Occult Studies on Life Between Death and Rebirth
GA 140
5 April 1913, Wrocław
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Occult Studies on Life Between Death and Rebirth, tr. SOL
16. Ergänzende Tatsachen über das Leben zwischen Tod und neuer Geburt
16. Additional Facts About Life Between Death and Rebirth
[ 1 ] Hörernotizen
[ 1 ] Lecture notes
[ 2 ] Wenn wir hier in unserem Zweige beisammen sind, dann ist es wohl möglich, über manche Dinge genauer zu sprechen, als das in öffentlichen Vorträgen oder Schriften geschehen kann. Und so möchte ich heute einiges auseinandersetzen, das als Ergänzung dienen kann zu Erkenntnissen, die uns bekannt sind aus unsern Schriften und Zyklen.
[ 2 ] Since we are gathered here in our branch, it is certainly possible to discuss certain matters in greater detail than is possible in public lectures or writings. And so today I would like to explore a few points that may serve as a supplement to the insights we have gained from our writings and cycles.
[ 3 ] Sie können sich denken, meine lieben Freunde, daß das Leben zwischen Tod und neuer Geburt ebenso reich und ebenso mannigfaltig ist wie das Leben hier zwischen Geburt und Tod, so daß man immer, wenn man schildert, was da vorgeht zwischen Tod und neuer Geburt, selbstverständlich nur Teile, nur Einzelheiten herausgreifen kann. Ich will heute weniger berühren, was schon bekannt ist, sondern auf einiges hinweisen, was das Bekannte genauer beleuchten soll.
[ 3 ] You can imagine, my dear friends, that life between death and rebirth is just as rich and diverse as life here between birth and death, so that whenever one describes what takes place between death and rebirth, one can, of course, only pick out parts, only details. Today I do not wish to dwell so much on what is already known, but rather to point out a few things that should shed more light on what is already known.
[ 4 ] Wenn derjenige, der in die geistigen Welten hineinzuschauen vermag, wirklich den Blick richtet in jene Welt, in welcher der Mensch verweilt zwischen Tod und neuer Geburt, dann ergibt sich gerade für unsre Zeit so recht die Notwendigkeit desjenigen, was wir hier wollen durch unsere geisteswissenschaftliche Arbeit; durch das, was gegeben werden kann dem Herzen und der Seele des Menschen durch die geisteswissenschaftliche Arbeit.
[ 4 ] When the one who is able to look into the spiritual worlds truly directs their gaze toward that world in which the human being dwells between death and new birth, then the necessity of what we seek to achieve here through our Spiritual Science work becomes particularly evident for our time; through what can be given to the heart and soul of the human being through Spiritual Science work.
[ 5 ] Es sei von einem besonderen Falle ausgegangen. Da ereignete es sich zum Beispiel, daß ein Mann hinweggestorben ist von seiner Familie, der seine Gattin hier im Leben außerordentlich lieb hatte, der seiner Familie immer zugetan war. Und als er vom Seherauge aufgesucht wurde, litt er ganz besonders daran, daß er nicht finden konnte, wenn er seinerseits auf die Erde hinunterschaute, die Seelen seiner Kinder, die Seele seiner Frau. Und auf die Art, wie sich der Seher in Verbindung setzen kann mit Menschenseelen, sozusagen sich besprechen kann mit Menschenseelen zwischen Tod und neuer Geburt, tat er dann kund, wie er zwar mit seinen Gedanken, mit all seinen Empfindungen zurückdenken kann an die Zeit, wo er mit den Seinigen auf der Erde verweilte; aber er sagte dann etwa so: Ja, als ich auf der Erde war, da war mir meine Gattin wie eine Art Sonnenschein, jetzt muß ich das entbehren. Ich kann nur den Gedanken zurückrichten an das, was ich auf der Erde gehabt habe, aber ich kann die Gattin nicht finden. — Woher kommt das? Denn es ist nicht bei allen so, die durch die Pforte des Todes gegangen sind. Wenn wir viele Jahrtausende zurückgingen, würden wir finden, daß die Seelen der Menschen auch von diesem geistigen Gebiet hinunterschauen konnten, teilhaben konnten an dem, was die Hinterbliebenen auf der Erde trieben. Warum war das so für alle Seelen in alten Zeiten, in den Zeiten vor dem Mysterium von Golgatha? Warum ist es heute für viele nicht so? Ja, in alten Zeiten, da lebten, wie wir wissen, die Menschen auf der Erde so, daß sie noch ein gewisses ursprüngliches Hellsehen hatten. Es sahen die Menschen nicht nur durch die Augen in die sinnliche ‘Welt, sondern sie sahen hinter den sinnlichen Dingen die geistigen Urgründe, die Urwesenheiten. Und diese Fähigkeit, mit der geistigen Welt im physischen Dasein zusammenzuleben, brachte es mit sich, daß die Seele, wenn sie durch die Pforte des Todes gegangen war, alles das Seelische wieder wahrnehmen konnte, was sie hier zurückgelassen hatte. Jetzt haben die Menschenseelen hier nicht mehr die Fähigkeit, mit der geistigen Welt unmittelbar zu leben, denn darin besteht ja die Entwickelung der Menschheit, daß der Mensch heruntergestiegen ist vom geistigen Leben zum physischen Leben. Das hat gebracht die Fähigkeit zu urteilen und so weiter, aber es hat genommen die Fähigkeit, mit den geistigen Welten zu leben. Eine Zeitlang, in den Zeiten unmittelbar nach dem Mysterium von Golgatha, als die Menschenseelen ergriffen waren von dem ChristusImpuls, konnte wenigstens ein Teil der Menschheit in einer gewissen Weise die Fähigkeit wieder erlangen. Aber jetzt leben wir wiederum in einer Zeit, wo die Seelen, die durch die Pforte des Todes gehen und die sich nicht gekümmert haben um die geistigen Welten, von der geistigen Welt aus den Zusammenhang verlieren.
