanity in the distant past.

[ 4 ] Bei einer solchen Gelegenheit kann man so recht sehen, wie die unbewußte oder die unterbewußte Vernunft und Geistigkeit der Menschen weit, weit höher steht als das, was der Mensch mit seinem Bewußtsein dann umschließen kann. Wir haben oftmals Grund, dasjenige, was die Menschen aus den verborgenen Seelentiefen in der Vergangenheit festgesetzt haben, viel mehr zu bewundern als das, was sie festsetzten aus ihren verstandesmäßigen Gedanken und aus dem, was sie begrifflich erfassen konnten. Wie unendlich weise erscheint es uns, wenn wir den Kalender aufmachen und für den 25. Dezember verzeichnet finden das Geburtsfest des Christus Jesus und dann im Kalender verzeichnet sehen für den 24.Dezember «Adam und Eva». Man möchte sagen: Anschaulich, vernünftig, geistig konnte einem das vor Augen treten aus dem dumpfen, unterbewußten Schaffen im Mittelalter, wenn da oder dort gegen die Weihnachtszeit die mittelalterlichen Weihnachtsspiele von Leuten dieser oder jener Orte aufgeführt werden sollten. Wenn, wie man sie nannte, die «Singer» zu ihren Weihnachtsspielen zogen, da wurde vorangetragen der «Paradiesbaum». Wie im Kalender «Adam und Eva» vor dem Christ-Geburtstagsfest erschien, so erschien in den mittelalterlichen Weihnachtsspielen der Baum des Paradieses vorangetragen der Truppe, welche zur Aufführung dieser Weihnachtsspiele schritt. Kurz also, es gab einmal etwas, was die tiefen, verborgenen Seelenuntergründe der Menschen veranlaßte, irdischen Menschenanfang und Jesu-Geburtsfest unmittelbar zusammenzustellen. Im Jahre 353 gab es selbst im kirchlichen Rom noch nicht den 25. Dezember als Jesu-Geburtstagsfest. Denn 354 wurde zum ersten Male auch im kirchlichen Rom das Jesu-Geburtstagsfest am 25. Dezember gefeiert. Vorher wurde etwas gefeiert, bei dem man ein ähnliches Bewußtsein hatte wie später an dem Jesu-Geburtstagsfest, nämlich der 6. Januar als der Tag der Erinnerung der Johannestaufe im Jordan, als der Tag, welcher der Gedenktag war des Herunterkommens des Christus aus den spirituellen Höhen und des Sich-Versenkens des Christus in den Leib des Jesus von Nazareth. Das war ursprünglich die Geburt des Christus in dem Jesus, die Erinnerung an den großen geschichtlichen Augenblick, der uns symbolisch dargestellt wird durch das Weilen der Taube über dem Haupt des Jesus von Nazareth. Der 6. Januar war der Erinnerungstag an die Geburt des Christus in dem Jesus von Nazareth.

[ 4 ] On such an occasion, one can truly see how the unconscious or subconscious reason and spirituality of human beings stand far, far higher than what a person can then comprehend with their conscious mind. We often have reason to admire far more what people established in the past from the hidden depths of their souls than what they established from their intellectual thoughts and from what they could grasp conceptually. How infinitely wise it seems to us when we open the calendar and find recorded for December 25 the feast of the Nativity of Christ Jesus, and then see recorded in the calendar for December 24 “Adam and Eve.” One might say: Vividly, sensibly, and spiritually, this could have come to mind from the dim, subconscious creative work of the Middle Ages, when here and there around Christmas time the medieval Christmas plays were to be performed by people from this or that place. When, as they were called, the “Singers” set out for their Christmas plays, the “Tree of Paradise” was carried in front. Just as “Adam and Eve” appeared in the calendar before the feast of Christ’s Nativity, so in the medieval Christmas plays the Tree of Paradise was carried at the head of the troupe as they set out to perform these plays. In short, there was once something that prompted the deep, hidden recesses of the human soul to directly link the earthly origins of humanity with the feast of Jesus’ birth. In the year 353, even in ecclesiastical Rome, December 25 was not yet celebrated as the Feast of the Nativity. For it was in 354 that the Feast of the Nativity was celebrated for the first time on December 25, even in ecclesiastical Rome. Previously, a festival was observed that evoked a similar sense of significance to the later celebration of Jesus’ birthday, namely January 6 as the day commemorating John’s baptism in the Jordan, the day marking the descent of Christ from the spiritual heights and Christ’s immersion into the body of Jesus of Nazareth. This was originally the birth of Christ within Jesus, the commemoration of the great historical moment symbolically represented by the dove hovering over the head of Jesus of Nazareth. January 6 was the day of remembrance for the birth of Christ within Jesus of Nazareth.

