Wonders of the World,
Trials of the Soul,
and Revelations of the Spirit
GA 129
25 August 1911, Munich
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Achter Vortrag
Eighth Lecture
[ 1 ] Im Laufe des gestrigen Vortrages konnten wir sehen, wie in die Natur des Menschen mannigfaltige Kräfte des Makrokosmos hereinspielen, und wir haben auch gesehen, wie die Griechenseele diese Kräfte des Makrokosmos empfand und sie in ihrer Art bildhaft zum Ausdrucke brachte in dem, was wir heute zum großen Teile in der griechischen Mythologie haben. Daß ich die griechische Mythologie mehrfach heranzog, geschah ja nicht aus dem Grunde, um sie zu erklären, sondern um von einer gewissen Seite her Urwahrheiten in entsprechender Art zu beleuchten, und dazu greift man besser zum Bilde und dann zu dem, was geschichtlich gegeben ist, als daß man sich an die abstrakten Vorstellungen unseres Lebens wendet, die in ihrer Armut die großen Weltenwunder nicht zum Ausdrucke bringen können. Wir haben auch gesehen, wie in der Dionysosfigur bereits etwas vorliegt, was mit unseren intimsten Seelenkräften zusammenhängt, mit dem, was wir Seelenprüfungen nennen können.
[ 1 ] During yesterday’s lecture, we saw how manifold forces of the macrocosm interact with human nature, and we also saw how the Greek soul perceived these forces of the macrocosm and expressed them pictorially in its own way in what we today largely find in Greek mythology. The fact that I referred to Greek mythology on several occasions was not done for the sake of explaining it, but rather to shed light on primordial truths from a certain perspective in an appropriate manner; and for this purpose, it is better to turn to imagery and then to what is historically given than to resort to the abstract concepts of our lives, which, in their poverty, cannot give expression to the great wonders of the world. We have also seen how the figure of Dionysus already contains something connected to our most intimate soul forces, to what we might call trials of the soul.
[ 2 ] Was nennen wir denn eigentlich im esoterischen Sinne Seelenprüfungen? Seelenprüfungen treten ein, wenn der Mensch versucht, jene Wege der Seele einzuschlagen, die hinaufführen können in die geistigen Welten. Ich habe schon gestern die leichtesten und leisesten dieser Seelenprüfungen etwas angedeutet. Wenn wir im allgemeinen sprechen wollen, dann können wir sagen, die Prüfungen der Seele bestehen darin, daß man bei dem Wege in die höheren Welten hinauf Erlebnisse hat, denen man nicht so ohne weiteres, sondern erst durch eine gewisse Vorbereitung gewachsen ist. Die Prüfungen bestehen dann darin, daß man Anstrengungen machen muß, gewisse Erkenntnisse zu ertragen, diesen Erlebnissen sich ruhig gegenüberzustellen. Es ist Ihnen ein im Grunde genommen nicht weitab liegendes Seelenerlebnis gegen das Ende des zweiten RosenkreuzerDramas «Die Prüfung der Seele» nahegelegt, und wir können uns vielleicht gerade an diesem Erlebnis der Seele veranschaulichen, was im wahren Sinne des Wortes eine Seelenprüfung ist. Denken wir uns da die Gestalt, die da geschildert ist als Capesius. Aus den beiden Dramen wissen wir, welche Erlebnisse Capesius durchmacht. Wir sahen, wie er nach und nach an das geistige Leben herankommt, wie er erst nur Ahnungen davon erhält durch seinen gesunden Sinn, der ihn heraustreibt aus dem, was er bisher in bezug auf das Gelehrtenhafte getrieben hat. Capesius kommt zu Ahnungen, daß die geistige Welt dennoch eine höhere Realität in sich einschließt; er kommt dann, namentlich dadurch, daß er diese Ahnungen in sich auslebt, daß sie ganz lebendig in ihm werden, dazu, gewisse Eindrücke zu haben, die man notwendig haben muß von dem, was man die äußeren Veröffentlichungen des Okkultismus, der Geistes- oder Geheimwissenschaft nennen kann. Es unterscheiden sich diese Veröffentlichungen der Geisteswissenschaft von anderen, sagen wir wissenschaftlichen oder literarischen Mitteilungen ganz prinzipiell. Während andere Mitteilungen einfach auf unseren Intellekt und vielleicht mittelbar durch unseren Intellekt auf unsere Gemütskräfte wirken, hat nur der in richtiger Art etwas Geistiges oder Geheimwissenschaftliches auf sich wirken lassen, der da fühlt, daß das innerste Leben seiner Seele durchrüttelt wird, daß es in gewisser Weise umgekehrt wird durch das, was ausfließt nicht an abstraktem Gehalt, sondern an lebendigem Leben von aller Geisteswissenschaft. So etwas fühlt Capesius, nachdem er durch seine Ahnungen sich durchgerungen hat, und er vertieft sich dann in dem ersten Bilde der «Prüfung der Seele» in Schriften, in das sogenannte Lebensbuch, das von Benedictus herrührt. Das aber hat nicht etwa nur die Folge für ihn, daß er nachdenkt, daß er, wie man das sonst macht, sein Gehirn zergrübelt und hinter den Sinn kommen will, sondern er fühlt die geistige Welt in einer für ihn unverständlichen Weise hereinbrechen. Ja, noch eine andere Folge! Man könnte sehr leicht die Stimmung, die im ersten Bilde des zweiten Dramas herrscht, vergleichen mit der Faustischen Stimmung am Beginne des «Faust» von Goethe; dennoch ist sie ganz prinzipiell verschieden von dieser Fauststimmung. Die Fauststimmung besagt eigentlich nur, daß man zu einer gewissen Art von Skepsis, von Zweifel an allem Wissen kommen kann, daß man dann aus seinem inneren menschlichen Drange heraus andere Wege sucht als die gewöhnlichen Wissens- oder Erkenntniswege. Bei Capesius ist noch etwas anderes der Fall. Er wird gerade dadurch am Anfange in die tiefen Zwiespalte geführt, daß er den Zweifel, das Verharren im Nichtwissen erkennen lernt als die größte Sünde des Menschen. Er lernt erkennen, daß in den tiefen Gründen der Menschenseele etwas ruht, was das gewöhnliche Bewußtsein des Menschen zunächst nicht kennt, von dem es nichts weiß. Ein Schatz ruht da unten in den tiefen Schächten unserer Seele. Wir bergen etwas in uns, was in diesen tiefen Seelenschächten zunächst für das normale Bewußtsein unerkennbar ist, und wir lernen, wenn wir uns der Gesinnung und der wahren Bedeutung der Geisteswissenschaft nach in diese letztere vertiefen, daß es nicht nur eine egoistische Sehnsucht ist, sondern daß es die tiefste menschliche Pflicht gegenüber den Kräften des Makrokosmos ist, den Schatz, der in unserer Seele ruht, nicht verkommen zu lassen.
[ 2 ] What, exactly, do we mean by “tests of the soul” in an esoteric sense? Tests of the soul occur when a person attempts to embark on those paths of the soul that can lead upward into the spiritual worlds. I already touched briefly on the mildest and most subtle of these tests of the soul yesterday. If we wish to speak in general terms, we can say that the trials of the soul consist in the fact that, on the path to the higher worlds, one has experiences that one is not immediately ready for, but only after a certain preparation. The trials then consist in the fact that one must make an effort to endure certain insights and to face these experiences calmly. Towards the end of the second Rosicrucian drama, *The Trial of the Soul*, a soul experience is suggested to you that is, in essence, not far removed from your own, and perhaps we can use precisely this soul experience to illustrate what a trial of the soul is in the true sense of the word. Let us imagine the figure described there as Capesius. From the two dramas we know what experiences Capesius goes through. We saw how he gradually approaches spiritual life, how he first receives only intuitions of it through his sound common sense, which drives him out of what he had previously been engaged in with regard to scholarship. Capesius begins to sense that the spiritual world nevertheless contains a higher reality; he then comes—namely by living out these intuitions within himself, so that they become fully alive in him—to have certain impressions that one must necessarily have of what one might call the external manifestations of occultism, spiritual science, or the secret science. These manifestations of spiritual science differ from other, let us say, scientific or literary communications in a fundamental way. While other communications simply affect our intellect and perhaps, indirectly through our intellect, our emotional faculties, only he has allowed something spiritual or esoteric to affect him in the right way who feels that the innermost life of his soul is shaken, that it is in a certain sense turned upside down by what flows forth—not abstract content, but living life—from all spiritual science. Capesius feels something like this after he has worked his way through his intuitions, and he then immerses himself in the first image of the “Examination of the Soul” in the writings, in the so-called Book of Life, which originates from Benedictus. But this does not merely have the consequence for him that he reflects, that he, as one usually does, racks his brains and seeks to fathom the meaning; rather, he feels the spiritual world breaking in upon him in a way that is incomprehensible to him. Indeed, there is yet another consequence! One could very easily compare the mood prevailing in the first scene of the second drama with the Faustian mood at the beginning of Goethe’s *Faust*; yet it is fundamentally different from that Faustian mood. The Faustian mood actually only implies that one can arrive at a certain kind of skepticism, of doubt regarding all knowledge, and that one then, out of one’s inner human impulse, seeks paths other than the usual paths of knowledge or insight. With Capesius, something else is at play. He is led into deep inner conflict at the very beginning precisely because he comes to recognize doubt—the persistence in ignorance—as humanity’s greatest sin. He comes to realize that in the depths of the human soul lies something that ordinary human consciousness does not initially know, of which it is unaware. A treasure lies there in the deep chambers of our soul. We harbor within us something that, in these deep chambers of the soul, is initially unrecognizable to normal consciousness, and we learn, when we delve into the latter in accordance with the spirit of and true meaning of spiritual science, that it is not merely a selfish longing, but that it is the deepest human duty toward the forces of the macrocosm not to let the treasure that lies within our soul go to waste.
