Wonders of the World,
Trials of the Soul,
and Revelations of the Spirit
GA 129
23 August 1911, Munich
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Sechster Vortrag
Sixth Lecture
[ 1 ] Es ist in diesen Vorträgen vielfach Rücksicht genommen worden auf etwas, was sich ja aus unseren den Vorträgen vorausgeschickten Bühnenaufführungen ergeben hat, was aber auch in einem inneren Zusammenhang steht mit dem Ziele, das gerade dem diesjährigen Vortragszyklus gesetzt ist. Es ist Rücksicht genommen worden auf die Gestaltung der griechischen Götterwelt. Und wenn wir uns kurz vor die Seele führen: warum haben wir denn eigentlich, da wir uns aufklären wollen über Weltenwunder, Seelenprüfungen und Geistesoffenbarungen, so viel von dieser griechischen Götterwelt gesprochen? — da können wir uns die Antwort geben, daß wir uns unter manch anderem gerade durch eine solche Betrachtung eine für die geisteswissenschaftliche Weltbetrachtung notwendige Unterlage verschaffen können. Wir haben es ja erwähnt, daß jenen Begriff von Natur und Naturdasein, den wir heute als unseren modernen Begriff haben, der alte Grieche gar nicht hatte. Chemische Gesetze, physikalische, biologische Gesetze in unserem heutigen Sinn würden wir, wenn wir uns das alte Griechenland vor Augen führen, wie es wirklich war in seinem Denken und Empfinden, niemals dort antreffen. Was aufglänzte in der Seele des alten Griechen, was sich entzündete in dem Geiste dieser wunderbaren griechischen Kultur, wenn das Auge - sei es das physische, sei es das hellseherische Auge — hinausgerichtet wurde zu den Weltenwundern, was sich da gestaltete als eine Art von Wissen, von Weisheit, so kann es eben nicht anders charakterisiert werden als mit der wunderbaren Gestaltung der griechischen Götterwelt. Derjenige, der sich diese Götterwelt ansieht, so wie sie gewöhnlich angesehen wird, ohne inneren Zusammenhang, der weiß in Wahrheit nichts von dem, was sie eigentlich will. Diese griechische Götterwelt ist eben in ihrer weisheitsvollen Ausgestaltung nichts Geringeres als die Antwort, wie der Grieche sie geben konnte auf die Frage: Was vermag in der menschlichen Seele aufzuglänzen, wenn diese menschliche Seele die Weltenwunder schaut? — Nicht mit einem Naturgesetz in unserem heutigen Sinn hat die alte Griechenseele geantwortet auf die Weltenrätsel und Weltenwunder, sondern mit der Ausgestaltung irgendeines Teiles der göttlichen Wesenheiten oder göttlichen Kräfte. Daher dürfen wir gar nichts anderes tun, als in jenen wunderbaren Fäden, denen wir nachgegangen sind und die sich uns ja zuweilen in den letzten Vorträgen in frappierender Weise gezeigt haben, die alles zusammenfügen, was diese griechische Götterwelt darbietet, wirklich das Äquivalent für unsere so trockene, nüchterne, abstrakte Weisheit suchen. Und wenn wir in der Geisteswissenschaft wahrhaft vorrücken wollen, so müssen wir uns ein Gefühl, eine Empfindung dafür aneignen, daß man eben in noch ganz anderer Art über die Weltenwunder denken und empfinden kann, als es die neuere, die moderne Weisheit tut.
[ 1 ] These lectures have frequently taken into account something that emerged from the stage performances that preceded them, but which is also intrinsically linked to the goal set for this year’s lecture series. They have taken into account the structure of the Greek pantheon. And if we take a moment to reflect: why, since we wish to enlighten ourselves about the wonders of the world, trials of the soul, and spiritual revelations, have we spoken so much about this Greek pantheon? — we can answer that, among other things, it is precisely through such contemplation that we can establish a foundation necessary for a spiritual-scientific view of the world. We have already mentioned that the ancient Greeks did not possess the concept of nature and natural existence that we have today as our modern concept. Chemical, physical, and biological laws in our present-day sense—if we consider ancient Greece as it truly was in its thinking and feeling—we would never find there. What shone in the soul of the ancient Greek, what was kindled in the spirit of this wonderful Greek culture when the eye—be it the physical eye or the clairvoyant eye—was directed out toward the wonders of the world, what took shape there as a kind of knowledge, of wisdom, can simply not be characterized otherwise than as the wonderful formation of the Greek pantheon. Anyone who views this pantheon as it is usually viewed, without any inner connection, knows in truth nothing of what it actually intends. This Greek pantheon, in its wisdom-filled form, is nothing less than the answer—as the Greeks could give it—to the question: What is capable of shining forth in the human soul when that human soul beholds the wonders of the world? — The ancient Greek soul did not answer the world’s riddles and wonders with a natural law in our modern sense, but rather through the depiction of some aspect of the divine beings or divine forces. Therefore, we must do nothing other than seek, within those wondrous threads we have traced—and which have indeed revealed themselves to us in a striking manner at times in the recent lectures, bringing together everything that this Greek world of gods presents—the true equivalent for our own dry, sober, abstract wisdom. And if we truly wish to advance in spiritual science, we must acquire a feeling, a sense of the fact that one can think and feel about the wonders of the world in a manner entirely different from that of modern wisdom.
[ 2 ] Wir haben aber in dem letzten Vortrage dadurch, daß wir die Gestalt des Dionysos uns vor Augen geführt haben, bereits auf etwas anderes noch hingewiesen. Stellte sich uns die übrige Götterwelt als das dar, was in der Seele des Griechen aufglänzte, wenn er sich die Weltenwunder klarmachen wollte, so tritt uns in der Dionysosgestalt etwas entgegen, in das der alte Grieche hineingeheimnißt hat, was wir im umfassendsten Sinne nennen können den Lebenswiderspruch. Und man kommt nicht aus, ohne den Blick auf diesen Lebenswiderspruch zu wenden. Die abstrakte Logik, das abstrakte, intellektuelle Denken wird immer darauf ausgehen, gerade in den höheren Weltanschauungen Widersprüche zu entdecken, um dann zu sagen: Diese Weltanschauung ist ja voller Widersprüche, also kann sie nicht gelten. - Die Sache ist aber so, daß in der Tat das Leben, das lebendige Gefüge unserer Weltenwunder überall durchzogen ist von dem Widerspruche, ja daß überhaupt in der Welt ein Werden gar nicht möglich wäre, wenn nicht in allen Dingen auf dem Grunde ihres Wesens der Widerspruch ruhte. Denn warum ist denn die Welt heute anders als gestern, warum wird denn etwas, warum bleibt denn nicht alles, wie es war? Weil in der Gestaltung der Dinge gestern ein Widerspruch gegen sich selbst vorhanden war und durch die Realisierung dieses Widerspruches, durch die Austreibung desselben aus der gestrigen Gestaltung die heutige entstanden ist. Wer die Dinge, wie sie wirklich sind, betrachtet, der darf gar nicht sagen: durch den Nachweis von Widersprüchen zeigen wir die Unwahrheiten auf. - Denn in den Wirklichkeiten ruhen die Widersprüche. Wie wäre es in der menschlichen Seele, wenn sie widerspruchsfrei wäre? All unser Leben, wenn wir von irgendeinem Zeitpunkte zurückblicken, hat sich in Widersprüchen bewegt. Wenn wir in einem späteren Zeitpunkte vollkommener sind als in einem früheren, so kommt das davon her, daß wir den früheren Zustand weggeschafft haben, ihn widersprechend gefunden haben unserem eigenen inneren Wesen, daß wir also im Widerspruche mit dem, was war, eine Realität unseres eigenen inneren Seins hervorgerufen haben. Überall auf dem Grunde aller Wesenheiten ist der Widerspruch. Diesen Widerspruch aber finden wir insbesondere — und zwar so, daß er nicht nur zu unserem Verstande, zu unserer Philosophie, sondern zu unserem Herzen, zu unserer ganzen seelischen Wesenheit spricht —, wenn wir in unserem geisteswissenschaftlichen Sinne den vollständigen Menschen betrachten, den viergliedrigen Menschen, so wie wir durch die okkulten Tatsachen gewohnt sind, ihn zu betrachten.
