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Occult Studies on Life Between Death and Rebirth
GA 140

12 March 1913, Munich

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15. Vom Durchgang des Menschen nach dem Tode durch die Sphären des Kosmos

Life Between Death and Rebirth II

[ 1 ] Als ich bei meiner letzten Anwesenheit hier über das Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt sprach, da versuchten wir zu betrachten den Zusammenhang dieses Lebens zwischen dem Tod und einer neuen Geburt mit den großen Verhältnissen des Kosmos. Ich versuchte zu zeigen, wie tatsächlich der Weg, der zwischen dem Tod und einer neuen Geburt zurückgelegt wird, durch den Kosmos, durch die Sphären des Kosmos führt. Wollen wir nur mit ein paar Worten auf das zurückblicken, was wir dazumal hervorzuheben versuchten.

[ 1 ] During my last visit here I spoke about man's life between death and rebirth and how that life is connected with the great realm of the cosmos. I wanted to show how the path traversed by the human being between death and a new birth actually leads through the cosmic spheres. Let us now briefly recapitulate what was said then.

[ 2 ] Die erste Zeit nach dem Tode — das wurde ja schon gesagt — ist eigentlich für den Menschen ausgefüllt mit einer Art von Zusammenhang mit dem letzten Erdenleben. Es ist eine Art von Herauswachsen aus dem letzten Erdenleben, so daß in der Tat in diesen ersten Zeiten nach dem Tode alles das fortdauert, was im Erdenleben den menschlichen Astralleib ergriffen hat. Was diesen menschlichen Astralleib beschäftigt hat, die Art der Affekte, die Art der Leidenschaften, die Art der Gefühle, das dauert fort. Und weil der Mensch hier in der physischen Verkörperung alle diese Dinge bewußt nur erlebt, wenn er innerhalb seines physischen Leibes ist, so ist natürlich das Erlebnis all dieser im Astralleib befindlichen Kräfte wesentlich anders, wenn der Mensch durch das Gebiet durchgeht, das da liegt zwischen dem Tode und einer neuen Geburt. Es ist dieses Erleben im wesentlichen durchzogen in normalen Fällen — es gibt davon viele Ausnahmen — in den ersten Zeiten nach dem Tode von einer gewissen Entbehrung, hervorgerufen dadurch, daß der Mensch in seinem Astralleibe leben muß, ohne daß ihm der physische Leib zur Verfügung steht. Der Mensch drängt darnach, noch seinen physischen Leib zu haben; das hält den Menschen eine kürzere oder längere Zeit — man darf es schon so nennen — im normalen Falle in der Sphäre der Erde zurück. Alles Kamaloka verläuft ja eigentlich in der Sphäre zwischen der Erde und der Mondenbahn; aber das eigentliche für den Menschen bedeutungsvolle Kamaloka verläuft viel näher der Erde als, sagen wir, der Mondenbahn.

[ 2 ] The first period after a man's death is filled with experiences connected in some way with his recent life on earth. He is emerging from, growing away from, his last earthly life, and during the first period after death the emotions, passions and feelings that affected his astral body all continue to exist. Because during physical incarnation man is conscious of these feelings only when he is actually within his physical body, it is natural that his experiences of all these forces in the astral body is essentially different when he is passing through the region of existence between death and a new birth. In normal cases, although there are many exceptions, a sense of deprivation is present during the first period after death. This is due to the fact that man must live through the experiences in his astral body without having a physical body at his disposal. He still longs for his physical body, and in normal cases this longing holds him back in the sphere of the earth for a longer or shorter period. Life in kamaloca takes its course in the sphere between the earth and the orbit of the moon, but experiences in kamaloca that are of essential significance take place in a realm nearer the earth than, let us say, the orbit of the moon.

[ 3 ] Seelen, welche überhaupt nicht viel von dem entwickelt haben, was Empfindungen und Gefühle sind, die sozusagen über das Erdenleben hinausgehen, bleiben auch recht lange mit der Sphäre des Erdenlebens verbunden, verbunden durch ihr eigenes Begehren. Wenn ein Mensch — das ist ja sogar, man möchte sagen, äußerlich leicht einzusehen — ein ganzes Leben nur solche Gefühle und Empfindungen in sich ausgebildet hat, die sich durch Leibesorgane, durch Verhältnisse der Erde befriedigen lassen, dann kann er auch nicht anders, als eine gewisse längere Zeit mit der Sphäre der Erde verbunden bleiben. Man kann durch ganz andere Triebe und Begierden noch, als man gewöhnlich wähnt, mit der Erdensphäre verbunden bleiben. Zum Beispiel recht ehrgeizige Menschen, denen es besonders darum zu tun ist, innerhalb der Erdenverhältnisse dieses oder jenes zu gelten, die den allergrößten Wert darauf legen, solche Geltung zu haben, die von Urteilen innerhalb der Erdenmenschheit abhängig ist, die entwickeln damit auch in ihrem Astralleibe einen Affekt, der sie längere Zeit sozusagen zu erdgebundenen Seelen macht. Es gibt mannigfaltige Gründe, welche den Menschen so in der Erdensphäre zurückhalten. Und das weitaus meiste, was auf medialem Wege aus den geistigen Welten für die Menschen vermittelt wird, das stammt eigentlich aus solchen Seelen und ist im wesentlichen das, was diese Seelen abzustreifen streben.

[ 3 ] Souls who have unfolded only few feelings and sentiments transcending the affairs of earthly life remain bound to the earth sphere by their own cravings for a considerable time. Even outwardly it is easy to understand that a man who for a whole lifetime has cultivated only such feelings as can be satisfied by means of bodily organs and earthly conditions can but remain bound to the earth sphere for a certain time. Impulses and desires quite different from those ordinarily imagined can also cause a soul to remain bound to the earth sphere. Ambitious people, for instance, who cultivate an inordinate longing for certain things within earthly conditions and who depend on the appreciation of their fellow men, thereby develop an emotional disturbance in their astral body that will result in their being bound to the earth sphere for a longer time after death. There are many reasons for which human souls are held back in the earth sphere. By far the greater majority of communications from the spirit world made by mediums stem from such souls and consist essentially of what they are striving to cast off.

[ 4 ] Es braucht nicht einmal immer daran gedacht zu werden, daß solche Seelen durch ganz unedle Motive, obwohl das meist der Fall ist, an die Erde gebunden bleiben; es können auch Sorgen sein, welche für das empfunden werden, was man auf der Erde zurückgelassen hat. Solche Sorgen für zurückgelassene Freunde, Verwandte, Kinder, können auch in gewisser Weise wie eine Art Schwere wirken und die Seele in der Erdensphäre zurückhalten. Und es ist gut, gerade auch auf diesen Punkt das Augenmerk zu lenken, aus dem Grunde nämlich, weil wir, wenn wir diesen Punkt berücksichtigen, auch dadurch den Toten in einer gewissen Weise helfen können. Wenn wir wissen, daß zum Beispiel ein Hingestorbener diese oder jene Sorge für Lebende empfinden kann — und man kann ja in dieser Beziehung gar manches wissen —, so ist es gut für die weitere Entwickelung des Toten, diese Sorge ihm abzunehmen. Man erleichtert das Leben eines Toten in der Tat dadurch, daß man ihm zum Beispiel abnimmt die Sorge um ein Kind, das er unversorgt zurückgelassen hat. Wenn man also etwas tut für das Kind, so nimmt man in der Tat dem Toten eine Sorge ab, und es ist dies gerade ein rechter Liebesdienst. Denn stellen wir uns nur einmal die Situation vor. Solch ein Toter hat ja nicht die Mittel an der Hand, seinen Sorgen auch tatsächlich abzuhelfen; er kann oftmals nicht das tun, was die Lage irgendeines zurückgelassenen Kindes, Verwandten, Freundes, erleichtern könnte von seiner Welt aus, und er ist oftmals — das ist ein in vielen Fällen außerordentlich bedrückendes Gefühl für den seherischen Beobachter — verurteilt, diese Sorge so lange zu tragen, bis sich von selbst oder durch Umstände die Lage des Zurückgelassenen bessert. Wenn wir also etwas dazu tun, sie zu bessern, so ist die Folge diese, daß wir dem Toten einen rechten Liebesdienst erwiesen haben.

[ 4 ] Although the motives binding these souls to the earth are mostly ignoble, it need not invariably be so. It may also be due to anxiety for those who have been left behind on earth. Concern for friends, relatives and children may also act as a kind of gravity that holds souls back in the earth sphere. It is important to pay attention to this because by taking it into account we can also help the dead. If, for instance, we realize that the departed soul feels anxiety for a living person—and much can come to our knowledge in this respect—it will help the dead person in his further development to relieve him of this anxiety. We ease the life of someone who has died by relieving him, for example, of anxiety about a child whom he has left behind unprovided for. By doing something for the child, we relieve the dead person of anxiety, and this is a true service of love. Let us picture such a situation. The dead person has not available the means to rid himself of anxiety. From his realm he may be unable to do anything that would ease the circumstances of a child, a relative or a friend. He is often condemned—and in many cases this weighs heavily upon the seer—to bear the anxiety until the situation of the one left behind improves of itself or by circumstances. Therefore, if we do something to better the situation we will have performed a real deed of love for the dead one.

[ 5 ] Es ist oftmals sogar beobachtet worden, daß irgendeine Persönlichkeit hingestorben ist, die sich das oder jenes für das Leben noch vorgenommen hatte. Sie hing an einem solchen Vorsatz. Wir helfen ihr, wenn wir versuchen, unsererseits das zu tun, was sie gerne getan hätte. Das alles sind Dinge, die eigentlich gar nicht schwierig zu begreifen sind, die aber wirklich einmal ins Auge gefaßt werden sollen, weil sie mit der seherischen Beobachtung durchaus übereinstimmen.

[ 5 ] It has frequently been observed that a person who had planned to do something definite in life died and then continued to cling to the plan after his death. We help him if we ourselves attempt to do what he would have liked to do. These situations are not difficult to grasp. We should take account of them because they tally with clairvoyant observation.

