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The Bhagavad Gita and the Epistles of St. Paul
GA 142

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The Bhagavad Gita and the Epistles of St. Paul, tr. SOL
  1. Die Bhagavad Gita und die Paulusbriefe, 4th ed.

Vorwort Zur Ersten Buchausgabe

Foreword to the First Edition

[ 1 ] Zu Weihnachten 1912 fand in Köln der erste offizielle Zusammenschluß derjenigen Anhänger einer theosophischen Geistesrichtung statt, die nicht gewillt waren in eine dogmatisierende indische Strömung unterzutauchen, sondern, mit den Errungenschaften des Geisteslebens der neueren Zeit und dem radikalen Einschlag rechnend, der dem Erdgeschehen durch das Christus-Ereignis gegeben worden war, nur eine solche geistige Schulung fur das Abendland anerkennen konnten, die dem Entwickelungszustand der heutigen europäischen Menschheit angemessen ist. Sie erkannten in Rudolf Steiner den Geistesforscher und Denker, der alien Ansprüchen der modernen Wissenschaft gewachsen war, der die Zusammenhange des historischen Geschehens erfaßt hatte wie noch niemand vor ihm, und dessen Darlegungen über das Menschenwesen Tatsachenzusammenhänge aufdeckten, die ihre eigene Sprache sprachen, nicht aufoktroyierte Lehren waren. „Anthroposophie“ hatte er -seine Menschenkunde von jeher genannt. Und diesen Namen wählten nun die in Köln versammelten Anhänger einer auf geistgemaße Menschenkunde aufgebauten Wissenschaft, die sich der Erkenntnis des Göttlichen nähern wollte, indem sie den göttlichen Keim im Menschen, — sein Ich, — zu erfassen strebten.

[ 1 ] At Christmas 1912, the first official gathering of those followers of a theosophical school of thought took place in Cologne, who were not willing to submerge themselves in a dogmatic Indian movement, but, taking into account the achievements of modern spiritual life and the radical impact that the Christ event had had on earthly history, could only recognize a spiritual training for the West that was appropriate to the stage of development of today’s European humanity.1This is the full preface from the first German edition. In later editions it was condensed and moved to an appendix. They recognized in Rudolf Steiner the spiritual researcher and thinker who was equal to all the demands of modern science, who had grasped the interconnections of historical events as no one before him had, and whose expositions on the human being revealed factual connections that spoke their own language, rather than being imposed doctrines. He had always called his study of humanity “Anthroposophy.” And this was the name now chosen by the followers gathered in Cologne—followers of a science founded on a spiritual understanding of humanity, which sought to approach the knowledge of the divine by striving to grasp the divine seed within the human being—its “I.”

[ 2 ] Um in das verborgenste Wesensglied des Menschen, in sein Ich, mit dem bewußten Gedanken eindringen zu können, mußte die Einkerkerung in die Persönlichkeit vorangegangen sein, mußte die Abschnürung von einem geistigen Weltall erfolgt sein, in dem man dumpf, doch geborgen ruhte. Dieser Gang der Menschheit durch die Wüste, im Bilde vorausgenommen durch die Prüfung jenes Volkes, das zuerst den Ichkeim in der Seele entwickeln sollte, fand statt in den Jahrhunderten, die als der Beginn der neuen Zeit bezeichnet werden. Im Mittelalter geschah es, daß selbst innerhalb des Mysterienwesens der Mensch den Kontakt mit den göttlichen Hierarchien verlor und daß die Erforschung des Geistigen nur zu oft hinabglitt zu leidenschaftlichem Suchen sichtbarer Resultate in Regionen, die dann gar Manche auf Abwege brachten. Das ehrliche nüchterne Suchen wandte sich allmählich resigniert der Erforschung der Natur zu und erfüllte damit die Aufgabe der Weltenstunde. Das emste Mysterienwesen, das auf den Zeiger der Stunde lauschte, stützte gerade diese vom Augenblick gebotenen Bestrebungen.