[ 2 ] However, in our last lecture, by bringing the figure of Dionysus to mind, we had already pointed to something else. While the rest of the pantheon presented itself to us as that which shone in the soul of the Greek when he sought to make sense of the wonders of the world, the figure of Dionysus confronts us with something into which the ancient Greek had instilled what we might call, in the broadest sense, the contradiction of life. And one cannot proceed without turning one’s gaze toward this contradiction of life. Abstract logic, abstract, intellectual thinking, will always seek to discover contradictions precisely in the higher worldviews, only to then say: This worldview is full of contradictions, so it cannot be valid. - The fact is, however, that life itself, the living fabric of our world’s wonders, is indeed permeated everywhere by contradiction; indeed, that becoming in the world would not be possible at all if contradiction did not rest at the very foundation of all things. For why is the world different today than it was yesterday? Why does anything come into being? Why does not everything remain as it was? Because in the configuration of things yesterday there was a contradiction within itself, and through the realization of this contradiction—through its expulsion from yesterday’s configuration—today’s has come into being. Whoever considers things as they truly are must not say: by demonstrating contradictions, we expose untruths. —For contradictions lie at the heart of reality. What would the human soul be like if it were free of contradictions? Our entire life, when we look back from any point in time, has moved within contradictions. If we are more perfect at a later point in time than at an earlier one, this is because we have removed the earlier state, having found it to be in contradiction with our own inner being; that is, we have brought forth a reality of our own inner being in contradiction to what was. Contradiction lies at the very foundation of all beings. But we find this contradiction in particular—and in such a way that it speaks not only to our intellect, to our philosophy, but to our heart, to our entire spiritual being—when we view the complete human being in our spiritual-scientific sense, the fourfold human being, just as we are accustomed to viewing him through occult facts.
[ 3 ] Es muß uns ja immer wieder dieses Grundgerüst unserer Geisteswissenschaft vor die Seele treten, daß wir den Menschen, so wie er vor uns steht, in der Tat zusammengesetzt aus physischem Leib, Ätherleib, Astralleib und seinem Ich betrachten. Aus diesen vier Gliedern besteht unsere menschliche Wesenheit. Schauen wir uns nun einmal diese vier Glieder des Menschen an, wie sie uns entgegentreten zunächst auf dem physischen Plan, in der physischen Welt. Wir wollen also jetzt für einen Augenblick absehen davon, wie sich die menschliche Wesenheit gegenüber dem hellseherischen Blick ausnimmt, wir wollen fragen: Wie stellen sich die vier Glieder der menschlichen Wesenheit für die physischen Augen, für die physische Welt dar? - Nehmen wir da zunächst das innerste Glied der menschlichen Wesenheit, das wir, wie Sie wissen, als das jüngste betrachten, das Ich oder besser gesagt den IchTräger. Die auffallendste Eigenschaft dieses menschlichen Ich tritt ja jedem sogleich vor die Seele, wenn er nur ein wenig verständig die Welt betrachtet. Was ist denn die auffälligste Eigenschaft dieses Menschen-Ich? Daß wir mit unserem äußeren Sinnesapparat, mit all dem, was wir überhaupt an Erkenntniskräften für die physische Welt haben, weit und breit herumgehen können in der Welt und niemals dieses Ich finden werden. Es ist nicht für unsere Augen sichtbar und für kein äußeres Erkenntnisvermögen irgendwie wahrnehmbar. Daher können wir auch, wenn wir uns einem anderen Menschen in der physischen Welt gegenüberstellen, wenn wir ihn nur physisch betrachten wollen, wenn wir nicht das hellseherische Auge zu Hilfe nehmen, an einem anderen Menschen dieses Ich niemals mit bloßen physischen Werkzeugen beobachten. Der Mensch steht vor uns, weist uns seine äußere Gestalt vor, sein Ich aber entzieht sich den physischen Erkenntniswerkzeugen. Wir gehen unter Menschen herum, die Iche sehen wir nicht mit äußeren Wahrnehmungsorganen. Wenn jemand glauben wollte, daß er Iche sehen könnte, so wäre das größtmögliche Täuschung. Daher können wir auch dieses Ich an sich mit äußeren physischen Erkenntniskräften nicht betrachten. Wir können nur die Äußerungen dieses Ich durch die Organe des physischen Leibes betrachten. Es kann ein Mensch ein ganz verlogenes Subjekt in seinem Innern sein, wenn er die Lüge nicht äußert, so daß es in die äußere physische Welt übertritt, seinem Ich können wir es mit äußeren physischen Werkzeugen nicht ansehen, weil das Ich überhaupt nicht mit äußeren physischen Werkzeugen wahrgenommen werden kann. Daher kommt es, daß uns überhaupt, soweit wir auch forschen mit äußeren physischen Erkenntniskräften, dieses Ich nur ein einziges Mal entgegentritt. Trotzdem wir ganz genau wissen, daß so viele Iche auf der Erde sind, tritt es uns doch für die Wahrnehmung nur einmal entgegen: nämlich als unser eigenes. In der physischen Welt oder für physische Erkenntniswerkzeuge gibt es für jeden Menschen nur eine einzige Möglichkeit, das Ich wahrzunehmen, und das ist sein eigenes. So daß wir sagen können: Das Ich, dieses jüngste und auch höchste Glied der menschlichen Wesenheit, hat die Eigentümlichkeit, daß wir es nur an einem Exemplar, an uns selber, in bezug auf sein Dasein, seine Realität wahrzunehmen vermögen. Für alle anderen Menschen verschließt es sich uns innerhalb ihrer Leibeshülle.
[ 3 ] We must constantly keep in mind this fundamental framework of our spiritual science, so that we may view the human being, as he stands before us, as indeed composed of a physical body, an etheric body, an astral body, and his I. Our human being consists of these four members. Let us now take a look at these four members of the human being as they first appear to us on the physical plane, in the physical world. So let us now set aside for a moment how the human being appears to the clairvoyant eye; let us ask: How do the four members of the human being present themselves to the physical eyes, to the physical world? — Let us first take the innermost member of the human being, which, as you know, we regard as the youngest: the ego, or rather the ego-bearer. The most striking characteristic of this human I immediately presents itself to everyone’s soul, provided they observe the world with even a modicum of discernment. What, then, is the most striking characteristic of this human I? That we can go far and wide throughout the world with our external sensory apparatus, with all the cognitive powers we possess for the physical world, and never find this I. It is not visible to our eyes and cannot be perceived in any way by any external faculty of cognition. Therefore, even when we stand face to face with another human being in the physical world, if we wish to observe them only physically—without the aid of the clairvoyant eye—we can never observe this “I” in another person using mere physical means. The person stands before us, presenting their outer form to us, but their I eludes the physical faculties of perception. We move among people, yet we do not see their I’s with our external organs of perception. If anyone were to believe that they could see I’s, that would be the greatest possible delusion. Therefore, we cannot observe this I in itself with external physical faculties of perception. We can only observe the manifestations of this “I” through the organs of the physical body. A person may be a thoroughly deceitful individual on the inside; yet if they do not express the lie so that it passes into the external physical world, we cannot perceive their “I” with external physical tools, because the “I” cannot be perceived at all with external physical tools. This is why, no matter how much we investigate with external physical faculties of perception, this “I” confronts us only once. Although we know full well that there are so many “I’s” on Earth, it confronts us for perception only once: namely, as our own. In the physical world or for physical instruments of cognition, there is only one possibility for every human being to perceive the I, and that is their own. So that we can say: The I, this youngest and also highest member of the human being, has the peculiarity that we are able to perceive it only in one instance—in ourselves—with regard to its existence, its reality. For all other people, it remains hidden from us within their physical bodies.