[ 6 ] Nun gibt es ja noch sehr viele Dinge, welche den Menschen lange festhalten können sozusagen in der Äthersphäre der Erde. Dann aber wächst er über diese Äthersphäre hinaus, und zum Teil habe ich ja schon geschildert, wie dieses Hinauswachsen geschieht. Wir müssen ja doch unsere Begriffe umformen, wenn wir das Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt verstehen wollen. Es ist nicht gerade allzustörend, wenn wir über die Toten in Worten reden, welche angepaßt sind den Erdenverhältnissen, die sozusagen von diesen hergenommen sind, da wir ja eine eigentliche Sprache für die Erdenverhältnisse haben. Und wenn auch das nur bildmäßig stimmt, was wir in Worten ausdrücken können für das Leben nach dem Tode, so braucht das, was so in Worte gefaßt wird, nicht gerade unrichtig zu sein.

[ 6 ] There are many other facts that may keep a soul in the etheric sphere of the earth. Eventually he grows beyond this sphere. This process has already partly been described. Our concepts must be recast if we wish to gain an understanding of the life between death and rebirth. It is not really incongruous to speak about the dead in words taken from the conditions of earthly existence because our language is adapted to these conditions. Although what can be expressed in words about life after death tallies only in a pictorial sense, it need not necessarily be incorrect.

[ 7 ] Man muß zum Beispiel berücksichtigen, daß ein jedes Charakterisieren so, als ob der Tote sich abgeschlossen an einem Ort befände, als ob der Tote so abgeschlossen wäre wie ein im physischen Leibe Lebender, nie ganz richtig ist, weil in der Tat das Erleben nach dem Tode geradeso wie das Erleben innerhalb der Initiation ein Heraustreten aus dem Leibe ist, verbunden mit einer Verbreiterung des ganzen Seelenwesens. Und wenn wir eben eine Seele verfolgen, die angekommen ist bei der Mondensphäre, wie wir sagen, so ist in der Tat, wenn wir leiblich begrenzen wollten, der Leib dann im Grunde genommen die Ausbreitung der Erlebnismöglichkeit. Es dehnt sich dieser Leib aus über eine ganze Sphäre, die dann äußerlich begrenzt wird von dem Kreis der Mondenbahn. Der Mensch wächst in der Tat geistig zur Riesengröße; er wächst in die Sphären hinein, und die Sphären der Abgeschiedenen sind nicht in dem Sinne auseinander wie irdische Menschen, sondern sie stecken räumlich ineinander. Das Getrenntsein voneinander beruht darauf, daß die Bewußtseine voneinander getrennt sind; so daß man ganz ineinanderstecken kann, ohne voneinander zu wissen.

[ 7 ] Descriptions are never quite accurate that convey the idea that the dead are confined to a definite place like a being who is living in a physical body. What is experienced both after death and in initiation is that one is emerging from the body and one's whole soul-being is expanding. When we follow a soul who has reached the Moon sphere as we call it, the “body” denotes the expansion of the range of experience. In actual fact the human being grows, in a spiritual sense, to gigantic dimensions. He grows out into the spheres, but the spheres of the dead are not separate from each other as in the case of men on earth. They are spatially intermingled. A sense of separateness arises because consciousness is separate. Beings may be completely intermingled without knowing anything of one another.

[ 8 ] Was also gesagt worden ist bei meiner letzten Anwesenheit von dem Sich-einsam- oder -gesellig-Fühlen nach dem Tode, das bezieht sich auf die Verhältnisse der Bewußtseine untereinander. Nicht daß etwa auf einer isolierten Insel, räumlich vorgestellt, der Tote wäre; er durchdringt den andern, von dem er gar nichts weiß, trotzdem er mit ihm im selben Raume ist.

[ 8 ] The feeling of either isolation or community after death of which I spoke during my last visit is connected with the interrelationships of consciousness. It is not as if a dead person were on some isolated island in a spatial sense. He pervades the other being of whose existence he is totally unaware although they occupy the same space.

[ 9 ] Nun müssen wir das einmal ins Auge fassen, was hauptsächlich in Betracht kommt, wenn das Kamaloka abgeschlossen ist. Wenn der Mensch sein devachanisches Dasein antritt nach der eigentlichen Mondensphäre, ist das Kamaloka im Grunde genommen noch nicht ganz abgeschlossen. Das aber schließt nicht aus, daß innerhalb dieser Mondensphäre auch gewissermaßen Dinge abgemacht werden, welche nicht nur als Kamaloka-Erlebnisse bedeutsam sind, sondern auch für das ganze spätere Erleben des Menschen, wenn er wiederum durch die Geburt ins Dasein tritt. Wenn wir das, was in den Kamaloka-Erlebnissen dazukommt, ins Auge fassen wollen, so ist es in der folgenden Weise zu charakterisieren: Der Mensch kann, wenn er hier das Leben zwischen der Geburt und dem Tode durchmacht, gewissermaßen so regsam sein innerhalb dieses Lebens, daß er alles das, was in ihm veranlagt ist, gewissermaßen in der Hauptsache auch wirklich aus seiner Seele herausbringt; daß er sozusagen hinter seiner Veranlagung nicht zurückbleibt. In der mannigfaltigsten Weise kann ja der Mensch hinter seiner Veranlagung zurückbleiben. Oh, es gibt viele Menschen im Leben, die sich uns so zeigen, wenn wir sie mit dem seelischen Blicke beobachten, daß wir mit Recht sagen können: Dieser Mensch hätte eigentlich nach seinen Fähigkeiten, nach seinen Veranlagungen etwas ganz anderes erreichen können im Leben, als er erreicht hat; er ist zurückgeblieben hinter seiner Veranlagung.

[ 9 ] Let us now consider what comes about mainly when the period of kamaloca is over. When an individual enters upon his devachanic existence after passing through the Moon sphere, kamaloca is not yet entirely at an end. This does not preclude the fact that it is within the Moon sphere that adjustments take place that are of significance not only as kamaloca experiences, but also for the later life of the individual when he again enters existence through birth. We can characterize in the following way what is added to the kamaloca experiences. A man may be so active in life that he brings all his talents to expression. But there are many men of whom we have to say, when we observe them with the eyes of the soul, that according to their faculties and talents they could have achieved in life something quite different from what they have in fact achieved. Such people have lagged behind their talents.

[ 10 ] Noch etwas anderes kommt in Betracht. Es gibt Menschen, welche sich im Verlaufe ihres Lebens das Mannigfaltigste vornehmen. Da braucht es sich also nicht bloß um Veranlagung zu handeln, sondern um Vorsätze, die auf Kleines gehen können, die auf Großes gehen können. Wieviel wird von Menschen im Leben vorgenommen, das nicht eigentlich zur wirklichen Ausgestaltung kommt! Ja, es gibt da Dinge, die durchaus so sind, daß sie für das menschliche Leben nicht etwa einen Tadel einzuschließen brauchen. Ich will gleich, um zu zeigen, um was für bedeutsame Dinge es sich da handeln kann, auf eines aufmerksam machen, das einige unserer Freunde schon kennen, darauf, daß Goethe in seiner «Pandora» ein dichterisches Werk unternommen hat, mit dem er steckengeblieben ist. Ich habe das, was Goethe mit der «Pandora» passiert ist, schon einmal zu charakterisieren versucht dadurch, daß ich anführte: Goethe ist gerade wegen des Großen, das in ihm lebte und das die Absicht zu dieser «Pandora» fassen, aber nicht das aus sich heraus entwickeln konnte, was diese Absicht auch in Wirklichkeit umgesetzt hätte, Goethe ist gerade dadurch verhindert worden, diese «Pandora» fertigzumachen. Nicht wegen seiner Kleinheit, sondern in gewisser Weise wegen seiner Größe ist er verhindert worden, die «Pandora» und andere Werke zu vollenden. Er hat sie liegenlassen. Das Stück, das wir haben, zeigt, daß Goethe da in äußerer künstlerischer Beziehung so große Anforderungen an sich gestellt hat, daß einfach die Kräfte nicht ausgereicht haben, um die ganze große Intention wirklich mit solcher Leichtigkeit auszuführen wie das Stück, das ihm gelungen ist. Das ist eine unausgeführte Absicht, gehört durchaus in die Region der unausgeführten Absichten.

[ 10 ] Something else comes into consideration. There are people who nurture a great number of intentions in the course of their life. It need not be a question of talent, but of intentions connected either with trivial or important aims. How much in life merely remains at the stage of intention without being fulfilled! There are things in this category that need not be considered blameworthy. In order to show how significant such things may be I will mention an instance already known to some friends. Goethe embarked in his Pandora upon a poetical work and at a certain point he came to a standstill. I once explained what happened to Goethe when writing Pandora in the following way. The very greatness that had conceived the plan of the poem prevented him from completing the work. He was incapable of unfolding the power whereby the plan could have turned into reality. It was not because of shortcomings but in a sense because of his greatness that Goethe was prevented from completing Pandora. This is the case with some of his other works, too. He left them unfinished. The fragment of Pandora shows that Goethe made such considerable artistic demands upon himself that his powers, even in respect of the outer form of the poem, were simply not able to carry out the entire mighty plan with the same ease as in the fragment with which he was successful. This is obviously an example of an unfulfilled intention.

[ 11 ] So können wir sagen: Auf der einen Seite haben wir die Möglichkeit, daß der Mensch hinter seinen Anlagen zurückbleibt durch seine Bequemlichkeit, durch andere Charakter- oder intellektuelle Vernachlässigungen — aber wir haben auch die Möglichkeit, daß der Mensch hinter seinen Vorsätzen zurückbleibt bei größeren oder kleineren Sachen. Alles das, was der Mensch also sozusagen als eine Unvollkommenheit an sich trägt — es ist eine edle, große Unvollkommenheit, wenn ein Dichter eine «Pandora» nicht fertigmacht, es ist aber eine Unvollkommenheit für seine Person —, alles das, was der Mensch also an Unvollkommenheiten an sich trägt, das gräbt er ein in die Akasha-Chronik bis zur Mondensphäre hin; und für den seherischen Blick ist es tatsächlich eine reiche Auslese, alles auf sich wirken zu lassen, was zwischen Erde und Mond an menschlichen Unvollkommenheiten eingegraben ist. Da ist treulich alles verzeichnet, was an menschlichen edlen und unedlen Unvollkommenheiten eingegraben werden kann. Da finden wir eingegrabene Fälle, die uns darauf hinweisen, wie ein Mensch durch seine physische Gesundheit, durch seine für eine intellektuelle Begabung gut prädestinierte Leiblichkeit, irgend etwas hätte erreichen können, das er nicht erreicht hat. Das, was er hätte werden können und nicht war, als er durch die Pforte des Todes gegangen ist, das ist da eingegraben in die Akasha-Chronik.