[ 2 ] In order to penetrate the most hidden aspect of the human being—the “I”—with conscious thought, there had to have been a prior confinement within the personality; there had to have been a severing from a spiritual universe in which one rested in a state of dullness, yet felt secure. This journey of humanity through the desert, foreshadowed in the trial of that people who were to be the first to develop the seed of the ego in the soul, took place during the centuries designated as the beginning of the new era. In the Middle Ages, it came to pass that even within the realm of the mysteries, humanity lost contact with the divine hierarchies, and that the exploration of the spiritual all too often descended into a passionate search for visible results in regions that led many astray. The honest, sober search gradually turned, with resignation, to the exploration of nature, thereby fulfilling the task of the hour of the world. The most earnest mystery tradition, which listened for the hour’s signal, supported precisely these endeavors demanded by the moment.

[ 3 ] Während nach der einen Seite die Erforschung der Natur als einer außern, vom Menschen getrennten Welt gepflegt wurde, entwickelte sich das Innenleben des Menschen als ein zweites Moment,' das in dieser VI Weise — als absolutes Eigensein — bisher noch nicht betrachtet worden war. Damit diese Verinnerlichung erreicht wurde, war es aber nötig geworden, daß der Menschheit fur eine Weile entzogen wurde das Wissen von Reinkarnation und Karma. Weise Weltenlenkung auch hier! Das Christentum erfüllte so stark die Seelen mit seiner sittlichen Große und Erhabenheit! die Nachfolge Christi, die mit aller Intensität und Seelenglut von den Besten erstrebt und geübt wurde, ließ wie selbstverständlich die alte orientalische Weisheit in die Vergessenheit sinken. In der Verinnerlichung des Empfindungslebens feierte das erste Christentum seine großte Blüte. Doch die Gegenkräfte konnten nicht ausbleiben, die Schattenwesen wuchsen am hellen Licht, der Mißbrauch der Macht reckte sein Haupt. Verstand und Gemüt der Miterlebenden jener nur gar zu grellen Auswüchse bäumten sich dagegen auf; moralisches Gefühl und Intellekt forderten ihr Recht. Es entstand die Reformation, mit ihr der Kampf der Geister um Gewissensfreiheit, um das Recht der eigenen Meinung und Anschauung. Das rationalistische Zeitalter hatte begonnen. Es führte allmählich zum Materialismus, in welchen auch das Denken, die Kirche, das Leben untertauchten. Das war der Gang des Menschheitsgeistes durch die Wüste.

[ 3 ] While, on the one hand, the study of nature as an external world separate from humanity was pursued, the inner life of the human being developed as a “second aspect” that had not yet been considered in this way—as absolute selfhood. However, in order for this internalization to be achieved, it had become necessary for humanity to be deprived, for a time, of the knowledge of reincarnation and karma. Wise guidance of the world here as well! Christianity so powerfully filled souls with its moral greatness and sublimity! The following of Christ, which was striven for and practiced with all intensity and fervor by the best among them, naturally allowed the old Eastern wisdom to sink into oblivion. Early Christianity celebrated its greatest flowering in the internalization of the life of feeling. Yet opposing forces could not be kept at bay; shadow beings grew in the bright light, and the abuse of power reared its head. The intellect and spirit of those who witnessed these all-too-glaring excesses rebelled against them; moral feeling and intellect demanded their due. The Reformation arose, and with it the battle of the spirits for freedom of conscience, for the right to one’s own opinion and perspective. The rationalist age had begun. It gradually led to materialism, into which thought, the Church, and life itself were submerged. That was the journey of the human spirit through the desert.

[ 4 ] Nun sind unsere Seelen verödet. Sie lechzen nach dem lebendigen Wasser, wie einst jenes Volk auf seiner Wanderschaft. Wir sind so stark in unser Inneres hineingedrängt worden, daß es die Komprimierung und Zusammenballung nicht mehr ertragen kann und an sich zerbricht, wenn es nicht über sich hinaus kann. Das Leben in der Persönlichkeit hat sich überschlagen. Es muß wieder seinen kosmischen Zusammenhang finden. Aber es kann nicht mehr in die Dumpfheit zurück. Die Früchte ihrer Erkenntnisse kann die Persönlichkeit nicht aufgeben. Was sie mit Recht ihr höchstes Glück nennt, sind diese Erkenntnisse. Diese muß sie nun erweitern und läutern und heben bis sie zum Erfassen ihrer tiefem Wesenheit kommt, die zunächst verborgen ihrer Erweckung durch den selbsttätigen Willen des Menschen harrt.

