Donate books to help fund our work. Learn more→

The Rudolf Steiner Archive

a project of Steiner Online Library, a public charity

DONATE

What Significance does
Occult Development have for Man's Sheaths
The physical, etheric, and astral bodies, and the Self?
GA 145

28 March 1913, The Hague

Translate the original German text into any language:

10. Kentaur und Sphinx. Luzifer und Ahriman. Christus im Ätherischen

10. Centaur and Sphinx. Lucifer and Ahriman. Christ in the Etheric

[ 1 ] Ich kannte einmal einen jetzt lange verstorbenen Dichter. Der Mann äußerte einmal mir gegenüber in der zweiten Hälfte der achtziger Jahre des vorigen Jahrhunderts, daß er eine große Angst habe vor der Zukunft der Menschheit — und ich betone, daß der Ausdruck seiner Angst zwar vielleicht etwas paradox war, daß es ihm aber mit dieser Angst selber und mit der Richtung, worauf er mit seinem paradoxen Ausdrucke hindeuten wollte, ganz bitter ernst war — ja, er war zu einem gewissen Pessimismus gestimmt, weil er diese Angst hatte. Er sagte nämlich, daß es ihm vorkomme, als ob die Entwicklung der Menschheit nach der Zukunft hin sich so vollzöge, daß der Mensch vorzugsweise immer mehr und mehr seinen Kopf ausbilden würde und daß alles übrige am Menschen gegenüber dem Kopf verkümmern würde. Es war ihm bitter ernst, wie gesagt, um diese Vorstellung, und er drückte das paradox so aus: daß er fürchte, das verständige, intellektuelle Wesen des Menschen könne einmal so überhand nehmen, daß der Kopf wie eine große Kugel wäre und daß die Menschen sich dann so fortrollen würden wie Kugeln auf der Erde. Dem Mann war es bitter Ernst mit dieser seiner Angst; denn er dachte sich eben, daß wir in dem Zeitalter des Intellektualismus leben, der Ausbildung der intellektuellen Kräfte, die ihren Ausdruck im Kopfe haben, und daß diese Intelligenzkräfte immer mehr und mehr zunehmen werden, so daß der Mensch einer wenig Sehnsucht erweckenden Zukunft entgegengehe.

[ 1 ] I once knew a poet who has long since passed away. In the second half of the 1880s, the man once told me that he was deeply afraid of the future of humanity—and I emphasize that while the way he expressed his fear may have been somewhat paradoxical, he was absolutely dead serious about the fear itself and about the direction he was trying to point to with his paradoxical expression—indeed, he was inclined toward a certain pessimism because he had this fear. He said, in fact, that it seemed to him as though the development of humanity toward the future were proceeding in such a way that human beings would increasingly develop their heads above all else, and that everything else in a human being would wither away in comparison to the head. He was, as I said, bitterly serious about this mental image, and he expressed the paradox as follows: that he feared the rational, intellectual nature of man might one day become so dominant that the head would be like a large sphere, and that people would then roll along like spheres on the earth. The man was bitterly serious about this fear of his; for he imagined that we live in the age of intellectualism, the development of intellectual powers that find their expression in the head, and that these intellectual powers will increase more and more, so that humanity is heading toward a future that arouses little longing.

[ 2 ] Nun ist das natürlich ein ganz paradoxer Ausspruch, und man könnte in gewisser Weise sagen: Auch die Angst, die ihm seinen Pessimismus eingegeben hat, ist in einer gewissen Weise paradox. Aber wie es dem Verstand so häufig geht, so auch in diesem Falle: der Verstand des Menschen nämlich, der hat die Tendenz, auszuarten, Folgerungen zu ziehen, wenn irgendeine Beobachtung vorliegt. Man kann das sowohl im äußeren, exoterischen Leben wie auch auf dem Gebiete der theosophischen Bewegung hinlänglich bemerken. Im äußeren, exoterischen Leben braucht man sich nur ein wenig umzusehen, so wird man bemerken, daß die Erfahrungen, die wirklichen Beobachtungen, die der Mensch im Laufe der Zeiten gemacht hat, immer eine Unsumme von Theorien, Hypothesen hervorgerufen haben. Wie viele Hypothesen sind im Laufe der Menschheitsentwicklung als wertlos sozusagen in den Abgrund versunken! Auf anthroposophisch-okkultem Gebiete kann man die Bemerkung machen, daß irgend jemand, der okkulte Schulung hat, der also in einem gewissen Sinne hellseherische Kräfte hat, dieses oder jenes aus der wirklich hellseherischen Beobachtung heraus mitteilt und daß dann die Theoretiker kommen und dann alle möglichen Schemas und Theorien erfinden: die Dinge werden ausgebaut. Oftmals ist die Beobachtung klein, aber die Schemas und Theorien, die darauf aufgebaut sind, sind ganze Welten umfassend. Das ist eben immer das Schlimme, daß solche Tendenz des Verstandes vorliegt. Wir haben ja diese Tendenz in einem gewissermaßen noch dezenten Sinn bei dem berühmten Buch «Esoterischer Buddhismus» von Sinnett. Diesem Buch liegt eine Anzahl von wirklichen okkulten Tatsachen zugrunde; die stehen in den mittleren Partien des Buches, beziehen sich auf die mittlere Entwicklung der Erde. Dann aber ist darauf ein Schematismus gebaut von Runden und Rassen, und das rollt und kollert nur so um sich herum in immer mehr oder weniger gleicher Weise. Das sind Folgerungen, Theorien, die gemacht worden sind aus den wenigen wirklichen, den Tatsachen entsprechenden Angaben, die sich in diesem Buche auch finden. Und so war es auch sozusagen bei meinem Dichter. Er hatte eine Art unbewußter instinktiver Imagination im Hintergrunde, die ihm etwas sagte, was wahr ist, man möchte sagen, ein Lot wahr ist, und er hat einen oder sogar viele Zentner daraus gemacht. Solche Dinge kommen oftmals in der Welt vor. Was ist die Wahrheit an der Sache?

[ 2 ] Now, of course, this is a thoroughly paradoxical statement, and one could say, in a certain sense, that even the fear that inspired his pessimism is, in a certain sense, paradoxical. But as is so often the case with the mind, so it is here: the human mind, namely, has a tendency to run wild, to draw conclusions, whenever an observation is made. This can be observed abundantly both in external, exoteric life and in the realm of the Theosophical Movement. In external, exoteric life, one need only look around a little to notice that the experiences, the actual observations, that humanity has made over the course of time have always given rise to a vast number of theories and hypotheses. How many hypotheses have, in the course of human development, sunk into the abyss, so to speak, as worthless! In the field of anthroposophical occultism, one can observe that someone who has received occult training—and thus possesses clairvoyant powers in a certain sense—communicates this or that based on genuine clairvoyant observation, and then the theorists come along and invent all manner of schemes and theories: the ideas are expanded upon. Often the observation is small, but the schemes and theories built upon it encompass entire worlds. That is precisely the problem: that such a tendency of the intellect exists. We do, after all, see this tendency in a somewhat more subtle sense in Sinnett’s famous book *Esoteric Buddhism*. This book is based on a number of genuine occult facts; these are found in the middle sections of the book and relate to the middle phase of Earth’s development. But then a schematic system of cycles and races is built upon this, and it just rolls and tumbles on in more or less the same way. These are conclusions, theories, that have been drawn from the few genuine, fact-based details that can also be found in this book. And so it was, so to speak, with my poet. He had a kind of unconscious, instinctive imagination in the background that told him something that is true—one might say, as true as a plumb line—and he made a mountain out of a molehill. Such things often happen in the world. What is the truth of the matter?

