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Occult Studies on Life Between Death and Rebirth
GA 140

18 November 1912, Hanover

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3. Der Durchgang des Menschen durch die Planetensphären und die Bedeutung der Christus-Erkenntnis

3. Man's Journey through the Planetary Spheres and the Significance of a Knowledge of Christ

[ 1 ] Wir sind am heutigen Abend versammelt in einer gewissermaßen neuen Umhüllung unseres lieben Hannoverschen Zweiges, und es ist mit dem heutigen Abend die schönste Einweihung damit gegeben, daß so viele unserer Freunde hier erschienen sind und dadurch in ihren Herzen wiederum einmal auch hier an diesem Orte bekundet haben, daß es ihnen ernst ist mit demjenigen, was wir zusammenfassen in unserer spirituellen Weltanschauungsströmung. Es ist ja seit einiger Zeit bei solchen Gelegenheiten auf der einen Seite eben wirklich immer eine Schwierigkeit, die auf der anderen Seite aber uns mit einer gewissen Befriedigung erfüllen kann: daß, wenn unsere Freunde eine solche Umhüllung ihrer Arbeit sich geschaffen haben, sie sich sogleich bei den allerersten Versammlungen als zu klein erweist. Dieses ist natürlich eine Sache, die zwei Seiten hat; allein, es ist zugleich dasjenige, was unsere Seele mit Zuversicht und Hoffnung für die Tragkraft unserer Bewegung erfüllen kann. Und so lassen Sie mich denn nur ganz kurz bei Eintritt in unsere Betrachtung aussprechen, daß auch in diesen Räumen Segen und Gedeihen blühen mögen der spirituellen Arbeit, die hier verrichtet wird; lassen Sie mich aussprechen den Herzenswunsch, daß diese Arbeit so verlaufen möge, daß sie durch ihre innere Kraft und Gediegenheit haben kann den Segen derjenigen, die als spirituelle Führer über unserer Bewegung wachen. Diesen Segen, wir können ihn nur dann haben, wenn wir in innerer Ehrlichkeit, Wahrhaftigkeit und Aufrichtigkeit nach den großen, geistigen Idealen streben. Dann aber, wenn wir aus diesem Streben heraus in ernstem und wahrem und ehrlichem Geiste hier zusammen arbeiten, dann können wir auch immer sicher sein, daß der Segen derjenigen, die wir nennen die Meister der Weisheit und des Zusammenklingens der Empfindungen, über unserer Sache walten. Und so möge denn dieser Segen auf uns herabfließen, damit unsere Arbeit etwas werden kann, was den Seelen Kraft und Stärke gibt, damit diese Arbeit einen kleinen Baustein liefere zu dem, was durch die Geisteswissenschaft der gesamten Menschheitskultur zugeführt werden soll.

[ 1 ] Not translated

[ 2 ] Ausgehen, meine lieben Freunde, wollen wir bei unserer heutigen Betrachtung von einem Ins-Auge-Fassen desjenigen, was wir unser menschliches Bewußtsein nennen. Was nennen wir denn unser menschliches Bewußtsein? Nun, wir können zunächst dieses Bewußtsein umschreiben. Wir können sagen: Während wir in dem Zustande des Schlafes sind — vom Einschlafen am Abend bis zum Aufwachen am nächsten Morgen -, da ist dieses Bewußtsein nicht in uns. Keiner, der sozusagen seine fünf Sinne beieinander hat — wenn ich diesen Ausdruck gebrauchen darf —, zweifelt daran, daß er auch vorhanden ist, wenn er am Abend beim Einschlafen dies Bewußtsein gewissermaßen verliert. Denn wenn er daran zweifelte, würde er damit die ganz unsinnige Behauptung aufstellen, daß alles, was er innerlich erlebt hat, während des Schlafes verlorengeht und am nächsten Morgen erst wiederum von neuem entsteht. Wer nicht diese unsinnige Anschauung hat, der ist überzeugt davon, daß er auch während der Zeit des Schlafes existiert. Aber dasjenige ist nicht in ihm, was wir unser Bewußtsein nennen. Wir sind während des Schlafes nicht erfüllt von Vorstellungen, wir sind nicht erfüllt von Trieben, Begierden und Leidenschaften; wir sind nicht erfüllt von Schmerzen und Leiden — denn wenn die Schmerzen so stark werden, daß sie uns den Schlaf stören, dann bleibt das Bewußtsein eben vorhanden. Derjenige, der unterscheiden kann zwischen Schlafen und Wachen, kann auch wissen, was Bewußtsein ist. Bewußtsein ist dasjenige, was bei jedem Aufwachen wieder in die Seele hineinkommt; all die Summe von Vorstellungen, Affekten, Leidenschaften, Schmerzen und so weiter, das kommt am Morgen wieder in die Seele hinein. Wodurch ist dieses Bewußtsein ganz besonders charakteristisch beim Menschen? Beim Menschen ist es besonders dadurch charakteristisch, daß alles, was der Mensch in seinem Bewußtsein haben kann, gewissermaßen begleitet ist von dem Gefühl, von der Empfindung, von dem Erlebnis des Ich; und eine Vorstellung, bei der Sie nicht wenigstens denken könnten: ich stelle sie mir vor; eine Empfindung, bei der Sie nicht denken könnten: ich empfinde; ein Schmerz, bei dem Sie nicht sagen könnten: mich schmerzt er, das würde nicht ein wirkliches inneres Erlebnis Ihrer Seele sein. Alles was Sie erleben, muß mit der Ich-Vorstellung verknüpft sein. Das ist es auch. Dennoch wissen Sie, daß dieses Verknüpftsein mit der Ich-Vorstellung — wir haben das öfter schon besprochen — in einem gewissen Zeitpunkt des Lebens erst beginnt. In der Zeit so um das dritte Jahr herum, da beginnt erst das Kind ein Erlebnis damit zu verbinden, wenn es nicht mehr sagt: Karlchen oder Mariechen spielt oder spricht und so weiter, sondern: Ich spreche. — So entzündet sich eigentlich erst das Wissen vom Ich im Verlaufe des kindlichen Alters.

[ 2 ] We shall begin this study by considering what we call human consciousness. What is human consciousness? In the first place, we can say that in the sleeping state—from the time of going to sleep in the evening until waking next morning—we have no consciousness. Nobody in possession of his five senses, however, doubts that he exists when he goes to sleep, and loses consciousness. If he had any such doubt he would be holding the utterly senseless view that during sleep everything he experiences perishes and must come into being anew the next morning. Anyone who does not hold this senseless view is convinced that his existence continues during sleep. All the same, he has no consciousness. During sleep we have no mental pictures, ideas, desires, impulses, passions, no pain or suffering—for if pain becomes so intense that sleep is prevented, it stands to reason that consciousness is present. Anyone who can distinguish between sleeping and waking can also understand what consciousness is. Consciousness is what enters a man's soul again every morning when he wakes from sleep. Ideas, mental pictures, emotions, passions, sufferings, and so on—all this enters again into the soul in the morning. Now what is it that specially characterizes the consciousness of man? It is the fact that everything a man can have in his consciousness is accompanied by the experience of the “I.” No mental image of which you could not think, I picture this to myself; no feeling of which you could not say, I feel; no pain of which you could not say I suffer, would be a genuine experience of your soul. Everything you experience must be linked, and indeed it is, with the concept “I.” Yet you are aware that this link with the concept “I” only begins at a certain age in life. At about the age of three, when a child begins to have the experience, he no longer says, “Carl speaks,” or “Mary speaks,” but “I speak.” Knowledge of the “I” therefore is kindled for the first time during childhood.

