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Occult Studies on Life Between Death and Rebirth
GA 140

18 November 1912, Hanover

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3. Der Durchgang des Menschen durch die Planetensphären und die Bedeutung der Christus-Erkenntnis

3. Humanity’s Journey Through the Planetary Spheres and the Significance of the Knowledge of Christ

[ 1 ] Wir sind am heutigen Abend versammelt in einer gewissermaßen neuen Umhüllung unseres lieben Hannoverschen Zweiges, und es ist mit dem heutigen Abend die schönste Einweihung damit gegeben, daß so viele unserer Freunde hier erschienen sind und dadurch in ihren Herzen wiederum einmal auch hier an diesem Orte bekundet haben, daß es ihnen ernst ist mit demjenigen, was wir zusammenfassen in unserer spirituellen Weltanschauungsströmung. Es ist ja seit einiger Zeit bei solchen Gelegenheiten auf der einen Seite eben wirklich immer eine Schwierigkeit, die auf der anderen Seite aber uns mit einer gewissen Befriedigung erfüllen kann: daß, wenn unsere Freunde eine solche Umhüllung ihrer Arbeit sich geschaffen haben, sie sich sogleich bei den allerersten Versammlungen als zu klein erweist. Dieses ist natürlich eine Sache, die zwei Seiten hat; allein, es ist zugleich dasjenige, was unsere Seele mit Zuversicht und Hoffnung für die Tragkraft unserer Bewegung erfüllen kann. Und so lassen Sie mich denn nur ganz kurz bei Eintritt in unsere Betrachtung aussprechen, daß auch in diesen Räumen Segen und Gedeihen blühen mögen der spirituellen Arbeit, die hier verrichtet wird; lassen Sie mich aussprechen den Herzenswunsch, daß diese Arbeit so verlaufen möge, daß sie durch ihre innere Kraft und Gediegenheit haben kann den Segen derjenigen, die als spirituelle Führer über unserer Bewegung wachen. Diesen Segen, wir können ihn nur dann haben, wenn wir in innerer Ehrlichkeit, Wahrhaftigkeit und Aufrichtigkeit nach den großen, geistigen Idealen streben. Dann aber, wenn wir aus diesem Streben heraus in ernstem und wahrem und ehrlichem Geiste hier zusammen arbeiten, dann können wir auch immer sicher sein, daß der Segen derjenigen, die wir nennen die Meister der Weisheit und des Zusammenklingens der Empfindungen, über unserer Sache walten. Und so möge denn dieser Segen auf uns herabfließen, damit unsere Arbeit etwas werden kann, was den Seelen Kraft und Stärke gibt, damit diese Arbeit einen kleinen Baustein liefere zu dem, was durch die Geisteswissenschaft der gesamten Menschheitskultur zugeführt werden soll.

[ 1 ] We are gathered here this evening in what is, in a sense, a new setting for our beloved Hanover branch, and this evening marks the most beautiful inauguration of this space, as so many of our friends have come here and thereby once again expressed in their hearts, right here in this place, that they are serious about what we summarize in our spiritual worldview. For some time now, on such occasions, there has indeed always been a difficulty on the one hand, which on the other hand, however, can fill us with a certain satisfaction: that when our friends have created such a setting for their work, it immediately proves to be too small at the very first gatherings. This is, of course, a matter with two sides; yet it is also what can fill our souls with confidence and hope for the vitality of our movement. And so, as we begin our reflection, let me briefly express the heartfelt wish that in these very rooms, too, blessings and prosperity may flourish for the spiritual work being carried out here; let me express the heartfelt wish that this work may proceed in such a way that, through its inner strength and solidity, it may receive the blessing of those who watch over our movement as spiritual guides. We can only receive this blessing if we strive toward the great spiritual ideals with inner honesty, truthfulness, and sincerity. But then, when we work together here in a serious, true, and honest spirit, born of this striving, then we can always be certain that the blessing of those we call the Masters of Wisdom and the Harmony of Feelings will preside over our cause. And so may this blessing flow down upon us, so that our work may become something that gives strength and power to the souls, so that this work may provide a small building block for what is to be contributed to the entire culture of humanity through Spiritual Science.

[ 2 ] Ausgehen, meine lieben Freunde, wollen wir bei unserer heutigen Betrachtung von einem Ins-Auge-Fassen desjenigen, was wir unser menschliches Bewußtsein nennen. Was nennen wir denn unser menschliches Bewußtsein? Nun, wir können zunächst dieses Bewußtsein umschreiben. Wir können sagen: Während wir in dem Zustande des Schlafes sind — vom Einschlafen am Abend bis zum Aufwachen am nächsten Morgen -, da ist dieses Bewußtsein nicht in uns. Keiner, der sozusagen seine fünf Sinne beieinander hat — wenn ich diesen Ausdruck gebrauchen darf —, zweifelt daran, daß er auch vorhanden ist, wenn er am Abend beim Einschlafen dies Bewußtsein gewissermaßen verliert. Denn wenn er daran zweifelte, würde er damit die ganz unsinnige Behauptung aufstellen, daß alles, was er innerlich erlebt hat, während des Schlafes verlorengeht und am nächsten Morgen erst wiederum von neuem entsteht. Wer nicht diese unsinnige Anschauung hat, der ist überzeugt davon, daß er auch während der Zeit des Schlafes existiert. Aber dasjenige ist nicht in ihm, was wir unser Bewußtsein nennen. Wir sind während des Schlafes nicht erfüllt von Vorstellungen, wir sind nicht erfüllt von Trieben, Begierden und Leidenschaften; wir sind nicht erfüllt von Schmerzen und Leiden — denn wenn die Schmerzen so stark werden, daß sie uns den Schlaf stören, dann bleibt das Bewußtsein eben vorhanden. Derjenige, der unterscheiden kann zwischen Schlafen und Wachen, kann auch wissen, was Bewußtsein ist. Bewußtsein ist dasjenige, was bei jedem Aufwachen wieder in die Seele hineinkommt; all die Summe von Vorstellungen, Affekten, Leidenschaften, Schmerzen und so weiter, das kommt am Morgen wieder in die Seele hinein. Wodurch ist dieses Bewußtsein ganz besonders charakteristisch beim Menschen? Beim Menschen ist es besonders dadurch charakteristisch, daß alles, was der Mensch in seinem Bewußtsein haben kann, gewissermaßen begleitet ist von dem Gefühl, von der Empfindung, von dem Erlebnis des Ich; und eine Vorstellung, bei der Sie nicht wenigstens denken könnten: ich stelle sie mir vor; eine Empfindung, bei der Sie nicht denken könnten: ich empfinde; ein Schmerz, bei dem Sie nicht sagen könnten: mich schmerzt er, das würde nicht ein wirkliches inneres Erlebnis Ihrer Seele sein. Alles was Sie erleben, muß mit der Ich-Vorstellung verknüpft sein. Das ist es auch. Dennoch wissen Sie, daß dieses Verknüpftsein mit der Ich-Vorstellung — wir haben das öfter schon besprochen — in einem gewissen Zeitpunkt des Lebens erst beginnt. In der Zeit so um das dritte Jahr herum, da beginnt erst das Kind ein Erlebnis damit zu verbinden, wenn es nicht mehr sagt: Karlchen oder Mariechen spielt oder spricht und so weiter, sondern: Ich spreche. — So entzündet sich eigentlich erst das Wissen vom Ich im Verlaufe des kindlichen Alters.

[ 2 ] To begin, my dear friends, let us start our reflection today by taking a close look at what we call our human consciousness. What, then, do we call our human consciousness? Well, we can start by describing this consciousness. We can say: While we are in the state of sleep—from falling asleep in the evening until waking up the next morning—this consciousness is not within us. No one who, so to speak, has all five senses intact—if I may use that expression—doubts that it is also present when, in the evening upon falling asleep, he loses this consciousness, so to speak. For if they doubted it, they would thereby make the utterly nonsensical claim that everything they have experienced inwardly is lost during sleep and only arises anew the next morning. Anyone who does not hold this nonsensical view is convinced that they continue to exist even during the time of sleep. But that which we call our consciousness is not within them. During sleep, we are not filled with mental images; we are not filled with drives, desires, and passions; we are not filled with pain and suffering—for if the pain becomes so intense that it disturbs our sleep, then consciousness remains present. The person who can distinguish between sleeping and waking can also know what consciousness is. Consciousness is that which returns to the soul with every awakening; the entire sum of mental images, emotions, passions, pains, and so on—that is what returns to the soul in the morning. In what way is this consciousness particularly characteristic of human beings? In human beings, it is particularly characterized by the fact that everything a person can have in their consciousness is, so to speak, accompanied by the feeling, the sensation, the experience of the “I”; and a mental image about which you could not at least think: “I am imagining it”; a sensation about which you could not think: I am feeling; a pain where you could not say: it hurts me—that would not be a true inner experience of your soul. Everything you experience must be linked to the mental image of the “I.” That is indeed the case. Nevertheless, you know that this connection to the mental image of the “I”—we have discussed this often before—only begins at a certain point in life. Around the age of three, the child begins to associate an experience with it, no longer saying: “Little Karl or Little Marie is playing or speaking” and so on, but rather: “I am speaking.” — This is how the awareness of the “I” actually first arises in the course of childhood.