[ 3 ] Die Wahrheit ist diese, daß in der Tat für unser gegenwärtiges Zeitalter, für unseren jetzigen Erdenzyklus der Mensch in bezug auf sein Haupt in einer gewissen Evolution begriffen ist, daß die Formation des Hauptes, die ganze Ausbildung des Hauptes gegen die Zukunft hin Veränderungen erfahren wird. Wenn wir den Blick auf eine sehr ferne Erdenzukunft hin richten, haben wir uns in der Tat vorzustellen, daß zum Beispiel die menschliche Stirnbildung, die menschliche Nasenbildung, die menschliche Kieferbildung wesentliche Veränderungen erfahren haben werden, daß in einer gewissen Weise allerdings zurückgegangen sein wird alles übrige, was der Mensch als Erdenorganismus an sich trägt; aber selbstverständlich wird das Verhältnis des sich fortentwickelnden Hauptes zu dem übrigen Leibe während der Erdenzeit nie das einer fortkollernden Kugel sein. Also in einem sehr, sehr engen Maße ist durchaus das wahrzunehmen. Dafür war in älteren Entwicklungsepochen der Erde, vor der Mitte der atlantischen Zeit, der übrige Organismus des Menschen veränderlich, in einer Art von Bildung begriffen. Verhältnismäßig wenig — verhältnismäßig wenig — hat sich seit der Mitte der atlantischen Zeit der Organismus des Menschen außer dem Kopfe verändert; dagegen vor der atlantischen Zeit hat der Mensch in bezug auf seinen übrigen Organismus große Veränderungen durchgemacht. Daraus werden Sie die Folgerung ableiten können — die jetzt aber richtig ist, weil sie nichts anderes ist als die in Worte gefaßte Beobachtung —, daß der Mensch, je weiter wir zurückgehen in die atlantische, die lemurische Zeit, wesentlich anders ausgesehen hat, auch für seinen eigenen Anblick. Und in der alten lemurischen Zeit hat der Mensch ganz anders ausgesehen, als er sich selber jetzt bekannt ist.

[ 3 ] The truth is that, in fact, in our present age—in our current Earth cycle—human beings are undergoing a certain evolution with regard to their heads; the formation of the head, the entire development of the head, will undergo changes as we look toward the future. If we look toward a very distant future of the Earth, we must indeed create a mental image of the fact that, for example, the formation of the human forehead, the human nose, and the human jaw will have undergone significant changes, that in a certain sense, however, everything else that the human being carries within themselves as an earthly organism will have regressed; but of course the relationship of the evolving head to the rest of the body during the Earth era will never be that of a rolling sphere. So this can certainly be perceived to a very, very limited extent. In contrast, in earlier epochs of Earth’s development, before the middle of the Atlantean epoch, the rest of the human organism was changeable, in a process of formation. Relatively little—relatively little—has the human organism changed since the middle of the Atlantean epoch, apart from the head; in contrast, before the Atlantean epoch, the human being underwent great changes with regard to the rest of the organism. From this you will be able to draw the conclusion—which is now correct, however, because it is nothing other than the observation put into words—that the further back we go into the Atlantean and Lemurian epochs, the more fundamentally different human beings looked, even to their own eyes. And in the ancient Lemurian epoch, human beings looked quite different from how they are now familiar to themselves.

[ 4 ] Derjenige Anblick, welchen der Mensch von sich selber gehabt haben würde in der letzten lemurischen Zeit, bietet sich nun dem Menschen in einer gewissen Weise dar, wenn er bach und nach sich jenem hellseherischen Eindruck nähert, der hinführt zu dem, was wir ja schon charakterisiert haben: der hinführt zur Paradieses-Imagination. Ich habe Ihnen zwar gesagt — was richtig ist —, daß dieser Paradieses-Imagination entspricht ein vollständiges Sichdarstellen des Menschenwesens, des physischen Menschenleibes, sozusagen als das Paradies selber. Der Mensch tritt gleichsam auseinander, zerteilt sich; die gegenwärtige Leiblichkeit erscheint ausgebreitet in der Weise, wie es dargestellt worden ist; aber in der damaligen Zeit, das heißt als die Zeit wirklich da war, in welche man gleichsam hellseherisch zurücksieht, wenn man die Paradieseslegende vor sich hat, in dieser Zeit geschah ein Sprung nach vorwärts, ein mächtiger Ruck nach vorwärts. Und durch diesen Ruck, den man auch beobachten kann durch hellseherische Beobachtung, war verhältnismäßig rasch zusammengezogen worden, was man nennen könnte die Ausbreitung der menschlichen Wesenheit zu dem, was dann der Ausgangspunkt des Menschen für die folgende Entwicklung war. Dennoch war unmittelbar nach der Zeit, welcher die Paradieses-Imagination entspricht, der Mensch seiner Gestalt nach recht unähnlich dem, was heute aus diesem Menschen geworden ist. Und im Grunde genommen war dazumal auch alles das, was in den Reichen der Natur den Menschen umgab, recht unähnlich dem, was heute den Menschen in der Natur umgibt.

[ 4 ] The image that human beings would have had of themselves during the late Lemurian period now presents itself to them in a certain way as they gradually approach that clairvoyant impression which leads to what we have already described: the Paradise Imagination. I have indeed told you—and this is correct—that this Paradise Imagination corresponds to a complete manifestation of the human being, of the physical human body, as it were, as Paradise itself. Humanity, as it were, steps apart, divides itself; the present physicality appears spread out in the manner described; but in that time—that is, when the time was actually present, into which one looks back, as it were, clairvoyantly when one has the legend of Paradise before one—in that time a leap forward took place, a powerful jolt forward. And through this jolt, which can also be observed through clairvoyant observation, what might be called the expansion of the human being was relatively quickly condensed into what then became the starting point for humanity’s subsequent development. Nevertheless, immediately following the time corresponding to the Paradise imagination, the human being was, in terms of form, quite unlike what has become of this human being today. And, in essence, everything in the realms of nature that surrounded humanity back then was also quite unlike what surrounds humanity in nature today.