[ 3 ] Heute wollen wir uns fragen: Wodurch entzündet sich denn allmählich im Kinde das Wissen vom Ich? Nun können wir gerade bei dieser Frage sehen, daß sozusagen die einfachsten, scheinbar einfachsten Sachen nicht so ganz leicht zu beantworten sind, obwohl die Antwort manchmal recht naheliegt. Wie kommt denn das Kind dazu, von dem allgemeinen Ich-losen Bewußtseinszustande zu Ich-erfüllten Vorstellungen zu kommen? Wer das kindliche Leben wirklich studiert, der kann erfahren, wie das Kind dazu kommt. Sehen Sie, es gibt eine sehr einfache Beobachtung, die jeder machen kann, die ihn dazu führen kann, sich zu überzeugen, wie das Kind zu dem IchBewußtsein kommt. Es braucht der Mensch nur einmal so recht ernst zu beobachten, wie sich diese Ich-Vorstellung heranbildet und verstärkt. Beobachten Sie einmal ein Kind, wenn es sich sein Köpfchen an der Tischkante stößt. Wenn Sie das kindliche Leben genauer beobachten, werden Sie finden, daß das Ich-Gefühl gewachsen ist, nachdem das Kind sich das Köpfchen gestoßen hat. Es hat sich nämlich wahrgenommen. Das trägt dazu bei, daß das Kind sich selbst kennenlernte. Nun braucht es sich bei einer solchen Sache nicht immer zu verletzen, es braucht nicht immer äußere Schrammen dabei zu geben; schon wenn das Kind seine Hände irgendwo auflegt, so ist das ein kleiner Stoß, da nimmt sich das Kind an anderen Dingen wahr. Sie werden sich sagen müssen: Das Kind würde nicht zum Ich-Bewußtsein kommen, wenn es sich nicht an der Außenwelt, an dem Widerstand der Außenwelt wahrnehmen würde. Würde das Kind keinen Widerstand erleben, so würde es niemals zum Ich-Bewußtsein kommen. Daß das Kind eine Außenwelt sich gegenüber haben kann, das bildet im Kind allmählich das Ich-Bewußtsein aus. Dann wissen Sie ja, hat das Kind zu einer gewissen Zeit seines Lebens dieses Ich-Bewußtsein. Aber dann hört dasjenige nicht auf beim Menschen, was bis dahin stattgefunden hat; nur findet eine Umkehrung statt. Das Kind hat das Ich-Bewußtsein ausgebildet, indem es die äußeren Gegenstände als außer sich befindlich wahrnimmt, sich also davon trennt. Wenn dieses Ich-Bewußtsein einmal da ist, stößt es sich noch immer an etwas, muß es sich noch immerfort stoßen. Wo stößt es sich denn? Was mit nichts in Berührung kommt, kann von sich selber nichts wissen, wenigstens nicht innerhalb unserer Welt, soweit wir in der Welt leben. Sehen Sie, von dem Zeitpunkt an, wo das Ich-Bewußtsein da ist, da stößt sich das Ich an der eigenen inneren Leiblichkeit, da fängt das Ich an, nach innen zu leben; da fängt das Ich an, sich an dem eigenen Leib nach innen zu stoßen. Sie brauchen ja nur daran zu denken, wenn Sie sich das vorstellen wollen, daß das Kind an jedem Morgen aufwacht. Das ist ein Hineingehen des Ich und des astralischen Leibes in den physischen und den Ätherleib, da stößt sich das Ich an dem physischen und dem Ätherleib. Ja, denken Sie, wenn Sie schon mit der Hand in das Wasser greifen und das Wasser durchmessen, so haben Sie überall einen Widerstand, wo Sie sich mit dem Wasser berühren. So ist es, wenn das Ich heruntertaucht am Morgen und sich von seinem Innenleben umspült findet. Aber während des ganzen Lebens ist dieses Ich eingesenkt in diesen physischen und Ätherleib und stößt sich an allen Seiten an diesen Leibern. Wenn Sie mit der Hand im Wasser herumplätschern, werden Sie die Hand von allen Seiten gewahr; so ist es, wenn das Ich heruntertaucht in den Ätherleib und den physischen Leib und sich stößt auf allen Seiten innerhalb dieser Leiblichkeit. Und dies geschieht das ganze Leben hindurch. Das ganze Leben hindurch muß der Mensch mit jedem neuen Aufwachen am Morgen untertauchen in seinen physischen Leib und seinen Ätherleib, und dadurch, daß er so untertaucht, geschehen fortwährend Zusammenstöße von dem physischen Leib und dem Ätherleib auf der einen Seite und dem astralischen Leib und dem Ich auf der anderen Seite. Was ist die Folge davon? Die Folge davon ist, daß diejenigen Wesenhaftigkeiten, die da zusammenstoßen, abgenutzt werden. Es geht dem Ich und dem astralischen Leib auf der einen Seite und dem ätherischen und dem physischen Leib auf der anderen Seite genauso, wie wenn Sie fortwährend zwei Körper aufeinander schlagen. Sie nützen sich ab; und dieses Abnützen, das ist das allmähliche Älterwerden, Abgebrauchtwerden, das beim Menschen im Verlaufe des Lebens eintritt, und das ist auch der Grund, warum wir überhaupt physisch sterben. Denken Sie einmal: wir hätten keinen physischen, keinen Ätherleib, dann könnten wir auch unser Ich-Bewußtsein nicht aufrechterhalten. Wir würden zwar in die Lage kommen, das Ich-Bewußtsein zu entwickeln, aber wir könnten es nicht aufrechterhalten. Denn wir müssen uns immer nach innen stoßen, wenn es aufrechterhalten werden soll in unserem Bewußtsein. Daraus folgt nichts Geringeres als die außerordentlich bedeutsame Tatsache, daß wir von der Zerstörung unserer Wesenheit die Entwickelung unseres Ich haben. Könnten wir nicht zusammenstoßen mit den Gliedern unserer Wesenheit, so könnten wir kein Ich-Bewußtsein haben. Ja, wenn der Mensch fragt, wozu ist Zerstörung da, Altern da, Tod da, da muß man ihm antworten: Zerstörung, Altern, Tod ist dazu da, daß der Mensch, indem er zerstört, sich entwickelt, nämlich das Ich-Bewußtsein immer weiter entwickelt. Könnten wir nicht sterben — das ist der radikale Ausdruck dafür —, so könnten wir nicht wahrhaft Menschen sein. Wenn wir aber diese Tatsache in ihrer vollen Bedeutung auf unsere Seele wirken lassen, dann kann uns folgender Gedanke kommen, den uns der Okkultismus beantworten kann, nämlich der Gedanke: Als Menschen brauchen wir doch, wenn wir leben wollen, immer physischen Leib, Ätherleib, astralischen Leib und Ich. So wie wir im gegenwärtigen menschlichen Leben sind, müssen wir sagen, wir brauchen diese vier Glieder; damit wir aber das Ich-Bewußtsein erlangen können, müssen wir sie zerstören. Wir müssen sie immer wieder bekommen, damit wir sie immer wieder zerstören. Darauf beruht die Notwendigkeit der wiederholten Erdenleben, um die Möglichkeit zu haben, immer aufs neue die menschlichen Leiber zu zerstören und uns dadurch gerade als bewußte Menschheitswesen weiter zu entwickeln.

[ 3 ] Now let us ask “How does knowledge of the ‘I’ gradually awaken in the child?” This question shows that apparently simple things are not so easily answered, although the answer may seem to lie very near at hand. How does the child pass out of the ego-filled ideas and mental pictures? Anyone who genuinely studies the life of childhood can understand how this happens. A simple observation can convince everyone how ego-consciousness develops and becomes strong in a child. Suppose he knocks his head against the corner of a table. If you observe closely you will find that the feeling of “I” is intensified after such a thing happens. In other words, the child becomes aware of himself, is brought nearer to a knowledge of self. Of course, it need not always amount to an actual injury or scratch. Even when the child puts his hand on something there is an impact on a small scale that makes him aware of himself. You will have to conclude that a child would never develop ego-consciousness if resistance from the world outside did not make him aware of himself. The fact that there is a world external to himself makes possible the unfolding of ego-consciousness, the consciousness of the “I.” At a certain point in his life this consciousness of the “I” dawns in the child, but what has been going on up to this point does not come to an end. It is simply that the process is reversed. The child has developed ego-consciousness by becoming aware that there are objects outside himself. In other words, he separates himself from them. Once this ego-consciousness has developed it continues to come in contact with things. Indeed it must do so perpetually. Where do the impacts take place? An entity that contacts nothing can have no knowledge of itself, not, at least, in the world in which we live! The fact is that from the moment ego-consciousness arises, the “I” impacts its own inner corporeality, begins to impact its own body inwardly. To picture this you need only think of a child waking up every morning. The ego and the astral body pass into the physical and etheric bodies and the ego impacts them. Now even if you only dip your hand in water and move it along, there is resistance wherever your hand is in contact with the water. It is the same when the ego dives down in the morning and finds its own inner life playing around it. During the whole of life the ego is within the physical and etheric bodies and impacts them on all sides, just as when you splash your hand in water you become aware of your hand on all sides. When the ego plunges down into the etheric body and the physical body is comes up against resistance everywhere, and this continues through the whole of life. Throughout his life the man must plunge down into his physical and etheric bodies every time he wakes. Because of this, continual impacts take place between the physical and etheric bodies on the one side and the ego and astral body on the other. The consequence is that the entities involved in the impact are worn away—ego and astral body on the one side, physical and etheric bodies on the other. Exactly the same thing happens as when there is continual pressure between two objects. They wear each other away. This is the process of aging, of becoming worn out, that sets in during the course of man's life, and it is also the reason why he dies as a physical being. Just think of it. If we had no physical body, no etheric body, we could not maintain our ego-consciousness. True, we might be able to unfold such consciousness, but we could not maintain it. To do this we must always be impacting our own inner constitution. The consequence of this is the extraordinarily important fact that the development of our ego is made possible by destroying our own being If there were no impact between the members of our being, we could have no ego-consciousness. When the question is asked, “What is the purpose of destruction, of aging, of death?” the answer must be that it is in order that man may evolve that ego-consciousness may develop to further stages. If we could not die, that is the radical form of the process, we could not be truly “man.” If we ponder deeply about the implications of this, occultism can give us the following answer. To live as men we need physical body, etheric body, astral body and ego. In human life as it is at present, we need these four members. But if we are to attain ego-consciousness, we must destroy them. We must acquire these members time and time again and then destroy them. Hence many earthly lives are necessary in order to make it possible for human bodies to be destroyed again and again. Thereby we are enabled to develop to further stages as conscious human beings.

[ 4 ] Nun haben wir in dem Erdenleben nur ein einziges menschliches Glied, an dessen Entwickelung wir wirklich arbeiten können, das ist unser Ich. An der Entwickelung unseres Ich können wir in einer gewissen Weise arbeiten. Was heißt nun, im geistigen Sinne, an der Entwickelung seines Ich arbeiten? Wenn wir diese Frage beantworten wollen, müssen wir uns klar darüber sein, was die Arbeit am Ich notwendig macht. Nehmen wir an, ein Mensch geht auf den anderen los und sagt ihm: Du bist ein schlechter Mensch. Wenn das nicht stimmt, so hat der Betreffende eine Unwahrheit gesagt. Was bedeutet eine solche Aussage des Ich, die eine Unwahrheit ist? Ja, diese Aussage des Ich, die eine Unwahrheit ist, die bedeutet, daß von dem Zeitpunkt an das Ich weniger wert geworden ist. Das ist die objektive Bedeutung der Unmoralität. Wir sind mehr wert vor dem Augenblick, wo wir eine Unwahrheit gesagt haben, als nachher, nachdem wir die Unwahrheit ausgesprochen haben. Und messen Sie alle Räume und alle Zeiten aus: der Wert Ihres Ich wird geringer für alle Räume und alle Zeiten, für alle Unendlichkeit und alle Ewigkeit, wenn Sie ihn durch eine solche Sache geringer gemacht haben. Nun steht uns aber während des Lebens zwischen Geburt und Tod eines zur Verfügung, sozusagen. Wir können dasjenige, was wir so beigetragen haben, um unser Ich weniger wertvoll zu machen, das können wir immer verbessern, wenn wir unsere Lüge überwinden können. Wir können demjenigen, zu dem wir gesagt haben: Du bist ein schlechter Mensch, gestehen: Ich habe mich geirrt, es ist nicht richtig, was ich gesagt habe, und so weiter. Dann haben wir unserem Ich den Wert wiedergegeben, dann haben wir den Schaden, den wir unserem Ich zufügten, wieder ausgeglichen, dann haben wir bewirkt, daß das, was wir ihm zugefügt haben, wiederum ausgeglichen ist. So haben wir es für viele Dinge, die unser Ich berühren, in der Hand, während unseres Lebens noch einen Ausgleich zu schaffen, das, um was das Ich unvollkommen wird, zu verbessern. Wenn es zum Beispiel zu unserer Aufgabe gehört, irgend etwas zu wissen, und wir haben es vergessen, so ist unser Ich weniger wert; wenn wir uns aber bemühen, können wir es wieder in die Erinnerung bringen. Das Ich hat vorher weniger Wert; wenn wir es wieder in die Erinnerung gebracht haben, dann haben wir den Schaden ausgeglichen. Also: Wir können dieses Ich weniger wertvoll machen; wir können es aber auch wiederum immer wertvoller machen. — Sehen Sie, diese Fähigkeit, sozusagen zu revidieren ein Lebensglied, ein Menschheitsglied von uns, daß wir seine Fehler korrigieren, daß wir es vorwärts bringen, diese Fähigkeit haben wir in bezug auf das Ich.

