Reincarnation and Karma
GA 135
30 January 1912, Berlin
Translate the original German text into any language:
Versions Available:
Wiederverkörperung und Karma, 4th ed.
Zweiter Vortrag
Zweiter Vortrag
[ 1 ] Die Betrachtungen, die wir das letzte Mal hier angestellt haben, sie werden so, wie sie damals vorgebracht worden sind, noch für manchen etwas Unverständliches, vielleicht sogar Bedenkliches haben. Aber wenn wir noch auf dieses oder jenes heute eingehen werden, so werden uns die Dinge schon nähertreten können.
[ 1 ] Die Betrachtungen, die wir das letzte Mal hier angestellt haben, sie werden so, wie sie damals vorgebracht worden sind, noch für manchen etwas Unverständliches, vielleicht sogar Bedenkliches haben. Aber wenn wir noch auf dieses oder jenes heute eingehen werden, so werden uns die Dinge schon nähertreten können.
[ 2 ] Was war es denn eigentlich, was wir uns an dem letzten Zweigabend vor die Seele geführt haben? Es war gewissermaßen etwas Ähnliches für die Gesamtwesenheit des Menschen, wie dasjenige ist, was ein Mensch vollbringt, wenn er zum Beispiel in dieser oder jener Lebenslage ist, in der er sich auf frühere Erfahrungen und Erlebnisse besinnen muß, sich an frühere Erlebnisse oder Erfahrungen erinnern soll. Erinnerung, Gedächtnis sind ja menschliche Seelenerlebnisse, die für das gewöhnliche Bewußtsein im Grunde zunächst nur gekannt werden für das Seelenleben, welches da verläuft zwischen Geburt und Tod, oder genauer gesagt — was wir ja öfter ausgesprochen haben — für einen Zeitraum, der eigentlich erst in den späteren Kindheitsjahren beginnt, bis zum Tode hin. Denn wir wissen, daß wir uns für das gewöhnliche Bewußtsein nur erinnern bis zu einem bestimmten Zeitpunkt unserer Kindheit, und daß wir über dasjenige, was vorangegangen ist, allein durch Eltern oder ältere Verwandte und Bekannte etwas erfahren können. Wenn wir den eben in dieser Art charakterisierten Zeitraum des Menschenlebens ins Auge fassen, so sprechen wir für diesen Zeitraum in bezug auf das Seelenleben von Erinnerung. Es ist hier natürlich nicht möglich, in feinerer Weise einzugehen auf die Bedeutungen der Worte «Erinnerungsvermögen» oder «Gedächtnis»; das ist auch für unsere Zwecke nicht notwendig. Wir müssen uns nur zunächst einmal klar vor die Seele führen, daß zu alledem, was mit diesen Worten bezeichnet wird, eben das Sich-Besinnen auf früher gemachte Erfahrungen oder Erlebnisse gehört. Was wir nun das letzte Mal betrachteten, war gewissermaßen etwas Ähnliches wie dieses Sich-Besinnen; nur sollte diese Ähnlichkeit nunmehr nicht bloß so gelten wie jenes Erinnerungsvermögen, das in unser gewöhnliches Leben hereinfällt, sondern es sollte uns gleichsam als ein höheres, erweitertes Erinnerungsvermögen hinüberführen über die gegenwärtige Inkarnation zu einer Art von Gewißheit, daß wir vor diesem Erdenleben in anderen Erdenleben dagewesen sind. Und wie wir das letzte Mal erwähnt haben, sollte es in bezug auf diesen höheren Prozeß so sein, wie das Sich-Besinnen auf irgend etwas Erlebtes im gewöhnlichen Leben. Wenn wir uns auf der einen Seite einen Menschen vorstellen, der irgend etwas braucht, was er gelernt hat in einer früheren Zeit seines jetzigen Lebens, und der dann seine Seele dazu stimmt, heraufzuholen aus ihren Tiefen, was er da gelernt hat, um es mit dem gegenwärtigen Blick zu verfolgen, wenn wir uns lebhaft diesen Prozeß der Besinnung vormalen, so haben wir in ihm eine solche Verrichtung, die zu unserem gewöhnlichen Erinnerungsvermögen gehört. Was das letzte Mal erwähnt worden ist, sind Verrichtungen der Seele. Aber diese Verrichtungen der Seele sollten dazu führen, daß etwas Ähnliches in unserem Inneren auftritt in bezug auf frühere Erdenleben, wie das, was in bezug auf dieses Erdenleben eintritt in der Seele, wenn wir heraufquellen fühlen in der Erinnerung irgend etwas, was wir früher erlebt haben. Daher dürfen Sie auch nicht das, was das letzte Mal gesagt worden ist, so betrachten, als ob das schon alles wäre, was uns in frühere Erdenieben hineinführen könnte, oder als ob es vor allen Dirigen dasjenige wäre, was nun von vornherein eine richtige Vorstellung hervorrufen könnte von der Art, wie wir in früheren Erdenleben waren. Es ist nur eine Hilfe, so wie das Sich-Besinnen auch eine Hilfe ist, um heraufzuholen, was in die Untergründe des Seelenlebens hinuntergeschwunden ist. Fassen wir kurz zusammen, was wir über solches Sich-Besinnen in bezug auf frühere Erdenleben ins Auge gefaßt haben. Das kann am besten in folgender Weise geschehen.
[ 2 ] Was war es denn eigentlich, was wir uns an dem letzten Zweigabend vor die Seele geführt haben? Es war gewissermaßen etwas Ähnliches für die Gesamtwesenheit des Menschen, wie dasjenige ist, was ein Mensch vollbringt, wenn er zum Beispiel in dieser oder jener Lebenslage ist, in der er sich auf frühere Erfahrungen und Erlebnisse besinnen muß, sich an frühere Erlebnisse oder Erfahrungen erinnern soll. Erinnerung, Gedächtnis sind ja menschliche Seelenerlebnisse, die für das gewöhnliche Bewußtsein im Grunde zunächst nur gekannt werden für das Seelenleben, welches da verläuft zwischen Geburt und Tod, oder genauer gesagt — was wir ja öfter ausgesprochen haben — für einen Zeitraum, der eigentlich erst in den späteren Kindheitsjahren beginnt, bis zum Tode hin. Denn wir wissen, daß wir uns für das gewöhnliche Bewußtsein nur erinnern bis zu einem bestimmten Zeitpunkt unserer Kindheit, und daß wir über dasjenige, was vorangegangen ist, allein durch Eltern oder ältere Verwandte und Bekannte etwas erfahren können. Wenn wir den eben in dieser Art charakterisierten Zeitraum des Menschenlebens ins Auge fassen, so sprechen wir für diesen Zeitraum in bezug auf das Seelenleben von Erinnerung. Es ist hier natürlich nicht möglich, in feinerer Weise einzugehen auf die Bedeutungen der Worte «Erinnerungsvermögen» oder «Gedächtnis»; das ist auch für unsere Zwecke nicht notwendig. Wir müssen uns nur zunächst einmal klar vor die Seele führen, daß zu alledem, was mit diesen Worten bezeichnet wird, eben das Sich-Besinnen auf früher gemachte Erfahrungen oder Erlebnisse gehört. Was wir nun das letzte Mal betrachteten, war gewissermaßen etwas Ähnliches wie dieses Sich-Besinnen; nur sollte diese Ähnlichkeit nunmehr nicht bloß so gelten wie jenes Erinnerungsvermögen, das in unser gewöhnliches Leben hereinfällt, sondern es sollte uns gleichsam als ein höheres, erweitertes Erinnerungsvermögen hinüberführen über die gegenwärtige Inkarnation zu einer Art von Gewißheit, daß wir vor diesem Erdenleben in anderen Erdenleben dagewesen sind. Und wie wir das letzte Mal erwähnt haben, sollte es in bezug auf diesen höheren Prozeß so sein, wie das Sich-Besinnen auf irgend etwas Erlebtes im gewöhnlichen Leben. Wenn wir uns auf der einen Seite einen Menschen vorstellen, der irgend etwas braucht, was er gelernt hat in einer früheren Zeit seines jetzigen Lebens, und der dann seine Seele dazu stimmt, heraufzuholen aus ihren Tiefen, was er da gelernt hat, um es mit dem gegenwärtigen Blick zu verfolgen, wenn wir uns lebhaft diesen Prozeß der Besinnung vormalen, so haben wir in ihm eine solche Verrichtung, die zu unserem gewöhnlichen Erinnerungsvermögen gehört. Was das letzte Mal erwähnt worden ist, sind Verrichtungen der Seele. Aber diese Verrichtungen der Seele sollten dazu führen, daß etwas Ähnliches in unserem Inneren auftritt in bezug auf frühere Erdenleben, wie das, was in bezug auf dieses Erdenleben eintritt in der Seele, wenn wir heraufquellen fühlen in der Erinnerung irgend etwas, was wir früher erlebt haben. Daher dürfen Sie auch nicht das, was das letzte Mal gesagt worden ist, so betrachten, als ob das schon alles wäre, was uns in frühere Erdenieben hineinführen könnte, oder als ob es vor allen Dirigen dasjenige wäre, was nun von vornherein eine richtige Vorstellung hervorrufen könnte von der Art, wie wir in früheren Erdenleben waren. Es ist nur eine Hilfe, so wie das Sich-Besinnen auch eine Hilfe ist, um heraufzuholen, was in die Untergründe des Seelenlebens hinuntergeschwunden ist. Fassen wir kurz zusammen, was wir über solches Sich-Besinnen in bezug auf frühere Erdenleben ins Auge gefaßt haben. Das kann am besten in folgender Weise geschehen.
[ 3 ] Bei einiger Selbsterkenntnis fällt uns in unserem Leben manches auf, wovon wir uns sagen, wir begreifen, daß uns das getroffen hat. Wenn uns irgendein mißliches Ereignis trifft und wir auch nicht ganz einsehen, wieso dieses Ereignis hat kommen müssen, uns aber doch sagen: Du bist eigentlich doch ein recht leichtsinniger Mensch; es ist kein Wunder, daß dir das begegnet ist —, so ist wenigstens etwas wie ein Anklang da an ein Verständnis dafür, daß uns so etwas getroffen hat. Aber es gibt zahlreiche andere Erlebnisse, die hereintreten in das Leben und von denen wir uns durchaus nicht die Vorstellung bilden können, daß sie zusammenhängen mit unseren Seelenkräften und Fähigkeiten. Wir sprechen dann wohl im gewöhnlichen Leben so, daß wir von Zufälligkeiten reden. Von Zufälligkeiten sprechen wir dann, wenn wir nicht einsehen, wie die Dinge, die uns als Schicksalsschläge treffen, mit unserer inneren Seelenstimmung oder sonstigem zusammenhängen. Auch auf andere Erlebnisse ist aufmerksam gemacht worden. Es sind das diejenigen Seelenerlebnisse, bei denen wir gewissermaßen durch das, was wir unser gewöhnliches Ich nennen, uns herausreißen aus irgendeiner Lebenslage, in die wir aber eigentlich hineingestellt sind. Als Beispiel ist angeführt worden, wenn jemand von seinen Eltern oder ihm nahestehenden Menschen zu irgendeinem Berufe oder irgendeiner Lebenslage bestimmt worden ist, er aber sich so fühlt, daß er mit aller Gewalt da heraus und zu etwas anderem will. Wenn wir im späteren Leben auf so etwas zurückblicken, so sagen wir uns: Wir waren hineinversetzt in eine Lebenslage, aber wir haben uns durch unseren Willensimpuls, durch unsere Sympathie und Antipathie daraus herausgerissen. — Also von solchen gleichsam Umwendungen dessen, in das wir hineingestellt sind, ist gesprochen worden.
[ 3 ] Bei einiger Selbsterkenntnis fällt uns in unserem Leben manches auf, wovon wir uns sagen, wir begreifen, daß uns das getroffen hat. Wenn uns irgendein mißliches Ereignis trifft und wir auch nicht ganz einsehen, wieso dieses Ereignis hat kommen müssen, uns aber doch sagen: Du bist eigentlich doch ein recht leichtsinniger Mensch; es ist kein Wunder, daß dir das begegnet ist —, so ist wenigstens etwas wie ein Anklang da an ein Verständnis dafür, daß uns so etwas getroffen hat. Aber es gibt zahlreiche andere Erlebnisse, die hereintreten in das Leben und von denen wir uns durchaus nicht die Vorstellung bilden können, daß sie zusammenhängen mit unseren Seelenkräften und Fähigkeiten. Wir sprechen dann wohl im gewöhnlichen Leben so, daß wir von Zufälligkeiten reden. Von Zufälligkeiten sprechen wir dann, wenn wir nicht einsehen, wie die Dinge, die uns als Schicksalsschläge treffen, mit unserer inneren Seelenstimmung oder sonstigem zusammenhängen. Auch auf andere Erlebnisse ist aufmerksam gemacht worden. Es sind das diejenigen Seelenerlebnisse, bei denen wir gewissermaßen durch das, was wir unser gewöhnliches Ich nennen, uns herausreißen aus irgendeiner Lebenslage, in die wir aber eigentlich hineingestellt sind. Als Beispiel ist angeführt worden, wenn jemand von seinen Eltern oder ihm nahestehenden Menschen zu irgendeinem Berufe oder irgendeiner Lebenslage bestimmt worden ist, er aber sich so fühlt, daß er mit aller Gewalt da heraus und zu etwas anderem will. Wenn wir im späteren Leben auf so etwas zurückblicken, so sagen wir uns: Wir waren hineinversetzt in eine Lebenslage, aber wir haben uns durch unseren Willensimpuls, durch unsere Sympathie und Antipathie daraus herausgerissen. — Also von solchen gleichsam Umwendungen dessen, in das wir hineingestellt sind, ist gesprochen worden.