[ 4 ] Gehen wir jetzt von dem Ich als dem innersten, als dem jüngsten, aber auch höchsten Gliede der menschlichen Wesenheit zu dem äußersten, zum physischen Leib. Der physische Leib ist, wie Sie ja auch aus den verschiedenen sowohl gedruckten wie mündlichen Äußerungen der letzten Jahre wissen, seiner wahren inneren Wesenheit nach selbstverständlich nur für ein hellseherisches Bewußtsein erkennbar. Dem äußeren Bewußtsein, den Kräften der physischen Welt, den physischen Erkenntniskräften des Menschen zeigt sich der physische Leib nur als die äußere Maja oder Illusion. Dasjenige, was wir vor uns haben am Menschen als seinen physischen Leib, ist äußere Maja, Illusion. Aber diese Illusion des physischen Leibes zeigt sich uns in so vielen Exemplaren, als wir überhaupt Menschen auf der Erde antreffen können. Und unser eigener physischer Leib zeigt sich in dieser Beziehung, insofern er Maja ist, vollständig gleichgeartet mit den physischen Leibern der anderen Menschen. Nun ist ein großer Unterschied zwischen der Wahrnehmung unseres eigenen Ich, das uns in dem einen Exemplar gegeben ist, und der Wahrnehmung der physischen Menschenleiber, die uns in so vielen Exemplaren gegeben sind, als wir Menschen auf der Erde kennen. Das Ich lernen wir nur dann kennen, wenn wir in uns selber das physische Erkennen richten. Wir müssen in uns schauen mit unserer auf dem physischen Plane erworbenen Erkenntniskraft, wenn wir unser Ich erkennen lernen wollen. Es darf hier vielleicht eingeschaltet werden, weil ja in dieser Beziehung manchmal sogar bei Denkern Unklarheit herrscht, daß das, was hier gemeint ist, was von unserem Ich mit physischen Erkenntniskräften wahrgenommen ist, durchaus der physischen Welt angehört. Es wäre ein völliger Unsinn, zu sagen, daß das, was jemals ein Mensch mit den normalen Fähigkeiten in seinem Innern als sein Ich findet, zu einer anderen Welt als zur physischen gehört. Wenn jemand das Ich, das nicht hellseherisch, sondern mit den normalen Fähigkeiten betrachtet wird, zu einer anderen Welt zählen wollte als zu der Welt des physischen Planes, so würde er sich einem gewaltigen Irrtume hingeben. Die Dinge schauen in den höheren Welten ganz anders aus für das höhere Bewußtsein; auch das Ich ist für die hellseherische Betrachtung ein anderes als das, welches man im Innern antrifft mit normalem Bewußtsein. Von diesem Ich, von dem die äußere Psychologie redet und alle äußere Wissenschaft, dürfen wir nichts anderes glauben, als daß es etwas ist, was zum physischen Plane gehört. Aber wir schauen es von innen an, und weil wir so gleichsam in diesem Ich stehen, weil wir es von innen anschauen, ihm nicht äußerlich gegenüberstehen, können wir sagen: dieses Ich lernen wir allerdings nur auf dem physischen Plan, aber da wenigstens seiner inneren Wesenheit nach durch die unmittelbaren Erkenntniskräfte kennen. Das aber, was der äußere physische Leib ist, den wir in soundso vielen Exemplaren sehen in der Welt, das lernen wir nur als Maja kennen, denn in dem Augenblicke, wo das hellseherische Vermögen, wo die Hellsichtigkeit sich dem physischen Leibe entgegenstellt, löst sich dieser physische Leib wie ein Nebel auf, zerstiebt er und zeigt sich als eine Maja. Und wir müssen hinaufgehen, wenn wir den physischen Leib in seiner wahren Gestalt erkennen wollen, nicht etwa bloß zum Astralplan, sondern in die höchsten Gebiete des geistigen Landes, des Devachanplanes, so daß ein hohes Hellsehen dazu notwendig ist, wenn wir den physischen Leib in seiner wahren Gestalt wirklich kennenlernen wollen. Hier unten in der physischen Welt hat dieser physische Leib nur ein ganz illusionäres Nachbild, und dieses Nachbild sehen wir, wenn wir uns von außen diesem physischen Leibe gegenüberstellen. So haben wir eine höchst merkwürdige, widerspruchsvolle Tatsache gegeben, wenn wir diese zwei Glieder des menschlichen Organismus, das niederste und das höchste, ins Auge fassen. Den menschlichen physischen Organismus sehen wir als Maja hier unten in der physischen Welt, das heißt wir sehen ihn so, daß er ganz und gar nicht angemessen ist unserer innersten Wesenheit. Das Ich aber sehen wir hier unten in der physischen Welt so, wie es als physisches Wesen sehr wohl angemessen ist unserer inneren Wesenheit. Ich bitte Sie, das wohl zu beachten, das ist eine außerordentlich wichtige Tatsache.
[ 4 ] Let us now move from the “I”—as the innermost, the youngest, but also the highest link in the human being—to the outermost, the physical body. The physical body, as you know from the various printed and oral statements of recent years, is, of course, in its true inner essence, recognizable only to a clairvoyant consciousness. To the outer consciousness, to the forces of the physical world, to the physical powers of human cognition, the physical body appears only as the outer Maya, or illusion. What we have before us in the human being as his physical body is outer Maya, illusion. But this illusion of the physical body appears to us in as many instances as there are human beings on Earth. And our own physical body, insofar as it is Maya, appears in this respect to be completely identical to the physical bodies of other human beings. Now there is a great difference between the perception of our own I, which is given to us in a single instance, and the perception of the physical human bodies, which are given to us in as many instances as there are human beings on Earth. We come to know the I only when we direct our physical faculty of cognition inward. We must look within ourselves with the power of cognition acquired on the physical plane if we wish to learn to recognize our I. It may be worth noting here—since even among thinkers there is sometimes confusion in this regard—that what is meant here, namely what is perceived by our I through physical powers of cognition, belongs entirely to the physical world. It would be utter nonsense to say that what a person with normal faculties ever finds within themselves as their ego belongs to any world other than the physical one. If anyone were to regard the ego—viewed not clairvoyantly but with normal faculties—as belonging to a world other than the physical plane, they would be committing a grave error. Things appear quite differently in the higher worlds to the higher consciousness; even the ‘I’ is, to clairvoyant observation, different from the one one encounters within with normal consciousness. Of this ‘I’ of which external psychology and all external science speak, we must believe nothing other than that it is something that belongs to the physical plane. But we look at it from within, and because we stand, as it were, within this ‘I,’ because we view it from within rather than standing opposite it externally, we can say: we do indeed learn about this ‘I’ only on the physical plane, but at least we know it in terms of its inner essence through our immediate powers of perception. But what the outer physical body is—which we see in so many instances in the world—we come to know only as Maya; for the moment the clairvoyant faculty, the power of clairvoyance, confronts the physical body, this physical body dissolves like a mist, shatters, and reveals itself as Maya. And we must ascend, if we wish to recognize the physical body in its true form, not merely to the astral plane, but to the highest realms of the spiritual realm, the Devachan plane, so that a high degree of clairvoyance is necessary if we truly wish to come to know the physical body in its true form. Down here in the physical world, this physical body has only a completely illusory afterimage, and we see this afterimage when we confront this physical body from the outside. Thus we are faced with a most remarkable, contradictory fact when we consider these two members of the human organism, the lowest and the highest. We see the human physical organism as Maya here in the physical world; that is, we see it in a way that is completely inappropriate to our innermost being. The ego, however, we see here in the physical world in a way that, as a physical being, is very much appropriate to our inner being. I ask you to take good note of this; it is an extraordinarily important fact.