[ 3 ] Heute wollen wir uns fragen: Wodurch entzündet sich denn allmählich im Kinde das Wissen vom Ich? Nun können wir gerade bei dieser Frage sehen, daß sozusagen die einfachsten, scheinbar einfachsten Sachen nicht so ganz leicht zu beantworten sind, obwohl die Antwort manchmal recht naheliegt. Wie kommt denn das Kind dazu, von dem allgemeinen Ich-losen Bewußtseinszustande zu Ich-erfüllten Vorstellungen zu kommen? Wer das kindliche Leben wirklich studiert, der kann erfahren, wie das Kind dazu kommt. Sehen Sie, es gibt eine sehr einfache Beobachtung, die jeder machen kann, die ihn dazu führen kann, sich zu überzeugen, wie das Kind zu dem IchBewußtsein kommt. Es braucht der Mensch nur einmal so recht ernst zu beobachten, wie sich diese Ich-Vorstellung heranbildet und verstärkt. Beobachten Sie einmal ein Kind, wenn es sich sein Köpfchen an der Tischkante stößt. Wenn Sie das kindliche Leben genauer beobachten, werden Sie finden, daß das Ich-Gefühl gewachsen ist, nachdem das Kind sich das Köpfchen gestoßen hat. Es hat sich nämlich wahrgenommen. Das trägt dazu bei, daß das Kind sich selbst kennenlernte. Nun braucht es sich bei einer solchen Sache nicht immer zu verletzen, es braucht nicht immer äußere Schrammen dabei zu geben; schon wenn das Kind seine Hände irgendwo auflegt, so ist das ein kleiner Stoß, da nimmt sich das Kind an anderen Dingen wahr. Sie werden sich sagen müssen: Das Kind würde nicht zum Ich-Bewußtsein kommen, wenn es sich nicht an der Außenwelt, an dem Widerstand der Außenwelt wahrnehmen würde. Würde das Kind keinen Widerstand erleben, so würde es niemals zum Ich-Bewußtsein kommen. Daß das Kind eine Außenwelt sich gegenüber haben kann, das bildet im Kind allmählich das Ich-Bewußtsein aus. Dann wissen Sie ja, hat das Kind zu einer gewissen Zeit seines Lebens dieses Ich-Bewußtsein. Aber dann hört dasjenige nicht auf beim Menschen, was bis dahin stattgefunden hat; nur findet eine Umkehrung statt. Das Kind hat das Ich-Bewußtsein ausgebildet, indem es die äußeren Gegenstände als außer sich befindlich wahrnimmt, sich also davon trennt. Wenn dieses Ich-Bewußtsein einmal da ist, stößt es sich noch immer an etwas, muß es sich noch immerfort stoßen. Wo stößt es sich denn? Was mit nichts in Berührung kommt, kann von sich selber nichts wissen, wenigstens nicht innerhalb unserer Welt, soweit wir in der Welt leben. Sehen Sie, von dem Zeitpunkt an, wo das Ich-Bewußtsein da ist, da stößt sich das Ich an der eigenen inneren Leiblichkeit, da fängt das Ich an, nach innen zu leben; da fängt das Ich an, sich an dem eigenen Leib nach innen zu stoßen. Sie brauchen ja nur daran zu denken, wenn Sie sich das vorstellen wollen, daß das Kind an jedem Morgen aufwacht. Das ist ein Hineingehen des Ich und des astralischen Leibes in den physischen und den Ätherleib, da stößt sich das Ich an dem physischen und dem Ätherleib. Ja, denken Sie, wenn Sie schon mit der Hand in das Wasser greifen und das Wasser durchmessen, so haben Sie überall einen Widerstand, wo Sie sich mit dem Wasser berühren. So ist es, wenn das Ich heruntertaucht am Morgen und sich von seinem Innenleben umspült findet. Aber während des ganzen Lebens ist dieses Ich eingesenkt in diesen physischen und Ätherleib und stößt sich an allen Seiten an diesen Leibern. Wenn Sie mit der Hand im Wasser herumplätschern, werden Sie die Hand von allen Seiten gewahr; so ist es, wenn das Ich heruntertaucht in den Ätherleib und den physischen Leib und sich stößt auf allen Seiten innerhalb dieser Leiblichkeit. Und dies geschieht das ganze Leben hindurch. Das ganze Leben hindurch muß der Mensch mit jedem neuen Aufwachen am Morgen untertauchen in seinen physischen Leib und seinen Ätherleib, und dadurch, daß er so untertaucht, geschehen fortwährend Zusammenstöße von dem physischen Leib und dem Ätherleib auf der einen Seite und dem astralischen Leib und dem Ich auf der anderen Seite. Was ist die Folge davon? Die Folge davon ist, daß diejenigen Wesenhaftigkeiten, die da zusammenstoßen, abgenutzt werden. Es geht dem Ich und dem astralischen Leib auf der einen Seite und dem ätherischen und dem physischen Leib auf der anderen Seite genauso, wie wenn Sie fortwährend zwei Körper aufeinander schlagen. Sie nützen sich ab; und dieses Abnützen, das ist das allmähliche Älterwerden, Abgebrauchtwerden, das beim Menschen im Verlaufe des Lebens eintritt, und das ist auch der Grund, warum wir überhaupt physisch sterben. Denken Sie einmal: wir hätten keinen physischen, keinen Ätherleib, dann könnten wir auch unser Ich-Bewußtsein nicht aufrechterhalten. Wir würden zwar in die Lage kommen, das Ich-Bewußtsein zu entwickeln, aber wir könnten es nicht aufrechterhalten. Denn wir müssen uns immer nach innen stoßen, wenn es aufrechterhalten werden soll in unserem Bewußtsein. Daraus folgt nichts Geringeres als die außerordentlich bedeutsame Tatsache, daß wir von der Zerstörung unserer Wesenheit die Entwickelung unseres Ich haben. Könnten wir nicht zusammenstoßen mit den Gliedern unserer Wesenheit, so könnten wir kein Ich-Bewußtsein haben. Ja, wenn der Mensch fragt, wozu ist Zerstörung da, Altern da, Tod da, da muß man ihm antworten: Zerstörung, Altern, Tod ist dazu da, daß der Mensch, indem er zerstört, sich entwickelt, nämlich das Ich-Bewußtsein immer weiter entwickelt. Könnten wir nicht sterben — das ist der radikale Ausdruck dafür —, so könnten wir nicht wahrhaft Menschen sein. Wenn wir aber diese Tatsache in ihrer vollen Bedeutung auf unsere Seele wirken lassen, dann kann uns folgender Gedanke kommen, den uns der Okkultismus beantworten kann, nämlich der Gedanke: Als Menschen brauchen wir doch, wenn wir leben wollen, immer physischen Leib, Ätherleib, astralischen Leib und Ich. So wie wir im gegenwärtigen menschlichen Leben sind, müssen wir sagen, wir brauchen diese vier Glieder; damit wir aber das Ich-Bewußtsein erlangen können, müssen wir sie zerstören. Wir müssen sie immer wieder bekommen, damit wir sie immer wieder zerstören. Darauf beruht die Notwendigkeit der wiederholten Erdenleben, um die Möglichkeit zu haben, immer aufs neue die menschlichen Leiber zu zerstören und uns dadurch gerade als bewußte Menschheitswesen weiter zu entwickeln.

[ 3 ] Today we want to ask ourselves: How does the child’s sense of self gradually develop? Now, with this very question, we can see that the simplest—or seemingly simplest—things are not so easy to answer, even though the answer is sometimes quite obvious. How does the child progress from a general, selfless state of consciousness to self-centered mental images? Anyone who truly studies childhood can discover how the child achieves this. You see, there is a very simple observation that anyone can make, which can lead them to see for themselves how the child develops self-awareness. One need only observe seriously enough how this mental image of self develops and strengthens. Observe a child once when they bump their little head on the edge of a table. If you observe childhood more closely, you will find that the sense of self has grown after the child has bumped their little head. For they have perceived themselves. This contributes to the child getting to know themselves. Now, such an experience does not always have to involve injury; there need not always be external scrapes; even when the child places its hands on something, that is a small jolt, and through it the child perceives itself in relation to other things. You will have to admit: The child would not develop a sense of self if it did not perceive itself in relation to the external world, to the resistance of the external world. If the child did not experience any resistance, it would never develop a sense of self. The fact that the child can have an external world facing it gradually forms the sense of self within the child. Then, as you know, the child possesses this sense of self at a certain stage of its life. But what has taken place up to that point does not stop there in the human being; rather, a reversal takes place. The child has developed self-awareness by perceiving external objects as existing outside of itself, thus separating itself from them. Once this self-awareness is established, it still encounters something; it must continually encounter something. Where, then, does it come into contact? That which comes into contact with nothing cannot know anything of itself, at least not within our world, insofar as we live in the world. You see, from the moment when self-consciousness is present, the self comes into contact with its own inner physicality; there the self begins to live inwardly; there the self begins to come into contact with its own body inwardly. You need only think of this, if you wish to create a mental image of it, when the child wakes up every morning. This is the entry of the ego and the astral body into the physical and etheric bodies; there the ego comes into contact with the physical and etheric bodies. Yes, think of it this way: when you reach your hand into the water and move it through it, you encounter resistance everywhere you come into contact with the water. It is the same when the ego descends in the morning and finds itself surrounded by its inner life. But throughout the whole of life, this ego is immersed in the physical and etheric bodies and comes into contact with these bodies on all sides. When you splash around in the water with your hand, you become aware of your hand from all sides; so it is when the ego descends into the etheric body and the physical body and comes into contact on all sides within this physicality. And this happens throughout the whole of life. Throughout one’s entire life, with every new awakening in the morning, the human being must submerge into their physical body and their etheric body, and as a result of this submergence, there are constant collisions between the physical body and the etheric body on the one hand, and the astral body and the I on the other. What is the consequence of this? The consequence is that the entities that collide in this way become worn down. It is the same for the ego and the astral body on the one hand, and the etheric and physical bodies on the other, as if you were constantly striking two bodies against one another. They wear themselves out; and this wearing out is the gradual aging, the wearing down that occurs in human beings over the course of life, and that is also the reason why we die physically at all. Just think: if we had no physical body, no etheric body, then we could not maintain our ego-consciousness either. We would indeed be able to develop ego-consciousness, but we could not sustain it. For we must constantly push inward if it is to be sustained in our consciousness. From this follows nothing less than the extraordinarily significant fact that the development of our ego arises from the destruction of our being. If we could not collide with the members of our being, we could have no sense of self. Indeed, when a person asks, “What is the purpose of destruction, of aging, of death?” one must answer: Destruction, aging, and death exist so that, through destruction, the human being may develop—namely, may continually develop the sense of self. If we could not die—that is the radical expression of this—we could not truly be human. But if we allow this fact to take effect on our soul in its full significance, then the following thought may occur to us, one to which occultism can provide an answer, namely the thought: As human beings, if we wish to live, we always need a physical body, an etheric body, an astral body, and an ego. Just as we are in our present human life, we must say that we need these four members; but in order to attain ego-consciousness, we must destroy them. We must acquire them again and again so that we may destroy them again and again. This is the basis for the necessity of repeated earthly lives, in order to have the opportunity to destroy the human bodies anew and thereby develop further precisely as conscious human beings.

[ 4 ] Nun haben wir in dem Erdenleben nur ein einziges menschliches Glied, an dessen Entwickelung wir wirklich arbeiten können, das ist unser Ich. An der Entwickelung unseres Ich können wir in einer gewissen Weise arbeiten. Was heißt nun, im geistigen Sinne, an der Entwickelung seines Ich arbeiten? Wenn wir diese Frage beantworten wollen, müssen wir uns klar darüber sein, was die Arbeit am Ich notwendig macht. Nehmen wir an, ein Mensch geht auf den anderen los und sagt ihm: Du bist ein schlechter Mensch. Wenn das nicht stimmt, so hat der Betreffende eine Unwahrheit gesagt. Was bedeutet eine solche Aussage des Ich, die eine Unwahrheit ist? Ja, diese Aussage des Ich, die eine Unwahrheit ist, die bedeutet, daß von dem Zeitpunkt an das Ich weniger wert geworden ist. Das ist die objektive Bedeutung der Unmoralität. Wir sind mehr wert vor dem Augenblick, wo wir eine Unwahrheit gesagt haben, als nachher, nachdem wir die Unwahrheit ausgesprochen haben. Und messen Sie alle Räume und alle Zeiten aus: der Wert Ihres Ich wird geringer für alle Räume und alle Zeiten, für alle Unendlichkeit und alle Ewigkeit, wenn Sie ihn durch eine solche Sache geringer gemacht haben. Nun steht uns aber während des Lebens zwischen Geburt und Tod eines zur Verfügung, sozusagen. Wir können dasjenige, was wir so beigetragen haben, um unser Ich weniger wertvoll zu machen, das können wir immer verbessern, wenn wir unsere Lüge überwinden können. Wir können demjenigen, zu dem wir gesagt haben: Du bist ein schlechter Mensch, gestehen: Ich habe mich geirrt, es ist nicht richtig, was ich gesagt habe, und so weiter. Dann haben wir unserem Ich den Wert wiedergegeben, dann haben wir den Schaden, den wir unserem Ich zufügten, wieder ausgeglichen, dann haben wir bewirkt, daß das, was wir ihm zugefügt haben, wiederum ausgeglichen ist. So haben wir es für viele Dinge, die unser Ich berühren, in der Hand, während unseres Lebens noch einen Ausgleich zu schaffen, das, um was das Ich unvollkommen wird, zu verbessern. Wenn es zum Beispiel zu unserer Aufgabe gehört, irgend etwas zu wissen, und wir haben es vergessen, so ist unser Ich weniger wert; wenn wir uns aber bemühen, können wir es wieder in die Erinnerung bringen. Das Ich hat vorher weniger Wert; wenn wir es wieder in die Erinnerung gebracht haben, dann haben wir den Schaden ausgeglichen. Also: Wir können dieses Ich weniger wertvoll machen; wir können es aber auch wiederum immer wertvoller machen. — Sehen Sie, diese Fähigkeit, sozusagen zu revidieren ein Lebensglied, ein Menschheitsglied von uns, daß wir seine Fehler korrigieren, daß wir es vorwärts bringen, diese Fähigkeit haben wir in bezug auf das Ich.

