What Significance does
Occult Development have for Man's Sheaths
The physical, etheric, and astral bodies, and the Self?
GA 145
27 March 1913, The Hague
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What Significance does Occult Development have for Man's Sheaths?, tr. SOL
9. Der Hüter der Schwelle. Kain und Abel
9. The Guardian of the Threshold: Cain and Abel
[ 1 ] Wenn man an die Vorgänge im astralischen Leib und im Selbst des Menschen herantritt, insofern sie erfahren, erlebt werden durch eine okkulte Entwicklung, so wird die Schilderung immer schwieriger. Denn man entfernt sich mit dem Erleben in diesen Gliedern der Menschennatur sehr weit von dem, was man gewohnt ist zu erleben im alltäglichen Dasein. Im gewöhnlichen Seelenleben, da ist es ja so, daß man als sein Innenleben allerdings empfindet das Leben im astralischen Leibe in den auf- und abflutenden Leidenschaften, Affekten, Trieben, Begierden und so weiter; daß man auch als sein Innenleben empfindet dasjenige, was seinen Ausdruck findet in der Zusammenfassung im Ich. Allein, was man so erlebt, das ist ja doch nichts anderes als der Widerschein, die Spiegelung des Selbstes und des astralischen Leibes am Ätherleib und am physischen Leib, das ist kein bewußtes Miterleben des astralischen Leibes und des Selbstes. Und man kann durch das, was man im gewöhnlichen Seelenleben hat, überhaupt keine rechte Vorstellung gewinnen von dem eigentlichen Erleben innerhalb der höheren Welten im astralischen Leib und im Selbst. Daher muß man, wenn man diese Dinge schildert, die Zuflucht nehmen zu einer solchen Art der Darstellung, die naturgemäß ist für diese höheren Welten, man muß die Zuflucht nehmen zu Imaginationen; und diese Imaginationen werden ja auch in der Wirklichkeit erlebt. Allein Sie müssen sich, meine lieben Freunde, nicht vorstellen, daß das Anschauen, gleichsam das Hinstarren auf die hellseherischen Imaginationen das einzige ist, was man erlebt; es ist gewissermaßen nicht einmal die Hauptsache; die Hauptsache ist das, was man innerlich dabei mitmacht, was die Seele an Vorgängen und inneren Prüfungen durchmacht, wenn sie diesen Imaginationen gegenübersteht.
[ 1 ] When one approaches the processes occurring in the astral body and in the human self—insofar as they are experienced through occult development—the description becomes increasingly difficult. For in experiencing these aspects of human nature, one moves very far away from what one is accustomed to experiencing in everyday life. In ordinary soul life, it is indeed the case that one perceives as one’s inner life the life in the astral body in the ebbing and flowing passions, emotions, drives, desires, and so on; that one also perceives as one’s inner life that which finds its expression in the synthesis within the “I.” However, what one experiences in this way is nothing other than the reflection, the mirroring of the Self and the astral body upon the etheric body and the physical body; it is not a conscious participation in the experience of the astral body and the Self. And through what one has in ordinary soul life, one cannot gain any real mental image of the actual experience within the higher worlds in the astral body and in the Self. Therefore, when describing these things, one must resort to a mode of representation that is natural to these higher worlds; one must resort to imaginations; and these imaginations are, after all, experienced in reality. But you must not imagine, my dear friends, that the act of looking at—or, as it were, staring at—the clairvoyant imaginations is the only thing one experiences; in a sense, it is not even the main thing; the main thing is what one undergoes inwardly in the process, what the soul goes through in terms of events and inner trials when it faces these imaginations.
[ 2 ] Und so ist es denn auch namentlich solch bedeutsamen, gewaltigen Imaginationen gegenüber, wie diejenige eine ist, die geschildert worden ist in der Paradieses-Imagination. Wer diese ParadiesesImagination wirklich erlebt, wer sie also als eine Errungenschaft des höheren Erlebens vor sich haben kann, der fühlt sich mitten drinnenstehend in einem inneren Seelenwogen, er fühlt sich ergriffen von einem inneren Seelenwogen und fühlt, wie er gewissermaßen nach den zwei gestern bezeichneten Richtungen abirren kann. Wie er angezogen wird, lebendig angezogen wird von all den Leidenschaften, Affekten, die aus dem persönlichen Leben, das man eben einmal auf dem physischen Plan führt, nachwirken — denn wie hundert und aber hundert magnetische Anziehungskräfte wirken immer stärker und stärker die persönlichen Interessen, die man sich nach und nach herangezogen hat auf dem physischen Plan —, auf der anderen Seite aber fühlt man noch etwas anderes. Je mehr man in die Nähe kommt, je deutlicher diese Paradieses-Imagination zu sehen ist, desto mehr Stärke gewinnen diese Kräfte, die einen zu den persönlichen Interessen herunterziehen, und das, was sie an einem bewirken, das ist: sie löschen einem immer mehr und mehr diese Paradieses-Imagination aus, oder besser gesagt, sie lassen sie gar nicht richtig entstehen, man wird wie betäubt. Was man da mitschleppt an persönlichen Interessen, Affekten, Gefühlen und Empfindungen und so weiter, das sind ebenso viele Hunderte und aber Hunderte von magnetischen Kräften, wie sie auf der anderen Seite Betäubungsmittel sind. Und dann, wenn man versucht, seine Selbsterziehung so weit zu bringen, daß man den astralischen Leib sozusagen immer mehr in Wahrheit betrachtet — man ist ja, wenn man diese Paradieses-Imagination hat, außerhalb seines physischen und ätherischen Leibes, also man ist in seinem astralischen Leib und Ich —, wenn man erfaßt hat die Natur und den Charakter des Astralleibes, dann weiß man: der ist der Egoist. Und der ist nur gerechtfertigt an dieser Stelle, die man da durch Selbsterziehung erlangt hat, wenn er in seine egoistischen Interessen nicht das Persönliche zu seinem Wesen macht, das dann mit den hundert und aber hundert Kräften kommt, sondern wenn er immer mehr die ganz allgemeinen Menschheits- und Weltinteressen zu den seinigen machen kann. Man fühlt nämlich wie ein Gegengewicht an dieser Stelle der okkulten Entwicklung gegen den Egoismus des astralischen Leibes ein anderes, das immer mehr und mehr heraufkommt, je mehr sozusagen die egoistischen Kräfte sich regen in dem freigewordenen astralischen Leibe. Man fühlt immer mehr Einsamkeit, eisige Einsamkeit. Das gehört auch zu dem, was man im innerlichen Wogen erlebt, die eisige Einsamkeit. Und diese eisige Einsamkeit, die ist es, die einen kuriert von dem Überhandnehmenlassen des Egoismus, und man hat sich richtig erzogen, wenn man an diesem Punkt der okkulten Entwicklung nebeneinander fühlen kann den Trieb, alles durch sich und für sich zu sein, aber wenn man auch die frostige Einsamkeit an sich herankommen fühlt.