[ 5 ] Let us consider a particular case. It happened, for example, that a man passed away from his family—a man who had loved his wife deeply in this life and who had always been devoted to his family. And when the clairvoyant sought him out, he was suffering particularly because, when he looked down toward the earth, he could not find the souls of his children or the soul of his wife. And in the way that the clairvoyant can connect with human souls—can, so to speak, converse with human souls between death and new birth—he then revealed how, though he could think back with his thoughts and all his feelings to the time when he dwelt with his loved ones on Earth, he said something like this: Yes, when I was on Earth, my wife was like a ray of sunshine to me; now I must do without that. I can only direct my thoughts back to what I had on Earth, but I cannot find my wife. — Why is that? For it is not so for everyone who has passed through the gate of death. If we were to go back many millennia, we would find that human souls could also look down from this spiritual realm and share in what the bereaved were doing on Earth. Why was this so for all souls in ancient times, in the times before the Mystery of Golgotha? Why is it not so for many today? Yes, in ancient times, as we know, people on Earth lived in such a way that they still possessed a certain primal clairvoyance. People did not merely see the sensory world through their eyes, but they saw, behind the sensory things, the spiritual foundations, the primordial beings. And this ability to coexist with the spiritual world within physical existence meant that when the soul had passed through the gate of death, it could once again perceive all that was spiritual which it had left behind here. Now human souls no longer have the ability to live directly with the spiritual world here, for the development of humanity consists precisely in the fact that human beings have descended from spiritual life to physical life. This has brought the ability to judge and so on, but it has taken away the ability to live with the spiritual worlds. For a time, in the period immediately following the Mystery of Golgotha, when human souls were gripped by the Christ impulse, at least a portion of humanity was able to regain this ability to some extent. But now we are once again living in an age where souls who pass through the gate of death and who have not concerned themselves with the spiritual worlds lose their connection to the spiritual world.
[ 6 ] Wir brauchen die Offenbarung, die wir die spirituelle Offenbarung nennen und von der wir die berechtigte Anschauung haben, daß sie sich einprägen soll in die Menschenseelen. Heute genügt nicht mehr das alte bloß religiöse Bekenntnis; heute brauchen die Seelen, wenn sie geistig schauen wollen von der jenseitigen Welt hierher, was ihnen gegeben werden kann durch das geisteswissenschaftliche Verständnis des Mysteriums von Golgatha. So bemühen wir uns, Geisteslicht in die Seelen zu bekommen.
[ 6 ] We need the revelation that we call spiritual revelation, and of which we are justifiably convinced that it is meant to be imprinted upon human souls. Today, the old, merely religious creed is no longer sufficient; today, if souls wish to gaze spiritually from the world beyond into this one, they need what can be given to them through the understanding of the Mystery of Golgotha from the perspective of Spiritual Science. Thus we strive to bring spiritual light into souls.
[ 7 ] Der Mann, der in der geschilderten Weise gefunden worden war, hatte sich nicht gekümmert um irgendwelche Gedanken und Empfindungen der geistigen Welt. Er ging durch die Pforte des Todes, ohne daß er hier durch seine Seele hatte ziehen lassen Gedanken der geistigen Welt. So kam es, daß der Mann sagen konnte: Ich weiß aus meinem Gedächtnis, daß da unten meine Gattin ist; ich weiß, sie ist da, aber ich kann sie nicht sehen, nicht finden.
[ 7 ] The man who had been found in the manner described had paid no heed to any thoughts or feelings from the spiritual world. He passed through the gate of death without having allowed thoughts from the spiritual world to enter his soul. And so it came to pass that the man was able to say: “I know from my memory that my wife is down there; I know she is there, but I cannot see her, cannot find her.”
[ 8 ] Wann hätte er sie finden können? Von jener Welt herunter kann man heute nur solche Seelen sehen, in denen spirituelle Fähigkeiten leben. Solche Seelen kann man schauen von der andern Welt her, in denen die Gedanken eines spirituellen Verständnisses leben. Wenn man hinunterblickt, so wird eine Seele, die hier geblieben ist, erst sichtbar für den Toten, wenn in dieser Seele spirituelle Gedanken leben. Diese Gedanken sieht man. Sonst bleibt die Seele unsichtbar. Sonst leidet man unter den Qualen, zu wissen, sie ist da, aber man kann sie nicht finden. In dem Augenblicke, wo es gelingt, einer solchen Seele irgendwelche Gedanken zu übermitteln über die spirituelle Welt, da beginnt die Erdenseele für den in der andern Welt Lebenden aufzuleuchten, dann beginnt sie dazusein für ihn.
[ 8 ] When could he have found her? From that world, one can see today only those souls in whom spiritual abilities live. From the other world, one can see those souls in whom thoughts of spiritual understanding live. When one looks down, a soul that has remained here becomes visible to the dead only if spiritual thoughts dwell within that soul. These thoughts are what one sees. Otherwise, the soul remains invisible. Otherwise, one suffers the torment of knowing she is there but being unable to find her. The moment one succeeds in conveying any thoughts about the spiritual world to such a soul, the earthly soul begins to glow for the one living in the other world; then it begins to be present for them.
[ 9 ] Sagen Sie nicht, daß es eine Ungerechtigkeit wäre, wenn solche Seelen, die hier auf Erden vielleicht ohne ihre Schuld keine spirituellen Gedanken haben, unsichtbar bleiben für die Toten. Wenn die Welt nicht so eingerichtet wäre, daß dies so ist, dann würden die Menschen niemals dazu kommen, nach Vervollkommnung zu streben. Die Menschen müssen durch das, was sie entbehren, lernen. Eine solche Seele, die dann in dem Leben zwischen 'Tod und neuer Geburt leidet an dem Schmerz und an der Einsamkeit, eine solche Seele bekommt dadurch den Impuls, spirituelle Gedanken aufzunehmen.
[ 9 ] Do not say that it would be unjust if such souls—who, perhaps through no fault of their own, have no spiritual thoughts here on earth—remain invisible to the dead. If the world were not arranged in such a way, people would never be led to strive for perfection. People must learn through what they lack. Such a soul, which then suffers from pain and loneliness in the life between ‘death and new birth,’ receives through this the impulse to embrace spiritual thoughts.
[ 10 ] So sehen wir, daß Geisteswissenschaft unter diesem Gesichtspunkte ist wie eine Sprache, durch die Lebende und Tote sich verstehen, durch die sie füreinander da sind und wahrnehmbar sind.