[ 4 ] Now in our life on earth there is only one member of our being whose development we can work at in the real sense, and that is our ego. What does it mean to work at the development of the “I?” To answer this question we must realize what it is that makes this work necessary. Suppose a man goes to another and says to him, “You are wicked.” If this is not the case the man has told an untruth. What is the consequence of the ego having uttered an untruth such as this? The consequence is that from this moment the worth of the ego is less than it was before the utterance was made. That is the objective consequence of the immoral deed. Before uttering an untruth our worth is greater than it is afterwards. For all time to come and in all spheres, for all eternity the worth of our ego is less as the result of such a deed. But during the life between birth and death a certain means is at our disposal. We can always make amends for having lessened the worth of our ego; we can invalidate the untruth. To the one we have called wicked we can confess, “I erred; what I said is not true,” and so on. In doing this we restore worth to our ego and compensate for the harm done. In the case where our ego is involved it is still within our power during life to make the necessary adjustment. If, for example, we ought to have acquired knowledge of something but have forgotten all about it, our ego has lost worth, but if we make efforts we can recall it to memory and thus compensate for the harm done. To sum up, we can lessen the worth of our ego but we can also augment it. This faculty to correct a member of our being, to rectify its errors in such a way as to further its development, we possess in respect of the ego.

[ 5 ] Das Bewußtsein des Menschen erstreckt sich aber nicht unmittelbar auf das astralische Sein, auf das ätherische und noch viel weniger auf das physische Sein. Dennoch ist das ganze Leben ein fortwährendes Zerstören dieser drei Glieder, aber wir haben kein Wissen, wie man das immer wieder ausbessert. Darüber ist der Mensch Herr, wie man das Ich ausbessert, wie man ausgleicht einen moralischen, einen Gedächtnisdefekt; über dasjenige aber, was da der Mensch fortwährend zerstört in seinem astralischen, ätherischen und physischen Leib, darüber ist er nicht Herr. Trotzdem wird fortwährend diese Dreiheit verschlechtert, und wenn wir so hinleben, führen wir fortwährend Attacken aus gegen unsere drei Menschheitsglieder, astralischer Leib, ätherischer Leib und physischer Leib. An dem Ich arbeiten wir. Ja, wenn wir an unserem Ich nicht arbeiten würden unser ganzes Leben lang zwischen Geburt und Tod, so würde es eben nicht weiterkommen. Nun aber, an dem astralischen Leib, an dem Ätherleib und an dem physischen Leib kann der Mensch nicht so bewußt arbeiten wie an seinem Ich. Dennoch muß dasjenige, was der Mensch da fortwährend zerstört, wieder ersetzt werden. Der Mensch muß in der Zeit zwischen dem Tode und einer neuen Geburt in der richtigen Art wiederum zusammengestellt bekommen als astralischen Leib, Ätherleib und physischen Leib, was er zerstört hat; es muß möglich sein, daß wir in dieser Zeit hergestellt bekommen das, was wir vorher im Leben zerstört haben: den astralischen Leib, den Ätherleib und den physischen Leib. Das kann aber nur dadurch geschehen, daß etwas an uns arbeitet, was nicht in unserer Hand liegt. Das ist ja ganz offenbar, daß Sie es, wenn Sie nicht besondere magische Kräfte zur Verfügung haben, nicht in Ihrer Gewalt haben, sich einen astralischen Leib zu verschaffen, wenn Sie verstorben sind. Das muß dem Menschen aus der großen Welt, aus dem Makrokosmos geschaffen werden.

[ 5 ] Man's consciousness does not, however, extend directly to his astral and etheric nature, and it extends far less to his physical nature. Although perpetual destruction of these members is taking place through the whole course of life, we do not know how to rectify it. Man has the power to repair the harm done to the ego, to adjust a moral defect or defect of memory, but he has no power over what is continually being destroyed in his astral, etheric and physical bodies. These three bodies are being impaired all the time, and as we live on constant attacks are being made upon them. We work at the development of the ego, for if we did not do so during the whole of life between birth and death, no progress would be made. We cannot work as consciously at the development of our astral, etheric or physical body as we work at the development of our ego. Yet what is all the time being destroyed in those three bodies must be made good. In the time between death and a new birth we must again acquire in the right form—as astral body, etheric body and physical body—what we have destroyed. It must be possible during this time for what was previously destroyed to be repaired. This can only happen if something beyond our power works upon us. It is quite obvious that if we do not possess magical powers it will not be possible for us to procure an astral body when we are dead. The astral body must be created for us out of the Great World, the Macrocosm.

[ 6 ] Da begreifen Sie jetzt die Frage: Ja, woher wird denn das wiederum hergestellt, was wir zum Beispiel an unserem astralischen Leib zerstört haben? Wir müssen ja einen richtigen Leib haben, wenn wir wiedergeboren werden zu einem neuen leiblichen Dasein. Wo sind die Kräfte zu finden im Weltenall, die den astralischen Leib wieder herstellen? Sehen Sie, diese Kräfte können Sie suchen mit allen möglichen hellseherischen Künsten auf der Erde, Sie finden sie auf der Erde nicht. Und wenn es bloß auf die Erde ankäme, so könnte dem Menschen nie wieder sein astralischer Leib hergestellt werden. Die materialistische Weltanschauung, die da glaubt, alle Menschheitsbedingungen seien auf der Erde zu finden, irrt ganz gewaltig. Der Mensch hat seine Heimat nicht bloß auf der Erde. Das zeigt uns die wirkliche Betrachtung des Lebens zwischen dem Tode und einer neuen Geburt, daß die Kräfte, die der Mensch braucht, um seinen astralischen Leib wieder herzustellen, bei Merkur, Venus, Mars, Jupiter, Saturn liegen, bei den Sternen unseres Planetensystems liegen. Was von diesen Sternen ausgeht an Kräften, das muß alles arbeiten an der Wiederherstellung unseres astralischen Leibes; und wenn wir von da nicht herbekommen die Kräfte, so können wir einen astralischen Leib nicht erhalten. Was heißt denn das aber? Das heißt nichts anderes, als daß wir nach dem Tode oder auch bei einer Initiation mit den Kräften unseres astralischen Leibes herausdringen müssen aus dem physischen Leib. Und dieser astralische Leib dehnt sich hinaus ins Weltenall. Während wir sonst nur an einer Stelle dieses Weltenalls auf einen kleinen Punkt zusammengedrängt sind, dehnt sich unser ganzes Wesen nach dem Tode hinaus in den ganzen Kosmos. Tatsächlich ist unser Leben zwischen dem Tode und einer neuen Geburt nichts anderes als ein Aus-den-Sternen-Heraussaugen derjenigen Kräfte, die wir brauchen, damit diejenigen Glieder, die wir zerstört haben während des Lebens, wieder hergestellt werden können. Also aus den Sternen empfangen wir wirklich dasjenige, was uns unseren astralischen Leib wieder herstellt.

[ 6 ] We can now understand the question, “Where is the destruction we have caused in our astral body repaired?” We need a proper body when we are born again into the new bodily existence. Where are the forces that repair the astral body to be found in the universe? We might look for these forces on the earth with every kind of clairvoyance, yet we would never find them there. If it depended entirely on the earth, a man's astral body could never be repaired. The materialistic belief that all the conditions needed for human existence are to be found on the earth is utterly mistaken. Man's home is not only on the earth. True observation of the life between death and a new birth reveals that the forces man needs in order to repair the astral body lie in Mercury, Venus, Mars, Jupiter, Saturn, that is, in the stars belonging to the planetary system. The forces emanating from these heavenly bodies must all work at the repair of our astral body, and if we do not get the forces from there, we cannot have an astral body. What does that mean? It means that after death, and it is also the case in the process of initiation, we must go out of the physical body together with the forces of our astral body. This astral body expands into the universe. Whereas we are otherwise contracted into a small point in the universe, after death our whole being expands into it. Our life between death and new birth is nothing but a process of drawing from the stars the forces we need in order that the member we have destroyed during life can be restored. So it is from the stars that we actually receive the forces which repair our astral body.

[ 7 ] Auf dem Gebiete, das man im wahren Sinne des Wortes Okkultismus nennt, auf diesem Gebiete ist die Forschung eine sehr schwierige, eine komplizierte. Nicht wahr, es ist schon so, daß derjenige, der ganz gesunde Augen hat, wenn Sie ihn, sagen wir, in eine Gegend schicken in die Schweiz, und er stellt sich dann auf einen sehr hohen Berg hinauf und er kommt zurück, so wird er Ihnen eine Schilderung geben, die den Tatsachen entspricht. Aber Sie können sich ganz gut vorstellen, wenn er ein zweites Mal nach dieser Gegend geht und wiederum auf denselben Berg steigt, vielleicht etwas höher, so wird er das, was er so sieht, von einem anderen Gesichtspunkte aus beschreiben. Und man wird durch die Beschreibung von verschiedenen Gesichtspunkten aus einen immer vollständigeren, einen immer richtigeren Begriff von der Berglandschaft bekommen. Man glaubt nun, wenn einer einmal hellsichtig geworden ist, dann wisse er alles. So einfach ist die Sache nicht. Hier, in der geistigen Welt, handelt es sich auch immer um ein Forschen von Stück zu Stück. Und auch bei Dingen, die genau untersucht worden sind, findet man immer Neues und Neues. Nun war es gerade meine Aufgabe in den letzten zwei Jahren, das Kapitel des Lebens zwischen dem Tode und einer neuen Geburt wiederum genauer zu untersuchen und nachzuprüfen, und von diesen neuerlichen Prüfungen möchte ich Ihnen hier einiges erzählen.*

[ 7 ] In the domain of occultism—using the word in its true sense—investigation is difficult and full of complications. Suppose a man with good sight goes to some district in Switzerland, climbs a high mountain and then, when he has come down again, gives you an accurate description of what he has seen. You can well imagine that if he goes to the district again and climbs higher up the same mountain, he will describe what he has seen from a different vantage point. Through descriptions given from different vantage points it is obvious that an increasingly accurate and complete idea of the landscape will be obtained. Now people are apt to believe that if someone has become clairvoyant, he knows everything! It is by no means so. In the spiritual world, investigation always has to be gradual—”bit by bit,” as it were. Even in respect to things that have been investigated with great exactitude, new discoveries can be made all the time. During the last two years it has been my task to investigate even more closely than before the conditions of life between death and rebirth, and I want to tell you now about the findings of this recent research.

