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The Rudolf Steiner Archive

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What Significance does
Occult Development have for Man's Sheaths
The physical, etheric, and astral bodies, and the Self?
GA 145

26 March 1913, The Hague

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8. Astralität und Egoität. Amfortas und Parzival

8. Astral Nature and Ego. Amfortas and Parzival

[ 1 ] Gestern versuchte ich, auf zwei Legenden, auf die Paradieseslegende und die Gralslegende hinzuweisen, versuchte ich darauf aufmerksam zu machen, wie diese beiden Legenden eigentlich okkulte Imaginationen darstellen, welche wirklich erlebt werden können, wenn ein entsprechender Augenblick eintritt. Wenn der Mensch unabhängig von seinem physischen und ätherischen Leibe — wie er unbewußt im Schlafe ist — bewußt hellseherisch wahrnimmt und sich für die Wahrnehmungen anregt von seinem physischen Leib, dann ergibt sich die Paradieseslegende; wenn er sich anregt von seinem ätherischen Leibe, dann ergibt sich die Gralslegende. Nun muß darauf aufmerksam gemacht werden, daß ja solche Legenden gewissermaßen wie Dichtungen oder wie religiöse Legenden gegeben werden und in einer gewissen Art in einem bestimmten Zeitalter der Menschheit zugänglich gemacht werden. Der erste Ursprung solcher Legenden, die uns da in Form von Dichtungen oder in Form von religiösen Schriften entgegentreten in der physischen Entwicklungsgeschichte der Menschheit, geht eben von den Mysterien aus, in denen ihr Inhalt erst durch hellseherische Beobachtungen festgestellt worden ist. Und bei der Abfassung solcher Legenden ist besonders notwendig, daß die allergrößte Sorgfalt darauf verwendet werde, gerade jenen Inhalt und jenen Ton zu treffen, welcher dem Zeitalter und dem Volk, dem solche Legenden gegeben werden, besonders angemessen ist.

[ 1 ] Yesterday I attempted to draw attention to two legends—the Legend of Paradise and the Legend of the Grail—and to highlight how these two legends actually represent occult imaginings that can be truly experienced when the right moment arises. When a person, independent of their physical and etheric bodies—as they are unconsciously during sleep—consciously perceives through clairvoyance and is stimulated for these perceptions by their physical body, then the Legend of Paradise arises; when they are stimulated by their etheric body, then the Legend of the Grail arises. Now it must be pointed out that such legends are, so to speak, presented as poems or as religious legends and are made accessible in a certain way during a specific age of humanity. The original source of such legends, which appear to us in the form of poetry or religious writings in the physical history of human development, stems precisely from the Mysteries, in which their content was first established through clairvoyant observations. And in the composition of such legends, it is particularly necessary that the utmost care be taken to strike precisely that content and tone which is especially appropriate to the age and the people to whom such legends are given.

[ 2 ] Wir haben nämlich ausgeführt in den Vorträgen, die gehalten worden sind, wie durch anthroposophisch-okkulte Entwicklung der Mensch gewisse Veränderungen erleidet an seinem physischen Leib, an seinem Ätherleib. Wir werden den astralischen Leib und das Selbst noch genauer zu betrachten haben und dann mit einigen Worten noch zurückkommen auf den physischen und Ätherleib. So sehen wir, daß der Mensch, wenn er diese Selbstentwicklung sich angedeihen läßt, um weiterzukommen durch die Aufnahme spirituellen Weisheits- und Wahrheitsgutes, dadurch dann Veränderungen in den Gliedern seiner geistigen und physischen Organisation hervorruft. Nun wissen wir aus der Darstellung, die aus der Akasha-Chronik von den verschiedensten Entwickelungsgebieten gegeben worden ist, daß da auch im Laufe der ganz normalen geschichtlichen Menschheitsentwicklung diese verschiedenen Glieder der Menschennatur gleichsam naturgemäß eine Veränderung erleiden.

[ 2 ] In the lectures that have been given, we have explained how, through anthroposophical-occult development, the human being undergoes certain changes in their physical body and their etheric body. We will have to examine the astral body and the Self in even greater detail and then return briefly to the physical and etheric bodies. Thus we see that when a human being allows this self-development to take place in order to progress through the absorption of spiritual wisdom and truth, this then brings about changes in the members of their spiritual and physical organization. Now we know from the description given in the Akashic Records regarding the various fields of development that, even in the course of the entirely normal historical development of humanity, these various aspects of human nature undergo a change, as it were, by their very nature.

[ 3 ] Wir wissen, daß in der uralt indischen Zeit, der ersten Kulturperiode, die auf die große atlantische Katastrophe folgte, in Betracht kamen die Vorgänge des menschlichen Ätherleibes; wir wissen, daß dann während der urpersischen Kulturperiode in Betracht kamen die Veränderungen des menschlichen Astralleibes, während der ägyptisch-chaldäischen Zeit die Veränderungen der menschlichen Empfindungsseele und während der griechisch-lateinischen Zeit die Veränderungen der menschlichen Verstandes- oder Gemütsseele. In unserer Zeit kommen besonders in Betracht die Veränderungen der menschlichen Bewußtseinsseele. Und nun ist es wichtig, daß, wenn irgendeinem Zeitalter — sagen wir, jenem Zeitalter, in dem die Verstandes- oder Gemütsseele eine besondere Veränderung erleidet, wo die Tatsachen innerhalb dieser Verstandes- oder Gemütsseele besonders wichtig sind —, wenn einem solchen Zeitalter eine Legende gegeben wird, daß sie so gegeben wird, daß auf dieses Zeitalter ganz besondere Rücksicht genommen wird; daß man sich sagt innerhalb der Mysterienstätten, aus denen jene Legenden ausfließen: Die Legende muß so geartet sein, daß die Veränderungen, die vorgehen während unseres Zeitalters in der menschlichen Verstandes- oder Gemütsseele, gewappnet sind gerade gegen etwaige schädliche Einflüsse dieser Legende und daß sie ganz besonders für die günstigen Einflüsse dieser Legende geeignet sind.

[ 3 ] We know that in ancient Indian times, the first cultural period following the great Atlantean catastrophe, the processes of the human etheric body were at work; we know that during the ancient Persian cultural period, the changes in the human astral body were of particular significance; during the Egyptian-Chaldean period, the changes in the human feeling soul; and during the Greek-Latin period, the changes in the human intellectual or emotional soul. In our time, the changes in the human conscious soul are of particular significance. And now it is important that, when a legend is given to any age—let us say, that age in which the intellectual or emotional soul undergoes a particular change, where the facts within this intellectual or emotional soul are particularly important—that it be given in such a way that this age is taken into special consideration; that within the Mystery centers from which these legends flow, one says to oneself: The legend must be of such a nature that the changes taking place during our age in the human intellectual or emotional soul are equipped precisely against any harmful influences of this legend and that they are particularly suited to the beneficial influences of this legend.

[ 4 ] Also es kann sich nicht darum handeln, daß der betreffende Angehörige eines Mysteriums, dem die Aufgabe zufällt, eine solche Legende der Welt mitzuteilen, sozusagen nur seinem innersten Impuls folgt, sondern er muß dem folgen, was ihm sein Zeitalter diktiert. Wir werden, gerade wenn wir einschlägige Betrachtungen in dieser Richtung anstellen, die Veränderungen besser verstehen, die namentlich mit dem menschlichen Astralleib vor sich gehen, wenn der Mensch eine esoterisch-okkulte Entwicklung durchmacht.

[ 4 ] So it cannot be that the member of a mystery school entrusted with the task of communicating such a legend to the world is, so to speak, merely following his innermost impulse; rather, he must follow what his age dictates. It is precisely when we make relevant observations in this direction that we will better understand the changes taking place, particularly in the human astral body, when a person undergoes esoteric-occult development.

[ 5 ] Dieser Astralleib, der lebt ja abgesondert bei dem Esoteriker oder bei demjenigen, der eine ernsthafte anthroposophische Entwicklung durchmacht, der Anthroposophie zu seinem Lebensinhalte macht. Er lebt aber bei dem gewöhnlichen Menschen nicht so lose, so selbständig wie bei dem geschilderten in Entwicklung begriffenen Menschen. Dieser Astralleib wird in einer gewissen Weise selbständig, trennt sich ab bei demjenigen, der eine Entwicklung durchmacht. Er geht nicht unbewußt in eine Art Schlafzustand über, aber er wird selbständig, trennt sich ab, macht gleichsam auf andere Weise das durch, was der Mensch sonst im Schlafzustand durchmacht; dadurch kommt dieser astralische Leib in seinen ihm gemäßen Zustand. Beim gewöhnlichen Menschen, der draußen in der exoterischen Welt lebt, ist dieser Astralleib mit den anderen Leibern verbunden; die anderen Leiber üben ihren entsprechenden Einfluß auf ihn aus. Da kommt die einzelne hervorstechende Eigenschaft eines solchen menschlichen Gliedes nicht in Betracht. Wenn aber dieser Astralleib herausgerissen wird, dann macht er seine Eigentümlichkeiten geltend. Und was sind denn die Eigentümlichkeiten des astralischen Leibes?

