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The Rudolf Steiner Archive

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Esoteric Christianity and the
Spiritual Guidance of Humanity
GA 130

9 January 1912, Munich

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13. Welten-Ich und Menschen-Ich. Mikrokosmisch-Übersinnliche Wesenheiten. Die Natur des Christus

13. The Cosmic Self and the Human Self. Microcosmic-Supersensible Beings. The Nature of Christ

Meine lieben theosophischen Freunde!

My dear Theosophical friends!

[ 1 ] Es besteht die Notwendigkeit, dass wir am heutigen Abend noch etwas über die Natur des Christus Jesus sprechen. Diese Notwendigkeit ergibt sich daraus, dass gegenwärtig so viel über dieses Thema gesprochen wird, besonders in theosophischen Kreisen, und dass im eminentesten Sinne das Bedürfnis dazu vorliegt, über mancherlei Punkte auf diesem Gebiete zur vollen Klarheit zu kommen.

[ 1 ] There is a need for us to speak a little more this evening about the nature of Christ Jesus. This need arises from the fact that so much is currently being said on this subject, especially in theosophical circles, and that there is a pressing need to achieve full clarity on various points in this area.

[ 2 ] Nun werden wir heute einen zwar für viele vielleicht etwas absonderlichen, aber doch eben sehr wichtigen Punkt dieser Frage zu besprechen haben. Wir werden ausgehen, meine lieben theosophischen Freunde, von der Entwicklung des Menschen. Wir wissen ja, dass diese so fortschreitet, dass die gesamte Menschheit innerhalb unserer Erdenentwicklung durchgeht durch gewisse zyklische Epochen. Und wir haben ja öfter davon gesprochen, dass wir, seit jener großen Katastrophe, die wir die atlantische nennen, durch welche das Leben auf dem alten atlantischen Kontinent verwandelt worden ist in das Leben auf den neueren Kontinenten, das eben unser Leben ist, fünf Kulturperioden bis zu unserer Zeit unterscheiden können. Wir sprechen von der ersten, der altindischen Kulturepoche, von der zweiten, der großen urpersischen Kulturepoche, von der dritten, der ägyptisch-chaldäisch-babylonischen, von der vierten, der griechisch-lateinischen, die für eine größere Weltenbetrachtung eigentlich erst abflutete, sagen wir, gegen das achte bis zwölfte nachchristliche Jahrhundert, und dann sprechen wir seit 1413 von dem Vorhandensein unserer eigenen, gegenwärtigen, der fünften nachatlantischen Kulturepoche.

[ 2 ] Today we will discuss an aspect of this question that may seem somewhat peculiar to many, but is nonetheless very important. We will begin, my dear Theosophical friends, with the evolution of humankind. We know, of course, that this evolution proceeds in such a way that, throughout the course of Earth’s development, all of humanity passes through certain cyclical epochs. And we have often spoken of the fact that, since that great catastrophe we call the Atlantean one—through which life on the ancient Atlantean continent was transformed into the life on the newer continents, which is precisely our own life—we can distinguish five cultural periods up to our own time. We speak of the first, the ancient Indian cultural epoch; of the second, the great primordial Persian cultural epoch; of the third, the Egyptian-Chaldean-Babylonian; of the fourth, the Greek-Latin, which, from a broader world perspective, actually only began to ebb, let us say, around the eighth to twelfth centuries A.D.; and then, since 1413, we speak of the existence of our own, present, fifth post-Atlantean cultural epoch.

[ 3 ] Nun haben die Menschenseelen, also auch alle diejenigen Seelen, die hier sitzen, in diesen aufeinanderfolgenden Kulturepochen bis zur jetzigen Zeit verschiedene Verkörperungen durchgemacht; die eine Seele in mehr oder weniger Verkörperungen, die andere in einer verhältnismäßig geringeren Anzahl von Verkörperungen. Diese Seelen haben, nach Maßgabe der Eigentümlichkeiten dieser Kulturepochen, sozusagen aus den Erlebnissen heraus dieses oder jenes sich angeeignet, haben es von früheren in die späteren Inkarnationen mitgebracht und erscheinen dann als Seelen auf dieser oder jener Entwicklungsstufe, je nachdem sie vorher in den verschiedenen Kulturepochen das oder jenes durchgemacht haben.

[ 3 ] Now, human souls—including all the souls sitting here—have undergone various incarnations throughout these successive cultural epochs up to the present time; some souls have had more or fewer incarnations, while others have had a relatively smaller number. These souls, in accordance with the characteristics of these cultural epochs, have, so to speak, assimilated this or that from their experiences, have carried it over from earlier to later incarnations, and then appear as souls at this or that stage of development, depending on what they have previously undergone in the various cultural epochs.

[ 4 ] Nun können wir aber auch davon sprechen, dass in der Hauptsache - aber wohlgemerkt nur in der Hauptsache - von den verschiedenen Gliedern der menschlichen Natur in den einzelnen Kulturepochen dieses oder jenes am Menschen, aber in der Hauptsache immer ein bestimmtes Glied der menschlichen Natur, zur Ausgestaltung, zur Entwicklung gekommen ist. So können wir sagen, dass in unserer Kulturepoche die Menschen im Wesentlichen dazu berufen sind, wenn sie alles das auf sich wirken lassen, was unsere Kulturepoche geben kann, zur Ausgestaltung zu bringen das, was wir innerhalb unserer geisteswissenschaftlichen Anschauung nennen die Bewusstseinsseele. Dagegen kam vorzugsweise während der griechisch-lateinischen Kulturepoche zur Ausbildung die Verstandes- oder Gemütsseele, während der ägyptisch-chaldäisch-babylonischen die Empfindungsseele, während der urpersischen Kulturepoche der Empfindungs- oder astralische Leib und in der altindischen dasjenige, was wir als den Äther- oder Lebensleib bezeichnen. Diese verschiedenen Glieder der menschlichen Natur haben bei den einzelnen Seelen, durchgehend durch diese Kulturepochen, in einer oder zumeist in mehreren Verkörperungen die entsprechende Ausbildung erfahren oder werden sie erfahren. Und in demjenigen, was nun auf unsere Kulturepoche folgt als sechste nachatlantische Kulturepoche, wird insbesondere zur Ausbildung kommen das, was wir als Geistselbst bezeichnen, was man gewohnt worden ist in der theosophischen Literatur als Manas zu bezeichnen, und in der letzten, der siebenten nachatlantischen Kulturepoche das, was wir als Lebensgeist bezeichnen, was man in der theosophischen Literatur gewohnt worden ist, die Buddhi zu nennen, während das, was Geistmensch oder Atma ist, in einer gewissen Weise nach einer erneuten Katastrophe in einer fernen Zukunft zur Ausgestaltung kommen soll.

[ 4 ] Now, however, we can also say that, for the most part—but mind you, only for the most part—of the various aspects of human nature, in the individual cultural epochs, this or that aspect of the human being has come to be shaped and developed, but for the most part always a specific aspect of human nature. Thus we can say that in our cultural epoch, human beings are essentially called upon, if they allow everything that our cultural epoch has to offer to take effect upon them, to bring to fruition what we call, within our spiritual scientific view, the consciousness soul. In contrast, it was primarily during the Greco-Latin cultural epoch that the intellectual or emotional soul was developed, during the Egyptian-Chaldean-Babylonian epoch the sensory soul, during the ancient Persian cultural epoch the sensory or astral body, and in the ancient Indian epoch that which we designate as the etheric or life body. These various aspects of human nature have undergone, or will undergo, their corresponding development in individual souls throughout these cultural epochs, in one or, for the most part, in several incarnations. And in the epoch that now follows ours as the sixth post-Atlantean cultural epoch, what we call the spiritual self—what has come to be known in theosophical literature as Manas—will be developed in particular, and in the last, the seventh post-Atlantean cultural epoch, that which we call the life-spirit, which in theosophical literature has come to be called Buddhi, while that which is the spirit-man or Atma is to be developed in a certain way following a renewed catastrophe in the distant future.

[ 5 ] So stehen wir also mitten darin, auszubilden sozusagen durch die normalen Bedingungen unserer Kultur, durch das, was uns umgibt, auszugestalten dasjenige in der Gegenwart und in der nächsten Zukunft, was man die Bewusstseinsseele nennt.

[ 5 ] So we find ourselves in the midst of shaping—through the normal conditions of our culture, so to speak, through what surrounds us—that which is called the conscious soul in the present and in the near future.

[ 6 ] Nun wissen wir aber, dass diese ganze Ausbildung des Menschen, diese ganze Entwicklung der einzelnen Seelenglieder, wie wir sie unterscheiden, wesentlich gebunden ist an noch etwas anderes, wesentlich gebunden ist an die allmähliche Eingliederung des menschlichen Ich. Denn diese Eingliederung des menschlichen Ich in die Menschennatur, das ist überhaupt die Aufgabe der Erdenentwicklung. Sodass wir gleichsam zwei ineinanderlaufende Entwicklungsströmungen haben dadurch, dass wir die Erdenentwicklung nach der Saturn-, Sonnen- und Mondenentwicklung durchmachen müssen und dass wir als Erdenmensehen insbesondere dieses vierte Glied der menschlichen Natur, das Ich, zur Ausbildung bringen, hinzufügen dieses Ich zu den anderen Hauptgliedern der menschlichen Natur, die schon früher veranlagt worden sind: zu dem physischen Leib, dem Ätherleib und dem astralischen Leib. Sie müssen nun unterscheiden diese große hauptsächlichste Entwicklungsströmung, die gebunden ist an die großen Verkörperungen unseres Erdenplaneten selber, von jener kleineren Entwicklungsströmung, von jener engeren Entwicklungsströmung, die ich vorhin bezeichnet habe als solche, die innerhalb einer so kurzen Zeit sich abspielt, wie es die nachatlantische Periode ist.

[ 6 ] But we know that this entire formation of the human being, this entire development of the individual soul members, as we distinguish them, is essentially linked to something else as well; it is essentially linked to the gradual integration of the human “I.” For this integration of the human ego into human nature is, in fact, the very task of earthly evolution. Thus, we have, as it were, two converging currents of development, in that we must pass through earthly evolution following the Saturn, Sun, and Moon phases, and in that we, as human beings on Earth, must develop this fourth member of human nature—the ego—in particular, adding this ego to the other main members of human nature that were already predisposed earlier: the physical body, the etheric body, and the astral body. You must now distinguish this great, primary stream of development, which is bound up with the great incarnations of our Earth planet itself, from that smaller stream of development, from that more limited stream of development which I have just described as taking place within such a short period of time as the post-Atlantean epoch.

[ 7 ] Niemand, der die bisherigen Dinge verstanden hat, sollte die Frage aufwerfen: Ja, wie kommt es denn, dass die Menschen schon auf der alten Sonne den Äther- oder Lebensleib ausgebildet haben und dass nun eine besondere Ausbildung desselben stattfinden soll während der altindischen Kulturepoche? Wer die Dinge verstanden hat, sollte eigentlich diese Frage nicht aufwerfen, denn die Sache ist so: Gewiss, der menschliche Äther- oder Lebensleib ist veranlagt worden während der alten Sonne. Der Mensch ist also schon im Besitze eines Äther- oder Lebensleibes auf der Erde angekommen. Aber dieser Äther- oder Lebensleib kann nun wieder feiner ausgestaltet werden, es kann in ihn hineingearbeitet werden durch die späteren Glieder, die der Mensch an sich heranentwickelt. Sodass der Mensch natürlich auf verhältnismäßig hoher Stufe seinen Äther- oder Lebensleib hat, wenn er in einem altindischen Körper verkörpert wird, aber er arbeitet in dieser nachatlantischen Kulturperiode mit dem eroberten Ich—mit all dem, was mittlerweile der Mensch sich erarbeitet hat - hinein in seinen Äther- oder Lebensleib, arbeitet feinere Gestaltungen in ihn hinein. Und es ist im Wesentlichen ein feineres Hineinarbeiten in die verschiedenen Glieder der menschlichen Natur, was sich in unserer nachatlantischen Kulturperiode ausgestaltet.

[ 7 ] No one who has understood what has been said so far should ask the question: “How is it that human beings had already developed the etheric or life body on the ancient Sun, and that a special development of this body is now to take place during the ancient Indian cultural epoch?” Anyone who has understood these things should not actually raise this question, for the matter is this: Certainly, the human etheric or life body was predisposed during the ancient Sun. Human beings have thus arrived on Earth already possessing an etheric or life body. But this etheric or life body can now be further refined; it can be worked into it through the later members that human beings develop within themselves. So that, naturally, the human being has his etheric or life body at a relatively high level when he is incarnated in an ancient Indian body, but in this post-Atlantean cultural period he works with the conquered ego—with all that the human being has since worked out—into his etheric or life body, working finer forms into it. And it is essentially a finer working into the various members of human nature that takes shape in our post-Atlantean cultural period.