[ 5 ] Ich möchte Ihnen halb bildlich, aber doch mit dem tiefsten Ernste der Realität, von einer anderen Seite her diese höchst merkwürdige Tatsache charakterisieren. Halb bildlich, aber so, daß diese halb bildliche Art durch ihre Fülle mehr geeignet ist, die Wahrheit dieser Sache auszudrücken, als abstrakte Begriffe es können. Wie müssen wir denn denken - wenn ich jetzt halb bildlich, halb tief im Ernste sprechen darf -, daß Adam und Eva im Paradiese vor dem Sündenfalle waren? Wir wissen ja, daß erzählt wird, daß Adam und Eva vor dem Sündenfalle so waren, daß sie ihre äußeren physischen Leiber gegenseitig nicht sehen konnten. Und als sie sie sahen, da schämten sie sich dieser physischen Leiber. Damit ist etwas ungeheuer Tiefes, ein tiefes Mysterium ausgedrückt. Es ist in der Bibel im Alten Testamente angedeutet, warum nach dem Sündenfalle Adam und Eva sich ihrer Leiber schämten. Es ist angedeutet, daß der frühere Leib, den Adam und Eva vor dem Sündenfall gehabt haben, mehr oder weniger ein geistiger Leib war, also ein solcher, der nur einem hellseherischen Bewußtsein zugänglich gewesen wäre, der ganz anders ausgesehen hätte als ein physischer Menschenleib, der die Wesenheit des Ich in seiner wahren Gestalt ausgedrückt hätte. So müssen wir sagen: auch die Bibel weiß, daß eine ganz andere Leibesgestaltung, allerdings eine solche, die nur für einen hellseherischen Blick wahrnehmbar wäre, angemessen wäre der tiefsten Wesenheit des Menschen, und daß dieser äußere physische Leib, wie wir ihn heute an uns tragen, eigentlich durchaus nicht angemessen ist der inneren Wesenheit des Menschen. Was haben denn Adam und Eva gefühlt, als sie nicht mehr so zueinander standen, daß sie den physischen Leib nicht sahen, sondern so, daß sie ihn sahen? Daß sie heruntergefallen waren aus einer Welt, der sie früher angehört hatten, in die Materie, daß ihnen gleichsam imprägniert worden ist dichtere Materie, als sie früher gehabt haben. Gefühlt haben sie, daß der Mensch versetzt ist mit seinem physischen Leibe in eine Welt, der er eigentlich, wenn die wirkliche Wesenheit seines Ich in Betracht gezogen wird, gar nicht angehört. Es gibt keinen treffenderen Ausdruck als das Belegen dieser Tatsache mit dem Überkommen durch das Schamgefühl, das Sichschämen des Menschen darüber, wie wenig der äußere Ausdruck seiner Wesenheit, die sinnliche Wirklichkeit, dem göttlichen Ich eigentlich angemessen ist.
[ 5 ] I would like to describe this highly remarkable fact to you from a different angle—half figuratively, yet with the deepest seriousness of reality. Half figuratively, but in such a way that this figurative approach, through its richness, is better suited to expressing the truth of the matter than abstract concepts ever could. How, then, must we conceive—if I may now speak half figuratively, half with profound seriousness—that Adam and Eve were in Paradise before the Fall? We know, after all, that it is told that Adam and Eve were such before the Fall that they could not see one another’s outer physical bodies. And when they saw them, they were ashamed of these physical bodies. This expresses something immensely profound, a deep mystery. It is hinted at in the Bible, in the Old Testament, why Adam and Eve were ashamed of their bodies after the Fall. It is suggested that the earlier body which Adam and Eve had before the Fall was more or less a spiritual body—that is, one accessible only to clairvoyant consciousness—which would have looked quite different from a physical human body and would have expressed the essence of the “I” in its true form. Thus we must say: the Bible, too, knows that a completely different bodily form—albeit one perceptible only to a clairvoyant gaze—would be appropriate to the deepest essence of the human being, and that this outer physical body, as we bear it today, is actually not at all appropriate to the inner essence of the human being. What, then, did Adam and Eve feel when they no longer stood in such a relationship to one another that they did not see the physical body, but rather saw it? That they had fallen from a world to which they had formerly belonged, into matter; that they had, as it were, been imbued with denser matter than they had previously possessed. They felt that human beings, with their physical bodies, have been placed in a world to which they do not actually belong, when the true nature of their I is taken into account. There is no more apt expression of this fact than the feeling of shame that comes over a person—the shame of realizing how little the outward expression of their being, the sensory reality, actually corresponds to the divine I.
[ 6 ] Betrachten wir aber dieselbe Sache von einer anderen Seite, dann stellt sie sich ganz anders dar. Dann stellt sie sich so dar, daß der Mensch, wenn er nicht heruntergestiegen wäre in seinen physischen Leib, nicht die dichtere Materie sich eingegliedert hätte, nicht zu seinem Ich-Bewußtsein hätte kommen können - oder in dem Sinne des griechischen Bewußtseins gesprochen, wie wir das gestern getan haben: daß er nicht der Dionysoskräfte hätte teilhaft werden können. — Sehen Sie, das fühlte wiederum der Grieche. Der Grieche fühlte, daß das Ich des Menschen, wie es auf dem physischen Plane lebt, nicht nur jene Kräfte einer höheren, geistigen übersinnlichen Welt in sich hat, die es gehabt hat vor dem Sündenfall, die in es einströmen, wenn wir so sagen wollen, aus den oberen geistigen Welten, sondern er fühlte, daß dieses Ich angewiesen ist auch noch auf Kräfte, die von einer ganz anderen Seite, von der entgegengesetzten Seite herstammen.
[ 6 ] But if we look at the same matter from a different angle, it presents itself quite differently. It appears then that if human beings had not descended into their physical bodies, had not incorporated the denser matter, they could not have attained their sense of self—or, to speak in terms of Greek consciousness, as we did yesterday: they could not have partaken of the Dionysian forces. —You see, this is what the Greeks felt. The Greeks felt that the human ego, as it lives on the physical plane, possesses not only those forces from a higher, spiritual, supersensible world that it had before the Fall, which flow into it, if we may put it that way, from the higher spiritual worlds, but they also felt that this ego is dependent on forces that originate from a completely different side, from the opposite side.
[ 7 ] Wir wissen ja, daß der Mensch vor seinem gegenwärtigen IchBewußtsein normalerweise ein hellseherisches Bewußtsein gehabt hat. In alten Zeiten hat der Mensch ein hellseherisches Bewußtsein gehabt. Aber dieses hellseherische Bewußtsein war ein bildhaftes, traumhaftes, kein von einem wirklichen intellektuellen Lichte durchleuchtetes Bewußtsein. Das hat der Mensch erst später erlangt. Dieses alte hellseherische Bewußtsein mußte für den Menschen verlorengehen, damit ein neues Ich-Bewußtsein auftreten konnte. Dazu aber war notwendig, daß die alte Ich-Form, der alte Dionysos Zagreus, zugrunde ging. Wir haben dieses grandiose Bild gestern vor unsere Seele hingestellt, wie das alte hellseherische Bewußtsein zugrunde gegangen ist — im Sinne der griechischen Mythologie gesprochen -, wie der alte Dionysos Zagreus von den Titanen zerrissen wurde und wieder auftauchte in der späteren Zeit der jüngere Dionysos: das heißt unser heutiges Ich-Bewußtsein, das ein Produkt der Zeitbildung in der Menschheitsentwickelung ist. Aber notwendig war, daß an der Produktion des jüngeren Dionysos Semele, die menschliche Mutter, teilgenommen hat. Und an der Gestalt der Semele zeigt wiederum die griechische Seele, wie sicher und weisheitsvoll sie empfunden hat gegenüber den wahren Weltenwundern.
