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Life Between Death and Rebirth
in Relation to Cosmic Realities
GA 141

20 November 1912, Berlin

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Zweiter Vortrag

Lecture Two

[ 1 ] Wie bereits angedeutet worden ist, sollen an diesen Zweigabenden unsere Betrachtungen im Verlaufe des Winters einer Besprechung des Lebens zwischen dem Tode und der neuen Geburt gewidmet sein. Es liegt in der Natur der Sache, daß alles, was die Auseinandersetzungen, die jetzt von einem gewissen, hier noch nicht so berührten Standpunkte aus gepflogen werden sollen, verständlich, begreiflich und, man möchte sagen, beweisbar machen kann, erst wird überschaut werden können, wenn das Ganze dieser Wintervorträge vorliegen wird. Es muß natürlich manches vorausgenommen werden, was Mitteilung ist über Ergebnisse von Forschungen, die im Laufe der letzten Monate haben angestellt werden können. Das, was dann dazu dienen kann, um das Verständnis, das Begreifen vollständig zu machen, das kann sich eben nur durch den Fortgang der Betrachtungen ergeben. Damit wir aber von vornherein uns leichter über diese wichtigen Dinge verständigen können, sei heute mit einer kleinen Betrachtung des Menschen begonnen, wie sie jeder im Leben leicht anstellen kann.

[ 1 ] It has already been announced that our studies in these Group Meetings during the winter are to be concerned with the life between death and the new birth. Obviously, what will be said from a comparatively new point of view will become thoroughly clear only when the whole course of lectures has been given. It must be taken for granted that a great deal will consist in the communication of findings of investigation carried out during recent months. It is only as our studies progress that understanding can become more complete. Let us, however, begin with a brief consideration of man's nature and constitution—a study that everyone can undertake for himself.

[ 2 ] Wenn wir das menschliche Leben betrachten, wird uns zunächst als die bedeutsamste, hervorragendste Tatsache bei einer unbefangenen Betrachtung doch das menschliche Ich selber erscheinen. Wir müssen nun unterscheiden zwischen dem wahren menschlichen Ich und zwischen dem Bewußtsein dieses menschlichen Ich. Denn jedem muß ja auffällig sein, daß ganz gewiß dieses menschliche Ich zum mindesten schon da tätig ist, wo der Mensch durch die Geburt ins Dasein tritt, und besonders in jenen Zeiten, in denen das Kind noch lange kein Bewußtsein von dem Ich hat, in jenen Zeiten, die ja schon äußerlich sprachlich dadurch charakterisiert sind, daß das Kind von sich wie von einer andern Person redet. Wir haben diese Dinge öfter betrachtet. Wir wissen, daß ungefähr um das dritte Lebensjahr herum — selbstverständlich gibt es Kinder, bei denen dies früher der Fall ist — das Kind beginnt ein Bewußtsein von sich zu haben, daß es beginnt von sich in der ersten Person zu reden; und wir wissen, daß dieses Jahr die äußerste Grenze bildet — obwohl es sich bei manchen Menschen herausschiebt — in bezug darauf, wie weit sich der Mensch später an das zurückerinnern kann, was seine Seele erlebt hat. So haben wir in dem Leben des Menschen einen deutlichen Einschnitt: vorher liegt keine Möglichkeit vor, klar und deutlich sich selber in seinem Ich zu erleben; nachher erlebt der Mensch sich in seinem Ich, findet sich gewissermaßen in seinem Ich so zu Hause, daß er die Erlebnisse dieses Ich aus dem Gedächtnisse immer wieder heraufholen kann. Was kann nun eine unbefangene Betrachtung des Lebens darüber lehren, warum das Kind nach und nach übergeht gewissermaßen von einem Nichtwissen vom Ich zu einem Wissen vom Ich?

[ 2 ] The most important and most outstanding fact revealed by an unprejudiced observation of man's life is surely the existence of the human Ego, the ‘I’. A distinction must however be made between the ‘I’ itself and the ‘I’ consciousness. It must be clear to everyone that from the time a child is born the ‘I’ is already active. This is obvious long before the child has any ‘I’-consciousness, when in the language he uses he speaks of himself as if he were another person. At about the third year of life, although of course there are children in whom this happens at an earlier age, the child begins to have some consciousness of himself and to speak of himself in the first person. We know too that this year, although it varies in many individuals, marks the limit before which, in later life, a human being is unable to recall what his soul has experienced. There is thus a dividing line in the life of a human being: before it there is no possibility of any clear and distinct experience of himself as ‘I’. After that point he can experience himself as an Ego, as ‘I’; he finds himself so at home in his ‘I’ that he can again and again summon up from his memory what his ‘I’ has experienced.

[ 3 ] Eine unbefangene Betrachtung des Lebens kann uns darüber das Folgende lehren. Wenn das Kind niemals von den ersten Zeiten nach der Geburt an in irgendeine Kollision kommen würde mit der äußeren Welt, so würde es nicht zu einem Bewußtsein seines Ich kommen können. Sie können selber beobachten, wie Sie im Leben gar manchmal gewissermaßen Ihr Ich später noch bemerken. Sie brauchen sich nur an einer Schrankkante tüchtig zu stoßen, dann werden Sie durch dieses Stoßen vor allen Dingen Ihr Ich gewahr. Es sagt Ihnen die Kollision mit der äußeren Welt, daß Sie ein Ich sind, und Sie werden kaum vergessen, an Ihr Ich zu denken, wenn Sie sich eine ordentliche Beule geschlagen haben. Diese Zusammenstöße mit der Außenwelt brauchen ja für das Kind nicht immer so zu sein, daß Beulen geschlagen werden, aber sie sind in gewissen Nuancen immer vorhanden. Wenn das Kind sein Händchen ausstreckt und irgend etwas von der Außenwelt berührt, so ist eine leise Kollision mit der Außenwelt vorhanden. Wenn das Kind das Auge aufschlägt und Licht in das Auge fällt, ist eine leise Kollision mit der Außenwelt vorhanden. An der Außenwelt lernt das Kind sich selbst kennen, und das ganze Leben besteht eigentlich in den ersten Jahren darin, daß das Kind sich von der Außenwelt unterscheiden und an der Außenwelt sich selber kennenlernt. Und das Ergebnis genügender Kollisionen mit der Außenwelt faßt sich in der Seele zusammen in dem Bewußtsein des Kindes von sich selber. Man kann sagen: Wenn das Kind genügend viele solcher Stöße mit der Außenwelt erlebt hat, ergibt sich das als Resultat, daß es sich «Ich» nennt. Wenn das Kind so weit ist, daß es sein Ich-Bewußtsein erfaßt hat, dann beginnt die Notwendigkeit, dieses Ich-Bewußtsein nun durch das ganze Leben hindurch aufrecht und rege zu erhalten. Es kann aber dieses Ich-Bewußtsein durch nichts anderes aufrecht und rege erhalten werden als dadurch, daß Kollisionen stattfinden. Die Kollisionen mit der Außenwelt haben gewissermaßen ihre Aufgabe erschöpft, wenn das Kind dazu gekommen ist, zu sich «Ich » zu sagen; aus denen kann also sozusagen für das Entwickeln des Ich-Bewußtseins nichts mehr gelernt werden. Aber aus einer unbefangenen Betrachtung zum Beispiel des Momentes des Aufwachens schon kann der Mensch erfahren, wie das Ich-Bewußtsein doch nur rege erhalten werden kann durch Kollisionen.

[ 3 ] Now what does unprejudiced observation of life teach us about the reason why the child gradually passes from the stage when he has no experience of his ‘I’ to the stage when this experience comes to him? A clear observation of life can teach us that if from the earliest periods after birth a child were never to come into any sort of collision with the outer world, he could never become ‘I’-conscious. You can discover for yourselves how often you become conscious of your ‘I’ in later life. You have only to knock against the corner of a cupboard and you will certainly be made aware of your ‘I’. This collision with the outside world tells you that you are an ‘I’ and you will hardly fail to be aware of that ‘I’ when you have given yourself a hard bump! In the case of a child these collisions with the outside world need not always cause bruises but in essence their effect is similar—to some extent at least. When a child stretches out his little hand and touches something in the outside world, this amounts to a slight collision and the same holds good when a child opens his eyes and light falls upon them. It is actually by such contacts with the world outside that the child becomes aware of his own identity. Indeed his whole life during these early years consists in learning to distinguish himself from the world outside and thus becoming aware of the self, the ‘I’, within him. When there have been enough of these collisions with the outside world the child acquires self-consciousness and says ‘I’ of himself. Once ‘I’-consciousness has been acquired the child must therefore keep it alive and alert. The only possibility of this, however, is that collisions shall continue to take place. These collisions with the world outside have completed their essential function once the child has reached the stage where he says ‘I’ of himself, and there is nothing further to be learnt by this means as far as the development of consciousness is concerned. Unbiased observation, for instance, of the moment of waking will, however, help everyone to realise that this ‘I’-consciousness can be maintained only by means of ‘collisions’.