[ 8 ] Wenn Sie nun die ganze Evolution nehmen und das berücksichtigen, was jetzt gesagt worden ist, so wird Ihnen die vierte nachatlantische Kulturepoche, die griechisch-lateinische, als ganz besonders wichtige Epoche erscheinen. Denn da muss in einer gewissen feineren Gestaltungsweise bearbeitet werden innerhalb der Menschennatur dasjenige, was wir nennen die Verstandes- oder Gemütsseele. Aber bis zu jener Zeit hin hat schon das Ich, welches also der großen Entwicklungsströmung angehört, eine ganz besonders hohe Ausbildung erfahren. Sodass wir sagen können: Dieses Ich des Menschen, das hat sich bis in die vierte nachatlantische Kulturperiode, bis in die griechisch-lateinische Zeit, auf eine gewisse Stufe hinaufentwickelt, und es obliegt ihm da, hineinzuarbeiten in die Verstandes- oder Gemütsseele, und in unserer Zeit in die Bewusstseinsseele.

[ 8 ] If you now consider the entire course of evolution and take into account what has just been said, the fourth post-Atlantean cultural epoch—the Greco-Latin epoch—will appear to you as a particularly important one. For there, within human nature, what we call the intellectual or emotional soul must be worked upon in a certain more refined way. But by that time, the ego—which thus belongs to the great current of development—has already undergone a particularly high level of development. So that we can say: This human ego has developed to a certain level by the fourth post-Atlantean cultural epoch, by the Greco-Latin period, and it is incumbent upon it there to work into the intellectual or emotional soul, and in our time into the conscious soul.

[ 9 ] In einer gewissen Beziehung besteht nun eine innige Verwandtschaft zwischen dem menschlichen Ich und den drei Gliedern seiner Seelennatur: der Empfindungs-, Verstandes- oder Gemütsseele und der Bewusstseinsseele. In diesen drei Gliedern lebt vorzugsweise zunächst das menschliche Ich sein inneres Leben, und es lebt und wird gerade in unserer fünften nachatlantischen Kulturepoche am innerlichsten in der Bewusstseinsscele leben, weil sozusagen in der Bewusstseinsscele, ganz ungehindert durch die anderen Glieder, das reine Ich sich zum Ausdruck bringen kann. Ja, wir leben einmal in unserer Zeit in einer solchen Epoche, in welcher dieses Ich eben den großen besonderen Beruf hat, sich auszubilden, auf sich selbst zu bauen.

[ 9 ] In a certain sense, there is a close connection between the human “I” and the three aspects of its soul nature: the soul of feeling, the soul of understanding, and the soul of consciousness. It is primarily within these three members that the human ego lives its inner life, and it lives—and will live, especially in our fifth post-Atlantean cultural epoch, most intimately within the soul of consciousness—because, so to speak, in the soul of consciousness the pure ego can express itself entirely unhindered by the other members. Indeed, we are living in an epoch in which this “I” has the great and special task of developing itself and building upon itself.

[ 10 ] Wenn wir dann eine Art Zukunftsblick werfen auf das, was folgen wird, wenn wir sagen, der Mensch wird entwickeln in der nächsten, in der sechsten nachatlantischen Kulturepoche das Geistselbst oder Manas, so erkennen wir: Das Geistselbst oder Manas liegt eigentlich schon über die Sphäre des Ich hinaus. Und der Mensch könnte sein Geistselbst im Grunde nicht aus eigenen Kräften in dieser späteren Zukunft entwickeln, sondern da muss ihm, wenn er sein Geistselbst entwickeln wird, in gewisser Weise das helfen, was durch die Kräfte höherer Wesen der Erde zufließt. Der Mensch ist mit der Entwicklung seines Ich so weit, dass er eigentlich, so recht auf sich selbst gebaut, sich nur entwickeln kann bis zur Bewusstseinsseele. Aber diese Entwicklung würde nicht abgeschlossen sein, wenn der Mensch nicht schon vorausnehmen würde in gewisser Beziehung das, was erst auf dem Jupiter, auf der nächsten Verkörperung unseres Planeten, seine rechte, seine volle, seine selbsttätige menschliche Entwicklung erlangt. Bis zum Ende der Erdenentwicklung sollte der Mensch sein Ich ausbilden. Diese Ausbildung zu vollziehen hätte er Gelegenheit innerhalb von Empfindungs-, Verstandes- und Bewusstseinsseele. Aber das eigentliche Geistselbst soll erst auf dem späteren Jupiter menschliches Eigentum werden, da soll es erst so recht menschliches Gut werden. Auf dem Jupiter wird der Mensch zum Geistselbst sich ungefähr so stellen, wie er sich auf der Erde zum Ich stellt. Wenn also der Mensch schon während der Erdenzeit auch das Geistselbst ausbildet, so kann er sich nicht zu diesem Geistselbst so stellen wie zum Ich. Von unserem Ich sagen wir: Das sind wir selbst, das sind wir in Wahrheit. Wenn nun in der nächsten Epoche, der sechsten nachatlantischen, das Geistselbst zum Ausdruck kommen wird, dann werden wir nicht dieses Geistselbst als unser Selbst ansprechen können, sondern dann werden wir sagen: Ja, unser Ich hat sich bis zu einer gewissen Stufe entwickelt, sodass hereinleuchten kann wie aus höheren Welten unser Geistselbst wie eine Art Engelwesen, das wir nicht selbst sind, das in uns hereinleuchtet und Besitz ergreift von uns. — So wird uns unser Geistselbst erscheinen. Und erst auf dem Jupiter wird es so erscheinen, dass es unser eigenes Wesen ist wie unser Ich. So geht die menschliche Entwicklung vorwärts.

[ 10 ] If we then take a kind of look into the future at what is to come, if we say that in the next, the sixth post-Atlantean cultural epoch, human beings will develop the spiritual self or Manas, we realize: The spiritual self or Manas actually already lies beyond the sphere of the ego. And humanity could not, in essence, develop its spiritual self through its own powers in this later future; rather, when it comes to developing its spiritual self, it must be aided in a certain way by what flows to Earth through the powers of higher beings. Humanity has progressed so far in the development of its ego that, relying solely on itself, it can actually only develop up to the level of the consciousness soul. But this development would not be complete if human beings did not already anticipate, in a certain sense, that which will only attain its proper, full, and self-directed human development on Jupiter, the next incarnation of our planet. By the end of Earth’s development, human beings should have formed their ego. They would have the opportunity to accomplish this formation within the soul of feeling, the soul of understanding, and the soul of consciousness. But the actual spiritual self is to become a human possession only on the later Jupiter; there it is to become a truly human asset. On Jupiter, humanity will relate to the spiritual self in much the same way as it relates to the ego on Earth. So even if humanity develops the spiritual self during the Earth period, it cannot relate to this spiritual self in the same way as it does to the ego. Of our ego we say: That is ourselves, that is who we truly are. When, in the next epoch—the sixth post-Atlantean one—the spiritual self comes to expression, we will not be able to address this spiritual self as our own self; rather, we will say: “Yes, our ego has developed to a certain stage, so that our spiritual self can shine in from higher worlds like a kind of angelic being—one that we are not ourselves, yet which shines into us and takes possession of us.” — This is how our spiritual self will appear to us. And only on Jupiter will it appear as our own being, just as our ego does. Thus does human development proceed.

[ 11 ] Also wir werden uns in der nächsten, in der sechsten nachatlantischen Kulturepoche wie hinaufgezogen fühlen zu etwas, was in uns hereinleuchtet. Wir werden nicht sagen: Du Geistselbst in mir da drinnen, sondern werden sagen: Ich Teilnehmer an einer Wesenheit, die aus den oberen Welten in mich hereinleuchtet, die mich führt und lenkt, die mir durch die Gnade höherer Wesenheiten ein Führer und Lenker geworden ist! - Das, was uns erst auf dem Jupiter als unser Eigentum zukommen wird, werden wir wie eine Art aus den höheren Welten hereinleuchtenden Führer empfinden. Und so wird es später sein mit dem Lebensgeist oder Buddhi, mit dem Geistesmenschen und so weiter. Sodass eine Zeit kommen wird, in welcher der Mensch anders von sich sprechen wird, als er jetzt von sich spricht. Wie spricht jetzt der Mensch von sich, wenn er im theosophischen Sinne von sich spricht? Er sagt: Ich habe drei Hüllen, meinen physischen Leib, meinen Äther- oder Lebensleib und meinen astralischen Leib. Darinnen habe ich mein Ich, das eigentliche Erdengut, welches sich innerhalb dieser drei Hüllen entwickelt. Diese drei Hüllen sind gleichsam meine niedere Natur. Ich bin über sie hinausgewachsen, ich sehe herunter zu dieser meiner niederen Natur und sehe in demjenigen, was mein Ich geworden ist, mein vorläufiges eigenstes Wesen, das immer mehr und mehr wachsen soll, immer mehr und mehr sich entwickeln soll.

[ 11 ] So in the next, the sixth post-Atlantean cultural epoch, we will feel as if we are being drawn upward toward something that shines within us. We will not say, “You, my spiritual self, there within me,” but rather we will say: ‘I am a participant in a being that shines into me from the higher worlds, that guides and directs me, that has become my guide and director through the grace of higher beings!’—What will first come to us as our own on Jupiter, we will perceive as a kind of guide shining in from the higher worlds. And so it will be later with the life spirit or Buddhi, with the spiritual human being, and so on. So that a time will come when human beings will speak of themselves differently than they do now. How does a person speak of themselves now when speaking of themselves in the theosophical sense? They say: I have three sheaths, my physical body, my etheric or life body, and my astral body. Within these I have my I, the true earthly essence, which develops within these three sheaths. These three sheaths are, as it were, my lower nature. I have outgrown them; I look down upon this lower nature of mine and see in that which has become my I my provisional, most essential being, which is to grow more and more, to develop more and more.

[ 12 ] In der Zukunft wird der Mensch noch anders zu sprechen haben. Da wird er sagen: Ich habe nicht nur meine niedere Natur und mein Ich, sondern ich habe eine höhere Natur, zu der ich hinaufschaue als zu etwas, was an mir ist wie jetzt meine Hüllen, die ich von früher habe. - Also der Mensch wird sich in der Zukunft sozusagen in den Mittelpunkt gestellt fühlen zwischen seine niedere und höhere Natur. Die niedere Natur kennt er schon jetzt, die höhere wird ihm ebenso in der Zukunft als über ihm stehend erscheinen, wie jetzt die niedere unter ihm stehend. Sodass wir sagen können: Der Mensch wächst von seinem vierten zu seinem fünften, sechsten, siebenten Grundteil während der Erdenentwicklung heran. Aber dieser fünfte, sechste, siebente Grundteil wird während der eigentlichen Erdenentwicklung nicht sein unmittelbares Eigentum, sondern etwas, wozu er nach und nach erst hinaufreichen wird. So müssen wir uns die Sache eigentlich vergegenwärtigen.

[ 12 ] In the future, human beings will have to speak differently. They will say: I have not only my lower nature and my ego, but I also have a higher nature, which I look up to as something that is part of me, just as my physical bodies from the past are now. - So in the future, human beings will, so to speak, feel placed at the center between their lower and higher natures. They already know their lower nature; the higher nature will appear to them in the future as standing above them, just as the lower nature now stands below them. So that we can say: Human beings grow from their fourth to their fifth, sixth, and seventh fundamental parts during the course of Earth’s development. But this fifth, sixth, and seventh fundamental part will not become his immediate possession during the actual course of Earth’s development, but rather something he will gradually reach up to. This is how we must actually picture the matter.

[ 13 ] Wir werden eine Zeit zu durchleben haben, wo wir sagen: Ja, es war unsere Erdenmission, unser Ich auszubilden. Aber wie prophetisch vorausnehmend sehen wir etwas, was auf dem Jupiter an uns zur Entwicklung kommen soll. - Was wir nun während der Erdenentwicklung durchleben, dass wir sozusagen mit einer menschlichen Ich-Natur uns durchdringen, und ausbildeten während der verflossenen Erdenzeit bis in die Gegenwart herein die feinere Ausarbeitung der niederen Grundteile und ausarbeiten werden während der Zukunft die höheren Grundteile, was wir als Menschen also erleben auf der Erde, das haben uns vorangehende Wesenheiten, die wir bezeichnen als Engel oder Angeloi - Wesenheiten also, die uns vorangehen - vorgelebt auf früheren planetarischen Verkörperungen. Aber auch die höheren Mitglieder der Hierarchie, Erzengel oder Archangeloi und Archai haben cs auf früheren Verkörperungen unseres Erdenplaneten, auf Mond, Sonne, Saturn durchlebt. Für sie gab es auch dazumal eine Art viertes Glied, das sie zur Entwicklung gebracht haben. Und dann in der zweiten Hälfte der entsprechenden planetarischen Verkörperungen haben sie vorausgenommen das, was in ihnen eigentlich zur vollen Entwicklung kommen soll auf der Erde wie bei uns das Geistselbst auf dem Jupiter. Sie haben sich das dazumal nicht voll einverleibt als ihr Eigentum, sondern so, dass sie zu demselben hinaufschauten.