[ 5 ] Ich habe Ihnen ja in den Vorträgen, die ich hier gehalten habe, schon gesagt, daß der Mensch zu dieser Paradieses-Imagination kommen könnte, wenn er während des Schlafzustandes plötzlich für einen Moment hellseherisch würde und gleichsam zurückschaute auf seinen physischen und ätherischen Leib und sich anregen ließe zu der entsprechenden Imagination durch seinen physischen und ätherischen Leib. Im allgemeinen kann man sagen, daß man viel durchgemacht haben muß an esoterischer Entwicklung, wenn man zu dieser Paradieses-Imagination kommen will. Viele Überwindungen, vieles von dem, was dazu gehört, um persönliche Interessen in allgemeine Menschheits- und Welteninteressen zu verwandeln, muß man durchgemacht haben. Da ergibt sich dann, wenn man sozusagen aus dem tiefsten Schlafe — der Schlaf hat ja seine Grade übergeht zu einem weniger tiefen Schlafe und in diesem weniger tiefen Schlafe hellseherisch wird, da ergibt sich dann das, was sozusagen in der Erdenentwicklung später Realität geworden war: Der Zustand, wie der Mensch, nachdem er den großen Ruck nach vorwärts gemacht hatte, in der alten lemurischen Zeit vorhanden war. Wir können also sagen: Eine Möglichkeit ist vorhanden, diese urferne Vorzeit der Erde zu schauen, dadurch, daß man sich mit seinem Selbst und mit seinem astralischen Leibe vom physischen und ätherischen Leibe trennt und auf diese zurückschaut. Da nun einem — ja man möchte sagen — die Natureinrichtung zu Hilfe kommt, weil man in der Nacht außerhalb seines physischen Leibes ist, so kann man sozusagen diese Natureinrichtung benutzen, und man kann die Trainierung so einrichten, daß man wie aus dem Schlafe erwachend, aber nicht zurückkehrend zum physischen Leibe, wie in einem anderen Bewußtsein erwachend, den physischen Leib dann sieht. Daraus werden Sie entnehmen können, daß diese Anschauung, von der eben jetzt gesprochen wird, die einzige wirkliche Möglichkeit bietet, kennenzulernen, wie der Mensch in urferner Vergangenheit gestaltet war.

[ 5 ] I have already told you in the lectures I have given here that a person could arrive at this vision of paradise if, during sleep, they suddenly became clairvoyant for a moment and, as it were, looked back at their physical and etheric bodies, allowing themselves to be inspired to the corresponding vision through their physical and etheric bodies. In general, one can say that one must have gone through a great deal in terms of esoteric development if one wishes to arrive at this vision of paradise. One must have overcome many obstacles and undergone much of what is required to transform personal interests into interests of humanity and the world at large. Then, when one emerges, so to speak, from the deepest sleep—sleep, after all, has its degrees—into a less deep sleep, and in this less deep sleep becomes clairvoyant, then what emerges is what, so to speak, later became reality in the Earth’s development: the state in which humanity existed in the ancient Lemurian era after having made the great leap forward. We can therefore say: There is a possibility to behold this primeval past of the Earth by separating one’s Self and one’s astral body from the physical and etheric bodies and looking back upon them. Since nature’s own mechanism—one might say—comes to our aid at night because we are outside our physical body, we can, so to speak, make use of this mechanism and arrange our training so that, as if awakening from sleep but not returning to the physical body—as if awakening into a different state of consciousness—we then see the physical body. From this you will be able to gather that this view, of which we have just spoken, offers the only real possibility of learning how human beings were constituted in the distant past.

[ 6 ] Es wird noch lange dauern, aber es wird einmal die Zeit kommen, wo man das Folgende wissen wird, wo man sagen wird: Wie sonderbar waren doch diese Menschen des 19. und des 20. Jahrhunderts! Die haben damals geglaubt, durch äußere Naturforschung die Abstammung des Menschen erkennen zu können, haben geglaubt, Schlußfolgerungen ziehen zu können aus dem, was sich ihnen an tierischen Wesen in ihrem Umkreis auf dem physischen Plan ergibt, Schlußfolgerungen ziehen zu können auf die Ahnenschaft des Menschen. Nun zeigt sich aber der wirklichen Entwicklung der menschlichen Erkenntnis, daß man nur zu einer wirklichen Anschauung über den Ursprung des Menschen auf Erden, über seine alte Form durch hellseherische Beobachtung kommen kann; daß man niemals anders eine Einsicht bekommen kann, wie der Mensch zum Beispiel in der lemurischen Zeit war, als durch hellseherische Beobachtung, als durch ein Zurückschauen, das man angeregt sein läßt von den Eindrücken des eigenen physischen und Ätherleibes. Dann zeigt sich aber — so wird man in der Zukunft wissen —, daß der Mensch niemals ähnlich war irgendeiner der jetzt im 19. oder 20. Jahrhundert um den Menschen herum lebenden Tierformen; denn die Formen, die der Mensch dazumal gehabt hat und die sich seinem hellseherischen Bewußtsein zeigen auf die angedeutete Weise, die unterscheiden sich von alledem, was im 19. Jahrhundert an tierischen Formen den Menschen umgeben kann. Und selbst die Ausdrücke, die wir gebraucht haben — Stier, Löwe und so weiter —, sind ja nur vergleichsweise gebraucht. Besonders grotesk — werden die Menschen der Zukunft sagen — ist es, zu sehen, wie die Menschen des 19. und 20. Jahrhunderts ihren Stammbaum zu affenähnlichen Wesen hinaufführen; denn Affen hat es dazumal in der lemurischen Zeit in der Gestalt, wie sie später die Erde betraten, überhaupt noch gar nicht gegeben, diese entstanden erst aus heruntergekommenen und abgefallenen Menschengestalten in viel späterer Zeit.

[ 6 ] It will be a long time coming, but the day will eventually come when people will know the following, when they will say: How strange those people of the 19th and 20th centuries were! Back then, they believed they could discern the origin of humankind through external natural science; they believed they could draw conclusions about the ancestry of humankind from the animal beings they observed in their surroundings on the physical plane. Now, however, the true development of human knowledge reveals that one can only arrive at a true understanding of the origin of humanity on Earth, of its ancient form, through clairvoyant observation; that one can never gain insight into what human beings were like, for example, during the Lemurian epoch, except through clairvoyant observation, through a looking back inspired by the impressions of one’s own physical and etheric bodies. But then it will become clear—as will be known in the future—that human beings were never similar to any of the animal forms living around humans in the 19th or 20th centuries; for the forms that human beings had back then, and which reveal themselves to their clairvoyant consciousness in the manner described, differ from all the animal forms that might surround human beings in the 19th century. And even the terms we have used—bull, lion, and so on—are, after all, used only in a comparative sense. Particularly grotesque—people of the future will say—is to see how the people of the 19th and 20th centuries trace their family tree back to ape-like beings; for monkeys, in the form in which they later appeared on Earth, did not even exist at that time in the Lemurian era; these arose only from degenerate and fallen human forms at a much later time.