[ 5 ] Aber im 4. Jahrhundert war eigentlich für die sich ankündigende materialistische Weltanschauung des Abendlandes längst die Möglichkeit dahin, den großen Gedanken der Durchdringung des Jesus mit dem Christus zu verstehen. Wie ein gewaltiges Licht war zu kurzer Aufklärung dieser Gedanke vorhanden bei den Gnostikern, die in gewisser Beziehung Zeitgenossen oder unmittelbare Nachfolger des Ereignisses von Golgatha waren und in der Lage waren, daß sie die Tiefe dieser Weisheit von dem «Christus in dem Jesus» nicht in der Weise suchen mußten, wie wir durch das moderne Hellsehen diese Weisheit wieder suchen müssen, sondern bei den Gnostikern war es so, daß sie durch das letzte Aufflackern gerade alter, ursprünglicher menschlicher hellseherischer Kräfte das wie im Gnadenlichte geschaut haben, was wir uns wieder erobern müssen über die großen Geheimnisse von Golgatha. Da leuchtete so manches bei den Gnostikern auf, was wir uns wieder erobern müssen, so zum Beispiel besonders das Geheimnis von dem Geborenwerden des Christus in dem Jesus von Nazareth bei der Johannestaufe im Jordan.

[ 5 ] But by the 4th century, the emerging materialistic worldview of the West had long since lost the ability to grasp the profound idea of the union of Jesus and Christ. Like a mighty light, this idea was present for a brief moment among the Gnostics, who in a certain sense were contemporaries or immediate successors of the event at Golgotha and were in a position such that they did not have to seek the depth of this wisdom of “Christ in Jesus” in the way that we must seek this wisdom again through modern clairvoyance; rather, with the Gnostics, it was the case that through the final flickering of precisely those ancient, original human clairvoyant powers, they beheld—as if in the light of grace—what we must reclaim regarding the great mysteries of Golgotha. Thus, many things were illuminated for the Gnostics that we must reclaim for ourselves, such as, in particular, the mystery of the birth of the Christ in Jesus of Nazareth at the baptism by John in the Jordan.

[ 6 ] Aber wie das alte Hellsehen überhaupt, so schwand auch für die Menschheit jenes eigentümliche Aufflammen höchster hellseherischer Kräfte, höchsten Weihnachtslichtes der Menschheit dahin, wie es bei den Gnostikern vorhanden war. Und im 4. Jahrhundert war das abendländische Christentum längst nicht mehr imstande, diesen großen Gedanken zu verstehen. Daher hatte im 4. Jahrhundert das eigentliche Erscheinungsfest des Christus in dem Jesus den Sinn für die abendländische christliche Kultur verloren. Man hatte vergessen, was eigentlich dieses Erscheinungsfest, der 6. Januar, bedeutet. Man mußte für eine Zeitlang, ja bis in unsere Gegenwart herein, unter mancherlei materialistischem Verstandesschutt die Empfindung gegenüber der ChristusGestalt in der Menschheitsentwickelung begraben. Und konnte man nicht begreifen, daß ein gegenüber der Menschheit Höchstes sich offenbart hat in der Johannestaufe im Jordan, so konnte man doch, weil das dem materialistischen Bewußtsein nicht widersprach, noch begreifen, daß jene Leibesorganisation, welche dazu ausersehen war, den Christus aufzunehmen, etwas Bedeutsames war. Daher rückte man die Geistgeburt, die eigentlich in der Johannestaufe im Jordan zutage trat, zurück zu der Kindesgeburt des Jesus von Nazareth und setzte das JesuGeburtsfest an die Stelle des Erscheinungsfestes.

[ 6 ] But just as with clairvoyance in general, that peculiar outburst of the highest clairvoyant powers—the highest Christmas light of humanity—which had been present among the Gnostics, also faded away for humanity. And by the 4th century, Western Christianity had long since lost the ability to comprehend this great idea. Consequently, by the 4th century, the true Feast of the Epiphany—in which Jesus revealed himself—had lost its meaning for Western Christian culture. People had forgotten what this Feast of the Epiphany, January 6, actually signifies. For a time, indeed right up to the present day, the sense of the Christ figure in human evolution had to be buried beneath all manner of materialistic intellectual debris. And while people could not grasp that the Highest Being had revealed Himself to humanity in the baptism of John in the Jordan, they could still, because this did not contradict materialistic consciousness, understand that the physical body destined to receive the Christ was something significant. Therefore, the spiritual birth, which actually came to light in the baptism of John in the Jordan, was shifted back to the birth of the child Jesus of Nazareth, and the Feast of the Nativity of Jesus was substituted for the Feast of the Epiphany.