[ 4 ] Now, in our earthly life, we have only one human aspect at which we can truly work—our “I.” We can work on the development of our “I” in a certain way. What does it mean, in a spiritual sense, to work on the development of one’s ego? If we want to answer this question, we must be clear about what makes working on the ego necessary. Let us suppose that one person attacks another and says to them: You are a bad person. If that is not true, then the person in question has spoken an untruth. What does such a statement of the “I,” which is an untruth, mean? Yes, this statement of the “I,” which is an untruth, means that from that moment on, the “I” has become less valuable. That is the objective meaning of immorality. We are worth more before the moment we have spoken an untruth than afterward, after we have uttered the untruth. And measure out all spaces and all times: the value of your ego becomes lesser across all spaces and all times, across all infinity and all eternity, if you have diminished it through such an act. Now, however, during the course of life between birth and death, one thing is available to us, so to speak. We can always improve upon what we have contributed to making our self less valuable, provided we can overcome our lie. We can confess to the person to whom we said, “You are a bad person”: “I was wrong; what I said is not true,” and so on. Then we have restored value to our ego; then we have compensated for the harm we inflicted upon our ego; then we have ensured that what we inflicted upon it is once again balanced. Thus, for many things that affect our ego, we have the power, during our lifetime, to create a balance, to improve that which renders the ego imperfect. If, for example, it is part of our task to know something, and we have forgotten it, then our ego is of lesser value; but if we make an effort, we can bring it back into memory. The ego is of lesser value beforehand; once we have brought it back into memory, we have compensated for the damage. So: We can make this ego less valuable; but we can also, in turn, make it ever more valuable. — You see, this ability to, so to speak, revise a link in our life, a link in our humanity—to correct its errors, to move it forward—we possess this ability with regard to the ego.

[ 5 ] Das Bewußtsein des Menschen erstreckt sich aber nicht unmittelbar auf das astralische Sein, auf das ätherische und noch viel weniger auf das physische Sein. Dennoch ist das ganze Leben ein fortwährendes Zerstören dieser drei Glieder, aber wir haben kein Wissen, wie man das immer wieder ausbessert. Darüber ist der Mensch Herr, wie man das Ich ausbessert, wie man ausgleicht einen moralischen, einen Gedächtnisdefekt; über dasjenige aber, was da der Mensch fortwährend zerstört in seinem astralischen, ätherischen und physischen Leib, darüber ist er nicht Herr. Trotzdem wird fortwährend diese Dreiheit verschlechtert, und wenn wir so hinleben, führen wir fortwährend Attacken aus gegen unsere drei Menschheitsglieder, astralischer Leib, ätherischer Leib und physischer Leib. An dem Ich arbeiten wir. Ja, wenn wir an unserem Ich nicht arbeiten würden unser ganzes Leben lang zwischen Geburt und Tod, so würde es eben nicht weiterkommen. Nun aber, an dem astralischen Leib, an dem Ätherleib und an dem physischen Leib kann der Mensch nicht so bewußt arbeiten wie an seinem Ich. Dennoch muß dasjenige, was der Mensch da fortwährend zerstört, wieder ersetzt werden. Der Mensch muß in der Zeit zwischen dem Tode und einer neuen Geburt in der richtigen Art wiederum zusammengestellt bekommen als astralischen Leib, Ätherleib und physischen Leib, was er zerstört hat; es muß möglich sein, daß wir in dieser Zeit hergestellt bekommen das, was wir vorher im Leben zerstört haben: den astralischen Leib, den Ätherleib und den physischen Leib. Das kann aber nur dadurch geschehen, daß etwas an uns arbeitet, was nicht in unserer Hand liegt. Das ist ja ganz offenbar, daß Sie es, wenn Sie nicht besondere magische Kräfte zur Verfügung haben, nicht in Ihrer Gewalt haben, sich einen astralischen Leib zu verschaffen, wenn Sie verstorben sind. Das muß dem Menschen aus der großen Welt, aus dem Makrokosmos geschaffen werden.

[ 5 ] Human consciousness, however, does not extend directly to the astral realm, to the etheric realm, and even less so to the physical realm. Nevertheless, life as a whole is a continuous process of destroying these three aspects, yet we have no knowledge of how to repair them time and again. Human beings have control over how to repair the ego, how to compensate for a moral or memory defect; but they have no control over what they are constantly destroying in their astral, etheric, and physical bodies. Nevertheless, this triad is constantly deteriorating, and if we live on like this, we are constantly launching attacks against our three human members: the astral body, the etheric body, and the physical body. We work on the ego. Indeed, if we did not work on our ego throughout our entire life between birth and death, we would simply not make any progress. However, a human being cannot work as consciously on the astral body, the etheric body, and the physical body as on their ego. Nevertheless, what a human being continually destroys must be restored. In the time between death and a new birth, the human being must have what they have destroyed—the astral body, the etheric body, and the physical body—reconstituted in the proper way; it must be possible for us to have restored during this time what we previously destroyed in life: the astral body, the etheric body, and the physical body. But this can only happen through the work of something beyond our control. It is quite obvious that, unless you possess special magical powers, you have no power to procure an astral body for yourself after you have died. This must be created for the human being from the greater world, from the macrocosm.

[ 6 ] Da begreifen Sie jetzt die Frage: Ja, woher wird denn das wiederum hergestellt, was wir zum Beispiel an unserem astralischen Leib zerstört haben? Wir müssen ja einen richtigen Leib haben, wenn wir wiedergeboren werden zu einem neuen leiblichen Dasein. Wo sind die Kräfte zu finden im Weltenall, die den astralischen Leib wieder herstellen? Sehen Sie, diese Kräfte können Sie suchen mit allen möglichen hellseherischen Künsten auf der Erde, Sie finden sie auf der Erde nicht. Und wenn es bloß auf die Erde ankäme, so könnte dem Menschen nie wieder sein astralischer Leib hergestellt werden. Die materialistische Weltanschauung, die da glaubt, alle Menschheitsbedingungen seien auf der Erde zu finden, irrt ganz gewaltig. Der Mensch hat seine Heimat nicht bloß auf der Erde. Das zeigt uns die wirkliche Betrachtung des Lebens zwischen dem Tode und einer neuen Geburt, daß die Kräfte, die der Mensch braucht, um seinen astralischen Leib wieder herzustellen, bei Merkur, Venus, Mars, Jupiter, Saturn liegen, bei den Sternen unseres Planetensystems liegen. Was von diesen Sternen ausgeht an Kräften, das muß alles arbeiten an der Wiederherstellung unseres astralischen Leibes; und wenn wir von da nicht herbekommen die Kräfte, so können wir einen astralischen Leib nicht erhalten. Was heißt denn das aber? Das heißt nichts anderes, als daß wir nach dem Tode oder auch bei einer Initiation mit den Kräften unseres astralischen Leibes herausdringen müssen aus dem physischen Leib. Und dieser astralische Leib dehnt sich hinaus ins Weltenall. Während wir sonst nur an einer Stelle dieses Weltenalls auf einen kleinen Punkt zusammengedrängt sind, dehnt sich unser ganzes Wesen nach dem Tode hinaus in den ganzen Kosmos. Tatsächlich ist unser Leben zwischen dem Tode und einer neuen Geburt nichts anderes als ein Aus-den-Sternen-Heraussaugen derjenigen Kräfte, die wir brauchen, damit diejenigen Glieder, die wir zerstört haben während des Lebens, wieder hergestellt werden können. Also aus den Sternen empfangen wir wirklich dasjenige, was uns unseren astralischen Leib wieder herstellt.

[ 6 ] Now you understand the question: Yes, where, then, is that which we have destroyed—for example, in our astral body—reconstituted? After all, we must have a proper body when we are reborn into a new physical existence. Where in the universe can the forces be found that restore the astral body? You see, you can search for these forces on Earth using every possible clairvoyant art, but you will not find them on Earth. And if it depended solely on Earth, a human being’s astral body could never be restored. The materialistic worldview, which believes that all the conditions of human existence are to be found on Earth, is profoundly mistaken. Humanity’s home is not merely on Earth. A true contemplation of life between death and a new birth reveals that the forces humanity needs to restore its astral body lie with Mercury, Venus, Mars, Jupiter, and Saturn—with the stars of our solar system. The forces emanating from these stars must all work toward the restoration of our astral body; and if we do not obtain these forces from there, we cannot maintain an astral body. But what does that mean? It means nothing other than that after death, or even during an initiation, we must emerge from the physical body using the forces of our astral body. And this astral body expands out into the universe. Whereas otherwise we are compressed into a tiny point at a single location in this universe, after death our entire being expands out into the entire cosmos. In fact, our life between death and a new birth is nothing other than a drawing from the stars of those forces we need so that the members we have destroyed during life can be restored. Thus, from the stars we truly receive that which restores our astral body.