[ 3 ] Man lernt, meine lieben Freunde, daß bei jedem Menschen, der in der Welt vorhanden ist, da unten in den Seelengründen etwas liegt, was einstmals die Götter aus ihrem eigenen Leib, aus ihrer eigenen Substanz in uns hineingelegt haben. Man lernt fühlen, die Götter haben auf ein Stück ihres eigenen Daseins verzichtet, haben sich das gleichsam aus ihrem Fleische gerissen, es von sich weggenommen und es in unsere Seelen hineingelegt. Wir können nun als Menschen ein Zweifaches tun mit diesem Seelenschatze, der ein göttliches Erbteil ist. Wir können aus einer gewissen menschlichen Bequemlichkeit heraus sagen: Ach, was brauche ich Erkenntnis, die Götter werden mich schon selber zu den Zielen führen. - Das tun sie aber nicht, denn sie haben solchen Schatz in unser Inneres gesenkt, damit wir ihn durch unsere Freiheit herausheben. Wir können also diesen Seelenschatz in uns verkommen lassen. Das ist der eine Weg, den die Menschenseele einschlagen kann. Der zweite Weg ist der, daß wir uns unserer höchsten Pflicht bewußt werden gegenüber den himmlischen Mächten und uns sagen: Wir müssen ihn heben, wir müssen ihn heraufbringen aus den verborgenen Tiefen in unser Bewußtsein herein. - Was tun wir denn, wenn wir diesen Seelenschatz heraufholen aus den Tiefen unseres Bewußtseins? Dann geben wir diesem Seelenschatz eine andere Form, als er früher im Leibe der Götter gehabt hat, aber in dieser Form, die er durch uns angenommen hat, geben wir ihn wiederum auf geheimnisvolle Weise den Göttern zurück. Mit unserer Erkenntnis betreiben wir keine persönliche Angelegenheit, mit unserer Erkenntnis tun wir nicht etwas, was bloß unserem Egoismus dienen soll, wir tun nichts Geringeres, als daß wir das Gut, das edle Erbgut, das uns die Götter gegeben haben, ihnen wiederum in der veränderten Form, die es durch uns bekommen soll, zurückbringen in die höheren Welten, damit sie es mit uns wieder haben. Wenn wir aber den Seelenschatz verfallen lassen in uns, dann treiben wir im wahrsten Sinne Egoismus, denn alsdann bleibt dieser Seelenschatz unwiederbringlich für den Weltenprozeß verloren: der Götter Erbteil lassen wir verwesen, wenn wir nicht erkennen wollen in uns.
[ 3 ] One learns, my dear friends, that within every human being in the world there lies, deep in the depths of the soul, something that the gods once placed within us from their own bodies, from their own substance. One learns to feel that the gods have renounced a part of their own existence, have, as it were, torn it from their own flesh, taken it away from themselves, and placed it within our souls. We can now, as human beings, do two things with this treasure of the soul, which is a divine inheritance. Out of a certain human complacency, we might say: “Oh, what do I need knowledge for? The gods will lead me to my goals themselves.”—But they do not do that, for they have placed such a treasure within us so that we might draw it out through our freedom. We can therefore allow this treasure of the soul to decay within us. That is one path the human soul can take. The second path is that we become aware of our highest duty toward the heavenly powers and say to ourselves: We must lift it up; we must bring it up from the hidden depths into our consciousness. - What do we do, then, when we bring this treasure of the soul up from the depths of our consciousness? Then we give this treasure of the soul a different form than it formerly had in the body of the gods, but in this form, which it has taken on through us, we in turn return it to the gods in a mysterious way. With our knowledge, we are not pursuing a personal matter; with our knowledge, we are not doing something that is meant merely to serve our egoism; we are doing nothing less than returning the good, the noble heritage that the gods have given us, back to them in the higher worlds in the transformed form it is to receive through us, so that they may have it again with us. But if we allow the treasure of the soul to decay within us, then we are, in the truest sense, indulging in selfishness, for then this treasure of the soul is irretrievably lost to the world process: we let the gods’ inheritance rot if we refuse to recognize it within ourselves.
[ 4 ] Des Capesius’ Stimmung geht daraus hervor. Er fühlt in der ersten Szene des zweiten Dramas, daß es seine Pflicht ist, nicht im Zweifel zu verharren, nicht etwa stehenzubleiben bei der Empfindung, man könne nichts wissen, sondern daß es in höherem Sinne eine Pflichtverletzung gegen die kosmischen Mächte wäre, den Seelenschatz verwesen zu lassen. Er fühlt sich nur im Beginne unfähig, die Werkzeuge seines Leibes zu gebrauchen, um diesen Seelenschatz zu heben. Und das ist die Diskrepanz in seiner Seele, das ist nichts Faustisches mehr. Er sagt sich vielmehr: Du mußt erkennen, du darfst gar nicht im Nichterkennen verharren und dich etwa dem Gefühl hingeben, wie schwach die Kräfte sind, die wir zunächst als Resultat unseres gewöhnlichen Lebens zu unserer Verfügung haben, um den angedeuteten Seelenschatz zu heben. - Da gibt es dann nur ein einziges: Vertrauen haben zu der eigenen Seele. Wenn sie in Geduld nach und nach entwickelt, was in sie gelegt ist, dann müssen ihr die Kräfte, die sie jetzt noch schwach fühlt, immer mehr und mehr wachsen, so daß sie ihre Pflicht gegenüber den kosmischen Mächten wirklich erfüllen kann. Dieses Vertrauen in die Tragkraft und Fruchtbarkeit der menschlichen Seele muß uns tragen, wenn wir oftmals, weil wir nur die aus der Vergangenheit erworbene Kraft mitbringen, ratlos und furchtsam stehen, wenn es uns erscheint: Du mußt, und du kannst nicht in diesem Augenblick!
[ 4 ] Capesius’s state of mind is evident from this. In the first scene of the second drama, he feels that it is his duty not to remain in doubt, not to dwell on the feeling that one can know nothing, but that, in a higher sense, it would be a dereliction of duty toward the cosmic powers to let the treasure of the soul go to waste. He feels, at first, incapable of using the tools of his body to raise this treasure of the soul. And that is the discrepancy in his soul; it is no longer anything Faustian. Rather, he tells himself: You must recognize; you must not remain in ignorance and, for example, give in to the feeling of how weak the powers are that we initially have at our disposal as a result of our ordinary life to lift the soul’s treasure alluded to. - There is then only one thing: to have trust in one’s own soul. If it patiently develops, little by little, what has been placed within it, then the powers that it now still feels to be weak must grow more and more, so that it can truly fulfill its duty toward the cosmic powers. This trust in the capacity and fruitfulness of the human soul must sustain us when we often stand helpless and fearful—because we bring with us only the strength acquired from the past—when it seems to us: You must, and you cannot at this moment!
[ 5 ] Alle Prüfungen der Seele spielen sich im Grunde genommen so ab, daß wir vor dieser Furcht oder vor dieser Ohnmacht zurückschaudern. Und nur wenn wir in uns jene Seelenstärke finden, die aus dem Vertrauen zu sich selbst hervorgeht, aus dem Vertrauen, das uns allmählich durch die Vertiefung in die Geisteswissenschaft heranwächst, nur dann können wir solche Prüfungen im wahren Sinne des Wortes bestehen.
[ 5 ] All trials of the soul essentially unfold in such a way that we shudder at this fear or this sense of powerlessness. And only when we find within ourselves that strength of soul which springs from self-confidence—from the confidence that gradually grows within us through our deepening engagement with spiritual science—only then can we pass such trials in the true sense of the word.
[ 6 ] Sie werden es schon gesehen haben aus alledem, was der Geist dieser Vorträge war, daß in den Menschen herein, in seine ganze Natur und Wesenheit im Grunde genommen zwei Weltenströmungen spielen. Um diese zwei Weltenströmungen wirklich im Menschen zu harmonisieren, dazu gehört Seelenstärke, dazu gehört die Kraft, sich mutig und kühn den beiden Strömungen entgegenzuhalten. Das sehen Sie nun ganz deutlich ausgedrückt am Ende des zweiten Dramas «Die Prüfung der Seele». Da sehen wir, wie Capesius durchgegangen ist durch wichtige okkulte Erlebnisse, wie er einen Blick tun durfte in seine vorhergehende Inkarnation, wie er sich kennenlernen durfte, so wie er vor Jahrhunderten auf unserer Erde war. Und dann finden Sie einen Ausspruch, den man wahrhaft nicht leicht nehmen soll, den Ausspruch, daß die Erkenntnis des einen Lebens uns Pflichten auferlegt für viele Leben, nicht bloß für eines. Denken Sie nur einmal, meine lieben Freunde, daß man da sieht, wenn man in die vorhergehende Inkarnation zurückblickt, wie man zu dem oder jenem Menschen gestanden hat, was man an dem oder jenem Menschen verschuldet hat, so daß man sein Lebenskonto in einem weiten Maße belastet fühlt, wenn man diesen Blick in die vorhergehende Inkarnation getan hat. Dann tritt eines vor unsere Seele hin, was uns recht mutlos machen könnte. Wir erkennen: Du kannst in deiner gegenwärtigen Inkarnation gar nicht alles gutmachen, was du auf deinem Schuldkonto auf dich geladen hast. — Es entsteht allerdings bei vielen Menschen die tiefste Sehnsucht, möglichst viel gutzumachen, aber sie entsteht aus Egoismus. Denn das eine ist ganz unerträglich für die meisten Menschen und ihren Egoismus: daß sie vieles, vieles von diesem Schuldkonto durch die Todespforte hindurchtragen sollen, daß sie wissen: Du mußt sterben und mußt in die nächste Inkarnation hinein dieses oder jenes von deinem Schuldkonto mitnehmen. — Diese Kühnheit aber, sich frei und ehrlich zu gestehen: Du hast Schlechtigkeit auf deiner Seele -, die erfordert eine hohe Egoismuslosigkeit, während im allgemeinen der Mensch dazu veranlagt ist, so gut sein zu wollen, als seine Vorstellung von dem, wie ein Mensch gut sein kann, reicht. Wer wirklich okkulte Erfahrungen dieser Art gemacht hat, der muß sich seine Schlechtigkeit rückhaltlos gestehen können und sogar sich sagen können, daß es unmöglich ist, alles schon in diesem Leben gutzumachen.
[ 6 ] You will have already seen from the spirit of these lectures that, deep down, two world currents are at work within the human being, within his entire nature and being. To truly harmonize these two world currents within the human being requires strength of soul; it requires the power to stand up to both currents with courage and boldness. You can see this expressed quite clearly at the end of the second drama, “The Trial of the Soul.” There we see how Capesius has gone through significant occult experiences, how he was allowed to glimpse his previous incarnation, how he was able to get to know himself as he was on our Earth centuries ago. And then you find a statement that one truly should not take lightly—the statement that the knowledge of one life imposes duties upon us for many lives, not merely for one. Just think for a moment, my dear friends, that when one looks back into a previous incarnation, one sees how one stood in relation to this or that person, what one owes to this or that person, so that one feels one’s life account heavily burdened after taking this look into the previous incarnation. Then something steps before our soul that could make us quite despondent. We realize: You cannot possibly make amends in your present incarnation for everything you have accumulated on your debt account. — However, a deep longing arises in many people to make amends as much as possible, but it arises from selfishness. For one thing is utterly unbearable for most people and their selfishness: that they must carry much, much of this debt through the gate of death, that they know: You must die and must take this or that from your debt into the next incarnation. — But this boldness to freely and honestly admit to oneself: You have wickedness on your soul—requires a high degree of selflessness, whereas in general, human beings are inclined to want to be as good as their conception of how a human being can be good allows. Anyone who has truly had occult experiences of this kind must be able to admit their wickedness unreservedly and even tell themselves that it is impossible to make amends for everything in this life alone.