[ 7 ] Aber wenn man das auch in den wenigsten Fällen klar aussprechen mochte, so lebten doch immer bedeutsame Empfindungen, hohe erhabene Empfindungen in dem, was das Weihnachtsfest der Menschheit wurde. Es lebte etwas Bedeutendes immer in der menschlichen Seele auf, wenn das Weihnachtsfest herannahte. Es lebte das auf, was man nennen möchte: Der Mensch kann, wenn er im richtigen Sinne die Welt beschaut, sich doch gegenüber gewissen Dingen, gegenüber allen Fährlichkeiten und Schicksalsschlägen des Daseins beleben in dem Glauben an die Menschheit, der Mensch kann sich beleben in tiefster Seele an dem Gefühl von Liebe und Frieden gegenüber aller Disharmonie und allem Streit des Lebens.

[ 7 ] But even if people were rarely willing to express this clearly, there were always profound feelings—lofty, sublime feelings—in what Christmas came to mean for humanity. Something significant always stirred in the human soul as Christmas approached. What came to life was what one might call: When a person views the world in the right sense, they can, in the face of certain things—in the face of all the dangers and misfortunes of existence—be revitalized by faith in humanity; a person can be revitalized in the depths of their soul by a feeling of love and peace in the face of all the disharmony and strife of life.

[ 8 ] Das ist etwas, was in Anknüpfung an das Weihnachtsfest, an das JesuGeburtsfest immerdar aufdämmert. Denn was war es denn eigentlich, woran man sich erinnerte? Fassen wir das, woran man sich erinnerte, in geisteswissenschaftlichem Sinne auf. Wir wissen, welche bedeutsamen, großen und gewaltigen Veranstaltungen die Menschheitsentwickelung machen mußte, damit das Mysterium von Golgatha in diese Menschheitsentwickelung hereinbrechen konnte. Da mußte geboren werden ein Mensch, welcher der wiederverkörperte Zarathustra war, der eine der beiden Jesusknaben. Es mußte aber noch derjenige geboren werden, für den das eigentliche Jesu-Geburtsfest das Erinnerungsfest war, es mußte der geboren werden, der seiner Seelensubstanz nach zurückgeblieben war in den geistigen Welten. Solange die Menschheit das alles durchgemacht hat, was sich innerhalb der Vererbung durch die Generationen durchmachen ließ bis zum Mysterium von Golgatha — alle anderen Menschenseelen waren durch die Generationen gegangen —, so lange hatte man alles das aufgenommen, was sich an zerstörenden Kräften bis in das Blut hineingeschlichen hat. Nur eine einzige Seelensubstanz war in den spirituellen Welten zurückgeblieben, gehütet von den reinsten Mysterien und den reinsten Kultstätten, war dann ausgegossen worden in die Menschheit als Seele des zweiten Jesusknaben, desjenigen, den das Lukas-Evangelium schildert, jenes Jesusknaben, an dessen Geburt namentlich alle Erinnerungen und alle Darstellungen des Christfestes, des Weihnachtsfestes anknüpfen.

[ 8 ] This is something that always comes to mind in connection with Christmas, the celebration of Jesus’ birth. For what, exactly, was it that people remembered? Let us consider what was remembered from a spiritual-scientific perspective. We know what significant, great, and momentous events human evolution had to undergo so that the Mystery of Golgotha could break into this human evolution. A human being had to be born who was the reincarnated Zarathustra, one of the two Jesus-children. But there also had to be born the one for whom the actual Feast of the Nativity was the feast of remembrance; there had to be born the one who, in terms of his soul substance, had remained behind in the spiritual worlds. As long as humanity had gone through everything that could be endured through heredity across the generations up to the Mystery of Golgotha—all other human souls had passed through the generations—for that long had everything been absorbed that had crept into the blood as destructive forces. Only a single soul substance had remained behind in the spiritual worlds, guarded by the purest mysteries and the purest places of worship, and was then poured out into humanity as the soul of the second Jesus-child, the one described in the Gospel of Luke, that Jesus-child to whose birth, in particular, all memories and all depictions of the Christian festival, of Christmas, are linked.