[ 2 ] And this is especially true when it comes to such significant, powerful visions as the one described in the “Paradise” vision. Whoever truly experiences this Paradise Imagination—that is, whoever can hold it before them as an achievement of higher experience—feels themselves standing right in the midst of an inner surge of the soul; they feel seized by an inner surge of the soul and sense how they can, so to speak, stray off in the two directions described yesterday. Just as one is drawn, vividly drawn, by all the passions and emotions that continue to exert their influence from the personal life one leads on the physical plane—for just as hundreds upon hundreds of magnetic forces of attraction, the personal interests one has gradually drawn to oneself on the physical plane, act ever more strongly—on the other hand, however, one feels something else as well. The closer one gets, the more clearly this vision of paradise can be seen, the more strength these forces gain that pull one down toward personal interests, and what they do to one is this: they increasingly erase this vision of paradise, or rather, they do not allow it to truly arise at all; one becomes as if numbed. The personal interests, affections, feelings, and sensations one carries along with them are just as many hundreds and hundreds of magnetic forces as they are, on the other hand, numbing agents. And then, when one tries to advance one’s self-education to the point where one views the astral body, so to speak, more and more in truth—for when one has this image of paradise, one is outside one’s physical and etheric bodies, that is, one is in one’s astral body and I—when one has grasped the nature and character of the astral body, then one knows: that is the egoist. And this is only justified at this stage, which one has attained through self-education, if one does not make the personal aspect of one’s being—which then comes with a hundred and a hundredfold of forces—the center of one’s egoistic interests, but rather if one can increasingly make the very general interests of humanity and the world one’s own. For one feels, at this stage of occult development, a counterbalance to the egoism of the astral body—another force that rises more and more the more, so to speak, the egoistic forces stir within the now-liberated astral body. One feels ever greater loneliness, icy loneliness. This icy loneliness is also part of what one experiences in the inner surging. And this icy loneliness is what cures one of allowing egoism to gain the upper hand, and one has truly educated oneself if, at this point in occult development, one can feel side by side the impulse to be everything through oneself and for oneself, but also feel the frosty loneliness drawing near.
[ 3 ] Es ist ebenso wichtig, dieses Gefühl zu haben, wie allmählich sich der Paradieses-Imagination zu nähern. Und wenn diese beiden Kräfte, der Egoismus, der sich zu Weltinteressen ausdehnt, und die frostige Einsamkeit zusammenwirken, dann nähert man sich immer mehr und mehr der Paradieses-Imagination. Und wenn diese aufgetreten ist mit der entsprechenden Lebendigkeit, wenn sie wirklich da ist, dann ist auch der Zeitpunkt gekommen, wo man in der ganz richtigen Weise die Begegnung mit dem Hüter der Schwelle! erlebt. Es ist schwierig, diesen Hüter der Schwelle auf einmal zu charakterisieren — ich habe es ja an verschiedenen Stellen unserer Betrachtungen getan. Heute soll es weniger darauf ankommen, diesen Hüter der Schwelle zu charakterisieren, als das innere Erleben an den menschlichen Hüllen und an dem menschlichen Selbst. Kommt man also nahe der Paradieses-Imagination, daß heißt, wird sie immer lebendiger und lebendiger und begegnet man dann dem Hüter der Schwelle, dann fühlt man erst recht stark die geschilderten magnetischen Kräfte, und indem man dem Hüter der Schwelle gegenübersteht, fühlt man sich — und das ist eine furchtbar erschütternde Empfindung — wie gefesselt, wie gebannt. Denn alle diese magnetischen Kräfte, die einen in das Persönliche hinunterziehen, die üben jetzt ihren stärksten Einfluß aus; und nur wenn man es so weit gebracht hat, wenn einem die frostige Einsamkeit so zum Erzieher geworden ist, daß man imstande ist, wirkliche Weltinteressen zu seinen Interessen zu machen, dann kommt man vorbei an dem Hüter der Schwelle. Und dann kann man das fühlen, was man nennen kann: Man vereinigt sich mit der ParadiesesImagination, man wird eins mit ihr. Man fühlt sich dann drinnen in ihr. Dieses Erlebnis, sich drinnen zu fühlen, das ist wie ein Gerechtfertigt-sich-Fühlen in den Welteninteressen, so daß man sich gestehen darf: Ja, du darfst deine eigenen Interessen geltend machen, denn sie sind jetzt die Welteninteressen. — Wenn man aber nicht vorbeikommt, wenn man noch nicht allgemeine Interessen genug gewonnen hat, dann ziehen einen die persönlichen Interessen zurück, und dann tritt das ein, was man im Okkultismus nennt: man kommt nicht an dem Hüter der Schwelle vorbei. Dann verdunkeln diese persönlichen Interessen die Paradieses-Imagination; dann gewinnt man sozusagen einzelne Stücke aus derselben, gewinnt undeutliche Eindrücke, aber nicht vollständige, und man wird wie zurückgerissen wiederum in das persönliche Leben. Aber es kann dann der Fall eintreten, daß man bis zu einem gewissen Grade die Möglichkeit erhalten hat, hellseherische Erlebnisse zu haben. Diese hellseherischen Erlebnisse sind dann erst recht MajaErlebnisse, die können ganz irrtümlich sein; denn sie sind überall durchzogen und benebelt von den persönlichen Interessen.
[ 3 ] It is just as important to have this feeling as it is to gradually draw closer to the vision of paradise. And when these two forces—egoism expanding into a concern for the world, and icy solitude—work together, one draws ever closer to the vision of paradise. And when this has emerged with the appropriate vitality, when it is truly present, then the moment has also come when one experiences the encounter with the Guardian of the Threshold in just the right way. It is difficult to characterize this Guardian of the Threshold all at once—I have, after all, done so at various points in our reflections. Today, the focus should be less on characterizing this Keeper of the Threshold than on the inner experience of the human sheaths and the human self. So when one comes close to the Paradise Imagination—that is, as it becomes ever more and more alive—and then encounters the Keeper of the Threshold, one feels the described magnetic forces all the more strongly; and as one stands before the Keeper of the Threshold, one feels—and this is a terribly shattering sensation—as if bound, as if spellbound. For all these magnetic forces that pull one down into the personal are now exerting their strongest influence; and only when one has come this far, when the frosty solitude has become one’s teacher to such an extent that one is able to make real worldly interests one’s own, only then does one pass by the Keeper of the Threshold. And then one can feel what might be called: one unites with the Imagination of Paradise, one becomes one with it. One then feels oneself inside it. This experience of feeling oneself inside is like a sense of being justified in the interests of the world, so that one may admit to oneself: Yes, you may assert your own interests, for they are now the interests of the world. — But if one cannot get past it, if one has not yet gained enough of the general interests, then one’s personal interests pull one back, and then what is called in occultism occurs: one cannot get past the Guardian of the Threshold. Then these personal interests obscure the vision of paradise; one gains, so to speak, individual fragments of it, receives vague impressions, but not complete ones, and one is, as it were, pulled back into personal life. But it may then happen that one has, to a certain degree, gained the ability to have clairvoyant experiences. These clairvoyant experiences are then all the more experiences of Maya; they can be entirely mistaken, for they are permeated and clouded throughout by personal interests.
[ 4 ] Durch solch ein Erlebnis wird es einem erst völlig begreiflich, wird es einem erst sozusagen ernst, wie die persönlichen Interessen in Welteninteressen übergegangen sein müssen, wenn man wirklich Richtiges sehen will in der geistigen Welt. Es ist tatsächlich so, daß man es vorher nicht recht glauben kann, da ja die persönlichen Interessen gegen diesen Glauben sprechen; aber an der geschilderten Stelle merkt man es schon.
[ 4 ] It is only through such an experience that one fully comes to understand—that one truly grasps, so to speak—how personal interests must have given way to universal interests if one is to truly see what is right in the spiritual world. It is indeed the case that one cannot really believe it beforehand, since personal interests speak against this belief; but at the point described, one already begins to realize it.