[ 13 ] We will have to go through a time when we say: Yes, it was our mission on Earth to develop our sense of self. But with prophetic foresight, we see something that is to unfold within us on Jupiter. - What we are now experiencing during Earth’s evolution—that we are, so to speak, permeating ourselves with a human ego-nature, and have developed the finer elaboration of the lower fundamental parts from past Earth epochs up to the present, and will develop the higher fundamental parts in the future—what we thus experience as human beings on Earth: this has been exemplified for us by preceding beings whom we designate as angels or Angeloi —that is, beings who precede us—have exemplified in earlier planetary incarnations. But the higher members of the hierarchy as well—archangels or Archangeloi and Archai—have lived through this in earlier incarnations of our Earth planet, on the Moon, the Sun, and Saturn. For them, too, there was at that time a kind of fourth member that they brought to development. And then, in the second half of the corresponding planetary incarnations, they anticipated what was actually to reach full development within them on Earth—just as the spiritual self did on Jupiter in our case. At that time, they did not fully incorporate this as their own property, but rather looked up to it.

[ 14 ] Wenn wir zunächst zurückblicken zu der alten Mondenentwicklung, so haben wir während derselben von solchen Wesenheiten zu sprechen, die nun, gerade so wie wir Menschen während der Erdenentwicklung, dazumal hätten kommen sollen bis zu ihrem siebenten Grundteil, aber eben so, wie wir Menschen auf der Erde bis zum siebenten Grundteil kommen, dass sie es nicht sich voll einverleiben, sondern zu ihm hinaufschauen. Wenn wir von den luziferischen Wesenheiten sprechen, so sprechen wir von solchen, die etwa während der alten Mondenentwicklung in der Lage geblieben sind, in der ein Mensch wäre, der während der Erdenentwicklung nicht zur vollen Ausbildung sein fünftes, sechstes, siebentes Grundteil bringen würde, sondern es ablehnen würde, der vielleicht beim vierten schon stehen bliebe oder beim fünften und so weiter. Sie sind also nicht voll zur Entwicklung gekommen, diese Wesenheiten, die auf den mannigfaltigsten Stufen von eben luziferischen Wesenheiten stehen. Sodass wir sagen können: Herübergekommen sind von der alten Mondenentwicklung zur Erdenentwicklung die Menschen. Die Menschen sind herübergekommen so, dass sie von der alten Mondenentwicklung sich mitgebracht haben eine normale Entwicklung. Diejenigen Menschen, die zum Abschluss gekommen sind, haben sich mitgebracht eine normale Entwicklung: ihren physischen Leib, Äther- oder Lebensleib und astralischen Leib, und sollen auf der Erde so recht eigentlich das Ich entwickeln, in das sie dann das andere aufnehmen sollen. Andere Wesen, die höher stehen als der Mensch, sollten auf dem alten Mond schon ausbilden, was bei ihnen dem menschlichen Ich entspricht. Doch hätten sie dieses Ich des Mondes bei sich nur voll zur Entwicklung bringen können, wenn sie vorausgenommen hätten alles, was für sie nun fünftes, sechstes, siebentes Grundteil wäre, was sie als fünftes voll auf der Erde hätten entwickeln sollen. Bis zu ihrem siebenten Grundteil hätten sie kommen sollen. Aber diese luziferischen Wesenheiten sind eben nicht bis zu diesem siebenten Grundteil gekommen. Sie haben eben gerade noch den fünften oder sechsten entwickelt, sind also nicht stehen geblieben beim vierten als solchem, aber sie haben ihn nicht voll ausgebildet dadurch, dass sie nicht vorausgenommen haben den fünften, sechsten und siebenten Grundteil, sondern beim fünften oder sechsten stehen geblieben sind.

[ 14 ] If we first look back at the ancient lunar evolution, we must speak of beings who, just as we humans during the Earth evolution, should have reached their seventh fundamental stage at that time; but just as we humans on Earth reach the seventh fundamental stage, they do not fully incorporate it into themselves, but rather look up to it. When we speak of the Luciferic beings, we are speaking of those who, during the ancient lunar evolution, remained in a state akin to that of a human being who, during Earth evolution, would not bring his fifth, sixth, and seventh root bodies to full development but would reject them—who might perhaps stop at the fourth or the fifth, and so on. These beings, who stand at the most diverse stages of precisely Luciferic beings, have thus not fully developed. So that we can say: It is human beings who have come over from the old lunar evolution to the Earth evolution. Human beings have come over in such a way that they have brought with them from the old lunar evolution a normal development. Those human beings who have reached completion have brought with them a normal development: their physical body, etheric or life body, and astral body, and are meant to develop the ego on Earth, into which they are then to take in the other. Other beings, who stand higher than human beings, were supposed to develop on the old Moon what corresponds to the human ego in them. But they could only have fully developed this lunar ego within themselves if they had already taken on everything that would now be their fifth, sixth, and seventh fundamental parts—what they were supposed to have fully developed as the fifth on Earth. They should have reached their seventh fundamental part. But these Luciferic beings did not reach this seventh fundamental part. They developed only as far as the fifth or sixth, so they did not remain at the fourth as such, but they did not fully develop it because they did not anticipate the fifth, sixth, and seventh fundamental parts, but remained at the fifth or sixth.

[ 15 ] Da fassen wir zwei Klassen von diesen Mondwesen ins Auge. Solche zunächst, welche eben ihren fünften Grundteil noch zur Ausbildung gebracht haben, so wie wir Menschen werden würden, wenn wir in der sechsten nachatlantischen Epoche das Geistselbst zur Ausbildung bringen und dann abschließen würden und nicht den sechsten und siebenten Grundteil ausbilden würden. Fassen wir diese eine Klasse ins Auge, die als luziferische Wesenheiten ihren fünften Grundteil zur Ausbildung gebracht hat, und fassen wir eine andere Klasse von Mondwesenheiten luziferischer Art ins Auge, welche ihren sechsten Grundteil ausgebildet hat, aber nicht ihren siebenten. Solche gab es während des Beginnes der Erdenentwicklung, wo der Mensch sich anschickte, sein Ich zur Ausbildung zu bringen. Sodass wir fragen können: Was war in Bezug auf diese Wesenheiten mit dem Beginn der Erdenentwicklung da? Es waren Wesenheiten da, welche gierig darauf warteten, während der Erdenentwicklung ihren sechsten Grundteil auszubilden, Wesenheiten also luziferischer Art, welche auf dem Monde nur bis zur Ausbildung ihres fünften Grundteiles gekommen waren und auf der Erde ihren sechsten Grundteil ausbilden wollten. Und es waren Wesenheiten der zweiten Klasse da, welche auf dem Monde schon ihren sechsten Grundteil ausgebildet hatten und auf der Erde ihren siebenten ausbilden wollten. Das erwarteten sie von der Erdenentwicklung. Dann kam der Mensch herüber mit drei Grundteilen, um seinen vierten auszubilden.

[ 15 ] Let us consider two classes of these lunar beings. First, those who have just developed their fifth fundamental part, just as we humans would be if, in the sixth post-Atlantean epoch, we were to develop and then complete the spiritual self without going on to develop the sixth and seventh fundamental parts. Let us consider this one class, which, as Luciferic beings, has developed its fifth fundamental part, and let us consider another class of lunar beings of a Luciferic nature, which has developed its sixth fundamental part but not its seventh. Such beings existed at the beginning of Earth’s development, when humanity was preparing to develop its I. So we may ask: What was present with regard to these beings at the beginning of Earth’s development? There were beings who were eagerly waiting to develop their sixth root element during Earth’s development—beings of a Luciferic nature, that is, who had only reached the development of their fifth root element on the Moon and wished to develop their sixth root element on Earth. And there were second-class beings who had already developed their sixth fundamental part on the Moon and wished to develop their seventh on Earth. This is what they expected from Earth’s evolution. Then came the human being with three fundamental parts to develop his fourth.

[ 16 ] Also wir können unterscheiden den Menschen, wartend sein Ich auszubilden, dann die luziferischen Wesenheiten, welche ihren sechsten, und die luziferischen Wesenheiten, welche ihren siebenten Grundteil auszubilden warteten. Wir wollen von denjenigen, die ihren fünften ausbilden wollen, absehen; solche gab es auch.

[ 16 ] So we can distinguish between human beings waiting to develop their “I,” the Luciferic beings who were waiting to develop their sixth fundamental part, and the Luciferic beings who were waiting to develop their seventh fundamental part. We will leave aside those who wished to develop their fifth fundamental part; such beings also existed.

[ 17 ] Damit haben wir ins Auge gefasst sozusagen drei Klassen von mikrokosmischen Wesenheiten der Erde, drei Klassen von Wesenheiten, die auf dem Schauplatz der Erdenentwicklung angekommen waren. Von den drei Klassen konnte aber nur eine Klasse sich auf der Erde einen physischen Leib erringen. Denn die Bedingungen, die die Erde hergibt für eine physisch-fleischliche Leibesentwicklung, die kann sie nur hergeben vermöge eben ihrer ganzen Erdenverhältnisse für ein viertes Menschengrundteil. Nur das, was auf der Erde als Wesen sein viertes Grundteil als Ich ausbilden wollte, das konnte sich einen physischen Leib erringen. Die anderen Wesenheiten, die ein sechstes und siebentes Grundteil ausbilden wollten, die konnten sich keinen physischen Leib erringen. Denn es gibt keine Möglichkeit auf der Erde, die dahin hätte führen können für Wesenheiten, welche so ungeeignet für die Erdenentwicklung in diese Erdenentwicklung eingetreten waren, einen unmittelbaren physischen Menschenleib zu erringen. Die Möglichkeit, unmittelbar einen solchen physischen Leib zu erringen, gibt es nicht. Was mussten diese Wesenheiten tun? Das Folgende mussten sie tun. Sie mussten sich sagen: Ja, einen aus Fleisch und Knochen bestehenden physischen Menschenleib finden wir nicht unmittelbar, denn solche Leiber sind für die Menschen da, die ihr Ich entwickeln wollen. Wir also müssen zu einer Art von Surrogat von physischem Leib unsere Zuflucht nehmen, wir müssen Menschen aufsuchen, die zu den entwickeltsten gehören, die also, sagen wir, ihr viertes Grundteil entwickelt haben. In diese müssen wir hineinkriechen und in denen muss unsere Wesenheit so arbeiten, dass sie ihr sechstes oder siebentes Grundteil zur Ausbildung bringen könnte.

[ 17 ] We have thus considered, so to speak, three classes of microcosmic beings on Earth—three classes of beings that had arrived on the stage of Earth’s evolution. Of the three classes, however, only one was able to acquire a physical body on Earth. For the conditions that Earth provides for the development of a physical, corporeal body can only be provided, by virtue of its overall earthly conditions, for a fourth human element. Only that which sought to develop its fourth element as an “I” while existing as a being on Earth was able to acquire a physical body. The other beings who wished to develop a sixth and seventh fundamental part could not attain a physical body. For there is no possibility on Earth that could have led beings—who had entered this earthly development in such a way as to be unsuited to it—to attain a direct physical human body. There is no possibility of immediately acquiring such a physical body. What did these beings have to do? They had to do the following. They had to say to themselves: Yes, we cannot immediately find a physical human body consisting of flesh and bone, for such bodies are meant for those who wish to develop their I. We must therefore take refuge in a kind of surrogate for a physical body; we must seek out human beings who are among the most developed, who have, so to speak, developed their fourth fundamental part. We must enter into them, and within them our being must work in such a way that it can bring its sixth or seventh fundamental part to maturity.

[ 18 ] Das hatte zur Folge, dass unter den gewöhnlichen Menschen der alten Zeit solche auftauchten, welche von höheren Wesenheiten luziferischer Art - die natürlich höher standen als der Mensch, da sie ihr sechstes, siebentes Grundteil doch ausbilden sollten und der Mensch erst sein viertes -, welche von höheren luziferischen Wesenheiten besessen sein konnten. Solche höhere Wesenheiten luziferischer Art gingen also in Erdenmenschenleibern auf der Erde herum. Sie waren die Führer der Erdenmenschen, sie wussten, verstanden und konnten viel mehr als die anderen Menschen. Uns wird von diesen Wesenheiten in den alten Erzählungen und Legenden berichtet, so berichtet, dass wir von ihnen hören, sie waren da oder dort große Städtegründer, große Völkerführer und dergleichen. Das waren nicht bloß normale Menschen auf der Erde, sondern das waren Menschen, die von solch höheren Wesenheiten luziferischer Art besessen waren, im besten Sinne des Wortes besessen waren. Dann erst verstehen wir die menschliche Erdenentwicklung, wenn wir solches ins Auge fassen können.