[ 4 ] Wir wissen ja, daß dieses Ich-Bewußtsein mit allen übrigen Inhalten, auch denen des astralischen Leibes, während des Schlafes entschwindet und daß es wieder erwacht am Morgen mit dem Aufwachen. Warum erwacht es da? Es erwacht aus dem Grunde, weil der Mensch mit seiner geistig-seelischen Wesenheit wieder zurückkehrt in seinen physischen Leib oder auch in seinen Ätherleib. Da hat er wieder seine Kollisionen, seine Zusammenstöße mit physischem Leib und Ätherleib. Wer genau das seelische Leben auch schon ohne okkulte Erkenntnisse zu beobachten in der Lage ist, der kann das Folgende bemerken. Wenn er am Morgen aufwacht, wird er finden, daß Mannigfaltiges von dem, was sein Gedächtnis bewahrt, eben wieder heraufkommt in sein Bewußtsein: erlebte Vorstellungen, erlebte Empfindungen, anderes Erlebtes kommt herauf in sein Bewußtsein; das taucht gleichsam aus den Untergründen des Bewußtseins auf. Wenn man das alles wirklich genau untersucht — schon ganz ohne okkulte Kenntnisse kann man es untersuchen, man muß sich nur wirklich einiges Beobachtungsvermögen für das seelische Erleben angeeignet haben —, dann findet man: Was da herauftaucht, hat einen gewissen unpersönlichen Charakter. — Und man kann sogar beobachten, wie dieser Charakter unpersönlicher wird, je weiter die Ereignisse hinter uns liegen, das heißt je weniger wir noch mit unserem unmittelbaren Ich-Bewußtsein daran beteiligt sind. Sie können sich an Dinge erinnern, die sehr weit in Ihrem Leben zurückliegen, und die Sie so ins Gedächtnis heraufholen, daß Sie doch an diesen Ereignissen so wenig Anteil nehmen wie an etwas, was Sie in der Außenwelt erleben und was Sie nicht besonders angeht. Was sonst in unserem Gedächtnis bewahrt wird, hat die fortwährende Tendenz, sich loszulösen von unserem Ich. Und daß wir unser Ich trotzdem jeden Morgen mit aller Deutlichkeit wieder in unser Bewußtsein hereinkommen sehen, das rührt davon her, daß wir jeden Morgen in denselben Leib untertauchen. Der erweckt uns durch die Kollision, in die wir mit ihm kommen, jeden Morgen unser Ich-Bewußtsein von neuem. Während also das Kind nach außen sich stößt und dadurch zum Ich-Bewußtsein kommt, halten wir das Ich-Bewußtsein rege, indem wir uns an dem eigenen Innern stoßen. Und wir stoßen uns ja nicht nur am Morgen, sondern drängen uns ein und sind den ganzen wachen Tageszustand hindurch in das eigene Innere hineingeschoben, und an dem Gegendruck unseres Leibes entzündet sich unser IchBewußtsein. Unser Ich steckt eben im physischen Leib, Ätherleib und im Astralleib und hat fortwährend die Kollisionen mit diesen. So also können wir sagen, daß wir unser Ich-Bewußtsein dem Umstande verdanken, daß wir innerlich hineingedrängt sind in unsere Leiblichkeit und von ihr den Gegendruck erleben. Wir stoßen mit unserer Leiblichkeit zusammen.

[ 4 ] We know that this ‘I’-consciousness, together with all the other experiences, including those of the astral body, vanishes during sleep and wakens again in the morning. This happens because as a being of soul-and-spirit, man returns into his physical and etheric bodies. Again collisions take place—now with the physical and etheric bodies. A person who is able—even without any occult knowledge—to observe the life of soul accurately, can have the following experience. When he wakes in the morning he will find that a great deal of what his memory has preserved rises again into his consciousness: mental pictures, feelings and other experiences rise up into consciousness from its own depths. If we investigate all this with exactitude—and that is possible without any occult knowledge provided only there is some capacity for observing what the soul experiences—we shall find that what rises up into consciousness has a certain impersonal character. We can observe too that this impersonal character becomes more marked the longer ago the events in question took place—which means, of course, the less we are participating in them with our immediate ‘I’-consciousness. We may remember events which took place very long ago in our life, and when memory recalls them we may feel that we have as little directly to do with them as we have with experiences in the outside world which do not particularly concern us. What is otherwise preserved in our memory tends continually to break loose from our ‘I’. The reason why, in spite of this, we find our ‘I’ returning each morning clearly into our consciousness is that we come back into the same body. Through the resulting collision our ‘I’-consciousness is awakened again each morning. Thus just as the child develops consciousness of his ‘I’ by colliding with the external world, we keep that consciousness alert by colliding each morning with our inner being. This takes place not only in the morning but throughout the day; our ‘I’-consciousness is kindled by the counter-pressure of our body. Our ‘I’ is implanted in the physical body, etheric body and astral body and is continually colliding with them. We can therefore say that we owe our ‘I’-consciousness to the fact that we press inwardly into our bodily constitution and experience the counter-pressure from it. We collide with our body.

[ 5 ] Nun wird Ihnen leicht verständlich sein, daß dies eine Folge haben muß. Die Folge hat es, die Stöße immer haben: wenn Sie irgendwo anstoßen, wenn es auch nicht gleich bemerkt wird, wird eine Verletzung, eine Beschädigung hervorgerufen. In der Tat werden durch die Kollisionen des Ich mit der Leiblichkeit fortwährend Beschädigungen, gewissermaßen kleine Zerstörungen in unserer Leiblichkeit hervorgerufen. Es ist einmal so, daß wir fortwährend unsere Leiblichkeit zerstören. Unser ganzes Ich-Bewußtsein könnte sich nicht entwickeln, wenn wir nicht mit der Leiblichkeit zusammenstoßen würden und diese dadurch zerstörten. Und die Summe dieser Zerstörungen ist auch in Wahrheit nichts anderes als das, was den Tod in der physischen Welt hervorruft. Wir müssen sagen: Dem Umstande, daß wir in der Lage sind, unsern Organismus fortwährend zu zerstören, also unserer zerstörenden Tätigkeit verdanken wir das Rege-Erhalten unseres IchBewußtseins.

[ 5 ] You will readily understand that this must have the consequence which always results from collisions, namely that damage or injury is caused, even if it is not at once noticed. Collisions of the ‘I’ with the bodily constitution cause slight injuries in the latter. This is indeed the case. Our ‘I’-consciousness could never develop if we were not perpetually colliding with our bodily make-up and thereby destroying it in some way. It is in fact the sum-total of these results of destruction that ultimately brings about death in the physical world. Our conclusion must therefore be that we owe the preservation of our ‘I’-consciousness to our own destructive activity, to the circumstance that we are able to destroy our organism perpetually.

[ 6 ] Nun sind wir also auf diese Art die Zerstörer unseres Astralleibes, unseres Ätherleibes und physischen Leibes. Insofern wir das sind, verhalten wir uns zum Astralleib, Ätherleib und physischen Leib doch etwas anders als zum Ich selber. Daß wir an unserem Ich Zerstörer werden können, lehrt uns ja schon das gewöhnliche Leben. Wir wollen uns jetzt nur einmal vorläufig klarmachen, wie wir gewissermaßen an unserem Ich Zerstörer werden können.

[ 6 ] In this way we are destroyers of our astral, etheric and physical bodies. But because of this, our relation to those bodies is rather different from what it is to the ‘I’. Everyday life itself makes it obvious that we can also work destructively upon the ‘I’, and we will now try to be clear as to how this may happen.

[ 7 ] Unser Ich ist etwas — gleichgültig jetzt, was es ist —, und insofern es etwas in der Welt ist, hat es einen bestimmten Wert. Das fühlt ja der Mensch, daß sein Ich im Gesamthaushalte der Welt einen bestimmten Wert hat. Aber der Mensch kann diesen Wert verringern. Wie verringern wir den Wert unseres Ich? Wenn wir zum Beispiel jemandem etwas zuleide tun, dem wir vielleicht Liebe schuldig wären, so haben wir in diesem Augenblicke den Wert unseres Ich tatsächlich verringert. Wir sind in unserem Ich weniger wert, nachdem wir jemandem unverdientes Leid zugefügt haben; unser Ich ist wertloser geworden. Das ist eine Tatsache, die jeder vor sich selber einsehen kann. Doch ebenso kann er einsehen, daß eigentlich das Ich fortwährend im Leben, da der Mensch niemals das Ideal seines Wertzustandes erfüllt, damit beschäftigt ist, sich immer wertloser und wertloser zu machen, also an seiner eigenen Entwertung, an seiner eigenen Zerstörung gewissermaßen arbeitet. Aber solange wir in unserem Ich stehenbleiben, haben wir es doch im Leben immer und immer wieder in der Hand, die Zerstörung fortzuschaffen. Wir können es, wenn wir es auch nicht immer tun. Ehe wir durch die Pforte des Todes geschritten sind, können wir es immer tun. Wir können, wenn wir jemandem unverdientes Leid zugefügt haben, das wieder in irgendeiner Form, die möglich ist, innerhalb des Lebens ausgleichen. Wenn Sie nachdenken, werden Sie darauf kommen, daß der Mensch zwischen Geburt und Tod die Möglichkeit hat, sein Ich zu beeinträchtigen, an der Entwertung, an der Zerstörung des Ich zu arbeiten, aber auch die Zerstörung des Ich wieder auszugleichen, fortzuschaffen.

[ 7 ] Our ‘I’ is something—never mind for the moment exactly what—that has a certain value in the world. Man feels the truth of this, but it is in his power to reduce that value. How do we reduce the value of our ‘I’? If we do harm to someone to whom we owe a debt of love, we shall actually at that moment have reduced the value of our ‘I’. This is a fact that every human being can recognise. At the same time he can realise that as a human being never fulfils his ideal value, his ‘I’ is really occupied throughout his life in reducing his own value, in bringing about his own destruction. However, as long as we remain poised in our own ‘I’, we have constant opportunity in life to annul the destruction we have caused. We are capable of this even though we do not always manage to do it. Before we pass through the gate of death we can make compensation in some form for undeserved suffering caused to another person. If you think about it you will realise that between birth and death it is possible for man to reduce the value of his ‘I’ but also ultimately to make good the destruction that has been brought about.