[ 9 ] Zum Menschenursprung hinauf, zur Menschenseele, als diese noch nicht heruntergestiegen war, selbst noch nicht heruntergestiegen war in Adams Natur, erinnerte sich der Mensch zur Weihnachtszeit. Er wollte sagen, daß in Bethlehem, in Palästina, jene Seelensubstanz geboren wurde, die nicht mit teilgenommen hat an dem Abstieg der Menschheit, sondern zurückgeblieben war und zum ersten Male eigentlich in einen Menschenleib einzog, indem sie in den Lukas-Jesusknaben verkörpert wurde.

[ 9 ] At Christmas time, people recalled the origins of humanity, the human soul, before it had descended—before it itself had descended into Adam’s nature. He wanted to say that in Bethlehem, in Palestine, that soul substance was born which did not participate in the descent of humanity, but remained behind and actually entered a human body for the first time by being embodied in the boy Jesus of Luke.

[ 10 ] Man kann an die Menschheit glauben, man kann zur Menschheit Vertrauen haben, so kann die Menschenseele empfinden, wenn ihr Gedanke sich hinlenken darf zu der Tatsache: Wie auch Streit, wie auch Unglaube, wie auch Disharmonie Platz gegriffen haben innerhalb der Menschheitsentwickelung — und sie haben Platz gegriffen durch alles, was sich in die Menschheit hineinergossen hat von Adams Zeit bis in unsere Gegenwart —, blickt man zurück auf das, was die alten Zeiten «Adam Kadmon» genannt haben, was dann zum Christus-Begriff geworden ist, dann entflammt sich in der Menschenseele Vertrauen zur Richtigkeit der Menschenkraft, entflammt sich das Vertrauen in die ursprüngliche Friedens- und Liebesnatur der Menschheit. Daher rückte das unterbewußte Seelische das Jesu-Geburtsfest unmittelbar zusammen mit dem Adam-und-Eva-Fest, indem der Mensch eigentlich in dem Christkindlein, das geboren wird, seine eigene Natur sieht, aber seine eigene Natur in ihrer Unschuld, in ihrer Unverdorbenheit.

[ 10 ] One can believe in humanity; one can have faith in humanity—this is how the human soul can feel when its thoughts are allowed to turn to the fact that: However much strife, however much unbelief, however much disharmony have taken root within human development—and they have taken root through everything that has poured into humanity from the time of Adam to the present day— when one looks back upon what the ancients called “Adam Kadmon,” which then became the concept of Christ, then trust in the righteousness of human power is kindled in the human soul, and trust in the original nature of peace and love within humanity is kindled. Thus, the subconscious soul brought the Feast of the Nativity of Jesus directly together with the Feast of Adam and Eve, in that human beings actually see their own nature in the Christ Child who is born, but their own nature in its innocence, in its unspoiled state.

[ 11 ] Warum wurde denn das göttliche Kind durch Jahrhunderte, durch Jahrtausende vor die Menschheit hingestellt als das, was es als am höchsten zu Verehrendes für die Menschenseele gibt? Aus dem Grunde, weil der Mensch, hinblickend zu dem Kinde — dann, wenn dieses Kind noch nicht so weit gekommen ist, daß es zu sich «Ich» sagen kann —, schauen kann, wissen kann, daß es noch an dem menschlichen Leib arbeitet, an dem Tempel des ewig Göttlichen, und weil der Mensch, der noch nicht «Ich» sagt, noch deutlich das Zeichen seines Ursprunges aus der spirituellen Welt zeigt. Durch diesen Hinblick auf des Menschen Kindesnatur lernt der Mensch volles Vertrauen haben zur Menschennatur. Da, wo der Mensch sich am meisten sammeln kann, wo die Sonne am wenigsten leuchtet und den Erdball wärmt, wo der Mensch nicht mit der Bestellung der äußeren Angelegenheiten beschäftigt ist, da, wo die Tage am kürzesten, die Nächte am längsten sind, wo alle Gelegenheit auf der Erde so ist, daß sich der Mensch am besten sammeln kann, am besten in sich selber gehen kann, da, wo sich ihm aller äußere Glanz, alle äußere Schönheit für eine Weile dem äußeren Blick entzieht, da stellte die abendländische Kulturentwickelung das Geburtsfest des göttlichen Kindes hin, das heißt des Menschen, der unverdorben die Welt betritt, und durch das unverdorbene Betreten der Welt dem Menschen in der Zeit seiner intensivsten Sammlung das stärkste, das höchste Vertrauen durch das Bewußtsein seines göttlichen Ursprunges geben kann.

