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Reincarnation and Karma
GA 135

20 February 1912, Berlin

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Erster Vortrag

Erster Vortrag

[ 1 ] Wenn wir das Leben in Betracht ziehen, wie es sich um uns herum abspielt, wie es sozusagen seine Wogen hereinwirft in unser Inneres, in all das, was wir selber während unseres physischen Erdendaseins zu empfinden und zu leiden haben, oder worüber wir uns zu freuen haben, so können wir mehrere besondere Gruppen oder Arten von Erleben ins Auge fassen.

[ 1 ] Wenn wir das Leben in Betracht ziehen, wie es sich um uns herum abspielt, wie es sozusagen seine Wogen hereinwirft in unser Inneres, in all das, was wir selber während unseres physischen Erdendaseins zu empfinden und zu leiden haben, oder worüber wir uns zu freuen haben, so können wir mehrere besondere Gruppen oder Arten von Erleben ins Auge fassen.

[ 2 ] Wir finden zunächst, wenn wir mehr auf uns selbst schauen, auf dasjenige, was in unseren Fähigkeiten, in unseren Talenten liegt, wir finden, wenn uns dieses oder jenes gelingt, daß wir uns sagen können: Nun, nachdem wir schon einmal dieser oder jener Mensch sind, ist es ganz natürlich und begreiflich, daß uns dieses oder jenes gelingen mußte. — Wir können aber auch gewisse Mißerfolge, die uns betroffen haben, vielleicht gerade das, was wir als Mißgeschick und Unglück bezeichnen müssen, weil es uns nicht gelungen ist, im ganzen Zusammenhang unseres Wesens begreiflich finden.

[ 2 ] Wir finden zunächst, wenn wir mehr auf uns selbst schauen, auf dasjenige, was in unseren Fähigkeiten, in unseren Talenten liegt, wir finden, wenn uns dieses oder jenes gelingt, daß wir uns sagen können: Nun, nachdem wir schon einmal dieser oder jener Mensch sind, ist es ganz natürlich und begreiflich, daß uns dieses oder jenes gelingen mußte. — Wir können aber auch gewisse Mißerfolge, die uns betroffen haben, vielleicht gerade das, was wir als Mißgeschick und Unglück bezeichnen müssen, weil es uns nicht gelungen ist, im ganzen Zusammenhang unseres Wesens begreiflich finden.

[ 3 ] Vielleicht gelingt es uns nicht immer in solchen Fällen, genau nachzuweisen, wie dieser oder jener Mißerfolg, dieses oder jenes, was uns nicht gelungen ist, zusammenhängt mit unserer Unfähigkeit nach dieser oder jener Richtung. Aber wenn wir uns dann im allgemeinen sagen müssen: Du warst ja in vielen Beziehungen im jetzigen Erdendasein ein leichtsinniges Subjekt, da kannst du begreifen, daß du unter Umständen verdientermaßen diesen oder jenen Mißerfolg haben mußt —, dann können wir vielleicht nicht ganz unmittelbar den Zusammenhang einsehen zwischen Mißerfolg und Unfähigkeit, aber im allgemeinen doch begreiflich finden, daß, wenn wir leichtsinnig waren, nicht alles am Schnürchen gelingen konnte.

[ 3 ] Vielleicht gelingt es uns nicht immer in solchen Fällen, genau nachzuweisen, wie dieser oder jener Mißerfolg, dieses oder jenes, was uns nicht gelungen ist, zusammenhängt mit unserer Unfähigkeit nach dieser oder jener Richtung. Aber wenn wir uns dann im allgemeinen sagen müssen: Du warst ja in vielen Beziehungen im jetzigen Erdendasein ein leichtsinniges Subjekt, da kannst du begreifen, daß du unter Umständen verdientermaßen diesen oder jenen Mißerfolg haben mußt —, dann können wir vielleicht nicht ganz unmittelbar den Zusammenhang einsehen zwischen Mißerfolg und Unfähigkeit, aber im allgemeinen doch begreiflich finden, daß, wenn wir leichtsinnig waren, nicht alles am Schnürchen gelingen konnte.

[ 4 ] Von dem, was jetzt besprochen worden ist, können Sie sich denken, daß wir gewissermaßen eine Art ursächlichen Zusammenhanges einsehen könnten zwischen dem, was geschehen mußte aus unseren Fähigkeiten und unseren Unfähigkeiten heraus. Es gibt aber viele Dinge im Leben, bei denen wir, auch wenn wir noch so genau zu Werke gehen, nicht erreichen, das, was uns gelingt oder mißlingt, ohne weiteres in Zusammenhang zu bringen mit unseren Fähigkeiten oder Unfähigkeiten, bei denen uns gewissermaßen undurchsichtig bleibt, wie wir dieses oder jenes verschuldet haben, oder wie wir es verdient haben. Kurz, wenn wir mehr unser Innenleben ins Auge fassen, werden wir unterscheiden können zwischen zwei Gruppen von Erlebnissen. Die eine Gruppe ist die, bei der wir uns bewußt sind, wie es mit den Ursachen unseres Gelingens und Mißlingens bestellt ist; bei der anderen Gruppe werden wir einen solchen Zusammenhang nicht überschauen können. Bei dieser letzteren Gruppe wird es uns mehr oder weniger als Zufall erscheinen, daß gerade dieses uns mißlungen, ein anderes uns gelungen ist. Wir wollen uns zunächst merken, daß es im Leben diese letztere Gruppe von Tatsachen und Erfahrungen hinlänglich gibt, und wollen später einmal das Augenmerk auf diese Gruppe lenken.

[ 4 ] Von dem, was jetzt besprochen worden ist, können Sie sich denken, daß wir gewissermaßen eine Art ursächlichen Zusammenhanges einsehen könnten zwischen dem, was geschehen mußte aus unseren Fähigkeiten und unseren Unfähigkeiten heraus. Es gibt aber viele Dinge im Leben, bei denen wir, auch wenn wir noch so genau zu Werke gehen, nicht erreichen, das, was uns gelingt oder mißlingt, ohne weiteres in Zusammenhang zu bringen mit unseren Fähigkeiten oder Unfähigkeiten, bei denen uns gewissermaßen undurchsichtig bleibt, wie wir dieses oder jenes verschuldet haben, oder wie wir es verdient haben. Kurz, wenn wir mehr unser Innenleben ins Auge fassen, werden wir unterscheiden können zwischen zwei Gruppen von Erlebnissen. Die eine Gruppe ist die, bei der wir uns bewußt sind, wie es mit den Ursachen unseres Gelingens und Mißlingens bestellt ist; bei der anderen Gruppe werden wir einen solchen Zusammenhang nicht überschauen können. Bei dieser letzteren Gruppe wird es uns mehr oder weniger als Zufall erscheinen, daß gerade dieses uns mißlungen, ein anderes uns gelungen ist. Wir wollen uns zunächst merken, daß es im Leben diese letztere Gruppe von Tatsachen und Erfahrungen hinlänglich gibt, und wollen später einmal das Augenmerk auf diese Gruppe lenken.

[ 5 ] Wir können dann, entgegen dem, was jetzt besprochen worden ist, unser äußeres Schicksal mehr ins Auge fassen. Da werden wir eigentlich wiederum zwei Gruppen von Tatsachen in bezug auf unser äußeres Geschick ins Auge fassen müssen. Wir können solche Fälle ins Auge fassen, bei denen wir innerlich einsehen, daß wir in bezug auf diese Ereignisse, die uns treffen — also nicht, was wir selber unternommen haben —, gewisse Dinge sozusagen selber herbeigeführt haben, schuld sind an solchen Dingen. Aber von einer anderen Gruppe werden wir sehr geneigt sein zu sagen: Wir können den Zusammenhang nicht einsehen mit dem, was wir gewollt, was wir beabsichtigt haben. Es sind diejenigen Ereignisse, bei denen man im gewöhnlichen Leben davon spricht, daß sie wie ein Zufall, der anscheinend mit nichts, was wir selber herbeigeführt haben, zusammenhängt, in unser Leben hereingebrochen sind.

[ 5 ] Wir können dann, entgegen dem, was jetzt besprochen worden ist, unser äußeres Schicksal mehr ins Auge fassen. Da werden wir eigentlich wiederum zwei Gruppen von Tatsachen in bezug auf unser äußeres Geschick ins Auge fassen müssen. Wir können solche Fälle ins Auge fassen, bei denen wir innerlich einsehen, daß wir in bezug auf diese Ereignisse, die uns treffen — also nicht, was wir selber unternommen haben —, gewisse Dinge sozusagen selber herbeigeführt haben, schuld sind an solchen Dingen. Aber von einer anderen Gruppe werden wir sehr geneigt sein zu sagen: Wir können den Zusammenhang nicht einsehen mit dem, was wir gewollt, was wir beabsichtigt haben. Es sind diejenigen Ereignisse, bei denen man im gewöhnlichen Leben davon spricht, daß sie wie ein Zufall, der anscheinend mit nichts, was wir selber herbeigeführt haben, zusammenhängt, in unser Leben hereingebrochen sind.

[ 6 ] Diese zweite Gruppe ist es, die wir jetzt ins Auge fassen wollen mit Bezug auf das innere Leben, also diejenigen Ereignisse, von denen wir nicht einsehen können, daß sie als etwas Direktes, Unmittelbares mit unseren Fähigkeiten und Unfähigkeiten zu tun haben; äußere Ereignisse also, das, was wir Zufallsereignisse nennen, von denen wir von vorneherein nicht die Einsicht gewinnen können, daß sie durch irgend etwas Vorhergehendes herbeigeführt worden sind.

[ 6 ] Diese zweite Gruppe ist es, die wir jetzt ins Auge fassen wollen mit Bezug auf das innere Leben, also diejenigen Ereignisse, von denen wir nicht einsehen können, daß sie als etwas Direktes, Unmittelbares mit unseren Fähigkeiten und Unfähigkeiten zu tun haben; äußere Ereignisse also, das, was wir Zufallsereignisse nennen, von denen wir von vorneherein nicht die Einsicht gewinnen können, daß sie durch irgend etwas Vorhergehendes herbeigeführt worden sind.

[ 7 ] Nun kann man einmal probeweise sozusagen mit diesen beiden Gruppen von Erlebnissen eine Art Experiment machen. Das Experiment verpflichtet einen ja zunächst zu nichts. Man probiere sozusagen nur einmal dasjenige, was jetzt gesagt, was jetzt charakterisiert werden soll.

[ 7 ] Nun kann man einmal probeweise sozusagen mit diesen beiden Gruppen von Erlebnissen eine Art Experiment machen. Das Experiment verpflichtet einen ja zunächst zu nichts. Man probiere sozusagen nur einmal dasjenige, was jetzt gesagt, was jetzt charakterisiert werden soll.

[ 8 ] Wir können das Experiment machen, indem wir uns vorstellen: Wie wäre es denn, wenn wir einmal eine Art von künstlichem Menschen konstruieren würden, so einen künstlichen Menschen uns ausdenken würden, daß wir von diesem künstlichen Gedankenmenschen, den wir uns ausgedacht haben, sagen würden, gerade diejenigen Dinge, von denen wir keinen Zusammenhang wissen mit unseren Fähigkeiten, die seien so, daß wir den künstlichen Menschen, den wir uns ausdenken, begaben mit den Eigenschaften und Fähigkeiten, welche diese bei uns unbegreiflichen Dinge herbeigeführt haben. Also ein Mensch, der solche Fähigkeiten hat, daß ihm das gelingen oder mißlingen muß, wovon wir uns nicht zuschreiben können, daß es uns nach unseren Fähigkeiten oder Unfähigkeiten gelinge oder mißlinge. Wir stellen ihn uns also vor als einen solchen Menschen, welcher künstlich, ganz absichtlich herbeigeführt hätte die Dinge, welche zufällig in unserem Leben eingetreten zu sein scheinen.