[ 11 ] Therefore, on the one hand, a man may lag behind his talents owing to laziness or to defects in character or intellect, but the other possibility is that he may not be able to carry out his intentions in small or important matters. Now there is something great in a poet who does not complete a work such as Pandora, but every imperfection in man is inscribed by him into the Akasha Chronicle in the Moon sphere, and thus an abundance of shortcomings and imperfections come before the eye of the seer in the realm between Earth and Moon. Human imperfections, be they noble or no, are faithfully recorded there. Instances can be found in which, through physical health, through a bodily constitution, providing a good foundation for intellectual gifts, a man would have been capable of achieving certain things, but failed to do so. What he could have become but had not become when he passed through the gate of death—this is inscribed in the Akasha Chronicle.

[ 12 ] Nun bitte ich Sie, sich nicht etwa vorzustellen, daß da in der Mondensphäre das Ende der «Pandora» etwa eingegraben ist, sondern es ist die Tatsache eingegraben, die dem Goetheschen astralischen Leibe entspricht, wenn wir das in diesem astralischen Leibe ins Auge fassen, daß er eine umfassende Absicht hatte und nur ein Stück davon ausführte. Solche Dinge sind alle zwischen der Erde und dem Monde eingegraben. Aber auch alles das an kleinen Dingen, was in diese Region gehört. Wer, sagen wir, einen Vorsatz gefaßt, diesen Vorsatz aber nicht ausgeführt hat, ehe er durch die Pforte des Todes gegangen ist, der gräbt die Nichterfüllung dieses Vorsatzes in das Gebiet zwischen Erde und Mond ein. Wir können ziemlich genau charakterisieren, was sich da alles dem seherischen Blicke zeigt. Ein Versprechen zum Beispiel, das man nicht gehalten hat, das gräbt sich erst später ein, eigentlich erst in der Merkursphäre. Das aber, was Vorsatz ist, gräbt sich in der Mondensphäre ein. Das nämlich, was nicht nur uns allein, sondern direkt andere Menschen berührt, das gräbt sich nicht gleich in der Mondensphäre ein, sondern erst später. Das aber, was uns berührt, uns hinter unserer Entwickelung zurückläßt, was uns in unserer persönlichen Fortentwickelung mit einer Unvollkommenheit ausstattet, das gräbt sich innerhalb der Mondensphäre ein.

[ 12 ] Do not imagine that the end of Pandora is in some way inscribed in the Moon sphere. What is inscribed has to do with Goethe's astral body, namely, that he had conceived a great, far-reaching plan and only fulfilled a part of it. All such things, including trivial matters, are inscribed between the spheres of Earth and Moon. A person who forms a resolution but has not carried it out before his death, inscribes the fact of non-fulfillment in this sphere. A fairly accurate characterization can be given of what is disclosed to the eye of seership in this realm. A promise that has not been kept, for example, is not inscribed until later, actually not until the Mercury sphere is reached. An unfulfilled resolution, however, is inscribed in the Moon sphere. Anything that affects not only ourselves but also others is not immediately inscribed in the Moon sphere, but only later. Anything that affects us as individuals, that keeps us behind our proper stage of evolution and thus denotes imperfection in our personal development, is inscribed in the Moon sphere.

[ 13 ] Das ist besonders wichtig, daß wir neben allem anderen, was ich im vorigen Jahre hier sagte, auch das ins Auge fassen, daß namentlich unsere Unvollkommenheiten, und zwar solche Unvollkommenheiten, die eigentlich nach den Vorbedingungen nicht hätten zu sein brauchen, in der entsprechenden Mondensphäre eingegraben sind.

[ 13 ] It is important to realize that our imperfections, especially those that need not have been inevitable, are inscribed in the Moon sphere.

[ 14 ] Man darf sich durchaus nicht vorstellen, daß das unter allen Umständen etwas Schreckliches sei, so etwas in der Mondensphäre eingegraben zu haben. Denn in einer gewissen Weise kann das so Eingegrabene gerade zu dem Wertvollsten, zu dem Bedeutungsvollsten gehören. Was der Sinn dieser Eingrabung in die AkashaChronik ist, wollen wir gleich besprechen. Ich will nur darauf aufmerksam machen, daß nun der Mensch, indem er sich weiter vergrößert in die anderen Sphären, anderes, das an ihm ist, was er sich entweder erworben hat an Unvollkommenheiten oder was er an Unvollkommenheiten gehabt hat, das alles eingräbt in die entsprechenden Sphären. Der Mensch wächst ja hinaus von der Mondensphäre in die Merkursphäre. Ich spreche dabei immer im Sinne des Okkultismus, nicht im Sinne der Astronomie. Der Mensch gräbt also überall in der Merkursphäre, der Venus-, Sonnen-, Mars-, Jupiter-, Saturnsphäre und weiter hinaus etwas ein. Die meisten Einzeichnungen sind aber sozusagen innerhalb der Sonnensphäre; denn wir haben ja schon das letztemal gesehen, daß außerhalb der Sonnensphäre der Mensch im wesentlichen das auszumachen hat, was eigentlich gar nicht in seinem individuellen Belieben steht.

[ 14 ] It should not be thought that in all circumstances such an inscription is a dreadful thing. In a certain sense it can be of the greatest value and significance. We will speak in a moment of the meaning and purpose of these inscriptions in the Akasha Chronicle. First it must be emphasized that as the person expands into other spheres, all his imperfections are there inscribed. He expands from the Moon sphere into the Mercury sphere; I am speaking entirely from the aspect of occultism, not from that of ordinary astronomy. Something is inscribed by him in all the spheres, in the Mercury sphere, the Venus sphere, the Sun sphere, the Mars sphere, the Jupiter sphere, the Saturn sphere and even beyond. Most inscriptions, however, are made within the Sun sphere, for as we heard in the last lecture, outside the Sun sphere a man mainly has to adjust matters that are not just left to his own individual discretion.

[ 15 ] So geht der Mensch also zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, nachdem er mehr oder weniger abgemacht hat das, was ihn noch zur Erde zieht, durch die Sphären unseres Planetensystems und dann auch darüber hinaus. Und in dem Zusammenkommen mit den Kräften liegt eben das, was ihm notwendig ist in seiner Entwickelung zwischen dem Tode und einer neuen Geburt. Und wenn ich das vorige Mal davon gesprochen habe, daß der Mensch da zusammenkommt mit den höheren Hierarchien und ihre Gaben in Empfang nehmen muß, so ist äußerlich, also geistig äußerlich gefaßt, dieses gleichsam Vorübergehen vor den Wesenheiten der höheren Hierarchien und Entgegennehmen ihrer Gaben ein Verbreitern in den Weltenraum hinaus. Und wenn der Mensch sich in einer entsprechenden Weise verbreitert hat, dann zieht er sich wiederum zusammen, wird immer kleiner, bis er wirklich so klein geworden ist, daß er sich als geistiger Keim mit dem, was von Vater und Mutter kommt, vereinigen kann. Das ist ja das wunderbare Geheimnis, daß der Mensch, wenn er durch die Pforte des Todes schreitet, in der Tat selber sozusagen eine immer größere und größere Sphäre wird, daß er seine Geistigkeit, das heißt die Lebensmöglichkeiten in seinem Seelischen verbreitert, daß er riesenhaft wird und dann sich wiederum zusammenzieht. Das, was in uns lebt, ist in der Tat aus einem Weltenall, möchte man sagen, aus einem Planetenall zusammengezogen, und wir tragen in uns ganz buchstäblich das, was wir durchlebt haben in einem Planetenall.

[ 15 ] Thus after having cast away more or less completely what still draws him to the earth, man journeys through the planetary spheres and even beyond them. The contact thus established with the corresponding forces provides what he needs in his evolution between death and a new birth. When I spoke in the last lecture of man coming into contact with the higher hierarchies and receiving the gifts they bestow, that was the same as saying that his being expands into the cosmos. When the expansion has been completed he contracts again until he has become minute enough to unite as a spirit-seed with what comes from the parents. This is indeed a wonderful mystery. When the human being passes through the gate of death he himself becomes an ever-expanding sphere. His potentialities of soul and spirit expand. He becomes a gigantic being and then again contracts. What we have within us has in fact contracted from the planetary universe. Quite literally we bear within us what we have lived through in a planetary world.

[ 16 ] Ich möchte, nachdem ich ja bei meinem letzten Hiersein einiges von dem Durchgang durch die Merkur-, Venus-, Sonnensphäre besprochen habe, heute, weil das hier noch weniger berücksichtigt worden ist, etwas sprechen über den Durchgang durch die MarsSphäre. Wenn der Mensch die Sonnensphäre passiert hat und dann in die Mars-Sphäre eintritt, dann tritt er eigentlich in unserem heutigen Zeitalter in ganz andere Verhältnisse ein als vor verhältnismäßig noch kurzer Zeit. Gerade wenn man solche Dinge mit dem seherischen Blick verfolgt, dann sieht man, wie die Dinge, welche in alten Zeiten aus dem ursprünglich in der Menschheit vorhandenen Hellsehen gesagt worden sind über die Glieder des Planetensystems, durchaus nicht ohne einen realen Grund sind. Wenn man in dem Mars in alten Zeiten ein Glied unseres Planetenalls gesehen hat, das zusammenhängt mit allem Kriegerischen, Aggressiven in der Menschheitsentwickelung, so entspricht das im Grunde genommen durchaus einer Realität. All die Phantastereien, die heute von der physischen Astronomie aufgestellt werden über ein etwaiges Leben auf dem Mars, sie entbehren ja im Grunde jeder wirklichen Unterlage. Die Wesenheiten, die wir eben, wenn wir den Ausdruck gebrauchen wollen, als die Marsmenschen bezeichnen können, die sind von ganz anderer Natur als die Erdenmenschen, lassen sich gar nicht damit vergleichen. Und das wesentlichste Charakteristikon für diese Wesenheiten war eigentlich immer bis ins siebzehnte Jahrhundert das Aggressive, das Kriegerische, das Angreifende, so daß, wenn wir das Wort sagen dürfen, die Marskultur im wesentlichen wirklich eine kriegerische Kultur war. Alles beruhte auf dem Wetteifer und Wettkampf der sich aufeinander stürzenden Seelen. Und das, was der Mensch in der Zwischenzeit zwischen dem Tode und einer neuen Geburt beim Durchgange durch den Mars durchmachte, war durchaus ein Zusammenkommen mit den aggressiven Kräften; es gingen sozusagen über in seine Seele diese aggressiven Kräfte. Und wenn er dann wiederum geboren wurde und besonders veranlagt war, auf der Erde diese aggressiven Kräfte zu entwickeln, dann muß das zugeschrieben werden seinem Durchgang durch die Mars-Sphäre.