[ 4 ] Es handelt sich nicht darum, daß wir bei so einer Rückerinnerung alles mögliche ins Auge fassen, sondern nur dasjenige, was uns wirklich im Leben einmal nahegetreten ist. Wenn jemand zum Beispiel niemals in sich den Beruf gefühlt hat, oder keine Veranlassung gehabt hat, Seefahrer zu werden, so kommt natürlich ein solcher Willensimpuls durchaus nicht in Betracht für die Erwägungen, die wir das letzte Mal angestellt haben, sondern nur solche, wo wir wirklich eine Art Schicksalswendung herbeigeführt haben; also Lagen des Lebens, bei denen wir gleichsam eine Umwendung des Lebens herbeigeführt haben. Und auch das fassen Sie nicht so auf, als ob durch dieses Sich-Besinnen auf seine früheren Erlebnisse, nach den entwickelten Grundsätzen, etwa eintreten sollte ein reuiges Zurückkehren; so daß, wenn wir uns im späteren Leben an dergleichen erinnern und zu der Erkenntnis kommen, wir haben uns da herausgerissen, wir nun reuig zurückkehren und uns wieder hineinstellen sollten, in was wir dazumal hineingestellt waren und nicht drinnen geblieben sind. Nicht um praktische Konsequenzen handelt es sich, sondern um das Sich-Besinnen, wo solche Wendungen eingetreten sind. Und dann handelt es sich darum, daß wir in energischster Weise solchen Dingen gegenüber, wovon wir sagen: Es trat zufällig an uns heran —, und: Wir waren hineingestellt, haben uns aber herausgerissen —, folgendes innere Erlebnis herbeiführen.
[ 4 ] Es handelt sich nicht darum, daß wir bei so einer Rückerinnerung alles mögliche ins Auge fassen, sondern nur dasjenige, was uns wirklich im Leben einmal nahegetreten ist. Wenn jemand zum Beispiel niemals in sich den Beruf gefühlt hat, oder keine Veranlassung gehabt hat, Seefahrer zu werden, so kommt natürlich ein solcher Willensimpuls durchaus nicht in Betracht für die Erwägungen, die wir das letzte Mal angestellt haben, sondern nur solche, wo wir wirklich eine Art Schicksalswendung herbeigeführt haben; also Lagen des Lebens, bei denen wir gleichsam eine Umwendung des Lebens herbeigeführt haben. Und auch das fassen Sie nicht so auf, als ob durch dieses Sich-Besinnen auf seine früheren Erlebnisse, nach den entwickelten Grundsätzen, etwa eintreten sollte ein reuiges Zurückkehren; so daß, wenn wir uns im späteren Leben an dergleichen erinnern und zu der Erkenntnis kommen, wir haben uns da herausgerissen, wir nun reuig zurückkehren und uns wieder hineinstellen sollten, in was wir dazumal hineingestellt waren und nicht drinnen geblieben sind. Nicht um praktische Konsequenzen handelt es sich, sondern um das Sich-Besinnen, wo solche Wendungen eingetreten sind. Und dann handelt es sich darum, daß wir in energischster Weise solchen Dingen gegenüber, wovon wir sagen: Es trat zufällig an uns heran —, und: Wir waren hineingestellt, haben uns aber herausgerissen —, folgendes innere Erlebnis herbeiführen.
[ 5 ] Wir sagen uns: Ich stelle mir vor, daß das, was ich damals nicht gewollt habe, aus dem ich mich herausgerissen habe, ein solches gewesen wäre, in das ich mich mit dem stärksten Willensimpuls hineingestellt habe. Also das, was einem antipathisch war — und weil es einem antiipathisch war, deshalb hat man sich herausgerissen —, das stelle man sich so vor die Seele, daß man sich sagt: Ich will mich probeweise der Vorstellung hingeben, daß ich das mit aller Gewalt gewollt habe, und ich will mir das Bild eines Menschen vor die Seele stellen, der so etwas mit aller Gewalt gewollt hätte. — Und von denjenigen Dingen, von denen wir gesagt haben, sie seien Zufälligkeiten, stellen wir uns auch vor, probeweise, wir hätten sie herbeigeführt. Nehmen wir an, es sei uns nur einmal die Erinnerung nahegetreten, da oder dort wäre uns ein Mauerstein auf die Schulter gefallen und hätte uns recht weh getan. Da wollen wir uns der Vorstellung hingeben: wir wären auf das Dach hinaufgestiegen, hätten dort den Mauerstein gelockert, so daß er im nächsten Augenblick herunterfallen muß, und dann wären wir schnell hinuntergerannt, so daß der Stein dann auf uns herunterfallen mußte. Es handelt sich hierbei nicht darum, daß es groteske Vorstellungen sind, sondern um das, was wir damit erreichen wollen.
[ 5 ] Wir sagen uns: Ich stelle mir vor, daß das, was ich damals nicht gewollt habe, aus dem ich mich herausgerissen habe, ein solches gewesen wäre, in das ich mich mit dem stärksten Willensimpuls hineingestellt habe. Also das, was einem antipathisch war — und weil es einem antiipathisch war, deshalb hat man sich herausgerissen —, das stelle man sich so vor die Seele, daß man sich sagt: Ich will mich probeweise der Vorstellung hingeben, daß ich das mit aller Gewalt gewollt habe, und ich will mir das Bild eines Menschen vor die Seele stellen, der so etwas mit aller Gewalt gewollt hätte. — Und von denjenigen Dingen, von denen wir gesagt haben, sie seien Zufälligkeiten, stellen wir uns auch vor, probeweise, wir hätten sie herbeigeführt. Nehmen wir an, es sei uns nur einmal die Erinnerung nahegetreten, da oder dort wäre uns ein Mauerstein auf die Schulter gefallen und hätte uns recht weh getan. Da wollen wir uns der Vorstellung hingeben: wir wären auf das Dach hinaufgestiegen, hätten dort den Mauerstein gelockert, so daß er im nächsten Augenblick herunterfallen muß, und dann wären wir schnell hinuntergerannt, so daß der Stein dann auf uns herunterfallen mußte. Es handelt sich hierbei nicht darum, daß es groteske Vorstellungen sind, sondern um das, was wir damit erreichen wollen.
[ 6 ] Nun versetzen wir uns so recht in die Seele eines Menschen, von dem wir so ein Bild konstruiert haben, als ob der alles das gewollt hätte, was uns nur «zufällig» getroffen hat, und alles dasgewünschthhätte, aus dem wir uns herausgerissen haben. Nur erfolgt in der Seele nichts, wenn man eine solche Übung zwei-, drei-, viermal macht, aber sehr viel erfolgt, wenn man das in Anknüpfung an die zahlreichsten Erlebnisse macht, die man finden wird, wenn man sie sucht. Wenn man dies immer wieder und wieder macht und es sich recht lebendig vorstellt, wenn man sich geradezu einen Menschen imaginiert, der das alles gewollt hätte, was wir nicht gewollt haben, dann wird man die Erfahrung machen, daß dieses Menschenbild, das man sich da vor die Seele gerufen hat, uns nicht mehr losläßt, daß es einen ganz merkwürdigen Eindruck auf uns macht, als wenn es tatsächlich etwas wäre, das mit uns etwas zu tun hätte. Wenn man sich auf solche Art etwas Feinheit aneignet in bezug auf eine derartige Selbstprüfung, dann wird man bald dazu kommen, die Ähnlichkeit herauszufinden, welche besteht zwischen einer solchen Stimmung und einem solchen Bilde, das man da konstruiert hat, und einer solchen Vorstellung, die man heraufgerufen hat aus dem Gedächtnis, bei der man spürt, wie sie da kommt als eine Erinnerungsvorstellung. Der Unterschied ist nur der, daß man bei dem gewöhnlichen Gedächtnisvorgang, bei dem man eine solche Vorstellung aus der Seele heraufschafft, es vorzugsweise zu tun hat mit Vorstellungen; dagegen ist das, was in unserer Seele lebendig wird, wenn wir jene Übungen machen, von denen gesprochen worden ist, etwas Gefühlsartiges, etwas, was mehr mit unseren Seelenstimmungen zusammenhängt, weniger mit unseren Vorstellungen. Wir fühlen uns in einer sonderbaren Weise gegenüber diesem Bilde. Auf das Bild kommt es weniger an; aber die Gefühle, die wir haben, machen einen den Erinnerungsvorstellungen ähnlichen Eindruck. Und wenn wir dann so etwas wiederholen und immer wieder und wieder wiederholen, dann ergibt sich erfahrungsgemäß, ganz wie durch eine innere Selbstverständlichkeit die Erkenntnis, könnte man sagen, daß das Bild, das man sich da konstruiert hat, etwas wird, so wie eine Erinnerungsvorstellung auch immer klarer und klarer wird, während sie zuerst, wenn man sich willkürlich besinnt, dunkel heraufgeholt wird aus den Seelentiefen. Also nicht darum handelt es sich, was man da vorstellt, sondern daß sich das verwandelt, was man da vorstellt, daß es etwas anderes wird. Es geht so ein Prozeß vor, wie wenn jemand sich auf einen Namen besinnen will, und er druckst und druckst und hat einen Anklang, und er sagt dann: Nuß — baumer —, aber er hat dann ein Gefühl, daß das doch nicht stimmt, und dann gesellt sich durch Gründe, die er selbst nicht übersehen kann, der richtige Name, vielleicht: Nußdörfer — hinzu. So wie sich hier die Namen «Nußbaumer» und «Nußdörfer» gegenseitig konstruieren, so wird sich auch das Bild zurechtrücken, wird sich ändern, und demgegenüber tritt das Gefühl auf: Du hast da etwas erlangt, was in dir steckt, und was durch die Art, wie es in dir steckt und sich verhält zu deinem ganzen übrigen Gemütsleben, dir deutlich zeigt: so können diese Dinge nicht in dir gewesen sein in der jetzigen Inkarnation! Dadurch ergibt sich dann mit einer großen inneren Deutlichkeit, daß so etwas, wie es da in uns steckt, zurückliegt. Wir müssen jetzt nur begreifen, daß wir es hier mit einer Art von Erinnerungsvermögen zu tun haben, das ausgebildet werden kann in der menschlichen Seele; ein Erinnerungsvermögen, das man dem gewöhnlichen Erinnerungsvermögen gegenüber mit einem anderen Namen bezeichnen muß. Das gewöhnliche Erinnerungsvermögen könnte man bezeichnen mit dem Worte «Vorstellungserinnerung»; aber dieses Erinnerungsvermögen, das jetzt in Frage kommt, müßte man eigentlich als eine Art von «Gefühls- und Empfindungserinnerung» bezeichnen. Daß dies eine gewisse Berechtigung hat, kann Ihnen aus folgenden Erwägungen hervorgehen.