[ 10 ] Thus we see that, from this perspective, Spiritual Science is like a language through which the living and the dead can understand one another, through which they are present for one another and can be perceived.
[ 11 ] Und noch in anderer Beziehung zeigt sich, welche Mission Geisteswissenschaft hat in bezug auf die Überbrückung des Abgrundes zwischen Leben und Tod. Wenn Menschenseelen durch die Pforte des Todes schreiten, dann treten sie ja in ein Leben ein, welches den Zusammenhang mit dem Erdenleben erhält durch die Erinnerung an das, was vergangen ist. — Ich schildere nicht das, was in unseren Büchern zu finden ist, sondern zur Ergänzung dessen. — Längere Zeit nach dem Tode hat der Mensch damit zu tun, daß er noch zurückempfinden muß die Erde, daß er sich abgewöhnen muß die Sehnsucht, einen physischen Leib zu haben. In der Zeit des Sichabgewöhnens lernt der Mensch als ein seelisch-geistiges Wesen leben. Stellen wir uns recht lebendig vor, wie es sich der seherischen Forschung darbietet. Zunächst hat die Seele einen Zusammenhang nur mit dem, was sie selber war; man schaut hin auf das eigene innere Leben, das in Gedanken, Vorstellungen und so weiter abgelaufen ist; man erinnert sich an Beziehungen, die man zu andern Menschen gehabt hat. Aber wenn man auf die Erde hinunterschauen will, dann bietet sich ein besonderer Anblick. Man hat den Trieb, hinunterzuschauen. Dieser Trieb, der Erde zu gedenken, bleibt im ganzen Leben zwischen Tod und neuer Geburt. So lange der Mensch berufen ist, von Leben zu Leben zu gehen, so lange bleibt das Bewußtsein: Du bist für die Erde bestimmt, du mußt immer wieder auf die Erde zurückkehren, wenn du dich in der rechten Weise entwickeln willst. — Da zeigt sich bei dem Toten, daß, wenn er den Gedanken an die Erde verlieren würde, er dann als Toter ganz verlieren würde den Gedanken an sein Ich. Dann würde er nicht mehr wissen, daß er selber ist, und das würde ein ungeheures Leidesgefühl bedeuten. Der Mensch darf eben den Zusammenhang mit der Erde nicht verlieren, es darf die Erde nicht sozusagen entrinnen für sein Vorstellen. Im allgemeinen kann sie ihm auch nicht ganz verschwinden. Nur in unserer Zeit der materialistischen Hochflut, wo diese spirituelle Offenbarung kommen muß, damit der Zusammenhang zwischen Lebenden und Toten erhalten bleibe, da ist das Zurückblicken schwierig für die Seelen, die mit keinen andern Seelen auf der Erde zusammenkamen, in denen spirituelle Gedanken und Empfindungen vorhanden sind.
[ 11 ] And in yet another respect, it becomes clear what mission Spiritual Science has in bridging the gulf between life and death. When human souls pass through the gate of death, they enter a life that maintains its connection to earthly life through the memory of what has passed. — I am not describing what can be found in our books, but rather supplementing it. — For a long time after death, the human being is occupied with the need to feel a way back to the earth, with the need to wean themselves from the longing to have a physical body. During this period of weaning, the human being learns to live as a soul-spiritual being. Let us imagine quite vividly how this presents itself to clairvoyant research. At first, the soul has a connection only with what it itself was; one looks upon one’s own inner life, which unfolded in thoughts, mental images, and so on; one recalls relationships one had with other people. But when one wishes to look down upon the earth, a special sight presents itself. One has the impulse to look down. This impulse to remember the earth remains throughout the entire life between death and new birth. As long as the human being is destined to pass from life to life, so long does the consciousness remain: You are destined for the earth; you must return to the earth again and again if you wish to develop in the right way. — It becomes clear to the dead person that if they were to lose the thought of the Earth, they would then, as a dead person, completely lose the thought of their own self. Then they would no longer know that they are themselves, and that would mean an immense sense of suffering. Human beings must simply not lose their connection with the Earth; the Earth must not, so to speak, slip away from their mental image. In general, it cannot disappear entirely from them either. Only in our time of materialistic deluge, when this spiritual revelation must come so that the connection between the living and the dead may be preserved, is it difficult for souls who did not come together with other souls on Earth in whom spiritual thoughts and feelings are present to look back.
[ 12 ] Für die Toten ist es wichtig, daß diejenigen, mit denen sie auf Erden in Verbindung gestanden haben, allabendlich in die Welt des Schlafes hinein mitnehmen Gedanken an die spirituelle Welt. Je mehr wir Gedanken an die spirituelle Welt hineinnehmen in den Schlaf, desto Besseres leisten wir für diejenigen, die uns hier im Leben persönlich bekannt waren oder mit uns in irgendwelchen Beziehungen gestanden haben und vor uns hinweggestorben sind. Es ist ja schwierig, über diese Verhältnisse zu sprechen, denn unsere Worte sind genommen von dem physischen Plan. Dasjenige, was wir in den Schlaf hinein mitbringen an spirituellen Gedanken, das ist die Welt, von der in einer gewissen Weise die Toten leben müssen, und ein Toter, welcher niemand hier auf Erden hat, der in den Schlaf hinein spirituelle Gedanken hinüberträgt, der hungert gewissermaßen, der ist wie einer, der auf Erden auf eine Felseninsel versetzt ist. So fühlt der Tote, wenn er keine Seelen findet, in denen spirituelle Empfindungen leben, wie wenn er in einer Öde wäre, wie wenn nichts da wäre, was er zum Leben braucht. Daher kann man gar nicht sagen, wie ernst wiederum die Gedanken geisteswissenschaftlicher Weltanschauung zu nehmen sind, wenn man in unserer Zeit immer mehr die Weltanschauung überhandnehmen sieht, die nichts wissen will von geistigen Welten. Früher, wo man mit einem andächtigen Abendgebet zur Ruhe ging und mitnahm die Nachwirkungen dieses Abendgebetes, war das anders als heute, wo die Menschen vielleicht nach einem Mahle oder andern Genüssen, ohne an etwas Übersinnliches zu denken, gedankenlos in den Schlaf sinken. So entzieht man den Toten ihre geistige Nahrung. Diese Erkenntnisse müssen immer mehr und mehr zu dem führen, was da, wo es von unsern Freunden geleistet wird, schon recht gute Früchte getragen hat: das ist dasjenige, was ich nennen möchte das Vorlesen den Toten. Dieses Vorlesen den Toten hat eine ungeheure Bedeutung.
