Weltenwunder, Seelenprüfungen und Geistesoffenbarungen
GA 129
23 August 1911, München
Sechster Vortrag
[ 1 ] Es ist in diesen Vorträgen vielfach Rücksicht genommen worden auf etwas, was sich ja aus unseren den Vorträgen vorausgeschickten Bühnenaufführungen ergeben hat, was aber auch in einem inneren Zusammenhang steht mit dem Ziele, das gerade dem diesjährigen Vortragszyklus gesetzt ist. Es ist Rücksicht genommen worden auf die Gestaltung der griechischen Götterwelt. Und wenn wir uns kurz vor die Seele führen: warum haben wir denn eigentlich, da wir uns aufklären wollen über Weltenwunder, Seelenprüfungen und Geistesoffenbarungen, so viel von dieser griechischen Götterwelt gesprochen? — da können wir uns die Antwort geben, daß wir uns unter manch anderem gerade durch eine solche Betrachtung eine für die geisteswissenschaftliche Weltbetrachtung notwendige Unterlage verschaffen können. Wir haben es ja erwähnt, daß jenen Begriff von Natur und Naturdasein, den wir heute als unseren modernen Begriff haben, der alte Grieche gar nicht hatte. Chemische Gesetze, physikalische, biologische Gesetze in unserem heutigen Sinn würden wir, wenn wir uns das alte Griechenland vor Augen führen, wie es wirklich war in seinem Denken und Empfinden, niemals dort antreffen. Was aufglänzte in der Seele des alten Griechen, was sich entzündete in dem Geiste dieser wunderbaren griechischen Kultur, wenn das Auge - sei es das physische, sei es das hellseherische Auge — hinausgerichtet wurde zu den Weltenwundern, was sich da gestaltete als eine Art von Wissen, von Weisheit, so kann es eben nicht anders charakterisiert werden als mit der wunderbaren Gestaltung der griechischen Götterwelt. Derjenige, der sich diese Götterwelt ansieht, so wie sie gewöhnlich angesehen wird, ohne inneren Zusammenhang, der weiß in Wahrheit nichts von dem, was sie eigentlich will. Diese griechische Götterwelt ist eben in ihrer weisheitsvollen Ausgestaltung nichts Geringeres als die Antwort, wie der Grieche sie geben konnte auf die Frage: Was vermag in der menschlichen Seele aufzuglänzen, wenn diese menschliche Seele die Weltenwunder schaut? — Nicht mit einem Naturgesetz in unserem heutigen Sinn hat die alte Griechenseele geantwortet auf die Weltenrätsel und Weltenwunder, sondern mit der Ausgestaltung irgendeines Teiles der göttlichen Wesenheiten oder göttlichen Kräfte. Daher dürfen wir gar nichts anderes tun, als in jenen wunderbaren Fäden, denen wir nachgegangen sind und die sich uns ja zuweilen in den letzten Vorträgen in frappierender Weise gezeigt haben, die alles zusammenfügen, was diese griechische Götterwelt darbietet, wirklich das Äquivalent für unsere so trockene, nüchterne, abstrakte Weisheit suchen. Und wenn wir in der Geisteswissenschaft wahrhaft vorrücken wollen, so müssen wir uns ein Gefühl, eine Empfindung dafür aneignen, daß man eben in noch ganz anderer Art über die Weltenwunder denken und empfinden kann, als es die neuere, die moderne Weisheit tut.
[ 2 ] Wir haben aber in dem letzten Vortrage dadurch, daß wir die Gestalt des Dionysos uns vor Augen geführt haben, bereits auf etwas anderes noch hingewiesen. Stellte sich uns die übrige Götterwelt als das dar, was in der Seele des Griechen aufglänzte, wenn er sich die Weltenwunder klarmachen wollte, so tritt uns in der Dionysosgestalt etwas entgegen, in das der alte Grieche hineingeheimnißt hat, was wir im umfassendsten Sinne nennen können den Lebenswiderspruch. Und man kommt nicht aus, ohne den Blick auf diesen Lebenswiderspruch zu wenden. Die abstrakte Logik, das abstrakte, intellektuelle Denken wird immer darauf ausgehen, gerade in den höheren Weltanschauungen Widersprüche zu entdecken, um dann zu sagen: Diese Weltanschauung ist ja voller Widersprüche, also kann sie nicht gelten. - Die Sache ist aber so, daß in der Tat das Leben, das lebendige Gefüge unserer Weltenwunder überall durchzogen ist von dem Widerspruche, ja daß überhaupt in der Welt ein Werden gar nicht möglich wäre, wenn nicht in allen Dingen auf dem Grunde ihres Wesens der Widerspruch ruhte. Denn warum ist denn die Welt heute anders als gestern, warum wird denn etwas, warum bleibt denn nicht alles, wie es war? Weil in der Gestaltung der Dinge gestern ein Widerspruch gegen sich selbst vorhanden war und durch die Realisierung dieses Widerspruches, durch die Austreibung desselben aus der gestrigen Gestaltung die heutige entstanden ist. Wer die Dinge, wie sie wirklich sind, betrachtet, der darf gar nicht sagen: durch den Nachweis von Widersprüchen zeigen wir die Unwahrheiten auf. - Denn in den Wirklichkeiten ruhen die Widersprüche. Wie wäre es in der menschlichen Seele, wenn sie widerspruchsfrei wäre? All unser Leben, wenn wir von irgendeinem Zeitpunkte zurückblicken, hat sich in Widersprüchen bewegt. Wenn wir in einem späteren Zeitpunkte vollkommener sind als in einem früheren, so kommt das davon her, daß wir den früheren Zustand weggeschafft haben, ihn widersprechend gefunden haben unserem eigenen inneren Wesen, daß wir also im Widerspruche mit dem, was war, eine Realität unseres eigenen inneren Seins hervorgerufen haben. Überall auf dem Grunde aller Wesenheiten ist der Widerspruch. Diesen Widerspruch aber finden wir insbesondere — und zwar so, daß er nicht nur zu unserem Verstande, zu unserer Philosophie, sondern zu unserem Herzen, zu unserer ganzen seelischen Wesenheit spricht —, wenn wir in unserem geisteswissenschaftlichen Sinne den vollständigen Menschen betrachten, den viergliedrigen Menschen, so wie wir durch die okkulten Tatsachen gewohnt sind, ihn zu betrachten.
