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The Rudolf Steiner Archive

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Esoteric Christianity and the
Spiritual Guidance of Humanity
GA 130

2 December 1911, Nuremberg

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11. Glaube, Liebe, Hoffnung: Drei Stufen des Menschheitlichen Lebens I

11. Faith, Love, Hope: Three Stages of Human Life I

Meine lieben theosophischen Freunde!

My dear Theosophical friends!

[ 1 ] Wir werden an dem heutigen und morgigen Abend eine zusammenhängende Betrachtung versuchen über des Menschen Wesen und seinen Zusammenhang mit den okkulten Grundlagen unserer gegenwärtigen Zeit und der nächsten Zukunft. Aus mancherlei Andeutungen, die von mir schon hier in diesem Zweig gemacht worden sind und die Sie sonst hören konnten, werden Sie entnommen haben, dass wir in einer gewissen Beziehung in unserer Gegenwart vor einer Art neuen Offenbarung, neuen Verkündigung an die Menschheit stehen. Wir können wohl, wenn wir die letzten Zeiten der Menschheitsentwicklung ins Auge fassen, dasjenige, was in unserer Zeit kommen soll, am besten verstehen, wenn wir es zusammenbringen mit zwei anderen wichtigen Offenbarungen, die an die Menschheit gemacht worden sind. Wir berücksichtigen dabei allerdings sozusagen nur das, was sich der Zeit nach als das Nächste an Offenbarungen der Menschheit erschlossen hat. Diese drei Offenbarungen, die da in Betracht kommen, unsere kommende und die zwei anderen, die ihr vorangegangen sind, sie lassen sich am besten verstehen, wenn wir sie vergleichen mit der Entwicklung des heranwachsenden Kindes, also des Menschen als solchem.

[ 1 ] This evening and tomorrow evening, we will attempt a coherent examination of the nature of the human being and its connection to the occult foundations of our present time and the near future. From various hints I have already made here in this series, and which you may have heard elsewhere, you will have gathered that, in a certain sense, we are currently facing a kind of new revelation, a new proclamation to humanity. If we consider the recent history of human development, we can best understand what is to come in our time by bringing it into connection with two other important revelations that have been made to humanity. In doing so, however, we are considering, so to speak, only what has unfolded chronologically as the most recent of humanity’s revelations. These three revelations under consideration—our coming one and the two others that preceded it—can best be understood when we compare them to the development of a growing child, that is, of the human being as such.

[ 2 ] Wenn wir das Kind so recht beobachten, dann finden wir, dass das Kind in die Welt tritt zunächst so, dass es von seiner Umgebung vollständig gehegt und gepflegt werden muss, dass es nicht in der Lage ist, irgendwie auszudrücken, was in seinem Inneren lebt, dass es auch noch nicht in der Lage ist, auszudrücken für sich selbst in deutlichen Gedanken das, was die Seele bewegt. Das Kind kann noch nicht sprechen, es kann noch nicht denken, es muss also alles, was für das Kind zu geschehen hat, von denen, die es in ihren Kreis aufgenommen haben, verrichtet werden. Dann beginnt das Kind zu sprechen. Wer nun genau beobachtet - und es ist das ja auch erwähnt in meinem kleinen Büchelchen über «Die Erziehung des Kindes vom Gesichtspunkte der Geisteswissenschaft» -, der wird wissen, dass zuerst das Kind redet, spricht, dass es zuerst das Sprechen lernt durch eine Art von Nachahmung dessen, was in seiner Umgebung gesprochen wird, und dass es eigentlich im Grunde genommen in den ersten Zeiten, wo es spricht, noch nicht das hat, was man ein denkerisches Verständnis der Sprache nennen kann. Nicht als ob die Sprache beim Kinde aus den Gedanken kommen würde, sondern das Umgekehrte ist der Fall. Das Kind lernt erst denken an der Sprache, lernt erst nach und nach das in klaren Gedanken verstehen, was es aus dunklen Gefühlen und Untergründen heraus spricht. So haben wir drei aufeinanderfolgende Perioden in des Kindes Entwicklung: Die erste Periode, da das Kind weder sprechen noch denken kann, da für es alles von außenher geschehen muss, eine zweite Periode, da das Kind sprechen, aber noch nicht denken kann, und eine dritte Epoche, da das Kind lernt, den Gedankengehalt der eigenen Sprache in seinem Bewusstsein zu erfassen. Mit diesen drei Perioden der kindlichen Entwicklung ist zu vergleichen, dasjenige, meine lieben theosophischen Freunde, was die Menschheit durchgemacht hat und durchzumachen hat ungefähr seit der Zeit, die verflossen ist seit anderthalb Jahrtausenden vor der christlichen Zeitrechnung und die christliche Zeitrechnung hindurch.

[ 2 ] If we observe the child closely, we find that the child first enters the world in such a way that it must be completely nurtured and cared for by its surroundings, that it is not yet able to express in any way what lives within it, and that it is also not yet able to articulate for itself, in clear thoughts, what moves the soul. The child cannot yet speak, it cannot yet think; therefore, everything that needs to happen for the child must be carried out by those who have taken it into their circle. Then the child begins to speak. Anyone who observes closely—and this is also mentioned in my little book on “The Education of the Child from the Perspective of Spiritual Science” —will know that at first the child babbles and speaks, that it first learns to speak through a kind of imitation of what is spoken in its surroundings, and that, in fact, in the early stages of speaking, it does not yet possess what one might call a conceptual understanding of language. It is not as though language in the child arises from thought, but rather the opposite is the case. The child first learns to think through language, gradually learning to understand in clear thoughts what it speaks from obscure feelings and underlying impulses. Thus we have three successive periods in the child’s development: the first period, when the child can neither speak nor think, when everything must come from the outside; a second period, when the child can speak but not yet think; and a third epoch, when the child learns to grasp the thought content of its own language in its consciousness. These three periods of child development can be compared, my dear Theosophical friends, to what humanity has gone through and is still going through, roughly since the time that elapsed one and a half millennia before the Christian era and throughout the Christian era.

[ 3 ] Die erste Offenbarung an die sich entwickelnde Menschenseele des gegenwärtigen Menschheitszyklus, von der wir hier sprechen können, ist die Offenbarung, die erflossen ist vom Sinai herunter, die ihren Ausdruck gefunden hat in den Zehn Geboten des Moses. Derjenige, der tiefer nachdenkt über die eigentliche Bedeutung dieser Offenbarung an die Menschheit, die in den Zehn Geboten gegeben ist, der wird Wundersames gerade in den Zehn Geboten beobachten können. Nur sind diese Dinge so, dass sie sozusagen bereits zu dem alltäglichen Geistesgut des Menschen gehören, über das er nicht mehr scharf nachdenkt. Wenn er aber anfängt nachzudenken, dann wird er sich sagen müssen: Merkwürdig, in diesen Zehn Geboten ist etwas gegeben, was als Gesetz, seitdem es gegeben worden ist, durch die Welt geht und was im Grunde genommen heute noch gilt, was im Grunde genommen den Gesetzgebungen aller Länder des Erdenkreises, sofern sie nach und nach in die neuere Kultur sich einfügen oder sich einfügten im Laufe der letzten Jahrtausende, zugrunde liegt. Es ist etwas Umfassendes, Großartiges, Universelles der Menschheit geoffenbart worden, als ihr sozusagen gesagt worden ist: Es gibt in der geistigen Welt ein Urwesen, dem hier auf der Erde entspricht sein Abbild, das Ich, und dieses Urwesen kann sich so in das Ich des Menschen hineinkraften, sich so hineinergießen, dass der Mensch jenen Normen, jenen Gesetzen folgt, die in den Zehn Geboten gegeben sind.

[ 3 ] The first revelation to the evolving human soul of the present human cycle that we can speak of here is the revelation that flowed down from Sinai and found its expression in the Ten Commandments of Moses. Anyone who reflects more deeply on the true meaning of this revelation to humanity, as given in the Ten Commandments, will be able to observe something wondrous precisely in the Ten Commandments. However, these things are such that they have, so to speak, already become part of humanity’s everyday spiritual heritage, something over which people no longer reflect deeply. But when they begin to reflect, they will have to say to themselves: Strange, for in these Ten Commandments there is something given that, as a law, has been circulating throughout the world ever since it was given, and which, in essence, still applies today; which, in essence, underlies the legislation of all countries of the world, insofar as they have gradually integrated into modern culture or have integrated over the course of the last millennia. Something comprehensive, magnificent, and universal has been revealed to humanity, as it were, when it was told: There is in the spiritual world a primordial being whose counterpart here on Earth is the ego, and this primordial being can so infuse itself into the human ego, so pour itself into it, that the human being follows those norms, those laws, which are given in the Ten Commandments.

[ 4 ] Die zweite Offenbarung geschah durch das Mysterium von Golgatha. Was können wir von diesem Mysterium von Golgatha sagen? Es ist ja sogar gestern im öffentlichen Vortrag angedeutet worden, was wir von diesem Mysterium von Golgatha sagen können. Wie wir die ganze leibliche Menschheit auf ein Stamm-Menschenpaar der Erde zurückführen müssen und wie wir nur verstehen können diese leibliche Menschheit als generationsweise hervorgehend aus diesem Stamm-Menschenpaar der Menschheit, so müssen wir, wenn wir richtig verstehen dasjenige, was unseres Ichs wertvollstes Gut ist, was sich in unser Ich immer mehr und mehr während des Erdendaseins hinein versenken muss, ableiten von dem Mysterium von Golgatha. Wenn wir - mag nun die althebräische Tradition auch verschieden sein in dieser Beziehung von der heutigen naturwissenschaftlichen Auffassung, darauf kommt es jetzt nicht an -, wenn wir der Menschen Blutsverwandtschaft, den leiblichen Zusammenhang der Menschheit zurückführen auf das Stammpaar der Menschen, Adam und Eva, die also einmal auf der Erde gestanden haben als physische Urpersönlichkeiten, Ureltern der Menschheit, und wir also sagen müssen, das, was die Menschen als Menschenblut fortrinnen haben in ihren Adern, führt zuletzt zurück zu diesem Stamm-Menschenpaar, so können wir auf der anderen Seite sagen, das, was wir als Wertvollstes in unsere Seele hereinnehmen können, als heiligstes, teuerstes Gut, was ein immerwährendes Wunder in den Menschenseelen vollzieht, was wir hereinnehmen können als das Bewusstsein, dass etwas in unserer Seele leben kann, das höher ist als unser gewöhnliches Ich, wenn wir also das, was des Menschen teuerstes Seelengut ist, was gleichsam sein Seelenblut werden muss, seinem Ursprung nach untersuchen wollen, dann müssen wir kommen zu demjenigen, was aus dem Grabe auf Golgatha auferstanden ist. Denn was dazumal auferstanden ist, das lebt in denjenigen Menschenseelen, die eine innere Erweckung erfahren, ebenso fort, wie das Blut von Adam und Eva fortlebt in den leiblichen Menschen. Eine Art Stamm- oder Urvatertum haben wir im auferstandenen Christus zu sehen: den geistigen Adam, der in die Seelen der Menschen, wenn diese ihre Erweckung erleben, einzieht und sie erst zu ihrem vollen Ich bringt, zu demjenigen, was das Ich in der richtigen Weise belebt. So wie des Adam Leibesleben in den physischen Leibern der Menschen, so rinnt dasjenige, was aus dem Grabe von Golgatha sich erhoben hat, in den Seelen derer, die den Weg dazu finden. Das ist die zweite Offenbarung, die an die Menschen ergangen ist, dass sie Kunde erlangt haben von dem, was durch das Mysterium von Golgatha geschehen ist.