[ 12 ] It is important for the dead that those with whom they were connected on earth carry thoughts of the spiritual world with them into the world of sleep every evening. The more thoughts of the spiritual world we take with us into sleep, the more we benefit those who were personally known to us here in life or who had some kind of relationship with us and have passed away before us. It is, of course, difficult to speak of these circumstances, for our words are drawn from the physical plane. The spiritual thoughts we bring with us into sleep constitute the world in which the dead must, in a certain sense, live; and a deceased person who has no one here on Earth to convey spiritual thoughts into their sleep is, so to speak, starving—they are like someone cast onto a rocky island on Earth. Thus, when the deceased finds no souls in whom spiritual feelings live, they feel as if they were in a wasteland, as if there were nothing there that they need for life. Therefore, one cannot overemphasize how seriously the ideas of a worldview based on Spiritual Science must be taken, especially when we see the worldview that wants nothing to do with spiritual worlds gaining the upper hand in our time. In the past, when people went to rest with a devout evening prayer and carried with them the aftereffects of that prayer, things were different from today, when people perhaps, after a meal or other pleasures, sink thoughtlessly into sleep without thinking of anything supernatural. In this way, the dead are deprived of their spiritual nourishment. These insights must increasingly lead to what has already borne quite good fruit where it is practiced by our friends: this is what I would like to call “reading aloud to the dead.” This reading aloud to the dead has immense significance.
[ 13 ] Nehmen wir an, hier auf Erden hätten zwei Menschen nebeneinander gelebt; der eine hätte durch innere Impulse des Herzens den Drang empfunden zur Geisteswissenschaft, der andere wird ihr aber gerade dadurch immer mehr abgeneigt. In einem solchen Falle vermag man oftmals über den Lebenden nichts, um ihm zu einer spirituellen Weltanschauung zu verhelfen; ja vielleicht gerade dadurch, daß man sich darum bemüht, macht man ihn erst recht zu einem Hasser derselben. Nehmen wir an, ein solcher Mensch stirbt vor uns, dann haben wir die Möglichkeit, ihm nach seinem Tode um so besser zu helfen.
[ 13 ] Let us suppose that two people lived side by side here on earth; one felt, through inner impulses of the heart, a longing for Spiritual Science, while the other became increasingly averse to it precisely because of this. In such a case, one is often unable to do anything for the living person to help him develop a spiritual worldview; indeed, perhaps precisely by making such an effort, one only serves to turn him into a hater of it. Let us suppose that such a person dies before us; then we have the opportunity to help him all the better after his death.
[ 14 ] Dasjenige, was in unsern Seelen lebt, ist etwas recht Kompliziertes, und dasjenige, worüber sich unser Bewußtsein ausbreitet, ist nur ein Teil des Seeleninhalts. Der Mensch weiß gar vieles nicht, was in seiner Seele ist; und es ist manchmal etwas vorhanden, wovon er glaubt, es sei das Gegenteil da. So kann es sein und sich wirklich zutragen, daß jemand ein Hasser der Geisteswissenschaft wird. Das nimmt er wahr mit seinem Bewußtsein. In der Tiefe seiner Seele kann er aber eine um so tiefere Sehnsucht nach Geisteswissenschaft haben. Wenn wir durch die Pforte des Todes geschritten sind, da leben wir das Leben, das wir in der Tiefe unserer Seele gelebt haben. Wenn man an die Toten herantritt, die man hier im Leben gekannt hat, zeigen sie sich oft als ganz anders geartet als hier. Ein Mensch, der mit Bewußtsein die Geisteswissenschaft gehaßt hat, aber in tiefster Seele danach Sehnsucht hat, ohne daß er es weiß, in dem tritt oftmals nach dem Tode diese Sehnsucht ganz besonders hervor. Wir helfen ihm, wenn wir ein Buch geisteswissenschaftlichen Inhalts nehmen, uns das Bild des Toten innerlich vorstellen und wie einem Lebenden, nicht laut, sondern leise, dem Toten vorlesen. Das verstehen die Toten. Natürlich um so eindringlicher verstehen es diejenigen, die schon im Leben dem Spirituellen nahegestanden haben. Wir sollten nicht versäumen, den Verstorbenen vorzulesen oder uns mit ihnen in Gedanken zu unterhalten. Dabei möchte ich auf das eine Praktische hinweisen, daß der Mensch viele Jahre nach dem Tode, etwa drei bis fünf Jahre, ein Verständnis hat für die Sprache, die er gesprochen hat. Das hört allmählich auf, aber er hat dann noch Verständnis für die spirituellen Gedanken. Es kann dann auch vorgelesen werden in einer Sprache, die der Tote nicht verstanden hat, wenn man sie nur selber versteht. Auf diese Weise werden den Toten große Dienste geleistet. — Und gerade auf solchen Gebiete merkt man besonders die ganze Bedeutung der geisteswissenschaftlichen Weltanschauung, da sie die Kluft hinwegschafft zwischen Lebenden und Toten. Und wir können uns denken, daß, wenn es uns gelingt, auf Erden für die Geisteswissenschaft immer weitere und weitere Verbreitung zu gewinnen, daß dann in den Seelen immer mehr das Bewußtsein hervorkommen wird davon, daß man mit den Toten zusammen ist.
