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Esoteric Christianity and the
Spiritual Guidance of Humanity
GA 130

5 November 1911, Leipzig

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8.Jeshu Ben Pandira Der Vorbereiter Für Ein Verständnis Des Christus-Impulses. Karma Als Lebensinhalt II

8.Jeshu Ben Pandira Der Vorbereiter Für Ein Verständnis Des Christus-Impulses. Karma Als Lebensinhalt II

[ 1 ] Nachdem wir gestern gesprochen haben von der Gliederung des menschlichen Seelenlebens in drei Teile, in die Welt der Vorstellungen oder die Gedankenwelt, in die Welt der Gemütsbewegung und die Welt der Willensimpulse, muss es uns nunmehr interessant sein, die Frage aufzuwerfen: Wie kann die Selbsterziehung, die Pflege unseres Seelenlebens eingreifen, um in entsprechender Weise selbsttätig zu arbeiten an der richtigen Entwicklung und Bildung dieser drei Partien unseres Seelenlebens? Da gehen wir zunächst aus von unserem Willensleben, von dem Leben unserer Willensimpulse, und fragen uns: Welche Eigenschaften müssen wir ganz besonders kultivieren, wenn wir in günstiger Weise auf unser Willensleben einwirken wollen?

[ 1 ] Nachdem wir gestern gesprochen haben von der Gliederung des menschlichen Seelenlebens in drei Teile, in die Welt der Vorstellungen oder die Gedankenwelt, in die Welt der Gemütsbewegung und die Welt der Willensimpulse, muss es uns nunmehr interessant sein, die Frage aufzuwerfen: Wie kann die Selbsterziehung, die Pflege unseres Seelenlebens eingreifen, um in entsprechender Weise selbsttätig zu arbeiten an der richtigen Entwicklung und Bildung dieser drei Partien unseres Seelenlebens? Da gehen wir zunächst aus von unserem Willensleben, von dem Leben unserer Willensimpulse, und fragen uns: Welche Eigenschaften müssen wir ganz besonders kultivieren, wenn wir in günstiger Weise auf unser Willensleben einwirken wollen?

[ 2 ] Von dem allergünstigsten Einfluss auf unser Willensleben ist ein Leben, das sich in seinem ganzen Sein richtet nach einer Auffassung des Karma, man könnte auch sagen, ein solches Seelenleben, das bestrebt ist, als Haupteigenschaft zu entwickeln: Gelassenheit und Ergebung in unser Schicksal. Und wie könnte man da eigentlich mehr diese Ergebung, diese Seelenruhe sich gegenüber dem Schicksal aneignen als dadurch, dass man das Karma zu einem wirklichen Lebensinhalt macht?

[ 2 ] Von dem allergünstigsten Einfluss auf unser Willensleben ist ein Leben, das sich in seinem ganzen Sein richtet nach einer Auffassung des Karma, man könnte auch sagen, ein solches Seelenleben, das bestrebt ist, als Haupteigenschaft zu entwickeln: Gelassenheit und Ergebung in unser Schicksal. Und wie könnte man da eigentlich mehr diese Ergebung, diese Seelenruhe sich gegenüber dem Schicksal aneignen als dadurch, dass man das Karma zu einem wirklichen Lebensinhalt macht?

[ 3 ] Was heißt das: Karma zu einem wirklichen Lebensinhalt machen? Das heißt, nicht nur der Theorie nach, sondern lebendig, wenn uns eigenes Leid oder das Leid anderer, wenn uns Freude oder der schwerste Schicksalsschlag trifft, sich wirklich klar zu sein darüber, dass in gewissem höheren Sinne wir selbst die Veranlassung gegeben haben zu dem schmerzlichen Schicksalsschlag. Das heißt eine solche Gesinnung entwickeln, dass wir eine Freude dankbar hinnehmen, uns aber auch darüber klar sind, dass wir insbesondere der Freude gegenüber nicht ausarten dürfen, denn es ist in gewisser Beziehung gefährlich, der Freude gegenüber auszuarten. Wir können die Freude, wenn wir uns hinaufentwickeln wollen, in folgender Art auffassen. Freude ist zum größten Teil etwas, was auf ein zukünftiges Schicksal hindeutet, nicht auf ein vergangenes. Freude ist in den meisten Fällen im menschlichen Leben etwas, was man nicht verdient hat durch vorhergehende Taten. Wenn wir das Karma untersuchen mit den okkulten Mitteln, dann finden wir durchaus, dass man in den meisten Fällen die Freude, die man erlebt, nicht verdient hat, und dass man die Freude so betrachten soll, dass man sie dankbar hinnimmt als von den Göttern gesandt, als ein Göttergeschenk, und sich sagt, was uns heute an Freude begegnet, das soll uns anfeuern zu arbeiten, dass wir die uns durch die Freude zuströmenden Kräfte in uns aufnehmen und in nutzbringender Weise verwenden. Wir müssen die Freude betrachten als eine Art Abschlagszahlung für die Zukunft.

[ 3 ] Was heißt das: Karma zu einem wirklichen Lebensinhalt machen? Das heißt, nicht nur der Theorie nach, sondern lebendig, wenn uns eigenes Leid oder das Leid anderer, wenn uns Freude oder der schwerste Schicksalsschlag trifft, sich wirklich klar zu sein darüber, dass in gewissem höheren Sinne wir selbst die Veranlassung gegeben haben zu dem schmerzlichen Schicksalsschlag. Das heißt eine solche Gesinnung entwickeln, dass wir eine Freude dankbar hinnehmen, uns aber auch darüber klar sind, dass wir insbesondere der Freude gegenüber nicht ausarten dürfen, denn es ist in gewisser Beziehung gefährlich, der Freude gegenüber auszuarten. Wir können die Freude, wenn wir uns hinaufentwickeln wollen, in folgender Art auffassen. Freude ist zum größten Teil etwas, was auf ein zukünftiges Schicksal hindeutet, nicht auf ein vergangenes. Freude ist in den meisten Fällen im menschlichen Leben etwas, was man nicht verdient hat durch vorhergehende Taten. Wenn wir das Karma untersuchen mit den okkulten Mitteln, dann finden wir durchaus, dass man in den meisten Fällen die Freude, die man erlebt, nicht verdient hat, und dass man die Freude so betrachten soll, dass man sie dankbar hinnimmt als von den Göttern gesandt, als ein Göttergeschenk, und sich sagt, was uns heute an Freude begegnet, das soll uns anfeuern zu arbeiten, dass wir die uns durch die Freude zuströmenden Kräfte in uns aufnehmen und in nutzbringender Weise verwenden. Wir müssen die Freude betrachten als eine Art Abschlagszahlung für die Zukunft.

[ 4 ] Dagegen beim Schmerz, da waren unsere Taten meist so, dass wir ihn verdient haben, dass wir die Veranlassung immer in den gegenwärtigen oder früheren Lebensläufen finden. Und dann soll man sich klar darüber sein bis zum höchsten Grade, dass man in seinem äußeren Leben oftmals sich nicht dieser karmischen Gesinnung entsprechend verhalten hat. Man kann sich im äußeren Leben nicht immer so verhalten demgegenüber, was uns Schmerzen verursacht, dass es wie eine Ergebenheit ins Schicksal aussieht. Wir sehen das meistens nicht gleich ein, das Gesetz des Schicksals. Aber wenn wir uns auch nicht äußerlich so verhalten können, so ist es doch die Hauptsache, dass wir es im Innern tun.

[ 4 ] Dagegen beim Schmerz, da waren unsere Taten meist so, dass wir ihn verdient haben, dass wir die Veranlassung immer in den gegenwärtigen oder früheren Lebensläufen finden. Und dann soll man sich klar darüber sein bis zum höchsten Grade, dass man in seinem äußeren Leben oftmals sich nicht dieser karmischen Gesinnung entsprechend verhalten hat. Man kann sich im äußeren Leben nicht immer so verhalten demgegenüber, was uns Schmerzen verursacht, dass es wie eine Ergebenheit ins Schicksal aussieht. Wir sehen das meistens nicht gleich ein, das Gesetz des Schicksals. Aber wenn wir uns auch nicht äußerlich so verhalten können, so ist es doch die Hauptsache, dass wir es im Innern tun.

[ 5 ] Und wenn man sich äußerlich nicht dieser karmischen Gesinnung entsprechend verhalten hat, in tiefster Seele soll man sich doch sagen, dass man im Grunde genommen die Veranlassung zu allen solchen Sachen selbst war. Nehmen wir zum Beispiel an, es schlägt uns jemand, es prügelt uns jemand mit einem Stock. Dann ist es gewöhnlich die Eigenheit des Menschen zu fragen: Wer ist es, der mich schlägt? Kein Mensch sagt da: Ich bin es selbst, der mich prügelt. In den wenigsten Fällen geben die Menschen sich die Antwort, dass sie sich selbst strafen. Und dennoch ist es so, dass wir selbst den Stock erhoben haben gegen einen andern in verflossenen Tagen. Ja, Sie sind es selbst, der da den Stock erhebt. Wenn wir ein Hindernis zu beseitigen haben, das ist Karma. Es ist Karma, wenn der andere etwas gegen uns hat. Wir selbst sind es, die uns als Ausgleich für irgendetwas, was wir getan haben, etwas zufügen. Und so kommen wir zur richtigen Auffassung unseres Lebens, zur Erweiterung unseres Selbstes, wenn wir uns sagen: Alles, was uns geschieht, kommt von uns selbst. Unsere Tat vollzieht sich da draußen, wenn es auch so aussieht, als ob es ein anderer täte.

[ 5 ] Und wenn man sich äußerlich nicht dieser karmischen Gesinnung entsprechend verhalten hat, in tiefster Seele soll man sich doch sagen, dass man im Grunde genommen die Veranlassung zu allen solchen Sachen selbst war. Nehmen wir zum Beispiel an, es schlägt uns jemand, es prügelt uns jemand mit einem Stock. Dann ist es gewöhnlich die Eigenheit des Menschen zu fragen: Wer ist es, der mich schlägt? Kein Mensch sagt da: Ich bin es selbst, der mich prügelt. In den wenigsten Fällen geben die Menschen sich die Antwort, dass sie sich selbst strafen. Und dennoch ist es so, dass wir selbst den Stock erhoben haben gegen einen andern in verflossenen Tagen. Ja, Sie sind es selbst, der da den Stock erhebt. Wenn wir ein Hindernis zu beseitigen haben, das ist Karma. Es ist Karma, wenn der andere etwas gegen uns hat. Wir selbst sind es, die uns als Ausgleich für irgendetwas, was wir getan haben, etwas zufügen. Und so kommen wir zur richtigen Auffassung unseres Lebens, zur Erweiterung unseres Selbstes, wenn wir uns sagen: Alles, was uns geschieht, kommt von uns selbst. Unsere Tat vollzieht sich da draußen, wenn es auch so aussieht, als ob es ein anderer täte.