[ 5 ] This astral body exists separately in the esotericist or in those who are undergoing a serious anthroposophical development, who have made anthroposophy the focus of their lives. However, in the ordinary person, it does not exist as loosely or as independently as it does in the person described above who is in the process of development. This astral body becomes independent in a certain way, separating itself in the person undergoing development. It does not unconsciously slip into a kind of sleep state, but it becomes independent, separates itself, and undergoes, as it were, in a different way what the human being otherwise undergoes in the sleep state; through this, the astral body enters the state appropriate to it. In the ordinary human being who lives out in the exoteric world, this astral body is connected to the other bodies; the other bodies exert their corresponding influence upon it. The individual, distinctive characteristic of such a human being is not taken into account. But when this astral body is torn away, it asserts its own peculiarities. And what, then, are the peculiarities of the astral body?

[ 6 ] Nun, meine lieben Freunde, ich habe schon vielleicht zum Entsetzen manches hier Sitzenden auf diese Eigentümlichkeit hingewiesen. Diese Eigentümlichkeit des menschlichen Astralleibes auf der Erde ist nämlich der Egoismus. Und wenn der Astralleib, abgesehen von den übrigen Einflüssen, die von den andern Gliedern der Menschennatur herkommen, seine ureigenste Eigenschaft geltend macht, so ist dies eben der Egoismus, das Streben, in sich und bei sich ausschließlich zu sein. Das kommt dem Astralleib zu. Und für den Astralleib als solchen wäre es schlecht und schlimm, es stellte eine Unvollkommenbheit in ihm dar, wenn er nicht von der Kraft des Egoismus sich durchdringen könnte, wenn er nicht zu sich sagen könnte: Ich will im Grunde genommen alles nur durch mich erreichen, will alles, was ich arbeite, in mir verarbeiten, will einzig und allein alle Sorgfalt auf mich selber verwenden. Das ist die richtige Stimmung des Astralleibes. Wenn wir diese in Betracht ziehen, so werden wir verstehen, wie esoterische Entwicklung gerade nach dieser Richtung hin einzelne Gefahren hervorrufen kann. Es können zum Beispiel durch eine esoterische Entwicklung, weil diese notwendigerweise den Astralleib etwas freimachen muß, solche Menschen, die — sagen wir — ohne Beachtung alles dessen, was wahre Theosophie geben will, sich auf den Boden einer nicht ganz ernsthaften Theosophie stellen, es können gerade solche Menschen diese Eigenschaft des Astralleibes, den Egoismus, im Verlaufe ihrer esoterischen Entwicklung besonders hervorkehren. Diese Beobachtung kann gemacht werden in vielen theosophischen und okkulten Gesellschaften, daß, während als ein Moralgrundsatz wohl gepredigt und immer wiederholt wird Selbstlosigkeit, allgemeine Menschenliebe, durch die naturgemäße Loslösung des Astralleibes gerade der Egoismus blüht. Für den Seelenbeobachter hat es ohnedies etwas auf der einen Seite durchaus Berechtigtes, auf der anderen Seite Bedenkliches, wenn geradezu zum oft ausgesprochenen Grundsatz — wohlgemerkt, ich sage nicht zum Grundsatz, sondern zum oft ausgesprochenen Grundsatz — gemacht wird allgemeine Menschenliebe; denn unter gewissen Voraussetzungen des Seelenlebens sagt das der Mensch am liebsten und am häufigsten, was er am wenigsten hat, wovon er merkt, daß es ihm am meisten fehlt, und wir können oft bemerken, daß Grundsätze dort am meisten betont werden, wo sie am meisten fehlen.

[ 6 ] Well, my dear friends, I have already pointed out this peculiarity, perhaps to the horror of some of you here. This peculiarity of the human astral body on Earth is, in fact, egoism. And when the astral body, apart from the other influences arising from the other aspects of human nature, asserts its very own characteristic, this is precisely egoism—the striving to be exclusively within and with oneself. This is inherent to the astral body. And for the astral body as such, it would be bad and harmful—it would represent an imperfection within it—if it could not be permeated by the power of egoism, if it could not say to itself: I want, in essence, to achieve everything solely through myself; I want to process everything I work on within myself; I want to devote all my care solely to myself. This is the proper disposition of the astral body. If we take this into account, we will understand how esoteric development, precisely in this direction, can give rise to certain dangers. For example, through esoteric development—because it necessarily has to free up the astral body to some extent—such people who, let us say, without regard for all that true theosophy seeks to impart, place themselves on the ground of a not entirely serious theosophy, it is precisely such people who may particularly accentuate this characteristic of the astral body—egoism—in the course of their esoteric development. This observation can be made in many theosophical and occult societies: while selflessness and universal love for humanity are indeed preached and constantly reiterated as moral principles, it is precisely egoism that flourishes through the natural detachment of the astral body. For the observer of the soul, there is certainly something on the one hand that is entirely justified, and on the other hand that is cause for concern, when universal love of humanity is made into a frequently stated principle—mind you, I do not say a principle, but a frequently stated principle; for under certain conditions of the soul’s life, people most readily and most frequently speak of what they have least, of what they realize they lack most, and we can often observe that principles are emphasized most strongly precisely where they are most lacking.

[ 7 ] Allgemeine Menschenliebe sollte ja ohnedies in der Menschheitsentwicklung etwas werden, was die Seelen völlig beherrscht, in den Seelen lebt wie etwas Selbstverständliches und demgegenüber man das Gefühl hat: Du sollst es nicht so oft eitel nennen, du sollst es nicht überflüssigerweise zu oft im Munde führen. Gerade so wie ein ja überall bekanntes Gebot davon spricht: Du sollst den Namen des Gottes nicht eitel aussprechen, — so könnte es ein Gebot werden echter, wahrer Menschlichkeit und Humanität: Du sollst die Forderung der allgemeinen Menschenliebe, die den Grundlebenszug deiner Seele ausmachen soll, nicht zu oft eitel aussprechen. Denn wenn das Schweigen über manche Dinge ein viel besseres Erziehungsmittel ist als das Sprechen, so gilt es insbesondere bei solchen Dingen, daß das Schweigen und Still-imHerzen-Kultivieren ein viel, viel besseres Mittel ist, die betreffende Eigenschaft zu entwickeln, als das oftmalige Aussprechen.

[ 7 ] Universal love for humanity should, in any case, become something in the course of human development that completely dominates the soul, lives within the soul as a matter of course, and in relation to which one feels: You should not speak of it in vain so often; you should not mention it unnecessarily too often. Just as a well-known commandment states: ‘You shall not take the name of God in vain’—so could it become a commandment of genuine, true humanity: ‘You shall not utter the demand for universal love of humanity, which is meant to constitute the fundamental character of your soul, too often in vain.’ For if silence regarding certain things is a far better means of education than speech, it is especially true of such matters that silence and quiet cultivation within the heart are a far, far better means of developing the relevant quality than frequent verbal expression.

[ 8 ] Nun hat zunächst die Vertretung dieses exoterischen Grundsatzes nichts zu tun mit dem, wovon eben gesprochen worden ist als der ureigensten Eigenschaft des astralischen Leibes: Egoismus, Streben in sich zu sein, bei sich zu sein, durch sich zu sein. Es fragt sich jetzt: Wie ist es denn möglich, diese — gebrauchen wir ruhig den Ausdruck — zunächst uns abscheulich erscheinende Eigenschaft des astralischen Leibes, daß er ein absoluter Egoist sein will, in einem richtigen Licht zu sehen? Gehen wir einmal so vor, daß wir von einfachen Tatsachen des Lebens ausgehen.

[ 8 ] Now, the expression of this exoteric principle has nothing to do with what has just been described as the most fundamental characteristic of the astral body: egoism, the striving to be within oneself, to be with oneself, to be through oneself. The question now arises: How is it possible to view this—let us feel free to use the term—quality of the astral body that initially seems abhorrent to us, namely that it wants to be an absolute egoist, in the proper light? Let us proceed by starting from simple facts of life.

[ 9 ] Es gibt Fälle, wo der Egoismus sich erweitert schon im gewöhnlichen Leben, und wo wir gewissermaßen es als eine notwendige Einrichtung des Lebens ansehen müssen, daß der Egoismus sich erweitert. Betrachten Sie zum Beispiel den Grundzug mancher Mutterliebe und versuchen Sie zu verstehen, wie da der Egoismus sich erweitert von der Mutter auf das Kind. Man darf sagen: Je mehr man hineindringt in weniger gebildete Volksmassen und man möchte sagen — die Löwenart, mit der die Mütter ihre Kinder verteidigen, beobachtet, desto mehr merkt man, wie der Mutter der Angriff auf ihr Kind einen Angriff auf sich selbst bedeutet. Ihr Selbst ist erweitert auf das Kind, und es ist so, daß die Mutter eine Attacke auf ein Glied von ihr selbst nicht mehr empfinden würde als eine Attacke auf ihr Kind. Denn das, was sie in ihrem Selbst fühlt, überträgt sie auf das Kind, und wir könnten nichts Besseres finden für die Einrichtung der Welt, als wenn in einer solchen Weise der Egoismus von einem Wesen auf die anderen sich übertrüge und das eine Wesen das andere gleichsam zu sich rechnete und gerade deshalb seinen Egoismus auf dieses Wesen ausdehnte. Wir sehen also, daß der Egoismus aufhört, seine Schattenseiten zu entwickeln, wenn sich das Wesen erweitert, wenn das Wesen sein Fühlen und Denken in ein anderes Wesen hineinverlegt und dieses als zu sich gehörig betrachtet. Mütter machen dadurch, daß sie auf der einen Seite ihren Egoismus auf das Kind ausdehnen, auch wiederum Anspruch auf das Kind als ihr Eigentum; sie rechnen es auch wiederum durchaus zu sich, sie machen es so, wie der astralische Leib es macht: Alles, was mit mir in Zusammenhang steht, durch mich, zu mir, mit mir und so weiter.

