Esoteric Christianity and the
Spiritual Guidance of Humanity
GA 130
3 December 1911, Nuremberg
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Esoteric Christianity and the Spiritual Guidance of Humanity, tr. SOL
12. Glaube, Liebe, Hoffnung Drei Stufen Des Menschheitlichen Lebens II
12. Faith, Love, Hope: Three Stages of Human Life II
Meine lieben theosophischen Freunde!
My dear Theosophical friends!
[ 1 ] Wir haben uns gestern eine Vorstellung davon zu verschaffen gesucht, wie bedeutsam in das ganze menschliche Leben eingreift, was wir die übersinnliche Offenbarung unserer Zeit nennen können. Wir haben darauf hingewiesen, dass im letzten Menschheitszyklus diese Offenbarung als die dritte zu bezeichnen ist, dass wir sie geradezu in einer gewissen Weise in eine Linie stellen müssen mit der Offenbarung auf dem Sinai und mit der Offenbarung während der Zeit, in welcher sich das Mysterium von Golgatha abgespielt hat.
[ 1 ] Yesterday we sought to gain an understanding of how profoundly what we might call the supersensible revelation of our time intervenes in the whole of human life. We pointed out that in the last cycle of human history, this revelation can be described as the third; indeed, in a certain sense, we must place it in a line with the revelation on Mount Sinai and with the revelation during the time when the Mystery of Golgotha took place.
[ 2 ] Nun müssen wir diese Charakteristik unserer Zeit nicht so nehmen, dass wir sozusagen irgendwelche nur theoretischen oder nur wissenschaftlichen Empfindungen uns dabei aneignen, sondern wir müssen in der Tat immer mehr und mehr als Theosophen uns zu der Erkenntnis aufschwingen, dass die Menschheit in ihrer Entwicklung etwas Wesentliches versäumt, wenn sie sich fernhalten wollte von dieser unserer gegenwärtigen und zukünftigen Verkündigung. Zwar ist es ja richtig, dass zunächst alles äußere Leben in einer gewissen Weise vorübergehen würde, auch wenn diese Verkündigung einfach als Hirngespinst hingenommen würde, zwar ist es auch richtig, dass in gewisser Beziehung mancher Mensch die nachteiligen Folgen zunächst nicht merken würde, die ihm erstehen durch eine Nichtberücksichtigung dessen, was hier in Betracht kommt, aber Theosophen sollten sich klar werden darüber, dass die Seelen, die heute in Menschenleibern leben, ganz gleichgültig, was sie jetzt in sich aufnehmen, einer ganz bestimmten Zukunft entgegengehen. Und das, was ich zunächst werde zu sagen haben, das betrifft alle Seelen, denn das ist etwas, was zu dem Umschwung unserer Zeiten gehört, der sich vollzieht.
[ 2 ] Now, we must not take this characteristic of our time to mean that we should, so to speak, adopt merely theoretical or scientific notions; rather, as theosophists, we must increasingly rise to the realization that humanity is missing something essential in its development if it were to turn away from our present and future proclamation. It is true, of course, that at first all external life would, in a certain sense, pass away, even if this proclamation were simply dismissed as a figment of the imagination; it is also true that, in a certain respect, many people would not initially notice the adverse consequences arising from their disregard of what is at stake here, but Theosophists should realize that the souls living in human bodies today, regardless of what they now take in, are heading toward a very specific future. And what I am about to say concerns all souls, for this is something that is part of the upheaval of our times that is taking place.
[ 3 ] Die Seelen, die heute verkörpert sind, haben im Grunde genommen erst vor sehr kurzer Zeit jenes Stadium durchgemacht, durch das der Mensch zu einer Art wirklichen Ich-Bewusstseins vorrückt. Dieses Bewusstsein hat sich allerdings im Laufe der Entwicklung vorbereitet schon seit der alten atlantischen Zeit. Aber es war immer wiederum dieses Ich-Bewusstsein für die Menschen der älteren Zeiten, für die Menschen bis zu denjenigen Zeiten, da das Mysterium von Golgatha den großen Umschwung andeutete, tagtäglich abgelöst worden von einer Art von Bewusstsein, die der gegenwärtige Mensch gar nicht mehr recht kennt. Der gegenwärtige Mensch unterscheidet im Allgemeinen nur den gewöhnlichen Wachzustand zwischen dem Aufwachen und Einschlafen und den Schlafzustand, in dem das Bewusstsein vollständig herabgedämmaert ist. Dazwischen kennt der gegenwärtige Mensch allerdings noch jenen Zwischenzustand, den wir als Traumzustand bezeichnen. Aber es weiß dieser Gegenwartsmensch, dass die Träume uns etwas sind, was wir in der Tat wie eine Art Ausnahmezustand ansehen müssen. Es treten zwar gewisse Vorgänge aus den Tiefen des Seelenlebens durch die Traumbilder in das Bewusstsein herauf, aber sie treten höchst unklar im gewöhnlichen Traumleben herauf, sodass der Mensch kaum immer in der Lage sein wird, das, was in seinem Traumleben allerdings hinweist auf tiefe, übersinnliche Vorgänge seines Lebens, seines Seelenlebens, in der richtigen Weise zu deuten.
[ 3 ] The souls who are incarnated today have, in essence, only very recently passed through that stage in which human beings advance toward a kind of true sense of self. This consciousness, however, has been developing since the ancient Atlantean era. But for the people of earlier times—for those living up until the era when the Mystery of Golgotha heralded the great turning point—this sense of self was daily superseded by a kind of consciousness that modern humans no longer truly recognize. Modern humans generally distinguish only between the ordinary waking state—between waking and falling asleep—and the state of sleep, in which consciousness has completely faded away. In between, however, modern people still recognize that intermediate state we call the dream state. Yet modern people know that dreams are something we must indeed regard as a kind of exceptional state. Certain processes from the depths of the soul life do indeed rise up into consciousness through the dream images, but they emerge in a highly unclear manner in ordinary dream life, so that people will hardly ever be able to interpret correctly what in their dream life does indeed point to deep, supersensory processes of their life, of their soul life.
[ 4 ] Nehmen wir, um durch solch eine Tatsache leichter auf eine Charakteristik jenes Zwischenzustandes zu kommen, von dem ich gesprochen habe, den die ältere Menschheit noch kennt, den gewöhnlichen Fall eines Traumes, eines solchen Traumes, der einem neueren Bearbeiter der Traumwissenschaft eigentlich recht viel Kopfzerbrechen gemacht hat, denn er konnte ihn nur in äußerlicher, man möchte sagen in materialistischer Weise erklären. Ein höchst bezeichnender Traum! Es ist also ein Traum, den ich der Traumwissenschaft entnehme, die ja, wie ich aufmerksam gemacht habe in der Fragenbeantwortung, heute ebenso wie Physik und Chemie da ist, wenn sie auch von den wenigsten eingesehen und geahnt wird. Da wird folgender Traum verzeichnet. Er kann hier genannt werden, weil er ein charakteristischer Traum ist. Ich könnte leicht auch ähnliche Träume, die nicht aus der Literatur entnommen sind, hier erwähnen, möchte aber gerade diesen behandeln, weil er eben in der Literatur der heutigen Zeit, die auf solche Dinge nicht eingehen kann, gewisse Schwierigkeiten gemacht hat. Dieser Fall ist der folgende.
[ 4 ] To more easily arrive at a characterization of that intermediate state I have spoken of—one that older humanity still knows—let us take the common case of a dream, a dream that has actually caused quite a headache for a recent scholar of dream science, since he could explain it only in an external, one might say materialistic, way. A highly significant dream! It is, then, a dream I have taken from the science of dreams, which, as I pointed out in my response to the question, exists today just as much as physics and chemistry, even if it is understood and appreciated by very few. The following dream is recorded there. It can be mentioned here because it is a characteristic dream. I could easily mention similar dreams here that are not taken from literature, but I would like to discuss this one in particular because it has caused certain difficulties in contemporary literature, which cannot address such matters. This case is as follows.
[ 5 ] Ein Elternpaar liebt innig einen Sohn. Der Sohn wächst heran zur Freude der Eltern. Eines Tages wird der Sohn krank. In wenigen Stunden verschlimmert sich sein Zustand ganz außerordentlich und nach einem Tage geht der Sohn durch die Pforte des Todes. Also ganz unvermittelt sozusagen für die äußeren Erlebnisse des betreffenden Ehepaares wird ihnen dieser Sohn entrissen. Der Sohn selbst wird herausgerissen aus einem hoffnungsreichen Leben. Das Elternpaar trauert selbstverständlich dem Sohne nach. In den Träumen sowohl des Mannes wie der Frau zeigt sich in den Monaten, die dem Todesereignis nachgefolgt sind, so manches, was an den Sohn erinnert. Aber nach langer Zeit, nachdem viele, viele Monate verflossen waren, da träumen in einer Nacht sowohl die Mutter wie der Vater denselben Traum, genau denselben Traum, den Traum, dass ihnen erscheint ihr verstorbener Sohn und dass dieser verstorbene Sohn ihnen die Mitteilung macht, dass er lebendig begraben worden sei, in Wahrheit nur scheintot gewesen wäre, und man solle nur nachsehen, man würde sich überzeugen können, dass er lebendig begraben worden sei.
[ 5 ] A couple deeply loves their son. The son grows up to the joy of his parents. One day, the son falls ill. Within a few hours, his condition deteriorates dramatically, and after a day, the son passes through the gates of death. Thus, quite suddenly—so to speak, from the perspective of the couple’s external experiences—this son is snatched away from them. The son himself is torn from a life full of hope. The parents, of course, mourn their son. In the months following his death, both the man and the woman have dreams in which many things remind them of their son. But after a long time, after many, many months had passed, one night both the mother and the father have the same dream, exactly the same dream: the dream that their deceased son appears to them and that this deceased son tells them he was buried alive, that in truth he was only seemingly dead, and that they should just look they would be able to see for themselves that he had been buried alive.
