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Occult Studies on Life Between Death and Rebirth
GA 140

12 March 1913, Munich

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15. Vom Durchgang des Menschen nach dem Tode durch die Sphären des Kosmos

15. Man’s Journey Through the Spheres of the Cosmos After Death

[ 1 ] Als ich bei meiner letzten Anwesenheit hier über das Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt sprach, da versuchten wir zu betrachten den Zusammenhang dieses Lebens zwischen dem Tod und einer neuen Geburt mit den großen Verhältnissen des Kosmos. Ich versuchte zu zeigen, wie tatsächlich der Weg, der zwischen dem Tod und einer neuen Geburt zurückgelegt wird, durch den Kosmos, durch die Sphären des Kosmos führt. Wollen wir nur mit ein paar Worten auf das zurückblicken, was wir dazumal hervorzuheben versuchten.

[ 1 ] When I spoke here during my last visit about life between death and a new birth, we attempted to consider the connection between this life and the great cosmic order. I tried to show how the path traversed between death and a new birth actually leads through the cosmos, through the spheres of the cosmos. Let us briefly look back at what we sought to emphasize at that time.

[ 2 ] Die erste Zeit nach dem Tode — das wurde ja schon gesagt — ist eigentlich für den Menschen ausgefüllt mit einer Art von Zusammenhang mit dem letzten Erdenleben. Es ist eine Art von Herauswachsen aus dem letzten Erdenleben, so daß in der Tat in diesen ersten Zeiten nach dem Tode alles das fortdauert, was im Erdenleben den menschlichen Astralleib ergriffen hat. Was diesen menschlichen Astralleib beschäftigt hat, die Art der Affekte, die Art der Leidenschaften, die Art der Gefühle, das dauert fort. Und weil der Mensch hier in der physischen Verkörperung alle diese Dinge bewußt nur erlebt, wenn er innerhalb seines physischen Leibes ist, so ist natürlich das Erlebnis all dieser im Astralleib befindlichen Kräfte wesentlich anders, wenn der Mensch durch das Gebiet durchgeht, das da liegt zwischen dem Tode und einer neuen Geburt. Es ist dieses Erleben im wesentlichen durchzogen in normalen Fällen — es gibt davon viele Ausnahmen — in den ersten Zeiten nach dem Tode von einer gewissen Entbehrung, hervorgerufen dadurch, daß der Mensch in seinem Astralleibe leben muß, ohne daß ihm der physische Leib zur Verfügung steht. Der Mensch drängt darnach, noch seinen physischen Leib zu haben; das hält den Menschen eine kürzere oder längere Zeit — man darf es schon so nennen — im normalen Falle in der Sphäre der Erde zurück. Alles Kamaloka verläuft ja eigentlich in der Sphäre zwischen der Erde und der Mondenbahn; aber das eigentliche für den Menschen bedeutungsvolle Kamaloka verläuft viel näher der Erde als, sagen wir, der Mondenbahn.

[ 2 ] The initial period after death—as has already been mentioned—is actually filled for the human being with a kind of connection to the last earthly life. It is a kind of growing out of one’s last earthly life, so that in fact, in these first moments after death, everything that affected the human astral body during earthly life continues. Whatever occupied this human astral body—the nature of the emotions, the nature of the passions, the nature of the feelings—continues. And because the human being here in physical incarnation consciously experiences all these things only when within their physical body, the experience of all these forces present in the astral body is naturally quite different as the human being passes through the realm that lies between death and a new birth. In normal cases—though there are many exceptions—this experience is essentially permeated in the early stages after death by a certain deprivation, caused by the fact that the human being must live in their astral body without having their physical body at their disposal. The human being yearns to still have their physical body; this keeps the person, for a shorter or longer time—one may well call it that—in the normal case within the sphere of the Earth. The entire Kamaloka actually lies in the sphere between the Earth and the Moon’s orbit; but the Kamaloka that is truly significant for the human being lies much closer to the Earth than, say, the Moon’s orbit.

[ 3 ] Seelen, welche überhaupt nicht viel von dem entwickelt haben, was Empfindungen und Gefühle sind, die sozusagen über das Erdenleben hinausgehen, bleiben auch recht lange mit der Sphäre des Erdenlebens verbunden, verbunden durch ihr eigenes Begehren. Wenn ein Mensch — das ist ja sogar, man möchte sagen, äußerlich leicht einzusehen — ein ganzes Leben nur solche Gefühle und Empfindungen in sich ausgebildet hat, die sich durch Leibesorgane, durch Verhältnisse der Erde befriedigen lassen, dann kann er auch nicht anders, als eine gewisse längere Zeit mit der Sphäre der Erde verbunden bleiben. Man kann durch ganz andere Triebe und Begierden noch, als man gewöhnlich wähnt, mit der Erdensphäre verbunden bleiben. Zum Beispiel recht ehrgeizige Menschen, denen es besonders darum zu tun ist, innerhalb der Erdenverhältnisse dieses oder jenes zu gelten, die den allergrößten Wert darauf legen, solche Geltung zu haben, die von Urteilen innerhalb der Erdenmenschheit abhängig ist, die entwickeln damit auch in ihrem Astralleibe einen Affekt, der sie längere Zeit sozusagen zu erdgebundenen Seelen macht. Es gibt mannigfaltige Gründe, welche den Menschen so in der Erdensphäre zurückhalten. Und das weitaus meiste, was auf medialem Wege aus den geistigen Welten für die Menschen vermittelt wird, das stammt eigentlich aus solchen Seelen und ist im wesentlichen das, was diese Seelen abzustreifen streben.

[ 3 ] Souls that have not developed much of what constitutes sensations and feelings that, so to speak, transcend earthly life remain connected to the sphere of earthly life for quite a long time, bound by their own desires. If a person—and this is, one might say, easy to see even from the outside—has spent an entire life developing only those feelings and sensations that can be satisfied through the physical organs and through earthly circumstances, then they cannot help but remain connected to the earthly sphere for a certain extended period of time. One can remain connected to the earthly sphere through entirely different impulses and desires than one usually imagines. For example, highly ambitious people who are particularly concerned with achieving this or that status within earthly conditions, who place the greatest value on having such status—which depends on the judgments of earthly humanity—thereby develop an attachment in their astral body that makes them, so to speak, earthbound souls for a long time. There are manifold reasons that hold people back in the earthly sphere in this way. And by far the most of what is conveyed to people from the spiritual worlds through mediumship actually originates from such souls and is essentially what these souls strive to shed.

[ 4 ] Es braucht nicht einmal immer daran gedacht zu werden, daß solche Seelen durch ganz unedle Motive, obwohl das meist der Fall ist, an die Erde gebunden bleiben; es können auch Sorgen sein, welche für das empfunden werden, was man auf der Erde zurückgelassen hat. Solche Sorgen für zurückgelassene Freunde, Verwandte, Kinder, können auch in gewisser Weise wie eine Art Schwere wirken und die Seele in der Erdensphäre zurückhalten. Und es ist gut, gerade auch auf diesen Punkt das Augenmerk zu lenken, aus dem Grunde nämlich, weil wir, wenn wir diesen Punkt berücksichtigen, auch dadurch den Toten in einer gewissen Weise helfen können. Wenn wir wissen, daß zum Beispiel ein Hingestorbener diese oder jene Sorge für Lebende empfinden kann — und man kann ja in dieser Beziehung gar manches wissen —, so ist es gut für die weitere Entwickelung des Toten, diese Sorge ihm abzunehmen. Man erleichtert das Leben eines Toten in der Tat dadurch, daß man ihm zum Beispiel abnimmt die Sorge um ein Kind, das er unversorgt zurückgelassen hat. Wenn man also etwas tut für das Kind, so nimmt man in der Tat dem Toten eine Sorge ab, und es ist dies gerade ein rechter Liebesdienst. Denn stellen wir uns nur einmal die Situation vor. Solch ein Toter hat ja nicht die Mittel an der Hand, seinen Sorgen auch tatsächlich abzuhelfen; er kann oftmals nicht das tun, was die Lage irgendeines zurückgelassenen Kindes, Verwandten, Freundes, erleichtern könnte von seiner Welt aus, und er ist oftmals — das ist ein in vielen Fällen außerordentlich bedrückendes Gefühl für den seherischen Beobachter — verurteilt, diese Sorge so lange zu tragen, bis sich von selbst oder durch Umstände die Lage des Zurückgelassenen bessert. Wenn wir also etwas dazu tun, sie zu bessern, so ist die Folge diese, daß wir dem Toten einen rechten Liebesdienst erwiesen haben.

[ 4 ] It is not even always necessary to assume that such souls remain bound to Earth due to entirely base motives, although that is usually the case; it may also be concern for those left behind on Earth. Such concerns for friends, relatives, and children left behind can also, in a certain way, act as a kind of heaviness and hold the soul back in the earthly sphere. And it is good to draw attention specifically to this point, for the reason that, if we take this point into account, we can thereby also help the deceased in a certain way. If we know, for example, that a deceased person may feel this or that concern for the living—and one can indeed know quite a lot in this regard—then it is good for the further development of the deceased to relieve them of this concern. One truly lightens the life of a deceased person by, for example, relieving them of the worry about a child they have left behind without care. So when one does something for the child, one is in fact relieving the deceased of a worry, and this is precisely a true act of love. For let us just create a mental image of the situation. Such a deceased person does not have the means at hand to actually remedy their worries; he is often unable to do what might alleviate the situation of any child, relative, or friend left behind from his world, and he is often—and this is an extraordinarily distressing feeling for the clairvoyant observer in many cases—condemned to bear this worry until the situation of the one left behind improves on its own or through circumstances. So if we do something to improve it, the result is that we have rendered a true service of love to the deceased.

[ 5 ] Es ist oftmals sogar beobachtet worden, daß irgendeine Persönlichkeit hingestorben ist, die sich das oder jenes für das Leben noch vorgenommen hatte. Sie hing an einem solchen Vorsatz. Wir helfen ihr, wenn wir versuchen, unsererseits das zu tun, was sie gerne getan hätte. Das alles sind Dinge, die eigentlich gar nicht schwierig zu begreifen sind, die aber wirklich einmal ins Auge gefaßt werden sollen, weil sie mit der seherischen Beobachtung durchaus übereinstimmen.

[ 5 ] It has often been observed that a person has passed away while still harboring plans for this or that in life. They were deeply committed to such a resolution. We help them when we try, for our part, to do what they would have liked to do. These are all things that are actually not difficult to understand, but which really ought to be taken seriously, because they are entirely consistent with clairvoyant observation.