[ 5 ] Wir befinden uns sozusagen hier, meine lieben Freunde, an einer recht gewagten Stelle der Schilderung okkulter Verhältnisse. Dennoch soll versucht werden, auch die nächsten Schritte zu bezeichnen in einer solchen Weise, wie sie sich da aus der Erfahrung des Okkultisten ergeben und wie sie gegeben werden müssen, wenn darauf gerechnet werden soll, daß die Zuhörer versuchen, diese Dinge in einer gewissen Weise zum Eigentum ihrer Seelen zu machen, sie weiterzuverarbeiten. Denn in trockenen abstrakten Begriffen kann man diese Dinge nicht geben; man muß versuchen, nachzuzeichnen, was sich dem hellseherischen Anschauen ergibt. Nun ist dieses hellseherische Anschauen nicht etwa so zu verstehen, daß es sozusagen mit starrer schematischer Notwendigkeit gezeichnet werden kann; aber das, was ich schildern werde, ist wiederum ein typisches Erlebnis wie das Paradieseserlebnis, und man muß eigentlich dieses Erlebnis haben, um nachher erkennen zu lassen, was eigentlich Erkenntnis ist und was eigentlich okkultes Schauen ist. Vorher kann man keinen richtigen Begriff haben, ich meine keinen erlebten Begriff von okkultem Schauen. Man kann aber, wenn einem solche Dinge geschildert sind, selbst solche Dinge noch verstehen, wenn man den gesunden Menschenverstand anwendet. Aber es muß einmal geschildert werden, wie es eben geschildert werden kann aus der Schauung heraus.
[ 5 ] We find ourselves here, so to speak, my dear friends, at a rather daring point in the description of occult conditions. Nevertheless, an attempt should be made to describe the next steps in a manner that arises from the occultist’s experience and as they must be presented if we are to expect the listeners to try to make these things, in a certain sense, their own, to process them further. For these things cannot be conveyed in dry, abstract terms; one must attempt to trace what emerges from clairvoyant perception. Now, this clairvoyant vision is not to be understood as something that can be depicted, so to speak, with rigid, schematic necessity; but what I am about to describe is, in turn, a typical experience like the experience of paradise, and one must actually have this experience in order to subsequently make it clear what knowledge actually is and what occult vision actually is. Before that, one cannot have a proper concept—I mean, no experiential concept—of occult vision. However, once such things have been described to one, one can still understand them oneself by applying common sense. But it must first be described as it can be described from the perspective of vision.
[ 6 ] Ich nehme hypothetisch an, ein Mensch sei an dem Hüter der Schwelle vorbeigekommen, hätte gefeiert seine Vereinigung mit der Paradieses-Imagination, fühlte sich so darinnen, wie wenn diese Paradieses-Imagination jetzt seine eigene größere astralische Hülle geworden wäre. Also so, daß er zwar seinen astralischen Leib an sich genau noch empfindet, daß er weiß: der ist mit seinem Selbst zusammenhängend; aber daß dieser astralische Leib zugleich seine Interessen nach alledem ausdehnt, was die Dinge und Wesenheiten der Paradieses-Imagination angeht. Wenn der Mensch diese Vereinigung mit der Paradieses-Imagination gefeiert hat, dann kann er etwa den folgenden Eindruck haben: Er wird seinen eigenen astralischen Leib als zu ihm gehörig wahrnehmen, und wenn er genügend gefühlt hat das, was eben als frostige Einsamkeit geschildert worden ist, so wird dieses Gefühl in ihm eine Kraft sein, und dieses Gefühl frostiger Einsamkeit wird ihn davor bewahren, nur sich selber zu schauen, wenn er die Vereinigung mit der Paradieses-Imagination gefeiert hat. Er wird dadurch gleichsam das Organ sich schaffen, andere Wesenheiten zu schauen. Sein okkulter Blick wird zunächst fallen auf eine andere Wesenheit, auf eine Wesenheit, die auf ihn dadurch einen besonderen Eindruck machen wird, daß sie ihm ähnlich so erscheinen wird, wie er selber ist. Er selber fühlt sich in seinem Selbst und seinem astralischen Leibe; das andere Wesen wird ihm zunächst auch mit einem Selbst und einem astralischen Leibe erscheinen. Die Sache kommt davon her, weil die Eigenschaften und Kräfte, die sich der Mensch mitbringt für einen solchen Augenblick, es bewirken, daß er gerade solch ein Wesen schauen kann, welches sich wie in einem Selbst und in einem astralischen Leibe darstellt. — Nun wird der Mensch folgendes fühlen, und dieses Fühlen wird bewirkt durch die frostige Einsamkeit, die er ertragen gelernt hat.
[ 6 ] Let us hypothetically assume that a person has passed the Guardian of the Threshold, has celebrated his union with the Imagination of Paradise, and feels within it as if this Imagination of Paradise had now become his own, expanded astral body. In such a way that, while he still perceives his astral body clearly—knowing that it is connected to his self—this astral body simultaneously extends his interests to encompass all things and beings of the Paradise Imagination. Once a person has celebrated this union with the Paradise Imagination, he may have an impression something like the following: He will perceive his own astral body as belonging to him, and if he has sufficiently felt what has just been described as frosty solitude, then this feeling will be a power within him, and this feeling of frosty solitude will prevent him from looking only at himself once he has celebrated the union with the Paradise Imagination. Through this, he will, as it were, create the organ to perceive other beings. His occult gaze will first fall upon another being, upon a being who will make a special impression on him by appearing to him much as he himself is. He himself feels himself in his self and his astral body; the other being will at first also appear to him with a self and an astral body. This is because the qualities and powers that the human being brings with him for such a moment enable him to perceive precisely such a being, which presents itself as if in a self and an astral body. — Now the human being will feel the following, and this feeling is brought about by the frosty solitude he has learned to endure.


[ 7 ] Sein astralischer Leib wird sich in seinen Kraftwirkungen so darstellen, als wenn er nach aufwärts strömen wollte. Wenn ich schematisch das darstellen wollte, so müßte ich es so zeichnen — aber wie gesagt, ich mache nur eine ganz schematische Zeichnung —: Das Selbst zeichne ich wie einen Kometenkern und den astralischen Leib wie einen nach oben ausschweifenden Kometenschweif. Aber das ist schematisch; denn man schaut ein Wesen, man schaut sich selber als ein Wesen — und das Anschauen ist viel komplizierter als das Anschauen des eigenen Wesens als physischer Mensch. Das andere Wesen, zu dem man hinüberschaut, sieht man auch in seinem Selbst — wie gesagt, es ist das ein typisches Erlebnis, es ist so gemeint, daß einfach der Blick zuerst auf ein solches Wesen fällt —, aber man fühlt: Dieses Wesen steht nicht in einer solchen Sphäre frostiger Einsamkeit wie man selber, und dadurch zeigt es den astralischen Leib wie nach abwärts gerichtet. — Es ist höchst bedeutsam, dieses zu erleben: sich selber wie in einem Astralleib fühlend, der nach oben sich öffnet, nach oben seine Kraftwirkungen entfaltet, nach oben strömen will, und den anderen, das andere Wesen erblickend wie ein Selbst, dessen Astralleib nach unten seine Kräfte entfaltet.
