The Bhagavad Gita and the Epistles of St. Paul
GA 142
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Die Bhagavad Gita und die Paulusbriefe, 4th ed.
Vorwort Zur Ersten Buchausgabe
Vorwort Zur Ersten Buchausgabe
[ 1 ] Zu Weihnachten 1912 fand in Köln der erste offizielle Zusammenschluß derjenigen Anhänger einer theosophischen Geistesrichtung statt, die nicht gewillt waren in eine dogmatisierende indische Strömung unterzutauchen, sondern, mit den Errungenschaften des Geisteslebens der neueren Zeit und dem radikalen Einschlag rechnend, der dem Erdgeschehen durch das Christus-Ereignis gegeben worden war, nur eine solche geistige Schulung fur das Abendland anerkennen konnten, die dem Entwickelungszustand der heutigen europäischen Menschheit angemessen ist. Sie erkannten in Rudolf Steiner den Geistesforscher und Denker, der alien Ansprüchen der modernen Wissenschaft gewachsen war, der die Zusammenhange des historischen Geschehens erfaßt hatte wie noch niemand vor ihm, und dessen Darlegungen über das Menschenwesen Tatsachenzusammenhänge aufdeckten, die ihre eigene Sprache sprachen, nicht aufoktroyierte Lehren waren. „Anthroposophie“ hatte er -seine Menschenkunde von jeher genannt. Und diesen Namen wählten nun die in Köln versammelten Anhänger einer auf geistgemaße Menschenkunde aufgebauten Wissenschaft, die sich der Erkenntnis des Göttlichen nähern wollte, indem sie den göttlichen Keim im Menschen, — sein Ich, — zu erfassen strebten.
[ 1 ] Zu Weihnachten 1912 fand in Köln der erste offizielle Zusammenschluß derjenigen Anhänger einer theosophischen Geistesrichtung statt, die nicht gewillt waren in eine dogmatisierende indische Strömung unterzutauchen, sondern, mit den Errungenschaften des Geisteslebens der neueren Zeit und dem radikalen Einschlag rechnend, der dem Erdgeschehen durch das Christus-Ereignis gegeben worden war, nur eine solche geistige Schulung fur das Abendland anerkennen konnten, die dem Entwickelungszustand der heutigen europäischen Menschheit angemessen ist. Sie erkannten in Rudolf Steiner den Geistesforscher und Denker, der alien Ansprüchen der modernen Wissenschaft gewachsen war, der die Zusammenhange des historischen Geschehens erfaßt hatte wie noch niemand vor ihm, und dessen Darlegungen über das Menschenwesen Tatsachenzusammenhänge aufdeckten, die ihre eigene Sprache sprachen, nicht aufoktroyierte Lehren waren. „Anthroposophie“ hatte er -seine Menschenkunde von jeher genannt. Und diesen Namen wählten nun die in Köln versammelten Anhänger einer auf geistgemaße Menschenkunde aufgebauten Wissenschaft, die sich der Erkenntnis des Göttlichen nähern wollte, indem sie den göttlichen Keim im Menschen, — sein Ich, — zu erfassen strebten.
[ 2 ] Um in das verborgenste Wesensglied des Menschen, in sein Ich, mit dem bewußten Gedanken eindringen zu können, mußte die Einkerkerung in die Persönlichkeit vorangegangen sein, mußte die Abschnürung von einem geistigen Weltall erfolgt sein, in dem man dumpf, doch geborgen ruhte. Dieser Gang der Menschheit durch die Wüste, im Bilde vorausgenommen durch die Prüfung jenes Volkes, das zuerst den Ichkeim in der Seele entwickeln sollte, fand statt in den Jahrhunderten, die als der Beginn der neuen Zeit bezeichnet werden. Im Mittelalter geschah es, daß selbst innerhalb des Mysterienwesens der Mensch den Kontakt mit den göttlichen Hierarchien verlor und daß die Erforschung des Geistigen nur zu oft hinabglitt zu leidenschaftlichem Suchen sichtbarer Resultate in Regionen, die dann gar Manche auf Abwege brachten. Das ehrliche nüchterne Suchen wandte sich allmählich resigniert der Erforschung der Natur zu und erfüllte damit die Aufgabe der Weltenstunde. Das emste Mysterienwesen, das auf den Zeiger der Stunde lauschte, stützte gerade diese vom Augenblick gebotenen Bestrebungen.