[ 6 ] Nun versetzen wir uns so recht in die Seele eines Menschen, von dem wir so ein Bild konstruiert haben, als ob der alles das gewollt hätte, was uns nur «zufällig» getroffen hat, und alles dasgewünschthhätte, aus dem wir uns herausgerissen haben. Nur erfolgt in der Seele nichts, wenn man eine solche Übung zwei-, drei-, viermal macht, aber sehr viel erfolgt, wenn man das in Anknüpfung an die zahlreichsten Erlebnisse macht, die man finden wird, wenn man sie sucht. Wenn man dies immer wieder und wieder macht und es sich recht lebendig vorstellt, wenn man sich geradezu einen Menschen imaginiert, der das alles gewollt hätte, was wir nicht gewollt haben, dann wird man die Erfahrung machen, daß dieses Menschenbild, das man sich da vor die Seele gerufen hat, uns nicht mehr losläßt, daß es einen ganz merkwürdigen Eindruck auf uns macht, als wenn es tatsächlich etwas wäre, das mit uns etwas zu tun hätte. Wenn man sich auf solche Art etwas Feinheit aneignet in bezug auf eine derartige Selbstprüfung, dann wird man bald dazu kommen, die Ähnlichkeit herauszufinden, welche besteht zwischen einer solchen Stimmung und einem solchen Bilde, das man da konstruiert hat, und einer solchen Vorstellung, die man heraufgerufen hat aus dem Gedächtnis, bei der man spürt, wie sie da kommt als eine Erinnerungsvorstellung. Der Unterschied ist nur der, daß man bei dem gewöhnlichen Gedächtnisvorgang, bei dem man eine solche Vorstellung aus der Seele heraufschafft, es vorzugsweise zu tun hat mit Vorstellungen; dagegen ist das, was in unserer Seele lebendig wird, wenn wir jene Übungen machen, von denen gesprochen worden ist, etwas Gefühlsartiges, etwas, was mehr mit unseren Seelenstimmungen zusammenhängt, weniger mit unseren Vorstellungen. Wir fühlen uns in einer sonderbaren Weise gegenüber diesem Bilde. Auf das Bild kommt es weniger an; aber die Gefühle, die wir haben, machen einen den Erinnerungsvorstellungen ähnlichen Eindruck. Und wenn wir dann so etwas wiederholen und immer wieder und wieder wiederholen, dann ergibt sich erfahrungsgemäß, ganz wie durch eine innere Selbstverständlichkeit die Erkenntnis, könnte man sagen, daß das Bild, das man sich da konstruiert hat, etwas wird, so wie eine Erinnerungsvorstellung auch immer klarer und klarer wird, während sie zuerst, wenn man sich willkürlich besinnt, dunkel heraufgeholt wird aus den Seelentiefen. Also nicht darum handelt es sich, was man da vorstellt, sondern daß sich das verwandelt, was man da vorstellt, daß es etwas anderes wird. Es geht so ein Prozeß vor, wie wenn jemand sich auf einen Namen besinnen will, und er druckst und druckst und hat einen Anklang, und er sagt dann: Nuß — baumer —, aber er hat dann ein Gefühl, daß das doch nicht stimmt, und dann gesellt sich durch Gründe, die er selbst nicht übersehen kann, der richtige Name, vielleicht: Nußdörfer — hinzu. So wie sich hier die Namen «Nußbaumer» und «Nußdörfer» gegenseitig konstruieren, so wird sich auch das Bild zurechtrücken, wird sich ändern, und demgegenüber tritt das Gefühl auf: Du hast da etwas erlangt, was in dir steckt, und was durch die Art, wie es in dir steckt und sich verhält zu deinem ganzen übrigen Gemütsleben, dir deutlich zeigt: so können diese Dinge nicht in dir gewesen sein in der jetzigen Inkarnation! Dadurch ergibt sich dann mit einer großen inneren Deutlichkeit, daß so etwas, wie es da in uns steckt, zurückliegt. Wir müssen jetzt nur begreifen, daß wir es hier mit einer Art von Erinnerungsvermögen zu tun haben, das ausgebildet werden kann in der menschlichen Seele; ein Erinnerungsvermögen, das man dem gewöhnlichen Erinnerungsvermögen gegenüber mit einem anderen Namen bezeichnen muß. Das gewöhnliche Erinnerungsvermögen könnte man bezeichnen mit dem Worte «Vorstellungserinnerung»; aber dieses Erinnerungsvermögen, das jetzt in Frage kommt, müßte man eigentlich als eine Art von «Gefühls- und Empfindungserinnerung» bezeichnen. Daß dies eine gewisse Berechtigung hat, kann Ihnen aus folgenden Erwägungen hervorgehen.
[ 7 ] Bedenken Sie, daß tatsächlich unser gewöhnliches Gedächtnis, unser gewöhnliches Erinnerungsvermögen eine Art Vorstellungserinnerung gibt. Besinnen Sie sich nur einmal darauf, wie irgendein besonders schmerzliches Ereignis, das Sie vielleicht vor zwanzig Jahren ganz niedergedrückt hat, herauftaucht in der Erinnerung, Vielleicht malt sich Ihnen dieses Ereignis mit allen Einzelheiten bildlich ab, aber den Schmerz, den Sie damals durchgemacht haben, fühlen Sie in der Erinnerung nicht mehr in der entsprechenden Weise; der ist in einer gewissen Weise aus der Erinnerungsvorstellung getilgt. Selbstverständlich gibt es da verschiedene Grade, und es kann ja vorkommen, daß einen Menschen etwas so getroffen hat, daß immer wieder und wieder neuer und heftiger Schmerz auftritt, wenn er sich an das Erlebte erinnert. Aber der allgemeine Satz, der jetzt ausgesprochen ist, gilt dennoch, so daß wir daraus erkennen, daß für die gegenwärtige Inkarnation unser Erinnerungsvermögen ein Vorstellungserinnern ist, während die erlebten Gefühle oder selbst Willensimpulse nicht mit derselben Intensität wieder auftauchen in der Seele, jedenfalls nicht so, daß sie sich mit der ursprünglichen vergleichen ließe. Sie brauchen sich nur ein charakteristisches Beispiel zu vergegenwärtigen und Sie werden sehen, wie groß der Unterschied ist zwischen der Vorstellung, die in der Erinnerung auftaucht, und dem, was übriggeblieben ist im gewöhnlichen Leben in der gegenwärtigen Inkarnation von den durchgemachten Gefühlen und Willensimpulsen. Sie brauchen nur an so etwas zu denken wie an einen Menschen, der seine Memoiren schreibt. Nehmen wir zum Beispiel an, Bismarck wäre beim Schreiben seiner Memoiren bis an den Punkt gekommen, wo er den Deutsch-Österreichischen Krieg vom Jahre 1866 vorbereitet hat, und stellen Sie sich vor, was in Bismarcks Seele vorgegangen sein mag an jenem unendlich kritischen Punkt, wo er gegen eine Welt von Vorurteilen und gegen eine Welt von Willensimpulsen die Ereignisse gelenkt und geleitet hat. Und nun stellen Sie sich nicht mehr vor, wie das alles damals in Bismarcks Seele gelebt hat, sondern daß alles, was er dazumal unmittelbar unter dem Eindruck der Ereignisse erlebt hat, hinuntergesunken ist in die Tiefen der Seele, und denken Sie an die Verblaßtheit, die eingetreten sein muß gegenüber den Gefühlen und Willensimpulsen, die vorhanden waren, als er die Sache ausführte, im Vergleich zu der Zeit, als er seine Memoiren niedergeschrieben hat. Kein Mensch wird sich darüber unklar sein, welcher Unterschied besteht zwischen dem Vorstellungsmäßigen der Sache und demjenigen, was den Gefühlen und Willensimpulsen angehört.
[ 7 ] Bedenken Sie, daß tatsächlich unser gewöhnliches Gedächtnis, unser gewöhnliches Erinnerungsvermögen eine Art Vorstellungserinnerung gibt. Besinnen Sie sich nur einmal darauf, wie irgendein besonders schmerzliches Ereignis, das Sie vielleicht vor zwanzig Jahren ganz niedergedrückt hat, herauftaucht in der Erinnerung, Vielleicht malt sich Ihnen dieses Ereignis mit allen Einzelheiten bildlich ab, aber den Schmerz, den Sie damals durchgemacht haben, fühlen Sie in der Erinnerung nicht mehr in der entsprechenden Weise; der ist in einer gewissen Weise aus der Erinnerungsvorstellung getilgt. Selbstverständlich gibt es da verschiedene Grade, und es kann ja vorkommen, daß einen Menschen etwas so getroffen hat, daß immer wieder und wieder neuer und heftiger Schmerz auftritt, wenn er sich an das Erlebte erinnert. Aber der allgemeine Satz, der jetzt ausgesprochen ist, gilt dennoch, so daß wir daraus erkennen, daß für die gegenwärtige Inkarnation unser Erinnerungsvermögen ein Vorstellungserinnern ist, während die erlebten Gefühle oder selbst Willensimpulse nicht mit derselben Intensität wieder auftauchen in der Seele, jedenfalls nicht so, daß sie sich mit der ursprünglichen vergleichen ließe. Sie brauchen sich nur ein charakteristisches Beispiel zu vergegenwärtigen und Sie werden sehen, wie groß der Unterschied ist zwischen der Vorstellung, die in der Erinnerung auftaucht, und dem, was übriggeblieben ist im gewöhnlichen Leben in der gegenwärtigen Inkarnation von den durchgemachten Gefühlen und Willensimpulsen. Sie brauchen nur an so etwas zu denken wie an einen Menschen, der seine Memoiren schreibt. Nehmen wir zum Beispiel an, Bismarck wäre beim Schreiben seiner Memoiren bis an den Punkt gekommen, wo er den Deutsch-Österreichischen Krieg vom Jahre 1866 vorbereitet hat, und stellen Sie sich vor, was in Bismarcks Seele vorgegangen sein mag an jenem unendlich kritischen Punkt, wo er gegen eine Welt von Vorurteilen und gegen eine Welt von Willensimpulsen die Ereignisse gelenkt und geleitet hat. Und nun stellen Sie sich nicht mehr vor, wie das alles damals in Bismarcks Seele gelebt hat, sondern daß alles, was er dazumal unmittelbar unter dem Eindruck der Ereignisse erlebt hat, hinuntergesunken ist in die Tiefen der Seele, und denken Sie an die Verblaßtheit, die eingetreten sein muß gegenüber den Gefühlen und Willensimpulsen, die vorhanden waren, als er die Sache ausführte, im Vergleich zu der Zeit, als er seine Memoiren niedergeschrieben hat. Kein Mensch wird sich darüber unklar sein, welcher Unterschied besteht zwischen dem Vorstellungsmäßigen der Sache und demjenigen, was den Gefühlen und Willensimpulsen angehört.
[ 8 ] Wer nun schon ein wenig an Anthroposophisches herangekommen ist, der wird auch begreifen, wenn gesagt wird, was hier von anderen Gesichtspunkten aus schon öfter gesagt worden ist; daß unser Vorstellen, also unser gedächtnismäßiges Vorstellen, dasjenige in unserem Seelenleben ist, was, wenn es angeregt ist von außen durch die äußere Welt, in der wir hier im physischen Leibe leben, eigentlich auch nur seine Bedeutung hat für diese einzelne Inkarnation. Wir haben immer aus den anthroposophischen Grundsätzen heraus die große Wahrheit angeführt, daß wir von allen Vorstellungen, von allen Begriffen, die wir uns aneignen, indem wir dieses oder jenes sinnlich wahrnehmen, dieses oder jenes im Leben zu fürchten oder zu hoffen haben — das heißt also jetzt nicht mit Bezug auf die Gemütsimpulse, sondern auf die Vorstellungen —, daß dies alles, was wir im Vorstellungsleben haben, sehr bald verschwunden ist, wenn wir durch die Pforte des Todes gegangen sind. Denn die Vorstellungen gehören zu dem, was verfließt im physischen Leben, gehören zu dem, was am wenigsten bleibt. Aber es kann jemand leicht begreifen, der überhaupt schon von irgendeiner Seite her eingegangen ist auf die Gesetze von Reinkarnation und Karma — ich habe es auch hier schon erwähnt —, daß unsere Vorstellungen, insoweit wir sie uns aneignen im Leben, das im Verhältnis zur Außenwelt oder zu den Dingen des physischen Planes verfließt, in der Sprache zum Ausdruck kommen, und daß wir uns daher das Sprechen verbunden denken können in einer gewissen Weise mit dem Vorstellungsleben. Nun weiß jeder, daß er das Sprechen irgendeiner Sprache lernen muß in der einzelnen Inkarnation. Denn während es ganz klar ist, daß eine ganze Anzahl von Gymnasiasten der Gegenwart inkarniert war im alten Griechenland, wird keinem das Griechischlernen dadurch leichter gemacht, daß er sich erinnern kann, wie er das Griechisch in seiner früheren Inkarnation gesprochen hat. Die Sprache ist durchaus ein Ausdruck des Vorstellungslebens, und das Schicksal der Sprache ist ein ähnliches wie das Schicksal des Vorstellungslebens; so daß die Vorstellungen, wie sie in uns leben mit Bezug auf die physische Welt und selbst die Vorstellungen, die wir gewinnen müssen über die höheren Welten, in einer gewissen Weise immer gefärbt sind von den Eindrücken der physischen Welt. Nur wenn wir hindurchsehen können durch diese Einkleidung, sehen wir, was die Vorstellungen mitteilen können über die höheren Welten. Aber, was wir hier in der physischen Welt an unmittelbaren Vorstellungen gewinnen können, das ist auch an das Leben zwischen Geburt und Tod in einer gewissen Weise gebunden. Nach dem Tode bilden wir uns nämlich nicht Vorstellungen in der Art, wie wir sie uns hier bilden, sondern da sehen wir die Vorstellungen; da sind sie unsere Wahrnehmungen, da sind sie so vorhanden, wie in der physischen Welt Farben oder Töne vorhanden sind. Während in der physischen Welt das, was sich der Mensch durch die Vorstellungen vergegenwärtigt, eigentlich nur mit dem physischen Material ausgedrückt mitgenommen wird, was leicht übersehen werden kann, haben wir im entkörperten Zustande Vorstellungen so vor uns, wie wir Farben oder Töne hier vor uns haben*. Rot oder Blau kann der Mensch allerdings nicht sehen, wie er sie hier mit den physischen Augen sieht; aber, was er hier nicht sieht, worüber er sich hier Vorstellungen bildet, das ist dann für ihn so da, wie Rot oder Grün oder irgendein Ton hier. Während in der physischen Welt das, was wir rein vorstellungsmäßig — oder besser gesagt begriffsmäßig im Sinne der «Philosophie der Freiheit» — kennenlernen, nur durch den Schleier des Vorstellungslebens gesehen werden kann, liegt es für die entkörperte Seele so da, wie die physische Welt für das gewöhnliche Bewußtsein.