[ 7 ] The effects of his astral body will manifest as if it were striving to rise upward. If I were to depict this schematically, I would have to draw it like this—but as I said, I am only making a very schematic drawing—: I draw the Self like a comet’s nucleus and the astral body like a comet’s tail extending upward. But this is schematic; for one looks at a being, one looks at oneself as a being—and this act of looking is much more complicated than looking at one’s own being as a physical human being. The other being one looks toward is also seen in its self—as I said, this is a typical experience; it is meant that one’s gaze simply falls first upon such a being—but one feels: This being does not stand in such a sphere of frosty solitude as oneself, and thereby it reveals the astral body as directed downward. — It is highly significant to experience this: feeling oneself as if in an astral body that opens upward, unfolds its forces upward, and seeks to flow upward, and seeing the other, the other being, as a self whose astral body unfolds its forces downward.
[ 8 ] Nun taucht diesem typischen Erlebnis gegenüber im Selbstbewußtsein etwas auf wie: Du bist im Nachteil, du bist weniger wert als dieses andere Wesen. Das ist wertvoll an dem anderen Wesen, daß es seinen astralischen Leib nach unten öffnen kann, seine Kräfte nach unten gleichsam ergießen kann; das ist wertvoll an diesem Wesen. Und man bekommt den Eindruck, man habe ja die physische Welt verlassen, die Kräfte, welche von dem astralischen Leib des anderen nach unten gehen, die gehen nach der physischen Welt und wirken dort als Segenskräfte. Kurz, man hat den Eindruck, daß man einem Wesen gegenübersteht, das dasjenige, was es sich errungen hat in der geistigen Welt, wie einen segnenden Geistesregen nach abwärts auf die Erde schicken darf; und selber kann man seinen astralischen Leib nicht nach abwärts dirigieren, der will nach aufwärts. Man bekommt das Gefühl, daß man dadurch weniger wert ist, weil man den astralischen Leib nicht nach abwärts dirigieren kann. Und man bekommt weiter das Gefühl: Dieses Bewußtsein, das da in dir aufgestiegen ist, muß dich zu einer geistigen Tat führen. Ein geistiger Entschluß reift. Der geistige Entschluß, welcher reift, ist der, daß man seine Einsamkeit zu diesem zweiten Wesen hinträgt und daß man seinen Frost erwärmen läßt an der Wärme des anderen Wesens, daß man sich vereinigt mit diesem anderen Wesen. Man hat einen Augenblick den Eindruck, als ob jetzt das Bewußtsein auslöschen würde, als ob man eine Art Ertötung des eigenen Wesens, wie eine Art Verbrennung des eigenen Wesens bewirkt hätte. Dann tritt das ein, was man nennen kann: es bricht in das Selbstbewußtsein, das sich wie ausgelöscht schon fühlte, etwas herein, was man jetzt erst kennenlernt: die Inspiration. Man fühlt sich inspiriert. Es ist wie ein Gespräch, wie ein typisches Gespräch, das jetzt geführt wird mit einem Wesen, das man nur kennenlernt deshalb, weil es seine Inspiration einem zuteil werden läßt. Ist man fähig, das, was dieses Wesen als seine inspirierende Stimme hereinschickt, wirklich zu verstehen, so könnte man das, was dieses inspirierende Wesen sagt, etwa übersetzen in die Worte: Weil du den Weg zu dem anderen gefunden hast und dich vereinigt hast mit seinem Opferregen, so darfst du mit ihm, in ihm, zurückkehren zur Erde und ich werde dich auf der Erde zu seinem Hüter bestellen. Und man hat das Gefühl, daß man dadurch etwas unendlich Bedeutsames aufgenommen hat in seine Seele, daß man diese Worte hat hören dürfen, die Worte durch Inspiration. Es gibt im Geistigen ein Wesen, das wertvoller ist als man selbst, das segnend seine Astralität nach abwärts ergießen darf. Daß man sich vereinigen darf mit ihm und daß man, wenn man unten angekommen ist, sein Hüter sein darf, durch diesen Eindruck lernt man erst verstehen, wie man als physischer Mensch, der auf der Erde herumgeht, sich wirklich verhält mit seiner physischen und ätherischen Hülle zu dem, was einem als höhere Kräfte imprägniert wird in das Selbst und in den astralischen Leib. Man ist mit dem, was man als physische und ätherische Hülle hat, der Hüter desjenigen, was zu höheren Sphären sich immer weiter und weiter entwickeln soll. Und im inneren Erleben hat man eigentlich erst ein richtiges, wahres Verstehen des Verhältnisses der äußeren Hüllen zu der inneren Wesenheit des Menschen, wenn man die äußere Wesenheit als Hüter der inneren Wesenheit fühlt.
[ 8 ] Now, in contrast to this typical experience, something arises in one’s self-awareness along the lines of: You are at a disadvantage; you are worth less than this other being. What is valuable about the other being is that it can open its astral body downward, pouring out its forces downward, as it were; that is what is valuable about this being. And one gets the impression that one has indeed left the physical world; the forces that flow downward from the other’s astral body go to the physical world and act there as forces of blessing. In short, one has the impression that one is facing a being who is able to send down to Earth, like a shower of blessing, that which it has attained in the spiritual world; and one cannot direct one’s own astral body downward—it wants to go upward. One gets the feeling that one is thereby of lesser worth, because one cannot direct the astral body downward. And one further gets the feeling: This consciousness that has risen within you must lead you to a spiritual act. A spiritual resolution matures. The spiritual resolution that matures is that one carries one’s loneliness toward this second being and allows one’s frost to be warmed by the warmth of the other being, that one unites with this other being. For a moment one has the impression that consciousness is now being extinguished, as if one had brought about a kind of death of one’s own being, a kind of burning of one’s own being. Then what one might call inspiration breaks into the self-consciousness that already felt as if it were extinguished—something one is only now getting to know. One feels inspired. It is like a conversation, like a typical conversation now being held with a being whom one is getting to know only because it allows its inspiration to be bestowed upon one. If one is capable of truly understanding what this being sends in as its inspiring voice, then one could translate what this inspiring being says into words such as: Because you have found the way to the other and have united yourself with his shower of sacrifice, you may return with him, in him, to the earth, and I will appoint you on earth as his guardian. And one has the feeling that, through this, one has taken something infinitely significant into one’s soul, that one has been allowed to hear these words, the words through inspiration. There is a being in the spiritual realm who is more valuable than oneself, who is permitted to pour out his astral nature downward in blessing. That one may unite with it and that, once one has arrived below, one may be its guardian—through this impression one first learns to understand how one, as a physical human being walking upon the earth, truly relates with one’s physical and etheric sheath to that which is imbued into one’s self and astral body as higher forces. With one’s physical and etheric bodies, one is the guardian of that which is to develop ever further and further toward higher spheres. And in inner experience, one actually gains a true, genuine understanding of the relationship between the outer bodies and the inner being of the human being only when one feels the outer being as the guardian of the inner being.
[ 9 ] Nun aber, wenn man an dem Hüter der Schwelle vorbeigekommen ist, bleibt dieses Erlebnis, das ich hier geschildert habe, nicht allein, sondern es wird von einem anderen gefolgt. Zunächst habe ich Ihnen das rein Hellseherische und inspirierte Erlebnis geschildert, das man haben kann, wenn man außer dem physischen und Ätherleib dazu gekommen ist, mit der Paradieses-Imagination sich zu vereinigen, und dann jene Inspiration bekommen hat, die einem eigentlich erst einen Begriff gibt von dem Verhältnis der Hüllen zum Selbst. Wenn man aber an diesem Hüter der Schwelle vorbeigekommen ist, so gesellt sich zu diesem ersten Eindruck ein zweiter; es öffnet sich gleichsam der Blick an dem Hüter der Schwelle vorbei in die physische Welt hinunter. Ich zeichne diesen Strich wie die Grenzlinie zwischen den höheren geistigen Welten und der physischen Welt, so daß da oben das Gebiet der geistigen Welten wäre und da unten das der physischen Welt.