[ 7 ] Romanus sagt das mit einem Worte, das paradigmatisch sein will, sagt, daß es notwendig ist, Schuld aus dem vorhergehenden Leben hindurchzutragen durch die Pforte des Todes, kühn entgegenzublicken dem Augenblick, da der Wächter vor uns steht, der uns unser Schuldkonto vorhält. Das sagt Romanus in der «Prüfung der Seele», und es ist notwendig, daß wir dieses berücksichtigen. Da stehen wir vor der anderen Strömung, die man so bezeichnen könnte: Wenn der Mensch nun nicht jene triviale Selbsterkenntnis, sondern wirkliche Selbsterkenntnis übt, wenn er wirklich etwas wissen lernt von seiner innersten Wesenheit, dann findet er in der Regel etwas, was er durchaus nicht haben möchte, was ihm nicht nur unbequem im höchsten Grade, sondern, wenn es wirklich auftritt, zerschmetternd für ihn ist. — Vergleichen Sie mit dieser Grundempfindung der menschlichen Seele, die etwas Zerschmetterndes hat, was in so vielen Seelen herrscht, auch wenn sie schon gewisse Bekanntschaft haben mit der Geisteswissenschaft. Wie oftmals kann das Wort gehört werden: Ach, ich tue das aus reiner Selbstlosigkeit heraus, ich will nichts für mich, und so weiter. Vielleicht gerade dann, wenn man am allermeisten für sich selber will, dann maskiert, kaschiert man sich das dadurch, daß man sagt: Ich will das nicht für mich haben. — Das ist eine alltägliche Erfahrung. Besser aber ist es, daß man sich gesteht, wie es wirklich ist, daß man im Grunde genommen auch die scheinbar selbstlosesten Handlungen für sich haben will. Denn dadurch legt man eine Grundlage, um nach und nach das Bild ertragen zu lernen, das einem der Hüter der Schwelle, der Wächter gegenüber der geistigen Welt, wirklich entgegenstellt.
[ 7 ] Romanus expresses this in a single phrase intended to be paradigmatic, stating that it is necessary to carry the guilt of our previous life through the gate of death, boldly facing the moment when the guardian stands before us, holding our account of guilt up to us. This is what Romanus says in the “Examination of the Soul,” and it is necessary that we take this into account. Here we face the other current, which one might describe as follows: If a person now practices not that trivial self-knowledge, but true self-knowledge, if they truly learn something about their innermost being, then they usually find something they would absolutely not want to have, something that is not only extremely uncomfortable for them, but, if it truly arises, shattering for them. — Compare this with that fundamental feeling of the human soul, which has something shattering about it, that prevails in so many souls, even if they are already somewhat acquainted with spiritual science. How often can one hear the words: “Oh, I do this out of pure selflessness; I want nothing for myself,” and so on. Perhaps it is precisely when one wants something most of all for oneself that one masks and conceals this by saying: “I do not want this for myself.” — This is an everyday experience. It is better, however, to admit to oneself how it really is—that, deep down, one wants even the most seemingly selfless actions for oneself. For in doing so, one lays a foundation for gradually learning to bear the image that the Keeper of the Threshold, the guardian facing the spiritual world, truly sets before one.
[ 8 ] Und nun werfen wir in höherem Sinne die Frage auf: Warum finden wir denn so vieles unharmonisch in uns? Was bewirkt es denn eigentlich, daß wir so vieles Unharmonische in uns finden? Ja, sehen Sie, das hängt zusammen mit der ganzen Menschheitsentwickelung. Man muß sich schon darauf einlassen, diese Menschheitsentwickelung etwas gründlicher zu betrachten, wenn man verstehen will, warum der Mensch gerade dann, wenn er tiefer in seine Natur und Wesenheit hineintaucht, so vieles Unharmonische findet. Setzen wir also jetzt einmal für den Augenblick voraus, daß da ein tiefer Seelenschatz in uns verborgen ist, der für das heutige normale Bewußtsein gänzlich unbewußt eigentlich ist, daß wir, wenn wir ihn in unseren Seelenprüfungen auffinden, dann unendlich viel Disharmonisches auf dem Grunde unserer Seele finden, vieles, vor dem wir zurückschaudern, zurückschrecken können, uns zerschmettert fühlen können. Was ist es, was wir da in uns tragen? Wir wissen alle, daß die Menschheitsentwickelung eine sehr komplizierte war, bevor der Mensch seine gegenwärtige Stufe erreicht hat. Wir wissen, daß der Mensch, um zu seiner heutigen Gestaltung zu kommen, die alte Saturn-, Sonnen- und Mondenentwickelung durchmachen mußte und daß er dann erst in die Erdenentwickelung eintrat. Wenn einmal in einem weiteren Kreise bekannt sein wird, wie kompliziert eigentlich die wahren Tatsachen des Lebens sind, wie man gar nichts verstehen kann von dem, was der Mensch ist und was den Menschen umgibt, ohne daß man zurückblickt auf diese Saturn-, Sonnen- und Mondenentwickelung, dann wird man sehen, wie unendlich naiv es ist, was unsere heutige abstrakte Wissenschaft darbietet, wie sehr diese Wissenschaft eigentlich nur an der Oberfläche der Dinge haften bleibt. Durch die Saturn-, Sonnen- und Mondenentwickelung hat sich langsam vorbereitet und ausgestaltet, was wir als die viergliedrige Wesenheit des Menschen heute haben. Und als die Mondenentwickelung abgelaufen war, war der Mensch auf einer bestimmten Höhe der Entwickelung angelangt. Die Zeit zwischen der Monden- und der Erdenentwickelung ist dann damit ausgefüllt worden, daß das Geistige, was auf dem Monde vom Menschen vorhanden war, verarbeitet wurde zum neuen Keime der Erdenentwickelung.
[ 8 ] And now let us pose the question in a broader sense: Why do we find so much disharmony within ourselves? What actually causes us to find so much disharmony within ourselves? Yes, you see, this is connected to the entire development of humanity. One really must be willing to examine this development of humanity a bit more thoroughly if one wants to understand why human beings find so much disharmony precisely when they delve deeper into their nature and being. So let us assume for a moment that there is a deep treasure of the soul hidden within us, one that is actually completely unconscious to today’s normal consciousness, and that when we discover it in our soul’s trials, we find an infinite amount of disharmony at the bottom of our soul, much that may make us shudder, recoil, or feel shattered. What is it that we carry within us? We all know that human evolution was a very complicated process before humanity reached its present stage. We know that in order to reach its present form, humanity had to pass through the ancient Saturn, Sun, and Moon phases of development, and only then did it enter the Earth phase of development. Once it becomes known to a wider circle just how complex the true facts of life actually are, and that one cannot understand anything about what a human being is and what surrounds them without looking back at these Saturn, Sun, and Moon phases, then one will see how infinitely naive the offerings of our modern abstract science are, how much this science actually remains stuck on the surface of things. Through the Saturn, Sun, and Moon phases, what we now have as the fourfold nature of the human being was slowly prepared and developed. And when the lunar evolution had run its course, the human being had reached a certain stage of development. The time between the lunar and the terrestrial evolution was then filled by the spiritual element that had been present in the human being on the Moon being processed into the new seed of terrestrial evolution.
[ 9 ] Wie ist nun der Mensch als Ergebnis der Saturn-, Sonnen- und Mondenentwickelung auf unserer Erde angekommen? Wir haben uns diese Frage von den verschiedensten Seiten her schon beantwortet. Wir wollen heute noch eine neue Seite hinzufügen. Denn das, was eigentliche okkulte Tatsachen sind, kann man nicht dadurch erkennen, daß man ein paar abstrakte Begriffe hinpfahlt, sondern indem man es sich von allen Seiten beleuchtet und so sich dem nähert, was die Wahrheit ist. Der höheren Wahrheit Wege sind verworren, und nur der kann sie gehen, der in Geduld durch Labyrinthe wandern will. Wie ist der Mensch, als er sein Ergebnis von dem Monde herübergebracht hat, innerhalb der Erdenentwikkelung angekommen? Alles das, was des Menschen heutiger physischer Leib ist, war, als die Erde im Beginne ihrer Entwickelung war, so wie wir es heute im physischen Leibe wahrnehmen, im Grunde genommen noch gar nicht vorhanden. Wenn auch auf dem alten Saturn schon die erste Anlage zu diesem physischen Leibe vorhanden war, wenn auch auf der Sonne und dem Monde diese Anlage sich weiter entwickelte und auf dem alten Monde schon eine hohe Stufe erlangt hatte, so müssen Sie sich doch vorstellen, daß in der Zwischenzeit zwischen Saturn- und Sonnenentwickelung, zwischen Sonnen- und Mondenentwickelung, zwischen Monden- und Erdenentwickelung alles das, was sich als Anlage des physischen Leibes und der anderen Leiber entwickelt hatte, wiederum sich vergeistigt hat. Es ist wieder in übersinnliche Substantialität übergegangen, als der Mond seine Entwickelung abgeschlossen hatte. Da war das Physische, das sich auf dem Saturn entwickelt und sich weiter gestaltet hatte, natürlich nicht ein Physisches, sondern das alles war wiederum in den Geist zurückgenommen, war gleichsam aufgelöst, war darin als Kräfte vorhanden, welche physische Gestaltungen hervorrufen konnten - aber Physisches war nicht vorhanden. Als die Erdenentwickelung begann, war das, was wir den physischen Leib nennen, nicht als ein physischer Leib vorhanden, sondern es war geistig vorhanden, so daß es sich nach und nach zum physischen Leibe verdichten konnte. Es enthielt die Kräfte, die dann zur Verdichtung des physischen Leibes führen konnten. Das müssen wir in Erwägung ziehen. Ja, wir können noch weiter gehen.
[ 9 ] How, then, did humanity arrive on Earth as the result of the Saturn, Sun, and Moon evolutions? We have already addressed this question from a variety of perspectives. Today we wish to add a new perspective. For what are truly occult facts cannot be recognized by merely throwing around a few abstract terms, but rather by examining them from all sides and thus approaching what is truth. The paths to higher truth are convoluted, and only those who are willing to wander through labyrinths with patience can walk them. How did humanity, having brought its legacy from the Moon, arrive within the course of Earth’s development? Everything that constitutes the human physical body today—as we perceive it in the physical body today—was, when the Earth was in the early stages of its development, essentially not yet in existence at all. Even if the first rudiments of this physical body were already present on ancient Saturn, even if these rudiments developed further on the Sun and the Moon and had already reached a high stage on the ancient Moon, you must nevertheless imagine that in the interval between the Saturn and Sun stages of development, between the Sun and Moon stages of development, between the lunar and Earth developments, everything that had developed as the rudiments of the physical body and the other bodies had once again become spiritualized. It had passed back into supersensible substance when the Moon had completed its development. There, the physical that had developed on Saturn and taken further form was, of course, not a physical entity; rather, all of that had been taken back into the spirit, had been dissolved, as it were, and existed therein as forces capable of bringing about physical forms—but there was no physical substance present. When the Earth’s development began, what we call the physical body was not present as a physical body, but it existed spiritually, so that it could gradually condense into the physical body. It contained the forces that could then lead to the condensation of the physical body. We must take this into consideration. Yes, we can go even further.