[ 3 ] Es muß uns ja immer wieder dieses Grundgerüst unserer Geisteswissenschaft vor die Seele treten, daß wir den Menschen, so wie er vor uns steht, in der Tat zusammengesetzt aus physischem Leib, Ätherleib, Astralleib und seinem Ich betrachten. Aus diesen vier Gliedern besteht unsere menschliche Wesenheit. Schauen wir uns nun einmal diese vier Glieder des Menschen an, wie sie uns entgegentreten zunächst auf dem physischen Plan, in der physischen Welt. Wir wollen also jetzt für einen Augenblick absehen davon, wie sich die menschliche Wesenheit gegenüber dem hellseherischen Blick ausnimmt, wir wollen fragen: Wie stellen sich die vier Glieder der menschlichen Wesenheit für die physischen Augen, für die physische Welt dar? - Nehmen wir da zunächst das innerste Glied der menschlichen Wesenheit, das wir, wie Sie wissen, als das jüngste betrachten, das Ich oder besser gesagt den IchTräger. Die auffallendste Eigenschaft dieses menschlichen Ich tritt ja jedem sogleich vor die Seele, wenn er nur ein wenig verständig die Welt betrachtet. Was ist denn die auffälligste Eigenschaft dieses Menschen-Ich? Daß wir mit unserem äußeren Sinnesapparat, mit all dem, was wir überhaupt an Erkenntniskräften für die physische Welt haben, weit und breit herumgehen können in der Welt und niemals dieses Ich finden werden. Es ist nicht für unsere Augen sichtbar und für kein äußeres Erkenntnisvermögen irgendwie wahrnehmbar. Daher können wir auch, wenn wir uns einem anderen Menschen in der physischen Welt gegenüberstellen, wenn wir ihn nur physisch betrachten wollen, wenn wir nicht das hellseherische Auge zu Hilfe nehmen, an einem anderen Menschen dieses Ich niemals mit bloßen physischen Werkzeugen beobachten. Der Mensch steht vor uns, weist uns seine äußere Gestalt vor, sein Ich aber entzieht sich den physischen Erkenntniswerkzeugen. Wir gehen unter Menschen herum, die Iche sehen wir nicht mit äußeren Wahrnehmungsorganen. Wenn jemand glauben wollte, daß er Iche sehen könnte, so wäre das größtmögliche Täuschung. Daher können wir auch dieses Ich an sich mit äußeren physischen Erkenntniskräften nicht betrachten. Wir können nur die Äußerungen dieses Ich durch die Organe des physischen Leibes betrachten. Es kann ein Mensch ein ganz verlogenes Subjekt in seinem Innern sein, wenn er die Lüge nicht äußert, so daß es in die äußere physische Welt übertritt, seinem Ich können wir es mit äußeren physischen Werkzeugen nicht ansehen, weil das Ich überhaupt nicht mit äußeren physischen Werkzeugen wahrgenommen werden kann. Daher kommt es, daß uns überhaupt, soweit wir auch forschen mit äußeren physischen Erkenntniskräften, dieses Ich nur ein einziges Mal entgegentritt. Trotzdem wir ganz genau wissen, daß so viele Iche auf der Erde sind, tritt es uns doch für die Wahrnehmung nur einmal entgegen: nämlich als unser eigenes. In der physischen Welt oder für physische Erkenntniswerkzeuge gibt es für jeden Menschen nur eine einzige Möglichkeit, das Ich wahrzunehmen, und das ist sein eigenes. So daß wir sagen können: Das Ich, dieses jüngste und auch höchste Glied der menschlichen Wesenheit, hat die Eigentümlichkeit, daß wir es nur an einem Exemplar, an uns selber, in bezug auf sein Dasein, seine Realität wahrzunehmen vermögen. Für alle anderen Menschen verschließt es sich uns innerhalb ihrer Leibeshülle.