[ 8 ] Diese Möglichkeit hat der Mensch, wie er in dem gegenwärtigen Menschheitszyklus ist, mit seinem Astralleib, Ätherleib und physischen Leib zunächst nicht. Er kann nicht so, wie er es durch bewußte Tätigkeit an dem Ich tut, an seinem Astralleib, Ätherleib und physischen Leib arbeiten, denn er ist ja nicht mit Bewußtsein in diesen Gliedern seiner Wesenheit drinnen. Es bleibt das, was der Mensch fortwährend an Zerstörung leistet, in seinem Astralleib, Ätherleib und physischen Leib bestehen. Er zerstört sie fortwährend, ist aber nicht in der Lage, irgend etwas zu deren Ausbesserung zu tun. Und es ist leicht begreiflich: wenn man in eine neue Inkarnation kommen würde mit den Kräften, die unserm physischen Leib, Ätherleib und Astralleib entsprechen, wie wir sie am Ende unserer vorhergehenden Inkarnation praktiziert haben, so würden wir recht unbrauchbare Astralleiber, Ätherleiber und physische Leiber haben. Was im Seelischen ist, das ist ja immer Ursprung und Kräfte-Inhalt für das, was sich in der Leiblichkeit ausdrückt. Daß wir am Ende eines Lebens sozusagen einen brüchigen Organismus haben, ist der Beweis dafür, daß unsere Seele nicht die Kräfte hat, den Organismus frisch zu halten. Um das Bewußtsein zu erhalten und es rege zu halten, haben wir fortwährend unsere leibliche Umhüllung zerstört. Mit den Kräften, die wir am Ende einer Inkarnation noch haben, könnten wir in der nächsten Inkarnation nichts machen. Es müssen uns die Kräfte wieder zukommen, die imstande sind, in der nächsten Inkarnation unsern Astralleib, Ätherleib und physischen Leib so zu bearbeiten, daß diese frisch und gesund sind in gewissen Grenzen, brauchbar für eine neue Inkarnation. Innerhalb des Erdendaseins — das zeigt sich wieder schon für eine äußerliche Betrachtung — findet der Mensch die Möglichkeit, seine drei Leiber zu zerstören; aber er findet nicht die Möglichkeit, diese drei Leiber von sich aus auch völlig in gesunder Art zu gliedern, zu bearbeiten, herzustellen. Da zeigt uns nun die okkulte Forschung, daß in dem Leben zwischen dem Tode und der neuen Geburt aus den außerirdischen Verhältnissen, die wir dann durchleben, uns die Kräfte kommen, die zur Wiederherstellung der abgebrauchten menschlichen Umhüllungen dienen. Zwischen Tod und neuer Geburt leben wir uns hinaus in das Universum, in den Kosmos, und die Kräfte, die wir nicht aus dem Erdreich beziehen können, müssen wir beziehen aus den zunächst zum Erdreich hinzugehörigen andern Himmelskörpern. In ihnen sind die Kräftereservoire für unsere menschlichen Umhüllungen. Auf der Erde gibt es für den Menschen nur die Möglichkeit, die Kräfte zu immerwährender Wiederherstellung des Ich zu gewinnen; die andern Glieder der Menschennatur müssen ihre Kräfte aus andern Welten holen, als die Erde ist.

[ 8 ] But in the case of the astral, etheric and physical bodies there is no possibility of being able to do this at the present stage of man's evolution. He is unable to work consciously on these bodies as he can do in the case of his ‘I’, for the reason that he is not, in the real sense, conscious in these members of his being. The destruction for which a man is continually responsible remains in his astral, etheric and physical bodies but he is not in a position to repair it. And it is easy to understand that if we were to come into a new incarnation with the forces of the astral, etheric and physical bodies as they were at the end of our previous incarnation, those bodies would be useless. The content of the life of soul is always the source and the sum and substance of what comes to expression in the bodily constitution. The fact that at the end of a life we have a brittle organism is evidence that our soul then lacks the forces necessary to sustain its vigour. In order to maintain our consciousness and keep it alert we have been continually damaging our bodily sheath. With the forces that are still available at the end of one incarnation we could do nothing in the next. It is necessary for us to reacquire the forces that are able to restore freshness and health within certain limits to the astral, etheric and physical bodies, and to make them of use for a new incarnation. In earthly existence—as is evident even to external observation—it is possible for man to damage these bodies but not to restore them to health. Occult investigation reveals that in the life between death and the new birth we acquire from the extra-terrestrial conditions in which we are then living the forces able to restore our worn-out sheaths. Between death and the new birth we expand into the Universe, the Cosmos, and we have to acquire the forces which cannot be drawn from the sphere of the Earth from the heavenly bodies connected with the Earth. These heavenly bodies are the reservoirs of forces needed for our bodily sheaths. On the Earth man can acquire only the forces needed for the constant restoration of the ‘I’. For the other members of his being the forces must be drawn from other worlds.

[ 9 ] Wenn wir da zunächst den Astralleib betrachten, so zeigt sich uns, daß der Mensch nach dem Tode sich hinauslebt — wirklich buchstäblich sich hinauslebt, indem er sozusagen immer größer und größer wird, in alle die Planeten-Sphären hinein. Der Mensch wird durch die Ausdehnung seines geistig-seelischen Wesens zunächst während der Kamaloka-Zeit ein so großes Wesen — verschiedene Wesen durchdringen sich dabei —, daß er bis zu der Grenze kommt, die der Kreis angibt, welchen der Mond um die Erde beschreibt. Dann dehnt er sich aus bis zur Merkur-Sphäre — was hier im Okkultismus mit Merkur gemeint ist —, dann bis zur Venus-Sphäre, darauf weiter bis zur MarsSphäre, Jupiter-Sphäre und Saturn-Sphäre. Der Mensch erweitert sich immer mehr und mehr. Mit der Wesenheit, die er durch die Pforte des Todes getragen hat, lebt er im richtigen Sinne so, daß er ein Merkurbewohner, ein Venusbewohner, Marsbewohner und so weiter wird, und er muß in einer gewissen Weise die Fähigkeit haben, in diesen andern planetarischen Welten heimisch zu werden. Wie wird er dort heimisch oder nicht heimisch?

[ 9 ] Let us consider the astral body first. After death the human being expands, quite literally expands, into all the planetary spheres. During the Kamaloka period, as a being of soul-and-spirit, man expands to the boundary demarcated by the orbit of the Moon around the Earth. Beings of various ranks are involved in the process. After that he expands until the Mercury sphere is reached—Mercury as understood in occultism. Thence he expands to the spheres of Venus, Sun, Mars, Jupiter and finally Saturn. The being who has passed through the gate of death becomes in the real sense a Mercury dweller, a Venus dweller and so on, and in a certain sense he must have the faculty to become thoroughly acclimatised in these other planetary worlds. How does he succeed or fail in this respect?

[ 10 ] Zuerst muß er, wenn seine Kamaloka-Zeit vorüber ist, in sich selber etwas haben, was ihn fähig macht, eine Verwandtschaft zu haben zu den Kräften, die in der Merkur-Sphäre sind, in die er dann versetzt ist. Nun erweist sich, wenn man verschiedene Menschen in ihrem Leben zwischen Tod und neuer Geburt untersucht, daß die Menschen für dieses Leben verschieden sind. Und zwar finden wir einen deutlichen Unterschied darin, je nachdem ein Mensch mit moralischer Seelenverfassung, mit dem Ergebnis eines moralischen Lebens in die Merkur-Sphäre hineinwächst, oder mit dem Ergebnis eines unmoralischen Lebens. Dabei sind natürlich alle möglichen Nuancen gemeint. Der Mensch mit moralischer Seelenstimmung und Seelenverfassung, mit einem moralischen Ergebnis seines Lebens, ist in der Merkur-Sphäre das, was man ein geistig geselliges Wesen nennen könnte; er hat die Möglichkeit, mit andern Wesen — entweder mit früher hingestorbenen Menschen oder auch mit Wesen der MerkurSphäre — in Beziehung zu kommen, mit ihnen sozusagen Lebensbeziehungen auszutauschen. Der unmoralische Mensch wird ein Einsiedler, fühlt sich ausgeschlossen aus der Gemeinschaft der übrigen Bewohner dieser Sphäre. Das ist dasjenige, was das Moralische oder Unmoralische in der Seelenverfassung nach sich zieht in dem Leben zwischen Tod und neuer Geburt. Es ist wesentlich, daß wir verstehen, daß Moralität in dieser Sphäre unsern Anschluß und Zusammenschluß bewirkt mit den in dieser Sphäre lebenden Wesen, und daß unsere unmoralische Seelenstimmung unser eigenes Wesen wie in ein Gefängnis einschließt, so daß wir dann zwar das Wissen haben: die andern Wesen sind da, aber wir sind gleichsam in einer Schale drinnen und können nicht zu ihnen hin. Das Sich-Vereinsamen ist ein Ergebnis, sagen wir eines unsozialen, unmoralischen menschlichen Erdenlebens.

[ 10 ] In the first place, when his Kamaloka period is over, a man must himself possess some quality that will enable him to establish a definite relationship with the forces in the Mercury sphere into which he then passes. If the lives of various human beings between death and the new birth are investigated, it will be found that they differ greatly in the Mercury sphere. A clear difference is evident according to whether an individual passes into the Mercury sphere with a moral disposition of soul, with the outcome of a moral or an immoral life. There are of course nuances of every possible degree. A man with a moral quality of soul, who bears within him the fruits of a moral life, is what may be called a spiritually ‘social’ being in the Mercury sphere; it is easy for him to establish relationships with other beings—either with people who died before him or also with beings who inhabit the Mercury sphere—and to share experiences with them. An immoral man becomes a hermit, feels excluded from the community of the other inhabitants of this sphere. Such is the consequence in the life between death and the new birth of a moral or immoral disposition of soul. It is important to understand that morality forges our connection and relationship with the beings living in this sphere and an immoral disposition of soul encloses us as it were in a prison. We know that the other beings are there but we seem to be within a shell and make no contact with them. This self-isolation is an outcome of an earthly life that was unsociable and lacking in morality.