[ 18 ] As a result, among the ordinary people of ancient times there appeared some who could be possessed by higher beings of a Luciferic nature—who, of course, stood higher than human beings, since they were meant to develop their sixth and seventh fundamental parts, whereas human beings had only developed their fourth—by these higher Luciferic beings. Such higher beings of a Luciferic nature thus walked the earth in human bodies. They were the leaders of humanity; they knew, understood, and were capable of much more than other people. We hear of these beings in ancient tales and legends, which tell us that they were great city-builders, great leaders of peoples, and the like. These were not merely ordinary human beings on Earth, but rather human beings who were possessed by such higher beings of a Luciferic nature—possessed in the best sense of the word. Only then can we understand human development on Earth when we are able to take such things into account.

[ 19 ] Immer aber suchen namentlich die niedrigerstehenden dieser Wesenheiten, weil sie ja selbst keinen Menschenleib erringen können, ihre Entwicklung in anderen Menschenleibern fortzusetzen. Und das ist eben das, was charakterisiert werden konnte. Luziferische Wesenheiten hatten immer die Sehnsucht, in anderen Menschen drinnen, indem sie sie von sich besessen machten - das tun sie heute noch - ihre Entwicklung in der geschilderten Art fortzusetzen. In der menschlichen Seele arbeitet eben Luzifer mit seinen Scharen. Wir sind der Schauplatz der luziferischen Entwicklung. Während wir Menschen einfach den physischen Leib der Erde nehmen, um uns zu entwickeln, nehmen diese luziferischen Wesenheiten uns und entwickeln sich in uns. Und das ist eben die Versuchung der Menschen, dass in ihnen arbeiten die luziferischen Geister.

[ 19 ] However, the lowest of these entities, in particular, always seek to continue their development within other human bodies, since they themselves are unable to attain a human body. And that is precisely what could be characterized. Luciferic beings have always longed to continue their development in the manner described by taking possession of other human beings—and they still do so today. It is precisely within the human soul that Lucifer and his hosts are at work. We are the stage for Luciferic development. While we humans simply take the physical body of the Earth to develop ourselves, these Luciferic entities take us and develop within us. And that is precisely the temptation for humans: that the Luciferic spirits are at work within them.

[ 20 ] Diese luziferischen Geister sind aber mittlerweile, geradeso wie die Menschen vorwärtsgekommen sind, auch vorwärtsgekommen. Sodass gar mancher von diesen Geistern, der, sagen wir damals, als der Mensch eintrat in die atlantische Zeit, dastand an der Schwelle, um sein sechstes Grundteil zu entwickeln, jetzt so weit schon ist - die Entwicklung ist ja für ihn auf der Erde abnorm -, eben sein siebentes Grundteil zu entwickeln. Das macht er auf die Weise, dass er nun wiederum einen Menschen von sich besessen macht, um vielleicht nur mehrere Jahre von diesem Menschen das zu benutzen, was dieser Mensch erleben kann, um seinerseits wieder zur Entwicklung zu kommen. Das ist nichts Übles in der Menschennatur. Denn man kann dadurch, dass wir in unserer Zeit die Bewusstseinsseele zum Ausdruck bringen können, von einem luziferischen Geist besessen sein, der daran ist, sein siebentes Grundteil zu entwickeln. Was wird man dadurch, dass man von einem hohen luziferischen Geist besessen ist? Ein Genie, das zwar — weil es als Mensch besessen ist und die eigentliche Menschennatur überstrahlt wird von dieser höheren Wesenheit - unpraktisch ist für die gewöhnlichen Verrichtungen, aber auf irgendeinem Gebiet bahnbrechend, tonangebend wirkt.

[ 20 ] However, just as human beings have progressed, these Luciferic spirits have also progressed. So that quite a few of these spirits, who—let us say—at the time when humanity entered the Atlantean epoch stood at the threshold to develop their sixth fundamental part, have now already reached the point—since their development on Earth is, after all, abnormal—of developing their seventh fundamental part. They do this by once again possessing a human being, perhaps using that person for only a few years to draw upon what that person can experience, in order to further their own development. There is nothing evil in human nature. For, because we are able in our time to express the consciousness soul, we can be possessed by a Luciferic spirit that is in the process of developing its seventh fundamental part. What does one become by being possessed by a high Luciferic spirit? A genius who, although—because he is possessed as a human being and his actual human nature is outshone by this higher being—is impractical for ordinary tasks, yet is groundbreaking and sets the tone in some field.

[ 21 ] Man darf über den luziferischen Geist nicht so sprechen, als ob er durchaus etwas Hassenswertes wäre, sondern er ist etwas — weil er sich stellvertretend im Menschen entwickelt wie ein Parasit —, was macht, dass der Mensch besessen von ihm ist und unter seinem Einfluss arbeitet als ein Mensch von Genie, als ein inspirierter Mensch. So sind die luziferischen Geister durchaus notwendig. Und die genialen Menschen der Erde sind diejenigen, in denen - zumeist ein paar Jahre hindurch - ganz arg die luziferische Wesenheit arbeitet.

[ 21 ] One must not speak of the Luciferic spirit as though it were something to be hated; rather, because it develops within the human being like a parasite, it causes the person to become possessed by it and, under its influence, to work as a person of genius, as an inspired person. Thus, the Luciferic spirits are absolutely necessary. And the geniuses of the earth are those in whom—usually for a few years—the Luciferic entity works very intensely.

[ 22 ] Wenn das nicht der Fall wäre, hätte nicht Edouard Schur& Luzifer als eine sympathische Wesenheit schildern können, denn Luzifer ist im Wesentlichen beteiligt an den großen Kulturfortschritten der Erde, und es ist eine Engherzigkeit des traditionellen Christentums, in der luziferischen Wesenheit etwa nur den schlimmen Teufel zu sehen. Es bedeutet dieses nichts weiter als eine arge Philistrosität. «Natur ist Sünde, Geist ist Teufel; sie hegen zwischen sich den Zweifel, ihr missgestaltet Zwitterkind», lesen wir im «Faust». Gewiss, es geziemt dem eng traditionell gestalteten Christentum, den Luzifer als Teufel anzusprechen und ihn zu hassen, aber der, welcher die Menschheitsentwicklung kennt, weiß, dass gerade in den Genies das luziferische Prinzip wirkt. Dem Theosophen geziemt es, diesen Dingen unmittelbar ins Auge zu schauen. Und wir würden gar nicht Anleitung haben, selber zu unserem fünften, sechsten Prinzip aufzusteigen, wenn nicht diese Geister uns vorwärtsschieben würden. In der Tat sind es die luziferischen Geister, denen wir, weil sie ihre eigene Entwicklung dabei suchen, das Vorwärtsstoßen verdanken, sodass wir selber über unser Ich hinauswachsen können, wie ja die Menschen auch trivial sagen, dass Dichter und Genies und Künstler hinauswachsen über das eng begrenzte menschliche Ich.

[ 22 ] If that were not the case, Edouard Schur would not have been able to portray Lucifer as a sympathetic being, for Lucifer is essentially involved in the great cultural advances of the Earth, and it is a narrow-mindedness of traditional Christianity to see in the Luciferic being nothing but the evil devil. This amounts to nothing more than a severe philistinism. “Nature is sin, Spirit is the devil; between them they harbor doubt, their misshapen hybrid child,” we read in “Faust.” Certainly, it befits narrowly traditional Christianity to address Lucifer as the devil and to hate him, but those who understand human evolution know that the Luciferic principle is at work precisely in the geniuses. It befits the theosophist to look these things squarely in the eye. And we would have no guidance at all to ascend to our fifth and sixth principles ourselves if these spirits were not pushing us forward. In fact, it is the Luciferic spirits to whom we owe this forward momentum—because they seek their own development in the process—so that we ourselves can grow beyond our ego, just as people commonly say that poets, geniuses, and artists grow beyond the narrowly limited human ego.

[ 23 ] So schauen wir zu den luziferischen Geistern in einer gewissen Weise doch auf als zu einer Art von Führern der Menschen. Wir müssen uns frei von der Beengtheit machen, frei von allem orthodoxen Christentum, das Luzifer nur einen Teufel nennt, der ihm hassenswert ist. Wir müssen das Befreiende des luziferischen Prinzips, das auch von guten Göttern hereingestellt worden ist, als solches anerkennen, denn es treibt uns während der Erdenentwicklung über uns selbst hinaus, sodass wir prophetisch das vorausnehmen, was uns als unser Eigentum erst während des Jupiters und so weiter zukommen wird. Es findet also eigentlich auf der Erde ein gegenseitiges Beeinflussen von mikrokosmischen Wesenheiten statt, die beim Beginn der Erdenentwicklung da waren; ein solches gegenseitiges Beeinflussen, dass wir sagen können: Die Menschen werden weitergeführt, während sie ihr eigenes Ich entwickeln, von solchen Wesenheiten, die höher sind als der Mensch, denn sie haben ihr fünftes Grundteil entwickelt und entwickeln sich zum sechsten oder sie entwickeln schon ihr siebentes Grundteil, während der Mensch erst an seinem vierten arbeitet.

[ 23 ] In a certain sense, we do look up to the Luciferic spirits as a kind of guide for humanity. We must free ourselves from narrow-mindedness, free ourselves from all orthodox Christianity, which calls Lucifer merely a devil who is worthy of hatred. We must recognize the liberating aspect of the Luciferic principle—which was also introduced by the good gods—as such, for it drives us beyond ourselves during the course of Earth’s development, so that we prophetically anticipate what will become our own only during the Jupiter epoch and so on. Thus, there is actually a mutual influence on Earth between microcosmic beings who were present at the beginning of Earth’s development; such a mutual influence that we can say: Human beings are guided forward, while they develop their own ego, by such beings who are higher than human beings, for they have developed their fifth root and are developing toward the sixth, or are already developing their seventh root, while human beings are only working on their fourth.

[ 24 ] Wir sehen also übermenschliche Wesenheiten in diesen luziferischen Wesenheiten, mikrokosmisch-übermenschliche Wesenheiten. Und jetzt sehen wir von diesen geistigen Wesenheiten, die wir als luziferische ansehen, ab, und gehen zur Natur des Christus.

[ 24 ] We thus see superhuman beings in these Luciferic beings—microcosmic, superhuman beings. And now we turn away from these spiritual beings, whom we regard as Luciferic, and turn to the nature of Christ.

[ 25 ] Der Christus unterscheidet sich ganz radikal von anderen Wesenheiten, die an der Erdenentwicklung teilnehmen. Er ist ein Wesen einer ganz anderen Ordnung. Er ist ein Wesen, welches nicht nur während der Mondenentwicklung so zurückgeblieben ist wie die luziferischen Geister, sondern welches, vorausschauend die Mondenentwicklung, eigentlich noch früher zurückgeblieben ist, schon während der alten Sonnenentwicklung, und aus einer gewissen sicheren, weit übermenschlichen Weisheit während der alten Sonnenentwicklung zurückgeblieben ist. Diese Wesenheit dürfen wir nicht in dem Sinne wie die andern angeführten Wesenheiten als eine mikrokosmische ansehen, denn als mikrokosmische Wesenheit haben wir anzusehen diejenigen, die vom Beginne der Erdenentwicklung mit dieser Erdenentwicklung verbunden waren. Der Christus war nicht unmittelbar mit der Erdenentwicklung verbunden, sondern mit der Sonnenentwicklung. Er war eine makrokosmische Wesenheit vom Beginn der Erdenentwicklung an, eine Wesenheit, welche also ganz anderen Entwicklungsbedingungen ausgesetzt ist als die mikrokosmischen Wesenheiten. Und seine Entwicklungsbedingungen waren eigener Art. Sie waren so, dass diese makrokosmische Christus-Wesenheit außerhalb des Irdischen das makrokosmische vierte Prinzip, das makrokosmische Ich, entwickelt hatte. Für seine, also für diese Christus-Entwicklung, war es normal, außerhalb der Erde ein Ich makrokosmischer Art gerade bis zur Ich-Vollendung zu bringen und dann zur Erde niederzusteigen. Es war also für die Entwicklung der Christus-Wesenheit normal - als sie von dem Makrokosmos niederstieg auf unsere Erde -, hereinzubringen den großen Impuls vom makrokosmischen Ich, damit das mikrokosmische Ich, das Menschen-Ich, diesen Impuls aufnehme und weiterkommen könne in der Entwicklung. Normal war es für den Christus, nicht den mikrokosmischen Ich-Impuls, aber den makrokosmischen Ich-Impuls gerade so weit zu haben, wie der Mensch den mikrokosmischen auf der Erde hatte. So ist das Christus-Wesen ein Wesen, das in einer gewissen Beziehung dem Menschen gleicht, nur dass der Mensch mikrokosmisch ist und seine vier Prinzipien mikrokosmisch zum Ausdruck gebracht hat, also auch sein Ich mikrokosmisch hat als Erden-Ich, der Christus aber als Welten-Ich. Aber so war bei ihm die Entwicklung vor sich gegangen, dass er eben gerade groß und bedeutend war durch die volle Entwicklung dieses Ich, das er herunterbrachte auf die Erde. Und er hatte nicht das fünfte makrokosmische und nicht das sechste makrokosmische Prinzip, denn die wird er entwickeln, damit er sie dem Menschen geben kann, auf Jupiter und Venus.