[ 7 ] We know, of course, that before developing their current sense of self, human beings normally possessed a clairvoyant consciousness. In ancient times, human beings possessed a clairvoyant consciousness. But this clairvoyant consciousness was an imaginative, dreamlike one, not a consciousness illuminated by true intellectual light. Humans only attained that later. This old clairvoyant consciousness had to be lost to humanity so that a new sense of self could emerge. For this, however, it was necessary that the old form of the self, the old Dionysus Zagreus, perish. Yesterday we set this magnificent image before our souls: how the old clairvoyant consciousness perished—speaking in the terms of Greek mythology—how the old Dionysus Zagreus was torn apart by the Titans and later reemerged as the younger Dionysus: that is, our present-day ego-consciousness, which is a product of the development of time in human evolution. But it was necessary that Semele, the human mother, participate in the birth of the younger Dionysus. And in the figure of Semele, the Greek soul again shows how confidently and wisely it perceived the true wonders of the world.
[ 8 ] Was ist denn die Voraussetzung des jüngeren Dionysos oder, sagen wir, des jüngeren Menschen-Ich überhaupt? Damit dieses Ich hat kommen können, war notwendig, daß abgestorben war das alte hellseherische Bewußtsein, daß hinuntergezogen waren alle diejenigen Horizonte, die dieses alte hellseherische Bewußtsein hatte. Wer das weiß - und diejenigen wußten es, die die griechische Mythologie ausgebildet haben -, sagt sich: Da gab es einmal diese Menschenseele mit einem hellseherischen Bewußtsein, das da hinausblickte in eine Welt voll geistiger Wesenheiten und geistiger Tatsachen, in eine Welt, durch welche der Mensch noch Mitbürger war der höheren geistigen Welten. Der Mensch ist aber im Laufe der Zeit aus dieser geistigen Welt herausgetreten, er ist zu einem ganz anderen Wesen geworden, zu einem Wesen, das von einem Ich durchzogen ist. Was würde denn geschehen mit einem heutigen Menschen, wenn plötzlich ohne Vorbereitung durch irgendwelche esoterische Schulung statt der physischen Welt, wie sie sich dem physischen Auge und Ohr darstellt, in einem Momente vor dem Menschen stünde jene Welt, die für das alte hellseherische Bewußtsein da war? Nehmen wir an, es könnte durch irgendein Weltenwunder statt der Welt, die sich Ihnen zeigt, in dem sternbesäten Himmel, in der auf- und untergehenden Sonne, in Bergen und Nebeln, in Mineralien, Pflanzen und Tieren, plötzlich vor einem heutigen normalen Menschheitsbewußtsein die Welt des alten Atlantiers stehen. Nehmen wir das für den Augenblick hypothetisch an. Zerschmettert würde der Mensch werden, so furchtbar, so erschreckend wäre die Welt, die doch um uns herum ist, denn diese Welt ist im Grunde aller Dinge, ist ringsherum, ist da, aber sie ist zugedeckt durch die Welt unseres Ich. Wir können sagen, es ist eine Welt um uns, die den Menschen so, wie er heute ist, mit Angst und Schreck, mit zerschmetterndem Schreck durchsetzen würde, wenn er sie plötzlich vor sich hätte. Das aber fühlte noch eine alte griechische Seele. Das finden wir auch hineingelegt in jene weisheitsvolle, wunderbare Ausgestaltung der Dionysossage. Dionysos mußte von einer anderen Seite her kommen als von jener Seite der Weltenwunder, in welche das altgriechische Bewußtsein die Zeusgestalt und die anderen Gestalten der oberen Himmel versetzt hatte. Das fühlte der alte Grieche, daß in allem, was als Menschenwelt existiert, noch etwas anderes lebt, als was oben bei den Göttern der Zeuswelt lebt. Daß die Welt, auf der wir herumwandeln, noch eine andere substantielle Ingredienz hat, das fühlte der alte Grieche. Er fühlte - mit anderen Worten -, daß unserem physischen Menschendasein ein Element beigemischt ist, das nicht vorhanden ist oben in der übersinnlichen Welt zunächst. Daher konnte der jüngere Dionysos, der makrokosmische Repräsentant unseres neueren Ich-Bewußtseins, nicht etwa wie der alte Dionysos ein Sohn der Persephone und des Zeus sein, sondern er mußte ein Sohn der Semele sein, einer irdischen Mutter und des Zeus. Aber das müssen wir ins Auge fassen, was dann in der weiteren Ausgestaltung das griechische Bewußtsein an diese Sage angliedert: Es wurde durch die Machinationen der Hera herbeigeführt, daß Semele den Zeus in seiner wirklichen Gestalt sehen sollte, nicht als alten atlantischen Heros, sondern wie er jetzt ist. Das konnte nur geschehen durch hellseherisches Bewußtsein. Was besagt denn das eigentlich, daß Semele einen Moment den Zeus sehen sollte, wie er wirklich ist? Nichts anderes, als daß Semele einen Augenblick hellseherisch gemacht worden ist. Sie ging in den Flammen zugrunde, weil sie Zeus in den Flammen der astralischen Welt, das heißt hellseherisch, sah. Sie wurde wirklich zerschmettert, wie das heutige Ich-Bewußtsein des Menschen zerschmettert würde, wenn es plötzlich vor der astralen Welt stünde. Semele zeigt uns sozusagen diese Tragik des Menschen, die sich sofort einstellen würde, wenn der Mensch unvorbereitet hellseherisch vor die geistige Welt gestellt würde.
[ 8 ] What, then, is the prerequisite for the younger Dionysus—or, let us say, for the younger human ego in general? For this ego to have come into being, it was necessary that the old clairvoyant consciousness had died out, that all the horizons which this old clairvoyant consciousness had encompassed had receded. Anyone who knows this—and those who developed Greek mythology knew it—says to themselves: There once was this human soul with a clairvoyant consciousness that looked out into a world full of spiritual beings and spiritual realities, into a world through which human beings were still fellow citizens of the higher spiritual worlds. But in the course of time, human beings have stepped out of this spiritual world; they have become a completely different kind of being, a being permeated by an “I.” What would happen to a person today if, suddenly and without preparation through any kind of esoteric training, instead of the physical world as it appears to the physical eye and ear, that world which existed for the ancient clairvoyant consciousness were to appear before them in an instant? Let us suppose that, through some cosmic miracle, instead of the world that appears to you—in the star-studded sky, in the rising and setting sun, in mountains and mists, in minerals, plants, and animals—the world of the ancient Atlantean were to suddenly stand before the consciousness of a normal person today. Let us assume this hypothetically for a moment. Humanity would be shattered, so terrible, so terrifying would the world be that is, after all, all around us, for this world is at the root of all things, is all around us, is there, but it is veiled by the world of our ego. We can say that there is a world around us that would fill humanity, as it is today, with fear and dread, with shattering terror, if it were suddenly set before them. But an ancient Greek soul still felt this. We also find this embedded in that wise, wondrous elaboration of the Dionysus myth. Dionysus had to come from a different direction than that of the wonders of the world, into which ancient Greek consciousness had placed the figure of Zeus and the other figures of the upper heavens. The ancient Greek sensed that in everything that exists as the human world, something else lives besides what lives up above with the gods of the world of Zeus. The ancient Greeks sensed that the world in which we walk has yet another substantial ingredient. They sensed—in other words—that an element is mingled with our physical human existence that is not initially present up in the supersensible world. Therefore, the younger Dionysus, the macrocosmic representative of our newer sense of self, could not, like the older Dionysus, be a son of Persephone and Zeus, but had to be a son of Semele, an earthly mother, and Zeus. But we must take into account what Greek consciousness later added to this legend: It was brought about by Hera’s machinations that Semele should see Zeus in his true form, not as an ancient Atlantean hero, but as he is now. This could only happen through clairvoyant consciousness. What does it actually mean, then, that Semele was to see Zeus for a moment as he truly is? Nothing other than that Semele was made clairvoyant for a moment. She perished in the flames because she saw Zeus in the flames of the astral world—that is, clairvoyantly. She was truly shattered, just as the modern human ego-consciousness would be shattered if it were suddenly confronted with the astral world. Semele shows us, so to speak, this tragedy of humanity, which would immediately arise if a human being were placed before the spiritual world with clairvoyant perception while unprepared.