[ 4 ] Gehen wir jetzt von dem Ich als dem innersten, als dem jüngsten, aber auch höchsten Gliede der menschlichen Wesenheit zu dem äußersten, zum physischen Leib. Der physische Leib ist, wie Sie ja auch aus den verschiedenen sowohl gedruckten wie mündlichen Äußerungen der letzten Jahre wissen, seiner wahren inneren Wesenheit nach selbstverständlich nur für ein hellseherisches Bewußtsein erkennbar. Dem äußeren Bewußtsein, den Kräften der physischen Welt, den physischen Erkenntniskräften des Menschen zeigt sich der physische Leib nur als die äußere Maja oder Illusion. Dasjenige, was wir vor uns haben am Menschen als seinen physischen Leib, ist äußere Maja, Illusion. Aber diese Illusion des physischen Leibes zeigt sich uns in so vielen Exemplaren, als wir überhaupt Menschen auf der Erde antreffen können. Und unser eigener physischer Leib zeigt sich in dieser Beziehung, insofern er Maja ist, vollständig gleichgeartet mit den physischen Leibern der anderen Menschen. Nun ist ein großer Unterschied zwischen der Wahrnehmung unseres eigenen Ich, das uns in dem einen Exemplar gegeben ist, und der Wahrnehmung der physischen Menschenleiber, die uns in so vielen Exemplaren gegeben sind, als wir Menschen auf der Erde kennen. Das Ich lernen wir nur dann kennen, wenn wir in uns selber das physische Erkennen richten. Wir müssen in uns schauen mit unserer auf dem physischen Plane erworbenen Erkenntniskraft, wenn wir unser Ich erkennen lernen wollen. Es darf hier vielleicht eingeschaltet werden, weil ja in dieser Beziehung manchmal sogar bei Denkern Unklarheit herrscht, daß das, was hier gemeint ist, was von unserem Ich mit physischen Erkenntniskräften wahrgenommen ist, durchaus der physischen Welt angehört. Es wäre ein völliger Unsinn, zu sagen, daß das, was jemals ein Mensch mit den normalen Fähigkeiten in seinem Innern als sein Ich findet, zu einer anderen Welt als zur physischen gehört. Wenn jemand das Ich, das nicht hellseherisch, sondern mit den normalen Fähigkeiten betrachtet wird, zu einer anderen Welt zählen wollte als zu der Welt des physischen Planes, so würde er sich einem gewaltigen Irrtume hingeben. Die Dinge schauen in den höheren Welten ganz anders aus für das höhere Bewußtsein; auch das Ich ist für die hellseherische Betrachtung ein anderes als das, welches man im Innern antrifft mit normalem Bewußtsein. Von diesem Ich, von dem die äußere Psychologie redet und alle äußere Wissenschaft, dürfen wir nichts anderes glauben, als daß es etwas ist, was zum physischen Plane gehört. Aber wir schauen es von innen an, und weil wir so gleichsam in diesem Ich stehen, weil wir es von innen anschauen, ihm nicht äußerlich gegenüberstehen, können wir sagen: dieses Ich lernen wir allerdings nur auf dem physischen Plan, aber da wenigstens seiner inneren Wesenheit nach durch die unmittelbaren Erkenntniskräfte kennen. Das aber, was der äußere physische Leib ist, den wir in soundso vielen Exemplaren sehen in der Welt, das lernen wir nur als Maja kennen, denn in dem Augenblicke, wo das hellseherische Vermögen, wo die Hellsichtigkeit sich dem physischen Leibe entgegenstellt, löst sich dieser physische Leib wie ein Nebel auf, zerstiebt er und zeigt sich als eine Maja. Und wir müssen hinaufgehen, wenn wir den physischen Leib in seiner wahren Gestalt erkennen wollen, nicht etwa bloß zum Astralplan, sondern in die höchsten Gebiete des geistigen Landes, des Devachanplanes, so daß ein hohes Hellsehen dazu notwendig ist, wenn wir den physischen Leib in seiner wahren Gestalt wirklich kennenlernen wollen. Hier unten in der physischen Welt hat dieser physische Leib nur ein ganz illusionäres Nachbild, und dieses Nachbild sehen wir, wenn wir uns von außen diesem physischen Leibe gegenüberstellen. So haben wir eine höchst merkwürdige, widerspruchsvolle Tatsache gegeben, wenn wir diese zwei Glieder des menschlichen Organismus, das niederste und das höchste, ins Auge fassen. Den menschlichen physischen Organismus sehen wir als Maja hier unten in der physischen Welt, das heißt wir sehen ihn so, daß er ganz und gar nicht angemessen ist unserer innersten Wesenheit. Das Ich aber sehen wir hier unten in der physischen Welt so, wie es als physisches Wesen sehr wohl angemessen ist unserer inneren Wesenheit. Ich bitte Sie, das wohl zu beachten, das ist eine außerordentlich wichtige Tatsache.
