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Esoteric Christianity and the
Spiritual Guidance of Humanity
GA 130

2 December 1911, Nuremberg

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11. Glaube, Liebe, Hoffnung: Drei Stufen des Menschheitlichen Lebens I

11. Glaube, Liebe, Hoffnung: Drei Stufen des Menschheitlichen Lebens I

Meine lieben theosophischen Freunde!

Meine lieben theosophischen Freunde!

[ 1 ] Wir werden an dem heutigen und morgigen Abend eine zusammenhängende Betrachtung versuchen über des Menschen Wesen und seinen Zusammenhang mit den okkulten Grundlagen unserer gegenwärtigen Zeit und der nächsten Zukunft. Aus mancherlei Andeutungen, die von mir schon hier in diesem Zweig gemacht worden sind und die Sie sonst hören konnten, werden Sie entnommen haben, dass wir in einer gewissen Beziehung in unserer Gegenwart vor einer Art neuen Offenbarung, neuen Verkündigung an die Menschheit stehen. Wir können wohl, wenn wir die letzten Zeiten der Menschheitsentwicklung ins Auge fassen, dasjenige, was in unserer Zeit kommen soll, am besten verstehen, wenn wir es zusammenbringen mit zwei anderen wichtigen Offenbarungen, die an die Menschheit gemacht worden sind. Wir berücksichtigen dabei allerdings sozusagen nur das, was sich der Zeit nach als das Nächste an Offenbarungen der Menschheit erschlossen hat. Diese drei Offenbarungen, die da in Betracht kommen, unsere kommende und die zwei anderen, die ihr vorangegangen sind, sie lassen sich am besten verstehen, wenn wir sie vergleichen mit der Entwicklung des heranwachsenden Kindes, also des Menschen als solchem.

[ 1 ] Wir werden an dem heutigen und morgigen Abend eine zusammenhängende Betrachtung versuchen über des Menschen Wesen und seinen Zusammenhang mit den okkulten Grundlagen unserer gegenwärtigen Zeit und der nächsten Zukunft. Aus mancherlei Andeutungen, die von mir schon hier in diesem Zweig gemacht worden sind und die Sie sonst hören konnten, werden Sie entnommen haben, dass wir in einer gewissen Beziehung in unserer Gegenwart vor einer Art neuen Offenbarung, neuen Verkündigung an die Menschheit stehen. Wir können wohl, wenn wir die letzten Zeiten der Menschheitsentwicklung ins Auge fassen, dasjenige, was in unserer Zeit kommen soll, am besten verstehen, wenn wir es zusammenbringen mit zwei anderen wichtigen Offenbarungen, die an die Menschheit gemacht worden sind. Wir berücksichtigen dabei allerdings sozusagen nur das, was sich der Zeit nach als das Nächste an Offenbarungen der Menschheit erschlossen hat. Diese drei Offenbarungen, die da in Betracht kommen, unsere kommende und die zwei anderen, die ihr vorangegangen sind, sie lassen sich am besten verstehen, wenn wir sie vergleichen mit der Entwicklung des heranwachsenden Kindes, also des Menschen als solchem.

[ 2 ] Wenn wir das Kind so recht beobachten, dann finden wir, dass das Kind in die Welt tritt zunächst so, dass es von seiner Umgebung vollständig gehegt und gepflegt werden muss, dass es nicht in der Lage ist, irgendwie auszudrücken, was in seinem Inneren lebt, dass es auch noch nicht in der Lage ist, auszudrücken für sich selbst in deutlichen Gedanken das, was die Seele bewegt. Das Kind kann noch nicht sprechen, es kann noch nicht denken, es muss also alles, was für das Kind zu geschehen hat, von denen, die es in ihren Kreis aufgenommen haben, verrichtet werden. Dann beginnt das Kind zu sprechen. Wer nun genau beobachtet - und es ist das ja auch erwähnt in meinem kleinen Büchelchen über «Die Erziehung des Kindes vom Gesichtspunkte der Geisteswissenschaft» -, der wird wissen, dass zuerst das Kind redet, spricht, dass es zuerst das Sprechen lernt durch eine Art von Nachahmung dessen, was in seiner Umgebung gesprochen wird, und dass es eigentlich im Grunde genommen in den ersten Zeiten, wo es spricht, noch nicht das hat, was man ein denkerisches Verständnis der Sprache nennen kann. Nicht als ob die Sprache beim Kinde aus den Gedanken kommen würde, sondern das Umgekehrte ist der Fall. Das Kind lernt erst denken an der Sprache, lernt erst nach und nach das in klaren Gedanken verstehen, was es aus dunklen Gefühlen und Untergründen heraus spricht. So haben wir drei aufeinanderfolgende Perioden in des Kindes Entwicklung: Die erste Periode, da das Kind weder sprechen noch denken kann, da für es alles von außenher geschehen muss, eine zweite Periode, da das Kind sprechen, aber noch nicht denken kann, und eine dritte Epoche, da das Kind lernt, den Gedankengehalt der eigenen Sprache in seinem Bewusstsein zu erfassen. Mit diesen drei Perioden der kindlichen Entwicklung ist zu vergleichen, dasjenige, meine lieben theosophischen Freunde, was die Menschheit durchgemacht hat und durchzumachen hat ungefähr seit der Zeit, die verflossen ist seit anderthalb Jahrtausenden vor der christlichen Zeitrechnung und die christliche Zeitrechnung hindurch.

[ 2 ] Wenn wir das Kind so recht beobachten, dann finden wir, dass das Kind in die Welt tritt zunächst so, dass es von seiner Umgebung vollständig gehegt und gepflegt werden muss, dass es nicht in der Lage ist, irgendwie auszudrücken, was in seinem Inneren lebt, dass es auch noch nicht in der Lage ist, auszudrücken für sich selbst in deutlichen Gedanken das, was die Seele bewegt. Das Kind kann noch nicht sprechen, es kann noch nicht denken, es muss also alles, was für das Kind zu geschehen hat, von denen, die es in ihren Kreis aufgenommen haben, verrichtet werden. Dann beginnt das Kind zu sprechen. Wer nun genau beobachtet - und es ist das ja auch erwähnt in meinem kleinen Büchelchen über «Die Erziehung des Kindes vom Gesichtspunkte der Geisteswissenschaft» -, der wird wissen, dass zuerst das Kind redet, spricht, dass es zuerst das Sprechen lernt durch eine Art von Nachahmung dessen, was in seiner Umgebung gesprochen wird, und dass es eigentlich im Grunde genommen in den ersten Zeiten, wo es spricht, noch nicht das hat, was man ein denkerisches Verständnis der Sprache nennen kann. Nicht als ob die Sprache beim Kinde aus den Gedanken kommen würde, sondern das Umgekehrte ist der Fall. Das Kind lernt erst denken an der Sprache, lernt erst nach und nach das in klaren Gedanken verstehen, was es aus dunklen Gefühlen und Untergründen heraus spricht. So haben wir drei aufeinanderfolgende Perioden in des Kindes Entwicklung: Die erste Periode, da das Kind weder sprechen noch denken kann, da für es alles von außenher geschehen muss, eine zweite Periode, da das Kind sprechen, aber noch nicht denken kann, und eine dritte Epoche, da das Kind lernt, den Gedankengehalt der eigenen Sprache in seinem Bewusstsein zu erfassen. Mit diesen drei Perioden der kindlichen Entwicklung ist zu vergleichen, dasjenige, meine lieben theosophischen Freunde, was die Menschheit durchgemacht hat und durchzumachen hat ungefähr seit der Zeit, die verflossen ist seit anderthalb Jahrtausenden vor der christlichen Zeitrechnung und die christliche Zeitrechnung hindurch.

[ 3 ] Die erste Offenbarung an die sich entwickelnde Menschenseele des gegenwärtigen Menschheitszyklus, von der wir hier sprechen können, ist die Offenbarung, die erflossen ist vom Sinai herunter, die ihren Ausdruck gefunden hat in den Zehn Geboten des Moses. Derjenige, der tiefer nachdenkt über die eigentliche Bedeutung dieser Offenbarung an die Menschheit, die in den Zehn Geboten gegeben ist, der wird Wundersames gerade in den Zehn Geboten beobachten können. Nur sind diese Dinge so, dass sie sozusagen bereits zu dem alltäglichen Geistesgut des Menschen gehören, über das er nicht mehr scharf nachdenkt. Wenn er aber anfängt nachzudenken, dann wird er sich sagen müssen: Merkwürdig, in diesen Zehn Geboten ist etwas gegeben, was als Gesetz, seitdem es gegeben worden ist, durch die Welt geht und was im Grunde genommen heute noch gilt, was im Grunde genommen den Gesetzgebungen aller Länder des Erdenkreises, sofern sie nach und nach in die neuere Kultur sich einfügen oder sich einfügten im Laufe der letzten Jahrtausende, zugrunde liegt. Es ist etwas Umfassendes, Großartiges, Universelles der Menschheit geoffenbart worden, als ihr sozusagen gesagt worden ist: Es gibt in der geistigen Welt ein Urwesen, dem hier auf der Erde entspricht sein Abbild, das Ich, und dieses Urwesen kann sich so in das Ich des Menschen hineinkraften, sich so hineinergießen, dass der Mensch jenen Normen, jenen Gesetzen folgt, die in den Zehn Geboten gegeben sind.

[ 3 ] Die erste Offenbarung an die sich entwickelnde Menschenseele des gegenwärtigen Menschheitszyklus, von der wir hier sprechen können, ist die Offenbarung, die erflossen ist vom Sinai herunter, die ihren Ausdruck gefunden hat in den Zehn Geboten des Moses. Derjenige, der tiefer nachdenkt über die eigentliche Bedeutung dieser Offenbarung an die Menschheit, die in den Zehn Geboten gegeben ist, der wird Wundersames gerade in den Zehn Geboten beobachten können. Nur sind diese Dinge so, dass sie sozusagen bereits zu dem alltäglichen Geistesgut des Menschen gehören, über das er nicht mehr scharf nachdenkt. Wenn er aber anfängt nachzudenken, dann wird er sich sagen müssen: Merkwürdig, in diesen Zehn Geboten ist etwas gegeben, was als Gesetz, seitdem es gegeben worden ist, durch die Welt geht und was im Grunde genommen heute noch gilt, was im Grunde genommen den Gesetzgebungen aller Länder des Erdenkreises, sofern sie nach und nach in die neuere Kultur sich einfügen oder sich einfügten im Laufe der letzten Jahrtausende, zugrunde liegt. Es ist etwas Umfassendes, Großartiges, Universelles der Menschheit geoffenbart worden, als ihr sozusagen gesagt worden ist: Es gibt in der geistigen Welt ein Urwesen, dem hier auf der Erde entspricht sein Abbild, das Ich, und dieses Urwesen kann sich so in das Ich des Menschen hineinkraften, sich so hineinergießen, dass der Mensch jenen Normen, jenen Gesetzen folgt, die in den Zehn Geboten gegeben sind.

[ 4 ] Die zweite Offenbarung geschah durch das Mysterium von Golgatha. Was können wir von diesem Mysterium von Golgatha sagen? Es ist ja sogar gestern im öffentlichen Vortrag angedeutet worden, was wir von diesem Mysterium von Golgatha sagen können. Wie wir die ganze leibliche Menschheit auf ein Stamm-Menschenpaar der Erde zurückführen müssen und wie wir nur verstehen können diese leibliche Menschheit als generationsweise hervorgehend aus diesem Stamm-Menschenpaar der Menschheit, so müssen wir, wenn wir richtig verstehen dasjenige, was unseres Ichs wertvollstes Gut ist, was sich in unser Ich immer mehr und mehr während des Erdendaseins hinein versenken muss, ableiten von dem Mysterium von Golgatha. Wenn wir - mag nun die althebräische Tradition auch verschieden sein in dieser Beziehung von der heutigen naturwissenschaftlichen Auffassung, darauf kommt es jetzt nicht an -, wenn wir der Menschen Blutsverwandtschaft, den leiblichen Zusammenhang der Menschheit zurückführen auf das Stammpaar der Menschen, Adam und Eva, die also einmal auf der Erde gestanden haben als physische Urpersönlichkeiten, Ureltern der Menschheit, und wir also sagen müssen, das, was die Menschen als Menschenblut fortrinnen haben in ihren Adern, führt zuletzt zurück zu diesem Stamm-Menschenpaar, so können wir auf der anderen Seite sagen, das, was wir als Wertvollstes in unsere Seele hereinnehmen können, als heiligstes, teuerstes Gut, was ein immerwährendes Wunder in den Menschenseelen vollzieht, was wir hereinnehmen können als das Bewusstsein, dass etwas in unserer Seele leben kann, das höher ist als unser gewöhnliches Ich, wenn wir also das, was des Menschen teuerstes Seelengut ist, was gleichsam sein Seelenblut werden muss, seinem Ursprung nach untersuchen wollen, dann müssen wir kommen zu demjenigen, was aus dem Grabe auf Golgatha auferstanden ist. Denn was dazumal auferstanden ist, das lebt in denjenigen Menschenseelen, die eine innere Erweckung erfahren, ebenso fort, wie das Blut von Adam und Eva fortlebt in den leiblichen Menschen. Eine Art Stamm- oder Urvatertum haben wir im auferstandenen Christus zu sehen: den geistigen Adam, der in die Seelen der Menschen, wenn diese ihre Erweckung erleben, einzieht und sie erst zu ihrem vollen Ich bringt, zu demjenigen, was das Ich in der richtigen Weise belebt. So wie des Adam Leibesleben in den physischen Leibern der Menschen, so rinnt dasjenige, was aus dem Grabe von Golgatha sich erhoben hat, in den Seelen derer, die den Weg dazu finden. Das ist die zweite Offenbarung, die an die Menschen ergangen ist, dass sie Kunde erlangt haben von dem, was durch das Mysterium von Golgatha geschehen ist.