[ 2 ] Um in das verborgenste Wesensglied des Menschen, in sein Ich, mit dem bewußten Gedanken eindringen zu können, mußte die Einkerkerung in die Persönlichkeit vorangegangen sein, mußte die Abschnürung von einem geistigen Weltall erfolgt sein, in dem man dumpf, doch geborgen ruhte. Dieser Gang der Menschheit durch die Wüste, im Bilde vorausgenommen durch die Prüfung jenes Volkes, das zuerst den Ichkeim in der Seele entwickeln sollte, fand statt in den Jahrhunderten, die als der Beginn der neuen Zeit bezeichnet werden. Im Mittelalter geschah es, daß selbst innerhalb des Mysterienwesens der Mensch den Kontakt mit den göttlichen Hierarchien verlor und daß die Erforschung des Geistigen nur zu oft hinabglitt zu leidenschaftlichem Suchen sichtbarer Resultate in Regionen, die dann gar Manche auf Abwege brachten. Das ehrliche nüchterne Suchen wandte sich allmählich resigniert der Erforschung der Natur zu und erfüllte damit die Aufgabe der Weltenstunde. Das emste Mysterienwesen, das auf den Zeiger der Stunde lauschte, stützte gerade diese vom Augenblick gebotenen Bestrebungen.
[ 3 ] Während nach der einen Seite die Erforschung der Natur als einer außern, vom Menschen getrennten Welt gepflegt wurde, entwickelte sich das Innenleben des Menschen als ein zweites Moment,' das in dieser VI Weise — als absolutes Eigensein — bisher noch nicht betrachtet worden war. Damit diese Verinnerlichung erreicht wurde, war es aber nötig geworden, daß der Menschheit fur eine Weile entzogen wurde das Wissen von Reinkarnation und Karma. Weise Weltenlenkung auch hier! Das Christentum erfüllte so stark die Seelen mit seiner sittlichen Große und Erhabenheit! die Nachfolge Christi, die mit aller Intensität und Seelenglut von den Besten erstrebt und geübt wurde, ließ wie selbstverständlich die alte orientalische Weisheit in die Vergessenheit sinken. In der Verinnerlichung des Empfindungslebens feierte das erste Christentum seine großte Blüte. Doch die Gegenkräfte konnten nicht ausbleiben, die Schattenwesen wuchsen am hellen Licht, der Mißbrauch der Macht reckte sein Haupt. Verstand und Gemüt der Miterlebenden jener nur gar zu grellen Auswüchse bäumten sich dagegen auf; moralisches Gefühl und Intellekt forderten ihr Recht. Es entstand die Reformation, mit ihr der Kampf der Geister um Gewissensfreiheit, um das Recht der eigenen Meinung und Anschauung. Das rationalistische Zeitalter hatte begonnen. Es führte allmählich zum Materialismus, in welchen auch das Denken, die Kirche, das Leben untertauchten. Das war der Gang des Menschheitsgeistes durch die Wüste.
[ 3 ] Während nach der einen Seite die Erforschung der Natur als einer außern, vom Menschen getrennten Welt gepflegt wurde, entwickelte sich das Innenleben des Menschen als ein zweites Moment,' das in dieser VI Weise — als absolutes Eigensein — bisher noch nicht betrachtet worden war. Damit diese Verinnerlichung erreicht wurde, war es aber nötig geworden, daß der Menschheit fur eine Weile entzogen wurde das Wissen von Reinkarnation und Karma. Weise Weltenlenkung auch hier! Das Christentum erfüllte so stark die Seelen mit seiner sittlichen Große und Erhabenheit! die Nachfolge Christi, die mit aller Intensität und Seelenglut von den Besten erstrebt und geübt wurde, ließ wie selbstverständlich die alte orientalische Weisheit in die Vergessenheit sinken. In der Verinnerlichung des Empfindungslebens feierte das erste Christentum seine großte Blüte. Doch die Gegenkräfte konnten nicht ausbleiben, die Schattenwesen wuchsen am hellen Licht, der Mißbrauch der Macht reckte sein Haupt. Verstand und Gemüt der Miterlebenden jener nur gar zu grellen Auswüchse bäumten sich dagegen auf; moralisches Gefühl und Intellekt forderten ihr Recht. Es entstand die Reformation, mit ihr der Kampf der Geister um Gewissensfreiheit, um das Recht der eigenen Meinung und Anschauung. Das rationalistische Zeitalter hatte begonnen. Es führte allmählich zum Materialismus, in welchen auch das Denken, die Kirche, das Leben untertauchten. Das war der Gang des Menschheitsgeistes durch die Wüste.