[ 4 ] The second revelation came about through the Mystery of Golgotha. What can we say about this Mystery of Golgotha? Indeed, what we can say about this Mystery of Golgotha was already touched upon yesterday in the public lecture. Just as we must trace all physical humanity back to a primordial human couple on Earth, and just as we can only understand this physical humanity as emerging generation by generation from this primordial human couple, so too must we—if we are to correctly understand that which is the most precious asset of our I, that which must sink ever deeper into our I during our earthly existence—derive this from the Mystery of Golgotha. If we—even if the ancient Hebrew tradition may differ in this regard from today’s scientific view, that is not the point now—if we trace human blood kinship, the physical connection of humanity, back to the primordial human couple, Adam and Eve, who thus once stood on Earth as physical primordial personalities, the first parents of humanity, and we must therefore say that what flows through human veins as human blood ultimately leads back to this original human couple, then we can say, on the other hand, that what we can take into our souls as the most precious, as the holiest and most cherished treasure, which works an everlasting miracle in human souls, what we can take in as the awareness that something can live in our soul that is higher than our ordinary ego—if, then, we wish to investigate the origin of what is humanity’s most precious soul asset, what must, as it were, become the blood of the soul—then we must turn to that which rose from the grave on Golgotha. For what rose from the dead at that time lives on in those human souls that experience an inner awakening, just as the blood of Adam and Eve lives on in physical human beings. We must see in the risen Christ a kind of ancestral or primal fatherhood: the spiritual Adam who enters into the souls of human beings when they experience their awakening and brings them to their full self, to that which animates the self in the right way. Just as Adam’s physical life flows through the physical bodies of human beings, so does that which rose from the tomb of Golgotha flow into the souls of those who find the path to it. This is the second revelation that has come to humanity, that they have received knowledge of what took place through the Mystery of Golgotha.

[ 5 ] Wenn mit den Zehn Geboten den Menschen etwas gegeben worden ist, was sie von außen her leitete, so können wir diese Leitung von außen vergleichen mit dem, was an dem Kinde von außen geschieht, bevor es sprechen und denken kann. Was die Umgebung des Kindes in ihm vollbringt, das vollbringt die Führung des althebräischen Gesetzes an der Menschheit, die als solche in gewisser Weise noch nicht sprechen und noch nicht denken kann. Aber die Menschheit hat auch sprechen gelernt, hat, mit anderen Worten, etwas gelernt, was sich nur vergleichen lässt mit dem Sprechenlernen des Kindes, das ist: Die Menschheit hat empfangen die Kunde von dem Mysterium von Golgatha in den Evangelien. Und wie die Menschen die Evangelien zunächst zu verstehen hatten, das lässt sich vergleichen mit dem Sprechenlernen des Kindes. Durch die Evangelien ist an die Menschenseelen und Menschenherzen herangetreten eine Art von Verständnis des Mysteriums von Golgatha, das sich einlebte in die Gefühle, einlebte in die Empfindungen, einlebte in diejenigen Seelenkräfte, welche uns zutage treten, wenn wir, sagen wir, die tief bedeutsamen, anschaulichen Bilder und Szenen aus den Evangelien durch die großen Maler auf uns wirken lassen, auch wenn wir die traditionellen Bilder auf uns wirken lassen, in denen dargestellt ist die Anbetung des Kindes durch die Hirten, die Anbetung des Kindes durch die Weisen aus dem Morgenlande, die Flucht nach Ägypten und so weiter. Was da in die Welt gekommen ist, was die Menschen seit jener Zeit auf ihre Seele haben wirken lassen, das führt zuletzt alles auf die Evangelien zurück, das ist so zum Verständnis der Menschen gekommen, dass die Menschen gleichsam haben sprechen lernen in ihrer Art über das Mysterium von Golgatha.

[ 5 ] If the Ten Commandments gave people something that guided them from the outside, we can compare this external guidance to what happens to a child from the outside before it can speak or think. What the child’s environment accomplishes within the child, the guidance of the ancient Hebrew law accomplishes in humanity, which, as such, in a certain sense cannot yet speak or think. But humanity has also learned to speak; in other words, it has learned something that can only be compared to a child learning to speak, namely: Humanity has received the message of the Mystery of Golgotha in the Gospels. And the way in which people first had to understand the Gospels can be compared to a child learning to speak. Through the Gospels, a kind of understanding of the Mystery of Golgotha has reached human souls and hearts, an understanding that has taken root in the feelings, in the sensibilities, in those soul forces that come to light when we, let us say, allow the profoundly meaningful, vivid images and scenes from the Gospels created by the great painters, or even when we allow the traditional images to affect us—those depicting the adoration of the Child by the shepherds, the adoration of the Child by the Magi from the East, the flight into Egypt, and so on. What has come into the world, what people have allowed to work upon their souls since that time, ultimately leads back to the Gospels; it has come to be understood by people in such a way that they have, as it were, learned to speak in their own way about the Mystery of Golgotha.

[ 6 ] Jetzt gehen wir dem dritten Zeitraum in dieser Beziehung entgegen, der sich vergleichen lässt damit, dass das Kind in seiner eigenen Sprache den Gedankeninhalt lernt, zum Bewusstsein sich bringen kann, was in seiner Sprache hegt. Wir gehen entgegen jener Offenbarung, die uns bringen soll den vollen Gehalt, den Gedankengehalt, den Geist- und Seelengehalt der Evangelien. Denn die Evangelien sind von der Menschheit nicht besser verstanden worden als die Sprache vom Kinde verstanden wird, che es denken lernt. In welthistorischer Beziehung sollen die Menschen durch die Geisteswissenschaft denken lernen den Gedankengehalt der Evangelien. Den ganzen tiefen Geistesgehalt der Evangelien sollen sie erst jetzt auf sich wirken lassen. Das allerdings hängt zusammen mit einem anderen großen Ereignis, das die Menschheit herannahen fühlen kann und das noch vor Ablauf unseres zwanzigsten Jahrhunderts an die Menschheit herankommen wird. Das ist jenes Ereignis, das wir etwa in der folgenden Weise vor unsere Seele hinstellen können.

[ 6 ] We are now approaching the third stage in this process, which can be compared to a child learning the content of thought in its own language and becoming aware of what is contained within that language. We are approaching that revelation which is to bring us the full content, the intellectual content, the spiritual and soul content of the Gospels. For the Gospels have not been understood by humanity any better than language is understood by a child who is learning to think. In a world-historical sense, people are to learn to think through spiritual science the intellectual content of the Gospels. Only now should they allow the entire profound spiritual content of the Gospels to take effect within them. This, however, is connected to another great event that humanity can sense approaching and that will come to humanity before the end of our twentieth century. This is the event that we can picture in our minds in the following way.

[ 7 ] Wenn wir noch einmal anknüpfen an das Mysterium von Golgatha, so war es so, dass dazumal das, was vom Christus aus dem Grabe von Golgatha auferstanden ist, nunmehr bei der Erde blieb, so bei der Erde blieb, dass es unmittelbar ergreifen kann jede einzelne Menschenseele und in jeder einzelnen Menschenseele das Ich zu einer höheren Stufe des Daseins erwecken kann. Der Christus wurde Erdengeist, können wir sagen, wenn wir in dieser Art von dem Mysterium von Golgatha sprechen. Und er ist seither Erdengeist geblieben. Aber in unserer Zeit tritt eine bedeutsame Veränderung in der Beziehung des Christus zur Menschheit ein, die ja verknüpft sein wird mit dem, was Sie mehr oder weniger alle schon wissen, mit der neuen Offenbarung des Christus für die Menschen.

[ 7 ] If we return once more to the Mystery of Golgotha, it was the case that what arose from the tomb on Golgotha through Christ remained with the Earth—remained with the Earth in such a way that it can directly touch every single human soul and awaken the “I” within every single human soul to a higher stage of existence. Christ became the Earth Spirit, we might say, when speaking of the Mystery of Golgotha in this way. And he has remained the Earth Spirit ever since. But in our time, a significant change is taking place in Christ’s relationship to humanity, which will, of course, be linked to what you all more or less already know: the new revelation of Christ to humanity.

[ 8 ] Aber man kann diese neue Offenbarung auch noch in anderer Weise charakterisieren. Da müssen wir allerdings Rücksicht nehmen auf das, was eintritt, wenn der Mensch durch die Pforte des Todes geht. Was jetzt gesagt werden muss, ist eine Sache, die bisher noch nicht in den Büchern dargestellt werden konnte.

[ 8 ] But this new revelation can also be described in other ways. In doing so, however, we must take into account what happens when a person passes through the gates of death. What must now be said is something that has not yet been able to be described in books.

[ 9 ] Wenn der Mensch durchgegangen ist durch die Pforte des Todes und durchlebt hat jene Zeit, in welcher er Rückschau halten kann auf das bisherige Erdenleben, durchlebt hat die Zeit bis zu dem Punkt, da er den Ätherleib abgelegt hat, wenn der Mensch übergeht in die Kamaloka-Zeit, dann tritt er vor zwei Gestalten hin. Gewöhnlich wird nur eine von diesen erwähnt, aber wir können der Vollständigkeit halber sagen - und was ich jetzt erzähle, ist für jeden wahren Okkultisten eine reale Tatsache: Es tritt der Mensch vor seiner Kamaloka-Zeit vor zwei Gestalten hin. Allerdings, was ich jetzt erzähle, gilt nur für die Menschen des Abendlandes und für alle diejenigen Menschen, welche mit der Kultur dieses Abendlandes in den letzten Jahrtausenden einen Zusammenhang gehabt haben. Da tritt der Mensch nach seinem Tode zwei Gestalten gegenüber: Moses ist die eine - der Mensch weiß ganz genau, dass er Moses gegenübertritt -, der ihm vorhält die Gesetzestafeln, im Mittelalter nannte man es «Moses mit dem scharfen Gesetz», und der Mensch hat ganz genau in seiner Seele das Bewusstsein, inwiefern er bis in das Innerste seiner Seele abgewichen ist von dem Gesetz. Die andere Gestalt ist diejenige, die man nennt «den Cherub mit dem feurigen Schwert», der da entscheidet über diese Abweichung. Das ist ein Erlebnis, das der Mensch hat nach dem Tode, sodass wir in unserem theosophischen Sinne sagen können: Das, was da dem Menschen entgegentritt durch diese zwei Gestalten, durch Moses mit dem scharfen Gesetz und durch den Cherub mit dem feurigen Schwert, es stellt gewissermaßen das karmische Konto fest.