[ 11 ] Why, then, has the divine child been presented to humanity for centuries, for millennia, as that which is most worthy of veneration for the human soul? For the reason that when a person looks upon the child—at a time when this child has not yet reached the stage where it can say “I” to itself—they can see and know that it is still working on the human body, the temple of the eternally divine, and because the child, which does not yet say “I,” still clearly bears the mark of its origin in the spiritual world. Through this view of the child’s nature, a person learns to have complete trust in human nature. Where the human being can gather their thoughts most deeply, where the sun shines least and warms the earth, where the human being is not occupied with the management of external affairs, where the days are shortest and the nights longest, where all conditions on earth are such that the human being can best gather their thoughts, best turn inward, where all external splendor all external beauty withdraws for a while from the external gaze—it is there that Western cultural development placed the feast of the birth of the divine child, that is, of the human being who enters the world uncorrupted, and who, through this uncorrupted entry into the world, can give humanity, at the time of its most intense contemplation, the strongest, the highest confidence through the awareness of its divine origin.

[ 12 ] Es ist wie eine Bekräftigung der großen Wahrheit, daß man vom Kinde viel lernen kann, wenn man sieht, daß eines Kindes Geburtstagsfest als ein großes, bedeutsames Vertrauensfest für die Menschheitsentwickelung hineingestellt ist in der Zeiten Lauf. Und so bewundern wir die unterbewußte, die spirituelle Vernunft der Menschen der Vorzeit, die solche Marksteine hineingestellt haben in der Zeiten Lauf. Wir fühlen uns dann wie Entzifferer von merkwürdigen Hieroglyphen, die gegeben sind durch das Hineinstellen solcher Feste in die Schrift der Zeiten durch die Menschen der Vorzeit, fühlen uns eins mit diesen Menschen der Vorzeit. Während sonst unser Blick der Zukunft zugewendet ist, während wir sonst willig sind, unsere besten Kräfte der Zukunft zur Verfügung zu stellen, allen Glauben an die Zukunft zu kräftigen und zu stärken, versuchen wir gerade an solchen Festtagen in Erinnerungen zu leben, die alte Gedanken wie verkörpert zu uns herübertragen, die uns lehren, daß wir zwar gegenwärtig nur in unserer Art denken können, was der äußeren Welt im Spirituellen zugrunde liegt, daß aber noch in der Vorzeit — in anderer Art zwar, aber nicht minder richtig, nicht minder grandios und bedeutend — das Wahre, das Erhabene gedacht und empfunden worden ist durch das Sich-Einsfühlen mit der Menschheit, mit allem, was die Menschheit zu ihren Höhen tragen soll. Das ist unser geisteswissenschaftliches Ideal, daß man sich eins fühlen kann mit dem, was die Menschheit der Vorzeit geschaffen hat, manchmal aus den verborgensten Seelentiefen herauf. Dafür sorgen die Feste, sorgen insbesondere die großen Feste, wenn wir nur ihre in der Zeiten Schrift hineingezeichnete hieroglyphische Zeichenbedeutung uns durch die Wahrheiten der Geistesforschung vor die Seele malen können.

[ 12 ] It is as if to reaffirm the great truth that one can learn much from children when one sees that a child’s birthday celebration is embedded in the course of time as a grand, significant celebration of trust for the development of humanity. And so we admire the subconscious, spiritual wisdom of the people of antiquity who placed such milestones within the course of time. We then feel like decipherers of strange hieroglyphs, which have been inscribed into the script of time by the people of antiquity through the placement of such celebrations; we feel at one with these people of antiquity. While our gaze is usually turned toward the future, while we are usually willing to place our best efforts at the service of the future, to strengthen and reinforce all faith in the future, on such festive days we try to live in memories that convey ancient thoughts to us as if embodied, that teach us that although we can currently think only in our own way, what underlies the outer world in the spiritual realm, yet in ancient times—in a different way, though no less true, no less magnificent and significant—the true and the sublime were conceived and felt through empathy with humanity, with all that is meant to carry humanity to its heights. This is our spiritual-scientific ideal: that one may feel at one with what humanity of ancient times created, sometimes from the most hidden depths of the soul. The festivals ensure this, especially the great festivals, if only we can paint before our souls their hieroglyphic symbolic meaning, inscribed in the script of the ages, through the truths of spiritual research.