[ 4 ] Nun sind unsere Seelen verödet. Sie lechzen nach dem lebendigen Wasser, wie einst jenes Volk auf seiner Wanderschaft. Wir sind so stark in unser Inneres hineingedrängt worden, daß es die Komprimierung und Zusammenballung nicht mehr ertragen kann und an sich zerbricht, wenn es nicht über sich hinaus kann. Das Leben in der Persönlichkeit hat sich überschlagen. Es muß wieder seinen kosmischen Zusammenhang finden. Aber es kann nicht mehr in die Dumpfheit zurück. Die Früchte ihrer Erkenntnisse kann die Persönlichkeit nicht aufgeben. Was sie mit Recht ihr höchstes Glück nennt, sind diese Erkenntnisse. Diese muß sie nun erweitern und läutern und heben bis sie zum Erfassen ihrer tiefem Wesenheit kommt, die zunächst verborgen ihrer Erweckung durch den selbsttätigen Willen des Menschen harrt.
[ 4 ] Nun sind unsere Seelen verödet. Sie lechzen nach dem lebendigen Wasser, wie einst jenes Volk auf seiner Wanderschaft. Wir sind so stark in unser Inneres hineingedrängt worden, daß es die Komprimierung und Zusammenballung nicht mehr ertragen kann und an sich zerbricht, wenn es nicht über sich hinaus kann. Das Leben in der Persönlichkeit hat sich überschlagen. Es muß wieder seinen kosmischen Zusammenhang finden. Aber es kann nicht mehr in die Dumpfheit zurück. Die Früchte ihrer Erkenntnisse kann die Persönlichkeit nicht aufgeben. Was sie mit Recht ihr höchstes Glück nennt, sind diese Erkenntnisse. Diese muß sie nun erweitern und läutern und heben bis sie zum Erfassen ihrer tiefem Wesenheit kommt, die zunächst verborgen ihrer Erweckung durch den selbsttätigen Willen des Menschen harrt.
[ 5 ] Dazu will Anthroposophie die Wege weisen. Von errungenen neuen Fähigkeiten will sie nichts aufgeben, aber sie will sie den Todeskräften entreißen, denen sie verfallen, wenn ihnen nicht neues Leben zugeführt wird.
[ 5 ] Dazu will Anthroposophie die Wege weisen. Von errungenen neuen Fähigkeiten will sie nichts aufgeben, aber sie will sie den Todeskräften entreißen, denen sie verfallen, wenn ihnen nicht neues Leben zugeführt wird.
[ 6 ] Schon aus der Zusammenfassung und dem Überblick des menschlichen Geschehens und Werdens kann dieses neue Leben entquellen, denn es enthüllt die göttliche Weisheit der Weltenlenkung.
[ 6 ] Schon aus der Zusammenfassung und dem Überblick des menschlichen Geschehens und Werdens kann dieses neue Leben entquellen, denn es enthüllt die göttliche Weisheit der Weltenlenkung.
[ 7 ] Es enthüllt uns auch die Tatsache, daß von dem Moment an, wo unser Ich auf sich selbst gestellt ist, wir selbst auch unser Geschick in die Hand nehmen — das Menschheitsgeschick — wir selbst an ihm arbeiten.
[ 7 ] Es enthüllt uns auch die Tatsache, daß von dem Moment an, wo unser Ich auf sich selbst gestellt ist, wir selbst auch unser Geschick in die Hand nehmen — das Menschheitsgeschick — wir selbst an ihm arbeiten.
[ 8 ] Die Einzelnen wissen es soweit es sie selbst betrifft. Die Masse, die große Gesamtheit weiß es noch nicht in dem Umfang seiner konkreten Bedeutung fur die allgemeine Menschheit. Die katastrophalen Ereignisse unserer Zeit können keinen andern Sinn haben, als den Menschen zum Bewußtsein seines Selbst zu bringen, ihn sein Ich ergreifen zu lassen, durch das er den Zusammenhang mit dem Göttlichen wieder findet und damit den Ausweg aus dem Chaos.