[ 8 ] Wer nun schon ein wenig an Anthroposophisches herangekommen ist, der wird auch begreifen, wenn gesagt wird, was hier von anderen Gesichtspunkten aus schon öfter gesagt worden ist; daß unser Vorstellen, also unser gedächtnismäßiges Vorstellen, dasjenige in unserem Seelenleben ist, was, wenn es angeregt ist von außen durch die äußere Welt, in der wir hier im physischen Leibe leben, eigentlich auch nur seine Bedeutung hat für diese einzelne Inkarnation. Wir haben immer aus den anthroposophischen Grundsätzen heraus die große Wahrheit angeführt, daß wir von allen Vorstellungen, von allen Begriffen, die wir uns aneignen, indem wir dieses oder jenes sinnlich wahrnehmen, dieses oder jenes im Leben zu fürchten oder zu hoffen haben — das heißt also jetzt nicht mit Bezug auf die Gemütsimpulse, sondern auf die Vorstellungen —, daß dies alles, was wir im Vorstellungsleben haben, sehr bald verschwunden ist, wenn wir durch die Pforte des Todes gegangen sind. Denn die Vorstellungen gehören zu dem, was verfließt im physischen Leben, gehören zu dem, was am wenigsten bleibt. Aber es kann jemand leicht begreifen, der überhaupt schon von irgendeiner Seite her eingegangen ist auf die Gesetze von Reinkarnation und Karma — ich habe es auch hier schon erwähnt —, daß unsere Vorstellungen, insoweit wir sie uns aneignen im Leben, das im Verhältnis zur Außenwelt oder zu den Dingen des physischen Planes verfließt, in der Sprache zum Ausdruck kommen, und daß wir uns daher das Sprechen verbunden denken können in einer gewissen Weise mit dem Vorstellungsleben. Nun weiß jeder, daß er das Sprechen irgendeiner Sprache lernen muß in der einzelnen Inkarnation. Denn während es ganz klar ist, daß eine ganze Anzahl von Gymnasiasten der Gegenwart inkarniert war im alten Griechenland, wird keinem das Griechischlernen dadurch leichter gemacht, daß er sich erinnern kann, wie er das Griechisch in seiner früheren Inkarnation gesprochen hat. Die Sprache ist durchaus ein Ausdruck des Vorstellungslebens, und das Schicksal der Sprache ist ein ähnliches wie das Schicksal des Vorstellungslebens; so daß die Vorstellungen, wie sie in uns leben mit Bezug auf die physische Welt und selbst die Vorstellungen, die wir gewinnen müssen über die höheren Welten, in einer gewissen Weise immer gefärbt sind von den Eindrücken der physischen Welt. Nur wenn wir hindurchsehen können durch diese Einkleidung, sehen wir, was die Vorstellungen mitteilen können über die höheren Welten. Aber, was wir hier in der physischen Welt an unmittelbaren Vorstellungen gewinnen können, das ist auch an das Leben zwischen Geburt und Tod in einer gewissen Weise gebunden. Nach dem Tode bilden wir uns nämlich nicht Vorstellungen in der Art, wie wir sie uns hier bilden, sondern da sehen wir die Vorstellungen; da sind sie unsere Wahrnehmungen, da sind sie so vorhanden, wie in der physischen Welt Farben oder Töne vorhanden sind. Während in der physischen Welt das, was sich der Mensch durch die Vorstellungen vergegenwärtigt, eigentlich nur mit dem physischen Material ausgedrückt mitgenommen wird, was leicht übersehen werden kann, haben wir im entkörperten Zustande Vorstellungen so vor uns, wie wir Farben oder Töne hier vor uns haben*. Rot oder Blau kann der Mensch allerdings nicht sehen, wie er sie hier mit den physischen Augen sieht; aber, was er hier nicht sieht, worüber er sich hier Vorstellungen bildet, das ist dann für ihn so da, wie Rot oder Grün oder irgendein Ton hier. Während in der physischen Welt das, was wir rein vorstellungsmäßig — oder besser gesagt begriffsmäßig im Sinne der «Philosophie der Freiheit» — kennenlernen, nur durch den Schleier des Vorstellungslebens gesehen werden kann, liegt es für die entkörperte Seele so da, wie die physische Welt für das gewöhnliche Bewußtsein.
[ 9 ] In der physischen Welt gibt es Menschen, welche das, was der sinnliche Eindruck gibt, eigentlich für alles halten. Und was man sich nur durch einen Begriff klarmachen kann, wie zum Beispiel die Art und Weise, wie alles, was die Sinne geben können, umfaßt wird, sagen wir vom Begriff «Lamm», oder wie es umfaßt wird vom Begriff «Wolf», dasjenige also, was aufdröselt das Materielle, das kann von denen, die nur die sinnlichen Eindrücke gelten lassen wollen, sogar geleugnet werden. Wir können sagen: Der Mensch kann sich in seinen Vorstellungen ein Bild machen über alles, was er am Lamm sieht, und kann sich ebenfalls ein Bild machen über alles, was er am Wolf sieht. Nun versucht eine gewöhnliche Anschauung dem Menschen zu suggerieren, daß das, was da begriffsmäßig gebildet werden kann, nur als «bloßer Begriff» anzuschlagen ist. Aber wenn wir zum Beispiel einen Wolf einsperren würden und ihn längere Zeit hindurch mit lauter Lämmern fütterten, so daß, wenn er früher etwas anderes gefressen hat, dies als Materie jetzt draußen ist, und er angefüllt ist mit lauter Lamm-Materie, so wird doch kein Mensch sich dem Glauben hingeben können, daß der Wolf dadurch ein Lamm geworden sei. Daher werden wir sagen müssen: Da ist es handgreiflich, daß das, was aufdröselt den Sinneseindruck, der Begriff, ein Wirkliches ist. Doch es wird nicht geleugnet: das, was den Begriff bilder, das stirbt. Aber, was im Wolf lebt, was im Lamm lebt, was da drinnen ist, was nicht gesehen werden kann mit physischen Augen, das wird gesehen, wahrgenommen im Leben zwischen Tod und neuer Geburt.
[ 9 ] In der physischen Welt gibt es Menschen, welche das, was der sinnliche Eindruck gibt, eigentlich für alles halten. Und was man sich nur durch einen Begriff klarmachen kann, wie zum Beispiel die Art und Weise, wie alles, was die Sinne geben können, umfaßt wird, sagen wir vom Begriff «Lamm», oder wie es umfaßt wird vom Begriff «Wolf», dasjenige also, was aufdröselt das Materielle, das kann von denen, die nur die sinnlichen Eindrücke gelten lassen wollen, sogar geleugnet werden. Wir können sagen: Der Mensch kann sich in seinen Vorstellungen ein Bild machen über alles, was er am Lamm sieht, und kann sich ebenfalls ein Bild machen über alles, was er am Wolf sieht. Nun versucht eine gewöhnliche Anschauung dem Menschen zu suggerieren, daß das, was da begriffsmäßig gebildet werden kann, nur als «bloßer Begriff» anzuschlagen ist. Aber wenn wir zum Beispiel einen Wolf einsperren würden und ihn längere Zeit hindurch mit lauter Lämmern fütterten, so daß, wenn er früher etwas anderes gefressen hat, dies als Materie jetzt draußen ist, und er angefüllt ist mit lauter Lamm-Materie, so wird doch kein Mensch sich dem Glauben hingeben können, daß der Wolf dadurch ein Lamm geworden sei. Daher werden wir sagen müssen: Da ist es handgreiflich, daß das, was aufdröselt den Sinneseindruck, der Begriff, ein Wirkliches ist. Doch es wird nicht geleugnet: das, was den Begriff bilder, das stirbt. Aber, was im Wolf lebt, was im Lamm lebt, was da drinnen ist, was nicht gesehen werden kann mit physischen Augen, das wird gesehen, wahrgenommen im Leben zwischen Tod und neuer Geburt.
[ 10 ] Wenn also gesagt wird, daß die Vorstellungen gebunden sind an den physischen Leib, so darf niemand daraus den Satz ableiten, daß der Mensch ohne Vorstellungen oder, besser gesagt, ohne den Inhalt der Vorstellungen wäre im Leben zwischen dem Tode und einer neuen Geburt. Nur das, was die Vorstellungen ausarbeitet, das verschwindet. Was wir als unser Vorstellungsleben haben, das hat also, wie wir es hier in der physischen Welt erleben, auch nur eine Bedeutung für das Leben in dieser Inkarnation. Und ich habe auch schon angeführt, daß in Anknüpfung an das Bewußtsein, daß dieses für die sinnliche Welt in einer Inkarnation..geltende Vorstellungsleben nur für diese gilt, Friedrich Hebbel einmal einen netten Plan zu einem Drama in seinem Tagebuch entworfen hat. Er hatte die Idee, daß der wiederverkörperte Plato in einer Gymnasialklasse wäre und auf den Lehrer bestimmt den schlechtesten Eindruck machen würde und am meisten schlechte Zensuren bekommen könnte, weil er den Plato gar nicht versteht! Das ist auch ein Hinweis darauf, wie das Gedankengebäude des Plato, das gedankenmäßig in ihm gelebt hat, eben nicht in dieser Form hinüberlebt in die nächste Inkarnation.
[ 10 ] Wenn also gesagt wird, daß die Vorstellungen gebunden sind an den physischen Leib, so darf niemand daraus den Satz ableiten, daß der Mensch ohne Vorstellungen oder, besser gesagt, ohne den Inhalt der Vorstellungen wäre im Leben zwischen dem Tode und einer neuen Geburt. Nur das, was die Vorstellungen ausarbeitet, das verschwindet. Was wir als unser Vorstellungsleben haben, das hat also, wie wir es hier in der physischen Welt erleben, auch nur eine Bedeutung für das Leben in dieser Inkarnation. Und ich habe auch schon angeführt, daß in Anknüpfung an das Bewußtsein, daß dieses für die sinnliche Welt in einer Inkarnation..geltende Vorstellungsleben nur für diese gilt, Friedrich Hebbel einmal einen netten Plan zu einem Drama in seinem Tagebuch entworfen hat. Er hatte die Idee, daß der wiederverkörperte Plato in einer Gymnasialklasse wäre und auf den Lehrer bestimmt den schlechtesten Eindruck machen würde und am meisten schlechte Zensuren bekommen könnte, weil er den Plato gar nicht versteht! Das ist auch ein Hinweis darauf, wie das Gedankengebäude des Plato, das gedankenmäßig in ihm gelebt hat, eben nicht in dieser Form hinüberlebt in die nächste Inkarnation.
[ 11 ] Um über diese Dinge vernünftige Gedanken zu bekommen, muß man das Seelenleben des Menschen von einem gewissen Gesichtspunkt aus betrachten. Da muß man sich fragen: Was tragen wir für einen Inhalt in unserem Seelenleben mit uns herum?
[ 11 ] Um über diese Dinge vernünftige Gedanken zu bekommen, muß man das Seelenleben des Menschen von einem gewissen Gesichtspunkt aus betrachten. Da muß man sich fragen: Was tragen wir für einen Inhalt in unserem Seelenleben mit uns herum?