[ 8 ] Wir können das Experiment machen, indem wir uns vorstellen: Wie wäre es denn, wenn wir einmal eine Art von künstlichem Menschen konstruieren würden, so einen künstlichen Menschen uns ausdenken würden, daß wir von diesem künstlichen Gedankenmenschen, den wir uns ausgedacht haben, sagen würden, gerade diejenigen Dinge, von denen wir keinen Zusammenhang wissen mit unseren Fähigkeiten, die seien so, daß wir den künstlichen Menschen, den wir uns ausdenken, begaben mit den Eigenschaften und Fähigkeiten, welche diese bei uns unbegreiflichen Dinge herbeigeführt haben. Also ein Mensch, der solche Fähigkeiten hat, daß ihm das gelingen oder mißlingen muß, wovon wir uns nicht zuschreiben können, daß es uns nach unseren Fähigkeiten oder Unfähigkeiten gelinge oder mißlinge. Wir stellen ihn uns also vor als einen solchen Menschen, welcher künstlich, ganz absichtlich herbeigeführt hätte die Dinge, welche zufällig in unserem Leben eingetreten zu sein scheinen.

[ 9 ] Man kann von einfachen Beispielen ausgehen, um das zu erläutern. Nehmen wir an, ein Ziegelstein wäre auf unsere Schulter gefallen und hätte uns an der Schulter verletzt. Da werden wir zunächst geneigt sein zu sagen: Das ist ein Zufall. — Aber konstruieren wir einen künstlichen Menschen probeweise zunächst wie ein Experiment, der folgende sonderbare Sache machen würde. Wir konstruieren einen Menschen, der auf das Dach steigt und dort rasch einen Ziegelstein loslöst, aber nur so weit, daß der Stein noch einen gewissen Halt behält; dann läuft der künstliche Mensch schnell wieder hinunter, so daß, wenn der Stein sich loslöst, er gerade auf seine Schultern fällt. So machen wir es in bezug auf alle Ereignisse, von denen uns einfällt, daß sie zufällig in unserem Leben eingetreten sind. Einen künstlichen Menschen konstruieren wir, der alles verschuldet oder herbeiführt, wovon wir im gewöhnlichen Leben nicht einsehen können, wie es mit uns zusammenhängt.

[ 9 ] Man kann von einfachen Beispielen ausgehen, um das zu erläutern. Nehmen wir an, ein Ziegelstein wäre auf unsere Schulter gefallen und hätte uns an der Schulter verletzt. Da werden wir zunächst geneigt sein zu sagen: Das ist ein Zufall. — Aber konstruieren wir einen künstlichen Menschen probeweise zunächst wie ein Experiment, der folgende sonderbare Sache machen würde. Wir konstruieren einen Menschen, der auf das Dach steigt und dort rasch einen Ziegelstein loslöst, aber nur so weit, daß der Stein noch einen gewissen Halt behält; dann läuft der künstliche Mensch schnell wieder hinunter, so daß, wenn der Stein sich loslöst, er gerade auf seine Schultern fällt. So machen wir es in bezug auf alle Ereignisse, von denen uns einfällt, daß sie zufällig in unserem Leben eingetreten sind. Einen künstlichen Menschen konstruieren wir, der alles verschuldet oder herbeiführt, wovon wir im gewöhnlichen Leben nicht einsehen können, wie es mit uns zusammenhängt.

[ 10 ] Wenn man das tut, so könnte es zunächst ausschauen wie ein bloßes Gedankenspiel. Und es verpflichtet zu nichts, wenn man das tut. Aber eine Merkwürdigkeit stellt sich heraus, wenn man das tut. Wenn man einen solchen Menschen ausgedacht hat und ihn begabt hat mit den geschilderten Eigenschaften, dann macht dieser künstliche Gedankenmensch einen ganz merkwürdigen Eindruck auf uns. Wir kommen nämlich von dem Bilde eines Menschen, das wir uns da gemacht haben, obwohl es scheinbar so künstlich konstruiert ist, nicht mehr los; es fasziniert uns, es macht den Eindruck, als ob es doch irgend etwas mit uns zu tun haben müßte. Dafür sorgt schon die Empfindung, die man gegenüber dem künstlichen Gedankenmenschen hat. Wenn man sich recht sehr hineinvertieft in dieses Bild, so läßt es einen ganz sicher nicht mehr los. Ein merkwürdiger Prozeß bildet sich in unserem Gemüt; ein Prozeß, den man vergleichen kann mit folgendem: Wir kommen zu einem inneren Gemütsprozeß, den der Mensch alle Augenblicke durchmacht. Wir können irgend etwas denken, können einen Entschluß fassen; wir brauchen dazu etwas, was wir einmal gewußt haben, und wir wenden alle möglichen künstlichen Mittel an, um uns auf das zu besinnen, was wir gewußt haben. Bei diesem Anstrengen, in das Gedächtnis etwas heraufzurufen, was uns entfallen ist, machen wir natürlich einen Gemütsprozeß durch, das Uns-Besinnen, wie wir es im gewöhnlichen Leben nennen. Und alle die Gedanken, die wir zu Hilfe nehmen, um uns auf etwas zu besinnen, sind Hilfsgedanken. Versuchen Sie nur einmal, darauf zu kommen, wieviel solcher Hilfsgedanken Sie oftmals aufwenden müssen, die Sie dann wieder fallen lassen, um auf das zu kommen, was Sie wissen wollen. Solche Hilfsgedanken sind dazu da, daß sie den Weg eröffnen auf das zu Besinnende, was wir eigentlich gegenwärtig brauchen,

[ 10 ] Wenn man das tut, so könnte es zunächst ausschauen wie ein bloßes Gedankenspiel. Und es verpflichtet zu nichts, wenn man das tut. Aber eine Merkwürdigkeit stellt sich heraus, wenn man das tut. Wenn man einen solchen Menschen ausgedacht hat und ihn begabt hat mit den geschilderten Eigenschaften, dann macht dieser künstliche Gedankenmensch einen ganz merkwürdigen Eindruck auf uns. Wir kommen nämlich von dem Bilde eines Menschen, das wir uns da gemacht haben, obwohl es scheinbar so künstlich konstruiert ist, nicht mehr los; es fasziniert uns, es macht den Eindruck, als ob es doch irgend etwas mit uns zu tun haben müßte. Dafür sorgt schon die Empfindung, die man gegenüber dem künstlichen Gedankenmenschen hat. Wenn man sich recht sehr hineinvertieft in dieses Bild, so läßt es einen ganz sicher nicht mehr los. Ein merkwürdiger Prozeß bildet sich in unserem Gemüt; ein Prozeß, den man vergleichen kann mit folgendem: Wir kommen zu einem inneren Gemütsprozeß, den der Mensch alle Augenblicke durchmacht. Wir können irgend etwas denken, können einen Entschluß fassen; wir brauchen dazu etwas, was wir einmal gewußt haben, und wir wenden alle möglichen künstlichen Mittel an, um uns auf das zu besinnen, was wir gewußt haben. Bei diesem Anstrengen, in das Gedächtnis etwas heraufzurufen, was uns entfallen ist, machen wir natürlich einen Gemütsprozeß durch, das Uns-Besinnen, wie wir es im gewöhnlichen Leben nennen. Und alle die Gedanken, die wir zu Hilfe nehmen, um uns auf etwas zu besinnen, sind Hilfsgedanken. Versuchen Sie nur einmal, darauf zu kommen, wieviel solcher Hilfsgedanken Sie oftmals aufwenden müssen, die Sie dann wieder fallen lassen, um auf das zu kommen, was Sie wissen wollen. Solche Hilfsgedanken sind dazu da, daß sie den Weg eröffnen auf das zu Besinnende, was wir eigentlich gegenwärtig brauchen,

[ 11 ] Gerade so, nur wie etwas weit Uimfassenderes, ist jener Gedankenmensch, den wir geschildert haben, ein Hilfsprozeß. Er läßt uns nicht mehr los; er arbeitet in uns so, daß wir sagen, er ist etwas, was als Gedanke in uns wohnt, etwas, was da fortwirkt, was sich umwandelt in uns; was tatsächlich sich umwandelt zu der Idee, zu dem Gedanken, der nun auftritt wie etwas, was uns einfällt, wenn wir uns im gewöhnlichen Erinnerungsprozeß besinnen, der auftritt wie etwas, was uns überwältigt. Wie wenn etwas sagen würde: So kann er nicht bleiben, er ändert sich um in dir, er entfaltet Leben, er wird zu etwas anderem! Das drängt sich uns auf — machen Sie das Experiment! —, es drängt sich uns so auf, daß es uns sagt: Ja, das ist etwas, was mit einem anderen als deinem jetzigen Erdendasein einiges zu tun hat. Eine ArtBesinnung auf ein anderes Erdendasein, der Gedanke tritt ganz bestimmt auf. Es ist mehr ein Gefühl als ein Gedanke, eine Empfindung, aber eine solche, wie wenn wir das, was im Gemüt auftritt, so fühlen wie das, was wir selber einmal in einer früheren Inkarnation auf dieser Erde waren.

[ 11 ] Gerade so, nur wie etwas weit Uimfassenderes, ist jener Gedankenmensch, den wir geschildert haben, ein Hilfsprozeß. Er läßt uns nicht mehr los; er arbeitet in uns so, daß wir sagen, er ist etwas, was als Gedanke in uns wohnt, etwas, was da fortwirkt, was sich umwandelt in uns; was tatsächlich sich umwandelt zu der Idee, zu dem Gedanken, der nun auftritt wie etwas, was uns einfällt, wenn wir uns im gewöhnlichen Erinnerungsprozeß besinnen, der auftritt wie etwas, was uns überwältigt. Wie wenn etwas sagen würde: So kann er nicht bleiben, er ändert sich um in dir, er entfaltet Leben, er wird zu etwas anderem! Das drängt sich uns auf — machen Sie das Experiment! —, es drängt sich uns so auf, daß es uns sagt: Ja, das ist etwas, was mit einem anderen als deinem jetzigen Erdendasein einiges zu tun hat. Eine ArtBesinnung auf ein anderes Erdendasein, der Gedanke tritt ganz bestimmt auf. Es ist mehr ein Gefühl als ein Gedanke, eine Empfindung, aber eine solche, wie wenn wir das, was im Gemüt auftritt, so fühlen wie das, was wir selber einmal in einer früheren Inkarnation auf dieser Erde waren.

[ 12 ] Anthroposophie ist eben durchaus, wenn wir sie als etwas Ganzes betrachten, nicht bloß eine Summe von Theorien, von Mitteilungen von Tatsachen, die da bestehen, sondern sie gibt uns Vorschriften und Anweisungen, wie man dies oder jenes erreichen kann. Die Anthroposophie sagt: Du wirst mehr und mehr dahin geführt, daß du dich leichter besinnen kannst, wenn du dies oder jenes machst. — Man kann auch sagen, und das ist durchaus aus dem Gebiet der Erfahrung geschöpft: Wenn du so vorgehst, bekommst du einen Gemütseindruck, einen Gefühlseindruck von dem Menschen, der du früher warst. — Wir kommen da zu dem, was man nennen könnte: eine Erweiterung unseres Gedächtnisses. Nun ist dies, was sich uns da eröffnet, wirklich zunächst nur eine Gedankentatsache, solange wir den geschilderten Gedankenmenschen konstruieren. Aber der Gedankenmensch bleibt nicht Gedankenmensch. Er verwandelt sich in Empfindungs-, in Gemütseindrücke, und indem er dies tut, wissen wir: In dem, was wir empfinden, haben wir etwas, was zu tun hat mit unserer vorhergehenden Inkarnation. Unser Gedächtnis erweitert sich auf unsere frühere Inkarnation.