[ 14 ] What lives within our souls is quite complex, and what our consciousness extends to is only a part of the soul’s content. People are unaware of much of what is in their souls; and sometimes there is something present that they believe to be the opposite. Thus it can happen, and indeed does happen, that someone becomes an opponent of Spiritual Science. This is what they perceive with their consciousness. In the depths of their soul, however, they may harbor an all the more profound longing for Spiritual Science. Once we have passed through the gate of death, we live the life we have lived in the depths of our soul. When one approaches the dead whom one knew here in life, they often reveal themselves to be of a completely different nature than here. A person who consciously hated Spiritual Science but, without knowing it, yearned for it in the depths of their soul—in such a person, this longing often emerges particularly strongly after death. We help them by taking a book on Spiritual Science, creating a mental image of the deceased within ourselves, and reading to them—as if to a living person, not aloud but softly. The dead understand this. Of course, those who were already close to the spiritual in life understand it all the more keenly. We should not neglect to read to the deceased or to converse with them in thought. In this regard, I would like to point out the practical fact that for many years after death—about three to five years—a person retains an understanding of the language they spoke. This gradually ceases, but they still retain an understanding of spiritual thoughts. One can then also read aloud in a language the deceased did not understand, provided one understands it oneself. In this way, great service is rendered to the dead. — And it is precisely in such areas that one particularly notices the full significance of the Spiritual Science worldview, as it bridges the gap between the living and the dead. And we can imagine that if we succeed in gaining ever wider and wider acceptance for Spiritual Science on earth, then the awareness will increasingly arise in souls that we are together with the dead.
[ 15 ] Eine Zeitlang also nach dem Tode hängt der Mensch unmittelbar noch mit der Erde zusammen. Dann aber muß er in die geistige Welt hineinwachsen, er muß ein Bürger der geistigen Welt werden. Dazu muß er vorbereitet sein, muß Empfänglichkeit und Verständnis für die geistige Welt haben. Da kommt zum Beispiel eine Zeit heran, wo für die seelische Forschung, wenn die Toten beobachtet werden, ein großer Unterschied auftritt zwischen solchen Seelen, welche hier auf Erden moralische Stimmungen und Empfindungen gepflegt haben, und solchen, die ohne moralische Empfindungen hier gelebt haben. Wenn der Mensch hier keine moralischen Empfindungen gepflegt hat, so wird er dann sein wie ein Einsiedler. Er wird den Weg nicht finden zu andern Menschen im Jenseits und auch nicht den Weg zu höheren Hierarchien. Niemals erlischt das Bewußtsein des Menschen; aber was dann des Menschen harrt, ist Einsamkeitsgefühl. Die Möglichkeit, von einer gewissen Zeit an nach dem Tode mit andern Wesenheiten zu leben — eine Zeit, die man die Merkurzeit nennt —, erwirbt sich der Mensch durch moralisches Leben. So daß man sagen kann: Wie der Mensch hier auf Erden gelebt hat, das bildet die Ursache, ob er in der Merkurzeit in einsiedlerischem, grauenvollem Elend lebt oder ob er den Anschluß findet, den Zusammenhang mit Menschenseelen oder Wesenheiten der höheren Welt.
[ 15 ] For a time after death, a person remains directly connected to the earth. But then they must grow into the spiritual world; they must become a citizen of the spiritual world. To do this, they must be prepared and must possess receptivity and understanding for the spiritual world. For example, a time comes in spiritual research, when observing the dead, when a great difference arises between those souls who cultivated moral sentiments and feelings here on Earth, and those who lived here without moral feelings. If a person has not cultivated moral feelings here, they will then be like a hermit. They will not find the way to other human beings in the afterlife, nor the way to higher hierarchies. Human consciousness never ceases; but what then awaits the human being is a feeling of loneliness. The possibility of living with other beings from a certain time onward after death—a time called the Mercury period—is earned by the human being through a moral life. So that one can say: How a person has lived here on Earth determines whether they will live in solitary, dreadful misery during the Mercury period, or whether they will find connection with human souls or beings of the higher world.
[ 16 ] Dann kommt später eine Zeit, für die der Mensch in anderer Weise vorbereitet sein muß und in welcher er sich wieder zur Einsamkeit verdammen würde, wenn er nicht hier auf Erden religiöse Empfindungen entwickelt hätte. Diese Zeit nennt man die Venuszeit. Derjenige, der nicht religiöse Empfindungen in sich entwickelt hat, fühlt sich blind und taub gegenüber dem, was um ihn herum ist.
[ 16 ] Then there comes a time later on for which man must be prepared in a different way, and during which he would once again condemn himself to loneliness if he had not developed religious feelings here on Earth. This time is called the Venusian Age. Those who have not developed religious feelings within themselves feel blind and deaf to what is around them.
[ 17 ] Dann kommt eine Zeit, für welche der Mensch, um nicht gewissen Wesenheiten der höheren Welt gegenüber unempfänglich zu werden, als Vorbereitung ein völliges Verständnis für alle Religionen haben muß. Das ist die Sonnenzeit. Sie wird vorbereitet hier auf Erden durch ein Verständnis für alles Menschliche, für die verschiedenen religiösen Bekenntnisse, In alten Zeiten genügte es für die Sonnenzeit, wenn ein Mensch die Religion des Brahma hatte, ein anderer die Religion des Laotse und so weiter. Jetzt aber, wie die Zeiten sich entwickelt haben, stehen die Menschen durch die religiösen Bekenntnisse gegeneinander, und so kann die Sonnenzeit nicht in der richtigen Weise durchgemacht werden. Es gehört spirituelles Empfinden hierzu. Diese Sonnenzeit, die der Mensch durchzumachen hat zwischen Tod und neuer Geburt, sie ist so, daß man fühlt, man sei eingetreten in eine Welt, in welcher entweder, je nachdem man vorbereitet ist, ein gewisser Platz leer erscheint oder nicht. Wollen wir verstehen, wodurch wir ihn nicht leer erblicken, so müssen wir das Mysterium von Golgatha verstehen. In dem Christus-Impuls liegt die Möglichkeit, jegliches menschliche Empfinden zu verstehen. Das Christentum ist schon eine allgemeine Religion; das Christentum ist nicht eine Stammes-, Rassen- oder Nationalreligion, wie der Hinduismus oder andere Nationalreligionen es sind. Wenn die mitteleuropäischen Völker ihre alten Stammesreligionen behalten hätten, so hätten wir heute noch den Wotandienst, den Thordienst und so weiter. Doch die europäischen Völker haben das Bekenntnis des Christentums angenommen. Man ist aber im richtigen Sinne Christ nicht dadurch, daß man dieses oder jenes christliche Dogma vertritt, sondern daß man weiß, daß Christus für alle Menschen gestorben ist. Die Menschen werden erst nach und nach lernen, sich als Christen zu verhalten. Wenn heute ein Europäer nach Indien kommt, dann ist in der Regel das, was er vertritt, ein Wortbekenntnis. Die richtige Empfindung aber, die man haben muß, ist diese: Wo man auch auf der Erde eine Menschenseele trifft, kann man finden den Christus-Impuls. Der Hindu wird nicht glauben, daß sein Gott in allen Menschen lebt. Der Christ weiß, daß Christus in allen Menschen lebt. Geisteswissenschaft wird zeigen, daß das richtig verstandene Christentum den Wahrheitskern aller Religionen enthält und daß jede Religion, wenn sie sich ihres Wahrheitskernes bewußt wird, zum Mysterium von Golgatha hinführt.