[ 7 ] Auf dem Gebiete, das man im wahren Sinne des Wortes Okkultismus nennt, auf diesem Gebiete ist die Forschung eine sehr schwierige, eine komplizierte. Nicht wahr, es ist schon so, daß derjenige, der ganz gesunde Augen hat, wenn Sie ihn, sagen wir, in eine Gegend schicken in die Schweiz, und er stellt sich dann auf einen sehr hohen Berg hinauf und er kommt zurück, so wird er Ihnen eine Schilderung geben, die den Tatsachen entspricht. Aber Sie können sich ganz gut vorstellen, wenn er ein zweites Mal nach dieser Gegend geht und wiederum auf denselben Berg steigt, vielleicht etwas höher, so wird er das, was er so sieht, von einem anderen Gesichtspunkte aus beschreiben. Und man wird durch die Beschreibung von verschiedenen Gesichtspunkten aus einen immer vollständigeren, einen immer richtigeren Begriff von der Berglandschaft bekommen. Man glaubt nun, wenn einer einmal hellsichtig geworden ist, dann wisse er alles. So einfach ist die Sache nicht. Hier, in der geistigen Welt, handelt es sich auch immer um ein Forschen von Stück zu Stück. Und auch bei Dingen, die genau untersucht worden sind, findet man immer Neues und Neues. Nun war es gerade meine Aufgabe in den letzten zwei Jahren, das Kapitel des Lebens zwischen dem Tode und einer neuen Geburt wiederum genauer zu untersuchen und nachzuprüfen, und von diesen neuerlichen Prüfungen möchte ich Ihnen hier einiges erzählen.*

[ 7 ] In the field that is called occultism in the true sense of the word, research in this field is very difficult and complicated. Isn’t it true that if you send someone with perfectly healthy eyes—let’s say—to a region in Switzerland, and he climbs a very high mountain and then returns, he will give you a description that corresponds to the facts. But you can well form a mental image of what it would be like if he went to that region a second time and climbed the same mountain again—perhaps a little higher—and he described what he sees from a different perspective. And through descriptions from various perspectives, one will gain an ever more complete, an ever more accurate understanding of the mountain landscape. People tend to believe that once someone has become clairvoyant, they know everything. It’s not that simple. Here, in the spiritual world, it’s always a matter of exploring bit by bit. And even with things that have been thoroughly examined, one always discovers something new. Now, it has been my task over the past two years to once again examine and verify the chapter of life between death and a new birth in greater detail, and I would like to tell you a little about these recent investigations here.*

[ 8 ] Natürlich müssen Sie bei einer solchen Sache sich klar sein, daß richtiges Verständnis dafür nur derjenige haben kann, der etwas tiefer sich hineinfühlen kann in eine solche Sache, der überhaupt Herz und Sinn hat für solche Betrachtung. Man kann nicht verlangen, daß alles an einem Abend belegt und bewiesen wird. Aber wenn man wirklich in Geduld alles vergleicht und zusammenhält, was gesagt worden ist im Laufe der Zeit, so wird man finden, daß nirgends ein Stück ist in unserem Okkultismus, das sich nicht mit den anderen zu einem wohlabgerundeten Ganzen geschlossen in sich zusammenfügt. Gerade diese Zeit zwischen dem 'Tode und einer neuen Geburt zu untersuchen, oblag mir in der letzten Zeit. Und das trat so ganz besonders zutage in diesen Forschungen, die mir in der neueren Zeit aufgetragen waren, das lag so ganz im Sinne dieser Forschung, die Bedingungen, die bestehen für dieses ganze Leben zwischen einem Tode und einer neuen Geburt, ins geistige Auge zu fassen. Da zeigt sich eben wirklich, daß der Mensch, so wie er auf der Erde zwischen Geburt und Tod gleichsam auf seinen kleinsten Raum zusammengezogen ist, sozusagen immer mehr über diesen kleinsten Raum hinaustritt, wenn er diesen physischen Leib ablegt. Indem er durch die Pforte des Todes tritt, dehnt er sich immer weiter und weiter hinaus, er wächst und wächst. Er wächst stückweise in das Planetensystem hinein. Er wächst wirklich erst bis zu der Stelle in unserem Planetensystem, wo der Mond kreist. Und der Mensch wird so groß, daß seine äußersten Grenzen zusammenfallen mit der Sphäre, die durch die Stellung des Mondes markiert ist. Da hört das Kamaloka auf. Wenn der Mensch dann weiter wächst, so wächst er zunächst hinein in die Sphäre, die gebildet ist durch den Merkur, dann in die der Venus. Da wird tatsächlich der Mensch, indem er sich immer weiter und weiter ausdehnt, immer mehr und mehr wächst, da wird er so groß, daß sein Äußerstes durch die Sonnenbahn begrenzt ist, das heißt, wo man sagt, daß die scheinbare Sonnenbahn ist. Wir brauchen uns dabei nicht um das Kopernikanische Weltensystem zu kümmern; wir brauchen uns nur vorzustellen die Umkreise so, wie das ausgesprochen ist im Düsseldorfer Zyklus über die geistigen Hierarchien und ihre Widerspiegelung in der physischen Welt. Also der Mensch wächst in das Planetensystem hinein bei seinem Aufstieg in die geistigen Welten, in die Sphäre des Mondes und so weiter bis in die äußerste Sphäre, in die des Saturn hinein. Und das alles ist notwendig, damit der Mensch in der richtigen Weise zusammenkommt mit den Kräften, die er für seinen astralischen Leib nur aus den Kräften des Planetensystems erhalten kann.

[ 8 ] Of course, when it comes to a matter like this, you must realize that a true understanding of it can only be had by someone who is able to delve a little deeper into such a subject—someone who has the heart and mind for such contemplation. One cannot expect everything to be substantiated and proven in a single evening. But if one patiently compares and brings together everything that has been said over the course of time, one will find that there is no part of our occultism that does not fit together with the others to form a well-rounded, coherent whole. It has fallen to me in recent times to investigate precisely this period between death and a new birth. And this became particularly evident in the research I have been tasked with in recent times; it was entirely in the spirit of this research to grasp in the mind’s eye the conditions that exist for this entire life between death and a new birth. Here it truly becomes apparent that just as the human being is, so to speak, contracted into his smallest space on Earth between birth and death, he, so to speak, steps further and further beyond this smallest space when he sheds this physical body. As he passes through the gate of death, he expands further and further out; he grows and grows. He grows step by step into the planetary system. He actually grows only as far as the point in our planetary system where the Moon orbits. And the human being becomes so large that his outermost boundaries coincide with the sphere marked by the position of the Moon. That is where the Kamaloka ends. If the human being then continues to grow, he first grows into the sphere formed by Mercury, then into that of Venus. There, in fact, as the human being expands further and further, growing more and more, he becomes so large that his outermost limits are bounded by the solar orbit—that is, where the apparent solar orbit is said to be. We need not concern ourselves here with the Copernican system of the world; we need only create a mental image of the orbits as described in the Düsseldorf Cycle on the spiritual hierarchies and their reflection in the physical world. Thus, as the human being ascends into the spiritual worlds, he grows into the planetary system, into the sphere of the Moon and so on, all the way to the outermost sphere, that of Saturn. And all of this is necessary so that the human being may properly come into contact with the forces that he can obtain for his astral body only from the forces of the planetary system.

[ 9 ] Aber nun stellt sich eine Verschiedenheit heraus, wenn man verschiedene Menschen beobachtet. Die Verschiedenheit ergibt sich, wenn man zum Beispiel einen Menschen beobachtet nach dem Tode, der sein Leben hindurch in seinem Gemüte eine moralische, gute Stimmung hervorgerufen hat, der eine moralische Seelenverfassung durch den Tod hindurchträgt. Man kann einen solchen vergleichen mit einem, der eine weniger moralische Seelenverfassung durch die Pforte des Todes trägt; das macht einen großen Unterschied und dieses zeigt sich schon, indem der Mensch in die Kräfte des Merkur eintritt. Wie zeigt sich das? Nun, wenn der Mensch durch die Pforte des Todes gegangen ist, so nimmt er durch jene Wahrnehmungsmittel, die wir dann haben nach der Kamalokazeit, zum Beispiel die Wesenheiten wahr, die ihm im Leben nahegestanden haben, die weggestorben sind, ehe er selbst die Pforte des Todes durchschritten hat. Sind diese mit ihm verbunden? Gewiß, wir kommen mit allen diesen Wesenheiten zusammen, wir leben mit ihnen auch im Leben nach dem Tode. Aber es ist ein Unterschied, wie wir leben mit den Wesenheiten, mit denen wir gelebt haben auf der Erde. Es ist ein Unterschied, je nachdem der Mensch eine moralische Seelenverfassung durch den Tod bringt oder ob er eine unmoralische Seelenverfassung hat. Wenn der Mensch unmoralisch gewesen ist im Leben, dann kommt er zwar zusammen mit seinen Familienangehörigen und Freunden, aber es ist immer durch seine eigene Wesenheit etwas geschaffen wie eine Mauer, durch die er nicht hindurch kann bis zu den anderen Wesen. Und es wird der Mensch mit einer unmoralischen Seelenverfassung nach dem Tode ein Einsiedler, ein einsames Wesen, das überall etwas wie eine Mauer um sich hat und nicht hinüber kann zu den Wesen, in deren Sphäre er versetzt ist. Die Seele aber mit einer moralischen Seelenverfassung, die Seele mit solchen inneren Vorstellungen, die wir haben, wenn wir unseren Willen läutern, die wird sozusagen ein geselliger Geist und findet immer die Brücken und Zusammenhänge mit den Wesen, in deren Sphäre sie lebt. Ob wir einsame oder gesellige Geister sind, das entscheidet sich nach unserer unmoralischen oder moralischen Seelenverfassung. Diese Entscheidung hat etwas sehr Wichtiges im Gefolge. Derjenige, der ein geselliger Geist ist und nicht wie in die Schale seiner Wesenheit eingeschlossen ist, sondern heran kann an die Wesen seiner Sphäre, dieser Mensch arbeitet fruchtbar an der Fortentwickelung, an dem Fortschritt der ganzen Welt; der unmoralische Mensch, der nach dem Tode ein Einsiedler, ein einsamer Geist wird, der arbeitet an der Zerstörung der ganzen Welt; der reißt ebensogroße Löcher aus der ganzen Welt heraus, so groß wie der Grad seiner Unmoralität, seiner Abgeschlossenheit ist. Die Wirkung der unmoralischen Taten eines solchen Menschen ist für ihn eine Qual, für die Welt eine Zerstörung.

[ 9 ] But now a difference becomes apparent when one observes different people. This difference arises, for example, when one observes a person after death who, throughout their life, has cultivated a moral, virtuous disposition within their soul—a person who carries this moral state of mind through death. One can compare such a person with one who carries a less moral state of mind through the gate of death; this makes a great difference, and this becomes evident as soon as the person enters the forces of Mercury. How does this manifest itself? Well, once a person has passed through the gate of death, they perceive—through those means of perception we possess after the Kamaloka period—for example, the beings who were close to them in life and who died before they themselves crossed the gate of death. Are these beings connected to them? Certainly, we come together with all these beings; we also live with them in the life after death. But there is a difference in how we live with the beings with whom we lived on Earth. There is a difference depending on whether a person enters death with a moral state of soul or an immoral one. If a person has been immoral in life, then although they do reunite with their family members and friends, their own being always creates something like a wall through which they cannot pass to reach the other beings. And after death, a person with an immoral state of soul becomes a hermit, a lonely being who has something like a wall around them everywhere and cannot reach the beings into whose sphere they have been placed. But the soul with a moral disposition—the soul with the kind of mental images we have when we purify our will—becomes, so to speak, a sociable spirit and always finds the bridges and connections with the beings in whose sphere it lives. Whether we are solitary or sociable spirits is determined by our immoral or moral state of mind. This decision has very important consequences. The person who is a sociable spirit and is not enclosed within the shell of their being, but can approach the beings of their sphere—this person works fruitfully toward the further development, toward the progress of the whole world; the immoral person, who after death becomes a hermit, a solitary spirit, works toward the destruction of the entire world; he tears holes out of the entire world as large as the degree of his immorality, of his isolation. The effect of such a person’s immoral deeds is torment for him, destruction for the world.