[ 6 ] Wenn wir eine solche Betrachtungsweise entwickeln, so stärkt uns Gelassenheit, Ergebenheit in unser Schicksal in allen Fällen den Willen. Wir werden stärker dem Leben gegenüber durch Gelassenheit, niemals schwächer. Durch Zorn und Ungeduld werden wir schwach. Jedem Ereignis gegenüber sind wir stark, wenn wir gelassen sind. Dagegen durch Murren und unnatürliches Ankämpfen gegen das Schicksal werden wir immer willensschwächer und willensschwächer.

[ 6 ] Wenn wir eine solche Betrachtungsweise entwickeln, so stärkt uns Gelassenheit, Ergebenheit in unser Schicksal in allen Fällen den Willen. Wir werden stärker dem Leben gegenüber durch Gelassenheit, niemals schwächer. Durch Zorn und Ungeduld werden wir schwach. Jedem Ereignis gegenüber sind wir stark, wenn wir gelassen sind. Dagegen durch Murren und unnatürliches Ankämpfen gegen das Schicksal werden wir immer willensschwächer und willensschwächer.

[ 7 ] Da müssen wir allerdings dasjenige, was wir als Schicksal betrachten, in einem weiten Umfang betrachten. Wir müssen dieses unser Schicksal so denken, dass wir zum Beispiel uns sagen, es gehört auch in das Schicksal des Menschen hinein, dass er in einem gewissen Lebensalter gerade diese oder jene Kräfte entwickelt. Und hier werden auch in der Kindererziehung oft Fehler gemacht. Damit stößt Karma auch an die Erziehungsfrage, denn die Erziehung ist Schicksal, Karma des Menschen in der Jugend.

[ 7 ] Da müssen wir allerdings dasjenige, was wir als Schicksal betrachten, in einem weiten Umfang betrachten. Wir müssen dieses unser Schicksal so denken, dass wir zum Beispiel uns sagen, es gehört auch in das Schicksal des Menschen hinein, dass er in einem gewissen Lebensalter gerade diese oder jene Kräfte entwickelt. Und hier werden auch in der Kindererziehung oft Fehler gemacht. Damit stößt Karma auch an die Erziehungsfrage, denn die Erziehung ist Schicksal, Karma des Menschen in der Jugend.

[ 8 ] Wir schwächen den Willen eines Menschen, wenn wir ihm etwa zumuten, etwas zu lernen, etwas zu verrichten, was seinen Fähigkeiten noch nicht angemessen ist. Für die Erziehung muss man sich klargemacht haben, was für das allgemeine Menschheitskarma jedem Lebensalter entspricht, sodass das Richtige getan werden kann. Ein unrichtiges Tun ist ein Anstürmen gegen das Schicksal, gegen diese Gesetze, und mit gewaltiger Schwächung des Willens verbunden. Es ist hier nicht möglich zu erörtern, wie mit einer Schwächung des Willens alles zu frühe Erwachen der Leidenschaften und sinnlichen Triebe verbunden ist. Im Besonderen sind es alle zu früh erweckten Triebe, Begierden und Leidenschaften, die unter diesem Gesetze stehen. Denn solche Einrichtungen, wie die körperlichen Organe es sind, zu früh in Anspruch nehmen, ist gegen das Schicksal. Alles, was sich gegen das Menschheitskarma richtet, alle Taten, die gegen bestehende Natureinrichtungen ankämpfen, sind verbunden mit Willensschwächung. Weil man schon seit langer Zeit keine richtigen Erziehungsgrundsätze mehr hat, sind in der heutigen Bevölkerung viele, die nicht in richtiger Weise ihre Jugend zugebracht haben. Wenn sich die Menschheit nicht entschließt, das, was am wichtigsten ist, die Erziehung der Jugend nach den Grundsätzen der Theosophie einzurichten, wird ein immer willensschwächeres Geschlecht entstehen, nicht bloß äußerlich genommen. Es greift dies weit hinein in das Leben des Menschen. Fragen Sie eine ganze Anzahl Menschen, wie sie zu ihrem Beruf gekommen sind. Seien Sie überzeugt, dass Sie meist die Antwort bekommen: Ja, das wissen wir nicht, wir sind so hineingeschoben worden. Dieses Sich-hineingeschoben-Fühlen, dieses Sich-getrieben-Fühlen, dieses Nicht-sich-befriedigt-Fühlen ist auch ein Anzeichen von Willensschwäche.

[ 8 ] Wir schwächen den Willen eines Menschen, wenn wir ihm etwa zumuten, etwas zu lernen, etwas zu verrichten, was seinen Fähigkeiten noch nicht angemessen ist. Für die Erziehung muss man sich klargemacht haben, was für das allgemeine Menschheitskarma jedem Lebensalter entspricht, sodass das Richtige getan werden kann. Ein unrichtiges Tun ist ein Anstürmen gegen das Schicksal, gegen diese Gesetze, und mit gewaltiger Schwächung des Willens verbunden. Es ist hier nicht möglich zu erörtern, wie mit einer Schwächung des Willens alles zu frühe Erwachen der Leidenschaften und sinnlichen Triebe verbunden ist. Im Besonderen sind es alle zu früh erweckten Triebe, Begierden und Leidenschaften, die unter diesem Gesetze stehen. Denn solche Einrichtungen, wie die körperlichen Organe es sind, zu früh in Anspruch nehmen, ist gegen das Schicksal. Alles, was sich gegen das Menschheitskarma richtet, alle Taten, die gegen bestehende Natureinrichtungen ankämpfen, sind verbunden mit Willensschwächung. Weil man schon seit langer Zeit keine richtigen Erziehungsgrundsätze mehr hat, sind in der heutigen Bevölkerung viele, die nicht in richtiger Weise ihre Jugend zugebracht haben. Wenn sich die Menschheit nicht entschließt, das, was am wichtigsten ist, die Erziehung der Jugend nach den Grundsätzen der Theosophie einzurichten, wird ein immer willensschwächeres Geschlecht entstehen, nicht bloß äußerlich genommen. Es greift dies weit hinein in das Leben des Menschen. Fragen Sie eine ganze Anzahl Menschen, wie sie zu ihrem Beruf gekommen sind. Seien Sie überzeugt, dass Sie meist die Antwort bekommen: Ja, das wissen wir nicht, wir sind so hineingeschoben worden. Dieses Sich-hineingeschoben-Fühlen, dieses Sich-getrieben-Fühlen, dieses Nicht-sich-befriedigt-Fühlen ist auch ein Anzeichen von Willensschwäche.

[ 9 ] Wenn nun diese Willensschwäche in der Art verursacht wird, wie wir es besprochen haben, so entstehen hieraus noch andere Folgen für die menschliche Seele, namentlich, wenn die Willensschwäche in der Weise hervorgerufen wird, dass man im jugendlichen Alter Angstzustände, Furcht- und Verzweiflungszustände veranlasst. Es wird immer mehr und mehr notwendig werden, dass die Menschen ein gründliches Verstehen der höheren Gesetze haben, um über Verzweiflungszustände hinauszukommen, denn gerade der Verzweiflungszustand ist es, der in Aussicht steht, wenn nicht gemäß der Geist-Erkenntnis vorgegangen wird.

[ 9 ] Wenn nun diese Willensschwäche in der Art verursacht wird, wie wir es besprochen haben, so entstehen hieraus noch andere Folgen für die menschliche Seele, namentlich, wenn die Willensschwäche in der Weise hervorgerufen wird, dass man im jugendlichen Alter Angstzustände, Furcht- und Verzweiflungszustände veranlasst. Es wird immer mehr und mehr notwendig werden, dass die Menschen ein gründliches Verstehen der höheren Gesetze haben, um über Verzweiflungszustände hinauszukommen, denn gerade der Verzweiflungszustand ist es, der in Aussicht steht, wenn nicht gemäß der Geist-Erkenntnis vorgegangen wird.

[ 10 ] Durch materialistische und monistische Weltanschauung kann man nur zwei Generationen der Menschen willensstark erhalten. Befriedigen kann der Materialismus gerade zwei Generationen: die eine, die ihn begründete, und dann deren Schüler, die ihn in Empfang nehmen. Das ist das Eigentümliche dieser monistischen und materialistischen Weltanschauung, dass derjenige, der im Laboratorium oder in der Werkstatt arbeitet, der die Anschauung selbst begründet, dessen Kräfte voll beansprucht und beschäftigt sind von dem, was er aufbaut in seiner Seele, dass der innere Zufriedenheit hat. Aber wer sich nur diesen Lehren anschließt, wer den Materialismus fertig übernimmt, bei dem wird diese innere Zufriedenheit nicht zu erreichen sein, und dann wird die Verzweiflung wieder zurückwirken auf die Willenskultur und Willensschwäche hervorrufen. Schwächung des Willens, unenergische Menschen werden die Folge dieser Weltanschauung sein.

[ 10 ] Durch materialistische und monistische Weltanschauung kann man nur zwei Generationen der Menschen willensstark erhalten. Befriedigen kann der Materialismus gerade zwei Generationen: die eine, die ihn begründete, und dann deren Schüler, die ihn in Empfang nehmen. Das ist das Eigentümliche dieser monistischen und materialistischen Weltanschauung, dass derjenige, der im Laboratorium oder in der Werkstatt arbeitet, der die Anschauung selbst begründet, dessen Kräfte voll beansprucht und beschäftigt sind von dem, was er aufbaut in seiner Seele, dass der innere Zufriedenheit hat. Aber wer sich nur diesen Lehren anschließt, wer den Materialismus fertig übernimmt, bei dem wird diese innere Zufriedenheit nicht zu erreichen sein, und dann wird die Verzweiflung wieder zurückwirken auf die Willenskultur und Willensschwäche hervorrufen. Schwächung des Willens, unenergische Menschen werden die Folge dieser Weltanschauung sein.

[ 11 ] Die Zweite der gestern besprochenen drei Seiten des übersinnlichen Lebens sind die Gemütsbewegungen. Was wirkt auf die Gemütsbewegungen in günstigem Sinne?