[ 7 ] Erst um die Mitte der atlantischen Zeit sind überhaupt in der Erdenevolution für den rückschauenden Blick solche tierische Wesenheiten aufzufinden, welche man vergleichen kann den heute lebenden Affen. Je weiter man nämlich zurückgeht in der Menschheitsentwicklung, desto mehr erschaut man auch, daß gewissermaßen erhalten geblieben ist für den hellseherischen Blick in der Anschauung unseres Selbstes während des Schlafes, während der Nacht, unsere Gestalt, unsere Form in der Vorzeit. Und so kommt es auch, daß der Mensch, wenn er hinblickt auf sich selber, seine physische Körperlichkeit kennenlernt in einer unendlich viel feineren — man möchte sagen — ätherischen Körperlichkeit, aber nicht im Sinne unseres heutigen Äthers. So erscheint sich da der Mensch. Seine Gestalt ist eher ähnlich einem lebhaften Traumbild als der Gestalt aus Fleisch und Blut, als welche sich der Mensch heute erscheint. So müssen wir uns bekannt machen mit der Vorstellung, daß Selbst und astralischer Leib, wenn sie außerhalb der menschlichen Wesenheit sind, das Haupt kaum sehen. Das wird ganz schattenhaft; es löscht nicht vollständig aus, aber es wird ganz schattenhaft. Dagegen wird deutlicher die übrige Organisation des Menschen. Sie wird auch schattenhaft, aber sie wird so, daß der Mensch sich zwar nicht wie aus Fleisch und Blut vorkommt, aber den deutlichen Eindruck hat, er habe eine mächtigere Organisation.

[ 7 ] It is not until around the middle of the Atlantean epoch that one finds, when looking back at Earth’s evolution, animal beings that can be compared to the apes living today. For the further back one goes in human development, the more one also perceives that, so to speak, our form from prehistoric times has been preserved for the clairvoyant gaze in the vision of our self during sleep, during the night. And so it is also that when the human being looks upon themselves, they come to know their physical corporeality in an infinitely finer—one might say—etheric corporeality, but not in the sense of our present-day ether. This is how the human being appears to himself. His form is more akin to a vivid dream image than to the form of flesh and blood as which the human being appears to himself today. Thus we must familiarize ourselves with the mental image that the Self and the astral body, when they are outside the human being, can barely see the head. It becomes quite shadowy; it does not fade away completely, but it becomes quite shadowy. In contrast, the rest of the human organism becomes clearer. It, too, becomes shadowy, but in such a way that although the human being does not appear to be of flesh and blood, they have the distinct impression that they possess a more powerful organism.

[ 8 ] Es wird Ihnen paradox vorkommen, aber es ist doch wahr: Der Mensch sieht, wenn er hellseherisch sich selbst erblickt im Schlaf, in gewissen Augenblicken so aus, das heißt sein physischer und ätherischer Leib sehen so aus für das Selbst und den astralischen Leib, daß man ganz an die Gestalt des Kentauren erinnert wird. Nur ist dasjenige, was da nach oben als menschliche Fortsetzung am Kentauren erscheint, Menschenantlitz zeigt, eben ganz schattenhaft; das dagegen, was nicht übereinstimmt mit irgendeiner tierischen Form von heute, was aber erinnert in gewisser Beziehung an tierische Formen, das gewinnt Macht, und man sagt sich: Für den geistigen Anblick ist dieses stärker, dichter sogar als die heutige Gestalt aus Fleisch und Blut.

[ 8 ] It may seem paradoxical to you, but it is true: when a person clairvoyantly beholds themselves in sleep, at certain moments they—that is, their physical and etheric bodies—appear to the Self and the astral body in such a way that one is strongly reminded of the figure of the centaur. However, that which appears above the centaur as a human extension, showing a human face, is merely shadowy; whereas that which does not correspond to any animal form of today, but which in a certain respect recalls animal forms, gains power, and one says to oneself: To the spiritual gaze, this is stronger, even denser than today’s form of flesh and blood.

[ 9 ] Ich habe diese Dinge schon einmal in einem Vortragszyklus berührt; aber Sie müssen sich natürlich damit bekannt machen, daß alle diese Imaginationen außer der Paradieses-Imagination flüchtig sind und daß man sie von verschiedenen Seiten darstellen kann. Ich könnte ebensogut einen etwas anderen Anblick darstellen, und Sie würden sehen, daß dieser nur einem anderen Entwicklungspunkt entspricht, und dann würden wir auf die Sphinxgestalt kommen. Die aufeinanderfolgende Entwicklung des Menschen stellt sich eben in verschiedenen Anblicken, in verschiedenen Aspekten dar. Viel mehr Richtigkeit, viel mehr Wahrheit haben die mythologischen Bilder, die sogenannten mythologischen Symbole, als die phantastischen Verstandeskombinationen, welche sich die heutige Wissenschaft macht.

[ 9 ] I have touched on these things before in a series of lectures; but you must, of course, realize that all these imaginations—with the exception of the imagination of paradise—are fleeting, and that they can be depicted from various perspectives. I could just as easily present a slightly different view, and you would see that this corresponds merely to a different stage of development, and then we would come to the figure of the sphinx. The successive development of the human being presents itself precisely in different views, in different aspects. The mythological images, the so-called mythological symbols, possess far greater accuracy and far more truth than the fantastical intellectual constructs that modern science devises.

[ 10 ] Nächtlich also werden wir eine sehr eigentümliche Gestalt. Nun aber wird uns noch etwas anderes klar. Wenn wir diese an eine tierische Wesenheit uns erinnernde Fortsetzung nach unten ins hellseherische Auge fassen, dann lernen wir etwas kennen, wovon wir einen ganz bestimmten Eindruck gewinnen. Und ich habe schon gestern gesagt: Diese Impressionen, diese inneren Erlebnisse sind eigentlich das Wesentliche. Die Bilder sind wichtig, aber die inneren Erlebnisse sind das noch Wichtigere. Man gewinnt einen gewissen Eindruck, so daß man nachher weiß: Das, was dich eigentlich bei Tag zu deinen bloß persönlichen Interessen treibt, was dir bloß persönliche Interessen einimpft in deiner Seele, das kommt von dem, was du nachts als deine gleichsam tierische Fortsetzung siehst. Bei Tag siehst du sie nicht; aber sie ist in dir als Kraft. Das sind die Kräfte, welche dich gewissermaßen hinunterziehen und zu den persönlichen Interessen verführen. — Und wenn man diese Impression immer mehr und mehr ausbildet, dann kommt man dazu, zu erkennen, wer eigentlich in unserer Evolution real Luzifer ist. Je weiter wir nämlich den hellseherischen Blick zurückwenden gegen die Zeit, der die Paradieses-Imagination entspricht, desto schöner wird das Gebilde, das eigentlich erst für die spätere Zeit ans Tierische erinnert. Und wenn wir gar zurückgehen ins Paradiesische, wo die Sache sich so ausnimmt, daß die tierische Fortsetzung des Menschen von dem Menschen selber wie losgerissen und vervielfältigt ist in Stier, Löwe, Adler, da dürfen wir sagen, daß diese Gestalten, die wir mit diesen Namen ansprechen für jene alten Zeiten, uns in gewisser Beziehung auch sein können die Sinnbilder der Schönheit. Immer schöner und schöner werden diese Gestalten. Und gehen wir dann noch weiter zurück in die Zeit, von der wir gestern gesprochen haben, als wir die Impression des Opfers darstellten, dann kommen wir zurück in die Zeit, in welcher uns sozusagen Luzifers wahre Gestalt erscheint in hehrer Schönheit, nur so, wie er sich bewahren wollte in der Evolution vom alten Mond herüber zur Erde.