[ 10 ] Die moralische Seelenverfassung hat also eine große Bedeutung schon nach den ersten Zeiten im Kamaloka; sie entscheidet unser Schicksal auch für die nächste Zeit, die man die Venus-Zeit nennt. Es kommen aber noch andere Vorstellungen in Betracht, die der Mensch ausgebildet hat während des Lebens und die ihn angehen, wenn er in die geistige Welt eintritt. Diese anderen Vorstellungen sind die religiösen Vorstellungen. Anders lebt die Seele in der Venus-Sphäre nach dem Tode, wenn sie ein religiöses Band gehabt hat zwischen dem Vergänglichen und dem Unvergänglichen, und anders lebt sie, wenn sie dieses Band nicht gehabt hat. Wiederum hängt es davon ab, ob wir gesellige Geister werden oder einsame, einsiedlerische Geister, je nachdem wir religiös gestimmt waren im Leben oder nicht. Das Abschließen im Leben, das religiöse Abschließen im Leben macht uns zu Einsiedlern, zu ungeselligen Geistern. Wie wenn wir in eine Kapsel eingeschlossen wären, wie in einem Gefängnis fühlt sich eine solche unreligiöse Seele. Wir wissen zwar, daß außer uns die Wesen sind, aber wir sind wie in einem Gefängnis, in einer Kapsel, so daß wir nicht zu ihnen gelangen können. So werden zum Beispiel die Mitglieder des Monistenbundes, insofern sie in ihren öden materialistischen Vorstellungen jedes religiöse Gefühl ausgeschlossen haben, nicht nach dem Tode in einer neuen Gesellschaft, in einem Bund vereinigt sein; sie werden ein jeder in seinem eigenen Gefängnis eingesperrt sein. Damit soll natürlich nichts gegen den Monistenbund gesagt sein; es soll damit nur eine Tatsache begreiflich gemacht werden.

[ 10 ] The moral state of the soul is therefore of great importance even in the early stages of the Kamaloka; it determines our fate for the next period, known as the Venus period. However, there are other mental images to consider—ones that a person has developed during life and that affect them when they enter the spiritual world. These other mental images are religious mental images. The soul lives differently in the Venus sphere after death if it has had a religious bond between the transitory and the eternal, and it lives differently if it has not had this bond. Again, it depends on whether we become sociable spirits or solitary, hermit-like spirits, depending on whether we were religiously inclined in life or not. Closing oneself off in life—religious withdrawal in life—turns us into hermits, into unsociable spirits. Such an irreligious soul feels as if it were enclosed in a capsule, as if in a prison. We know, of course, that there are beings outside of us, but we are as if in a prison, in a capsule, so that we cannot reach them. Thus, for example, the members of the Monist League, insofar as they have excluded every religious feeling in their barren materialistic mental images, will not be united after death in a new society, in a league; each will be locked up in his own prison. This is not, of course, meant as a criticism of the Monist League; it is merely intended to make a fact understandable.

[ 11 ] Hier im Leben sind materialistische Vorstellungen ein Irrtum, im Reiche des Geistes sind sie eine Tatsache, nämlich die Tatsache, daß wir uns durch solche Vorstellungen, durch die wir uns hier im Physischen nur irrtümlich abschließen, uns dort im Geisterland einkerkern, uns zu Gefangenen machen unserer eigenen Astralität. — Wir entziehen uns die Anziehungskräfte in der Merkursphäre durch unmoralische Lebensverfassung; wir entziehen uns die Anziehungskräfte in der Venus-Sphäre durch irreligiöse Seelenverfassung; wir können die Kräfte, die wir brauchen, nicht herausbekommen aus dieser Sphäre, das heißt, wir bekommen dann in der nächsten Inkarnation einen in einer gewissen Art unvollkommenen astralischen Leib.

[ 11 ] Here in life, materialistic mental images are a mistake; in the realm of the spirit, they are a fact—namely, the fact that through such mental images, by which we only mistakenly shut ourselves off here in the physical world, we imprison ourselves there in the spirit realm, making ourselves prisoners of our own astral nature. — We deprive ourselves of the attractive forces in the Mercury sphere through an immoral way of life; we deprive ourselves of the attractive forces in the Venus sphere through an irreligious state of soul; we cannot draw the forces we need from this sphere, which means that in our next incarnation we will receive an astral body that is, in a certain sense, imperfect.

[ 12 ] Hier sehen Sie, wie an dem Karma gebaut wird, hier sehen Sie die Technik des Karma. Wenn man diese Tatsache der okkulten Forschung nimmt, dann beleuchtet sich einem in einer merkwürdigen Weise solch ein Ausspruch, der wie instinktiv von Kant gemacht worden ist. Als er sagen wollte, welche zwei Dinge ihm am meisten Bewunderung einflößen, da sagte er: Der bestirnte Himmel über mir und das moralische Gesetz in mir. — Scheinbar sind es zwei Dinge, in Wahrheit aber ist es eines und dasselbe. Ja, warum überkommt uns ein solches Gefühl der Erhabenheit, des göttlichen heiligen Ernstes, wenn wir in die Weiten des Sternenhimmels hinaufschauen? Weil dann, ohne daß wir es wissen, unser seelisches Heimatgefühl erwacht; weil dann in der Seele erwacht das Gefühl: Bevor du heruntergestiegen bist auf die Erde zu einer neuen Inkarnation, da warst du selber in diesen Sternen, und aus diesen Sternen hast du die besten Kräfte in dich hineinbekommen. Und dein moralisches Gesetz, es ist dir verliehen worden, als du in dieser Sternenwelt weiltest. Du kannst dasjenige, was der Sternenhimmel zwischen dem Tode und einer neuen Geburt dir gegeben hat, als die besten, schönsten Kräfte deiner Seele erschauen, wenn du Selbsterkenntnis übst. — Was wir im Sternenhimmel erblicken, ist das moralische Gesetz, das uns aus geistigen Welten gegeben ist, denn wir leben mit dem Sternenhimmel zwischen dem Tode und einer neuen Geburt. Wer sich in die Möglichkeit versetzen will, eine Ahnung zu bekommen, woher seine besten Kräfte stammen, der sollte mit solchen Gefühlen den Sternenhimmel betrachten. Wer überhaupt nicht fragen will, sondern stumpfsinnig in den Tag hineinlebt, dem werden die Sterne nichts erzählen. Wer sich aber die Frage aufwirft: Wie kommt dasjenige, was niemals mit meinem Sinnenleib zusammenhängt, wie kommt es in mich? Wenn er dann den Blick zum Sternenhimmel erhebt und ihn jenes eigentümliche Gefühl überkommt; wenn er dann spüren kann, wie er fromm werden kann, dann weiß er: es ist die Erinnerung an unsere ewige Heimat. So wächst man allmählich hinein in jenen Zustand, wo wir wirklich zusammenleben mit dem Sternenhimmel zwischen dem Tode und einer neuen Geburt.

[ 12 ] Here you can see how karma is formed; here you can see the mechanism of karma. When one considers this fact from the perspective of occult research, a statement like the one Kant made—as if instinctively—comes into focus in a remarkable way. When he wanted to say which two things inspired him with the greatest admiration, he said: The starry heavens above me and the moral law within me. — Apparently they are two things, but in truth they are one and the same. Yes, why does such a feeling of sublimity, of divine, sacred solemnity, overcome us when we look up into the vastness of the starry sky? Because then, without our knowing it, our soul’s sense of home awakens; because then the feeling stirs within the soul: Before you descended to Earth for a new incarnation, you yourself were in these stars, and from these stars you received the finest powers into yourself. And your moral law—it was bestowed upon you while you dwelt in this world of stars. You can perceive what the starry sky has given you between death and a new birth as the finest, most beautiful forces of your soul, if you practice self-knowledge. — What we behold in the starry sky is the moral law given to us from spiritual worlds, for we live with the starry sky between death and a new birth. Whoever wishes to open themselves to the possibility of gaining a glimpse of where their best powers come from should gaze upon the starry sky with such feelings. To those who do not wish to ask at all, but live their days in a dull, unthinking way, the stars will tell them nothing. But to those who ask themselves the question: How does that which is never connected to my physical body come into me? If they then raise their gaze to the starry sky and are overcome by that peculiar feeling; if they can then sense how they might become devout, then they know: it is the memory of our eternal home. Thus one gradually grows into that state where we truly live together with the starry sky between death and a new birth.

[ 13 ] Wir fragten, so wie wir bisher gefragt haben, nach unserem astralischen Leib mit seinen Zusammenhängen, seinem Wiederaufbau in der geistigen Welt. Dieselbe Frage können wir in bezug auf unseren Ätherleib aufwerfen. Auch ihn müssen wir unser ganzes Leben hindurch zerstören; aber ebenso müssen wir von woanders her die Kräfte holen, damit wir ihn wieder aufbauen können, damit wir ihn in den Stand setzen, seine Arbeit während des Lebens für den ganzen Menschen zu leisten.

[ 13 ] We have been asking, as we have done so far, about our astral body, its connections, and its reconstruction in the spiritual world. We can pose the same question with regard to our etheric body. We must also destroy it throughout our entire life; but we must likewise draw the forces from elsewhere so that we can rebuild it, so that we can enable it to perform its work for the whole human being during life.

[ 14 ] Ja, es gab lange Zeiträume in der menschlichen Erdenentwickelung, da konnte der Mensch überhaupt gar nichts tun, um irgend etwas dazu beizutragen, daß sein Ätherleib in der nächsten Inkarnation mit guten Kräften ausgestattet war. Aber es hatte der Mensch dazumal noch eine Erbschaft aus den Zeiten, wo er auf der Erde entstanden ist. Solange das alte Hellsehen dauerte, waren in dem Menschen noch solche Kräfte, die beim Tode noch unverbraucht vorhanden waren, gewissermaßen Reservekräfte, durch die der Ätherleib wieder aufgebaut werden konnte. Aber das ist der Sinn der Menschenentwickelung, daß alle Kräfte schwinden und durch neue ersetzt werden müssen. Und heute sind wir wirklich in einem Entwickelungspunkte, wo der Mensch etwas dazu tun muß, damit sein Ätherleib wieder aufgebaut werden kann. Durch alles dasjenige, was wir mit den gewöhnlichen moralischen Vorstellungen tun, was wir tun mit irgendeiner Religion der Erde, mit einer Religion, die auf ein einzelnes Volk der Erde beschränkt ist, gehen wir allerdings in das Planetensystem und ziehen aus dem Planetensystem die Kräfte, die wir zum Wiederaufbau des astralischen Leibes brauchen; nur durch eines gehen wir durch, ohne daß wir die richtigen Kräfte herausziehen: durch die Sonne selbst. Denn aus der Sonne muß zugleich unser Ätherleib die Kräfte ziehen; unser ätherischer Leib muß aus der Sonne die Kräfte ziehen, die er zu seinem Wiederaufbau braucht.