[ 13 ] Oh, es ist ein wunderbarer Gedanke, der wie mit einer wunderbaren Empfindung in unserer Seele sich vermählt, wenn wir sehen, wie in jenen Jahrhunderten, die auf das vierte folgten, welches das JesuGeburtstagsfest zuerst auf den 25. Dezember verlegt hat, sich hineingießt in die Seele jener Menschen gerade das Bewußtsein von dem durch die kindliche Natur zu erweckenden Vertrauen, indem in der Malerei, in den Weihnachtsspielen, allüberall sich zeigt, wie vor dem Jesuskinde, vor dem göttlichen Kinde, vor dem göttlichen Ursprung des Menschen sich beugen die Wesen aller Erdenreiche. Es tritt uns entgegen das wunderbare Krippenbild, wie sich die Tiere neigen vor dem Ursprungsmenschen; es gliedern sich daran jene wunderbaren Erzählungen wie etwa diese, daß, als Maria das Jesuskind auf der Reise nach Ägypten getragen hat und die Grenze überschritten worden war, sich ein Baum gebeugt hat, ein uralter Baum vor Maria mit dem Jesusknaben. Daß sich in einer merkwürdigen Weise in der Weihnachtsnacht die Bäume dem großen Ereignis beugen, tritt uns sagenhaft entgegen in den Legenden fast ganz Europas. Wir könnten nach Elsaß, nach Bayern gehen, überall treten uns die Legenden entgegen, wie gewisse Bäume Früchte tragen in der Weihnacht, wie sie sich neigen in der Weihnacht: alles wunderbare Symbole, die ankündigen sollen, wie sich tatsächlich die Geburt des Jesuskindes offenbart als etwas, das mit dem ganzen Leben der Erde zusammenhängt.

[ 13 ] Oh, it is a wonderful thought that blends with a wonderful feeling in our souls when we see how, in the centuries that followed the fourth—which first moved the celebration of Jesus’s birthday to December 25 , the very awareness of the trust to be awakened by the childlike nature pours into the souls of those people, as is shown everywhere in paintings and Christmas plays: how the beings of all the earthly realms bow before the infant Jesus, before the divine Child, before the divine origin of humanity. We are met by the wondrous nativity scene, where the animals bow before the first human; linked to this are those marvelous tales, such as the one in which, when Mary carried the infant Jesus on the journey to Egypt and the border had been crossed, a tree bowed—an ancient tree—before Mary with the infant Jesus. That on Christmas night the trees bow to the great event in a wondrous way is a legendary theme found in the folklore of nearly all of Europe. We could go to Alsace, to Bavaria; everywhere we encounter legends of how certain trees bear fruit at Christmas, how they bow at Christmas: all wondrous symbols meant to herald how the birth of the infant Jesus is in fact revealed as something connected to the very life of the earth.

[ 14 ] Und wenn wir uns an das erinnern, was wir so oft gesagt haben: Wie die uralten spirituellen Strömungen von den Göttern der Menschheit gegeben waren, und wie die Menschen in den Urzeiten hellseherische Einblicke in die göttlich-geistige Welt hatten, wie dieses Hellsehen allmählich schwand, damit die Menschen zur Eroberung des Ich kommen konnten —, wenn man sich vorstellt, wie da in der ganzen menschlichen Organisation etwas vor sich geht wie ein Abdorren, wie ein Dürrwerden der alten Gotteskräfte, und wie ein Durchsetzen der dürren Gotteskräfte mit neuem Lebenswasser durch den Christus-Impuls, durch welchen sich dasjenige vollzieht, was durch das Mysterium von Golgatha geschah: dann erscheint uns dies in einem wunderbaren Bilde, wenn uns die Weihnachtslegenden erzählen, wie die verdorrten und vertrockneten Rosen von Jericho in der Weihenacht von selbst immer aufsprießen. Das war eine Legende, die wir überall im Mittelalter verzeichnet finden, daß die Rosen von Jericho in der Christnacht aufsprießen und sich entfalten, weil sie sich zuerst entfaltet hatten unter den Schritten der Maria, die, als sie auf der Reise nach Ägypten den Jesusknaben trug, über eine Stelle geschritten ist, wo ein Rosenstrauch gewachsen war. Ein wunderbares Symbol für das, was mit den menschlich-göttlichen Kräften geschah, daß selbst so dürre, so leblose Dinge wie Rosen, die man verdorrt am Wege finden kann, die scheinbar tot sind, wieder aufquellen, wieder aufsprießen durch den Christus-Impuls, der eintritt in die Zeitenentwickelung.

[ 14 ] And when we recall what we have so often said: How the ancient spiritual currents were bestowed upon humanity by the gods, and how people in primeval times possessed clairvoyant insights into the divine-spiritual world, how this clairvoyance gradually faded so that human beings could come to master the ego— when one imagines how something like a withering, a drying up of the old divine powers, is taking place throughout the entire human organism, and how the withered divine powers are being infused with new life-giving water through the Christ impulse, through which that which took place through the Mystery of Golgotha is being accomplished: then this appears to us in a wondrous image when the Christmas legends tell us how the withered and dried-up roses of Jericho always spring up of their own accord on Christmas Eve. This was a legend found recorded everywhere in the Middle Ages: that the roses of Jericho sprout and unfold on Christmas Eve because they had first unfolded under the footsteps of Mary, who, while carrying the infant Jesus on her journey to Egypt, had walked over a spot where a rosebush had grown. A wonderful symbol of what happened with the human-divine forces, that even such dry, lifeless things as roses, which one might find withered by the wayside, seemingly dead, spring up again, sprout anew through the Christ impulse that enters into the course of history.