[ 9 ] Alle die großen okkulten Tatsachen, alle die Wahrheiten über die Weltenwunder sehen wir an irgendeinem Orte in der griechischen Sagenwelt hineingeheimnißt. Wir sehen auch hineingeheimnißt, daß der Dionysos, der makrokosmische Repräsentant des Ich, das jeder Mensch mit normalem Bewußtsein nur in einem Exemplare sehen kann, abstammt von einer Wesenheit der physischen Welt, daß sozusagen das, was uns für das normale physische Auge nur als eine Maja entgegentritt, dem Dionysos einverleibt war, daß der Dionysos mit anderen Worten teilnehmen mußte an der großen Weltillusion, an der Maja. Wir sprechen, wenn wir heute im nüchternen, modernen, trockenen Sinne über die Weltenwunder sprechen, in physikalischen, biologischen, chemischen Gesetzen. Der Grieche sprach in grandiosen Bildern, und diese reichen wirklich viel weiter hinein in die Weltenwunder als unsere an der Oberfläche haftenbleibenden Gesetze. Das zeigt uns griechische Sage und griechischer Mythos allüberall.
[ 9 ] All the great occult truths, all the truths about the wonders of the world, we see enshrined somewhere in Greek mythology. We also see it enshrined there that Dionysus, the macrocosmic representative of the ego—which every person with normal consciousness can see only in a single instance— descends from a being of the physical world; that, so to speak, what appears to our normal physical eye only as Maya was incorporated into Dionysus; that, in other words, Dionysus had to participate in the great world illusion, in Maya. When we speak today of the wonders of the world in a sober, modern, dry sense, we speak in terms of physical, biological, and chemical laws. The Greeks spoke in grandiose images, and these truly penetrate much deeper into the wonders of the world than our laws, which remain stuck on the surface. Greek legends and myths demonstrate this to us everywhere.
[ 10 ] Und so sehen wir denn auch wie mit einer mächtigen okkulten Schrift von diesem griechischen Mythos die Frage aufgeworfen: Ja, wenn wir ins Auge fassen dieses eigentliche menschliche Ich, wenn es sich offenbaren sollte in einer Leiblichkeit, dürfen wir dann die äußere uns gegebene, in der physischen Welt gegebene menschliche Leiblichkeit anschauen? Nein, denn diese ist Maja, ist gar nicht ein äußerer Ausdruck für das wirkliche Ich, ist wahrhaftig so geartet, daß das wirkliche Ich mit Recht in Adam und Eva sich schämte der äußeren Leibesgestalt. Das, was wir heute als Menschen vor uns haben, ist in der Tat ein wirklicher Widerspruch, und das empfand der Grieche, gerade der Grieche, von dem man oftmals mit großer Oberflächlichkeit gesagt hat, daß er das Auge nur auf die äußeren Schönheiten der Natur richtete. Gerade der Grieche empfand das Widerspruchsvolle der äußeren Menschengestalt. Der Grieche war nicht in dem Sinne ein Naturalist, wie die moderne Menschheit es glaubt, sondern der Grieche empfand tief, ganz tief, daß diese Menschengestalt des auf der Erde herumwandelnden Menschen ein Kompromiß ist. Sie zeigt sich nicht so, von keiner Seite her, wie sie eigentlich in Wirklichkeit sein sollte. Nehmen wir einmal an, diese Menschengestalt wäre nur entstanden unter dem Einfluß von physischem Leib, Ätherleib und astralischem Leib. Es wäre kein Ich eingezogen in diese Menschengestalt, es würde diese Menschengestalt sich auf der Erde nur so aufgebaut haben, wie der Mensch herübergekommen ist von den vorhergehenden Verkörperungen unserer Erde, von dem alten Saturn, der alten Sonne und dem alten Mond. Dann müßte diese Menschengestalt eine andere sein, als sie in Wirklichkeit ist. Wenn die Erde dem Menschen nicht das Ich gegeben hätte, dann würden auf unserer Erde Menschen herumwandeln, die als äußere physische Menschengestalt ganz anders ausschauten. In einer gewissen geheimnisvollen Weise stellte sich die alte Griechenseele diese Frage: Wie würde die Menschengestalt ausschauen, wenn heute ichlose Menschen auf der Erde wären, Menschen, die an den Segnungen der Erde, an der Ich-Werdung nicht teilgenommen hätten, die den Dionysos nicht in sich aufgenommen hätten? - Wenn solche Menschen auf der Erde unter uns herumwandeln würden, die nur unter dem Einfluß der Kräfte des physischen, des Äther- und des astralischen Leibes sich gebildet hätten, wie würde dann die Menschengestalt ausschauen?
[ 10 ] And so we see how this Greek myth raises the question, as if through a powerful occult text: Yes, when we contemplate this true human self, if it were to reveal itself in a physical form, are we then permitted to look upon the external human physicality given to us in the physical world? No, for this is Maya; it is not at all an outward expression of the true self; it is truly of such a nature that the true self was rightly ashamed of the outward bodily form in Adam and Eve. What we have before us today as human beings is indeed a real contradiction, and this was felt by the Greeks, precisely the Greeks, of whom it has often been said with great superficiality that they directed their gaze only toward the outer beauties of nature. It was precisely the Greeks who sensed the contradictory nature of the outer human form. The Greeks were not naturalists in the sense that modern humanity believes, but rather the Greeks felt deeply, very deeply, that this human form of the human being walking upon the earth is a compromise. It does not appear, from any angle, as it ought to be in reality. Let us suppose, for a moment, that this human form had arisen solely under the influence of the physical body, the etheric body, and the astral body. No I would have entered into this human form; this human form would have developed on Earth only in the way that humanity has come over from the previous incarnations of our Earth, from the ancient Saturn, the ancient Sun, and the ancient Moon. Then this human form would have to be different from what it actually is. If the Earth had not given the human being the I, then people would be walking around on our Earth who, as outer physical human forms, would look quite different. In a certain mysterious way, the ancient Greek soul posed this question: What would the human form look like if there were ego-less people on Earth today—people who had not partaken in the blessings of the Earth, in the development of the ego, who had not taken Dionysus into themselves? - If such people were walking among us on Earth today—people who had developed solely under the influence of the forces of the physical, etheric, and astral bodies—what would the human form look like?
[ 11 ] Und auch die andere Frage legte sich die griechische Seele grandios geistreich mit innerstem, nicht aussprechbarem Gefühle vor: Wenn nun nichts anderes da wäre als das Ich, wenn dieses Ich nicht eingezogen wäre in den physischen, ätherischen und astralischen Leib, wie wäre denn dann dieses Ich gestaltet? - Dann wäre es nicht mit solch einem physischen Menschenleib, dann wäre dieses Ich gestaltet mit einem Geistleibe, der ganz anders wäre als der äußere Menschenleib. Dieser Geistleib aber, der ist nur für ein hellseherisches Bewußtsein vorhanden, der kann in der physischen Welt nirgends eigentlich aufgezeigt werden.