[ 9 ] When a person has passed through the gate of death and has lived through that period in which they can look back on their earthly life thus far, has lived through the time up to the point where they have shed the etheric body, when a person enters the Kamaloka period, they then stand before two figures. Usually only one of these is mentioned, but for the sake of completeness we can say—and what I am now telling you is a real fact for every true occultist: Before entering the Kamaloka period, the human being stands before two figures. However, what I am now describing applies only to people of the West and to all those who have had a connection with the culture of the West over the past millennia. There, after death, the human being faces two figures: Moses is one—the human being knows full well that he is facing Moses—who holds up the tablets of the law to him; in the Middle Ages, this was called “Moses with the sharp law,” and the human being has a clear awareness in his soul of the extent to which he has deviated from the law down to the very depths of his soul. The other figure is the one called “the Cherub with the flaming sword,” who judges this deviation. This is an experience that a person has after death, so that we can say in our theosophical sense: What confronts the person through these two figures—through Moses with the strict law and through the cherub with the flaming sword—essentially determines the karmic balance.

[ 10 ] Diese Tatsache geht in unserer Zeit einer Änderung entgegen. Und das ist eine bedeutsame Änderung. Man kann diese Änderung dadurch ausdrücken, dass man sagt, meine lieben theosophischen Freunde, es wird in unserem Zeitalter der Christus der Herr des Karma für alle diejenigen Menschen, die das eben Besprochene nach ihrem Tode durchgemacht haben. Es tritt der Christus sein Richteramt an.

[ 10 ] This situation is about to change in our time. And it is a significant change. One can express this change by saying, my dear Theosophical friends, that in our age, the Christ will become the Lord of Karma for all those people who have undergone what has just been discussed after their death. The Christ will assume his office as judge.

[ 11 ] Stellen wir uns diese Tatsache genauer vor! Wir wissen ja alle aus der theosophischen Weltanschauung, dass wir ein karmisches Lebenskonto haben, dass wir für gewisse Taten, die auf der einen Seite unseres karmischen Kontobuches stehen, für alle gescheiten Taten, für alle schönen Taten, für alle guten Taten einen gewissen karmischen Ausgleich zu erfahren haben, aber auch für alle bösen, hässlichen, unwahren Taten und Gedanken. Es kommt nun auf der einen Seite darauf an, dass der Mensch im weiteren Verlaufe seines Erdenlebens für sich selber dieses karmische Konto auslebt, aber es kommt auch darauf an, dass der Mensch dasjenige, was er ausleben kann dadurch, dass er gute Taten, schöne Taten auf seinem karmischen Konto hat, oder was er ausleben muss, weil er böse Taten hat, in den verschiedensten Taten ausleben kann. Es ist nicht eindeutig bestimmt, wie wir, sagen wir, den Ausgleich durch diese oder jene Tat in unserem künftigen Leben finden. Nehmen wir an, irgendein Mensch hätte dieses oder jenes Böse getan, so muss er ein Gutes tun, welches ausgleicht das Böse. Aber dieses Gute, das kann er in zweifacher Weise tun, sodass es vielleicht für ihn die gleiche Anstrengung bedeutet, wenn es nur wenig Menschen zugutekommt, oder so, dass es für ihn die gleiche Anstrengung bedeutet, wenn es vielen Menschen zum Heile gereicht. Dass unser karmisches Konto in der Zukunft so ausgeglichen wird, das heißt in eine solche Weltordnung hineingestellt wird gegen die Zukunft, wenn wir den Weg zum Christus gefunden, dass die Art unseres karmischen Ausgleiches das größtmöglichste Menschenheil für den Rest der Erdenentwicklung hervorrufe, das wird die Sorge sein dessen, der von unserer Zeit an der Herr des Karma wird, es wird die Sorge Christi sein.

[ 11 ] Let’s take a closer look at this fact! We all know from the theosophical worldview that we have a karmic life account, that for certain deeds recorded on one side of our karmic ledger—for all wise deeds, all beautiful deeds, all good deeds—we must experience a certain karmic balance, but also for all evil, ugly, and untruthful deeds and thoughts. On the one hand, it is important that a person, in the course of their earthly life, works through this karmic account for themselves; but it is also important that a person can work through—in a wide variety of actions—what they can work through by having good deeds and beautiful deeds in their karmic account, or what they must work through because they have evil deeds. It is not clearly determined how we, so to speak, find balance through this or that deed in our future life. Let us assume that a person has done this or that evil deed; then they must do a good deed that balances out the evil. But this good deed, they can perform in two ways: in a way that perhaps requires the same effort for them if it benefits only a few people, or in a way that requires the same effort for them if it brings salvation to many people. That our karmic account may be balanced in the future—that is, placed within such a world order for the future—once we have found the path to Christ, so that the nature of our karmic balance may bring about the greatest possible human salvation for the remainder of Earth’s development: this will be the concern of the one who, from our time onward, becomes the Lord of Karma; it will be the concern of Christ.

[ 12 ] Mit dieser Übertragung des Richteramtes über die menschlichen Taten an den Christus ist aber verknüpft, dass dieser Christus auch unmittelbar eingreift in die menschlichen Geschicke. Nicht in einem physischen Leib, aber deshalb doch für diejenigen Menschen, die sich immer mehr und mehr die Fähigkeit erwerben werden, dass sie wahrnehmen können diesen Christus, für die wird der Christus eingreifen in die Geschicke der Erdenmenschheit. Da werden zum Beispiel Menschen sein, welche dieses oder jenes getan haben werden, irgendeine Tat vollbracht haben werden. Dann werden diese Menschen den Drang verspüren - und immer mehr und mehr wird es solche Menschen geben in den nächsten drei Jahrtausenden von unserem zwanzigsten Jahrhundert an -, etwas zurückzutreten von ihrer Tat. Denn etwas wie ein merkwürdiges Traumbild wird ihnen aufsteigen. In diesem Traumbild werden sie wie traumhaft etwas sehen, was so aussieht, wie wenn es ihre eigene Tat wäre, aber doch werden sie sich nicht erinnern können, jemals getan zu haben, was in diesem Bilde auftritt. Diejenigen aber, die sich nicht vorbereitet haben dafür, dass so etwas kommen wird in der Menschheitsentwicklung, die werden das nur als Ausbund einer wüsten Phantasie oder kranken Seele betrachten können. Jene aber, welche sich durch die neue Offenbarung, welche in die Menschheit kommt in unserer Zeit durch die Geisteswissenschaft, durch diese dritte Offenbarung des letzten Menschheitszyklus, genügend vorbereitet haben, werden wissen, dass dies heranwachsende neue Fähigkeiten der Menschen sind, solche Fähigkeiten, welche hineinschauen können in die geistige Welt. Und sie werden wissen, dass das Bild, das vor ihre Seele tritt, eine Vorherverkündigung jener karmischen Tat ist, welche eintreten muss einmal in der Zukunft, sei es in diesem Leben, sei es namentlich in den nächsten Erdenleben, um einen Ausgleich für das zu schaffen, was wir begangen haben. Kurz, die Menschen werden nach und nach die Fähigkeit erringen, den karmischen Ausgleich, die ausgleichende Tat, die in der Zukunft geschehen muss, zu schauen wie im Traumbilde. An dieser Tatsache können wir schon sehen, wie auch in unserer Zeit gesagt werden darf, ähnlich wie der Täufer Johannes am Jordan gesagt hat: Ändert die Seelenverfassung, denn neue Zeiten kommen, in denen neue Fähigkeiten der Menschen erwachen.

[ 12 ] However, this transfer of the office of judge over human deeds to Christ is linked to the fact that this Christ also intervenes directly in human affairs. Not in a physical body, but nevertheless for those people who will increasingly acquire the ability to perceive this Christ—for them, Christ will intervene in the destiny of humanity on Earth. There will be, for example, people who will have done this or that, who will have performed some deed. Then these people will feel the urge—and there will be more and more such people in the next three millennia, beginning with our twentieth century—to step back somewhat from their deed. For something like a strange dream image will arise within them. In this dream image, they will see, as if in a dream, something that looks as though it were their own deed, yet they will not be able to remember ever having done what appears in this image. But those who have not prepared themselves for the fact that something like this will come in the development of humanity will be able to regard it only as the product of a wild imagination or a sick soul. But those who have sufficiently prepared themselves through the new revelation coming to humanity in our time through spiritual science—through this third revelation of the last human cycle—will know that these are the emerging new abilities of human beings, abilities that can look into the spiritual world. And they will know that the image that appears before their soul is a foreshadowing of that karmic deed which must take place at some point in the future—whether in this life or, more specifically, in the next earthly lives—in order to create a balance for what we have committed. In short, people will gradually acquire the ability to see the karmic balance—the balancing act that must occur in the future—as if in a dream image. From this fact, we can already see, as may be said even in our time, much like John the Baptist said at the Jordan: Change the state of your souls, for new times are coming in which new human abilities will awaken.

[ 13 ] Aber was so gesagt ist über eine Art Wahrnehmung des Karma, das tritt noch dadurch in der kommenden Menschheit hervor, dass einem in solchem Schauen direkt entgegentritt da oder dort die ätherische Christus-Gestalt, der wirkliche Christus, wie er auf dem astralischen Plane lebt, wie er zwar nicht im physischen Leibe sich verkörpert, wie er aber auf der Erde auftritt, sichtbar für die neu erwachten Fähigkeiten der Menschen als Ratgeber, als Beschützer der Menschen, die Rat oder Hilfe oder Trost brauchen in der Einsamkeit ihres Lebens. Da werden die Zeiten kommen, wo die Menschen, sagen wir, sich durch das oder jenes betrübt und elend fühlen werden. Die Zeiten werden immer mehr und mehr solche werden, wo weniger Bedeutung und Wert haben wird das, was Hilfe des einen Menschen für den anderen ist, weil die Individualitätskraft, das individuelle Leben des Menschen immer mehr und mehr zunimmt, wo immer weniger wird, wie das in alten Zeiten unmittelbar der Fall war, dass der eine Mensch in die Seele des anderen helfend hineinwirken könne. Dafür aber wird der große Ratgeber als Äthergestalt da und dort erscheinen.