[ 6 ] Nun gibt es ja noch sehr viele Dinge, welche den Menschen lange festhalten können sozusagen in der Äthersphäre der Erde. Dann aber wächst er über diese Äthersphäre hinaus, und zum Teil habe ich ja schon geschildert, wie dieses Hinauswachsen geschieht. Wir müssen ja doch unsere Begriffe umformen, wenn wir das Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt verstehen wollen. Es ist nicht gerade allzustörend, wenn wir über die Toten in Worten reden, welche angepaßt sind den Erdenverhältnissen, die sozusagen von diesen hergenommen sind, da wir ja eine eigentliche Sprache für die Erdenverhältnisse haben. Und wenn auch das nur bildmäßig stimmt, was wir in Worten ausdrücken können für das Leben nach dem Tode, so braucht das, was so in Worte gefaßt wird, nicht gerade unrichtig zu sein.

[ 6 ] There are, of course, still many things that can keep a person anchored, so to speak, in the Earth’s etheric sphere for a long time. But then they grow beyond this etheric sphere, and I have already described, in part, how this process of growing beyond it takes place. We must, after all, reformulate our concepts if we are to understand life between death and a new birth. It is not exactly disruptive when we speak of the dead in terms adapted to earthly conditions—terms, so to speak, drawn from these conditions—since we do, in fact, have a language specifically for earthly conditions. And even if what we can express in words about life after death is only figuratively true, what is thus put into words need not necessarily be incorrect.

[ 7 ] Man muß zum Beispiel berücksichtigen, daß ein jedes Charakterisieren so, als ob der Tote sich abgeschlossen an einem Ort befände, als ob der Tote so abgeschlossen wäre wie ein im physischen Leibe Lebender, nie ganz richtig ist, weil in der Tat das Erleben nach dem Tode geradeso wie das Erleben innerhalb der Initiation ein Heraustreten aus dem Leibe ist, verbunden mit einer Verbreiterung des ganzen Seelenwesens. Und wenn wir eben eine Seele verfolgen, die angekommen ist bei der Mondensphäre, wie wir sagen, so ist in der Tat, wenn wir leiblich begrenzen wollten, der Leib dann im Grunde genommen die Ausbreitung der Erlebnismöglichkeit. Es dehnt sich dieser Leib aus über eine ganze Sphäre, die dann äußerlich begrenzt wird von dem Kreis der Mondenbahn. Der Mensch wächst in der Tat geistig zur Riesengröße; er wächst in die Sphären hinein, und die Sphären der Abgeschiedenen sind nicht in dem Sinne auseinander wie irdische Menschen, sondern sie stecken räumlich ineinander. Das Getrenntsein voneinander beruht darauf, daß die Bewußtseine voneinander getrennt sind; so daß man ganz ineinanderstecken kann, ohne voneinander zu wissen.

[ 7 ] One must, for example, take into account that any characterization as if the deceased were confined to a single place, as if the deceased were as confined as one living in a physical body, is never entirely correct, because in fact the experience after death, just like the experience within initiation, is a stepping out of the body, connected with an expansion of the entire soul being. And when we follow a soul that has arrived at the lunar sphere, as we say, then in fact, if we were to define its physical boundaries, the body is essentially the expansion of the scope of experience. This body extends over an entire sphere, which is then outwardly bounded by the orbit of the moon. Human beings do indeed grow spiritually to gigantic proportions; they grow into the spheres, and the spheres of the departed are not separated from one another in the same sense as earthly human beings, but are spatially nested within one another. Their separation from one another is based on the fact that their consciousnesses are separated from one another; so that they can be completely nested within one another without being aware of each other.

[ 8 ] Was also gesagt worden ist bei meiner letzten Anwesenheit von dem Sich-einsam- oder -gesellig-Fühlen nach dem Tode, das bezieht sich auf die Verhältnisse der Bewußtseine untereinander. Nicht daß etwa auf einer isolierten Insel, räumlich vorgestellt, der Tote wäre; er durchdringt den andern, von dem er gar nichts weiß, trotzdem er mit ihm im selben Raume ist.

[ 8 ] What was said during my last visit regarding the feeling of loneliness or sociability after death refers to the relationships between consciousnesses. It is not as if the dead person were on an isolated island, in a mental image; rather, they permeate the other person, of whom they know nothing, even though they are in the same space.

[ 9 ] Nun müssen wir das einmal ins Auge fassen, was hauptsächlich in Betracht kommt, wenn das Kamaloka abgeschlossen ist. Wenn der Mensch sein devachanisches Dasein antritt nach der eigentlichen Mondensphäre, ist das Kamaloka im Grunde genommen noch nicht ganz abgeschlossen. Das aber schließt nicht aus, daß innerhalb dieser Mondensphäre auch gewissermaßen Dinge abgemacht werden, welche nicht nur als Kamaloka-Erlebnisse bedeutsam sind, sondern auch für das ganze spätere Erleben des Menschen, wenn er wiederum durch die Geburt ins Dasein tritt. Wenn wir das, was in den Kamaloka-Erlebnissen dazukommt, ins Auge fassen wollen, so ist es in der folgenden Weise zu charakterisieren: Der Mensch kann, wenn er hier das Leben zwischen der Geburt und dem Tode durchmacht, gewissermaßen so regsam sein innerhalb dieses Lebens, daß er alles das, was in ihm veranlagt ist, gewissermaßen in der Hauptsache auch wirklich aus seiner Seele herausbringt; daß er sozusagen hinter seiner Veranlagung nicht zurückbleibt. In der mannigfaltigsten Weise kann ja der Mensch hinter seiner Veranlagung zurückbleiben. Oh, es gibt viele Menschen im Leben, die sich uns so zeigen, wenn wir sie mit dem seelischen Blicke beobachten, daß wir mit Recht sagen können: Dieser Mensch hätte eigentlich nach seinen Fähigkeiten, nach seinen Veranlagungen etwas ganz anderes erreichen können im Leben, als er erreicht hat; er ist zurückgeblieben hinter seiner Veranlagung.

[ 9 ] Now we must consider what is primarily at stake once the Kamaloka is complete. When a person begins their devachanic existence in the actual lunar sphere, the Kamaloka is, strictly speaking, not yet entirely complete. This does not, however, preclude the fact that within this lunar sphere certain matters are, so to speak, settled—matters that are significant not only as Kamaloka experiences but also for the person’s entire subsequent life when they re-enter existence through birth. If we wish to consider what is added in the Kamaloka experiences, it can be characterized in the following way: The human being, while going through life here between birth and death, can be so active within this life, so to speak, that he essentially brings forth from his soul everything that is predisposed within him; that he does not, so to speak, fall short of his predisposition. After all, the human being can fall short of his predisposition in the most manifold ways. Oh, there are many people in life who, when we observe them with the spiritual gaze, present themselves to us in such a way that we can rightly say: This person could actually have achieved something quite different in life, given their abilities and predispositions, than what they have achieved; they have fallen short of their potential.

[ 10 ] Noch etwas anderes kommt in Betracht. Es gibt Menschen, welche sich im Verlaufe ihres Lebens das Mannigfaltigste vornehmen. Da braucht es sich also nicht bloß um Veranlagung zu handeln, sondern um Vorsätze, die auf Kleines gehen können, die auf Großes gehen können. Wieviel wird von Menschen im Leben vorgenommen, das nicht eigentlich zur wirklichen Ausgestaltung kommt! Ja, es gibt da Dinge, die durchaus so sind, daß sie für das menschliche Leben nicht etwa einen Tadel einzuschließen brauchen. Ich will gleich, um zu zeigen, um was für bedeutsame Dinge es sich da handeln kann, auf eines aufmerksam machen, das einige unserer Freunde schon kennen, darauf, daß Goethe in seiner «Pandora» ein dichterisches Werk unternommen hat, mit dem er steckengeblieben ist. Ich habe das, was Goethe mit der «Pandora» passiert ist, schon einmal zu charakterisieren versucht dadurch, daß ich anführte: Goethe ist gerade wegen des Großen, das in ihm lebte und das die Absicht zu dieser «Pandora» fassen, aber nicht das aus sich heraus entwickeln konnte, was diese Absicht auch in Wirklichkeit umgesetzt hätte, Goethe ist gerade dadurch verhindert worden, diese «Pandora» fertigzumachen. Nicht wegen seiner Kleinheit, sondern in gewisser Weise wegen seiner Größe ist er verhindert worden, die «Pandora» und andere Werke zu vollenden. Er hat sie liegenlassen. Das Stück, das wir haben, zeigt, daß Goethe da in äußerer künstlerischer Beziehung so große Anforderungen an sich gestellt hat, daß einfach die Kräfte nicht ausgereicht haben, um die ganze große Intention wirklich mit solcher Leichtigkeit auszuführen wie das Stück, das ihm gelungen ist. Das ist eine unausgeführte Absicht, gehört durchaus in die Region der unausgeführten Absichten.

[ 10 ] There is something else to consider. There are people who set themselves the most diverse of goals throughout their lives. So it need not be merely a matter of disposition, but of resolutions that may be small or may be grand. How much is undertaken by people in life that never actually comes to fruition! Indeed, there are things that are such that they need not entail any reproach for human life. To illustrate just how significant these things can be, I would like to draw attention to something that some of our friends are already familiar with: namely, that Goethe undertook a poetic work in his “Pandora” with which he got stuck. I have already attempted to characterize what happened to Goethe with “Pandora” by stating: It was precisely because of the greatness that lived within him—and which conceived the intention for this “Pandora” but could not develop from within itself what would have actually realized that intention—that Goethe was prevented from completing this “Pandora.” It was not because of his smallness, but in a certain sense because of his greatness, that he was prevented from completing “Pandora” and other works. He left them unfinished. The play we have shows that, in terms of external artistic standards, Goethe set such high demands on himself that he simply lacked the strength to carry out his grand vision with the same ease as the play he did succeed in completing. This is an unfulfilled intention, and it certainly belongs in the realm of unfulfilled intentions.

[ 11 ] So können wir sagen: Auf der einen Seite haben wir die Möglichkeit, daß der Mensch hinter seinen Anlagen zurückbleibt durch seine Bequemlichkeit, durch andere Charakter- oder intellektuelle Vernachlässigungen — aber wir haben auch die Möglichkeit, daß der Mensch hinter seinen Vorsätzen zurückbleibt bei größeren oder kleineren Sachen. Alles das, was der Mensch also sozusagen als eine Unvollkommenheit an sich trägt — es ist eine edle, große Unvollkommenheit, wenn ein Dichter eine «Pandora» nicht fertigmacht, es ist aber eine Unvollkommenheit für seine Person —, alles das, was der Mensch also an Unvollkommenheiten an sich trägt, das gräbt er ein in die Akasha-Chronik bis zur Mondensphäre hin; und für den seherischen Blick ist es tatsächlich eine reiche Auslese, alles auf sich wirken zu lassen, was zwischen Erde und Mond an menschlichen Unvollkommenheiten eingegraben ist. Da ist treulich alles verzeichnet, was an menschlichen edlen und unedlen Unvollkommenheiten eingegraben werden kann. Da finden wir eingegrabene Fälle, die uns darauf hinweisen, wie ein Mensch durch seine physische Gesundheit, durch seine für eine intellektuelle Begabung gut prädestinierte Leiblichkeit, irgend etwas hätte erreichen können, das er nicht erreicht hat. Das, was er hätte werden können und nicht war, als er durch die Pforte des Todes gegangen ist, das ist da eingegraben in die Akasha-Chronik.