[ 12 ] Das erste sind unsere Vorstellungen. Daß diese Vorstellungen, zusammengedrängt mit Gefühlen, zu Willensimpulsen führen können, das hindert nicht, daß wir von einem besonderen Vorstellungsleben in unserer Seele sprechen können. Denn wenn es auch Menschen gibt, die sich kaum halten können, möchte man sagen, bei einer reinen, bloßen Vorstellung, die, wenn sie sich etwas vorstellen, mächtig in Sympathie oder Antipathie aufflammen, also gleich zu anderen Seelenimpulsen übergehen, so hindert das doch nicht, daß das Vorstellungsleben abgetrennt werden kann von anderen Seeleninhalten.
[ 12 ] Das erste sind unsere Vorstellungen. Daß diese Vorstellungen, zusammengedrängt mit Gefühlen, zu Willensimpulsen führen können, das hindert nicht, daß wir von einem besonderen Vorstellungsleben in unserer Seele sprechen können. Denn wenn es auch Menschen gibt, die sich kaum halten können, möchte man sagen, bei einer reinen, bloßen Vorstellung, die, wenn sie sich etwas vorstellen, mächtig in Sympathie oder Antipathie aufflammen, also gleich zu anderen Seelenimpulsen übergehen, so hindert das doch nicht, daß das Vorstellungsleben abgetrennt werden kann von anderen Seeleninhalten.
[ 13 ] Das zweite, was wir in unserem Seelenleben herumtragen, sind die Gefühlserlebnisse. Diese treten ja in einer recht vielgestaltigen Weise in uns auf. Da ist der alibekannte Gegensatz im Gefühlsleben, den man bezeichnen kann mit Sympathie und Antipathie, die wir den Dingen entgegenbringen, oder wenn man es deutlicher bezeichnen will: Liebe und Haß. Dann sind da die Gefühle, die man bezeichnen kann als die, welche eine gewisse Erregung bewirken, und wieder die, welche eine gewisse Spannung und Entspannung bewirken. Die lassen sich nicht zusammenwerfen mit den Gefühlen der Sympathie und der Antipathie. Denn ein Seelenimpuls, den man eine Spannung, eine Erregung und eine Entspannung nennen kann, ist etwas anderes als das, was sich bloß in Sympathie oder Antipathie auslebt. Aber man müßte viel reden, wenn man die verschiedenen Gattungen der Gefühlsinhalte charakterisieren wollte. Es gehören auch dazu die, welche man bezeichnen kann als die Gefühle für das Schöne und für das Häßliche, die als ein ganz besonderer Seeleninhalt sich ausnehmen, die sich nicht vergleichen lassen mit den bloßen Sympathie- und Antipathiegefühlen, wenigstens sich nicht mit ihnen zusammenwerfen lassen. Dann auch könnten wir die Gefühle, die wir haben für Gut und Böse, als eine besondere Gattung bezeichnen. Es ist heute nicht die Zeit, um auszuführen, wie das innere Erlebnis, das wir an einer guten oder einer bösen Handlung haben, etwas ganz anderes ist als das Gefühl der Sympathie oder Antipathie für eine gute oder böse Handlung, daß wir die gute Handlung lieben, die böse hassen. So treten uns die Gefühle in der mannigfaltigsten Gestalt entgegen, und wir können sie unterscheiden von den Vorstellungen.
[ 13 ] Das zweite, was wir in unserem Seelenleben herumtragen, sind die Gefühlserlebnisse. Diese treten ja in einer recht vielgestaltigen Weise in uns auf. Da ist der alibekannte Gegensatz im Gefühlsleben, den man bezeichnen kann mit Sympathie und Antipathie, die wir den Dingen entgegenbringen, oder wenn man es deutlicher bezeichnen will: Liebe und Haß. Dann sind da die Gefühle, die man bezeichnen kann als die, welche eine gewisse Erregung bewirken, und wieder die, welche eine gewisse Spannung und Entspannung bewirken. Die lassen sich nicht zusammenwerfen mit den Gefühlen der Sympathie und der Antipathie. Denn ein Seelenimpuls, den man eine Spannung, eine Erregung und eine Entspannung nennen kann, ist etwas anderes als das, was sich bloß in Sympathie oder Antipathie auslebt. Aber man müßte viel reden, wenn man die verschiedenen Gattungen der Gefühlsinhalte charakterisieren wollte. Es gehören auch dazu die, welche man bezeichnen kann als die Gefühle für das Schöne und für das Häßliche, die als ein ganz besonderer Seeleninhalt sich ausnehmen, die sich nicht vergleichen lassen mit den bloßen Sympathie- und Antipathiegefühlen, wenigstens sich nicht mit ihnen zusammenwerfen lassen. Dann auch könnten wir die Gefühle, die wir haben für Gut und Böse, als eine besondere Gattung bezeichnen. Es ist heute nicht die Zeit, um auszuführen, wie das innere Erlebnis, das wir an einer guten oder einer bösen Handlung haben, etwas ganz anderes ist als das Gefühl der Sympathie oder Antipathie für eine gute oder böse Handlung, daß wir die gute Handlung lieben, die böse hassen. So treten uns die Gefühle in der mannigfaltigsten Gestalt entgegen, und wir können sie unterscheiden von den Vorstellungen.
[ 14 ] Eine dritte Art von Seelenerlebnissen sind die Willensimpulse, das Willensleben. Das darf wieder nicht zusammengeworfen werden mit dem, was wir Gefühlserlebnisse nennen können, was innerhalb unseres Seelenlebens beschlossen bleiben muß oder kann durch die Art, wie wir es erleben. Zu einem Willensimpuls gehört, daß sich in der Seele ausdrückt: Du sollst dies tun, du sollst jenes nicht tun. — Denn man sollte unterscheiden lernen zwischen dem bloßen Gefühl, das man hat von dem, was einem an sich selber oder an einem anderen als gut oder böse erscheint, und dem, was mehr als dieses Gefühl in der Seele auftritt, wenn wir gedrängt werden, das Gute zu tun, das Böse zu lassen. Die Beurteilung kann beim Gefühl stehenbleiben; aber etwas anderes sind die Willensimpulse. Und obwohl Übergänge sind zwischen dem Gefühlsleben und den Willensimpulsen, sollte man schon aus Gründen der gewöhnlichen Lebensbeobachtung diese nicht ohne weiteres zusammenwerfen. Im menschlichen Leben sind überall Übergänge. Wie es Menschen gibt, die zu gar keiner reinen Vorstellung kommen, sondern immer gleich zum Ausdruck bringen, was sie lieben oder hassen, die immer hin- und hergeworfen werden, weil sie ihre Gefühle nicht absondern können von ihren Vorstellungen, so gibt es auch andere, die, wenn sie etwas sehen, gar nicht davon ablassen können, zu etwas überzugehen, was einem Willensimpuls entspricht, zu einer Handlung, auch wenn diese Handlung gar nicht berechtigt ist. Das führt wieder zu nichts Gutem; das tritt dann als Stehlsucht, als Kleptomanie und so weiter auf. Da ist kein geordnetes Verhältnis zwischen den Gefühlen und den Willensimpulsen. Aber in Wahrheit sind diese Dinge in der strengsten Weise zu unterscheiden. So leben wir in unserem Seelenleben innerhalb der Vorstellungen, innerhalb der Gefühlserlebnisse und innerhalb der Willensimpulse. Wir haben solche Betrachtungen schon öfter angestellt; man kann ohne sie, wenn man den gesamten Menschen ins Auge fassen will, nicht auskommen.
[ 14 ] Eine dritte Art von Seelenerlebnissen sind die Willensimpulse, das Willensleben. Das darf wieder nicht zusammengeworfen werden mit dem, was wir Gefühlserlebnisse nennen können, was innerhalb unseres Seelenlebens beschlossen bleiben muß oder kann durch die Art, wie wir es erleben. Zu einem Willensimpuls gehört, daß sich in der Seele ausdrückt: Du sollst dies tun, du sollst jenes nicht tun. — Denn man sollte unterscheiden lernen zwischen dem bloßen Gefühl, das man hat von dem, was einem an sich selber oder an einem anderen als gut oder böse erscheint, und dem, was mehr als dieses Gefühl in der Seele auftritt, wenn wir gedrängt werden, das Gute zu tun, das Böse zu lassen. Die Beurteilung kann beim Gefühl stehenbleiben; aber etwas anderes sind die Willensimpulse. Und obwohl Übergänge sind zwischen dem Gefühlsleben und den Willensimpulsen, sollte man schon aus Gründen der gewöhnlichen Lebensbeobachtung diese nicht ohne weiteres zusammenwerfen. Im menschlichen Leben sind überall Übergänge. Wie es Menschen gibt, die zu gar keiner reinen Vorstellung kommen, sondern immer gleich zum Ausdruck bringen, was sie lieben oder hassen, die immer hin- und hergeworfen werden, weil sie ihre Gefühle nicht absondern können von ihren Vorstellungen, so gibt es auch andere, die, wenn sie etwas sehen, gar nicht davon ablassen können, zu etwas überzugehen, was einem Willensimpuls entspricht, zu einer Handlung, auch wenn diese Handlung gar nicht berechtigt ist. Das führt wieder zu nichts Gutem; das tritt dann als Stehlsucht, als Kleptomanie und so weiter auf. Da ist kein geordnetes Verhältnis zwischen den Gefühlen und den Willensimpulsen. Aber in Wahrheit sind diese Dinge in der strengsten Weise zu unterscheiden. So leben wir in unserem Seelenleben innerhalb der Vorstellungen, innerhalb der Gefühlserlebnisse und innerhalb der Willensimpulse. Wir haben solche Betrachtungen schon öfter angestellt; man kann ohne sie, wenn man den gesamten Menschen ins Auge fassen will, nicht auskommen.
[ 15 ] Nun haben wir versucht, einiges anzuführen von dem, was uns nahelegen kann, daß das Vorstellungsleben etwas ist, was gebunden ist an die einmalige Inkarnation zwischen Geburt und Tod. Wir sehen ja auch, wie wir in das Leben hereintreten und uns das Vorstellungsleben aneignen. So ist es nicht mit dem Gefühlsleben, auch nicht mit dem Willensleben. Wer behaupten wollte, es wäre so, von dem könnte man denken, er würde nie vernünftig die Entwickelung eines Kindes betrachtet haben. Man betrachte nur ein Kind, wenn es noch ganz dumm ist in bezug auf das Vorstellungsleben, wie es sich gar nicht in Verbindung setzen kann mit der Umwelt mit seinen Vorstellungen, wie es dagegen ausgesprochene Sympathien und Antipathien hat, wie es dann wieder an und abregende Willensimpulse hat. Und die Bestimmtheit, mit der die Willensimpulse auftreten, verführte sogar einen Philosophen, Schopenhauer, zu dem Glauben, daß der Charakter eines Menschen überhaupt so auftritt, daß er gar nicht geändert werden kann im Leben. Es ist das nicht richtig; er kann geändert werden. Aber es ist so, wenn wir hereintreten in das physische Leben, daß wir sagen müssen: Es verhält sich mit den Gefühlen und Willensimpulsen keineswegs so wie mit den Vorstellungen, sondern wir treten mit einem ganz bestimmten Charakter unserer Gefühlserlebnisse und Willensimpulse in die Inkarnation herein. Bei einer richtigen Betrachtung könnten wir schon ahnen, daß wir in den Gefühlen und in den Willensimpulsen etwas haben, was wir uns aus früheren Inkarnationen mitbringen. Aber fassen Sie das zusammen in ein gefühlsmäßiges Gedächtnis im Gegensatz zu dem Vorstellungsgedächtnis in dem einen Leben. Man kann im Praktischen nicht auskommen, wenn man nur eine Vorstellungserinnerung gelten läßt. Alles, was wir im Vorstellungsleben entwickeln, kann uns nicht zu irgend etwas führen, was einen solchen Eindruck hervorrufen könnte, der, wenn wir ihn richtig verstehen, uns sagt: Da hast du etwas in dir, was durch die Geburt mit dir in diese Inkarnation hereingetreten ist. Da müssen wir über das Vorstellungsleben hinausgehen, da muß das Besinnen etwas anderes werden. Und da haben wir angeführt, was jetzt das Besinnen wird. Wie besinnen wir uns? Wir besinnen uns so, daß wir uns nicht bloß vorstellen: Das war zufällig in unserem Leben, das haben wir getroffen, da waren wir in einer Lebenslage, die haben wir verlassen und so weiter. — Wir dürfen nicht bei den Vorstellungen bleiben, sondern wir müssen sie lebendig, regsam machen, wie wenn das Bild einer Persönlichkeit vor uns stünde, die das gewollt hat, die in unseren Begehrungen, Willensimpulsen, Gefühlserlebnissen und so weiter dies gewollt hat. In das Wollen müssen wir uns hineinleben. Also, es ist ein ganz anderes Sich-Hineinleben als jenes, was als Sich-Hineinleben in das Vorstellungsleben beim Gedächtnis in Frage kommt; es ist ein Sich-Hineinleben in andere Seelenkräfte, wenn der Ausdruck gebraucht werden darf.