[ 4 ] Die zweite Offenbarung geschah durch das Mysterium von Golgatha. Was können wir von diesem Mysterium von Golgatha sagen? Es ist ja sogar gestern im öffentlichen Vortrag angedeutet worden, was wir von diesem Mysterium von Golgatha sagen können. Wie wir die ganze leibliche Menschheit auf ein Stamm-Menschenpaar der Erde zurückführen müssen und wie wir nur verstehen können diese leibliche Menschheit als generationsweise hervorgehend aus diesem Stamm-Menschenpaar der Menschheit, so müssen wir, wenn wir richtig verstehen dasjenige, was unseres Ichs wertvollstes Gut ist, was sich in unser Ich immer mehr und mehr während des Erdendaseins hinein versenken muss, ableiten von dem Mysterium von Golgatha. Wenn wir - mag nun die althebräische Tradition auch verschieden sein in dieser Beziehung von der heutigen naturwissenschaftlichen Auffassung, darauf kommt es jetzt nicht an -, wenn wir der Menschen Blutsverwandtschaft, den leiblichen Zusammenhang der Menschheit zurückführen auf das Stammpaar der Menschen, Adam und Eva, die also einmal auf der Erde gestanden haben als physische Urpersönlichkeiten, Ureltern der Menschheit, und wir also sagen müssen, das, was die Menschen als Menschenblut fortrinnen haben in ihren Adern, führt zuletzt zurück zu diesem Stamm-Menschenpaar, so können wir auf der anderen Seite sagen, das, was wir als Wertvollstes in unsere Seele hereinnehmen können, als heiligstes, teuerstes Gut, was ein immerwährendes Wunder in den Menschenseelen vollzieht, was wir hereinnehmen können als das Bewusstsein, dass etwas in unserer Seele leben kann, das höher ist als unser gewöhnliches Ich, wenn wir also das, was des Menschen teuerstes Seelengut ist, was gleichsam sein Seelenblut werden muss, seinem Ursprung nach untersuchen wollen, dann müssen wir kommen zu demjenigen, was aus dem Grabe auf Golgatha auferstanden ist. Denn was dazumal auferstanden ist, das lebt in denjenigen Menschenseelen, die eine innere Erweckung erfahren, ebenso fort, wie das Blut von Adam und Eva fortlebt in den leiblichen Menschen. Eine Art Stamm- oder Urvatertum haben wir im auferstandenen Christus zu sehen: den geistigen Adam, der in die Seelen der Menschen, wenn diese ihre Erweckung erleben, einzieht und sie erst zu ihrem vollen Ich bringt, zu demjenigen, was das Ich in der richtigen Weise belebt. So wie des Adam Leibesleben in den physischen Leibern der Menschen, so rinnt dasjenige, was aus dem Grabe von Golgatha sich erhoben hat, in den Seelen derer, die den Weg dazu finden. Das ist die zweite Offenbarung, die an die Menschen ergangen ist, dass sie Kunde erlangt haben von dem, was durch das Mysterium von Golgatha geschehen ist.

[ 5 ] Wenn mit den Zehn Geboten den Menschen etwas gegeben worden ist, was sie von außen her leitete, so können wir diese Leitung von außen vergleichen mit dem, was an dem Kinde von außen geschieht, bevor es sprechen und denken kann. Was die Umgebung des Kindes in ihm vollbringt, das vollbringt die Führung des althebräischen Gesetzes an der Menschheit, die als solche in gewisser Weise noch nicht sprechen und noch nicht denken kann. Aber die Menschheit hat auch sprechen gelernt, hat, mit anderen Worten, etwas gelernt, was sich nur vergleichen lässt mit dem Sprechenlernen des Kindes, das ist: Die Menschheit hat empfangen die Kunde von dem Mysterium von Golgatha in den Evangelien. Und wie die Menschen die Evangelien zunächst zu verstehen hatten, das lässt sich vergleichen mit dem Sprechenlernen des Kindes. Durch die Evangelien ist an die Menschenseelen und Menschenherzen herangetreten eine Art von Verständnis des Mysteriums von Golgatha, das sich einlebte in die Gefühle, einlebte in die Empfindungen, einlebte in diejenigen Seelenkräfte, welche uns zutage treten, wenn wir, sagen wir, die tief bedeutsamen, anschaulichen Bilder und Szenen aus den Evangelien durch die großen Maler auf uns wirken lassen, auch wenn wir die traditionellen Bilder auf uns wirken lassen, in denen dargestellt ist die Anbetung des Kindes durch die Hirten, die Anbetung des Kindes durch die Weisen aus dem Morgenlande, die Flucht nach Ägypten und so weiter. Was da in die Welt gekommen ist, was die Menschen seit jener Zeit auf ihre Seele haben wirken lassen, das führt zuletzt alles auf die Evangelien zurück, das ist so zum Verständnis der Menschen gekommen, dass die Menschen gleichsam haben sprechen lernen in ihrer Art über das Mysterium von Golgatha.

[ 5 ] Wenn mit den Zehn Geboten den Menschen etwas gegeben worden ist, was sie von außen her leitete, so können wir diese Leitung von außen vergleichen mit dem, was an dem Kinde von außen geschieht, bevor es sprechen und denken kann. Was die Umgebung des Kindes in ihm vollbringt, das vollbringt die Führung des althebräischen Gesetzes an der Menschheit, die als solche in gewisser Weise noch nicht sprechen und noch nicht denken kann. Aber die Menschheit hat auch sprechen gelernt, hat, mit anderen Worten, etwas gelernt, was sich nur vergleichen lässt mit dem Sprechenlernen des Kindes, das ist: Die Menschheit hat empfangen die Kunde von dem Mysterium von Golgatha in den Evangelien. Und wie die Menschen die Evangelien zunächst zu verstehen hatten, das lässt sich vergleichen mit dem Sprechenlernen des Kindes. Durch die Evangelien ist an die Menschenseelen und Menschenherzen herangetreten eine Art von Verständnis des Mysteriums von Golgatha, das sich einlebte in die Gefühle, einlebte in die Empfindungen, einlebte in diejenigen Seelenkräfte, welche uns zutage treten, wenn wir, sagen wir, die tief bedeutsamen, anschaulichen Bilder und Szenen aus den Evangelien durch die großen Maler auf uns wirken lassen, auch wenn wir die traditionellen Bilder auf uns wirken lassen, in denen dargestellt ist die Anbetung des Kindes durch die Hirten, die Anbetung des Kindes durch die Weisen aus dem Morgenlande, die Flucht nach Ägypten und so weiter. Was da in die Welt gekommen ist, was die Menschen seit jener Zeit auf ihre Seele haben wirken lassen, das führt zuletzt alles auf die Evangelien zurück, das ist so zum Verständnis der Menschen gekommen, dass die Menschen gleichsam haben sprechen lernen in ihrer Art über das Mysterium von Golgatha.

[ 6 ] Jetzt gehen wir dem dritten Zeitraum in dieser Beziehung entgegen, der sich vergleichen lässt damit, dass das Kind in seiner eigenen Sprache den Gedankeninhalt lernt, zum Bewusstsein sich bringen kann, was in seiner Sprache hegt. Wir gehen entgegen jener Offenbarung, die uns bringen soll den vollen Gehalt, den Gedankengehalt, den Geist- und Seelengehalt der Evangelien. Denn die Evangelien sind von der Menschheit nicht besser verstanden worden als die Sprache vom Kinde verstanden wird, che es denken lernt. In welthistorischer Beziehung sollen die Menschen durch die Geisteswissenschaft denken lernen den Gedankengehalt der Evangelien. Den ganzen tiefen Geistesgehalt der Evangelien sollen sie erst jetzt auf sich wirken lassen. Das allerdings hängt zusammen mit einem anderen großen Ereignis, das die Menschheit herannahen fühlen kann und das noch vor Ablauf unseres zwanzigsten Jahrhunderts an die Menschheit herankommen wird. Das ist jenes Ereignis, das wir etwa in der folgenden Weise vor unsere Seele hinstellen können.

[ 6 ] Jetzt gehen wir dem dritten Zeitraum in dieser Beziehung entgegen, der sich vergleichen lässt damit, dass das Kind in seiner eigenen Sprache den Gedankeninhalt lernt, zum Bewusstsein sich bringen kann, was in seiner Sprache hegt. Wir gehen entgegen jener Offenbarung, die uns bringen soll den vollen Gehalt, den Gedankengehalt, den Geist- und Seelengehalt der Evangelien. Denn die Evangelien sind von der Menschheit nicht besser verstanden worden als die Sprache vom Kinde verstanden wird, che es denken lernt. In welthistorischer Beziehung sollen die Menschen durch die Geisteswissenschaft denken lernen den Gedankengehalt der Evangelien. Den ganzen tiefen Geistesgehalt der Evangelien sollen sie erst jetzt auf sich wirken lassen. Das allerdings hängt zusammen mit einem anderen großen Ereignis, das die Menschheit herannahen fühlen kann und das noch vor Ablauf unseres zwanzigsten Jahrhunderts an die Menschheit herankommen wird. Das ist jenes Ereignis, das wir etwa in der folgenden Weise vor unsere Seele hinstellen können.

[ 7 ] Wenn wir noch einmal anknüpfen an das Mysterium von Golgatha, so war es so, dass dazumal das, was vom Christus aus dem Grabe von Golgatha auferstanden ist, nunmehr bei der Erde blieb, so bei der Erde blieb, dass es unmittelbar ergreifen kann jede einzelne Menschenseele und in jeder einzelnen Menschenseele das Ich zu einer höheren Stufe des Daseins erwecken kann. Der Christus wurde Erdengeist, können wir sagen, wenn wir in dieser Art von dem Mysterium von Golgatha sprechen. Und er ist seither Erdengeist geblieben. Aber in unserer Zeit tritt eine bedeutsame Veränderung in der Beziehung des Christus zur Menschheit ein, die ja verknüpft sein wird mit dem, was Sie mehr oder weniger alle schon wissen, mit der neuen Offenbarung des Christus für die Menschen.

[ 7 ] Wenn wir noch einmal anknüpfen an das Mysterium von Golgatha, so war es so, dass dazumal das, was vom Christus aus dem Grabe von Golgatha auferstanden ist, nunmehr bei der Erde blieb, so bei der Erde blieb, dass es unmittelbar ergreifen kann jede einzelne Menschenseele und in jeder einzelnen Menschenseele das Ich zu einer höheren Stufe des Daseins erwecken kann. Der Christus wurde Erdengeist, können wir sagen, wenn wir in dieser Art von dem Mysterium von Golgatha sprechen. Und er ist seither Erdengeist geblieben. Aber in unserer Zeit tritt eine bedeutsame Veränderung in der Beziehung des Christus zur Menschheit ein, die ja verknüpft sein wird mit dem, was Sie mehr oder weniger alle schon wissen, mit der neuen Offenbarung des Christus für die Menschen.

[ 8 ] Aber man kann diese neue Offenbarung auch noch in anderer Weise charakterisieren. Da müssen wir allerdings Rücksicht nehmen auf das, was eintritt, wenn der Mensch durch die Pforte des Todes geht. Was jetzt gesagt werden muss, ist eine Sache, die bisher noch nicht in den Büchern dargestellt werden konnte.

[ 8 ] Aber man kann diese neue Offenbarung auch noch in anderer Weise charakterisieren. Da müssen wir allerdings Rücksicht nehmen auf das, was eintritt, wenn der Mensch durch die Pforte des Todes geht. Was jetzt gesagt werden muss, ist eine Sache, die bisher noch nicht in den Büchern dargestellt werden konnte.

[ 9 ] Wenn der Mensch durchgegangen ist durch die Pforte des Todes und durchlebt hat jene Zeit, in welcher er Rückschau halten kann auf das bisherige Erdenleben, durchlebt hat die Zeit bis zu dem Punkt, da er den Ätherleib abgelegt hat, wenn der Mensch übergeht in die Kamaloka-Zeit, dann tritt er vor zwei Gestalten hin. Gewöhnlich wird nur eine von diesen erwähnt, aber wir können der Vollständigkeit halber sagen - und was ich jetzt erzähle, ist für jeden wahren Okkultisten eine reale Tatsache: Es tritt der Mensch vor seiner Kamaloka-Zeit vor zwei Gestalten hin. Allerdings, was ich jetzt erzähle, gilt nur für die Menschen des Abendlandes und für alle diejenigen Menschen, welche mit der Kultur dieses Abendlandes in den letzten Jahrtausenden einen Zusammenhang gehabt haben. Da tritt der Mensch nach seinem Tode zwei Gestalten gegenüber: Moses ist die eine - der Mensch weiß ganz genau, dass er Moses gegenübertritt -, der ihm vorhält die Gesetzestafeln, im Mittelalter nannte man es «Moses mit dem scharfen Gesetz», und der Mensch hat ganz genau in seiner Seele das Bewusstsein, inwiefern er bis in das Innerste seiner Seele abgewichen ist von dem Gesetz. Die andere Gestalt ist diejenige, die man nennt «den Cherub mit dem feurigen Schwert», der da entscheidet über diese Abweichung. Das ist ein Erlebnis, das der Mensch hat nach dem Tode, sodass wir in unserem theosophischen Sinne sagen können: Das, was da dem Menschen entgegentritt durch diese zwei Gestalten, durch Moses mit dem scharfen Gesetz und durch den Cherub mit dem feurigen Schwert, es stellt gewissermaßen das karmische Konto fest.