[ 9 ] But now, once one has passed the Guardian of the Threshold, the experience I have described here does not stand alone; it is followed by another. First, I have described to you the purely clairvoyant and inspired experience one can have when, in addition to the physical and etheric bodies, one has succeeded in uniting with the Paradise Imagination, and has then received that inspiration which actually gives one a first conception of the relationship of the sheaths to the Self. But once one has passed this Guardian of the Threshold, a second impression joins the first; the gaze opens, as it were, past the Guardian of the Threshold and down into the physical world. I draw this line as the boundary between the higher spiritual worlds and the physical world, so that up above would be the realm of the spiritual worlds and down below that of the physical world.


[ 10 ] Nun sieht man gleichsam in die physische Welt hinunter, und da tritt ein anderes Bild auf, das Bild, daß man selber hier unten als Mensch steht. Man merkt an sich seinen astralischen Leib; aber dieser astralische Leib, der sich jetzt wie im Spiegelbild zeigt, er ist nach abwärts gerichtet, er will nicht die Kraft entfalten, nach der geistigen Welt hinzuströmen; er bleibt gleichsam an dem physischen Plan kleben und hängen, er erhebt sich nicht nach der Höhe. Man sieht auch das Spiegelbild des anderen Wesens; dessen astralischer Leib strömt nach aufwärts. Man hat das Gefühl: dieser astralische Leib strömt in die geistige Welt ein. Man sieht sich, man sieht den anderen, man hat das Gefühl: Du stehst da unten noch einmal; an der Stelle des anderen Wesens steht ein wirklich anderer Mensch da unten; es ist ein Mensch, der besser ist als du; sein astralischer Leib strebt nach oben, geht wie Rauch nach oben. Dein astralischer Leib strebt nach der Erde zu, geht wie Rauch nach unten. Man bekommt ein Gefühl von dem Selbst, das in einem drinnen lebt, indem man da hinunterschaut, und man bekommt den furchtbaren Eindruck: In dir dämmert ein Entschluß auf, ein furchtbarer Entschluß auf — der Entschluß, den anderen, den du als besser fühlst, zu töten. Man weiß: dieser Entschluß kommt nicht ganz aus dem Selbst; denn das Selbst hat man da oben. Es ist ein anderes Wesen, das da unten aus einem spricht; aber dieses gibt den Entschluß ein, den anderen zu töten. Und jetzt hört man wieder die Stimme, die vorher inspiriert hat die Inspiration, aber jetzt wie eine furchtbare rächende Stimme: «Wo ist dein Bruder?» Und es ringt sich aus diesem Selbst die Gegenstimme los zu der früheren. Früher war die Inspiration diese: Dadurch, daß du dich vereinigt hast mit den segnenden Mächten der anderen Wesenheit, wirst du mit diesen segnenden Mächten nach abwärts dich ergießen, und ich werde dich zum Hüter machen des anderen Wesens. Jetzt entringt sich diesem Wesen, das man als sich selbst erkennt, das Wort: «Ich will nicht der Hüter meines Bruders sein.» Zuerst der Entschluß, den anderen zu töten, dann der Protest gegen die Stimme, die also inspirierend war: Ich bestelle dich, weil du deine Kälte mit jener Wärme hast vereinigen wollen, zum Hüter des anderen — der Protest: Ich will nicht der Hüter sein.
[ 10 ] Now one looks down, as it were, into the physical world, and there a different image appears: the image of oneself standing here below as a human being. One perceives one’s own astral body; but this astral body, which now appears as if in a mirror image, is directed downward; it does not wish to unfold the power to flow toward the spiritual world; it remains, as it were, stuck and clinging to the physical plane; it does not rise upward. One also sees the mirror image of the other being; its astral body is flowing upward. One has the feeling: this astral body is flowing into the spiritual world. One sees oneself, one sees the other, one has the feeling: You are standing down there once more; in the place of the other being, there stands a truly different person down there; it is a person who is better than you; his astral body strives upward, rises like smoke. Your astral body strives toward the earth, rising downward like smoke. You get a sense of the Self that lives within you as you look down there, and you get the terrible impression: a decision is dawning within you, a terrible decision—the decision to kill the other, whom you feel is better than you. One knows: this decision does not come entirely from the Self; for the Self is up there. It is another being that speaks from within one down there; but this one instills the decision to kill the other. And now one hears again the voice that previously inspired the inspiration, but now like a terrible, avenging voice: “Where is your brother?” And from this self, a counter-voice struggles free against the earlier one. Before, the inspiration was this: By uniting yourself with the blessing powers of the other being, you will pour out these blessing powers downward, and I will make you the guardian of the other being. Now the word breaks forth from this being, whom one recognizes as oneself: “I do not want to be my brother’s keeper.” First the decision to kill the other, then the protest against the voice that was thus inspiring: I appoint you, because you have sought to unite your coldness with that warmth, to be the keeper of the other—the protest: I do not want to be the keeper.
[ 11 ] Wenn man dieses imaginative Erlebnis gehabt hat, meine lieben Freunde, dann weiß man, wessen alles eine Menschenseele fähig sein kann, und dann weiß man vor allen Dingen eines: daß, wenn sie verkehrt werden in ihr Gegenteil, die edelsten Dinge der geistigen Welten zu den furchtbarsten Dingen der physischen Welt werden können. Man weiß, daß auf dem Grunde der menschlichen Seele durch Verkehrung der edelsten Opferwilligkeit der Wunsch entstehen kann, den Mitmenschen zu töten. Von diesem Augenblicke an weiß man, was mit der Kain- und Abel-Geschichte in der Bibel gemeint ist; aber erst von diesem Momente an, denn die Kain- und Abel-Geschichte, die ist nichts anderes als die Wiedergabe eines okkulten Erlebnisses, und zwar jenes, von dem eben gesprochen worden ist. Hätte — aus anderen Gründen als denen, die da vorlagen im Laufe der Menschheitsentwicklung — hätte der Schreiber der Kain- und Abel-Geschichte schildern können dasjenige, was mit dem Menschen vorgegangen ist vor dem Zeitpunkt der Paradiesesgeschichte, so hätte er das erste (auf der Zeichnung), das obere Erlebnis geschildert. So beginnt er mit der Paradiesesgeschichte und schildert die Spiegelung; denn so fühlte der Kain dem Abel gegenüber, bevor der Zeitpunkt in der Erdenentwicklung da war, der durch die Paradiesesgeschichte angedeutet ist, so fühlte der Kain dem Abel gegenüber, wie es hier oben angedeutet worden ist. Und nach der Versuchung und nach dem Verlust jener Anschauung, die wieder errungen wird in okkultem Schauen durch die Paradieses-Imagination, war bei Kain die Opferwilligkeit übergegangen in das, was hier unten auftritt. Und der Wunsch der Seele, den anderen zu töten, hatte sich in Wirklichkeit umgewandelt. Und der Ruf, der uns in der Bibel mitgeteilt wird: Soll ich denn der Hüter meines Bruders sein?, der ist das Spiegelbild der anderen Inspiration: Ich will dich hier unten auf Erden zum Hüter des anderen bestellen.