[ 10 ] At night, then, we become a very peculiar being. But now something else becomes clear to us. When we perceive this extension—which reminds us of an animal being—downward into the clairvoyant eye, we come to know something that leaves us with a very definite impression. And as I said yesterday: These impressions, these inner experiences, are actually the essential thing. The images are important, but the inner experiences are even more important. You gain a certain impression, so that afterward you know: What actually drives you during the day toward your purely personal interests, what instills purely personal interests in your soul, comes from what you see at night as your, so to speak, animal extension. During the day you do not see it; but it is within you as a force. These are the forces that, so to speak, pull you down and lead you astray toward personal interests. — And if one develops this impression more and more, then one comes to recognize who is actually the real Lucifer in our evolution. For the further we turn our clairvoyant gaze back toward the time corresponding to the Paradise imagination, the more beautiful becomes the form that actually only later comes to resemble the animal. And when we go back even further to the paradisiacal era, where the situation appears such that the animal continuation of humanity is, as it were, torn away from humanity itself and multiplied into the Bull, the Lion, and the Eagle, we may say that these figures, whom we address by these names for those ancient times, can in a certain sense also be for us the symbols of beauty. These figures become ever more beautiful. And if we then go even further back in time, to the period we spoke of yesterday when we described the impression of the sacrifice, we return to the time in which, so to speak, Lucifer’s true form appears to us in sublime beauty, just as he wished to preserve himself in the evolution from the ancient Moon to the Earth.

[ 11 ] Aus der Darstellung, die ich gegeben habe in meiner «Geheimwissenschaft», ersehen Sie, daß dem Menschen auf dem Monde der astralische Leib gegeben war. Das, was wir in unserem astralischen Leibe tragen, hat überhaupt auf dem alten Monde eine große Rolle gespielt. Wir haben es aber charakterisiert als die Egoität, als den Egoismus. Auf dem alten Mond mußte dem Menschen eingepflanzt werden dieser Egoismus, und da der Mensch auf dem alten Monde seinen Astralleib empfangen hat, so sitzt eben der Egoismus in seinem Astralleibe; und da Luzifer sein Mondwesen bewahrt hat, hat er sich als die innere Seeleneigenschaft seiner Schönheit in die Erde hereingetragen den Egoismus. Er ist daher auf der einen Seite der Geist der Schönheit, auf der anderen der Geist des Egoismus. Und das, was man sein Unrecht nennen kann, wäre nur dieses, daß er etwas, was sich für den Menschen — wenn ich den Ausdruck gebrauchen darf — auf dem Mond gehörte, nämlich sich zu durchdringen, zu imprägnieren mit Egoismus, daß er das auf die Erde hereinverpflanzt hat. Dadurch aber wurde dem Menschen, wie oftmals erwähnt worden ist, eben gerade die Möglichkeit gegeben, in sich selber, in seinem Inneren zu werden eine in sich abgeschlossene, freie Wesenheit. Das wäre der Mensch niemals geworden, wenn Luzifer die Egoität vom Monde nicht nach der Erde herübergetragen hätte. So lernt man im inneren Erleben Luzifer kennen sozusagen als den nächtlichen Geist. Und es ist mit jener Veränderung, die mit unserem Selbst und mit unserem Astralleibe vorgeht während unserer okkulten Entwicklung, verbunden, daß wir uns fühlen in der Nacht in der Gesellschaft des Luzifer.

[ 11 ] From the description I have given in my *Secret Science*, you can see that human beings on the Moon were endowed with an astral body. What we carry within our astral body played a major role on the ancient Moon. However, we have characterized it as egoity, as egoism. On the ancient Moon, this egoism had to be implanted in human beings, and since human beings received their astral bodies on the ancient Moon, egoism is precisely situated in their astral bodies; and since Lucifer has retained his lunar nature, he has carried egoism into the Earth as the inner soul quality of his beauty. He is therefore, on the one hand, the spirit of beauty, and on the other, the spirit of egoism. And what one might call his wrongdoing is simply this: that he took something which belonged to humanity—if I may use the expression—on the Moon, namely the process of permeating and imbuing itself with egoism, and transplanted it onto the Earth. But through this, as has often been mentioned, human beings were precisely given the opportunity to become, within themselves, a self-contained, free being. Human beings would never have become this if Lucifer had not carried egoity from the Moon to Earth. Thus, in inner experience, one comes to know Lucifer, so to speak, as the spirit of the night. And it is connected with that transformation that takes place with our self and our astral body during our occult development that we feel ourselves in the company of Lucifer at night.

[ 12 ] Sie werden das vielleicht zunächst, wenn Sie die Vorstellung an der Oberfläche haften lassen, recht fatal finden, daß der Mensch, wenn er hellsichtig wird und einschläft, gewahr wird, daß er während der Nacht in die Gesellschaft des Luzifer kommt. Aber wenn Sie genauer nachdenken, so wird es Ihnen bald aufgehen, daß es gescheiter ist, man lernt Luzifer erkennen, daß es besser ist, wenn man weiß, daß man in seiner Gesellschaft ist, — als wenn man glaubt, er sei nicht da, und man hat ihn nur unsichtbar mit seinen Kräften wirksam in sich. Das hat man ja auch während des Tages. Das Schlimme besteht nicht darin, daß Luzifer an unserer Seite ist, denn wir lernen ihn allmählich erkennen als den Geist, der die Freiheit bringt; sondern das Schlimme besteht darin, daß man ihn nicht kennt. Aber in einer gewissen Weise durften ihn die Menschen, nachdem sie sozusagen seiner ansichtig wurden bei seiner Verführung in der lemurischen Zeit, es durften ihn die Menschen nicht weiter schauen; denn zu jener Urverführung in der lemurischen Zeit wären dann lauter partielle Verführungen getreten. Daher mußte diejenige göttlich-geistige Wesenheit, der es um den Fortschritt des Menschen zu tun war, einen Schleier ziehen vor die Anschauung der Nacht. Damit allerdings ging für den Menschen auch alles das verloren, was er sonst während des Schlafes sehen würde. Und der Schlaf bedeckt dem Menschen die Welt, in der er vom Einschlafen bis zum Aufwachen ist, mit Finsternis. In dem Augenblicke, wo der Schleier weggezogen würde, welcher die Nacht mit Finsternis bedeckt, würden wir eben finden, daß Luzifer an unserer Seite ist. Wäre der Mensch stark genug, würde das nichts schaden; da er aber zunächst nicht stark sein konnte im Sinne der Erdenentwicklung, so mußte dieser Schleier über die nachtschlafende Zeit gezogen werden. Und nach der Urverführung, die in ihrer Folge zurückließ die Möglichkeit der menschlichen Freiheit, sollten nicht die anderen Verführungen durch ein unmittelbares Anschauen Luzifers vom Einschlafen bis zum Aufwachen an den Menschen herantreten können.