[ 25 ] Christ differs radically from other beings involved in the development of the Earth. He is a being of an entirely different order. He is a being who did not merely lag behind during the lunar evolution like the Luciferic spirits, but who, foreseeing the lunar evolution, actually lagged behind even earlier—already during the ancient solar evolution—and did so out of a certain assured, far-superhuman wisdom during the ancient solar evolution. We must not regard this being as microcosmic in the same sense as the other beings mentioned, for we must regard as microcosmic those who have been connected with Earth’s development from the very beginning of that development. Christ was not directly connected to the development of the Earth, but to the development of the Sun. He was a macrocosmic being from the beginning of the Earth’s development, a being who was thus subject to entirely different conditions of development than the microcosmic beings. And his conditions of development were of a unique kind. They were such that this macrocosmic Christ being had developed the macrocosmic fourth principle, the macrocosmic I, outside the earthly realm. For his—that is, for this Christ development—it was normal to bring an I of a macrocosmic nature to the point of I-perfection outside the Earth and then to descend to Earth. It was therefore normal for the development of the Christ-being—as it descended from the macrocosm to our Earth—to bring in the great impulse of the macrocosmic I, so that the microcosmic I, the human I, could take up this impulse and progress in its development. It was normal for the Christ to possess not the microcosmic ego impulse, but the macrocosmic ego impulse to the very same extent that the human being possessed the microcosmic one on Earth. Thus, the Christ-being is a being that in a certain respect resembles the human being, except that the human being is microcosmic and has expressed his four principles microcosmically—that is, his I is also microcosmic as an Earth-I—whereas the Christ has a World-I. But his development had proceeded in such a way that he was precisely great and significant through the full development of this ego, which he brought down to Earth. And he did not possess the fifth macrocosmic principle nor the sixth macrocosmic principle, for he will develop these so that he can give them to humanity on Jupiter and Venus.

[ 26 ] Der Christus ist also eine Wesenheit viergliedriger Natur - bis zu seinem makrokosmischen Ich -, wie der Mensch selber mikrokosmisch eine solche ist. Und wie der Mensch während der Erdenzeit die Mission hat, sein Ich auszubilden, um empfangen zu können, so hatte der Christus sein Ich auszubilden, um geben zu können. Als er herunterstieg auf die Erde, war er so, dass alles in seiner Wesenheit verwendet war, um in möglichst vollkommener Gestalt sein viertes Prinzip zum Ausdruck zu bringen. Nun hat ein jedes gleichzahlige Prinzip des Makrokosmos und des Mikrokosmos eine innige Verwandtschaft zum entsprechenden anderen, das die gleiche Zahl hat. Das vierte makrokosmische Prinzip im Christus entspricht dem vierten mikrokosmischen im Menschen und das fünfte im Christus wird dem Geistselbst im Menschen entsprechen.

[ 26 ] Christ is thus a being of fourfold nature—up to his macrocosmic I—just as human beings themselves are microcosmically such beings. And just as human beings have the mission during their time on Earth to develop their I in order to be able to receive, so Christ had to develop his I in order to be able to give. When he descended to Earth, he was such that everything in his being was directed toward expressing his fourth principle in the most perfect form possible. Now, every principle of the same number in the macrocosm and the microcosm has an intimate kinship with the corresponding one in the other, which has the same number. The fourth macrocosmic principle in Christ corresponds to the fourth microcosmic principle in man, and the fifth in Christ will correspond to the spiritual self in man.

[ 27 ] So trat der Christus seine Erdenlaufbahn an, indem er dem Menschen aus dem Makrokosmos dasjenige herunterbrachte, was der Mensch mikrokosmisch ausbilden sollte, nur brachte es der Christus als makrokosmisches Prinzip. Er trat so ein in die Erdenentwicklung, dass er während derselben ebenso wenig ein fünftes, sechstes, siebentes Prinzip als Eigentum hatte, wie es der Mensch in seiner Art auch nicht hat.

[ 27 ] Thus Christ began his earthly mission by bringing down to humanity from the macrocosm that which humanity was to develop microcosmically; only, Christ brought it as a macrocosmic principle. He entered into Earth’s evolution in such a way that, during the course of it, he possessed no fifth, sixth, or seventh principle as his own, just as humanity, in its own way, does not possess them either.

[ 28 ] Der Christus ist eine Wesenheit, die sich makrokosmisch bis zum vierten Prinzip ausgebildet hatte und die während des Erdendurchgangs die Entwicklung ihres vierten Prinzips darin sehen wird, dass sie alles hergibt, damit der Mensch sein Ich ausbilden kann.

[ 28 ] Christ is a being who, on a macrocosmic level, had developed up to the fourth principle and who, during his earthly sojourn, will see the development of his fourth principle in the act of giving up everything so that human beings may develop their own sense of self.

[ 29 ] Nehmen wir die ganze Sachlage, so haben wir im Beginn der Erdenentwicklung drei Klassen von Wesenheiten: Menschen, die ihr viertes Prinzip voll ausgebildet erhalten sollen auf der Erde, eine Klasse luziferischer Wesenheiten, die ihr sechstes, und eine Klasse luziferischer Wesenheiten, die ihr siebentes Prinzip ausbilden sollen, die also dadurch, dass sie das sechste und siebente Prinzip ausbilden sollen, höher stehen als der Mensch, die also in dieser Beziehung über den Menschen hinausragen. Aber sie ragen in dieser Beziehung auch über den Christus hinaus, denn der Christus soll gerade sein viertes Prinzip auf der Erde in Hingebung an die Menschen zum Ausdruck bringen. Der Christus wird es nicht sein, welcher, sagen wir, die Menschen anregen wird, in der Zukunft etwas anderes zum Ausdruck zu bringen als das eigentliche Ich, die innerste Menschenwesenheit, zu immer höherer und höherer Stufe. Die luziferischen Geister werden es sein, welche dann den Menschen über sich selbst hinausführen werden in einer gewissen Beziehung.

[ 29 ] If we consider the entire situation, we find that at the beginning of Earth’s development there were three classes of beings: human beings, who are to fully develop their fourth principle on Earth; a class of Luciferic beings, who are to develop their sixth; and a class of Luciferic beings, who are to develop their seventh principle—who, by virtue of developing the sixth and seventh principles, stand higher than human beings and thus, in this respect, transcend them. But in this respect they also transcend the Christ, for the Christ is precisely to express his fourth principle on Earth in devotion to humanity. It will not be the Christ who, so to speak, will inspire human beings in the future to express something other than the actual ego, the innermost human being, to ever higher and higher levels. It will be the Luciferic spirits who will then lead human beings beyond themselves in a certain respect.

[ 30 ] Wer die Dinge dann von außen anschaut, kann sagen: Ja, dann steht der Christus eigentlich niedriger als zum Beispiel die luziferischen Geister, denn der Christus kommt mit etwas auf die Erde, was ganz verwandt ist dem vierten Prinzip des Menschen. - Er ist gar nicht daraufhin veranlagt, den Menschen über sich hinauszuführen, sondern nur tiefer in das eigene Seelenwesen des Menschen hinein. Er ist daraufhin veranlagt, das eigene Seelenwesen des Menschen immer mehr und mehr zu sich selbst zu bringen. Die luziferischen Wesenheiten haben das vierte, fünfte, sechste Prinzip ausgebildet, stehen also in gewisser Weise höher als der Christus. Praktisch wird sich das in der Zukunft so ausleben, dass, durch die Aufnahme des Christus-Prinzips in die Menschennatur herein, diese Natur immer mehr und mehr vertieft werden wird, diese Menschennatur immer mehr und mehr Licht und Liebe innerhalb der eigenen Wesenheit aufnehmen wird, dass die Menschennatur Licht und Liebe wird empfinden müssen wie etwas, was ihr ureigen ist. Die Verinnerlichung der Menschenseele in unendliche Tiefen hinein, das wird die Gabe des Christus-Impulses sein, der immer weiter und weiter wirken wird. Und wenn der Christus kommen wird, wie es dargestellt worden ist in den verschiedenen Vorträgen, so wird er auch nur wirken als die Menschenseele vertiefend. Die andern Geister, die höhere Prinzipien haben als der Christus, wenn auch nur mikrokosmischer Art, die werden in gewisser Weise den Menschen über sich hinausführen. Der Christus wird die Menschen verinnerlichen, aber auch demütig machen; die luziferischen Geister werden den Menschen über sich hinausführen, klug, gescheit, genial machen, aber in gewisser Weise ihn auch hochmütig machen, ihm beibringen, dass er etwas Übermenschliches werden könnte schon während der Erdenentwicklung. Alles das daher, was in der Zukunft den Menschen zu etwas führen wird, wodurch er gleichsam über sich hinausragen wird, was ihn stolz machen wird auf seine eigene menschliche Natur schon hier auf der Erde, das wird demnach luziferischer Einschlag sein. Was aber den Menschen vertiefen wird, was den Menschen in Bezug auf sein Innenleben zu solchen Tiefen führen wird, als er nur kommen kann gerade zur vollen Ausbildung des vierten Prinzips, das wird von Christus herrühren.

[ 30 ] Anyone who then looks at things from the outside can say: Yes, in that sense, Christ actually stands lower than, for example, the Luciferic spirits, because Christ comes to Earth with something that is closely related to the fourth principle of the human being. - He is not at all inclined to lead human beings beyond themselves, but only deeper into their own soul nature. He is inclined to bring human beings’ own soul nature ever more fully into alignment with itself. The Luciferic beings have developed the fourth, fifth, and sixth principles, and thus stand, in a certain sense, higher than Christ. In practical terms, this will play out in the future in such a way that, through the incorporation of the Christ principle into human nature, this nature will be deepened more and more; this human nature will take in more and more light and love within its own being, so that human nature will have to experience light and love as something that is inherently its own. The deepening of the human soul into infinite depths—that will be the gift of the Christ impulse, which will continue to work further and further. And when the Christ comes, as has been described in the various lectures, he will act solely to deepen the human soul. The other spirits, who have higher principles than Christ—even if only of a microcosmic nature—will, in a certain sense, lead humanity beyond itself. Christ will lead people inward, but also make them humble; the Luciferic spirits will lead people beyond themselves, making them wise, clever, and brilliant, but in a certain sense also making them haughty, teaching them that they could become something superhuman even during their earthly development. Therefore, everything that will lead humanity in the future to something through which they will, as it were, rise above themselves—which will make them proud of their own human nature even here on Earth—will thus be of Luciferic origin. But whatever deepens the human being, whatever leads the human being to such depths in his inner life as he can only reach precisely through the full development of the fourth principle—that will originate from Christ.

[ 31 ] Menschen, welche die Sache äußerlich anschauen, werden sagen: Der Christus steht eigentlich niedriger als die luziferischen Wesenheiten, denn er bringt nur das vierte Prinzip zur Ausbildung, die anderen aber die höheren Prinzipien. Der Unterschied ist nur der, dass diese anderen Wesenheiten die höheren Prinzipien wie etwas Parasitisches auf die Menschennatur daraufgepfropft bringen, der Christus aber das vierte Prinzip so bringt, dass die Menschennatur voll durchsetzt und durchdrungen und durchkraftet wird von diesem Prinzip. Wie der fleischliche Leib des Jesus von Nazareth einmal durchsetzt und durchdrungen und durchkraftet war vom vierten makrokosmischen Prinzip, so werden vom vierten makrokosmischen Prinzip die Leiber derer durchsetzt sein, die den Christus in sich aufnehmen. So wie das vierte makrokosmische Prinzip die Gabe des Christus ist, so werden das sechste, siebente Prinzip die Gaben der luziferischen Geister sein. Sodass wir es in der Zukunft werden erleben können - und die Zeiten bereiten sich schon vor —, wo unverständige Menschen werden sagen: Ja, der Christus, der ist eigentlich, wenn wir die Evangelien durchnehmen oder sonst dasjenige auf uns wirken lassen, was er der Menschheit gegeben hat, in Bezug auf seine Lehre, auf das, was von ihm als Lehre ausfließt, gar nicht auf jener Höhe, auf der vielleicht andere geistige Wesenheiten, die mit dem Menschen in Beziehung sind, stehen. Die ragen über den Menschen in gewisser Weise hinaus, sie können nicht den ganzen Menschen durchsetzen, aber sie durchsetzen seinen Verstand, seine Genialität! - Und der äußerlich Betrachtende sagt: Diese Wesenheiten stehen eigentlich höher als der Christus.