[ 11 ] Die Zweite der gestern besprochenen drei Seiten des übersinnlichen Lebens sind die Gemütsbewegungen. Was wirkt auf die Gemütsbewegungen in günstigem Sinne?

[ 12 ] Wenn wir uns möglichst bemühen, einen aufmerksamen Sinn uns anzueignen, eine große Aufmerksamkeit für das, was in unserer Umgebung vorgeht - glauben Sie nicht, dass diese Aufmerksamkeit besonders häufig und stark bei den Menschen entwickelt ist -, so kann uns dies sehr viel nützen. Ich kann nur immer wieder eines anführen. In einem Lande war einmal die Prüfungsordnung für die Schullehrer geändert worden, und aus diesem Grunde mussten alle Schullehrer noch einmal das Examen machen. Der Examinator hatte junge und alte Schullehrer zu prüfen. Die jungen konnte er prüfen nach dem, was sie im Seminar gelernt hatten. Wie aber sollte er die alten prüfen? Er entschloss sich, sie um nichts anderes zu fragen als um das, worin sie selbst Jahr für Jahr unterrichteten in ihrer eigenen Klasse, und es stellte sich heraus, dass viele, viele keine Ahnung hatten von dem, worin sie selbst unterrichteten!

[ 12 ] Wenn wir uns möglichst bemühen, einen aufmerksamen Sinn uns anzueignen, eine große Aufmerksamkeit für das, was in unserer Umgebung vorgeht - glauben Sie nicht, dass diese Aufmerksamkeit besonders häufig und stark bei den Menschen entwickelt ist -, so kann uns dies sehr viel nützen. Ich kann nur immer wieder eines anführen. In einem Lande war einmal die Prüfungsordnung für die Schullehrer geändert worden, und aus diesem Grunde mussten alle Schullehrer noch einmal das Examen machen. Der Examinator hatte junge und alte Schullehrer zu prüfen. Die jungen konnte er prüfen nach dem, was sie im Seminar gelernt hatten. Wie aber sollte er die alten prüfen? Er entschloss sich, sie um nichts anderes zu fragen als um das, worin sie selbst Jahr für Jahr unterrichteten in ihrer eigenen Klasse, und es stellte sich heraus, dass viele, viele keine Ahnung hatten von dem, worin sie selbst unterrichteten!

[ 13 ] Dieses Aufmerksamsein, dieses mit lebendigem Interesse Verfolgen derjenigen Dinge, die sich in unserer Umgebung zutragen, ist speziell der Entwicklung, der Kultur unserer Gemütsbewegungen am meisten günstig. Nun hängen die Gemütsbewegungen, wie alles in der Seele, in gewisser Weise mit den Willensimpulsen zusammen, und wenn wir in ungünstigem Sinne unser Gemütsleben beeinflussen, so können wir auf diesem Umwege die Willensimpulse beeinflussen. Wir pflegen in gutem Sinne unsere Gemütsbewegungen, wenn wir in Bezug auf unsere Affekte und Leidenschaften uns unter das Karmagesetz stellen, uns ans Karma halten. Und das finden wir in unserer Umgebung. Wir finden es zum Beispiel, wenn jemand das Gegenteil tut von dem, was wir erwartet haben. Da können wir uns sagen: Nun ja, er tut eben das! Wir können aber auch zornig und heftig werden, und dies ist ein Zeichen von Willensschwäche. Aufbrausen, Jähzorn ist etwas, was die Gemütsbewegungen und auch den Willen zurückbringt und noch viel weiterwirkt, wie wir gleich sehen werden. Nun ist der Zorn etwas, was der Mensch zunächst gar nicht in seiner Hand hat. Nur nach und nach kann er das Zornigwerden sich abgewöhnen. Das kann nur langsam gehen, und der Mensch muss mit sich selber Geduld haben. Wer da glaubt, er könne dies so im Handumdrehen fertigbringen, dem muss ich da die Geschichte von einem Lehrer wiederholen, der es sich besonders angelegen sein ließ, seinen Schulkindern den Zorn auszutreiben. Und als er nach den steten Bemühungen in dieser Beziehung es erlebte, dass ein Junge doch zornig wurde, da wurde er selbst so zornig, dass er dem Kinde das Tintenfass an den Kopf warf. Wem das passieren kann, der müsste sich viele, viele Wochen dem Nachdenken über Karma hingeben.

[ 13 ] Dieses Aufmerksamsein, dieses mit lebendigem Interesse Verfolgen derjenigen Dinge, die sich in unserer Umgebung zutragen, ist speziell der Entwicklung, der Kultur unserer Gemütsbewegungen am meisten günstig. Nun hängen die Gemütsbewegungen, wie alles in der Seele, in gewisser Weise mit den Willensimpulsen zusammen, und wenn wir in ungünstigem Sinne unser Gemütsleben beeinflussen, so können wir auf diesem Umwege die Willensimpulse beeinflussen. Wir pflegen in gutem Sinne unsere Gemütsbewegungen, wenn wir in Bezug auf unsere Affekte und Leidenschaften uns unter das Karmagesetz stellen, uns ans Karma halten. Und das finden wir in unserer Umgebung. Wir finden es zum Beispiel, wenn jemand das Gegenteil tut von dem, was wir erwartet haben. Da können wir uns sagen: Nun ja, er tut eben das! Wir können aber auch zornig und heftig werden, und dies ist ein Zeichen von Willensschwäche. Aufbrausen, Jähzorn ist etwas, was die Gemütsbewegungen und auch den Willen zurückbringt und noch viel weiterwirkt, wie wir gleich sehen werden. Nun ist der Zorn etwas, was der Mensch zunächst gar nicht in seiner Hand hat. Nur nach und nach kann er das Zornigwerden sich abgewöhnen. Das kann nur langsam gehen, und der Mensch muss mit sich selber Geduld haben. Wer da glaubt, er könne dies so im Handumdrehen fertigbringen, dem muss ich da die Geschichte von einem Lehrer wiederholen, der es sich besonders angelegen sein ließ, seinen Schulkindern den Zorn auszutreiben. Und als er nach den steten Bemühungen in dieser Beziehung es erlebte, dass ein Junge doch zornig wurde, da wurde er selbst so zornig, dass er dem Kinde das Tintenfass an den Kopf warf. Wem das passieren kann, der müsste sich viele, viele Wochen dem Nachdenken über Karma hingeben.

[ 14 ] Was das zu bedeuten hat, werden wir nur gewahr, wenn wir bei dieser Gelegenheit noch ein wenig tiefer in das menschliche Seelenleben hineinschauen. Es sind die beiden Pole des Seelenlebens, das Willensleben einerseits und das Gedanken- und Vorstellungsleben auf der anderen Seite. Die Gemütsbewegungen stehen in der Mitte darin. Nun wissen wir, dass das Menschenleben wechselt zwischen Schlafen und Wachen. Und während der Mensch in wachem Zustande ist, da ist insbesondere tätig sein Vorstellungs- und Gedankenleben. Denn dass der Wille nicht eigentlich wachsam ist, davon kann sich jeder überzeugen, der achtgibt, wie eigentlich ein Willensimpuls zustande kommt. Man muss erst einen Gedanken, eine Vorstellung haben, dann erst dringt der Wille aus der Tiefe der Seele herauf. Der Gedanke ruft Willensimpulse auf. Wenn der Mensch wacht, so wacht er nicht im Willen, er wacht im Gedanken.

[ 14 ] Was das zu bedeuten hat, werden wir nur gewahr, wenn wir bei dieser Gelegenheit noch ein wenig tiefer in das menschliche Seelenleben hineinschauen. Es sind die beiden Pole des Seelenlebens, das Willensleben einerseits und das Gedanken- und Vorstellungsleben auf der anderen Seite. Die Gemütsbewegungen stehen in der Mitte darin. Nun wissen wir, dass das Menschenleben wechselt zwischen Schlafen und Wachen. Und während der Mensch in wachem Zustande ist, da ist insbesondere tätig sein Vorstellungs- und Gedankenleben. Denn dass der Wille nicht eigentlich wachsam ist, davon kann sich jeder überzeugen, der achtgibt, wie eigentlich ein Willensimpuls zustande kommt. Man muss erst einen Gedanken, eine Vorstellung haben, dann erst dringt der Wille aus der Tiefe der Seele herauf. Der Gedanke ruft Willensimpulse auf. Wenn der Mensch wacht, so wacht er nicht im Willen, er wacht im Gedanken.

[ 15 ] Aber die okkulte Wissenschaft lehrt uns: Wenn wir schlafen, ist alles umgekehrt. Da wacht der Wille und ist sehr tätig, und der Gedanke ist untätig. Das kann der Mensch zunächst nicht wissen im normalen Zustande, einfach darum, weil er nur weiß durch seine Gedanken, und diese schlafen. So merkt er nicht, wie sein Wille tätig ist. Wenn er zum Hellsehen aufsteigt und zu einer imaginativen Vorstellungswelt kommt, da merkt er dann schon, dass der Wille in dem Moment aufwacht, in dem die Gedanken einschlafen. Und in die Bilder, die er wahrnimmt, in die schlüpft der Wille hinein und erweckt sie. Die Bilder sind dann gewebt aus dem Willen, sodass also die Gedanken dann schlafen, der Wille aber wacht.

[ 15 ] Aber die okkulte Wissenschaft lehrt uns: Wenn wir schlafen, ist alles umgekehrt. Da wacht der Wille und ist sehr tätig, und der Gedanke ist untätig. Das kann der Mensch zunächst nicht wissen im normalen Zustande, einfach darum, weil er nur weiß durch seine Gedanken, und diese schlafen. So merkt er nicht, wie sein Wille tätig ist. Wenn er zum Hellsehen aufsteigt und zu einer imaginativen Vorstellungswelt kommt, da merkt er dann schon, dass der Wille in dem Moment aufwacht, in dem die Gedanken einschlafen. Und in die Bilder, die er wahrnimmt, in die schlüpft der Wille hinein und erweckt sie. Die Bilder sind dann gewebt aus dem Willen, sodass also die Gedanken dann schlafen, der Wille aber wacht.