[ 16 ] When I was here last I said certain things about the passage through the Mercury sphere, the Venus sphere and the Sun sphere. Today I wish to speak about certain aspects of the passage through the Mars sphere. When a man passes from the Sun sphere into the Mars sphere, the conditions of existence into which he enters are quite different in our present age from what they were a comparatively short time ago. To the eyes of the seer it is quite evident that there was good reason for the statements, originating from the clairvoyance once possessed by humanity, about the several bodies composing the planetary system. It was entirely in keeping with the facts that Mars was considered to be the member of our planetary system connected with all warlike, aggressive elements in the evolution of humanity. The fantastic theories advanced by physical astronomy today about a possible form of life on Mars are without foundation. The nature of the beings who may be called “Mars men,” if we wish to use such an expression, is altogether different from that of the men on earth, and no comparison is possible. Until the seventeenth century the character of the Mars beings had invariably been one of warlike aggressiveness. Belligerency, if one may use this word, was an inherent quality of the Mars “culture.” The basis of it was formed by the rivalries and clashes between souls perpetually battling with each other. As an individual was passing through the Mars sphere between death and rebirth, he came into contact with these forces of aggression and they made their way into his soul. If when he was born again his innate tendencies made him specially able to develop and give expression to these forces, it was to be attributed to his passage through the Mars sphere.

[ 17 ] In dieser Beziehung ist ja das Leben wirklich eigentlich recht kompliziert. Wenn wir das Erdenleben beobachten, nicht wahr, dann leben wir unter den Wesenheiten der drei Naturreiche und unter den Menschen. Wir kommen zusammen durch die verschiedenen Mittel, die es geben kann, mit den Seelen, die durch ihr eigentliches Leben nach dem Tode noch in gewissem Zusammenhange mit der Erde stehen; aber dazwischen kommen einem immer auch geistige Wesenheiten vor, die eigentlich auf der Erde ganz fremd sind. Und je besser sich ein seherischer Blick ausbildet, je weiter der Initiierte sieht, desto mehr erdenfremden Seelen begegnet man, desto mehr erfährt man, daß da durch die Erdensphäre Durchzügler durchgehen, die eigentlich, man möchte sagen, normalerweise nicht mit dem Erdenleben zusammenhängen. Das ist aber nicht anders für uns Erdenmenschen, als es für die Mondenbewohner ist, durch deren Leben wir ja auch zwischen dem Tod und einer neuen Geburt durchgehen. Wir sind in einer gewissen Weise, wenn wir die Sphäre des Mars zum Beispiel durchgehen, für die Marsbewohner Gespenster; wir gehen da durch als ihrer Sphäre fremde Wesenheiten. So sind aber auch die Wesen des Mars in einem gewissen Stadium ihres Daseins durchaus verurteilt, durch unsere Erdensphäre durchzugehen; sie kommen da durch, und der mit einer gewissen Initiation Ausgestattete trifft sie sozusagen durch die geeigneten Zustände bei ihrem Durchzug durch die Erdensphäre. Es ist ein fortwährendes Aneinandervorbeigehen der Wesenheiten unseres Planetensystems. Während wir auf der Erde leben zwischen der Geburt und dem Tode und oftmals meinen, daß wir von nichts umgeben sind als nur von den Wesenheiten der verschiedenen Naturreiche, sind in unserer Umgebung die Durchzügler da von allen anderen Planeten unseres Planetensystems. Ebenso sind wir Durchzügler zu einer gewissen Zeit zwischen dem Tode und einer neuen Geburt bei den anderen planetarischen Menschen, wenn wir so sagen dürfen. — Es ist nur so, daß wir Menschen auf der Erde gerade das Wesentlichste von dem zu entwickeln haben, was innerhalb des gegenwärtigen Weltenzyklus unsere Mission ist. So sind den anderen planetarischen Welten andere Wesenheiten zugeteilt. Aber berühren müssen wir auch die anderen planetarischen Welten zwischen dem Tode und einer neuen Geburt. Spricht man also im allgemeinen von dem devachanischen Leben, so muß durchaus gesagt werden, daß, wenn wir so allgemein das oder jenes Gebiet im devachanischen Leben schildern, damit immer eigentlich unausgesprochen bleibt, aber wahr ist, daß das in irgendeiner Sphäre unseres Planetensystems geschieht. Das gehört wesentlich noch dazu. So also gehen wir durch die Mars-Sphäre durch in einer gewissen Zeit unseres Lebens zwischen dem Tod und einer neuen Geburt.

[ 17 ] This subject is full of complications. On the earth we live among the beings of the three kingdoms of nature, and among men. By various means we come into contact with the souls who in their life after death still retain some connection with the earth but we also encounter beings who are utterly foreign to the earth. The more an initiate is able to widen his vision, the more souls are found who are strangers on the earth, and the more it is realized that wanderers are passing through the earth sphere. They are beings who are not connected with earthly life in the normal way. This is no different for us as men of earth than it is for the moon dwellers through whose sphere of life we also pass between death and a new birth. When we are passing through the Mars sphere, for example, we are ghosts, specters, for the Mars dwellers. We pass through their sphere as strangers, as alien beings. But the Mars beings, too, at a certain stage of their existence, are condemned to pass through our earth sphere and one who possesses certain initiate faculties encounters them when conditions are favorable. Beings of our planetary system are continually streaming past each other. While we are living on earth, often imagining that we are surrounded only by the beings of the different kingdoms of nature, there are itinerants from all the other planets in our environment. During a certain period between death and a new birth we, too, are itinerants among the other planetary “men,” if one might speak in this way. We have to develop in our lives on earth the essentials of our particular mission in the present epoch of cosmic existence. Other beings are allotted to the other planetary worlds, and between death and rebirth we must contact these worlds, too. Therefore, when reference is made to one region or another of life in Devachan, it is actually the case, although it is not expressly stated, that the happenings are taking place in some sphere of our planetary system. This should be borne in mind. Thus at a certain time in life between death and a new birth we pass through the Mars sphere.

[ 18 ] Nun, wie die Erde eine Entwickelung durchmacht, eine absteigende Entwickelung bis zum Christus-Mysterium hin und eine aufsteigende Entwickelung vom Mysterium von Golgatha ab, so machen auch die anderen Planeten in ihrer Art eine Entwickelung durch. Und wie sozusagen vom Jahre 33 ab — es ist nicht ganz genau, aber doch annähernd so — eine aufsteigende Entwickelung auf der Erde beginnt, also da der eigentliche Schwerpunkt der Erdenentwickelung ist, so war auf dem Mars der Beginn des siebzehnten Jahrhunderts dieser Schwerpunkt, und alle Verhältnisse entwickeln sich sozusagen bis zu diesem Punkt hin auf dem Mars in einer Art absteigender Linie, von da ab in einer ganz anderen, aufsteigenden Linie. Denn damals ist gerade für den Mars etwas außerordentlich Bedeutsames geschehen. Wir haben kennengelernt mit Bezug auf unsere Erdenentwickelung die außerordentliche Gestalt des Gautama Buddha. Wir haben hervorgehoben, daß die Entwickelung dieses Buddha sich so vollzogen hat, daß er ein Bodhisattva war, bis er im 29. Jahre seines Lebens zur Buddhawürde erhoben worden ist, die ihn dazu bestimmte, nicht wiederum in einem physischen Erdenleibe verkörpert zu werden. Aus anderen Vorträgen werden Sie gesehen haben, daß der Buddha dann in der späteren Zeit aus der geistigen Welt noch in die Erdensphäre hinein heruntergewirkt hat. Wir wissen, daß er in den Astralleib des Lukas-Jesusknaben hineingewirkt hat. Aber auch in anderer Weise hat dieser Buddha noch, ohne daß er sich im physischen Leibe verkörpert hat, in das Erdenleben hineingewirkt. So im siebenten und achten Jahrhundert in einer Mysterienschule im südöstlichen Europa, in der — für die damals mehr oder weniger seherisch begabten Leute — Lehrer sein konnten nicht nur solche Individualitäten, die im Physischen verkörpert sind, sondern auch solche, die von geistigen Höhen nur in ihren Ätherleib herunterwirken. Das kommt ja durchaus vor, daß vorgerücktere Menschen von solchen Individualitäten unterrichtet werden können, die nicht mehr oder überhaupt nicht einen physischen Leib annehmen. So war der Buddha Lehrer in einer solchen Mysterienschule, und zu seinen Schülern gehörte dazumal derjenige, der später, das heißt in seiner nächsten Inkarnation, als Franz von Assisi geboren worden ist. Und viele von den Eigenschaften, die wir da so gewaltig hervortreten sehen in dem Franz-von-Assisi-Leben, die sind darauf zurückzuführen, daß Franz von Assisi ein BuddhaSchüler war. Da sehen wir also, wie der Buddha auch später noch nach dem Mysterium von Golgatha hereingewirkt hat aus geistiger Höhe in die irdische Sphäre, wie er verbunden war mit dem Leben, das eine Geltung hat für die Menschen zwischen Geburt und Tod. Dann aber, als das siebzehnte Jahrhundert heranrückte, zog sich der Buddha zurück von dem Erdenleben, und da vollbrachte dann der Buddha für den Mars ein ähnliches Ereignis, wenn auch nicht von solcher Größe wie das Mysterium von Golgatha, so doch das, was auf dem Mars dem Mysterium von Golgatha entspricht. Also im Beginne des siebzehnten Jahrhunderts wurde der Buddha der Mars-Erlöser, das heißt er wurde die Individualität, welche eine Sphäre von Frieden in dieses aggressive Element des Mars hineinzumischen hatte. Und seit jener Zeit ist der Buddha-Impuls auf dem Mars ebenso zu finden, wie seit dem Mysterium von Golgatha auf der Erde der Christus-Impuls.