[ 12 ] Anthroposophie ist eben durchaus, wenn wir sie als etwas Ganzes betrachten, nicht bloß eine Summe von Theorien, von Mitteilungen von Tatsachen, die da bestehen, sondern sie gibt uns Vorschriften und Anweisungen, wie man dies oder jenes erreichen kann. Die Anthroposophie sagt: Du wirst mehr und mehr dahin geführt, daß du dich leichter besinnen kannst, wenn du dies oder jenes machst. — Man kann auch sagen, und das ist durchaus aus dem Gebiet der Erfahrung geschöpft: Wenn du so vorgehst, bekommst du einen Gemütseindruck, einen Gefühlseindruck von dem Menschen, der du früher warst. — Wir kommen da zu dem, was man nennen könnte: eine Erweiterung unseres Gedächtnisses. Nun ist dies, was sich uns da eröffnet, wirklich zunächst nur eine Gedankentatsache, solange wir den geschilderten Gedankenmenschen konstruieren. Aber der Gedankenmensch bleibt nicht Gedankenmensch. Er verwandelt sich in Empfindungs-, in Gemütseindrücke, und indem er dies tut, wissen wir: In dem, was wir empfinden, haben wir etwas, was zu tun hat mit unserer vorhergehenden Inkarnation. Unser Gedächtnis erweitert sich auf unsere frühere Inkarnation.

[ 13 ] In dieser Inkarnation erinnern wir uns an die Dinge, bei denen wir mit unseren Gedanken zugegen sind. Sie alle wissen, daß man sich verhältnismäßig leicht erinnert an die Dinge, in welche unsere Gedanken hereingespielt haben. Im gewöhnlichen Leben bleibt aber nicht so leicht lebendig dasjenige, was in unser Gefühl hereingespielt hat. Wenn Sie versuchen, zurückzudenken an das, was Ihnen großen Schmerz gemacht hat vor zehn, zwanzig Jahren, so werden Sie sich leicht an die Vorstellung erinnern; Sie werden sich an das, was sich da abgespielt hat, in Ihren Vorstellungen zurückversetzen; aber zu einer lebendigen Empfindung des damals empfundenen Schmerzes können Sie nicht gelangen. Der Schmerz verblaßt, die Erinnerung an ihn ergießt sich in unsere Vorstellung. Was jetzt geschildert worden ist, ist ein Gemütsgedächtnis, ein Gefühlsgedächtnis. Und in der Tat, als solches fühlen wir unsere frühere Inkarnation. In der Tat tritt das auf, was wir nennen können: eine Erinnerung an frühere Inkarnationen. Es kann ja nicht so ohne weiteres angesehen werden wie das, was in die gegenwärtige Inkarnation hereinspielt, was Träger der Erinnerung ist an frühere Inkarnationen. Bedenken Sie nur einmal, wie innig verwachsen unsere Vorstellungen mit dem Ausdruck der Vorstellungen sind, mit unserer Sprache. Die Sprache ist die verkörperte Vorstellungswelt. Und die Sprache muß ein jeder Mensch in den einzelnen Leben wieder lernen. Der größte Sprachforscher oder Sprachkenner muß als Kind mit Mühe seine Muttersprache erlernen. Es ist noch nicht der Fall vorgekommen, daß ein Gymnasiast das Griechische deshalb leicht lernte, weil er sich rasch erinnert hätte an das Griechisch, das er in früheren Inkarnationen gesprochen hat!

[ 13 ] In dieser Inkarnation erinnern wir uns an die Dinge, bei denen wir mit unseren Gedanken zugegen sind. Sie alle wissen, daß man sich verhältnismäßig leicht erinnert an die Dinge, in welche unsere Gedanken hereingespielt haben. Im gewöhnlichen Leben bleibt aber nicht so leicht lebendig dasjenige, was in unser Gefühl hereingespielt hat. Wenn Sie versuchen, zurückzudenken an das, was Ihnen großen Schmerz gemacht hat vor zehn, zwanzig Jahren, so werden Sie sich leicht an die Vorstellung erinnern; Sie werden sich an das, was sich da abgespielt hat, in Ihren Vorstellungen zurückversetzen; aber zu einer lebendigen Empfindung des damals empfundenen Schmerzes können Sie nicht gelangen. Der Schmerz verblaßt, die Erinnerung an ihn ergießt sich in unsere Vorstellung. Was jetzt geschildert worden ist, ist ein Gemütsgedächtnis, ein Gefühlsgedächtnis. Und in der Tat, als solches fühlen wir unsere frühere Inkarnation. In der Tat tritt das auf, was wir nennen können: eine Erinnerung an frühere Inkarnationen. Es kann ja nicht so ohne weiteres angesehen werden wie das, was in die gegenwärtige Inkarnation hereinspielt, was Träger der Erinnerung ist an frühere Inkarnationen. Bedenken Sie nur einmal, wie innig verwachsen unsere Vorstellungen mit dem Ausdruck der Vorstellungen sind, mit unserer Sprache. Die Sprache ist die verkörperte Vorstellungswelt. Und die Sprache muß ein jeder Mensch in den einzelnen Leben wieder lernen. Der größte Sprachforscher oder Sprachkenner muß als Kind mit Mühe seine Muttersprache erlernen. Es ist noch nicht der Fall vorgekommen, daß ein Gymnasiast das Griechische deshalb leicht lernte, weil er sich rasch erinnert hätte an das Griechisch, das er in früheren Inkarnationen gesprochen hat!

[ 14 ] Der Dichter Hebbel hat mit einigen Gedanken den Plan eines Dramas aufgezeichnet, das er schreiben wollte. Schade, daß er es nicht getan hat, es wäre ein sehr interessantes Drama geworden. Die Handlung war so gedacht, daß der wiederverkörperte Plato als Gymnasiast bei der Erklärung des alten Plato die allerschlechteste Zensur bekäme! Leider ist der Plan Hebbels nicht zur Ausführung gekommen. Wir brauchen nicht bloß daran zu denken, daß die Lehrer zum Teil pedantisch sind und so weiter. Wir wissen, daß das, was Hebbel aufzeichnete, darauf beruht, daß das Vorstellungsmäßige, was sich in den unmittelbaren Erfahrungsvorstellungen abspielt, mehr oder weniger unmittelbar beschränkt ist auf die gegenwärtige Inkarnation. Und es ist so, wie jetzt angedeutet worden ist, daß die erste Impression, der erste Eindruck von der vorhergehenden Inkarnation unmittelbar auftritt als Gefühlsgedächtnis, als eine neue Art von Gedächtnis. Was wir als Eindruck haben, wenn dieses Gedächtnis von dem Gedankenmenschen her entsteht, den wir konstruiert haben, ist mehr ein Gefühl, aber ein solches Gefühl, daß man versteht: Der Eindruck rührt von einem Kerl her, der einmal existiert hat und der du selber warst! — Man bekommt etwas wie ein Erinnerungsgefühl als ersten Eindruck an die vorhergehende Inkarnation.

[ 14 ] Der Dichter Hebbel hat mit einigen Gedanken den Plan eines Dramas aufgezeichnet, das er schreiben wollte. Schade, daß er es nicht getan hat, es wäre ein sehr interessantes Drama geworden. Die Handlung war so gedacht, daß der wiederverkörperte Plato als Gymnasiast bei der Erklärung des alten Plato die allerschlechteste Zensur bekäme! Leider ist der Plan Hebbels nicht zur Ausführung gekommen. Wir brauchen nicht bloß daran zu denken, daß die Lehrer zum Teil pedantisch sind und so weiter. Wir wissen, daß das, was Hebbel aufzeichnete, darauf beruht, daß das Vorstellungsmäßige, was sich in den unmittelbaren Erfahrungsvorstellungen abspielt, mehr oder weniger unmittelbar beschränkt ist auf die gegenwärtige Inkarnation. Und es ist so, wie jetzt angedeutet worden ist, daß die erste Impression, der erste Eindruck von der vorhergehenden Inkarnation unmittelbar auftritt als Gefühlsgedächtnis, als eine neue Art von Gedächtnis. Was wir als Eindruck haben, wenn dieses Gedächtnis von dem Gedankenmenschen her entsteht, den wir konstruiert haben, ist mehr ein Gefühl, aber ein solches Gefühl, daß man versteht: Der Eindruck rührt von einem Kerl her, der einmal existiert hat und der du selber warst! — Man bekommt etwas wie ein Erinnerungsgefühl als ersten Eindruck an die vorhergehende Inkarnation.

[ 15 ] Was da geschildert worden ist als Konstruktion eines Gedankenmenschen, das ist nur ein Mittel. Dieses Mittel wandelt sich um in einen solchen Gemüts- oder Gefühlseindruck. Jeder Mensch, der an die Anthroposophie herantritt, hat eigentlich mehr oder weniger Gelegenheit, leicht dasjenige auszuführen, was jetzt geschildert worden ist. Und wenn er dieses ausführt, wird er schon sehen, daß er wirklich in seinem Inneren einen Eindruck erhält, sagen wir — um ein anderes Beispiel zu gebrauchen — einen Eindruck, den er so schildern könnte: Ich habe einmal eine Landschaft gesehen, ich habe vergessen, wie sie aussieht, sie hat mir aber gefallen! — Nun wird, wenn es in diesem Leben war, die Landschaft keinen sehr lebendigen Gefühlseindruck mehr machen; aber wenn der Eindruck aus einer vorhergehenden Inkarnation stammte, so wird er einen besonders lebendigen Gefühlseindruck machen. Wir können uns so einen besonders lebendigen Eindruck als Gefühlseindruck von unserer früheren Inkarnation machen. Und wenn wir dann objektiv die geschilderten Eindrücke beobachten, werden wir zuweilen etwas wie ein bitteres oder ein bittersüßes oder ein saures Gefühl haben aus dem, was sich ergibt als Umwandlung des Gedankenmenschen. Dieses sauersüße oder sonstige Gefühl ist der Eindruck, den unsere frühere Inkarnation auf uns macht; es ist eine Art von Gefühls- oder Gemütseindruck.

[ 15 ] Was da geschildert worden ist als Konstruktion eines Gedankenmenschen, das ist nur ein Mittel. Dieses Mittel wandelt sich um in einen solchen Gemüts- oder Gefühlseindruck. Jeder Mensch, der an die Anthroposophie herantritt, hat eigentlich mehr oder weniger Gelegenheit, leicht dasjenige auszuführen, was jetzt geschildert worden ist. Und wenn er dieses ausführt, wird er schon sehen, daß er wirklich in seinem Inneren einen Eindruck erhält, sagen wir — um ein anderes Beispiel zu gebrauchen — einen Eindruck, den er so schildern könnte: Ich habe einmal eine Landschaft gesehen, ich habe vergessen, wie sie aussieht, sie hat mir aber gefallen! — Nun wird, wenn es in diesem Leben war, die Landschaft keinen sehr lebendigen Gefühlseindruck mehr machen; aber wenn der Eindruck aus einer vorhergehenden Inkarnation stammte, so wird er einen besonders lebendigen Gefühlseindruck machen. Wir können uns so einen besonders lebendigen Eindruck als Gefühlseindruck von unserer früheren Inkarnation machen. Und wenn wir dann objektiv die geschilderten Eindrücke beobachten, werden wir zuweilen etwas wie ein bitteres oder ein bittersüßes oder ein saures Gefühl haben aus dem, was sich ergibt als Umwandlung des Gedankenmenschen. Dieses sauersüße oder sonstige Gefühl ist der Eindruck, den unsere frühere Inkarnation auf uns macht; es ist eine Art von Gefühls- oder Gemütseindruck.