[ 10 ] Wir wissen, daß wir jetzt in der nachatlantischen Zeit stehen, wissen, daß dieser die atlantische Zeit und die lemurische Zeit vorangegangen sind. Und wir kommen dann, wenn wir hinter die lemurische Zeit zurückgehen, zu noch älteren Zeiten der Erdenentwickelung. Als aber die lemurische Zeit heranrückte, da war der Mensch noch immer nicht als physischer Leib in seiner heutigen Gestalt vorhanden. Da war das, was heute physisch ist, in seinen dichtesten Gebieten im Grunde genommen als Ätherleib vorhanden, das heißt, die Kräfte unseres jetzigen physischen Leibes waren damals wie aufgelöst im Ätherleib. Dieser Ätherleib hatte nur eben solche Kräfte, daß, wenn sie sich ihrer eigenen Natur nach verdichteten, sie dann zu unserem physischen Leibe führen konnten; sie waren also in gewisser Beziehung die Kräfte des physischen Leibes, aber sie waren nicht als physischer Leib vorhanden. Also noch als der Mensch seine lemurische Entwickelung antrat, war im Grunde genommen seine dichteste Leiblichkeit eine ätherische, und alle Verdichtung zu dem physischen Leibe ist erst von der lemurischen Zeit an geschehen. Und diese Verdichtung zum physischen Leib hat sich in einer komplizierten Art vollzogen. Der Mensch war also zunächst für die geistige Anschauung in einem Ätherleibe vorhanden. In diesem Ätherleibe waren jene Kräfte des physischen Leibes, die durch die Saturn-, Sonnen- und Mondenentwickelung erworben waren. Sie hatten die Tendenz, sich zu verdichten, so daß der physische Leib nach und nach entstehen konnte, aber sie waren noch nicht physischer Leib. Der Mensch würde aber nicht so geworden sein, wie er heute ist, wenn sich die Kräfte seines physischen Leibes einfach so verdichtet hätten, wie sie damals veranlagt waren. Wenn das alles, was dazumal im Beginne der lemurischen Zeit Anlage war, im physischen Leibe des Menschen zum Ausdrucke gekommen wäre, dann würde der Mensch auch äußerlich physisch ganz anders aussehen.
[ 10 ] We know that we are now in the post-Atlantean epoch, and we know that this was preceded by the Atlantean and Lemurian epochs. And when we go back beyond the Lemurian epoch, we arrive at even earlier stages of Earth’s development. But when the Lemurian era approached, human beings still did not exist as physical bodies in their present form. What is now physical existed, in its densest regions, essentially as an etheric body; that is to say, the forces of our present physical body were, at that time, as it were, dissolved within the etheric body. This etheric body possessed precisely such forces that, when they condensed according to their own nature, they could then lead to our physical body; they were thus, in a certain sense, the forces of the physical body, but they did not exist as a physical body. Thus, even as humanity began its Lemurian development, its densest physical form was essentially an etheric one, and all densification into the physical body occurred only from the Lemurian period onward. And this densification into the physical body took place in a complex manner. Human beings thus initially existed for spiritual perception in an etheric body. Within this etheric body were those forces of the physical body that had been acquired through the Saturn, Sun, and Moon stages of development. They had a tendency to condense, so that the physical body could gradually come into being, but they were not yet the physical body. However, human beings would not have become what they are today if the forces of their physical body had simply condensed as they were predisposed to do at that time. If everything that was latent at the beginning of the Lemurian epoch had found expression in the human physical body, then human beings would also look quite different physically on the outside.
[ 11 ] Das müssen wir uns gegenwärtig halten, daß in der Tat der Mensch heute anders aussieht, als er veranlagt war in jener Zeit, die wir hinter die alte lemurische Zeit zurückzuverlegen haben. Es haben eben im Laufe der lemurischen, der atlantischen und nachatlantischen Zeit nicht nur diejenigen Kräfte in der menschlichen Natur gewirkt, die dazumal als Anlagen im Menschen vorhanden waren, sondern es haben auch noch andere Kräfte gewirkt. Wenn wir uns nun eine Vorstellung machen wollen, wie die Kräfte des Ätherleibes weiter gewirkt haben, dann können wir uns das am besten veranschaulichen an einem bestimmten Organsystem des menschlichen physischen Leibes. Wir wollen einmal darauf eingehen, wie aus dem Ätherleib heraus zunächst ein Teil der menschlichen Wesenheit seit der alten lemurischen Zeit geworden ist.
[ 11 ] We must bear in mind that human beings today do indeed look different from how they were constituted in that era, which we must place even further back than the ancient Lemurian period. For in the course of the Lemurian, Atlantean, and post-Atlantean periods, it was not only those forces in human nature that were present as predispositions in human beings at that time that were at work, but other forces were also at work. If we now wish to form a conception of how the forces of the etheric body have continued to act, we can best illustrate this by considering a specific organ system of the human physical body. Let us first examine how, since the ancient Lemurian era, a part of the human being has emerged from the etheric body.


[ 12 ] Nehmen wir einmal an, es würde uns diese Zeichnung vergegenwärtigen den Atherleib des Menschen, wie er war, als die Erdenentwickelung vor der lemurischen Epoche begann. In diesem Atherleibe sind die mannigfaltigsten Strömungen, sind die mannigfaltigsten Kräfterichtungen, die das Ergebnis der alten Saturn-, Sonnen- und Mondenentwickelung sind. Von diesen Kräften, die da darin sind, von diesen Strömungen wollen wir etwas herausheben. Eine gewisse Summe von Strömungen tendierte dahin, richtete ihre Ziele dahin, alles das in dem menschlichen physischen Organismus zustande zu bringen, was wir nennen können die Blutzirkulation mit ihrer Zentralisierung, mit ihrem Mittelpunkt im Herzen. Also, es sind Kräfte, die im alten Saturn-, Sonnen- und Mondenzustand erworben worden sind, die aber im Ätherleib vor der lemurischen Zeit verankert waren, welche sich gleichsam so verdichteten, daß das Blutsystem mit seinem Mittelpunkt, dem Herzen, als Physisches herauskommen konnte. So haben wir jenes Organsystem ins Auge gefaßt, das aus einer bestimmten Art von Kräften unseres Ätherleibes als physische Verdichtung nach und nach von der alten lemurischen Zeit an hervorgegangen ist. Wie Sie sehen können, daß aus einer Lösung von Kochsalz in Wasser sich bei entsprechender Behandlung das Kochsalz herauskristallisiert, eine Kristallgestalt wird, die sich heraushebt aus der Lösung, so ist es im höheren Sinn bei dem, was wir das Blutsystem und das Herz nennen. Es kristallisiert sich heraus aus Kräften des menschlichen Ätherleibes, die eben die Tendenz haben, sich zu diesem physischen Organsystem zu verdichten. Erst im Verlaufe dieser Erdenentwickelung konnten sie sich zu diesem physischen Herzen herausentwickeln.
[ 12 ] Let us suppose that this drawing depicts the etheric body of the human being as it was when the Earth’s evolution began before the Lemurian epoch. Within this etheric body are the most diverse currents, the most diverse directions of force, which are the result of the ancient Saturn, Sun, and Moon evolutions. From these forces that are present there, from these currents, let us highlight one aspect. A certain sum of currents tended toward, directed their aims toward, bringing about within the human physical organism what we can call blood circulation with its centralization, with its center in the heart. Thus, these are forces that were acquired during the ancient Saturn, Sun, and Moon stages, but which were anchored in the etheric body prior to the Lemurian era; they condensed, as it were, in such a way that the blood system, with its center, the heart, could emerge as a physical entity. Thus, we have considered that organ system which, as a physical condensation, gradually emerged from a certain kind of forces in our etheric body, beginning in the ancient Lemurian era. Just as you can see that, when a solution of table salt in water is treated appropriately, the salt crystallizes out, taking on a crystalline form that stands out from the solution—so it is, in a higher sense, with what we call the blood system and the heart. It crystallizes out of forces of the human etheric body that have a tendency to condense into this physical organ system. Only in the course of Earth’s evolution were they able to develop into this physical heart.
[ 13 ] Wir werden noch sehen, warum das erst im Verlaufe der Erdenentwickelung geschah und nicht zum Beispiel schon im Verlaufe der Mondenentwickelung. Was ist denn eigentlich für uns das Blutsystem und das Herzsystem? Verdichtete Ätherwelt, verdichtete Kräfte der Ätherwelt. Für die Erdenentwickelung nun würde für diejenigen Kräfte, die sich da zu unserem Herz- und Blutsystem verdichtet haben, eine Art von Ende, eine Art von Tod eingetreten sein mit dem Momente, wo sie jene Dichte erlangt hätten, die eben unser physisches Herz und das physische Blut, dieses ganze System heute zeigt. Das ist das Bedeutungsvolle und Geheimnisvolle der Erdenentwickelung, daß nicht nur diese Verdichtung stattfand, daß nicht nur die Kräfte, die herübergebracht worden sind von dem alten Saturn, der alten Sonne und dem alten Mond, sich zu einem solchen Organsystem verdichtet haben, daß also nicht nur dasjenige, was im Ätherleibe war, physischer Leib wurde, sondern daß für jedes unserer Organsysteme in der Erdenentwickelung ein Impuls eintritt, durch welchen das, was früher Äther war und sich zu Physischem verdichtet hatte, wiederum aufgelöst, wiederum zurück in den Äther verwandelt wird. So gehört es also zu den wichtigsten Impulsen unserer Erdenentwickelung, daß die Ätherkräfte, nachdem sie sich zu einem Organsystem verdichtet haben, nicht bei diesem Ziel- und Endpunkt gelassen werden, sondern daß gleichsam andere Kräfte, andere Impulse eingreifen, die wiederum auflösen. In demselben Momente, wo unsere menschlichen Organe ihre stärkste Dichtigkeit in der Erdenentwickelung erlangt haben, da lösen gewisse Mächte des Makrokosmos die Substantialitäten dieser Organsysteme wieder auf, so daß das, was früher gleichsam hineingeschlüpft ist in die Organsysteme, jetzt wiederum herauskommt, wiederum sichtbar wird.
[ 13 ] We will see later why this did not happen earlier in the course of the Moon’s evolution, but only in the course of Earth’s evolution. What, then, are the blood system and the heart system for us? They are the condensed etheric world, the condensed forces of the etheric world. For the development of the Earth, however, a kind of end, a kind of death, would have come for those forces that have condensed there into our heart and blood systems at the very moment they attained the density that our physical heart and physical blood—this entire system—exhibit today. This is the significant and mysterious aspect of Earth’s evolution: that not only did this condensation take place, that not only did the forces brought over from the ancient Saturn, the ancient Sun, and the ancient Moon condense into such an organ system—that is, not only did what was in the etheric body became the physical body, but that for each of our organ systems in Earth’s evolution an impulse arises through which that which was formerly ether and had condensed into the physical is dissolved again, transformed back into ether. Thus, one of the most important impulses in our Earth’s development is that the etheric forces, after having condensed into an organ system, are not left at this point of completion, but that other forces, other impulses, intervene, so to speak, to dissolve them once more. At the very moment when our human organs have attained their greatest density in the course of Earth’s development, certain forces of the macrocosm dissolve the substantialities of these organ systems once more, so that what had previously, as it were, slipped into the organ systems now emerges again and becomes visible once more.