[ 16 ] Aber dieses Wachen des Willens ist in ganz anderer Weise mit unserer gesamten menschlichen Wesenheit verbunden als unser Denken. Je nachdem der Mensch arbeitet oder nicht arbeitet, gesund oder krank ist, je nachdem er Gelassenheit entwickelt oder zornig ist, ergibt das gesunden oder kranken Willen. Und je nachdem unser Wille gesund oder ungesund ist, je nachdem arbeitet er während der Nacht an unserem Lebenszustand bis in den physischen Leib hinein. Es ist ein großer Unterschied, ob der Mensch bei Tag Gelassenheit entwickelt, Ergebenheit in sein Schicksal und dadurch seinen Willen zubereitet, dass man sagen kann, dieser Wille entwickelt eine angenehme Wärme, ein Gefühl des Wohlseins - oder ob er Zorn entwickelt. Diese Ungesundheit des Willens ergießt sich in den Leib im nachtschlafenden Zustand und ist die Ursache von zahlreichen Krankheitsformen, deren Ursache gesucht und nicht gefunden wird, weil die wirklichen Folgen, die als physische Krankheiten auftreten, erst nach Jahren oder Jahrzehnten auftreten. Nur der, der große Zeiträume überblickt, kann den Zusammenhang zwischen seelischen und leiblichen Zuständen in der angedeuteten Weise sehen. Also auch im Sinne leiblicher Gesundung muss der Wille geschult werden.

[ 16 ] Aber dieses Wachen des Willens ist in ganz anderer Weise mit unserer gesamten menschlichen Wesenheit verbunden als unser Denken. Je nachdem der Mensch arbeitet oder nicht arbeitet, gesund oder krank ist, je nachdem er Gelassenheit entwickelt oder zornig ist, ergibt das gesunden oder kranken Willen. Und je nachdem unser Wille gesund oder ungesund ist, je nachdem arbeitet er während der Nacht an unserem Lebenszustand bis in den physischen Leib hinein. Es ist ein großer Unterschied, ob der Mensch bei Tag Gelassenheit entwickelt, Ergebenheit in sein Schicksal und dadurch seinen Willen zubereitet, dass man sagen kann, dieser Wille entwickelt eine angenehme Wärme, ein Gefühl des Wohlseins - oder ob er Zorn entwickelt. Diese Ungesundheit des Willens ergießt sich in den Leib im nachtschlafenden Zustand und ist die Ursache von zahlreichen Krankheitsformen, deren Ursache gesucht und nicht gefunden wird, weil die wirklichen Folgen, die als physische Krankheiten auftreten, erst nach Jahren oder Jahrzehnten auftreten. Nur der, der große Zeiträume überblickt, kann den Zusammenhang zwischen seelischen und leiblichen Zuständen in der angedeuteten Weise sehen. Also auch im Sinne leiblicher Gesundung muss der Wille geschult werden.

[ 17 ] Ebenso können wir auch unsere Gemütsbewegungen durch Gelassenheit und Ergebenheit in unser Karma beeinflussen, dass sie in wohltuender Weise bis in unsere Leibesorganisation wirken. Dagegen schaden wir ihr durch nichts mehr als durch Stumpfheit, Interesselosigkeit gegenüber dem, was um uns herum vorgeht. Diese Stumpfheit ist etwas, was sich immer mehr und mehr ausbreitet, sie ist eine Eigenschaft, die den letzten Grund bildet dafür, dass sich so wenige Menschen für geistige Dinge interessieren. Man kann glauben, dass objektive Gründe zur Annahme einer materialistischen Weltanschauung führen. Objektive Gründe sind gar nicht so viel vorhanden für eine materialistische Lebensauffassung. Nein, Stumpfsinn ist es, keiner kann Materialist sein, ohne stumpf zu sein. Unaufmerksamkeit ist es gegenüber unserer Umgebung. Wer mit regem Interesse seine Umgebung betrachtet, für den springt überall das hervor, was sich nur mit der Geisteserkenntnis vereinbaren lässt. Stumpfheit aber unterdrückt die Gemütsbewegungen und führt zur Willensschwachheit.

[ 17 ] Ebenso können wir auch unsere Gemütsbewegungen durch Gelassenheit und Ergebenheit in unser Karma beeinflussen, dass sie in wohltuender Weise bis in unsere Leibesorganisation wirken. Dagegen schaden wir ihr durch nichts mehr als durch Stumpfheit, Interesselosigkeit gegenüber dem, was um uns herum vorgeht. Diese Stumpfheit ist etwas, was sich immer mehr und mehr ausbreitet, sie ist eine Eigenschaft, die den letzten Grund bildet dafür, dass sich so wenige Menschen für geistige Dinge interessieren. Man kann glauben, dass objektive Gründe zur Annahme einer materialistischen Weltanschauung führen. Objektive Gründe sind gar nicht so viel vorhanden für eine materialistische Lebensauffassung. Nein, Stumpfsinn ist es, keiner kann Materialist sein, ohne stumpf zu sein. Unaufmerksamkeit ist es gegenüber unserer Umgebung. Wer mit regem Interesse seine Umgebung betrachtet, für den springt überall das hervor, was sich nur mit der Geisteserkenntnis vereinbaren lässt. Stumpfheit aber unterdrückt die Gemütsbewegungen und führt zur Willensschwachheit.

[ 18 ] Von besonderer Bedeutung ist ferner die Eigenschaft, die man Eigensinn nennt, ein Sinn, der starr besteht auf diesem oder jenem. Ungesunde Gemütsbewegungen können auch den Eigensinn bewirken. Diese Dinge sind oft so, wie die Schlange, die sich selbst in den Schwanz beißt. Alles das vorher Gesagte kann auch der Eigensinn bewirken. Selbst Menschen, die sehr unaufmerksam durchs Leben gehen, können sehr eigensinnig sein. Menschen, die ganz willensschwach sind, sieht man manchmal dieses eine gerade durchsetzen, wo man es nicht erwartet hat, und die Willensschwäche wird immer größer, wenn wir nicht den Eigensinn zu bekämpfen suchen. Gerade bei willensschwachen Personen findet man diesen Starrsinn. Wenn wir uns dagegen bemühen, den Eigensinn nicht auszubilden, da werden wir bemerken, dass wir mit jedem Male die Gemütsbewegungen gebessert und den Willen gestärkt haben. Jedes Mal, wenn einen der Eigensinn so recht sticht und wir geben ihm nicht nach, dann werden wir jedes Mal stärker dem Leben gegenüberstehen. Wir werden die Früchte bemerken, wenn wir systematisch gegen diesen Fehler vorgehen, wir werden durch Bekämpfen des Eigensinns zufriedene Menschen. Namentlich ist es die Kultur der Gemütsbewegungen, die davon abhängt, dass wir Eigensinn, Stumpfheit, Interesselosigkeit in jeder Weise bekämpfen. Also Interesse und Aufmerksamkeit für die Umgebung fördert Gemüt und Willen. Stumpfsinn und Eigensinn bewirken das Gegenteil.

[ 18 ] Von besonderer Bedeutung ist ferner die Eigenschaft, die man Eigensinn nennt, ein Sinn, der starr besteht auf diesem oder jenem. Ungesunde Gemütsbewegungen können auch den Eigensinn bewirken. Diese Dinge sind oft so, wie die Schlange, die sich selbst in den Schwanz beißt. Alles das vorher Gesagte kann auch der Eigensinn bewirken. Selbst Menschen, die sehr unaufmerksam durchs Leben gehen, können sehr eigensinnig sein. Menschen, die ganz willensschwach sind, sieht man manchmal dieses eine gerade durchsetzen, wo man es nicht erwartet hat, und die Willensschwäche wird immer größer, wenn wir nicht den Eigensinn zu bekämpfen suchen. Gerade bei willensschwachen Personen findet man diesen Starrsinn. Wenn wir uns dagegen bemühen, den Eigensinn nicht auszubilden, da werden wir bemerken, dass wir mit jedem Male die Gemütsbewegungen gebessert und den Willen gestärkt haben. Jedes Mal, wenn einen der Eigensinn so recht sticht und wir geben ihm nicht nach, dann werden wir jedes Mal stärker dem Leben gegenüberstehen. Wir werden die Früchte bemerken, wenn wir systematisch gegen diesen Fehler vorgehen, wir werden durch Bekämpfen des Eigensinns zufriedene Menschen. Namentlich ist es die Kultur der Gemütsbewegungen, die davon abhängt, dass wir Eigensinn, Stumpfheit, Interesselosigkeit in jeder Weise bekämpfen. Also Interesse und Aufmerksamkeit für die Umgebung fördert Gemüt und Willen. Stumpfsinn und Eigensinn bewirken das Gegenteil.

[ 19 ] Für gesunde Gemütsbewegung haben wir das gute Wort «Sinnigkeit». Sinnigkeit ist, dass einem etwas Sinnvolles einfällt. Kinder sollen so spielen, dass ihre Phantasie bewegt wird, dass die Selbsttätigkeit ihrer Seele geweckt wird, sodass sie nachdenken müssen über ihr Spiel. Sie sollen nicht nach Vorlagen Bausteine ordnen, dadurch wird nur Pedanterie geweckt, aber nicht Sinnigkeit. Sinnig ist cs, wenn wir sie im Sande allerlei ausführen lassen, wenn wir sie in den Wald führen und aus Kletten Körbchen formen lassen und dann den Anstoß geben, auch andere Gegenstände aus aneinandergeketteten Kletten zu machen. Dinge, die eine gewisse Erfindungsgabe großziehen, pflegen die Sinnigkeit. So wenig man es glaubt, durch solche Pflege der Sinnigkeit kommt Seelenruhe, Seelenharmonie, Befriedigung in das menschliche Leben.

[ 19 ] Für gesunde Gemütsbewegung haben wir das gute Wort «Sinnigkeit». Sinnigkeit ist, dass einem etwas Sinnvolles einfällt. Kinder sollen so spielen, dass ihre Phantasie bewegt wird, dass die Selbsttätigkeit ihrer Seele geweckt wird, sodass sie nachdenken müssen über ihr Spiel. Sie sollen nicht nach Vorlagen Bausteine ordnen, dadurch wird nur Pedanterie geweckt, aber nicht Sinnigkeit. Sinnig ist cs, wenn wir sie im Sande allerlei ausführen lassen, wenn wir sie in den Wald führen und aus Kletten Körbchen formen lassen und dann den Anstoß geben, auch andere Gegenstände aus aneinandergeketteten Kletten zu machen. Dinge, die eine gewisse Erfindungsgabe großziehen, pflegen die Sinnigkeit. So wenig man es glaubt, durch solche Pflege der Sinnigkeit kommt Seelenruhe, Seelenharmonie, Befriedigung in das menschliche Leben.