[ 4 ] Now our souls are desolate. They thirst for the living water, just as that people once did on their journey. We have been forced so deeply into our inner selves that we can no longer bear the compression and constriction, and we break within ourselves if we cannot transcend ourselves. Life within the personality has been turned upside down. It must find its cosmic context once again. But it can no longer return to dullness. The personality cannot relinquish the fruits of its insights. These insights are what it rightly calls its highest happiness. It must now expand, purify, and elevate them until it comes to grasp its deep essence, which, initially hidden, awaits its awakening through the self-acting will of the human being.

[ 5 ] Dazu will Anthroposophie die Wege weisen. Von errungenen neuen Fähigkeiten will sie nichts aufgeben, aber sie will sie den Todeskräften entreißen, denen sie verfallen, wenn ihnen nicht neues Leben zugeführt wird.

[ 5 ] Anthroposophy aims to show the way forward. It does not wish to relinquish any of the new abilities we have acquired, but it seeks to rescue them from the forces of death to which they fall prey if they are not infused with new life.

[ 6 ] Schon aus der Zusammenfassung und dem Überblick des menschlichen Geschehens und Werdens kann dieses neue Leben entquellen, denn es enthüllt die göttliche Weisheit der Weltenlenkung.

[ 6 ] This new life can spring forth even from the summary and overview of human events and development, for it reveals the divine wisdom behind the governance of the world.

[ 7 ] Es enthüllt uns auch die Tatsache, daß von dem Moment an, wo unser Ich auf sich selbst gestellt ist, wir selbst auch unser Geschick in die Hand nehmen — das Menschheitsgeschick — wir selbst an ihm arbeiten.

[ 7 ] It also reveals to us the fact that from the moment our ego is left to its own devices, we ourselves take our destiny—the destiny of humanity—into our own hands; we ourselves work to shape it.

[ 8 ] Die Einzelnen wissen es soweit es sie selbst betrifft. Die Masse, die große Gesamtheit weiß es noch nicht in dem Umfang seiner konkreten Bedeutung fur die allgemeine Menschheit. Die katastrophalen Ereignisse unserer Zeit können keinen andern Sinn haben, als den Menschen zum Bewußtsein seines Selbst zu bringen, ihn sein Ich ergreifen zu lassen, durch das er den Zusammenhang mit dem Göttlichen wieder findet und damit den Ausweg aus dem Chaos.

[ 8 ] Individuals know this as far as it concerns them personally. The masses, the great whole, do not yet know it to the extent of its concrete significance for humanity as a whole. The catastrophic events of our time can have no other purpose than to bring people to an awareness of their true selves, to let them grasp their inner self, through which they may rediscover their connection with the Divine and thus find a way out of chaos.

[ 9 ] Dem Morgenlande verdanken wir die großen Lehren von Reinkarnation und Karma. Sie ermöglichten einst das Zustandekommen großer Zivilisationen, die sich auf die Einteilung der Menschen in Stande und Klassen aufbauten. Die Unterschiede wogen damals nicht so schwer, denn das irdische Leben war dem Einzelnen kurze vorübergehende Erscheinungsform.

[ 9 ] We owe the great teachings of reincarnation and karma to the East. These teachings once made possible the rise of great civilizations, which were built on the division of people into estates and classes. At that time, these differences did not carry as much weight, for earthly life was merely a brief, transient manifestation for the individual.

[ 10 ] Das Abendland brachte uns mit dem Zurücktreten dieser Wahrheiten aus dem Bewußtsein der Menschen, die auf sich selbst gestellte Persönlichkeit, die ihr Geschick nun selbst formen will, und dann das sogenannte Klassenbewußtsein, das aber zum Kampf aller gegen alle schreitet, auch gegen ein selbstgeschaffenes Gespenst der Gottheit.

[ 10 ] As these truths receded from human consciousness, the West gave rise to the self-reliant individual, who now seeks to shape his own destiny, and then to so-called class consciousness, which, however, escalates into a struggle of all against all—even against a self-created specter of the divine.

[ 11 ] Marxistische Geschichtsauffassung macht aus der Welt nur das Produkt blinder Zufälligkeit, das Launenerzeugnis besitzender Klassen und rücksichtsloser robuster Persönlichkeiten.