[ 16 ] Damit wurde versucht, Sie aufmerksam zu machen auf etwas, was dazu führen kann, bei jedem Menschen eine Art unmittelbarer Gewißheit hervorzurufen, daß er in früheren Leben existiert hat; Gewißheit dadurch, daß er sich ein Gefühl verschafft, daß er Gemüts- oder Gefühlseindrücke hat, von denen er weiß: Das hast du gewiß nicht in diesem Leben irgendwo erworben. — Ein solcher Eindruck tritt aber so auf, wie für das gewöhnliche Leben eine Erinnerungsvorstellung auftritt. Nun kann man fragen: Wie kann man wissen, daß der Eindruck, den man hat, eine Erinnerung ist? — Sehen Sie, da kann man nur sagen, beweisen läßt sich so etwas nicht. Aber es liegt derselbe Tatbestand vor, der auch sonst im Leben vorliegt, wenn wir uns an etwas erinnern und bei gesunden Sinnen sind. Da können wir wissen, daß das, was in uns auftritt in Gedanken, sich wirklich bezieht auf etwas, was wir erlebt haben. Die Erfahrung selber gibt die Gewißheit. Was wir uns in der angegebenen Art vorstellen, gibt uns die Gewißheit davon, daß der Eindruck, der im Gemüt auftaucht, sich nicht auf etwas bezieht, was mit uns zu tun hatte im gegenwärtigen Leben, sondern auf etwas, was mit uns zu tun hatte im vorhergehenden Leben.

[ 16 ] Damit wurde versucht, Sie aufmerksam zu machen auf etwas, was dazu führen kann, bei jedem Menschen eine Art unmittelbarer Gewißheit hervorzurufen, daß er in früheren Leben existiert hat; Gewißheit dadurch, daß er sich ein Gefühl verschafft, daß er Gemüts- oder Gefühlseindrücke hat, von denen er weiß: Das hast du gewiß nicht in diesem Leben irgendwo erworben. — Ein solcher Eindruck tritt aber so auf, wie für das gewöhnliche Leben eine Erinnerungsvorstellung auftritt. Nun kann man fragen: Wie kann man wissen, daß der Eindruck, den man hat, eine Erinnerung ist? — Sehen Sie, da kann man nur sagen, beweisen läßt sich so etwas nicht. Aber es liegt derselbe Tatbestand vor, der auch sonst im Leben vorliegt, wenn wir uns an etwas erinnern und bei gesunden Sinnen sind. Da können wir wissen, daß das, was in uns auftritt in Gedanken, sich wirklich bezieht auf etwas, was wir erlebt haben. Die Erfahrung selber gibt die Gewißheit. Was wir uns in der angegebenen Art vorstellen, gibt uns die Gewißheit davon, daß der Eindruck, der im Gemüt auftaucht, sich nicht auf etwas bezieht, was mit uns zu tun hatte im gegenwärtigen Leben, sondern auf etwas, was mit uns zu tun hatte im vorhergehenden Leben.

[ 17 ] Da haben wir auf künstliche Weise in uns hervorgerufen etwas, was uns mit unserem vorhergehenden Leben in Zusammenhang bringt. Wir können noch mancherlei andere Arten von innerlichen probeweisen Erfahrungen und Erlebnissen hernehmen und können dadurch wieder weitergehen und in uns wachrufen so etwas wie Empfindungen von früheren Leben. Da können wir wiederum in anderer Hinsicht die Erlebnisse dessen, was wir im Leben durchmachen, teilen; wir können sie in anderer Weise in Gruppen teilen. Wir können auf der einen Seite in eine Gruppe fassen, was wir an Leiden, an Schmerzen, an Hemmnissen im Leben durchgemacht haben; auf der anderen Seite, was uns bewußt geworden ist als Förderungen, als Freude, Lust und so weiter.

[ 17 ] Da haben wir auf künstliche Weise in uns hervorgerufen etwas, was uns mit unserem vorhergehenden Leben in Zusammenhang bringt. Wir können noch mancherlei andere Arten von innerlichen probeweisen Erfahrungen und Erlebnissen hernehmen und können dadurch wieder weitergehen und in uns wachrufen so etwas wie Empfindungen von früheren Leben. Da können wir wiederum in anderer Hinsicht die Erlebnisse dessen, was wir im Leben durchmachen, teilen; wir können sie in anderer Weise in Gruppen teilen. Wir können auf der einen Seite in eine Gruppe fassen, was wir an Leiden, an Schmerzen, an Hemmnissen im Leben durchgemacht haben; auf der anderen Seite, was uns bewußt geworden ist als Förderungen, als Freude, Lust und so weiter.

[ 18 ] Nun können wir wiederum probeweise uns auf folgenden Standpunkt stellen. Wir können einmal sagen: Ja, wir haben diese Schmerzen, diese Leiden erfahren. So wie wir in dieser Inkarnation einmal sind, wie das normale Leben nun einmal abläuft, sind uns unsere Schmerzen, unsere Leiden etwas Fatales, etwas, was wir in gewisser Beziehung gern von uns hinwegstoßen würden. Tun wir dies einmal probeweise nicht. Nehmen wir probeweise an, wir würden aus einem gewissen Grunde diese Schmerzen, diese Leiden und Hemmnisse selber herbeigeführt haben, denn durch diese früheren Leben, wenn sie wirklich da sind, sind wir in gewisser Weise durch das, was wir getan haben, unvollkommener geworden. Wir werden ja durch die Inkarnationenfolge nicht nur vollkommener, sondern wir werden in einer gewissen Weise auch unvollkommener. Oder sind wir etwa nicht unvollkommener, als wir vorher waren, wenn wir einem Menschen eine Beleidigung, ein Ungemach zugefügt haben? Nicht nur diesem Menschen haben wir etwas zugefügt, wir haben uns selber etwas genommen; wir wären als Gesamtpersönlichkeit mehr wert, wenn wir das nicht getan hätten. Solche Dinge haben wir viele auf unser Kerbholz geschrieben, die wir getan haben, und die, weil wir sie getan haben, unsere Unvollkommenheit begründen. Wenn wir einem Menschen ein Ungemach zugefügt haben und den Wert, den wir vorher gehabt haben, wieder haben wollen, was muß da geschehen? Wir müssen das Ungemach ausgleichen, wir müssen eine ausgleichende Tat in die Welt setzen, müssen irgend etwas erfinden, was sozusagen uns zwingt, etwas zu überwinden. Und wenn wir in dieser Richtung nachdenken über unsere Leiden und Schmerzen, so können wir vielfach sagen: Unsere Leiden, unsere Schmerzen sind geeignet, wenn wir sie überwinden, uns Kraft anzueignen in der Überwindung unserer Unvollkommenheiten. Vollkommener können wir werden durch die Leiden. — Im normalen Menschenleben denken wir ja nicht so; da verhalten wir uns ablehnend gegen die Leiden. Wir können aber sagen: Jeder Schmerz, jedes Leid, jedes Hemmnis im Leben soll eine Andeutung dafür sein, daß wir einen gescheiteren Menschen in uns haben, als wir selber sind. Den Menschen, der wir selber sind, betrachten wir für eine Weile, trotzdem er derjenige ist, der unser Bewußtsein umfaßt, als den weniger gescheiten; aber einen gescheiteren haben wir, der in den Untergründen unserer Seele schlummert. Wir, mit unserem gewöhnlichen Bewußtsein, verhalten uns gegen Schmerzen und Leiden ablehnend, aber der Gescheitere führt uns gegen unser Bewußtsein zu diesen Schmerzen hin, weil wir durch Überwindung dieser Schmerzen etwas abstreifen können. Er führt uns hin zu dem Schmerz und Leid, er weist uns an, das durchzumachen. — Mag sein, daß es zunächst ein harter Gedanke ist, aber er verpflichtet uns ja zu nichts, wir können ihn janureinmal probeweisemachen. Wir können sagen: Dadrinnen in uns ist ein gescheiterer Mensch, der uns zu Leiden und Schmerzen hinführt, zu etwas, was wir im Bewußtsein am liebsten vermeiden möchten. Davon denken wir, daß es der Gescheitere in uns ist. Auf diese Weise kommen wir zu dem für manchen störenden inneren Ergebnis, daß der Gescheitere uns immer zu dem uns Unsympathischen hinführt!

[ 18 ] Nun können wir wiederum probeweise uns auf folgenden Standpunkt stellen. Wir können einmal sagen: Ja, wir haben diese Schmerzen, diese Leiden erfahren. So wie wir in dieser Inkarnation einmal sind, wie das normale Leben nun einmal abläuft, sind uns unsere Schmerzen, unsere Leiden etwas Fatales, etwas, was wir in gewisser Beziehung gern von uns hinwegstoßen würden. Tun wir dies einmal probeweise nicht. Nehmen wir probeweise an, wir würden aus einem gewissen Grunde diese Schmerzen, diese Leiden und Hemmnisse selber herbeigeführt haben, denn durch diese früheren Leben, wenn sie wirklich da sind, sind wir in gewisser Weise durch das, was wir getan haben, unvollkommener geworden. Wir werden ja durch die Inkarnationenfolge nicht nur vollkommener, sondern wir werden in einer gewissen Weise auch unvollkommener. Oder sind wir etwa nicht unvollkommener, als wir vorher waren, wenn wir einem Menschen eine Beleidigung, ein Ungemach zugefügt haben? Nicht nur diesem Menschen haben wir etwas zugefügt, wir haben uns selber etwas genommen; wir wären als Gesamtpersönlichkeit mehr wert, wenn wir das nicht getan hätten. Solche Dinge haben wir viele auf unser Kerbholz geschrieben, die wir getan haben, und die, weil wir sie getan haben, unsere Unvollkommenheit begründen. Wenn wir einem Menschen ein Ungemach zugefügt haben und den Wert, den wir vorher gehabt haben, wieder haben wollen, was muß da geschehen? Wir müssen das Ungemach ausgleichen, wir müssen eine ausgleichende Tat in die Welt setzen, müssen irgend etwas erfinden, was sozusagen uns zwingt, etwas zu überwinden. Und wenn wir in dieser Richtung nachdenken über unsere Leiden und Schmerzen, so können wir vielfach sagen: Unsere Leiden, unsere Schmerzen sind geeignet, wenn wir sie überwinden, uns Kraft anzueignen in der Überwindung unserer Unvollkommenheiten. Vollkommener können wir werden durch die Leiden. — Im normalen Menschenleben denken wir ja nicht so; da verhalten wir uns ablehnend gegen die Leiden. Wir können aber sagen: Jeder Schmerz, jedes Leid, jedes Hemmnis im Leben soll eine Andeutung dafür sein, daß wir einen gescheiteren Menschen in uns haben, als wir selber sind. Den Menschen, der wir selber sind, betrachten wir für eine Weile, trotzdem er derjenige ist, der unser Bewußtsein umfaßt, als den weniger gescheiten; aber einen gescheiteren haben wir, der in den Untergründen unserer Seele schlummert. Wir, mit unserem gewöhnlichen Bewußtsein, verhalten uns gegen Schmerzen und Leiden ablehnend, aber der Gescheitere führt uns gegen unser Bewußtsein zu diesen Schmerzen hin, weil wir durch Überwindung dieser Schmerzen etwas abstreifen können. Er führt uns hin zu dem Schmerz und Leid, er weist uns an, das durchzumachen. — Mag sein, daß es zunächst ein harter Gedanke ist, aber er verpflichtet uns ja zu nichts, wir können ihn janureinmal probeweisemachen. Wir können sagen: Dadrinnen in uns ist ein gescheiterer Mensch, der uns zu Leiden und Schmerzen hinführt, zu etwas, was wir im Bewußtsein am liebsten vermeiden möchten. Davon denken wir, daß es der Gescheitere in uns ist. Auf diese Weise kommen wir zu dem für manchen störenden inneren Ergebnis, daß der Gescheitere uns immer zu dem uns Unsympathischen hinführt!