[ 20 ] Ferner tun wir gut, wenn wir mit einem Kinde spazieren gehen, das Kind gewähren zu lassen, zu tun, was es will, wenn es nicht gar zu ungezogen wird. Und wenn das Kind irgendetwas tut, dann soll man seine Freude, seine Zustimmung, sein Interesse kundgeben, nicht unwillig werden oder interesselos sein gegenüber demjenigen, was das Kind aus seiner Seele heraus schafft. Auch wenn man das Kind belehrt, soll man anknüpfen an die Formen und Vorgänge in der Natur. Sind die Kinder dann größer, ist es zu vermeiden, sie aus Zeitungen mit den Rätseln oder Rösselsprüngen zu beschäftigen, was nur Pedanterie erzeugt. Dagegen bietet die Betrachtung der Natur das Gegenteil von dem, was uns heute das Zeitungswesen bietet zu einer Pflege der Gemütsbewegung. Von einem in sich beruhigten Gemüt, von einem harmonischen Gemüt hängt nicht nur die seelische, sondern auch die leibliche Gesundheit ab, wenn manchmal auch große Zwischenräume zwischen Ursache und Wirkung liegen.

[ 20 ] Ferner tun wir gut, wenn wir mit einem Kinde spazieren gehen, das Kind gewähren zu lassen, zu tun, was es will, wenn es nicht gar zu ungezogen wird. Und wenn das Kind irgendetwas tut, dann soll man seine Freude, seine Zustimmung, sein Interesse kundgeben, nicht unwillig werden oder interesselos sein gegenüber demjenigen, was das Kind aus seiner Seele heraus schafft. Auch wenn man das Kind belehrt, soll man anknüpfen an die Formen und Vorgänge in der Natur. Sind die Kinder dann größer, ist es zu vermeiden, sie aus Zeitungen mit den Rätseln oder Rösselsprüngen zu beschäftigen, was nur Pedanterie erzeugt. Dagegen bietet die Betrachtung der Natur das Gegenteil von dem, was uns heute das Zeitungswesen bietet zu einer Pflege der Gemütsbewegung. Von einem in sich beruhigten Gemüt, von einem harmonischen Gemüt hängt nicht nur die seelische, sondern auch die leibliche Gesundheit ab, wenn manchmal auch große Zwischenräume zwischen Ursache und Wirkung liegen.

[ 21 ] Nun kommen wir zur dritten Seite des übersinnlichen Lebens, zum Denken. Was dies betrifft, so pflegen wir es, machen es scharfsinnig insbesondere dadurch, dass wir Eigenschaften entwickeln, die scheinbar gar nicht mit dem Denken, den Vorstellungen zusammenhängen. Durch nichts pflegen wir mehr ein gutes Denken als durch Hingabe und Einsicht, nicht so sehr durch logische Übungen, sondern wenn wir dieses und jenes beobachten, Vorgänge in der Natur dazu benutzen, um einzudringen in die verborgenen Geheimnisse. Durch Hingabe an Natur- und Menschheitsfragen, durch den Versuch, komplizierte Menschen zu verstehen, durch eine Steigerung der Aufmerksamkeit machen wir unser Denken scharfsinnig. Hingabe heißt: versuchen zu enträtseln mit dem Denken, mit dem Vorstellen. In dieser Beziehung können wir sehen, dass in der außerordentlich günstigsten Weise solche Hingabe mit dem Verstande in das spätere Leben hineinwirkt.

[ 21 ] Nun kommen wir zur dritten Seite des übersinnlichen Lebens, zum Denken. Was dies betrifft, so pflegen wir es, machen es scharfsinnig insbesondere dadurch, dass wir Eigenschaften entwickeln, die scheinbar gar nicht mit dem Denken, den Vorstellungen zusammenhängen. Durch nichts pflegen wir mehr ein gutes Denken als durch Hingabe und Einsicht, nicht so sehr durch logische Übungen, sondern wenn wir dieses und jenes beobachten, Vorgänge in der Natur dazu benutzen, um einzudringen in die verborgenen Geheimnisse. Durch Hingabe an Natur- und Menschheitsfragen, durch den Versuch, komplizierte Menschen zu verstehen, durch eine Steigerung der Aufmerksamkeit machen wir unser Denken scharfsinnig. Hingabe heißt: versuchen zu enträtseln mit dem Denken, mit dem Vorstellen. In dieser Beziehung können wir sehen, dass in der außerordentlich günstigsten Weise solche Hingabe mit dem Verstande in das spätere Leben hineinwirkt.

[ 22 ] Ein Fall aus dem Leben ist folgender: Ein kleiner Knabe zeigte seiner Mutter merkwürdige Seiten seiner Beobachtung, die mit außerordentlicher Hingabe und Einsichtsfähigkeit zusammenhängt. Er sagte: Weißt du, wenn ich auf der Straße gehe und Menschen und Tiere sche, da ist es, als ob ich in die Menschen und Tiere hineingehen müsste. Da ist mir eine arme Frau begegnet, und ich bin in sie hineingegangen, und das war mir furchtbar schmerzlich, sehr elend war das. - Dabei hat der Knabe zu Hause keinerlei Elend gesehen, sondern lebt in ganz guten Verhältnissen. - Und dann bin ich in ein Pferd hineingegangen, dann in ein Schwein. - Und er schildert das in ausführlicher Weise und wird dadurch in außerordentlicher Weise zum Mitleid, zu besonderen Taten des Mitleids angeregt durch dieses Hineinfühlen. Woher kommt das, das Ausbreiten des Verständnisses für andere Wesen? Wenn man in diesem Falle darüber nachdenkt, dann kommt man in die vorhergehende Inkarnation zurück, wo der betreffende Mensch die oben geschilderte Hingabe an die Dinge, an die Geheimnisse der Dinge, gepflegt hat.

[ 22 ] Ein Fall aus dem Leben ist folgender: Ein kleiner Knabe zeigte seiner Mutter merkwürdige Seiten seiner Beobachtung, die mit außerordentlicher Hingabe und Einsichtsfähigkeit zusammenhängt. Er sagte: Weißt du, wenn ich auf der Straße gehe und Menschen und Tiere sche, da ist es, als ob ich in die Menschen und Tiere hineingehen müsste. Da ist mir eine arme Frau begegnet, und ich bin in sie hineingegangen, und das war mir furchtbar schmerzlich, sehr elend war das. - Dabei hat der Knabe zu Hause keinerlei Elend gesehen, sondern lebt in ganz guten Verhältnissen. - Und dann bin ich in ein Pferd hineingegangen, dann in ein Schwein. - Und er schildert das in ausführlicher Weise und wird dadurch in außerordentlicher Weise zum Mitleid, zu besonderen Taten des Mitleids angeregt durch dieses Hineinfühlen. Woher kommt das, das Ausbreiten des Verständnisses für andere Wesen? Wenn man in diesem Falle darüber nachdenkt, dann kommt man in die vorhergehende Inkarnation zurück, wo der betreffende Mensch die oben geschilderte Hingabe an die Dinge, an die Geheimnisse der Dinge, gepflegt hat.

[ 23 ] Auf die Wirkungen der Kultur der Hingabe brauchen wir aber nicht zu warten bis zur nächsten Inkarnation. Das drückt sich schon aus in einem einzelnen Leben. Wenn wir in der frühesten Jugend angehalten werden, alles das zu entwickeln, dann werden wir im späteren Leben ein klares, durchsichtiges Denken haben, während wir sonst ein zerrissenes, unlogisches Denken entwickeln. Es ist so, dass wirklich spirituelle Grundsätze uns vorwärtsbringen können im Leben.

[ 23 ] Auf die Wirkungen der Kultur der Hingabe brauchen wir aber nicht zu warten bis zur nächsten Inkarnation. Das drückt sich schon aus in einem einzelnen Leben. Wenn wir in der frühesten Jugend angehalten werden, alles das zu entwickeln, dann werden wir im späteren Leben ein klares, durchsichtiges Denken haben, während wir sonst ein zerrissenes, unlogisches Denken entwickeln. Es ist so, dass wirklich spirituelle Grundsätze uns vorwärtsbringen können im Leben.

[ 24 ] Wirklich theosophische Erziehungsgrundsätze waren in den letzten Jahrzehnten nur wenig, fast gar nicht vorhanden. Und nun erleben wir die Folgen. Unrichtiges Denken ist in unserer Zeit außerordentlich viel vorhanden. Ein Martyrium kann man erleben über das schrecklich unlogische Leben der Welt. Wer sich eine gewisse Hellsichtigkeit angeeignet hat, empfindet das nicht bloß so, dass er sich sagt, das ist richtig, jenes ist unrichtig, sondern er hat einen wirklichen Schmerz, wenn ihm unlogisches Denken entgegentritt, und ein Wohlsein bei klarem, durchsichtigem Denken. Das bedeutet: Man hat sich eine Empfindung dafür erworben, und danach kann man entscheiden. Und das ist dann ein viel richtigeres Entscheiden, wenn man cs einmal bis dahin gebracht hat. Ein viel richtigeres Urteil über Wahrheit und Unwahrheit gibt das. Das scheint unglaublich, ist aber so. Wenn einem Hellseher gegenüber etwas unrichtig gesagt wird, da zeigt ihm der aufsteigende Schmerz, dass das unlogisch, unrichtig ist. Unlogisches Denken ist im weitesten Maße verbreitet, in keiner Zeit war das unlogische Denken so verbreitet als gerade in unserer gegenwärtigen Zeit, trotzdem man sich auf logisches Denken so viel zugute tut. Dafür ein Beispiel, das wohl etwas krass sein mag, aber typisch ist für gedankenloses und interesseloses Erleben.