[ 5 ] Ich möchte Ihnen halb bildlich, aber doch mit dem tiefsten Ernste der Realität, von einer anderen Seite her diese höchst merkwürdige Tatsache charakterisieren. Halb bildlich, aber so, daß diese halb bildliche Art durch ihre Fülle mehr geeignet ist, die Wahrheit dieser Sache auszudrücken, als abstrakte Begriffe es können. Wie müssen wir denn denken - wenn ich jetzt halb bildlich, halb tief im Ernste sprechen darf -, daß Adam und Eva im Paradiese vor dem Sündenfalle waren? Wir wissen ja, daß erzählt wird, daß Adam und Eva vor dem Sündenfalle so waren, daß sie ihre äußeren physischen Leiber gegenseitig nicht sehen konnten. Und als sie sie sahen, da schämten sie sich dieser physischen Leiber. Damit ist etwas ungeheuer Tiefes, ein tiefes Mysterium ausgedrückt. Es ist in der Bibel im Alten Testamente angedeutet, warum nach dem Sündenfalle Adam und Eva sich ihrer Leiber schämten. Es ist angedeutet, daß der frühere Leib, den Adam und Eva vor dem Sündenfall gehabt haben, mehr oder weniger ein geistiger Leib war, also ein solcher, der nur einem hellseherischen Bewußtsein zugänglich gewesen wäre, der ganz anders ausgesehen hätte als ein physischer Menschenleib, der die Wesenheit des Ich in seiner wahren Gestalt ausgedrückt hätte. So müssen wir sagen: auch die Bibel weiß, daß eine ganz andere Leibesgestaltung, allerdings eine solche, die nur für einen hellseherischen Blick wahrnehmbar wäre, angemessen wäre der tiefsten Wesenheit des Menschen, und daß dieser äußere physische Leib, wie wir ihn heute an uns tragen, eigentlich durchaus nicht angemessen ist der inneren Wesenheit des Menschen. Was haben denn Adam und Eva gefühlt, als sie nicht mehr so zueinander standen, daß sie den physischen Leib nicht sahen, sondern so, daß sie ihn sahen? Daß sie heruntergefallen waren aus einer Welt, der sie früher angehört hatten, in die Materie, daß ihnen gleichsam imprägniert worden ist dichtere Materie, als sie früher gehabt haben. Gefühlt haben sie, daß der Mensch versetzt ist mit seinem physischen Leibe in eine Welt, der er eigentlich, wenn die wirkliche Wesenheit seines Ich in Betracht gezogen wird, gar nicht angehört. Es gibt keinen treffenderen Ausdruck als das Belegen dieser Tatsache mit dem Überkommen durch das Schamgefühl, das Sichschämen des Menschen darüber, wie wenig der äußere Ausdruck seiner Wesenheit, die sinnliche Wirklichkeit, dem göttlichen Ich eigentlich angemessen ist.
[ 6 ] Betrachten wir aber dieselbe Sache von einer anderen Seite, dann stellt sie sich ganz anders dar. Dann stellt sie sich so dar, daß der Mensch, wenn er nicht heruntergestiegen wäre in seinen physischen Leib, nicht die dichtere Materie sich eingegliedert hätte, nicht zu seinem Ich-Bewußtsein hätte kommen können - oder in dem Sinne des griechischen Bewußtseins gesprochen, wie wir das gestern getan haben: daß er nicht der Dionysoskräfte hätte teilhaft werden können. — Sehen Sie, das fühlte wiederum der Grieche. Der Grieche fühlte, daß das Ich des Menschen, wie es auf dem physischen Plane lebt, nicht nur jene Kräfte einer höheren, geistigen übersinnlichen Welt in sich hat, die es gehabt hat vor dem Sündenfall, die in es einströmen, wenn wir so sagen wollen, aus den oberen geistigen Welten, sondern er fühlte, daß dieses Ich angewiesen ist auch noch auf Kräfte, die von einer ganz anderen Seite, von der entgegengesetzten Seite herstammen.