[ 9 ] There are cases where selfishness extends even into everyday life, and where we must, in a sense, regard the expansion of selfishness as a necessary aspect of life. Consider, for example, the fundamental nature of a mother’s love and try to understand how selfishness extends from the mother to the child. One might say: The more one delves into less educated masses—and one might say—the lion-like way in which mothers defend their children, the more one realizes how an attack on her child means an attack on herself. Her self is extended to the child, and it is such that the mother would perceive an attack on a part of herself no differently than an attack on her child. For what she feels within herself, she transfers to the child, and we could find nothing better for the ordering of the world than if, in this way, egoism were transferred from one being to another, and one being were to regard the other, as it were, as part of itself, and precisely for that reason extend its egoism to that being. We see, then, that egoism ceases to develop its dark sides when the being expands, when the being transfers its feeling and thinking into another being and regards this as belonging to itself. By extending their egoism to the child on the one hand, mothers also lay claim to the child as their property; they, too, count it as part of themselves, they do so in the same way as the astral body does: everything that is connected with me, through me, to me, with me, and so on.

[ 10 ] Wir könnten selbst in trivialeren Fällen, als es die Mutterliebe ist, noch etwas Ähnliches sehen. Nehmen wir einen Menschen an, der Haus und Hof und Feld hat und darauf arbeitet. Nehmen wir an, dieser Mensch hätte — nun, nennen Sie es meinetwillen die Schrulle —, er hätte die Schrulle, Haus und Hof und Feld und seine Arbeiter so zu lieben wie seinen eigenen Leib; er betrachtete gleichsam die Sache so, daß sich sein Leib fortsetzt und daß er Haus und Hof und Feld und seine Leute miteinander so liebt, wie manche Dame, unter gewissen Voraussetzungen, ihr Kleid so liebt wie das, was zu ihrem eigenen Leib gehört. Da erweitert sich das eigene Wesen über die Umgebung gewissermaßen. Wenn sich nun die Sorgfalt des betreffenden Menschen so auf diese Umgebung erstreckt, daß er alles das, wovon hier die Rede war, so hütet und jede Attacke so abwehrt, wie wenn sie seinem eigenen Leibe gälte, dann — muß man sagen — ist die Tatsache, daß diese ganze Sphäre mit seinem Egoismus überzogen wird, etwas der Sache außerordentlich Förderliches.

[ 10 ] We could see something similar even in cases more trivial than maternal love. Let us take a person who owns a house, a farm, and fields and works on them. Let us suppose that this person had—well, call it a quirk if you will—he had the quirk of loving his house, farm, fields, and workers as much as his own body; he regarded the matter, as it were, in such a way that his body is extended, and that he loves his house, yard, and fields and his people together just as some lady, under certain circumstances, loves her dress as part of her own body. Here, one’s own being extends over one’s surroundings, so to speak. Now, if the care of the person in question extends to this environment to such an extent that he guards all that has been mentioned here and defends against every attack as if it were directed at his own body, then—one must say—the fact that this entire sphere is enveloped by his egoism is something extraordinarily beneficial to the matter.

[ 11 ] Unter Umständen kann das, was man Liebe nennt, sehr selbstsüchtig sein. Man betrachte nur das Leben einmal; man versuche zu prüfen, wie oft das, was man lieben nennt, selbstsüchtig ist. Aber es kann auch ein über die Person hinaus erweiterter Egoismus sehr selbstlos sein, das heißt er kann das, was zu ihm gehört, ungeheuer schützen und hegen und pflegen. Gerade an einer solchen Sache sollen wir lernen, daß sich das Leben nicht in Begriffe empfahlen läßt. Wir reden von Egoismus und Altruismus, und man kann sehr schöne Systeme machen mit solchen Begriffen wie Egoismus und Altruismus. Die Tatsachen zermürben solche Systeme; denn wenn der Egoismus sein Interesse an der Umgebung so erweitert, daß er diese betrachtet wie zu ihm selbst gehörig und sie so hegt und pflegt, dann wird der Egoismus zur Selbstlosigkeit. Und wenn der Altruismus so wird, daß er die ganze Welt nur mit dem beglücken will, was er gerne hat, wenn er aller Welt seine Gedanken und Empfindungen mit aller Gewalt aufdrängen will und übergehen will zu dem Grundsatz: «Und willst du nicht mein Bruder sein, dann schlag ich dir den Schädel ein», — dann kann selbst der Altruismus sehr selbstsüchtig werden. Im Begriffe läßt sich die Wirklichkeit, die in Kräften und in Tatsachen lebt, nicht hineinpfahlen, und ein großer Teil desjenigen, was sich dem Menschheitsfortschritt entgegenstemmit, liegt darin, daß immer wieder und wiederum der Glaube in unreifen Köpfen und in unreifen Geistern entsteht, daß sich die Wirklichkeit in Begriffe irgendwie hineinpfropfen lasse.

[ 11 ] Under certain circumstances, what we call love can be very selfish. Just take a look at life; try to examine how often what we call love is selfish. But a form of egoism that extends beyond the individual can also be very selfless—that is, it can protect, cherish, and nurture what belongs to it with tremendous care. It is precisely from such a thing that we should learn that life cannot be reduced to concepts. We speak of egoism and altruism, and one can construct very fine systems with such concepts as egoism and altruism. The facts undermine such systems; for when egoism extends its interest in the environment to the point where it regards it as belonging to itself and nurtures and cares for it in this way, then egoism becomes selflessness. And when altruism becomes such that it seeks to make the whole world happy only with what it itself desires, when it seeks to impose its thoughts and feelings on the whole world with all its might and adopts the principle: “And if you do not want to be my brother, then I will smash your skull”—then even altruism can become very selfish. Reality, which lives in forces and facts, cannot be pinned down within concepts, and a large part of what stands in the way of human progress lies in the fact that, time and again, the belief arises in immature minds and spirits that reality can somehow be grafted into concepts.

[ 12 ] Der astralische Leib ist dadurch zu charakterisieren, daß er ein Egoist ist. Die Folge davon ist, daß jede Entwicklung, die den Astralleib freimacht, damit rechnen muß, daß sich die Interessen des Menschen erweitern, immer weiter und weiter werden. Ja, wenn unser astralischer Leib sich in der richtigen Weise loslösen soll von den übrigen Gliedern der Menschennatur, dann muß das Interesse unseres Astralleibes über die ganze Erde und Erdenmenschheit gehen. Es müssen in der Tat die Interessen der Menschheit auf der Erde unsere Interessen werden; es muß aufhören das Interesse, irgendwie an Persönliches nur anzuknüpfen; es muß alles, was den Menschen betrifft, nicht nur in unserer Zeit, sondern was den Menschen jemals in der ganzen Erdenentwicklung betroffen hat, unser tiefstes Interesse erregen; wir müssen in die Lage kommen, nicht nur diejenigen, die mit uns blutsverwandt sind, nicht nur das, was für Haus und Hof und Feld mit uns zusammenhängt, wie eine Fortsetzung unseres Eigenen zu betrachten, sondern alles, was die Erdenentwicklung ausmacht, zu unserer Angelegenheit machen.

[ 12 ] The astral body is characterized by the fact that it is self-centered. The consequence of this is that any development that liberates the astral body must take into account that the human being’s interests will expand, becoming ever broader and broader. Indeed, if our astral body is to detach itself in the proper way from the other members of human nature, then the interest of our astral body must extend to the entire Earth and all of humanity. Indeed, the interests of humanity on Earth must become our own; we must cease to link our interests solely to the personal; everything that concerns humanity—not only in our own time, but everything that has ever concerned humanity throughout the entire development of the Earth—must arouse our deepest interest; we must come to regard not only those who are related to us by blood, not only what pertains to our home, farm, and fields, as a continuation of our own, but make everything that constitutes the development of the Earth our own concern.

[ 13 ] Wenn wir in unserem Astralleib Interesse haben für alle Angelegenheiten der Erde, wenn alle Angelegenheiten der Erde unsere eigenen Angelegenheiten sind, dann dürfen wir uns der Egoität unseres Astralleibes überlassen. Das aber ist notwendig, daß die Interessen der Menschheit auf der Erde unsere Interessen werden. Betrachten Sie von diesem Gesichtspunkt aus die zwei Legenden, von denen ich gestern gesprochen habe! Wenn sie einer Menschheit gegeben werden, dann werden sie gegeben unter dem Gesichtspunkt, daß der Mensch hinaufgehoben werde von jedem Einzelinteresse zu dem allgemeinen Erdeninteresse.

[ 13 ] If, in our astral body, we take an interest in all earthly matters—if all earthly matters become our own—then we may surrender to the egotism of our astral body. But it is essential that the interests of humanity on Earth become our own interests. Consider from this perspective the two legends I spoke of yesterday! When they are given to humanity, they are given with the intention that human beings may be lifted from every individual interest to the general interest of the Earth.