[ 11 ] Once you have had this imaginative experience, my dear friends, you will know what a human soul is capable of, and above all, you will know one thing: that when the noblest things of the spiritual worlds are turned into their opposites, they can become the most terrible things of the physical world. One knows that at the depths of the human soul, the reversal of the noblest willingness to sacrifice can give rise to the desire to kill one’s fellow human beings. From this moment on, one knows what is meant by the story of Cain and Abel in the Bible; but only from this moment on, for the story of Cain and Abel is nothing other than the retelling of an occult experience, namely the one just described. Had the writer of the story of Cain and Abel been able—for reasons other than those that existed in the course of human development—to describe what happened to humanity before the time of the Paradise story, he would have described the first (in the drawing), the upper experience. Thus he begins with the Paradise story and describes the reflection; for this is how Cain felt toward Abel before the point in Earth’s development indicated by the Paradise story had arrived—this is how Cain felt toward Abel, as has been indicated here above. And after the temptation and after the loss of that vision, which is regained in occult vision through the Paradise Imagination, Cain’s willingness to sacrifice had turned into what occurs down here. And the soul’s desire to kill the other had in reality been transformed. And the cry conveyed to us in the Bible: “Am I my brother’s keeper?” is the mirror image of the other inspiration: “I will appoint you here on earth as the keeper of the other.”
[ 12 ] Gerade aus dieser Darstellung werden Sie ermessen, daß solche typischen Erlebnisse gewiß bedeutungsvoll sind; denn sie stellen eine gewisse Verbindung her zwischen dem, was wir heute sein können, und den allgemeinsten Menschheitsinteressen. Aber zu gleicher Zeit zeigen sie uns gerade ganz deutlich, wie in dem, was wir an ihnen erleben im auf- und abwogenden Seelenleben, die Hauptsache ist, zu empfinden, wie die Menschheitsentwicklung diesen kolossalen Sprung gemacht hat von dem, was ich Ihnen als die erste, sozusagen vorirdische Imagination geschildert habe, zu dem, was hingestellt wird in der Kain-Abel-Geschichte als Menschheitsereignis nach der Vertreibung aus dem Paradiese, nach jener Vertreibung, durch welche unsichtbar geworden ist der Hüter der Schwelle für die Menschen. Die Bekanntschaft mit diesem Sprung in der Entwicklung der Menschheit, dies zeigt uns eigentlich erst, was dieser Erdenmensch ist; denn wenn man das, was jetzt erzählt worden ist, ganz durchfühlt, dann erfährt man allmählich, wie dieser Erdenmensch gleichsam so, wie er hier auf die Erde gestellt ist, die Verkehrung desjenigen ist, was er einstmals war. Und ganz gewiß weiß man, was man geworden wäre, wenn nichts anderes eingetreten wäre. Würde man ohne alles andere einfach in dieser Erdenentwicklung sich entfaltet haben, dann würde man gewußt haben, wovon das auf der Erde die Widerspiegelung ist. Das durfte man zunächst nicht wissen.
[ 12 ] It is precisely from this description that you will realize that such typical experiences are certainly meaningful; for they establish a certain connection between what we can be today and the most universal interests of humanity. But at the same time, they show us quite clearly that in what we experience in them—in the ebb and flow of our inner life— the main thing is to feel how human development has made this colossal leap from what I have described to you as the first, so to speak, pre-earthly imagination, to what is presented in the Cain-Abel story as a human event following the expulsion from Paradise, following that expulsion through which the Guardian of the Threshold has become invisible to human beings. It is only through becoming acquainted with this leap in the development of humanity that we truly come to understand what this earthly human being is; for when one fully feels what has now been recounted, one gradually comes to realize how this earthly human being, as he stands here on earth, is, as it were, the reversal of what he once was. And one certainly knows what one would have become had nothing else occurred. If one had simply unfolded within this earthly evolution without anything else, then one would have known what this is a reflection of on Earth. At first, one was not allowed to know this.
[ 13 ] Im Grunde ist erst in unserer Zeit die Möglichkeit gegeben, daß die Menschen wissen dürfen, wovon die Kain- und Abel-Geschichte die Spiegelung ist: daß sie die Spiegelung ist eines hohen Opfers. Alles das, was oben war, was vorparadiesisch war, wurde verhüllt, indem der Hüter selber es verdeckte, indem mit anderen Worten die Menschen aus dem Paradies ausgetrieben worden sind. Und das konnte nur dadurch geschehen, daß der physische und Ätherleib des Menschen nun so mit Kräften durchsetzt wurden, daß der Mensch dasjenige nicht ausführt, was sich als Spiegelbild ergibt; denn ganz gewiß würde der Mensch das ausführen, wenn er fühlen würde alles, was in dem Astralleibe ist. Der physische Leib und der Ätherleib betäuben den Menschen so weit, daß der Wunsch in ihm, den anderen zu töten, nicht Tatsache wird. Bedenken Sie, was mit diesem einfachen Satz gesagt ist: Dadurch, daß die guten fortschreitenden göttlich-geistigen Mächte den physischen und Ätherleib des Menschen ihm so gegeben haben, daß er nicht zurückschauen kann, dadurch wird zugleich etwas wie eine Art Betäubung ausgegossen über den Wunsch des Krieges aller gegen alle. Dieser Wunsch wird nicht rege in der Seele, weil des Menschen physischer und Ätherleib so zubereitet worden sind, daß dieser Wunsch betäubt wird. Der Mensch kann seinen astralischen Leib nicht schauen; daher bleibt ihm auch dieser Wunsch unbekannt, er führt ihn nicht aus.
[ 13 ] In essence, it is only in our time that people have been given the opportunity to understand what the story of Cain and Abel reflects: that it reflects a great sacrifice. Everything that was above, that was pre-paradisiacal, was veiled when the Guardian himself concealed it—in other words, when human beings were driven out of Paradise. And this could only happen because the human physical and etheric bodies were now so permeated with forces that the human being does not carry out what results as a reflection; for the human being would certainly carry it out if he felt everything that is in the astral body. The physical body and the etheric body numb the human being to such an extent that the desire within him to kill another does not become a reality. Consider what is said in this simple sentence: Because the good, progressive divine-spiritual powers have given the human being his physical and etheric bodies in such a way that he cannot look back, a kind of numbing is simultaneously poured out over the desire for war of all against all. This desire does not stir in the soul because the human being’s physical and etheric bodies have been prepared in such a way that this desire is numbed. The human being cannot see his astral body; therefore, this desire also remains unknown to him, and he does not act upon it.
[ 14 ] Sehen Sie, wenn man den astralischen Leib in einer Wechselwirkung mit dem Selbst wirklich schildern will, dann muß man Dinge schildern, die nicht nur tatsächlich verborgen bleiben der Menschennatur, sondern die verborgen bleiben müssen. Was ist denn aber dadurch geschehen, daß dieser Wunsch und ähnliche Wünsche, die auf Vernichtung, auf Zerstörung des menschlichen und sonstigen auf dem physischen Plan wirkenden Zusammenseins hingehen, übertäubt sind? Sie sind abgeschwächt; die menschliche Seele empfindet sie nur abgeschwächt, empfindet sie sozusagen nur leise. Und dieses leise Empfinden jener Wünsche, die etwas so Furchtbares wären, wenn der Mensch sie ausleben würde, so wie sie eigentlich sind, das ist die wirkliche menschliche Erdenerkenntnis.