[ 13 ] But what has been said about a certain perception of karma will become even more evident in the coming humanity through the fact that, in such vision, one will directly encounter here and there the etheric form of Christ—the real Christ as he lives on the astral plane, not incarnated in a physical body, yet appearing on Earth— visible to the newly awakened faculties of human beings as a guide, as a protector of those who need counsel, help, or comfort in the loneliness of their lives. There will come times when people, let us say, will feel saddened and miserable because of this or that. Times will increasingly become such that what one person offers as help to another will have less and less significance and value, because the power of individuality, the individual life of the human being, is growing ever more, while it becomes ever less common—as was directly the case in ancient times—for one person to be able to helpfully influence the soul of another. Instead, however, the great Counselor will appear here and there as an etheric figure.

[ 14 ] Der beste Rat, der uns für die Zukunft gegeben werden kann, ist der, unsere Seele zu stärken und zu kräftigen, damit wir immer mehr und mehr erkennen, je mehr wir der Zukunft entgegenwachsen, sei es schon in dieser Inkarnation - was für die Jugend der Gegenwart der Fall ganz gewiss ist —, sei es für die nächste Inkarnation, dass neu erwachte Fähigkeiten der Menschen den großen Ratgeber, der zugleich der Richter des Karma für die kommende Menschheit wird, den Christus in seiner neuen Gestalt erkennen lernen.

[ 14 ] The best advice that can be given to us for the future is to strengthen and fortify our souls so that we may come to understand more and more as we move toward the future, whether in this very incarnation—which is certainly the case for today’s youth— or in the next incarnation—that humanity’s newly awakened abilities may come to recognize the great Guide, who will also be the Judge of Karma for the coming humanity, the Christ in his new form.

[ 15 ] Für die Menschen, die sich schon jetzt vorbereiten auf dieses Christus-Ereignis des zwanzigsten Jahrhunderts, wird es keinen Unterschied machen, ob sie dann, wenn dieses Christus-Ereignis in umfassendem Maße eintritt, in einem physischen Leibe verkörpert sind oder durch die Pforte des Todes gegangen sind. Denn auch diejenigen, die durch die Pforte des Todes gegangen sind, wenn sie sich hier auf das Christus-Ereignis vorbereitet haben, werden nach dem Tode das richtige Verständnis und Verhältnis erhalten können für und zu dem Christus-Ereignis, nicht aber diejenigen, welche achtlos an der dritten großen Verkündigung für die Menschheit, an der Theosophie, vorübergegangen sind. Denn die Vorbereitung für das Christus-Ereignis muss hier im physischen Leibe gewonnen werden. Diejenigen, welche durch die Pforte des Todes gehen, ohne die Blicke hingewendet zu haben zur Theosophie in der gegenwärtigen Inkarnation, werden abwarten müssen die nächste Inkarnation, bis sie in der richtigen Weise Verständnis werden gewinnen können für das Christus-Ereignis. In der Tat, wer niemals von diesem Christus-Ereignis gehört hat auf dem physischen Plan, kann auch das Verständnis nicht gewinnen zwischen Tod und neuer Geburt, der muss dann warten, bis er wiederum auf dem physischen Plan dazu vorbereitet wird.

[ 15 ] For those who are already preparing for this Christ event of the twentieth century, it will make no difference whether, when this Christ event occurs on a comprehensive scale, they are incarnated in a physical body or have passed through the gate of death. For even those who have passed through the gate of death, if they have prepared themselves here for the Christ Event, will be able to attain the proper understanding of and relationship to the Christ Event after death; but not those who have carelessly passed by the third great proclamation for humanity, Theosophy. For the preparation for the Christ Event must be gained here in the physical body. Those who pass through the gate of death without having turned their gaze toward Theosophy in the present incarnation will have to wait until the next incarnation before they can gain the proper understanding of the Christ Event. Indeed, whoever has never heard of this Christ event on the physical plane cannot gain understanding between death and rebirth; such a person must then wait until they are prepared for it again on the physical plane.

[ 16 ] So also steht die Menschenwesenheit, gleichgültig wann sie für die jetzt bestehende Inkarnation stirbt, vor dem großen angedeuteten Ereignis, vor dem Übergang des Christus zu seinem Richteramt, vor der Möglichkeit, dass der Christus im ätherischen Leibe vom astralischen Plane herunter in die Menschheitsentwicklung unmittelbar eingreift, sichtbar wird unter den Menschen, da und dort auftritt.

[ 16 ] Thus, regardless of when the human being dies in its present incarnation, it stands before the great event that has been foreshadowed, before Christ’s transition to his role as judge, before the possibility that Christ, in his etheric body, will intervene directly in human evolution from the astral plane, become visible among people, and appear here and there.

[ 17 ] Das ist das Eigentümliche der Menschheitsentwicklung aber, dass alte, nicht so sehr mit der geistigen Entwicklung zusammenhängende Eigenschaften der Menschen immer mehr und mehr ihre Bedeutung verlieren. Wenn wir die Menschheitsentwicklung seit der atlantischen Katastrophe überblicken, so können wir sagen: Von den großen Unterschieden, die sich in der atlantischen Zeit vorbereitet haben, haben sich hereingelebt in die gegenwärtigen Menschen die Unterschiede, die wir als Rassenunterschiede bezeichnen, und wir können in einem gewissen Sinne noch sprechen von einer altindischen Rasse, von einer urpersischen Rasse, von einer ägyptischen Rasse, von einer griechisch-lateinischen Rasse, selbst noch in unserer Zeit können wir von einer Art fünften Rasse sprechen. Aber jetzt schon hört der Rassenbegriff auf, in Bezug auf die Entwicklung der Menschheit einen rechten Sinn zu haben. Nicht wird es so sein, wie es zum Beispiel in früheren Zeiten war, dass für das, was als sechster Kulturzeitraum auf den unserigen folgt, von irgendeinem räumlichen Zentrum aus die Verbreitung dieser Kultur im Wesentlichen geschieht, sondern, was wichtig ist, das ist, dass Theosophie sich verbreitet unter der Menschheit, dass sie- wie man bei ihrem Ursprunge sagte, als man noch mehr ein dunkles Bewusstsein von dem gehabt hat, was als theosophische Bewegung notwendig ist - eine Lehre sein muss ohne Unterschied von Rasse, Nation und Geschlecht. Aus allen Rassen heraus werden diejenigen, die durch die Theosophie gegangen sind, für die sechste Kulturepoche kommen und über die Erde hin eine neue Kulturepoche begründen, welche nicht mehr auf einen Rassenbegriff gegründet ist, gegenüber welcher der Rassenbegriff nicht mehr seine Bedeutung hat. Kurz, das, was in der Welt der Maya, der äußeren Räumlichkeit, eine Bedeutung hat, schwindet dahin. Das müssen wir allmählich verstehen lernen, indem wir uns weiter entwickeln mit der Theosophischen Bewegung. Das wurde im Anfange noch nicht verstanden. Deshalb sehen wir, wie das sonst so verdienstvolle Buch «Der buddhistische Katechismus» von Olcott, wenn wir es durchlesen, etwas hervorruft, als wenn sich Rassen immer gleichartig abwickeln wie Räder. Aber diese Begriffe verlieren ihre Bedeutung für die nächste Zeit, und wir müssen uns klar sein, dass diese Anfangsstadien der theosophischen Bewegung überholt sind und dass wir für die sechste Kulturperiode dem Rassenbegriff keinen rechten Sinn mehr beilegen können.

[ 17 ] But this is the peculiarity of human development: that old human characteristics, which are not so closely connected with spiritual development, are losing their significance more and more. If we survey human development since the Atlantean catastrophe, we can say: Of the great differences that were in the making during the Atlantean era, the differences we call racial differences have become ingrained in present-day humanity, and in a certain sense we can still speak of an ancient Indian race, a primordial Persian race, an Egyptian race, a Greco-Latin race; even in our own time we can speak of a kind of fifth race. But already now the concept of race ceases to have any real meaning in relation to the development of humanity. It will not be as it was, for example, in earlier times, that for what follows our own as the sixth cultural epoch, the spread of this culture essentially takes place from some geographical center; rather, what is important is that Theosophy is spreading among humanity, that it —as was said at its inception, when people still had a rather vague understanding of what the Theosophical Movement requires—must be a teaching without distinction of race, nation, or gender. From all races, those who have passed through Theosophy will come for the sixth cultural epoch and establish a new cultural epoch across the Earth, one that is no longer founded on a concept of race, in relation to which the concept of race no longer holds any significance. In short, that which has meaning in the world of Maya, of outer spatiality, is fading away. We must gradually learn to understand this as we continue to develop with the Theosophical Movement. This was not yet understood in the beginning. That is why we see how Olcott’s otherwise so commendable book *The Buddhist Catechism*, when we read through it, evokes the impression that races always unfold in the same way as wheels. But these concepts are losing their significance for the time to come, and we must be clear that these early stages of the Theosophical Movement are outdated and that, for the sixth cultural epoch, we can no longer attach any real meaning to the concept of race.

[ 18 ] Also alles räumlich Beschränkte wird seine Bedeutung verlieren. Daher kann derjenige, der den ganzen Sinn der Menschheitsentwicklung versteht, auch verstehen, dass die Erscheinung des Christus, wie sie herantritt in den nächsten drei Jahrtausenden, nicht so sein darf, dass der Christus beschränkt ist auf einen räumlich beschränkten Leib, der doch auf ein bestimmtes Territorium beschränkt sein müsste. Wenn auch die Verkehrsmittel noch so sehr sich gehoben hätten und jetzt jemand Hilfe bräuchte in Südamerika und der Christus in Europa wäre, so müsste, wenn der Christus beschränkt wäre auf einen physischen Leib, er wenigstens mit einem Ballon nach Südamerika fahren, wenn die nächste Hilfe dort geleistet werden müsste. Wenn nun auch in noch so beliebiger Weise vorgestellt werden können die Schnelligkeiten in der Überwindung des Raumes: Das, was der Christus bei seinem Wiederkommen auf der Erde als Menschenhilfe zu leisten haben wird, wird sich nimmer darauf beschränken, was eine Wesenheit leisten kann in dem physischen Leib. Nicht einmal darauf wird es sich beschränken, dass der Christus zu gleicher Zeit nur an einem Orte sein kann: Er wird helfen können zu gleicher Zeit an einem Orte und an einem anderen Orte. Weil die geistige Wesenheit nicht an die Raumordnungen gebunden ist, so wird der, dem geholfen werden kann durch den Christus in seiner unmittelbaren Erscheinung, an dem einen Ende der Erde ebenso seine Hilfe erhalten können wie der, dem geholfen werden soll an dem anderen Ende. Nicht an Raumesgrenzen und nicht an einen fleischlichen, physischen Leib ist die neue Erscheinung des Christus gebunden. Nur derjenige, der nichts verstehen will von dem Fortschritte der Menschheit zur Geistigkeit, von dem, was umwandelt alle wichtigsten Ereignisse allmählich in Geistigkeit, nur der kann gerade das, was mit der Christus-Wesenheit gemeint ist, eben gebunden erklären an den physischen Leib.