[ 24 ] Wirklich theosophische Erziehungsgrundsätze waren in den letzten Jahrzehnten nur wenig, fast gar nicht vorhanden. Und nun erleben wir die Folgen. Unrichtiges Denken ist in unserer Zeit außerordentlich viel vorhanden. Ein Martyrium kann man erleben über das schrecklich unlogische Leben der Welt. Wer sich eine gewisse Hellsichtigkeit angeeignet hat, empfindet das nicht bloß so, dass er sich sagt, das ist richtig, jenes ist unrichtig, sondern er hat einen wirklichen Schmerz, wenn ihm unlogisches Denken entgegentritt, und ein Wohlsein bei klarem, durchsichtigem Denken. Das bedeutet: Man hat sich eine Empfindung dafür erworben, und danach kann man entscheiden. Und das ist dann ein viel richtigeres Entscheiden, wenn man cs einmal bis dahin gebracht hat. Ein viel richtigeres Urteil über Wahrheit und Unwahrheit gibt das. Das scheint unglaublich, ist aber so. Wenn einem Hellseher gegenüber etwas unrichtig gesagt wird, da zeigt ihm der aufsteigende Schmerz, dass das unlogisch, unrichtig ist. Unlogisches Denken ist im weitesten Maße verbreitet, in keiner Zeit war das unlogische Denken so verbreitet als gerade in unserer gegenwärtigen Zeit, trotzdem man sich auf logisches Denken so viel zugute tut. Dafür ein Beispiel, das wohl etwas krass sein mag, aber typisch ist für gedankenloses und interesseloses Erleben.

[ 25 ] Ich fuhr einmal von Rostock nach Berlin. In mein Abteil stiegen noch zwei Menschen, ein Herr und eine Dame. Ich saß in einer Ecke und wollte bloß beobachten. Der Herr benahm sich bald in merkwürdiger Weise - er war sonst vielleicht ein ganz gebildeter Mensch -, er legte sich hin, in fünf Minuten sprang er wieder auf, dann wieder ächzte er erbarmungsvoll. Da die Dame ihn offenbar für leidend hielt, wurde sie von Mitleid erfasst und bald war ein Gespräch zwischen ihnen im Gange. Sie erzählte ihm dann, dass sie wohl bemerkt habe, dass er leidend sei, aber sie wisse, was Kranksein heißt, denn sie war auch krank. Sie habe da einen Korb mit, in dem sei alles drin, was heilsam für sie sei. Sie sagte: Ich kann alles heilen, denn ich habe für alles ein Mittel. Und denken Sie mal, was ich für ein Unglück habe. Da komme ich tief aus Russland bis hierher an die Ostsee, um mich zu erholen und etwas zu tun für mein Leiden, und als ich ankomme, bemerke ich, dass ich ein für mich wichtiges Mittel zu Hause vergaß. Nun muss ich sofort umkehren, und es ist auch diese Hoffnung vergebens gewesen. - Dann erzählte der Herr seine Leiden, und sie gab ihm für jede seiner Krankheiten ein Heilmittel, und er versprach, alles zu tun und notierte es sich auf. Ich glaube, es waren elf verschiedene Rezepte. Jetzt fing sie an, ihre Krankheiten alle einzeln aufzuzählen; und da fing er an, alles zu wissen, was dieselben heilt, dass ihr gegen dieses Leiden in diesem Sanatorium, gegen jenes in einem anderen geholfen werden könne. Da hat sie ihrerseits sich alle Adressen aufgeschrieben und hatte bloß Angst, dass in Berlin sonntags bei ihrer Ankunft die Apotheken geschlossen sein könnten. Diese beiden Leute sind nicht einen Augenblick auf den merkwürdigen Widerspruch verfallen, dass ein jeder nur für den anderen alles weiß, was ihm vielleicht helfen könne, nur für sich selber wussten sie keine Hilfe. Dieses Erlebnis war für zwei gebildete Menschen eine Möglichkeit, sich zu baden in dem Meer von Unsinn, der da ausströmte.

[ 25 ] Ich fuhr einmal von Rostock nach Berlin. In mein Abteil stiegen noch zwei Menschen, ein Herr und eine Dame. Ich saß in einer Ecke und wollte bloß beobachten. Der Herr benahm sich bald in merkwürdiger Weise - er war sonst vielleicht ein ganz gebildeter Mensch -, er legte sich hin, in fünf Minuten sprang er wieder auf, dann wieder ächzte er erbarmungsvoll. Da die Dame ihn offenbar für leidend hielt, wurde sie von Mitleid erfasst und bald war ein Gespräch zwischen ihnen im Gange. Sie erzählte ihm dann, dass sie wohl bemerkt habe, dass er leidend sei, aber sie wisse, was Kranksein heißt, denn sie war auch krank. Sie habe da einen Korb mit, in dem sei alles drin, was heilsam für sie sei. Sie sagte: Ich kann alles heilen, denn ich habe für alles ein Mittel. Und denken Sie mal, was ich für ein Unglück habe. Da komme ich tief aus Russland bis hierher an die Ostsee, um mich zu erholen und etwas zu tun für mein Leiden, und als ich ankomme, bemerke ich, dass ich ein für mich wichtiges Mittel zu Hause vergaß. Nun muss ich sofort umkehren, und es ist auch diese Hoffnung vergebens gewesen. - Dann erzählte der Herr seine Leiden, und sie gab ihm für jede seiner Krankheiten ein Heilmittel, und er versprach, alles zu tun und notierte es sich auf. Ich glaube, es waren elf verschiedene Rezepte. Jetzt fing sie an, ihre Krankheiten alle einzeln aufzuzählen; und da fing er an, alles zu wissen, was dieselben heilt, dass ihr gegen dieses Leiden in diesem Sanatorium, gegen jenes in einem anderen geholfen werden könne. Da hat sie ihrerseits sich alle Adressen aufgeschrieben und hatte bloß Angst, dass in Berlin sonntags bei ihrer Ankunft die Apotheken geschlossen sein könnten. Diese beiden Leute sind nicht einen Augenblick auf den merkwürdigen Widerspruch verfallen, dass ein jeder nur für den anderen alles weiß, was ihm vielleicht helfen könne, nur für sich selber wussten sie keine Hilfe. Dieses Erlebnis war für zwei gebildete Menschen eine Möglichkeit, sich zu baden in dem Meer von Unsinn, der da ausströmte.

[ 26 ] Solche Dinge muss man ins Auge fassen, wenn man von der Selbsterkenntnis verlangt, dass sie Einsicht hergibt. Man muss von der Selbsterkenntnis verlangen, dass sie Zusammenhang im Denken entwickelt, namentlich aber Hingabe an die Sache. In der Seele wirken alle diese Dinge zusammen. Ein solch abgerissenes Denken, das wirkt so, wenn auch erst nach langer Zeit, dass der Mensch in die Notwendigkeit kommt, über alles moros, griesgrämig, hypochondrisch zu sein, und man weiß oft nicht, wo die Ursachen hierzu zu suchen sind. Die geringe Pflege der Einsicht und der Hingabe macht griesgrämig, moros, hypochondrisch. Was dem Denken so ungemein notwendig ist, hängt scheinbar gar nicht mit dem Denken zusammen. Aller Eigenwille, alle Selbstsucht wirkt zerstörend auf das Denken. Alle Eigenschaften, die mit Eigenwille und Selbstsucht zusammenhängen, wie Ehrgeiz, Eitelkeit, alle diese Dinge, die scheinbar auf etwas anderes gehen, machen unser Denken ungesund und wirken auf unsere Stimmung in ungünstigem Sinne zurück. Deshalb müssen wir auch den Eigenwillen, die Selbstsucht, den Egoismus zu bekämpfen suchen, dagegen den Dingen gegenüber eine gewisse Hingabe, eine gewisse Opferwilligkeit den Wesen gegenüber pflegen. Hingabe, Opferwilligkeit gegenüber den unbedeutendsten Gegenständen und Vorfällen wirken günstig auf Denken und Stimmung. In der Tat, Selbstsucht und Egoismus strafen sich dadurch, dass der Selbstsüchtige immer unzufriedener und unzufriedener wird, immer mehr klagt, dass sein Selbst zu kurz gekommen sci. Wo jemand dies in sich spürt, sollte er sich unters Karmagesetz stellen und sich fragen, wenn er unzufrieden ist: Welche Selbstsucht hat mir meine Unzufriedenheit herangezogen?

[ 26 ] Solche Dinge muss man ins Auge fassen, wenn man von der Selbsterkenntnis verlangt, dass sie Einsicht hergibt. Man muss von der Selbsterkenntnis verlangen, dass sie Zusammenhang im Denken entwickelt, namentlich aber Hingabe an die Sache. In der Seele wirken alle diese Dinge zusammen. Ein solch abgerissenes Denken, das wirkt so, wenn auch erst nach langer Zeit, dass der Mensch in die Notwendigkeit kommt, über alles moros, griesgrämig, hypochondrisch zu sein, und man weiß oft nicht, wo die Ursachen hierzu zu suchen sind. Die geringe Pflege der Einsicht und der Hingabe macht griesgrämig, moros, hypochondrisch. Was dem Denken so ungemein notwendig ist, hängt scheinbar gar nicht mit dem Denken zusammen. Aller Eigenwille, alle Selbstsucht wirkt zerstörend auf das Denken. Alle Eigenschaften, die mit Eigenwille und Selbstsucht zusammenhängen, wie Ehrgeiz, Eitelkeit, alle diese Dinge, die scheinbar auf etwas anderes gehen, machen unser Denken ungesund und wirken auf unsere Stimmung in ungünstigem Sinne zurück. Deshalb müssen wir auch den Eigenwillen, die Selbstsucht, den Egoismus zu bekämpfen suchen, dagegen den Dingen gegenüber eine gewisse Hingabe, eine gewisse Opferwilligkeit den Wesen gegenüber pflegen. Hingabe, Opferwilligkeit gegenüber den unbedeutendsten Gegenständen und Vorfällen wirken günstig auf Denken und Stimmung. In der Tat, Selbstsucht und Egoismus strafen sich dadurch, dass der Selbstsüchtige immer unzufriedener und unzufriedener wird, immer mehr klagt, dass sein Selbst zu kurz gekommen sci. Wo jemand dies in sich spürt, sollte er sich unters Karmagesetz stellen und sich fragen, wenn er unzufrieden ist: Welche Selbstsucht hat mir meine Unzufriedenheit herangezogen?

[ 27 ] So kann man geradezu angeben, wie man bilden kann und wie man schädigen kann die drei Partien unseres Seelenlebens, und das ist außerordentlich wichtig. Wir sehen daher, dass Theosophie etwas ist, was tief, tief in unser Leben eingreift. Es greift tief in unser Leben ein, weil eine wirkliche Beobachtung der theosophischen Prinzipien uns zum Selbsterzieher machen kann, und das ist für das Leben von ungeheurer Bedeutung, wird aber auch von einer immer größeren Bedeutung insofern, als die Zeiten für die Menschheitsentwicklung vorbei sind, da die Menschen geleitet wurden von den Göttern herab, von den höheren Welten heraus. Immer mehr und mehr werden die Menschen selbst tun müssen, ohne gelenkt und geleitet zu werden.