[ 8 ] Natürlich müssen Sie bei einer solchen Sache sich klar sein, daß richtiges Verständnis dafür nur derjenige haben kann, der etwas tiefer sich hineinfühlen kann in eine solche Sache, der überhaupt Herz und Sinn hat für solche Betrachtung. Man kann nicht verlangen, daß alles an einem Abend belegt und bewiesen wird. Aber wenn man wirklich in Geduld alles vergleicht und zusammenhält, was gesagt worden ist im Laufe der Zeit, so wird man finden, daß nirgends ein Stück ist in unserem Okkultismus, das sich nicht mit den anderen zu einem wohlabgerundeten Ganzen geschlossen in sich zusammenfügt. Gerade diese Zeit zwischen dem 'Tode und einer neuen Geburt zu untersuchen, oblag mir in der letzten Zeit. Und das trat so ganz besonders zutage in diesen Forschungen, die mir in der neueren Zeit aufgetragen waren, das lag so ganz im Sinne dieser Forschung, die Bedingungen, die bestehen für dieses ganze Leben zwischen einem Tode und einer neuen Geburt, ins geistige Auge zu fassen. Da zeigt sich eben wirklich, daß der Mensch, so wie er auf der Erde zwischen Geburt und Tod gleichsam auf seinen kleinsten Raum zusammengezogen ist, sozusagen immer mehr über diesen kleinsten Raum hinaustritt, wenn er diesen physischen Leib ablegt. Indem er durch die Pforte des Todes tritt, dehnt er sich immer weiter und weiter hinaus, er wächst und wächst. Er wächst stückweise in das Planetensystem hinein. Er wächst wirklich erst bis zu der Stelle in unserem Planetensystem, wo der Mond kreist. Und der Mensch wird so groß, daß seine äußersten Grenzen zusammenfallen mit der Sphäre, die durch die Stellung des Mondes markiert ist. Da hört das Kamaloka auf. Wenn der Mensch dann weiter wächst, so wächst er zunächst hinein in die Sphäre, die gebildet ist durch den Merkur, dann in die der Venus. Da wird tatsächlich der Mensch, indem er sich immer weiter und weiter ausdehnt, immer mehr und mehr wächst, da wird er so groß, daß sein Äußerstes durch die Sonnenbahn begrenzt ist, das heißt, wo man sagt, daß die scheinbare Sonnenbahn ist. Wir brauchen uns dabei nicht um das Kopernikanische Weltensystem zu kümmern; wir brauchen uns nur vorzustellen die Umkreise so, wie das ausgesprochen ist im Düsseldorfer Zyklus über die geistigen Hierarchien und ihre Widerspiegelung in der physischen Welt. Also der Mensch wächst in das Planetensystem hinein bei seinem Aufstieg in die geistigen Welten, in die Sphäre des Mondes und so weiter bis in die äußerste Sphäre, in die des Saturn hinein. Und das alles ist notwendig, damit der Mensch in der richtigen Weise zusammenkommt mit den Kräften, die er für seinen astralischen Leib nur aus den Kräften des Planetensystems erhalten kann.

[ 8 ] You will of course realize that true understanding is possible only for those who can penetrate deeply into such a subject, those whose hearts and minds are ready for a study of this kind. In a single lecture it cannot be expected that everything will be proved and substantiated. If what has been said in the course of time is patiently compared and collated, it will be found that nowhere in the domain of the occultism studied here is there anything that does not fit in with the rest. In the recent investigations of the life between death and a new birth the conditions prevailing during that period came very clearly to light. To the eyes of the spirit it is disclosed that the human being on the earth between birth and death, contracted as he is into the smallest possible space, emerges from it when he lays aside his physical body and expands farther and farther out into the universe. Having passed through the gate of death he grows stage by stage out into the planetary spheres. First of all, he expands as far as the area marked by the orbit of the Moon; the sphere indicated by the position of the Moon then becomes his outermost boundary. When that point has been reached, kamaloca is at an end. Continuing to expand, he grows into the sphere formed by the orbit of Venus. Then as his magnitude increases, his outermost boundary is marked by the apparent course of the Sun. We need not here concern ourselves with the Copernican theory of the universe. We need only picture the surrounding spheres as they were described in the Düsseldorf lectures on the Spiritual Hierarchies. Thus as man ascends into the spiritual worlds he expands into the planetary system, first into the sphere of the Moon, and ultimately into the outermost sphere, that of Saturn. All this is necessary in order that he shall come into contact with those forces needed for his astral body, which can be received only from the planetary system.

[ 9 ] Aber nun stellt sich eine Verschiedenheit heraus, wenn man verschiedene Menschen beobachtet. Die Verschiedenheit ergibt sich, wenn man zum Beispiel einen Menschen beobachtet nach dem Tode, der sein Leben hindurch in seinem Gemüte eine moralische, gute Stimmung hervorgerufen hat, der eine moralische Seelenverfassung durch den Tod hindurchträgt. Man kann einen solchen vergleichen mit einem, der eine weniger moralische Seelenverfassung durch die Pforte des Todes trägt; das macht einen großen Unterschied und dieses zeigt sich schon, indem der Mensch in die Kräfte des Merkur eintritt. Wie zeigt sich das? Nun, wenn der Mensch durch die Pforte des Todes gegangen ist, so nimmt er durch jene Wahrnehmungsmittel, die wir dann haben nach der Kamalokazeit, zum Beispiel die Wesenheiten wahr, die ihm im Leben nahegestanden haben, die weggestorben sind, ehe er selbst die Pforte des Todes durchschritten hat. Sind diese mit ihm verbunden? Gewiß, wir kommen mit allen diesen Wesenheiten zusammen, wir leben mit ihnen auch im Leben nach dem Tode. Aber es ist ein Unterschied, wie wir leben mit den Wesenheiten, mit denen wir gelebt haben auf der Erde. Es ist ein Unterschied, je nachdem der Mensch eine moralische Seelenverfassung durch den Tod bringt oder ob er eine unmoralische Seelenverfassung hat. Wenn der Mensch unmoralisch gewesen ist im Leben, dann kommt er zwar zusammen mit seinen Familienangehörigen und Freunden, aber es ist immer durch seine eigene Wesenheit etwas geschaffen wie eine Mauer, durch die er nicht hindurch kann bis zu den anderen Wesen. Und es wird der Mensch mit einer unmoralischen Seelenverfassung nach dem Tode ein Einsiedler, ein einsames Wesen, das überall etwas wie eine Mauer um sich hat und nicht hinüber kann zu den Wesen, in deren Sphäre er versetzt ist. Die Seele aber mit einer moralischen Seelenverfassung, die Seele mit solchen inneren Vorstellungen, die wir haben, wenn wir unseren Willen läutern, die wird sozusagen ein geselliger Geist und findet immer die Brücken und Zusammenhänge mit den Wesen, in deren Sphäre sie lebt. Ob wir einsame oder gesellige Geister sind, das entscheidet sich nach unserer unmoralischen oder moralischen Seelenverfassung. Diese Entscheidung hat etwas sehr Wichtiges im Gefolge. Derjenige, der ein geselliger Geist ist und nicht wie in die Schale seiner Wesenheit eingeschlossen ist, sondern heran kann an die Wesen seiner Sphäre, dieser Mensch arbeitet fruchtbar an der Fortentwickelung, an dem Fortschritt der ganzen Welt; der unmoralische Mensch, der nach dem Tode ein Einsiedler, ein einsamer Geist wird, der arbeitet an der Zerstörung der ganzen Welt; der reißt ebensogroße Löcher aus der ganzen Welt heraus, so groß wie der Grad seiner Unmoralität, seiner Abgeschlossenheit ist. Die Wirkung der unmoralischen Taten eines solchen Menschen ist für ihn eine Qual, für die Welt eine Zerstörung.

[ 9 ] A difference becomes apparent when different individuals are observed. Suppose we observe a man after death whose bearing throughout life was morally good and who has therefore taken with him through the gate of death a moral disposition of soul. Such a man may be compared with another, for instance, who has taken with him through death a less moral tenor of soul. This makes a great difference, and it becomes evident when the men in question pass into the sphere of the forces of Mercury. What form does this difference take? With the means of perception at his disposal after the period of kamaloca is over, a man becomes aware of those who were near him in life and who predeceased him. Are these beings connected with him? True, he meets them all. He lives together with them after death, but there is a difference in how he lives together with those with whom he was connected on earth. The difference is determined by whether the man brought with him through death a greater or lesser moral disposition of soul. If he lacked a moral sense in life, he does come together with members of his family and with his friends, but his own nature creates a kind of barrier that prevents him from reaching the other beings. A man with an immoral disposition becomes a hermit after death, an isolated being who always has a kind of barrier around him and cannot get through it to the other beings into whose sphere he has passed. But a soul with a moral disposition, a soul whose ideas are the outcome of purified will, becomes a sociable spirit and invariably finds the bridges and connections with the beings in whose sphere he is living. Whether we are isolated or sociable spirits is determined by our moral or immoral disposition of soul. Now this has important consequences. A sociable spirit, one who is not enclosed in the shell of his own being, but can make contact with other beings in his sphere, is working fruitfully for the progress of evolution and of the whole world. An immoral man who after his death becomes a hermit, an isolated spirit, is working at the destruction of the world. He makes holes, as it were, in the texture of the universe commensurate with the degree of his immorality and consequent isolation. The effect of the immoral deeds of such a man is for him, torment; for the world, destruction.