[ 14 ] Yes, there were long periods in human evolution on Earth when human beings could do absolutely nothing to ensure that their etheric body would be endowed with positive forces in the next incarnation. But at that time, human beings still possessed a legacy from the era when they first emerged on Earth. As long as the old clairvoyance persisted, there were still such forces within the human being that remained unused at the time of death—reserve forces, so to speak—through which the etheric body could be rebuilt. But this is the purpose of human evolution: that all forces must wane and be replaced by new ones. And today we have truly reached a stage of development where the human being must do something to ensure that his etheric body can be rebuilt. Through everything we do with ordinary mental images, through what we do with any religion on Earth—with a religion limited to a single people on Earth—we do indeed enter the planetary system and draw from it the forces we need to rebuild the astral body; but there is one thing we pass through without drawing the right forces from it: the Sun itself. For our etheric body must also draw its forces from the Sun; our etheric body must draw from the Sun the forces it needs for its reconstruction.

[ 15 ] In den vorchristlichen Zeiten, da war es so, daß der Mensch, indem er sich hinaufentwickelte in die geistige Welt, einen Teil der Kräfte des Ätherleibes mitnahm, und diese Reservekräfte ließen ihn aus der Sonne herausziehen dasjenige, was er zum Wiederaufbau seines Ätherleibes in einer neuen Inkarnation brauchte. Das ist jetzt anders: der Mensch bleibt jetzt immer mehr und mehr unberührt von den Kräften der Sonne. Wenn er nicht das Entsprechende dazu tut, daß sein ätherischer Leib sich so vorbereitet, daß er in die Seele das hineingießt, was aus der Sonne herausziehen kann die Kräfte, die er braucht zum Wiederaufbau seines Ätherleibes, so geht er unberührt durch die Sonnensphäre hindurch.

[ 15 ] In pre-Christian times, it was the case that as a person evolved upward into the spiritual world, they took a portion of the forces of the etheric body with them, and these reserve forces enabled them to draw from the sun what they needed to rebuild their etheric body in a new incarnation. This is different now: human beings are now increasingly unaffected by the forces of the sun. Unless they take the necessary steps to prepare their etheric body—by pouring into their soul what the forces drawn from the sun can provide for the reconstruction of their etheric body—they pass through the solar sphere untouched.

[ 16 ] Nun kann uns das, was wir fühlen können aus einem einzelnen Religionsbekenntnis der Erde, niemals in der Seele das geben, was wir brauchen, um in der Sonnensphäre bestehen zu können. Dasjenige, was wir in unseren Ätherleib hineingießen können, dasjenige, was wir dann brauchen in der Seele, damit sie fruchtbar durchlaufen kann die Sonnensphäre, das kann uns nur werden aus dem Gemeinsamen, das in allen menschlichen Religionen fließt. Und was fließt darin? Nun, wenn Sie die verschiedenen Religionen der Welt vergleichen — und dies ist ja eine der bedeutsamsten Aufgaben der geisteswissenschaftlichen Arbeit, den Wahrheitskern der verschiedenen Religionen wirklich zu studieren —, wenn Sie sie alle miteinander vergleichen, so werden Sie eines finden. Sie werden finden, daß diese Religionen immer in ihrer Art vollkommen waren, aber gerade auf ein bestimmtes Volk, auf eine bestimmte Zeitepoche hin; daß sie diesem Volk, dieser Zeitepoche das Bedeutsamste gegeben haben, was diese Zeit erhalten konnte. Und wir wissen im Grunde genommen am meisten über eine Religion da, wo diese Religionen gerade haben dienen können ihrer Zeit und ihrem Volke dadurch, daß sie sich abgeschlossen haben in einer gewissen egoistischen ‘Weise so, wie sie aus dem großen Urquell des Lebens gegeben waren.

[ 16 ] Now, what we can feel from a single religious creed on Earth can never give us in our soul what we need to survive in the solar sphere. That which we can pour into our etheric body—that which we then need in our soul so that it can pass fruitfully through the solar sphere—can come to us only from the common element that flows through all human religions. And what flows within it? Well, if you compare the various religions of the world—and this is indeed one of the most significant tasks of Spiritual Science work, to truly study the core of truth in the various religions—if you compare them all with one another, you will find one thing. You will find that these religions were always perfect in their own way, but specifically for a particular people, for a particular era; that they gave this people, this era, the most significant thing that this time could receive. And, fundamentally speaking, we know the most about a religion precisely where these religions were able to serve their time and their people by closing themselves off in a certain self-centered way, just as they were given from the great primal source of life.

[ 17 ] Wir haben ja schon seit mehr als zehn Jahren die Religionen studiert; aber es mußte einmal der Anfang gemacht werden damit, der Menschheit etwas zu geben, das über die einzelnen Religionen hinausgeht, das gleichsam alles das enthält, worauf die einzelnen Religionen hingewiesen haben. Wodurch kam das zustande? Das kam dadurch zustande, daß einmal eine Religion auftrat, die eine unegoistische Religion ist. Ihre Vollkommenheit beruht gerade darin, daß sie sich nicht bloß auf ein Volk und auf eine Zeit beschränkte. Eine im eminentesten Sinne egoistische Religion ist zum Beispiel die Hindu-Religion. Denn wer kein Hindu ist, kann nicht aufgenommen werden in diese Religion. Diese Hindu-Religion ist also in besonderem Sinne zugeschnitten auf das Hinduvolk. Ebenso ist es mit den anderen Territorialreligionen. Darauf beruht die Größe der einzelnen Religionsbekenntnisse, daß sie für die einzelnen irdischen Verhältnisse zugeschnitten waren. Wer das nicht ins Auge faßt, daß die Religionen gerade darin ihre Vollkommenheit haben, daß sie auf einzelne irdische Verhältnisse sich beschränken, wer nur immer betont, daß alle Religionssysteme aus einer Einheitsquelle gekommen sind, der kann nie zu einer Erkenntnis kommen.

[ 17 ] We have, after all, been studying religions for more than ten years; but a start had to be made at some point in order to give humanity something that transcends the individual religions, something that, as it were, encompasses everything to which the individual religions have pointed. How did this come about? It came about because a religion emerged that is a selfless religion. Its perfection lies precisely in the fact that it was not limited to a single people or a single era. The Hindu religion, for example, is a religion that is egoistic in the most eminent sense. For anyone who is not a Hindu cannot be accepted into this religion. This Hindu religion is thus tailored in a special sense to the Hindu people. The same is true of the other territorial religions. The greatness of the individual religious creeds lies in the fact that they were tailored to specific earthly conditions. Whoever fails to recognize that religions derive their perfection precisely from the fact that they are limited to specific earthly conditions, whoever insists only that all religious systems have come from a single source, can never arrive at true understanding.

[ 18 ] Was heißt es denn, nur immer von der Einheit zu sprechen? Das heißt zum Beispiel, jemand sagt: Auf dem Tische stehen Salz und Pfeffer und Paprika und Zucker, aber nicht was jedes für sich bedeutet, wollen wir hervorheben, sondern die Einheit suchen wir, die sich ausdrückt in den verschiedenen Gewürzen, Pfeffer, Salz, Paprika und Zucker. — Reden kann man so über diese Dinge, aber wenn es sich darum handelt, von dem Reden zur Wirklichkeit überzugehen, wenn es darauf ankommt, die verschiedenen Gewürze jedes für sich in seiner Eigenart anzuwenden, wird man den Unterschied schon gewahr werden. Da wird niemand, wenn er die verschiedenen Gewürze anwendet, sagen, daß sie alle ohne Unterschied Gewürz seien. Denn wenn wirklich kein Unterschied ist, dann nehmen Sie einmal das Salz oder den Pfeffer und tun diese statt Zucker in Ihren Kaffee oder Tee; da werden Sie den Unterschied schon spüren. Denselben logischen Schnitzer macht jemand, der nicht wirklich die einzelnen Religionsbekenntnisse trennt, sondern sagt: sie kommen alle aus derselben Quelle.

[ 18 ] What does it mean, then, to speak only of unity? It means, for example, that someone says: “On the table are salt, pepper, paprika, and sugar,” but we do not wish to emphasize what each one means on its own; rather, we seek the unity that is expressed in the various spices—pepper, salt, paprika, and sugar. — One can speak of these things in this way, but when it comes to moving from talk to reality, when it comes to using the various spices individually according to their own characteristics, one will certainly become aware of the difference. No one, when using the various spices, will say that they are all simply spices without distinction. For if there really were no difference, then try taking salt or pepper and putting them in your coffee or tea instead of sugar; you will certainly feel the difference. The same logical blunder is made by someone who does not truly distinguish between the individual religious creeds, but says: they all come from the same source.

[ 19 ] Aber wenn man kennen will, wie das lebendige Band sich durch die verschiedenen Religionen hindurchzieht auf ein großes Ziel hin, dann muß man dieses Band kennenlernen, dann muß man die Religionen in ihrem Wert für die einzelnen Sphären wirklich studieren. Das ist geschehen seit mehr als zehn Jahren innerhalb unserer mitteleuropäischen Sektion der Theosophischen Gesellschaft; aber es ist dann einmal der Anfang gemacht worden, eine Art von Religion zu gewinnen für etwas, was nichts zu tun hat mit den menschlichen Unterschieden, was nur mit dem Menschlichen etwas zu tun hat, das ohne Unterschied von Farbe und Rasse und so weiter ist. Worin drückt sich das aus? Haben wir in Wahrheit eine nationale Religion, wie sie die Hindu oder die Juden haben? Wenn wir den Wotan verehren würden, dann wären wir in der Lage, in der die Hindu sind. Wir verehren aber nicht den Wotan. Das Abendland hat sich zum Christus bekannt, der kein Abendländer ist, der ein Auswärtiger ist in bezug auf seine Abstammung. Nicht eine national-egoistische Art, sich an ein Bekenntnis zu binden, ist die Art, wie das Abendland sich zum Christus gestellt hat. Wir können das hier berührte Gebiet im Rahmen eines einzelnen Vortrages natürlich nicht erschöpfend behandeln; immer können nur einzelne Gesichtspunkte angeführt werden. Angeführt werden sollte, daß die Art, wie sich das Abendland sein Religionsbekenntnis angeeignet hat, eine absolut unegoistische gewesen ist. Auch in einer anderen Art zeigt sich das Überwiegende des ChristusPrinzipes. Rufen Sie zusammen einen ernsten Kongreß, zusammengesetzt von Religionsgelehrten der verschiedenen Religionsbekenntnisse, die sich bemühen sollen, die einzelnen Religionssysteme unparteiisch miteinander zu vergleichen. Die Frage möchte ich ihnen stellen, ob es in demselben Sinne in irgendeiner Religion etwas gibt, was über die ganze Erde hin Gültigkeit hat wie das Folgende: daß wir eine und dieselbe Bemerkung haben, die von zwei Seiten herkommend etwas ganz Verschiedenes bedeutet, wie im Christentum. Es ist eine tiefe Bemerkung im Evangelium, die da der Christus Jesus macht, indem er sagt zu denen, die er lehrte: In euch allen lebt ein Göttliches; seid ihr denn nicht Götter? Er sagt es mit aller Gewalt: «Ihr seid Götter» (Joh. 10, 34). Damit meint der Christus Jesus: Ein Funke liegt in jeder Menschenbrust, der göttlich ist, der angefacht werden muß, so daß man sagen kann: Seid wie die Götter! Zu einer anderen, und zwar gerade entgegengesetzten Wirkung führt ein Wort von Luzifer, als er an den Menschen herantritt, um ihn herabzuziehen aus dem Götterbereiche, indem er zu den Menschen sagt: «Ihr werdet sein wie Gott» (I. Mose, 3,5). Da war der Sinn ganz anders. Der gleiche Ausspruch, der Menschheit zum Verderben, beim Beginn des Herabgehens in den Abgrund; derselbe Ausspruch, ein Hinweis auf unser höchstes Ziel! Das soll man in irgendeinem Religionsbekenntnis in der gleichen Art suchen! Entweder ist das eine oder das andere da; aber es ist nicht beides da. Man forsche — aber man forsche nur genau — und man wird sehen, wie vieles darin liegt in den wenigen Worten, die jetzt gesagt worden sind. Warum hat das Christentum diese wichtige Sache in sich aufgenommen? Damit sich zeigt, daß es auf den bloßen Inhalt nicht ankommt, sondern darauf, aus welcher Wesenheit er herkommt. Warum? Weil das Christentum begann, in richtigem Sinne darauf hinzuweisen und hinzuwirken, was sein Wesenskern verkündet: Nicht bloß Stammesverwandtschaft ist da, sondern Menschheitsverwandtschaft ist da, etwas, was ohne Unterschied von Rasse, Nationalität und Bekenntnis gilt, etwas, was über alle Rassen und über alle Zeiten herübergreift. Darum ist das Christentum zugleich so intim verwandt mit der menschlichen Seele, weil das, was das Christentum geben kann, keiner menschlichen Seele fremd zu bleiben braucht. Das geben zwar noch nicht alle Menschen auf der Erde zu. Aber was wahr ist, muß ja doch zuletzt sieghaft sich durchsetzen.