[ 6 ] Die beiden, Vater und Mutter, teilen sich das mit, was sie in derselben Nacht geträumt haben. Sie sind Leute, in deren Denkungsweise es durchaus liegt, dass sie bei den Behörden sogar die Bitte anbringen, man möge das Ausgraben des Sohnes bewerkstelligen lassen. Aber wie unser gegenwärtiges Leben ist - Behörden sind für solche Dinge heute nicht zu haben -, es wurde abgelehnt. Die beiden Eltern mussten weiter forttrauern. Aber der betreffende Traumforscher, der diesen Traum nun selber verzeichnet und nur materialistisch darüber denken kann, hat nun große Schwierigkeiten. Zunächst, nicht wahr, ist es ja sehr leicht, dass man sagt: Nun ja, das sei ganz begreiflich. Diese Eltern haben fortwährend an ihr Kind gedacht, warum solle nicht das eine einmal träumen von dem Sohn, das andere einmal träumen von dem Sohn, das ist selbstverständlich. — Aber eines machte ihm ganz besonders Kopfzerbrechen, das ist, dass die beiden Leute in derselben Nacht denselben Traum träumen. Da kommt er auf eine höchst merkwürdige Erklärung, und jeder, der nachliest, wird das ganze Geschraubte dieser Erklärung herausfühlen. Er sagt: Man kann nicht anders als voraussetzen, dass nur einer die Sache geträumt hat; er ist aufgewacht, und der andere, der nicht geträumt hat, hat die Meinung, er habe das alles auch geträumt. - Nun, diese Erklärung ist zunächst für das Gegenwartsbewusstsein recht einleuchtend, aber sehr tiefgehend ist sie nicht. Ich erwähnte ausdrücklich, dass für den, der in der Sphäre des Traumerlebnisses bewandert ist, es keine Seltenheit ist, dass derselbe Traum von mehreren Leuten zugleich geträumt wird.
[ 6 ] The two parents share with each other what they dreamed that same night. They are the kind of people who would naturally think to ask the authorities to have their son’s body exhumed. But as is the way of life today—the authorities are not open to such things these days—the request was denied. The parents had to continue mourning. But the dream researcher in question, who is now recording this dream himself and can only think of it in materialistic terms, is now facing great difficulties. At first, isn’t it very easy to say: Well, that’s quite understandable. These parents have been thinking about their child constantly; why shouldn’t one of them dream about the son one time, and the other dream about the son another time? That goes without saying. — But one thing gave him particular trouble: the fact that the two people had the same dream on the same night. So he comes up with a highly peculiar explanation, and anyone who reads it will sense the sheer contrivance of this explanation. He says: One cannot help but assume that only one of them actually dreamed the thing; he woke up, and the other, who did not dream, believes that he, too, had dreamed it all. - Well, this explanation is quite plausible at first glance for our present-day consciousness, but it is not very profound. I explicitly mentioned that for those well-versed in the realm of dream experience, it is not uncommon for the same dream to be dreamed by several people at the same time.
[ 7 ] Nun wollen wir einmal von dem Gesichtspunkte geistiger Wissenschaft aus versuchen, in dieses Traumerlebnis uns hineinzufinden. Wir wissen ja selbstverständlich nach den Ergebnissen der Geisteswissenschaft, dass der Mensch, wenn er durch die Pforte des Todes geschritten ist, als Individualität weiterlebt in der übersinnlichen Welt, ferner, dass alle Dinge und Wesen in der Welt in gewissem Zusammenhang stehen, und ferner, dass sozusagen ein Verbindungsband mit abgeschiedenen Menschen dasjenige darstellt, wenn die Menschen, die hiergeblieben sind auf dem physischen Plan, ihre intensiven, liebevollen Gedanken zu den Gestorbenen richten. Denn es handelt sich nicht darum, dass die auf dem physischen Plan gebliebenen Menschen mit den Menschen, die abgeschieden sind und in der übersinnlichen Welt sind, keine Verbindung haben - sie haben sie fortwährend, wenn sie nur irgendwie die Gedanken an sie richten, und auch in den Momenten, wo sie die Gedanken nicht an sie richten, wenn sie nur irgend einmal die Gedanken an sie richten, bleibt die Beziehung bestehen -, sondern darum handelt cs sich, dass bei der gegenwärtigen Menschheitsorganisation der auf dem physischen Plan Lebende in sein Wachbewusstsein nicht hereinbringen kann sein Wissen von den Banden. Daraus aber, dass man etwas nicht weiß, darf man nicht schließen, dass das Betreffende nicht da wäre. Das wäre ein sehr oberflächlicher Schluss. Sonst würden diejenigen, die jetzt hier in diesem Raum sitzen und Nürnberg nicht sehen, leicht beweisen können, dass es Nürnberg nicht gibt. Wir müssen uns also klar sein, dass zwar durch die Organisation des gegenwärtigen Menschen der Mensch nichts weiß von der Verbindung mit den Toten, dass diese aber vorhanden ist. Aber was in den Tiefen der Seele spielt, kann zuweilen ein abnormes Wissen heraufzaubern, auch in das Bewusstsein herein, und das geschieht eben in den Träumen.
[ 7 ] Now let us try to understand this dream experience from the perspective of spiritual science. We know, of course, from the findings of spiritual science that when a person has passed through the gate of death, they continue to live on as an individual in the supersensible world, furthermore, that all things and beings in the world are connected in a certain way, and furthermore, that a bond with departed human beings is formed, so to speak, when those who have remained here on the physical plane direct their intense, loving thoughts toward the deceased. For it is not a matter of those who have remained on the physical plane having no connection with those who have passed on and are in the supersensible world —they have it constantly, as long as they direct their thoughts toward them in any way, and even in the moments when they do not direct their thoughts toward them, as long as they direct their thoughts toward them even once, the relationship remains—but rather, the point is that, given the current organization of humanity, those living on the physical plane cannot bring their knowledge of these bonds into their waking consciousness. But just because one does not know something, one must not conclude that the thing in question does not exist. That would be a very superficial conclusion. Otherwise, those who are now sitting here in this room and cannot see Nuremberg could easily prove that Nuremberg does not exist. We must therefore be clear that, although due to the organization of modern humanity, people know nothing of the connection with the dead, this connection does exist. But what takes place in the depths of the soul can sometimes conjure up an abnormal awareness, even into consciousness, and this is precisely what happens in dreams.
[ 8 ] Das ist das eine, was wir in die Waagschale werfen müssen, wenn wir an diese Traumerlebnisse herangehen. Das andere ist, dass wir auch wissen, dass der Durchgang durch die Pforte des Todes nicht jener Sprung von einem in etwas ganz anderes ist, wovon gewöhnlich die Menschen träumen, die nichts wissen von diesen Dingen, sondern es ist ein allmählicher Übergang. Was eine Seele erfüllt hat hier auf der Erde, das verschwindet nicht mit einem Augenblick, wenn der Mensch durch die Pforte des Todes geht. Was der Mensch auf der Erde geliebt hat, das liebt er auch noch nach dem Tode, nur dass er für alles dasjenige, zu dessen Befriedigung ein physischer Leib gehört, keine Möglichkeit hat, es zu befriedigen. Aber was die Seele als Wünsche, Begierden, als Freude und Leid, als bestimmte Neigungen hatte während einer Verkörperung im physischen Leibe, das dauert natürlich auch fort, wenn der Mensch durch die Pforte des Todes gegangen ist. Und so werden wir es verstehen, dass jener junge Mann, der, ganz unvorbereitet auf den Tod, rasch hinweggestorben ist, ein lebendiges Gefühl hatte, er möchte doch eigentlich noch auf der Erde sein, dass er den lebendigen Drang hatte, von einem physischen Leib umgeben zu sein. Dieser Drang dauerte fort durch die Kamaloka-Zeit, lange, lange. Das ist eine Kraft, die in der Seele wirkt.
[ 8 ] That is the one thing we must bring to bear when we approach these dream experiences. The other is that we also know that passing through the gate of death is not that leap from one thing into something entirely different that people who know nothing of these matters usually dream of, but rather a gradual transition. What has filled a soul here on earth does not vanish in an instant when a person passes through the gate of death. What a person has loved on Earth, they continue to love even after death, except that they have no way of satisfying those things that require a physical body for their fulfillment. But what the soul experienced as desires, longings, joy, and sorrow, as certain inclinations during an incarnation in the physical body, naturally continues even after a person has passed through the gate of death. And so we will understand that that young man, who, completely unprepared for death, passed away suddenly, had a vivid feeling that he actually still wanted to be on Earth, that he had a living urge to be surrounded by a physical body. This urge continued throughout the Kamaloka period, for a long, long time. This is a force that works within the soul.
[ 9 ] Nun stellen Sie sich lebhaft vor das Elternpaar, mit den Gedanken eingeschlafen an den geliebten verstorbenen Sohn. Die Verbindungsglieder sind vorhanden, auch da sie im Schlafe sind. Der Sohn hat aber, sagen wir, in dem Augenblick, in dem für die beiden, für Vater und Mutter, der Traum eintritt, einen ganz besonders lebendigen Drang durch die Entwicklung seiner Seele, den wir etwa so ausdrücken dürfen: Ach, wäre ich noch jetzt auf der Erde, umgeben von meinem physischen Leib - wenn wir dies in solche Worte übersetzen dürfen. In den Tiefen der Seele der beiden Eltern drückte sich dieser Gedanke des Toten aus. Aber die Eltern hatten ja kein besonderes Verständnis für die besonderen Charaktere der Vorgänge in dem eben erwähnten Traume. Also übersetzen sie sich das, was da hinein sich drängt in das Seelenleben, in Bilder, die ihnen näherliegen, und während, wenn sie klar wahrnehmen könnten, was da der Sohn eigentlich hineingießt in ihr Seelenleben, sie das so empfinden würden, dass sie sagten: Jetzt sehnt sich unser Sohn, von einem physischen Leib umgeben zu werden, kleidet sich das Bild, das dann gegeben ist durch den Traum, in eine ihnen verständliche Sprache, und das breitet sich als Bild, er sei lebendig begraben worden, über das wahre Geschehen darüber.