[ 31 ] People who view the matter from the outside will say: Christ is actually lower than the Luciferic beings, for he brings only the fourth principle to development, while the others bring the higher principles. The difference is simply that these other beings graft the higher principles onto human nature like something parasitic, whereas Christ brings the fourth principle in such a way that human nature is fully permeated, penetrated, and empowered by this principle. Just as the physical body of Jesus of Nazareth was once permeated, penetrated, and empowered by the fourth macrocosmic principle, so too will the bodies of those who receive the Christ within themselves be permeated by the fourth macrocosmic principle. Just as the fourth macrocosmic principle is the gift of Christ, so will the sixth and seventh principles be the gifts of the Luciferic spirits. So that in the future we will be able to experience it—and the times are already preparing themselves—when unwise people will say: Yes, Christ—when we go through the Gospels or otherwise allow what he has given to humanity to take effect upon us, in terms of his teaching, of what flows from him as teaching—is actually not at all on the same level as perhaps other spiritual beings who are related to humanity. They rise above humanity in a certain way; they cannot permeate the whole human being, but they permeate his intellect, his genius! — And the external observer says: These beings actually stand higher than the Christ.

[ 32 ] Es wird eine Zeit kommen, wo man die Sache so auffassen wird, dass man den mächtigsten, den bedeutendsten dieser luziferischen Geister, der sozusagen die Menschen über sich selbst hinausführen wird wollen, auf den Schild erheben und für einen großen Menschenführer ansehen wird. Sprechen wird man: Ach, dasjenige, was der Christus hat geben können, war im Grunde genommen nur ein Durchgangspunkt! Jetzt schon gibt es Menschen, die so reden: Ach was sind eigentlich die Lehren der Evangelien! Wir sind schon über sie hinausgewachsen. — Wie gesagt, einen umfassenden, genialen Geist, einen hervorragenden Geist wird man aufzeigen, der Besitz ergreifen wird von einer menschlichen fleischlichen Natur, die er durchsetzt mit seiner Genialität. Man wird sagen: Der übertrifft ja den Christus, denn der Christus war im Grunde genommen nichts als der, welcher Gelegenheit gegeben hat, das vierte Prinzip auszubilden; jener aber gibt Gelegenheit, es während der Erdenentwicklung bis zum siebenten Prinzip zu bringen!

[ 32 ] A time will come when people will come to view the matter in such a way that they will elevate the most powerful, the most significant of these Luciferic spirits—who, so to speak, will want to lead people beyond themselves—onto a pedestal and regard him as a great leader. They will say: “Ah, what Christ was able to give was, after all, merely a stepping stone! Even now there are people who speak like this: ‘Ah, what are the teachings of the Gospels, really? We have already outgrown them.’ — As I said, a comprehensive, brilliant spirit, an outstanding spirit, will be held up, one who will take possession of a human, physical nature, which he will permeate with his brilliance. People will say: He surpasses Christ, for Christ was, in essence, nothing more than the one who provided the opportunity to develop the fourth principle; but this one provides the opportunity to bring it up to the seventh principle during the course of Earth’s evolution!

[ 33 ] So werden der Christus-Geist und der Geist dieser Wesenheit einander gegenüberstehen: der Christus-Geist, von dem die Menschen werden hoffen können, den mächtigen makrokosmischen Impuls ihres vierten Prinzipes zu erhalten, und der luziferische Geist, der in einer gewissen Beziehung sie darüber hinausführen wird wollen.

[ 33 ] Thus the Christ Spirit and the spirit of this entity will stand in opposition to one another: the Christ Spirit, from whom human beings can hope to receive the powerful macrocosmic impulse of their fourth principle, and the Luciferic spirit, which, in a certain sense, will seek to lead them beyond that.

[ 34 ] Wenn die Menschen dabei bleiben und sich sagen können: Wir müssen von den luziferischen Geistern nur dasjenige erlangen, zu dem wir so hinaufblicken, wie wir zu unserer niederen Natur hinunterblicken - so würden die Menschen recht tun. Indem aber die Menschen dazu kommen werden zu sagen: Seht, der Christus gibt nur das vierte Prinzip, da sind aber die Geister, die das sechste und siebente geben - da werden die Menschen, die dem Christus gegenüber so denken, anbeten und auf den Schild heben den Antichrist. So wird sich die Stellung des Antichrist zum Christus in der Zukunft geltend machen. Und mit dem äußeren Verstand, mit der äußeren Genialität wird man nichts gegen solche Dinge einwenden können, denn man wird vieles aufweisen können, was im Sinne von Vernunft und Genialität gescheiter sein wird beim Antichrist als das, was als tiefstes menschliches Prinzip von dem Christus immer mehr und mehr in die Seele einfließen wird. Weil der Christus den Menschen das vierte makrokosmische Prinzip bringt, das, da es makrokosmisch ist, doch unendlich wichtiger ist als alle mikrokosmischen Prinzipien - es ist stärker als sie, wenn es auch verwandt ist dem menschlichen Ich, stärker als alle anderen, die während der Erdenentwicklung erlangt werden können -, so wird man, weil es eben nur das vierte Prinzip ist, sagen, es sei niedriger als das fünfte, sechste, siebente, welche von den luziferischen Geistern kommen, es sei insbesondere niedriger als das, was vom Antichrist kommt, Es ist wichtig, dass auf dem Boden der Geisteswissenschaft eingesehen werde, dass es so ist. Sagt man doch jetzt schon anlässlich der kopernikanischen Lehre, die sozusagen die Erde in Bewegung gebracht hat, die Erde dem Stillstand entrissen hat, in welchen man sie früher versetzt hatte, die sie um die Sonne herumgeführt und gezeigt hat, wie die Erde ein Staubkorn im Weltall ist: Ja, wie kann daneben die christliche Idee bestehen! - Man konstruiert einen Widerspruch zwischen der christlichen Idee und dieser Naturwissenschaft, indem man sagt: In älteren Zeiten, da konnten ja die Menschen zu dem Kreuz auf Golgatha und zum Christus aufschauen, denn da kam ihnen die Erde vor wie der auserlesene Platz im Weltenall, und die andern Weltenkörper kamen ihnen klein und der Erde wegen eigentlich da seiend vor. Da erschien - so könnte man sagen - die Erde dem Menschen würdig, das Kreuz von Golgatha zu tragen! Als aber die kopernikanische Lehre die Geister ergriff, fingen die Menschen an zu spotten und meinten: Da die anderen Weltenkörper zum mindesten dieselbe Bedeutung haben wie die Erde, so müsste der Christus von Weltenkörper zu Weltenkörper gewandelt sein. Da nun aber die anderen Weltenkörper viel größer sind als die Erde, so wäre es eigentlich sonderbar, dass auf der kleinen Erde der Gottmensch das Erlösungswerk vollbracht hätte! - So sprach wirklich ein nordischer Gelehrter. Er meinte: So wie wenn man ein mächtiges Drama, statt es auf einer großen Residenzbühne aufzuführen, auf einer kleinen Vorstadtbühne oder in einem Dorftheater aufführen wollte, so käme ihm das Christus-Drama vor. Er sagte: Es ist doch widersinnig, dass das größte Drama der Welt nicht aufgeführt werden sollte auf einem großen Weltenkörper. Es ist das gerade, wie wenn man ein mächtiges Stück nicht auf einem glänzenden Theater, sondern auf einem elenden Dorftheater aufführen wollte!

[ 34 ] If people could stick to this and say to themselves: We must take from the Luciferic spirits only that which we look up to as we look down upon our lower nature—then people would be doing the right thing. But when people come to say: ‘Look, Christ gives only the fourth principle, but there are spirits who give the sixth and seventh’—then those who think this way about Christ will worship and hold up the Antichrist as their standard. Thus will the Antichrist’s position vis-à-vis Christ assert itself in the future. And with the outer intellect, with outer genius, one will be unable to object to such things, for one will be able to point to much that, in terms of reason and genius, will be more clever in the Antichrist than that which, as the deepest human principle, will flow ever more deeply into the soul from Christ. Because Christ brings humanity the fourth macrocosmic principle, which, since it is macrocosmic, is infinitely more important than all microcosmic principles —it is stronger than them, even though it is related to the human ego, stronger than all others that can be attained during Earth’s evolution—people will say, precisely because it is only the fourth principle, that it is lower than the fifth, sixth, and seventh, which come from the Luciferic spirits; they will say, in particular, that it is lower than what comes from the Antichrist, It is important that, on the basis of spiritual science, one recognize that this is so. For even now, in connection with the Copernican doctrine—which, so to speak, set the Earth in motion, snatched it from the state of stagnation into which it had previously been placed, led it around the Sun, and showed how the Earth is a speck of dust in the universe—people say: Yes, how can the Christian idea stand by this! — A contradiction is constructed between the Christian idea and this natural science by saying: In earlier times, people could look up to the cross on Golgotha and to Christ, for then the Earth appeared to them as the chosen place in the universe, and the other celestial bodies seemed small to them and actually existing for the sake of the Earth. Then—one might say—the Earth seemed worthy to humanity to bear the cross of Golgotha! But when the Copernican theory took hold of people’s minds, they began to mock and said: Since the other celestial bodies have at least the same significance as the Earth, Christ must have moved from celestial body to celestial body. But since the other celestial bodies are much larger than the Earth, it would actually be strange for the God-man to have accomplished the work of redemption on the small Earth!—So spoke a Nordic scholar. He said: Just as if one were to perform a powerful drama on a small suburban stage or in a village theater instead of on a grand metropolitan stage, so the drama of Christ appeared to him. He said: It is absurd, after all, that the greatest drama in the world should not be performed on a great celestial body. It is just as if one were to stage a powerful play not in a magnificent theater, but in a miserable village theater!

[ 35 ] Eine solche Rede ist nun ganz sonderbar, und man kann erwidern: Die christliche Legende hat dafür gesorgt, dass man etwas so Törichtes eigentlich nicht sollte sagen können, denn sie hat ja nicht einmal dieses Mysterium auf einen glänzenden Platz der Erde verlegt, sondern auch noch in einen armen Hirtenstall. Damit ist ja eigentlich schon bekundet, dass man einen solchen Einwand nicht machen sollte, wie ihn der nordische Gelehrte gemacht hat. Die Menschen bedenken nur immer nicht, wie inkonsequent sie mit ihren besonders klugen Gedanken sind. Die Idee verfängt nicht gegenüber der einfachen großen Wahrheit, die schon in der christlichen Legende gegeben ist. Und wenn diese christliche Legende nicht auf der Erde an einen glänzenden, hervorragenden Residenzpunkt, sondern in den armen Hirtenstall die Geburt des Jesus verlegt, so erscheint es nicht widersinnig, dass den größten Weltenkörpern gegenüber die Erde als der Platz auserlesen worden ist, welcher das Kreuz trug. Überhaupt ist in der ganzen Art und Weise, wie die christliche Lehre in ihrer Art dasjenige gibt, was der Christus der Menschheit zu bringen hatte, eine Andeutung schon jener großen Lehren, die uns heute die Geisteswissenschaft wiederum geben soll. Lassen wir die Evangelien auf uns wirken: Wir können die tiefsten geisteswissenschaftlichen Wahrheiten finden, wie wir das oftmals gesehen haben. Aber wie sind in den Evangelien diese großen Weistümer enthalten? Ja, ich möchte sagen: Wenn diejenigen Menschen, die nicht einen Funken des Christus-Impulses in sich haben, sich aufschwingen sollen zu einem Verständnis dessen, was in den Evangelien steht, dann müssen sie förmlich ihr Gehirn zermartern, es muss eine gewisse Genialität sogar entwickelt werden. Dass das normale menschliche Bewusstsein nicht hinreicht, das kann man daraus entnehmen, dass so wenige Menschen die geisteswissenschaftliche Interpretation der Evangelien auch nur im Geringsten verstehen. Man kann also mit luziferischen Kräften, mit der Ausbildung von Genialität die Evangelien nur rein äußerlich verstehen. Aber so wie sie gegeben sind, wie treten uns da ihre Wahrheiten entgegen? So treten sie uns entgegen, wie wenn sie unmittelbar, wie das reifste Gut, hervorquellen würden aus dem, was wir die Wesenheit Christi nennen, ohne Mühe, ohne irgendeine Anstrengung — und so zu den Herzen sprechen, die sich durchdringen lassen vom Christus-Impuls, dass sie unmittelbar in Einheit die Seele durchleuchten und durchwärmen.