[ 14 ] Wir können nun okkult gerade am genauesten bei unserem Herzen und dem durch dasselbe strömenden Blute verfolgen, wie diese Auflösung geschieht, wie also die Erdenimpulse eingreifen in die Substanzen eines solchen Organsystems. Fortwährend strömt, für den hellseherischen Blick wahrnehmbar, von unserem Herzen etwas aus. Wenn Sie das Blut hellseherisch durch den menschlichen Leib pulsieren sehen, dann sehen Sie auch, wie dieses Blut sich gleichsam im Herzen wiederum verdünnt, wie da das Blut wiederum in seinen feinsten Teilen, also nicht in seinen gröberen, sondern in seinen feinsten physischen Teilen sich auflöst und in die Ätherform zurückgeht. Wie das Blut im Äther sich nach und nach gebildet hat, so haben wir jetzt auch schon wiederum im gegenwärtigen Menschenleib den umgekehrten Prozeß. Das Blut ätherisiert sich, und es strömen fortwährend vom Herzen Ätherströme aus, welche gegen den menschlichen Kopf hinströmen, so daß wir den Ätherleib zurückgebildet sehen auf dem Umweg des Blutes. Dasjenige also, was sich kristallisiert hat in der vorlemurischen Zeit aus dem Äther heraus zum menschlichen Blutsystem und dem Herzen, das sehen wir jetzt wiederum sich zurückätherisieren und heraufströmen im menschlichen Ätherleibe zu dem Kopfe. Und würde dieser Teil der menschlichen Ätherströmungen nicht fortwährend vom Herzen nach dem Kopfe strömen, so könnten wir noch so viel versuchen, über die Welt zu denken und von der Welt zu erkennen, wir würden nichts mit dem bloßen Instrumente unseres Gehirns denken können. Unser Gehirn wäre für die Erkenntnis ein ganz unbrauchbares Organ, wenn es nur als physisches Gehirn wirken würde. Man kann sich aus dem Okkultismus heraus eine Vorstellung davon machen, wie das Gehirn wirken würde, wenn es heute auf sich selbst angewiesen wäre. Da würde der Mensch nur das denken können, was sich auf die inneren Bedürfnisse seines Leibes bezieht. Er würde denken können zum Beispiel: Ich habe jetzt Hunger, ich habe jetzt Durst, ich will jetzt diesen oder jenen Trieb befriedigen. - Der Mensch würde nur das denken können, was sich auf seine eigenen leiblichen Bedürfnisse bezieht, würde, wenn er bloß auf sein physisches Gehirn angewiesen wäre, der denkbar größte Egoist sein. So aber wird unser Gehirn fortwährend durchströmt von jenen feinen substantiellen Ätherströmungen, die vom Herzen herauf fließen. Diese Ätherströmungen haben eine unmittelbare Verwandtschaft zu einem zarten, wichtigen Organ des Gehirns, zu der sogenannten Zirbeldrüse. Sie umspülen und umsprühen fortwährend die Zirbeldrüse. Die Zirbeldrüse wird von diesen feinen Ätherströmungen umglüht, und ihre Bewegungen als physisches Gehirnorgan sind im Einklange mit den Ätherströmungen, welche ich Ihnen so als vom Herzen ausgehend geschildert habe. Dadurch aber stehen diese Ätherbewegungen wiederum mit dem physischen Gehirn in Verbindung, prägen dem physischen Gehirn zu der egoistischen Erkenntnis dasjenige ein, was uns möglich macht, von der Außenwelt, von dem, was wir nicht selbst sind, etwas zu erkennen. Auf dem Umwege durch unsere Zirbeldrüse wirkt also unser ätherisiertes Blutsystem wiederum zurück auf unser Gehirn. Eine nach einer gewissen Richtung noch genauere Ausführung dieser Tatsache werden Sie finden, wenn die Vorträge erscheinen werden, welche ich als «Okkulte Physiologie» in Prag gehalten habe; da habe ich einiges von einer anderen Seite her gerade über die Funktion der Zirbeldrüse angeführt.
[ 14 ] It is precisely in our heart and the blood flowing through it that we can most accurately observe, through occult means, how this dissolution takes place—that is, how earthly forces intervene in the substances of such an organ system. Something constantly flows out from our heart, perceptible to the clairvoyant eye. If you see the blood pulsating through the human body with clairvoyant vision, you will also see how this blood, as it were, becomes diluted again in the heart, how there the blood dissolves again into its finest parts—that is, not into its coarser parts, but into its finest physical parts—and returns to the etheric form. Just as the blood gradually formed in the ether, so too do we now have the reverse process taking place in the present human body. The blood becomes etheric, and streams of ether continually flow out from the heart, flowing toward the human head, so that we see the etheric body being re-formed through the circuit of the blood. So what crystallized out of the ether in the pre-Lemurian era to form the human blood system and the heart, we now see re-etherizing and flowing upward in the human etheric body toward the head. And if this part of the human etheric currents were not constantly flowing from the heart to the head, no matter how much we might try to think about the world and gain knowledge of it, we would be unable to think anything using the mere instrument of our brain. Our brain would be a completely useless organ for cognition if it were to function solely as a physical brain. One can form an idea from occultism of how the brain would function if it were left to its own devices today. Then a person would be able to think only of what relates to the inner needs of their body. They would be able to think, for example: I am hungry now, I am thirsty now, I want to satisfy this or that impulse now. - Human beings would be able to think only of what relates to their own physical needs; if they were to rely solely on their physical brain, they would be the most egotistical beings imaginable. But as it is, our brain is constantly permeated by those subtle, substantial etheric currents that flow upward from the heart. These etheric currents have a direct connection to a delicate, important organ of the brain, the so-called pineal gland. They constantly wash over and bathe the pineal gland. The pineal gland is enveloped by these subtle etheric currents, and its movements as a physical brain organ are in harmony with the etheric currents that I have described to you as emanating from the heart. Through this, however, these etheric movements are in turn connected to the physical brain, imprinting upon the physical brain—in addition to egoistic consciousness—that which enables us to perceive something of the external world, of that which we ourselves are not. Thus, via the detour through our pineal gland, our etherized blood system in turn acts back upon our brain. You will find a more precise elaboration of this fact in a certain direction when the lectures I gave in Prague as “Occult Physiology” are published; there I have discussed the function of the pineal gland from a different perspective.
[ 15 ] So sehen wir, daß wir nicht nur einen Prozeß haben innerhalb des Erdenwerdens, der zu einer Verdichtung führt, sondern auch wiederum eine Rückverdünnung. Wenn wir das ins Auge fassen, so müssen wir sagen: Also tragen wir in uns Kräfte, die gewissermaßen rückgebildet werden zu der Gestalt, die sie schon hatten während der alten Saturn-, Sonnen- und Mondenentwickelung. Der Mensch, so wie er es heute in sich trägt, weiß ja durch sein gewöhnliches Bewußtsein nichts von diesem wunderbaren Kräftespiel in seinem Ätherleib, das eine Kommunikation herstellt zwischen seinem Herzen und seinem Gehirn. Derjenige, welcher im Verlaufe einer okkulten Entwickelung zum Bewußtsein davon kommt, der wird in einer eigenartigen Weise dieser Ätherströmungen gewahr. Hier liefert die Selbsterkenntnis etwas höchst Merkwürdiges, etwas höchst Bedeutungsvolles. Da lernt man erkennen, wie diese Kräfte aus dem Herzen heraufströmen zum Gehirn, um dieses Gehirn so zu gestalten, daß es der Mensch als Werkzeug seines Seelenlebens brauchen kann. Aber man merkt sogleich, daß diese Kräfte, man möchte sagen, nicht ungeschoren hindurchgegangen sind durch die menschliche Organisation, daß der Mensch sie nicht so entläßt, wie sie hineingegangen sind in sein Herz. Alles, was der Mensch mittlerweile entwickelt hat, aus dem Unbewußten heraus entwickelt hat an niederen Trieben, Begierden, an alledem, was sich in seine Natur hineinbegeben hat, das wird wiederum mit hineingetragen in die Ätherströmung, die wir aus dem Herzen heraus bilden. So haben wir sie gleichsam in der alten lemurischen Zeit in gewisser Beziehung als reine Ätherströmung erhalten, die keine andere Gier, keinen anderen Willen hatte, als sich zu dem wunderbaren, weisheitsvollen Bau unseres Herzens zu verdichten. Dann haben wir gelebt als physische Menschen mit diesem Herzen und Blutsystem, haben auf der Erde verschiedene Inkarnationen durchgemacht, ohne daß wir etwas wußten von dieser Verdichtung unseres alten Ätherleibes zum physischen Teile des Herzens und Blutsystems. Und wir ha ben uns durchdrungen mit all dem, was an Begierden, an Sehnsüchten, an Sympathien und Antipathien, an Affekten und Leidenschaften, an Gewohnheiten, an Irrtümern durch uns gezogen ist, und von diesem allem ist der Ätherleib, der nun neu ersteht, der nun hinaufgeht zum Gehirn, getrübt, durchsetzt. Das schicken wir von unserem Herzen mit hinauf, und dessen werden wir jetzt gewahr in wirklicher Selbsterkenntnis. Wir werden gewahr, daß wir dasjenige, was wir von den Göttern selbst in der Tiefe unseres Leibeslebens erhalten haben, den Göttern nicht wiederum in der gleichen Art zurückgeben können, sondern verunreinigt durch unsere eigene Wesenheit. Wir müssen uns nun nach und nach nähern dem, was eben jetzt als eine Art Unreinheit unseres eigenen Wesens geschildert worden ist.
[ 15 ] Thus we see that within the process of the Earth’s formation, we have not only a process leading to densification, but also, conversely, a process of rarefaction. When we consider this, we must say: Thus we carry within us forces that, in a sense, are regressing to the form they already had during the ancient Saturn, Sun, and Moon evolutions. The human being, as he carries it within himself today, knows nothing through his ordinary consciousness of this wondrous interplay of forces in his etheric body, which establishes a communication between his heart and his brain. Those who, in the course of occult development, become conscious of this, become aware of these etheric currents in a peculiar way. Here, self-knowledge reveals something most remarkable, something most significant. One learns to recognize how these forces flow upward from the heart to the brain, shaping this brain so that the human being can use it as an instrument of their soul life. But one immediately notices that these forces, one might say, have not passed through the human organism unscathed, that the human being does not release them as they entered his heart. Everything that the human being has developed in the meantime, developed from the unconscious in terms of base instincts, desires, and all that has entered into his nature—all of this is in turn carried into the etheric current that we form from the heart. Thus, in the old Lemurian era, we received it, as it were, in a certain sense as a pure etheric current that had no other greed, no other will, than to condense into the wondrous, wisdom-filled structure of our heart. Then we lived as physical human beings with this heart and circulatory system, undergoing various incarnations on Earth without knowing anything of this condensation of our old etheric body into the physical part of the heart and circulatory system. And we have been permeated by all that has passed through us in the form of desires, longings, sympathies and antipathies, emotions and passions, habits, and errors, and the etheric body, which is now emerging anew, which is now ascending to the brain, is clouded and permeated by all of this. We send this up from our heart, and we now become aware of it in true self-knowledge. We become aware that we cannot return to the gods in the same way that which we have received from the gods themselves in the depths of our bodily life, but rather return it defiled by our own being. We must now gradually approach what has just been described as a kind of impurity of our own being.