[ 7 ] Wir wissen ja, daß der Mensch vor seinem gegenwärtigen IchBewußtsein normalerweise ein hellseherisches Bewußtsein gehabt hat. In alten Zeiten hat der Mensch ein hellseherisches Bewußtsein gehabt. Aber dieses hellseherische Bewußtsein war ein bildhaftes, traumhaftes, kein von einem wirklichen intellektuellen Lichte durchleuchtetes Bewußtsein. Das hat der Mensch erst später erlangt. Dieses alte hellseherische Bewußtsein mußte für den Menschen verlorengehen, damit ein neues Ich-Bewußtsein auftreten konnte. Dazu aber war notwendig, daß die alte Ich-Form, der alte Dionysos Zagreus, zugrunde ging. Wir haben dieses grandiose Bild gestern vor unsere Seele hingestellt, wie das alte hellseherische Bewußtsein zugrunde gegangen ist — im Sinne der griechischen Mythologie gesprochen -, wie der alte Dionysos Zagreus von den Titanen zerrissen wurde und wieder auftauchte in der späteren Zeit der jüngere Dionysos: das heißt unser heutiges Ich-Bewußtsein, das ein Produkt der Zeitbildung in der Menschheitsentwickelung ist. Aber notwendig war, daß an der Produktion des jüngeren Dionysos Semele, die menschliche Mutter, teilgenommen hat. Und an der Gestalt der Semele zeigt wiederum die griechische Seele, wie sicher und weisheitsvoll sie empfunden hat gegenüber den wahren Weltenwundern.
[ 8 ] Was ist denn die Voraussetzung des jüngeren Dionysos oder, sagen wir, des jüngeren Menschen-Ich überhaupt? Damit dieses Ich hat kommen können, war notwendig, daß abgestorben war das alte hellseherische Bewußtsein, daß hinuntergezogen waren alle diejenigen Horizonte, die dieses alte hellseherische Bewußtsein hatte. Wer das weiß - und diejenigen wußten es, die die griechische Mythologie ausgebildet haben -, sagt sich: Da gab es einmal diese Menschenseele mit einem hellseherischen Bewußtsein, das da hinausblickte in eine Welt voll geistiger Wesenheiten und geistiger Tatsachen, in eine Welt, durch welche der Mensch noch Mitbürger war der höheren geistigen Welten. Der Mensch ist aber im Laufe der Zeit aus dieser geistigen Welt herausgetreten, er ist zu einem ganz anderen Wesen geworden, zu einem Wesen, das von einem Ich durchzogen ist. Was würde denn geschehen mit einem heutigen Menschen, wenn plötzlich ohne Vorbereitung durch irgendwelche esoterische Schulung statt der physischen Welt, wie sie sich dem physischen Auge und Ohr darstellt, in einem Momente vor dem Menschen stünde jene Welt, die für das alte hellseherische Bewußtsein da war? Nehmen wir an, es könnte durch irgendein Weltenwunder statt der Welt, die sich Ihnen zeigt, in dem sternbesäten Himmel, in der auf- und untergehenden Sonne, in Bergen und Nebeln, in Mineralien, Pflanzen und Tieren, plötzlich vor einem heutigen normalen Menschheitsbewußtsein die Welt des alten Atlantiers stehen. Nehmen wir das für den Augenblick hypothetisch an. Zerschmettert würde der Mensch werden, so furchtbar, so erschreckend wäre die Welt, die doch um uns herum ist, denn diese Welt ist im Grunde aller Dinge, ist ringsherum, ist da, aber sie ist zugedeckt durch die Welt unseres Ich. Wir können sagen, es ist eine Welt um uns, die den Menschen so, wie er heute ist, mit Angst und Schreck, mit zerschmetterndem Schreck durchsetzen würde, wenn er sie plötzlich vor sich hätte. Das aber fühlte noch eine alte griechische Seele. Das finden wir auch hineingelegt in jene weisheitsvolle, wunderbare Ausgestaltung der Dionysossage. Dionysos mußte von einer anderen Seite her kommen als von jener Seite der Weltenwunder, in welche das altgriechische Bewußtsein die Zeusgestalt und die anderen Gestalten der oberen Himmel versetzt hatte. Das fühlte der alte Grieche, daß in allem, was als Menschenwelt existiert, noch etwas anderes lebt, als was oben bei den Göttern der Zeuswelt lebt. Daß die Welt, auf der wir herumwandeln, noch eine andere substantielle Ingredienz hat, das fühlte der alte Grieche. Er fühlte - mit anderen Worten -, daß unserem physischen Menschendasein ein Element beigemischt ist, das nicht vorhanden ist oben in der übersinnlichen Welt zunächst. Daher konnte der jüngere Dionysos, der makrokosmische Repräsentant unseres neueren Ich-Bewußtseins, nicht etwa wie der alte Dionysos ein Sohn der Persephone und des Zeus sein, sondern er mußte ein Sohn der Semele sein, einer irdischen Mutter und des Zeus. Aber das müssen wir ins Auge fassen, was dann in der weiteren Ausgestaltung das griechische Bewußtsein an diese Sage angliedert: Es wurde durch die Machinationen der Hera herbeigeführt, daß Semele den Zeus in seiner wirklichen Gestalt sehen sollte, nicht als alten atlantischen Heros, sondern wie er jetzt ist. Das konnte nur geschehen durch hellseherisches Bewußtsein. Was besagt denn das eigentlich, daß Semele einen Moment den Zeus sehen sollte, wie er wirklich ist? Nichts anderes, als daß Semele einen Augenblick hellseherisch gemacht worden ist. Sie ging in den Flammen zugrunde, weil sie Zeus in den Flammen der astralischen Welt, das heißt hellseherisch, sah. Sie wurde wirklich zerschmettert, wie das heutige Ich-Bewußtsein des Menschen zerschmettert würde, wenn es plötzlich vor der astralen Welt stünde. Semele zeigt uns sozusagen diese Tragik des Menschen, die sich sofort einstellen würde, wenn der Mensch unvorbereitet hellseherisch vor die geistige Welt gestellt würde.