[ 11 ] Für die nächste Sphäre, die wir vorläufig die Venus-Sphäre nennen wollen — im Sinne des Okkultismus wird sie ja immer so genannt —, ist für die Art, wie der Mensch Anschluß findet, die religiöse Seelenstimmung maßgebend. Menschen, die sich im Leben auf der Erde die Empfindung dafür erworben haben, daß alles Vergängliche in den Dingen und im Menschen selber in Zusammenhang steht mit einem Unvergänglichen, und eine Empfindung dafür, daß das Einzelleben mit seiner Seelenstimmung hinneigen soll zu einem Göttlich-Geistigen, solche Menschen finden den Anschluß an die Wesen dieser Sphäre. Dagegen ist zum Beispiel der materialistisch Gesinnte, der seine Seele nicht dem Ewigen und Unvergänglichen, dem Göttlichen zukehren kann, wie in dem Gefängnis seines eigenen Wesens, in Einsamkeit gebannt, innerhalb dieser Sphäre. Gerade innerhalb dieser Sphäre können wir am besten durch die okkulten Untersuchungen sehen, wie wir uns für diese Sphäre in unserm Astralleibe hier auf der Erde die Lebensbedingungen schaffen durch die Art, wie wir auf der Erde leben. Wir müssen uns in einer gewissen Weise schon hier auf der Erde Verständnis, Hinneigung schaffen zu dem, womit wir dort den Anschluß finden wollen. Nehmen wir nur einmal die Tatsache, daß die Menschen auf der Erde in den verschiedensten Epochen zu den verschiedensten Zeiten — wie es so sein mußte und ganz richtig ist — die Vermittelung mit dem göttlich-geistigen Leben in den verschiedenen Religionsbekenntnissen und Weltanschauungen erhalten haben. Die menschliche Entwickelung konnte ja nur so fortschreiten, daß aus dem einheitlichen Quell, zum Beispiel des religiösen Lebens, zu den verschiedensten Zeiten und für die verschiedensten Völker, je nach ihren Anlagen, je nach ihren klimatischen und anderen Verhältnissen die verschiedenen Religionsbekenntnisse gegeben worden sind von denen, die dazu berufen worden waren durch die Weltenverhältnisse. Es stammen also diese religiösen Bekenntnisse aus einer einheitlichen Quelle; aber sie sind verschieden abgestuft je nach den Bedingungen der einzelnen Völker. Und bis in unsere Zeiten herein unterscheiden sich die Menschen nach Gruppen auf der Erde in bezug auf ihre religiösen Bekenntnisse, in bezug auf ihre Weltauffassung. Durch das aber, was ein religiöses Bekenntnis, eine Weltauffassung in unserer Seele bildet, bereiten wir uns das Verständnis und die Anschlußfähigkeit für die Venus-Sphäre. Die religiösen Empfindungen des Hinduisten, die religiösen Empfindungen des Chinesen, des Muselmanen, des Christen, sie bereiten seine Seele so, daß diese Seele in der Venus-Sphäre vor allen Dingen Verständnis, Hinneigung und Sympathie hat für diejenigen Wesenheiten, welche die gleichen Empfindungen haben, und die ihre Seelen aus den gleichen Bekenntnissen heraus gebildet haben. Man darf wirklich sagen: Es ist klar ausgesprochen für die okkulte Forschung, während die Menschen auf der Erde heute noch — obwohl das für die Zukunft ja durchkreuzt werden wird und schon beginnt, durchkreuzt zu werden — nach Rassen, Stämmen und so weiter abgeteilt sind, und wir sie nach diesen Merkmalen unterscheiden können, ist in der Venus-Sphäre, die wir da mit andern Menschen und andern Wesen durchleben, keine solche Rasseneinteilung. Da gliedern sich die Menschen so, daß einzig ihre religiösen Bekenntnisse, ihre Weltanschauungen maßgebend sind. Eine gewisse Gliederung ist da aus dem Grunde noch vorhanden, weil ja gerade diese irdische Gliederung, auch der Religionen, in gewisser Beziehung abhängig ist von Stammes- und Rassenverhältnissen. Aber es ist nicht das Rassenelement maßgebend, sondern maßgebend ist, was die Seele dadurch erlebt, daß sie ein bestimmtes Religionsbekenntnis hat.

[ 11 ] In the next sphere, which we will call the Venus sphere—in occultism it is always so named—a man's contact with it is mainly dependent upon a religious attitude of soul. Contact with the beings of this sphere can be established by individuals who during their life on Earth came to realise that everything transitory in physical things and in man himself is after all related in some way to immortality; thus they had a feeling that the attitude of soul in every individual should incline to divine-spiritual reality. On the other hand, anyone who is a materialist and cannot direct his soul to the Eternal, the Divine, the Immortal, is condemned in the Venus sphere to be imprisoned within his own being, in isolation. Particularly in connection with this sphere we can learn from occult investigation how in our astral body during life on Earth we create the conditions of existence as they will be in the Venus sphere. On the Earth we must already develop understanding of and inclination for what we hope to contact and experience in that sphere. Let us consider for a moment the fact that human beings living on the Earth during entirely different epochs—as was both inevitable and right—were connected with divine-spiritual life through the various religions and prevailing conceptions of the world. The only way in which human evolution could progress was that out of the one source—for example the religious life—at different times and for very different peoples, according to their natural traits and climatic and other conditions of existence, the varying religious principles were imparted by those destined for this mission. These religious principles stem from one source but are graduated according to the conditions prevailing among particular peoples. Humanity today is still divided into groups determined by their religious tenets and views of the world. But it is through what is thereby formed in our souls that we prepare our understanding of and possibility of contacts in the Venus sphere. The religions of the Hindu, of the Chinese, of the Mohammedan, of the Christian, prepare the soul in such a way that in the Venus sphere it will understand and be attracted to those individuals whose souls have been moulded by the same religious tenets. Occult investigation shows clearly that whereas nowadays men on Earth are divided by race, descent and so forth, and can be distinguished by these factors—although this will change in the future and has already begun to do so—in the Venus sphere in which we live together with other human beings there are no such divisions. The only division there depends upon their religious principles and conceptions of the world while they were on the Earth. It is true that to some extent a classification according to race is possible because this classification on Earth—even according to religion—is still, in a certain respect, a matter of racial relationships. All the same, it is not the element of race that is decisive, but what the soul experiences through its adherence to the principles of a particular religion.

[ 12 ] Immer bringen wir gewisse Zeiten nach unserm Tode innerhalb dieser Sphären zu; dann erweitern wir uns und dringen bis zur nächsten Sphäre weiter.

[ 12 ] We spend certain periods after each death within these spheres; then our being expands and we pass on from the Venus sphere to the Sun sphere.

[ 13 ] Das nächste, was der Mensch nach der Venus-Sphäre erlebt, ist die Sonnen-Sphäre. Wir werden als Seelen tatsächlich zwischen dem Tode und der neuen Geburt Sonnenbewohner. Für die Sonnen-Sphäre ist noch etwas anderes notwendig als für die Venus-Sphäre. Für die Sonnen-Sphäre liegt die deutliche, die eminente Notwendigkeit vor, wenn wir in ihr zwischen dem Tode und der neuen Geburt gedeihen wollen, nicht bloß eine gewisse Gruppe von Menschen zu verstehen, sondern alle menschlichen Seelen zu verstehen, zu allen Seelen gewissermaßen Anknüpfungspunkte gewinnen zu können. Und in der Sonnen-Sphäre fühlen wir uns schon als Einsiedler, als Vereinsamte, wenn wir durch die Vorurteile irgendeines Religionsbekenntnisses eingeschnürt sind und nicht in der Lage sind, denjenigen zu verstehen, der von einem andern Bekenntnisse seine Seele durchdrungen hat. Wer auf der Erde zum Beispiel nur die Möglichkeit gewonnen hat, alles Vortreffliche zu empfinden bei irgendeinem religiösen Bekenntnis, der versteht — können wir jetzt sagen — alle Bekenner anderer Religionsbekenntnisse während der Sonnen-Sphäre nicht. Aber dieses Nichtverstehen ist nicht so wie auf der Erde. Hier können die Menschen nebeneinander gehen, ohne sich bis in die Seele hinein zu verstehen, können sich spalten in verschiedene Religionsbekenntnisse und Weltanschauungen. In der Sonnen-Sphäre — da wir uns alle bis dahin ausdehnen und durchdringen, sind wir zugleich zusammen und durch unser Inneres getrennt —, da ist jede Trennung und jedes Nichtverstehen zugleich ein Quell furchtbaren Leidens. Ein Vorwurf, den wir nicht überbrücken können, weil wir uns auf der Erde nicht dazu erzogen haben, und der immerdar auf uns lastet, ist die Begegnung mit einem jeden Angehörigen eines anderen Bekenntnisses.

[ 13 ] In very truth we become, as souls, Sun dwellers between death and the new birth. Something more than was necessary in the Venus sphere is required for the Sun sphere. If we are to fare well in the Sun sphere between death and the new birth, it is essential to be able to understand not merely one particular group of human beings but to understand and find points of contact with all human souls. In the Sun sphere we feel isolated, like hermits, if the prejudices of one particular faith render us incapable of understanding a human being whose soul has been filled with the principles of a different faith. An individual who on the Earth regarded one particular religion only as valuable is incapable in the Sun sphere of understanding adherents of other religions. But the consequences of this lack of understanding are not the same as they are on Earth. On the Earth men may live side by side without any inner understanding of each other and then separate into different faiths and systems of thought. In the Sun sphere, however, since we interpenetrate one another, we are together and yet at the same time separated in our inner being; and in that sphere every separation and every lack of understanding are at once sources of terrible suffering. Every contact with an adherent of a different faith becomes a reproach which weighs upon us unceasingly and which we cannot escape because on Earth we did not educate ourselves in this respect.

[ 14 ] Es wird in einer gewissen Weise noch verständlicher werden, was hier zu sagen ist, wenn, von diesem Leben zwischen Tod und neuer Geburt ausgehend, etwas auf die Initiation hingewiesen wird. Denn das, was der Initiierte erlebt, wenn er die geistigen Welten betritt, ist in einer gewissen Weise etwas durchaus Ähnliches wie in diesem Leben zwischen Tod und neuer Geburt. Der Initiierte muß sich in dieselben Sphären hineinleben, und er würde, wenn er in den Vorurteilen einer einseitigen Weltanschauung leben würde, in dieser Sonnen-Sphäre dieselben Qualen durchmachen. Daher ist es notwendig, daß der Initiation ein völliges, restloses Verstehen jedes Bekenntnisses, das auf unserer Erde verbreitet ist, vorhergehe, ein Verstehen dessen, was in jeder einzelnen Seele lebt, gleichgültig, welcher Weltanschauung sie angehört. Sonst ist alles andere, dem man ein solches Verständnis nicht entgegenbringt, etwas, was einem entgegenkommt qualvoll, wie unendlich hohe Berge, die sich auf einen stürzen wollen, wie explosionsartige Erscheinungen, die einem entgegenkommen, so daß man die ganze Gewalt solcher Explosionen sich auf sich entladen fühlt. Alles Unverständnis, das man den Menschen entgegenbringt, weil man sich selbst darin einschnürt, wirkt so in den geistigen Welten. Das war nicht immer so. In den vorchristlichen Zeiten war die Entwickelung der Menschheit nicht so, daß sich die Menschen erst hinentwickeln sollten zu einem solchen Verständnis jeder einzelnen Menschenseele. Die Menschheit mußte die Einseitigkeit durchmachen. Aber die, welche zu einer gewissen Führerschaft der Welt hinaufgeführt wurden, sie mußten immer mehr oder weniger bewußt das in sich aufnehmen, was Verständnis geben kann für alles, ohne Unterschied. Und selbst wenn irgendeine menschliche Wesenheit nur der Führer eines Volkes war, mußte sie in einer gewissen Weise in das Verständnis einer jeden menschlichen Seele eingeführt werden. Das wird so grandios im Alten Testament an der Stelle angedeutet, wo Abraham dem Melchisedek entgegentritt, dem Priester des Allerhöchsten. Wer diese Stelle versteht, der weiß, daß Abraham, der der Führer seines Volkes werden sollte, in diesem Momente gleichsam initiiert wurde — wenn auch nicht vollbewußt, wie es in späteren Initiationen der Fall ist — in bezug auf das Verständnis desjenigen Göttlichen, das in alle menschlichen Seelen hineinspielen kann. An der Stelle, wo von der Begegnung des Abraham mit Melchisedek die Rede ist, verbirgt sich überhaupt ein tiefes Geheimnis für die Entwickelung der Menschheit. Aber nach und nach mußte die Menschheit vorbereitet werden, um immer mehr und mehr die Möglichkeit zu haben, wirklich durch die Sonnen-Sphäre fruchtbringend durchzugehen. Wie geschah das?