[ 10 ] Die moralische Seelenverfassung hat also eine große Bedeutung schon nach den ersten Zeiten im Kamaloka; sie entscheidet unser Schicksal auch für die nächste Zeit, die man die Venus-Zeit nennt. Es kommen aber noch andere Vorstellungen in Betracht, die der Mensch ausgebildet hat während des Lebens und die ihn angehen, wenn er in die geistige Welt eintritt. Diese anderen Vorstellungen sind die religiösen Vorstellungen. Anders lebt die Seele in der Venus-Sphäre nach dem Tode, wenn sie ein religiöses Band gehabt hat zwischen dem Vergänglichen und dem Unvergänglichen, und anders lebt sie, wenn sie dieses Band nicht gehabt hat. Wiederum hängt es davon ab, ob wir gesellige Geister werden oder einsame, einsiedlerische Geister, je nachdem wir religiös gestimmt waren im Leben oder nicht. Das Abschließen im Leben, das religiöse Abschließen im Leben macht uns zu Einsiedlern, zu ungeselligen Geistern. Wie wenn wir in eine Kapsel eingeschlossen wären, wie in einem Gefängnis fühlt sich eine solche unreligiöse Seele. Wir wissen zwar, daß außer uns die Wesen sind, aber wir sind wie in einem Gefängnis, in einer Kapsel, so daß wir nicht zu ihnen gelangen können. So werden zum Beispiel die Mitglieder des Monistenbundes, insofern sie in ihren öden materialistischen Vorstellungen jedes religiöse Gefühl ausgeschlossen haben, nicht nach dem Tode in einer neuen Gesellschaft, in einem Bund vereinigt sein; sie werden ein jeder in seinem eigenen Gefängnis eingesperrt sein. Damit soll natürlich nichts gegen den Monistenbund gesagt sein; es soll damit nur eine Tatsache begreiflich gemacht werden.

[ 10 ] A moral disposition of soul is therefore already of great significance shortly after the period of kamaloca. It also determines destiny for the next, the Venus period. A different category of ideas also comes into consideration then, ideas a man has evolved during life and that concern him when he enters the spiritual world. The ideas and conceptions are of a religious character. If religion has been a link between the transitory and the eternal, the life of soul in the Venus sphere after death is different from what it is if there has been no such link. Again, whether we are sociable or isolated, hermit-like spirits depends upon whether we were or were not of a religious turn of mind during life on earth. After death an irreligious soul feels as though enclosed in a capsule, a prison. True, such a soul is aware that there are beings around him, but he feels as though he were in a prison and unable to reach them. Thus, for example, the members of the Monistic Union, inasmuch as with their barren, materialistic ideas they have excluded all religious feeling, will not be united in a new community or union after death, but each of them will be confined in his own prison. Naturally, this is not meant as an attack upon the Monistic Union. It is merely a question of making a certain fact intelligible.

[ 11 ] Hier im Leben sind materialistische Vorstellungen ein Irrtum, im Reiche des Geistes sind sie eine Tatsache, nämlich die Tatsache, daß wir uns durch solche Vorstellungen, durch die wir uns hier im Physischen nur irrtümlich abschließen, uns dort im Geisterland einkerkern, uns zu Gefangenen machen unserer eigenen Astralität. — Wir entziehen uns die Anziehungskräfte in der Merkursphäre durch unmoralische Lebensverfassung; wir entziehen uns die Anziehungskräfte in der Venus-Sphäre durch irreligiöse Seelenverfassung; wir können die Kräfte, die wir brauchen, nicht herausbekommen aus dieser Sphäre, das heißt, wir bekommen dann in der nächsten Inkarnation einen in einer gewissen Art unvollkommenen astralischen Leib.

[ 11 ] In the life on earth materialistic ideas are an error, a fallacy. In the realm of the spirit they are a reality. Ideas, which here in the physical world merely have the effect of making us shut ourselves off, incarcerate us in the realm of the spirit, make us prisoners of our own astrality. Through an immoral conception of life we deprive ourselves of forces of attraction in the Mercury sphere. Through an irreligious disposition of soul we deprive ourselves of forces of attraction in the Venus sphere. We cannot draw from this sphere the forces we need; which means that in the next incarnation we shall have an astral body that in a certain respect is imperfect.

[ 12 ] Hier sehen Sie, wie an dem Karma gebaut wird, hier sehen Sie die Technik des Karma. Wenn man diese Tatsache der okkulten Forschung nimmt, dann beleuchtet sich einem in einer merkwürdigen Weise solch ein Ausspruch, der wie instinktiv von Kant gemacht worden ist. Als er sagen wollte, welche zwei Dinge ihm am meisten Bewunderung einflößen, da sagte er: Der bestirnte Himmel über mir und das moralische Gesetz in mir. — Scheinbar sind es zwei Dinge, in Wahrheit aber ist es eines und dasselbe. Ja, warum überkommt uns ein solches Gefühl der Erhabenheit, des göttlichen heiligen Ernstes, wenn wir in die Weiten des Sternenhimmels hinaufschauen? Weil dann, ohne daß wir es wissen, unser seelisches Heimatgefühl erwacht; weil dann in der Seele erwacht das Gefühl: Bevor du heruntergestiegen bist auf die Erde zu einer neuen Inkarnation, da warst du selber in diesen Sternen, und aus diesen Sternen hast du die besten Kräfte in dich hineinbekommen. Und dein moralisches Gesetz, es ist dir verliehen worden, als du in dieser Sternenwelt weiltest. Du kannst dasjenige, was der Sternenhimmel zwischen dem Tode und einer neuen Geburt dir gegeben hat, als die besten, schönsten Kräfte deiner Seele erschauen, wenn du Selbsterkenntnis übst. — Was wir im Sternenhimmel erblicken, ist das moralische Gesetz, das uns aus geistigen Welten gegeben ist, denn wir leben mit dem Sternenhimmel zwischen dem Tode und einer neuen Geburt. Wer sich in die Möglichkeit versetzen will, eine Ahnung zu bekommen, woher seine besten Kräfte stammen, der sollte mit solchen Gefühlen den Sternenhimmel betrachten. Wer überhaupt nicht fragen will, sondern stumpfsinnig in den Tag hineinlebt, dem werden die Sterne nichts erzählen. Wer sich aber die Frage aufwirft: Wie kommt dasjenige, was niemals mit meinem Sinnenleib zusammenhängt, wie kommt es in mich? Wenn er dann den Blick zum Sternenhimmel erhebt und ihn jenes eigentümliche Gefühl überkommt; wenn er dann spüren kann, wie er fromm werden kann, dann weiß er: es ist die Erinnerung an unsere ewige Heimat. So wächst man allmählich hinein in jenen Zustand, wo wir wirklich zusammenleben mit dem Sternenhimmel zwischen dem Tode und einer neuen Geburt.

[ 12 ] Here you see how karma takes shape, the technique of forming karma. These findings of occult investigation throw remarkable light on an utterance Kant made as though instinctively. He said that the two things that inspired the greatest wonder in him were the starry heavens above and the moral law within. These are apparently two things, but in fact they are one and the same. Why does a feeling of grandeur, of reverent awe, come over us when we look up into the starry heavens? It is because without our knowing it the feeling of our soul's home awakens in us. The feeling awakens: Before you came down to earth to a new incarnation you yourself were in those stars, and out of the stars have come the highest forces that are within you. Your moral law was imparted to you when you were dwelling in this world of stars. When you practice self-knowledge you can behold what the starry heaven bestowed upon you between death and a new birth—the best and finest powers of your soul. What we behold in the starry heavens is the moral law that is given us from the spiritual worlds, between death and a new birth—the best and finest powers of our soul. What we behold in the starry heavens is the moral law that is given us from the spiritual worlds, for between death and a new birth we live in these starry heavens. A man who longs to discover the source of the highest qualities he possesses should contemplate the starry heavens with feelings such as these. To one who has no desire to ask anything, but lives his life in a state of dull apathy—to him the stars will tell nothing. But if one asks oneself, “How does there enter into me that which is never connected with my bodily senses?” and then raises his eyes to the starry heaven, he will be filled with the feeling of reverence and will know that this is the memory of man's eternal home. Between death and rebirth we actually live in the starry heavens.

[ 13 ] Wir fragten, so wie wir bisher gefragt haben, nach unserem astralischen Leib mit seinen Zusammenhängen, seinem Wiederaufbau in der geistigen Welt. Dieselbe Frage können wir in bezug auf unseren Ätherleib aufwerfen. Auch ihn müssen wir unser ganzes Leben hindurch zerstören; aber ebenso müssen wir von woanders her die Kräfte holen, damit wir ihn wieder aufbauen können, damit wir ihn in den Stand setzen, seine Arbeit während des Lebens für den ganzen Menschen zu leisten.

[ 13 ] We have asked how our astral body is built up anew in the spiritual world, and the same question can be asked about our etheric body. This body, too, we cannot help destroying during our life, and again we must obtain from elsewhere the forces enabling us to build it up again, to make it fit to perform its work for the whole man during life.

[ 14 ] Ja, es gab lange Zeiträume in der menschlichen Erdenentwickelung, da konnte der Mensch überhaupt gar nichts tun, um irgend etwas dazu beizutragen, daß sein Ätherleib in der nächsten Inkarnation mit guten Kräften ausgestattet war. Aber es hatte der Mensch dazumal noch eine Erbschaft aus den Zeiten, wo er auf der Erde entstanden ist. Solange das alte Hellsehen dauerte, waren in dem Menschen noch solche Kräfte, die beim Tode noch unverbraucht vorhanden waren, gewissermaßen Reservekräfte, durch die der Ätherleib wieder aufgebaut werden konnte. Aber das ist der Sinn der Menschenentwickelung, daß alle Kräfte schwinden und durch neue ersetzt werden müssen. Und heute sind wir wirklich in einem Entwickelungspunkte, wo der Mensch etwas dazu tun muß, damit sein Ätherleib wieder aufgebaut werden kann. Durch alles dasjenige, was wir mit den gewöhnlichen moralischen Vorstellungen tun, was wir tun mit irgendeiner Religion der Erde, mit einer Religion, die auf ein einzelnes Volk der Erde beschränkt ist, gehen wir allerdings in das Planetensystem und ziehen aus dem Planetensystem die Kräfte, die wir zum Wiederaufbau des astralischen Leibes brauchen; nur durch eines gehen wir durch, ohne daß wir die richtigen Kräfte herausziehen: durch die Sonne selbst. Denn aus der Sonne muß zugleich unser Ätherleib die Kräfte ziehen; unser ätherischer Leib muß aus der Sonne die Kräfte ziehen, die er zu seinem Wiederaufbau braucht.

[ 14 ] There were long, long stretches of time in human evolution on earth when man was unable to contribute anything at all towards ensuring that his etheric body would be equipped with good forces in the next incarnation. Then man still had within him a heritage from times when his existence on earth began. As long as the ancient clairvoyance continued, there still remained in man forces that at death had not been used up, reserve forces, as it were, by means of which the etheric body could again be built up. But it lies in the very essence of human evolution that all forces eventually pass away and must be replaced by new ones. Today we have reached a point when man must do something himself in order that his etheric body may be built up again. Everything that we do as a result of our ordinary moral ideas, whatever response we make to a religion on the earth, limited as it may be to a particular people, with all this we pass into the planetary system and from there draw the forces for building up our astral body. There is only one sphere through which we pass without drawing from it these particular forces—the Sun sphere itself. For it is out of the Sun sphere that our etheric body must draw the forces enabling it to be built up again.