[ 14 ] Die Paradieseslegende führt den Menschen unmittelbar hin bis zu jenem Ausgangspunkt der Erdenentwicklung, wo der Mensch die erste Inkarnation noch nicht betreten hatte, oder wo er sie eben betritt, wo Luzifer an ihn herantritt, wo er noch vor der Gesamtentwicklung steht, wo er tatsächlich alle menschheitlichen Interessen in seine eigene Brust hereinnehmen kann. Die größtdenkbare Erziehungslegende, das größtdenkbare Erziehungsproblem liegt in der Paradieseserzählung, in jener Erzählung, die den Menschen hinaufhebt zum Gesichtspunkt der ganzen Menschheit, die ein Interesse, welches in jedes Menschen Brust sprechen kann, auch in jedes Menschen Brust hineinprägt. Wenn die Bilder der Paradieseslegende, so, wie wir sie zu begreifen versuchten, in die Menschenseele hereindringen, so wirkt das so, daß der Astralleib sich davon durchdringt, und daß unter dem Einflusse dieses den Gesichtskreis über die ganze Erde erweiternden Menschenwesens der Astralleib auch alles das, was jetzt in seine Sphäre hereintritt, zu seinem Interesse machen darf. Er hat sich dazu erzogen, die Interessen der Erde als seine Interessen betrachten zu dürfen. Versuchen Sie, meine lieben Freunde, in vollem Ernst und in voller Würde zu betrachten, was eigentlich in einer solchen Legende für eine universelle pädagogische Kraft liegt, was für ein spiritueller Impuls in einer solchen Legende liegt.

[ 14 ] The legend of Paradise takes humanity directly back to that starting point of Earth’s development where humanity had not yet entered its first incarnation, or where it is just entering it, where Lucifer approaches it, where it still stands before the course of development as a whole, where it can truly take all of humanity’s interests into its own heart. The greatest conceivable educational legend, the greatest conceivable educational problem, lies in the story of Paradise, in that narrative which lifts humanity up to the perspective of all humanity, which instills an interest capable of speaking to every human heart, and which also imprints itself upon every human heart. When the images of the Paradise legend, as we have sought to understand them, penetrate the human soul, the effect is that the astral body becomes imbued with them, and that under the influence of this human being—whose horizon has expanded to encompass the entire Earth—the astral body is also permitted to make everything that now enters its sphere a matter of interest. It has trained itself to regard the interests of the Earth as its own interests. Try, my dear friends, to contemplate in all seriousness and with full dignity what universal educational power actually lies in such a legend, what spiritual impulse lies within it.

[ 15 ] Ähnlich ist es mit der Gralslegende. Während die Paradieseslegende sozusagen gegeben ist für die Menschheit der Erde, insofern sich diese Menschheit zurückwendet zum Ursprung, zum Ausgangspunkt der Erdenentwicklung, während die Paradieseslegende also dafür gegeben ist, auf den Horizont der ganzen Menschheitsentwicklung sich hinaufzuheben, ist die Gralslegende dazu gegeben, ins tiefste Innere des astralischen Leibes sich zu versenken, in die ureigensten Interessen dieses astralischen Leibes; weil dieser eben, wenn er nur sich selbst überlassen wird, ein Egoist wird, der nur seine ureigensten Interessen betrachtet.

[ 15 ] The situation is similar with the Grail legend. While the Paradise legend is, so to speak, intended for the human race on Earth, insofar as this race turns back to the origin, to the starting point of Earth’s development, while the legend of Paradise is thus intended to lift us up to the horizon of the entire development of humanity, the legend of the Grail is intended to plunge us into the deepest interior of the astral body, into the very core interests of this astral body; for when left to its own devices, it becomes an egoist concerned only with its own core interests.

[ 16 ] Man kann eigentlich, wenn es sich um die Interessen des Astralleibes handelt, nur nach zwei Richtungen hin abirren. Diese zwei Richtungen sind die Richtung nach dem Amfortas und, bevor Amfortas zur völligen Erlösung kommt, nach dem Parzival. Mitten drinnen liegt die richtige Entwicklung des Menschen, insofern sein astralischer Leib in Betracht kommt. Dieser astralische Leib strebt also danach, in sich die Kräfte des Egoismus zu entwickeln. Wenn er aber in diesen Egoismus persönliche Interessen hineinbringt, dann wird er angefressen; er wird gleichsam, während er sich über die ganze Erde ausdehnen sollte, zusammengeschrumpft auf die einzelne Persönlichkeit. Das darf nicht sein! Denn wenn es geschieht, wird durch die Wirkung der Persönlichkeit, die ihren Ich-Ausdruck im Blute findet, die ganze menschliche Persönlichkeit verwundet: man irrt nach der Amfortasseite ab. Des Amfortas Grundfehler besteht darin, daß er in die Sphäre, wo der Astralleib sich die Berechtigung erworben haben sollte, Egoist zu sein, daß er in diese hinaufträgt dasjenige, was noch an persönlichen Begierden und Wünschen im Menschen sein kann. In dem Augenblick ist es heillos, wenn man in die Sphäre, wo der astralische Leib von den persönlichen Interessen sich lösen sollte, persönliche Interessen mitnimmt; dann ist man der verwundete Amfortas.

[ 16 ] When it comes to the interests of the astral body, one can really only stray in two directions. These two directions are the path toward Amfortas and, before Amfortas achieves complete redemption, the path toward Parzival. In between lies the proper development of the human being, insofar as the astral body is concerned. This astral body thus strives to develop the forces of egoism within itself. But if it introduces personal interests into this egoism, then it becomes corroded; it is, as it were, shrunk down to the individual personality, whereas it should be expanding across the entire earth. This must not happen! For if it does, the entire human personality is wounded by the effect of the personality, which finds its “I” expression in the blood: one strays toward the Amfortas side. Amfortas’s fundamental error lies in the fact that he carries into the sphere where the astral body should have earned the right to be egoistic—that he carries into this sphere whatever personal desires and wishes may still exist in the human being. At that moment, it is disastrous to carry personal interests into the sphere where the astral body should be detaching itself from them; then one is the wounded Amfortas.

[ 17 ] Aber auch die andere Abirrung kann zum Unheil führen und führt nur dann nicht zu Unheil, wenn die Wesenheit, die diesem Unheil ausgesetzt ist, in solche Unschuld getaucht ist wie Parzival. Parzival sieht den Heiligen Gral wiederholt vorübergetragen werden. Er begeht gewissermaßen ein Unrecht. Jedesmal wenn der Heilige Gral vorübergetragen wird, hat er die Frage auf den Lippen, für wen eigentlich diese Speise sei; er fragt aber nicht, und zuletzt ist das Mahl fertig, ohne daß er gefragt hat. Daher muß er abziehen nach diesem Mahle, ohne daß er die Möglichkeit hat, etwas Zurückgelassenes noch zu holen. Es ist wirklich so, wie wenn der noch nicht völlig reife Mensch einen Augenblick das Hellsehen hätte in der Nacht, wie wenn er wie durch einen Abgrund getrennt wäre von dem, was in der Burg seiner Leiblichkeit enthalten ist, und er einen Blick hineintun würde, dann aber, ohne daß er die entsprechende Erkenntnis gewonnen hätte, das heißt ohne daß er die Frage getan hat, würde alles sich ihm wiederum schließen. Er würde, auch wenn er dann erwachte, nicht wieder in diese Burg hineinkommen können. — Was versäumt eigentlich Parzival?

[ 17 ] But the other form of deviation can also lead to disaster, and does not lead to disaster only if the being exposed to this disaster is as steeped in innocence as Parzival. Parzival repeatedly sees the Holy Grail being carried past. In a sense, he commits an injustice. Every time the Holy Grail is carried past, the question is on his lips: for whom is this meal actually intended? Yet he does not ask, and in the end the meal is over without him having asked. Therefore, he must depart after this meal without having the opportunity to retrieve anything left behind. It is truly as if a person not yet fully mature were to have a moment of clairvoyance in the night, as if he were separated, as by an abyss, from what is contained within the castle of his physicality, and were to cast a glance inside; but then, without having gained the corresponding insight—that is, without having asked the question—everything would close off from him once more. Even if he were to wake up, he would not be able to enter that castle again. — What, exactly, is Parzival missing?

[ 18 ] Wir haben gehört, was der Heilige Gral enthält. Er enthält das, wovon sich das physische Instrument des Menschen auf der Erde nähren muß als dem Extrakt, dem rein mineralischen Extrakt, der aus allen Nahrungsmitteln gewonnen wird und der sich verbindet im edelsten Teil des menschlichen Gehirns mit den edelsten Sinneseindrücken, Eindrücken, die durch die Sinne in uns hineinkommen. Ja, wem soll diese Speise gereicht werden? Eigentlich soll sie gereicht werden — das zeigt sich uns, wenn wir aus der exoterischen Dichterdarstellung in die esoterische Mysteriendarstellung eintreten —, eigentlich soll sie gereicht werden demjenigen Menschen, der ein Verständnis gewonnen hat für das, was den Menschen reif macht, wirklich nach und nach bewußt sich zu dem zu erheben, was dieser Heilige Gral ist. Wodurch erlangt man denn die Fähigkeit, sich bewußt zu erheben zu dem, was der Heilige Gral ist?

[ 18 ] We have heard what the Holy Grail contains. It contains that which the physical instrument of the human being on Earth must nourish itself with—the extract, the purely mineral extract, which is derived from all foods and which combines in the noblest part of the human brain with the noblest sensory impressions, impressions that enter us through the senses. Yes, to whom is this food to be given? Actually, it is to be given—this becomes clear to us when we move from the exoteric poetic depiction into the esoteric mystery depiction—actually, it is to be given to the person who has gained an understanding of what makes a human being ripe to gradually and consciously rise to what this Holy Grail is. How, then, does one acquire the ability to consciously rise to what the Holy Grail is?