[ 11 ] So we can say: On the one hand, there is the possibility that a person falls short of their potential due to laziness or other forms of character or intellectual neglect—but there is also the possibility that a person falls short of their intentions in matters both large and small. Everything that a person carries within themselves, so to speak, as an imperfection—it is a noble, great imperfection when a poet does not complete a “Pandora,” but it is an imperfection for the person himself—everything that a person carries within themselves as imperfections, he engraves into the Akashic Records all the way up to the lunar sphere; and for the seer’s gaze, it is indeed a rich selection to allow everything buried between Earth and Moon in terms of human imperfections to take effect upon oneself. There, faithfully recorded, is everything that can be buried in terms of human noble and ignoble imperfections. There we find recorded instances that indicate to us how a human being, through their physical health and through a physical constitution well-suited for intellectual gifts, could have achieved something they did not achieve. What they could have become but were not when they passed through the gate of death—that is recorded there in the Akashic Records.

[ 12 ] Nun bitte ich Sie, sich nicht etwa vorzustellen, daß da in der Mondensphäre das Ende der «Pandora» etwa eingegraben ist, sondern es ist die Tatsache eingegraben, die dem Goetheschen astralischen Leibe entspricht, wenn wir das in diesem astralischen Leibe ins Auge fassen, daß er eine umfassende Absicht hatte und nur ein Stück davon ausführte. Solche Dinge sind alle zwischen der Erde und dem Monde eingegraben. Aber auch alles das an kleinen Dingen, was in diese Region gehört. Wer, sagen wir, einen Vorsatz gefaßt, diesen Vorsatz aber nicht ausgeführt hat, ehe er durch die Pforte des Todes gegangen ist, der gräbt die Nichterfüllung dieses Vorsatzes in das Gebiet zwischen Erde und Mond ein. Wir können ziemlich genau charakterisieren, was sich da alles dem seherischen Blicke zeigt. Ein Versprechen zum Beispiel, das man nicht gehalten hat, das gräbt sich erst später ein, eigentlich erst in der Merkursphäre. Das aber, was Vorsatz ist, gräbt sich in der Mondensphäre ein. Das nämlich, was nicht nur uns allein, sondern direkt andere Menschen berührt, das gräbt sich nicht gleich in der Mondensphäre ein, sondern erst später. Das aber, was uns berührt, uns hinter unserer Entwickelung zurückläßt, was uns in unserer persönlichen Fortentwickelung mit einer Unvollkommenheit ausstattet, das gräbt sich innerhalb der Mondensphäre ein.

[ 12 ] Now I ask you not to form a mental image of the end of “Pandora” being engraved in the lunar sphere, but rather that the fact corresponding to Goethe’s astral body is engraved there—if we consider within this astral body that he had a comprehensive intention and carried out only a part of it. All such things are engraved between the Earth and the Moon. But also all the small things that belong to this region. Whoever, let us say, has formed a resolution but has not carried it out before passing through the gate of death, engraves the failure to fulfill this resolution into the region between Earth and Moon. We can characterize quite precisely what is revealed to the clairvoyant gaze there. A promise, for example, that one has not kept, is only buried later, actually only in the sphere of Mercury. But what is a resolution is buried in the sphere of the Moon. For that which affects not only us alone but directly other people does not immediately engrave itself in the lunar sphere, but only later. But that which affects us, leaves us behind in our development, and endows us with an imperfection in our personal development—that engraves itself within the lunar sphere.

[ 13 ] Das ist besonders wichtig, daß wir neben allem anderen, was ich im vorigen Jahre hier sagte, auch das ins Auge fassen, daß namentlich unsere Unvollkommenheiten, und zwar solche Unvollkommenheiten, die eigentlich nach den Vorbedingungen nicht hätten zu sein brauchen, in der entsprechenden Mondensphäre eingegraben sind.

[ 13 ] It is particularly important that, in addition to everything else I said here last year, we also consider the fact that our imperfections—specifically those imperfections that, according to the preconditions, need not have existed—are embedded in the corresponding lunar sphere.

[ 14 ] Man darf sich durchaus nicht vorstellen, daß das unter allen Umständen etwas Schreckliches sei, so etwas in der Mondensphäre eingegraben zu haben. Denn in einer gewissen Weise kann das so Eingegrabene gerade zu dem Wertvollsten, zu dem Bedeutungsvollsten gehören. Was der Sinn dieser Eingrabung in die AkashaChronik ist, wollen wir gleich besprechen. Ich will nur darauf aufmerksam machen, daß nun der Mensch, indem er sich weiter vergrößert in die anderen Sphären, anderes, das an ihm ist, was er sich entweder erworben hat an Unvollkommenheiten oder was er an Unvollkommenheiten gehabt hat, das alles eingräbt in die entsprechenden Sphären. Der Mensch wächst ja hinaus von der Mondensphäre in die Merkursphäre. Ich spreche dabei immer im Sinne des Okkultismus, nicht im Sinne der Astronomie. Der Mensch gräbt also überall in der Merkursphäre, der Venus-, Sonnen-, Mars-, Jupiter-, Saturnsphäre und weiter hinaus etwas ein. Die meisten Einzeichnungen sind aber sozusagen innerhalb der Sonnensphäre; denn wir haben ja schon das letztemal gesehen, daß außerhalb der Sonnensphäre der Mensch im wesentlichen das auszumachen hat, was eigentlich gar nicht in seinem individuellen Belieben steht.

[ 14 ] One must by no means form a mental image of it as a terrible thing, under any circumstances, to have something like this buried in the lunar sphere. For in a certain sense, what is buried there may well be among the most valuable and significant things. We will discuss the meaning of this embedding in the Akashic Records shortly. I merely wish to point out that as the human being continues to expand into the other spheres, he embeds other aspects of himself—whether imperfections he has acquired or imperfections he has possessed—into the corresponding spheres. After all, the human being grows out from the lunar sphere into the Mercury sphere. I am speaking here always in the sense of occultism, not in the sense of astronomy. Thus, the human being imprints something everywhere in the Mercury sphere, the Venus, Sun, Mars, Jupiter, and Saturn spheres, and beyond. Most of these imprints, however, are, so to speak, within the solar sphere; for we have already seen last time that outside the solar sphere, the human being essentially has to contend with what is actually not at all within his individual control.

[ 15 ] So geht der Mensch also zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, nachdem er mehr oder weniger abgemacht hat das, was ihn noch zur Erde zieht, durch die Sphären unseres Planetensystems und dann auch darüber hinaus. Und in dem Zusammenkommen mit den Kräften liegt eben das, was ihm notwendig ist in seiner Entwickelung zwischen dem Tode und einer neuen Geburt. Und wenn ich das vorige Mal davon gesprochen habe, daß der Mensch da zusammenkommt mit den höheren Hierarchien und ihre Gaben in Empfang nehmen muß, so ist äußerlich, also geistig äußerlich gefaßt, dieses gleichsam Vorübergehen vor den Wesenheiten der höheren Hierarchien und Entgegennehmen ihrer Gaben ein Verbreitern in den Weltenraum hinaus. Und wenn der Mensch sich in einer entsprechenden Weise verbreitert hat, dann zieht er sich wiederum zusammen, wird immer kleiner, bis er wirklich so klein geworden ist, daß er sich als geistiger Keim mit dem, was von Vater und Mutter kommt, vereinigen kann. Das ist ja das wunderbare Geheimnis, daß der Mensch, wenn er durch die Pforte des Todes schreitet, in der Tat selber sozusagen eine immer größere und größere Sphäre wird, daß er seine Geistigkeit, das heißt die Lebensmöglichkeiten in seinem Seelischen verbreitert, daß er riesenhaft wird und dann sich wiederum zusammenzieht. Das, was in uns lebt, ist in der Tat aus einem Weltenall, möchte man sagen, aus einem Planetenall zusammengezogen, und wir tragen in uns ganz buchstäblich das, was wir durchlebt haben in einem Planetenall.

[ 15 ] Thus, after having more or less resolved the ties that still bind him to the earth, the human being journeys through the spheres of our planetary system and beyond, between death and a new birth. And it is precisely in this encounter with the forces that lies what is necessary for his development between death and a new birth. And when I spoke last time about how the human being comes together with the higher hierarchies and must receive their gifts, then outwardly—that is, spiritually outwardly—this passing before the beings of the higher hierarchies and receiving their gifts is, as it were, an expansion out into the world space. And when the human being has expanded in this way, he then contracts again, becoming smaller and smaller, until he has truly become so small that he can unite as a spiritual seed with what comes from father and mother. This is indeed the wondrous mystery: that when a human being passes through the gate of death, he in fact becomes, so to speak, an ever-widening sphere, that he expands his spirituality—that is, the possibilities of life within his soul—that he becomes gigantic and then contracts again. What lives within us is in fact drawn together from a cosmic realm—one might say, from a planetary realm—and we carry within us quite literally what we have lived through in a planetary realm.