[ 17 ] Then there comes a time when, in order not to become impervious to certain beings of the higher world, humanity must, as a preparation, have a complete understanding of all religions. This is the Age of the Sun. It is prepared for here on Earth through an understanding of all that is human, of the various religious creeds. In ancient times, it was sufficient for the Sun Age if one person followed the religion of Brahma, another the religion of Laozi, and so on. But now, as times have changed, people stand opposed to one another because of their religious creeds, and thus the Sun Age cannot be lived through in the proper way. Spiritual sensitivity is required for this. This solar period, which a person must undergo between death and new birth, is such that one feels one has entered a world in which, depending on one’s preparation, a certain place appears empty or not. If we wish to understand why we do not see it as empty, we must understand the Mystery of Golgotha. In the Christ impulse lies the possibility of understanding every human feeling. Christianity is already a universal religion; Christianity is not a tribal, racial, or national religion, as Hinduism or other national religions are. If the Central European peoples had retained their old tribal religions, we would still have the worship of Wotan, the worship of Thor, and so on today. But the European peoples have embraced the Christian faith. However, one is not a Christian in the true sense by adhering to this or that Christian dogma, but by knowing that Christ died for all people. People will only gradually learn to behave as Christians. When a European comes to India today, what he professes is usually just a verbal confession. But the true feeling one must have is this: wherever one encounters a human soul on earth, one can find the Christ impulse. The Hindu will not believe that his God lives in all people. The Christian knows that Christ lives in all people. Spiritual Science will show that correctly understood Christianity contains the core of truth in all religions, and that every religion, when it becomes aware of its own core of truth, leads to the Mystery of Golgotha.
[ 18 ] Wenn man einen andern Eingeweihten oder irgendeinen andern Religionsstifter betrachtet, dann ist es klar, daß er etwas aus den höheren Welten verkünden will, weil er durch die Einweihung gegangen ist. Derjenige versteht den Christus nicht wirklich, der nicht klar sieht, daß der Christus auf Erden nicht durch irgendwelche Einweihung gegangen ist; sondern dadurch, daß er da war, war er eingeweiht und vereinigte alles in sich.
[ 18 ] When one considers another initiate or any other founder of a religion, it is clear that he wishes to proclaim something from the higher worlds, because he has undergone initiation. One does not truly understand Christ if one does not clearly see that Christ did not undergo any initiation on Earth; rather, by simply being there, he was initiated and united everything within himself.
[ 19 ] Wenn man als Seher auf das Buddha-Leben hinblickt und es verfolgt, dann wird einem gerade in der geistigen Welt viel klarer, was der Buddha war. Mit dem Christusleben ist es nicht so. Das Christusleben ist so, daß man schon hier auf der Erde eine Beziehung zu ihm gewinnen muß, um es in der geistigen Welt zu verstehen. Wenn man hier eine solche Beziehung nicht gewinnt, dann kann man, wenn man initiiert wird, wohl alles mögliche sehen, aber den Christus kann man nicht sehen, wenn man nicht von der Erde aus eine Beziehung zu ihm gewonnen hat.
[ 19 ] When one, as a seer, looks upon the life of the Buddha and follows it, it becomes much clearer—especially in the spiritual world—what the Buddha was. This is not the case with the life of Christ. The life of Christ is such that one must already establish a relationship with him here on Earth in order to understand it in the spiritual world. If one does not establish such a relationship here, then even if one is initiated, one may well see all sorts of things, but one cannot see the Christ unless one has established a relationship with him from Earth.
[ 20 ] Daher verstehen so wenige, was das Mysterium von Golgatha ist. Es macht den Christus zu einer Wesenheit, welche gleichbedeutend ist für den primitiven Menschen und den höchsten Eingeweihten. Die primitivste Menschenseele kann eine Beziehung zu Christus haben, und der Eingeweihte muß sie auch finden. Wenn man hineinkommt in höhere Welten, da lernt man vieles kennen; nur eines gibt es nicht, eines lernt man nicht: das ist der Tod. Der Tod ist nur in der physischen Welt. In der geistigen Welt ist wohl Verwandlung, aber nicht der Tod. So daß wir sagen können: Alle geistigen Wesen, die niemals auf unsere Erde kommen, die nur in den spirituellen Welten bleiben, die gehen nicht durch den Tod. Christus ist ein Mitbürger der Menschen auf der physischen Welt geworden, und dasjenige, was sich auf Golgatha abgespielt hat, das macht, daß, wenn man den einzigen Göttertod versteht, man in der Sonnenzeit nicht leer ausgeht. Die andern Eingeweihten sind Menschen, die sich durch verschiedene Erdenleben besonders entwickelt haben. Christus war nicht vorher als Christus auf der Erde, sondern er war in Welten, wo es keinen Tod gibt. Er ist der einzige unter seinesgleichen, der den Tod kennenlernte. Daher muß man, um den Christus kennenzulernen, seinen Tod verstehen, und weil der Tod das Wesentliche ist, deshalb kann nur hier auf der Erde, wo der Tod vorhanden ist, das Mysterium von Golgatha verstanden werden. Gelangt man hier auf der Erde nicht zu einer Beziehung zum Christus, dann erlebt man ihn in der höheren Welt nicht; dann finden wir in der Sonnenzeit seinen Platz leer. Nehmen wir aber den Christus-Impuls mit, dann erscheint der Sonnenthron nicht leer; dann finden wir bewußt den Christus.