[ 18 ] Thus, everything that is spatially limited will lose its significance. Therefore, anyone who understands the full meaning of human development can also understand that the appearance of the Christ, as it approaches over the next three millennia, must not be such that the Christ is confined to a spatially limited body, which would inevitably be restricted to a specific territory. Even if means of transportation had advanced as much as they have, and someone in South America were to need help while the Christ were in Europe, if the Christ were confined to a physical body, he would at least have to travel to South America by balloon if immediate aid were to be provided there. Even if the speeds of traversing space can be imagined in any number of ways: what Christ will have to accomplish upon his return to Earth as aid to humanity will never be limited to what a being can accomplish in a physical body. Nor will it be limited to the fact that the Christ can be in only one place at a time: He will be able to help in one place and in another place at the same time. Because the spiritual being is not bound by the laws of space, the one who can be helped by the Christ in His immediate manifestation will be able to receive His help at one end of the earth just as much as the one who is to be helped at the other end. The new manifestation of the Christ is not bound by spatial limits nor by a fleshly, physical body. Only those who refuse to understand the progress of humanity toward spirituality—that which gradually transforms all significant events into spirituality—only they can declare precisely what is meant by the Christ-being to be bound to the physical body.

[ 19 ] Damit aber haben wir, meine lieben theosophischen Freunde, schon charakterisiert, wie die Tatsachen liegen gegenüber der dritten Offenbarung und wie in dieser dritten Offenbarung auftreten muss das, was ja jetzt schon auftritt zur Durchleuchtung, zur Erklärung des Evangeliums. Das Evangelium ist die Sprache, die Theosophie in ihrem Verhältnis zum Evangelium ist der Gedankengehalt des Evangeliums, Wie die Sprache zum vollen Bewusstsein des Kindes sich verhält, so verhält sich das Evangelium, wie es verkündet worden ist, zur neuen Offenbarung, die unmittelbar aus der geistigen Welt herauskommt, zu dem, was Theosophie der Menschheit werden soll.

[ 19 ] With this, however, my dear Theosophical friends, we have already characterized the state of affairs regarding the third revelation, and how that which is already emerging must appear in this third revelation for the purpose of elucidating and explaining the Gospel. The Gospel is the language; theosophy, in its relationship to the Gospel, is the intellectual content of the Gospel. Just as language relates to a child’s full consciousness, so does the Gospel, as it has been proclaimed, relate to the new revelation that comes directly from the spiritual world—to what theosophy is to become for humanity.

[ 20 ] Dessen müssen wir uns bewusst sein, meine lieben theosophischen Freunde, dass wir in der Tat eine gewisse Aufgabe haben, eine Aufgabe des Verständnisses, wenn wir zuerst aus dem Unbewussten der Seele heraus und dann immer klarer und klarer unsere Zugehörigkeit zur Theosophie verspüren. Wir müssen es gewissermaßen als eine Auszeichnung vonseite des Weltgeistes, als Gnade vonseiten der schöpferischen, führenden Weltgeister betrachten, wenn unser Herz uns heute hintreibt zu dieser neuen Verkündigung, die sich als dritte zur Verkündigung vom Sinai und vom Jordan hinzugesellt. Das ist die Aufgabe dieser neuen Verkündigung, den gesamten Menschen uns erkennen zu lassen, uns tief und immer tiefer hinzuweisen darauf, dass das, dessen sich der Mensch zunächst bewusst ist, umhüllt ist von anderen Wesensgliedern der menschlichen Natur, die aber ihre Bedeutung haben für das gesamte Leben des Menschen. Und es ist notwendig, dass unsere Freunde von den verschiedensten Gesichtspunkten aus kennenlernen, was die Glieder der Menschenwesenheit sind.

[ 20 ] We must be aware, my dear Theosophical friends, that we do indeed have a certain task—a task of understanding—when we first sense our connection to Theosophy from the depths of the soul and then feel it more and more clearly. We must regard it, so to speak, as a distinction bestowed by the World Spirit, as a grace from the creative, guiding World Spirits, when our hearts drive us today toward this new proclamation, which joins the proclamations from Sinai and the Jordan as a third. This is the task of this new proclamation: to enable us to recognize the whole human being, to point out to us deeply and ever more deeply that what the human being is initially conscious of is enveloped by other aspects of human nature, which, however, have their significance for the entire life of the human being. And it is necessary that our friends come to know, from the most diverse points of view, what the aspects of the human being are.

[ 21 ] Heute wollen wir einmal, von dem Innern des Menschen ausgehend, einiges sagen über diese Wesenheit des Menschen. Da wissen unsere Freunde zunächst, dass, wenn wir von dem Ich, dem eigentlich zentralen Wesenskern des Menschen ausgehen, wir als die nächste Hülle finden das, was wir mehr oder weniger abstrakt genannt haben den astralischen Leib. Dann weiter nach außen gehend finden wir den sogenannten Ätherleib und wiederum weiter nach außen den physischen Leib. Wir können aber, wenn wir auf das reale Leben blicken, noch in einer anderen Weise von diesen Hüllen des Menschen sprechen. Und wir wollen heute unmittelbar aus dem Leben herausgreifen, was allerdings nur aus den Vorstellungen des Okkultismus heraus erkannt werden kann, was aber verstanden werden kann durch eine unbefangene Beobachtung des Lebens.

[ 21 ] Today, starting from the innermost being of the human being, we would like to say a few words about this essence of the human being. Our friends know, first of all, that when we start with the “I”—the very core of the human being’s being—we find, as the next layer, what we have more or less abstractly called the astral body. Moving further outward, we find the so-called etheric body, and still further outward, the physical body. However, when we look at real life, we can speak of these human sheaths in yet another way. And today we want to draw directly from life itself—though this can only be recognized through the concepts of occultism, it can be understood through an unbiased observation of life.

[ 22 ] Heute sagt gar mancher, der hochmütig und hochfahrend geworden ist durch das, was man naturwissenschaftliche Weltanschauung nennt: Die Zeiten des Glaubens der Menschheit sind lange vorbei, das Glauben entspricht der Kindheitsstufe der Menschheit, heute ist die Menschheit aufgerückt zum Wissen, heute muss man alles wissen, darf nicht mehr bloß glauben.

[ 22 ] Today, there are even some who, having become arrogant and haughty due to what is called a scientific worldview, claim: The age of faith is long past; faith belongs to humanity’s childhood stage; today, humanity has advanced to the realm of knowledge; today, one must know everything and can no longer simply believe.

[ 23 ] Nun, das mag ja alles leidlich klingen, aber es ist doch, meine lieben theosophischen Freunde, kein Verstand dabei im Grunde genommen, denn bei solchen Dingen muss man auch noch manche andere Frage aufwerfen als just die, ob im Laufe der Entwicklung heute etwa das Wissen an die Menschheit herangetreten ist durch die äußere Wissenschaft. Man muss die andere Frage aufwerfen: Bedeutet denn die Tatsache des Glaubens als solche etwas für die Menschheit? Gehört es vielleicht nicht zur Menschennatur überhaupt, zu glauben? Es könnte ja natürlich durchaus sein, dass durch das oder jenes die Menschen den Glauben ablegen, abwerfen wollen. Aber so, wie es den Menschen gestattet ist, auch manchmal auf eine kurze Zeit hindurch auf ihre äußere Gesundheit loszuwüten, ohne dass sich der Schaden gleich zeigt, so könnte es sehr wohl sein, und es ist so: Die Menschen mögen den Glauben zu den abgetanen Gütern ihrer Väter legen. Das ist aber gerade so, wie wenn die Menschen eine Weile wüst auf ihre Gesundheit losstürmten und die alten Kräfte verbrauchten. Wenn der Mensch heute den Glauben zu den überlebten Gütern seiner Väter legt, so zehrt er doch in Bezug auf seine Lebenskräfte der Seele von den alten Glaubensgütern, die er mit den Traditionen und Überlieferungen ererbt hat. Es hängt gar nicht vom Menschen ab, den Glauben abzulegen oder nicht, denn der Glaube stellt in der Menschenseele eine Anzahl von Kräften dar, eine Summe von Kräften, die zu den Lebenskräften der Seele gehören. Es kommt gar nicht darauf an, ob wir glauben wollen oder nicht, sondern darauf, dass wir die Kräfte, die das Wort «Glaube» ausdrückt, als Lebenskräfte der Seele haben müssen, dass die Seele verdorrt, verödet und vereinsamt, wenn sie nichts glauben kann.

[ 23 ] Well, that may all sound reasonable enough, but, my dear Theosophical friends, there is really no logic to it, for when it comes to such matters, one must raise many other questions besides the mere question of whether, in the course of evolution, knowledge has now reached humanity through external science. One must raise the other question: Does the fact of faith as such mean anything to humanity? Is it not perhaps part of human nature to believe? It could, of course, very well be that through this or that, people want to renounce or cast off faith. But just as people are sometimes permitted to run amok with their physical health for a short time without the damage becoming immediately apparent, so it could very well be—and indeed it is—that people may cast faith aside as one of their fathers’ obsolete legacies. But this is precisely like people recklessly squandering their health for a while and exhausting their old reserves of strength. When people today cast their faith aside as the outdated heritage of their fathers, they are nevertheless drawing upon the old spiritual assets of faith—inherited through traditions and customs—to sustain the vital forces of their souls. It does not depend on the individual at all whether to cast off faith or not, for faith represents a number of forces in the human soul, a sum of forces that belong to the soul’s vital forces. It does not depend at all on whether we want to believe or not, but on the fact that we must possess the forces expressed by the word “faith” as vital forces of the soul; that the soul withers, becomes desolate, and grows lonely if it cannot believe anything.