[ 12 ] At first, if you take this mental image at face value, you may find it quite alarming that when a person becomes clairvoyant and falls asleep, they become aware that they enter into the company of Lucifer during the night. But if you think about it more closely, you will soon realize that it is wiser to learn to recognize Lucifer, that it is better to know that you are in his company—than to believe he is not there, and that his forces are merely at work within you invisibly. After all, this is also the case during the day. The danger does not lie in the fact that Lucifer is at our side, for we gradually learn to recognize him as the spirit who brings freedom; rather, the danger lies in the fact that we do not know him. But in a certain sense, after humanity had, so to speak, beheld him during his temptation in the Lemurian epoch, they were not permitted to continue seeing him; for that original temptation in the Lemurian epoch would then have been followed by a succession of partial temptations. Therefore, the divine-spiritual being concerned with human progress had to draw a veil over the vision of the night. With that, however, humanity also lost everything it would otherwise see during sleep. And sleep covers the world in which a person exists from falling asleep until waking with darkness. The moment the veil were drawn away that covers the night with darkness, we would find that Lucifer is at our side. If humanity were strong enough, this would cause no harm; but since it could not yet be strong in the context of Earth’s development, this veil had to be drawn over the time of night’s sleep. And following the original temptation, which in its aftermath left behind the possibility of human freedom, the other temptations were not to be able to approach humanity through a direct view of Lucifer from the moment of falling asleep until waking up.

[ 13 ] Nun gibt es ein Äquivalent. Man kann nämlich nicht Luzifer in der Nacht schauen, wenn man nicht bei Tag seinen Genossen, den Ahriman, schaut. Und so wird für den Menschen, der so weit gekommen ist in der Entwicklung seines Selbstes und seines astralischen Leibes, das Tägliche, das im Wachen die Anschauung der Dinge bewirkt, anders als für den naiven Menschen. Der Mensch lernt erkennen, daß er den Dingen anders gegenübertritt, als er ihnen früher vor seiner Entwicklung des Selbstes und des astralischen Leibes entgegengetreten ist. Der Mensch lernt zunächst gewisse Eindrücke, die er sonst in abstraktem Sinn hinnimmt, als Wirkungen der ahrimanischen Wesenheiten anschauen. So lernt er die Begierde — nicht diejenige, die von innen heraus kommt, die ist luziferisch, aber das, was von außen kommt, was dem Menschen von außen die Begierde erweckt, was also in den Dingen und Wesen um uns herum uns anzieht, so daß wir aus persönlichem Interesse dieser Anziehung folgen, also alles das, was uns von außen zum Genuß verlockt — erkennen als ahrimanische Impression. Dann lernt man erkennen als ahrimanische Impression alles das, was uns von außen Furcht einflößt, was die Furcht in uns erregt von außen. Es sind zwei Pole, möchte ich sagen: Genuß und Furcht. Um uns herum ist die sogenannte materielle und die sogenannte geistige Welt; die materielle Welt sowohl wie die geistige erscheint dem äußeren Tagwachen in der Maja. Die äußere Welt der Sinne erscheint in der Maja, denn die Menschen sehen nicht, daß überall, wo sie von den äußeren Dingen und Wesenheiten zum Genuß erregt werden, Ahriman hervorguckt und den Genuß in der Seele hervorruft. Dasjenige aber, was zum Beispiel die Materialisten leugnen, daß wirkliche Geistigkeit überall in der Materie ist, das bewirkt Furcht; und wenn die Materialisten merken, daß die Furcht ihnen nahekommt aus den Untergründen ihrer Seele, aus dem Astralischen, dann betäuben sie sich, dann ersinnen sie die materialistischen Theorien; und es ist tief wahr, was der Dichter sagt: Den Teufel — nämlich den Ahriman — merkt das Völkchen nie, und wenn er sie schon am Kragen hätte. Wozu werden zum Beispiel Materialistenversammlungen abgehalten? Um den Teufel zu beschwören! Das ist im wörtlichen Sinne wahr; nur wissen es die Leute nicht. Überall, wo heute in der Welt Materialistenversammlungen abgehalten werden und in schönen Theorien vertreten wird, daß es nur Materie gibt, da hat Ahriman das Volk am Kragen, und es gibt keine günstigere Gelegenheit heute, den Teufel zu studieren, als wenn man in materialistische oder monistische Versammlungen geht. So begleitet einen der Ahriman, wenn man eine gewisse Entwicklung durchgemacht hat in seinem astralischen Leib und Selbst, auf Schritt und Tritt. Wenn man anfängt ihn zu schauen, dann kann man sich vor ihm schützen, dann sieht man, daß er aus den Verlockungen des Genusses und aus den Eindrücken der Furcht hervorlugt.

[ 13 ] Now there is an equivalent. For one cannot behold Lucifer in the night unless one beholds his counterpart, Ahriman, by day. And so, for the human being who has progressed this far in the development of their ego and astral body, the daily life that shapes their perception of things while awake is different from that of the naive human being. The human being learns to recognize that they approach things differently than they did before the development of their Self and astral body. The human being first learns to view certain impressions, which they would otherwise accept in an abstract sense, as effects of the Ahrimanic beings. Thus they learn to recognize desire—not the kind that comes from within, which is Luciferic, but that which comes from without, that which arouses desire in the human being from the outside, that which in the things and beings around us attracts us so that we follow this attraction out of personal interest—in short, everything that entices us from the outside toward pleasure—as an Ahrimanic impression. Then one learns to recognize as an Ahrimanic impression everything that instills fear in us from the outside, that which arouses fear within us from the outside. There are two poles, I would say: pleasure and fear. Around us are the so-called material and the so-called spiritual worlds; both the material world and the spiritual world appear to the outer waking consciousness in maya. The outer world of the senses appears in maya, for people do not see that wherever they are stirred to pleasure by external things and beings, Ahriman peeks out and evokes pleasure in the soul. But that which, for example, the materialists deny—that true spirituality is present everywhere in matter—this gives rise to fear; and when the materialists sense that fear is approaching them from the depths of their soul, from the astral realm, then they numb themselves, then they devise materialistic theories; and it is profoundly true what the poet says: The little people never notice the devil—namely Ahriman—even if he were already by their throats. Why, for example, are materialist gatherings held? To conjure up the devil! This is true in the literal sense; only people do not know it. Everywhere in the world today where materialist gatherings are held and where it is advocated in fine theories that only matter exists, there Ahriman has the people by the scruff of the neck, and there is no better opportunity today to study the devil than by attending materialist or monist gatherings. Thus, once one has undergone a certain development in one’s astral body and self, Ahriman accompanies one at every turn. When one begins to perceive him, one can protect oneself from him; then one sees that he peeks out from the temptations of pleasure and from the impressions of fear.

[ 14 ] Wiederum mußte wegen der Unreife der Menschen dieser Ahriman verborgen werden, das heißt, es wurde über sein Wesen ein Schleier gebreitet. Das wurde auf etwas andere Weise gemacht als gegenüber dem Luzifer; es wurde so gemacht, daß die Außenwelt dem Menschen in Maja getaucht wurde, indem ihm vorgegaukelt wird, daß statt des Ahriman, der überall hervorlugt, Materie draußen sei in der Welt. Überall an der Stelle, wo der Mensch Materie hinträumt, da ist in Wahrheit Ahriman. Und die größte Verführung ist die materialistische Theorie der Physik, sind die materiellen Atome; denn diese sind nichts anderes in Wirklichkeit als die Kräfte des Ahriman.