[ 15 ] Nun haben wir versucht, einiges anzuführen von dem, was uns nahelegen kann, daß das Vorstellungsleben etwas ist, was gebunden ist an die einmalige Inkarnation zwischen Geburt und Tod. Wir sehen ja auch, wie wir in das Leben hereintreten und uns das Vorstellungsleben aneignen. So ist es nicht mit dem Gefühlsleben, auch nicht mit dem Willensleben. Wer behaupten wollte, es wäre so, von dem könnte man denken, er würde nie vernünftig die Entwickelung eines Kindes betrachtet haben. Man betrachte nur ein Kind, wenn es noch ganz dumm ist in bezug auf das Vorstellungsleben, wie es sich gar nicht in Verbindung setzen kann mit der Umwelt mit seinen Vorstellungen, wie es dagegen ausgesprochene Sympathien und Antipathien hat, wie es dann wieder an und abregende Willensimpulse hat. Und die Bestimmtheit, mit der die Willensimpulse auftreten, verführte sogar einen Philosophen, Schopenhauer, zu dem Glauben, daß der Charakter eines Menschen überhaupt so auftritt, daß er gar nicht geändert werden kann im Leben. Es ist das nicht richtig; er kann geändert werden. Aber es ist so, wenn wir hereintreten in das physische Leben, daß wir sagen müssen: Es verhält sich mit den Gefühlen und Willensimpulsen keineswegs so wie mit den Vorstellungen, sondern wir treten mit einem ganz bestimmten Charakter unserer Gefühlserlebnisse und Willensimpulse in die Inkarnation herein. Bei einer richtigen Betrachtung könnten wir schon ahnen, daß wir in den Gefühlen und in den Willensimpulsen etwas haben, was wir uns aus früheren Inkarnationen mitbringen. Aber fassen Sie das zusammen in ein gefühlsmäßiges Gedächtnis im Gegensatz zu dem Vorstellungsgedächtnis in dem einen Leben. Man kann im Praktischen nicht auskommen, wenn man nur eine Vorstellungserinnerung gelten läßt. Alles, was wir im Vorstellungsleben entwickeln, kann uns nicht zu irgend etwas führen, was einen solchen Eindruck hervorrufen könnte, der, wenn wir ihn richtig verstehen, uns sagt: Da hast du etwas in dir, was durch die Geburt mit dir in diese Inkarnation hereingetreten ist. Da müssen wir über das Vorstellungsleben hinausgehen, da muß das Besinnen etwas anderes werden. Und da haben wir angeführt, was jetzt das Besinnen wird. Wie besinnen wir uns? Wir besinnen uns so, daß wir uns nicht bloß vorstellen: Das war zufällig in unserem Leben, das haben wir getroffen, da waren wir in einer Lebenslage, die haben wir verlassen und so weiter. — Wir dürfen nicht bei den Vorstellungen bleiben, sondern wir müssen sie lebendig, regsam machen, wie wenn das Bild einer Persönlichkeit vor uns stünde, die das gewollt hat, die in unseren Begehrungen, Willensimpulsen, Gefühlserlebnissen und so weiter dies gewollt hat. In das Wollen müssen wir uns hineinleben. Also, es ist ein ganz anderes Sich-Hineinleben als jenes, was als Sich-Hineinleben in das Vorstellungsleben beim Gedächtnis in Frage kommt; es ist ein Sich-Hineinleben in andere Seelenkräfte, wenn der Ausdruck gebraucht werden darf.
[ 16 ] Diese Praxis, sozusagen wollend, wünschend, begehrend einen Seeleninhalt zu entwickeln — die in allen okkulten Schulen, in aller okkulten Praxis immer bekannt war und angewendet worden ist —, läßt sich gut mit dem, was wir zu sagen wissen aus der anthroposophischen oder sonstigen Erkenntnis über Vorstellungs-, Gefühls- und Willensieben, rechtfertigen, läßt sich damit begreifen und erklären. Also sagen wir uns klar, daß wir an den besonderen Inhalten des Gefühlslebens, des Willenslebens etwas entwickeln müssen, das gewissermaßen den Erinnerungsvorstellungen ähnlich ist, aber eben nicht bei den bloßen Vorstellungen bleibt, daß wir aber dadurch in die Lage kommen, eine andere Art, nämlich eine solche Art von Erinnerungsvermögen zu entwickeln, die uns allmählich hinausführt über das Leben, das zwischen Geburt und Tod in der einen Inkarnation eingeschlossen ist.
[ 16 ] Diese Praxis, sozusagen wollend, wünschend, begehrend einen Seeleninhalt zu entwickeln — die in allen okkulten Schulen, in aller okkulten Praxis immer bekannt war und angewendet worden ist —, läßt sich gut mit dem, was wir zu sagen wissen aus der anthroposophischen oder sonstigen Erkenntnis über Vorstellungs-, Gefühls- und Willensieben, rechtfertigen, läßt sich damit begreifen und erklären. Also sagen wir uns klar, daß wir an den besonderen Inhalten des Gefühlslebens, des Willenslebens etwas entwickeln müssen, das gewissermaßen den Erinnerungsvorstellungen ähnlich ist, aber eben nicht bei den bloßen Vorstellungen bleibt, daß wir aber dadurch in die Lage kommen, eine andere Art, nämlich eine solche Art von Erinnerungsvermögen zu entwickeln, die uns allmählich hinausführt über das Leben, das zwischen Geburt und Tod in der einen Inkarnation eingeschlossen ist.
[ 17 ] Es muß durchaus betont werden, daß der Weg, der hier gekennzeichnet worden ist, ein absolut guter und sicherer ist — aber ein entsagungsvoller. Leichter ist es, aus irgendwelchen äußeren Gründen sich einzubilden, daß man in der vorhergehenden Inkarnation Marie Antoinette, Maria Magdalena und dergleichen gewesen sei. Aber schwieriger ist es, auf die geschilderte Art und Weise, aus dem in der Seele Vorhandenen, aus wirklich Vorhandenem, zu einem Bilde dessen zu kommen, was man war. Es ist zunächst deshalb recht entsagungsvoll, weil man meistens recht enttäuscht werden kann. Wenn aber jemand nun sagen würde, das kann alles etwas sein, was wir uns vormachen, so muß man erwidern: Aber es kann sich auch jemand in bezug auf seine Erinnerungen etwas vormachen, was nicht stimmt. — Diese Dinge sind alle kein Einwand. Eine Art von Kriterium, um die Einbildung von der Phantastik zu unterscheiden, gibt es bloß im Leben.
[ 17 ] Es muß durchaus betont werden, daß der Weg, der hier gekennzeichnet worden ist, ein absolut guter und sicherer ist — aber ein entsagungsvoller. Leichter ist es, aus irgendwelchen äußeren Gründen sich einzubilden, daß man in der vorhergehenden Inkarnation Marie Antoinette, Maria Magdalena und dergleichen gewesen sei. Aber schwieriger ist es, auf die geschilderte Art und Weise, aus dem in der Seele Vorhandenen, aus wirklich Vorhandenem, zu einem Bilde dessen zu kommen, was man war. Es ist zunächst deshalb recht entsagungsvoll, weil man meistens recht enttäuscht werden kann. Wenn aber jemand nun sagen würde, das kann alles etwas sein, was wir uns vormachen, so muß man erwidern: Aber es kann sich auch jemand in bezug auf seine Erinnerungen etwas vormachen, was nicht stimmt. — Diese Dinge sind alle kein Einwand. Eine Art von Kriterium, um die Einbildung von der Phantastik zu unterscheiden, gibt es bloß im Leben.
[ 18 ] In einer süddeutschen Stadt sagte einmal jemand zu mir, es könnte alles, was in meiner «Geheimwissenschaft im Umriß» vorgebracht ist, auf einer bloßen Suggestion beruhen, wie es ja sehr lebendige Suggestionen gibt, die sogar soweit gehen können, daß jemand, wenn er gar keine Limonade trinkt und sich nur die Limonade recht lebhaft vorstellt, schon den Geschmack der Limonade im Munde hat. Wenn also so etwas möglich ist, warum sollte es dann nicht auch möglich sein, so dachte der Betreffende, daß das in der «Geheimwissenschaft» Vorgebrachte auch auf Suggestionen beruhen sollte? Theoretisch läßt sich ein solcher Einwand machen. Aber das Leben bringt die Überlegung: Wenn jemand meint, mit dem Beispiel der Limonade zeigen zu können, wie stark die Suggestion wirken kann, so muß man dazu sagen, der hat nicht verstanden, das Beispiel zu Ende zu denken, denn er sollte einmal probieren, nicht bloß die Limonade sich vorzustellen, sondern sich mit einer bloß vorgestellten Limonade den Durst zu löschen — da wird er sehen, daß es nicht geht. Es handelt sich immer darum, daß wir an das Ende gehen mit den Erlebnissen. Das läßt sich aber nicht theoretisch bestimmen, sondern nur im unmittelbaren Leben selber erfahren. Und mit derselben Notwendigkeit, mit der wir wissen, daß wir etwas, was herauftaucht aus den Erinnerungsvorstellungen des Lebens, erlebt haben, mit derselben Sicherheit tritt auch das auf, daß herauftauchen aus den Untergründen der Seele die Willensimpulse, die wir hervorrufen über das Zufällige, über das Nichtgewollte, und die mit derselben Notwendigkeit auftauchen als ein Bild unseres früheren Erdenlebens wie die Erinnerungsvorstellungen. Dem, der nun sagt, das kann Einbildung sein, dem können wir dafür keine Beweise bringen, wie man theoretisch auch keinen Beweis bringen kann für das, was sich zahlreiche Menschen einbilden, erlebt zu haben und ganz bestimmt nicht erlebt haben, und für das, was sie wirklich erlebt haben. Ebensowenig wie man da einen theoretischen Beweis vorbringen kann, ebensowenig gibt es einen theoretischen Beweis für das andere. Also, man ist dabei in keiner anderen Lage, als man ist in dem Leben innerhalb der einen Inkarnation; man ist genau in derselben Lage.
[ 18 ] In einer süddeutschen Stadt sagte einmal jemand zu mir, es könnte alles, was in meiner «Geheimwissenschaft im Umriß» vorgebracht ist, auf einer bloßen Suggestion beruhen, wie es ja sehr lebendige Suggestionen gibt, die sogar soweit gehen können, daß jemand, wenn er gar keine Limonade trinkt und sich nur die Limonade recht lebhaft vorstellt, schon den Geschmack der Limonade im Munde hat. Wenn also so etwas möglich ist, warum sollte es dann nicht auch möglich sein, so dachte der Betreffende, daß das in der «Geheimwissenschaft» Vorgebrachte auch auf Suggestionen beruhen sollte? Theoretisch läßt sich ein solcher Einwand machen. Aber das Leben bringt die Überlegung: Wenn jemand meint, mit dem Beispiel der Limonade zeigen zu können, wie stark die Suggestion wirken kann, so muß man dazu sagen, der hat nicht verstanden, das Beispiel zu Ende zu denken, denn er sollte einmal probieren, nicht bloß die Limonade sich vorzustellen, sondern sich mit einer bloß vorgestellten Limonade den Durst zu löschen — da wird er sehen, daß es nicht geht. Es handelt sich immer darum, daß wir an das Ende gehen mit den Erlebnissen. Das läßt sich aber nicht theoretisch bestimmen, sondern nur im unmittelbaren Leben selber erfahren. Und mit derselben Notwendigkeit, mit der wir wissen, daß wir etwas, was herauftaucht aus den Erinnerungsvorstellungen des Lebens, erlebt haben, mit derselben Sicherheit tritt auch das auf, daß herauftauchen aus den Untergründen der Seele die Willensimpulse, die wir hervorrufen über das Zufällige, über das Nichtgewollte, und die mit derselben Notwendigkeit auftauchen als ein Bild unseres früheren Erdenlebens wie die Erinnerungsvorstellungen. Dem, der nun sagt, das kann Einbildung sein, dem können wir dafür keine Beweise bringen, wie man theoretisch auch keinen Beweis bringen kann für das, was sich zahlreiche Menschen einbilden, erlebt zu haben und ganz bestimmt nicht erlebt haben, und für das, was sie wirklich erlebt haben. Ebensowenig wie man da einen theoretischen Beweis vorbringen kann, ebensowenig gibt es einen theoretischen Beweis für das andere. Also, man ist dabei in keiner anderen Lage, als man ist in dem Leben innerhalb der einen Inkarnation; man ist genau in derselben Lage.