[ 15 ] Daß dem Menschen so erst gegeben war in Wirklichkeit, was ihm von Ursprung an zugedacht war, das drückt sich aus in dem JesuGeburtsfest, in dem Fest der Geburt des Jesuskindleins. Ehe Adam und Eva waren, war zugedacht der Menschheit — so will man sagen in der Weihnachtslegende — dasjenige, was noch in der ganz unverdorbenen göttlichen Kindesnatur des Menschen liegt. Aber in Wahrheit — wegen des Einflusses Luzifers — hat es die Menschheit erst erlangen können, nachdem der ganze Zeitenverlauf sich abgespielt hatte von Adam und Eva bis zum Mysterium von Golgatha. Oh, man muß sagen, es erweckt tatsächlich eine tiefe Empfindung in unserer Seele, wenn wir, wie zusammengedrängt, in die eine Nacht vom 24. zum 25. Dezember für unser Nachdenken, für unser Nachempfinden das haben, was die Menschheit durch die luziferischen Kräfte geworden ist von Adam und Eva bis zur Geburt des Christus in dem Jesus. Wenn wir das empfinden, dann empfinden wir schon genug die Bedeutung dieses Festes und empfinden dann auch, was man damitvor die Menschheit hinstellen konnte.

[ 15 ] The fact that what was originally intended for humanity was only truly given to humankind at that time is expressed in the Feast of the Nativity, the celebration of the birth of the infant Jesus. Even before Adam and Eve existed, humanity was destined—so the Christmas legend tells us—for that which still lies in the completely uncorrupted divine childlike nature of the human being. But in truth—because of the influence of Lucifer—humanity was only able to attain this after the entire course of time had unfolded from Adam and Eve to the Mystery of Golgotha. Oh, one must say, it truly stirs a deep feeling in our soul when, as if compressed into the single night from December 24th to 25th, we have before us for our reflection and for our empathy what humanity has become through the Luciferic forces from Adam and Eve to the birth of the Christ in Jesus. When we feel this, we already sense the significance of this festival sufficiently and also perceive what could be presented to humanity through it.

[ 16 ] Es ist, wie wenn die Menschheit, wenn sie die Gelegenheit benützt, diese Marksteine der Zeit als Meditationsstoffe zu nehmen, wirklich einmal gewahr werden kann ihres reinen Ursprunges in den kosmischen Kräften des Universums. Da den Blick hinaufhebend in die kosmischen Kräfte des Universums und ein wenig eindringend durch Theosophia, durch wirkliche spirituelle Weisheit in die Geheimnisse des Universums —, da kann die Menschheit erst wieder reif werden, das zu begreifen, daß eine höhere Stufe des Geburtsfestes des Jesus das ist, was als Christgeburtsfest einmal begriffen worden ist durch die Gnostiker, das Christgeburtsfest, das am 6. Januar eigentlich gefeiert sein sollte, das Fest der Geburt des Christus in dem Leibe des Jesus von Nazareth. Aber, wie um sich vertiefen zu können in die zwölf universellen Kräfte des Kosmos, stehen die zwölf heiligen Nächte da zwischen dem Christfest und dem Fest, das am 6. Januar gefeiert sein sollte, das jetzt das Fest der Heiligen Drei Könige ist, und das eigentlich das charakterisierte Fest ist.

[ 16 ] It is as if humanity, by taking the opportunity to use these milestones of time as subjects for meditation, might truly come to realize its pure origin in the cosmic forces of the universe. By lifting our gaze to the cosmic forces of the universe and penetrating a little into the mysteries of the universe through Theosophy—through true spiritual wisdom— only then can humanity once again become ripe to comprehend that a higher stage of the festival of Jesus’ birth is what was once understood by the Gnostics as the Festival of the Birth of Christ—the Festival of the Birth of Christ that should actually be celebrated on January 6, the festival of the birth of the Christ in the body of Jesus of Nazareth. But, as if to enable one to delve into the twelve universal forces of the cosmos, the twelve holy nights stand there between Christmas and the feast that should be celebrated on January 6, which is now the Feast of the Epiphany, and which is actually the feast that embodies these forces.