[ 24 ] Es gab ja übrigens auch Menschen, die ohne Kenntnis der Naturwissenschaft viel gescheiter waren als diejenigen, die die naturwissenschaftliche Weltanschauung heute vertreten. Die haben nicht gesagt, wie man glaubt, dass durchaus gesagt worden sei: Ich glaube, was ich nicht weiß - sondern: Ich glaube das, was ich weiß, eben erst recht. - Das Wissen ist nur die Grundlage des Glaubens. Wir sollen wissen, damit wir uns immer mehr zu den Kräften erheben können, die die Glaubenskräfte der menschlichen Seele sind. Wir müssen in unserer Seele haben, was hinblicken kann auf eine übersinnliche Welt, was Hinlenkung aller unserer Gedanken und Vorstellungen ist auf eine übersinnliche Welt. Wenn wir diese Kräfte nicht haben, die also das Wort «Glaube» ausdrückt, so verödet etwas an uns, wir werden dürr, trocknen ein wie das Laub im Herbst. Eine Weile kann es gehen für die Menschheit, aber dann geht es nicht mehr. Und wenn die Menschheit wirklich den Glauben verlieren würde, dann würde sie schon in den nächsten Jahrzehnten sehen, was das für die Entwicklung bedeuten würde. Dann würden durch die verlorenen Glaubenskräfte die Menschen herumgehen müssen so, dass keiner mehr recht weiß, was er mit sich anzufangen hat, um sich im Leben zurechtzufinden, dass keiner eigentlich bestehen kann in der Welt, weil er Furcht, Sorge und Ängstlichkeit hat vor dem und jenem. Kurz, jenes Leben, das in unserer Seele frisch quellen soll, kann uns nur durch die Glaubenskräfte gegeben werden.

[ 24 ] Incidentally, there were also people who, without any knowledge of the natural sciences, were far wiser than those who espouse the scientific worldview today. They did not say, as is commonly believed: “I believe what I do not know”—but rather: “I believe what I know, all the more so.” - Knowledge is merely the foundation of faith. We must know so that we can increasingly rise to the powers that are the forces of faith within the human soul. We must have within our soul that which can look toward a supersensible world—that which directs all our thoughts and ideas toward a supersensible world. If we do not possess these powers—which the word “faith” expresses—then something within us withers; we become barren, drying up like autumn leaves. Humanity might manage for a while, but then it will no longer be possible. And if humanity were truly to lose its faith, it would see within the next few decades what that would mean for its development. Then, due to the loss of the powers of faith, people would have to go about their lives in such a way that no one would really know what to do with themselves to find their way in life, that no one could actually survive in the world because they would be filled with fear, worry, and anxiety about this and that. In short, that life which is meant to spring forth fresh in our souls can only be given to us through the powers of faith.

[ 25 ] Das ist aus dem Grunde so, weil in den verborgenen Tiefen unseres Wesens, für das äußere Bewusstsein zunächst unwahrnehmbar, etwas ruht, in das eingebettet ist unser eigentliches Ich. Und das, worin unser Ich ruht, was sich gleich geltend macht, wenn wir es nicht beleben, das ist das, was wir nennen können jene menschliche Hülle, in welcher die Glaubenskräfte lebendig sind, was wir nennen können die Glaubensseele oder meinetwillen den Glaubensleib. Und das ist dasselbe, was wir bisher mehr abstrakt den astralischen Leib genannt haben. Die Glaubenskräfte sind die wichtigsten Kräfte des astralischen Leibes, und ebenso wie richtig ist der Ausdruck «Astralleib», ebenso ist richtig der Ausdruck «Glaubensleib».

[ 25 ] This is so because, in the hidden depths of our being—at first imperceptible to our outer consciousness—there lies something in which our true self is embedded. And that in which our I rests, which asserts itself immediately if we do not enliven it, is what we can call that human shell in which the forces of faith are alive, what we can call the soul of faith or, if you will, the body of faith. And this is the very same thing we have hitherto referred to more abstractly as the astral body. The forces of faith are the most important forces of the astral body, and just as the term “astral body” is correct, so too is the term “body of faith.”

[ 26 ] Ein Zweites, was in den verborgenen Tiefen des menschlichen Wesens als Kräfte da sein muss, meine lieben theosophischen Freunde, ist das, was zum Ausdruck gebracht wird mit dem Worte «Liebe». Liebe ist nicht nur etwas, was die Menschen durch entsprechende Bande zusammenhält, sondern etwas, was auch der einzelne Mensch braucht. Der Mensch, der keine Liebekraft entwickeln kann, verödet und verdorrt auch in seinem Wesen. Man stelle sich nur einen Menschen vor, der nun wirklich so voll von Egoismus ist, dass er nicht lieben kann. Es ist im Grunde genommen - wenn es solche Menschen auch nur bis zu einem gewissen Grade gibt und sie also doch gesehen werden können - recht traurig, solche Gestalten zu sehen, die nicht lieben können, die ihr Leben in irgendeiner Inkarnation zubringen ohne jene lebendige Wärme in sich zu erzeugen, die nur dann erzeugt wird, wenn wir nur irgendetwas, dieses oder jenes in der Welt, lieben können. Gestalten, die das nicht können, in ihrer Dürre und Trockenheit durch die Welt schreiten zu sehen, haben etwas recht Trauriges; denn die Liebekraft ist eine Lebenskraft, die etwas, was noch tiefer in unserem Wesen ruht, entfacht und wach und lebendig erhält, eine noch tiefere Kraft als selbst der Glaube.

[ 26 ] A second force that must exist in the hidden depths of the human being, my dear Theosophical friends, is that which is expressed by the word “love.” Love is not only something that binds people together through appropriate bonds, but also something that the individual human being needs. The person who cannot develop the power of love becomes desolate and withers away in their very being. Just imagine a person who is so full of selfishness that they cannot love. It is, in essence—even if such people exist only to a certain degree and can thus be observed—quite sad to see such figures who cannot love, who spend their lives in some incarnation without generating within themselves that living warmth that is produced only when we are able to love something, this or that in the world. There is something quite sad about seeing such figures, who are incapable of this, striding through the world in their barrenness and dryness; for the power of love is a life force that kindles and keeps alive something that lies even deeper within our being—a force even deeper than faith itself.

[ 27 ] Und so wie wir eingebettet sind in einen Glaubensleib, den wir auch von anderen Gesichtspunkten aus den Astralleib nennen, so sind wir eingebettet in einen Liebeleib, den wir von anderen Gesichtspunkten aus in der Theosophie benennen gelernt haben den ätherischen oder Lebensleib. Denn die Kräfte, die zunächst aus den Tiefen unseres Wesens heraufwirken zu uns aus unserem Ätherleib, sind die Kräfte, die sich dadurch ausdrücken, dass der Mensch lieben kann, lieben auf allen Stufen seines Daseins. Wenn der Mensch ganz und gar die Liebekraft aus seinem Wesen entfernen könnte - das kann selbst nämlich der egoistischste Mensch nicht, denn es gehört, Gott sei Dank, zu dem, was der Mensch egoistisch erstreben kann, auch das, dass er etwas lieben kann; sagen wir, um ein naheliegendes Beispiel zu gebrauchen, wenn derjenige, der nichts anderes mehr lieben kann, oftmals noch anfängt, wenn er recht geizig wird, das Geld zu lieben und sich so eine wohltätige Liebekraft doch wenigstens noch ersetzt durch eine aus dem gründlichen Egoismus herauskommende Liebekraft -, so würde diese Hülle, welche von den Liebekräften unterhalten wird, wenn gar nichts von Liebe in dem Menschen wäre, ganz zusammenschrumpfen, und der Mensch würde tatsächlich an Liebeleerheit sterben müssen. Wirklich physisch sterben würde der Mensch an Liebeleerheit. Das Zusammenschrumpfen der Liebekräfte ist dasselbe, was wir nennen können das Zusammenschrumpfen der Kräfte des Ätherleibes, denn der Ätherleib ist zugleich der Liebeleib.

[ 27 ] And just as we are embedded in a body of faith—which we also call the astral body from other perspectives—so too are we embedded in a body of love, which we have come to know in theosophy as the etheric or life body. For the forces that initially rise up to us from the depths of our being through our etheric body are the forces that express themselves in the fact that human beings can love—love at every stage of their existence. If a human being could completely remove the power of love from their being—which even the most selfish person cannot do, for, thank God, the ability to love something is part of what a human being can strive for even in a selfish way; let us say, to use an obvious example, that when someone who can no longer love anything else often begins, when he becomes quite miserly, to love money, and thus at least replaces a benevolent power of love with a power of love arising from thoroughgoing selfishness— then this shell, which is sustained by the forces of love, would shrink completely if there were absolutely no love left in the human being, and the human being would indeed have to die of a lack of love. The human being would truly die physically from a lack of love. The shrinking of the forces of love is the same thing we can call the shrinking of the forces of the etheric body, for the etheric body is at the same time the body of love.

[ 28 ] So haben wir, meine lieben theosophischen Freunde, im Mittelpunkte des menschlichen Wesens des Menschen zentralen Wesenskern, das Ich. Umgeben haben wir dieses Ich von seiner nächsten Hülle, dem Glaubensleib, und den Glaubensleib wiederum umgeben von dem Liebeleib.

[ 28 ] Thus, my dear Theosophical friends, at the center of the human being lies the central core of the being, the I. Surrounding this I is its next layer, the body of faith, and surrounding the body of faith, in turn, is the body of love.

[ 29 ] Wenn wir weitergehen, so kommen wir noch zu einer Klasse von Kräften, die wir im Leben brauchen. Wenn wir diese Kräfte nicht haben können, gar nicht haben können, dann, ja dann drückt sich das in unserer äußeren Menschlichkeit in sehr bedeutsamer Weise aus. Das, was wir im Leben brauchen als im eminentesten Sinne belebende Kräfte, das sind die Kräfte der Hoffnung, der Zuversicht für das Zukünftige. Der Mensch kann ohne die Hoffnung überhaupt nicht einen Schritt im Dasein machen, insoweit es der physischen Welt angehört. Der Mensch hat allerdings manchmal sonderbare Ausreden, wenn er zum Beispiel nicht einsehen will, dass es in gewisser Be: hung für den Menschen notwendig ist zu wissen, was sich zuträgt zwischen Tod und Geburt. Er sagt: Was brauchen wir denn das zu wissen, wir wissen ja nicht einmal, was mit uns am nächsten Morgen los ist, was sollen wir uns erst Kenntnisse aneignen über das, was zwischen Tod und Geburt sich zuträgt?

[ 29 ] If we continue, we come to another class of forces that we need in life. If we cannot have these forces—if we are simply unable to have them—then, yes, then this is expressed in our outward humanity in a very significant way. What we need in life as the most vitalizing forces are the forces of hope and confidence in the future. Without hope, a human being cannot take a single step in existence, insofar as it pertains to the physical world. People, however, sometimes have strange excuses when, for example, they refuse to acknowledge that it is, in a certain sense, necessary for human beings to know what happens between death and birth. They say: Why do we need to know that? We don’t even know what will happen to us tomorrow morning—why should we bother acquiring knowledge about what happens between death and birth?