[ 9 ] Now vividly imagine the parents, having fallen asleep while thinking of their beloved deceased son. The bonds between them remain, even though they are asleep. But the son, let us say, at the very moment when the dream begins for the two of them—for father and mother—feels a particularly vivid urge arising from the development of his soul, which we might express something like this: “Oh, if only I were still on earth now, surrounded by my physical body”—if we may translate this into such words. This thought of the deceased found expression in the depths of both parents’ souls. But the parents, of course, had no special understanding of the particular nature of the events in the dream just mentioned. So they translate what is pressing into their soul life into images that are closer to them, and while, if they could clearly perceive what the son is actually pouring into their soul life, they would feel it in such a way that they would say: “Now our son longs to be surrounded by a physical body,” the image presented by the dream takes on a form they can understand, and this spreads as the image that he has been buried alive, covering the true event beneath it.
[ 10 ] Wir dürfen also nicht in einem solchen Traumbild ein Abbild dessen suchen, was wirklich in den übersinnlichen Welten ist, sondern wir müssen in dem, was da geträumt wird, je nach dem Verständnis der betreffenden träumenden Leute, eine Art Umschleierung suchen dessen, was der eigentliche, objektive Vorgang ist. Das ist das Eigenartige der gegenwärtigen Traumwelt, dass wir sie nicht mehr so unmittelbar - wenn wir nicht tiefer in die Dinge eindringen können — ansehen können, so wie die Bilder auftreten, als wirkliche Abbilder dessen, was dahinterliegt, sondern wir müssen sagen: Zwar liegt immer irgendetwas, was in unsere Seele herein sich lebt, hinter dem Traumbild, aber wir dürfen das Traumbild nur als eine Art von noch größerer Maya ansehen als die äußere Welt um uns herum Maya ist, der wir im wachen Zustand gegenüberstehen.
[ 10 ] We must not, therefore, seek in such a dream image a reflection of what actually exists in the supersensible worlds; rather, we must look for a kind of veiling of the actual, objective process in what is dreamed, depending on the understanding of the dreamers in question. This is the peculiarity of the present dream world: unless we can penetrate deeper into things, we can no longer view the images as they appear—as direct, real reflections of what lies behind them—but must say: Although there is always something that lives its way into our soul behind the dream image, we must regard the dream image only as a kind of even greater Maya than the external world around us is Maya, which we face in the waking state.
[ 11 ] Dass der Traum so ist, das hat sich aber erst in unserer Gegenwart herausgestellt, hat sich im Grunde genommen erst herausgestellt für die Menschen, seitdem die Ereignisse von Palästina sich abgespielt haben, seitdem das Ich-Bewusstsein gerade die Form angenommen hat, die es seit jener Zeit angenommen hat. Früher waren die Bilder, die hereinkamen in den Menschen in einem dritten Zustande, den er hatte außer dem Wachsein und Schlafen, mehr ähnlich dem, was eigentlich in den übersinnlichen Welten vorging. Und auch mit den Toten lebten die Menschen viel mehr zusammen im Geiste, als sie jetzt etwa zusammenleben können. Wir brauchen gar nicht weit zurückgehen in den Jahrhunderten, die vor der christlichen Zeitrechnung liegen, so würden wir da noch zahlreiche, überzahlreiche Menschen finden, welche sich sagen konnten: Ja, die Toten sind nicht tot, die leben in der übersinnlichen Welt, ich sehe ja, was sie fühlen, sehe, was sie eigentlich jetzt sind. - Und so wie das für die Toten gilt, gilt es auch für die übrigen Wesen der übersinnlichen Welt, die wir zum Beispiel in den Reichen der Hierarchien anerkennen.
[ 11 ] However, the fact that dreams are like this has only become apparent in our time; in essence, it has only become clear to people since the events in Palestine took place, since the sense of self has taken on the form it has assumed since that time. In the past, the images that entered people’s minds in a third state—one they experienced apart from waking and sleeping—were more akin to what actually took place in the supersensible worlds. And people also lived much more closely together with the dead in spirit than they can now. We need not go very far back into the centuries preceding the Christian era to find there still numerous, indeed countless, people who could say to themselves: Yes, the dead are not dead; they live in the supersensible world; I can see what they feel, see what they actually are now. - And just as this applies to the dead, it also applies to the other beings of the supersensible world, whom we recognize, for example, in the realms of the hierarchies.
[ 12 ] So war also in gewissen Übergangszuständen zwischen Wachen und Schlafen für den Menschen das da, wovon nur ein letzter, aber jetzt im Niedergange begriffener Rest im Traume geblieben ist. Daher ist es in jener Zeit auch sehr bedeutsam für die Menschen, dass sie fühlten, uns entschwindet etwas, was wir früher hatten. Ja, in jener Übergangsepoche der Menschheitsentwicklung, da die Ereignisse von Palästina sich abspielten, war durch so mancherlei Veranlassung gegeben, zu sagen: Ändert die Seelenverfassung, denn es kommen ganz andere Zeiten an die Menschheit heran. - Eines darunter war auch dies, dass früher die Menschen hineingesehen haben in die geistigen Welten und aus der unmittelbaren Erfahrung wussten, wie es mit den Toten, mit den übersinnlichen Wesenheiten beschaffen ist. Das ging verloren. Und während uns ein lebendiger Beweis auch in der Geschichte für das Leben mit den Toten in alten Zeiten das sein kann, was als eine religiöse Form der Verehrung überall auftritt, der Ahnendienst, der sich darauf begründet, dass man den Toten als wahrhafte Realität wirksam sich denkt, während in alten Zeiten der Ahnendienst mehr oder weniger überall da ist, erleben die Menschen in der Übergangszeit, dass sie sich sagen müssen, wenn sie sich das auch nicht deutlich mit Worten sagen: Früher haben unsere Seelen hinaufgereicht in die Welt, die wir als die geistige bezeichnen. Früher haben wir mit den höheren Wesen, mit den Toten zusammenleben können, jetzt aber gehen in einem viel anderen Sinne unsere Toten fort, jetzt gehen sie aus unserem Bewusstsein fort, wir haben nicht mehr jenen lebendigen Zusammenhang.
[ 12 ] Thus, in certain transitional states between waking and sleeping, there existed for human beings something of which only a final remnant—now in the process of fading away—remains in dreams. That is why it was so significant for people at that time to feel that something they once had was slipping away from them. Indeed, in that transitional epoch of human development, when the events in Palestine were unfolding, there were many reasons to say: Change the state of your souls, for entirely different times are approaching humanity. - One of these reasons was that in the past, people looked into the spiritual worlds and knew from direct experience what the situation was like with the dead and with the supersensible beings. That was lost. And while a living proof of life with the dead in ancient times can be found in history in the form of religious worship that appears everywhere, ancestor worship, which is based on effectively conceiving of the dead as a true reality, while in ancient times ancestor worship was more or less universal, people in the transitional period find that they must tell themselves—even if they do not express it clearly in words: In the past, our souls reached up into the world we call the spiritual world. In the past, we were able to live together with the higher beings, with the dead; but now our dead depart in a very different sense; now they depart from our consciousness; we no longer have that living connection.
[ 13 ] Da kommen wir auf eine Sache, von der wir sagen müssen, der Verstand wird sich nur äußerst schwer ein Verständnis davon aneignen, aber cin Verständnis kann sich aneignen das verständnisvolle Gemüt. Das machte so unendlich bedeutsam, so unendlich heilig und tief gerade die Art des Gottesdienstes der ersten Christen, dass die ersten Christen diejenigen waren, die am lebendigsten fühlten, wie ihnen der unmittelbare psychische Zusammenhang mit den Toten verloren gegangen war. Aber sie ersetzten das, was ihnen auf diese Art verloren gegangen war, durch jene heiligen Gefühle, die sie bei ihren Gottesdiensthandlungen durch ihre Seele ziehen ließen, wenn sie über den Gräbern der Toten ihre Opfer verrichteten, ihre Messen lasen, kurz, ihre gottesdienstlichen Handlungen ausübten. Und im Grunde genommen ist durch diesen Übergang herbeigeführt überhaupt die Tatsache, dass in der Zeit, in der man das Bewusstsein für die Toten ersterben fühlt, die Altäre die Form des Sarges annehmen, dass man also in dem Gefühl für die Überreste gerade in dieser Form - nicht wie bei den alten Ägyptern - den pietätvollen Gottesdienst oder Geistesdienst verrichtete. Wie gesagt, das ist eine Sache, die der Verstand wird nicht recht begreifen können. Aber man braucht sich nur die Form eines Altares anzuschauen und lebendig zu fühlen jenen Übergang des ganzen menschlichen Anschauens im Laufe der Zeit, wie er charakterisiert wurde, dann kann man auch ein Gefühl, ein Verständnis für diese Umwandlung im Anschauen der Menschenseele, für alles das, was sie im Gefolge hatte, bekommen.