[ 11 ] The Marxist view of history reduces the world to nothing more than the product of blind chance, the whim of the propertied classes and ruthless, strong-willed individuals.

[ 12 ] Es war einer da — Rudolf Steiner — dessen Geschichtsdarlegung die Arbeiter mit Begeisterung lauschten. Sie schrieben ihm Dankesbriefe, weil er von ihnen die Voraussetzung hatte, daß ihnen nicht nur um das Stück Brot und den verdienten Pfennig zu tun war. Er wurde aber aus diesem Grunde seines Lehramts enthoben. Denn — so sagte einer der Leitenden — wir brauchen vernünftigen Zwang, nicht Geistesfreiheit.

[ 12 ] There was a man—Rudolf Steiner—whose historical accounts the workers listened to with enthusiasm. They wrote him letters of thanks because he assumed that they were concerned with more than just a piece of bread and a hard-earned penny. But for this very reason, he was removed from his teaching post. For—as one of the leaders said—we need reasonable coercion, not freedom of thought.

[ 13 ] Für die wissenschaftliche und streng philosophische Darlegung seiner Gedanken war die Welt zu stumpf gewesen. Man hatte den Geist hinter diesen Worten nicht verspüren wollen.

[ 13 ] The world was too dull to appreciate the scholarly and strictly philosophical presentation of his ideas. People had been unwilling to grasp the spirit behind these words.

[ 14 ] Nur die Anhänger theosophischer Bewegungen horchten begierig auf und baten ihn sich ihrer Verlassenheit anzunehmen, denn ihnen fehlte der wissende geistige Führer, und sie waren an einen toten Punkt mit ihren Kenntnissen gelangt.

[ 14 ] Only the followers of theosophical movements listened eagerly and asked him to take them under his wing, for they lacked a knowledgeable spiritual guide and had reached a dead end in their understanding.

[ 15 ] Als er sich dieser annahm, zogen sich seine literarischen Freunde zurück, auch angesehene Verlage, die ihm Aufträge gegeben batten und nun auf seine Mitwirkung verzichteten.

[ 15 ] When he took this on, his literary friends withdrew, as did respected publishers who had previously commissioned him but now declined his services.

[ 16 ] Als er der Theosophischen Gesellschaft dasjenige brachte, was ihr gefehlt hatte, und sie über ihr früheres Niveau emporhob, erschraken gewisse impulsierende Mächte, welche die sonst niedergehende Bewegung zu ihrem Werkzeug batten umbilden wollen und nun ihre Sonderzwecke gefährdet sahen. Denn nicht die Synthese von morgenländischer und abendländischer Weisheit zu allgemeiner Menschenförderung war ihr Ziel, sondern die Galvanisierung des ertöteten europäischen Geisteslebens mit vorchristlicher Weisheit.

[ 16 ] When he brought to the Theosophical Society what it had been lacking and raised it above its former level, certain driving forces were alarmed; these forces had sought to reshape the otherwise declining movement into their own tool and now saw their own special purposes threatened. For their goal was not the synthesis of Eastern and Western wisdom for the general betterment of humanity, but rather the galvanization of Europe’s stagnant spiritual life with pre-Christian wisdom.

[ 17 ] Nun war einer da, der neues Leben brachte aus den Tiefen der christlichen Esoterik, der Synthese von morgenländischem und abendländischem Denken, von vergangener und Zukunftsweisheit.

[ 17 ] Now there was one who brought new life from the depths of Christian esotericism, the synthesis of Eastern and Western thought, of wisdom from the past and the future.

[ 18 ] Dies mußte unterdrückt werden.

[ 18 ] This had to be suppressed.