[ 11 ] And the Greek soul also posed the other question with magnificent wit and a deep, inexpressible feeling: If there were nothing else but the “I,” if this “I” were not embodied in the physical, etheric, and astral bodies, what form would this “I” then take? - Then it would not have such a physical human body; rather, this “I” would be formed with a spiritual body that would be entirely different from the outer human body. This spiritual body, however, exists only for a clairvoyant consciousness; it cannot actually be demonstrated anywhere in the physical world.
[ 12 ] Was ist dann eigentlich der Mensch, der nun wirklich herumwandelt auf der Erde? Er ist weder der ichlose Mensch, der nur unter dem Einfluß des astralischen Leibes, des Ätherleibes, des physischen Leibes steht, noch ist er der Ich-Mensch, sondern ein Kompromiß von beiden, ein Resultierendes, etwas was durch die Zusammenmischung dieser beiden besteht. Ein Kompositum ist der Mensch, so wie er äußerlich vor uns herumwandelt. Das haben die alten Griechen empfunden, als sie sich sagten: Wenn Dionysos, und zwar der jüngere Dionysos, der wirkliche erste Lehrer der intellektuellen Kultur ist, so müssen wir ja von ihm voraussetzen, daß er noch nicht in einem menschlichen Leibe war, der schon unter dem Einfluß des Ich gestanden hat, denn der Mensch mußte ja das intellektualistische Ich erst durch den Einfluß der Dionysoskultur erhalten. Dionysos muß also dieses Menschen-Ich noch repräsentieren außerhalb des physischen Menschenleibes. So konnte sich sachgemäß das griechische Bewußtsein von Dionysos und von jenem Zug, den ich charakterisierte als den Kulturzug des Dionysos über die Erde hin, nur vorstellen, daß des Dionysos eigentliches Ich noch nicht in den menschlichen Leib eingezogen war, sondern just an dem Punkt stand einzuziehen, daß aber in der Tat Dionysos und alle diejenigen, die zu ihm gehörten, solche Menschenleiber hatten, wie sie entstehen müßten, wenn kein Ich in dem Menschenleib darinnen wäre, wenn der menschliche Leib nur unter dem Einfluß der Kräfte des physischen Leibes, des Ätherleibes und des astralischen Leibes stünde. Die Frage beantwortete sich der alte Grieche: Wie müssen die Leute des Dionysoszuges ausgesehen haben? - Sie konnten nicht ausgesehen haben wie Menschen der heutigen Zeit, deren Leib ein Kompositum ist, von dem unsichtbaren Ich-Leib und dem äußeren Leib zusammengesetzt, sondern so mußten sie sein, daß das Ich unsichtbar als Aura die Leiblichkeit umschwebte, diese Leiblichkeit aber sich so gebildet hatte, wie sie sich eben bilden mußte unter dem Einfluß der Kräfte des physischen Leibes, Ätherleibes und Astralleibes, das heißt, wie sich ein Mensch auf der Erde hätte bilden müssen, der mit den Kräften der menschlichen Natur von dem alten Monde herübergekommen wäre und sich auf der Erde weiter entwickelt hätte, ohne daß das Erden-Ich in ihn hineingezogen wäre.
[ 12 ] What, then, is the human being who actually walks the earth? He is neither the ego-less human being, who is merely under the influence of the astral body, the etheric body, and the physical body, nor is he the ego-human being, but rather a compromise of the two, a resultant, something that exists through the blending of these two. Human beings are a composite, just as they walk among us outwardly. The ancient Greeks sensed this when they said to themselves: If Dionysus—specifically the younger Dionysus—is the true first teacher of intellectual culture, then we must assume that he was not yet in a human body that was already under the influence of the ego, for humanity had to acquire the intellectual ego only through the influence of Dionysian culture. Dionysus must therefore still represent this human ego outside the physical human body. Thus, the Greek consciousness of Dionysus and of that aspect I characterized as the cultural influence of Dionysus over the earth could only properly conceive that Dionysus’s actual ego had not yet entered the human body, but was just about to do so; yet in fact, Dionysus and all those who belonged to him had such human bodies as would arise if there were no ego within the human body, if the human body were subject only to the influence of the forces of the physical body, the etheric body, and the astral body. The ancient Greeks asked themselves: What must the people of the Dionysian movement have looked like? - They could not have looked like people of the present day, whose body is a composite made up of the invisible I-body and the outer body; rather, they must have been such that the I, invisible as an aura, surrounded the physical form, but this physical form had taken shape exactly as it had to under the influence of the forces of the physical body, the etheric body, and the astral body—that is, as a human being on Earth would have had to form who had come over from the ancient Moon with the forces of human nature and had continued to develop on Earth without the Earth ego being drawn into him.
[ 13 ] Und deshalb, weil sich die Griechenseele ganz sachgemäß dieses Weltenwunder beantwortet hat, bildhaft, stellt diese Griechenseele wirklich in der Gestalt des Dionysos selber - und namentlich in der Gestalt derjenigen, die als Gefolge des Dionysos aufgestellt werden — solche Menschengestalten hin, die das Ich außer sich haben und die in der Gestalt, die sie äußerlich darstellen, wirklich nichts anderes zeigen als die Kräfte des physischen, des ätherischen und des astralischen Leibes. Das sind die Silenen, die Satyre, die dem Dionysos folgen auf seinem Zuge, jene merkwürdigen Gestalten der Satyrn, der Silenen in dieser ganz bildlichen Ausgestaltung, wie es sich die Griechen gedacht haben. So würde der Mensch ausschauen, wenn wir auseinanderreißen könnten dasjenige, was ein Kompositum ist. Denken Sie sich einmal, es könnte durch irgendein Zaubermittel bei einem Menschen, der vor uns steht, der physische Leib, der Ätherleib und astralische Leib so behandelt werden, daß wir ihm den unsichtbaren übersinnlichen eigentlichen Leib des Ich ausreißen. Dann würde aus dem Menschen eine Gestalt, wie sie diejenigen Personen hatten, die dem Dionysos auf seinem Zuge folgten.
[ 13 ] And because the Greek soul has responded to this wonder of the world in a wholly appropriate manner, figuratively, this Greek soul truly presents—in the form of Dionysus himself, and specifically in the form of those depicted as his retinue—human figures who have lost their sense of self and who, in the form they outwardly represent, reveal nothing other than the forces of the physical, etheric, and astral bodies. These are the Silenus, the satyrs, who follow Dionysus on his procession, those strange figures of the satyrs and Silenus in this entirely pictorial form, as the Greeks imagined them. This is what a human being would look like if we could tear apart that which is a composite. Just imagine, if by some magical means the physical body, the etheric body, and the astral body of a person standing before us could be treated in such a way that we could tear out the invisible, supersensible, true body of the I. Then the human being would become a figure like those who followed Dionysus on his procession.
[ 14 ] Dann aber haben die Griechen in ihrer wunderbaren Mythologie noch etwas anderes hingestellt. Wir wissen ja, daß das Ich nach und nach in die Menschengestalt hineingezogen ist, daß noch in der alten atlantischen Zeit dieses Ich nicht im menschlichen Leibe war. Wie müssen wir uns daher vorstellen, daß die atlantischen Leiber waren? Die griechische Phantasie und die griechische Intuition haben in wunderbarer Weise ausgestaltet die Bilder des gewöhnlichen normalen atlantischen Durchschnittsmenschen in den Satyrn und in den Faunen und im Pan, wie wir später sehen werden. Unter den gegenwärtigen Erdenverhältnissen können solche Menschengestalten natürlich nicht entstehen, und solche Menschengestalten, wie die Satyre, die Faune und überhaupt das ganze Gefolge des Dionysos, bestand aus jenen Nachzüglern der atlantischen Menschen, die noch am treuesten bewahrt hatten die alte Menschengestalt der Atlantier. Dionysos mußte gerade diese Menschen, die noch am wenigsten vom Ich innerlich hatten, auf seinem Zug mitnehmen, weil er der erste Lehrer des Ich werden sollte.