[ 9 ] Alle die großen okkulten Tatsachen, alle die Wahrheiten über die Weltenwunder sehen wir an irgendeinem Orte in der griechischen Sagenwelt hineingeheimnißt. Wir sehen auch hineingeheimnißt, daß der Dionysos, der makrokosmische Repräsentant des Ich, das jeder Mensch mit normalem Bewußtsein nur in einem Exemplare sehen kann, abstammt von einer Wesenheit der physischen Welt, daß sozusagen das, was uns für das normale physische Auge nur als eine Maja entgegentritt, dem Dionysos einverleibt war, daß der Dionysos mit anderen Worten teilnehmen mußte an der großen Weltillusion, an der Maja. Wir sprechen, wenn wir heute im nüchternen, modernen, trockenen Sinne über die Weltenwunder sprechen, in physikalischen, biologischen, chemischen Gesetzen. Der Grieche sprach in grandiosen Bildern, und diese reichen wirklich viel weiter hinein in die Weltenwunder als unsere an der Oberfläche haftenbleibenden Gesetze. Das zeigt uns griechische Sage und griechischer Mythos allüberall.
[ 10 ] Und so sehen wir denn auch wie mit einer mächtigen okkulten Schrift von diesem griechischen Mythos die Frage aufgeworfen: Ja, wenn wir ins Auge fassen dieses eigentliche menschliche Ich, wenn es sich offenbaren sollte in einer Leiblichkeit, dürfen wir dann die äußere uns gegebene, in der physischen Welt gegebene menschliche Leiblichkeit anschauen? Nein, denn diese ist Maja, ist gar nicht ein äußerer Ausdruck für das wirkliche Ich, ist wahrhaftig so geartet, daß das wirkliche Ich mit Recht in Adam und Eva sich schämte der äußeren Leibesgestalt. Das, was wir heute als Menschen vor uns haben, ist in der Tat ein wirklicher Widerspruch, und das empfand der Grieche, gerade der Grieche, von dem man oftmals mit großer Oberflächlichkeit gesagt hat, daß er das Auge nur auf die äußeren Schönheiten der Natur richtete. Gerade der Grieche empfand das Widerspruchsvolle der äußeren Menschengestalt. Der Grieche war nicht in dem Sinne ein Naturalist, wie die moderne Menschheit es glaubt, sondern der Grieche empfand tief, ganz tief, daß diese Menschengestalt des auf der Erde herumwandelnden Menschen ein Kompromiß ist. Sie zeigt sich nicht so, von keiner Seite her, wie sie eigentlich in Wirklichkeit sein sollte. Nehmen wir einmal an, diese Menschengestalt wäre nur entstanden unter dem Einfluß von physischem Leib, Ätherleib und astralischem Leib. Es wäre kein Ich eingezogen in diese Menschengestalt, es würde diese Menschengestalt sich auf der Erde nur so aufgebaut haben, wie der Mensch herübergekommen ist von den vorhergehenden Verkörperungen unserer Erde, von dem alten Saturn, der alten Sonne und dem alten Mond. Dann müßte diese Menschengestalt eine andere sein, als sie in Wirklichkeit ist. Wenn die Erde dem Menschen nicht das Ich gegeben hätte, dann würden auf unserer Erde Menschen herumwandeln, die als äußere physische Menschengestalt ganz anders ausschauten. In einer gewissen geheimnisvollen Weise stellte sich die alte Griechenseele diese Frage: Wie würde die Menschengestalt ausschauen, wenn heute ichlose Menschen auf der Erde wären, Menschen, die an den Segnungen der Erde, an der Ich-Werdung nicht teilgenommen hätten, die den Dionysos nicht in sich aufgenommen hätten? - Wenn solche Menschen auf der Erde unter uns herumwandeln würden, die nur unter dem Einfluß der Kräfte des physischen, des Äther- und des astralischen Leibes sich gebildet hätten, wie würde dann die Menschengestalt ausschauen?