[ 19 ] Und da wurde für die in der Seele der Europäer neu erwachende Christussehnsucht ein Gegenbild aufgestellt. Ein Mensch aus Fleisch und Blut. Ein Knabe noch, mit dem Reiz der Exotik, ein Hindu, der für die Rolle des Messias dressiert werden sollte. Die Beschreibung des weiteren Krishnamurti-Humbugs an dieser Stelle mochte ich dem Leser ersparen. Was die Reklame ersinnen kann, hat sie getan, um ihn zu lancieren. Mit diplomatischen Künsten, mit Bitten, List und Drohungen wurde in die theosophischen Sektionen hinein gearbeitet, um sie der neuen Absicht gefügig zu machen. In Scharen traten Mitglieder in den verschiedenen Ländern aus. Die deutsche Sektion protestierte mit Nachdruck als geschlossene Gesamtheit. Es kam zu ihrem Ausschluß aus der Theosophical Society. Das äußere Band mit dieser Gesellschaft war nun auch zerrissen. Die Arbeit für die anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft ging in Europa in derselben Weise weiter. Schon einige Jahre vorher hatte Rudolf Steiner die völlige Selbständigkeit und Unabhängigkeit seiner Arbeit von jeder theosophischen Leitung zur Bedingung eines weiteren äußeren Zusammengehens gemacht. Jetzt wurde der anthroposophische Bund, an dem sich auch viele Ausländer beteiligten, welche die neue Phase der Entwickelung der Theosophischen Gesellschaft nicht mitmachen konnten, in die Form einer selbständigen Gesellschaft übergeführt.

[ 19 ] And so a counter-image was set up to counter the longing for Christ that was reawakening in the souls of Europeans. A man of flesh and blood. Still a boy, with an exotic allure—a Hindu who was to be groomed for the role of the Messiah. I would like to spare the reader a description of the further Krishnamurti humbug at this point. Whatever advertising could devise, it did so to launch him. Using diplomatic skills, pleas, cunning, and threats, they worked their way into the theosophical sections to make them compliant with the new agenda. Members in various countries resigned in droves. The German section protested emphatically as a united whole. This led to its expulsion from the Theosophical Society. The external ties with this society were now also severed. The work for the anthroposophically oriented spiritual science continued in Europe in the same manner. Already several years earlier, Rudolf Steiner had made the complete autonomy and independence of his work from any theosophical leadership a condition for any further external collaboration. Now the Anthroposophical Association, in which many foreigners also participated—those who could not go along with the new phase of the Theosophical Society’s development—was transformed into an independent society.

[ 20 ] Es war in den letzten Dezembertagen des Jahres 1912, als in Köln die letzten Beratungen über diese Fragen gepflegt wurden. Da wählte Rudolf Steiner als Thema fur den Vortragszyklus, den er in Köln vor den versammelten Anthroposophen hielt, das Thema: Die Bhagavad Gita und die Paulusbriefe.

[ 20 ] It was in the final days of December 1912 that the final discussions on these issues took place in Cologne. At that time, Rudolf Steiner chose as the topic for the lecture series he delivered in Cologne to the assembled anthroposophists: The Bhagavad Gita and the Epistles of Paul.

[ 21 ] Da sprach er die Hoffnung aus, daß die von ihm gegründete Bewegung nicht in die üblichen Fehler verfallen möge, die aus Hochmut, Ehrgeiz, Eitelkeit und dem Spiel mit Okkultismus gar zu leicht entstehen. Da gab er ihr auf den Weg den GoetheLeitsatz: «Die Weisheit ist nur in der Wahrheit». Da sprach er in die Herzen seiner Zuhörer hinein die Worte:

[ 21 ] He then expressed the hope that the movement he had founded would not fall into the usual pitfalls that all too easily arise from pride, ambition, vanity, and dabbling in the occult. He set it on its path with Goethe’s guiding principle: “Wisdom lies only in truth.” He spoke these words straight to the hearts of his listeners:

[ 22 ] «Wahrheit erblüht nur, wenn Selbsterkenntnis mit höchstem Ernst in der menschlichen Seele sich festsetzt. Woraus stammt alle Eitelkeit, woraus stammt alle Unwahrhaftigkeit? Sie stammen aus Ermangelung der Selbsterkenntnis. Woraus nur kann Wahrheit sprießen, woraus nur kann echte Andacht gegenüber Götterwelten und Götterweisheiten sprießen? Sie können nur aus wirklicher Selbsterkenntnis, Selbsterziehung, Selbstzucht sprießen.»

[ 22 ] “Truth blossoms only when self-knowledge takes root in the human soul with the utmost seriousness. Where does all vanity come from? Where does all insincerity come from? They stem from a lack of self-knowledge. From what alone can truth spring forth? From what alone can genuine devotion to the divine realms and divine wisdom spring forth? They can only spring from true self-knowledge, self-education, and self-discipline.”

—Marie Steiner

—Marie Steiner