[ 14 ] Taking the life between death and the new birth as a starting-point, what is now to be said will in a certain sense be easier to understand if reference is made to Initiation. What the Initiate experiences in the spiritual worlds is in a certain respect closely akin to experiences undergone in the life between death and rebirth. The Initiate has to make his way into the same spheres, and were he to maintain the prejudices resulting from a biased, one-sided view of the world, he would undergo similar suffering in the Sun sphere. It is therefore essential that Initiation should be preceded by thorough understanding of every religious faith spread over the Earth, also understanding of what is taking place in every individual soul regardless of the creed or system of thought to which it adheres. Otherwise, whatever has not been met with understanding becomes a source of suffering, as if towering mountains were threatening to crash down upon one, as if explosions were discharging their whole force upon one. Whatever lack of understanding due to one's own narrow prejudices has been shown to human beings on Earth, has this effect in the spiritual worlds. It was not always so. In pre-Christian times the process of evolution did not require men unconditionally to acquire this understanding of every human soul. Humanity was obliged to pass through the phase of a one-sided attitude. But those who were trained for some kind of leadership in the world were obliged to acquire, either consciously or less consciously, an understanding for every human being without distinction. Even when some individual was to be the leader of a particular people he would be required to develop a measure of understanding for every human soul. This is indicated magnificently in the Old Testament in the passage describing the meeting between Abraham and Melchizedek, the priest of the Most High. Those who understand this passage know that Abraham, who was destined to become the leader of his people, underwent an Initiation at this time—even if not in full consciousness as is the case in later Initiations. Abraham's Initiation was connected with realisation of the Divine element that can flow into all human souls. The passage which tells of the meeting of Abraham with Melchizedek contains a deep secret connected with the evolution of humanity. But men had gradually to be prepared to become more and more qualified for a fruitful existence in the Sun sphere.

[ 15 ] Der erste Anstoß in unserer Erdentwickelung zu einem solchen richtigen Durchgehen durch die Sonnen-Sphäre wurde gegeben, nachdem die Vorbereitungen dazu durch das alttestamentliche Volk geschaffen waren — wir werden auch noch darüber zu sprechen haben —, durch das Mysterium von Golgatha. Es kommt jetzt in diesem Augenblicke nicht darauf an, die Frage zu behandeln, ob das Christentum in seiner bisherigen Entwickelung alle seine Ziele, alle seine Entwickelungsmöglichkeiten schon aus sich herausgesetzt habe. Es ist ja ganz selbstverständlich, daß das Christentum in seinen religiösen Bekenntnissen nur Einseitigkeiten des gesamtchristlichen Prinzipes herausgebildet hat und in Einzelheiten in seinen positiven Bekenntnissen durchaus zurücksteht gegenüber anderen Bekenntnissen. Darauf aber kommt es an, was es für Entwickelungsmöglichkeiten in sich hat, was es dem Menschen geben kann, der immer tiefer in sein Wesen eindringt.

[ 15 ] The first impulse in the evolution of our Earth towards a fruitful existence in the Sun sphere was given by the Mystery of Golgotha, after preparation for it had been made by the people of the Old Testament—about which there will be more to say. It is not essential at the moment to deal with the question as to whether Christianity in its development hitherto has achieved all its goals and possible fruits. Needless to say, in its various sects and denominations Christianity has produced only one-sided aspects of its essential principle; in certain of its tenets, and as a whole, it is not on the level of certain other faiths. What really matters, however, is its potentiality of development, what enrichment it can give to one who penetrates more and more deeply into its essential truth.

[ 16 ] Nun haben wir schon darzustellen versucht, was uns von diesen Entwickelungsmöglichkeiten sprechen kann. Unendlich vieles ist da zu sagen, aber nur eines soll jetzt berührt werden, was uns den Punkt, den wir im Augenblicke nötig haben, beleuchten kann. Wenn wir die verschiedenen Religionsbekenntnisse wirklich innerlich verstehen, so finden wir einen charakteristischen Punkt, um die religiösen Bekenntnisse hervorzuheben. Das ist, daß doch für die ältere Erdentwickelung die einzelnen Bekenntnisse abgestimmt sind für die einzelnen Rassen, Stämme, für die einzelnen Volksgliederungen der Erde. Solche Dinge haben sich ja noch erhalten. Wir wissen, daß der Hindureligion wahrhaftig heute noch nur der angehören kann, der auch als Hindu geboren worden ist. In gewisser Beziehung sind die älteren Religionen Stammesreligionen, Volksreligionen. Nehmen Sie den Ausdruck nicht als eine Herabwürdigung, sondern nur als eine Charakterisierung. Die einzelnen Religionen, die den Völkern von den Initiierten gegeben worden sind, herausgenommen allerdings aus dem Urquell einer allgemeinen Weltenteligion, aber angepaßt den einzelnen Völkern, Stämmen und so weiter, diese einzelnen Religionen haben, man möchte sagen, etwas Religiös-Egoistisches. Immer haben die Völker das geliebt, was ihnen aus ihrem eigenen Fleisch und Blut religiös erwachsen ist. Ja, wir wissen sogar, wenn in den alten Zeiten, von den Mysterienstätten herrührend, irgendwelche Religion bei den Völkern des Altertums begründet worden ist, dann ist nicht der, welcher leiblich ein Fremdling war, hingegangen und hat dort eine Religion begründet, sondern er hat ein zweites Mysterium begründet, das dahin getragen wurde, wo schon ein anderes war; dem Volke aber wurde ein Angehöriger seines Volkes, seines Stammes zum Führer gegeben.

[ 16 ] We have already tried to indicate these possibilities of development. There is infinitely much to be said, but one matter only shall now be mentioned because it can throw light upon the point under consideration at the moment. If we have a genuine understanding of the different faiths we find one outstanding characteristic, namely that in the earlier periods of Earth evolution the individual religions were adapted to the particular races, tribal stocks or peoples. There is still evidence of this. Only one who has been born a Hindu can be an orthodox adherent of the Hindu religion today. In a certain respect the earlier religions are racial religions, folk-religions. Do not take this as disparagement but simply as characterisation. The different religions, although deriving from the primal source of a universal world-religion, were given to the peoples by the Initiates and adapted to the specific tribal stocks and races; hence in that sense there is something egoistic about them. Peoples have always loved the religion that has been determined by their own flesh and blood. In ancient times, when a religion stemming from a Mystery Centre had been established among a particular people, a bodily stranger who wanted to start another religion among them did not do so, but instead founded a second Mystery Centre. People were always given a leader from their own tribe or clan.

[ 17 ] In dieser Beziehung besteht ein großer Unterschied in bezug auf das, was man das wahre Christentum nennen kann. Diejenige Individualität, zu welcher der Christ hinschaut, der Christus Jesus, er hat gerade am wenigsten in demjenigen Volke, an der Stätte der Erde gewirkt, wo er unmittelbar hineingeboren war.

[ 17 ] In this respect true Christianity is very different. Christ Jesus, the Individuality to whom the Christians turn, was least active among the people and in the area on the Earth where He was born.

[ 18 ] Wenn wir nun die abendländischen Verhältnisse betrachten: Sind sie in religiöser Beziehung gleich zu achten den indischen, den chinesischen Verhältnissen, das heißt den Verhältnissen, wo noch die Volksreligionen fortdauern? Sie sind es nicht! Unsere Gegenden wären nur dann dem Indertum, dem Chinesentum gleich zu achten, wenn wir hier in Mitteleuropa zum Beispiel gute Wotan-Gläubige wären. Dann wären wir in derselben Lage; dann würde das Religiös-Egoistische auch hier zum Vorschein kommen. Aber innerhalb des Abendlandes ist das Religiös-Egoistische verschwunden, und angenommen wurde die Religion eines Stifters, die gar nicht in irgendeiner Volksgemeinschaft liegt, sondern die außerhalb derselben liegt. Diese Tatsache muß man ins Auge fassen. Was Blut zu Blut führte und mitwirkte bei der Begründung der alten Religionsgemeinschaften, das wirkte nicht mit bei der Verbreitung des Christentums. Das Seelische war es, was da im wesentlichen wirkte, und angenommen wurde eine Religion, die außerhalb der Volksgemeinschaft zum Beispiel für das Abendland lag. Warum ist das? Es ist deshalb, ‚weil das Christentum in seiner tiefsten Wurzel von allem Anfange an darauf zugeschnitten war, ein Bekenntnis zu sein für alle Menschen, ohne Unterschied des Glaubens, der Nationalität, des Stammes, der Rasse und alles dessen, was sonst die Menschen voneinander trennt. Richtig wird das Christentum nur verstanden, wenn es so verstanden wird, daß es nur das Menschliche im Menschen berührt, dasjenige Menschliche, das in allen Menschen ist. Und dem tut es keinen Abbruch, daß das Christentum in seinen ersten Phasen und auch zu unserer Zeit Einzelbekenntnisse herausgebildet hat; denn die Entwickelungsmöglichkeit des allgemein Menschlichen liegt in dem Christentum. Es wird sich sogar auch innerhalb der christlichen Welt ein großer Umschwung vollziehen müssen, wenn das Christentum in seiner Wurzel richtig verstanden werden soll. Man wird einen gewissen Unterschied machen müssen zwischen der Erkenntnis des Christentums und der Realität des Christentums.