[ 14 ] Once again, because of humanity’s immaturity, this Ahriman had to be concealed; that is to say, a veil was cast over his nature. This was done in a somewhat different way than with Lucifer; it was done by immersing the outer world in maya for human beings, by making them believe that instead of Ahriman, who peeks out everywhere, there is matter out there in the world. Everywhere where human beings dream of matter, there is in truth Ahriman. And the greatest seduction is the materialistic theory of physics, the material atoms; for these are in reality nothing other than the forces of Ahriman.

[ 15 ] Nun ist die Menschheit als Ganzes in einer Entwicklung, in einer Evolution. Und diese Evolution geht so vor sich, daß der Mensch tatsächlich gegen unsere Zukunft hin immer mehr und mehr die Kräfte des Intellektualismus wirklich entwickelt. Dadurch wird äußerlich sein Haupt plastisch eine andere Gestalt annehmen. In einer gewissen Beziehung ist der Anfang zu dieser Entwicklung nach der Intellektualität gegeben worden in der Morgenröte der neueren Naturwissenschaften, so vom 16. Jahrhundert an etwa. Diese intellektuelle Entwicklung, wenn sie sich immer mehr vertiefen wird, wird aber auf das Selbst und auf den astralischen Leib des Menschen einen großen Einfluß ausüben. Nun trat eine Zeit ein, in welcher man noch Traditionen des alten Hellsehens hatte, — sie trafen zusammen gerade mit der Morgenröte der neueren Naturwissenschaften. Es war eben im 16. Jahrhundert; da wußte man, es werde eine Zukunft kommen, in der die Menschen fähig sein würden, wegen der Höherentwicklung ihres Selbstes und ihres astralischen Leibes immer mehr und mehr den Ahriman auch wirklich zu schauen. Dann trat, weil eben in der ersten Zeit die intellektuelle Entwicklung sich mit aller Gewalt sträubte gegen die Wahrnehmung des Geistigen, dann trat eine Verdunkelung ein. Aber das 16. Jahrhundert hat in der Mephistogestalt an der Seite des Faust, die nichts anderes ist als der Ahriman, noch darauf hinweisen können, daß im Grunde genommen Ahriman in bewußter Weise der Zukunft der Menschheitsentwicklung immer gefährlicher und gefährlicher werden wird, daß sozusagen Mephisto immer mehr und mehr eine Art von Verführer des Menschengeschlechtes werden wird. In der ersten Zeit zeigte sich das nur dadurch, daß die Menschen noch eine Erinnerung an die alten geistigen Gestaltungen hatten. Jetzt ist es von der allgemeinen Menschheit vergessen worden; aber in der Zukunft wird sich dem Menschen schon die Erkenntnis aufdrängen, daß er sein ganzes Wachleben hindurch von Ahriman-Mephisto begleitet wird. Dem entspricht aber natürlich auch das Gegenbild, und das ist, daß der Mensch einer Zukunft entgegengeht, welche ihm bei jedem Aufwachen wie einen eben hinhuschenden Traum — und dann immer deutlicher und deutlicher die Impression geben wird: dein nächtlicher Genosse war der Luzifer.

[ 15 ] Now, humanity as a whole is undergoing a process of development, of evolution. And this evolution is taking place in such a way that, as we move toward the future, human beings are indeed developing the powers of intellectualism more and more. As a result, their physical form will take on a different shape. In a certain sense, the beginning of this development toward intellectuality was set in motion at the dawn of the modern natural sciences, roughly from the 16th century onward. However, as this intellectual development deepens further and further, it will exert a great influence on the human self and on the astral body. Now there came a time when traditions of the old clairvoyance still existed—they coincided precisely with the dawn of the modern natural sciences. It was precisely in the 16th century; people knew that a future would come in which, due to the higher development of their Self and their astral body, human beings would be able to truly see Ahriman more and more. Then, because in the early days intellectual development resisted the perception of the spiritual with all its might, a period of darkness set in. But the 16th century was still able to point out, in the figure of Mephisto at Faust’s side—who is nothing other than Ahriman—that, fundamentally speaking, Ahriman will, in a conscious sense, become ever more and more dangerous to the future of human development; that Mephisto, so to speak, will increasingly become a kind of seducer of the human race. In the early days, this was evident only because people still had a memory of the old spiritual forms. Now it has been forgotten by humanity at large; but in the future, the realization will impose itself upon humanity that it is accompanied by Ahriman-Mephisto throughout its entire waking life. Of course, there is also a counter-image to this, and that is that humanity is heading toward a future in which, upon every awakening, it will have the impression—like a dream just slipping away—and then ever more clearly: your nocturnal companion was Lucifer.

[ 16 ] Sie sehen daraus, daß der Mensch durch die okkulte Entwicklung seines Selbstes und seines astralischen Leibes etwas vorausahnen kann von dem, was in der Zukunft der Menschheit eintreten wird, etwas ahnen kann von der Genossenschaft des Ahriman und des Luzifer. Durch eine bestimmte Gesetzmäßigkeit in der Entwicklung trat an den Menschen zuerst heran während der lemurischen Zeit Luzifer, dann später erst als Folge des luziferischen Einflusses der ahrimanische Einfluß. In der Zukunft wird es umgekehrt sein: Der ahrimanische Einfluß wird zuerst stark sein und dann wird sich ihm der luziferische Einfluß zugesellen. Der ahrimanische Einfluß wird vorzugsweise im Wachzustande wirken, der luziferische Einfluß vorzugsweise im Schlafzustande oder in all den Zuständen, die dem Schlafzustande zwar ähnlich, aber bewußt sind, in immer mehr und mehr sich entwickelnden hellseherischen Zuständen der menschlichen Seele.

[ 16 ] You can see from this that, through the occult development of their ego and astral body, human beings can foresee something of what will happen in the future of humanity, and can sense something of the alliance between Ahriman and Lucifer. Due to a certain law of development, Lucifer first approached humanity during the Lemurian epoch, and only later, as a consequence of the Luciferic influence, did the Ahrimanic influence follow. In the future, it will be the reverse: the Ahrimanic influence will be strong at first, and then the Luciferic influence will join it. The Ahrimanic influence will act primarily in the waking state, the Luciferic influence primarily in the sleeping state or in all those states that are similar to the sleeping state but are conscious, in the increasingly developing clairvoyant states of the human soul.