[ 19 ] Wir wollen also einmal annehmen, es sei solch ein Gescheiterer in uns, der uns zu dem uns Unsympathischen hinführt, damit wir vorwärtskommen.

[ 19 ] Wir wollen also einmal annehmen, es sei solch ein Gescheiterer in uns, der uns zu dem uns Unsympathischen hinführt, damit wir vorwärtskommen.

[ 20 ] Wir machen aber noch etwas anderes. Nehmen wir unsere Freuden, unsere Förderungen, unsere Lust und sagen wir von diesen wiederum probeweise: Wie wäre es, wenn du dir die Vorstellung bildetest, gleichgültig, wie es in Wahrheit sich verhält: Du hast deine Lust, deine Freude, deine Förderungen gar nicht verdient, sie sind dir durch Gnade der höheren geistigen Mächte zugekommen. — Es braucht dies nicht für alles der Fall zu sein, aber probeweise wollen wir annehmen, wir hätten alle Schmerzen und Leiden so herbeigeführt, daß der Gescheitere in uns zu ihnen uns hingeführt hätte, weil wir anerkennen, daß wir sie infolge unserer Unvollkommenheiten notwendig haben und doch nur durch Schmerzen und Leiden hinauskommen können über unsere Unvollkommenheiten. Und dann wollen wir probeweise das Gegenteilige annehmen: wir schreiben uns unsere Freuden so zu, als ob sie nicht unser Verdienst wären, sondern als ob sie uns von geistigen Mächten gegeben worden wären.

[ 20 ] Wir machen aber noch etwas anderes. Nehmen wir unsere Freuden, unsere Förderungen, unsere Lust und sagen wir von diesen wiederum probeweise: Wie wäre es, wenn du dir die Vorstellung bildetest, gleichgültig, wie es in Wahrheit sich verhält: Du hast deine Lust, deine Freude, deine Förderungen gar nicht verdient, sie sind dir durch Gnade der höheren geistigen Mächte zugekommen. — Es braucht dies nicht für alles der Fall zu sein, aber probeweise wollen wir annehmen, wir hätten alle Schmerzen und Leiden so herbeigeführt, daß der Gescheitere in uns zu ihnen uns hingeführt hätte, weil wir anerkennen, daß wir sie infolge unserer Unvollkommenheiten notwendig haben und doch nur durch Schmerzen und Leiden hinauskommen können über unsere Unvollkommenheiten. Und dann wollen wir probeweise das Gegenteilige annehmen: wir schreiben uns unsere Freuden so zu, als ob sie nicht unser Verdienst wären, sondern als ob sie uns von geistigen Mächten gegeben worden wären.

[ 21 ] Es mag wiederum für manchen eitlen Menschen eine bittere Pille sein, so zu denken. Aber probeweise das durchzumachen, ist durchaus etwas, das, wenn der Mensch in seinem Gemüt ganz intensiv solcher Vorstellung fähig ist, zu der Grundempfindung führt, weil es sich wiederum verwandelt und insofern es unrichtig ist, sich von selber rektifiziert: In dir lebt etwas, was nichts zu tun hat mit dem gewöhnlichen Bewußtsein, was tatsächlich tiefer ist, als was du in diesem Leben bewußt erfahren hast; es ist also etwas in dir, was ein gescheiterer Mensch in dir ist, der sich gern an die ewigen göttlich-geistigen Mächte wendet, die die Welt durchleben. — Da wird dann im inneren Leben selber zur Gewißheit, daß hinter der äußeren eine innere, höhere Individualität liegt. Wir werden uns des ewigen geistigen Wesenskernes durch solche Gedankenübungen bewußt. Das ist außerordentlich bedeutsam. Damit haben wir wiederum etwas, von dem wir sagen können, wir können es ausführen.

[ 21 ] Es mag wiederum für manchen eitlen Menschen eine bittere Pille sein, so zu denken. Aber probeweise das durchzumachen, ist durchaus etwas, das, wenn der Mensch in seinem Gemüt ganz intensiv solcher Vorstellung fähig ist, zu der Grundempfindung führt, weil es sich wiederum verwandelt und insofern es unrichtig ist, sich von selber rektifiziert: In dir lebt etwas, was nichts zu tun hat mit dem gewöhnlichen Bewußtsein, was tatsächlich tiefer ist, als was du in diesem Leben bewußt erfahren hast; es ist also etwas in dir, was ein gescheiterer Mensch in dir ist, der sich gern an die ewigen göttlich-geistigen Mächte wendet, die die Welt durchleben. — Da wird dann im inneren Leben selber zur Gewißheit, daß hinter der äußeren eine innere, höhere Individualität liegt. Wir werden uns des ewigen geistigen Wesenskernes durch solche Gedankenübungen bewußt. Das ist außerordentlich bedeutsam. Damit haben wir wiederum etwas, von dem wir sagen können, wir können es ausführen.

[ 22 ] Anthroposophie kann eben in jeder Beziehung eine Anweisung sein, um nicht nur irgend etwas zu wissen über das Dasein einer anderen Welt, sondern um in sich selber sich als einen Angehörigen einer anderen Welt zu fühlen, um sich als eine solche Individualität zu fühlen, die durch die aufeinanderfolgenden Inkarnationen hindurchgeht.

[ 22 ] Anthroposophie kann eben in jeder Beziehung eine Anweisung sein, um nicht nur irgend etwas zu wissen über das Dasein einer anderen Welt, sondern um in sich selber sich als einen Angehörigen einer anderen Welt zu fühlen, um sich als eine solche Individualität zu fühlen, die durch die aufeinanderfolgenden Inkarnationen hindurchgeht.

[ 23 ] Es gibt noch eine dritte Art von Erlebnissen. Bei dieser dritten Art wird es allerdings schon schwieriger sein, sie sozusagen zu benützen, um wirklich zu einer Art von innerer Erfahrung von Karma und Reinkarnation zu kommen. Aber wenn es auch schwierig und langwierig ist, das, was jetzt gesagt werden soll, es kann wiederum so benützt werden, daß es probeweise genommen wird. Und im redlichen Anwenden auf das äußere Leben wird sich schon herausstellen — zunächst die Wahrscheinlichkeit, wenn man es glauben kann, dann aber die immer grössere Gewißheit —, daß wirklich in dieser Weise unser gegenwärtiges Leben mit dem vorhergehenden zusammenhängt.

[ 23 ] Es gibt noch eine dritte Art von Erlebnissen. Bei dieser dritten Art wird es allerdings schon schwieriger sein, sie sozusagen zu benützen, um wirklich zu einer Art von innerer Erfahrung von Karma und Reinkarnation zu kommen. Aber wenn es auch schwierig und langwierig ist, das, was jetzt gesagt werden soll, es kann wiederum so benützt werden, daß es probeweise genommen wird. Und im redlichen Anwenden auf das äußere Leben wird sich schon herausstellen — zunächst die Wahrscheinlichkeit, wenn man es glauben kann, dann aber die immer grössere Gewißheit —, daß wirklich in dieser Weise unser gegenwärtiges Leben mit dem vorhergehenden zusammenhängt.

[ 24 ] Wir wollen einmal annehmen, wir durchleben unser gegenwärtiges Leben zwischen Geburt und Tod, und wir machen uns einmal klar, wenn wir, sagen wir, schon so weit sind, daß wir die Dreißigerjahre erreicht oder überschritten haben — wir werden schon sehen, daß auch für diejenigen, die jetzt noch nicht so weit sind, es später entsprechende Erlebnisse geben wird —, wir besinnen uns darauf, wie wir gerade um die Dreißigerjahre mit diesen oder jenen Menschen in der Außenwelt zusammengeführt worden sind; wir sind in den Dreißigerjahren bis zum vierzigsten Jahr in den verschiedenen Lebensverbindungen zusammengeführt worden mit Menschen der äußeren Welt. Da stellt sich für uns heraus, daß uns die Verbindungen, die wir da geschlossen haben, so erscheinen, als ob wir sie, man möchte sagen, in unserem lebensreifsten Zustande gemacht hätten, so daß wir wirklich ganz als reife Menschen am allermeisten dabei waren. Das kann sich uns durch Überlegung ergeben. Eine Überlegung, die aber aus den Grundsätzen, den Erkenntnissen der Geisteswissenschaft heraus gewonnen worden ist, kann uns doch darauf führen, daß das richtig ist, was jetzt von mir nicht bloß aus solcher Erwägung heraus gesprochen, sondern aus der geisteswissenschaftlichen Forschung heraus mitgeteilt wird. Also, was ich jetzt sage, ist nicht bloß aus Gedanken logisch gefunden, sondern durch die geisteswissenschaftliche Forschung festgestellt worden, aber logisches Denken kann die Tatsache erhärten und vernünftig finden. Wenn man so nachdenkt über mancherlei, was wir gelernt haben zum Beispiel über die Art, wie die verschiedenen einzelnen menschlichen Glieder herauskommen im Verlaufe des Lebens — wir wissen, daß im siebenten Jahre der Ätherleib, im vierzehnten Jahre der Astralleib, im einundzwanzigsten Jahre die Empfindungsseele, im achtundzwanzigsten Jahre die Verstandes- und im fünfunddreißigsten Jahre die Bewußtseinsseele herauskommt —, wenn wir dieses überdenken, dann können wir sagen: In der Zeit vom dreißigsten bis zum vierzigsten Jahre haben wir es zu tun mit der Ausbildung der Verstandes- und der Bewußtseinsseele.