[ 16 ] Ich möchte, nachdem ich ja bei meinem letzten Hiersein einiges von dem Durchgang durch die Merkur-, Venus-, Sonnensphäre besprochen habe, heute, weil das hier noch weniger berücksichtigt worden ist, etwas sprechen über den Durchgang durch die MarsSphäre. Wenn der Mensch die Sonnensphäre passiert hat und dann in die Mars-Sphäre eintritt, dann tritt er eigentlich in unserem heutigen Zeitalter in ganz andere Verhältnisse ein als vor verhältnismäßig noch kurzer Zeit. Gerade wenn man solche Dinge mit dem seherischen Blick verfolgt, dann sieht man, wie die Dinge, welche in alten Zeiten aus dem ursprünglich in der Menschheit vorhandenen Hellsehen gesagt worden sind über die Glieder des Planetensystems, durchaus nicht ohne einen realen Grund sind. Wenn man in dem Mars in alten Zeiten ein Glied unseres Planetenalls gesehen hat, das zusammenhängt mit allem Kriegerischen, Aggressiven in der Menschheitsentwickelung, so entspricht das im Grunde genommen durchaus einer Realität. All die Phantastereien, die heute von der physischen Astronomie aufgestellt werden über ein etwaiges Leben auf dem Mars, sie entbehren ja im Grunde jeder wirklichen Unterlage. Die Wesenheiten, die wir eben, wenn wir den Ausdruck gebrauchen wollen, als die Marsmenschen bezeichnen können, die sind von ganz anderer Natur als die Erdenmenschen, lassen sich gar nicht damit vergleichen. Und das wesentlichste Charakteristikon für diese Wesenheiten war eigentlich immer bis ins siebzehnte Jahrhundert das Aggressive, das Kriegerische, das Angreifende, so daß, wenn wir das Wort sagen dürfen, die Marskultur im wesentlichen wirklich eine kriegerische Kultur war. Alles beruhte auf dem Wetteifer und Wettkampf der sich aufeinander stürzenden Seelen. Und das, was der Mensch in der Zwischenzeit zwischen dem Tode und einer neuen Geburt beim Durchgange durch den Mars durchmachte, war durchaus ein Zusammenkommen mit den aggressiven Kräften; es gingen sozusagen über in seine Seele diese aggressiven Kräfte. Und wenn er dann wiederum geboren wurde und besonders veranlagt war, auf der Erde diese aggressiven Kräfte zu entwickeln, dann muß das zugeschrieben werden seinem Durchgang durch die Mars-Sphäre.

[ 16 ] Since I discussed some aspects of the passage through the Mercury, Venus, and Sun spheres during my last visit here, I would like to speak today—because this topic has received even less attention—about the passage through the Mars sphere. When a person has passed through the solar sphere and then enters the Mars sphere, they actually enter into conditions in our present age that are quite different from those of a relatively short time ago. Especially when one observes such things with the clairvoyant eye, one sees how the things that were said in ancient times—based on the clairvoyance originally present in humanity—regarding the members of the planetary system are by no means without a real basis. If, in ancient times, Mars was seen as a member of our planetary system associated with all that is warlike and aggressive in human development, this essentially corresponds to reality. All the fanciful speculations put forward today by physical astronomy regarding possible life on Mars are, in essence, devoid of any real basis. The beings whom we might, if we wish to use the term, describe as the Martians are of a completely different nature than Earth humans; they cannot be compared to them at all. And the most essential characteristic of these beings was, in fact, always—right up until the seventeenth century—aggressiveness, bellicosity, and a spirit of attack, so that, if we may use the term, Martian culture was essentially a warlike culture. Everything was based on the rivalry and competition of souls pouncing upon one another. And what the human being experienced in the interval between death and a new birth during the passage through Mars was quite literally an encounter with aggressive forces; these aggressive forces, so to speak, passed into his soul. And when he was then born again and was particularly predisposed to develop these aggressive forces on Earth, this must be attributed to his passage through the sphere of Mars.

[ 17 ] In dieser Beziehung ist ja das Leben wirklich eigentlich recht kompliziert. Wenn wir das Erdenleben beobachten, nicht wahr, dann leben wir unter den Wesenheiten der drei Naturreiche und unter den Menschen. Wir kommen zusammen durch die verschiedenen Mittel, die es geben kann, mit den Seelen, die durch ihr eigentliches Leben nach dem Tode noch in gewissem Zusammenhange mit der Erde stehen; aber dazwischen kommen einem immer auch geistige Wesenheiten vor, die eigentlich auf der Erde ganz fremd sind. Und je besser sich ein seherischer Blick ausbildet, je weiter der Initiierte sieht, desto mehr erdenfremden Seelen begegnet man, desto mehr erfährt man, daß da durch die Erdensphäre Durchzügler durchgehen, die eigentlich, man möchte sagen, normalerweise nicht mit dem Erdenleben zusammenhängen. Das ist aber nicht anders für uns Erdenmenschen, als es für die Mondenbewohner ist, durch deren Leben wir ja auch zwischen dem Tod und einer neuen Geburt durchgehen. Wir sind in einer gewissen Weise, wenn wir die Sphäre des Mars zum Beispiel durchgehen, für die Marsbewohner Gespenster; wir gehen da durch als ihrer Sphäre fremde Wesenheiten. So sind aber auch die Wesen des Mars in einem gewissen Stadium ihres Daseins durchaus verurteilt, durch unsere Erdensphäre durchzugehen; sie kommen da durch, und der mit einer gewissen Initiation Ausgestattete trifft sie sozusagen durch die geeigneten Zustände bei ihrem Durchzug durch die Erdensphäre. Es ist ein fortwährendes Aneinandervorbeigehen der Wesenheiten unseres Planetensystems. Während wir auf der Erde leben zwischen der Geburt und dem Tode und oftmals meinen, daß wir von nichts umgeben sind als nur von den Wesenheiten der verschiedenen Naturreiche, sind in unserer Umgebung die Durchzügler da von allen anderen Planeten unseres Planetensystems. Ebenso sind wir Durchzügler zu einer gewissen Zeit zwischen dem Tode und einer neuen Geburt bei den anderen planetarischen Menschen, wenn wir so sagen dürfen. — Es ist nur so, daß wir Menschen auf der Erde gerade das Wesentlichste von dem zu entwickeln haben, was innerhalb des gegenwärtigen Weltenzyklus unsere Mission ist. So sind den anderen planetarischen Welten andere Wesenheiten zugeteilt. Aber berühren müssen wir auch die anderen planetarischen Welten zwischen dem Tode und einer neuen Geburt. Spricht man also im allgemeinen von dem devachanischen Leben, so muß durchaus gesagt werden, daß, wenn wir so allgemein das oder jenes Gebiet im devachanischen Leben schildern, damit immer eigentlich unausgesprochen bleibt, aber wahr ist, daß das in irgendeiner Sphäre unseres Planetensystems geschieht. Das gehört wesentlich noch dazu. So also gehen wir durch die Mars-Sphäre durch in einer gewissen Zeit unseres Lebens zwischen dem Tod und einer neuen Geburt.

[ 17 ] In this regard, life is actually quite complicated. When we observe life on Earth, don’t we, we live among the beings of the three kingdoms of nature and among human beings. Through various means, we come into contact with souls who, through their actual life after death, still maintain a certain connection with the Earth; but in between, one always encounters spiritual beings who are actually quite foreign to the Earth. And the more a clairvoyant gaze develops, the further the initiate sees, the more souls alien to the Earth one encounters, the more one realizes that there are beings passing through the Earth’s sphere who, one might say, are not normally connected to earthly life. But this is no different for us Earthlings than it is for the inhabitants of the Moon, through whose lives we also pass between death and a new birth. In a certain sense, when we pass through the sphere of Mars, for example, we are ghosts to the inhabitants of Mars; we pass through there as beings foreign to their sphere. But in a certain stage of their existence, the beings of Mars are also quite bound to pass through our Earth sphere; they pass through it, and those endowed with a certain initiation encounter them, so to speak, through the appropriate states during their passage through the Earth sphere. It is a continuous passing by of one another among the beings of our planetary system. While we live on Earth between birth and death and often think that we are surrounded by nothing but the beings of the various kingdoms of nature, the passers-by from all the other planets of our planetary system are present in our surroundings. Likewise, at a certain time between death and a new birth, we are passers-by among the other planetary beings, if we may put it that way. — It is simply that we humans on Earth have to develop precisely the most essential aspect of what is our mission within the present world cycle. Thus, other beings are assigned to the other planetary worlds. But we must also touch upon the other planetary worlds between death and a new birth. So when speaking generally of devachanic life, it must certainly be said that when we describe this or that aspect of devachanic life in such general terms, what remains unspoken—though true—is that this takes place in some sphere of our planetary system. That is an essential part of it. Thus, at a certain time in our lives between death and a new birth, we pass through the sphere of Mars.

[ 18 ] Nun, wie die Erde eine Entwickelung durchmacht, eine absteigende Entwickelung bis zum Christus-Mysterium hin und eine aufsteigende Entwickelung vom Mysterium von Golgatha ab, so machen auch die anderen Planeten in ihrer Art eine Entwickelung durch. Und wie sozusagen vom Jahre 33 ab — es ist nicht ganz genau, aber doch annähernd so — eine aufsteigende Entwickelung auf der Erde beginnt, also da der eigentliche Schwerpunkt der Erdenentwickelung ist, so war auf dem Mars der Beginn des siebzehnten Jahrhunderts dieser Schwerpunkt, und alle Verhältnisse entwickeln sich sozusagen bis zu diesem Punkt hin auf dem Mars in einer Art absteigender Linie, von da ab in einer ganz anderen, aufsteigenden Linie. Denn damals ist gerade für den Mars etwas außerordentlich Bedeutsames geschehen. Wir haben kennengelernt mit Bezug auf unsere Erdenentwickelung die außerordentliche Gestalt des Gautama Buddha. Wir haben hervorgehoben, daß die Entwickelung dieses Buddha sich so vollzogen hat, daß er ein Bodhisattva war, bis er im 29. Jahre seines Lebens zur Buddhawürde erhoben worden ist, die ihn dazu bestimmte, nicht wiederum in einem physischen Erdenleibe verkörpert zu werden. Aus anderen Vorträgen werden Sie gesehen haben, daß der Buddha dann in der späteren Zeit aus der geistigen Welt noch in die Erdensphäre hinein heruntergewirkt hat. Wir wissen, daß er in den Astralleib des Lukas-Jesusknaben hineingewirkt hat. Aber auch in anderer Weise hat dieser Buddha noch, ohne daß er sich im physischen Leibe verkörpert hat, in das Erdenleben hineingewirkt. So im siebenten und achten Jahrhundert in einer Mysterienschule im südöstlichen Europa, in der — für die damals mehr oder weniger seherisch begabten Leute — Lehrer sein konnten nicht nur solche Individualitäten, die im Physischen verkörpert sind, sondern auch solche, die von geistigen Höhen nur in ihren Ätherleib herunterwirken. Das kommt ja durchaus vor, daß vorgerücktere Menschen von solchen Individualitäten unterrichtet werden können, die nicht mehr oder überhaupt nicht einen physischen Leib annehmen. So war der Buddha Lehrer in einer solchen Mysterienschule, und zu seinen Schülern gehörte dazumal derjenige, der später, das heißt in seiner nächsten Inkarnation, als Franz von Assisi geboren worden ist. Und viele von den Eigenschaften, die wir da so gewaltig hervortreten sehen in dem Franz-von-Assisi-Leben, die sind darauf zurückzuführen, daß Franz von Assisi ein BuddhaSchüler war. Da sehen wir also, wie der Buddha auch später noch nach dem Mysterium von Golgatha hereingewirkt hat aus geistiger Höhe in die irdische Sphäre, wie er verbunden war mit dem Leben, das eine Geltung hat für die Menschen zwischen Geburt und Tod. Dann aber, als das siebzehnte Jahrhundert heranrückte, zog sich der Buddha zurück von dem Erdenleben, und da vollbrachte dann der Buddha für den Mars ein ähnliches Ereignis, wenn auch nicht von solcher Größe wie das Mysterium von Golgatha, so doch das, was auf dem Mars dem Mysterium von Golgatha entspricht. Also im Beginne des siebzehnten Jahrhunderts wurde der Buddha der Mars-Erlöser, das heißt er wurde die Individualität, welche eine Sphäre von Frieden in dieses aggressive Element des Mars hineinzumischen hatte. Und seit jener Zeit ist der Buddha-Impuls auf dem Mars ebenso zu finden, wie seit dem Mysterium von Golgatha auf der Erde der Christus-Impuls.