[ 8 ] Die Einzelnen wissen es soweit es sie selbst betrifft. Die Masse, die große Gesamtheit weiß es noch nicht in dem Umfang seiner konkreten Bedeutung fur die allgemeine Menschheit. Die katastrophalen Ereignisse unserer Zeit können keinen andern Sinn haben, als den Menschen zum Bewußtsein seines Selbst zu bringen, ihn sein Ich ergreifen zu lassen, durch das er den Zusammenhang mit dem Göttlichen wieder findet und damit den Ausweg aus dem Chaos.
[ 9 ] Dem Morgenlande verdanken wir die großen Lehren von Reinkarnation und Karma. Sie ermöglichten einst das Zustandekommen großer Zivilisationen, die sich auf die Einteilung der Menschen in Stande und Klassen aufbauten. Die Unterschiede wogen damals nicht so schwer, denn das irdische Leben war dem Einzelnen kurze vorübergehende Erscheinungsform.
[ 9 ] Dem Morgenlande verdanken wir die großen Lehren von Reinkarnation und Karma. Sie ermöglichten einst das Zustandekommen großer Zivilisationen, die sich auf die Einteilung der Menschen in Stande und Klassen aufbauten. Die Unterschiede wogen damals nicht so schwer, denn das irdische Leben war dem Einzelnen kurze vorübergehende Erscheinungsform.
[ 10 ] Das Abendland brachte uns mit dem Zurücktreten dieser Wahrheiten aus dem Bewußtsein der Menschen, die auf sich selbst gestellte Persönlichkeit, die ihr Geschick nun selbst formen will, und dann das sogenannte Klassenbewußtsein, das aber zum Kampf aller gegen alle schreitet, auch gegen ein selbstgeschaffenes Gespenst der Gottheit.
[ 10 ] Das Abendland brachte uns mit dem Zurücktreten dieser Wahrheiten aus dem Bewußtsein der Menschen, die auf sich selbst gestellte Persönlichkeit, die ihr Geschick nun selbst formen will, und dann das sogenannte Klassenbewußtsein, das aber zum Kampf aller gegen alle schreitet, auch gegen ein selbstgeschaffenes Gespenst der Gottheit.
[ 11 ] Marxistische Geschichtsauffassung macht aus der Welt nur das Produkt blinder Zufälligkeit, das Launenerzeugnis besitzender Klassen und rücksichtsloser robuster Persönlichkeiten.
[ 11 ] Marxistische Geschichtsauffassung macht aus der Welt nur das Produkt blinder Zufälligkeit, das Launenerzeugnis besitzender Klassen und rücksichtsloser robuster Persönlichkeiten.
[ 12 ] Es war einer da — Rudolf Steiner — dessen Geschichtsdarlegung die Arbeiter mit Begeisterung lauschten. Sie schrieben ihm Dankesbriefe, weil er von ihnen die Voraussetzung hatte, daß ihnen nicht nur um das Stück Brot und den verdienten Pfennig zu tun war. Er wurde aber aus diesem Grunde seines Lehramts enthoben. Denn — so sagte einer der Leitenden — wir brauchen vernünftigen Zwang, nicht Geistesfreiheit.
[ 12 ] Es war einer da — Rudolf Steiner — dessen Geschichtsdarlegung die Arbeiter mit Begeisterung lauschten. Sie schrieben ihm Dankesbriefe, weil er von ihnen die Voraussetzung hatte, daß ihnen nicht nur um das Stück Brot und den verdienten Pfennig zu tun war. Er wurde aber aus diesem Grunde seines Lehramts enthoben. Denn — so sagte einer der Leitenden — wir brauchen vernünftigen Zwang, nicht Geistesfreiheit.
[ 13 ] Für die wissenschaftliche und streng philosophische Darlegung seiner Gedanken war die Welt zu stumpf gewesen. Man hatte den Geist hinter diesen Worten nicht verspüren wollen.
[ 13 ] Für die wissenschaftliche und streng philosophische Darlegung seiner Gedanken war die Welt zu stumpf gewesen. Man hatte den Geist hinter diesen Worten nicht verspüren wollen.
[ 14 ] Nur die Anhänger theosophischer Bewegungen horchten begierig auf und baten ihn sich ihrer Verlassenheit anzunehmen, denn ihnen fehlte der wissende geistige Führer, und sie waren an einen toten Punkt mit ihren Kenntnissen gelangt.