[ 13 ] This brings us to a matter about which we must say that the intellect will find it extremely difficult to grasp, but the understanding mind is capable of grasping it. This is what made the very nature of the early Christians’ worship so infinitely significant, so infinitely sacred and profound—that the early Christians were the ones who felt most keenly how they had lost their direct psychic connection with the dead. But they replaced what they had lost in this way with those sacred feelings that they allowed to flow through their souls during their acts of worship, when they offered their sacrifices over the graves of the dead, celebrated their Masses—in short, performed their acts of worship. And fundamentally, it is this transition that has brought about the very fact that, in the era when one feels the awareness of the dead fading away, altars take on the form of a coffin—that is, that one performed the reverent worship or spiritual service for the remains precisely in this form—unlike with the ancient Egyptians. As I said, this is something the intellect will not be able to fully grasp. But one need only look at the form of an altar and vividly feel that transition in the entire human perspective over the course of time, as it has been characterized, then one can also gain a sense, an understanding of this transformation in the human soul’s perspective, of everything that followed in its wake.
[ 14 ] So sehen wir, dass langsam und allmählich der Zustand herbeigeführt wurde, in dem die Menschenseele heute ist. Und aus den gestrigen Andeutungen können wir entnehmen, dass dieser Zustand, der nun herbeigeführt worden ist, allmählich wieder durch einen anderen abgelöst wird, und dass wir jetzt vor der Tatsache stehen, dass im Menschen die Fähigkeiten erwachen für diesen anderen Zustand.
[ 14 ] Thus we see that the state in which the human soul finds itself today has been brought about slowly and gradually. And from yesterday’s hints, we can gather that this state, which has now been brought about, is gradually being replaced by another, and that we are now faced with the fact that the capacities for this other state are awakening within human beings.
[ 15 ] Was ich gestern als ein Beispiel angeführt habe, dass der Mensch wie in einer Art von Traumbild etwas Reales sehen wird, das den karmischen Ausgleich bilden soll für eine Handlung, das wird das Wiederauftreten von Fähigkeiten sein, die wiederum die Seele hinauftragen zu den übersinnlichen Welten. Es war für die ganze Erdenentwicklung verhältnismäßig nur ein kurzer Zwischenzustand, in dem die Menschenseele abgeschlossen war von der übersinnlichen Welt, der eintreten musste, damit der Mensch in diesem Zwischenzustand die stärksten Kräfte für seine Freiheit erobern konnte. Nun ist aber etwas verbunden mit dem ganzen Fortschritt in der Entwicklung der Menschheit, von dem ich Ihnen jetzt gesprochen habe, cs ist verbunden damit, dass der Mensch zu seinem in sich selber abgeschlossenen Ich-Gefühl, zu seinem rechten Ich-Bewusstsein nur auf diese Art hat kommen können. Dieses Ich-Bewusstsein wird sich immer mehr und mehr, je mehr der Mensch der Zukunft entgegengeht, in dem menschlichen Innern befestigen, es wird immer bedeutender und bedeutender werden. Mit andern Worten: Die Kraft und Geschlossenheit der Individualität des Menschen wird immer mehr und mehr zunehmen, die Menschen werden immer mehr und mehr in die Notwendigkeit versetzt werden, einen festen Stützpunkt ihres Wesens in sich selber zu haben.
[ 15 ] What I cited yesterday as an example—that a person will see, as in a kind of dream image, something real that is intended to serve as karmic compensation for an action—will be the reemergence of abilities that, in turn, will carry the soul up into the supersensory worlds. It was, relatively speaking, only a brief intermediate state in the entire development of the Earth, in which the human soul was cut off from the supersensible world—a state that had to occur so that, in this intermediate state, human beings could acquire the strongest forces for their freedom. Now, however, there is something connected with the entire progress in the development of humanity of which I have just spoken to you; it is connected with the fact that human beings could only have arrived at their self-contained sense of self, at their true self-consciousness, in this way. This self-consciousness will become more and more firmly established within the human being as humanity moves toward the future; it will become ever more significant. In other words: The strength and integrity of human individuality will increase more and more; people will be increasingly compelled to have a firm foundation of their being within themselves.
[ 16 ] So sehen wir, dass jenes eigentliche Ich-Bewusstsein, das der Mensch heute hat, gar nicht über so viele Inkarnationen reicht, als man gewöhnlich glaubt. Wir bräuchten nur zurückzugehen durch ein paar Inkarnationen, so würden wir dieses Ich-Gefühl nicht in der Weise, wie es heute charakteristisch für den Menschen ist, haben. Daher brauchen wir uns auch nicht zu verwundern, da das Ich-Gefühl in inniger Weise zusammenhängt mit dem Gedächtnis, dass heute für viele Menschen noch nicht eingetreten ist dasjenige, was man nennen kann eine Rückerinnerung an die früheren Inkarnationen. Der Mensch erinnert sich ja auch nicht dessen, was in seinen ersten Kindheitsjahren an ihn herangetreten ist, weil da sein Ich-Gefühl noch nicht ausgebildet ist. Ist es da nicht ganz erklärlich, dass der Mensch sich heute noch nicht zurückerinnern kann an seine früheren Inkarnationen, weil eben auch sein Ich-Gefühl noch nicht ausgebildet war. Aber jetzt stehen wir an dem Übergang, wo der Mensch sein Ich-Gefühl ausgebildet hat und wo sich die Kräfte ausbilden, die bewirken, dass für die nächsten Inkarnationen die Notwendigkeit eintritt, sich an die früheren Inkarnationen zu erinnern. Es nahen sich die Zeiten, wo die Menschen gar nicht anders mehr werden können, als sich zu sagen: Wir blicken ja merkwürdig zurück in Zeiten, in denen wir in anderen Lebensformen bereits auf der Erde waren, wir blicken zurück so, dass wir uns sagen müssen, wir waren eben schon da auf der Erde. - Und unter den Fähigkeiten, die immer mehr und mehr auftreten werden, wird auch die sein, die den Menschen darauf hinweisen wird: Ich kann gar nicht anders als zurückzublicken auf meine früheren Inkarnationen.
[ 16 ] Thus we see that the actual sense of self that human beings possess today does not extend over as many incarnations as is commonly believed. We need only go back a few incarnations, and we would not have this sense of self in the way that is characteristic of human beings today. Therefore, since the sense of self is intimately connected with memory, we need not be surprised that what might be called a recollection of past incarnations has not yet occurred for many people today. After all, people do not remember what happened to them in their earliest childhood years because their sense of self was not yet developed at that time. Is it not entirely understandable, then, that people today cannot yet recall their past incarnations, precisely because their sense of self was not yet developed? But now we stand at the threshold where humanity has developed its sense of self and where the forces are emerging that will make it necessary, in future incarnations, to remember past incarnations. The times are approaching when people will have no choice but to say to themselves: We look back with wonder on times when we were already on Earth in other life forms; we look back in such a way that we must say to ourselves, we were indeed already here on Earth. - And among the abilities that will increasingly emerge will be one that will point people to the realization: I cannot help but look back on my past incarnations.
[ 17 ] Nun denken Sie sich einmal: Für die nächsten Inkarnationen, die die Menschenseelen durchmachen, welche gegenwärtig inkarniert sind, tritt sozusagen die innere Kraft ein, zurückzuschauen und sich rückschauend zu erkennen. Aber für diejenigen, die sich nicht bekannt gemacht haben mit dem Gedanken der wiederholten Erdenleben, wird diese Rückerinnerung eine furchtbare Qual sein. Sodass in der Tat Nichtkennen der Geheimnisse von den wiederholten Erdenleben qualvoll sein wird für die Menschen, in denen die Kräfte heraufwollen, ihnen etwas sagen wollen in Bezug auf frühere Zeiten, aber nicht herauf können werden, weil die Menschen es versäumt haben, mit den großen Mysterienwahrheiten der wiederholten Erdenleben sich bekannt zu machen. Nicht sich bekannt machen mit diesen Mysterienwahrheiten, wie sie jetzt verkündet werden durch die Geisteswissenschaft, bedeutet nicht etwa bloß Theorien vernachlässigen, sondern das Leben der folgenden Inkarnationen sich zur Qual zu gestalten. Daher ist insbesondere für diese Übergangszeiten, in denen wir leben, etwas der Fall. Sie können die langsame Vorbereitung dazu auch entnehmen aus unserem zweiten Mysteriendrama «Die Prüfung der Seele», wo sozusagen hingewiesen ist auf frühere Inkarnationen der dort handelnden Personen, die nur wenige Jahrhunderte zurückliegen. Das bereitet sich schon vor. Aber jetzt steht die Sache allerdings so, dass durch die weise Weltenlenkung in einer gewissen Weise den Menschen Gelegenheit gegeben wird, mit demjenigen, was die Mysterienwahrheiten sind, sich bekannt zu machen. Es sind jetzt verhältnismäßig wenig Menschen, die zur Theosophie sich finden. Nicht wahr, die Zahl der Theosophen ist im Verhältnis zu der anderer Menschen überall gering, sodass wir sagen können: Die Menschen interessieren sich noch nicht in ausgebreitetem Maße für die Theosophie. Aber das Gesetz der Reinkarnation für unsere Zeit ist so, dass in der Tat für die Menschen, welche jetzt dumpf durch die Welt gehen und sich nicht von den Erlebnissen sagen lassen, dass man den Rätseln des Daseins nachforschen muss, verhältnismäßig bald ein nächstes Leben eintritt, dass sie sich bald wieder inkarnieren, dass sie also reichlich Gelegenheit finden werden, sich mit den theosophischen Wahrheiten bekannt zu machen. Das ist der Fall. Sodass wir, wenn wir jetzt in unserer Umgebung vielleicht Leute sehen, die uns wert und teuer sind, die aber nichts von Theosophie wissen wollen, ihr sogar spinnefeind sind, dass wir jetzt noch nicht gar zu sehr unsere Herzen davon bedrücken lassen müssen. Wahr ist es durchaus, und der Theosoph sollte das einsehen: Nichtberücksichtigung der geistigen Wissenschaft oder Theosophie bedeutet den Beginn des Lebens einer Qual für die künftigen Erdeninkarnationen. Das ist wahr, und wir dürfen die Sache auch nicht leicht nehmen. Auf der anderen Seite aber kann sich derjenige, der liebe Freunde und Bekannte hat, die nichts wissen wollen von Theosophie, sagen: Nun, wenn ich nur selber ein guter Theosoph bin, ich werde schon Gelegenheit finden, mich durch die Kräfte, die mir bleiben, wenn ich durch die Pforte des Todes geschritten bin - da ja die lebendigen Bande vorhanden sind, von denen wir gesprochen haben -, mich diesen Menschenseelen hilfreich zu erweisen. Und diese Seelen selber werden Gelegenheit haben dadurch, dass jetzt die Zeit des Zwischenlebens zwischen dem Tod und einer neuen Geburt verkürzt wird, die Mysterienwahrheiten in sich aufzunehmen, die die Menschen aufnehmen müssen, wenn ihnen die kommenden Inkarnationen nicht zur Qual werden sollen. Es ist noch nicht alles verloren.