[ 18 ] Just as the Earth undergoes a process of development—a descending phase leading up to the Christ Mystery and an ascending phase following the Mystery of Golgotha—so too do the other planets undergo their own form of development. And just as, so to speak, from the year 33 onward—it is not entirely precise, but roughly speaking—an ascending development begins on Earth, that is, since that is the actual focal point of Earth’s development, so on Mars the beginning of the seventeenth century was this focal point, and all conditions develop, so to speak, up to this point on Mars in a sort of descending line, and from there onward in a completely different, ascending line. For at that time something extraordinarily significant happened, particularly for Mars. In connection with our Earth’s development, we have come to know the extraordinary figure of Gautama Buddha. We have emphasized that this Buddha’s development unfolded in such a way that he was a Bodhisattva until, in the 29th year of his life, he was elevated to the status of Buddha, which determined that he would not be reincarnated in a physical earthly body again. From other lectures you will have seen that the Buddha later continued to work down from the spiritual world into the earthly sphere. We know that he worked into the astral body of the boy Luke-Jesus. But this Buddha also worked into earthly life in other ways, without incarnating in a physical body. For example, in the seventh and eighth centuries, in a mystery school in southeastern Europe, where—for people who were more or less clairvoyant at the time—teachers could be not only those individuals who were incarnated in the physical world, but also those who worked their way down from spiritual heights solely through their etheric bodies. It certainly happens that more advanced human beings can be taught by such individuals who no longer assume a physical body, or who do not assume one at all. Thus, the Buddha was a teacher in such a mystery school, and among his students at that time was the one who was later—that is, in his next incarnation—born as Francis of Assisi. And many of the qualities that we see so powerfully emerging in the life of Francis of Assisi can be traced back to the fact that Francis of Assisi was a disciple of the Buddha. So we see how the Buddha continued to work from spiritual heights into the earthly sphere even after the Mystery of Golgotha, how he was connected to the life that holds significance for human beings between birth and death. But then, as the seventeenth century approached, the Buddha withdrew from earthly life, and then the Buddha accomplished a similar event for Mars—though not of such magnitude as the Mystery of Golgotha, yet that which corresponds to the Mystery of Golgotha on Mars. Thus, at the beginning of the seventeenth century, the Buddha became the Redeemer of Mars, that is, he became the individuality who was to infuse a sphere of peace into this aggressive element of Mars. And since that time, the Buddha impulse has been present on Mars just as the Christ impulse has been present on Earth since the Mystery of Golgotha.

[ 19 ] Nicht der Durchgang durch den Tod, wie es beim Mysterium von Golgatha der Fall ist, war das Buddha-Schicksal auf dem Mars, aber in gewisser Beziehung war es auch eine Art Kreuzigung, die darin bestand, daß diese wunderbare Individualität, die ausstrahlte nach den Vorbedingungen ihres irdischen Lebens überallhin Friede und Liebe, mitten hinein versetzt wurde unter das, was ihr völlig fremd war: unter das aggressive, unter das kriegerische Element des Mars. Besänftigend zu wirken hatte der Buddha auf dem Mars. Und für den seherischen Blick hat es etwas ungeheuer Eindrucksvolles, wenn zwei Momente miteinander verglichen werden: jener Moment, wo sozusagen innerhalb des Erdendaseins der Buddha aufgestiegen ist zu seiner höchsten Höhe, die er innerhalb des Erdendaseins erreichen konnte, wo er im achtzigsten Lebensjahr, nachdem er fünfzig Jahre als der Buddha auf der Erde gelebt hat — eben zur Buddhawürde erhoben -, in einer wunderbaren Mondnacht, am 13. Oktober 483 vor unserer Zeitrechnung, wie aushauchte sein Wesen in den silbernen Mondenglanz, der die Erde überglimmte. Dieses, das auch im Äußeren ist wie eine Manifestation des von dem Buddha ausglimmenden Friedenshauches, bezeugt uns den Höhepunkt der Buddha-Entwickelung innerhalb seines Erdendaseins. Es ist ein wunderbarer Moment und es hat etwas Eindrucksvolles, wenn man danebenstellt den Moment, wie im Beginn des siebzehnten Jahrhunderts der Buddha auf dem Mars ankommt mit all der Summe von Friedens- und Liebeskräften, um in jenem aggressiven Elemente drinnen seinen Frieden, seine Liebe auszuströmen und dadurch allmählich die aufsteigende Entwickelung des Mars zu inaugurieren. So daß also, wenn eine Seele vor dem Zeitpunkt des Buddha-Mysteriums durch den Mars durchgegangen ist, sie vorzugsweise ausgestattet worden ist mit den aggressiven Eigenschaften, jetzt aber etwas eigentlich wesentlich anderes durchmacht, wenn sie wirklich Anlage hat, von den Kräften des Mars etwas zu empfangen. Es muß, damit kein Mißverständnis entsteht auf diesem Gebiet, aufmerksam gemacht werden, daß ebenso wenig, wie die ganze Erde heute etwa schon verchristet ist, der ganze Mars zu einem Friedensplaneten geworden wäre. Das wird noch lange dauern, so daß also, wenn die Seele Veranlassung hat, aggressive Elemente aufzunehmen, noch genügend Gelegenheit ist, auch solche Elemente in sich aufzunehmen; aber das Ereignis, von dem gesprochen worden ist, muß eben ins geistige Auge gefaßt werden. Je mehr die Erde einer Art materiellen Entwickelung entgegengeht, desto weniger würde man, wenn man wirklich die Erdenentwickelung versteht, zugeben können, daß es naturgemäß wäre, im menschlichen Erdenleben zwischen der Geburt und dem Tode ein BuddhaBekenner zu sein in dem Sinne, wie der Buddha seine Bekenner gehabt hat in der vorchristlichen Zeit.

[ 19 ] The Buddha’s destiny on Mars was not the passage through death, as is the case with the Mystery of Golgotha, but in a certain sense it was also a kind of crucifixion, consisting in the fact that this wonderful individuality, which, in accordance with the preconditions of its earthly life, radiated peace and love everywhere, was placed right in the midst of what was completely foreign to it: the aggressive, the warlike element of Mars. The Buddha was to have a pacifying effect on Mars. And for the seer’s gaze, there is something tremendously striking when two moments are compared: that moment when, so to speak, within his earthly existence, the Buddha ascended to the highest peak he could reach within that existence—when, in his eightieth year, after having lived fifty years on Earth as the Buddha—just having been raised to Buddhahood—on a wondrous moonlit night, on October 13, 483 B.C., how his being breathed out into the silvery moonlight that shone over the Earth. This, which is also outwardly like a manifestation of the breath of peace radiating from the Buddha, testifies to us the culmination of the Buddha’s development within his earthly existence. It is a wondrous moment, and there is something deeply moving about it when one compares it to the moment, at the beginning of the seventeenth century, when the Buddha arrived on Mars with the full sum of his powers of peace and love, in order to radiate his peace and love within that aggressive element and thereby gradually inaugurate the ascending development of Mars. So that, while a soul that passed through Mars before the time of the Buddha Mystery was primarily endowed with aggressive qualities, it now undergoes something fundamentally different if it truly has the capacity to receive something from the forces of Mars. To avoid any misunderstanding in this regard, it must be pointed out that just as the whole Earth is not yet fully Christianized today, so too has Mars not yet become a planet of peace. That will take a long time, so that if the soul has cause to take in aggressive elements, there is still ample opportunity to do so; but the event in question must be grasped in the mind’s eye. The more the Earth moves toward a kind of material development, the less one would be able to admit—if one truly understands Earth’s development—that it would be natural to be a follower of the Buddha in human life on Earth between birth and death, in the sense that the Buddha had his followers in pre-Christian times.

[ 20 ] Es verliert sich allmählich alle Möglichkeit innerhalb der menschlichen Erdenentwickelung, eine solche Entwickelung durchzumachen, wie die des Franz von Assisi; das wird immer weniger und weniger möglich sein, wird immer weniger zur äußeren Kultur hinzu passen; aber zwischen dem Tode und einer neuen Geburt, da hat die menschliche Seele Gelegenheit, das durchzumachen, Und wenn es nicht so grotesk klingen würde, so könnte es durchaus gesagt werden, weil es einem Tatbestand entspricht: Zwischen dem Tode und einer neuen Geburt hat eine gewisse Zeit hindurch während des Durchgehens durch die Mars-Sphäre eine jede menschliche Seele Gelegenheit, ein Franziskaner oder ein Buddhist zu sein und alle jene Kräfte aufzunehmen, welche aus einem solchen Fühlen und Erleben in die Menschenseele einfließen können. So also kann der Marsdurchgang für die menschliche Seele von ganz besonderer Wichtigkeit sein. Überall aber, wo der Mensch also hinkommt, schreibt er ein seine Vollkommenheiten und Unvollkommenheiten, je nachdem sie den Eigenheiten dieser Sphäre entsprechen.

[ 20 ] Within the course of human evolution on Earth, the possibility of undergoing a development such as that of Francis of Assisi is gradually being lost; this will become less and less possible, and will fit less and less into the prevailing culture; but between death and a new birth, the human soul has the opportunity to undergo this. And if it did not sound so grotesque, one could certainly say it, because it corresponds to a fact: Between death and a new birth, for a certain period of time while passing through the sphere of Mars, every human soul has the opportunity to be a Franciscan or a Buddhist and to absorb all those forces that can flow into the human soul from such feeling and experience. Thus, the passage through Mars can be of very special importance for the human soul. But wherever a person goes, they inscribe their perfections and imperfections, depending on how they correspond to the characteristics of that sphere.