[ 14 ] You see, if one truly wishes to describe the astral body in relation to the Self, one must describe things that are not only actually hidden from human nature, but that must remain hidden. But what has happened as a result of this desire and similar desires—which are directed toward the annihilation and destruction of human and other forms of coexistence operating on the physical plane—being suppressed? They have been weakened; the human soul perceives them only in a weakened form, perceives them, so to speak, only faintly. And this faint perception of those desires, which would be something so terrible if human beings were to act upon them as they actually are—that is the true human understanding of the Earth.
[ 15 ] Ich spreche hiermit zuerst die Definition aus, was die menschliche Erdenerkenntnis ist. Diese menschliche Erdenerkenntnis sind die stumpf gemachten Zerstörungstriebe: Shiva in seiner furchtbarsten Gestalt so weit abgestumpft, daß er sich nicht auslebt, sondern daß er gleichsam fadenscheinig gemacht, ausgepreßt bis zur menschlichen Vorstellungswelt geworden ist, das ist die Maja des Inneren, das ist die Erkenntnis des Menschen. So mußte die Erkenntnis abgeschwächt werden, respektive so mußten die Triebe und inneren Kräfte abgeschwächt werden, damit das ursprünglich Furchtbare, in dem Ahriman drinnen waltet — denn ursprünglich ist es Ahriman, der diesen Wunsch hier erregt —, damit Ahrimans Gewalt so weit abgeschwächt werde, damit der Mensch nicht Ahriman auslebte und ständig sich dadurch zum Diener des Shiva machte. So weit mußte abgeschwächt werden dasjenige, was die Summe dieser Kräfte ist, daß sie nur so walten in dem Menschen, daß er mit seinen Begriffen und Ideen sich in die anderen Wesen hineinversetzen kann. Wenn man mit einem Begriffe versucht, ein anderes Wesen zu durchdringen, wenn man die Vorstellung zu versenken sucht in das Wesen eines anderen, so ist diese in das Wesen eines anderen hineinversenkte Vorstellung die abgestumpfte Waffe des Kain, die in Abel hineingestoßen wurde. Und daß sie so abgeschwächt wurde, diese Waffe, das machte möglich, daß das, was mit einem Ruck in sein Gegenteil verkehrt worden ist, in Evolution übergeht. Und so kommt der Mensch in langsamer Evolution durch immer weitergehende Verstärkung der Erkenntnisse dahin, daß er, was er nicht ausleben durfte in der physischen Welt, weil es da Zerstörungstrieb geworden ist, daß er das nach und nach entwickelt — erst in der gegenständlichen Erkenntnis, dann in der imaginativen Erkenntnis, die schon mehr in das Wesen des anderen geht, in der inspirativen Erkenntnis, die noch näher in das Wesen des anderen dringt, in der intuitiven Erkenntnis, die ganz hineingeht, aber geistig mit dem anderen selbst fortlebt in dem anderen Wesen. So ringen wir uns allmählich herauf, zu begreifen, was dieses Selbst eigentlich ist. Der astralische Leib ist, seiner innersten Natur nach angesehen, der große Egoist; das Selbst ist mehr als der große Egoist, das will nicht nur sich, das will sich noch in dem anderen, das will noch hinübergehen in das andere. Und die Erkenntnis, wie sie auf der Erde errungen ist, ist diese abgestumpfte Sucht, in das andere hinüberzutreten, auszudehnen alles, was man ist, nicht nur in sich, sondern weiter über sich hinaus in das andere hinein. Sie ist ein Steigen des Egoismus über sich selbst hinaus.
[ 15 ] I hereby begin by defining what human knowledge of the earth is. This human knowledge of the Earth consists of the blunted destructive impulses: Shiva in his most terrible form, blunted to such an extent that he does not act out his nature, but has been rendered, as it were, insubstantial, squeezed down to the level of the human imagination—this is the maya of the inner world; this is human knowledge. Thus, knowledge had to be weakened, or rather, the drives and inner forces had to be weakened, so that the originally terrible force in which Ahriman reigns—for originally it is Ahriman who stirs up this desire here—so that Ahriman’s power might be weakened to such an extent that human beings would not act out Ahriman and thereby constantly make themselves servants of Shiva. To this extent, that which is the sum of these forces had to be weakened, so that they might reign within the human being only to the extent that he can, through his concepts and ideas, put himself in the place of other beings. When one attempts to penetrate another being with a concept, when one seeks to immerse one’s mental image into the being of another, this mental image immersed into the being of another is the blunted weapon of Cain that was thrust into Abel. And the fact that this weapon was thus blunted made it possible for that which had been abruptly turned into its opposite to evolve. And so, through a slow evolution and the ever-increasing strengthening of his insights, man comes to the point where he gradually develops—first in objective knowledge, then in imaginative knowledge, which already penetrates more deeply into the essence of the other, in inspirational knowledge, which penetrates even closer into the essence of the other, and in intuitive knowledge, which penetrates even further into the essence of the other—that which he was not allowed to live out in the physical world because there it had become a destructive impulse. — first in concrete cognition, then in imaginative cognition, which already penetrates more deeply into the essence of the other, in inspirational cognition, which penetrates even more deeply into the essence of the other, in intuitive cognition, which penetrates completely but lives on spiritually with the other within the other being. Thus we gradually struggle to grasp what this Self actually is. The astral body, viewed in terms of its innermost nature, is the great egoist; the Self is more than the great egoist—it does not merely want itself, it wants itself within the other, it wants to pass over into the other. And the insight, as it is attained on Earth, is this dulled craving to step over into the other, to extend everything that one is, not only within oneself, but further beyond oneself into the other. It is an ascent of egoism beyond itself.
[ 16 ] Wenn Sie diesen Ursprung der Erkenntnis zunächst ins Auge fassen, dann werden Sie begreifen, wie überall die Möglichkeit vorliegt, diese Erkenntnis zu mißbrauchen; denn in dem Augenblick, wo diese Erkenntnis abirrt, wird sie sogleich zum Mißbrauch, wenn diese Erkenntnis eine wirkliche Erkenntnis im Selbst ist. Nur dadurch, daß man fortschreitet, immer geistiger und geistiger dieses Hineindringen ins andere macht und aus dem zu Weltinteressen erweiterten astralischen Leib dazu gelangt, auf jegliches Eindringen in das andere zu verzichten, daß man völlig unberührt in seinem eigenen Bestande dieses andere läßt, daß man des anderen Interessen höherstellt als die eigenen Interessen, nur dadurch macht man sich reif, in der Erkenntnis aufzusteigen. Sonst kann man ohnedies nicht ein Wesen aus der Hierarchie der Angeloi erkennen, wenn man nicht dahin gelangt ist, daß einen das Innere der Angeloi mehr interessiert als das eigene. Solange man mehr Interesse hat für sein eigenes Wesen als für das Wesen der Angeloi, so lange kann man nicht die Angeloi erkennen. Man muß sich also erziehen zuerst zu Welteninteressen und dann zu Interessen, die noch weitergehen, so daß einem andere bedeutungsvoller, wichtiger sein können als man selbst. In dem Augenblick, wo man versucht, sein Selbst weiterzubringen in den okkulten Erlebnissen, und einem doch dieses eigene Selbst wertvoller bleibt als die anderen Wesen, die man erkennen will, in dem Augenblick ist die Abirrung da. Und hier, wenn Sie diesen Gedankengang verfolgen, kommen Sie eigentlich zu einer wirklichen Vorstellung über das, was schwarze Magie ist; denn die schwarze Magie beginnt da, wo okkulte Tätigkeit hineingetragen wird in die Welt, ohne daß man in der Lage ist, zuerst seine Interessen zu Weltinteressen auszudehnen, ohne daß man andere Interessen mehr schätzen kann als seine eigenen Interessen.