[ 17 ] Now just imagine: For the next incarnations that the human souls currently incarnated will undergo, an inner power, so to speak, will arise that enables them to look back and recognize themselves in retrospect. But for those who have not familiarized themselves with the idea of repeated earthly lives, this recollection will be a terrible torment. So that, in fact, ignorance of the mysteries of repeated earthly lives will be agonizing for those in whom the forces seek to rise up, seeking to tell them something regarding earlier times, but cannot rise up because these people have failed to familiarize themselves with the great mystery truths of repeated earthly lives. Failing to familiarize oneself with these truths of the Mysteries, as they are now proclaimed by spiritual science, does not merely mean neglecting theories, but rather making the life of subsequent incarnations a torment. Therefore, something is particularly at stake for these times of transition in which we live. You can also glean the slow preparation for this from our second Mystery Drama, “The Trial of the Soul,” where reference is made, so to speak, to earlier incarnations of the characters there, which lie only a few centuries in the past. That is already being prepared. But now the situation is such that, through the wise guidance of the world, people are being given the opportunity, in a certain way, to become acquainted with the truths of the Mysteries. There are relatively few people who find their way to Theosophy at present. Is it not true that the number of Theosophists is small everywhere in comparison to that of other people, so that we can say: People are not yet interested in theosophy to any great extent. But the law of reincarnation for our time is such that, in fact, for those people who now go through the world in a dull manner and do not allow their experiences to tell them that one must investigate the mysteries of existence, a new life will begin relatively soon, that they will incarnate again soon, and that they will thus find ample opportunity to familiarize themselves with theosophical truths. That is the case. So that if we now see people in our midst who are dear to us but who want nothing to do with Theosophy, who are even bitterly opposed to it, we need not let this weigh too heavily on our hearts just yet. It is certainly true, and the Theosophist should realize this: disregard for spiritual science or Theosophy means the beginning of a life of torment for future earthly incarnations. That is true, and we must not take the matter lightly. On the other hand, however, those who have dear friends and acquaintances who want nothing to do with Theosophy can say to themselves: Well, if I am a good theosophist myself, I will find a way to be of service to these human souls through the powers that remain with me after I have passed through the gate of death—since the living bonds we have spoken of still exist. And these souls themselves will have the opportunity—since the time of the intermediate life between death and a new birth is now shortened—to absorb the truths of the Mysteries that people must absorb if their coming incarnations are not to become a torment. All is not yet lost.
[ 18 ] So müssen wir die Theosophie als reale Macht ansehen, auf der anderen Seite aber die Sache nicht zu verdrossen, nicht zu pessimistisch ansehen. Falsch wäre der Optimismus, der sich sagte: Nun ja, wenn die Sache so ist, dann kann ich auch warten mit der Aufnahme dieser theosophischen Wahrheiten bis zu meiner nächsten Inkarnation. Denn wenn das alle sagen würden, dann würden nach und nach die Menschen sich hinüberleben in die nächsten Inkarnationen und der Gelegenheiten würden zu wenig da sein für die nächsten Inkarnationen, als dass den Menschen wirklich geholfen werden könnte. Denn wenn auch jetzt noch durch wenig Menschen diejenigen, die zur Theosophie kommen wollen, mit ihren Wahrheiten bekannt gemacht werden können, so werden für die zahllosen Scharen derer, die nach verhältnismäßig kurzer Zeit zur Theosophie heranrücken werden, zahllose Menschen nötig sein, entweder hier auf dem physischen Plan oder, wenn sie nicht inkarniert sind, von höheren Planen aus, die Leute bekannt zu machen mit Theosophie.
[ 18 ] Thus, we must view Theosophy as a real power; on the other hand, however, we must not view the matter too gloomily or too pessimistically. It would be wrong to be optimistic in the sense of saying: Well, if that is the case, then I can wait until my next incarnation to take in these theosophical truths. For if everyone were to say that, then little by little people would pass over into their next incarnations, and there would be too few opportunities in the next incarnations to truly help humanity. For even if, for the time being, those who wish to come to Theosophy can be introduced to its truths through a few people, for the countless multitudes who will approach Theosophy after a relatively short time, countless people will be needed—either here on the physical plane or, if they are not incarnated, from higher planes—to introduce people to Theosophy.
[ 19 ] Das ist das eine, was wir uns sagen müssen aus dem ganzen Charakter des großen Umschwunges heraus, der jetzt stattfindet. Das andere ist aber, dass eben das Ich dieses alles durchgemacht hat, um immer mehr und mehr auf sich selber zu bauen, selbstständiger und selbstständiger zu werden. Dieses Bauen auf sich selber von Seiten des Ich ist wiederum etwas, was eintreten wird, was kommen wird für alle Seelen, was aber wiederum zum Verderben sein wird für diejenigen Seelen, welche nicht Bekanntschaft machen mit den spirituellen Weistümern. Denn diese Seelen werden das individueller und individueller Werden empfinden wie eine Vereinsamung. Diejenigen dagegen, die sich bekannt machen werden mit den großen Gcheimnissen der geistigen Welten, werden dadurch die Möglichkeit finden, im Geistigen immer mehr und mehr Bande zu schließen von Seele zu Seele. Die alten Bande werden sich immer mehr auflösen und neue werden geschlossen werden müssen. Das geschieht nun stufenweise in den nächsten Zeiten.
[ 19 ] That is the one thing we must tell ourselves in light of the entire nature of the great upheaval that is now taking place. The other thing, however, is that the ego has gone through all of this precisely in order to rely more and more on itself, to become more and more independent. This reliance on oneself on the part of the ego is, in turn, something that will occur, something that will come to pass for all souls; yet it will also spell ruin for those souls who do not acquaint themselves with spiritual wisdom. For these souls will perceive this growing individuality as a form of isolation. Those, on the other hand, who will become acquainted with the great mysteries of the spiritual worlds will thereby find the opportunity to form more and more bonds in the spiritual realm, from soul to soul. The old bonds will dissolve more and more, and new ones will have to be formed. This will now take place gradually in the coming times.
[ 20 ] Wir leben jetzt im fünften nachatlantischen Zeitraum, auf diesen wird folgen der sechste, dann der siebente, bis wiederum eine solche Katastrophe eintreten wird, wie eine eingetreten ist zwischen der atlantischen und der nachatlantischen Zeit. Diese Katastrophe ist ja in ihrer Ähnlichkeit und Verschiedenheit von der alten atlantischen gerade hier in Nürnberg anlässlich des Zyklus über die Apokalypse seinerzeit charakterisiert worden. Was nun der besondere Charakter unseres Zeitraumes ist, das können wir, wenn wir das Leben ringsherum betrachten, dadurch bezeichnen, dass wir sagen: In unserer Zeit ist in den Menschen insbesondere tätig dasjenige, was wir nennen können den Intellektualismus, die verstandesmäßige Auffassung der Welt. Wir leben tatsächlich in einer Zeit des Intellektualismus, in einer Zeit der verstandesmäßigen Auffassung der Welt. Diese Zeit der verstandesmäßigen Auffassung der Welt ist nun durch einen ganz besonderen Umstand herbeigeführt. Diesen Umstand werden wir verstehen lernen, wenn wir uns erinnern an die Zeit, die vorangegangen ist unserer jetzigen fünften nachatlantischen Kulturperiode. Vorangegangen ist der Zeitraum, den wir den griechisch-lateinischen nennen, jener merkwürdige Kulturzeitraum, in dem die Menschen noch nicht so, man möchte sagen, getrennt waren wie jetzt von der Natur und dem Wissen der Welt, wie sie sich äußerlich darstellt. Aber es ist das zugleich jener Zeitraum, in dem das Ich über die Menschen sozusagen hereinbrach. Daher musste in diesem Zeitraum auch das Christus-Ereignis stattfinden, weil da das Ich in besonderer Weise hereinbrach. In unserer Zeit, was erleben wir denn da? Da ist es nicht bloß das Hereinbrechen des Ich, sondern da erleben wir, dass eine der Hüllen des Menschen eine Art Spiegelung oder Reflex auf seine Seele macht. Die Hülle, die wir gestern bezeichnet haben als die Glaubenshülle, die macht eine Spiegelung oder einen Reflex auf die menschlichen Seelen jetzt in unserem fünften Zeitraum. Sodass wir in unserem Zeitraum die Eigentümlichkeit haben, dass in der Seele der Menschen etwas vorhanden ist, wie wenn sich in der Seele spiegelte der Glaubens-Charakter des astralischen Leibes. Im sechsten nachatlantischen Zeitraum wird sich spiegeln im Innern des Menschen der Liebes-Charakter des Ätherleibes und im siebenten, vor der großen Katastrophe, der Hoffnungs-Charakter des physischen Leibes.