[ 18 ] In respect of religion, can conditions in the Western world be equated with those existing in India or China where folk-religions still survive? No, they cannot! The regions where we ourselves are living could be equated with India and China only if here, in Middle Europe, we were, for example, faithful followers of Wotan. We should then be at the same stage and the element of religious egoism would be in evidence here too. But in the West this aspect has disappeared, for the West accepted a religion that was not confined to any particular folk-community. This fact must be remembered. The influences which bound blood to blood and were a determining factor in the founding of the old religious communities, played no part in the spread of Christianity. The life of soul was the essential factor and in the West a religion unconnected with a single people or folk-community was adopted. Why has it been so? It is because in its deepest roots and from the very beginning Christianity was meant to be a religion for all men without distinction of belief, nationality, descent, race, and whatever separates human beings from one another. Christianity is rightly understood only when it is realised that it is concerned solely with the essentially human element in all men. The fact that in its early phases and also in our own times sects have arisen from Christianity should be no cause of apprehension; for Christianity makes possible the evolution of the “human universal”. It is also true that a great transformation will have to take place within the Christian world if the roots of Christianity are to be rightly understood. A distinction will have to be made between knowledge of Christian tenets and the reality of Christianity.

[ 19 ] Zwar hat schon Paulus mit diesem Unterschiede begonnen, und wer Paulus versteht, kann von diesem Unterschiede etwas wissen; aber es ist dieser Unterschied bis heute wenig verstanden worden. Indem Paulus das christliche Bekenntnis zu dem Christus Jesus dem bloßen Judentume entrissen hat und das Wort geprägt hat: «Christus ist gestorben nicht bloß für die Juden, sondern auch für die Heiden », hat er etwas Ungeheures getan für die richtige Auffassung des Christentums. Denn es wäre durchaus falsch, wenn jemand behaupten wollte, das Mysterium von Golgatha hätte sich nur vollzogen für die, welche sich Christen nennen. Es hat sich vollzogen für alle Menschen! Das meint auch Paulus, wenn er sagt, es sei Christus auch gestorben für die Heiden, nicht bloß für die Juden. Denn was durch das Mysterium von Golgatha in alles Erdenleben übergegangen ist, das hat auch Bedeutung für alles Erdenleben. Und so grotesk es heute noch für die klingen mag, welche die gleich anzuführende Unterscheidung nicht machen, so muß man doch sagen: Derjenige versteht erst die Wurzel des Christentums, der zum Beispiel einen Bekenner eines anderen Religionssystems — gleichgültig, ob er sich Inder oder Chinese oder sonstwie nennt — so anzusehen vermag, daß er sich fragt: Wieviel ist in ihm denn Christliches? — Nicht darauf, daß dieser das weiß, kommt es an, sondern daß er kennt, was die Realität des Christentums ist — ebenso wie es nicht darauf ankommt, ob der Mensch Physiologie kennt, wenn zugegeben werden soll, daß er die Tatsache des Verdauens kennt. Wer aus seinem Religionssystem heute noch kein bewußtes Verhältnis hat zu dem Mysterium von Golgatha, der hat sich eben noch kein Verständnis dafür erworben; das gibt aber dem andern kein Recht, die Realität des Christentums für ihn zu leugnen. Erst wenn die Christen soweit Christen sein werden, daß sie das Christliche in allen Erdenseelen aufsuchen — und nicht, wenn sie es erst durch irgendwelche Bekehrungsversuche den andern Seelen eingeimpft haben —, dann erst wird die Wurzel des Christentums richtig verstanden werden. Aber alles das liegt in dem richtig verstandenen Christentum. Man muß den Unterschied machen zwischen der Realität und dem Verständnisse des Christentums. Zu verstehen, was da seit dem Mysterium von Golgatha auf der Erde ist, das ist ein großes Ideal, ein Ideal einer wichtigen Erkenntnis für die Erde, einer Erkenntnis, die sich nach und nach die Menschen aneignen werden. Aber die Realität ist geschehen, die ist einmal da, indem sich das Mysterium von Golgatha vollzogen hat.

[ 19 ] St. Paul did in fact begin to make this distinction and those who understand his words can realise something of what they mean, although up to now understanding has been rare. When St. Paul made it clear that belief in Christ Jesus was not the prerogative of Judaism, and spoke the words, “Christ died not only for the Jews but also for the Gentiles”, this was an enormous contribution to the true conception of Christianity. It would be quite false to maintain that the Mystery of Golgotha was fulfilled only for those who call themselves Christians. The Mystery of Golgotha was fulfilled for all men! This is indeed what St. Paul meant in the words just quoted. What passed over from the Mystery of Golgotha into earthly life has meaning and significance for all that life. Grotesque as it may still seem today to those who do not distinguish between knowledge and reality, it must nevertheless be said that he alone understands the roots of Christianity who can view an adherent of a different religion—no matter whether he calls himself Indian, or Chinese, or anything else—in such a way that he asks himself: To what extent is he Christ-like? The fact of knowing this is not what really matters; what does matter is that such a person knows the reality of Christianity—in the sense that it is not essential to know physiology provided that digestion takes place. A man whose religion has failed to bring about in him a conscious relationship to the Mystery of Golgotha has no understanding of it, but that does not entitle others to deny him the reality of Christianity. Not until Christians become so truly Christian that they seek for the Christ-like principle in all souls on Earth—not when they have implanted it in the souls of others by attempts at conversion—not until then will the root principles of Christianity have been understood. All this belongs to Christianity when rightly understood. Distinction must be made between the reality of Christianity and an understanding of it. To understand what has been present on the Earth since the Mystery of Golgotha is a great ideal, the ideal of supremely important knowledge for the Earth—knowledge that men will gradually acquire. But the reality itself has come to pass; the Mystery of Golgotha was fulfilled.

[ 20 ] Nun hängt aber allerdings unser Leben in der Sonnen-Sphäre davon ab, welches Verhältnis wir zu dem Mysterium von Golgatha gewonnen haben. Es hängt unser Leben in der Sonnen-Sphäre so ab von diesem Verhältnis, daß das, was in der Sonnen-Sphäre verspürt werden kann — ein Verhältnis zu gewinnen zu allen Menschen —, nur möglich ist durch ein solches Verhältnis zum Mysterium von Golgatha, wie es eben jetzt charakterisiert worden ist: durch ein Verhältnis zum Mysterium von Golgatha, das uns auch nicht mehr einschnürt in eine noch unvollkommene Ausgestaltung des Christentums in diesem oder jenem Bekenntnis. Sonst machen wir uns unter allen Umständen in der Sonnen-Sphäre zu einsamen Menschen, die nicht die Seelen, die Gemüter anderer Menschen finden können. — Es gibt einen Ausspruch, der seine Kraft bis in die Sonnen-Sphäre hinein bewährt: wo wir als Wesen innerhalb der Sonnen-Sphäre zu einem andern menschlichen Wesen kommen, da können wir mit diesem andern menschlichen Wesen gesellig sein und nicht gleichsam durch unsere eigene Wesenheit uns von ihm zurückstoßen, wenn sich an unserer Seele der Ausspruch bewährt: Wo zwei in meinem Namen sich vereinen wollen, kann ich mitten unter ihnen sein. — In der wirklichen Erkenntnis des Christus können sich innerhalb der SonnenSphäre alle Menschen zusammenfinden. Und dieses Finden ist von einer ungeheuren Wichtigkeit, von einer großen Bedeutung. Denn eine Entscheidung geschieht innerhalb der Sonnen-Sphäre für den Menschen: er muß innerhalb der Sonnen-Sphäre ein gewisses Verständnis haben. Und wir können uns dieses Verständnis am besten an einer außerordentlich bedeutungsvollen Tatsache klarmachen, die eigentlich vor jeder Seele liegen könnte, die sich aber die menschlichen Seelen nur nicht immer klarmachen.

[ 20 ] Our life in the Sun sphere after death depends upon what relationship we have established with the Mystery of Golgotha. The contact with all human souls that can be experienced in the Sun sphere is possible only if a relationship with the Mystery of Golgotha has been established in the way described. It is a relationship which ensures freedom from any still imperfect form of Christianity as practised in this or that sect. If we have no such relationship with the Mystery of Golgotha we condemn ourselves to becoming solitary individuals in the Sun sphere, unable to make contact with other human souls. There is a certain utterance which retains its power even in the Sun sphere. When in the Sun sphere we encounter another human soul we can become companions and not be thrust away from that soul, if these words have been preserved in our inner being: “When two or three are gathered together in my Name, there am I in the midst of them.” In the Sun sphere all human souls can be united with one another in a true recognition of Christ. And this union is of tremendous significance. For in the Sun sphere a man must make a decision; he must acquire a certain understanding. And what this means can best be explained by referring to an extraordinarily important fact which every human soul would be able to realise but does not always do so.

[ 21 ] Einer der schönsten Aussprüche des Neuen Testamentes ist der, den wir so charakterisieren können, daß der Christus Jesus im Menschen das Bewußtsein hervorrufen will von dem göttlich-geistigen Wesenskerne im menschlichen Innern, daß der «Gott» als Gottesfunke in jeder menschlichen Seele lebt, daß jeder Mensch eine Göttlichkeit in sich hat. Das hob der Christus Jesus besonders stark hervor, und mit aller Kraft und Gewalt betonte er: «Ihr seid Götter, alle!» Und so betonte er es, daß man dem Ausspruch ansieht: Er betrachtet diese Bezeichnung des Menschen, wenn der Mensch sie sich beilegt, als das Richtige. — Diesen Ausspruch hat noch ein anderes Wesen getan. Bei welcher Gelegenheit, das drückt symbolisch das Alte Testament aus. Luzifer, am Beginne der Menschheitsentwickelung, tut den Ausspruch: «Ihr werdet sein wie die Götter!» Eine solche Tatsache muß man bemerken. Zwei Wesen tun den inhaltlich gleichen Ausspruch: Ihr werdet oder sollt sein wie die Götter — Luzifer und Christus! Und was will die Bibel sagen, indem sie beides gar wohl betont? Sie will sagen, daß aus Luzifers Wesen dieser Ausspruch zum Unsegen gedeihe — aus Christi Wesenheit zum höchsten Segen. Verbirgt sich darin nicht ein wunderbares Geheimnis? Was Luzifer als Versucherstimme in die Menschheit hineinwarf — als den höchsten Weisheitsgehalt durfte es Christus zu den Menschen sprechen. Mit eindringlichen Lettern steht hineingeschrieben in das entsprechende Dokument, wie es nicht bloß auf den Inhalt irgendeines Ausspruches ankommt, sondern im wesentlichen darauf, von wem der Ausspruch kommt. Fühlen wir es aus einer solchen Sache, daß wir die Dinge zunächst immer tief genug nehmen und daß wir recht viel lernen können aus dem, was uns äußerlich exoterisch schon vorliegt!