[ 19 ] Es wird in der Dichtung gleichsam mit Fingern darauf hingedeutet, für wen eigentlich der Heilige Gral ist. Wenn man eingeht auf die Mysteriendarstellung der Gralslegende, dann sogar noch ganz besonders. In der ursprünglichen Gralslegende ist der Beherrscher der Burg ein Fischerkönig, ein König über ein Fischervolk. Ein anderer war auch mit einem Fischervolk zusammen, der nur nicht König dieser Fischer sein wollte, sondern etwas anderes unter diesen Fischern; der es verschmäht hat, wie ein König über sie zu herrschen, der ihnen etwas anderes gebracht hat als der herrschende König: der Christus Jesus. Hingedeutet wird also darauf, daß die Abirrung beim Fischerkönig — denn das ist eigentlich Amfortas in der ursprünglichen Legende —, daß diese Abirrung beim Fischerkönig diejenige ist, welche nach der einen Seite geht. Er ist sozusagen doch nicht ganz würdig, durch den Gral wirklich das Heil zu empfangen. Er ist es aus dem Grunde nicht, weil er mit Machtmitteln beherrschen will sein Fischervolk; er läßt nicht nur den Geist unter diesem Fischervolke walten.

[ 19 ] In the poetry, there are subtle hints as to whom the Holy Grail is actually intended for. This becomes even more apparent when one delves into the mystical interpretation of the Grail legend. In the original Grail legend, the ruler of the castle is a Fisher King, a king over a people of fishermen. There was another who was also among a people of fishermen, but who did not wish to be king of these fishermen, but rather something else among them; who spurned ruling over them as a king, who brought them something other than what the ruling king did: Christ Jesus. The implication is thus that the deviation in the case of the Fisher King—for that is actually Amfortas in the original legend—that this deviation in the case of the Fisher King is the one that leads to one side. He is, so to speak, not quite worthy to truly receive salvation through the Grail. He is not worthy for the reason that he wants to rule his people of fishermen with force; he does not allow the spirit to reign among these fishermen.

[ 20 ] Parzival ist zunächst nicht so weit innerlich offen, daß er in selbstbewußter Weise fragt: Wozu der Gral? — Was braucht es nun? — Bei dem Fischerkönig brauchte es, daß er sein persönliches Interesse abtötete und sein Interesse so weit machte wie das Interesse des Christus Jesus für die allgemeine Menschheit. Bei Parzival ist notwendig, daß er hinaufhebt sein Interesse über das bloß unschuldige Anschauen zum innerlichen Verstehen dessen, was in jedem Menschen dasselbe ist, was der ganzen Menschheit zukommt, die Gabe des Heiligen Gral. So schwebt in einer wunderbaren Weise zwischen Parzifal und Amfortas oder dem ursprünglichen Fischerkönig mitten drinnen das Ideal des Mysteriums von Golgatha. Und es wird in zarter Weise so angedeutet gerade an der entscheidenden Stelle der Legende, daß auf der einen Seite der Fischerkönig zuviel Persönlichkeit bis in die Sphären des astralischen Leibes mitgenommen hat und auf der anderen Seite Parzival steht, der noch zu wenig allgemeines Welteninteresse dort hinaufgetragen hat, der noch zu naiv, zu wenig fühlend ist mit dem allgemeinen Welteninteresse. Das ist gerade auch das ungeheuer Pädagogische der Gralslegende, daß sie so in die Seelen hereinwirken konnte bei den Schülern des Heiligen Gral, daß man etwas vor sich hatte wie eine Waage: auf der einen Seite das, was bei Amfortas war, und auf der anderen das, was bei Parzifal war; daß man dann wußte, das Gleichgewicht ist herzustellen. Wenn der astralische Leib seinem ureigensten Interesse folgt, wird er sich hinaufheben zu jenem Horizont allgemeinster Menschlichkeit, der dann erreicht wird, wenn zur Wahrheit das Wort gemacht wird: Wo zwei in meinem Namen vereinigt sind, bin ich mitten unter ihnen, gleichgültig, wo in der Erdenentwicklung diese zwei sich finden.

[ 20 ] At first, Parzival is not yet inwardly open enough to ask with self-assurance: What is the Grail for? — What is needed now? — In the case of the Fisher King, it was necessary for him to put aside his personal interests and expand his concern to the same extent as Christ Jesus’ concern for all humanity. For Parzival, it is necessary that he raise his interest beyond mere innocent observation to an inner understanding of what is the same in every human being, what belongs to all humanity: the gift of the Holy Grail. Thus, in a wondrous way, the ideal of the Mystery of Golgotha hovers right in the middle between Parzival and Amfortas, or the original Fisher King. And it is delicately hinted at precisely at the decisive point of the legend that, on the one hand, the Fisher King has carried too much personality up into the spheres of the astral body, and on the other hand stands Parzival, who has carried too little universal world interest up there, who is still too naive, too insensitive to the universal world interest. This is precisely what is so profoundly educational about the Grail legend—that it could work its way into the souls of the disciples of the Holy Grail in such a way that one had before one something like a balance: on one side what was with Amfortas, and on the other what was with Parzival; that one then knew that balance must be established. When the astral body follows its very own interest, it will rise to that horizon of the most universal humanity, which is then attained when the word is made truth: Where two are united in my name, I am in their midst, no matter where in the development of the Earth these two may be found.

[ 21 ] Ich bitte Sie, gerade in diesem Punkte ja nicht einen Teil für das Ganze zu nehmen, sondern die heutige und morgige Betrachtung durchaus zusammenzunehmen, denn der einzelne Teil kann Mißverständnisse hervorrufen; aber es ist durchaus notwendig, daß an diesem Punkte der menschliche Astralleib in seiner Entwicklung zum Horizont der Menschheit hinaufgehoben werde in einer ganz besonderen Weise, so daß allgemeinste Menschheitsinteressen seine Interessen werden, daß er sich beleidigt, verletzt, trauernd fühlt in sich selber, wenn irgendwo die Menschheit verletzt wird. Dazu ist notwendig, daß der Mensch, wenn er allmählich dazu gelangt, daß sein astralischer Leib frei, unabhängig wird von den übrigen Gliedern der Menschennatur durch die esoterische Entwicklung, daß er dann sich wappnet und schützt zunächst, namentlich gegen die beliebigen Einflüsse anderer astralischer Leiber; denn wenn der astralische Leib frei wird, so ist er nicht mehr geschützt durch den physischen und Ätherleib, die gleichsam eine feste Burg sind für den astralischen Leib. Er ist frei, er wird durchlässig und es können sehr leicht die Kräfte, die in anderen Astralleibern sind, in ihn hereinwirken. Stärkere Astralleiber als der eigene können da Einfluß gewinnen auf ihn, wenn er sich nicht wappnen kann durch seine eigenen Kräfte. Es wäre verhängnisvoll, wenn jemand ganz bis zur freien Handhabung seines astralischen Leibes hinaufkäme und so unschuldig bliebe mit Bezug auf das Verhältnis des astralischen Leibes, wie Parzival im Anfang ist. Das geht nicht; denn dann würden alle möglichen, von Astralleibern ausgehende Einflüsse auf seinen Astralleib die entsprechende Wirkung haben können.

[ 21 ] I ask you, on this very point, not to take the part for the whole, but to consider today’s and tomorrow’s observations together, for the individual part can give rise to misunderstandings; but it is absolutely necessary that, at this point, the human astral body be raised in its development toward the horizon of humanity in a very special way, so that the most general interests of humanity become its own interests, so that it feels offended, wounded, and sorrowful within itself whenever humanity is harmed anywhere. For this, it is necessary that when the human being gradually reaches the point where his astral body becomes free and independent of the other members of human nature through esoteric development, he then first of all arms and protects himself, particularly against the arbitrary influences of other astral bodies; for when the astral body becomes free, it is no longer protected by the physical and etheric bodies, which serve as a kind of stronghold for the astral body. It is free, it becomes permeable, and the forces present in other astral bodies can very easily influence it. Astral bodies stronger than one’s own can exert influence over him if he cannot arm himself through his own powers. It would be disastrous if someone were to advance all the way to the free mastery of their astral body and yet remain as innocent regarding the relationship of the astral body as Parzival is at the beginning. That is not possible; for then all manner of influences emanating from astral bodies could have a corresponding effect on their astral body.