[ 9 ] Wenn der Mensch durchgegangen ist durch die Pforte des Todes und durchlebt hat jene Zeit, in welcher er Rückschau halten kann auf das bisherige Erdenleben, durchlebt hat die Zeit bis zu dem Punkt, da er den Ätherleib abgelegt hat, wenn der Mensch übergeht in die Kamaloka-Zeit, dann tritt er vor zwei Gestalten hin. Gewöhnlich wird nur eine von diesen erwähnt, aber wir können der Vollständigkeit halber sagen - und was ich jetzt erzähle, ist für jeden wahren Okkultisten eine reale Tatsache: Es tritt der Mensch vor seiner Kamaloka-Zeit vor zwei Gestalten hin. Allerdings, was ich jetzt erzähle, gilt nur für die Menschen des Abendlandes und für alle diejenigen Menschen, welche mit der Kultur dieses Abendlandes in den letzten Jahrtausenden einen Zusammenhang gehabt haben. Da tritt der Mensch nach seinem Tode zwei Gestalten gegenüber: Moses ist die eine - der Mensch weiß ganz genau, dass er Moses gegenübertritt -, der ihm vorhält die Gesetzestafeln, im Mittelalter nannte man es «Moses mit dem scharfen Gesetz», und der Mensch hat ganz genau in seiner Seele das Bewusstsein, inwiefern er bis in das Innerste seiner Seele abgewichen ist von dem Gesetz. Die andere Gestalt ist diejenige, die man nennt «den Cherub mit dem feurigen Schwert», der da entscheidet über diese Abweichung. Das ist ein Erlebnis, das der Mensch hat nach dem Tode, sodass wir in unserem theosophischen Sinne sagen können: Das, was da dem Menschen entgegentritt durch diese zwei Gestalten, durch Moses mit dem scharfen Gesetz und durch den Cherub mit dem feurigen Schwert, es stellt gewissermaßen das karmische Konto fest.

[ 10 ] Diese Tatsache geht in unserer Zeit einer Änderung entgegen. Und das ist eine bedeutsame Änderung. Man kann diese Änderung dadurch ausdrücken, dass man sagt, meine lieben theosophischen Freunde, es wird in unserem Zeitalter der Christus der Herr des Karma für alle diejenigen Menschen, die das eben Besprochene nach ihrem Tode durchgemacht haben. Es tritt der Christus sein Richteramt an.

[ 10 ] Diese Tatsache geht in unserer Zeit einer Änderung entgegen. Und das ist eine bedeutsame Änderung. Man kann diese Änderung dadurch ausdrücken, dass man sagt, meine lieben theosophischen Freunde, es wird in unserem Zeitalter der Christus der Herr des Karma für alle diejenigen Menschen, die das eben Besprochene nach ihrem Tode durchgemacht haben. Es tritt der Christus sein Richteramt an.

[ 11 ] Stellen wir uns diese Tatsache genauer vor! Wir wissen ja alle aus der theosophischen Weltanschauung, dass wir ein karmisches Lebenskonto haben, dass wir für gewisse Taten, die auf der einen Seite unseres karmischen Kontobuches stehen, für alle gescheiten Taten, für alle schönen Taten, für alle guten Taten einen gewissen karmischen Ausgleich zu erfahren haben, aber auch für alle bösen, hässlichen, unwahren Taten und Gedanken. Es kommt nun auf der einen Seite darauf an, dass der Mensch im weiteren Verlaufe seines Erdenlebens für sich selber dieses karmische Konto auslebt, aber es kommt auch darauf an, dass der Mensch dasjenige, was er ausleben kann dadurch, dass er gute Taten, schöne Taten auf seinem karmischen Konto hat, oder was er ausleben muss, weil er böse Taten hat, in den verschiedensten Taten ausleben kann. Es ist nicht eindeutig bestimmt, wie wir, sagen wir, den Ausgleich durch diese oder jene Tat in unserem künftigen Leben finden. Nehmen wir an, irgendein Mensch hätte dieses oder jenes Böse getan, so muss er ein Gutes tun, welches ausgleicht das Böse. Aber dieses Gute, das kann er in zweifacher Weise tun, sodass es vielleicht für ihn die gleiche Anstrengung bedeutet, wenn es nur wenig Menschen zugutekommt, oder so, dass es für ihn die gleiche Anstrengung bedeutet, wenn es vielen Menschen zum Heile gereicht. Dass unser karmisches Konto in der Zukunft so ausgeglichen wird, das heißt in eine solche Weltordnung hineingestellt wird gegen die Zukunft, wenn wir den Weg zum Christus gefunden, dass die Art unseres karmischen Ausgleiches das größtmöglichste Menschenheil für den Rest der Erdenentwicklung hervorrufe, das wird die Sorge sein dessen, der von unserer Zeit an der Herr des Karma wird, es wird die Sorge Christi sein.

[ 11 ] Stellen wir uns diese Tatsache genauer vor! Wir wissen ja alle aus der theosophischen Weltanschauung, dass wir ein karmisches Lebenskonto haben, dass wir für gewisse Taten, die auf der einen Seite unseres karmischen Kontobuches stehen, für alle gescheiten Taten, für alle schönen Taten, für alle guten Taten einen gewissen karmischen Ausgleich zu erfahren haben, aber auch für alle bösen, hässlichen, unwahren Taten und Gedanken. Es kommt nun auf der einen Seite darauf an, dass der Mensch im weiteren Verlaufe seines Erdenlebens für sich selber dieses karmische Konto auslebt, aber es kommt auch darauf an, dass der Mensch dasjenige, was er ausleben kann dadurch, dass er gute Taten, schöne Taten auf seinem karmischen Konto hat, oder was er ausleben muss, weil er böse Taten hat, in den verschiedensten Taten ausleben kann. Es ist nicht eindeutig bestimmt, wie wir, sagen wir, den Ausgleich durch diese oder jene Tat in unserem künftigen Leben finden. Nehmen wir an, irgendein Mensch hätte dieses oder jenes Böse getan, so muss er ein Gutes tun, welches ausgleicht das Böse. Aber dieses Gute, das kann er in zweifacher Weise tun, sodass es vielleicht für ihn die gleiche Anstrengung bedeutet, wenn es nur wenig Menschen zugutekommt, oder so, dass es für ihn die gleiche Anstrengung bedeutet, wenn es vielen Menschen zum Heile gereicht. Dass unser karmisches Konto in der Zukunft so ausgeglichen wird, das heißt in eine solche Weltordnung hineingestellt wird gegen die Zukunft, wenn wir den Weg zum Christus gefunden, dass die Art unseres karmischen Ausgleiches das größtmöglichste Menschenheil für den Rest der Erdenentwicklung hervorrufe, das wird die Sorge sein dessen, der von unserer Zeit an der Herr des Karma wird, es wird die Sorge Christi sein.

[ 12 ] Mit dieser Übertragung des Richteramtes über die menschlichen Taten an den Christus ist aber verknüpft, dass dieser Christus auch unmittelbar eingreift in die menschlichen Geschicke. Nicht in einem physischen Leib, aber deshalb doch für diejenigen Menschen, die sich immer mehr und mehr die Fähigkeit erwerben werden, dass sie wahrnehmen können diesen Christus, für die wird der Christus eingreifen in die Geschicke der Erdenmenschheit. Da werden zum Beispiel Menschen sein, welche dieses oder jenes getan haben werden, irgendeine Tat vollbracht haben werden. Dann werden diese Menschen den Drang verspüren - und immer mehr und mehr wird es solche Menschen geben in den nächsten drei Jahrtausenden von unserem zwanzigsten Jahrhundert an -, etwas zurückzutreten von ihrer Tat. Denn etwas wie ein merkwürdiges Traumbild wird ihnen aufsteigen. In diesem Traumbild werden sie wie traumhaft etwas sehen, was so aussieht, wie wenn es ihre eigene Tat wäre, aber doch werden sie sich nicht erinnern können, jemals getan zu haben, was in diesem Bilde auftritt. Diejenigen aber, die sich nicht vorbereitet haben dafür, dass so etwas kommen wird in der Menschheitsentwicklung, die werden das nur als Ausbund einer wüsten Phantasie oder kranken Seele betrachten können. Jene aber, welche sich durch die neue Offenbarung, welche in die Menschheit kommt in unserer Zeit durch die Geisteswissenschaft, durch diese dritte Offenbarung des letzten Menschheitszyklus, genügend vorbereitet haben, werden wissen, dass dies heranwachsende neue Fähigkeiten der Menschen sind, solche Fähigkeiten, welche hineinschauen können in die geistige Welt. Und sie werden wissen, dass das Bild, das vor ihre Seele tritt, eine Vorherverkündigung jener karmischen Tat ist, welche eintreten muss einmal in der Zukunft, sei es in diesem Leben, sei es namentlich in den nächsten Erdenleben, um einen Ausgleich für das zu schaffen, was wir begangen haben. Kurz, die Menschen werden nach und nach die Fähigkeit erringen, den karmischen Ausgleich, die ausgleichende Tat, die in der Zukunft geschehen muss, zu schauen wie im Traumbilde. An dieser Tatsache können wir schon sehen, wie auch in unserer Zeit gesagt werden darf, ähnlich wie der Täufer Johannes am Jordan gesagt hat: Ändert die Seelenverfassung, denn neue Zeiten kommen, in denen neue Fähigkeiten der Menschen erwachen.

[ 12 ] Mit dieser Übertragung des Richteramtes über die menschlichen Taten an den Christus ist aber verknüpft, dass dieser Christus auch unmittelbar eingreift in die menschlichen Geschicke. Nicht in einem physischen Leib, aber deshalb doch für diejenigen Menschen, die sich immer mehr und mehr die Fähigkeit erwerben werden, dass sie wahrnehmen können diesen Christus, für die wird der Christus eingreifen in die Geschicke der Erdenmenschheit. Da werden zum Beispiel Menschen sein, welche dieses oder jenes getan haben werden, irgendeine Tat vollbracht haben werden. Dann werden diese Menschen den Drang verspüren - und immer mehr und mehr wird es solche Menschen geben in den nächsten drei Jahrtausenden von unserem zwanzigsten Jahrhundert an -, etwas zurückzutreten von ihrer Tat. Denn etwas wie ein merkwürdiges Traumbild wird ihnen aufsteigen. In diesem Traumbild werden sie wie traumhaft etwas sehen, was so aussieht, wie wenn es ihre eigene Tat wäre, aber doch werden sie sich nicht erinnern können, jemals getan zu haben, was in diesem Bilde auftritt. Diejenigen aber, die sich nicht vorbereitet haben dafür, dass so etwas kommen wird in der Menschheitsentwicklung, die werden das nur als Ausbund einer wüsten Phantasie oder kranken Seele betrachten können. Jene aber, welche sich durch die neue Offenbarung, welche in die Menschheit kommt in unserer Zeit durch die Geisteswissenschaft, durch diese dritte Offenbarung des letzten Menschheitszyklus, genügend vorbereitet haben, werden wissen, dass dies heranwachsende neue Fähigkeiten der Menschen sind, solche Fähigkeiten, welche hineinschauen können in die geistige Welt. Und sie werden wissen, dass das Bild, das vor ihre Seele tritt, eine Vorherverkündigung jener karmischen Tat ist, welche eintreten muss einmal in der Zukunft, sei es in diesem Leben, sei es namentlich in den nächsten Erdenleben, um einen Ausgleich für das zu schaffen, was wir begangen haben. Kurz, die Menschen werden nach und nach die Fähigkeit erringen, den karmischen Ausgleich, die ausgleichende Tat, die in der Zukunft geschehen muss, zu schauen wie im Traumbilde. An dieser Tatsache können wir schon sehen, wie auch in unserer Zeit gesagt werden darf, ähnlich wie der Täufer Johannes am Jordan gesagt hat: Ändert die Seelenverfassung, denn neue Zeiten kommen, in denen neue Fähigkeiten der Menschen erwachen.

[ 13 ] Aber was so gesagt ist über eine Art Wahrnehmung des Karma, das tritt noch dadurch in der kommenden Menschheit hervor, dass einem in solchem Schauen direkt entgegentritt da oder dort die ätherische Christus-Gestalt, der wirkliche Christus, wie er auf dem astralischen Plane lebt, wie er zwar nicht im physischen Leibe sich verkörpert, wie er aber auf der Erde auftritt, sichtbar für die neu erwachten Fähigkeiten der Menschen als Ratgeber, als Beschützer der Menschen, die Rat oder Hilfe oder Trost brauchen in der Einsamkeit ihres Lebens. Da werden die Zeiten kommen, wo die Menschen, sagen wir, sich durch das oder jenes betrübt und elend fühlen werden. Die Zeiten werden immer mehr und mehr solche werden, wo weniger Bedeutung und Wert haben wird das, was Hilfe des einen Menschen für den anderen ist, weil die Individualitätskraft, das individuelle Leben des Menschen immer mehr und mehr zunimmt, wo immer weniger wird, wie das in alten Zeiten unmittelbar der Fall war, dass der eine Mensch in die Seele des anderen helfend hineinwirken könne. Dafür aber wird der große Ratgeber als Äthergestalt da und dort erscheinen.