[ 30 ] Kennen wir wirklich nicht den nächsten Tag? Wir kennen etwas nicht in Bezug auf den nächsten Tag, was für die Einzelheiten unseres übersinnlichen Lebens bedeutsam ist. Gröber ausgesprochen: Wir wissen vielleicht nicht, ob wir noch physisch am Leben sind. Aber eines wissen wir: Sofern wir physisch am Leben sind, wird am nächsten Tage geradeso Morgen, Mittag und Abend sein wie heute. Und wenn wir heute als Tischler einen Tisch gemacht haben, so wird er am nächsten Tage da sein, und wenn wir heute Stiefel gemacht haben, so wird siejemand am nächsten Tag anziehen können, und wenn wir Samen gelegt haben, so wissen wir, dass sie im nächsten Jahre aufgehen werden. Wir wissen just das, was wir zu wissen brauchen von der Zukunft. Wenn das nicht so wäre, dass sich in rhythmischer Weise, in einer vorher zu erholenden Weise die Ereignisse der Zukunft zutrügen, so wäre das Leben in der physischen Welt unmöglich. Würde jemand heute einen Tisch machen, wenn er nicht sicher sein könnte, dass er über Nacht nicht zerstört würde? Würde er Samen pflanzen, wenn er keine Ahnung hätte, was das nächste Jahr daraus wird? Gerade für das physische Leben brauchen wir die Hoffnung, denn es hält die Hoffnung alles physische Leben zusammen und aufrecht.

[ 30 ] Do we really not know what tomorrow will bring? There is something we do not know about tomorrow that is significant for the details of our spiritual life. To put it more bluntly: We may not know whether we will still be physically alive. But one thing we do know: provided we are physically alive, the next day will have a morning, noon, and evening just as today does. And if we have made a table today as a carpenter, it will be there the next day; and if we have made boots today, someone will be able to wear them the next day; and if we have sown seeds, we know that they will sprout next year. We know exactly what we need to know about the future. If it were not the case that the events of the future unfold in a rhythmic manner, in a way that can be anticipated, life in the physical world would be impossible. Would anyone make a table today if they could not be sure it would not be destroyed overnight? Would they plant seeds if they had no idea what would become of them next year? It is precisely for physical life that we need hope, for hope holds all physical life together and sustains it.

[ 31 ] Nichts kann geschehen auf dem äußeren physischen Plan ohne die Hoffnung. Daher hängen auch die Hoffnungskräfte mit der letzten Hülle unseres menschlichen Wesens zusammen, mit unserem physischen Leib. Was die Glaubenskräfte für den Astralleib, die Liebekräfte für den Ätherleib sind, das sind die Hoffnungskräfte für den physischen Leib. Daher ein Mensch, der nicht hoffen könnte, ein Mensch, der verzweifeln müsste an demjenigen, was er voraussetzen muss für die Zukunft, er würde so durch die Welt gehen, dass das an seinem physischen Leibe wohl bemerkbar ist. Nichts so sehr als die Hoffnungslosigkeit drückt sich aus in den groben Furchen, in den ertötenden Kräften unseres physischen Leibes. Wir können sagen: Unser zentraler Wesenskern ist umhüllt von dem Glaubens- oder Astralleib, von dem Liebe- oder Ätherleib und von dem Hoffnungsleib, dem physischen Leib. Und erst dann fassen wir den physischen Leib in seiner richtigen Bedeutung, wenn wir das ins Auge fassen, was er ist: dass er in Wahrheit nicht äußere physische Anziehungsoder Abstoßungskräfte hat - das ist materialistische Anschauung -, sondern das, was wir in unseren Begriffen kennen als Hoffnungskräfte. Das ist in Wahrheit das, was in unserem physischen Leibe ist. Die Hoffnung baut unseren physischen Leib auf, nicht Anziehungs- und Abstoßungskräfte. Gerade in dieser Beziehung können wir einsehen, dass uns die neue Offenbarung, die theosophische oder geisteswissenschaftliche Offenbarung das Richtige gibt.

[ 31 ] Nothing can happen on the outer physical plane without hope. Therefore, the forces of hope are also connected to the outermost layer of our human being, to our physical body. Just as the forces of faith are to the astral body and the forces of love are to the etheric body, so are the forces of hope to the physical body. Therefore, a person who could not hope, a person who must despair of what they must assume for the future, would go through the world in such a way that it would be clearly noticeable in their physical body. Nothing expresses itself as much as hopelessness in the deep furrows, in the life-destroying forces of our physical body. We can say: Our central core of being is enveloped by the body of faith or astral body, by the body of love or etheric body, and by the body of hope, the physical body. And only then do we grasp the physical body in its true significance when we consider what it is: that in truth it does not possess external physical forces of attraction or repulsion—that is the materialistic view—but rather what we know in our concepts as forces of hope. That is in truth what is within our physical body. Hope builds up our physical body, not forces of attraction and repulsion. It is precisely in this regard that we can see that the new revelation—theosophical or of Spiritual Science—gives us the truth.

[ 32 ] Was gibt uns diese Geisteswissenschaft? Sie gibt uns dadurch, dass sie uns bekannt macht mit dem allumfassenden Karmagesetz, mit dem Gesetze der wiederholten Erdenleben, das, was in geistiger Beziehung uns ebenso mit der Hoffnung durchdringt, wie uns das Bewusstsein, dass morgen die Sonne aufgehen wird, dass die Samen als Pflanzen wachsen werden, für den physischen Plan mit der Hoffnung ausstattet. Sie zeigt uns, dass das, was von uns auch noch im physischen Plan gesehen werden kann als das Untergehende, als das Pulverisiert-Werdende, wenn wir durch die Pforte des Todes gehen, dass dieser physische Leib von den Kräften, die uns als Hoffnungskräfte durchdringen, wenn wir Karma verstehen, wieder aufgebaut wird in einem neuen Leben. Mit den stärksten Hoffnungskräften stattet die Menschheit aus die Geisteswissenschaft, die Theosophie.

[ 32 ] What does this spiritual science offer us? By introducing us to the all-encompassing law of karma, to the law of repeated earthly lives, it gives us—in the spiritual realm—the same sense of hope that the awareness that the sun will rise tomorrow and that seeds will grow into plants gives us on the physical plane. It shows us that what can still be seen by us on the physical plane as that which is perishing, as that which is being reduced to dust when we pass through the gate of death, that this physical body will be rebuilt in a new life by the forces that permeate us as forces of hope when we understand karma. Spiritual science, theosophy, endows humanity with the strongest forces of hope.

[ 33 ] Wenn diese Theosophie als eine neue Offenbarung in der gegenwärtigen Zeit von den Menschen zurückgewiesen würde, so würden die Menschen natürlich auch in künftigen Leben auf der Erde wiedererscheinen. Denn dadurch hört das Leben nicht auf, dass die Menschen von den Gesetzen dieses Lebens nichts wissen. Die Menschen würden verkörpert werden, aber es würde sich etwas sehr Merkwürdiges erfüllen in diesen menschlichen Wiederverkörperungen. Es würde nämlich in diesen Wiederverkörperungen eintreten, dass die Menschen allmählich ein am ganzen Leib runzliges und welkes Geschlecht würden, ein Geschlecht, das zuletzt so lahme Leiber hätte auf dieser Erde, dass die Menschen nichts mehr verrichten könnten. Kurz, ein Absterben und Abdorren würde über die Menschheit kommen in den künftigen Inkarnationen, wenn nicht beleben würde das Bewusstsein - und von da aus die verborgensten Tiefen des menschlichen Wesens bis zum physischen Leib - jene starke Hoffnung, welche uns kommt durch die Sicherheit des Wissens, das wir erlangen aus dem Karmagesetz heraus und aus dem Gesetz von den wiederholten Erdenleben. Die Menschheit ist schon in der Tendenz, absterbende, verdorrende Leiber zu erzeugen, Leiber, die in der Zukunft immer rachitischer, selbst in Bezug auf das Knochensystem, werden würden. Mark in die Knochen, Lebenskraft in die Nerven hinein wird die neue Offenbarung bringen, die sich nicht bloß als Theorie geltend machen wird, sondern als belebende Kräfte, vor allen Dingen als belebende Hoffnungskräfte.

[ 33 ] If this Theosophy were rejected by people as a new revelation in the present age, people would naturally reappear on Earth in future lives. For life does not cease simply because people are unaware of the laws of this life. People would be reincarnated, but something very strange would come to pass in these human reincarnations. For in these reincarnations, people would gradually become a race with wrinkled and withered bodies, a race that would eventually have bodies so feeble on this Earth that people would no longer be able to perform any tasks. In short, a process of dying off and withering would come upon humanity in future incarnations, were it not for the consciousness—and from there, the most hidden depths of the human being down to the physical body—being enlivened by that strong hope which comes to us through the certainty of the knowledge we gain from the law of karma and from the law of repeated earthly lives. Humanity is already tending to produce withering, decaying bodies—bodies that in the future would become increasingly rickety, even in terms of the skeletal system. The new revelation will bring strength to the bones and vitality to the nerves; it will assert itself not merely as a theory, but as life-giving forces, above all as life-giving forces of hope.

[ 34 ] Glaube, Liebe, Hoffnung sind drei Stufen menschlichen Wesens, die zur gesamten Gesundheit und zum gesamten Leben gehören, ohne die der Mensch nicht sein kann. Und ebenso wenig, wie ein dunkler Raum ein Arbeitsraum sein kann, wenn er nicht beleuchtet wird, so kann das menschliche Wesen in seiner vierfachen Natur nicht bestehen, wenn seine drei Hüllen nicht durchtränkt, durchglüht und durchkraftet sind von Glaube, Liebe, Hoffnung, von demjenigen, was die Grundkräfte sind unseres Astralleibes, unseres Ätherleibes und unseres physischen Leibes. Und nehmt, meine lieben theosophischen Freunde, nur den einen Fall in Bezug auf die Art und Weise, wie sich in die Welt hineinstellt die neue Offenbarung, die durchdringt mit Gedankengehalt die alte Sprache! Dringen uns nicht herauf aus der Evangelienoffenbarung die drei wunderbaren Worte, die sozusagen wie Weisheitsworte durch die Zeiten klingen: Glaube, Liebe, Hoffnung! Aber man hat sie in ihrem ganzen Zusammenhange für das Menschenleben nicht verstanden, so wenig verstanden, dass nur in manchen Gegenden die richtige Reihenfolge eingehalten wird. Man sagt zwar zuweilen: Glaube, Liebe, Hoffnung, weil das der richtigen Reihenfolge entspricht, aber man hat den Gedankengehalt so wenig verstanden, dass man oft sagt: Glaube, Hoffnung, Liebe, was falsch ist, weil man nicht sagen kann: Astralleib, physischer Leib, Ätherleib, wenn man der Reihe nach aufzählen will. Das ist durcheinandergeworfen worden etwa in derselben Weise, wie das Kind, das noch nicht den Gedankengehalt der Sprache hat, manchmal etwas durcheinanderwirft in der Sprache.