[ 18 ] Just as the process of the earth evolution is a process of descent until the time of the Mystery of Golgotha, and of ascent from then onwards, so also do the other planets undergo an evolution in their own way. From the year 33 A.D. the date is approximately correct, the earth entered upon an ascending process of evolution. That year was the pivotal point in the earth's evolution. On Mars the pivotal point was at the beginning of the seventeenth century. Until then, the evolution of conditions on Mars had been a process of descent and from that time onwards a process of ascent has occurred because an event of the greatest significance for that planet then took place. In connection with earth evolution we know of the remarkable personage Gautama Buddha. He was a Bodhisattva until in the twenty-ninth year of his life he rose to the rank of Buddhahood and was then destined never to be incarnated again in a physical body on earth. From other lectures you will have heard, however, that later on the Buddha still worked into the earth sphere from the spiritual world. He sent his forces into the astral body of Jesus child of the Gospel of St. Luke. But in another way, too, he influenced earthly life without incarnating into a physical body. In the seventh and eighth centuries there was a mystery school in the southeast of Europe for those who at that time were endowed with some degree of seership. The teachers in that school were not only individualities in physical incarnation but there were also those who work from spiritual heights only as far as the etheric body. It is possible for more highly developed men to receive instruction from individualities who no longer, or never, descend into a physical body. The Buddha himself was a teacher in the mystery school. Among his pupils at that time was the personality who was born later on in his next incarnation as Francis of Assisi. Many of the qualities so impressively displayed in that later life are to be traced to the fact that Francis of Assisi had been a pupil of Buddha. Here we see how the Buddha continued to work from spiritual heights into the earth sphere after the Mystery of Golgotha, and how he was connected with the life of man between birth and death. Then, in the seventeenth century, the Buddha withdrew from earthly existence and accomplished for Mars a deed that, although not of the magnitude of the Mystery of Golgotha, nevertheless resembled it and corresponded on Mars to the Mystery of Golgotha on earth. At the beginning of the seventeenth century the Buddha became the redeemer, the savior of Mars. He was the individuality whose mission it was to inculcate peace and harmony into the aggressive nature of Mars. Since then the Buddha impulse is to be found on Mars, as the Christ impulse is to be found on the earth since the Mystery of Golgotha.

[ 19 ] Nicht der Durchgang durch den Tod, wie es beim Mysterium von Golgatha der Fall ist, war das Buddha-Schicksal auf dem Mars, aber in gewisser Beziehung war es auch eine Art Kreuzigung, die darin bestand, daß diese wunderbare Individualität, die ausstrahlte nach den Vorbedingungen ihres irdischen Lebens überallhin Friede und Liebe, mitten hinein versetzt wurde unter das, was ihr völlig fremd war: unter das aggressive, unter das kriegerische Element des Mars. Besänftigend zu wirken hatte der Buddha auf dem Mars. Und für den seherischen Blick hat es etwas ungeheuer Eindrucksvolles, wenn zwei Momente miteinander verglichen werden: jener Moment, wo sozusagen innerhalb des Erdendaseins der Buddha aufgestiegen ist zu seiner höchsten Höhe, die er innerhalb des Erdendaseins erreichen konnte, wo er im achtzigsten Lebensjahr, nachdem er fünfzig Jahre als der Buddha auf der Erde gelebt hat — eben zur Buddhawürde erhoben -, in einer wunderbaren Mondnacht, am 13. Oktober 483 vor unserer Zeitrechnung, wie aushauchte sein Wesen in den silbernen Mondenglanz, der die Erde überglimmte. Dieses, das auch im Äußeren ist wie eine Manifestation des von dem Buddha ausglimmenden Friedenshauches, bezeugt uns den Höhepunkt der Buddha-Entwickelung innerhalb seines Erdendaseins. Es ist ein wunderbarer Moment und es hat etwas Eindrucksvolles, wenn man danebenstellt den Moment, wie im Beginn des siebzehnten Jahrhunderts der Buddha auf dem Mars ankommt mit all der Summe von Friedens- und Liebeskräften, um in jenem aggressiven Elemente drinnen seinen Frieden, seine Liebe auszuströmen und dadurch allmählich die aufsteigende Entwickelung des Mars zu inaugurieren. So daß also, wenn eine Seele vor dem Zeitpunkt des Buddha-Mysteriums durch den Mars durchgegangen ist, sie vorzugsweise ausgestattet worden ist mit den aggressiven Eigenschaften, jetzt aber etwas eigentlich wesentlich anderes durchmacht, wenn sie wirklich Anlage hat, von den Kräften des Mars etwas zu empfangen. Es muß, damit kein Mißverständnis entsteht auf diesem Gebiet, aufmerksam gemacht werden, daß ebenso wenig, wie die ganze Erde heute etwa schon verchristet ist, der ganze Mars zu einem Friedensplaneten geworden wäre. Das wird noch lange dauern, so daß also, wenn die Seele Veranlassung hat, aggressive Elemente aufzunehmen, noch genügend Gelegenheit ist, auch solche Elemente in sich aufzunehmen; aber das Ereignis, von dem gesprochen worden ist, muß eben ins geistige Auge gefaßt werden. Je mehr die Erde einer Art materiellen Entwickelung entgegengeht, desto weniger würde man, wenn man wirklich die Erdenentwickelung versteht, zugeben können, daß es naturgemäß wäre, im menschlichen Erdenleben zwischen der Geburt und dem Tode ein BuddhaBekenner zu sein in dem Sinne, wie der Buddha seine Bekenner gehabt hat in der vorchristlichen Zeit.

[ 19 ] The destiny of the Buddha on Mars was not death as in the Mystery of Golgotha. Yet in a certain respect, it, too, was a kind of crucifixion inasmuch as this wonderful individuality, who in keeping with his life on earth radiated universal peace and love, was transferred into the midst of what was completely alien to him, into the aggressive, warlike element on Mars. It was Buddha's mission to exercise a pacifying influence on Mars. For the gaze of seership there is something tremendously impressive in the picture of two collateral events. The Buddha had risen to the highest point attainable in his earthly existence, to the rank of Buddhahood, and had lived on earth as the Buddha for fifty years. Then in his eightieth year, on October 13, 483 B.C, on a glorious moonlit night, he breathed out his being into the silvery radiance glimmering over the earth. This event, which even outwardly seems to be a manifestation of the breath of peace emanating from the Buddha, bears witness to the fact that he had attained the zenith of development within his earthly existence. It is deeply impressive to contemplate his wonderful happening in connection with that moment at the beginning of the seventeenth century when, with all his abounding powers of peace and love, the Buddha went to Mars in order that those powers might stream from him into the aggressiveness prevailing there to gradually inaugurate the process of Mars' ascending evolution. When a soul passed through the Mars sphere in times before the Buddha Mystery, it was endowed primarily with forces of aggressiveness. Since the Buddha Mystery a soul undergoes essentially different experiences if it is fitted by nature to gain something from the Mars forces. To avoid any misunderstanding it must be emphasized that as little as the whole earth today is already Christianized, as little has Mars become entirely a planet of peace. That process will still take a long time so that if a soul has any aptitude for receiving elements of aggressiveness there is still ample opportunity for it. Nevertheless, we must not lose sight, spiritually, of the event of which we have spoken. The more deeply the earth enters into a phase of materialism, the less will anyone who really understands the evolutionary process admit that it would be natural for a man in his life between birth and death to follow Buddha in the way that men followed him in pre-Christian times.

[ 20 ] Es verliert sich allmählich alle Möglichkeit innerhalb der menschlichen Erdenentwickelung, eine solche Entwickelung durchzumachen, wie die des Franz von Assisi; das wird immer weniger und weniger möglich sein, wird immer weniger zur äußeren Kultur hinzu passen; aber zwischen dem Tode und einer neuen Geburt, da hat die menschliche Seele Gelegenheit, das durchzumachen, Und wenn es nicht so grotesk klingen würde, so könnte es durchaus gesagt werden, weil es einem Tatbestand entspricht: Zwischen dem Tode und einer neuen Geburt hat eine gewisse Zeit hindurch während des Durchgehens durch die Mars-Sphäre eine jede menschliche Seele Gelegenheit, ein Franziskaner oder ein Buddhist zu sein und alle jene Kräfte aufzunehmen, welche aus einem solchen Fühlen und Erleben in die Menschenseele einfließen können. So also kann der Marsdurchgang für die menschliche Seele von ganz besonderer Wichtigkeit sein. Überall aber, wo der Mensch also hinkommt, schreibt er ein seine Vollkommenheiten und Unvollkommenheiten, je nachdem sie den Eigenheiten dieser Sphäre entsprechen.

[ 20 ] The development of natures such as that of Francis of Assisi will gradually become less and less possible on earth, less and less suitable for external civilization. Nevertheless, between death and rebirth the soul is able to pass through this experience. Grotesque as it may seem, yet it corresponds to the facts, for a certain period between death and a new birth, during the passage through the Mars sphere, every human soul has the opportunity of being a Franciscan or a Buddhist and of receiving all the forces that can flow from feeling and experience of this kind. The passage through the Mars sphere can therefore be of great importance for the human soul. Man, however, inscribes his perfections and imperfections into whatever sphere he enters according to their affinity with the characteristic qualities of that sphere.