[ 21 ] Und wahr ist es: Was wir an Vollkommenheiten und Unvollkommenheiten haben, das wird getreulich in die Akashatafel eingeschrieben zwischen dem Tode und einer neuen Geburt. Das ist da überall verzeichnet. Die eine von unseren Eigentümlichkeiten ist in der Mondensphäre verzeichnet, andere Eigentümlichkeiten sind eingeschrieben in der Venus-, andere in der Mars-, andere in der Merkur-, andere in der Jupitersphäre und so weiter. Und wenn wir dann wiederum zurückkehren, langsam uns zusammenziehen, dann begegnen wir alledem, was wir beim Hinausgehen eingeschrieben haben, und so wird unser Karma technisch vorbereitet. Wenn wir beim Rückweg finden: Diese oder jene Unvollkommenheit haben wir gehabt-,dann können wir eingraben in unser eigenes Wesen — nicht auslöschen, aber eingraben zunächst in unser eigenes Wesen — eine Abschrift von dem, was wir erst in die Akasha-Chronik eingegraben haben. Ausgelöscht wird es da noch nicht. Nun kommen wir unten auf der Erde an. Dadurch, daß wir das alles in uns haben, was wir beim Rückweg in uns einschreiben — und wir sind in gewisser Weise gezwungen, wenn auch nicht alles, so doch sehr vieles einzuschreiben -—, dadurch entwickelt sich unser Karma; aber oben ist noch alles eingeschrieben. Und nun wirken merkwürdigerweise diese Schriften zusammen. Diese Schriften sind in Sphären eingegraben, in die Monden-, Venus-, Merkursphäre und so weiter. Diese Sphären machen gewisse Bewegungen, so daß Folgendes vorkommen kann: Der Mensch hat eingegraben in die Mondensphäre eine gewisse Unvollkommenheit. Während er durch die Mars-Sphäre durchgegangen ist, hat er eine Charaktereigentümlichkeit von sich eingegraben dadurch, daß er ein gewisses aggressives Element, das er nicht gehabt hat, sich dort angeeignet hat; das hat er dort eingegraben. Jetzt geht er weiter durch, kommt wiederum auf die Erde zurück. Indem er hier auf der Erde lebt, hat er ja in sein Karma aufgenommen das, was er eingegraben hat; aber es steht zugleich über ihm geschrieben. Da oben ist der Mars, der in gewisser Konstellation zum Monde steht; die äußeren Planeten geben die gegenseitige Stellung der Sphären an. Indem der Mars in gewisser Konstellation zum Monde steht, steht sozusagen in derselben Konstellation seine aggressive Eingrabung und seine Unvollkommenheit. Die Folge davon ist, daß die zusammenwirken, wenn sie hintereinanderstehen, und daß das der Moment ist, der angeben kann, wo er im nächsten Leben durch die aggressive Kraft des Mars das unternimmt, was unvollkommen geblieben ist. So zeigt die Stellung der Planeten eigentlich das an, was der Mensch erst selber in diese Sphären eingeschrieben hat. Und wenn wir astrologisch ablesen die Stellungen der Planeten und auch die Stellung der Planeten zur Stellung der Fixsterne, so ist dieses wie eine Art Anzeige dessen, was wir selber eingeschrieben haben. Es kommt nicht so sehr auf die äußeren Planeten an —, was auf uns wirkt, ist das, was wir in die einzelnen Sphären eingegraben haben. Hier haben Sie den eigentlichen Grund, warum die Konstellationen der Planeten doch wirken, warum sie anzeigen Wirkungen für die Menschennatur: weil der Mensch durch sie hindurchgeht. Und wenn der Mond in einer gewissen Stellung zum Mars steht und zu einem Fixstern, so wirkt diese Konstellation zusammen; das heißt Marstugend wirkt zusammen mit Mond und Fixstern auf den Menschen, und dadurch geschieht das, was durch das Zusammenwirken geschehen kann.

[ 21 ] And it is true: whatever perfections and imperfections we possess are faithfully inscribed in the Akashic Record between death and a new birth. Everything is recorded there. One of our characteristics is recorded in the lunar sphere, other characteristics are inscribed in the Venusian sphere, others in the Martian sphere, others in the Mercurial sphere, others in the Jovian sphere, and so on. And when we then return, slowly drawing ourselves together, we encounter everything we inscribed upon leaving, and thus our karma is technically prepared. If, on the way back, we find: ‘We had this or that imperfection,’ then we can engrave into our own being—not erase, but first engrave into our own being—a copy of what we have just engraved into the Akashic Records. It is not yet erased there. Now we arrive down on Earth. Because we have within us everything we inscribe into ourselves on the return journey—and we are, in a certain sense, compelled to inscribe, if not everything, then at least a great deal—our karma develops; but up above, everything is still inscribed. And now, strangely enough, these inscriptions interact. These inscriptions are engraved in spheres—the lunar, Venusian, and Mercurian spheres, and so on. These spheres make certain movements, so that the following can occur: A person has engraved a certain imperfection into the lunar sphere. While passing through the sphere of Mars, he has engraved a character trait of his own there by acquiring a certain aggressive element that he did not previously possess; he has engraved that there. Now he continues on, returning once more to Earth. By living here on Earth, he has indeed incorporated into his karma what he has imprinted; but at the same time, it is written above him. Up there is Mars, which stands in a certain constellation relative to the Moon; the outer planets indicate the mutual positions of the spheres. Since Mars stands in a certain constellation relative to the Moon, his aggressive entrenchment and his imperfection stand, so to speak, in the same constellation. The consequence of this is that they interact when they are in succession, and that this is the moment that can indicate where, in the next life, through the aggressive force of Mars, he will undertake what has remained imperfect. Thus, the position of the planets actually indicates what the human being has first inscribed into these spheres themselves. And when we read the positions of the planets astrologically, as well as the position of the planets relative to the fixed stars, this is like a kind of indication of what we ourselves have inscribed. It does not depend so much on the outer planets—what affects us is what we have engraved into the individual spheres. Here you have the actual reason why the constellations of the planets do have an effect, why they indicate effects on human nature: because the human being passes through them. And when the Moon is in a certain position relative to Mars and to a fixed star, this constellation works together; that is, the virtue of Mars works together with the Moon and the fixed star upon the human being, and through this, what can happen through their interaction comes to pass.

[ 22 ] So also ist es eigentlich unsere zwischen dem Tod und einer neuen Geburt abgelagerte moralische Verlassenschaft sozusagen, die in einem neuen Leben als Sternenkonstellation in unserem . Schicksal karmisch wiederum auftritt. Das ist der tiefere Grund der Sternenkonstellation und ihres Zusammenhanges mit dem menschlichen Karma. So merkt man, wenn man also eingeht auf das Leben des Menschen zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, wie dieser Mensch eigentlich mit dem ganzen Weltenall zusammenhängt, wie bedeutsam er zusammenhängt.

[ 22 ] Thus, it is essentially our moral legacy—so to speak—that is deposited between death and a new birth, which reappears karmically in a new life as a constellation of stars in our destiny. This is the deeper reason for the constellation of stars and its connection to human karma. Thus, when one considers the life of a human being between death and a new birth, one realizes how this person is actually connected to the entire universe, and how profoundly significant this connection is.

[ 23 ] Und namentlich mit dem, was außerhalb der Sonnensphäfre liegt, hängt der Mensch, ich möchte sagen, mit einem gewissen Charakter von Notwendigkeit zusammen. Betrachten wir ganz besonders die Saturnsphäre. Wenn der Mensch, sagen wir, sich bemüht hat, in dem gegenwärtigen Erdenleben sich mit geisteswissenschaftlichen Begriffen zu befassen, dann ist eigentlich besonders bedeutungsvoll für sein nächstes Leben der Durchgang durch die Saturnsphäre; denn in dieser werden die Bedingungen geschaffen, daß der Mensch die Kräfte, die er sich hier durch die Kenntnis der Geisteswissenschaft oder Anthroposophie aneignet, umsetzen kann in solche Kräfte, die ihm dann seine Leiblichkeit plastisch ausgestalten, so daß er es dann im nächsten Leben wie eine selbstverständliche Anlage in sich trägt, zum Spirituellen hinzuneigen schon durch seine Anlage. Also jetzt kann es so sein, daß der Mensch heranwächst; er ist als Materialist oder als Evangelischer oder als Katholik erzogen worden. Die Geisteswissenschaft tritt an ihn heran; er ist empfänglich dafür, lehnt sie nicht ab aus diesem oder jenem Grunde: dann hat er sie innerlich seelisch aufgenommen. Jetzt geht er durch die Pforte des Todes; er kommt durch die Saturnsphäre. Indem er durch sie hindurch geht, nimmt er solche Kräfte auf, daß er sozusagen in seinem nächsten Leben der geborene spirituelle Mensch ist, daß er schon als Kind überall Hinneigung zum Spirituellen zeigt.

[ 23 ] And human beings are connected, I would say, with a certain sense of necessity, to what lies outside the solar sphere. Let us consider the sphere of Saturn in particular. If a human being, let us say, has endeavored in the present earthly life to engage with concepts of Spiritual Science, then the passage through the sphere of Saturn is actually particularly significant for their next life; for in this sphere the conditions are created whereby the human being can transform the forces he acquires here through knowledge of Spiritual Science or anthroposophy into forces that then plastically shape his physical form, so that in his next life he carries within himself, as a natural predisposition, a tendency toward the spiritual simply by virtue of his constitution. So now it may be that a person grows up; he has been raised as a materialist or as a Protestant or as a Catholic. Spiritual Science approaches him; he is receptive to it, does not reject it for this or that reason: then he has taken it in inwardly and spiritually. Now he passes through the gate of death; he enters the sphere of Saturn. As he passes through it, he absorbs such forces that, so to speak, in his next life he is a natural spiritual person, showing an inclination toward the spiritual in everything even as a child.