[ 19 ] So haben wir mit diesem gezeigt, wie früheres Erdenleben hereinleuchtet in das gegenwärtige Erdenleben, wie wir wirklich eine Möglichkeit haben, durch sorgfältige Seelenentwickelung uns selber die Überzeugung zu verschaffen, nicht nur die theoretische Überzeugung von der Tatsache der Reinkarnation, sondern die praktische Überzeugung von dem in uns befindlichen, sich reinkarnierenden Seelenwesen, von dem wir wirklich wissen, es ist etwas, was einmal da war.
[ 19 ] So haben wir mit diesem gezeigt, wie früheres Erdenleben hereinleuchtet in das gegenwärtige Erdenleben, wie wir wirklich eine Möglichkeit haben, durch sorgfältige Seelenentwickelung uns selber die Überzeugung zu verschaffen, nicht nur die theoretische Überzeugung von der Tatsache der Reinkarnation, sondern die praktische Überzeugung von dem in uns befindlichen, sich reinkarnierenden Seelenwesen, von dem wir wirklich wissen, es ist etwas, was einmal da war.
[ 20 ] Aber es gibt dennoch Erlebnisse ganz anderer Art, die hereintreten in unser Leben und von denen wir nicht sagen können, sie treten so in unser Leben herein, daß wir sie wie eine Erinnerung an ein früheres Erdenleben auffassen können. Es gibt tatsächlich solche Erlebnisse, denen gegenüber wir sagen müssen: Wie sie dir da gegenübertreten, so erklären sie sich dir aus deinem früheren Leben nicht! Heute sei nur auf eine Art solcher Erlebnisse hingewiesen. Und auf diese Art von Erlebnissen will ich zunächst hinweisen, indem ich ein typisches Beispiel anführe. Dies, was ich als Beispiel anführe, das kann sich auf hunderterlei Weise, auf tausenderlei Weise vollziehen; aber es ist eben das, was sich da vollzieht, ähnlich dem, was ich als ein typisches Beispiel erzählen will.
[ 20 ] Aber es gibt dennoch Erlebnisse ganz anderer Art, die hereintreten in unser Leben und von denen wir nicht sagen können, sie treten so in unser Leben herein, daß wir sie wie eine Erinnerung an ein früheres Erdenleben auffassen können. Es gibt tatsächlich solche Erlebnisse, denen gegenüber wir sagen müssen: Wie sie dir da gegenübertreten, so erklären sie sich dir aus deinem früheren Leben nicht! Heute sei nur auf eine Art solcher Erlebnisse hingewiesen. Und auf diese Art von Erlebnissen will ich zunächst hinweisen, indem ich ein typisches Beispiel anführe. Dies, was ich als Beispiel anführe, das kann sich auf hunderterlei Weise, auf tausenderlei Weise vollziehen; aber es ist eben das, was sich da vollzieht, ähnlich dem, was ich als ein typisches Beispiel erzählen will.
[ 21 ] Wir nehmen einen Menschen an, der irgendwo in einem Walde geht, und der, weil er in Gedanken gegangen ist, vergißt, daß er auf einem Waldeswege geht, der unmittelbar — man braucht nur einige Schritte zu machen — an einen tiefen Abgrund angrenzt. Ich will die Sache, die sich durchaus abspielen kann, in dieser Form hier vorbringen; das Beispiel ist von mir, weil in entsprechender Weise mir ein ganz ähnlich gearteter Fall bekannt ist, auch anderswo erzählt worden. Dieser Mensch sieht nun nicht, daß dort ein Abgrund ist, weil ihn etwas besonders interessiert. Weil ihn eben sein Problem so stark interessiert, geht er auf den Abgrund los, aber mit einem solchen Schwunge, daß es ihm, wenn er nur zwei, drei Schritte mehr gemacht hätte, unmöglich gewesen wäre, sich zu halten. Er hätte dann im Vorwärtsschreiten hinunterstürzen müssen, und es wäre mit seinem Leben zu Ende gewesen. In dem Augenblick aber, wo er drauflostapsen will, hört er eine Stimme: Bleibe stehen! — Die Stimme macht einen solchen Eindruck auf ihn, daß er wie angenagelt stehen bleibt. Der Betreffende denkt, es muß jemand da sein, der sich seiner angenommen hat. Er hat sich besonnen, daß sein Leben zu Ende gewesen wäre, wenn er nicht auf diese Weise festgehalten worden wäre. Er sieht sich um, und sieht niemanden.
[ 21 ] Wir nehmen einen Menschen an, der irgendwo in einem Walde geht, und der, weil er in Gedanken gegangen ist, vergißt, daß er auf einem Waldeswege geht, der unmittelbar — man braucht nur einige Schritte zu machen — an einen tiefen Abgrund angrenzt. Ich will die Sache, die sich durchaus abspielen kann, in dieser Form hier vorbringen; das Beispiel ist von mir, weil in entsprechender Weise mir ein ganz ähnlich gearteter Fall bekannt ist, auch anderswo erzählt worden. Dieser Mensch sieht nun nicht, daß dort ein Abgrund ist, weil ihn etwas besonders interessiert. Weil ihn eben sein Problem so stark interessiert, geht er auf den Abgrund los, aber mit einem solchen Schwunge, daß es ihm, wenn er nur zwei, drei Schritte mehr gemacht hätte, unmöglich gewesen wäre, sich zu halten. Er hätte dann im Vorwärtsschreiten hinunterstürzen müssen, und es wäre mit seinem Leben zu Ende gewesen. In dem Augenblick aber, wo er drauflostapsen will, hört er eine Stimme: Bleibe stehen! — Die Stimme macht einen solchen Eindruck auf ihn, daß er wie angenagelt stehen bleibt. Der Betreffende denkt, es muß jemand da sein, der sich seiner angenommen hat. Er hat sich besonnen, daß sein Leben zu Ende gewesen wäre, wenn er nicht auf diese Weise festgehalten worden wäre. Er sieht sich um, und sieht niemanden.
[ 22 ] Der materialistische Denker wird nun sagen: Durch irgendwelche Umstände hat sich aus den Tiefen der Seele eine Gehörshalluzination ergeben, und es ist ein glücklicher Zufall gewesen, daß der Betreffende auf diese Weise gerettet worden ist. — Aber es ist auch möglich, auf andere Weise über die Sache zu denken; mindestens müßte man dies zugeben. Ich will es heute nur anführen; denn diese andere Weise läßt sich nur erzählen, nicht beweisen. Man kann sich sagen: Durch Vorgänge der geistigen Welt ist dir in dem Augenblick, als du an einer karmischen Krisis angekommen warst, dein Leben eigentlich geschenkt worden. Wenn alles so weitergegangen wäre, ohne daß jenes Ereignis geschehen wäre, dann wäre dein Leben zu Ende gewesen. So aber ist es jetzt als eine Art neues Leben an das vorhergehende angestückelt worden. Dieses neue Leben ist eine Art Geschenk, und du verdankst jetzt dieses dein Leben den Mächten, die hinter dieser Stimme stehen! — Ein solches Erlebnis könnten viele, viele Menschen der Gegenwart haben, wenn sie nur wirkliche Selbsterkenntnis üben würden. Denn es treten in das Leben geradezu vieler, vieler Menschen der Gegenwart solche Erlebnisse herein. Und es liegt nicht daran, daß die Menschen nicht ein solches Erlebnis gehabt haben, sondern daran, daß die Menschen nicht die nötige Aufmerksamkeit dafür gehabt haben, daß sie darüber hinweggegangen sind; denn es tritt nicht immer mit dieser jetzt geschilderten Deutlichkeit auf, sondern so, daß bei der gewöhnlichen Unaufmerksamkeit die Menschen darüber hinwegsehen.
[ 22 ] Der materialistische Denker wird nun sagen: Durch irgendwelche Umstände hat sich aus den Tiefen der Seele eine Gehörshalluzination ergeben, und es ist ein glücklicher Zufall gewesen, daß der Betreffende auf diese Weise gerettet worden ist. — Aber es ist auch möglich, auf andere Weise über die Sache zu denken; mindestens müßte man dies zugeben. Ich will es heute nur anführen; denn diese andere Weise läßt sich nur erzählen, nicht beweisen. Man kann sich sagen: Durch Vorgänge der geistigen Welt ist dir in dem Augenblick, als du an einer karmischen Krisis angekommen warst, dein Leben eigentlich geschenkt worden. Wenn alles so weitergegangen wäre, ohne daß jenes Ereignis geschehen wäre, dann wäre dein Leben zu Ende gewesen. So aber ist es jetzt als eine Art neues Leben an das vorhergehende angestückelt worden. Dieses neue Leben ist eine Art Geschenk, und du verdankst jetzt dieses dein Leben den Mächten, die hinter dieser Stimme stehen! — Ein solches Erlebnis könnten viele, viele Menschen der Gegenwart haben, wenn sie nur wirkliche Selbsterkenntnis üben würden. Denn es treten in das Leben geradezu vieler, vieler Menschen der Gegenwart solche Erlebnisse herein. Und es liegt nicht daran, daß die Menschen nicht ein solches Erlebnis gehabt haben, sondern daran, daß die Menschen nicht die nötige Aufmerksamkeit dafür gehabt haben, daß sie darüber hinweggegangen sind; denn es tritt nicht immer mit dieser jetzt geschilderten Deutlichkeit auf, sondern so, daß bei der gewöhnlichen Unaufmerksamkeit die Menschen darüber hinwegsehen.
[ 23 ] Ich habe zuweilen geschildert, wie stark die Menschen hinwegsehen über etwas, was in der unmittelbaren Gegenwart der Menschen auftritt. Ein charakteristisches Beispiel dafür, wie die Menschen für das, was rings um sie her vorgeht, unaufmerksam sind, ist folgender Fall. Ich kannte einen Schulinspektor eines Landes, wo das Gesetz eingeführt wurde, daß ältere Lehrer, die gewisse Examina nicht abgelegt hatten, überprüft werden müßten. Nun war dieser Schulinspektor ein außerordentlich humaner Mensch und sagte sich: Die jüngeren Dachse, die eben vom Seminar gekommen sind, kann man ja über alles fragen; aber die älteren Herren zu fragen, die bereits zwanzig, dreißig Jahre im Amte sind, das ist eine Grausamkeit, die kann man nicht so fragen. Ich frage diese daher am besten über das, was in ihren Büchern steht, aus denen sie Jahr für Jahr die Kinder unterrichten. — Und siehe da: die meisten wußten nichts von dem, was sie selbst ihren Schülern vortrugen! Und zwar war das ein Examinator, von dem man sagen konnte: er wußte schon aus den Menschen das herauszuziehen, was sie wußten!
[ 23 ] Ich habe zuweilen geschildert, wie stark die Menschen hinwegsehen über etwas, was in der unmittelbaren Gegenwart der Menschen auftritt. Ein charakteristisches Beispiel dafür, wie die Menschen für das, was rings um sie her vorgeht, unaufmerksam sind, ist folgender Fall. Ich kannte einen Schulinspektor eines Landes, wo das Gesetz eingeführt wurde, daß ältere Lehrer, die gewisse Examina nicht abgelegt hatten, überprüft werden müßten. Nun war dieser Schulinspektor ein außerordentlich humaner Mensch und sagte sich: Die jüngeren Dachse, die eben vom Seminar gekommen sind, kann man ja über alles fragen; aber die älteren Herren zu fragen, die bereits zwanzig, dreißig Jahre im Amte sind, das ist eine Grausamkeit, die kann man nicht so fragen. Ich frage diese daher am besten über das, was in ihren Büchern steht, aus denen sie Jahr für Jahr die Kinder unterrichten. — Und siehe da: die meisten wußten nichts von dem, was sie selbst ihren Schülern vortrugen! Und zwar war das ein Examinator, von dem man sagen konnte: er wußte schon aus den Menschen das herauszuziehen, was sie wußten!
[ 24 ] Es sollte das nur ein Beispiel dafür sein, wie die Menschen unaufmerksam sind für das, was in ihrer Umgebung vorgeht, ja sogar für das, wo es sich um ihre eigene Person handelt. Man braucht also nicht erstaunt zu sein, wenn ein ähnliches Beispiel, wie das jetzt charakterisierte, im Leben vieler, vieler Menschen zu finden ist. Nur bei einer sinnigen, wirklichen Selbstbetrachtung findet man ein solches Ereignis, wie es eben beschrieben worden ist. Und wenn man einem solchen Ereignis gegenüber die rechte Lebensfrömmigkeit hat, dann kommt man vielleicht auch zu einem ganz besonderen Gefühl; zu dem Gefühl, daß einem das Leben seit jenem Tage geschenkt ist, und daß man, soweit es seit jenem Tage verläuft, es auch in einer besonderen Weise anzuwenden hat. Das ist ein gutes Gefühl und wirkt ähnlich wie ein Erinnerungsvorgang, wenn jemand sich sagt: Du warst an einer karmischen Krisis, da war dein Leben abgeschlossen! — Wenn er sich hineinvertieft in dieses fromme Gefühl, dann kommt etwas, was zunächst so auftritt, daß er sich sagt: Das ist nicht eine Erinnerungsvorstellung wie die, welche ich im Leben öfter erfahren habe, das ist etwas ganz Besonderes!