[ 14 ] But then the Greeks introduced something else into their wonderful mythology. We know, of course, that the ego gradually became integrated into the human form, and that even in the ancient Atlantean era, this ego was not yet present in the human body. How, then, must we imagine the Atlantean bodies to have been? Greek imagination and Greek intuition have, in a marvelous way, shaped the images of the ordinary, average Atlantean human into the satyrs, the fauns, and Pan, as we shall see later. Under present-day earthly conditions, such human forms cannot, of course, arise, and such human forms as the satyrs, the fauns, and indeed the entire retinue of Dionysus consisted of those stragglers of the Atlantean people who had most faithfully preserved the ancient human form of the Atlanteans. Dionysus had to take precisely these people, who possessed the least of the ego within them, along on his journey, because he was to become the first teacher of the ego.
[ 15 ] Da sehen wir, daß die Griechen mit diesem Zuge des Dionysos die Gestalten der alten atlantischen Durchschnittsmenschen hingestellt hatten. Sie waren allerdings so gestaltet, daß sie mit einem solchen festen Knochengerüst wie die heutigen Menschen nicht ausgestattet waren. Der menschliche Leib hat sich vertestigt; in der alten atlantischen Zeit war die Menschengestalt, wenn ich mich so ausdrücken darf, noch weicher. Daher konnten diese atlantischen Leiber auch nicht aufbewahrt werden, und die heutige Geologie, die Paläontologie wird schwerlich irgendwelche Überreste von den wirklichen atlantischen Menschen finden. Aber es gibt eine andere Geologie, eine andere Paläontologie, welche uns die atlantischen Menschen aufbewahrt hat: das ist die griechische Mythe. Und man sollte nicht in den geologischen Schichten der Erde graben, wenn man die Menschen der Vorzeit kennenlernen will, die ihre höheren Leiblichkeiten noch außer dem physischen Leib hatten. Man tut damit etwas vollständig Absurdes, wenn man in den geologischen Schichten der Erde nachgräbt. Da wird man niemals etwas anderes finden als dekadente Produkte dieser vorgeschichtlichen Menschen. Aber in den Schichten des menschlichen Geisteslebens, namentlich in der geist-geologischen Schichte, welche uns in der wunderbaren griechischen Mythologie erhalten geblieben ist, finden wir, eingeschlossen wie die Schnecken- und Muschelschalen in den geologischen Schichten der Erde, den alten normalen atlantischen Durchschnittsmenschen. Studieren wir die Konfiguration der Faune, des Pans und des Silens, dann erhalten wir jene geist-geologischen Überreste, die uns wirklich in die Vormenschheit der Erde führen. Damit sehen wir, wie in einer Art, die man heute meinetwillen schwärmerisch, träumerisch, phantastisch nennen kann, dennoch das alte griechische Bewußtsein Weltenwunder mit einer tieferen Wissenschaftlichkeit löste als unsere heutige abstrakte, äußere, nüchterne Verstandeswissenschaft. Wie die Menschen der Vorzeit ausgesehen haben, das wird heute in unzähligen, einander widersprechenden darwinistischen und antidarwinistischen Hypothesen konstruiert. Dieses Weltenwunder - in einer Weise, die unsere Seele befriedigen kann - hat das alte Griechentum vor uns hingestellt. Nicht der Haeckelismus, nicht ein anderer Zweig des Darwinismus, nicht die geologischen Nachgrabungen in der äußeren physischen Welt geben Antwort auf die Frage nach der äußeren physischen Gestalt des Vormenschen unserer Erde, sondern dieses Weltenwunder löst uns der griechische Mythos, indem er uns plastisch das Gefolge des Dionysos hinstellt. Davon müssen wir uns eine Empfindung, ein Gefühl verschaffen, daß uns diese griechische Mythologie tatsächlich ernste Antworten auf Fragen nach den Weltenwundern gibt. Dann können wir diesen Mythos immer mehr und mehr vertiefen, und nur derjenige, der von diesen Dingen nicht den wahren Grund versteht, kann auf eine solche Ausgestaltung des Mythos das Wort anwenden: Legt ihr nicht aus, so legt ihr etwas unter. - Wer den Zusammenhang in allen Details und dazu die wirkliche Entwickelung des Menschen kennt, wie sie sich aus der Akasha-Chronik ergibt, der weiß, daß Phantasie, daß Schwärmerei nicht auf seiten der Geisteswissenschaft, des Okkultismus ist, nicht in dem liegt, was heute vor Ihnen ausgesprochen worden ist. Phantastik, Schwärmerei, Träumerei ist in der abstrakten empirischen und Verstandeswissenschaft, welche glaubt, aus den physischen Schichten der Erde heute das noch ausgraben und studieren zu können, was nicht in ihnen sein kann, und welche es übersieht, diejenige Geist-Geologie zu studieren, die mit so wunderbaren Buchstaben zum Heile der Entwickelung der Menschenweisheit in der grandiosen Mythologie der Griechen noch vor uns steht.
[ 15 ] Here we see that the Greeks, through this aspect of Dionysus, had depicted the figures of the ancient Atlantean average human beings. They were, however, designed in such a way that they were not endowed with a skeletal structure as solid as that of modern humans. The human body has become more solid; in the ancient Atlantean era, the human form was, if I may put it that way, still softer. That is why these Atlantean bodies could not be preserved, and modern geology and paleontology will hardly find any remains of the actual Atlantean people. But there is another geology, another paleontology, which has preserved the Atlantean people for us: that is Greek mythology. And one should not dig in the geological strata of the earth if one wishes to get to know the people of antiquity, who possessed higher physical forms in addition to their physical bodies. One is doing something completely absurd when one digs in the geological strata of the earth. There one will never find anything other than the decadent products of these prehistoric people. But in the strata of human spiritual life, namely in the spiritual-geological stratum that has been preserved for us in the wonderful Greek mythology, we find, enclosed like the snail and mussel shells in the geological strata of the Earth, the ancient, normal, average Atlantean human being. If we study the configuration of the faun, Pan, and Silenus, we obtain those spiritual-geological remnants that truly lead us into the pre-human era of the Earth. Thus we see how, in a manner that one might today, for my sake, call enthusiastic, dreamy, or fantastical, the ancient Greek consciousness nevertheless resolved the wonders of the world with a deeper scientific rigor than our present-day abstract, external, sober intellectual science. What the people of prehistory looked like is today constructed in countless, mutually contradictory Darwinian and anti-Darwinian hypotheses. This wonder of the world—in a way that can satisfy our soul—was set before us by ancient Greece. It is not Haeckelism, nor any other branch of Darwinism, nor the geological excavations in the external physical world that provide an answer to the question of the external physical form of the pre-human on our Earth; rather, this wonder of the world is revealed to us by Greek mythology, as it vividly presents the retinue of Dionysus. We must gain a sense, a feeling, that this Greek mythology actually provides us with serious answers to questions about the wonders of the world. Then we can delve deeper and deeper into this myth, and only those who do not understand the true basis of these things can apply the phrase to such a portrayal of the myth: “If you do not interpret it, you are suppressing something.” - Whoever knows the context in all its details and, in addition, the true development of the human being as it emerges from the Akashic Records, knows that fantasy, that fancifulness, is not to be found on the side of spiritual science or occultism, nor in what has been spoken before you today. Fantasy, exaltation, and daydreaming are found in abstract empirical and intellectual science, which believes it can still excavate and study from the physical layers of the Earth today what cannot be found there, and which overlooks the study of that spiritual geology that stands before us in the magnificent mythology of the Greeks, written in such wondrous letters for the sake of the development of human wisdom.