[ 24 ] Wir wollen einmal annehmen, wir durchleben unser gegenwärtiges Leben zwischen Geburt und Tod, und wir machen uns einmal klar, wenn wir, sagen wir, schon so weit sind, daß wir die Dreißigerjahre erreicht oder überschritten haben — wir werden schon sehen, daß auch für diejenigen, die jetzt noch nicht so weit sind, es später entsprechende Erlebnisse geben wird —, wir besinnen uns darauf, wie wir gerade um die Dreißigerjahre mit diesen oder jenen Menschen in der Außenwelt zusammengeführt worden sind; wir sind in den Dreißigerjahren bis zum vierzigsten Jahr in den verschiedenen Lebensverbindungen zusammengeführt worden mit Menschen der äußeren Welt. Da stellt sich für uns heraus, daß uns die Verbindungen, die wir da geschlossen haben, so erscheinen, als ob wir sie, man möchte sagen, in unserem lebensreifsten Zustande gemacht hätten, so daß wir wirklich ganz als reife Menschen am allermeisten dabei waren. Das kann sich uns durch Überlegung ergeben. Eine Überlegung, die aber aus den Grundsätzen, den Erkenntnissen der Geisteswissenschaft heraus gewonnen worden ist, kann uns doch darauf führen, daß das richtig ist, was jetzt von mir nicht bloß aus solcher Erwägung heraus gesprochen, sondern aus der geisteswissenschaftlichen Forschung heraus mitgeteilt wird. Also, was ich jetzt sage, ist nicht bloß aus Gedanken logisch gefunden, sondern durch die geisteswissenschaftliche Forschung festgestellt worden, aber logisches Denken kann die Tatsache erhärten und vernünftig finden. Wenn man so nachdenkt über mancherlei, was wir gelernt haben zum Beispiel über die Art, wie die verschiedenen einzelnen menschlichen Glieder herauskommen im Verlaufe des Lebens — wir wissen, daß im siebenten Jahre der Ätherleib, im vierzehnten Jahre der Astralleib, im einundzwanzigsten Jahre die Empfindungsseele, im achtundzwanzigsten Jahre die Verstandes- und im fünfunddreißigsten Jahre die Bewußtseinsseele herauskommt —, wenn wir dieses überdenken, dann können wir sagen: In der Zeit vom dreißigsten bis zum vierzigsten Jahre haben wir es zu tun mit der Ausbildung der Verstandes- und der Bewußtseinsseele.

[ 25 ] Die Verstandes- und die Bewußtseinsseele, sie sind diejenigen Kräfte in der menschlichen Natur, welche uns am allermeisten zusammenführen mit der äußeren physischen Welt, denn sie sind dazu da, daß sie gerade in demjenigen Lebensalter besonders herauskommen, in dem wir am allermeisten im Wechselverkehr mit der äußeren physischen Welt stehen. Im ersten Kindheitsalter werden die Kräfte unseres physischen Leibes herausdirigiert, herausbestimmt, verursacht aus dem, was noch im Inneren unmittelbar verschlossen ist. Was der Mensch sich als Ursachen angeeignet hat in vorhergehenden Inkarnationen, was durchgegangen ist mit uns durch die Pforte des Todes, was wir an geistigen Kräften gesammelt haben, was wir aus dem früheren Leben mitbringen, das wirkt und webt am Aufbau unseres physischen Leibes. Es wirkt fortwährend unsichtbar vom Inneren heraus in den Leib hinein. Mit dem fortschreitenden Lebensalter wird diese Einwirkung immer geringer; immer mehr rückt die Lebenszeit heran, da die alten Kräfte den Leib so hergestellt haben. Und dann kommt die Zeit, wo wir der Welt mit einem fertigen Organismus gegenüberstehen. Was wir im Inneren tragen, hat seine Ausprägung erfahren in unserem äußeren Leibe. Wir treten um das dreißigste Jahr herum — es kann auch etwas früher oder etwas später sein — der Welt am allerphysischsten entgegen, wir stehen da mit der Welt so in Beziehung, daß wir am allerverwandtesten sind mit dem physischen Plan. Wenn wir nun da glauben, am allermeisten Klarheit, äußere physische Klarheit zu haben über die Lebensverhältnisse, die wir da anknüpfen, so müssen wir sagen: diese Lebensverhältnisse, die wir da anknüpfen, sind diejenigen, die für diese Inkarnation eigentlich am wenigsten zusammenhängen mit dem, was im Innersten in uns wirkt und webt von unserer Geburt aus. Dennoch können wir annehmen, daß wir durchaus nicht aus Zufall um das dreißigste Jahr herum mit Menschen zusammengeführt werden, welche gerade dann in unserer Umgebung auftreten müssen. Wir können vielmehr annehmen, daß auch da unser Karma am Werk ist, daß auch diese Personen etwas mit einer unserer früheren Inkarnationen zu tun haben.

[ 25 ] Die Verstandes- und die Bewußtseinsseele, sie sind diejenigen Kräfte in der menschlichen Natur, welche uns am allermeisten zusammenführen mit der äußeren physischen Welt, denn sie sind dazu da, daß sie gerade in demjenigen Lebensalter besonders herauskommen, in dem wir am allermeisten im Wechselverkehr mit der äußeren physischen Welt stehen. Im ersten Kindheitsalter werden die Kräfte unseres physischen Leibes herausdirigiert, herausbestimmt, verursacht aus dem, was noch im Inneren unmittelbar verschlossen ist. Was der Mensch sich als Ursachen angeeignet hat in vorhergehenden Inkarnationen, was durchgegangen ist mit uns durch die Pforte des Todes, was wir an geistigen Kräften gesammelt haben, was wir aus dem früheren Leben mitbringen, das wirkt und webt am Aufbau unseres physischen Leibes. Es wirkt fortwährend unsichtbar vom Inneren heraus in den Leib hinein. Mit dem fortschreitenden Lebensalter wird diese Einwirkung immer geringer; immer mehr rückt die Lebenszeit heran, da die alten Kräfte den Leib so hergestellt haben. Und dann kommt die Zeit, wo wir der Welt mit einem fertigen Organismus gegenüberstehen. Was wir im Inneren tragen, hat seine Ausprägung erfahren in unserem äußeren Leibe. Wir treten um das dreißigste Jahr herum — es kann auch etwas früher oder etwas später sein — der Welt am allerphysischsten entgegen, wir stehen da mit der Welt so in Beziehung, daß wir am allerverwandtesten sind mit dem physischen Plan. Wenn wir nun da glauben, am allermeisten Klarheit, äußere physische Klarheit zu haben über die Lebensverhältnisse, die wir da anknüpfen, so müssen wir sagen: diese Lebensverhältnisse, die wir da anknüpfen, sind diejenigen, die für diese Inkarnation eigentlich am wenigsten zusammenhängen mit dem, was im Innersten in uns wirkt und webt von unserer Geburt aus. Dennoch können wir annehmen, daß wir durchaus nicht aus Zufall um das dreißigste Jahr herum mit Menschen zusammengeführt werden, welche gerade dann in unserer Umgebung auftreten müssen. Wir können vielmehr annehmen, daß auch da unser Karma am Werk ist, daß auch diese Personen etwas mit einer unserer früheren Inkarnationen zu tun haben.

[ 26 ] Und da zeigen die geisteswissenschaftlichen Tatsachen, die verschiedentlich erforscht sind, daß sehr häufig die Personen, mit denen wir zusammenkommen um das dreißigste Jahr herum, in früheren Inkarnationen so mit uns verwoben sind, daß wir mit ihnen zusammenhängen können, meistens am Anfang der unmittelbar vorhergehenden Inkarnation oder auch noch früher, als Eltern oder Geschwister. Das ist zunächst eine merkwürdige, überraschende Tatsache. Es muß nicht so sein, aber viele Fälle zeigen der geisteswissenschaftlichen Forschung, daß es so ist, daß tatsächlich unsere Eltern, die Personen, die beim Ausgangspunkt unseres vorhergehenden Lebens uns zur Seite gestanden haben, die uns in den physischen Plan hineingestellt haben, denen wir später entwachsen sind, daß die mit uns karmisch so verwoben sind, daß sie in unserem neuen Leben nicht in unserer Kindheit wieder mit uns zusammengeführt werden, sondern erst dann, wenn wir am meisten auf den physischen Plan herausgetreten sind. Es muß nicht so sein, denn die geisteswissenschaftliche Forschung zeigt sehr häufig, daß wir erst in einer nächsten Inkarnation zusammengeführt werden mit solchen als Eltern, als Geschwister, überhaupt als Blutsverwandte in Frage Kommenden, mit denen wir in dieser Inkarnation um die Dreißigerjahre herum uns zusammenfanden. Also die Bekanntschaften um die Dreißigerjahre herum in irgendeiner Inkarnation können sich so stellen, daß die Personen, die in Betracht kommen, mit uns selber blutsverwandt sind in vorhergehender oder nachfolgender Inkarnation. Wir können also sagen: Mit den Persönlichkeiten, mit denen dich das Leben zusammenführt in den Dreißigerjahren, mit denen warst du entweder wie mit Eltern und Geschwistern zusammen in einer vorhergehenden Inkarnation, oder du kannst voraussetzen, daß sie in einer der nächsten Inkarnationen mit dir in solcher Eigenschaft zusammenhängen.

[ 26 ] Und da zeigen die geisteswissenschaftlichen Tatsachen, die verschiedentlich erforscht sind, daß sehr häufig die Personen, mit denen wir zusammenkommen um das dreißigste Jahr herum, in früheren Inkarnationen so mit uns verwoben sind, daß wir mit ihnen zusammenhängen können, meistens am Anfang der unmittelbar vorhergehenden Inkarnation oder auch noch früher, als Eltern oder Geschwister. Das ist zunächst eine merkwürdige, überraschende Tatsache. Es muß nicht so sein, aber viele Fälle zeigen der geisteswissenschaftlichen Forschung, daß es so ist, daß tatsächlich unsere Eltern, die Personen, die beim Ausgangspunkt unseres vorhergehenden Lebens uns zur Seite gestanden haben, die uns in den physischen Plan hineingestellt haben, denen wir später entwachsen sind, daß die mit uns karmisch so verwoben sind, daß sie in unserem neuen Leben nicht in unserer Kindheit wieder mit uns zusammengeführt werden, sondern erst dann, wenn wir am meisten auf den physischen Plan herausgetreten sind. Es muß nicht so sein, denn die geisteswissenschaftliche Forschung zeigt sehr häufig, daß wir erst in einer nächsten Inkarnation zusammengeführt werden mit solchen als Eltern, als Geschwister, überhaupt als Blutsverwandte in Frage Kommenden, mit denen wir in dieser Inkarnation um die Dreißigerjahre herum uns zusammenfanden. Also die Bekanntschaften um die Dreißigerjahre herum in irgendeiner Inkarnation können sich so stellen, daß die Personen, die in Betracht kommen, mit uns selber blutsverwandt sind in vorhergehender oder nachfolgender Inkarnation. Wir können also sagen: Mit den Persönlichkeiten, mit denen dich das Leben zusammenführt in den Dreißigerjahren, mit denen warst du entweder wie mit Eltern und Geschwistern zusammen in einer vorhergehenden Inkarnation, oder du kannst voraussetzen, daß sie in einer der nächsten Inkarnationen mit dir in solcher Eigenschaft zusammenhängen.

[ 27 ] Auch das Umgekehrte gilt. Wenn wir diejenigen Persönlichkeiten betrachten, die wir uns willkürlich durch äußere Kräfte, die für den physischen Plan geeignet sind, am wenigsten wählen, also unsere Eltern und Geschwister, mit denen wir am Anfang unseres Lebens zusammentrafen, wenn wir diese ins Auge fassen, kommen wir sehr häufig darauf, daß wir gerade die Personen, die uns hereingeleiten von der Kindheit an ins Leben, um die Dreißigerjahre herum in einer anderen Inkarnation wie willkürlich mit unseren Kräften selber ausgewählt haben; mit anderen Worten, daß wir in der Mitte des vorhergehenden Lebens die ausgewählt haben, die jetzt unsere Eltern und Geschwister geworden sind.

[ 27 ] Auch das Umgekehrte gilt. Wenn wir diejenigen Persönlichkeiten betrachten, die wir uns willkürlich durch äußere Kräfte, die für den physischen Plan geeignet sind, am wenigsten wählen, also unsere Eltern und Geschwister, mit denen wir am Anfang unseres Lebens zusammentrafen, wenn wir diese ins Auge fassen, kommen wir sehr häufig darauf, daß wir gerade die Personen, die uns hereingeleiten von der Kindheit an ins Leben, um die Dreißigerjahre herum in einer anderen Inkarnation wie willkürlich mit unseren Kräften selber ausgewählt haben; mit anderen Worten, daß wir in der Mitte des vorhergehenden Lebens die ausgewählt haben, die jetzt unsere Eltern und Geschwister geworden sind.