[ 24 ] So hat jedes Gebiet, das wir durchwandern zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, etwas von der Aufgabe, umzuwandeln, was wir seelisch aufnehmen in einem Leben, in solche Kräfte, die dann Leibeskräfte werden können und uns zwischen einer neuen Geburt und dem Tod mit gewissen Fähigkeiten begaben. Gestern konnte ich natürlich nur so weit gehen, wie in einem Öffentlichen Vortrag gegangen werden kann, als ich bemerkte, daß Raffael bei seiner Geburt die christlichen Impulse wie selbstverständlich schon in sich hatte. So darf man sich nicht etwa darunter vorstellen, daß Raffael irgendwelche christlichen Begriffe — ich habe nie gesagt: Begriffe, sondern Impulse —, daß Raffael christliche Begriffe oder Vorstellungen sich mitgebracht hat. Impulse bringt man sich von einem Leben ins andere, so daß das, was in einem Leben begrifflich aufgenommen wird, in ganz anderer Weise mit dem Menschen vereinigt wird und dann als Kräfte auftritt; so daß die Fähigkeit, gerade seine zarten, bedeutungsvollen christlichen Gestalten zu schaffen, von Raffaels früheren Inkarnationen gekommen war; das war das, was ihn bezeichnen läßt als eine Art geborenen Christen. Die meisten unserer Freunde wissen ja, daß Raffael, bevor er diese Inkarnation durchgemacht hat, diejenige des Johannes des Täufers durchgemacht hat, und da sind eben die Impulse in seine Seele gegangen, die dann herauskamen im Raffaeldasein sozusagen als ihm eingeborene, als schon von der Geburt an vorhandene christliche Impulse. Es muß immer gesagt werden, daß man durch äußerliches Spintisieren, durch allerlei äußere Vergleiche wirklich recht sehr daneben hauen kann, wenn man über aufeinanderfolgende Inkarnationen etwas sagt. Vor dem seherischen Blick nehmen sie sich so aus, daß man meist nicht vermuten würde, daß das eine Leben die Ursache des folgenden ist. Also, damit irgend etwas, das wir seelisch aufnehmen in einer Inkarnation, in der nächsten Inkarnation auch solche Kräfte entfalten kann, daß wir in die leibliche Seite der Anlagen hineinwirken können, dazu ist der Durchgang notwendig zwischen dem Tode und einer neuen Geburt, weil wir auf der Erde nicht umwandeln können — nicht durch alle Erdenkräfte können wir das umwandeln, was wir nur seelisch auf der Erde erleben — in solche Kräfte, die am Menschen arbeiten können, die am Menschen selber plastisch ausgestalten können. Der Mensch ist eben in seiner Totalität durchaus kein Erdenwesen, sondern der Mensch würde in seiner Leiblichkeit schauderhaft für die gegenwärtigen menschlichen Ideen ausschauen, wenn all die Kräfte nur verwendet werden könnten für seine plastische Ausgestaltung, die in der Erdensphäre selber vorhanden sind. Der Mensch muß in sich tragen, wenn er durch die Geburt ins Dasein tritt, die Kräfte des Kosmos; die müssen weiterwirken, damit er überhaupt die menschliche Gestalt annehmen kann. Innerhalb der Erdensphäre gibt es keine Möglichkeit, solche Kräfte heranzutragen, die Menschengestalten plastisch bilden können. Das ist das, was ins Auge gefaßt werden muß. So trägt der Mensch in dem, was er ist, durchaus das Bild des Kosmos, nicht bloß das Bild der Erde in sich, und es ist eine völlige Versündigung gegen das Wesen des Menschen, wenn man dieses nur ableitet von dem, was Kräfte der Erde sind, wenn man also nur das studiert, was in den Reichen der Erde äußerlich durch die Naturwissenschaft beobachtet werden kann, und keine Rücksicht darauf nimmt, daß in dem, was der Mensch auf der Erde bekommt, waltend ist zugleich das, was er sich, indem er durch die Geburt schreitet, aus den überirdischen Sphären mitbringt, die er durchwandert zwischen dem Tod und einer neuen Geburt. Und innerhalb dieser Sphärenfolge geschieht auch alles das, was von der Art ist, wie es vorgestern geschildert worden ist. Da wird der Mensch ein Diener der einen oder anderen Mächte der höheren Hierarchien.

[ 24 ] Thus, every phase we pass through between death and a new birth involves the task of transforming what we take in spiritually during a lifetime into forces that can then become physical powers, endowing us with certain abilities between a new birth and death. Yesterday, of course, I could only go as far as is possible in a public lecture when I noted that Raphael, at his birth, already possessed Christian impulses as a matter of course. So one must not imagine that Raphael brought with him any Christian concepts—I never said “concepts,” but “impulses”—that Raphael brought Christian concepts or mental images with him. Impulses are carried over from one life to another, so that what is conceptually absorbed in one life is united with the human being in a completely different way and then manifests as forces; so that the ability to create precisely his delicate, meaningful Christian figures came from Raphael’s earlier incarnations; that was what allows him to be described as a kind of born Christian. Most of our friends know, of course, that before Raphael underwent this incarnation, he underwent that of John the Baptist, and it was there that the impulses entered his soul, which then emerged in his life as Raphael, so to speak, as Christian impulses innate to him, existing from birth. It must always be said that one can really miss the mark quite badly through superficial speculation, through all sorts of external comparisons, when speaking about successive incarnations. To the clairvoyant eye, they appear such that one would usually not suspect that one life is the cause of the next. So, in order for anything we take in spiritually in one incarnation to be able to unfold such forces in the next incarnation that we can work into the physical aspect of our predispositions, the passage between death and a new birth is necessary, because we cannot transform on Earth—we cannot transform, through all earthly forces, what we experience only soulfully on Earth—into such forces that can work on the human being, that can plastically shape the human being itself. Human beings, in their totality, are by no means earthly beings; rather, in their physical form, they would appear horrifying to present-day human ideas if all the forces available within the earthly sphere itself could be used for their plastic shaping. When a human being enters existence through birth, they must carry within themselves the forces of the cosmos; these must continue to work so that they can assume the human form at all. Within the earthly sphere, there is no possibility of bringing forth such forces that can plastically form human figures. This is what must be taken into account. Thus, in what he is, the human being certainly bears within himself the image of the cosmos, not merely the image of the Earth, and it is a complete betrayal of the human being’s nature to derive this solely from the forces of the Earth—that is, to study only what can be observed externally in the realms of the Earth through the natural sciences, and takes no account of the fact that what prevails in what the human being receives on Earth is also what he brings with him from the supersensible spheres as he passes through birth, traversing them between death and a new birth. And within this sequence of spheres, everything of the kind described the day before yesterday also takes place. There the human being becomes a servant of one or another of the powers of the higher hierarchies.

[ 25 ] Nun ist von ganz besonderer Wichtigkeit alles das, was sozusagen eingeschrieben wird in die Akasha-Chroniktafel zwischen der Erde und dem Mond. Denn da werden unter anderem eingeschrieben alle Unvollkommenheiten — und ich bitte zu berücksichtigen, daß bei dem Einschreiben dieser Unvollkommenheiten zunächst der Gesichtspunkt obwaltet, daß da alles eingeschrieben wird, was sozusagen für die eigene menschliche Entwickelung eine Bedeutung hat, was sozusagen den Menschen vorwärtsbringt oder zurückhält. Aber dadurch, daß es in die Mondensphäre eingeschrieben wird, also in der Akasha-Chroniktafel zwischen Erde und Mond steht, gewinnt es weiter eine Bedeutung für die ganze Erdenentwickelung. Wir haben also unser Leben auf der Erde: wir haben dieses Leben auf der Erde umgeben von der Mondensphäre; in der Akasha-Chroniktafel der Mondensphäre haben wir eingeschrieben Unvollkommenheiten über Unvollkommenheiten, unter anderem auch die Unvollkommenheiten zum Beispiel großer Geister. Ein ungeheuer interessantes Beispiel ist für die seherische Beobachtung zum Beispiel Lionardo da Vinci. Dieser ist ein Geist von so großer, umfassender Gewalt, wie wirklich wenige Geister dieses Ranges auf der Erde; aber was er im Grunde genommen wirklich äußerlich geleistet hat, ist im Verhältnis zu dem, was er gewollt hat, vielfach unvollendet geblieben. Es hat eigentlich keiner der ähnlichen Geister so viel unvollendet gelassen wie gerade Lionardo da Vinci. Und die Folge war, daß ungeheuer vieles eingegraben war durch Lionardo da Vinci in die Mondensphäre. Es ist da so vieles eingegraben, daß man bei manchem sagen muß: Was da eingegraben ist, weiß man gar nicht einmal, wie es hätte überhaupt auf der Erde zur Vollkommenheit gedeihen können!

[ 25 ] Now, of particular importance is everything that is, so to speak, inscribed on the Akashic Record tablet between the Earth and the Moon. For among other things, all imperfections are inscribed there—and I ask you to bear in mind that in the inscription of these imperfections, the primary consideration is that everything is recorded there that, so to speak, has significance for one’s own human development, that which, so to speak, propels humanity forward or holds it back. But by being inscribed into the lunar sphere—that is, by being recorded in the Akashic Records between the Earth and the Moon—it further acquires significance for the entire development of the Earth. So we have our life on Earth: we have this life on Earth surrounded by the lunar sphere; in the Akashic Record of the lunar sphere, we have recorded imperfection upon imperfection, including, for example, the imperfections of great spirits. An immensely interesting example for clairvoyant observation is, for instance, Leonardo da Vinci. He is a spirit of such great, all-encompassing power as very few spirits of this rank on Earth possess; but what he actually accomplished externally, in relation to what he intended, has in many ways remained unfinished. In fact, none of the similar minds left as much unfinished as Leonardo da Vinci. And the result was that an immense amount was imprinted by Leonardo da Vinci into the lunar sphere. So much has been imprinted there that one must say of many things: What is imprinted there—one does not even know how it could have ever flourished to perfection on Earth!

[ 26 ] Ich möchte Sie da auf etwas aufmerksam machen, was mir wirklich außerordentlich bedeutungsvoll erschienen ist, als ich mich befaßte mit Lionardo da Vinci. Ich hatte ja in Berlin einen Vortrag zu halten gerade über Lionardo da Vinci. Da war es mir sehr, sehr bedeutungsvoll, gerade eines bei ihm zu beobachten. Es erfüllt ja mit einem gewissen Schmerz, wenn man heute die immer mehr und mehr verschwindenden Farbenflecke im Refektorium von Santa Maria delle Grazie in Mailand sieht, die wahrhaftig nur noch einen Schatten geben von dem, was diese Bilder gewesen waren. Wenn man nun in Betracht zieht, daß Lionardo da Vinci sechzehn Jahre lang an diesem Bilde gemalt hat und wie er gemalt hat, dann bekommt man eben einen Eindruck. Es ist bekannt, daß er manchmal lange aussetzte, daß er dann hinging, lange vor dem Bilde saß, ein paar Pinselstriche machte und wieder fortging. Es ist auch bekannt, daß er keine Möglichkeit sah manchmal, das auszudrücken, was er ausdrücken wollte, daß er unter furchtbaren Depressionen litt, weil er nicht ausdrücken konnte, was er in dem Bilde ausdrücken wollte, Als ein neuer Prior in das Kloster gekommen war, ein pedantischstrenger Prior, der für die Kunst wenig Verständnis hatte, da war das in einer Zeit, in der Lionardo da Vinci schon lange, lange gearbeitet hatte an dem Bilde. Der Prior war ungeduldig und sagte: Warum kann denn der Maler nicht fertig werden? und machte ihm Vorwürfe, beklagte sich auch beim Herzog Ludovico. Der Herzog sagte das dem Lionardo da Vinci und Lionardo antwortete: Ich weiß überhaupt nicht, ob ich das Bild fertigbringen werde; denn zu allen anderen Gestalten habe ich Vorbilder in der Natur, aber zu Judas und zu dem Christus habe ich keine Modelle, höchstens zum Judas: da kann ich ja, wenn sich kein anderes ergibt, den Prior nehmen. Aber zu dem Christus habe ich kein Vorbild.