[ 11 ] Und auch die andere Frage legte sich die griechische Seele grandios geistreich mit innerstem, nicht aussprechbarem Gefühle vor: Wenn nun nichts anderes da wäre als das Ich, wenn dieses Ich nicht eingezogen wäre in den physischen, ätherischen und astralischen Leib, wie wäre denn dann dieses Ich gestaltet? - Dann wäre es nicht mit solch einem physischen Menschenleib, dann wäre dieses Ich gestaltet mit einem Geistleibe, der ganz anders wäre als der äußere Menschenleib. Dieser Geistleib aber, der ist nur für ein hellseherisches Bewußtsein vorhanden, der kann in der physischen Welt nirgends eigentlich aufgezeigt werden.
[ 12 ] Was ist dann eigentlich der Mensch, der nun wirklich herumwandelt auf der Erde? Er ist weder der ichlose Mensch, der nur unter dem Einfluß des astralischen Leibes, des Ätherleibes, des physischen Leibes steht, noch ist er der Ich-Mensch, sondern ein Kompromiß von beiden, ein Resultierendes, etwas was durch die Zusammenmischung dieser beiden besteht. Ein Kompositum ist der Mensch, so wie er äußerlich vor uns herumwandelt. Das haben die alten Griechen empfunden, als sie sich sagten: Wenn Dionysos, und zwar der jüngere Dionysos, der wirkliche erste Lehrer der intellektuellen Kultur ist, so müssen wir ja von ihm voraussetzen, daß er noch nicht in einem menschlichen Leibe war, der schon unter dem Einfluß des Ich gestanden hat, denn der Mensch mußte ja das intellektualistische Ich erst durch den Einfluß der Dionysoskultur erhalten. Dionysos muß also dieses Menschen-Ich noch repräsentieren außerhalb des physischen Menschenleibes. So konnte sich sachgemäß das griechische Bewußtsein von Dionysos und von jenem Zug, den ich charakterisierte als den Kulturzug des Dionysos über die Erde hin, nur vorstellen, daß des Dionysos eigentliches Ich noch nicht in den menschlichen Leib eingezogen war, sondern just an dem Punkt stand einzuziehen, daß aber in der Tat Dionysos und alle diejenigen, die zu ihm gehörten, solche Menschenleiber hatten, wie sie entstehen müßten, wenn kein Ich in dem Menschenleib darinnen wäre, wenn der menschliche Leib nur unter dem Einfluß der Kräfte des physischen Leibes, des Ätherleibes und des astralischen Leibes stünde. Die Frage beantwortete sich der alte Grieche: Wie müssen die Leute des Dionysoszuges ausgesehen haben? - Sie konnten nicht ausgesehen haben wie Menschen der heutigen Zeit, deren Leib ein Kompositum ist, von dem unsichtbaren Ich-Leib und dem äußeren Leib zusammengesetzt, sondern so mußten sie sein, daß das Ich unsichtbar als Aura die Leiblichkeit umschwebte, diese Leiblichkeit aber sich so gebildet hatte, wie sie sich eben bilden mußte unter dem Einfluß der Kräfte des physischen Leibes, Ätherleibes und Astralleibes, das heißt, wie sich ein Mensch auf der Erde hätte bilden müssen, der mit den Kräften der menschlichen Natur von dem alten Monde herübergekommen wäre und sich auf der Erde weiter entwickelt hätte, ohne daß das Erden-Ich in ihn hineingezogen wäre.
[ 13 ] Und deshalb, weil sich die Griechenseele ganz sachgemäß dieses Weltenwunder beantwortet hat, bildhaft, stellt diese Griechenseele wirklich in der Gestalt des Dionysos selber - und namentlich in der Gestalt derjenigen, die als Gefolge des Dionysos aufgestellt werden — solche Menschengestalten hin, die das Ich außer sich haben und die in der Gestalt, die sie äußerlich darstellen, wirklich nichts anderes zeigen als die Kräfte des physischen, des ätherischen und des astralischen Leibes. Das sind die Silenen, die Satyre, die dem Dionysos folgen auf seinem Zuge, jene merkwürdigen Gestalten der Satyrn, der Silenen in dieser ganz bildlichen Ausgestaltung, wie es sich die Griechen gedacht haben. So würde der Mensch ausschauen, wenn wir auseinanderreißen könnten dasjenige, was ein Kompositum ist. Denken Sie sich einmal, es könnte durch irgendein Zaubermittel bei einem Menschen, der vor uns steht, der physische Leib, der Ätherleib und astralische Leib so behandelt werden, daß wir ihm den unsichtbaren übersinnlichen eigentlichen Leib des Ich ausreißen. Dann würde aus dem Menschen eine Gestalt, wie sie diejenigen Personen hatten, die dem Dionysos auf seinem Zuge folgten.