[ 19 ] But if one wishes to understand how the living bond runs through the various religions toward a great goal, then one must come to know this bond; one must truly study the religions in terms of their value for the individual spheres. This has been happening for more than ten years within our Central European Section of the Theosophical Society; but once the beginning was made, a kind of religion was sought for something that has nothing to do with human differences, that has to do only with what is human, which is without distinction of color, race, and so on. How is this expressed? Do we in truth have a national religion, as the Hindus or the Jews have? If we were to worship Wotan, then we would be in the same position as the Hindus. But we do not worship Wotan. The West has professed its faith in Christ, who is not a Westerner, who is an outsider in terms of his ancestry. The way the West has aligned itself with Christ is not a national-egoistic way of binding itself to a creed. Of course, we cannot exhaustively cover the subject matter touched upon here within the scope of a single lecture; only individual points of view can ever be presented. It should be noted that the way in which the West has adopted its religious creed has been an absolutely unselfish one. The predominance of the Christ principle is also evident in another way. Convene a serious congress composed of religious scholars from various denominations, who are to endeavor to compare the individual religious systems impartially with one another. I would like to ask them whether there is anything in any religion, in the same sense, that is valid throughout the entire world as the following: that we have one and the same statement which, coming from two sides, means something entirely different, as in Christianity. It is a profound remark in the Gospel that Christ Jesus makes when he says to those he taught: “There is a divine element living within all of you; are you not then gods?” He says it with all force: “You are gods” (John 10:34). By this, Christ Jesus means: There is a spark within every human breast that is divine, which must be kindled, so that one may say: Be like the gods! A word from Lucifer leads to a different, indeed exactly opposite, effect when he approaches humanity to draw it down from the realm of the gods, saying to humanity: “You will be like God” (Genesis 3:5). There the meaning was entirely different. The same utterance, leading humanity to ruin at the beginning of the descent into the abyss; the same utterance, a pointer to our highest goal! One should seek this in some religious creed in the same way! Either one or the other is present; but both are not present. Let one investigate—but let one investigate carefully—and one will see how much is contained in the few words that have just been spoken. Why has Christianity taken this important matter into itself? So that it may be shown that what matters is not the mere content, but the essence from which it originates. Why? Because Christianity began, in the true sense, to point toward and work toward what its very essence proclaims: there is not merely kinship of tribes, but kinship of humanity—something that applies without distinction of race, nationality, or creed, something that transcends all races and all ages. That is why Christianity is at the same time so intimately connected with the human soul, because what Christianity can offer need not remain foreign to any human soul. Not all people on earth admit this yet. But what is true must ultimately prevail.

[ 20 ] Heute allerdings sind die Menschen noch nicht einmal so weit, einsehen zu können, daß der Buddhist, der Hindu nicht den Christus abzulehnen braucht. Denken Sie doch einmal, was es heißen würde, wenn jemand denkend, tief denkend, auftreten würde und wenn er sagen würde zu uns: Es ist unrecht von euch Christus-Bekennern, wenn ihr besonders von dem Christus sagt: alle Bekenntnisse können sich in ihm vereinigen, können ihn gleichmäßig als ihr höchstes Ziel anerkennen. Damit gebt ihr dem Christus den Vorzug. Ihr dürft besonders nicht über den Christus eine solche Behauptung aufstellen. -— Warum denn nicht? Vielleicht, weil der Hindu verlangen könnte, wir sollten auch seine Lehren allein verehren? Wir wollen nichts nehmen diesen Lehren, die wir wahrhaftig so hoch verehren wie nur irgendein Hindu. Darf der Buddhist sagen: Ich darf den Christus nicht anerkennen, denn das steht nicht in meinen buddhistischen Schriften? Kommt irgend etwas darauf an, wenn etwas, was wahr ist, nicht in besonderen Schriften steht? Ist es antibuddhistisch, daß man sich zu dem kopernikanischen Weltsystem bekennt, obgleich davon nichts in buddhistischen Schriften steht? Darf der Buddhist sagen: Es ist nicht recht, es ist antibuddhistisch, daß man sich zu dem kopernikanischen Weltsystem bekennt, denn in meinen Büchern steht nichts von dem kopernikanischen Weltsystem? — Geradeso wie das kopernikanische Weltsystem sind die neueren geisteswissenschaftlichen Forschungsresultate über die Christus-Wesenheit etwas, was von einem Hindu oder Bekenner eines anderen Religionssystems angenommen werden kann; das hat nichts zu tun mit einem Religionsbekenntnis. Wer es ablehnt, was Geisteswissenschaft zu sagen hat über den Christus-Impuls im Verhältnis zu den Religionsbekenntnissen, der hat nicht das wahre Verständnis für das, wie man sich zu einem Religionsbekenntnis zu stellen hat. — Vielleicht, meine lieben Freunde, wird noch einmal die Zeit kommen, wo man sehen wird, wie das, was wir über das Wesen des Christus-Impulses und sein Verhältnis zu allen Religionsbekenntnissen und Weltanschauungen zu sagen haben, ebenso tief zu unseren Herzen, zu unseren Seelen spricht, wie es sich bemüht, mit einer äußersten Konsequenz bis in die einzelnen Phasen zu gehen. — Es ist nicht leicht für den einzelnen, einzusehen, wie versucht wird, die Dinge zusammenzutragen, die zu einem wahren Verständnis des Christus-Impulses führen können. Und es braucht der Mensch in seinem gegenwärtigen Zyklus ein Verständnis für das, was wir die Christus-Wesenheit nennen. Das SichBekennen zum Christus hat nichts zu tun mit einem einzelnen, sich abschließenden Religionssystem; ein richtiger Christ ist nur derjenige, der gewohnt ist, einen jeden Menschen anzusehen als solchen, der das christliche Prinzip in sich selber trägt; für einen richtigen Christen wird das Christliche gesucht in einem Chinesen, einem Hindu und so weiter. — Das wahre Verständnis eines jeden, der sich zum Christus bekennt, beruht darin, daß er sich bewußt wird, daß der Christus-Impuls sich nicht beschränkt auf einen Teil der Erde — ein Irrtum wäre dies. Die Realität ist so, daß seit dem Mysterium von Golgatha wirklich wahr ist, was Paulus schon sagte für die Gebiete, für die er zu sprechen hatte. Paulus hat verkündet: Christus ist gestorben auch für die Heiden. — Verstehen aber muß die Menschheit, daß der Christus gekommen ist nicht für ein bestimmtes Volk, für eine bestimmte, beschränkte Zeit, sondern für die gesamte Erdenbevölkerung, für alle. Und dieser Christus, er hat seine Phantomkeime in jede Seele gestreut, und der Fortschritt wird nur darin bestehen, daß die Seelen sich ihrer bewußt werden. Wir arbeiten also nicht nur eine Theorie aus, nicht bloß, daß unser Verstand ein paar Begriffe mehr bekommt, wenn wir geisteswissenschaftlich arbeiten, sondern wir kommen zusammen, daß unsere Herzen und Seelen ergriffen werden. Wenn wir in dieser Art ein Verständnis entgegenbringen dem Christus-Impulse, so wird er es endlich machen, daß alle Menschen auf der Erde zum tiefsten Christus-Verständnis kommen, zum Verständnis des Christus-Wortes: «Wenn zwei oder drei in meinem Namen zusammen sind, so bin ich mitten unter ihnen.» Die in diesem Geiste zusammen arbeiten, sie finden die Brücke von Seele zu Seele. Das aber wird der ChristusImpuls über die ganze Erde hin machen. Der richtige Christus-Impuls, das ist dasjenige, was das lebendige Leben unserer Zweige sein soll. Da kommt dann der Okkultismus und zeigt uns, wenn wir es uns angelegen sein lassen dadurch, daß wir etwas fühlen die Realität des Christus-Impulses: dann wird in unsere Seelen etwas hineingesenkt, was sie geeignet macht, den Durchgang zu finden durch die Sonnensphäre, so daß der Ätherleib uns in der richtigen Weise wieder gegeben werden kann in der nächsten Inkarnation. Richtig nehmen wir Geisteswissenschaft erst auf, wenn wir ein tiefgehendes Verständnis der Aufnahme des Christus-Impulses entgegenbringen. Nur so wird unser Ätherleib beim Eintritt in eine neue Inkarnation stark und kräftig sein. Die Ätherleiber werden immer mehr und mehr verkommen, wenn die Menschen nichts wissen von dem Christus und seiner Mission für die ganze Erdenentwickelung. Durch Verständnis der Christus-Wesenheit werden wir diesem Verkommen des Ätherleibes entgehen, das macht uns sonnenfähig, sonnenhaft, das macht uns geeignet, daß wir aus dem Gebiete, aus dem der Christus gekommen ist, Kräfte aufzunehmen fähig werden. Seit er da ist, der Christus, kann der Mensch die Kräfte mitnehmen von der Erde, die ihn in die Sonnensphäre führen. Dann können wir zurückgehen auf die Erde und in der nächsten Inkarnation leben die Kräfte, die unseren Ätherleib stark machen. Wenn wir den Christus-Impuls nicht aufnehmen, dann werden die Ätherleiber immer unfähiger und unfähiger, sich ihre erhaltenden, aufbauenden Kräfte aus der Sonnensphäre mitzunehmen, um hier auf der Erde richtig wirken zu können. Klar sein müssen wir uns, daß das Leben der Erde wirklich abhängt nicht von dem bloßen theoretischen Auffassen, sondern von einem gänzlichen Durchdrungensein von dem Ereignis von Golgatha. Das zeigt uns die wahre okkulte Forschung.