[ 20 ] We are now living in the fifth post-Atlantean epoch; this will be followed by the sixth, then the seventh, until a catastrophe such as the one that occurred between the Atlantean and post-Atlantean eras takes place once again. This catastrophe, in its similarities and differences from the ancient Atlantean one, was characterized right here in Nuremberg during the cycle of lectures on the Apocalypse at that time. As for the particular character of our era, we can describe it—when we observe life around us—by saying: In our time, what is particularly active in human beings is what we might call intellectualism, the intellectual conception of the world. We are indeed living in an age of intellectualism, in an age of the intellectual conception of the world. This age of the intellectual conception of the world has now been brought about by a very special circumstance. We will come to understand this circumstance when we recall the era that preceded our present fifth post-Atlantean cultural epoch. It was preceded by the period we call the Greco-Latin era, that remarkable cultural epoch in which human beings were not yet, one might say, as separated as they are now from nature and from the knowledge of the world as it presents itself externally. But it is also the period in which the ego, so to speak, broke in upon humanity. That is why the Christ event had to take place during this period, because the ego broke in in a special way. In our time, what do we experience? It is not merely the breaking in of the ego, but we experience that one of the human shells casts a kind of reflection or mirror image upon the soul. The sheath that we described yesterday as the faith sheath now casts a reflection or a mirror image onto human souls in our fifth epoch. So that in our epoch we have the peculiarity that there is something present in the human soul as if the character of faith of the astral body were reflected in the soul. In the sixth post-Atlantean epoch, the character of love of the etheric body will be reflected within the human being, and in the seventh, before the great catastrophe, the character of hope of the physical body.
[ 21 ] Für diejenigen, welche Vorträge, wie sie jetzt gerade gehalten worden sind, da und dort gehört haben, bemerke ich, dass ich diese stufenweisen Vorgänge von einem anderen Gesichtspunkte anders dargestellt habe, sowohl in München wie in Stuttgart. Es ist aber doch dasselbe. Es ist nur das, was jetzt dargestellt werden soll anknüpfend an die drei großen Kräfte der Menschen, Glaube, Liebe und Hoffnung, dort dargestellt worden durch unmittelbare Beziehung auf die Elemente des menschlichen Seelenlebens. Aber es ist ganz dasselbe, und ich mache es absichtlich so, damit die Theosophen sich daran gewöhnen, sich nicht an Worte zu halten, sondern an die Sache heranzutreten. Wenn wir sehen werden, dass die Dinge von den verschiedensten Seiten charakterisiert werden können, dann wird man auch nicht mehr auf die Worte schwören, sondern das Bestreben haben, an die Sache heranzutreten und sie so zu nehmen, dass man weiß, dass die Worte, die von den verschiedensten Seiten die Dinge charakterisieren, nichts anderes bedeuten sollen als eben Annäherungen an die Sache selber. Durch nichts weniger als durch Schwören auf die einmal gesprochenen Worte kommen wir der Sache näher, sondern nur, indem wir das, was in den aufeinanderfolgenden Zeiten gesagt wird, in eine Harmonie bringen, wie wir einen Baum nur dadurch kennenlernen, wenn wir ihn nicht von einer Seite nur, sondern von den verschiedensten Seiten aufnehmen.
[ 21 ] For those who have heard lectures like the ones just given here and there, I would like to note that I have presented these gradual processes differently from a different perspective, both in Munich and in Stuttgart. But it is essentially the same thing. It is simply that what is now to be presented—in connection with the three great human forces of faith, love, and hope—was presented there through a direct relationship to the elements of human soul life. But it is quite the same, and I do this intentionally so that theosophists may accustom themselves not to cling to words, but to approach the matter itself. When we see that things can be characterized from the most diverse perspectives, then we will no longer swear by the words, but will strive to approach the matter and take it in such a way that we know the words that characterize things from the most diverse perspectives are meant to signify nothing other than approximations of the matter itself. We come closer to the matter not by swearing by words once spoken, but only by bringing into harmony what is said in successive times, just as we come to know a tree only by observing it not from one side alone, but from the most diverse angles.
[ 22 ] Also es ist im Wesentlichen jetzt die Glaubenskraft des astralischen Leibes, die in die Seele hereinscheint und unserer Zeit das Charakteristikum gibt. Sonderbar, könnten welche sagen, jetzt sagst du uns, dass die Glaubenskraft die wesentlichste Kraft unserer Zeit ist. Ja, vielleicht könnten wir das anerkennen von denjenigen Menschen, die sich den alten Glauben bewahrt haben, aber dann sind so viele, die heute auf den Glauben herabsehen, weil sie über ihn hinaus sind, die ihn als eine kindliche Stufe der Menschheitsentwicklung betrachten. - Es mögen diejenigen Leute, die sich Monisten nennen, glauben, dass sie nicht glauben, aber sie sind gläubiger als die andern, die sie als Gläubige bezeichnen. Denn alles das, was in den verschiedenen monistischen Bekenntnissen zutage gefördert worden ist, ist der blindeste Glaube, nur sind sich die Leute dessen nicht bewusst: Sie glauben es ist ein Wissen. Wir kommen überhaupt nicht zu einer Charakteristik dessen, was getan wird, wenn wir nicht fortwährend von Glauben sprechen. Wenn wir von dem Glauben derer absehen, die glauben, nicht zu glauben, dann finden wir, dass im Grunde genommen in unserer Zeit unendlich viel von dem, was gerade das Bedeutendste ist, beruht auf jenem Reflex, den der astralische Leib in die Seele hereinwirft und der Seele dadurch einen geradezu inbrünstigen Glaubens-Charakter verleiht. Man braucht sich nur zu erinnern an die Lebenswege der Größten unserer Zeit, sagen wir Richard Wagner, wie sein Leben selbst als Künstler ein Aufstieg ist zu einer gewissen Glaubensinbrunst und wie das das Reizvollste ist beim Betrachten gerade dieser Persönlichkeit. Überall, wo wir Umschau halten in unserer Zeit, sind die Schatten- und Lichtseiten derselben aus dem heraus zu verstehen, was wir den Reflex des Glaubens in dem Ich oder der Ich-Seele des Menschen nennen können.
[ 22 ] So, essentially, it is now the power of faith of the astral body that shines into the soul and defines the character of our time. Strange, some might say; now you’re telling us that the power of faith is the most essential force of our time. Yes, perhaps we could acknowledge this from those people who have preserved the old faith, but then there are so many today who look down on faith because they have moved beyond it, who regard it as a childish stage of human development. — Those people who call themselves monists may believe that they do not believe, but they are more faithful than the others whom they label as believers. For everything that has been brought to light in the various monistic creeds is the blindest faith; it is just that people are not aware of it: they believe it is knowledge. We cannot at all characterize what is being done unless we continually speak of faith. If we set aside the faith of those who believe they do not believe, we find that, fundamentally, an infinite amount of what is most significant in our time rests upon that impulse which the astral body casts into the soul, thereby imparting to the soul a character of faith that is downright fervent. One need only recall the life paths of the greatest figures of our time—take Richard Wagner, for example—how his life as an artist itself is an ascent toward a certain fervor of faith, and how this is the most captivating aspect when considering this very personality. Wherever we look in our time, the light and dark sides of it can be understood from what we might call the reflection of faith in the ego or the ego-soul of the human being.
[ 23 ] Und abgelöst wird unsere Zeit von derjenigen, in der das Liebebedürfnis hereinleuchten wird. In einem noch ganz anderen Sinne wird sich verwirklichen das, was auch christliche Liebe genannt werden kann in diesem sechsten Kulturzeitraum. Wir nähern uns ihm langsam immer mehr, diesem sechsten Zeitraum, und gerade dadurch, dass wir den Menschen in der theosophischen Bewegung bekannt machen mit dem, was die Geheimnisse des Weltalls sind, was das Wesen der verschiedenen Individualitäten des physischen Planes oder der höheren Plane ist, versuchen wir in ihm zu entzünden die Liebe für ein jegliches Dasein. Nicht so sehr dadurch, dass wir von dieser Liebe sprechen, als dadurch, dass wir das fühlen, was in der Seele diese Liebe entzünden kann, bereitet sich durch Theosophie der sechste Zeitraum vor. Dadurch aber werden die Liebekräfte in der ganzen Seele des Menschen besonders bloßgelegt und wird das vorbereitet, was die Menschheit braucht, um nach und nach zu einem wahren Verständnis des Mysteriums von Golgatha zu kommen. Denn dieses Mysterium von Golgatha ist zwar geschehen, zwar hat das Evangelium hervorgerufen, was gestern bezeichnet wurde als vergleichbar mit der kindlichen Sprache, aber noch ist diese tiefste Lehre von der Mission der Erdenliebe, wie sie verknüpft ist mit dem Mysterium von Golgatha, nicht begriffen. Das kann vollständig erst begriffen werden im sechsten nachatlantischen Kulturzeitraum, wenn die Menschen sich immer mehr dazu erheben werden, die Basis, die Grundlage in Wirklichkeit vollständig in sich selber zu finden und aus dem Innersten, das heißt aus der Liebe das zu tun, was geschehen soll; wenn vollständig überwunden sein wird das Angewiesensein des Menschen auf die Gebote, wenn eingetreten sein wird der Zustand: «Pflicht, wo man liebt, was man sich selbst befiehlt», wie Goethe sagt. Wenn in unserer Seele erwachen die Kräfte, dass wir gar nicht mehr anders können, als aus Liebe zu vollbringen, was wir tun sollen, dann haben wir so etwas in uns entdeckt, wie es immer mehr und mehr zur Verbreitung kommen muss im sechsten Kulturzeitraum. Damit werden aber ganz besondere Kräfte auch des ätherischen Leibes bloßgelegt für die menschlichen Naturen.