[ 14 ] Dann aber haben die Griechen in ihrer wunderbaren Mythologie noch etwas anderes hingestellt. Wir wissen ja, daß das Ich nach und nach in die Menschengestalt hineingezogen ist, daß noch in der alten atlantischen Zeit dieses Ich nicht im menschlichen Leibe war. Wie müssen wir uns daher vorstellen, daß die atlantischen Leiber waren? Die griechische Phantasie und die griechische Intuition haben in wunderbarer Weise ausgestaltet die Bilder des gewöhnlichen normalen atlantischen Durchschnittsmenschen in den Satyrn und in den Faunen und im Pan, wie wir später sehen werden. Unter den gegenwärtigen Erdenverhältnissen können solche Menschengestalten natürlich nicht entstehen, und solche Menschengestalten, wie die Satyre, die Faune und überhaupt das ganze Gefolge des Dionysos, bestand aus jenen Nachzüglern der atlantischen Menschen, die noch am treuesten bewahrt hatten die alte Menschengestalt der Atlantier. Dionysos mußte gerade diese Menschen, die noch am wenigsten vom Ich innerlich hatten, auf seinem Zug mitnehmen, weil er der erste Lehrer des Ich werden sollte.
[ 15 ] Da sehen wir, daß die Griechen mit diesem Zuge des Dionysos die Gestalten der alten atlantischen Durchschnittsmenschen hingestellt hatten. Sie waren allerdings so gestaltet, daß sie mit einem solchen festen Knochengerüst wie die heutigen Menschen nicht ausgestattet waren. Der menschliche Leib hat sich vertestigt; in der alten atlantischen Zeit war die Menschengestalt, wenn ich mich so ausdrücken darf, noch weicher. Daher konnten diese atlantischen Leiber auch nicht aufbewahrt werden, und die heutige Geologie, die Paläontologie wird schwerlich irgendwelche Überreste von den wirklichen atlantischen Menschen finden. Aber es gibt eine andere Geologie, eine andere Paläontologie, welche uns die atlantischen Menschen aufbewahrt hat: das ist die griechische Mythe. Und man sollte nicht in den geologischen Schichten der Erde graben, wenn man die Menschen der Vorzeit kennenlernen will, die ihre höheren Leiblichkeiten noch außer dem physischen Leib hatten. Man tut damit etwas vollständig Absurdes, wenn man in den geologischen Schichten der Erde nachgräbt. Da wird man niemals etwas anderes finden als dekadente Produkte dieser vorgeschichtlichen Menschen. Aber in den Schichten des menschlichen Geisteslebens, namentlich in der geist-geologischen Schichte, welche uns in der wunderbaren griechischen Mythologie erhalten geblieben ist, finden wir, eingeschlossen wie die Schnecken- und Muschelschalen in den geologischen Schichten der Erde, den alten normalen atlantischen Durchschnittsmenschen. Studieren wir die Konfiguration der Faune, des Pans und des Silens, dann erhalten wir jene geist-geologischen Überreste, die uns wirklich in die Vormenschheit der Erde führen. Damit sehen wir, wie in einer Art, die man heute meinetwillen schwärmerisch, träumerisch, phantastisch nennen kann, dennoch das alte griechische Bewußtsein Weltenwunder mit einer tieferen Wissenschaftlichkeit löste als unsere heutige abstrakte, äußere, nüchterne Verstandeswissenschaft. Wie die Menschen der Vorzeit ausgesehen haben, das wird heute in unzähligen, einander widersprechenden darwinistischen und antidarwinistischen Hypothesen konstruiert. Dieses Weltenwunder - in einer Weise, die unsere Seele befriedigen kann - hat das alte Griechentum vor uns hingestellt. Nicht der Haeckelismus, nicht ein anderer Zweig des Darwinismus, nicht die geologischen Nachgrabungen in der äußeren physischen Welt geben Antwort auf die Frage nach der äußeren physischen Gestalt des Vormenschen unserer Erde, sondern dieses Weltenwunder löst uns der griechische Mythos, indem er uns plastisch das Gefolge des Dionysos hinstellt. Davon müssen wir uns eine Empfindung, ein Gefühl verschaffen, daß uns diese griechische Mythologie tatsächlich ernste Antworten auf Fragen nach den Weltenwundern gibt. Dann können wir diesen Mythos immer mehr und mehr vertiefen, und nur derjenige, der von diesen Dingen nicht den wahren Grund versteht, kann auf eine solche Ausgestaltung des Mythos das Wort anwenden: Legt ihr nicht aus, so legt ihr etwas unter. - Wer den Zusammenhang in allen Details und dazu die wirkliche Entwickelung des Menschen kennt, wie sie sich aus der Akasha-Chronik ergibt, der weiß, daß Phantasie, daß Schwärmerei nicht auf seiten der Geisteswissenschaft, des Okkultismus ist, nicht in dem liegt, was heute vor Ihnen ausgesprochen worden ist. Phantastik, Schwärmerei, Träumerei ist in der abstrakten empirischen und Verstandeswissenschaft, welche glaubt, aus den physischen Schichten der Erde heute das noch ausgraben und studieren zu können, was nicht in ihnen sein kann, und welche es übersieht, diejenige Geist-Geologie zu studieren, die mit so wunderbaren Buchstaben zum Heile der Entwickelung der Menschenweisheit in der grandiosen Mythologie der Griechen noch vor uns steht.