[ 20 ] Today, however, people are not even ready to recognize that Buddhists and Hindus do not need to reject Christ. Just imagine what it would mean if someone were to appear—someone who thinks deeply—and say to us: It is wrong of you, followers of Christ, to say specifically of Christ: all faiths can unite in him, can equally recognize him as their highest goal. In doing so, you give Christ preferential treatment. You must not make such a claim specifically about Christ. — Why not? Perhaps because the Hindu might demand that we should also revere his teachings alone? We do not wish to detract from these teachings, which we truly revere as highly as any Hindu. May the Buddhist say: I must not acknowledge Christ, for that is not written in my Buddhist scriptures? Does it matter if something that is true is not written in specific scriptures? Is it anti-Buddhist to profess belief in the Copernican system of the world, even though nothing about it is found in Buddhist scriptures? May the Buddhist say: “It is not right; it is anti-Buddhist to profess belief in the Copernican system of the world, for there is nothing in my books about the Copernican system of the world”? — Just as with the Copernican world system, the recent findings of Spiritual Science regarding the Christ Being are something that can be accepted by a Hindu or a follower of another religious system; this has nothing to do with a religious creed. Anyone who rejects what Spiritual Science has to say about the Christ impulse in relation to religious creeds does not have a true understanding of how one should approach a religious creed. — Perhaps, my dear friends, the time will come again when we will see how what we have to say about the nature of the Christ impulse and its relationship to all religious creeds and worldviews speaks just as deeply to our hearts and souls as it strives to penetrate with the utmost consistency into the individual phases. — It is not easy for the individual to grasp how we are attempting to bring together the elements that can lead to a true understanding of the Christ impulse. And in our present cycle, humanity needs an understanding of what we call the Christ Being. Committing oneself to Christ has nothing to do with a single, self-contained religious system; a true Christian is only one who is accustomed to viewing every human being as one who carries the Christian principle within themselves; for a true Christian, the Christian element is sought in a Chinese person, a Hindu, and so on. — The true understanding of anyone who professes Christ lies in becoming aware that the Christ impulse is not limited to one part of the earth—this would be a mistake. The reality is that since the Mystery of Golgotha, what Paul already said for the regions to which he spoke has truly come to pass. Paul proclaimed: Christ died also for the Gentiles. — But humanity must understand that Christ did not come for a specific people, for a specific, limited time, but for the entire population of the earth, for everyone. And this Christ has scattered his phantom seeds into every soul, and progress will consist solely in the souls becoming aware of them. So we are not merely working out a theory, not merely so that our intellect gains a few more concepts when we engage in Spiritual Science, but we come together so that our hearts and souls may be moved. If we approach the Christ impulse with this kind of understanding, it will ultimately bring about that all people on earth attain the deepest understanding of Christ, an understanding of the Christ word: “Where two or three are gathered in my name, there am I among them.” Those who work together in this spirit find the bridge from soul to soul. But this is what the Christ impulse will accomplish throughout the whole earth. The true Christ impulse—that is what the living life of our branches should be. Then occultism comes and shows us—if we make it a matter of concern to us—the reality of the Christ impulse through our feeling: then something is instilled into our souls that makes them capable of finding the passage through the solar sphere, so that the etheric body can be restored to us in the right way in the next incarnation. We truly take up Spiritual Science only when we bring a deep understanding of the reception of the Christ impulse to it. Only in this way will our etheric body be strong and vigorous upon entering a new incarnation. The etheric bodies will degenerate more and more if people know nothing of the Christ and his mission for the entire development of the Earth. Through an understanding of the Christ Being, we will escape this degeneration of the etheric body; this makes us sun-capable, sun-like; this makes us fit to be able to receive forces from the realm from which the Christ came. Since the Christ has been here, human beings can take with them from the Earth the forces that lead them into the solar sphere. Then we can return to the Earth, and in the next incarnation, the forces that strengthen our etheric body will live on. If we do not take in the Christ impulse, then the etheric bodies will become increasingly incapable of drawing their sustaining, building forces from the solar sphere in order to be able to work properly here on Earth. We must be clear that the life of the Earth truly depends not on mere theoretical understanding, but on a complete permeation by the event of Golgotha. This is what true occult research shows us.

[ 21 ] Und diese okkulte Forschung zeigt uns weiter, wie wir empfangen können, was uns für den physischen Leib vorbereitet. Denn der physische Leib wird uns verliehen durch das, was man nennt das Vater-Prinzip. Aber durch die Eigentümlichkeit, die sich ausdrückt durch das Wort des Christus Jesus: «Ich und der Vater sind Eins» (Joh. 10, 30), werden wir durch den Christus-Impuls auch des VaterPrinzips teilhaftig; das heißt, es führt uns der Christus-Impuls zugleich zu den göttlichen Vaterkräften.

[ 21 ] And this occult research further shows us how we can receive what is prepared for us in the physical body. For the physical body is bestowed upon us through what is called the Father-Principle. But through the peculiarity expressed by the words of Christ Jesus: “I and the Father are one” (John 10:30), we also become partakers of the Father-principle through the Christ impulse; that is to say, the Christ impulse leads us at the same time to the divine Father-forces.

[ 22 ] Was ist das Beste, das wir gewinnen können aus unserer spirituellen Vertiefung? Man könnte sich vorstellen, daß eine Menschenseele möglich wäre unter Ihnen, die nachher zur Türe hinausginge und sich sagen würde: Jetzt habe ich eigentlich alles vergessen bis auf alle einzelnen Worte. Es würde dies ein extremer Fall sein, es würde der radikalste Fall sein. Das, meine lieben Freunde, wäre noch nicht einmal der größte Schaden. Denn ich könnte mir den Fall denken, daß so einer, der da hinaustritt auf die Straße, trotzdem ein Gefühl, eine Empfindung mittrüge, die das Ergebnis ist dessen, was er hier gehört hat, wenn er auch sonst alles vergessen hat. Und dieses Gefühl ist die Hauptsache. Was wir in unserem Gemüt erleben, das ist die Hauptsache. Aber wir können es nicht anders erleben, wenn wir die Worte hören, als dadurch: wir müssen uns ihm hingeben in allen Einzelheiten, damit unsere Gemüter mit dem mächtigen Impulse ausgefüllt werden. Wenn alles dasjenige, was Geist-Erkenntnis uns sein kann, zur Verbesserung unserer Seele beiträgt, dann haben wir das Richtige gewonnen. Und gar, wenn im rechten Sinne durch das, was sich in seinem Gemüte niederschlägt durch die Geisteswissenschaft, der Mensch fähig wird, nur um ein weniges mehr seine Mitmenschen zu verstehen, dann hat sie an ihm ihr Werk getan. Denn Geisteswissenschaft ist Leben, unmittelbares Leben. Widerlegt oder bewiesen wird sie nicht durch logische Disputationen. Sie wird durch das Leben bewiesen und gewertet. Und sie wird sich bewähren dadurch, daß sie Menschen finden kann, in deren Seelen sie Eingang findet. Aber was könnte uns mehr erheben, als wenn wir imstande sind zu wissen, daß wir kennenlernen die Quelle unseres wahren Lebens zwischen dem Tode und einer neuen Geburt, unsere Verwandtschaft zu fühlen mit dem ganzen Universum! Was könnte uns mehr bestärken in unseren Pflichten in unserem Leben als das Wissen, daß wir in uns tragen die Kräfte des Universums, zu deren Eingießung wir uns vorbereiten müssen im Leben, damit sie wirksam in uns werden können, wenn wir wiederum betreten die Welt der Planeten und die Welt der Sonne zwischen dem Tode und einer neuen Geburt. Und der, der wirklich begreift die Dinge, die ihm der Okkultismus enthüllen kann über des Menschen Verhältnis zur Sternenwelt, bei dem ist ehrlich das Gebet, das er dann verständnisvoll an die Welt richtet und das etwa so lauten kann: «Je mehr ich mir bewußt werde, wie ich herausgeboren bin aus dem Weltenall, je mehr ich die Verantwortlichkeit fühle, die Kräfte in mir zu entwickeln, die ein ganzes Weltenall mir gegeben hat, ein um so besserer Mensch werde ich werden können.» Und wer dieses Gebet aus der tief innersten Seele heraus zu beten versteht, der darf auch hoffen, daß es bei ihm ein reales Ideal wird, der darf auch hoffen, daß er durch die Kraft eines solchen Gebetes ein immer besserer und vollkommenerer Mensch werde. So arbeitet bis in die intimsten Tiefen hinein das, was wir durch die wahre Geisteswissenschaft erhalten.

[ 22 ] What is the greatest benefit we can gain from our spiritual deepening? One could have a mental image of a soul among you who, upon leaving the room, would say to themselves: “Now I have actually forgotten everything except for every single word.” This would be an extreme case; it would be the most radical case. That, my dear friends, would not even be the greatest harm. For I could imagine a case in which such a person, stepping out onto the street, would nevertheless carry with them a feeling, a sensation, that is the result of what they have heard here, even if they have otherwise forgotten everything. And this feeling is the main thing. What we experience in our hearts—that is the main thing. But we cannot experience it any other way when we hear the words than by this: we must surrender ourselves to them in every detail, so that our minds may be filled with the powerful impulse. If everything that spiritual knowledge can be for us contributes to the betterment of our soul, then we have gained what is right. And indeed, if, in the true sense, through what is reflected in his mind by Spiritual Science, a person becomes capable of understanding his fellow human beings just a little more, then it has done its work in him. For Spiritual Science is life, immediate life. It is neither refuted nor proven through logical disputations. It is proven and evaluated through life. And it will prove itself by finding people into whose souls it can enter. But what could lift us up more than knowing that we are coming to know the source of our true life between death and a new birth, feeling our kinship with the entire universe! What could strengthen us more in our duties in this life than the knowledge that we carry within us the forces of the universe, for whose outpouring we must prepare ourselves in this life, so that they may become effective within us when we once again enter the world of the planets and the world of the sun between death and a new birth. And for the one who truly understands the things that occultism can reveal to him about humanity’s relationship to the world of the stars, his prayer—which he then directs to the world with understanding—is sincere and might go something like this: “The more I become aware of how I have been born out of the universe, the more I feel the responsibility to develop within myself the forces that the entire universe has given me; the better a human being I will be able to become.” And whoever knows how to pray this prayer from the deepest depths of their soul may also hope that it will become a real ideal for them; they may also hope that through the power of such a prayer they will become an ever better and more perfect human being. Thus, what we receive through true Spiritual Science works down into the most intimate depths.