[ 35 ] Such a statement is quite strange, and one might reply: Christian legend has ensured that one should not really be able to say something so foolish, for it did not even place this mystery in a splendid location on earth, but rather in a humble shepherd’s stable. This actually already demonstrates that one should not make such an objection as the Nordic scholar did. People simply never consider how inconsistent they are with their particularly clever ideas. The idea does not hold up against the simple, great truth already present in the Christian legend. And if this Christian legend does not place the birth of Jesus on Earth in a splendid, outstanding residence, but rather in the humble shepherd’s stable, then it does not seem absurd that, in contrast to the greatest celestial bodies, Earth was chosen as the place that bore the cross. Indeed, in the very way that Christian teaching, in its own manner, conveys what Christ had to bring to humanity, there is already a hint of those great teachings that spiritual science is meant to give us again today. Let us allow the Gospels to work upon us: we can find the deepest spiritual-scientific truths, as we have often seen. But how are these great truths contained in the Gospels? Indeed, I would say: If those people who do not possess even a spark of the Christ impulse within themselves are to rise to an understanding of what is written in the Gospels, they must literally rack their brains; a certain genius must even be developed. That normal human consciousness is not sufficient can be inferred from the fact that so few people understand the spiritual-scientific interpretation of the Gospels even in the slightest. Thus, one can understand the Gospels only superficially through Luciferic forces and the cultivation of genius. But as they are given, how do their truths meet us? They meet us as if they were springing forth directly, like the ripest fruit, from what we call the essence of Christ—without effort, without any strain—and thus speak to hearts that allow themselves to be permeated by the Christ impulse, so that they immediately illuminate and warm the soul in unity.

[ 36 ] Die Art und Weise, wie die größten Weistümer da an den Menschen herantreten, ist das Gegenteil von der Art und Weise, wie auf die Klugheit gewirkt wird. Sie ist so, dass gerechnet wird damit, dass in jener unmittelbaren, ursprünglichen, elementaren Art aus dem vierten makrokosmischen Prinzip in dem Christus Jesus wie fertig hervorsprudeln diese Wahrheiten, dass sie unmittelbar auf die Menschen übergehen. Ja, es ist sogar dafür gesorgt, dass die Gescheitheit der Menschen, die Klugheit alles Luziferischen in der Menschheitsentwicklung, viel herumdeuteln wird an diesen Christus-Worten und sich nach und nach erst durchringen wird zu ihrer Einfachheit und Grandiosität, zu ihrem elementaren Charakter. Und so wie zu den Christus-Worten, so auch zu den Christus-Tatsachen.

[ 36 ] The way in which the greatest wisdom approaches people is the opposite of the way in which wisdom is imparted. It is such that it is expected that these truths will gush forth in that immediate, original, elemental manner from the fourth macrocosmic principle in Christ Jesus as if already complete, so that they pass directly onto human beings. Indeed, it is even ensured that human cleverness—the cleverness of all that is Luciferic in human development—will interpret these words of Christ in many ways and will only gradually come to terms with their simplicity and grandeur, with their elemental character. And just as with the words of Christ, so too with the facts of Christ.

[ 37 ] Wenn wir eine solche Tatsache, wie es, sagen wir die Auferstehung als Tatsache ist, mit den Mitteln darstellen, die uns die Geisteswissenschaft an die Hand gibt, welch eigentümlicher Tatsache stehen wir da gegenüber? Ein sehr bedeutender deutscher Theosoph hat schon in den Zwanzigerjahren des neunzehnten Jahrhunderts gesagt, man könne es sehen, wie immer mehr und mehr die Menschenvernunft mit dem luziferischen Prinzip durchsetzt wird. Troxler ist es gewesen. Er hat gesagt: ganz luziferisch sei die menschliche Vernunft in alle dem, was sie begreifen will. - Es ist im Allgemeinen schwer, gerade auf die tieferen theosophischen Weistümer hinzuweisen. Diejenigen von Ihnen, die in Prag bei meinem Zyklus dagewesen sind, werden sich erinnern, dass ich damals auf Troxler hingewiesen habe, um zu zeigen, wie in ihm schon vorhanden war, was jetzt gelehrt werden kann über den menschlichen Ätherkörper oder Lebensleib. Er hat den Ausspruch getan, dass die menschliche Vernunft durchsetzt ist von den luziferischen Kräften.

[ 37 ] When we examine a fact such as—let us say—the Resurrection, using the tools provided by spiritual science, what a peculiar phenomenon do we find ourselves facing? A very prominent German theosophist already stated in the 1820s that one could see how human reason is increasingly permeated by the Luciferic principle. It was Troxler. He said: human reason is entirely Luciferic in everything it seeks to comprehend. — It is generally difficult to point specifically to the deeper theosophical teachings. Those of you who were present at my lecture series in Prague will recall that I referred to Troxler at that time to show how what is now taught about the human etheric body or life body was already present in him. He made the statement that human reason is permeated by the Luciferic forces.

[ 38 ] Wenn wir heute, abgesehen von den luziferischen Kräften, aus den guten theosophischen Kräften heraus die Auferstehung begreifen wollen, so müssen wir darauf hinweisen, dass mit der Johannestaufe im Jordan etwas Bedeutsames geschehen ist, dass da die drei Leiber des Lukas-Jesusknaben durchsetzt wurden von der makrokosmischen Christus-Wesenheit, die dann drei Jahre auf der Erde gelebt hat, dann durch das Mysterium von Golgatha gegangen sind mit dieser Christus-Wesenheit. Diese Entwicklung des Christus Jesus war natürlich anders während der drei Jahre als die eines andern Menschen. Wie war sie, sodass wir mit den geisteswissenschaftlichen Prinzipien, wenn wir ins Fundamentale gehen, begreifen können, wie die Auferstehung eigentlich war?

[ 38 ] If we wish to understand the Resurrection today from the perspective of the positive theosophical forces, setting aside the Luciferic forces, we must point out that something significant happened at the baptism of John in the Jordan, that the three bodies of the boy Jesus of Luke were permeated by the macrocosmic Christ-being, who then lived on Earth for three years, and then went through the Mystery of Golgotha with this Christ-being. This development of the Christ Jesus was, of course, different during those three years than that of any other human being. What was it like, so that we can understand, using the principles of spiritual science and going to the very foundation, what the Resurrection was actually like?

[ 39 ] Da stand am Jordan Jesus von Nazareth. Sein Ich trennte sich von dem physischen Leib, Äther- oder Lebensleib und astralischen Leib, und die makrokosmische Christus-Wesenheit senkte sich nieder, nahm Besitz von diesen drei Leibern und lebte dann bis zum 3. April des Jahres 33 - wie wir feststellen konnten. Aber es war das ein anderes Leben. Denn schon von der Taufe angefangen war dieses Leben des Christus in dem Leib des Jesus von Nazareth ein langsamer Prozess des Sterbens. Mit jedem vorrückenden Zeitabschnitt in dem Leben dieser drei Jahre starb sozusagen etwas von den Hüllen in dem Jesus von Nazareth dahin. Langsam starben diese Hüllen ab, sodass nach drei Jahren der ganze Leib des Jesus von Nazareth etwas war, das an der Grenze schon stand, Leichnam zu sein und nur eben zusammengehalten wurde von der Macht der makrokosmischen Christus-Wesenheit. Sie dürfen sich nicht vorstellen, dass dieser Leib, in dem der Christus wohnte, sagen wir anderthalb Jahre nach der Johannestaufe im Jordan, so war wie ein anderer Leib, sondern so, dass eine gewöhnliche Menschenseele ihn sofort hätte von sich fallen fühlen, weil er nur zusammengehalten werden konnte von der mächtigen makrokosmischen Christus-Wesenheit. Es war ein fortwährendes, langsames, durch drei Jahre dauerndes Dahinsterben. Und an der Grenze des Auseinanderfallens war dieser Leib angekommen, als das Mysterium von Golgatha eintrat. Dann war nur noch notwendig, dass diejenigen Männer, von denen uns erzählt wird, herankamen an diesen Leib mit ihren sonderbaren Dingen, die Spezereien genannt werden, und eine chemische Verbindung herstellten zwischen diesen eigentümlichen Stoffen und dem Leib des Jesus von Nazareth, in dem die makrokosmische Christus-Wesenheit drei Jahre gewohnt hatte, und ihn dann ins Grab senkten. Da brauchte es nur ein ganz Weniges, dass dieser Leib zu Staub zerfiel im Grabe und dass der Christus-Geist sich umkleidete mit einem, man kann sagen, bis zur physischen Sichtbarkeit sich verdichtenden Ätherleib. Sodass der auferstandene Christus umhüllt war mit einem bis zur physischen Sichtbarkeit verdichteten Ätherleib. So ging er herum und erschien denen, denen er erscheinen konnte. Er war nicht für alle sichtbar, weil es eigentlich nur ein verdichteter Ätherleib war, den der Christus nach der Auferstehung trug. Aber das, was ins Grab gelegt worden war, das zerfiel zu Staub. Und nach den neuesten okkulten Forschungen stellte sich in der Tat das ein, dass ein Erdbeben stattfand. Es war mir frappierend, nachdem ich aus okkulten Forschungen herausgefunden hatte, dass ein Erdbeben stattgefunden hatte, im Matthäus-Evangelium dieses angedeutet zu finden. Es spaltete sich die Erde, der Staub des Leichnams fiel hinein und verband sich mit der ganzen Substanz der Erde. Durch das Durcheinanderrütteln infolge des Erdbebens wurden die Tücher so gerüttelt, wie man sie dort nach der Beschreibung des Johannes- Evangeliums beschrieben findet. Es ist das im Johannes-Evangelium wunderbar geschildert. So haben wir okkult die Auferstehung zu begreifen und brauchen gar nicht in Widerspruch zu kommen mit den Evangelien. Denn ich habe schon oft darauf aufmerksam gemacht, dass Maria von Magdala den Christus nicht erkannte, als er ihr begegnete. Wo würde sich denn einer nicht getrauen, jemanden, den er vor ein paar Tagen noch gesehen hat, wiederzuerkennen, besonders wenn dies cine solche wichtige Persönlichkeit ist, wie es der Christus Jesus war? Wenn erzählt wird, dass Maria von Magdala ihn nicht erkannte, so musste er ihr in einer anderen Gestalt entgegengetreten sein. Sie erkennt ihn erst, als sie sozusagen ihn sprechen hört. Da wird sie aufmerksam.

[ 39 ] There stood Jesus of Nazareth by the Jordan. His ego separated from the physical body, the etheric or Life-Body, and the astral body, and the macrocosmic Christ-being descended, took possession of these three bodies, and then lived until April 3 of the year 33—as we have been able to establish. But it was a different life. For even from the baptism onward, this life of the Christ in the body of Jesus of Nazareth was a slow process of dying. With each passing period of time during these three years, something of the physical forms within Jesus of Nazareth died away, so to speak. Slowly these outer layers died away, so that after three years the entire body of Jesus of Nazareth was something that was already on the verge of being a corpse and was only just held together by the power of the macrocosmic Christ-Being. You must not form a mental image of this body, in which the Christ dwelt—let us say a year and a half after the baptism of John in the Jordan—as being like any other body, but rather that an ordinary human soul would have felt it slip away immediately, because it could only be held together by the powerful macrocosmic Christ-Being. It was a continuous, slow process of dying away that lasted three years. And this body had reached the brink of disintegration when the Mystery of Golgotha took place. Then all that was needed was for those men, of whom we are told, to approach this body with their strange substances, called spices, and to create a chemical bond between these peculiar substances and the body of Jesus of Nazareth, in which the macrocosmic Christ-Being had dwelt for three years, and then to lower him into the tomb. Then it took only a very little for this body to crumble to dust in the tomb and for the Christ Spirit to clothe itself in an etheric body that, one might say, had condensed to the point of physical visibility. So that the risen Christ was enveloped in an etheric body condensed to the point of physical visibility. Thus he went about and appeared to those to whom he could appear. He was not visible to everyone, because it was actually only a condensed etheric body that Christ wore after the Resurrection. But what had been laid in the tomb crumbled to dust. And according to the latest occult research, it did indeed turn out that an earthquake had taken place. It struck me as remarkable, after I had discovered through occult research that an earthquake had taken place, to find this alluded to in the Gospel of Matthew. The earth split open, the dust of the body fell into it and mingled with the very substance of the earth. Through the violent shaking caused by the earthquake, the cloths were shaken just as they are described in the Gospel of John. This is wonderfully described in the Gospel of John. Thus, we must understand the Resurrection from an occult perspective and need not contradict the Gospels at all. For I have often pointed out that Mary Magdalene did not recognize Christ when he met her. Who wouldn’t be afraid to recognize someone they had seen just a few days earlier, especially if that person is as important a figure as Christ Jesus was? When it is said that Mary Magdalene did not recognize him, he must have appeared to her in a different form. She only recognizes him when she hears him speak, so to speak. That is when she takes notice.