[ 15 ] In den vorchristlichen Zeiten, da war es so, daß der Mensch, indem er sich hinaufentwickelte in die geistige Welt, einen Teil der Kräfte des Ätherleibes mitnahm, und diese Reservekräfte ließen ihn aus der Sonne herausziehen dasjenige, was er zum Wiederaufbau seines Ätherleibes in einer neuen Inkarnation brauchte. Das ist jetzt anders: der Mensch bleibt jetzt immer mehr und mehr unberührt von den Kräften der Sonne. Wenn er nicht das Entsprechende dazu tut, daß sein ätherischer Leib sich so vorbereitet, daß er in die Seele das hineingießt, was aus der Sonne herausziehen kann die Kräfte, die er braucht zum Wiederaufbau seines Ätherleibes, so geht er unberührt durch die Sonnensphäre hindurch.

[ 15 ] Conditions in pre-Christian times were such that as a man rose by stages into the spiritual world he took with him part of the forces of the etheric body, and these reserve forces enabled him to draw from the Sun what he needed for building his etheric body in a new incarnation. Today this has changed. It now happens more and more frequently that man remains unaffected by the forces of the Sun. If he fails to do what is necessary for his etheric body by filling his soul with a content that can draw from the Sun the forces required for the rebuilding of this etheric body, he passes through the Sun sphere without being affected by it.

[ 16 ] Nun kann uns das, was wir fühlen können aus einem einzelnen Religionsbekenntnis der Erde, niemals in der Seele das geben, was wir brauchen, um in der Sonnensphäre bestehen zu können. Dasjenige, was wir in unseren Ätherleib hineingießen können, dasjenige, was wir dann brauchen in der Seele, damit sie fruchtbar durchlaufen kann die Sonnensphäre, das kann uns nur werden aus dem Gemeinsamen, das in allen menschlichen Religionen fließt. Und was fließt darin? Nun, wenn Sie die verschiedenen Religionen der Welt vergleichen — und dies ist ja eine der bedeutsamsten Aufgaben der geisteswissenschaftlichen Arbeit, den Wahrheitskern der verschiedenen Religionen wirklich zu studieren —, wenn Sie sie alle miteinander vergleichen, so werden Sie eines finden. Sie werden finden, daß diese Religionen immer in ihrer Art vollkommen waren, aber gerade auf ein bestimmtes Volk, auf eine bestimmte Zeitepoche hin; daß sie diesem Volk, dieser Zeitepoche das Bedeutsamste gegeben haben, was diese Zeit erhalten konnte. Und wir wissen im Grunde genommen am meisten über eine Religion da, wo diese Religionen gerade haben dienen können ihrer Zeit und ihrem Volke dadurch, daß sie sich abgeschlossen haben in einer gewissen egoistischen ‘Weise so, wie sie aus dem großen Urquell des Lebens gegeben waren.

[ 16 ] Now the influence that can be felt to emanate from one particular religious denomination on earth can never impart to the soul what is necessary in order that existence may be possible in the Sun sphere. What we can instill into our etheric body, what we then need in order that the soul's sojourn in the Sun sphere may be fruitful—this can come only from the element that flows through all the religions of mankind in common. What is this? If you compare the different religions of the world—and it is one of the most important anthroposophical tasks to study the core of truth in the different religions—you will find that these religions were always right in their way, but right for a particular people, for a particular epoch. They imparted to this people, to this epoch, what it was essential for this people and epoch to receive. In point of fact we know most about those religions that were able to serve their particular time and people by clinging egoistically to the form in which they originally issued from the fount of religious life.

[ 17 ] Wir haben ja schon seit mehr als zehn Jahren die Religionen studiert; aber es mußte einmal der Anfang gemacht werden damit, der Menschheit etwas zu geben, das über die einzelnen Religionen hinausgeht, das gleichsam alles das enthält, worauf die einzelnen Religionen hingewiesen haben. Wodurch kam das zustande? Das kam dadurch zustande, daß einmal eine Religion auftrat, die eine unegoistische Religion ist. Ihre Vollkommenheit beruht gerade darin, daß sie sich nicht bloß auf ein Volk und auf eine Zeit beschränkte. Eine im eminentesten Sinne egoistische Religion ist zum Beispiel die Hindu-Religion. Denn wer kein Hindu ist, kann nicht aufgenommen werden in diese Religion. Diese Hindu-Religion ist also in besonderem Sinne zugeschnitten auf das Hinduvolk. Ebenso ist es mit den anderen Territorialreligionen. Darauf beruht die Größe der einzelnen Religionsbekenntnisse, daß sie für die einzelnen irdischen Verhältnisse zugeschnitten waren. Wer das nicht ins Auge faßt, daß die Religionen gerade darin ihre Vollkommenheit haben, daß sie auf einzelne irdische Verhältnisse sich beschränken, wer nur immer betont, daß alle Religionssysteme aus einer Einheitsquelle gekommen sind, der kann nie zu einer Erkenntnis kommen.

[ 17 ] For more than ten years now we have been studying the religions, but it must be realized that once there had to be given to humanity an impulse transcending that of the single religions and embracing everything to which they had pointed. How did this come to be possible? It became possible through a religion in which there was no single trace of egoism. The supremacy of this religion lies in the fact that it did not limit itself to one people and one epoch. Hinduism, for instance, is an eminently egoistic religion, for a man who is not a Hindu cannot be received into it. This religion is specially adapted for the Hindu people, and the same applies to other territorial religions; their original greatness lay in the fact that they were adapted to particular earthly conditions. Those who do not admit that the religions were adapted to particular conditions, but maintain that all religious systems have emanated from one undifferentiated source, can never acquire real knowledge.

[ 18 ] Was heißt es denn, nur immer von der Einheit zu sprechen? Das heißt zum Beispiel, jemand sagt: Auf dem Tische stehen Salz und Pfeffer und Paprika und Zucker, aber nicht was jedes für sich bedeutet, wollen wir hervorheben, sondern die Einheit suchen wir, die sich ausdrückt in den verschiedenen Gewürzen, Pfeffer, Salz, Paprika und Zucker. — Reden kann man so über diese Dinge, aber wenn es sich darum handelt, von dem Reden zur Wirklichkeit überzugehen, wenn es darauf ankommt, die verschiedenen Gewürze jedes für sich in seiner Eigenart anzuwenden, wird man den Unterschied schon gewahr werden. Da wird niemand, wenn er die verschiedenen Gewürze anwendet, sagen, daß sie alle ohne Unterschied Gewürz seien. Denn wenn wirklich kein Unterschied ist, dann nehmen Sie einmal das Salz oder den Pfeffer und tun diese statt Zucker in Ihren Kaffee oder Tee; da werden Sie den Unterschied schon spüren. Denselben logischen Schnitzer macht jemand, der nicht wirklich die einzelnen Religionsbekenntnisse trennt, sondern sagt: sie kommen alle aus derselben Quelle.

[ 18 ] To speak only of unity amounts to saying that salt, pepper, paprika and sugar are on the table, but we are not concerned with each of them individually. What we are looking for is the unity that is expressed in these different substances. Of course, one can speak like this, but when it is a question of passing on to practical reality, of using each substance appropriately, the differences between them will certainly be apparent. Nobody who uses these substances will claim that there is no different, then just put salt or pepper instead of sugar into your coffee or tea, and you will soon find out the truth! Those who make no real distinction between the several religions, but say that they all come from the same source, are making the same kind of blunder.

[ 19 ] Aber wenn man kennen will, wie das lebendige Band sich durch die verschiedenen Religionen hindurchzieht auf ein großes Ziel hin, dann muß man dieses Band kennenlernen, dann muß man die Religionen in ihrem Wert für die einzelnen Sphären wirklich studieren. Das ist geschehen seit mehr als zehn Jahren innerhalb unserer mitteleuropäischen Sektion der Theosophischen Gesellschaft; aber es ist dann einmal der Anfang gemacht worden, eine Art von Religion zu gewinnen für etwas, was nichts zu tun hat mit den menschlichen Unterschieden, was nur mit dem Menschlichen etwas zu tun hat, das ohne Unterschied von Farbe und Rasse und so weiter ist. Worin drückt sich das aus? Haben wir in Wahrheit eine nationale Religion, wie sie die Hindu oder die Juden haben? Wenn wir den Wotan verehren würden, dann wären wir in der Lage, in der die Hindu sind. Wir verehren aber nicht den Wotan. Das Abendland hat sich zum Christus bekannt, der kein Abendländer ist, der ein Auswärtiger ist in bezug auf seine Abstammung. Nicht eine national-egoistische Art, sich an ein Bekenntnis zu binden, ist die Art, wie das Abendland sich zum Christus gestellt hat. Wir können das hier berührte Gebiet im Rahmen eines einzelnen Vortrages natürlich nicht erschöpfend behandeln; immer können nur einzelne Gesichtspunkte angeführt werden. Angeführt werden sollte, daß die Art, wie sich das Abendland sein Religionsbekenntnis angeeignet hat, eine absolut unegoistische gewesen ist. Auch in einer anderen Art zeigt sich das Überwiegende des ChristusPrinzipes. Rufen Sie zusammen einen ernsten Kongreß, zusammengesetzt von Religionsgelehrten der verschiedenen Religionsbekenntnisse, die sich bemühen sollen, die einzelnen Religionssysteme unparteiisch miteinander zu vergleichen. Die Frage möchte ich ihnen stellen, ob es in demselben Sinne in irgendeiner Religion etwas gibt, was über die ganze Erde hin Gültigkeit hat wie das Folgende: daß wir eine und dieselbe Bemerkung haben, die von zwei Seiten herkommend etwas ganz Verschiedenes bedeutet, wie im Christentum. Es ist eine tiefe Bemerkung im Evangelium, die da der Christus Jesus macht, indem er sagt zu denen, die er lehrte: In euch allen lebt ein Göttliches; seid ihr denn nicht Götter? Er sagt es mit aller Gewalt: «Ihr seid Götter» (Joh. 10, 34). Damit meint der Christus Jesus: Ein Funke liegt in jeder Menschenbrust, der göttlich ist, der angefacht werden muß, so daß man sagen kann: Seid wie die Götter! Zu einer anderen, und zwar gerade entgegengesetzten Wirkung führt ein Wort von Luzifer, als er an den Menschen herantritt, um ihn herabzuziehen aus dem Götterbereiche, indem er zu den Menschen sagt: «Ihr werdet sein wie Gott» (I. Mose, 3,5). Da war der Sinn ganz anders. Der gleiche Ausspruch, der Menschheit zum Verderben, beim Beginn des Herabgehens in den Abgrund; derselbe Ausspruch, ein Hinweis auf unser höchstes Ziel! Das soll man in irgendeinem Religionsbekenntnis in der gleichen Art suchen! Entweder ist das eine oder das andere da; aber es ist nicht beides da. Man forsche — aber man forsche nur genau — und man wird sehen, wie vieles darin liegt in den wenigen Worten, die jetzt gesagt worden sind. Warum hat das Christentum diese wichtige Sache in sich aufgenommen? Damit sich zeigt, daß es auf den bloßen Inhalt nicht ankommt, sondern darauf, aus welcher Wesenheit er herkommt. Warum? Weil das Christentum begann, in richtigem Sinne darauf hinzuweisen und hinzuwirken, was sein Wesenskern verkündet: Nicht bloß Stammesverwandtschaft ist da, sondern Menschheitsverwandtschaft ist da, etwas, was ohne Unterschied von Rasse, Nationalität und Bekenntnis gilt, etwas, was über alle Rassen und über alle Zeiten herübergreift. Darum ist das Christentum zugleich so intim verwandt mit der menschlichen Seele, weil das, was das Christentum geben kann, keiner menschlichen Seele fremd zu bleiben braucht. Das geben zwar noch nicht alle Menschen auf der Erde zu. Aber was wahr ist, muß ja doch zuletzt sieghaft sich durchsetzen.