[ 21 ] Und wahr ist es: Was wir an Vollkommenheiten und Unvollkommenheiten haben, das wird getreulich in die Akashatafel eingeschrieben zwischen dem Tode und einer neuen Geburt. Das ist da überall verzeichnet. Die eine von unseren Eigentümlichkeiten ist in der Mondensphäre verzeichnet, andere Eigentümlichkeiten sind eingeschrieben in der Venus-, andere in der Mars-, andere in der Merkur-, andere in der Jupitersphäre und so weiter. Und wenn wir dann wiederum zurückkehren, langsam uns zusammenziehen, dann begegnen wir alledem, was wir beim Hinausgehen eingeschrieben haben, und so wird unser Karma technisch vorbereitet. Wenn wir beim Rückweg finden: Diese oder jene Unvollkommenheit haben wir gehabt-,dann können wir eingraben in unser eigenes Wesen — nicht auslöschen, aber eingraben zunächst in unser eigenes Wesen — eine Abschrift von dem, was wir erst in die Akasha-Chronik eingegraben haben. Ausgelöscht wird es da noch nicht. Nun kommen wir unten auf der Erde an. Dadurch, daß wir das alles in uns haben, was wir beim Rückweg in uns einschreiben — und wir sind in gewisser Weise gezwungen, wenn auch nicht alles, so doch sehr vieles einzuschreiben -—, dadurch entwickelt sich unser Karma; aber oben ist noch alles eingeschrieben. Und nun wirken merkwürdigerweise diese Schriften zusammen. Diese Schriften sind in Sphären eingegraben, in die Monden-, Venus-, Merkursphäre und so weiter. Diese Sphären machen gewisse Bewegungen, so daß Folgendes vorkommen kann: Der Mensch hat eingegraben in die Mondensphäre eine gewisse Unvollkommenheit. Während er durch die Mars-Sphäre durchgegangen ist, hat er eine Charaktereigentümlichkeit von sich eingegraben dadurch, daß er ein gewisses aggressives Element, das er nicht gehabt hat, sich dort angeeignet hat; das hat er dort eingegraben. Jetzt geht er weiter durch, kommt wiederum auf die Erde zurück. Indem er hier auf der Erde lebt, hat er ja in sein Karma aufgenommen das, was er eingegraben hat; aber es steht zugleich über ihm geschrieben. Da oben ist der Mars, der in gewisser Konstellation zum Monde steht; die äußeren Planeten geben die gegenseitige Stellung der Sphären an. Indem der Mars in gewisser Konstellation zum Monde steht, steht sozusagen in derselben Konstellation seine aggressive Eingrabung und seine Unvollkommenheit. Die Folge davon ist, daß die zusammenwirken, wenn sie hintereinanderstehen, und daß das der Moment ist, der angeben kann, wo er im nächsten Leben durch die aggressive Kraft des Mars das unternimmt, was unvollkommen geblieben ist. So zeigt die Stellung der Planeten eigentlich das an, was der Mensch erst selber in diese Sphären eingeschrieben hat. Und wenn wir astrologisch ablesen die Stellungen der Planeten und auch die Stellung der Planeten zur Stellung der Fixsterne, so ist dieses wie eine Art Anzeige dessen, was wir selber eingeschrieben haben. Es kommt nicht so sehr auf die äußeren Planeten an —, was auf uns wirkt, ist das, was wir in die einzelnen Sphären eingegraben haben. Hier haben Sie den eigentlichen Grund, warum die Konstellationen der Planeten doch wirken, warum sie anzeigen Wirkungen für die Menschennatur: weil der Mensch durch sie hindurchgeht. Und wenn der Mond in einer gewissen Stellung zum Mars steht und zu einem Fixstern, so wirkt diese Konstellation zusammen; das heißt Marstugend wirkt zusammen mit Mond und Fixstern auf den Menschen, und dadurch geschieht das, was durch das Zusammenwirken geschehen kann.

[ 21 ] Between death and rebirth our perfections and imperfections are faithfully recorded in the Akasha Chronicle. Certain attributes are inscribed in the Moon sphere, others in the Venus sphere, others in the Mars sphere, others in the Mercury sphere, others in the Jupiter sphere, and so on. When we are returning to an incarnation in a physical body and our being is slowly contracting, we encounter everything that was inscribed on the outward journey. In this way our karma is prepared. On the path of return we can inscribe into our own being the record of an imperfection we ourselves first inscribed into the Akasha Chronicle. Then we arrive on the earth. Because there is within us everything we inscribed into our being on the return journey, and we are obliged to inscribe a great deal even if not everything, because of this our karma unfolds. Up above, however, everything still remains inscribed. Now these inscriptions work together in a remarkable way. They are engraved into the spheres, into the Moon sphere, Venus sphere, and so on. These spheres are involved in certain movements so that the following may happen. Let us say that a man has inscribed one of his imperfections into the Moon sphere. While passing through the Mars sphere he has inscribed there a quality of his character through the fact that he acquired in that sphere a certain element of aggressiveness that was not previously in him. Now on the return journey he passes through the Mars sphere again and comes back to the earth. He lives on the earth and has received into his karma what he has inscribed in the Mars sphere but at the same time it stands recorded above him. Up there is Mars, in a certain relationship to the Moon. (The outer planets indicate the relative positions of the spheres.) Because Mars stands in a certain relationship to the Moon, the inscription of the aggressive element and the man's imperfections are, as it were, in the same constellation. The consequence is that when the one planet stands behind the other they work in conjunction. This is the time when the individual in question will tackle his imperfections with the aggressive quality acquired from Mars. So the position of the planets really does indicate what the man himself has first inscribed into these spheres. When in astrology we ascertain the positions of the planets and also their relative positions to those of the fixed stars, this gives some indication of what we ourselves have inscribed. The outer planets are in this case a less important factor. What actually has an effect upon us is what we ourselves have inscribed in the several spheres. Here is the real reason why the planetary constellations have an effect upon man's nature. It is because he actually passes through the several planetary spheres. When the Moon stands in a certain relationship to Mars, and to some fixed star, this constellation works as a whole. That is to say, the Mars quality, Moon and fixed star work in conjunction upon the man and bring about what this combined influence is able to achieve.

[ 22 ] So also ist es eigentlich unsere zwischen dem Tod und einer neuen Geburt abgelagerte moralische Verlassenschaft sozusagen, die in einem neuen Leben als Sternenkonstellation in unserem . Schicksal karmisch wiederum auftritt. Das ist der tiefere Grund der Sternenkonstellation und ihres Zusammenhanges mit dem menschlichen Karma. So merkt man, wenn man also eingeht auf das Leben des Menschen zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, wie dieser Mensch eigentlich mit dem ganzen Weltenall zusammenhängt, wie bedeutsam er zusammenhängt.

[ 22 ] So it is really the moral inheritance deposited by us between death and rebirth that appears again in a new life as a stellar constellation in our karma. That is the deeper basis of the connection between the stellar constellation and man's karma. Thus if we study the life of a man between death and a new birth we perceive how significantly he is connected with the whole cosmos.

[ 23 ] Und namentlich mit dem, was außerhalb der Sonnensphäfre liegt, hängt der Mensch, ich möchte sagen, mit einem gewissen Charakter von Notwendigkeit zusammen. Betrachten wir ganz besonders die Saturnsphäre. Wenn der Mensch, sagen wir, sich bemüht hat, in dem gegenwärtigen Erdenleben sich mit geisteswissenschaftlichen Begriffen zu befassen, dann ist eigentlich besonders bedeutungsvoll für sein nächstes Leben der Durchgang durch die Saturnsphäre; denn in dieser werden die Bedingungen geschaffen, daß der Mensch die Kräfte, die er sich hier durch die Kenntnis der Geisteswissenschaft oder Anthroposophie aneignet, umsetzen kann in solche Kräfte, die ihm dann seine Leiblichkeit plastisch ausgestalten, so daß er es dann im nächsten Leben wie eine selbstverständliche Anlage in sich trägt, zum Spirituellen hinzuneigen schon durch seine Anlage. Also jetzt kann es so sein, daß der Mensch heranwächst; er ist als Materialist oder als Evangelischer oder als Katholik erzogen worden. Die Geisteswissenschaft tritt an ihn heran; er ist empfänglich dafür, lehnt sie nicht ab aus diesem oder jenem Grunde: dann hat er sie innerlich seelisch aufgenommen. Jetzt geht er durch die Pforte des Todes; er kommt durch die Saturnsphäre. Indem er durch sie hindurch geht, nimmt er solche Kräfte auf, daß er sozusagen in seinem nächsten Leben der geborene spirituelle Mensch ist, daß er schon als Kind überall Hinneigung zum Spirituellen zeigt.

[ 23 ] An element of necessity enters into a man's connection with the realms lying beyond the Sun sphere. Let us consider the Saturn sphere in particular. If during his present earth life a man has made efforts to master the concepts of spiritual science, the passage through the Saturn sphere is of special significance for his next life. It is in this sphere that the conditions are created that enable him to transmute the forces acquired through the knowledge of spiritual science or anthroposophy into forces that elaborate his bodily constitution in such a way that in his coming life he has a natural inclination towards the spiritual. A human being may grow up today and be educated as a materialist, Protestant or Catholic. Spiritual science approaches him. He is receptive to it and does not reject it. He inwardly accepts it. He now passes through the gate of death. He enters the Saturn sphere. In passing through it, he absorbs the forces that make him in his next life a spiritual man, who shows even as a child an inclination to the spiritual.