[ 13 ] Aber was so gesagt ist über eine Art Wahrnehmung des Karma, das tritt noch dadurch in der kommenden Menschheit hervor, dass einem in solchem Schauen direkt entgegentritt da oder dort die ätherische Christus-Gestalt, der wirkliche Christus, wie er auf dem astralischen Plane lebt, wie er zwar nicht im physischen Leibe sich verkörpert, wie er aber auf der Erde auftritt, sichtbar für die neu erwachten Fähigkeiten der Menschen als Ratgeber, als Beschützer der Menschen, die Rat oder Hilfe oder Trost brauchen in der Einsamkeit ihres Lebens. Da werden die Zeiten kommen, wo die Menschen, sagen wir, sich durch das oder jenes betrübt und elend fühlen werden. Die Zeiten werden immer mehr und mehr solche werden, wo weniger Bedeutung und Wert haben wird das, was Hilfe des einen Menschen für den anderen ist, weil die Individualitätskraft, das individuelle Leben des Menschen immer mehr und mehr zunimmt, wo immer weniger wird, wie das in alten Zeiten unmittelbar der Fall war, dass der eine Mensch in die Seele des anderen helfend hineinwirken könne. Dafür aber wird der große Ratgeber als Äthergestalt da und dort erscheinen.

[ 14 ] Der beste Rat, der uns für die Zukunft gegeben werden kann, ist der, unsere Seele zu stärken und zu kräftigen, damit wir immer mehr und mehr erkennen, je mehr wir der Zukunft entgegenwachsen, sei es schon in dieser Inkarnation - was für die Jugend der Gegenwart der Fall ganz gewiss ist —, sei es für die nächste Inkarnation, dass neu erwachte Fähigkeiten der Menschen den großen Ratgeber, der zugleich der Richter des Karma für die kommende Menschheit wird, den Christus in seiner neuen Gestalt erkennen lernen.

[ 14 ] Der beste Rat, der uns für die Zukunft gegeben werden kann, ist der, unsere Seele zu stärken und zu kräftigen, damit wir immer mehr und mehr erkennen, je mehr wir der Zukunft entgegenwachsen, sei es schon in dieser Inkarnation - was für die Jugend der Gegenwart der Fall ganz gewiss ist —, sei es für die nächste Inkarnation, dass neu erwachte Fähigkeiten der Menschen den großen Ratgeber, der zugleich der Richter des Karma für die kommende Menschheit wird, den Christus in seiner neuen Gestalt erkennen lernen.

[ 15 ] Für die Menschen, die sich schon jetzt vorbereiten auf dieses Christus-Ereignis des zwanzigsten Jahrhunderts, wird es keinen Unterschied machen, ob sie dann, wenn dieses Christus-Ereignis in umfassendem Maße eintritt, in einem physischen Leibe verkörpert sind oder durch die Pforte des Todes gegangen sind. Denn auch diejenigen, die durch die Pforte des Todes gegangen sind, wenn sie sich hier auf das Christus-Ereignis vorbereitet haben, werden nach dem Tode das richtige Verständnis und Verhältnis erhalten können für und zu dem Christus-Ereignis, nicht aber diejenigen, welche achtlos an der dritten großen Verkündigung für die Menschheit, an der Theosophie, vorübergegangen sind. Denn die Vorbereitung für das Christus-Ereignis muss hier im physischen Leibe gewonnen werden. Diejenigen, welche durch die Pforte des Todes gehen, ohne die Blicke hingewendet zu haben zur Theosophie in der gegenwärtigen Inkarnation, werden abwarten müssen die nächste Inkarnation, bis sie in der richtigen Weise Verständnis werden gewinnen können für das Christus-Ereignis. In der Tat, wer niemals von diesem Christus-Ereignis gehört hat auf dem physischen Plan, kann auch das Verständnis nicht gewinnen zwischen Tod und neuer Geburt, der muss dann warten, bis er wiederum auf dem physischen Plan dazu vorbereitet wird.

[ 15 ] Für die Menschen, die sich schon jetzt vorbereiten auf dieses Christus-Ereignis des zwanzigsten Jahrhunderts, wird es keinen Unterschied machen, ob sie dann, wenn dieses Christus-Ereignis in umfassendem Maße eintritt, in einem physischen Leibe verkörpert sind oder durch die Pforte des Todes gegangen sind. Denn auch diejenigen, die durch die Pforte des Todes gegangen sind, wenn sie sich hier auf das Christus-Ereignis vorbereitet haben, werden nach dem Tode das richtige Verständnis und Verhältnis erhalten können für und zu dem Christus-Ereignis, nicht aber diejenigen, welche achtlos an der dritten großen Verkündigung für die Menschheit, an der Theosophie, vorübergegangen sind. Denn die Vorbereitung für das Christus-Ereignis muss hier im physischen Leibe gewonnen werden. Diejenigen, welche durch die Pforte des Todes gehen, ohne die Blicke hingewendet zu haben zur Theosophie in der gegenwärtigen Inkarnation, werden abwarten müssen die nächste Inkarnation, bis sie in der richtigen Weise Verständnis werden gewinnen können für das Christus-Ereignis. In der Tat, wer niemals von diesem Christus-Ereignis gehört hat auf dem physischen Plan, kann auch das Verständnis nicht gewinnen zwischen Tod und neuer Geburt, der muss dann warten, bis er wiederum auf dem physischen Plan dazu vorbereitet wird.

[ 16 ] So also steht die Menschenwesenheit, gleichgültig wann sie für die jetzt bestehende Inkarnation stirbt, vor dem großen angedeuteten Ereignis, vor dem Übergang des Christus zu seinem Richteramt, vor der Möglichkeit, dass der Christus im ätherischen Leibe vom astralischen Plane herunter in die Menschheitsentwicklung unmittelbar eingreift, sichtbar wird unter den Menschen, da und dort auftritt.

[ 16 ] So also steht die Menschenwesenheit, gleichgültig wann sie für die jetzt bestehende Inkarnation stirbt, vor dem großen angedeuteten Ereignis, vor dem Übergang des Christus zu seinem Richteramt, vor der Möglichkeit, dass der Christus im ätherischen Leibe vom astralischen Plane herunter in die Menschheitsentwicklung unmittelbar eingreift, sichtbar wird unter den Menschen, da und dort auftritt.

[ 17 ] Das ist das Eigentümliche der Menschheitsentwicklung aber, dass alte, nicht so sehr mit der geistigen Entwicklung zusammenhängende Eigenschaften der Menschen immer mehr und mehr ihre Bedeutung verlieren. Wenn wir die Menschheitsentwicklung seit der atlantischen Katastrophe überblicken, so können wir sagen: Von den großen Unterschieden, die sich in der atlantischen Zeit vorbereitet haben, haben sich hereingelebt in die gegenwärtigen Menschen die Unterschiede, die wir als Rassenunterschiede bezeichnen, und wir können in einem gewissen Sinne noch sprechen von einer altindischen Rasse, von einer urpersischen Rasse, von einer ägyptischen Rasse, von einer griechisch-lateinischen Rasse, selbst noch in unserer Zeit können wir von einer Art fünften Rasse sprechen. Aber jetzt schon hört der Rassenbegriff auf, in Bezug auf die Entwicklung der Menschheit einen rechten Sinn zu haben. Nicht wird es so sein, wie es zum Beispiel in früheren Zeiten war, dass für das, was als sechster Kulturzeitraum auf den unserigen folgt, von irgendeinem räumlichen Zentrum aus die Verbreitung dieser Kultur im Wesentlichen geschieht, sondern, was wichtig ist, das ist, dass Theosophie sich verbreitet unter der Menschheit, dass sie- wie man bei ihrem Ursprunge sagte, als man noch mehr ein dunkles Bewusstsein von dem gehabt hat, was als theosophische Bewegung notwendig ist - eine Lehre sein muss ohne Unterschied von Rasse, Nation und Geschlecht. Aus allen Rassen heraus werden diejenigen, die durch die Theosophie gegangen sind, für die sechste Kulturepoche kommen und über die Erde hin eine neue Kulturepoche begründen, welche nicht mehr auf einen Rassenbegriff gegründet ist, gegenüber welcher der Rassenbegriff nicht mehr seine Bedeutung hat. Kurz, das, was in der Welt der Maya, der äußeren Räumlichkeit, eine Bedeutung hat, schwindet dahin. Das müssen wir allmählich verstehen lernen, indem wir uns weiter entwickeln mit der Theosophischen Bewegung. Das wurde im Anfange noch nicht verstanden. Deshalb sehen wir, wie das sonst so verdienstvolle Buch «Der buddhistische Katechismus» von Olcott, wenn wir es durchlesen, etwas hervorruft, als wenn sich Rassen immer gleichartig abwickeln wie Räder. Aber diese Begriffe verlieren ihre Bedeutung für die nächste Zeit, und wir müssen uns klar sein, dass diese Anfangsstadien der theosophischen Bewegung überholt sind und dass wir für die sechste Kulturperiode dem Rassenbegriff keinen rechten Sinn mehr beilegen können.

[ 17 ] Das ist das Eigentümliche der Menschheitsentwicklung aber, dass alte, nicht so sehr mit der geistigen Entwicklung zusammenhängende Eigenschaften der Menschen immer mehr und mehr ihre Bedeutung verlieren. Wenn wir die Menschheitsentwicklung seit der atlantischen Katastrophe überblicken, so können wir sagen: Von den großen Unterschieden, die sich in der atlantischen Zeit vorbereitet haben, haben sich hereingelebt in die gegenwärtigen Menschen die Unterschiede, die wir als Rassenunterschiede bezeichnen, und wir können in einem gewissen Sinne noch sprechen von einer altindischen Rasse, von einer urpersischen Rasse, von einer ägyptischen Rasse, von einer griechisch-lateinischen Rasse, selbst noch in unserer Zeit können wir von einer Art fünften Rasse sprechen. Aber jetzt schon hört der Rassenbegriff auf, in Bezug auf die Entwicklung der Menschheit einen rechten Sinn zu haben. Nicht wird es so sein, wie es zum Beispiel in früheren Zeiten war, dass für das, was als sechster Kulturzeitraum auf den unserigen folgt, von irgendeinem räumlichen Zentrum aus die Verbreitung dieser Kultur im Wesentlichen geschieht, sondern, was wichtig ist, das ist, dass Theosophie sich verbreitet unter der Menschheit, dass sie- wie man bei ihrem Ursprunge sagte, als man noch mehr ein dunkles Bewusstsein von dem gehabt hat, was als theosophische Bewegung notwendig ist - eine Lehre sein muss ohne Unterschied von Rasse, Nation und Geschlecht. Aus allen Rassen heraus werden diejenigen, die durch die Theosophie gegangen sind, für die sechste Kulturepoche kommen und über die Erde hin eine neue Kulturepoche begründen, welche nicht mehr auf einen Rassenbegriff gegründet ist, gegenüber welcher der Rassenbegriff nicht mehr seine Bedeutung hat. Kurz, das, was in der Welt der Maya, der äußeren Räumlichkeit, eine Bedeutung hat, schwindet dahin. Das müssen wir allmählich verstehen lernen, indem wir uns weiter entwickeln mit der Theosophischen Bewegung. Das wurde im Anfange noch nicht verstanden. Deshalb sehen wir, wie das sonst so verdienstvolle Buch «Der buddhistische Katechismus» von Olcott, wenn wir es durchlesen, etwas hervorruft, als wenn sich Rassen immer gleichartig abwickeln wie Räder. Aber diese Begriffe verlieren ihre Bedeutung für die nächste Zeit, und wir müssen uns klar sein, dass diese Anfangsstadien der theosophischen Bewegung überholt sind und dass wir für die sechste Kulturperiode dem Rassenbegriff keinen rechten Sinn mehr beilegen können.

[ 18 ] Also alles räumlich Beschränkte wird seine Bedeutung verlieren. Daher kann derjenige, der den ganzen Sinn der Menschheitsentwicklung versteht, auch verstehen, dass die Erscheinung des Christus, wie sie herantritt in den nächsten drei Jahrtausenden, nicht so sein darf, dass der Christus beschränkt ist auf einen räumlich beschränkten Leib, der doch auf ein bestimmtes Territorium beschränkt sein müsste. Wenn auch die Verkehrsmittel noch so sehr sich gehoben hätten und jetzt jemand Hilfe bräuchte in Südamerika und der Christus in Europa wäre, so müsste, wenn der Christus beschränkt wäre auf einen physischen Leib, er wenigstens mit einem Ballon nach Südamerika fahren, wenn die nächste Hilfe dort geleistet werden müsste. Wenn nun auch in noch so beliebiger Weise vorgestellt werden können die Schnelligkeiten in der Überwindung des Raumes: Das, was der Christus bei seinem Wiederkommen auf der Erde als Menschenhilfe zu leisten haben wird, wird sich nimmer darauf beschränken, was eine Wesenheit leisten kann in dem physischen Leib. Nicht einmal darauf wird es sich beschränken, dass der Christus zu gleicher Zeit nur an einem Orte sein kann: Er wird helfen können zu gleicher Zeit an einem Orte und an einem anderen Orte. Weil die geistige Wesenheit nicht an die Raumordnungen gebunden ist, so wird der, dem geholfen werden kann durch den Christus in seiner unmittelbaren Erscheinung, an dem einen Ende der Erde ebenso seine Hilfe erhalten können wie der, dem geholfen werden soll an dem anderen Ende. Nicht an Raumesgrenzen und nicht an einen fleischlichen, physischen Leib ist die neue Erscheinung des Christus gebunden. Nur derjenige, der nichts verstehen will von dem Fortschritte der Menschheit zur Geistigkeit, von dem, was umwandelt alle wichtigsten Ereignisse allmählich in Geistigkeit, nur der kann gerade das, was mit der Christus-Wesenheit gemeint ist, eben gebunden erklären an den physischen Leib.