[ 40 ] Und alle Einzelheiten in den Evangelien sind uns okkult ganz begreiflich.

[ 40 ] And all the details in the Gospels are perfectly understandable to us from an occult perspective.

[ 41 ] Aber es könnte jemand sagen: Thomas wurde von dem Auferstandenen, der den Jüngern erschien, aufgefordert, mit seinen Händen in die Wundmale zu greifen. Da müsste man voraussetzen, dass diese noch dagewesen wären, dass Christus mit demselben Leib, der sich in Staub aufgelöst hat, zu den Jüngern gekommen wäre. Nein! Denken Sie sich, es hat jemand ein Wundmal: Da zieht sich der Ätherleib besonders zusammen, bekommt eine Art Narbe. Und in dem besonders zusammengezogenen Ätherleib, dem entnommen sind die Bestandteile zu dem neuen Ätherleib, mit dem sich die Christus-Wesenheit umkleidete, da waren zur Sichtbarkeit gebracht diese Wundmale, waren besonders dichte Stellen, sodass auch der Thomas fühlen konnte, dass eine Realität da ist.

[ 41 ] But someone might say: Thomas was asked by the Risen One, who appeared to the disciples, to put his hands into the wounds. This would require us to assume that the wounds were still there, that Christ had come to the disciples in the very same body that had turned to dust. No! Just imagine: if someone has a wound mark, the etheric body contracts particularly there, forming a kind of scar. And in that particularly contracted etheric body—from which the components for the new etheric body were taken, with which the Christ-being clothed itself—these wound marks were made visible; they were particularly dense areas, so that even Thomas could feel that a reality was present.

[ 42 ] Gerade diese Stelle ist im okkultistischen Sinn eine wunderbare Stelle. Dies widerspricht durchaus auch nicht dem, dass wir es mit einem durch die Christus-Kraft bis zur Sichtbarkeit verdichteten Ätherleib zu tun haben und dass dann auch die Emmaus-Szene eintreten kann. Wir finden sie im Evangelium so geschildert, dass nicht eine gewöhnliche Nahrungsaufnahme stattfindet, sondern eine Auflösung des Genossenen unmittelbar durch den Ätherleib, durch die Kräfte des Christus, ohne Mitwirkung des physischen Leibes.

[ 42 ] This passage in particular is a marvelous one from an occult perspective. This is by no means inconsistent with the idea that we are dealing with an etheric body condensed to the point of visibility by the power of Christ, and that the Emmaus scene can then take place. We find it described in the Gospel in such a way that what takes place is not an ordinary intake of food, but a dissolution of what has been eaten directly through the etheric body, through the forces of Christ, without the involvement of the physical body.

[ 43 ] Alle diese Dinge können aus okkulten Grundsätzen heraus auf dem Boden der Theosophie heute verstanden werden. Die Evangelien können in gewisser Weise wörtlich - abgesehen von den in schlechter Übersetzung überlieferten Stellen -, wörtlich verstanden werden. Alles Einzelne erklärt sich auf wunderbare Weise, und wer diese Dinge eingesehen hat, der sagt sich, wenn er einen Widerspruch bemerkt: Da bin ich noch zu dumm! - Er fühlt sich nicht so gescheit wie die modernen Theologen, welche sagen: Wir können die Auferstehung nicht so fassen, wie sie in den Evangelien geschildert ist! - Wir aber können sie gerade so fassen, wenn wir die Dinge aus den Fundamenten heraus begreifen.

[ 43 ] All these things can be understood today on the basis of theosophy, drawing on occult principles. The Gospels can, in a certain sense, be understood literally—apart from those passages that have been handed down through poor translations. Every detail is explained in a marvelous way, and anyone who has grasped these things says to himself when he notices a contradiction: I am still too ignorant!—He does not feel as clever as the modern theologians, who say: We cannot comprehend the Resurrection as it is described in the Gospels! - But we can understand it precisely in this way if we grasp things from their very foundations.

[ 44 ] Alles das, was jetzt ausgesprochen worden ist, wie wirkt es denn auf die menschliche Vernunft? Nun, eben so, dass die Leute sagen: Wenn ich die Auferstehung glauben soll, dann muss ich einen Strich machen durch das, was ich mir bisher durch meine Vernunft errungen habe. Das kann ich nicht. Deshalb muss die Auferstehung gelöscht werden. - Die Vernunft, die so spricht, ist eben die luziferisch durchsetzte Vernunft, welche nicht diese Dinge begreifen kann. Diese wird immer mehr und mehr dazu kommen, abzulehnen die großen elementar wirkenden Reden und Tatsachen, die sich vordem zugetragen haben und um das Mysterium von Golgatha herum. Aber die Theosophie wird dazu berufen sein, bis ins Einzelnste hinein diese Dinge zu begreifen. Sie wird nicht ablehnen das, was als fünftes, sechstes, siebentes Prinzip hinausgehen kann über das vierte makrokosmische Prinzip. Dennoch wird sie in dem vierten makrokosmischen Prinzip den größten Impuls sehen, der der Erdenentwicklung gegeben worden ist.

[ 44 ] How does everything that has just been said affect human reason? Well, it leads people to say: If I am to believe in the Resurrection, then I must discard everything I have gained so far through my reason. I cannot do that. Therefore, the Resurrection must be dismissed. - The reason that speaks in this way is precisely the reason permeated by Lucifer, which cannot comprehend these things. It will increasingly come to reject the great, elementally effective discourses and events that took place previously and surrounding the Mystery of Golgotha. But Theosophy will be called upon to comprehend these things down to the finest detail. It will not reject what, as a fifth, sixth, or seventh principle, may extend beyond the fourth macrocosmic principle. Nevertheless, it will see in the fourth macrocosmic principle the greatest impulse that has been given to the development of the Earth.

[ 45 ] Daraus aber sehen Sie, meine lieben theosophischen Freunde, dass es in gewisser Weise nicht so ganz leicht ist, die Christus-Entwicklung innerhalb der Erde zu verstehen, weil ja der Einwand in gewisser Art berechtigt ist, dass besondere Geister, luziferische Geister, zu anderen, aber nur mikrokosmischen Prinzipien hinaufführen. Ich habe das früher so ausgedrückt, dass ich sagte: Der Christus ist wie eine Art Mittelpunkt, wo das Wesen wirkt durch seine Tat, das Wesen wirkt durch das, was cs ist. Ringsherum um den Christus sitzen die zwölf Bodhisattvas der Welt, auf die überstrahlt, was vom Christus ausgeht, und die es zunächst im Sinne der Weisheitsverarbeitung zu höheren Prinzipien erheben. Aber es strahlt alles von dem vierten Prinzip aus auch auf die höheren Prinzipien, insofern diese auf der Erde zur Entwicklung kommen. Dadurch wird in Bezug auf die Einzigartigkeit des Christus viel Irrtum hervorgerufen, dass man sich nicht klar ist darüber, wie man es zwar mit dem vierten, aber mit dem vierten makrokosmischen Prinzip im Christus zu tun hat, und wenn auch höhere Prinzipien entwickelt werden können, diese eben nur mikrokosmische Prinzipien sind von Wesenheiten, die auf dem alten Monde nicht zur vollen Entwicklung gekommen sind, die aber in ihrer Art über die Menschen hinaus sind, die, weil sie schon auf der Mondenentwicklung zur Entfaltung gekommen sind, ihrerseits auf dem Monde das entwickelt haben, was die Menschen auf der Erde erst entwickeln müssen.

[ 45 ] From this, however, you can see, my dear Theosophical friends, that in a certain sense it is not entirely easy to understand the Christ evolution within the Earth, because the objection—that certain spirits, Luciferic spirits, lead to other, albeit merely microcosmic, principles—is, in a certain sense, justified. I have expressed this before by saying: The Christ is like a kind of center where the Being acts through His deed; the Being acts through what He is. Surrounding the Christ sit the twelve Bodhisattvas of the world, upon whom shines what emanates from the Christ, and who first elevate it to higher principles in the sense of the processing of wisdom. But everything radiates from the fourth principle onto the higher principles as well, insofar as these develop on Earth. This gives rise to much confusion regarding the uniqueness of the Christ, in that one is unclear about how one is dealing, albeit with the fourth, but with the fourth macrocosmic principle in the Christ, and even if higher principles can be developed, these are merely microcosmic principles of beings who did not reach full development on the ancient Moon, but who, in their nature, transcend human beings; who, because they had already unfolded during the Moon’s development, in turn developed on the Moon what human beings on Earth must first develop.

[ 46 ] Zu solchen Dingen, wie sie jetzt auseinandergesetzt worden sind, müssen wir uns auch erheben, wenn wir die richtige Stellung des Christus-Prinzips innerhalb unserer Erdenentwicklung einsehen wollen, wenn wir uns klar werden wollen, warum in der Zukunft der Antichrist höher gestellt werden wird in vieler Beziehung als der Christus selber. Man wird den Antichrist vielleicht gescheiter finden, genialer finden als den Christus. Er wird einen mächtigen Anhang erringen. Aber die Theosophen sollen sich dazu vorbereiten, nicht durch das, was jetzt charakterisiert worden ist, sich täuschen zu lassen. Es wird vor allen Dingen ein Festgegründetsein in den guten theosophischen Prinzipien notwendig sein, um sich nicht täuschen zu lassen auf diesem Gebiete. Es war vor allen Dingen die Aufgabe und Mission derjenigen Esoterik, die sich seit dem dreizehnten Jahrhundert im Abendland entwickelt hat und über die mancherlei gesagt worden ist: klar dasjenige herauszuarbeiten, was über die Natur des Christus in dieser Beziehung zu sagen ist. Sodass derjenige, der auf dem Boden dieser Esoterik feststeht, klar und immer klarer erkennen wird, welche Mittelpunktsstellung der Christus innerhalb der Erdenentwicklung einnimmt. Und man wird schon dazu kommen - gegenüber allen sogenannten Wiederverkörperungen des Christus auf unserer Erde —, geltend zu machen das ganz Einfache: Geradeso wie ein Waagebalken nur an einem Punkt unterstützt sein muss und nicht an zweien oder mehreren, so muss die Erdenentwicklung einen Grundimpuls haben. Und derjenige, welcher mehrere Verkörperungen des Christus annimmt, der macht denselben Fehler wie der, welcher meint, damit ein Waagebalken ja recht gut funktioniert, muss er an zwei Stellen unterstützt sein. Wenn dies geschieht, dann ist es eben keiner mehr. Und dasjenige, was in mehreren Inkarnationen über die Erde ginge, wäre kein Christus mehr. Das ist das, was jeder geschulte Okkultist gegenüber der Christus-Natur geltend machen wird. Mit einem einfachen Vergleich wird auf das Einzigartige der Christus-Natur immer hingewiesen. Da stehen in vollem Einklang Evangelium und Theosophie.

[ 46 ] We must also rise above such matters, as they have now been discussed, if we are to understand the true place of the Christ principle within our earthly evolution, and if we are to grasp why, in the future, the Antichrist will be held in higher esteem than Christ himself in many respects. People may find the Antichrist more clever, more brilliant than Christ. He will gain a powerful following. But theosophists must prepare themselves not to be deceived by what has now been described. Above all, a firm grounding in sound theosophical principles will be necessary in order not to be deceived in this area. Above all, it has been the task and mission of that esotericism which has developed in the West since the thirteenth century—and about which much has been said—to clearly elucidate what needs to be said about the nature of the Christ in this regard. So that whoever stands firmly on the ground of this esotericism will recognize, clearly and ever more clearly, the central position the Christ occupies within the development of the Earth. And one will come to assert—in the face of all so-called reincarnations of the Christ on our Earth—the very simple fact: just as a balance beam must be supported at only one point and not at two or more, so must the development of the Earth have a single fundamental impulse. And whoever assumes multiple incarnations of the Christ makes the same mistake as the one who thinks that for a balance beam to function properly, it must be supported at two points. If this happens, then it is no longer a balance beam. And that which were to pass through the Earth in multiple incarnations would no longer be the Christ. This is what every trained occultist will assert regarding the nature of the Christ. A simple comparison always points to the uniqueness of the Christ nature. Here, the Gospel and Theosophy are in complete harmony.