[ 34 ] Faith, love, and hope are three aspects of human nature that are integral to overall health and life, without which a person cannot exist. And just as a dark room cannot be a workspace if it is not illuminated, so the human being cannot exist in its fourfold nature if its three sheaths are not permeated, infused, and energized by faith, love, and hope—by those forces that are the fundamental powers of our astral body, our etheric body, and our physical body. And consider, my dear Theosophical friends, just this one instance regarding the manner in which the new revelation, which permeates the old language with its spiritual content, is entering the world! Do not the three wondrous words rise up to us from the Gospel revelation, resounding through the ages, so to speak, as words of wisdom: Faith, Love, Hope! But they have not been understood in their full context for human life, so little understood that only in some regions is the correct order observed. One does indeed sometimes say: Faith, Love, Hope, because that corresponds to the correct order, but the conceptual content has been so little understood that one often says: Faith, Hope, Love, which is wrong, because one cannot say: astral body, physical body, etheric body, when one wants to list them in order. This has been jumbled up in much the same way as a child who has not yet grasped the conceptual content of language sometimes mixes things up in speech.

[ 35 ] So geht es mit allem, was sich auf die zweite Offenbarung bezieht, es wird durchdrungen von dem Gedankengehalt. Das haben wir angestrebt zum Beispiel in der Erklärung der Evangelien. Was sind diese Evangelien zunächst gewesen bisher? Etwas, was die Menschen erbauen konnte, mit großen, gewaltigen Empfindungen durchdringen konnte, was der Menschheit ein Verständnis geben konnte für das Gemüt und Gefühl von dem Mysterium von Golgatha. Aber man nehme nur die ganz einfache Sache, dass man überhaupt erst angefangen hat über die Evangelien nachzudenken! Und als man nachzudenken angefangen hat, da hat man gleich Widersprüche gefunden, und erst die geistige Wissenschaft wird zeigen, wie diese Widersprüche zu erklären sind. So wird man erst jetzt anfangen das, was der Menschheit als eine Sprache der übersinnlichen Welten in den Evangelien gegeben worden ist, als Gedankengehalt auf die Seele wirken zu lassen. Damit haben wir auf das ganz Wichtige und Wesentliche unserer Zeit hingedeutet, auf die neue Erscheinung des Christus im ätherischen Leibe, die durch den ganzen Charakter unserer Zeit eben nicht an einen physischen Leib gebunden sein darf. Darauf haben wir hingedeutet, dass der Christus erscheint auf der Erde in seinem Richteramt, gleichsam gegenüber dem leidenden Christus von Golgatha als der triumphierende Christus, als der Herr des Karma, der schon vorausgeahnt worden ist von denjenigen, die den Christus des jüngsten Gerichts gemalt haben. Malt oder schildert man das in Bildern, so stellt man etwas, das in einem Zeitmoment geschehen wird, hin. In Wahrheit ist das etwas, was in dem zwanzigsten Jahrhundert beginnt und durchgeht bis zu dem Erdenende. Das Gericht beginnt von unserem zwanzigsten Jahrhundert ab, das heißt die Ordnung des Karma. Und dann haben wir gesehen, wie unendlich wichtig es ist für unsere Zeit, dass diese Offenbarung herantritt an die Menschheit, sodass selbst Dinge wie Glaube, Liebe, Hoffnung erst richtig gewürdigt werden können.

[ 35 ] This is true of everything related to the Second Revelation; it is permeated by its spiritual content. This is what we have sought to achieve, for example, in our explanation of the Gospels. What have these Gospels been up to now? Something that could edify people, that could fill them with great, powerful emotions, that could give humanity an understanding of the spirit and feeling of the Mystery of Golgotha. But just take the very simple fact that we have even begun to think about the Gospels at all! And as soon as we began to think, we immediately found contradictions, and only spiritual science will show how these contradictions can be explained. Only now will we begin to allow what has been given to humanity in the Gospels as a language of the supersensible worlds to take effect on the soul as a content of thought. With this, we have pointed to the very important and essential aspect of our time: the new appearance of Christ in the etheric body, which, precisely because of the whole character of our time, must not be bound to a physical body. We have pointed to the fact that Christ appears on earth in his office as Judge, as it were, in contrast to the suffering Christ of Golgotha as the triumphant Christ, as the Lord of Karma, who has already been foreshadowed by those who have depicted the Christ of the Last Judgment. If one paints or depicts this in pictures, one presents something that will take place at a specific moment in time. In truth, this is something that begins in the twentieth century and continues until the end of the world. The Judgment begins in our twentieth century, that is, the order of karma. And then we have seen how infinitely important it is for our time that this revelation comes to humanity, so that even things like faith, love, and hope can be truly appreciated.

[ 36 ] Und nun, meine lieben theosophischen Freunde, mögen diejenigen, die immer nur an Materielles glauben können, es zunächst wiederum so machen, wie es viele Menschen heute in Bezug auf die Ereignisse von Palästina machen. Während Johannes der Täufer gesagt hat: Ändert die Seelenverfassung, die Reiche der Himmel sind nahe herbeigekommen; nehmt an das menschliche Ich, das sich nicht mehr zu entäußern braucht, um in die geistige Welt zu kommen — damit ist klar und deutlich gesagt, um was es sich handelt, gesagt, dass die Zeit herangekommen ist mit den Ereignissen von Palästina, wo das Übersinnliche hineinleuchten kann in das menschliche Ich, sodass die Himmel heruntergestiegen sind bis zum menschlichen Ich -, während früher das Ich ins Unbewusste untertauchen musste, um zu ihnen zu kommen, sagen diejenigen, die alles materiell ausdeuten: Ja, der Christus hat, mit den Schwächen und Fehlern, mit den Vorurteilen seiner Zeit rechnend, eben verkündigt wie die Leichtgläubigen seiner Zeit: Das tausendjährige Reich werde sich verwirklichen, oder es werde eine große Erdenkatastrophe kommen. Die sei aber gar nicht gekommen.

[ 36 ] And now, my dear Theosophical friends, may those who can only ever believe in the material world do, for the time being, what many people do today with regard to the events in Palestine. While John the Baptist said: Change the state of your souls, for the kingdoms of heaven have drawn near; accept the human ego, which no longer needs to renounce itself in order to enter the spiritual world —this makes it clear and unambiguous what is at stake, stating that the time has come with the events in Palestine, where the supersensible can shine into the human ego, so that the heavens have descended down to the human ego—whereas formerly the ego had to plunge into the unconscious to reach them—those who interpret everything materially say: Yes, Christ, taking into account the weaknesses and faults, the prejudices of his time, proclaimed just as the gullible of his time did: The thousand-year kingdom would be realized, or a great earthly catastrophe would come. But that did not come at all.

[ 37 ] Es war schon eine Katastrophe, die ist wirklich gekommen, aber nur für den Geist bemerkbar. Diejenigen, die leichtgläubig, die abergläubisch sind, die da glauben, Christus hätte verkündigt ein buchstäbliches Herunterkommen aus den Wolken, das sind die materialistischen Ausleger dessen, was Christus gemeint hat. So mag es heute auch wiederum Leute geben, die das, was im Geiste zu erfassen ist, materiell auslegen, und wenn es sich materiell nicht vollzieht, dann über die Sache ebenso denken, wie man gedacht hat über die Ereignisse von der Verwirklichung des tausendjährigen Reiches. Wie sieht da heute mancher fast mitleidsvoll auf das Christus-Ereignis und sagt: Nun ja, der Christus war eben in dieser Beziehung auch von dem Glauben seiner Zeit befangen, er dachte an ein baldiges Herankommen des Reiches der Himmel auf die Erde. Das war eine Schwäche von dem Christus, meinen sie, und dann sah man - das sagen selbst große Theologen -, dass die Reiche der Himmel doch nicht auf die Erde heruntergekommen sind.

[ 37 ] It was indeed a catastrophe—one that has truly come to pass—but it is perceptible only to the spirit. Those who are gullible, those who are superstitious, those who believe that Christ proclaimed a literal descent from the clouds—these are the materialistic interpreters of what Christ meant. So there may well be people today who interpret what is to be grasped in the spirit in material terms, and if it does not come to pass materially, then they think of the matter just as people thought of the events surrounding the realization of the millennial kingdom. How is it that today some look upon the Christ event almost with pity and say: Well, Christ was, in this respect, also influenced by the beliefs of his time; he thought the Kingdom of Heaven would soon come to earth. That was a weakness on Christ’s part, they say, and then one saw—even great theologians say this—that the Kingdom of Heaven did not come down to earth after all.

[ 38 ] Es mag sein, dass auch unserer neuen Offenbarung die Menschen so begegnen, dass sie nach einiger Zeit, wenn schon in vollem Gange sein wird die Erhöhung der menschlichen Fähigkeiten, sagen: Nun ja, es ist ja nichts gekommen von all dem, was ihr da verkündigt habt! - Sie werden nicht ahnen, dass alles schon da ist, dass sie nur nichts sehen. Das wird sich wiederholen. Theosophie als solche soll eine große Anzahl von Menschen zusammenbringen, bis die Zeit da ist der Erfüllung dessen, was gesagt worden ist von Menschen, die da wissen den rechten Sinn, wie die neue Offenbarung und die neuen übersinnlichen Tatsachen in unserem Jahrhundert eintreten in die Menschheitsentwicklung und von da ab, zunächst in der gleichen Art verlaufend, durch die nächsten drei Jahrtausende immer bedeutsamer werden, bis wiederum neue große Offenbarungstatsachen für die Menschheit eintreten werden.

[ 38 ] It may well be that people will react to our new revelation in such a way that, after some time—when the enhancement of human abilities is already in full swing—they will say: “Well, nothing has come of all that you proclaimed!” They will not realize that everything is already here; they simply cannot see it. This will happen again. Theosophy as such is meant to bring together a large number of people until the time comes for the fulfillment of what has been said by those who know the true meaning—how the new revelation and the new supersensible realities will enter into human development in our century and, from that point on, initially proceeding in the same manner, becoming increasingly significant over the next three millennia, until new great revelatory facts will again come to pass for humanity.

[ 39 ] Davon dann morgen weiter.

[ 39 ] More on that tomorrow.