[ 24 ] So hat jedes Gebiet, das wir durchwandern zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, etwas von der Aufgabe, umzuwandeln, was wir seelisch aufnehmen in einem Leben, in solche Kräfte, die dann Leibeskräfte werden können und uns zwischen einer neuen Geburt und dem Tod mit gewissen Fähigkeiten begaben. Gestern konnte ich natürlich nur so weit gehen, wie in einem Öffentlichen Vortrag gegangen werden kann, als ich bemerkte, daß Raffael bei seiner Geburt die christlichen Impulse wie selbstverständlich schon in sich hatte. So darf man sich nicht etwa darunter vorstellen, daß Raffael irgendwelche christlichen Begriffe — ich habe nie gesagt: Begriffe, sondern Impulse —, daß Raffael christliche Begriffe oder Vorstellungen sich mitgebracht hat. Impulse bringt man sich von einem Leben ins andere, so daß das, was in einem Leben begrifflich aufgenommen wird, in ganz anderer Weise mit dem Menschen vereinigt wird und dann als Kräfte auftritt; so daß die Fähigkeit, gerade seine zarten, bedeutungsvollen christlichen Gestalten zu schaffen, von Raffaels früheren Inkarnationen gekommen war; das war das, was ihn bezeichnen läßt als eine Art geborenen Christen. Die meisten unserer Freunde wissen ja, daß Raffael, bevor er diese Inkarnation durchgemacht hat, diejenige des Johannes des Täufers durchgemacht hat, und da sind eben die Impulse in seine Seele gegangen, die dann herauskamen im Raffaeldasein sozusagen als ihm eingeborene, als schon von der Geburt an vorhandene christliche Impulse. Es muß immer gesagt werden, daß man durch äußerliches Spintisieren, durch allerlei äußere Vergleiche wirklich recht sehr daneben hauen kann, wenn man über aufeinanderfolgende Inkarnationen etwas sagt. Vor dem seherischen Blick nehmen sie sich so aus, daß man meist nicht vermuten würde, daß das eine Leben die Ursache des folgenden ist. Also, damit irgend etwas, das wir seelisch aufnehmen in einer Inkarnation, in der nächsten Inkarnation auch solche Kräfte entfalten kann, daß wir in die leibliche Seite der Anlagen hineinwirken können, dazu ist der Durchgang notwendig zwischen dem Tode und einer neuen Geburt, weil wir auf der Erde nicht umwandeln können — nicht durch alle Erdenkräfte können wir das umwandeln, was wir nur seelisch auf der Erde erleben — in solche Kräfte, die am Menschen arbeiten können, die am Menschen selber plastisch ausgestalten können. Der Mensch ist eben in seiner Totalität durchaus kein Erdenwesen, sondern der Mensch würde in seiner Leiblichkeit schauderhaft für die gegenwärtigen menschlichen Ideen ausschauen, wenn all die Kräfte nur verwendet werden könnten für seine plastische Ausgestaltung, die in der Erdensphäre selber vorhanden sind. Der Mensch muß in sich tragen, wenn er durch die Geburt ins Dasein tritt, die Kräfte des Kosmos; die müssen weiterwirken, damit er überhaupt die menschliche Gestalt annehmen kann. Innerhalb der Erdensphäre gibt es keine Möglichkeit, solche Kräfte heranzutragen, die Menschengestalten plastisch bilden können. Das ist das, was ins Auge gefaßt werden muß. So trägt der Mensch in dem, was er ist, durchaus das Bild des Kosmos, nicht bloß das Bild der Erde in sich, und es ist eine völlige Versündigung gegen das Wesen des Menschen, wenn man dieses nur ableitet von dem, was Kräfte der Erde sind, wenn man also nur das studiert, was in den Reichen der Erde äußerlich durch die Naturwissenschaft beobachtet werden kann, und keine Rücksicht darauf nimmt, daß in dem, was der Mensch auf der Erde bekommt, waltend ist zugleich das, was er sich, indem er durch die Geburt schreitet, aus den überirdischen Sphären mitbringt, die er durchwandert zwischen dem Tod und einer neuen Geburt. Und innerhalb dieser Sphärenfolge geschieht auch alles das, was von der Art ist, wie es vorgestern geschildert worden ist. Da wird der Mensch ein Diener der einen oder anderen Mächte der höheren Hierarchien.

[ 24 ] It is the function of every sphere through which we pass between death and rebirth to transform what our souls have assimilated during an incarnation into forces that can then become bodily forces and endow us with certain faculties. Yesterday I could only go as far as is possible in a public lecture when I said that the true Christian impulses were already in Raphael when he was born. This must not be taken to imply that Raphael brought with him some definite Christian concepts or ideas. I have said impulses, not concepts. What has been taken into the conceptual life in one incarnation is united with the human being in quite a different form. It appears as impulses or forces. The power that enabled Raphael to create those delicate, wonderful figures of Christianity in his paintings came from his earlier incarnations. We are justified in speaking of him as a “born Christian.” Most of you know that Raphael had been incarnated previously as John the Baptist, and it was then that the impulses that appeared in the Raphael existence as inborn Christian impulses had penetrated into his soul. It must always be emphasized that conjectures and comparisons may lead far off the mark when speaking about successive incarnations. To the eyes of seership they present themselves in such a way that in most cases one would not take one life to be the cause of the next. In order that something assimilated in the life of the soul in one incarnation may be able to unfold forces in the next incarnation that work upon the bodily foundation of talents, we must pass through the period from death to rebirth. On earth and with terrestrial forces it is impossible to transform what our souls have experienced in earthly life into forces capable of working upon the bodily constitution itself. Man in his totality is not an earth being, and his physical form would have a grotesque appearance according to modern ideas if only those forces present in the earth sphere could be applied to his bodily development. When an individual comes into existence through birth he must bear within him the forces of the cosmos, and these forces must continue to work within him if he is to assume human form. Forces that build up and give shape to such forms cannot be found within the earth sphere. This must be borne in mind. Thus in what he is man bears the image of the cosmos in himself, not merely that of the earth. It is a sin against the true nature of man to trace his source and origin to earthly forces, and to study only what can be observed externally in the kingdoms of the earth through natural science. Nor should we ignore the fact that everything a man receives from the earth is dominated by what he brings with him from those super-earthly spheres through which he passes between death and rebirth. Within these several spheres he becomes a servant of one or the other of the higher hierarchies.

[ 25 ] Nun ist von ganz besonderer Wichtigkeit alles das, was sozusagen eingeschrieben wird in die Akasha-Chroniktafel zwischen der Erde und dem Mond. Denn da werden unter anderem eingeschrieben alle Unvollkommenheiten — und ich bitte zu berücksichtigen, daß bei dem Einschreiben dieser Unvollkommenheiten zunächst der Gesichtspunkt obwaltet, daß da alles eingeschrieben wird, was sozusagen für die eigene menschliche Entwickelung eine Bedeutung hat, was sozusagen den Menschen vorwärtsbringt oder zurückhält. Aber dadurch, daß es in die Mondensphäre eingeschrieben wird, also in der Akasha-Chroniktafel zwischen Erde und Mond steht, gewinnt es weiter eine Bedeutung für die ganze Erdenentwickelung. Wir haben also unser Leben auf der Erde: wir haben dieses Leben auf der Erde umgeben von der Mondensphäre; in der Akasha-Chroniktafel der Mondensphäre haben wir eingeschrieben Unvollkommenheiten über Unvollkommenheiten, unter anderem auch die Unvollkommenheiten zum Beispiel großer Geister. Ein ungeheuer interessantes Beispiel ist für die seherische Beobachtung zum Beispiel Lionardo da Vinci. Dieser ist ein Geist von so großer, umfassender Gewalt, wie wirklich wenige Geister dieses Ranges auf der Erde; aber was er im Grunde genommen wirklich äußerlich geleistet hat, ist im Verhältnis zu dem, was er gewollt hat, vielfach unvollendet geblieben. Es hat eigentlich keiner der ähnlichen Geister so viel unvollendet gelassen wie gerade Lionardo da Vinci. Und die Folge war, daß ungeheuer vieles eingegraben war durch Lionardo da Vinci in die Mondensphäre. Es ist da so vieles eingegraben, daß man bei manchem sagen muß: Was da eingegraben ist, weiß man gar nicht einmal, wie es hätte überhaupt auf der Erde zur Vollkommenheit gedeihen können!

[ 25 ] What is inscribed in the Akasha Chronicle between the earth and the moon is of special importance because it is there that among other things all imperfections are recorded. It should be realized that the inscribing of these imperfections is governed by the view that every record there is of significance for the individual's own evolution, either furthering or hindering his progress. Because it is there inscribed in the Akasha Chronicle between earth and moon, it also becomes significant for the evolution of the earth as a whole. The imperfections of really great men are also recorded in that sphere. One example of tremendous interest for clairvoyant observation is Leonardo da Vinci. He is a spirit of greatness and universality equaled by few others on earth, but compared with what he intended, his actual achievements in the external world in many respects remained incomplete. As a matter of fact, no man of similar eminence left as much uncompleted as Leonardo da Vinci. The consequence of this was that a colossal amount was inscribed by him in the Moon sphere, so much indeed that one is often bound to exclaim, “How could all that is inscribed there possibly have reached perfection on the earth!”

[ 26 ] Ich möchte Sie da auf etwas aufmerksam machen, was mir wirklich außerordentlich bedeutungsvoll erschienen ist, als ich mich befaßte mit Lionardo da Vinci. Ich hatte ja in Berlin einen Vortrag zu halten gerade über Lionardo da Vinci. Da war es mir sehr, sehr bedeutungsvoll, gerade eines bei ihm zu beobachten. Es erfüllt ja mit einem gewissen Schmerz, wenn man heute die immer mehr und mehr verschwindenden Farbenflecke im Refektorium von Santa Maria delle Grazie in Mailand sieht, die wahrhaftig nur noch einen Schatten geben von dem, was diese Bilder gewesen waren. Wenn man nun in Betracht zieht, daß Lionardo da Vinci sechzehn Jahre lang an diesem Bilde gemalt hat und wie er gemalt hat, dann bekommt man eben einen Eindruck. Es ist bekannt, daß er manchmal lange aussetzte, daß er dann hinging, lange vor dem Bilde saß, ein paar Pinselstriche machte und wieder fortging. Es ist auch bekannt, daß er keine Möglichkeit sah manchmal, das auszudrücken, was er ausdrücken wollte, daß er unter furchtbaren Depressionen litt, weil er nicht ausdrücken konnte, was er in dem Bilde ausdrücken wollte, Als ein neuer Prior in das Kloster gekommen war, ein pedantischstrenger Prior, der für die Kunst wenig Verständnis hatte, da war das in einer Zeit, in der Lionardo da Vinci schon lange, lange gearbeitet hatte an dem Bilde. Der Prior war ungeduldig und sagte: Warum kann denn der Maler nicht fertig werden? und machte ihm Vorwürfe, beklagte sich auch beim Herzog Ludovico. Der Herzog sagte das dem Lionardo da Vinci und Lionardo antwortete: Ich weiß überhaupt nicht, ob ich das Bild fertigbringen werde; denn zu allen anderen Gestalten habe ich Vorbilder in der Natur, aber zu Judas und zu dem Christus habe ich keine Modelle, höchstens zum Judas: da kann ich ja, wenn sich kein anderes ergibt, den Prior nehmen. Aber zu dem Christus habe ich kein Vorbild.