[ 16 ] Wenn wir das verstehen wollen, dann müssen wir uns folgendes vorhalten: Als die Saturnentwickelung begonnen hat, besser gesagt, bevor sie noch begonnen hat, da ist die Ätherströmung aller Menschheit und aller Erdenentwickelung, auf die wir hingedeutet haben, noch eine einzige, und eigentlich entsteht in dem Momente, wo die Saturnentwickelung einsetzt, der Zwiespalt, die Zweiheit in den Kräften des Makrokosmos. Auch darauf werden wir noch weisen, warum das entstanden ist; jetzt wollen wir nur die Tatsache anführen. Erst mit dem Momente, da die Saturnentwickelung beginnt, setzt die Zweiheit in allem makrokosmischen Wirken ein. Diese Zweiheit deutet die griechische Mythologie dadurch an, daß sie den alten Saturn, oder Kronos, wie ihn die alten Griechen nannten, zugleich zum Gegner seines Vaters, des Uranos, macht, und dadurch ist zugleich angezeigt, daß sie sich bewußt ist, daß ursprünglich eine Einheit aller makrokosmischen Kräfte vorliegt. Als aber der alte Saturn oder Kronos sich zu kristallisieren beginnt, da widersetzt sich sogleich etwas, was in diesen Kronos hineingeheimnißt ist, der universellen Entwickelung. Es tritt ein Zwiespalt auf, und wenn wir heute dabei bleiben wollen, was ausgeführt worden ist, dann können wir sagen: Die ganze Summe der göttlich-geistigen Wesenheiten, die damals in der Entwickelung gewaltet hat, als der Saturn mit seinem Werden einsetzte, spaltete sich in sich gewissermaßen, so daß wir jetzt eine Entwickelungsströmung, welche unmittelbar beteiligt ist an alledem, was durch Saturn, Sonne und Mond bis zu unserer Erde herauf geschieht, und eine andere Strömung neben dieser Hauptströmung haben.
[ 16 ] If we want to understand this, we must bear the following in mind: When the Saturn evolution began—or rather, before it had even begun—the etheric current of all humanity and all earthly evolution, to which we have referred, was still a single entity; and in fact, at the very moment the Saturn evolution begins, a dichotomy, a duality, arises within the forces of the macrocosm. We will also point out later why this came about; for now, we will simply state the fact. It is only at the moment when the Saturn evolution begins that duality sets in within all macrocosmic activity. Greek mythology alludes to this duality by making the ancient Saturn, or Kronos, as the ancient Greeks called him, simultaneously the adversary of his father, Uranus; and this simultaneously indicates that it is aware that originally there was a unity of all macrocosmic forces. But when the ancient Saturn or Kronos begins to crystallize, something that is hidden within this Kronos immediately opposes universal development. A conflict arises, and if we wish to remain with what has been explained, we can say: The entire sum of the divine-spiritual beings who were active in the development at that time, when Saturn began its evolution, split within itself, so to speak, so that we now have a current of development that is directly involved in everything that occurs through Saturn, the Sun, and the Moon up to our Earth, and another current alongside this main current.
[ 17 ] Wenn ich einen groben Vergleich gebrauchen soll, so können Sie sich diese Nebenströmung etwa vorstellen, wenn Sie sich das Verhältnis der Luft, der Atmosphäre, welche die Erde umgibt, denken als eine feinere Substanz zu den dichteren Partien der Erde, zum Wasser und zur festen Erde. So könnten wir uns auch vorstellen, daß eine dichtere Entwickelung über Saturn, Sonne und Mond geht, daß aber diese dichtere Entwickelung immer eingehüllt ist von einer dünneren Entwickelung. Wir könnten uns gleichsam vorstellen, daß der alte Saturn, die alte Sonne und der alte Mond ihre göttlich-geistigen Wesenheiten unmittelbar auf sich wirkend haben in ihrer eigenen Substanz, daß aber immer im Umkreis andere göttlich-geistige Wesenheiten sind, die ihrerseits die geistigen Wesenheiten, welche in Saturn, Sonne und Mond unmittelbar wirken, umgeben, wie die Luft die Erde umgibt. Wir haben damit zwei Götter- oder Geistesreiche angedeutet, von denen das eine unmittelbar an allem teilnimmt, in alles eingeht, was aufeinanderfolgend auf Saturn, Sonne und Mond geschieht; die andere Göttergeneration, die andere Reihe von Göttern hält sich gleichsam etwas fern, greift nur von außen, mittelbar ein, und wir müssen uns jetzt eine Vorstellung davon machen, wie sich die eine Götterart zu der anderen Götterart verhält. Und ich bitte, jetzt wohl darauf zu achten, wie das Verhältnis der eigentlich umfassenderen Götter, die sich unmittelbar beteiligen an der Saturn-, Sonnen- und Mondenentwikkelung, zu den anderen Göttern ist, die gleichsam diese Weltenkugel in ihrer Aufeinanderfolge umschweben.
[ 17 ] If I were to use a rough comparison, you can imagine this secondary current by thinking of the relationship between the air—the atmosphere that surrounds the Earth—as a finer substance compared to the denser parts of the Earth, such as water and solid land. In this way, we could also imagine that a denser development extends over Saturn, the Sun, and the Moon, but that this denser development is always enveloped by a thinner development. We could, as it were, imagine that the ancient Saturn, the ancient Sun, and the ancient Moon have their divine-spiritual beings acting directly upon them within their own substance, but that there are always other divine-spiritual beings in the surrounding sphere who, in turn, surround the spiritual beings acting directly within Saturn, the Sun, and the Moon, just as the air surrounds the Earth. We have thus indicated two realms of gods or spirits, one of which participates directly in everything, entering into everything that successively occurs in Saturn, the Sun, and the Moon; the other generation of gods, the other series of gods, keeps itself somewhat at a distance, so to speak, intervening only from the outside, indirectly, and we must now form a conception of how one type of god relates to the other. And I ask you now to pay close attention to how the relationship stands between the actually more comprehensive gods, who participate directly in the development of Saturn, the Sun, and the Moon, and the other gods who, as it were, circle this globe in its succession.
[ 18 ] Sie können sich am besten eine Vorstellung davon machen, wie das ist, wenn Sie zunächst auf den Menschen selber einige Blicke werfen. Nehmen Sie die menschliche Seele; sie denkt. Was heißt das: sie denkt? Das heißt, sie bringt Gedanken hervor. Das ist ein Prozeß, der sich in uns abspielt und der da macht, daß wir auf der einen Seite dieses reale Seelenwesen sind und auf der anderen Seite unsere Gedanken fortwährend aufsteigen, gleichsam diese Seele fortwährend einhüllen. Der Mensch mit seinem Denken ist auch als Seelenwesen noch auf einer verhältnismäßig untergeordneten Stufe der Weltorganisation. Diejenigen Wesenheiten, die wir jetzt als Götter bezeichnet und in zwei Strömungen unterschieden haben, stehen auf einer weit höheren Stufe. Denken Sie sich einmal, der Mensch wäre nicht nur imstande, seine Gedanken als bloße Gedanken zu fassen, sondern die menschliche Seele wäre so stark, daß dasjenige, was sie denkt, gleich darauf eine Wesenheit würde, daß wir unsere Gedanken als Wesenheiten gebären würden, daß, wenn wir einen Gedanken fassen würden, er schon wirklich dastehen würde. In gewisser Weise bleibt er in der Akasha-Chronik, aber er verdichtet sich nicht so, daß der Mensch ihn als Realität vor sich hat. Denken Sie sich, wir würden nicht Gedanken denken, sondern mit jedem Gedanken würden wir eine Wesenheit hervorbringen. Dann haben wir erfaßt, was innerhalb der göttlich-geistigen Welt geschieht. Die in schönster Harmonie, in schönster Einheit lebenden Götter, die da waren vor dem alten Saturn, stellten sich selber vor: sie dachten. - Nur waren ihre Gedanken nicht so wie die menschlichen Gedanken, daß man sie irreal nennen muß, sondern sie waren Wesenheiten, waren andere Götter. So daß wir Göttergenerationen haben, die ursprünglich durch sich selbst in ihrer Realität sind, und andere, die einfach die realen Vorstellungen der unmittelbar mit Saturn, Sonne und Mond verknüpften Götter sind. Das sind die Gottheiten, welche gleichsam umschweben die in ihrer Entwickelung befindliche Weltenkugel von Saturn, Sonne und Mond.
[ 18 ] The best way to get an idea of what this is like is to first take a closer look at human beings themselves. Take the human soul; it thinks. What does that mean: it thinks? It means it produces thoughts. This is a process that takes place within us and which causes us, on the one hand, to be this real soul-being and, on the other hand, to have our thoughts continually rising up, as it were, continually enveloping this soul. Human beings, with their thinking, are still, even as soul beings, at a relatively lower level of the world’s organization. Those beings whom we have now designated as gods and distinguished into two streams stand at a far higher level. Just imagine if human beings were not only able to grasp their thoughts as mere thoughts, but if the human soul were so strong that whatever it thinks would immediately become a being, that we would give birth to our thoughts as beings, that when we conceived a thought, it would already truly exist. In a certain sense, it remains in the Akashic Records, but it does not solidify to the point where the human being has it before them as reality. Imagine that we would not merely think thoughts, but with every thought we would bring forth a being. Then we have grasped what takes place within the divine-spiritual world. The gods, living in the most beautiful harmony and unity, who existed before the ancient Saturn, conceived of themselves: they thought. — Only their thoughts were not like human thoughts, which one must call unreal, but they were beings, were other gods. Thus we have generations of gods who are originally real in their own right, and others who are simply the real representations of the gods directly associated with Saturn, the Sun, and the Moon. These are the deities who, as it were, hover around the developing world-sphere of Saturn, the Sun, and the Moon.
[ 19 ] Wir haben also zweierlei Göttergenerationen. Die eine Göttergeneration ist die Vorstellungswelt der anderen, verhält sich tatsächlich zu der anderen, wie sich unsere Gedanken zu unserem realen Seelendasein verhalten. Wie haben wir denn bisher diejenigen Götter genannt, welche da eigentlich bloß die Gedanken der anderen sind? Diese Götter, die nur die Gedanken der anderen sind, haben wir bisher wegen gewisser Eigenschaften die luziferischen Wesenheiten genannt, und wir müssen im weiteren Umfang alles zu den luziferischen Wesenheiten rechnen, von dem wir sagen können: Die ursprünglichen Götter hatten das Bedürfnis, sich selbst erkennend sich vorzustellen. Deshalb stellten sie wie kosmische Gedanken oder Gedankenwesen die luziferischen Wesenheiten sich gegenüber, wie heute dem Menschen seine Gedanken gegenüberstehen. Und wie sich der Mensch im Grunde genommen erst in seinen Gedanken erkennt, so lernten sich die ursprünglichen Götter an Luzifer und seinen Scharen erkennen. Wir könnten das noch etwas anders ausdrücken. Wir könnten sagen, daß diese Wesenheiten, die eigentlich nur die Vorstellungen der anderen waren, immer zurückgeblieben sind gegenüber der anderen Entwickelung. Die vorschreitenden Götter haben gleichsam etwas von sich zurückgelassen, so daß sie darauf zurückblicken konnten und sich, wie man sich im wirklichen Leben nur in einem Spiegel erkennen kann, in diesem aus ihrer Substanz herausgeworfenen Spiegel selbst schauen konnten. So sind in der Tat die luziferischen Wesenheiten zurückgebliebene Wesenheiten, aus den ursprünglichen Göttern herausgeworfene Wesenheiten, die da waren, damit ein Spiegel der Selbsterkenntnis für die fortschreitenden Göttergestalten vorhanden ist.