[ 21 ] One of the most beautiful sayings in the New Testament occurs when Christ Jesus is endeavouring to make men conscious of the divine-spiritual core of being within them, of the truth that God is present as the divine spark in every human soul, that every human being has divinity within him. Christ Jesus emphasises this, declaring with all power and intensity: “Ye are Gods!” The emphasis laid upon the words shows that He recognised this as a rightful claim when a man applies its implications to himself. But this utterance was also made by another Being. The Old Testament tells us in symbolic words at what point in evolution it was made. At the very beginning of man's evolution, Lucifer proclaimed: “Ye shall be as Gods!” This is something that must be noticed. A saying in identical terms is uttered by two Beings: by Lucifer and by Christ! “Ye shall be as Gods.” What does the Bible imply by giving emphasis to these two utterances? It implies that from Lucifer this utterance leads to a curse, from Christ to the highest blessing. Is there not a wonderful mystery here? The words hurled into humanity by Lucifer, the Tempter—when uttered by Christ to men are supreme wisdom. That what is really important is not the content of an utterance but from whom it comes—this fact is inscribed in letters of power into the biblical record. From an instance such as this let us feel that it behoves us to understand things in adequate depth and that we can learn a very great deal from what may lie openly before us.

[ 22 ] In der Sonnen-Sphäre, zwischen Tod und neuer Geburt ist es, wo wir vor allen Dingen immer wieder und wieder die ganze Gewalt der Worte zu unserer menschlichen Seele sprechen hören: Du bist ein Gott, du sollst ein Gott sein! — Und wir wissen da eines immer ganz sicher, wenn wir in der Sonnen-Sphäre ankommen: wir wissen, daß Luzifer uns dort wieder begegnet und uns diesen Ausspruch recht eindringlich zur Seele führt. Luzifer beginnen wir von da ab recht gut zu verstehen — den Christus nur dann, wenn wir uns auf der Erde allmählich vorbereitet haben, ihn zu verstehen. Wir bringen in die Sonnen-Sphäre kein Verständnis mit für den Ausspruch, insofern er aus Christi Wesenheit tönt, wenn wir auf der Erde uns nicht dieses Verständnis durch unser Verhältnis zu dem Mysterium von Golgatha erworben haben. — Mit einem trivialen Worte möchte ich folgendes sagen. In der Sonnen-Sphäre begegnen wir zwei Thronen. Dem Thron des Luzifer: Da tönt uns verführerisch das Wort von unserer Göttlichkeit entgegen, und dieser Thron ist immer besetzt. Der andere Thron erscheint uns, oder besser gesagt, er erscheint vielen Menschen noch recht leer, denn auf diesem andern Throne in der Sonnen-Sphäre müssen wir in unserem Leben zwischen Tod und neuer Geburt dasjenige auffinden, was man nennen kann das Akasha-Bild von dem Christus. Und können wir dieses Akasha-Bild des Christus in dem Leben zwischen Tod und neuer Geburt in der Sonnen-Sphäre auffinden, so ist das — wie wir in den weiteren Ausführungen sehen werden — zu unserem Heil. Aber wir können es nur finden, weil der Christus von der Sonne herabgestiegen ist und sich mit der ErdenSphäre vereinigt hat, und weil wir unser geistiges Auge durch das Verständnis für das Mysterium von Golgatha auf der Erde schärfen können, damit uns der Thron Christi auf der Sonne nicht leer erscheint, sondern damit seine Taten für uns sichtbar werden, die er verrichtet hat, als er noch selber die Sonne bewohnte. — Es ist ja gewiß so — ich sagte sogar, ich muß mich trivial ausdrücken, wenn ich von diesen zwei Thronen sprechen will —, daß man von diesen erhabenen Verhältnissen nur immer mehr oder weniger bildlich sprechen kann; abet wer sich immer mehr zu einem Verstehen aufschwingt, der wird begreifen, daß die Worte, die auf der Erde geprägt werden, nicht ausreichen, und daß man, um sich verständlich zu machen, schon zum Bilde greifen muß.

[ 22 ] It is in the Sun sphere between death and the new birth that again and again we hear the words spoken to our soul with all their force: Thou art a God, be as a God! We know with all certainty when we arrive in the Sun sphere that Lucifer meets us again and impresses the meaning of this utterance forcibly upon us. From then onwards we can understand Lucifer very well, but Christ only if on Earth we have prepared ourselves to understand Him. Christ's utterance will have no meaning for us in the Sun sphere if by our relationship on Earth to the mystery of Golgotha we have not gained some understanding of it. Trivial as the following words may be, let me say this: In the Sun sphere we find two thrones. From the throne of Lucifer—which is always occupied—there sound the words of temptation, asserting our divinity. The second throne seems to us—or rather to many human beings—to be still empty, for on this other throne in the Sun sphere between death and the new birth, we have to discover what can be called the Akashic picture of Christ. If we can find the Akashic picture of Christ it will be for us a blessing—this will become evident in later lectures. But it has become possible to find that picture only because Christ came down from the Sun and has united Himself with the Earth and because we have been able to open our eyes of spirit here on Earth through understanding in some measure the Mystery of Golgotha. This will ensure that the throne of Christ in the Sun sphere does not appear empty to us but that the deeds He performed while His dwelling-place was still the Sun sphere become visible. As I said, I have to use trivial words in speaking of these two thrones; this sublime fact can only be spoken of figuratively. But anyone who acquires more and more understanding will realise that words coined on Earth are inadequate and that one is obliged to resort to imagery in order to be intelligible.

[ 23 ] Nun finden wir für das, was wir während der Sonnen-Sphäre nötig haben, nur Verständnis, Anlehnung, wenn wir uns auf der Erde etwas angeeignet haben, was nicht nur in die astralen Kräfte hineinspielt, sondern auch in die Ätherkräfte. Verfolgen Sie, was ich dargestellt habe, so werden Sie wissen, daß die Religionen in die Ätherkräfte hineinspielen, den Ätherleib des Menschen bearbeiten. Es bleibt uns allen ein gutes geistiges Erbstück, indem in unsere Seele Kräfte aus der Sonnen-Sphäre hineingebracht sind, wenn wir ein Verständnis für das Mysterium von Golgatha gewonnen haben. Denn aus der SonnenSphäre müssen wir diejenigen Kräfte herausziehen, die wir nötig haben, damit wir für die nächste Inkarnation unsern Ätherleib in der richtigen Weise wiederbekommen können. Dagegen holen wir uns aus den andern Planeten-Sphären die Kräfte, welche wir brauchen, damit wir in der nächsten Inkarnation unsern Astralleib in der richtigen Weise bekommen können.

[ 23 ] Now we shall understand and find support for what we need in the Sun sphere only if on the Earth we have acquired something that plays not only into the astral forces but into the etheric forces as well. You will know from what I have previously said that the religions influence the etheric forces and the etheric body of man. A considerable spiritual heirloom is available for all of us inasmuch as forces from the Sun sphere are instilled into us if we have acquired understanding of the Mystery of Golgotha. For it is from the Sun sphere that we must draw the forces necessary for the renewal of our etheric body for the next incarnation; whereas the forces necessary for our astral body in the next incarnation must be drawn from the other planetary spheres.

[ 24 ] Nun soll niemand glauben, daß dasjenige, was ich eben gesagt habe, in einem andern Sinne und Stil gemeint ist als in dem Stil und Sinne menschlicher Entwickelung. Ich habe Ihnen vorhin gesagt: Schon in der vorchristlichen Zeit war es einem solchen Menschheitsführer, wie dem Abraham, in der Begegnung mit Melchisedek, oder Malekzadik, gegeben, sich diese Kräfte für die Sonnen-Sphäre anzueignen. Nicht eine intolerante Behauptung soll getan werden, als ob sich der Mensch nur durch ein orthodoxes Christentum die Kräfte aneignen könne, um sich zu den Wesen in der Sonnen-Sphäre in das richtige Verhältnis zu stellen, sondern eine Entwickelungstatsache soll ausgesprochen werden. Und zwar die, daß die Möglichkeiten der alten Zeiten, in denen durch andere Mittel das Akasha-Bild des Christus zu schauen war, immer mehr und mehr schwinden mit dem Fortschreiten der Erdentwickelung. Die geistigen Augen des Abraham waren vollständig aufgetan für das Akasha-Bild des Christus in der Sonnen-Sphäre. Das ist durchaus richtig. Es ist kein Einwand dagegen, daß das Mysterium von Golgatha noch nicht geschehen war und daß da der Christus noch auf der Sonne war; er war während dieser Zeit mit anderen planetarischen Sphären in seiner Realität vereinigt. Es war durchaus so, daß damals und bis in unsere Zeiten die Menschen das, was da zu sehen war, schauen konnten. Und wenn wir noch weiter zurückgehen, in jene Urzeiten zurückgehen, in welchen die ersten Lehrer des alten Indiens, die heiligen Rishis die Führer ihres Volkes waren, so waren . das auch durchaus solche Menschheitsführer, die wohl bekannt waren mit dem Christus, der ja damals noch in der Sonne war, und die auch denjenigen, die sich zu ihnen bekannten, ein solches Verständnis, allerdings nicht mit den späteren Namen, beibrachten. Wenn auch in die Erkenntnis-Sphäre dieser alten Zeiten noch nicht das Mysterium von Golgatha hineingewirkt hat, so war es für diejenigen, die aus den Tiefen des Seins heraus die intimen Wahrheiten holten, durchaus möglich, auch das zu gewinnen, was es den Menschen möglich machte, aus der Sonne das zu holen, was ihre Ätherleiber in der entsprechenden Weise erneuern konnte. Aber diese Möglichkeiten hörten mit der weiteren Entwickelung der Menschheit auf; und sie müssen aufhören, weil immer neue Kräfte in die Menschheit hineingefügt werden müssen.

[ 24 ] Let nobody believe that what I have been saying is unconnected with the whole course of evolution. I have told you that already in pre-Christian times a leader of humanity such as Abraham was able at his meeting with Melchizedek (or Malkezadek) to acquire the forces needed for the Sun sphere. I am making no intolerant statement implying that man can acquire the forces necessary for establishing a right relationship to the beings of the Sun sphere through orthodox Christianity alone. I am stating a fact of evolution; another fact is that the time when it was still possible, as in ancient days, to behold the Akashic picture of Christ as the result of different means is drawing nearer and nearer to a close as evolution proceeds. Abraham's spiritual eyes were fully open to the Akashic picture of Christ in the Sun sphere. You must not argue that the Mystery of Golgotha had not then taken place and that Christ was still in the Sun sphere; for during that period Christ was united with other planetary spheres. It is indeed a fact that at that time and even down to our own epoch, human beings were able to perceive what could be perceived in those spheres. And if we go still further back to those primeval ages when the Holy Rishis were the first Teachers of the people of ancient India, those Teachers certainly had knowledge of Christ who at that time was still in the Sun sphere, and they imparted this knowledge and understanding to their followers, although of course not using the later nomenclature. Although in those ancient times the Mystery of Golgotha was not yet within their ken, men were able, by drawing intimate truths from the depths of their being, to acquire from the Sun sphere what was needed for the renewal of their etheric bodies. But these possibilities ceased as evolution proceeded and this was necessary because new forces must perpetually be instilled into humanity.