[ 23 ] And our age will be succeeded by one in which the need for love will shine forth. In a completely different sense, what might also be called Christian love will come to fruition in this sixth cultural epoch. We are slowly drawing ever closer to this sixth epoch, and precisely by introducing people in the Theosophical Movement to the mysteries of the universe—to the nature of the various individualities of the physical plane or the higher planes—we seek to kindle within them a love for every form of existence. Not so much by speaking of this love as by feeling what can kindle this love in the soul, the sixth epoch is being prepared through Theosophy. Through this, however, the forces of love are particularly laid bare in the whole soul of the human being, and what humanity needs to gradually arrive at a true understanding of the Mystery of Golgotha is being prepared. For although this Mystery of Golgotha has indeed taken place, and although the Gospel has brought forth what was described yesterday as comparable to the language of a child, this deepest teaching of the mission of love for the earth—as it is linked to the Mystery of Golgotha—has not yet been comprehended. This can only be fully understood in the sixth post-Atlantean cultural epoch, when human beings will increasingly rise to the point of finding the basis, the foundation, completely within themselves in reality, and doing what must be done from the innermost being—that is, from love; when humanity’s dependence on commandments will be completely overcome, when the state will have come about: “Duty, where one loves what one commands of oneself,” as Goethe says. When the forces awaken in our soul such that we can do nothing else but accomplish out of love what we are meant to do, then we have discovered within ourselves something that must become increasingly widespread in the sixth cultural epoch. With this, however, very special forces of the etheric body are also revealed to human natures.
[ 24 ] Wenn wir begreifen wollen, was da immer mehr und mehr eintreten wird, so müssen wir das von zwei Seiten her betrachten. Die eine Seite ist diese, dass etwas kommen wird, was heute zwar von den besten Geistern erst geträumt werden kann, aber eben noch nicht da ist, das ist ein ganz bestimmtes Verhältnis zu Sittlichkeit, Moralität, Ethik und Verständigkeit, Intellektualität. Heute kann einer noch verhältnismäßig ein großer Schurke sein und zugleich ein verhältnismäßig kluger, gescheiter Mensch. Er kann vielleicht gerade seine Klugheit und Gescheitheit dazu verwenden, um möglichst viel Schurkerei zu begehen. Es ist heute noch nicht eine Notwendigkeit, dass in der Seele ein Maß von Klugheit vereint wäre mit demselben Maße von Moralität. Mit all den Dingen, die geschildert worden sind als für die Zukunft bevorstehend, wird nun auch das andere verknüpft sein, dass, indem wir in diese Zukunft hineinleben, diese beiden Dinge in der Menschenseele nicht mehr werden getrennt sein können, nicht mehr in einem verschiedenen Maße werden bestehen können, sondern dass der Mensch, der durch seine vorherige Inkarnation in seinem Lebenskonto sich etwas angeeignet hat, was ihn zu einem besonders klugen Menschen machen würde, wenn er nicht moralisch war, durch sein Lebenskonto, indem er sich hineinlebt in seine Inkarnation, seine Klugheit gelähmt erhält, sodass man in demselben Maße, in dem man klüger sein könnte als moralisch, für die nächsten Inkarnationen, im Hineinwachsen in diese Inkarnationen, durch allgemeine Weltengesetze dumm gemacht wird, sodass Dummheit und Unmoralität immer mehr und mehr zusammen auftreten müssen. Denn auslöschend, lähmend wird Unmoralität auf Klugheit wirken. Mit anderen Worten: Wir nähern uns dem Zeitalter, wo Moralität und das, was jetzt charakterisiert worden ist für den sechsten nachatlantischen Zeitraum als das Hereinscheinen der Liebekräfte des Ätherleibes in die Ich-Seele, im Wesentlichen solche Kräfte bedeutet, welche zu tun haben mit dieser Harmonisierung der Klugheitskräfte und der Moralitätskräfte.
[ 24 ] If we want to understand what is increasingly coming to pass, we must consider it from two perspectives. One aspect is that something is coming which, though it can only be dreamed of today by the finest minds, is not yet here—namely, a very specific relationship to morality, ethics, and rationality, to intellectuality. Today, a person can still be a relatively great scoundrel and at the same time a relatively clever, intelligent person. He may even use his very cleverness and intelligence to commit as much villainy as possible. It is not yet a necessity today that a measure of cleverness be united in the soul with the same measure of morality. All the things that have been described as impending for the future will now also be linked to the fact that, as we live into this future, these two things in the human soul will no longer be able to be separated, will no longer be able to exist in different degrees, but rather that the human being who, through his previous incarnation, has acquired something in his life account that would make him a particularly intelligent person—if he were not moral—will, through his life account, as he lives into his incarnation, have his intelligence paralysed, so that to the same extent that one could be more intelligent than moral, for the next incarnations, as one grows into these incarnations, is made stupid by general world laws, so that stupidity and immorality must increasingly occur together. For immorality will have an extinguishing, paralyzing effect on intelligence. In other words: We are approaching the age where morality and what has now been characterized for the sixth post-Atlantean epoch as the shining-in of the love forces of the etheric body into the ego-soul essentially signifies such forces as have to do with this harmonization of the forces of intelligence and the forces of morality.
[ 25 ] Das ist die eine Seite, die wir zu berücksichtigen haben. Die andere ist diese, dass erst durch eine solche Harmonie zwischen Moralität, Sittlichkeit und Klugheit das Mysterium von Golgatha in seinen vollen Tiefen zu begreifen ist. Und das wird dadurch geschehen, dass immer mehr derjenige Lehrer, der auch schon vorbereitet hat die Menschen auf dieses Mysterium von Golgatha, bevor der Christus Jesus auf die Erde gekommen ist, dass der immer mehr und mehr in seinen aufeinanderfolgenden Inkarnationen sich zu dem großen Lehrer des größten irdischen Ereignisses entwickelt. Diejenige Individualität, die wir den Nachfolger des Gautama Buddha nennen in Bezug auf die Bodhisattva-Würde, sie war inkarniert in jener Persönlichkeit, die etwa hundert Jahre vor unserer Zeitrechnung gelebt hat und die wir da nennen Jeshu ben Pandira. Jener Jeshu ben Pandira hatte eine Anzahl Schüler, unter diesen auch einen, der schon dazumal das Matthäus-Evangelium prophetisch vorher in gewisser Weise niedergeschrieben hat. Es brauchte dann nur erneuert zu werden, als das Mysterium von Golgatha sich abgespielt hatte. Und immer wiederum ist diese Individualität verkörpert gewesen und immer wieder trat sie auf, und sie wird auftreten immer wiederum so lange, bis sie von der Bodhisattva-Würde zur Buddha-Würde aufsteigt. Das wird sein etwa fünftausend Jahre nach unserer Zeitrechnung. Da wird eine genügend große Anzahl von Menschen ausgestattet sein mit jenen Fähigkeiten, von denen wir gesprochen haben, und da wird im Verlaufe einer merkwürdigen Inkarnation, welche jene Individualität durchmachen wird, die einmal der Jeshu ben Pandira war, es wird dieser große Lehrer der Menschheit, dieser Bodhisattva dazu gekommen sein, in ganz anderer Weise noch wirken zu können als Interpret des Mysteriums von Golgatha, als das heute möglich ist. Heute kann zwar der Hellseher in den übersinnlichen Welten Vorstellungen gewinnen von dem, was da fünftausend Jahre nach unserer Zeitrechnung eintreten wird, aber die äußere physische menschliche Organisation macht heute noch keinen physischen Leib fähig, das zu tun, was jener Lehrer etwa dreitausend Jahre nach unserem jetzigen gegenwärtigen Zeitpunkte wird tun können. Keine menschliche Sprache würde noch hergeben jene magische Art, durch die Mitteilung, durch die Lehre zu wirken, wie dann jener Lehrer der Menschen wirken wird. Seine Worte werden sich unmittelbar wie Balsam hineinflößen in die menschlichen Herzen, in die menschlichen Seelen, und ein jegliches Wort wird nicht nur Theorie sein, sondern in einem Maße, das ungeheuer viel größer ist als das, was heute die Vorstellung davon aufnehmen kann, wird das, was Lehre ist, zugleich eine magische moralische Kraft haben, die Herzen und die Seelen von der urewigen bedeutungsvollen Bruderschaft von Intellektualität und von Moralität tief innerlich zu überzeugen.
[ 25 ] That is one aspect we must take into account. The other is that only through such harmony between morality, ethics, and wisdom can the Mystery of Golgotha be fully comprehended in all its depth. And this will come about because the teacher who had already prepared people for this Mystery of Golgotha before Christ Jesus came to Earth will, in his successive incarnations, increasingly develop into the great teacher of the greatest earthly event. The individuality whom we call the successor of Gautama Buddha in relation to the Bodhisattva dignity was incarnated in that personality who lived about a hundred years before our era and whom we there call Jeshu ben Pandira. That Jeshu ben Pandira had a number of disciples, among them one who, even then, had in a certain sense prophetically written down the Gospel of Matthew. It then only needed to be renewed once the Mystery of Golgotha had taken place. And time and again this individuality has been incarnated, and time and again it has appeared, and it will continue to appear time and again until it ascends from the Bodhisattva dignity to the Buddha dignity. This will be about five thousand years after our era. By then, a sufficiently large number of people will be endowed with the abilities we have spoken of, and in the course of a remarkable incarnation that the individuality who was once Jeshu ben Pandira will undergo, this great teacher of humanity, this Bodhisattva, will have come to be able to work in a completely different way as an interpreter of the Mystery of Golgotha than is possible today. Today, the clairvoyant can indeed gain insights in the supersensible worlds into what will occur five thousand years after our era, but the outer physical human constitution does not yet enable any physical body to do what that Teacher will be able to do some three thousand years from our present time. No human language would yet be capable of conveying that magical manner of working through communication and teaching, as that Teacher of humanity will then work. His words will pour directly into human hearts and souls like balm, and every word will not merely be theory; rather, to an extent far greater than the human mind can currently conceive, the teaching will simultaneously possess a magical moral power capable of deeply and intimately convincing hearts and souls of the primal, profound brotherhood of intellect and morality.