[ 22 ] Sehen Sie, meine lieben Freunde, in gewisser Beziehung kann auch in der äußeren, exoterischen Welt das Bedeutung haben, worauf jetzt eben hingedeutet wird. Die Menschen leben ja über die Erde hin in gewissen einzelnen Religionssystemen. Diese Religionssysteme haben ihre Kulte, sie haben ihre Ritualien. Diese Ritualien umgeben den Menschen mit demjenigen, was ja durchaus Imaginationen sind, die mit Hilfe des Astralleibes aus höheren Welten genommen sind. In dem Augenblick, wo solch eine Religionsgemeinschaft einen Menschen aufnimmt, ist er inmitten von Imaginationen, die seinen astralischen Leib, während der Ritus auf ihn wirkt, befreien; wenigstens für kurze Augenblicke wird bis zu einem gewissen Grade der astralische Leib frei innerhalb irgendeines religiösen Ritus. Und je stärker der Ritus ist, je mehr er unterdrückt die Einflüsse des Äther- und physischen Leibes, je mehr er mit solchen Mitteln arbeitet, daß der astralische Leib emanzipiert wird, desto mehr wird während der entsprechenden Zeremonie der astralische Leib herausgelockt aus dem Äther- und physischen Leib. Es ist deshalb auch — verzeihen Sie den Ausdruck, es könnte scheinen, als ob ich den Ausdruck mit einem gewissen Spott gebrauchen würde, es ist aber kein Spott —, es ist deshalb nirgends so gefährlich zu schlafen als in der Kirche, weil im Schlafe ohnedies schon der astralische Leib sich trennt vom physischen und Ätherleib und weil das, was im Ritus vorgeht, eben sich einnistet in den astralischen Leib; denn er ist mit Hilfe von astralischen Leibern aus den höheren Welten herabgenommen. Also der sogenannte Kirchenschlaf, der ja in manchen Gegenden bei vielen eine sehr beliebte Sache ist, der sollte eigentlich vermieden werden. Es handelt sich da mehr um Kirchen, die einen Ritus haben, weniger um diejenigen Religionsgemeinschaften, die vermöge der Anschauungen der Neuzeit schon von einem gewissen Ritus abgekommen sind oder auf ein Minimum eines Ritus sich beschränken. Hier werden diese Dinge nicht besprochen mit irgendeiner Vorliebe oder Nichtvorliebe für dieses oder jenes Bekenntnis, sondern rein nach Maßgabe der objektiven Tatsachen. Wenn der Mensch also seinen Astralleib von den übrigen Gliedern der Menschennatur emanzipiert hat, so haben auf ihn leicht die Impulse, die Kräfte Einfluß, die wiederum mit Hilfe von Astralleibern gewonnen sind. Und hier liegt auch die Möglichkeit, daß eine Persönlichkeit, die zur freien Benutzung ihres Astralleibes gekommen ist, wenn sie stärker ist als eine andere, die auch in gewisser Weise ihren Astralleib emanzipieren kann, daß die erste Persönlichkeit auf die zweite einen ungeheuren Einfluß gewinnen kann. Es ist dann förmlich wie ein Übertragen der Kräfte des einen Astralleibes der stärkeren Persönlichkeit auf den der schwächeren Persönlichkeit. Und wenn man dann hellseherisch die schwächere Persönlichkeit betrachtet, so trägt sie in ihrem Astralleibe eigentlich ganz die Bilder und Imaginationen der stärkeren astralischen Persönlichkeit.

[ 22 ] You see, my dear friends, in a certain sense, what has just been alluded to can also have significance in the outer, exoteric world. People, after all, live throughout the world within certain individual religious systems. These religious systems have their cults; they have their rituals. These rituals surround the person with what are, in fact, imaginations drawn from higher worlds with the aid of the astral body. The moment such a religious community accepts a person, they are surrounded by imaginations that liberate their astral body while the rite acts upon them; at least for brief moments, the astral body becomes free to a certain degree within any religious rite. And the stronger the rite is, the more it suppresses the influences of the etheric and physical bodies, the more it works with such means that the astral body is emancipated, the more the astral body is drawn out of the etheric and physical bodies during the corresponding ceremony. That is why—forgive the expression; it might seem as though I were using it with a certain mockery, but it is no mockery— it is therefore nowhere as dangerous to sleep as in church, because during sleep the astral body already separates from the physical and etheric bodies anyway, and because what takes place in the rite takes root in the astral body; for it has been brought down from the higher worlds with the help of astral bodies. So the so-called “church sleep,” which is, after all, a very popular practice for many in some regions, should actually be avoided. This applies more to churches that have a ritual, and less to those religious communities that, in accordance with modern views, have already departed from a certain ritual or limit themselves to a minimum of ritual. Here, these matters are not discussed with any preference or aversion toward this or that creed, but purely in accordance with objective facts. Thus, when a person has emancipated their astral body from the other aspects of human nature, they are easily influenced by the impulses and forces that have in turn been acquired through astral bodies. And here also lies the possibility that a personality who has attained free use of their astral body, if they are stronger than another who can also, in a certain sense, emancipate their astral body, may exert an immense influence over the latter. It is then literally as if the forces of the astral body of the stronger personality were being transferred to that of the weaker personality. And when one then observes the weaker personality clairvoyantly, it actually carries within its astral body the images and imaginations of the stronger astral personality.

[ 23 ] Sie sehen, wie notwendigerweise die Moral wachsen muß auf einem Boden, auf dem der Okkultismus gepflegt werden soll; denn man kann natürlich nicht den Okkultismus pflegen, ohne daß man in Wirklichkeit anstrebt, die Astralleiber zu emanzipieren von den übrigen Gliedern der Menschennatur. Das Verderblichste ist aber, wenn auf dem Felde des Okkultismus die stärkeren Persönlichkeiten noch irgendwie nach Macht für ihre persönlichen Interessen und persönlichen Intentionen streben. Berechtigt, auf okkultem Felde zu wirken, sind eigentlich nur diejenigen Persönlichkeiten, die vollständig darauf verzichten, irgendwelchen persönlichen Einfluß zu haben, und das größte Ideal desjenigen Okkultisten, der etwas Berechtigtes erreichen soll, ist, durch seine Persönlichkeit gar nichts erreichen zu wollen; das, wofür er persönliche Sympathien oder Antipathien hat, möglichst von alledem auszuschalten, was er wirken will. Wer daher Sympathien oder Antipathien für dieses oder jenes hat und okkult wirken will, der muß diese Sympathien und Antipathien sorgfältig sozusagen für sein allerprivatestes Feld nur zusammentragen und auf seinem allerprivatesten Feld gelten lassen; er darf jedenfalls auf dem Boden, auf dem eine okkulte Bewegung blühen soll, nichts von diesen persönlichen Antipathien und Sympathien selber hegen und pflegen. Und so paradox es eigentlich klingt, so kann man doch sagen: Das Gleichgültigste für den okkulten Lehrer ist eigentlich für ihn seine Lehre, das Allergleichgültigste die Lehre, die er ja schließlich wirklich nur nach seinen Talenten und Temperamenten geben kann. Sie wird nur eine Bedeutung haben, wenn ihm an der Lehre als solcher nicht eigentlich irgendwie persönlich etwas liegt, sondern lediglich so viel liegt, als diese Lehre Seelen helfen kann. Daher wird auch kein okkulter Lehrer jemals einem Zeitalter etwas von seinen Kenntnissen aufdrängen, wenn er weiß, daß dieser Teil der Kenntnisse für dieses Zeitalter nichts taugt, daß er nur für ein anderes Zeitalter tauglich sein könnte. Dies alles kommt in Betracht, wenn von der eigenartigen Natur des Astralleibes unter dem Einfluß okkulter Entwicklung gesprochen wird.

[ 23 ] You can see how morality must necessarily flourish in an environment where the occult is to be cultivated; for, of course, one cannot cultivate the occult without, in reality, striving to emancipate the astral bodies from the other aspects of human nature. But the most pernicious thing is when, in the field of occultism, the stronger personalities still strive in some way for power for their personal interests and personal intentions. In truth, only those personalities who completely renounce any personal influence are truly qualified to work in the occult field; and the greatest ideal of the occultist who is to achieve something legitimate is to desire to achieve nothing at all through his personality; to exclude, as far as possible, whatever he personally likes or dislikes from all that he intends to effect. Therefore, anyone who has sympathies or antipathies toward this or that and wishes to work in the occult must, so to speak, carefully gather these sympathies and antipathies only for his most private sphere and allow them to apply only there; in any case, on the ground where an occult movement is to flourish, he must not himself nurture or cultivate any of these personal antipathies and sympathies. And as paradoxical as it may sound, one can nevertheless say: The most indifferent thing for the occult teacher is actually his teaching itself; the most indifferent thing is the teaching that he can, after all, truly impart only according to his talents and temperament. It will have meaning only if he does not actually care personally about the teaching as such, but cares only to the extent that this teaching can help souls. For this reason, no occult teacher will ever impose any part of his knowledge on an age if he knows that this part of the knowledge is of no use to that age, that it could only be suitable for another age. All of this must be taken into account when speaking of the peculiar nature of the astral body under the influence of occult development.

[ 24 ] In unserem Zeitalter, schon als es sich vorbereitete und wie es sich weiterentwickelt hat, gibt es noch eine Komplikation. Was ist denn das Wesentliche unseres Zeitalters? Unser Zeitalter ist das der Entwicklung der Bewußtseinsseele. Nichts ist so sehr verknüpft mit dem Egoismus, der an die engsten, persönlichsten Interessen herandringt, als die Bewußtseinsseele. Daher gibt es in keinem Zeitalter eine solche Versuchung, die persönlichsten Interessen mit den allgemeinen Menschheitsinteressen zu verwechseln, wie in unserem Zeitalter. Dieses Zeitalter mußte ja allmählich die Menschheitsinteressen gleichsam zusammenziehen in das menschliche Ich herein, nämlich in den Teil des menschlichen Ich, der die Bewußtseinsseele ist. Wir sehen, wie sich gegen unser Zeitalter hin die menschlichen Interessen nach dem Punkt des Ich, nach dem Punkt der Egoität zusammendrängen. In dieser Beziehung ist ungeheuer lehrreich, wenn man sich einmal tiefernst fragt, ob so etwas, wie es zum Beispiel schon der heilige Augustinus in seinen Konfessionen geschrieben hat, jemals möglich gewesen wäre im alten Griechenland.