[ 26 ] At this point I want to tell you of something that seemed to me quite significant when I was studying Leonardo da Vinci. I was to give a lecture about him in Berlin and a particular observation made in connection with him seemed to be extremely important. It fills one with sadness today to see on the wall of the Church of Santa Maria della Grazie in Milan the rapidly disappearing colors that now convey no more than a faint shadow of what the picture once was. If we remember that Leonardo took sixteen years to paint this picture, and think of how he painted it, we gain a definite impression. It is known that he would often go away for a long time. Then he would return to the picture, sit in front of it or many hours, make a few strokes with the brush and go off again. It is also known that many times he felt unable to express what he wished in the painting and suffered terrible fits of depression on this account. Now it happened that a new prior was appointed to the monastery at a time when Leonardo had already been working at the picture for many years. This prior was a pedantic and strict disciplinarian with little understanding of art. He asked impatiently why the painter could not finish the picture, reproached him for it and also complained to Duke Ludovico. The Duke repeated the complaint to Leonardo and he answered, “I do not know whether I shall ever be able to complete this picture. I have prototypes in life for all the figures except those of Judas and Christ. For them I have no models, although in the case of Judas, if no model turns up I can always take the prior. But for the Christ I have no prototype.” That, however, is digressing.

[ 27 ] Das ist aber nicht das, was ich jetzt meine, sondern das Folgende: Wenn man auch äußerlich heute in dem ganz zu einem Schatten herabgekommenen Bilde die Gestalt des Judas ansieht, so sieht man auf der Gestalt einen Schatten, der sich durch nichts erklärt, nicht durch Licht, das einfällt und so weiter. Nun zeigt sich das Folgende durch okkulte Untersuchung: Es zeigt sich, daß so, wie es Lionardo da Vinci hat haben wollen, das Bild niemals an der Wand war. Er wollte das übrige alles nach Licht- und Schattenverhältnissen machen, aber der Judas sollte so charakterisiert werden, daß man glaubte, daß Finsternis über seinem Gesichte waltet von innen heraus, nicht durch äußere Verteilung von Licht und Schatten. Und beim Christus sollte es so sein, daß das Licht auf seinem Antlitz lebte, das von innen heraus kam. Man sollte dem Gesicht glauben, daß es von innen heraus leuchtet. Da kam Lionardo da Vinci in Disharmonie hinein, und es ist das niemals so herausgekommen, wie er gewollt hat. Da hat man tatsächlich etwas, was sich ergibt, wenn man das viele, heute noch von Lionardo Herrührende, in die Mondensphäre Eingegrabene betrachtet, da hat man etwas, wie es in der Erdensphäre überhaupt nicht vollzogen werden konnte. Wenn man nun die ganze Zeit verfolgt, die auf Lionardo da Vinci folgt, dann zeigt sich, daß Lionardo da Vinci in einer ganzen Reihe ihm folgender Geister weiterwirkte. Schon äußerlich in Lionardos Schriften kann man Dinge finden, die unter Naturwissenschaftern, auch unter Künstlern in der späteren Zeit hervorgetreten sind; das ganze folgende Zeitalter steht unter dem Einfluß Lionardo da Vincis. Und da zeigt sich nun, daß es die eingegrabenen Unvollkommenheiten sind, die nun inspirierend gewirkt haben in die Seelen der Nachfolger, der später, nach Lionardo da Vinci lebenden Menschen.

[ 27 ] What I want to say is that when one looks today at the figure of Judas in the picture that has almost completely faded, a shadow is to be seen on this figure, a shadow that cannot be explained in any way, either by the instreaming light or by anything else. Occult investigation finds that the painting was never as Leonardo da Vinci really wanted it to be. With the exception of the figures of Judas and the Christ he wanted to portray everything through light and shadow, but Judas was to be portrayed in such a way as to give the impression that darkness dominated the countenance from within. This was not intended to be conveyed by external contrasts of light and shadows. In the figure of Christ the impression was to be that the light on His countenance was shining from within, radiating outwards from within. But at this point disharmony beset Leonardo's inner life, and the effect he desired was never produced. This affords a clue when one is observing the many remaining inscriptions made by Leonardo in the Moon sphere. It is an example of something that could not be brought to fulfillment in the earth sphere. When the period following that of Leonardo da Vinci is investigated, it is found that Leonardo continued to work through a number of those who lived after him. Even externally there can be found in Leonardo's writings things that later on were demonstrated by scientists and also by artists. In fact, the whole subsequent period was under his influence. It is then discovered that the inscribed imperfections worked as inspirations into the souls of Leonardo's successors, into the souls of men who lived after him.

[ 28 ] Nämlich für ein folgendes Zeitalter sind die Unvollkommenheiten des vorhergehenden noch wichtiger als die Vollkommenheiten. Die Vollkommenheiten sind da zur Betrachtung; aber was auf der Erde vollkommen ausgestaltet ist bis zu einem gewissen Grade, das ist sozusagen an einem Ende angekommen, das hat in der Entwickelung einen Abschluß erhalten; das aber, was unvollkommen war, ist der Keim der folgenden göttlichen Entwickelung. Und hier kommen wir an einen der merkwürdigen grandiosen Widersprüche: Das Beste für die Folgezeit ist das fruchtbare Unvollkommene — aber eben das fruchtbare, das berechtigte Unvollkommene der früheren Zeit. Das Vollkommene einer früheren Zeit ist sozusagen für den Genuß; das Unvollkommene aber — jenes Unvollkommene, das von den Großen herrührt, die hinter sich zurückgeblieben sind —, das ist für das Schaffen der folgenden Zeit. Und deshalb erscheint es einem ungeheuer weisheitsvoll eingegraben, daß das in der Nähe der Erde verbleibt, tatsächlich zwischen der Erde und dem Monde in der Akasha-Chroniktafel eingegraben ist. Und hier kommen wir dann zu dem Punkt, wo in einer gewissen Weise der Satz verstanden werden kann: daß Vollkommenheit für die verschiedensten Epochen das Ende der Evolution, einer Evolutionsströmung bedeutet; Unvollkommenheit aber unter Umständen den Anfang einer Evolutionsströmung. Und für das, was in dem Sinne das Unvollkommene ist, müssen die Menschen eigentlich den Göttern besonders dankbar sein.

[ 28 ] The imperfections of an earlier epoch are still more important for the following epoch than its perfections. The perfections are there to be studied, but what has been elaborated to a certain degree of perfection on the earth has, as it were, reached an end, has come to a conclusion in evolution. What has not been perfected is the seed of the following divine evolutionary process. Here we come to a remarkable, magnificent paradox. The greatest blessing for a subsequent period is the fruitful imperfection, the fruitful, justifiable imperfection of an earlier period. What has been perfected in an earlier epoch is there to be enjoyed. Imperfection, however, imperfection originating in great men whose influences have remained for posterity, helps to promote creative activity in the following period. Hence, there is obviously tremendous wisdom in the fact that imperfections remain in the neighborhood of the earth, inscribed in the records of the Akasha Chronicle between earth and moon. This brings us to the point where we can begin to understand the principle that perfection signifies for the different epochs the end of a stream of evolution, and imperfection, the beginning of an evolutionary stream. For imperfection in this sense men should actually be thankful to the gods.

[ 29 ] Was will man durch solche Betrachtungen, wie sie heute angestellt worden sind? Man will dadurch eben begreiflich machen immer mehr und mehr den Zusammenhang des Menschen mit dem gesamten Makrokosmos, will zeigen, wie die Menschen wirklich den Makrokosmos wie zusammengerollt in sich tragen und auch Beziehungen haben können zu dem, was sie geistig umgibt. Und dann, wenn wir so etwas durchschauen, dann kann sich so etwas in ein Gefühl verwandeln, das den Menschen durchdringt, so daß er mit diesem Wissen einen Begriff von seiner Würde verbindet, der ihn aber nicht eingebildet macht, sondern der ihn verantwortungsvoll macht, der ihn anregt, nicht glauben zu dürfen, daß er seine Kräfte im Weltall vergeuden darf, sondern daß er sie verwenden muß. Es muß natürlich darauf aufmerksam gemacht werden, daß niemand dadurch etwas gewinnt, wenn er sagen würde: Wenn ich Fähigkeiten habe, so lasse ich sie lieber unvollkommen. — Dadurch würde nichts gewonnen werden; denn da würde in der Tat das eintreten, daß der Mensch in Lagen käme, die dem gleichen, was ich vorgestern ausführte. Wenn absichtlich der Mensch Unvollkommenheiten in sich ließe, so würde er zwar auch diese einschreiben, aber er würde sie in solcher Weise einschreiben, daß sie nicht beleuchtet sind, daß sie also auch nicht wirken können. Nur die Unvollkommenheiten, die so eingeschrieben sind, daß ihre Unvollkommenheit Notwendigkeit gewesen ist, nicht eine durch Bequemlichkeit gegebene Absicht, nur solche können in solcher Art wirken, wie das beschrieben worden ist.

[ 29 ] What is the purpose of studies such as are contained in this lecture? The purpose is to make man's connection with the macrocosm more and more comprehensible, to show how men bear the macrocosm compressed within them and also how they can be related to their spiritual environment. Realization of what these things mean can then be transformed into a feeling that pervades a man in such a way that he combines with this knowledge a concept of his dignity that does not make him arrogant, but fills him with a sense of responsibility, prompts him to believe not that he may squander his powers, but that he must use them. It must, of course, be emphasized that it would be futile to say, “I had better leave imperfect such faculties as I possess.” Nothing whatever could be gained by such an attitude! If a man were deliberately to ignore his imperfections, he would, it is true, inscribe them as described, but they would have no light nor would they be capable of having any effect. Only those imperfections that are inscribed because they were due to necessity and not to result of laziness can work in the way that has been described.