[ 19 ] So we have two kinds of generations of gods. One generation of gods is the imaginary world of the other; in fact, it relates to the other just as our thoughts relate to our real spiritual existence. What, then, have we called those gods up to now who are actually nothing more than the thoughts of others? These gods, who are merely the thoughts of the others, we have hitherto called the Luciferic entities because of certain characteristics, and we must include in this broader sense everything about the Luciferic entities of which we can say: The original gods had the need to imagine themselves in self-recognition. Therefore, they set the Luciferic entities before themselves as cosmic thoughts or thought-beings, just as human thoughts stand before human beings today. And just as human beings essentially come to know themselves only through their thoughts, so the original gods came to know themselves through Lucifer and his hosts. We could express this somewhat differently. We could say that these beings, who were actually only the images of the others, have always lagged behind in relation to the other development. The advancing gods have, as it were, left something of themselves behind, so that they could look back upon it and, just as in real life one can only recognize oneself in a mirror, see themselves in this mirror cast out of their own substance. Thus, the Luciferic beings are indeed beings that have been left behind, beings cast out from the original gods, who were there to provide a mirror of self-knowledge for the advancing divine figures.
[ 20 ] In einem gewissen Sinn ist das, was in unserer Seele in uns selbst mikrokosmisch vorgeht, durchaus ein Abbild dieses Makrokosmos. Nur ist das in uns umgekehrt vorhanden, was in dem Makrokosmos in einer gewissen Weise vorgebildet ist. Wir tragen in unserem Mikrokosmos ein Abbild dieses Götterzwiespaltes, dieser Göttergenerationen, von denen die eine eine ursprüngliche ist und die andere eine aus dieser ursprünglichen herausgeborene Reihe von Wesenheiten, die da sind, damit sich diese anderen Wesenheiten vorstellen können. Sie können daraus entnehmen, daß ein großer Unterschied sein muß in diesen beiden Strömungen der Göttergenerationen; er zeigt sich uns auch ganz klar. Er zeigt sich uns darin, daß unser ganzes umfängliches Selbst mit all dem, was unbewußt in uns ist, aus dem auch unser Leibesorganismus hervorgegangen ist, aus der ursprünglichen Göttergeneration stammt. Das jedoch, was wir erleben mit unserem Bewußtsein, das, was wir überschauen können mit unserem gewöhnlichen alltäglichen Bewußtsein, stammt von der Göttergeneration, die nur die Vorstellung ist von der ursprünglichen. Von zwei Seiten her kommt das, was unsere Wesenheit ist, in uns herein. Unsere Gesamtorganisation mit allem Unterbewußten kommt von der ursprünglichen Göttergeneration. Dasjenige, dessen wir uns bewußt sind, das kommt von der anderen Seite her, von der den alten Saturn, die Sonne und den Mond nur umschwebenden Göttergeneration. Daher empfinden wir, wenn wir auf unser Vorstellungsleben eingehen, daß sozusagen in einem höheren Sinne die Vorstellung nur die Jüngste Tochter einer Göttergeneration ist, daher empfinden wir das Unreale, das bloß gedankenhaft Vorüberhuschende unseres Bewußtseinslebens. Das war etwas, was auch den Schülern der griechischen Mysterien aufgegangen ist, indem ihnen deutlich gemacht worden ist: Es leben im ganzen Werden göttliche Strömungen, die umfassend sind, die uns unbewußt einströmen in ihrem ganzen Wesen, und es leben solche, die nur das gewöhnliche, normale Bewußtsein aufnimmt. — Dann wurde diesem griechischen Schüler klar, daß er von diesem normalen Bewußtsein absehen und sich zu den alten Göttern, die man auch die unterirdischen nannte, wenden mußte, zu denjenigen Göttern, an deren Natur Dionysos seinen Anteil hatte. Nur so konnte er zu der Erkenntnis des wahren Wesens des Menschen kommen.
[ 20 ] In a certain sense, what takes place within our soul—within ourselves—on a microcosmic level is indeed a reflection of this macrocosm. However, what is present within us is the reverse of what is, in a certain way, pre-formed in the macrocosm. We carry within our microcosm a reflection of this divine dichotomy, these generations of gods, one of which is primordial and the other a series of beings born from this primordial one, existing so that these other beings may come into being. You can infer from this that there must be a great difference between these two currents of the generations of gods; it also becomes quite clear to us. It reveals itself to us in that our entire comprehensive self, with all that is unconscious within us—from which our physical organism has also emerged—originates from the primordial generation of gods. However, what we experience with our consciousness, that which we can survey with our ordinary everyday consciousness, originates from the generation of gods that is merely the image of the primordial one. Our being enters us from two sides. Our entire organization, with all that is subconscious, comes from the original generation of gods. That of which we are conscious comes from the other side, from the generation of gods that merely orbited the ancient Saturn, the Sun, and the Moon. Therefore, when we delve into our imaginative life, we sense that, so to speak, in a higher sense, the imagination is merely the youngest daughter of a generation of gods; hence we perceive the unreal, the mere fleeting thought-like aspect of our conscious life. This was something that also dawned on the students of the Greek mysteries, as it was made clear to them: there are divine currents living within the whole of becoming that are all-encompassing, that flow into us unconsciously in their entire being, and there are those that only ordinary, normal consciousness can perceive. — Then it became clear to this Greek initiate that he had to turn away from this normal consciousness and turn to the ancient gods, who were also called the underworld gods, to those gods in whose nature Dionysus had his share. Only in this way could he come to the knowledge of the true nature of the human being.
[ 21 ] Eines nur gibt es innerhalb der Erdenentwickelung, wodurch etwas ganz Neues, ein neues Element der Hellsichtigkeit, aber auch ein neues Element des von okkulten Kräften durchdrungenen Gemütes und Wirkens in uns eintreten kann.
[ 21 ] There is only one thing in the course of Earth's evolution through which something entirely new—a new element of clairvoyance, but also a new element of a mind and activity imbued with occult forces—can enter into us.
[ 22 ] Es ist in der Tat so, daß für alles Menschenleben bis zu einem gewissen Zeitpunkt hin von der über der alten Saturn-, Sonnenund Mondenentwickelung schwebenden Götterströmung nur dasjenige hereinkommen konnte, was ich eben charakterisiert habe. Das floß in das menschliche Bewußtsein von außen, ohne daß der Mensch sozusagen in sein Inneres, in die Region der unteren Götter hinabstieg. Nur das konnte hereinfließen, was niemals hat kommen können zu der wirklichen Weltrealität. Durch äußeres Erkennen konnte man nicht zu der wirklichen Weltrealitäit kommen, denn dazu hätte sich in das, was von außen an unser gewöhnliches Bewußtsein durch die lange Zeit der Saturn-, Sonnen- und Mondenzeit gekommen ist, etwas hineinmischen müssen, was nicht allein Vorstellungsleben der unterirdischen Götter, sondern was eine Realität ist. Etwas, was so wirkt, wie wenn plötzlich das, was sonst nur unser Gedankenleben ist, was immer so vor uns steht, als ob es als unser irreales Gedankenleben aus der Seele herausgeschwitzt würde, für einen Moment so gepackt würde von einer substantiellen Realität, daß ein besonders bevorzugter Gedanke stehenbleiben könnte, neben uns da wäre wie unsere Seele selber - als eine Realität. So etwas müßte eintreten, wenn die im Umkreis schwebenden Götter so wirken wollten, wie gewirkt haben durch alle Zeiten hindurch die Götterströmungen, die durch das weitere Selbst bis in unsere Leibesorganisation hineinwirkten. Es müßte uns von außen etwas herzuströmen, das gleichsam aus der geistigen Welt herein eine Erneuerung, ein Wiederauferstehen, ein Wiederaufleben dessen bedeutet, was uns organisiert hat und was dann hinuntergezogen ist in die Tiefen unseres Bewußtseins.
[ 22 ] It is indeed the case that, up to a certain point in human history, only what I have just described could flow into human life from the stream of gods hovering above the ancient Saturn, Sun, and Moon phases of development. This flowed into human consciousness from the outside, without the human being, so to speak, descending into their inner self, into the realm of the lower gods. Only that which could never have come into actual world reality could flow in. One could not reach true world reality through external cognition, for this would have required something to be mingled into what came from outside into our ordinary consciousness during the long period of the Saturn, Sun, and Moon eras—something that is not merely the imaginative life of the subterranean gods, but a reality. Something that works as if suddenly what is otherwise only our life of thought—which always stands before us as if it were sweated out of the soul as our unreal life of thought—were for a moment so gripped by a substantial reality that a particularly favored thought could stand still, be there beside us like our soul itself—as a reality. Something like this would have to occur if the gods hovering in the surrounding sphere were to act as the currents of the gods have acted throughout the ages, working through the wider self right into our physical organization. Something would have to flow toward us from outside, signifying, as it were, a renewal, a resurrection, a revival from the spiritual world of that which organized us and which then sank down into the depths of our consciousness.
[ 23 ] Das, was in diese außenstehende Göttergeneration in einem Momente hineingezogen ist, das war in der Tat der Christus, der bei der Johannestaufe im Jordan in den Leib des Jesus von Nazareth eingezogen ist. Mit diesem Christus zieht eine Götterwesenheit in das physische Leben ein auf demselben Weg, den diegjenigen Götter einzuschlagen hatten für das Erdenleben, die eigentlich früher nur von den anderen Göttern vorgestellte Wesen waren. Aber jetzt zieht zum ersten Male eine reale Wesenheit ein, eine Wesenheit, welche nicht in demselben Sinne nur Vorstellung der anderen Götter, sondern selbständig, substantiell selbständig ist. Da kommt aus dem Weltenraum, in dem vorher nur die Vorstellungen anderer Götter gelebt haben, ein solcher Göttergedanke, der real ist. Wodurch konnte das geschehen? Das konnte dadurch geschehen, daß dieses bedeutsame Ereignis der Johannestaufe im Jordan eine lange Vorbereitung hatte innerhalb unseres ganzen Menschenwerdens durch Saturn, Sonne und Mond. Was da geschehen ist am Jordan und später durch das Mysterium von Golgatha, das ist der Nachklang eines anderen wichtigen Ereignisses, das sich allerdings abgespielt hat in einer sehr, sehr fernen Vergangenheit, die wir zurückverlegen müssen in die alte Sonnenentwickelung.