[ 25 ] Also was gesagt ist, das ist als Entwickelungstatsache gemeint. Wir leben einer Zukunft entgegen, in welcher die Menschen sich immer mehr und mehr die Möglichkeit nehmen werden, die Sonnen-Sphäre in der Zeit zwischen Tod und neuer Geburt richtig zu durchleben, wenn sie sich von dem Christus-Ereignis entfernen. Wahr ist es: Wir müssen das Christliche in jeder Seele suchen. Wir müssen, wenn wir die Wurzel des Christentums verstehen wollen, bei jedem Menschen, dem wir gegenüberstehen, uns fragen: Wieviel ist in ihm Christliches? — Aber wahr ist es auch, daß sich der Mensch von demChristentum ausschließen kann dadurch, daß er sich nicht zum Bewußtsein bringt, was es in der Realität ist. Und wenn wir das Wort des Paulus noch einmal wiederholen: «Christus ist gestorben nicht bloß für die Juden, sondern auch für die Heiden», so kann hinzugefügt werden: Wenn aber im weiteren Fortschritt der Menschheit die Menschen sich ausschließen und immer mehr und mehr bewußt das Mysterium von Golgatha ablehnen würden, so würde das verhindern, daß das auch an sie herankommt, was für sie geschehen ist. Geschehen ist die Wohltat des Mysteriums von Golgatha für alle Menschen. Frei steht es jedem Menschen, diese Wohltat auf sich wirken zu lassen. Davon aber, wie er es auf sich wirken läßt, wird es in der Zukunft immer mehr und mehr abhängen, wie weit er in der Lage ist, aus der Sonnen-Sphäre heraus die Kräfte zu suchen, die notwendig sind, damit sich seine ätherische Leiblichkeit in der nächsten Inkarnation in der rechten Weise herstellen kann. Was das für eine unermeßliche Folge für die ganze Zukunft des Menschengeschlechtes auf der Erde hat, davon wollen wir in den nächsten Zeiten sprechen.

[ 25 ] What has been said is meant to indicate a fact of evolution. We are moving towards a future when it will be less and less possible for men during the period between death and the new birth to live through their existence in the Sun sphere in the right way if they alienate themselves from the Christ Event. True it is that we must look for the Christ-like quality in each soul. If we are to understand the root of Christianity we must ask ourselves in the case of everyone we meet; how much in his nature is Christ-like? But it is also true that a man can sever himself from Christianity if he fails to become conscious of what it is in reality. And when we remind ourselves again of St. Paul's words, that Christ died not only for the Jews but also for the Gentiles, we must also add that if in the course of further progress men were more and more to deny the reality of the Mystery of Golgotha they would prevent what was done for their sake from reaching them. The Mystery of Golgotha was a deed of blessing for all mankind. Every human being is free to allow that event to influence him or not; but the effect of the influence will in future depend more and more upon the extent to which he is able to draw from the Sun sphere the forces required to ensure that his etheric body shall be rightly formed in his next incarnation. The immeasurable consequences of this for the whole future of the human race on Earth will be considered in the forthcoming lectures.

[ 26 ] So ist das Christentum, wie es sich — zwar wenig verstanden — aber doch immerhin an das Mysterium von Golgatha anschloß, die erste Vorbereitung der Menschheit, um zu der Sonnen-Sphäre wieder in die richtige Beziehung zu kommen. Ein zweiter Impuls soll sein das richtige anthroposophische Verständnis des Mysteriums von Golgatha. Man kann eine richtige Beziehung zur Sonnen-Sphäre gewinnen, wenn man das Mysterium von Golgatha immer mehr und mehr durchdringen lernt. Aber der Mensch lebt, wenn er in die Sonnen-Sphäre sich hineingelebt hat, weiter hinaus, lebt sich zum Beispiel in die Mars-Sphäre hinein. Es handelt sich darum, daß er nicht bloß in der Sonnen-Sphäre zu den Sonnenkräften ein richtiges Verhältnis gewinnt, sondern dieses auch mitträgt beim weiteren Hinausleben in die Mars-Sphäre. Damit sich sein Bewußtsein nicht verdämmert, damit es nach der Sonnen-Sphäre nicht aufhört, sondern damit er es hineintragen kann in die Mars-Sphäre, in die JupiterSphäre, die er dann zu durchleben hat, dafür ist für unsern Menschheitszyklus notwendig, daß in den Menschenseelen Platz greife das spirituelle Verständnis für das, was in unsern Religionen und Weltanschauungen lebt. Daher das Suchen des Verständnisses für das, was in Religionen und Weltanschauungen lebt. An die Stelle des geisteswissenschaftlichen Verständnisses wird noch ein ganz anderes Verständnis kommen, von dem sich heute der Mensch kaum einen Traum bilden kann. Denn so wahr eine Wahrheit richtig ist in einer Epoche, wenn sie von Wahrheitssinn durchdrungen ist, so wahr ist es auch, daß immer neue und neue Impulse in die Menschheitsentwickelung hineinkommen werden. Es ist durchaus wahr, daß das, was die Anthroposophie zu geben hat, nur für eine bestimmte Epoche gilt, damit die Menschheit, wenn sie die Anthroposophie aufnimmt, diese als verarbeitete Impulse in die weitere Zeit hineinträgt, um mit den verarbeiteten Kräften auch die späteren Kräfte aufzunehmen.

[ 26 ] Thus Christianity, admittedly little understood, yet always connected with the Mystery of Golgotha, is the first preparation if humanity is to regain the relationship to the Sun sphere. A second impulse would be the genuine anthroposophical understanding of the Mystery of Golgotha. After a human being has adjusted himself to existence in the Sun sphere his life expands further outwards, into the Mars sphere, for example. What is essential is that he not only establishes the right relationship to the forces of the Sun sphere but maintains this relationship when his life expands into the Mars sphere. In order that his consciousness shall not become dim, shall not fade away altogether after the Sun sphere but that he can carry it over into the Mars sphere, it is necessary in the present cycle of human evolution that spiritual understanding of the gist of our religions and conceptions of the world shall take root in the souls of men. Hence the endeavours to understand the essence of religions and systems of thought. Spiritual-scientific understanding will eventually be replaced by another, quite different understanding of which men today cannot even dream. For certain as it is that a truth is right in an epoch possessed of a genuine sense of truth, it is also a fact that continually new impulses will make their way into the evolution of humanity. True indeed it is that what Anthroposophy has to give is right for a particular epoch, and humanity, having assimilated Anthroposophy, may bear it into later times as an inner impulse and through these forces also acquire the forces of the later epoch.

[ 27 ] So haben wir zeigen können, wie der Zusammenhang ist des Lebens auf der Erde mit dem Leben zwischen Tod und neuer Geburt. Niemandem kann entgehen, daß der Mensch wahrhaftig ebenso notwendig hat ein Wissen, ein Gefühl und eine Empfindung für das Leben zwischen dem Tode und der neuen Geburt wie für das irdische Leben selber, weil, wenn er ins irdische Leben hereintritt, dieses irdischen Lebens Heil, Zuversicht, Stärke und Hoffnung davon abhängen, welche Kräfte er sich mitbringt aus dem Leben zwischen dem letzten Tode und der diesmaligen Geburt. Welche Kräfte wir uns aber dort holen können, das hängt wieder davon ab, wie wir uns in der früheren Inkarnation verhalten haben; was wir für eine moralische Verfassung, was für eine religiöse Verfassung oder was für eine allgemeine menschliche Seelenverfassung wir uns angeeignet haben. So müssen wir uns denken, daß wir mit dem Übersinnlichen, in dem wir zwischen Tod und neuer Geburt leben, schaffend mitarbeiten entweder an der Fortentwickelung des ganzen Menschengeschlechtes oder an der Zerstörung des Menschengeschlechtes. Denn würden sich die Menschen nicht die Kräfte aneignen, die ihnen gesunde Astralleiber geben können, so würden die Kräfte in den menschlichen Astralleibern leer und öde werden, und die Menschheit sänke moralisch und religiös auf dem Erdenrunde dahin. Und würden sie sich nicht die Kräfte holen für die Ätherleiber, so würden sie hinsiechen als Menschengeschlecht auf der Erde. Jeder kann sich die Vorstellung bilden: Wieweit muß ich mitarbeiten, daß nicht bloß sieche Leiber über das Erdenrund hingehen? Nicht bloß ein Wissen, sondern eine Verantwottlichkeit ist die Anthroposophie, die uns mit dem ganzen Wesen der Erde in Zusammenhang bringt und in Zusammenhang erhält.

[ 27 ] Thus it has been possible to show the relationship of man’s life on Earth to the life between death and the new birth. Nobody can fail to realise that it is just as necessary for a human being to have knowledge, feeling and perceptiveness of the life between death and the new birth as of earthly life itself. For when he enters earthly life at birth, the confidence, strength and hopefulness connected with that life depend upon what forces he brings with him from the life between the last death and the present birth. But again, the forces we are able to acquire during that life depend upon our conduct in the earlier incarnation, upon our moral and religious disposition or the quality of our attitude of soul. We must realise that whether the future evolution of the human race will be furthered or impeded depends upon our active and creative co-operation with the super-sensible world in which we live between death and the new birth. If men failed to acquire the forces able to provide them with healthy astral bodies, the forces in their astral bodies would become ineffective and sterile and humanity would sink into moral and religious turpitude on the Earth. Similarly, if men failed to acquire the forces needed for their etheric bodies, as members of the human race they would wither away on the Earth. Every individual can ask himself the question: In what measure must I co-operate with the spiritual world in order that the Earth shall not be peopled by sickly bodies only? Anthroposophy is not knowledge alone but a responsibility that brings us into connection with the whole nature of the Earth, and sustains that connection.