[ 14 ] Nur die Anhänger theosophischer Bewegungen horchten begierig auf und baten ihn sich ihrer Verlassenheit anzunehmen, denn ihnen fehlte der wissende geistige Führer, und sie waren an einen toten Punkt mit ihren Kenntnissen gelangt.
[ 15 ] Als er sich dieser annahm, zogen sich seine literarischen Freunde zurück, auch angesehene Verlage, die ihm Aufträge gegeben batten und nun auf seine Mitwirkung verzichteten.
[ 15 ] Als er sich dieser annahm, zogen sich seine literarischen Freunde zurück, auch angesehene Verlage, die ihm Aufträge gegeben batten und nun auf seine Mitwirkung verzichteten.
[ 16 ] Als er der Theosophischen Gesellschaft dasjenige brachte, was ihr gefehlt hatte, und sie über ihr früheres Niveau emporhob, erschraken gewisse impulsierende Mächte, welche die sonst niedergehende Bewegung zu ihrem Werkzeug batten umbilden wollen und nun ihre Sonderzwecke gefährdet sahen. Denn nicht die Synthese von morgenländischer und abendländischer Weisheit zu allgemeiner Menschenförderung war ihr Ziel, sondern die Galvanisierung des ertöteten europäischen Geisteslebens mit vorchristlicher Weisheit.
[ 16 ] Als er der Theosophischen Gesellschaft dasjenige brachte, was ihr gefehlt hatte, und sie über ihr früheres Niveau emporhob, erschraken gewisse impulsierende Mächte, welche die sonst niedergehende Bewegung zu ihrem Werkzeug batten umbilden wollen und nun ihre Sonderzwecke gefährdet sahen. Denn nicht die Synthese von morgenländischer und abendländischer Weisheit zu allgemeiner Menschenförderung war ihr Ziel, sondern die Galvanisierung des ertöteten europäischen Geisteslebens mit vorchristlicher Weisheit.
[ 17 ] Nun war einer da, der neues Leben brachte aus den Tiefen der christlichen Esoterik, der Synthese von morgenländischem und abendländischem Denken, von vergangener und Zukunftsweisheit.
[ 17 ] Nun war einer da, der neues Leben brachte aus den Tiefen der christlichen Esoterik, der Synthese von morgenländischem und abendländischem Denken, von vergangener und Zukunftsweisheit.
[ 18 ] Dies mußte unterdrückt werden.
[ 18 ] Dies mußte unterdrückt werden.
[ 19 ] Und da wurde für die in der Seele der Europäer neu erwachende Christussehnsucht ein Gegenbild aufgestellt. Ein Mensch aus Fleisch und Blut. Ein Knabe noch, mit dem Reiz der Exotik, ein Hindu, der für die Rolle des Messias dressiert werden sollte. Die Beschreibung des weiteren Krishnamurti-Humbugs an dieser Stelle mochte ich dem Leser ersparen. Was die Reklame ersinnen kann, hat sie getan, um ihn zu lancieren. Mit diplomatischen Künsten, mit Bitten, List und Drohungen wurde in die theosophischen Sektionen hinein gearbeitet, um sie der neuen Absicht gefügig zu machen. In Scharen traten Mitglieder in den verschiedenen Ländern aus. Die deutsche Sektion protestierte mit Nachdruck als geschlossene Gesamtheit. Es kam zu ihrem Ausschluß aus der Theosophical Society. Das äußere Band mit dieser Gesellschaft war nun auch zerrissen. Die Arbeit für die anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft ging in Europa in derselben Weise weiter. Schon einige Jahre vorher hatte Rudolf Steiner die völlige Selbständigkeit und Unabhängigkeit seiner Arbeit von jeder theosophischen Leitung zur Bedingung eines weiteren äußeren Zusammengehens gemacht. Jetzt wurde der anthroposophische Bund, an dem sich auch viele Ausländer beteiligten, welche die neue Phase der Entwickelung der Theosophischen Gesellschaft nicht mitmachen konnten, in die Form einer selbständigen Gesellschaft übergeführt.