[ 28 ] Besonders interessant ist also die Tatsache, die sich merkwürdigerweise herausstellt, daß die Sache nicht so liegt, daß wir in aufeinanderfolgenden Inkarnationen in den gleichen Verhältnissen sind mit den Persönlichkeiten, mit denen wir zusammenkommen; auch daß wir nicht in den entsprechenden Lebensaltern wie vorher mit ihnen zusammentreffen. Auch nicht gerade das Umgekehrte ist der Fall: nicht die Persönlichkeiten, mit denen wir am Lebensende zusammentrafen, stehen in einer anderen Inkarnation in Beziehung zu unserem Lebensanfang, sondern die Persönlichkeiten, mit denen wir in der Lebensmitte zusammentreffen. Also weder die jetzt am Lebensanfang noch die am Lebensende mit uns zusammenkommenden Persönlichkeiten, sondern die jetzt in der Mitte des Lebens mit uns in Berührung kommenden Persönlichkeiten waren am Anfang einer vorhergehenden Inkarnation als unsere Blutsverwandten um uns. Die damals im Lebensanfang mit uns zusammen waren, die treten jetzt in der Mitte unseres Lebens auf; und die jetzt am Anfang unseres Lebens um uns sind, von denen können wir voraussetzen, daß wir uns mit ihnen in der Mitte einer der nächsten Inkarnationen zusammenfinden, daß sie als unsere frei gewählten, irgendwo gewählten Lebensgenossen mit uns in Zusammenhang kommen werden. So merkwürdig sind die karmischen Zusammenhänge.

[ 28 ] Besonders interessant ist also die Tatsache, die sich merkwürdigerweise herausstellt, daß die Sache nicht so liegt, daß wir in aufeinanderfolgenden Inkarnationen in den gleichen Verhältnissen sind mit den Persönlichkeiten, mit denen wir zusammenkommen; auch daß wir nicht in den entsprechenden Lebensaltern wie vorher mit ihnen zusammentreffen. Auch nicht gerade das Umgekehrte ist der Fall: nicht die Persönlichkeiten, mit denen wir am Lebensende zusammentrafen, stehen in einer anderen Inkarnation in Beziehung zu unserem Lebensanfang, sondern die Persönlichkeiten, mit denen wir in der Lebensmitte zusammentreffen. Also weder die jetzt am Lebensanfang noch die am Lebensende mit uns zusammenkommenden Persönlichkeiten, sondern die jetzt in der Mitte des Lebens mit uns in Berührung kommenden Persönlichkeiten waren am Anfang einer vorhergehenden Inkarnation als unsere Blutsverwandten um uns. Die damals im Lebensanfang mit uns zusammen waren, die treten jetzt in der Mitte unseres Lebens auf; und die jetzt am Anfang unseres Lebens um uns sind, von denen können wir voraussetzen, daß wir uns mit ihnen in der Mitte einer der nächsten Inkarnationen zusammenfinden, daß sie als unsere frei gewählten, irgendwo gewählten Lebensgenossen mit uns in Zusammenhang kommen werden. So merkwürdig sind die karmischen Zusammenhänge.

[ 29 ] Was ich jetzt gesagt habe, das sind Dinge, welche die geisteswissenschaftliche Forschung ergibt. Aber ich habe schon darauf aufmerksam gemacht, daß, wenn man auf die Art und Weise, wie das die geisteswissenschaftliche Forschung zeigt, die inneren Zusammenhänge zwischen Lebensanfang unserer einen und Lebensmitte unserer anderen Inkarnation betrachtet, man begreift, daß das nicht etwas Unsinniges oder Unnützes ist. Die andere Seite ist eben die, daß durch solche Dinge, wenn sie an uns herangebracht werden und wenn wir uns vernünftig dazu stellen, das Leben hell und klar wird. Es wird hell und klar, wenn wir nicht alles einfach hinnehmen, man möchte sagen dumpf, um nicht zu sagen dumm; es wird hell und klar, wenn man versucht, das, was uns im Leben trifft, irgendwie so zu begreifen, so auffassen zu wollen, daß wir die Beziehungen zu konkreten machen, die ja doch noch nicht ganz verständlich sind, so lange man nur ganz abstrakt im allgemeinen von Karma spricht.

[ 29 ] Was ich jetzt gesagt habe, das sind Dinge, welche die geisteswissenschaftliche Forschung ergibt. Aber ich habe schon darauf aufmerksam gemacht, daß, wenn man auf die Art und Weise, wie das die geisteswissenschaftliche Forschung zeigt, die inneren Zusammenhänge zwischen Lebensanfang unserer einen und Lebensmitte unserer anderen Inkarnation betrachtet, man begreift, daß das nicht etwas Unsinniges oder Unnützes ist. Die andere Seite ist eben die, daß durch solche Dinge, wenn sie an uns herangebracht werden und wenn wir uns vernünftig dazu stellen, das Leben hell und klar wird. Es wird hell und klar, wenn wir nicht alles einfach hinnehmen, man möchte sagen dumpf, um nicht zu sagen dumm; es wird hell und klar, wenn man versucht, das, was uns im Leben trifft, irgendwie so zu begreifen, so auffassen zu wollen, daß wir die Beziehungen zu konkreten machen, die ja doch noch nicht ganz verständlich sind, so lange man nur ganz abstrakt im allgemeinen von Karma spricht.

[ 30 ] Es ist nützlich, darüber nachzudenken: Woher kommt es, daß wir in der Mitte unseres Lebens förmlich durch Karma getrieben werden, scheinbar mit aller Verstandeskraft diese oder jene Bekanntschaft zu machen, von der wir sagen können: scheint es nicht, als ob sie unabhängig, objektiv geschlossen wäre? — Das liegt eben daran, daß solche Persönlichkeiten im früheren Leben blutsverwandt mit uns waren und durch unser Karma jetzt mit uns zusammengeführt werden, weil wir etwas mit ihnen zu tun haben.

[ 30 ] Es ist nützlich, darüber nachzudenken: Woher kommt es, daß wir in der Mitte unseres Lebens förmlich durch Karma getrieben werden, scheinbar mit aller Verstandeskraft diese oder jene Bekanntschaft zu machen, von der wir sagen können: scheint es nicht, als ob sie unabhängig, objektiv geschlossen wäre? — Das liegt eben daran, daß solche Persönlichkeiten im früheren Leben blutsverwandt mit uns waren und durch unser Karma jetzt mit uns zusammengeführt werden, weil wir etwas mit ihnen zu tun haben.

[ 31 ] Wenn wir jedesmal solche Erwägungen anstellen gegenüber dem Verlauf des eigenen Lebens, werden wir sehen, daß wirklich Licht in unser Leben hineinkommt. Wenn wir uns auch einmal irren, und selbst wenn es zehnmal unrichtig ist: bei irgendeinem Menschen, den wir im Leben treffen, können wir doch auf das Richtige verfallen. Und wenn wir aus solchen Erwägungen heraus sagen: Diesen Menschen haben wir da oder dort getroffen —, so ist ein solcher Gedanke etwas, das uns wie ein Wegweiser zu anderen Dingen führt, die uns sonst nicht aufgefallen wären und die uns durch ihr Zusammenfallen immer mehr und mehr Gewißheit verschaffen von der Richtigkeit der einzelnen Tatsachen.

[ 31 ] Wenn wir jedesmal solche Erwägungen anstellen gegenüber dem Verlauf des eigenen Lebens, werden wir sehen, daß wirklich Licht in unser Leben hineinkommt. Wenn wir uns auch einmal irren, und selbst wenn es zehnmal unrichtig ist: bei irgendeinem Menschen, den wir im Leben treffen, können wir doch auf das Richtige verfallen. Und wenn wir aus solchen Erwägungen heraus sagen: Diesen Menschen haben wir da oder dort getroffen —, so ist ein solcher Gedanke etwas, das uns wie ein Wegweiser zu anderen Dingen führt, die uns sonst nicht aufgefallen wären und die uns durch ihr Zusammenfallen immer mehr und mehr Gewißheit verschaffen von der Richtigkeit der einzelnen Tatsachen.

[ 32 ] Die karmischen Zusammenhänge sind eben nicht solche, die sich durch einen Schlag gewinnen lassen. Wir müssen die höchsten Erkenntnisse des Lebens, die wichtigsten unser Leben erhellenden Erkenntnisse langsam und allmählich erwerben. Daran wollen allerdings die Menschen nicht gern glauben. Es ist leichter zu glauben, daß man durch irgendeinen Lichtblitz finden könnte: Mit diesen und jenen Persönlichkeiten war ich in einem früheren Leben zusammen, oder dieser oder jener war ich selber. — Daß das alles langsam erworbene Erkenntnisse sein müssen, ist vielleicht unbequem zu denken, aber dennoch ist es so. Selbst wenn wir schon den Glauben hegen, daß es so sein könnte, müssen wir noch immer weiterforschen, und unser Glaube wird dann Gewißheit annehmen. Selbst für das, was schon mehr und mehr Wahrscheinlichkeit erweckt auf diesem Gebiete, kommen wir durch Forschen weiter. Wir vermauern uns die geistige Welt, wenn wir uns auf solchen Gebieten auf rasches Urteilen einlassen.

[ 32 ] Die karmischen Zusammenhänge sind eben nicht solche, die sich durch einen Schlag gewinnen lassen. Wir müssen die höchsten Erkenntnisse des Lebens, die wichtigsten unser Leben erhellenden Erkenntnisse langsam und allmählich erwerben. Daran wollen allerdings die Menschen nicht gern glauben. Es ist leichter zu glauben, daß man durch irgendeinen Lichtblitz finden könnte: Mit diesen und jenen Persönlichkeiten war ich in einem früheren Leben zusammen, oder dieser oder jener war ich selber. — Daß das alles langsam erworbene Erkenntnisse sein müssen, ist vielleicht unbequem zu denken, aber dennoch ist es so. Selbst wenn wir schon den Glauben hegen, daß es so sein könnte, müssen wir noch immer weiterforschen, und unser Glaube wird dann Gewißheit annehmen. Selbst für das, was schon mehr und mehr Wahrscheinlichkeit erweckt auf diesem Gebiete, kommen wir durch Forschen weiter. Wir vermauern uns die geistige Welt, wenn wir uns auf solchen Gebieten auf rasches Urteilen einlassen.

[ 33 ] Versuchen Sie einmal nachzudenken über das, was heute gesagt worden ist über die Bekanntschaften in der Mitte unseres Lebens und ihren Zusammenhang mit uns näherstehenden Persönlichkeiten in einer vorhergehenden Inkarnation. Sie werden dabei auf sehr fruchtbare Gedanken kommen; namentlich wenn man das gerade noch in Betracht zieht, was gesagt ist in der Schrift über «Die Erziehung des Kindes vom Gesichtspunkte der Geisteswissenschaft». Dann zeigt sich klar und deutlich, daß das Ergebnis Ihres Nachdenkens mit dem in dieser Schrift Gesagten in Einklang steht.