[ 17 ] Wieder, ohne daß man es so recht gewußt hat in der bisherigen Wissenschaft, stehen sie da, diese zwölf heiligen Nächte, wie aus den verborgenen weisen Seelentiefen der Menschheit festgesetzt, wie wenn sie sagen wollten: Empfindet alle Tiefe des Christfestes, aber versenkt euch dann während der zwölf heiligen Nächte in die heiligsten Geheimnisse des Kosmos! — Das heißt in das Land des Universums, aus dem der Christus heruntergezogen ist auf die Erde. Denn nur, wenn die Menschheit den Willen haben wird, sich inspirieren zu lassen durch den Gedanken an den heiligen kindlichen Gottesursprung des Menschen, sich inspirieren zu lassen von jener Weisheit, welche in die zwölf Kräfte, in die zwölf heiligen Kräfte des Universums dringt, die symbolisch dargestellt sind in den zwölf Zeichen des Tierkreises, die sich aber nur in Wahrheit darstellen durch die spirituelle Weisheit — nur, wenn die Menschheit sich vertieft in die wahre spirituelle Weisheit und der Zeiten Lauf erkennen lernt im großen Weltenall und im einzelnen Menschen, nur dann wird zu ihrem eigenen Heile die Menschheit der Zukunft, durch Geisteswissenschaft befruchtet, die Inspiration finden, die da kommen kann von dem Jesu-Geburtsfest zum Eindringen in die zuversichtlichsten, hoffnungsreichsten Zukunftsgedanken.

[ 17 ] Once again, without science having fully grasped it until now, there they stand, these twelve holy nights, as if established from the hidden, wise depths of humanity’s soul, as if they were saying: Feel the full depth of the Christmas festival, but then, during the twelve holy nights, immerse yourselves in the holiest mysteries of the cosmos! — That is, in the realm of the universe from which Christ descended to Earth. For only when humanity has the will to be inspired by the thought of the holy, childlike divine origin of the human being, to be inspired by that wisdom which penetrates the twelve forces, the twelve sacred forces of the universe—symbolically represented in the twelve signs of the zodiac, but which are truly revealed only through spiritual wisdom — only when humanity immerses itself in true spiritual wisdom and learns to recognize the course of time in the vast cosmos and in the individual human being, only then will the humanity of the future, fertilized by spiritual science, find for its own salvation the inspiration that can come from the Feast of the Nativity of Jesus to penetrate the most confident, most hopeful thoughts of the future.

[ 18 ] So dürfen wir das Weihnachtsfest auf unsere Seele wirken lassen als ein Inspirationsfest, als ein Fest, das uns den Gedanken des Menschenursprungs in dem heiligen göttlichen Menschenursprungskind so wunderbar vor die Seele führt. Jenes Licht, das in der heiligen Nacht, als Symbol des Menschenlichtes, an seinem Ursprung selber uns erscheint, jenes Licht, das uns in den neueren Zeiten die Lichter des Weihnachtsbaumes symbolisieren: es ist zugleich, richtig verstanden, das Licht, das uns die besten, stärksten Kräfte für unsere nach dem wahren, echten Weltenfrieden, nach der wahren, echten Weltenbeseligung, nach der wahren, echten Weltenhoffnung strebenden Seele geben kann.

[ 18 ] Thus we may allow Christmas to work upon our souls as a festival of inspiration, as a festival that so wonderfully brings before our souls the idea of humanity’s origin in the holy, divine Child of Humanity. That light which appears to us on that holy night, as a symbol of the light of humanity, at its very source; that light which, in more recent times, is symbolized for us by the lights of the Christmas tree: is, when properly understood, the very light that can give our souls the best and strongest forces as we strive for true, genuine world peace, for true, genuine world bliss, and for true, genuine world hope.

[ 19 ] Fühlen wir uns durch solche Gedanken an die Taten der Vergangenheit, an die Festsetzungen der Vergangenheit, gekräftigt durch das, was wir immer brauchen an Impulsen für die Zukunft: Weihnachtsgedanken, Erinnerungsgedanken an der Menschheit Ursprung, Gedanken, zugleich wurzelhaft, um sich zu entfalten zur echten, zur kräftigsten Seelenpflanze, zur echten Menschenzukunft.

[ 19 ] Do such thoughts of past deeds and past resolutions strengthen us with the impulses we always need for the future: Christmas thoughts, memories of humanity’s origins—thoughts that are at once deeply rooted, yet capable of unfolding into the truest, most powerful plant of the soul, into a genuine human future.