[ 20 ] That is why so few understand what the Mystery of Golgotha is. It makes Christ a being who is equally significant to the primitive human being and to the highest initiate. Even the most primitive human soul can have a relationship with Christ, and the initiate must also find it. When one enters the higher worlds, one learns many things; there is only one thing that does not exist, one thing that one does not learn: that is death. Death exists only in the physical world. In the spiritual world there is transformation, but not death. So that we can say: All spiritual beings who never come to our Earth, who remain only in the spiritual worlds, do not pass through death. Christ became a fellow citizen of humanity in the physical world, and what took place on Golgotha ensures that, if one understands the unique death of the God-man, one will not come away empty-handed in the Age of the Sun. The other initiates are human beings who have developed particularly through various earthly lives. Christ was not previously on Earth as Christ, but he was in worlds where there is no death. He is the only one among his peers who came to know death. Therefore, in order to know Christ, one must understand his death, and because death is the essential element, the Mystery of Golgotha can only be understood here on Earth, where death exists. If one does not establish a relationship with Christ here on Earth, then one will not experience him in the higher world; then we will find his place empty in the Sun Age. But if we take the Christ impulse with us, then the Sun throne will not appear empty; then we will consciously find Christ.
[ 21 ] Es ist wichtig für unsere heutige Menschheitsentwickelung, daß wir in diesem Punkte den Christus in der geistigen Welt finden, indem wir ihn wiedererkennen. Warum? Ja, wenn wir durch diese Sonnenzeit gehen, dann sind wir allmählich eingetreten in eine Welt, wo wir angewiesen sind auf geistiges Licht. Vorher, vor der Sonnenzeit, da haben wir noch die Nachwirkungen der Erde, die Nachwirkungen dessen, was wir persönlich gewesen sind: moralische und religiöse Empfindungen. Jetzt brauchen wir mehr. Jetzt brauchen wir die Fähigkeit, dasjenige zu schauen, was in der geistigen Welt ist und was hier noch nicht in uns vorbereitet werden kann; denn wir müssen nun durch Welten von Kräften hindurchgehen, von denen man hier nichts wissen kann.
[ 21 ] It is important for the development of humanity today that we find Christ in the spiritual world by recognizing him. Why? Because as we pass through this Solar Age, we have gradually entered a world where we are dependent on spiritual light. Before, prior to the solar era, we still had the aftereffects of the Earth, the aftereffects of what we personally had been: moral and religious feelings. Now we need more. Now we need the ability to perceive what is in the spiritual world and what cannot yet be prepared within us here; for we must now pass through worlds of forces of which nothing can be known here.
[ 22 ] Wenn der Mensch durch die Geburt in das Leben hereinkommt, ist sein Gehirn unentwickelt. Der Mensch muß es sich erst erarbeiten nach dem, was er sich in früheren Leben erworben hat. Denn wenn man eine bestimmte Art von Fähigkeiten notwendig hat, dann genügt es nicht, daß man sie sich erworben hat, sondern man muß auch wissen, wie das erforderliche physische Organ gebaut sein muß.
[ 22 ] When a person enters life through birth, their brain is undeveloped. A person must first develop it based on what they have acquired in previous lives. For if one requires a certain kind of ability, it is not enough to have acquired it; one must also know how the necessary physical organ must be constructed.
[ 23 ] Es gibt einen wichtigen, aber sehr gefährlichen Führer. Hier auf Erden bleibt er unbewußt. Aber von der Sonnenzeit an wird er notwendig: Luzifer. Wir würden in Finsternis wandeln, wenn nicht Luzifer an uns herantreten würde. Wir können aber nur an der Seite Luzifers wandeln, wenn wir die Führung des Christus haben. Die beiden führen den Menschen nach der Sonnenzeit dann weiter durch das folgende Leben: die Marszeit, die Jupiterzeit, die Saturnzeit. In diesen Zeiten nach der Sonnenzeit kommt der Mensch zusammen mit Kräften, die er zur neuen Verkörperung braucht. Es ist nämlich Unsinn, wenn die materialistische Wissenschaft glaubt, daß der materielle Körper vererbt werde. Sie hat heute keine Möglichkeit, ihren Irrtum einzusehen; aber man wird die spirituellen Wahrheiten erkennen, und dann wird man den Irrtum einsehen. Den Menschen kann nichts vererbt werden als nur die Anlagen für Gehirn und Rückenmark, für alles das, was eingeschlossen ist in die nach außen fest abgeschlossene Knochenkapsel des Gehirns und die Ringe des Rückgrates. Alles andere wird durch Kräfte aus dem Makrokosmos bestimmt. Der Mensch würde eine sozusagen vollständig unmenschliche Masse sein, wenn ihm nur das gegeben würde, was ihm vererbt wird. Dieses, was ihm vererbt wird, muß durchgearbeitet werden von dem, was der Mensch sich aus den geistigen Welten mitbringt.
[ 23 ] There is an important but very dangerous guide. Here on Earth, he remains unconscious. But from the Sun Age onward, he becomes necessary: Lucifer. We would walk in darkness if Lucifer did not approach us. However, we can only walk alongside Lucifer if we have the guidance of Christ. The two of them then lead humanity onward through the subsequent lives following the Solar Age: the Martian Age, the Jovian Age, and the Saturnian Age. In these ages following the Solar Age, humanity is reunited with the forces it needs for its new incarnation. For it is nonsense when materialistic science believes that the material body is inherited. It has no way today of recognizing its error; but people will come to recognize the spiritual truths, and then they will see the error. Nothing can be inherited by human beings except the predispositions for the brain and spinal cord, for everything that is enclosed within the outwardly tightly sealed bony capsule of the brain and the rings of the spine. Everything else is determined by forces from the macrocosm. Human beings would be, so to speak, a completely inhuman mass if they were given only what is inherited. What is inherited must be worked through by what the human being brings with them from the spiritual worlds.