[ 19 ] If we wish to know how a living thread runs through the different religions towards a great goal, we must seek to understand this thread, and study and value of each religion for its particular sphere. This is what we have been doing for the last ten years in our Middle-European Section of the TheosophicalSociety. A beginning has been made towards discovering the nature of a religion that has nothing to do with differences in humanity, but only with the essential human as such, without distinction of color, race, and so forth. What form has this taken? Can it really be said that we have a “national” religion such as is found among the Hindus or the Jews? If we were to worship Wotan we should be in the same position as the Hindus. But we do not worship Wotan. The West has acknowledged the Christ, and Christ was not a Westerner, but an alien with respect to His lineage. The attitude to Christ that the West has adopted is not an egoistic or nationalistic adherence to a creed. The domain touched upon here cannot, of course, be exhaustively dealt with in a single lecture. It is only possible to speak of particular aspects, and one aspect is that the attitude adopted by the West to its professed religion has been absolutely unegoistical. The supremacy of the Christ Principle is shown in another way, too. Think of a congress where learned representatives of the different religions have gathered with the aim of comparing the various systems of religion quite impartially. To such a congress I should like to put the question, “Is there any religion on earth in which one and the same saying means something different when made from two different sides?” This is actually what occurs in Christianity. Christ Jesus speaks profound words in the Gospel when He says to those around Him, “In all of you there is Divinity; are you then not Gods?” He says with all power and authority, “Ye are gods!” (John 10:34). Christ Jesus means by these words that in every human breast lies a spark that is Divine. This spark must be kindled in order that it may be possible to say, “Be as the gods.” A different and indeed exactly opposite effect is the aim of words spoken by Lucifer when he approaches man in order to drag him down from the realm of the Gods, “Ye shall be as God” (Genesis 3:5) The meaning here is entirely different. The same utterance is made at one time in order to corrupt humanity at the beginning of the descent into the abyss, and at another time as a pointer to the supreme goal! Look for the same thing in any other denominational creed, and the one utterance or the other may be found, but never both. Close examination will show what depth of meaning lies in the few words that have just been spoken. The fact that these significant utterances have become an integral part of Christianity shows clearly that what is really important is not the mere content of the words, but the Being who utters them. Why is it so? It is because Christianity is working to achieve the fulfillment of the principle that gives expression to its very core, namely, that there is not only kinship among those related by physical descent, but among all mankind. There is something that holds good without distinction of race, nationality or creed, and reaches beyond all racial traits and all epochs of time. Christianity is so intimately connected with the soul of man because what it can bestow need not remain alien to any man. This is not yet admitted all over the earth, but what is true must ultimately prevail.

[ 20 ] Heute allerdings sind die Menschen noch nicht einmal so weit, einsehen zu können, daß der Buddhist, der Hindu nicht den Christus abzulehnen braucht. Denken Sie doch einmal, was es heißen würde, wenn jemand denkend, tief denkend, auftreten würde und wenn er sagen würde zu uns: Es ist unrecht von euch Christus-Bekennern, wenn ihr besonders von dem Christus sagt: alle Bekenntnisse können sich in ihm vereinigen, können ihn gleichmäßig als ihr höchstes Ziel anerkennen. Damit gebt ihr dem Christus den Vorzug. Ihr dürft besonders nicht über den Christus eine solche Behauptung aufstellen. -— Warum denn nicht? Vielleicht, weil der Hindu verlangen könnte, wir sollten auch seine Lehren allein verehren? Wir wollen nichts nehmen diesen Lehren, die wir wahrhaftig so hoch verehren wie nur irgendein Hindu. Darf der Buddhist sagen: Ich darf den Christus nicht anerkennen, denn das steht nicht in meinen buddhistischen Schriften? Kommt irgend etwas darauf an, wenn etwas, was wahr ist, nicht in besonderen Schriften steht? Ist es antibuddhistisch, daß man sich zu dem kopernikanischen Weltsystem bekennt, obgleich davon nichts in buddhistischen Schriften steht? Darf der Buddhist sagen: Es ist nicht recht, es ist antibuddhistisch, daß man sich zu dem kopernikanischen Weltsystem bekennt, denn in meinen Büchern steht nichts von dem kopernikanischen Weltsystem? — Geradeso wie das kopernikanische Weltsystem sind die neueren geisteswissenschaftlichen Forschungsresultate über die Christus-Wesenheit etwas, was von einem Hindu oder Bekenner eines anderen Religionssystems angenommen werden kann; das hat nichts zu tun mit einem Religionsbekenntnis. Wer es ablehnt, was Geisteswissenschaft zu sagen hat über den Christus-Impuls im Verhältnis zu den Religionsbekenntnissen, der hat nicht das wahre Verständnis für das, wie man sich zu einem Religionsbekenntnis zu stellen hat. — Vielleicht, meine lieben Freunde, wird noch einmal die Zeit kommen, wo man sehen wird, wie das, was wir über das Wesen des Christus-Impulses und sein Verhältnis zu allen Religionsbekenntnissen und Weltanschauungen zu sagen haben, ebenso tief zu unseren Herzen, zu unseren Seelen spricht, wie es sich bemüht, mit einer äußersten Konsequenz bis in die einzelnen Phasen zu gehen. — Es ist nicht leicht für den einzelnen, einzusehen, wie versucht wird, die Dinge zusammenzutragen, die zu einem wahren Verständnis des Christus-Impulses führen können. Und es braucht der Mensch in seinem gegenwärtigen Zyklus ein Verständnis für das, was wir die Christus-Wesenheit nennen. Das SichBekennen zum Christus hat nichts zu tun mit einem einzelnen, sich abschließenden Religionssystem; ein richtiger Christ ist nur derjenige, der gewohnt ist, einen jeden Menschen anzusehen als solchen, der das christliche Prinzip in sich selber trägt; für einen richtigen Christen wird das Christliche gesucht in einem Chinesen, einem Hindu und so weiter. — Das wahre Verständnis eines jeden, der sich zum Christus bekennt, beruht darin, daß er sich bewußt wird, daß der Christus-Impuls sich nicht beschränkt auf einen Teil der Erde — ein Irrtum wäre dies. Die Realität ist so, daß seit dem Mysterium von Golgatha wirklich wahr ist, was Paulus schon sagte für die Gebiete, für die er zu sprechen hatte. Paulus hat verkündet: Christus ist gestorben auch für die Heiden. — Verstehen aber muß die Menschheit, daß der Christus gekommen ist nicht für ein bestimmtes Volk, für eine bestimmte, beschränkte Zeit, sondern für die gesamte Erdenbevölkerung, für alle. Und dieser Christus, er hat seine Phantomkeime in jede Seele gestreut, und der Fortschritt wird nur darin bestehen, daß die Seelen sich ihrer bewußt werden. Wir arbeiten also nicht nur eine Theorie aus, nicht bloß, daß unser Verstand ein paar Begriffe mehr bekommt, wenn wir geisteswissenschaftlich arbeiten, sondern wir kommen zusammen, daß unsere Herzen und Seelen ergriffen werden. Wenn wir in dieser Art ein Verständnis entgegenbringen dem Christus-Impulse, so wird er es endlich machen, daß alle Menschen auf der Erde zum tiefsten Christus-Verständnis kommen, zum Verständnis des Christus-Wortes: «Wenn zwei oder drei in meinem Namen zusammen sind, so bin ich mitten unter ihnen.» Die in diesem Geiste zusammen arbeiten, sie finden die Brücke von Seele zu Seele. Das aber wird der ChristusImpuls über die ganze Erde hin machen. Der richtige Christus-Impuls, das ist dasjenige, was das lebendige Leben unserer Zweige sein soll. Da kommt dann der Okkultismus und zeigt uns, wenn wir es uns angelegen sein lassen dadurch, daß wir etwas fühlen die Realität des Christus-Impulses: dann wird in unsere Seelen etwas hineingesenkt, was sie geeignet macht, den Durchgang zu finden durch die Sonnensphäre, so daß der Ätherleib uns in der richtigen Weise wieder gegeben werden kann in der nächsten Inkarnation. Richtig nehmen wir Geisteswissenschaft erst auf, wenn wir ein tiefgehendes Verständnis der Aufnahme des Christus-Impulses entgegenbringen. Nur so wird unser Ätherleib beim Eintritt in eine neue Inkarnation stark und kräftig sein. Die Ätherleiber werden immer mehr und mehr verkommen, wenn die Menschen nichts wissen von dem Christus und seiner Mission für die ganze Erdenentwickelung. Durch Verständnis der Christus-Wesenheit werden wir diesem Verkommen des Ätherleibes entgehen, das macht uns sonnenfähig, sonnenhaft, das macht uns geeignet, daß wir aus dem Gebiete, aus dem der Christus gekommen ist, Kräfte aufzunehmen fähig werden. Seit er da ist, der Christus, kann der Mensch die Kräfte mitnehmen von der Erde, die ihn in die Sonnensphäre führen. Dann können wir zurückgehen auf die Erde und in der nächsten Inkarnation leben die Kräfte, die unseren Ätherleib stark machen. Wenn wir den Christus-Impuls nicht aufnehmen, dann werden die Ätherleiber immer unfähiger und unfähiger, sich ihre erhaltenden, aufbauenden Kräfte aus der Sonnensphäre mitzunehmen, um hier auf der Erde richtig wirken zu können. Klar sein müssen wir uns, daß das Leben der Erde wirklich abhängt nicht von dem bloßen theoretischen Auffassen, sondern von einem gänzlichen Durchdrungensein von dem Ereignis von Golgatha. Das zeigt uns die wahre okkulte Forschung.