[ 18 ] Also alles räumlich Beschränkte wird seine Bedeutung verlieren. Daher kann derjenige, der den ganzen Sinn der Menschheitsentwicklung versteht, auch verstehen, dass die Erscheinung des Christus, wie sie herantritt in den nächsten drei Jahrtausenden, nicht so sein darf, dass der Christus beschränkt ist auf einen räumlich beschränkten Leib, der doch auf ein bestimmtes Territorium beschränkt sein müsste. Wenn auch die Verkehrsmittel noch so sehr sich gehoben hätten und jetzt jemand Hilfe bräuchte in Südamerika und der Christus in Europa wäre, so müsste, wenn der Christus beschränkt wäre auf einen physischen Leib, er wenigstens mit einem Ballon nach Südamerika fahren, wenn die nächste Hilfe dort geleistet werden müsste. Wenn nun auch in noch so beliebiger Weise vorgestellt werden können die Schnelligkeiten in der Überwindung des Raumes: Das, was der Christus bei seinem Wiederkommen auf der Erde als Menschenhilfe zu leisten haben wird, wird sich nimmer darauf beschränken, was eine Wesenheit leisten kann in dem physischen Leib. Nicht einmal darauf wird es sich beschränken, dass der Christus zu gleicher Zeit nur an einem Orte sein kann: Er wird helfen können zu gleicher Zeit an einem Orte und an einem anderen Orte. Weil die geistige Wesenheit nicht an die Raumordnungen gebunden ist, so wird der, dem geholfen werden kann durch den Christus in seiner unmittelbaren Erscheinung, an dem einen Ende der Erde ebenso seine Hilfe erhalten können wie der, dem geholfen werden soll an dem anderen Ende. Nicht an Raumesgrenzen und nicht an einen fleischlichen, physischen Leib ist die neue Erscheinung des Christus gebunden. Nur derjenige, der nichts verstehen will von dem Fortschritte der Menschheit zur Geistigkeit, von dem, was umwandelt alle wichtigsten Ereignisse allmählich in Geistigkeit, nur der kann gerade das, was mit der Christus-Wesenheit gemeint ist, eben gebunden erklären an den physischen Leib.

[ 19 ] Damit aber haben wir, meine lieben theosophischen Freunde, schon charakterisiert, wie die Tatsachen liegen gegenüber der dritten Offenbarung und wie in dieser dritten Offenbarung auftreten muss das, was ja jetzt schon auftritt zur Durchleuchtung, zur Erklärung des Evangeliums. Das Evangelium ist die Sprache, die Theosophie in ihrem Verhältnis zum Evangelium ist der Gedankengehalt des Evangeliums, Wie die Sprache zum vollen Bewusstsein des Kindes sich verhält, so verhält sich das Evangelium, wie es verkündet worden ist, zur neuen Offenbarung, die unmittelbar aus der geistigen Welt herauskommt, zu dem, was Theosophie der Menschheit werden soll.

[ 19 ] Damit aber haben wir, meine lieben theosophischen Freunde, schon charakterisiert, wie die Tatsachen liegen gegenüber der dritten Offenbarung und wie in dieser dritten Offenbarung auftreten muss das, was ja jetzt schon auftritt zur Durchleuchtung, zur Erklärung des Evangeliums. Das Evangelium ist die Sprache, die Theosophie in ihrem Verhältnis zum Evangelium ist der Gedankengehalt des Evangeliums, Wie die Sprache zum vollen Bewusstsein des Kindes sich verhält, so verhält sich das Evangelium, wie es verkündet worden ist, zur neuen Offenbarung, die unmittelbar aus der geistigen Welt herauskommt, zu dem, was Theosophie der Menschheit werden soll.

[ 20 ] Dessen müssen wir uns bewusst sein, meine lieben theosophischen Freunde, dass wir in der Tat eine gewisse Aufgabe haben, eine Aufgabe des Verständnisses, wenn wir zuerst aus dem Unbewussten der Seele heraus und dann immer klarer und klarer unsere Zugehörigkeit zur Theosophie verspüren. Wir müssen es gewissermaßen als eine Auszeichnung vonseite des Weltgeistes, als Gnade vonseiten der schöpferischen, führenden Weltgeister betrachten, wenn unser Herz uns heute hintreibt zu dieser neuen Verkündigung, die sich als dritte zur Verkündigung vom Sinai und vom Jordan hinzugesellt. Das ist die Aufgabe dieser neuen Verkündigung, den gesamten Menschen uns erkennen zu lassen, uns tief und immer tiefer hinzuweisen darauf, dass das, dessen sich der Mensch zunächst bewusst ist, umhüllt ist von anderen Wesensgliedern der menschlichen Natur, die aber ihre Bedeutung haben für das gesamte Leben des Menschen. Und es ist notwendig, dass unsere Freunde von den verschiedensten Gesichtspunkten aus kennenlernen, was die Glieder der Menschenwesenheit sind.

[ 20 ] Dessen müssen wir uns bewusst sein, meine lieben theosophischen Freunde, dass wir in der Tat eine gewisse Aufgabe haben, eine Aufgabe des Verständnisses, wenn wir zuerst aus dem Unbewussten der Seele heraus und dann immer klarer und klarer unsere Zugehörigkeit zur Theosophie verspüren. Wir müssen es gewissermaßen als eine Auszeichnung vonseite des Weltgeistes, als Gnade vonseiten der schöpferischen, führenden Weltgeister betrachten, wenn unser Herz uns heute hintreibt zu dieser neuen Verkündigung, die sich als dritte zur Verkündigung vom Sinai und vom Jordan hinzugesellt. Das ist die Aufgabe dieser neuen Verkündigung, den gesamten Menschen uns erkennen zu lassen, uns tief und immer tiefer hinzuweisen darauf, dass das, dessen sich der Mensch zunächst bewusst ist, umhüllt ist von anderen Wesensgliedern der menschlichen Natur, die aber ihre Bedeutung haben für das gesamte Leben des Menschen. Und es ist notwendig, dass unsere Freunde von den verschiedensten Gesichtspunkten aus kennenlernen, was die Glieder der Menschenwesenheit sind.

[ 21 ] Heute wollen wir einmal, von dem Innern des Menschen ausgehend, einiges sagen über diese Wesenheit des Menschen. Da wissen unsere Freunde zunächst, dass, wenn wir von dem Ich, dem eigentlich zentralen Wesenskern des Menschen ausgehen, wir als die nächste Hülle finden das, was wir mehr oder weniger abstrakt genannt haben den astralischen Leib. Dann weiter nach außen gehend finden wir den sogenannten Ätherleib und wiederum weiter nach außen den physischen Leib. Wir können aber, wenn wir auf das reale Leben blicken, noch in einer anderen Weise von diesen Hüllen des Menschen sprechen. Und wir wollen heute unmittelbar aus dem Leben herausgreifen, was allerdings nur aus den Vorstellungen des Okkultismus heraus erkannt werden kann, was aber verstanden werden kann durch eine unbefangene Beobachtung des Lebens.

[ 21 ] Heute wollen wir einmal, von dem Innern des Menschen ausgehend, einiges sagen über diese Wesenheit des Menschen. Da wissen unsere Freunde zunächst, dass, wenn wir von dem Ich, dem eigentlich zentralen Wesenskern des Menschen ausgehen, wir als die nächste Hülle finden das, was wir mehr oder weniger abstrakt genannt haben den astralischen Leib. Dann weiter nach außen gehend finden wir den sogenannten Ätherleib und wiederum weiter nach außen den physischen Leib. Wir können aber, wenn wir auf das reale Leben blicken, noch in einer anderen Weise von diesen Hüllen des Menschen sprechen. Und wir wollen heute unmittelbar aus dem Leben herausgreifen, was allerdings nur aus den Vorstellungen des Okkultismus heraus erkannt werden kann, was aber verstanden werden kann durch eine unbefangene Beobachtung des Lebens.

[ 22 ] Heute sagt gar mancher, der hochmütig und hochfahrend geworden ist durch das, was man naturwissenschaftliche Weltanschauung nennt: Die Zeiten des Glaubens der Menschheit sind lange vorbei, das Glauben entspricht der Kindheitsstufe der Menschheit, heute ist die Menschheit aufgerückt zum Wissen, heute muss man alles wissen, darf nicht mehr bloß glauben.

[ 22 ] Heute sagt gar mancher, der hochmütig und hochfahrend geworden ist durch das, was man naturwissenschaftliche Weltanschauung nennt: Die Zeiten des Glaubens der Menschheit sind lange vorbei, das Glauben entspricht der Kindheitsstufe der Menschheit, heute ist die Menschheit aufgerückt zum Wissen, heute muss man alles wissen, darf nicht mehr bloß glauben.

[ 23 ] Nun, das mag ja alles leidlich klingen, aber es ist doch, meine lieben theosophischen Freunde, kein Verstand dabei im Grunde genommen, denn bei solchen Dingen muss man auch noch manche andere Frage aufwerfen als just die, ob im Laufe der Entwicklung heute etwa das Wissen an die Menschheit herangetreten ist durch die äußere Wissenschaft. Man muss die andere Frage aufwerfen: Bedeutet denn die Tatsache des Glaubens als solche etwas für die Menschheit? Gehört es vielleicht nicht zur Menschennatur überhaupt, zu glauben? Es könnte ja natürlich durchaus sein, dass durch das oder jenes die Menschen den Glauben ablegen, abwerfen wollen. Aber so, wie es den Menschen gestattet ist, auch manchmal auf eine kurze Zeit hindurch auf ihre äußere Gesundheit loszuwüten, ohne dass sich der Schaden gleich zeigt, so könnte es sehr wohl sein, und es ist so: Die Menschen mögen den Glauben zu den abgetanen Gütern ihrer Väter legen. Das ist aber gerade so, wie wenn die Menschen eine Weile wüst auf ihre Gesundheit losstürmten und die alten Kräfte verbrauchten. Wenn der Mensch heute den Glauben zu den überlebten Gütern seiner Väter legt, so zehrt er doch in Bezug auf seine Lebenskräfte der Seele von den alten Glaubensgütern, die er mit den Traditionen und Überlieferungen ererbt hat. Es hängt gar nicht vom Menschen ab, den Glauben abzulegen oder nicht, denn der Glaube stellt in der Menschenseele eine Anzahl von Kräften dar, eine Summe von Kräften, die zu den Lebenskräften der Seele gehören. Es kommt gar nicht darauf an, ob wir glauben wollen oder nicht, sondern darauf, dass wir die Kräfte, die das Wort «Glaube» ausdrückt, als Lebenskräfte der Seele haben müssen, dass die Seele verdorrt, verödet und vereinsamt, wenn sie nichts glauben kann.

[ 23 ] Nun, das mag ja alles leidlich klingen, aber es ist doch, meine lieben theosophischen Freunde, kein Verstand dabei im Grunde genommen, denn bei solchen Dingen muss man auch noch manche andere Frage aufwerfen als just die, ob im Laufe der Entwicklung heute etwa das Wissen an die Menschheit herangetreten ist durch die äußere Wissenschaft. Man muss die andere Frage aufwerfen: Bedeutet denn die Tatsache des Glaubens als solche etwas für die Menschheit? Gehört es vielleicht nicht zur Menschennatur überhaupt, zu glauben? Es könnte ja natürlich durchaus sein, dass durch das oder jenes die Menschen den Glauben ablegen, abwerfen wollen. Aber so, wie es den Menschen gestattet ist, auch manchmal auf eine kurze Zeit hindurch auf ihre äußere Gesundheit loszuwüten, ohne dass sich der Schaden gleich zeigt, so könnte es sehr wohl sein, und es ist so: Die Menschen mögen den Glauben zu den abgetanen Gütern ihrer Väter legen. Das ist aber gerade so, wie wenn die Menschen eine Weile wüst auf ihre Gesundheit losstürmten und die alten Kräfte verbrauchten. Wenn der Mensch heute den Glauben zu den überlebten Gütern seiner Väter legt, so zehrt er doch in Bezug auf seine Lebenskräfte der Seele von den alten Glaubensgütern, die er mit den Traditionen und Überlieferungen ererbt hat. Es hängt gar nicht vom Menschen ab, den Glauben abzulegen oder nicht, denn der Glaube stellt in der Menschenseele eine Anzahl von Kräften dar, eine Summe von Kräften, die zu den Lebenskräften der Seele gehören. Es kommt gar nicht darauf an, ob wir glauben wollen oder nicht, sondern darauf, dass wir die Kräfte, die das Wort «Glaube» ausdrückt, als Lebenskräfte der Seele haben müssen, dass die Seele verdorrt, verödet und vereinsamt, wenn sie nichts glauben kann.