[ 26 ] Der große Lehrer, der am tiefsten, wenn die Menschheit dazu reif sein wird, lehren kann das Wesen des Mysteriums von Golgatha, wird erfüllen das, was die orientalischen Prophezeiungen immer gesagt haben: dass der, welcher der wahre Nachfolger des Buddha sein wird, der größte Lehrer sein wird des Guten, der Lehrer des Guten aller Menschen. Deshalb nennt ihn die orientalische Überlieferung den Maitreya-Buddha. Dieser wird die Aufgabe haben, gerade das Mysterium von Golgatha den Menschen zu erklären, und er wird die tiefsten und bedeutungsvollsten Ideen und Worte dadurch finden können, dass seine Worte durch die besondere Sprache, in der gesprochen sein wird, die eine Sprache sein wird, von der heute noch in keiner menschlichen Sprache eine Vorstellung hervorgerufen werden kann, unmittelbar magisch in die menschliche Seele hineinprägen werden die Natur des Mysteriums von Golgatha. So nähern wir uns auch in dieser Beziehung dem, was wir nennen können das zukünftige moralische Zeitalter der Menschen. Wir könnten es geradezu in gewisser Beziehung als das herannahende goldene Zeitalter bezeichnen.
[ 26 ] The great Teacher who, when humanity is ready, will be able to teach most profoundly the essence of the Mystery of Golgotha will fulfill what the Eastern prophecies have always said: that he who will be the true successor of the Buddha will be the greatest Teacher of Goodness, the Teacher of Goodness for all humanity. That is why the Eastern tradition calls him the Maitreya Buddha. His task will be precisely to explain the Mystery of Golgotha to humanity, and he will be able to find the deepest and most meaningful ideas and words through the fact that his words, spoken in the special language that will be used—a language of which no human language today can even form a conception—will imprint the nature of the Mystery of Golgotha directly and magically into the human soul. In this respect, too, we are approaching what we might call the future moral age of humanity. In a certain sense, we could even describe it as the approaching Golden Age.
[ 27 ] Wir aber, indem wir sprechen heute auf theosophischem Boden, deuten vollbewusst an, was geschehen soll, deuten an, wie der Christus sich nach und nach offenbaren wird für immer höhere und höhere Kräfte des Menschen, deuten an, wie die Lehrer, die nur für einzelne Völker und einzelne Menschen früher gelehrt haben, die Interpreten, die Erklärer des großen Christus-Ereignisses für alle Menschen, die es hören wollen, sein werden. Wir können andeuten, wie dadurch, dass das Zeitalter der Liebe anbricht, eben die Bedingungen für dieses Zeitalter der Moralität gegeben sind.
[ 27 ] But we, speaking today on theosophical ground, are fully aware of what is to come; we are hinting at how the Christ will gradually reveal Himself to ever higher and higher powers within humanity; we are hinting at how the teachers, who previously taught only for individual peoples and individuals, will become the interpreters, the explainers of the great Christ event for all people who wish to hear it . We can indicate how, with the dawn of the Age of Love, the very conditions for this Age of Morality are now in place.
[ 28 ] Und dann kommt der letzte große Zeitraum, in dem eine Spiegelung hereinwerfen wird in die menschliche Ich-Seele das, was wir Hoffnung nennen. Dann aber werden die Menschen, gestärkt durch die Kraft, die von dem Mysterium von Golgatha und vom moralischen Zeitalter ausgeht, in sich ihre Hoffnungskräfte hereinnehmen: das Bedeutsamste, was sie brauchen, um über die Katastrophe hinüberzukommen, um jenseits derselben in ähnlicher Weise ein neues Leben zu beginnen, wie die nachatlantische Zeit ein neues Leben gebracht hat.
[ 28 ] And then comes the final great period in which a reflection will be cast into the human ego-soul of what we call hope. But then, strengthened by the power emanating from the Mystery of Golgotha and from the moral age, people will take within themselves the forces of hope: the most essential thing they need to overcome the catastrophe, to begin a new life on the other side of it, in a manner similar to how the post-Atlantean era brought a new life.
[ 29 ] Da, wenn im letzten nachatlantischen Zeitalter zwar die äußere Kultur, die rein kombinatorische Kultur auf ein Höchstes gestiegen ist, aber die Menschen stark fühlen werden das Unbefriedigende dieser Kultur, wenn die Menschen dieser Kultur gegenüber so dastehen werden, dass, wenn sie nicht in sich entwickelt hätten das Spirituelle, sie wahrhaft trostlos dieser Kultur gegenüberstehen würden, da wird her die Hoffnung aufgepflanzt sein, die sich erfüllen wird in dem nächsten Zeitraum der menschlichen Entwicklung. Wenn das nicht in die Menschenseelen einziehen könnte, was ihnen die Spiritualität bringen kann und was die theosophische Bewegung will, dann könnte etwa die äußere Kultur ein wenig fortgehen, aber die Menschen würden zuletzt dahin kommen, dass sie sich sagen würden: Ja, das haben wir nun alles erlangt! Drahtlose Vorrichtungen tragen unsere Gedanken, Vorrichtungen, von denen sich unsere Vorwelt nichts hat träumen lassen, über den ganzen Erdball hin. Aber was haben wir davon? Die trivialsten, ödesten Gedanken schicken wir von einem Ort zum andern; menschliche Intelligenzkraft bis ins Höchste haben wir anspannen müssen, damit wir nun endlich mit allen möglichen vollkommenen Werkzeugen herüberbringen können von einem entfernten Ort der Erde an den andern, was wir nun essen, und angespannt haben wir unsere Kräfte der Intelligenz, um schnell, recht schnell den Erdkreis zu umspannen, aber wir haben in unserem Kopfe nichts darinnen, was wir irgendwie von einem Punkte zum andern tragen können. Denn die Gedanken, die wir tragen können, sind trostlos, und wahrhaftig, sie sind trostloser noch geworden, seit wir sie in unseren modernen Fahrzeugen tragen, gegenüber denen, die wir getragen haben in den alten schneckenartig sich fortbewegenden Fahrzeugen.
[ 29 ] For while in the last post-Atlantean epoch external culture—purely combinatorial culture—reached its zenith, people will keenly feel the unsatisfactory nature of this culture; when people find themselves in such a position vis-à-vis this culture that, had they not developed the spiritual within themselves, they would face this culture with true desolation—it is here that hope will be planted, a hope that will be fulfilled in the next phase of human development. If what spirituality can bring to human souls—and what the Theosophical Movement seeks—could not take root in them, then external culture might perhaps continue for a while, but people would eventually come to the point where they would say to themselves: Yes, we have now attained all of this! Wireless devices carry our thoughts—devices our ancestors could never have dreamed of—across the entire globe. But what do we gain from it? We send the most trivial, barren thoughts from one place to another; we have had to strain human intellectual power to the utmost so that we can now finally, with all manner of perfect tools, convey from one distant part of the earth to another what we are now eating, and we have strained our intellectual powers to span the globe quickly, very quickly, but we have nothing in our minds that we can in any way carry from one point to another. For the thoughts we can carry are desolate, and truly, they have become even more desolate since we carry them in our modern vehicles, compared to those we carried in the old, snail-like vehicles.
[ 30 ] Kurz, Trostlosigkeit und Öde würde durch die äußere Kultur über den Erdkreis gebreitet sein. Aber im letzten Kulturzeitraum wird die Seele wie auf den Trümmern des äußeren Kulturlebens reich geworden sein, die da aufgenommen hat das spirituelle Leben. Und dass Sie dieses spirituelle Leben nicht umsonst aufgenommen haben, dafür wird Ihnen bürgen, was als starke Kräfte der Hoffnung in Ihnen leben wird, dass nach einer großen Katastrophe ein neues Menschenalter kommen wird, in dem heraufkommen wird auch im äußeren Leben in einer neuen Menschheitsbildung dasjenige, was innerlich spirituell in den Seelen vorbereitet worden ist.
[ 30 ] In short, desolation and barrenness would be spread across the globe by material civilization. But in the final cultural epoch, the soul will have grown rich, as it were, upon the ruins of material civilization, having embraced the spiritual life. And that you have not embraced this spiritual life in vain will be guaranteed by the powerful forces of hope that will live within you—the hope that after a great catastrophe, a new age of humanity will dawn, in which what has been prepared spiritually within the souls will also emerge in outer life through a new formation of humanity.
[ 31 ] So gehen wir in der nächsten Zeit, von unserem Zeitalter des Glaubens durch das Zeitalter der Liebe und der Hoffnung, in bewusster Weise, wenn wir uns theosophisch durchdringen, dem entgegen, was wir in immer mehr und mehr sich steigernder Annäherung zu den höchsten, zu den wahrsten, zu den schönsten Zielen der Menschheit hinsteuern sehen.
[ 31 ] Thus, in the coming period, as we move from our age of faith through the age of love and hope, we will consciously—as we become imbued with theosophy—head toward what we see as an ever-increasing approach to the highest, truest, and most beautiful goals of humanity.