[ 24 ] In our age—even as it was taking shape and as it has continued to develop—there is yet another complication. What, then, is the essence of our age? Our age is that of the development of the conscious soul. Nothing is so closely linked to the egoism that clings to the narrowest, most personal interests as the conscious soul. Therefore, in no other age is there such a temptation to confuse the most personal interests with the general interests of humanity as in our age. This age has, after all, had to gradually draw the interests of humanity, as it were, into the human ego, namely into that part of the human ego which is the consciousness soul. We see how, as we approach our age, human interests are crowding together toward the point of the ego, toward the point of egotism. In this regard, it is immensely instructive to ask oneself in all seriousness whether something like what, for example, St. Augustine wrote in his Confessions would ever have been possible in ancient Greece.

[ 25 ] Das wäre absolut ausgeschlossen gewesen. Der Grieche war seiner ganzen Natur nach so, daß sein Inneres mit dem Äußeren in einem gewissen Einklang stand, so daß äußere Interessen zugleich innere Interessen waren und innere Interessen nach dem Äußeren übergriffen. Nehmen Sie die ganze griechische Kultur: Sie ist so, daß man noch ein gewisses Verknüpftsein des menschlichen Innern mit dem Äußern überall voraussetzen muß. Man versteht erst die griechische Kunst, die griechischen Tragiker, die griechischen Geschichtsschreiber und Philosophen, wenn man weiß, wie bei den Griechen noch das Seelische ergossen war in das Äußere und das Äußere sich wie selbstverständlich zusammenfügte mit dem Innern. Damit vergleiche man so etwas wie die Konfessionen des Augustinus. Alles lebt für ihn; in seinem Inneren sucht er, gräbt er, forscht er. Man versuche da die ganze persönliche individuelle Note in den Schriften des Augustinus überall zu verfolgen; man wird sie finden. Man muß sagen: Augustinus lebt lange vor dem Hereinbrechen unseres Zeitalters; aber er bereitet es vor; er ist der Geist, in dessen Schriften wir, lange vor dem Sonnenaufgang, die erste Morgenröte des Zeitalters finden, das ganz auf die Bewußtseinsseele zugeschnitten ist. In jeder Zeile des Augustinus ist das wahrzunehmen, und jede Zeile des Augustinus unterscheidet sich für ein feineres Fühlen von alledem, was im alten Griechentum möglich war.

[ 25 ] That would have been absolutely out of the question. The Greek was, by his very nature, such that his inner self was in a certain harmony with the outer world, so that external interests were at the same time internal interests, and internal interests extended into the external world. Take Greek culture as a whole: it is such that one must still assume everywhere a certain interconnectedness of the human inner world with the outer world. One can only understand Greek art, the Greek tragedians, the Greek historians, and philosophers if one knows how, among the Greeks, the spiritual still poured out into the outer world and the outer world naturally merged with the inner. Compare this to something like Augustine’s Confessions. Everything is alive for him; within himself he seeks, he digs, he explores. Try to trace the entire personal, individual touch throughout Augustine’s writings; you will find it. One must say: Augustine lived long before the dawn of our age; but he prepares the way for it; he is the spirit in whose writings we find, long before the sunrise, the first dawn of the age that is entirely tailored to the conscious soul. This can be perceived in every line of Augustine, and every line of Augustine, to a more refined sensibility, differs from all that was possible in ancient Greek culture.

[ 26 ] Und jetzt, wenn man das weiß: Augustinus lebt entgegen dem Zeitalter, in dem die Egoität, die Beschäftigung des Menschen mit seinem eigenen Innern schon innerhalb des physischen Leibes wie eine Art Charakter dieses Zeitalters wird, dann kann man begreifen, daß derjenige, der wie Augustinus wiederum weitere Interessen daneben hat und hinsieht zu dem gesamten Entwicklungsgang der Menschheit, daß der ein richtiges Schaudern bekommt, wenn an ihn herantritt eine Menschenwesenheit, die ahnen läßt, daß bei einer gewissen Entwicklung nach der Höhe hinauf der Astralleib naturgemäß zu einer Art Egoismus kommen muß. Augustinus geht rein und edel und groß auf die Egoität los. Man möchte sagen, selbstlos geht er auf die Egoität los. Aber er gerät in das Zeitalter hinein, wo die Menschheit sich losgelöst hat von den großen Interessen des Äußeren. Man bedenke, wie noch im dritten nachatlantischen Zeitraum jeder ägyptische Mensch seinen Blick hinaufrichtete nach den Sternenwelten und in den Sternen menschliche Schicksale las, — wie da die Seele verbunden war mit allgemeinen Interessen. Das konnte man natürlich nur erreichen, als der Mensch noch fähig war, seinen Astralleib gesonderter im alten elementaren Hellsehen zu erhalten von dem physischen Leib. Daher mußte Augustinus schaudern, wenn ihm ein Mensch gegenübertrat, der ihn gleichsam erinnerte: mit einer höheren Entwicklung wächst zunächst der Egoismus! Das kann er begreifen, das fühlt er, das gibt ihm sein Instinkt: er lebt ja dem Zeitalter der Egoität entgegen. Da fühlt er, indem ihm ein Mensch gegenübertritt, der eine Höherentwicklung darstellt über diejenige im physischen Leib hinaus: es geht gegen den Egoismus zu. Und er kann zugleich nicht begreifen, daß dieser Mensch noch herüberbringt ein allgemein-menschliches Interesse.

[ 26 ] And now, knowing this—that Augustine lives in opposition to an age in which egotism, man’s preoccupation with his own inner self even within the physical body, is becoming a defining characteristic of that age— then one can understand that someone like Augustine, who has broader interests alongside this and looks at the entire course of human development, feels a genuine shudder when confronted by a human being who suggests that, in a certain upward development, the astral body must naturally evolve into a kind of egoism. Augustine attacks egoism with purity, nobility, and grandeur. One might say he attacks egoism selflessly. But he finds himself in an age where humanity has detached itself from the great interests of the outer world. Consider how, even in the third post-Atlantean epoch, every Egyptian raised his gaze to the starry worlds and read human destinies in the stars—how the soul was connected to universal interests. Of course, this could only be achieved when human beings were still able to maintain their astral body separately from the physical body through the ancient elemental clairvoyance. That is why Augustine had to shudder when he encountered a person who, as it were, reminded him: with higher development, egoism grows first! He can understand this, he feels it, his instinct tells him so: after all, he is living toward the age of egoism. So when a person stands before him who represents a higher development beyond that of the physical body, he senses: things are moving toward egoism. And at the same time, he cannot comprehend that this person still conveys a universal human interest.

[ 27 ] Versuchen Sie, diese Empfindung zu gewinnen, wie Augustinus gegenübersteht nach seinem eigenen Bekenntnis dem Manichäerbischof Faustinus — denn ihn habe ich geschildert. Als er diesem gegenüberstand, da empfand Augustinus, was ein Mensch empfinden kann, der sozusagen dem Zeitalter des Egoismus in edler Weise entgegengeht und nur durch die innere Kraft dieses Zeitalter schützen will gegen den Egoismus und der sich abwenden muß von einem Menschen, wie der Manichäerbischof Faustinus einer war. Er wendete sich ab von ihm, weil er ihm dasjenige darstellte, was wie etwas, das man nicht anrühren soll, erscheint; denn er birgt etwas in sich, wofür das Zeitalter der Egoität nimmermehr Verständnis finden kann im exoterischen Leben. Es tritt also dem Kirchenvater Augustinus der Manichäerbischof Faustinus gegenüber. Ihm, der dem Zeitalter der Bewußtseinsseele entgegengeht, tritt eine menschliche Wesenheit gegenüber, die in der Art, wie so etwas bewahrt werden kann in einer okkulten Weltenströmung, den Zusammenhang mit der geistigen Welt bewahrt und damit die Grundeigenschaft des astralischen Leibes, vor welcher dem Augustinus schaudert, von seinem Gesichtspunkt aus mit Recht schaudert.

[ 27 ] Try to grasp the feeling of how Augustine, according to his own account, stood before the Manichaean bishop Faustinus—for it is him I have described. When he stood before him, Augustine felt what a person can feel who, so to speak, nobly confronts the age of egoism and seeks only to protect that age from egoism through inner strength, and who must turn away from a person such as the Manichaean bishop Faustinus. He turned away from him because he represented to him that which appears as something one must not touch; for he harbors within himself something for which the age of egoism can never find understanding in exoteric life. Thus the Manichaean bishop Faustinus stands opposite the Church Father Augustine. He, who is moving toward the age of the consciousness-soul, is confronted by a human being who, in the manner in which such a thing can be preserved within an occult world current, maintains the connection with the spiritual world and thus, from his point of view, rightly shudders at the fundamental characteristic of the astral body, before which Augustine shudders.

[ 28 ] Gehen wir ein paar Jahrhunderte weiter. Da tritt uns entgegen an der Universität in Paris ein Mensch, der in der Literatur wenig bekannt geworden ist, denn was er geschrieben hat, gibt keine Vorstellung seiner Persönlichkeit. Was er geschrieben hat, erscheint pedantisch, aber persönlich muß er großartig gewirkt haben; persönlich scheint er vor allen Dingen gewirkt zu haben so, daß er gleichsam in seine ganze Umgebung etwas wie eine Erneuerung griechischer Weltanschauung hereingebracht hat. Der rechte Renaissancemensch war er. Er starb 1518 und wirkte bis dahin an der Pariser Universität. Diese Persönlichkeit, sie verhielt sich sozusagen zu dem Wesen des Griechentums — wenn auch viel exoterischer —, wie sich der Manichäerbischof Faustinus zu dem Manichäertum verhielt, das ja vor allen Dingen in seine Traditionen neben vielem übrigen alle guten und großen Seiten der dritten nachatlantischen, der ägyptisch-chaldäischen Kulturperiode aufgenommen hatte.