[ 24 ] Es gab ja übrigens auch Menschen, die ohne Kenntnis der Naturwissenschaft viel gescheiter waren als diejenigen, die die naturwissenschaftliche Weltanschauung heute vertreten. Die haben nicht gesagt, wie man glaubt, dass durchaus gesagt worden sei: Ich glaube, was ich nicht weiß - sondern: Ich glaube das, was ich weiß, eben erst recht. - Das Wissen ist nur die Grundlage des Glaubens. Wir sollen wissen, damit wir uns immer mehr zu den Kräften erheben können, die die Glaubenskräfte der menschlichen Seele sind. Wir müssen in unserer Seele haben, was hinblicken kann auf eine übersinnliche Welt, was Hinlenkung aller unserer Gedanken und Vorstellungen ist auf eine übersinnliche Welt. Wenn wir diese Kräfte nicht haben, die also das Wort «Glaube» ausdrückt, so verödet etwas an uns, wir werden dürr, trocknen ein wie das Laub im Herbst. Eine Weile kann es gehen für die Menschheit, aber dann geht es nicht mehr. Und wenn die Menschheit wirklich den Glauben verlieren würde, dann würde sie schon in den nächsten Jahrzehnten sehen, was das für die Entwicklung bedeuten würde. Dann würden durch die verlorenen Glaubenskräfte die Menschen herumgehen müssen so, dass keiner mehr recht weiß, was er mit sich anzufangen hat, um sich im Leben zurechtzufinden, dass keiner eigentlich bestehen kann in der Welt, weil er Furcht, Sorge und Ängstlichkeit hat vor dem und jenem. Kurz, jenes Leben, das in unserer Seele frisch quellen soll, kann uns nur durch die Glaubenskräfte gegeben werden.

[ 24 ] Es gab ja übrigens auch Menschen, die ohne Kenntnis der Naturwissenschaft viel gescheiter waren als diejenigen, die die naturwissenschaftliche Weltanschauung heute vertreten. Die haben nicht gesagt, wie man glaubt, dass durchaus gesagt worden sei: Ich glaube, was ich nicht weiß - sondern: Ich glaube das, was ich weiß, eben erst recht. - Das Wissen ist nur die Grundlage des Glaubens. Wir sollen wissen, damit wir uns immer mehr zu den Kräften erheben können, die die Glaubenskräfte der menschlichen Seele sind. Wir müssen in unserer Seele haben, was hinblicken kann auf eine übersinnliche Welt, was Hinlenkung aller unserer Gedanken und Vorstellungen ist auf eine übersinnliche Welt. Wenn wir diese Kräfte nicht haben, die also das Wort «Glaube» ausdrückt, so verödet etwas an uns, wir werden dürr, trocknen ein wie das Laub im Herbst. Eine Weile kann es gehen für die Menschheit, aber dann geht es nicht mehr. Und wenn die Menschheit wirklich den Glauben verlieren würde, dann würde sie schon in den nächsten Jahrzehnten sehen, was das für die Entwicklung bedeuten würde. Dann würden durch die verlorenen Glaubenskräfte die Menschen herumgehen müssen so, dass keiner mehr recht weiß, was er mit sich anzufangen hat, um sich im Leben zurechtzufinden, dass keiner eigentlich bestehen kann in der Welt, weil er Furcht, Sorge und Ängstlichkeit hat vor dem und jenem. Kurz, jenes Leben, das in unserer Seele frisch quellen soll, kann uns nur durch die Glaubenskräfte gegeben werden.

[ 25 ] Das ist aus dem Grunde so, weil in den verborgenen Tiefen unseres Wesens, für das äußere Bewusstsein zunächst unwahrnehmbar, etwas ruht, in das eingebettet ist unser eigentliches Ich. Und das, worin unser Ich ruht, was sich gleich geltend macht, wenn wir es nicht beleben, das ist das, was wir nennen können jene menschliche Hülle, in welcher die Glaubenskräfte lebendig sind, was wir nennen können die Glaubensseele oder meinetwillen den Glaubensleib. Und das ist dasselbe, was wir bisher mehr abstrakt den astralischen Leib genannt haben. Die Glaubenskräfte sind die wichtigsten Kräfte des astralischen Leibes, und ebenso wie richtig ist der Ausdruck «Astralleib», ebenso ist richtig der Ausdruck «Glaubensleib».

[ 25 ] Das ist aus dem Grunde so, weil in den verborgenen Tiefen unseres Wesens, für das äußere Bewusstsein zunächst unwahrnehmbar, etwas ruht, in das eingebettet ist unser eigentliches Ich. Und das, worin unser Ich ruht, was sich gleich geltend macht, wenn wir es nicht beleben, das ist das, was wir nennen können jene menschliche Hülle, in welcher die Glaubenskräfte lebendig sind, was wir nennen können die Glaubensseele oder meinetwillen den Glaubensleib. Und das ist dasselbe, was wir bisher mehr abstrakt den astralischen Leib genannt haben. Die Glaubenskräfte sind die wichtigsten Kräfte des astralischen Leibes, und ebenso wie richtig ist der Ausdruck «Astralleib», ebenso ist richtig der Ausdruck «Glaubensleib».

[ 26 ] Ein Zweites, was in den verborgenen Tiefen des menschlichen Wesens als Kräfte da sein muss, meine lieben theosophischen Freunde, ist das, was zum Ausdruck gebracht wird mit dem Worte «Liebe». Liebe ist nicht nur etwas, was die Menschen durch entsprechende Bande zusammenhält, sondern etwas, was auch der einzelne Mensch braucht. Der Mensch, der keine Liebekraft entwickeln kann, verödet und verdorrt auch in seinem Wesen. Man stelle sich nur einen Menschen vor, der nun wirklich so voll von Egoismus ist, dass er nicht lieben kann. Es ist im Grunde genommen - wenn es solche Menschen auch nur bis zu einem gewissen Grade gibt und sie also doch gesehen werden können - recht traurig, solche Gestalten zu sehen, die nicht lieben können, die ihr Leben in irgendeiner Inkarnation zubringen ohne jene lebendige Wärme in sich zu erzeugen, die nur dann erzeugt wird, wenn wir nur irgendetwas, dieses oder jenes in der Welt, lieben können. Gestalten, die das nicht können, in ihrer Dürre und Trockenheit durch die Welt schreiten zu sehen, haben etwas recht Trauriges; denn die Liebekraft ist eine Lebenskraft, die etwas, was noch tiefer in unserem Wesen ruht, entfacht und wach und lebendig erhält, eine noch tiefere Kraft als selbst der Glaube.

[ 26 ] Ein Zweites, was in den verborgenen Tiefen des menschlichen Wesens als Kräfte da sein muss, meine lieben theosophischen Freunde, ist das, was zum Ausdruck gebracht wird mit dem Worte «Liebe». Liebe ist nicht nur etwas, was die Menschen durch entsprechende Bande zusammenhält, sondern etwas, was auch der einzelne Mensch braucht. Der Mensch, der keine Liebekraft entwickeln kann, verödet und verdorrt auch in seinem Wesen. Man stelle sich nur einen Menschen vor, der nun wirklich so voll von Egoismus ist, dass er nicht lieben kann. Es ist im Grunde genommen - wenn es solche Menschen auch nur bis zu einem gewissen Grade gibt und sie also doch gesehen werden können - recht traurig, solche Gestalten zu sehen, die nicht lieben können, die ihr Leben in irgendeiner Inkarnation zubringen ohne jene lebendige Wärme in sich zu erzeugen, die nur dann erzeugt wird, wenn wir nur irgendetwas, dieses oder jenes in der Welt, lieben können. Gestalten, die das nicht können, in ihrer Dürre und Trockenheit durch die Welt schreiten zu sehen, haben etwas recht Trauriges; denn die Liebekraft ist eine Lebenskraft, die etwas, was noch tiefer in unserem Wesen ruht, entfacht und wach und lebendig erhält, eine noch tiefere Kraft als selbst der Glaube.

[ 27 ] Und so wie wir eingebettet sind in einen Glaubensleib, den wir auch von anderen Gesichtspunkten aus den Astralleib nennen, so sind wir eingebettet in einen Liebeleib, den wir von anderen Gesichtspunkten aus in der Theosophie benennen gelernt haben den ätherischen oder Lebensleib. Denn die Kräfte, die zunächst aus den Tiefen unseres Wesens heraufwirken zu uns aus unserem Ätherleib, sind die Kräfte, die sich dadurch ausdrücken, dass der Mensch lieben kann, lieben auf allen Stufen seines Daseins. Wenn der Mensch ganz und gar die Liebekraft aus seinem Wesen entfernen könnte - das kann selbst nämlich der egoistischste Mensch nicht, denn es gehört, Gott sei Dank, zu dem, was der Mensch egoistisch erstreben kann, auch das, dass er etwas lieben kann; sagen wir, um ein naheliegendes Beispiel zu gebrauchen, wenn derjenige, der nichts anderes mehr lieben kann, oftmals noch anfängt, wenn er recht geizig wird, das Geld zu lieben und sich so eine wohltätige Liebekraft doch wenigstens noch ersetzt durch eine aus dem gründlichen Egoismus herauskommende Liebekraft -, so würde diese Hülle, welche von den Liebekräften unterhalten wird, wenn gar nichts von Liebe in dem Menschen wäre, ganz zusammenschrumpfen, und der Mensch würde tatsächlich an Liebeleerheit sterben müssen. Wirklich physisch sterben würde der Mensch an Liebeleerheit. Das Zusammenschrumpfen der Liebekräfte ist dasselbe, was wir nennen können das Zusammenschrumpfen der Kräfte des Ätherleibes, denn der Ätherleib ist zugleich der Liebeleib.

[ 27 ] Und so wie wir eingebettet sind in einen Glaubensleib, den wir auch von anderen Gesichtspunkten aus den Astralleib nennen, so sind wir eingebettet in einen Liebeleib, den wir von anderen Gesichtspunkten aus in der Theosophie benennen gelernt haben den ätherischen oder Lebensleib. Denn die Kräfte, die zunächst aus den Tiefen unseres Wesens heraufwirken zu uns aus unserem Ätherleib, sind die Kräfte, die sich dadurch ausdrücken, dass der Mensch lieben kann, lieben auf allen Stufen seines Daseins. Wenn der Mensch ganz und gar die Liebekraft aus seinem Wesen entfernen könnte - das kann selbst nämlich der egoistischste Mensch nicht, denn es gehört, Gott sei Dank, zu dem, was der Mensch egoistisch erstreben kann, auch das, dass er etwas lieben kann; sagen wir, um ein naheliegendes Beispiel zu gebrauchen, wenn derjenige, der nichts anderes mehr lieben kann, oftmals noch anfängt, wenn er recht geizig wird, das Geld zu lieben und sich so eine wohltätige Liebekraft doch wenigstens noch ersetzt durch eine aus dem gründlichen Egoismus herauskommende Liebekraft -, so würde diese Hülle, welche von den Liebekräften unterhalten wird, wenn gar nichts von Liebe in dem Menschen wäre, ganz zusammenschrumpfen, und der Mensch würde tatsächlich an Liebeleerheit sterben müssen. Wirklich physisch sterben würde der Mensch an Liebeleerheit. Das Zusammenschrumpfen der Liebekräfte ist dasselbe, was wir nennen können das Zusammenschrumpfen der Kräfte des Ätherleibes, denn der Ätherleib ist zugleich der Liebeleib.

[ 28 ] So haben wir, meine lieben theosophischen Freunde, im Mittelpunkte des menschlichen Wesens des Menschen zentralen Wesenskern, das Ich. Umgeben haben wir dieses Ich von seiner nächsten Hülle, dem Glaubensleib, und den Glaubensleib wiederum umgeben von dem Liebeleib.

[ 28 ] So haben wir, meine lieben theosophischen Freunde, im Mittelpunkte des menschlichen Wesens des Menschen zentralen Wesenskern, das Ich. Umgeben haben wir dieses Ich von seiner nächsten Hülle, dem Glaubensleib, und den Glaubensleib wiederum umgeben von dem Liebeleib.

[ 29 ] Wenn wir weitergehen, so kommen wir noch zu einer Klasse von Kräften, die wir im Leben brauchen. Wenn wir diese Kräfte nicht haben können, gar nicht haben können, dann, ja dann drückt sich das in unserer äußeren Menschlichkeit in sehr bedeutsamer Weise aus. Das, was wir im Leben brauchen als im eminentesten Sinne belebende Kräfte, das sind die Kräfte der Hoffnung, der Zuversicht für das Zukünftige. Der Mensch kann ohne die Hoffnung überhaupt nicht einen Schritt im Dasein machen, insoweit es der physischen Welt angehört. Der Mensch hat allerdings manchmal sonderbare Ausreden, wenn er zum Beispiel nicht einsehen will, dass es in gewisser Be: hung für den Menschen notwendig ist zu wissen, was sich zuträgt zwischen Tod und Geburt. Er sagt: Was brauchen wir denn das zu wissen, wir wissen ja nicht einmal, was mit uns am nächsten Morgen los ist, was sollen wir uns erst Kenntnisse aneignen über das, was zwischen Tod und Geburt sich zuträgt?

[ 29 ] Wenn wir weitergehen, so kommen wir noch zu einer Klasse von Kräften, die wir im Leben brauchen. Wenn wir diese Kräfte nicht haben können, gar nicht haben können, dann, ja dann drückt sich das in unserer äußeren Menschlichkeit in sehr bedeutsamer Weise aus. Das, was wir im Leben brauchen als im eminentesten Sinne belebende Kräfte, das sind die Kräfte der Hoffnung, der Zuversicht für das Zukünftige. Der Mensch kann ohne die Hoffnung überhaupt nicht einen Schritt im Dasein machen, insoweit es der physischen Welt angehört. Der Mensch hat allerdings manchmal sonderbare Ausreden, wenn er zum Beispiel nicht einsehen will, dass es in gewisser Be: hung für den Menschen notwendig ist zu wissen, was sich zuträgt zwischen Tod und Geburt. Er sagt: Was brauchen wir denn das zu wissen, wir wissen ja nicht einmal, was mit uns am nächsten Morgen los ist, was sollen wir uns erst Kenntnisse aneignen über das, was zwischen Tod und Geburt sich zuträgt?