[ 23 ] What was drawn into this outer generation of gods in a single moment was, in fact, the Christ who entered the body of Jesus of Nazareth at the baptism by John in the Jordan. With this Christ, a divine being enters physical life in the same way that those gods had to enter earthly life—gods who were previously merely beings conceived by the other gods. But now, for the first time, a real being enters, a being who is not merely a concept of the other gods in the same sense, but is independent, substantially independent. From the realm of the cosmos, where previously only the concepts of other gods had lived, comes such a divine thought that is real. How could this happen? This was made possible by the fact that this significant event—the baptism of John in the Jordan—had a long period of preparation within the entire process of our human evolution through Saturn, the Sun, and the Moon. What took place there at the Jordan and later through the Mystery of Golgotha is the echo of another important event that, however, occurred in a very, very distant past, which we must trace back to the ancient solar evolution.
[ 24 ] Wir haben also in der Entwickelung, wie sie sich bisher abgespielt hat, die Saturn-, Sonnen-, Monden- und Erdenentwickelung. Auf der Erdenentwickelung erleben wir das Mysterium von Golgatha und die Johannestaufe im Jordan. Während der alten Sonnenentwickelung ist aus der Akasha-Chronik zu gewinnen ein anderes bedeutsames Ereignis, das in der folgenden Weise zu charakterisieren ist. Damals war ein Prozeß am weitesten vorgeschritten, von dem man sagen kann: Die oberen Götter sind die Vorstellungen der unteren Götter, sind abhängig von ihnen. — Und diese oberen Götter finden es, wenn ich mich trivial ausdrücken darf, ihrer eigenen Wesenheit angemessener, in dem leichten Elemente der oberen Welten zu leben als in dem dichteren Elemente, aus dem sich die Erde hervorbildete. Es geschieht während der Sonnenentwickelung diese Scheidung zwischen zwei verschiedenen Göttergenerationen, von denen sich die eine anschickt, als die wirklichen alten Götter weiterzuleben mit den Elementen Erde, Wasser und Luft. Die andere Göttergeneration findet das zu schwierig, in diese dichten Elemente hinein sich zu versetzen, und lebt bloß weiter mit dem, was wir die ätherischen Elemente nennen, erst mit der Wärme, dann mit dem Licht-, dem chemischen und dem Lebensäther. Wir können diese zwei nebeneinanderlaufenden Götterströmungen auch so bezeichnen, daß die eine den schwierigeren Weg wählt, durch die dichteren Elemente zu gehen, daß aber die andere den leichteren Weg wählt, gleichsam umflattert die anderen Götter in dem chemischen und Lebensäther und ihre Leiber daraus bildet. Es bildet demgemäß alles, was so in diesen feineren Ätherelementen lebt - und das geschieht gerade in der Hauptsache während der alten Sonnenentwickelung -, Kräfte aus, die überhaupt auf die Dauer nur leben können in diesen dünneren Elementen.
[ 24 ] Thus, in the course of evolution as it has unfolded so far, we have the Saturn, Sun, Moon, and Earth stages. In the Earth evolution, we experience the Mystery of Golgotha and the baptism of John in the Jordan. During the ancient Sun evolution, another significant event can be gleaned from the Akashic Records, which can be characterized as follows. At that time, a process had progressed to the point where one could say: The higher gods are the conceptions of the lower gods; they are dependent on them. — And these higher gods find it, if I may put it in trivial terms, more appropriate to their own nature to live in the light elements of the higher worlds than in the denser elements from which the Earth was formed. This separation between two different generations of gods takes place during the development of the Sun, one of which sets out to continue living as the true ancient gods with the elements of earth, water, and air. The other generation of gods finds it too difficult to immerse themselves in these dense elements and simply continues to live with what we call the ethereal elements—first with warmth, then with the light ether, the chemical ether, and the life ether. We can also describe these two parallel currents of gods in such a way that one chooses the more difficult path of passing through the denser elements, while the other chooses the easier path, so to speak, fluttering around the other gods in the chemical and life-ether and forming their bodies from it. Accordingly, everything that lives in these finer etheric elements—and this occurs primarily during the early stages of the Sun’s development—develops forces that, in the long run, can only exist within these thinner elements.
[ 25 ] Aber ungefähr in der Mitte der alten Sonnenentwickelung geschieht das Große, Gewaltige, daß eine Wesenheit während dieser Sonnenentwickelung Kräfte ausbildet, die im Widerspruch stehen mit den feineren, dünneren Ätherelementen. Gegenüber demjenigen, was wir das Mysterium von Golgatha, das große Erdenopfer nennen, können wir sprechen von einem Sonnenopfer, das darin bestand, daß sich eine Wesenheit zwar ihren Aufenthalt wählte unter den Göttern, welche nur in den feineren Elementen leben wollten, aber solche dichteren Kräfte ausbildete, die gewachsen waren den Erdenelementen. Und so haben wir, seit der Sonnenentwickelung in der Reihe der Wesenheiten, die eigentlich nur für das Ätherische mit ihren Kräften bewaffnet sind, eine Wesenheit, welche eine innige Verwandtschaft hat innerhalb des Weltenäthers mit dem Irdischen. Seit der alten Sonnenentwickelung wartete diese Wesenheit auf den richtigen Moment, um dasjenige, was sie an Kräften ausgebildet hatte, in die Erde selber hereinzuleiten. Und es war des Zarathustra großes Verdienst, daß er erkannt hat: In dem, was da als Sonne draußen ist, ist etwas zurückgeblieben von der alten Sonne. Das enthält vorläufig dieses Wesen. Aber der Moment rückt heran, wo dieses Wesen seine den Elementen angemessene Gestalt auch auf die Erde herabtragen wird.
[ 25 ] But roughly halfway through the ancient solar evolution, something great and powerful occurs: a being develops powers during this solar evolution that are in conflict with the finer, more ethereal elements. In contrast to what we call the Mystery of Golgotha, the great Earth sacrifice, we can speak of a solar sacrifice, which consisted in a being choosing to dwell among the gods who wished to live only in the finer elements, yet developing denser forces that were suited to the Earth elements. And so, since the Sun’s evolution in the series of beings who are actually armed with powers intended only for the ethereal, we have a being who has an intimate kinship within the world-ether with the earthly. Since the ancient Sun’s evolution, this being has been waiting for the right moment to channel the powers it had developed into the Earth itself. And it was Zarathustra’s great merit that he recognized: In what is out there as the Sun, something of the old Sun has remained. This being contains it for the time being. But the moment is approaching when this being will also bring down to Earth the form appropriate to the elements.
[ 26 ] Dann kam der Moment, wo die Menschheit freilich noch nicht reif war, dieses in die Ätherwelt eingefügte Wesen selbst zu erkennen, wo sie aber zunächst sein Spiegelbild erkannte. Das war eine Vorbereitung. Und so zeigte sich denn der Menschheit aus Gründen, die wir morgen anführen werden, im Verlaufe der Entwickelung zunächst dieses Wesen noch nicht selber, sondern in einem Spiegelbild, welches wir dadurch charakterisieren können, daß wir sagen: es verhält sich dieses Bild zu der Wirklichkeit, wie sich verhält das Mondenlicht, das ein zurückgestrahltes Sonnenlicht ist, zu dem direkten Sonnenlicht selber. — Jenes Wesen, das sich zuerst während der alten Sonnenzeit zu seiner großen Tat von Golgatha vorbereitet hatte, das wurde zunächst den Menschen in seinem Spiegelbild gezeigt, und dieses Spiegelbild wurde genannt von dem althebräischen Volke Jahve oder Jehova. Und Jahve oder Jehova ist der zurückgestrahlte Christus, ist im Grunde genommen dasselbe, was der Christus ist, nur als Spiegelbild, gleichsam prophetisch vorausgezeigt. Vorausgezeigt so lange, bis die Zeit kommen durfte, da das Wesen sich in seiner eigenen Gestalt, in seinem Urbild, nicht bloß in seinem Spiegelbild zeigen konnte.
[ 26 ] Then came the moment when humanity was not yet ready to recognize this being, which had been placed in the etheric world, but when it first recognized its reflection. This was a preparation. And so, for reasons we will explain tomorrow, this being did not initially reveal itself to humanity in the course of evolution, but rather in a mirror image, which we can characterize by saying: this image relates to reality as moonlight—which is reflected sunlight—relates to direct sunlight itself. — That Being who had first prepared himself during the ancient Sun Age for his great deed on Golgotha was initially shown to humanity in his mirror image, and this mirror image was called Yahweh or Jehovah by the ancient Hebrew people. And Yahweh or Jehovah is the reflected Christ; is, in essence, the same as Christ, only as a reflection, foreshadowed, as it were, prophetically. Foreshadowed until the time came when the being could reveal itself in its own form, in its archetype, and not merely in its reflection.
[ 27 ] So sehen wir das für die Erde wichtigste Ereignis auf der alten Sonne vorgebildet, sehen die Menschheit durch das hebräische Altertum vorbereitet auf den Christus. Wir sehen das Wesen, das sich einstmals von der Erde abgesondert hat, das nach der Sonne gegangen ist, wiederum herabkommen, aber wir sehen auch, wie es dem Menschen zuerst in einem Spiegelbilde, gleichsam in einer Vorstellung gezeigt wird. So wie sich die oberen Götter zu den unteren verhalten, so ist Jahve oder Jehova die Vorstellung von dem realen Christus und gleicht ihm für denjenigen, der die Dinge durchschaut, vollständig. Daher können wir in gewisser Beziehung sprechen von Jehova-Christus und treffen damit auch den wahren Sinn der Evangelien, die uns sagen, daß der Christus selber davon gesprochen hat: Wenn ihr mich kennenlernen wollt, dann müßt ihr auch wissen, wie von mir gesprochen haben Moses und die Propheten.
[ 27 ] Thus we see the most important event for the Earth prefigured in the ancient Sun; we see humanity prepared for Christ through Hebrew antiquity. We see the being who once separated himself from the Earth, who went to the Sun, coming down again, but we also see how he is first shown to humanity in a mirror image, as it were, in a representation. Just as the higher gods relate to the lower ones, so Yahweh or Jehovah is the representation of the real Christ and, to those who see through things, is completely like him. Therefore, in a certain sense, we can speak of Jehovah-Christ and thereby also capture the true meaning of the Gospels, which tell us that Christ himself spoke of this: “If you wish to know me, then you must also know how Moses and the prophets spoke of me.”
[ 28 ] Der Christus wußte wohl, daß, wenn in alten Zeiten von Jahve oder Jehova gesprochen wurde, von ihm gesprochen wurde und daß alles, was von Jahve gesprochen wurde, sich zu ihm so verhält wie das Spiegelbild zu seinem Urbilde.
[ 28 ] Christ knew full well that when people spoke of Yahweh or Jehovah in ancient times, they were speaking of him, and that everything said about Yahweh relates to him just as a reflection relates to its original image.