[ 28 ] Let us move forward a few centuries. There, at the University of Paris, we encounter a man who has become little known in literary circles, for what he wrote does not provide a mental image of his personality. What he wrote appears pedantic, but personally he must have made a magnificent impression; personally, he seems above all to have had such an effect that he brought, as it were, something like a renewal of the Greek worldview into his entire surroundings. He was the true Renaissance man. He died in 1518 and worked at the University of Paris until then. This personality related, so to speak, to the essence of Hellenism—albeit in a much more exoteric way—just as the Manichaean bishop Faustinus related to Manichaeism, which, after all, had incorporated into its traditions, among many other things, all the good and great aspects of the third post-Atlantean, the Egyptian-Chaldean cultural period.

[ 29 ] Es gibt also diesen Manichäerbischof Faustinus, der uns im Zusammenhang mit Augustinus entgegentritt und der dadurch, daß er Manichäer ist, sich gerade die okkulten Untergründe der dritten nachatlantischen Kulturperiode bewahrt hat. 1518 stirbt in Paris ein Mensch, welcher gewisse — wenn auch exoterisch —, gewisse Seiten des Untergrundes der vierten nachatlantischen Kulturperiode herüberträgt. Dadurch war er unheimlich denjenigen, die im traditionellen Christentum dazumal in seiner Umgebung wirkten. Die Mönche betrachteten ihn als ihren Todfeind, aber er machte einen großen Eindruck auf Erasmus von Rotterdam, als sich dieser in Paris aufhielt. Nur kam es Erasmus von Rotterdam vor, als wenn die äußere Umgebung schlecht taugen würde zu demjenigen, was eigentlich im Innern dieser merkwürdigen Seele lebte. Und als Erasmus wiederum wegreiste und nach England gegangen war, schrieb er einmal an denjenigen, der mittlerweile sein Freund geworden war, er möge sich doch von seinem physischen Leib, in dem das Podagra herrschte, einmal freimachen und möge in der Luft nach England fliegen, da wäre an Boden viel mehr in der äußeren Umgebung zu finden für das, was er in seiner Seele empfinde. Daß in einer anschaulichen Weise diese Persönlichkeit, die dazumal gewirkt hat, erstehen lassen konnte griechisches Fühlen, griechisches Empfinden, das geht uns insbesondere hervor, wenn wir das Verhältnis des feinsinnigen Erasmus von Rotterdam zu dieser Persönlichkeit ins Auge fassen. So lebte — man möchte sagen — gerade am Ausgangspunkt des Zeitalters der Egoität diese Persönlichkeit, die da 1518 in Paris starb, so lebte sie als ein Feind derer, welche anpassen wollten das Leben der Menschenseelen dem Zeitalter der Egoität und welche eine Art von Schauder empfanden gegenüber einer solchen Seele, die deshalb so wirken konnte, weil sie ein anderes Zeitalter, wo sozusagen der Mensch näherstand der Egoität des astralischen Leibes, das griechische Zeitalter heraufzaubern wollte. Auf Erasmus von Rotterdam wirkte diese Persönlichkeit durchaus sympathisch. Diese Persönlichkeit wurde geheißen Faustus Andrelinos.

[ 29 ] There is, then, this Manichaean bishop Faustinus, who appears in connection with Augustine and who, precisely because he is a Manichaean, has preserved the occult foundations of the third post-Atlantean cultural epoch. In 1518, a man died in Paris who conveyed certain—albeit exoteric—aspects of the underlying currents of the fourth post-Atlantean cultural epoch. This made him seem eerie to those active in traditional Christianity in his circle at the time. The monks regarded him as their mortal enemy, but he made a great impression on Erasmus of Rotterdam when the latter was staying in Paris. Yet it seemed to Erasmus of Rotterdam as if the external environment were ill-suited to what actually lived within this remarkable soul. And when Erasmus left again and went to England, he once wrote to the man who had since become his friend, urging him to free himself from his physical body, which was ravaged by gout, and to fly through the air to England, for there he would find much more in the external environment that corresponded to what he felt in his soul. That this personality, who was active at that time, was able to bring Greek feeling and Greek sensibility to life in a vivid way becomes particularly clear to us when we consider the relationship of the subtle Erasmus of Rotterdam to this personality. Thus did this personality—one might say—live precisely at the dawn of the Age of Egoism; having died in Paris in 1518, he lived as an enemy of those who sought to adapt the lives of human souls to the Age of Egoity and who felt a kind of shudder toward such a soul, which was able to work precisely because it sought to conjure up a different age—the Greek age—in which, so to speak, the human being was closer to the egoity of the astral body. This personality made a thoroughly favorable impression on Erasmus of Rotterdam. This personality was named Faustus Andrelinos.

[ 30 ] Im 16. Jahrhundert hatte man es in Mitteleuropa mit einer Persönlichkeit zu tun, welche wie eine Art fahrender Sänger hingestellt wird, von der das entsprechende Volksbuch erzählt, daß sie sich abwandte von der traditionellen Theologie. Diese Persönlichkeit wollte sich hernach keinen Theologen mehr nennen, nannte sich den Weltmenschen und Mediziner, legte die Bibel eine Weile unter die Bank und befaßte sich mit dem Studium der Natur. Nun ist auch das Studium der Natur gerade in dem Zeitalter, wo der Übergang von allem möglichen Alten zu allem möglichen Neuen stattfand, so, daß es dem Menschen ebenso wie das Manichäertum, wie das alte Griechentum, die astralische Egoität nahebringt. So brachte die astralische Egoität nahe das, was dazumal an der Grenzscheide stand der alten Alchemie und der neuen Chemie, der alten Astrologie und der neuen Astronomie und so weiter. Dieses eigentümliche Flimmern und Schimmern der Naturwissenschaft zwischen dem alten und dem neuen Standpunkt, das brachte den Menschen nahe, wenn er die Bibel eine Weile unter die Bank legte, einer solchen Astralität, wo man sich auseinanderzusetzen hat mit der Egoität. Kein Wunder, daß es diejenigen schauderte, die mit ihren Traditionen zurechtkommen wollten mit dem Zeitalter der Egoität, wo die Bewußtseinsseele schon vollständig ihren Aufgang gefunden hatte. Und es entstand in Mitteleuropa die Sage von dem dritten Faust, von dem Johannes Faust, auch Georg Faust genannt, der ja eine wirkliche historische Persönlichkeit gewesen ist. Und das 16. Jahrhundert schweißte zusammen allen Schauder vor der Egoität des astralischen Leibes, indem sie die drei Fauste, den des Augustinus, den des Erasmus und den Faust Mitteleuropas in eine Gestalt zusammenfügte, in jene Gestalt des mitteleuropäischen Volksbuches, die dann auch der Faust des Marlowe wird. Aus diesem Faust machte Goethe mit völliger Umkehrung seinen Faust, in welchem er uns klarmachen will: es gibt die Möglichkeit, nicht zu schaudern vor dem Träger dessen, der einem nahebringt die Astralität, sondern ihn besser zu verstehen, so daß er eine Entwicklung zeigen kann, so daß wir aussprechen können das Wort: «Wir können ihn erlösen.» Ganze Zeitalter setzten sich auseinander mit der Frage der Egoität des astralischen Leibes, und in ganzen Legendendichtungen, ja auch in der Historie klingt nach des Men sehen Schaudern vor der Egoität des astralischen Leibes und des Menschen Sehnsucht, das Problem dieses astralischen Leibes in der richtigen Weise zu lösen so, wie es der weisen Führung der Welt und der esoterischen Entwicklung der einzelnen Seele entspricht.

[ 30 ] In the 16th century, Central Europe was home to a figure who is portrayed as a sort of wandering minstrel; the relevant folk tale recounts that he turned his back on traditional theology. This figure subsequently refused to call himself a theologian any longer, calling himself a man of the world and a physician; he set the Bible aside for a time and devoted himself to the study of nature. Now, the study of nature, especially in the age when the transition from all manner of the old to all manner of the new was taking place, is such that it brings astral egoity closer to humanity, just as Manichaeism and ancient Greek culture did. Thus astral egoity brought close to people what at that time stood at the dividing line between old alchemy and new chemistry, old astrology and new astronomy, and so on. This peculiar flickering and shimmering of natural science between the old and the new standpoint brought people, when they set the Bible aside for a while, into contact with a kind of astral realm where one must grapple with egoity. No wonder that it sent a shudder through those who sought to reconcile their traditions with the age of egoity, where the conscious soul had already fully come into its own. And in Central Europe arose the legend of the third Faust, of Johannes Faust, also called Georg Faust, who was, after all, a real historical figure. And the 16th century welded together all the dread of the egoity of the astral body by fusing the three Fausts—that of Augustine, that of Erasmus, and the Faust of Central Europe—into a single figure, into that figure of the Central European folk tale, which then also becomes Marlowe’s Faust. From this Faust, Goethe created his own Faust through a complete reversal, in which he seeks to make clear to us: there is the possibility not to shudder at the bearer of that which brings us into contact with astral reality, but rather to understand him better, so that he may show a development, so that we may utter the words: “We can redeem him.” Entire eras grappled with the question of the egoity of the astral body, and in entire legendary poems, indeed even in history, one senses humanity’s shuddering at the egoity of the astral body and humanity’s longing to solve the problem of this astral body in the right way, in a manner corresponding to the wise guidance of the world and the esoteric development of the individual soul.