[ 30 ] Kennen wir wirklich nicht den nächsten Tag? Wir kennen etwas nicht in Bezug auf den nächsten Tag, was für die Einzelheiten unseres übersinnlichen Lebens bedeutsam ist. Gröber ausgesprochen: Wir wissen vielleicht nicht, ob wir noch physisch am Leben sind. Aber eines wissen wir: Sofern wir physisch am Leben sind, wird am nächsten Tage geradeso Morgen, Mittag und Abend sein wie heute. Und wenn wir heute als Tischler einen Tisch gemacht haben, so wird er am nächsten Tage da sein, und wenn wir heute Stiefel gemacht haben, so wird siejemand am nächsten Tag anziehen können, und wenn wir Samen gelegt haben, so wissen wir, dass sie im nächsten Jahre aufgehen werden. Wir wissen just das, was wir zu wissen brauchen von der Zukunft. Wenn das nicht so wäre, dass sich in rhythmischer Weise, in einer vorher zu erholenden Weise die Ereignisse der Zukunft zutrügen, so wäre das Leben in der physischen Welt unmöglich. Würde jemand heute einen Tisch machen, wenn er nicht sicher sein könnte, dass er über Nacht nicht zerstört würde? Würde er Samen pflanzen, wenn er keine Ahnung hätte, was das nächste Jahr daraus wird? Gerade für das physische Leben brauchen wir die Hoffnung, denn es hält die Hoffnung alles physische Leben zusammen und aufrecht.

[ 30 ] Kennen wir wirklich nicht den nächsten Tag? Wir kennen etwas nicht in Bezug auf den nächsten Tag, was für die Einzelheiten unseres übersinnlichen Lebens bedeutsam ist. Gröber ausgesprochen: Wir wissen vielleicht nicht, ob wir noch physisch am Leben sind. Aber eines wissen wir: Sofern wir physisch am Leben sind, wird am nächsten Tage geradeso Morgen, Mittag und Abend sein wie heute. Und wenn wir heute als Tischler einen Tisch gemacht haben, so wird er am nächsten Tage da sein, und wenn wir heute Stiefel gemacht haben, so wird siejemand am nächsten Tag anziehen können, und wenn wir Samen gelegt haben, so wissen wir, dass sie im nächsten Jahre aufgehen werden. Wir wissen just das, was wir zu wissen brauchen von der Zukunft. Wenn das nicht so wäre, dass sich in rhythmischer Weise, in einer vorher zu erholenden Weise die Ereignisse der Zukunft zutrügen, so wäre das Leben in der physischen Welt unmöglich. Würde jemand heute einen Tisch machen, wenn er nicht sicher sein könnte, dass er über Nacht nicht zerstört würde? Würde er Samen pflanzen, wenn er keine Ahnung hätte, was das nächste Jahr daraus wird? Gerade für das physische Leben brauchen wir die Hoffnung, denn es hält die Hoffnung alles physische Leben zusammen und aufrecht.

[ 31 ] Nichts kann geschehen auf dem äußeren physischen Plan ohne die Hoffnung. Daher hängen auch die Hoffnungskräfte mit der letzten Hülle unseres menschlichen Wesens zusammen, mit unserem physischen Leib. Was die Glaubenskräfte für den Astralleib, die Liebekräfte für den Ätherleib sind, das sind die Hoffnungskräfte für den physischen Leib. Daher ein Mensch, der nicht hoffen könnte, ein Mensch, der verzweifeln müsste an demjenigen, was er voraussetzen muss für die Zukunft, er würde so durch die Welt gehen, dass das an seinem physischen Leibe wohl bemerkbar ist. Nichts so sehr als die Hoffnungslosigkeit drückt sich aus in den groben Furchen, in den ertötenden Kräften unseres physischen Leibes. Wir können sagen: Unser zentraler Wesenskern ist umhüllt von dem Glaubens- oder Astralleib, von dem Liebe- oder Ätherleib und von dem Hoffnungsleib, dem physischen Leib. Und erst dann fassen wir den physischen Leib in seiner richtigen Bedeutung, wenn wir das ins Auge fassen, was er ist: dass er in Wahrheit nicht äußere physische Anziehungsoder Abstoßungskräfte hat - das ist materialistische Anschauung -, sondern das, was wir in unseren Begriffen kennen als Hoffnungskräfte. Das ist in Wahrheit das, was in unserem physischen Leibe ist. Die Hoffnung baut unseren physischen Leib auf, nicht Anziehungs- und Abstoßungskräfte. Gerade in dieser Beziehung können wir einsehen, dass uns die neue Offenbarung, die theosophische oder geisteswissenschaftliche Offenbarung das Richtige gibt.

[ 31 ] Nichts kann geschehen auf dem äußeren physischen Plan ohne die Hoffnung. Daher hängen auch die Hoffnungskräfte mit der letzten Hülle unseres menschlichen Wesens zusammen, mit unserem physischen Leib. Was die Glaubenskräfte für den Astralleib, die Liebekräfte für den Ätherleib sind, das sind die Hoffnungskräfte für den physischen Leib. Daher ein Mensch, der nicht hoffen könnte, ein Mensch, der verzweifeln müsste an demjenigen, was er voraussetzen muss für die Zukunft, er würde so durch die Welt gehen, dass das an seinem physischen Leibe wohl bemerkbar ist. Nichts so sehr als die Hoffnungslosigkeit drückt sich aus in den groben Furchen, in den ertötenden Kräften unseres physischen Leibes. Wir können sagen: Unser zentraler Wesenskern ist umhüllt von dem Glaubens- oder Astralleib, von dem Liebe- oder Ätherleib und von dem Hoffnungsleib, dem physischen Leib. Und erst dann fassen wir den physischen Leib in seiner richtigen Bedeutung, wenn wir das ins Auge fassen, was er ist: dass er in Wahrheit nicht äußere physische Anziehungsoder Abstoßungskräfte hat - das ist materialistische Anschauung -, sondern das, was wir in unseren Begriffen kennen als Hoffnungskräfte. Das ist in Wahrheit das, was in unserem physischen Leibe ist. Die Hoffnung baut unseren physischen Leib auf, nicht Anziehungs- und Abstoßungskräfte. Gerade in dieser Beziehung können wir einsehen, dass uns die neue Offenbarung, die theosophische oder geisteswissenschaftliche Offenbarung das Richtige gibt.

[ 32 ] Was gibt uns diese Geisteswissenschaft? Sie gibt uns dadurch, dass sie uns bekannt macht mit dem allumfassenden Karmagesetz, mit dem Gesetze der wiederholten Erdenleben, das, was in geistiger Beziehung uns ebenso mit der Hoffnung durchdringt, wie uns das Bewusstsein, dass morgen die Sonne aufgehen wird, dass die Samen als Pflanzen wachsen werden, für den physischen Plan mit der Hoffnung ausstattet. Sie zeigt uns, dass das, was von uns auch noch im physischen Plan gesehen werden kann als das Untergehende, als das Pulverisiert-Werdende, wenn wir durch die Pforte des Todes gehen, dass dieser physische Leib von den Kräften, die uns als Hoffnungskräfte durchdringen, wenn wir Karma verstehen, wieder aufgebaut wird in einem neuen Leben. Mit den stärksten Hoffnungskräften stattet die Menschheit aus die Geisteswissenschaft, die Theosophie.

[ 32 ] Was gibt uns diese Geisteswissenschaft? Sie gibt uns dadurch, dass sie uns bekannt macht mit dem allumfassenden Karmagesetz, mit dem Gesetze der wiederholten Erdenleben, das, was in geistiger Beziehung uns ebenso mit der Hoffnung durchdringt, wie uns das Bewusstsein, dass morgen die Sonne aufgehen wird, dass die Samen als Pflanzen wachsen werden, für den physischen Plan mit der Hoffnung ausstattet. Sie zeigt uns, dass das, was von uns auch noch im physischen Plan gesehen werden kann als das Untergehende, als das Pulverisiert-Werdende, wenn wir durch die Pforte des Todes gehen, dass dieser physische Leib von den Kräften, die uns als Hoffnungskräfte durchdringen, wenn wir Karma verstehen, wieder aufgebaut wird in einem neuen Leben. Mit den stärksten Hoffnungskräften stattet die Menschheit aus die Geisteswissenschaft, die Theosophie.

[ 33 ] Wenn diese Theosophie als eine neue Offenbarung in der gegenwärtigen Zeit von den Menschen zurückgewiesen würde, so würden die Menschen natürlich auch in künftigen Leben auf der Erde wiedererscheinen. Denn dadurch hört das Leben nicht auf, dass die Menschen von den Gesetzen dieses Lebens nichts wissen. Die Menschen würden verkörpert werden, aber es würde sich etwas sehr Merkwürdiges erfüllen in diesen menschlichen Wiederverkörperungen. Es würde nämlich in diesen Wiederverkörperungen eintreten, dass die Menschen allmählich ein am ganzen Leib runzliges und welkes Geschlecht würden, ein Geschlecht, das zuletzt so lahme Leiber hätte auf dieser Erde, dass die Menschen nichts mehr verrichten könnten. Kurz, ein Absterben und Abdorren würde über die Menschheit kommen in den künftigen Inkarnationen, wenn nicht beleben würde das Bewusstsein - und von da aus die verborgensten Tiefen des menschlichen Wesens bis zum physischen Leib - jene starke Hoffnung, welche uns kommt durch die Sicherheit des Wissens, das wir erlangen aus dem Karmagesetz heraus und aus dem Gesetz von den wiederholten Erdenleben. Die Menschheit ist schon in der Tendenz, absterbende, verdorrende Leiber zu erzeugen, Leiber, die in der Zukunft immer rachitischer, selbst in Bezug auf das Knochensystem, werden würden. Mark in die Knochen, Lebenskraft in die Nerven hinein wird die neue Offenbarung bringen, die sich nicht bloß als Theorie geltend machen wird, sondern als belebende Kräfte, vor allen Dingen als belebende Hoffnungskräfte.

[ 33 ] Wenn diese Theosophie als eine neue Offenbarung in der gegenwärtigen Zeit von den Menschen zurückgewiesen würde, so würden die Menschen natürlich auch in künftigen Leben auf der Erde wiedererscheinen. Denn dadurch hört das Leben nicht auf, dass die Menschen von den Gesetzen dieses Lebens nichts wissen. Die Menschen würden verkörpert werden, aber es würde sich etwas sehr Merkwürdiges erfüllen in diesen menschlichen Wiederverkörperungen. Es würde nämlich in diesen Wiederverkörperungen eintreten, dass die Menschen allmählich ein am ganzen Leib runzliges und welkes Geschlecht würden, ein Geschlecht, das zuletzt so lahme Leiber hätte auf dieser Erde, dass die Menschen nichts mehr verrichten könnten. Kurz, ein Absterben und Abdorren würde über die Menschheit kommen in den künftigen Inkarnationen, wenn nicht beleben würde das Bewusstsein - und von da aus die verborgensten Tiefen des menschlichen Wesens bis zum physischen Leib - jene starke Hoffnung, welche uns kommt durch die Sicherheit des Wissens, das wir erlangen aus dem Karmagesetz heraus und aus dem Gesetz von den wiederholten Erdenleben. Die Menschheit ist schon in der Tendenz, absterbende, verdorrende Leiber zu erzeugen, Leiber, die in der Zukunft immer rachitischer, selbst in Bezug auf das Knochensystem, werden würden. Mark in die Knochen, Lebenskraft in die Nerven hinein wird die neue Offenbarung bringen, die sich nicht bloß als Theorie geltend machen wird, sondern als belebende Kräfte, vor allen Dingen als belebende Hoffnungskräfte.

[ 34 ] Glaube, Liebe, Hoffnung sind drei Stufen menschlichen Wesens, die zur gesamten Gesundheit und zum gesamten Leben gehören, ohne die der Mensch nicht sein kann. Und ebenso wenig, wie ein dunkler Raum ein Arbeitsraum sein kann, wenn er nicht beleuchtet wird, so kann das menschliche Wesen in seiner vierfachen Natur nicht bestehen, wenn seine drei Hüllen nicht durchtränkt, durchglüht und durchkraftet sind von Glaube, Liebe, Hoffnung, von demjenigen, was die Grundkräfte sind unseres Astralleibes, unseres Ätherleibes und unseres physischen Leibes. Und nehmt, meine lieben theosophischen Freunde, nur den einen Fall in Bezug auf die Art und Weise, wie sich in die Welt hineinstellt die neue Offenbarung, die durchdringt mit Gedankengehalt die alte Sprache! Dringen uns nicht herauf aus der Evangelienoffenbarung die drei wunderbaren Worte, die sozusagen wie Weisheitsworte durch die Zeiten klingen: Glaube, Liebe, Hoffnung! Aber man hat sie in ihrem ganzen Zusammenhange für das Menschenleben nicht verstanden, so wenig verstanden, dass nur in manchen Gegenden die richtige Reihenfolge eingehalten wird. Man sagt zwar zuweilen: Glaube, Liebe, Hoffnung, weil das der richtigen Reihenfolge entspricht, aber man hat den Gedankengehalt so wenig verstanden, dass man oft sagt: Glaube, Hoffnung, Liebe, was falsch ist, weil man nicht sagen kann: Astralleib, physischer Leib, Ätherleib, wenn man der Reihe nach aufzählen will. Das ist durcheinandergeworfen worden etwa in derselben Weise, wie das Kind, das noch nicht den Gedankengehalt der Sprache hat, manchmal etwas durcheinanderwirft in der Sprache.