[ 33 ] Versuchen Sie einmal nachzudenken über das, was heute gesagt worden ist über die Bekanntschaften in der Mitte unseres Lebens und ihren Zusammenhang mit uns näherstehenden Persönlichkeiten in einer vorhergehenden Inkarnation. Sie werden dabei auf sehr fruchtbare Gedanken kommen; namentlich wenn man das gerade noch in Betracht zieht, was gesagt ist in der Schrift über «Die Erziehung des Kindes vom Gesichtspunkte der Geisteswissenschaft». Dann zeigt sich klar und deutlich, daß das Ergebnis Ihres Nachdenkens mit dem in dieser Schrift Gesagten in Einklang steht.

[ 34 ] An das heute Gesagte muß aber noch eine ernstliche Mahnung geknüpft werden: Der wirkliche Geistesforscher hütet sich davor, Schlüsse zu ziehen; er läßt die Dinge an sich herankommen. Wenn sie da sind, prüft er sie erst mit der gewöhnlichen Logik. Dann kann etwas nicht passieren, was mir vor kurzem erst wieder einmal gegenübertrat und was recht charakteristisch ist für die Art, wie man sich heute der Anthroposophie entgegenstellen möchte. Da sagte mir ein sehr gescheiter Herr — ich sage das ohne alle Ironie, mit vollständigem Bekenntnis, daß er wirklich ein gescheiter Herr ist —: Wenn ich lese, was in Ihrem Buch «Geheimwissenschaft im Umriß» steht, so muß ich sagen, es erscheint das so logisch, so im Zusammenhang mit dem, was die Welt sonst noch an Tatsachen zeigt, daß ich gestehen muß, man könnte auf diese Dinge auch durch bloßes Nachdenken kommen. Diese Dinge brauchen nicht das Ergebnis übersinnlicher Forschung zu sein. Was in diesem Buch gesagt ist, sind gar keine zweifelhaften Sachen; sie stimmen mit der Wirklichkeit überein. — Ich konnte diesem Herrn die Versicherung geben, daß ich nicht glaube, daß ich durch bloßes Nachdenken darauf gekommen wäre, und daß ich bei allem Respekt vor seiner Gescheitheit auch nicht glaube, daß er durch bloßes Nachdenken diese Tatsachen gefunden hätte. Es ist schon wirklich so, daß alles, was logisch eingesehen werden kann auf geisteswissenschaftlichem Gebiet, wirklich nicht durch bloßes Nachdenken gefunden werden könnte! Daß man eine Sache logisch prüfen und begreifen kann, sollte doch noch kein Grund sein, an ihrem geisteswissenschaftlichen Ursprung zu zweifeln! Ich meine im Gegenteil, daß es eine Art von Beruhigung sein müßte, daß geisteswissenschaftliche Mitteilungen durch logisches Nachdenken als unzweifelhaft richtig erkannt werden können. Es kann schon nicht der Ehrgeiz des Geistesforschers sein, lauter unlogische Dinge zu sagen, damit er Glauben finde. Sie sehen, daß der Geistesforscher selber nicht auf dem Boden stehen kann, er finde diese Dinge durch Nachdenken. Aber wenn man nachdenkt über die auf geisteswissenschaftlichem Wege gefundenen Dinge, können sie so logisch erscheinen, daß sie zu logisch scheinen, so daß man gar keinen Glauben mehr an die geisteswissenschaftlichen Quellen findet, aus denen die Dinge stammen. So ist es tatsächlich bei allen Dingen, von denen gesagt ist, daß sie auf dem Boden reiner geisteswissenschaftlicher Forschung entstanden sind.

[ 34 ] An das heute Gesagte muß aber noch eine ernstliche Mahnung geknüpft werden: Der wirkliche Geistesforscher hütet sich davor, Schlüsse zu ziehen; er läßt die Dinge an sich herankommen. Wenn sie da sind, prüft er sie erst mit der gewöhnlichen Logik. Dann kann etwas nicht passieren, was mir vor kurzem erst wieder einmal gegenübertrat und was recht charakteristisch ist für die Art, wie man sich heute der Anthroposophie entgegenstellen möchte. Da sagte mir ein sehr gescheiter Herr — ich sage das ohne alle Ironie, mit vollständigem Bekenntnis, daß er wirklich ein gescheiter Herr ist —: Wenn ich lese, was in Ihrem Buch «Geheimwissenschaft im Umriß» steht, so muß ich sagen, es erscheint das so logisch, so im Zusammenhang mit dem, was die Welt sonst noch an Tatsachen zeigt, daß ich gestehen muß, man könnte auf diese Dinge auch durch bloßes Nachdenken kommen. Diese Dinge brauchen nicht das Ergebnis übersinnlicher Forschung zu sein. Was in diesem Buch gesagt ist, sind gar keine zweifelhaften Sachen; sie stimmen mit der Wirklichkeit überein. — Ich konnte diesem Herrn die Versicherung geben, daß ich nicht glaube, daß ich durch bloßes Nachdenken darauf gekommen wäre, und daß ich bei allem Respekt vor seiner Gescheitheit auch nicht glaube, daß er durch bloßes Nachdenken diese Tatsachen gefunden hätte. Es ist schon wirklich so, daß alles, was logisch eingesehen werden kann auf geisteswissenschaftlichem Gebiet, wirklich nicht durch bloßes Nachdenken gefunden werden könnte! Daß man eine Sache logisch prüfen und begreifen kann, sollte doch noch kein Grund sein, an ihrem geisteswissenschaftlichen Ursprung zu zweifeln! Ich meine im Gegenteil, daß es eine Art von Beruhigung sein müßte, daß geisteswissenschaftliche Mitteilungen durch logisches Nachdenken als unzweifelhaft richtig erkannt werden können. Es kann schon nicht der Ehrgeiz des Geistesforschers sein, lauter unlogische Dinge zu sagen, damit er Glauben finde. Sie sehen, daß der Geistesforscher selber nicht auf dem Boden stehen kann, er finde diese Dinge durch Nachdenken. Aber wenn man nachdenkt über die auf geisteswissenschaftlichem Wege gefundenen Dinge, können sie so logisch erscheinen, daß sie zu logisch scheinen, so daß man gar keinen Glauben mehr an die geisteswissenschaftlichen Quellen findet, aus denen die Dinge stammen. So ist es tatsächlich bei allen Dingen, von denen gesagt ist, daß sie auf dem Boden reiner geisteswissenschaftlicher Forschung entstanden sind.

[ 35 ] Wenn Ihnen auch zunächst das, was heute hier gesagt worden ist, grotesk erscheint, so versuchen Sie jetzt doch einmal, über die Dinge logisch nachzudenken. Ich würde wahrhaftig nicht, wenn mich nicht geistige Tatsachen dazu geführt hätten, aus dem gewöhnlichen logischen Denken es abgeleitet haben, aber nachdem es einmal da ist, kann man es logisch prüfen. Und da wird man sehen: je subtiler, je gewissenhafter man mit der Prüfung zu Werke geht, desto mehr wird sich herausstellen, daß alles stimmt. Selbst von solchen Dingen, bei denen man nicht prüfen kann, ob sie richtig sind, wie das, was heute gesagt worden ist über Eltern und Geschwister des einen Lebens und die Bekanntschaften in der Mitte des anderen Lebens, wird man schon aus der Art, wie die verschiedenen Glieder in den Zusammenhängen sich verhalten, finden müssen, daß sie einen im höchsten Grad nicht nur wahrscheinlichen, sondern einen bis an die Gewißheit grenzenden Eindruck machen. Und namentlich stellt sich eine Gewißheit als begründet heraus, wenn man die Dinge am Leben prüft. Man wird bei so manchen Persönlichkeiten, die man trifft, das eigene Verhalten und das der anderen in einem ganz anderen Lichte sehen, wenn man gleichsam jemandem, den man in der Mitte des Lebens findet, so gegenübersteht, als ob man im vorhergehenden Leben zusammen Geschwister gewesen wäre. Und dadurch wird das ganze Verhältnis viel fruchtbarer werden, als wenn man nur dumpf durchs Leben schreitet.

[ 35 ] Wenn Ihnen auch zunächst das, was heute hier gesagt worden ist, grotesk erscheint, so versuchen Sie jetzt doch einmal, über die Dinge logisch nachzudenken. Ich würde wahrhaftig nicht, wenn mich nicht geistige Tatsachen dazu geführt hätten, aus dem gewöhnlichen logischen Denken es abgeleitet haben, aber nachdem es einmal da ist, kann man es logisch prüfen. Und da wird man sehen: je subtiler, je gewissenhafter man mit der Prüfung zu Werke geht, desto mehr wird sich herausstellen, daß alles stimmt. Selbst von solchen Dingen, bei denen man nicht prüfen kann, ob sie richtig sind, wie das, was heute gesagt worden ist über Eltern und Geschwister des einen Lebens und die Bekanntschaften in der Mitte des anderen Lebens, wird man schon aus der Art, wie die verschiedenen Glieder in den Zusammenhängen sich verhalten, finden müssen, daß sie einen im höchsten Grad nicht nur wahrscheinlichen, sondern einen bis an die Gewißheit grenzenden Eindruck machen. Und namentlich stellt sich eine Gewißheit als begründet heraus, wenn man die Dinge am Leben prüft. Man wird bei so manchen Persönlichkeiten, die man trifft, das eigene Verhalten und das der anderen in einem ganz anderen Lichte sehen, wenn man gleichsam jemandem, den man in der Mitte des Lebens findet, so gegenübersteht, als ob man im vorhergehenden Leben zusammen Geschwister gewesen wäre. Und dadurch wird das ganze Verhältnis viel fruchtbarer werden, als wenn man nur dumpf durchs Leben schreitet.

[ 36 ] So können wir sagen: Anthroposophie wird immer mehr nicht nur etwas, was Wissen und Erkenntnis gibt vom Leben, sondern was uns auch Anweisung gibt, wie wir die Verhältnisse des Lebens auffassen und lichtvoll nicht nur für uns selber, sondern auch für unser Verhalten gegenüber dem Leben und für unsere Lebensaufgabe machen können. Es ist das wichtig, daß wir nicht glauben, wir verderben uns das unmittelbare Drauflosleben. Nur ängstliche Menschen, die es nicht ganz ernst meinen mit dem Leben, können das glauben. Wir aber sollen uns klar sein, daß dadurch, daß wir das Leben genauer kennenlernen, wir das Leben auch fruchtbarer, inhaltsreicher machen. Was im Leben an uns herantritt, das soll durch Anthroposophie in einen Gesichtskreis gerückt werden, durch den alle Kräfte reicher, zuversichtlicher, hoffnungserweckender werden, als sie waren, bevor sie in diesen Gesichtskreis gerückt worden sind.

[ 36 ] So können wir sagen: Anthroposophie wird immer mehr nicht nur etwas, was Wissen und Erkenntnis gibt vom Leben, sondern was uns auch Anweisung gibt, wie wir die Verhältnisse des Lebens auffassen und lichtvoll nicht nur für uns selber, sondern auch für unser Verhalten gegenüber dem Leben und für unsere Lebensaufgabe machen können. Es ist das wichtig, daß wir nicht glauben, wir verderben uns das unmittelbare Drauflosleben. Nur ängstliche Menschen, die es nicht ganz ernst meinen mit dem Leben, können das glauben. Wir aber sollen uns klar sein, daß dadurch, daß wir das Leben genauer kennenlernen, wir das Leben auch fruchtbarer, inhaltsreicher machen. Was im Leben an uns herantritt, das soll durch Anthroposophie in einen Gesichtskreis gerückt werden, durch den alle Kräfte reicher, zuversichtlicher, hoffnungserweckender werden, als sie waren, bevor sie in diesen Gesichtskreis gerückt worden sind.