[ 27 ] So kann man geradezu angeben, wie man bilden kann und wie man schädigen kann die drei Partien unseres Seelenlebens, und das ist außerordentlich wichtig. Wir sehen daher, dass Theosophie etwas ist, was tief, tief in unser Leben eingreift. Es greift tief in unser Leben ein, weil eine wirkliche Beobachtung der theosophischen Prinzipien uns zum Selbsterzieher machen kann, und das ist für das Leben von ungeheurer Bedeutung, wird aber auch von einer immer größeren Bedeutung insofern, als die Zeiten für die Menschheitsentwicklung vorbei sind, da die Menschen geleitet wurden von den Göttern herab, von den höheren Welten heraus. Immer mehr und mehr werden die Menschen selbst tun müssen, ohne gelenkt und geleitet zu werden.

[ 28 ] Im Hinblick auf das, was die Meister nun gelehrt haben als das Heraufarbeiten zum Christus, der auf dem Astralplan noch in diesem Jahrhundert erscheint, kann ein größeres Verständnis für diesen Menschheitsfortschritt nur so erzielt werden: Der Mensch muss sich immer mehr gegen die Zukunft seine Impulse selber geben. Geradeso wie wir gestern beschrieben haben, dass sich die Menschen allmählich heraufarbeiten zum Christus, so müssen wir allmählich in Freiheit Denk-, Gemüts- und Willensimpulse vervollkommnen. Und das kann nur durch solche Selbstbeherrschung, Selbstbeobachtung erzielt werden. Geradeso wie früher in alter Hellsichtigkeit die Impulse von den Göttern herabgegeben wurden dem Menschen, so wird er später in neuer Hellsichtigkeit sich selbst die Wege bestimmen müssen. Deswegen tritt Theosophie gerade in unserer Zeit auf, damit die Menschheit lernen kann, in richtiger Weise Seeleneigenschaften auszubilden. Dadurch lebt dann der Mensch dem entgegen, was die Zukunft bringen soll. Nur dadurch kann begriffen werden, was einmal eintreten muss, dass nämlich diejenigen, die klug und unmoralisch sind, herausgestoßen und unschädlich gemacht werden.

[ 28 ] Im Hinblick auf das, was die Meister nun gelehrt haben als das Heraufarbeiten zum Christus, der auf dem Astralplan noch in diesem Jahrhundert erscheint, kann ein größeres Verständnis für diesen Menschheitsfortschritt nur so erzielt werden: Der Mensch muss sich immer mehr gegen die Zukunft seine Impulse selber geben. Geradeso wie wir gestern beschrieben haben, dass sich die Menschen allmählich heraufarbeiten zum Christus, so müssen wir allmählich in Freiheit Denk-, Gemüts- und Willensimpulse vervollkommnen. Und das kann nur durch solche Selbstbeherrschung, Selbstbeobachtung erzielt werden. Geradeso wie früher in alter Hellsichtigkeit die Impulse von den Göttern herabgegeben wurden dem Menschen, so wird er später in neuer Hellsichtigkeit sich selbst die Wege bestimmen müssen. Deswegen tritt Theosophie gerade in unserer Zeit auf, damit die Menschheit lernen kann, in richtiger Weise Seeleneigenschaften auszubilden. Dadurch lebt dann der Mensch dem entgegen, was die Zukunft bringen soll. Nur dadurch kann begriffen werden, was einmal eintreten muss, dass nämlich diejenigen, die klug und unmoralisch sind, herausgestoßen und unschädlich gemacht werden.

[ 29 ] Die genannten Eigenschaften sind für jeden Menschen von Wichtigkeit. Sie sind aber so, dass sie gerade für diejenigen wichtig sind, welche in einer besonderen Weise anstreben wollen, rasch und rationell zu den Eigenschaften zu kommen, die immer mehr und mehr notwendig werden für die Menschheit. Deshalb sind es besonders die Führer der Menschen, welche erstreben, diese Entwicklung in ganz. besonderem Maße an sich selber zu bewirken, weil man nur durch höchste Eigenschaften Höchstes erreichen kann.

[ 29 ] Die genannten Eigenschaften sind für jeden Menschen von Wichtigkeit. Sie sind aber so, dass sie gerade für diejenigen wichtig sind, welche in einer besonderen Weise anstreben wollen, rasch und rationell zu den Eigenschaften zu kommen, die immer mehr und mehr notwendig werden für die Menschheit. Deshalb sind es besonders die Führer der Menschen, welche erstreben, diese Entwicklung in ganz. besonderem Maße an sich selber zu bewirken, weil man nur durch höchste Eigenschaften Höchstes erreichen kann.

[ 30 ] In allerhöchstem Maße wird diese Entwicklung vorbildlich betrieben von jener Individualität, die einst zur Würde eines Bodhisattva aufstieg - als der vorige Bodhisattva Gautama ein Buddha wurde -, der seitdem fast alle hundert Jahre einmal verkörpert war und ungefähr hundert Jahre vor dem Christus als Jeshu ben Pandira, als Vorverkündiger des Christus gelebt hat. Fünftausend Jahre braucht er zum Emporsteigen zur Würde eines Buddha, und dieser Buddha wird dann Maitreya-Buddha sein. Ein Bringer des Guten wird er sein, und zwar aus dem Grunde, weil er- und das können die sehen, die hellsichtig genug sind - es in strengster Selbsterziehung erlangt, jene Kräfte in äußerster Weise auszubilden, die magisch-moralische Kräfte hervorgehen lassen, derart, dass er imstande sein wird, durch das Wort selbst Gemütsbewegung und Moral in die Seelen zu übertragen. Wir können heute auf dem physischen Plane noch keine Worte entwickeln, die dazu imstande wären. Auch der Maitreya-Buddha könnte das heute nicht, solche magische Worte bilden. Heute kann durch das Wort nur der Gedanke übertragen werden.

[ 30 ] In allerhöchstem Maße wird diese Entwicklung vorbildlich betrieben von jener Individualität, die einst zur Würde eines Bodhisattva aufstieg - als der vorige Bodhisattva Gautama ein Buddha wurde -, der seitdem fast alle hundert Jahre einmal verkörpert war und ungefähr hundert Jahre vor dem Christus als Jeshu ben Pandira, als Vorverkündiger des Christus gelebt hat. Fünftausend Jahre braucht er zum Emporsteigen zur Würde eines Buddha, und dieser Buddha wird dann Maitreya-Buddha sein. Ein Bringer des Guten wird er sein, und zwar aus dem Grunde, weil er- und das können die sehen, die hellsichtig genug sind - es in strengster Selbsterziehung erlangt, jene Kräfte in äußerster Weise auszubilden, die magisch-moralische Kräfte hervorgehen lassen, derart, dass er imstande sein wird, durch das Wort selbst Gemütsbewegung und Moral in die Seelen zu übertragen. Wir können heute auf dem physischen Plane noch keine Worte entwickeln, die dazu imstande wären. Auch der Maitreya-Buddha könnte das heute nicht, solche magische Worte bilden. Heute kann durch das Wort nur der Gedanke übertragen werden.

[ 31 ] Wie bereitet er sich vor? Indem er vor allen Dingen diese Eigenschaften, welche die guten genannt werden, in allerhöchstem Maße entwickelt. Der Bodhisattva entwickelt in höchstem Grade das, was man Ergebenheit, Gelassenheit dem Schicksal gegenüber, Aufmerksamkeit auf alle Vorgänge unserer Umgebung, Hingabe an alle Wesen und Einsicht nennen kann. Und obwohl viele Leben des künftigen Buddha nötig sind, so erschöpft er sich in seinen Verkörperungen hauptsächlich darin, aufzumerken auf das, was geschieht, wenn auch das, was er jetzt tut, kaum viel ist, weil er sich ganz und gar vorbereitet auf seine künftige Mission. Das wird dadurch erreicht, dass gerade für diesen Bodhisattva ein besonderes Gesetz besteht. Dieses Gesetz werden wir verstehen, wenn wir in Betracht ziehen, dass es die Möglichkeit gibt, dass in einem gewissen Lebensalter ein völliger Umschwung unseres Seelenlebens eintreten kann.

[ 31 ] Wie bereitet er sich vor? Indem er vor allen Dingen diese Eigenschaften, welche die guten genannt werden, in allerhöchstem Maße entwickelt. Der Bodhisattva entwickelt in höchstem Grade das, was man Ergebenheit, Gelassenheit dem Schicksal gegenüber, Aufmerksamkeit auf alle Vorgänge unserer Umgebung, Hingabe an alle Wesen und Einsicht nennen kann. Und obwohl viele Leben des künftigen Buddha nötig sind, so erschöpft er sich in seinen Verkörperungen hauptsächlich darin, aufzumerken auf das, was geschieht, wenn auch das, was er jetzt tut, kaum viel ist, weil er sich ganz und gar vorbereitet auf seine künftige Mission. Das wird dadurch erreicht, dass gerade für diesen Bodhisattva ein besonderes Gesetz besteht. Dieses Gesetz werden wir verstehen, wenn wir in Betracht ziehen, dass es die Möglichkeit gibt, dass in einem gewissen Lebensalter ein völliger Umschwung unseres Seelenlebens eintreten kann.

[ 32 ] Der größte solcher Umschläge, der jemals stattfand, war ja bei der Johannestaufe. Da geschah es, dass das Ich des Jesus im dreißigsten Jahre des Lebens das Fleisch verließ und ein anderes Ich eintrat: das Ich des Christus, des Führers der Sonnenwesen.

[ 32 ] Der größte solcher Umschläge, der jemals stattfand, war ja bei der Johannestaufe. Da geschah es, dass das Ich des Jesus im dreißigsten Jahre des Lebens das Fleisch verließ und ein anderes Ich eintrat: das Ich des Christus, des Führers der Sonnenwesen.