[ 16 ] If you first consider this source of knowledge, you will understand how the possibility of misusing this knowledge exists everywhere; for the moment this knowledge strays, it immediately becomes a misuse, if this knowledge is true knowledge within the self. Only by progressing, by making this penetration into the other ever more spiritual, and by moving from the astral body—which has expanded to encompass worldly interests—to the point of renouncing any penetration into the other, by leaving this other completely untouched within one’s own being, by placing the other’s interests above one’s own, only in this way does one become ready to ascend in knowledge. Otherwise, one cannot recognize a being from the hierarchy of the Angeloi anyway, unless one has reached the point where one is more interested in the inner life of the Angeloi than in one’s own. As long as one is more interested in one’s own being than in the being of the Angeloi, one cannot recognize the Angeloi. One must therefore first train oneself in worldly interests and then in interests that go even further, so that others can become more meaningful and important to one than oneself. The moment one attempts to advance one’s own self through occult experiences, yet one’s own self remains more valuable than the other beings one seeks to recognize—at that very moment, the deviation occurs. And here, if you follow this line of thought, you actually arrive at a true mental image of what black magic is; for black magic begins where occult activity is brought into the world without one being able to first expand one’s interests to include the world, without being able to value other interests more than one’s own interests.
[ 17 ] Solche Dinge kann man eigentlich nur so geben, daß man die Anregungen gibt zu den Vorstellungen, denn sie sind zu bedeutungsvoll, als daß man mehr geben könnte als eine Anregung dazu. Ich wollte zeigen, wie man allmählich dahin kommen kann, das, was in unserem Inneren lebt als astralischer Leib und Selbst, seiner wahren Gestalt nach, nicht in der Maja, zu erkennen; denn so wie der Mensch seinen astralischen Leib innerlich erlebt, so ist es nicht der wirkliche astralische Leib, so ist es der astralische Leib, wie er sich spiegelt im Ätherleib. Und was der Mensch sein Selbst nennt, ist nicht das wirkliche Ich, ist das Ich, wie es sich spiegelt im physischen Leib. Spiegelbilder seines Inneren erlebt der Mensch nur. Und wenn er unreif die Gestaltungen dieses eigenen inneren Astralleibes und Ichs erleben würde, so entstünden in ihm Zerstörungstriebe, so würde er ein aggressives Wesen, so entstünde in ihm die Lust zu schaden. Und diese Dinge liegen ja aller schwarzen Magie zugrunde. Wenn auch die Wege, welche die schwarze Magie geht, sehr verschieden sind, der Effekt, den sie erzielen, hat immer etwas von einem Bündnis mit Ahriman oder mit Shiva. Und dadurch lernt man nur astralischen Leib und Ich in ihrer wirklichen Gestalt erkennen, daß man weiß: Man darf sie nur erkennen lernen, wenn man zugleich bejaht die Notwendigkeit, daß sie sich entwickeln und würdig und wert machen müssen, das zu sein, was sie sein sollen. Die innerste Natur des astralischen Leibes ist der Egoismus; das Ideal muß aber sein, Egoist sein zu dürfen, weil die Weltinteressen die eigenen Interessen werden. Das Ideal muß sein, in das andere Wesen untertauchen zu dürfen, weil der Wille vorliegt, in den anderen Wesen nicht sich zu suchen mit seinen Interessen, sondern das andere Wesen bedeutungsvoller zu finden, als man sich selber findet. Die Selbsterziehung muß so weit gehen, dieses obere Bild in seiner ganzen okkult-moralischen Bedeutung zu fühlen, dieses Bild: das, was man selber ist, allmählich so umzugestalten, daß einen die eigenen Affekte, die eigenen Triebe, Begierden und Leidenschaften nicht mehr wärmen können, sondern daß man mit dem Sicheinleben in den astralischen Leib sich einlebt in frostige Einsamkeit und dadurch sich der Wärme öffnet; das heißt, dem warmen Interesse, das von den anderen Welten ausströmt und sich den segnenden Kräften vereinen will, die von diesem anderen Wesen ausgehen. Damit ist uns zugleich der Ausgangspunkt gegeben für ein nach und nach Sicherheben zu den höheren Hierarchien in ihrer wirklichen Gestalt. Wir gelangen sonst nicht hinauf in die Wesenheiten der höheren Hierarchien, wenn wir nicht imstande sind, uns würdig dieser Imagination und Inspiration, wie sie geschildert worden ist, entgegenzustellen und ihr Gegenbild auszuhalten, das heißt: die Möglichkeiten in den Tiefen der menschlichen Natur, als sie herabgeworfen wurde aus den geistigen Welten in die physische Welt. Wenn man das Doppelbild Kain und Abel, unten sich und den Repräsentanten seines höheren Selbstes, aber den Vermittler zwischen sich und den höheren Hierarchien nicht schauen will, kann man nicht hinaufsteigen. Dann aber, wenn man imstande ist, dieses Gefühl, das hier angedeutet ist, in sich zu kultivieren, dann erlebt man sein Selbst und von diesem aus den Zugang zu den Hierarchien der höheren Ordnungen.
[ 17 ] Such things can really only be conveyed by providing the inspiration for the mental images, for they are too profound to allow for anything more than a suggestion. I wanted to show how one can gradually come to recognize what lives within us as the astral body and the Self in its true form, not in maya; for just as a person experiences their astral body inwardly, so it is not the real astral body, but rather the astral body as it is reflected in the etheric body. And what a person calls their Self is not the real I; it is the I as it is reflected in the physical body. A person experiences only mirror images of their inner self. And if, while still immature, they were to experience the forms of this own inner astral body and I, destructive impulses would arise within them; they would become an aggressive being; the desire to harm would arise within them. And these things, after all, underlie all black magic. Even though the paths taken by black magic are very different, the effect they achieve always has something of an alliance with Ahriman or with Shiva. And one learns to recognize the astral body and the “I” in their true form only by knowing: One may only learn to recognize them if one simultaneously affirms the necessity that they must develop and make themselves worthy and capable of being what they are meant to be. The innermost nature of the astral body is egoism; but the ideal must be to be allowed to be egoistic, because the interests of the world become one’s own interests. The ideal must be to be allowed to immerse oneself in the other being, because the will exists not to seek oneself in the other being with one’s own interests, but to find the other being more meaningful than one finds oneself. Self-education must go so far as to feel this higher image in its full occult-moral significance, this image: to gradually transform what one is into such a state that one’s own emotions, one’s own drives, desires, and passions can no longer warm one, but that, by living oneself into the astral body, one lives oneself into frosty solitude and thereby opens oneself to warmth; that is, to the warm interest that radiates from the other worlds and seeks to unite with the blessing forces emanating from this other being. This simultaneously provides us with the starting point for a gradual ascent to the higher hierarchies in their true form. Otherwise, we cannot ascend to the beings of the higher hierarchies if we are not able to face this imagination and inspiration, as described, with dignity and endure its counter-image—that is, the possibilities in the depths of human nature as it was cast down from the spiritual worlds into the physical world. If one refuses to see the dual image of Cain and Abel—oneself below and the representative of one’s higher self, who is the mediator between oneself and the higher hierarchies—one cannot ascend. But when one is able to cultivate within oneself the feeling indicated here, then one experiences one’s Self and, from this, gains access to the hierarchies of the higher orders.