[ 26 ] I would like to draw your attention to something that struck me as truly extraordinary when I was studying Leonardo da Vinci. I was, in fact, scheduled to give a lecture in Berlin specifically on Leonardo da Vinci. It was very, very meaningful to me to observe one particular aspect of his work. It is indeed somewhat painful to see today the increasingly fading patches of color in the refectory of Santa Maria delle Grazie in Milan, which truly cast only a shadow of what these paintings once were. When one considers that Leonardo da Vinci spent sixteen years painting this work and the way he painted, one gets a certain impression. It is well known that he would sometimes stop for long periods, then go there, sit in front of the painting for a long time, make a few brushstrokes, and leave again. It is also well known that he sometimes saw no way to express what he wanted to express, that he suffered from terrible depression because he could not express what he wanted to express in the painting, When a new prior had come to the monastery—a pedantically strict prior who had little understanding of art—this was at a time when Leonardo da Vinci had already been working on the painting for a long, long time. The prior was impatient and said, “Why can’t the painter finish it?” and reproached him, even complaining to Duke Ludovico. The Duke told this to Leonardo da Vinci, and Leonardo replied: “I have no idea at all whether I will be able to finish the painting; for all the other figures I have models in nature, but for Judas and for Christ I have no models—at most for Judas: there, if no other presents itself, I can take the prior. But for Christ I have no model.”

[ 27 ] Das ist aber nicht das, was ich jetzt meine, sondern das Folgende: Wenn man auch äußerlich heute in dem ganz zu einem Schatten herabgekommenen Bilde die Gestalt des Judas ansieht, so sieht man auf der Gestalt einen Schatten, der sich durch nichts erklärt, nicht durch Licht, das einfällt und so weiter. Nun zeigt sich das Folgende durch okkulte Untersuchung: Es zeigt sich, daß so, wie es Lionardo da Vinci hat haben wollen, das Bild niemals an der Wand war. Er wollte das übrige alles nach Licht- und Schattenverhältnissen machen, aber der Judas sollte so charakterisiert werden, daß man glaubte, daß Finsternis über seinem Gesichte waltet von innen heraus, nicht durch äußere Verteilung von Licht und Schatten. Und beim Christus sollte es so sein, daß das Licht auf seinem Antlitz lebte, das von innen heraus kam. Man sollte dem Gesicht glauben, daß es von innen heraus leuchtet. Da kam Lionardo da Vinci in Disharmonie hinein, und es ist das niemals so herausgekommen, wie er gewollt hat. Da hat man tatsächlich etwas, was sich ergibt, wenn man das viele, heute noch von Lionardo Herrührende, in die Mondensphäre Eingegrabene betrachtet, da hat man etwas, wie es in der Erdensphäre überhaupt nicht vollzogen werden konnte. Wenn man nun die ganze Zeit verfolgt, die auf Lionardo da Vinci folgt, dann zeigt sich, daß Lionardo da Vinci in einer ganzen Reihe ihm folgender Geister weiterwirkte. Schon äußerlich in Lionardos Schriften kann man Dinge finden, die unter Naturwissenschaftern, auch unter Künstlern in der späteren Zeit hervorgetreten sind; das ganze folgende Zeitalter steht unter dem Einfluß Lionardo da Vincis. Und da zeigt sich nun, daß es die eingegrabenen Unvollkommenheiten sind, die nun inspirierend gewirkt haben in die Seelen der Nachfolger, der später, nach Lionardo da Vinci lebenden Menschen.

[ 27 ] But that is not what I mean here; rather, I mean the following: Even if one looks at the figure of Judas in the painting—which has now faded to a mere shadow—one sees a shadow on the figure that cannot be explained by anything, not by incident light, and so on. Now, occult investigation reveals the following: It shows that, just as Leonardo da Vinci intended, the painting was never on the wall. He wanted to render everything else according to the play of light and shadow, but Judas was to be characterized in such a way that one would believe darkness reigned over his face from within, not through the external distribution of light and shadow. And with Christ, it was to be such that the light on his face was alive, coming from within. One should believe that the face glows from within. Here Leonardo da Vinci encountered a disharmony, and it never turned out the way he intended. Here one actually has something that emerges when one considers the many things still originating from Leonardo today, embedded in the lunar sphere; here one has something that could not be realized at all in the earthly sphere. If one now traces the entire period following Leonardo da Vinci, it becomes evident that Leonardo da Vinci continued to exert an influence through a whole series of minds that followed him. Even superficially, in Leonardo’s writings, one can find things that have emerged among natural scientists, and also among artists in later times; the entire subsequent era stands under the influence of Leonardo da Vinci. And here it becomes apparent that it is the ingrained imperfections that have now had an inspiring effect on the souls of his successors, the people who lived later, after Leonardo da Vinci.

[ 28 ] Nämlich für ein folgendes Zeitalter sind die Unvollkommenheiten des vorhergehenden noch wichtiger als die Vollkommenheiten. Die Vollkommenheiten sind da zur Betrachtung; aber was auf der Erde vollkommen ausgestaltet ist bis zu einem gewissen Grade, das ist sozusagen an einem Ende angekommen, das hat in der Entwickelung einen Abschluß erhalten; das aber, was unvollkommen war, ist der Keim der folgenden göttlichen Entwickelung. Und hier kommen wir an einen der merkwürdigen grandiosen Widersprüche: Das Beste für die Folgezeit ist das fruchtbare Unvollkommene — aber eben das fruchtbare, das berechtigte Unvollkommene der früheren Zeit. Das Vollkommene einer früheren Zeit ist sozusagen für den Genuß; das Unvollkommene aber — jenes Unvollkommene, das von den Großen herrührt, die hinter sich zurückgeblieben sind —, das ist für das Schaffen der folgenden Zeit. Und deshalb erscheint es einem ungeheuer weisheitsvoll eingegraben, daß das in der Nähe der Erde verbleibt, tatsächlich zwischen der Erde und dem Monde in der Akasha-Chroniktafel eingegraben ist. Und hier kommen wir dann zu dem Punkt, wo in einer gewissen Weise der Satz verstanden werden kann: daß Vollkommenheit für die verschiedensten Epochen das Ende der Evolution, einer Evolutionsströmung bedeutet; Unvollkommenheit aber unter Umständen den Anfang einer Evolutionsströmung. Und für das, was in dem Sinne das Unvollkommene ist, müssen die Menschen eigentlich den Göttern besonders dankbar sein.

[ 28 ] For the age that follows, the imperfections of the preceding one are even more important than its perfections. The perfections are there for contemplation; but what has been perfected on earth to a certain degree has, so to speak, reached an end; it has come to a conclusion in its development; but that which was imperfect is the seed of the subsequent divine development. And here we come to one of the remarkable, grandiose contradictions: The best thing for the age to come is the fruitful imperfect—but precisely the fruitful, the justified imperfect of the earlier time. The perfect of an earlier time is, so to speak, for enjoyment; but the imperfect—that imperfect which stems from the great ones who have remained behind—is for the creative work of the coming age. And that is why it seems to be inscribed with immense wisdom that this remains in the vicinity of the Earth, indeed inscribed in the Akashic Records between the Earth and the Moon. And here we then come to the point where, in a certain sense, the statement can be understood: that perfection signifies, for the most diverse epochs, the end of evolution, of an evolutionary current; imperfection, however, under certain circumstances, the beginning of an evolutionary current. And for what is, in this sense, the imperfect, human beings must actually be especially grateful to the gods.

[ 29 ] Was will man durch solche Betrachtungen, wie sie heute angestellt worden sind? Man will dadurch eben begreiflich machen immer mehr und mehr den Zusammenhang des Menschen mit dem gesamten Makrokosmos, will zeigen, wie die Menschen wirklich den Makrokosmos wie zusammengerollt in sich tragen und auch Beziehungen haben können zu dem, was sie geistig umgibt. Und dann, wenn wir so etwas durchschauen, dann kann sich so etwas in ein Gefühl verwandeln, das den Menschen durchdringt, so daß er mit diesem Wissen einen Begriff von seiner Würde verbindet, der ihn aber nicht eingebildet macht, sondern der ihn verantwortungsvoll macht, der ihn anregt, nicht glauben zu dürfen, daß er seine Kräfte im Weltall vergeuden darf, sondern daß er sie verwenden muß. Es muß natürlich darauf aufmerksam gemacht werden, daß niemand dadurch etwas gewinnt, wenn er sagen würde: Wenn ich Fähigkeiten habe, so lasse ich sie lieber unvollkommen. — Dadurch würde nichts gewonnen werden; denn da würde in der Tat das eintreten, daß der Mensch in Lagen käme, die dem gleichen, was ich vorgestern ausführte. Wenn absichtlich der Mensch Unvollkommenheiten in sich ließe, so würde er zwar auch diese einschreiben, aber er würde sie in solcher Weise einschreiben, daß sie nicht beleuchtet sind, daß sie also auch nicht wirken können. Nur die Unvollkommenheiten, die so eingeschrieben sind, daß ihre Unvollkommenheit Notwendigkeit gewesen ist, nicht eine durch Bequemlichkeit gegebene Absicht, nur solche können in solcher Art wirken, wie das beschrieben worden ist.

[ 29 ] What is the purpose of reflections such as those offered today? The aim is precisely to make the connection between human beings and the entire macrocosm increasingly comprehensible, to show how human beings truly carry the macrocosm within themselves as if rolled up, and how they can also have relationships with what surrounds them spiritually. And then, when we gain insight into such things, they can transform into a feeling that permeates the human being, so that he associates this knowledge with a sense of his dignity—a dignity that does not make him conceited, but rather makes him responsible, inspiring him not to believe that he may squander his powers in the universe, but that he must use them. Of course, it must be pointed out that no one gains anything by saying: If I have abilities, I would rather leave them imperfect. — Nothing would be gained by this; for what would in fact occur is that the person would find themselves in situations corresponding to what I explained the day before yesterday. If a person were to intentionally leave imperfections within themselves, they would indeed inscribe these as well, but they would inscribe them in such a way that they are not illuminated, and thus cannot take effect. Only those imperfections that are inscribed in such a way that their imperfection was a necessity, not an intention born of convenience—only such imperfections can have the effect described.