[ 34 ] Glaube, Liebe, Hoffnung sind drei Stufen menschlichen Wesens, die zur gesamten Gesundheit und zum gesamten Leben gehören, ohne die der Mensch nicht sein kann. Und ebenso wenig, wie ein dunkler Raum ein Arbeitsraum sein kann, wenn er nicht beleuchtet wird, so kann das menschliche Wesen in seiner vierfachen Natur nicht bestehen, wenn seine drei Hüllen nicht durchtränkt, durchglüht und durchkraftet sind von Glaube, Liebe, Hoffnung, von demjenigen, was die Grundkräfte sind unseres Astralleibes, unseres Ätherleibes und unseres physischen Leibes. Und nehmt, meine lieben theosophischen Freunde, nur den einen Fall in Bezug auf die Art und Weise, wie sich in die Welt hineinstellt die neue Offenbarung, die durchdringt mit Gedankengehalt die alte Sprache! Dringen uns nicht herauf aus der Evangelienoffenbarung die drei wunderbaren Worte, die sozusagen wie Weisheitsworte durch die Zeiten klingen: Glaube, Liebe, Hoffnung! Aber man hat sie in ihrem ganzen Zusammenhange für das Menschenleben nicht verstanden, so wenig verstanden, dass nur in manchen Gegenden die richtige Reihenfolge eingehalten wird. Man sagt zwar zuweilen: Glaube, Liebe, Hoffnung, weil das der richtigen Reihenfolge entspricht, aber man hat den Gedankengehalt so wenig verstanden, dass man oft sagt: Glaube, Hoffnung, Liebe, was falsch ist, weil man nicht sagen kann: Astralleib, physischer Leib, Ätherleib, wenn man der Reihe nach aufzählen will. Das ist durcheinandergeworfen worden etwa in derselben Weise, wie das Kind, das noch nicht den Gedankengehalt der Sprache hat, manchmal etwas durcheinanderwirft in der Sprache.

[ 35 ] So geht es mit allem, was sich auf die zweite Offenbarung bezieht, es wird durchdrungen von dem Gedankengehalt. Das haben wir angestrebt zum Beispiel in der Erklärung der Evangelien. Was sind diese Evangelien zunächst gewesen bisher? Etwas, was die Menschen erbauen konnte, mit großen, gewaltigen Empfindungen durchdringen konnte, was der Menschheit ein Verständnis geben konnte für das Gemüt und Gefühl von dem Mysterium von Golgatha. Aber man nehme nur die ganz einfache Sache, dass man überhaupt erst angefangen hat über die Evangelien nachzudenken! Und als man nachzudenken angefangen hat, da hat man gleich Widersprüche gefunden, und erst die geistige Wissenschaft wird zeigen, wie diese Widersprüche zu erklären sind. So wird man erst jetzt anfangen das, was der Menschheit als eine Sprache der übersinnlichen Welten in den Evangelien gegeben worden ist, als Gedankengehalt auf die Seele wirken zu lassen. Damit haben wir auf das ganz Wichtige und Wesentliche unserer Zeit hingedeutet, auf die neue Erscheinung des Christus im ätherischen Leibe, die durch den ganzen Charakter unserer Zeit eben nicht an einen physischen Leib gebunden sein darf. Darauf haben wir hingedeutet, dass der Christus erscheint auf der Erde in seinem Richteramt, gleichsam gegenüber dem leidenden Christus von Golgatha als der triumphierende Christus, als der Herr des Karma, der schon vorausgeahnt worden ist von denjenigen, die den Christus des jüngsten Gerichts gemalt haben. Malt oder schildert man das in Bildern, so stellt man etwas, das in einem Zeitmoment geschehen wird, hin. In Wahrheit ist das etwas, was in dem zwanzigsten Jahrhundert beginnt und durchgeht bis zu dem Erdenende. Das Gericht beginnt von unserem zwanzigsten Jahrhundert ab, das heißt die Ordnung des Karma. Und dann haben wir gesehen, wie unendlich wichtig es ist für unsere Zeit, dass diese Offenbarung herantritt an die Menschheit, sodass selbst Dinge wie Glaube, Liebe, Hoffnung erst richtig gewürdigt werden können.

[ 35 ] So geht es mit allem, was sich auf die zweite Offenbarung bezieht, es wird durchdrungen von dem Gedankengehalt. Das haben wir angestrebt zum Beispiel in der Erklärung der Evangelien. Was sind diese Evangelien zunächst gewesen bisher? Etwas, was die Menschen erbauen konnte, mit großen, gewaltigen Empfindungen durchdringen konnte, was der Menschheit ein Verständnis geben konnte für das Gemüt und Gefühl von dem Mysterium von Golgatha. Aber man nehme nur die ganz einfache Sache, dass man überhaupt erst angefangen hat über die Evangelien nachzudenken! Und als man nachzudenken angefangen hat, da hat man gleich Widersprüche gefunden, und erst die geistige Wissenschaft wird zeigen, wie diese Widersprüche zu erklären sind. So wird man erst jetzt anfangen das, was der Menschheit als eine Sprache der übersinnlichen Welten in den Evangelien gegeben worden ist, als Gedankengehalt auf die Seele wirken zu lassen. Damit haben wir auf das ganz Wichtige und Wesentliche unserer Zeit hingedeutet, auf die neue Erscheinung des Christus im ätherischen Leibe, die durch den ganzen Charakter unserer Zeit eben nicht an einen physischen Leib gebunden sein darf. Darauf haben wir hingedeutet, dass der Christus erscheint auf der Erde in seinem Richteramt, gleichsam gegenüber dem leidenden Christus von Golgatha als der triumphierende Christus, als der Herr des Karma, der schon vorausgeahnt worden ist von denjenigen, die den Christus des jüngsten Gerichts gemalt haben. Malt oder schildert man das in Bildern, so stellt man etwas, das in einem Zeitmoment geschehen wird, hin. In Wahrheit ist das etwas, was in dem zwanzigsten Jahrhundert beginnt und durchgeht bis zu dem Erdenende. Das Gericht beginnt von unserem zwanzigsten Jahrhundert ab, das heißt die Ordnung des Karma. Und dann haben wir gesehen, wie unendlich wichtig es ist für unsere Zeit, dass diese Offenbarung herantritt an die Menschheit, sodass selbst Dinge wie Glaube, Liebe, Hoffnung erst richtig gewürdigt werden können.

[ 36 ] Und nun, meine lieben theosophischen Freunde, mögen diejenigen, die immer nur an Materielles glauben können, es zunächst wiederum so machen, wie es viele Menschen heute in Bezug auf die Ereignisse von Palästina machen. Während Johannes der Täufer gesagt hat: Ändert die Seelenverfassung, die Reiche der Himmel sind nahe herbeigekommen; nehmt an das menschliche Ich, das sich nicht mehr zu entäußern braucht, um in die geistige Welt zu kommen — damit ist klar und deutlich gesagt, um was es sich handelt, gesagt, dass die Zeit herangekommen ist mit den Ereignissen von Palästina, wo das Übersinnliche hineinleuchten kann in das menschliche Ich, sodass die Himmel heruntergestiegen sind bis zum menschlichen Ich -, während früher das Ich ins Unbewusste untertauchen musste, um zu ihnen zu kommen, sagen diejenigen, die alles materiell ausdeuten: Ja, der Christus hat, mit den Schwächen und Fehlern, mit den Vorurteilen seiner Zeit rechnend, eben verkündigt wie die Leichtgläubigen seiner Zeit: Das tausendjährige Reich werde sich verwirklichen, oder es werde eine große Erdenkatastrophe kommen. Die sei aber gar nicht gekommen.

[ 36 ] Und nun, meine lieben theosophischen Freunde, mögen diejenigen, die immer nur an Materielles glauben können, es zunächst wiederum so machen, wie es viele Menschen heute in Bezug auf die Ereignisse von Palästina machen. Während Johannes der Täufer gesagt hat: Ändert die Seelenverfassung, die Reiche der Himmel sind nahe herbeigekommen; nehmt an das menschliche Ich, das sich nicht mehr zu entäußern braucht, um in die geistige Welt zu kommen — damit ist klar und deutlich gesagt, um was es sich handelt, gesagt, dass die Zeit herangekommen ist mit den Ereignissen von Palästina, wo das Übersinnliche hineinleuchten kann in das menschliche Ich, sodass die Himmel heruntergestiegen sind bis zum menschlichen Ich -, während früher das Ich ins Unbewusste untertauchen musste, um zu ihnen zu kommen, sagen diejenigen, die alles materiell ausdeuten: Ja, der Christus hat, mit den Schwächen und Fehlern, mit den Vorurteilen seiner Zeit rechnend, eben verkündigt wie die Leichtgläubigen seiner Zeit: Das tausendjährige Reich werde sich verwirklichen, oder es werde eine große Erdenkatastrophe kommen. Die sei aber gar nicht gekommen.

[ 37 ] Es war schon eine Katastrophe, die ist wirklich gekommen, aber nur für den Geist bemerkbar. Diejenigen, die leichtgläubig, die abergläubisch sind, die da glauben, Christus hätte verkündigt ein buchstäbliches Herunterkommen aus den Wolken, das sind die materialistischen Ausleger dessen, was Christus gemeint hat. So mag es heute auch wiederum Leute geben, die das, was im Geiste zu erfassen ist, materiell auslegen, und wenn es sich materiell nicht vollzieht, dann über die Sache ebenso denken, wie man gedacht hat über die Ereignisse von der Verwirklichung des tausendjährigen Reiches. Wie sieht da heute mancher fast mitleidsvoll auf das Christus-Ereignis und sagt: Nun ja, der Christus war eben in dieser Beziehung auch von dem Glauben seiner Zeit befangen, er dachte an ein baldiges Herankommen des Reiches der Himmel auf die Erde. Das war eine Schwäche von dem Christus, meinen sie, und dann sah man - das sagen selbst große Theologen -, dass die Reiche der Himmel doch nicht auf die Erde heruntergekommen sind.

[ 37 ] Es war schon eine Katastrophe, die ist wirklich gekommen, aber nur für den Geist bemerkbar. Diejenigen, die leichtgläubig, die abergläubisch sind, die da glauben, Christus hätte verkündigt ein buchstäbliches Herunterkommen aus den Wolken, das sind die materialistischen Ausleger dessen, was Christus gemeint hat. So mag es heute auch wiederum Leute geben, die das, was im Geiste zu erfassen ist, materiell auslegen, und wenn es sich materiell nicht vollzieht, dann über die Sache ebenso denken, wie man gedacht hat über die Ereignisse von der Verwirklichung des tausendjährigen Reiches. Wie sieht da heute mancher fast mitleidsvoll auf das Christus-Ereignis und sagt: Nun ja, der Christus war eben in dieser Beziehung auch von dem Glauben seiner Zeit befangen, er dachte an ein baldiges Herankommen des Reiches der Himmel auf die Erde. Das war eine Schwäche von dem Christus, meinen sie, und dann sah man - das sagen selbst große Theologen -, dass die Reiche der Himmel doch nicht auf die Erde heruntergekommen sind.

[ 38 ] Es mag sein, dass auch unserer neuen Offenbarung die Menschen so begegnen, dass sie nach einiger Zeit, wenn schon in vollem Gange sein wird die Erhöhung der menschlichen Fähigkeiten, sagen: Nun ja, es ist ja nichts gekommen von all dem, was ihr da verkündigt habt! - Sie werden nicht ahnen, dass alles schon da ist, dass sie nur nichts sehen. Das wird sich wiederholen. Theosophie als solche soll eine große Anzahl von Menschen zusammenbringen, bis die Zeit da ist der Erfüllung dessen, was gesagt worden ist von Menschen, die da wissen den rechten Sinn, wie die neue Offenbarung und die neuen übersinnlichen Tatsachen in unserem Jahrhundert eintreten in die Menschheitsentwicklung und von da ab, zunächst in der gleichen Art verlaufend, durch die nächsten drei Jahrtausende immer bedeutsamer werden, bis wiederum neue große Offenbarungstatsachen für die Menschheit eintreten werden.

[ 38 ] Es mag sein, dass auch unserer neuen Offenbarung die Menschen so begegnen, dass sie nach einiger Zeit, wenn schon in vollem Gange sein wird die Erhöhung der menschlichen Fähigkeiten, sagen: Nun ja, es ist ja nichts gekommen von all dem, was ihr da verkündigt habt! - Sie werden nicht ahnen, dass alles schon da ist, dass sie nur nichts sehen. Das wird sich wiederholen. Theosophie als solche soll eine große Anzahl von Menschen zusammenbringen, bis die Zeit da ist der Erfüllung dessen, was gesagt worden ist von Menschen, die da wissen den rechten Sinn, wie die neue Offenbarung und die neuen übersinnlichen Tatsachen in unserem Jahrhundert eintreten in die Menschheitsentwicklung und von da ab, zunächst in der gleichen Art verlaufend, durch die nächsten drei Jahrtausende immer bedeutsamer werden, bis wiederum neue große Offenbarungstatsachen für die Menschheit eintreten werden.

[ 39 ] Davon dann morgen weiter.

[ 39 ] Davon dann morgen weiter.