[ 33 ] Einen ähnlichen Umschlag nachleben wird der zukünftige Maitreya-Buddha. Aber in ganz anderer Weise lebt er in seinen Inkarnationen einen solchen Umschwung nach. Das Leben Christi lebt der Bodhisattva nach, und diejenigen, welche eingeweiht sind, wissen, dass er in jeder Inkarnation ganz besondere Eigentümlichkeiten zeigt. Man wird gerade in der Zeit vom dreißigsten bis dreiunddreißigsten Lebensjahre immer bemerken, dass ein gewaltiger Umschwung in seinem Leben eintritt. Da wird, wenn auch nicht in so gewaltiger Weise wie beim Christus, die Seele ausgetauscht: Das Ich, welches bis dahin den Leib belebt hat, geht heraus in dieser Zeit, und der Bodhisattva wird im Grunde genommen ein ganz anderer als er bis dahin war, wenn auch bei ihm nicht, wie beim Christus Jesus, das Ich aufhört und durch ein anderes Ich ersetzt wird. Das ist es, was alle Okkultisten gemeinsam verzeichnen, dass man ihn nicht erkennen kann vor diesem Zeitpunkt, vor dieser Umwandlung. Bis dahin - obwohl mit regstem Interesse an alles hingegeben - wird seine Mission sich nicht besonders hervorheben, und wenn auch der Umschwung sicher eintritt, kann man doch niemals sagen, was mit ihm dann geschehen wird. Ganz verschieden ist immer die frühere Jugendzeit von dem, in das er sich umwandelt zwischen dem dreiRigsten und dreiunddreißigsten Jahre.

[ 33 ] Einen ähnlichen Umschlag nachleben wird der zukünftige Maitreya-Buddha. Aber in ganz anderer Weise lebt er in seinen Inkarnationen einen solchen Umschwung nach. Das Leben Christi lebt der Bodhisattva nach, und diejenigen, welche eingeweiht sind, wissen, dass er in jeder Inkarnation ganz besondere Eigentümlichkeiten zeigt. Man wird gerade in der Zeit vom dreißigsten bis dreiunddreißigsten Lebensjahre immer bemerken, dass ein gewaltiger Umschwung in seinem Leben eintritt. Da wird, wenn auch nicht in so gewaltiger Weise wie beim Christus, die Seele ausgetauscht: Das Ich, welches bis dahin den Leib belebt hat, geht heraus in dieser Zeit, und der Bodhisattva wird im Grunde genommen ein ganz anderer als er bis dahin war, wenn auch bei ihm nicht, wie beim Christus Jesus, das Ich aufhört und durch ein anderes Ich ersetzt wird. Das ist es, was alle Okkultisten gemeinsam verzeichnen, dass man ihn nicht erkennen kann vor diesem Zeitpunkt, vor dieser Umwandlung. Bis dahin - obwohl mit regstem Interesse an alles hingegeben - wird seine Mission sich nicht besonders hervorheben, und wenn auch der Umschwung sicher eintritt, kann man doch niemals sagen, was mit ihm dann geschehen wird. Ganz verschieden ist immer die frühere Jugendzeit von dem, in das er sich umwandelt zwischen dem dreiRigsten und dreiunddreißigsten Jahre.

[ 34 ] So bereitet er sich vor zu einem großen Ereignis. Das wird so sein: Das alte Ich geht heraus, und ein anderes Ich tritt dann ein. Und das kann sein eine solche Individualität wie die des Moses, des Abraham, des Elias. Diese wird sich dann in diesem Leibe einige Zeit betätigen; dadurch kann geschehen, was geschehen muss, um den Maitreya-Buddha vorzubereiten. Den Rest des Lebens verlebt er dann so, dass er mit diesem Ich, das da eintritt, fortlebt.

[ 34 ] So bereitet er sich vor zu einem großen Ereignis. Das wird so sein: Das alte Ich geht heraus, und ein anderes Ich tritt dann ein. Und das kann sein eine solche Individualität wie die des Moses, des Abraham, des Elias. Diese wird sich dann in diesem Leibe einige Zeit betätigen; dadurch kann geschehen, was geschehen muss, um den Maitreya-Buddha vorzubereiten. Den Rest des Lebens verlebt er dann so, dass er mit diesem Ich, das da eintritt, fortlebt.

[ 35 ] Wie ein vollständiger Wechsel ist es also, was da eintritt. Doch kann geschehen, was notwendig ist, um den Bodhisattva zu erkennen. Und dann weiß man, dass, wenn er in dreitausend Jahren erscheinen wird und erhoben wird zur Würde des Maitreya-Buddha, zwar sein Ich in ihm bleiben wird, aber durchdrungen wird innerlich von einer anderen Individualität noch. Und das wird gerade geschehen in seinem dreiunddreißigsten Jahre, in jenem Jahre, in dem sich mit Christus vollzogen hat das Mysterium von Golgatha. Und dann wird er auftreten als der Lehrer des Guten, als ein großer Lehrer, der vorbereiten wird die richtige Lehre von dem Christus und die richtige Weisheit von dem Christus in einer ganz anderen Weise, als dies heute geschehen kann. Theosophie soll vorbereiten dasjenige, was einmal Platz greifen soll auf unserer Erde.

[ 35 ] Wie ein vollständiger Wechsel ist es also, was da eintritt. Doch kann geschehen, was notwendig ist, um den Bodhisattva zu erkennen. Und dann weiß man, dass, wenn er in dreitausend Jahren erscheinen wird und erhoben wird zur Würde des Maitreya-Buddha, zwar sein Ich in ihm bleiben wird, aber durchdrungen wird innerlich von einer anderen Individualität noch. Und das wird gerade geschehen in seinem dreiunddreißigsten Jahre, in jenem Jahre, in dem sich mit Christus vollzogen hat das Mysterium von Golgatha. Und dann wird er auftreten als der Lehrer des Guten, als ein großer Lehrer, der vorbereiten wird die richtige Lehre von dem Christus und die richtige Weisheit von dem Christus in einer ganz anderen Weise, als dies heute geschehen kann. Theosophie soll vorbereiten dasjenige, was einmal Platz greifen soll auf unserer Erde.

[ 36 ] Es kann ja nun jemand in unserer Zeit sich auf den Standpunkt stellen, die den Gemütsbewegungen schädlichen Eigenschaften, die Stumpfheit und so weiter, zu kultivieren. Das aber führt zu einer Lockerung der Gemütsbewegungen, zu einer Lockerung des inneren Seelenlebens, und der Mensch wird dann seine Aufgabe gegenüber dem Leben nicht mehr erfüllen können. Deshalb kann jeder es als eine besondere Gnade betrachten, wenn er sich ein Wissen von den zukünftigen Dingen verschaffen kann. Wer heute Gelegenheit hat, sich der Theosophie hinzugeben, genießt eine Gnade des Karma.

[ 36 ] Es kann ja nun jemand in unserer Zeit sich auf den Standpunkt stellen, die den Gemütsbewegungen schädlichen Eigenschaften, die Stumpfheit und so weiter, zu kultivieren. Das aber führt zu einer Lockerung der Gemütsbewegungen, zu einer Lockerung des inneren Seelenlebens, und der Mensch wird dann seine Aufgabe gegenüber dem Leben nicht mehr erfüllen können. Deshalb kann jeder es als eine besondere Gnade betrachten, wenn er sich ein Wissen von den zukünftigen Dingen verschaffen kann. Wer heute Gelegenheit hat, sich der Theosophie hinzugeben, genießt eine Gnade des Karma.

[ 37 ] Denn Wissen von diesen Dingen heißt, Sicherheit, Hingebung und Frieden in seiner Seele begründen, sich stille machen in seiner Seele und mit Zuversicht und Hoffnung hinblicken auf das, was in den nächsten Jahrtausenden bevorsteht in der Menschheitsentwicklung. Das sollen alle Menschen, die davon wissen können, als ein besonderes Glück empfinden, als etwas, was die höchsten Kräfte des Menschen aufruft, was wie Feuer anfachen kann alles in seiner Seele, was im Erlöschen, in der Disharmonie ist oder dem Verfall entgegenzugehen scheint. Enthusiasmus, Feuer, Begeisterung wird auch Gesundheit, Glück im äußeren Leben.

[ 37 ] Denn Wissen von diesen Dingen heißt, Sicherheit, Hingebung und Frieden in seiner Seele begründen, sich stille machen in seiner Seele und mit Zuversicht und Hoffnung hinblicken auf das, was in den nächsten Jahrtausenden bevorsteht in der Menschheitsentwicklung. Das sollen alle Menschen, die davon wissen können, als ein besonderes Glück empfinden, als etwas, was die höchsten Kräfte des Menschen aufruft, was wie Feuer anfachen kann alles in seiner Seele, was im Erlöschen, in der Disharmonie ist oder dem Verfall entgegenzugehen scheint. Enthusiasmus, Feuer, Begeisterung wird auch Gesundheit, Glück im äußeren Leben.

[ 38 ] Derjenige, der ernsthaft sich bekannt macht mit diesen Dingen, der die nötige Hingabe an diese Dinge entwickeln kann, der wird schon sehen, was sie ihm an Glück und innerer Harmonie bringen. Und wenn jemand in unserer Gesellschaft das noch nicht an sich bewährt findet, sollte er sich einmal solcher Erkenntnis hingeben, dass er sagt: Wenn ich das noch nicht empfunden habe, so liegt die Schuld an mir. An mir liegt es, mich zu vertiefen in die Geheimnisse, die man heute hören kann. An mir liegt es, mich als Mensch als Glied einer Kette zu fühlen, die sich hinziehen muss von Anfang bis Ende der Entwicklung, in welche eingebettet sind als Glieder alle Menschen, Individualitäten, Bodhisattvas, Buddhas, Christus. Ich muss mir sagen: Darin ein Glied zu sein, das empfinde ich als ein Bewusstsein von meiner wahren Menschenwürde. Das muss ich ahnen, das muss ich empfinden.

[ 38 ] Derjenige, der ernsthaft sich bekannt macht mit diesen Dingen, der die nötige Hingabe an diese Dinge entwickeln kann, der wird schon sehen, was sie ihm an Glück und innerer Harmonie bringen. Und wenn jemand in unserer Gesellschaft das noch nicht an sich bewährt findet, sollte er sich einmal solcher Erkenntnis hingeben, dass er sagt: Wenn ich das noch nicht empfunden habe, so liegt die Schuld an mir. An mir liegt es, mich zu vertiefen in die Geheimnisse, die man heute hören kann. An mir liegt es, mich als Mensch als Glied einer Kette zu fühlen, die sich hinziehen muss von Anfang bis Ende der Entwicklung, in welche eingebettet sind als Glieder alle Menschen, Individualitäten, Bodhisattvas, Buddhas, Christus. Ich muss mir sagen: Darin ein Glied zu sein, das empfinde ich als ein Bewusstsein von meiner wahren Menschenwürde. Das muss ich ahnen, das muss ich empfinden.