[ 20 ] Men have not yet reached the stage of realizing that a Buddhist or a Hindu need not reject Christ. Just think what it would mean if some serious thinker were to say to us, “You who are followers of Christ ought not to maintain that all denominations and creeds can acknowledge Him as their supreme goal. In so doing you give preference to Christ, and you are not justified in making such a statement.” If this were said, we should have to answer, “Why are we not justified? Is it because a Hindu might also demand that veneration be paid only to his particular doctrines? We have no desire whatever to deprecate those doctrines; we honor them as highly as any Hindu. Would a Buddhist be justified in saying that he may not acknowledge Christ because nothing is said to this effect in His scriptures? Is anything essential at stake when a truth is not found in particular writings or scriptures? Would it be right for a Buddhist to say that it is against the principles of Buddhism to believe in the truth of the Copernican theory of the universe, for no mention of it is made in His books? What applied to the Copernican theory applies equally to the findings of modern spiritual-scientific research concerning the Christ-being, namely, that because He has nothing to do with any particular denomination, the Christ can be accepted by a Hindu or an adherent of any other religion. Those who reject what spiritual science has to say about the Christ impulse in relation to the religious denominations simply do not understand what the true attitude to religion should be.” Perhaps some day the time will come when it will be realized that what we have to say about the nature of the Christ impulse and its relation to all religious denominations and world-conceptions speaks directly to the heart and soul, as well as endeavoring to deal consistently with particular phases of the subject. It is not easy for everyone to realize what efforts are made to bring together things that can lead to the true understanding of the Christ impulse needed by man in the present cycle of his existence. Avowal of the belief in Christ has nothing fundamentally to do with any particular religion or religious system. A true Christian is simply one who is accustomed to regard every human being as bearing the Christ principle in himself, who looks for the Christ principle in a Chinese, a Hindu, or whoever he may be. In a man who avows his belief in Christ is founded the realization that the Christ impulse is not confined to one part of the earth. To imagine it as confined would be a complete fallacy. The reality is that since the Mystery of Golgotha, Paul's proclamation to the region with which he was connected has been true—Christ died also for the heathen. Humanity must learn to understand that Christ did not come for one particular people, and particular epoch, but for all the peoples of the earth, for all of them! Christ has sown His spirit-seed in every human soul, and progress consists in the souls of men becoming conscious of this. In pursuing spiritual science we are not merely elaborating theories or amassing a few more concepts for our intellects, but we meet together in order that our hearts and souls may be affected. If in this way the light of understanding can be brought to bear upon the Christ impulse, this impulse itself will eventually enable all men on earth to realize the deep meaning of Christ's words, “When two or three are gathered together in My name, there am I in the midst of them.” Those who work together in this spirit find the bridge that leads from soul to soul. This is what the Christ impulse will achieve over the whole earth. The Christ impulse itself must constitute the very life of our groups. Occultism reveals that if we feel something of the reality of the Christ impulse, a power has penetrated into our souls that enables them to find the path through the Sun sphere after death and makes it possible for us to receive a healthy etheric body in the next incarnation. We can only assimilate spiritual science in the right way by receiving the Christ impulse into ourselves with deep understanding. Only this will ensure that our etheric body will be strong and vigorous when we enter a new incarnation. Etheric bodies will deteriorate more and more if men remain in ignorance of Christ and His mission for the whole of earth revolution. Through understanding the Christ-being we shall prevent this deterioration of the etheric body and partake of the nature of the Sun. We shall become fit to receive forces from the sphere where Christ came to the earth. Since the coming of Christ we can take with us from the earth the forces that lead us into the Sun sphere. Then we can return to the earth with forces that in the next incarnation will make our etheric body strong. If we do not receive the Christ impulse, our etheric body will become less and less capable of drawing from the Sun sphere the forces that build and sustain it, enabling it to work in the right way here on the earth. Earthly life is really not dependent upon theoretical understanding, but upon our being permeated through and through with the effects of the Event of Golgotha. This is what is revealed by genuine occult research.

[ 21 ] Und diese okkulte Forschung zeigt uns weiter, wie wir empfangen können, was uns für den physischen Leib vorbereitet. Denn der physische Leib wird uns verliehen durch das, was man nennt das Vater-Prinzip. Aber durch die Eigentümlichkeit, die sich ausdrückt durch das Wort des Christus Jesus: «Ich und der Vater sind Eins» (Joh. 10, 30), werden wir durch den Christus-Impuls auch des VaterPrinzips teilhaftig; das heißt, es führt uns der Christus-Impuls zugleich zu den göttlichen Vaterkräften.

[ 21 ] Occult research also shows us how we can be prepared to receive the physical body. The physical body is bestowed upon us by the Father principle. It is through the Christ impulse that we are able to partake of the Father principle in the sense of the words, “I and my Father are one” (John 10:30). The Christ impulse leads us to the divine powers of the Father.

[ 22 ] Was ist das Beste, das wir gewinnen können aus unserer spirituellen Vertiefung? Man könnte sich vorstellen, daß eine Menschenseele möglich wäre unter Ihnen, die nachher zur Türe hinausginge und sich sagen würde: Jetzt habe ich eigentlich alles vergessen bis auf alle einzelnen Worte. Es würde dies ein extremer Fall sein, es würde der radikalste Fall sein. Das, meine lieben Freunde, wäre noch nicht einmal der größte Schaden. Denn ich könnte mir den Fall denken, daß so einer, der da hinaustritt auf die Straße, trotzdem ein Gefühl, eine Empfindung mittrüge, die das Ergebnis ist dessen, was er hier gehört hat, wenn er auch sonst alles vergessen hat. Und dieses Gefühl ist die Hauptsache. Was wir in unserem Gemüt erleben, das ist die Hauptsache. Aber wir können es nicht anders erleben, wenn wir die Worte hören, als dadurch: wir müssen uns ihm hingeben in allen Einzelheiten, damit unsere Gemüter mit dem mächtigen Impulse ausgefüllt werden. Wenn alles dasjenige, was Geist-Erkenntnis uns sein kann, zur Verbesserung unserer Seele beiträgt, dann haben wir das Richtige gewonnen. Und gar, wenn im rechten Sinne durch das, was sich in seinem Gemüte niederschlägt durch die Geisteswissenschaft, der Mensch fähig wird, nur um ein weniges mehr seine Mitmenschen zu verstehen, dann hat sie an ihm ihr Werk getan. Denn Geisteswissenschaft ist Leben, unmittelbares Leben. Widerlegt oder bewiesen wird sie nicht durch logische Disputationen. Sie wird durch das Leben bewiesen und gewertet. Und sie wird sich bewähren dadurch, daß sie Menschen finden kann, in deren Seelen sie Eingang findet. Aber was könnte uns mehr erheben, als wenn wir imstande sind zu wissen, daß wir kennenlernen die Quelle unseres wahren Lebens zwischen dem Tode und einer neuen Geburt, unsere Verwandtschaft zu fühlen mit dem ganzen Universum! Was könnte uns mehr bestärken in unseren Pflichten in unserem Leben als das Wissen, daß wir in uns tragen die Kräfte des Universums, zu deren Eingießung wir uns vorbereiten müssen im Leben, damit sie wirksam in uns werden können, wenn wir wiederum betreten die Welt der Planeten und die Welt der Sonne zwischen dem Tode und einer neuen Geburt. Und der, der wirklich begreift die Dinge, die ihm der Okkultismus enthüllen kann über des Menschen Verhältnis zur Sternenwelt, bei dem ist ehrlich das Gebet, das er dann verständnisvoll an die Welt richtet und das etwa so lauten kann: «Je mehr ich mir bewußt werde, wie ich herausgeboren bin aus dem Weltenall, je mehr ich die Verantwortlichkeit fühle, die Kräfte in mir zu entwickeln, die ein ganzes Weltenall mir gegeben hat, ein um so besserer Mensch werde ich werden können.» Und wer dieses Gebet aus der tief innersten Seele heraus zu beten versteht, der darf auch hoffen, daß es bei ihm ein reales Ideal wird, der darf auch hoffen, daß er durch die Kraft eines solchen Gebetes ein immer besserer und vollkommenerer Mensch werde. So arbeitet bis in die intimsten Tiefen hinein das, was wir durch die wahre Geisteswissenschaft erhalten.

[ 22 ] What is the best result that can be achieved by spiritual deepening? One could imagine someone among you going out after the lecture and saying at the door, “I have forgotten every single word of it!” That would, of course, be an extreme case, but it would really not be the greatest calamity. For I could imagine that such a person does nevertheless take with him a feeling resulting from what he has heard here, even though he may have forgotten everything! It is this feeling in the soul that is important. When we are listening to the words we must surrender ourselves wholly in order that our souls shall be filled with the great impulse. When the spirit-knowledge we acquire contributes to the betterment of our souls, then we really have achieved something. Above all, when spiritual science helps us to understand our fellow men a little better, it has fulfilled its function, for spiritual science is life, immediate life. It is not refuted or confirmed by disputation or logic. It is put to the test and its value determined by life itself, and it will establish itself because it is able to find human beings into whose souls it is allowed to enter. What could be more uplifting than to know that we can discover the fount of our life between death and rebirth. We can discover our kinship with the whole universe! What could give us greater strength for our duties in life than the knowledge that we bear within us the forces pouring in from the universe and must so prepare ourselves in life that these forces can become active in us when, between death and rebirth, we pass into the spheres of the planets and of the Sun. One who truly grasps what occultism can reveal to him about man's relation to the world of the stars can say with sincerity and understanding the prayer that might be worded somewhat as follows, “The more conscious I become that I am born out of the universe, the more deeply I feel the responsibility to develop in myself the forces given to me by a whole universe, the better human being I can become.” One who knows how to say this prayer from the depths of the soul may also hope that it will become in him a fulfilled ideal. He may hope that through the power of such a prayer he will indeed become a better and more perfect man. Thus what we receive through true spiritual science works into the most intimate depths of our being.