[ 24 ] Es sollte das nur ein Beispiel dafür sein, wie die Menschen unaufmerksam sind für das, was in ihrer Umgebung vorgeht, ja sogar für das, wo es sich um ihre eigene Person handelt. Man braucht also nicht erstaunt zu sein, wenn ein ähnliches Beispiel, wie das jetzt charakterisierte, im Leben vieler, vieler Menschen zu finden ist. Nur bei einer sinnigen, wirklichen Selbstbetrachtung findet man ein solches Ereignis, wie es eben beschrieben worden ist. Und wenn man einem solchen Ereignis gegenüber die rechte Lebensfrömmigkeit hat, dann kommt man vielleicht auch zu einem ganz besonderen Gefühl; zu dem Gefühl, daß einem das Leben seit jenem Tage geschenkt ist, und daß man, soweit es seit jenem Tage verläuft, es auch in einer besonderen Weise anzuwenden hat. Das ist ein gutes Gefühl und wirkt ähnlich wie ein Erinnerungsvorgang, wenn jemand sich sagt: Du warst an einer karmischen Krisis, da war dein Leben abgeschlossen! — Wenn er sich hineinvertieft in dieses fromme Gefühl, dann kommt etwas, was zunächst so auftritt, daß er sich sagt: Das ist nicht eine Erinnerungsvorstellung wie die, welche ich im Leben öfter erfahren habe, das ist etwas ganz Besonderes!
[ 25 ] Nun werde ich Ihnen im nächsten Vortrag Genaueres sagen können über das, was heute nur angedeutet werden kann. Denn so, wie es jetzt angedeutet worden ist, so prüft ein großer Eingeweihter der neueren Zeit die, welche er für geeignet hält zu seinen Bekennern. Denn die Dinge, die uns hineinstellen sollen in die geistige Welt, gehen auch aus den geistigen Tatsachen, die um uns herum geschehen, oder aus einer richtigen Erkenntnis dieser Tatsachen hervor. Und eine solche Stimme, wie sie bei vielen Menschen auftritt, ist nicht als eine Halluzination zu betrachten; denn durch eine solche Stimme spricht derjenige Führer, den wir als Christian Rosenkreutz bezeichnen, zu denen, die er sich aus der übrigen Schar auswählt als die, welche seine Bekenner werden können. So ergeht der Ruf von der Individualität, von der wir noch werden sprechen können als derjenigen, welche in einer besonderen Inkarnation im 13. Jahrhundert gelebt hat, so daß ein Mensch, der so etwas erlebt, daran ein Merkzeichen, ein Erkennungszeichen hat, durch das er sich hineinstellen kann in die geistige Welt. Vielleicht werden nicht viele dazu kommen können, einen solchen Ruf zu beachten. Aber die Anthroposophie wird schon dahin wirken, daß die Menschen, wenn nicht jetzt in dieser Inkarnation, so doch später einen solchen Ruf beachten werden. Für die meisten Menschen, die so etwas erleben, ist es nun heute so, daß dasjenige, was man bezeichnen kann als: Es ist ihnen gegenübergetreten jener Eingeweihte, der sie bestimmt hat zu denen, die zu ihm gehören können —, sich nicht in einer Inkarnation vollzogen hat, sondern in dem Leben zwischen dem Tode und der jetzigen Geburt, so daß dies also ein Hinweis darauf ist, daß etwas geschieht in dem Leben zwischen dem Tode und der nächsten Geburt, und daß wir darin Wichtiges, ja wichtigere Vorgänge haben als im Leben zwischen Geburt und Tod. Es kann ja sein und ist in einzelnen Fällen so, daß gewisse zu Christian Rosenkreutz gehörige Menschen auch schon in einer vorhergehenden Inkarnation dazu bestimmt worden sind. Aber für die meisten ist die Bestimmung, die sich in einem solchen Ereignis abbildet, getroffen worden in dem letzten Leben zwischen Tod und neuer Geburt.
[ 25 ] Nun werde ich Ihnen im nächsten Vortrag Genaueres sagen können über das, was heute nur angedeutet werden kann. Denn so, wie es jetzt angedeutet worden ist, so prüft ein großer Eingeweihter der neueren Zeit die, welche er für geeignet hält zu seinen Bekennern. Denn die Dinge, die uns hineinstellen sollen in die geistige Welt, gehen auch aus den geistigen Tatsachen, die um uns herum geschehen, oder aus einer richtigen Erkenntnis dieser Tatsachen hervor. Und eine solche Stimme, wie sie bei vielen Menschen auftritt, ist nicht als eine Halluzination zu betrachten; denn durch eine solche Stimme spricht derjenige Führer, den wir als Christian Rosenkreutz bezeichnen, zu denen, die er sich aus der übrigen Schar auswählt als die, welche seine Bekenner werden können. So ergeht der Ruf von der Individualität, von der wir noch werden sprechen können als derjenigen, welche in einer besonderen Inkarnation im 13. Jahrhundert gelebt hat, so daß ein Mensch, der so etwas erlebt, daran ein Merkzeichen, ein Erkennungszeichen hat, durch das er sich hineinstellen kann in die geistige Welt. Vielleicht werden nicht viele dazu kommen können, einen solchen Ruf zu beachten. Aber die Anthroposophie wird schon dahin wirken, daß die Menschen, wenn nicht jetzt in dieser Inkarnation, so doch später einen solchen Ruf beachten werden. Für die meisten Menschen, die so etwas erleben, ist es nun heute so, daß dasjenige, was man bezeichnen kann als: Es ist ihnen gegenübergetreten jener Eingeweihte, der sie bestimmt hat zu denen, die zu ihm gehören können —, sich nicht in einer Inkarnation vollzogen hat, sondern in dem Leben zwischen dem Tode und der jetzigen Geburt, so daß dies also ein Hinweis darauf ist, daß etwas geschieht in dem Leben zwischen dem Tode und der nächsten Geburt, und daß wir darin Wichtiges, ja wichtigere Vorgänge haben als im Leben zwischen Geburt und Tod. Es kann ja sein und ist in einzelnen Fällen so, daß gewisse zu Christian Rosenkreutz gehörige Menschen auch schon in einer vorhergehenden Inkarnation dazu bestimmt worden sind. Aber für die meisten ist die Bestimmung, die sich in einem solchen Ereignis abbildet, getroffen worden in dem letzten Leben zwischen Tod und neuer Geburt.
[ 26 ] Nun sage ich das nicht, um etwas Sensationelles zu erzählen, nicht einmal um dieses Ereignis zu erzählen, sondern aus einem besonderen Grunde. Und ich möchte dazu noch auf etwas aufmerksam machen, aus einer Erfahrung heraus, die ich innerhalb unseres anthroposophischen Lebens recht häufig gemacht habe: daß Dinge, die man einmal sagt, leicht vergessen oder anders erhalten werden, als man sie sagt. Es soll das vorkommen innerhalb unseres anthroposophischen Lebens. Aus diesem Grunde betone ich manchmal wichtige, wesentliche Dinge ein paarmal, nicht um mich zu wiederholen. Auch heute geschieht das, wenn ich sage, es sind viele Menschen in der Gegenwart, die ein solches Erlebnis, wie es beschrieben worden ist, durchgemacht haben, und daß sie es nicht wissen, liegt nicht daran, daß es nicht da ist, sondern daß man sich nicht daran erinnert, weil man nicht die rechte Aufmerksamkeit darauf verwendet hat. Deshalb soll es ein Trost sein, wenn jemand sich sagen muß: Ich finde nicht so etwas, also gehöre ich nicht zu solchen Auserwählten! — Doch kann Ihnen die Versicherung gegeben werden, daß unzählige Menschen in der Gegenwart sind, die so etwas erlebt haben. Das wollte ich nur vorausschicken, um zum eigentlichen Grunde zu kommen, warum so etwas gesagt wird.
[ 26 ] Nun sage ich das nicht, um etwas Sensationelles zu erzählen, nicht einmal um dieses Ereignis zu erzählen, sondern aus einem besonderen Grunde. Und ich möchte dazu noch auf etwas aufmerksam machen, aus einer Erfahrung heraus, die ich innerhalb unseres anthroposophischen Lebens recht häufig gemacht habe: daß Dinge, die man einmal sagt, leicht vergessen oder anders erhalten werden, als man sie sagt. Es soll das vorkommen innerhalb unseres anthroposophischen Lebens. Aus diesem Grunde betone ich manchmal wichtige, wesentliche Dinge ein paarmal, nicht um mich zu wiederholen. Auch heute geschieht das, wenn ich sage, es sind viele Menschen in der Gegenwart, die ein solches Erlebnis, wie es beschrieben worden ist, durchgemacht haben, und daß sie es nicht wissen, liegt nicht daran, daß es nicht da ist, sondern daß man sich nicht daran erinnert, weil man nicht die rechte Aufmerksamkeit darauf verwendet hat. Deshalb soll es ein Trost sein, wenn jemand sich sagen muß: Ich finde nicht so etwas, also gehöre ich nicht zu solchen Auserwählten! — Doch kann Ihnen die Versicherung gegeben werden, daß unzählige Menschen in der Gegenwart sind, die so etwas erlebt haben. Das wollte ich nur vorausschicken, um zum eigentlichen Grunde zu kommen, warum so etwas gesagt wird.
[ 27 ] Solche Dinge werden erzählt, um uns immer wieder und wieder darauf aufmerksam zu machen, daß wir in konkreter Weise — nicht durch abstrakte Theorien — eine Beziehung unseres Seelenlebens zu den geistigen Welten finden sollen, und daß die anthroposophische Geisteswissenschaft uns nicht sein soll eine bloße theoretische Weltanschauung, sondern eine innere Kraft unseres Lebens; daß wir nicht bloß wissen sollen, es gibt eine geistige Welt und der Mensch gehört ihr an; daß wir, indem wir durch das Leben gehen, nicht bloß die Dinge betrachten, die auf unser sinnliches Denken wirken, sondern die Zusammenhänge aufmerksam erfassen, die uns zeigen: Du bist hineingestellt in die geistige Welt, auf diese und jene Weise hineingestellt. — Also das konkrete Hineingestelltsein, das für den einzelnen reale Hineingestelltsein, das ist es, worauf wir aufmerksam machen. Theoretisch sucht man auch draußen so etwas zu begründen, daß die Welt ein Geistiges haben kann, und daß der Mensch nicht materialistisch zu betrachten ist, sondern ein Geistiges in sich haben kann. Davon unterscheidet sich unsere Weltanschauung, indem sie im einzelnen hinstellt: So stehst du im Zusammenhange mit den geistigen Welten! — Immer mehr und mehr werden wir zu solchen Dingen aufsteigen können, die uns zu zeigen vermögen, wie wir die Welt zu betrachten haben, um unsere Zugehörigkeit zu dem Geiste der großen Welt, dem Makrokosmischen, einzusehen.
[ 27 ] Solche Dinge werden erzählt, um uns immer wieder und wieder darauf aufmerksam zu machen, daß wir in konkreter Weise — nicht durch abstrakte Theorien — eine Beziehung unseres Seelenlebens zu den geistigen Welten finden sollen, und daß die anthroposophische Geisteswissenschaft uns nicht sein soll eine bloße theoretische Weltanschauung, sondern eine innere Kraft unseres Lebens; daß wir nicht bloß wissen sollen, es gibt eine geistige Welt und der Mensch gehört ihr an; daß wir, indem wir durch das Leben gehen, nicht bloß die Dinge betrachten, die auf unser sinnliches Denken wirken, sondern die Zusammenhänge aufmerksam erfassen, die uns zeigen: Du bist hineingestellt in die geistige Welt, auf diese und jene Weise hineingestellt. — Also das konkrete Hineingestelltsein, das für den einzelnen reale Hineingestelltsein, das ist es, worauf wir aufmerksam machen. Theoretisch sucht man auch draußen so etwas zu begründen, daß die Welt ein Geistiges haben kann, und daß der Mensch nicht materialistisch zu betrachten ist, sondern ein Geistiges in sich haben kann. Davon unterscheidet sich unsere Weltanschauung, indem sie im einzelnen hinstellt: So stehst du im Zusammenhange mit den geistigen Welten! — Immer mehr und mehr werden wir zu solchen Dingen aufsteigen können, die uns zu zeigen vermögen, wie wir die Welt zu betrachten haben, um unsere Zugehörigkeit zu dem Geiste der großen Welt, dem Makrokosmischen, einzusehen.