[ 24 ] Warum nenne ich die Zeiten nach dem Tode Merkurzeit, Venuszeit, Sonnenzeit, Mars-, Jupiter- und Saturnzeit?
[ 24 ] Why do I refer to the periods after death as the Mercury period, the Venus period, the Sun period, and the Mars, Jupiter, and Saturn periods?
[ 25 ] Wenn der Mensch hindurchgegangen ist durch die Pforte des Todes, wird er immer größer und größer. In der Tat ist das Leben nach dem Tode so, daß man sich über einen großen Raum ausgebreitet weiß. Da wächst man zunächst so weit, daß man sozusagen den Raum ausfüllt, der durch den Umlauf des Mondes umgrenzt wird. Dann wächst man weiter bis zum Kreis des Merkur, okkult gesprochen, dann bis zum Kreis der Venus, der Sonne, des Mars. Man wächst in den großen Himmelsraum hinaus. Jeder Mensch wächst nach dem Tode in den Himmelsraum hinaus. Aber dieses räumliche Zusammensein aller dieser Menschenseelen hat keine Bedeutung. Wenn Sie die ganze Venus-Sphäre durchdringen, so tun das die andern auch, aber sie brauchen deswegen voneinander nichts zu wissen. Wenn man auch weiß, daß man nicht ein einsames Wesen ist, man kann sich dennoch einsam fühlen. Man wächst schließlich in das Weltenall hinaus bis zu einer Sphäre, die beschrieben wird durch den Saturn, und noch weiter. Und indem man so hinauswächst, eignet man sich die Kräfte an, die man braucht, um das nächste Leben aufzubauen. Und dann geht man wieder zurück, wird immer kleiner und kleiner, bis man sich wieder mit der Erde verbindet. So dehnt sich der Mensch zwischen Tod und neuer Geburt über den ganzen Makrokosmos aus, und so sonderbar es aussieht, es ist so: Wenn wir in ein Erdenleben wieder eintreten, dann bringen wir die Kräfte des ganzen Sonnensystems mit ins Dasein und vereinigen sie mit dem, was uns vererbt wird aus den physischen Substanzen. Mit den Kräften aus dem Kosmos bauen wir den physischen Leib und unser Gehirn auf. Wir leben also hier zwischen Geburt und Tod in den engen Grenzen unseres physischen Leibes; wir leben nach dem Tode im ganzen SonnenMakrokosmos ausgebreitet.
[ 25 ] Once a person has passed through the gate of death, they grow larger and larger. In fact, life after death is such that one knows oneself to be spread out over a vast space. There one first grows to the point of, so to speak, filling the space bounded by the orbit of the Moon. Then one continues to grow to the orbit of Mercury, in occult terms, then to the orbits of Venus, the Sun, and Mars. One grows out into the vast space of the heavens. Every human being grows out into the celestial space after death. But this spatial coexistence of all these human souls has no significance. If you permeate the entire sphere of Venus, so do the others, but they need not know anything about one another because of it. Even if one knows that one is not a lonely being, one can still feel lonely. One eventually expands out into the universe to a sphere described by Saturn, and even further. And as one expands out in this way, one acquires the forces needed to build the next life. And then one goes back again, becoming smaller and smaller, until one reconnects with the Earth. Thus, between death and new birth, the human being expands across the entire macrocosm, and as strange as it may seem, it is true: when we re-enter an earthly life, we bring the forces of the entire solar system into existence and unite them with what is inherited from physical substances. With the forces from the cosmos, we build the physical body and our brain. Thus, we live here between birth and death within the narrow confines of our physical body; after death, we live spread out throughout the entire solar macrocosm.
[ 26 ] Der eine Mensch empfindet tief moralisch, der andere weniger. Der eine Mensch, der jetzt tief moralisch empfindet, er geht durch die geistige Welt und kann alles erleben als ein geselliges Wesen. Aus dem Sternenleben herein kommt die Kraft dazu. Ein anderer bereitete sich nicht so vor, er konnte keine Beziehungen gewinnen, er brachte keine vergeistigenden Kräfte herein, er kann zunächst auch keine moralischen Anlagen haben. Er geht daher einsam durch die Sphären. Alles, was im Menschen ist, seine Beziehungen zur Welt, alles tritt uns in bedeutungsvoller Weise entgegen durch eine solche spirituelle Erkenntnis.
[ 26 ] One person has a deep sense of morality, another less so. The person who now has a deep sense of morality travels through the spiritual world and, as a social being, is able to experience everything. The power to do so comes from the star life. Another person did not prepare themselves in this way; they were unable to establish relationships, they did not bring in spiritualizing forces, and thus they cannot initially possess any moral dispositions. They therefore wander through the spheres in solitude. Everything that is within the human being—their relationships to the world—all of it comes to meet us in a meaningful way through such spiritual insight.
[ 27 ] Kant hat den Ausspruch getan: «Zwei Dinge erfüllen das Gemüt mit immer neuer und zunehmender Bewunderung und Ehrfurcht: der bestirnte Himmel über mir und das moralische Gesetz in mir.» Er hat damit etwas sehr Bedeutungsvolles gesagt. Geisteswissenschaft zeigt, daß beides dasselbe ist. Was wir erleben zwischen Tod und neuer Geburt, bringen wir als moralisches Gesetz mit; was wir durchleben zwischen Tod und neuer Geburt, den bestirnten Himmel, wir tragen ihn herein in unser Erdenleben, wo er zu unserem moralischen Gesetz werden muß.
[ 27 ] Kant once said: “Two things fill the mind with ever new and increasing admiration and awe: the starry heavens above me and the moral law within me.” He has thereby said something very significant. Spiritual Science shows that both are one and the same. What we experience between death and new birth, we bring with us as the moral law; what we live through between death and new birth—the starry heavens—we carry into our earthly life, where it must become our moral law.
[ 28 ] So bringt uns Geisteswissenschaft die Anschauung von der Größe der menschlichen Seele und die Anschauung von der menschlichen Verantwortlichkeit.
[ 28 ] In this way, Spiritual Science gives us an understanding of the greatness of the human soul and an understanding of human responsibility.