[ 19 ] Und da wurde für die in der Seele der Europäer neu erwachende Christussehnsucht ein Gegenbild aufgestellt. Ein Mensch aus Fleisch und Blut. Ein Knabe noch, mit dem Reiz der Exotik, ein Hindu, der für die Rolle des Messias dressiert werden sollte. Die Beschreibung des weiteren Krishnamurti-Humbugs an dieser Stelle mochte ich dem Leser ersparen. Was die Reklame ersinnen kann, hat sie getan, um ihn zu lancieren. Mit diplomatischen Künsten, mit Bitten, List und Drohungen wurde in die theosophischen Sektionen hinein gearbeitet, um sie der neuen Absicht gefügig zu machen. In Scharen traten Mitglieder in den verschiedenen Ländern aus. Die deutsche Sektion protestierte mit Nachdruck als geschlossene Gesamtheit. Es kam zu ihrem Ausschluß aus der Theosophical Society. Das äußere Band mit dieser Gesellschaft war nun auch zerrissen. Die Arbeit für die anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft ging in Europa in derselben Weise weiter. Schon einige Jahre vorher hatte Rudolf Steiner die völlige Selbständigkeit und Unabhängigkeit seiner Arbeit von jeder theosophischen Leitung zur Bedingung eines weiteren äußeren Zusammengehens gemacht. Jetzt wurde der anthroposophische Bund, an dem sich auch viele Ausländer beteiligten, welche die neue Phase der Entwickelung der Theosophischen Gesellschaft nicht mitmachen konnten, in die Form einer selbständigen Gesellschaft übergeführt.
[ 20 ] Es war in den letzten Dezembertagen des Jahres 1912, als in Köln die letzten Beratungen über diese Fragen gepflegt wurden. Da wählte Rudolf Steiner als Thema fur den Vortragszyklus, den er in Köln vor den versammelten Anthroposophen hielt, das Thema: Die Bhagavad Gita und die Paulusbriefe.
[ 20 ] Es war in den letzten Dezembertagen des Jahres 1912, als in Köln die letzten Beratungen über diese Fragen gepflegt wurden. Da wählte Rudolf Steiner als Thema fur den Vortragszyklus, den er in Köln vor den versammelten Anthroposophen hielt, das Thema: Die Bhagavad Gita und die Paulusbriefe.
[ 21 ] Da sprach er die Hoffnung aus, daß die von ihm gegründete Bewegung nicht in die üblichen Fehler verfallen möge, die aus Hochmut, Ehrgeiz, Eitelkeit und dem Spiel mit Okkultismus gar zu leicht entstehen. Da gab er ihr auf den Weg den GoetheLeitsatz: «Die Weisheit ist nur in der Wahrheit». Da sprach er in die Herzen seiner Zuhörer hinein die Worte:
[ 21 ] Da sprach er die Hoffnung aus, daß die von ihm gegründete Bewegung nicht in die üblichen Fehler verfallen möge, die aus Hochmut, Ehrgeiz, Eitelkeit und dem Spiel mit Okkultismus gar zu leicht entstehen. Da gab er ihr auf den Weg den GoetheLeitsatz: «Die Weisheit ist nur in der Wahrheit». Da sprach er in die Herzen seiner Zuhörer hinein die Worte:
[ 22 ] «Wahrheit erblüht nur, wenn Selbsterkenntnis mit höchstem Ernst in der menschlichen Seele sich festsetzt. Woraus stammt alle Eitelkeit, woraus stammt alle Unwahrhaftigkeit? Sie stammen aus Ermangelung der Selbsterkenntnis. Woraus nur kann Wahrheit sprießen, woraus nur kann echte Andacht gegenüber Götterwelten und Götterweisheiten sprießen? Sie können nur aus wirklicher Selbsterkenntnis, Selbsterziehung, Selbstzucht sprießen.»
[ 22 ] «Wahrheit erblüht nur, wenn Selbsterkenntnis mit höchstem Ernst in der menschlichen Seele sich festsetzt. Woraus stammt alle Eitelkeit, woraus stammt alle Unwahrhaftigkeit? Sie stammen aus Ermangelung der Selbsterkenntnis. Woraus nur kann Wahrheit sprießen, woraus nur kann echte Andacht gegenüber Götterwelten und Götterweisheiten sprießen? Sie können nur aus wirklicher Selbsterkenntnis, Selbsterziehung, Selbstzucht sprießen.»
—Marie Steiner
—Marie Steiner