[ 17 ] So brauchte der Mensch, weil eintreten soll Ahriman in sein äußeres sinnliches Leben im Wachzustand, zuerst den Schutz für den Wachzustand vor dem Ahriman. Solche Schutzimpulse werden viele, viele Jahrhunderte in der Menschheitsentwicklung gegeben, bevor die entsprechende Gefahr eintritt. Während jetzt noch immer nicht das volle Bewußtsein des Ahriman-Mephisto für die allgemeine Menschheit da ist, ist der Schutzimpuls eingetreten im Beginne unserer Zeitenentwicklung in der physischen Erscheinung des Christus in der Erdenentwicklung. Daß der Christus im physischen Leibe einmal in der Erdenentwicklung erschien, das ist die Vorsorge dafür gewesen, daß der Mensch gewappnet sein möge durch die Aufnahme des Christus-Impulses gegen den notwendigen Einfluß, der von Ahriman-Mephisto kommen wird. Daß der Mensch später gewappnet sein werde, wenn der luziferische Einfluß da ist, dagegen wird der Mensch gewappnet durch die Erscheinung des Christus im Ätherleib, von der auch öfters schon gesprochen worden ist, daß sie herannahe. Das ist ein Einfluß, der für ein anderes Bewußtsein kommen wird. Wie der Christus einmal erschienen ist im physischen Leibe und von da aus der Impuls weiter ausgegangen ist, wird der Christus in ätherischer Gestalt merkbar werden schon von diesem 20. Jahrhundert ab für eine erst geringe, dann für eine immer größere Anzahl von Menschen. Und so sehen wir, wie durch eine Art von Äquilibrium, durch eine Art von Sich-die-Waage-Halten der Impulse, die Fortentwicklung des Menschen bewirkt wird. Dasjenige, was in der Versuchungsgeschichte der Evangelien dargestellt wird, das Gegenüberstehen des Christus dem Luzifer und dem Ahriman, in dem einen Evangelium so, in dem anderen so — ich habe das einmal dargestellt —, das ist ein Zeugnis dafür, daß der Mensch durch den Christus-Impuls, durch den Impuls des Mysteriums von Golgatha die richtige Zukunftsentwicklung finden kann. Es gehört zu einer wirklichen Entwicklung des Selbstes und des astralischen Leibes des Menschen, daß der Mensch in diesem veränderten Selbst und astralischen Leibe die Impressionen erhalten kann, wie es mit Ahriman, wie es mit Luzifer, wie es mit dem Christus in der Menschheitsevolution steht; und eine richtige Entwicklung des Selbstes und des astralischen Leibes führt zu einer solchen Erkenntnis der drei die Menschheitsevolution bedingenden Impulse.

[ 17 ] Since Ahriman is to enter into human beings’ outer, sensory life during the waking state, humanity first needed protection for the waking state against Ahriman. Such protective impulses are given over many, many centuries in the course of human development before the corresponding danger arises. While full awareness of Ahriman-Mephisto is still not present for humanity as a whole, the protective impulse entered at the beginning of our era in the physical manifestation of the Christ in the development of the Earth. The fact that Christ once appeared in a physical body during Earth’s development served as a precaution to ensure that humanity might be armed, through the reception of the Christ impulse, against the inevitable influence that will come from Ahriman-Mephisto. That humanity will be armed later, when the Luciferic influence is present—against this, humanity will be armed by the appearance of the Christ in the etheric body, of which it has already been spoken often that it is approaching. This is an influence that will come for a different consciousness. Just as Christ once appeared in the physical body and the impulse went out from there, so will Christ become perceptible in ethereal form, beginning as early as this 20th century, first to a small number of people and then to an ever-increasing number. And so we see how, through a kind of equilibrium, through a kind of balancing of the impulses, the further development of humanity is brought about. What is depicted in the temptation stories of the Gospels—the confrontation of Christ with Lucifer and Ahriman, in one Gospel in one way, in another in another—as I have once described—is a testimony to the fact that humanity can find the right path of future development through the Christ impulse, through the impulse of the Mystery of Golgotha. It is part of a true development of the human self and astral body that the human being, in this transformed self and astral body, can receive the impressions of how things stand with Ahriman, with Lucifer, and with Christ in the evolution of humanity; and a proper development of the self and the astral body leads to such an understanding of the three impulses that determine the evolution of humanity.

[ 18 ] Eine richtige Entwicklung schließt aber ein Hinlenken der Egoität des astralischen Leibes zu allgemeinen Menschheits- und Weltinteressen ein. Und wie Gift wirkt es, wenn der Mensch in diejenigen Regionen seiner hellseherischen Beobachtung, wo er nur imprägniert mit allgemeinen Menschheits- und Weltinteressen beobachten sollte, hinaufträgt persönliche Interessen und persönliche Aspirationen. Dann kommt für die hellseherische Beobachtung nicht die Wahrheit zustande, sondern es kommen Imaginationen zustande, welche unwahr, unrichtig sind, welche nur die Widerspiegelungen sind der persönlichen Interessen und der persönlichen Aspirationen. Da kann es zuweilen vorkommen, daß ein Hellseher, der noch ganz erfüllt ist von persönlichen Aspirationen und Interessen, etwas macht wie das Folgende. Ich bekam einen Brief, worin mir jemand schrieb, er müßte mir etwas mitteilen, was ich wissen müsse. Es sei der Christus wiedergeboren in einem physischen Leib; seine Adresse sei London W. soundso. Es sei die Maria wiedergeboren in einem physischen Leibe; ihre Adresse sei die seiner Nichte, Straße soundso. Paulus sei wiedergeboren; das war sein Schwager, der wurde der Adresse nach gezeigt. Und so war denn die ganze Gesellschaft, die in den Evangelien geschildert wird, in jener Verwandtschaft wiedergeboren, und in jenem Briefe waren die einzelnen Adressen angegeben. Diesen Brief könnte ich jedem zeigen; er ist ein Dokument, so grotesk er sich ausnimmt, für das Hinauftragen persönlicher Interessen in jene Höhen, wo Welt- und Menschheitsinteressen walten sollten.

[ 18 ] However, true development involves directing the egoity of the astral body toward the general interests of humanity and the world. And it acts like poison when a person carries personal interests and personal aspirations into those regions of their clairvoyant observation where they should be observing solely imbued with general human and world interests. Then, in the case of clairvoyant observation, the truth does not emerge, but rather imaginations arise that are untrue and incorrect, which are merely reflections of personal interests and personal aspirations. It can sometimes happen that a clairvoyant who is still entirely filled with personal aspirations and interests does something like the following. I received a letter in which someone wrote to me that they had to tell me something I needed to know. Christ had been reborn in a physical body; his address was London W., such-and-such. Mary had been reborn in a physical body; her address was that of her niece, such-and-such Street. Paul had been reborn; that was his brother-in-law, who was identified by the address. And so the entire group described in the Gospels had been reborn into that family, and the individual addresses were listed in that letter. I could show this letter to anyone; it is a document—as grotesque as it may seem—of the elevation of personal interests to those heights where the interests of the world and humanity should prevail.

[ 19 ] Nun müssen wir uns aber klar sein, daß, wenn jemand in bezug auf seine abstrakten Verstandeserkenntnisse irrt, daß er dann im Grunde genommen mit diesem Irrtum etwas leicht Kontrollierbares hinstellt, etwas, was verhältnismäßig bald aus der Welt zu schaffen ist, obzwar Erkenntnis des Menschen jenen — man möchte sagen furchtbaren Ursprung hat, auf den gestern hingewiesen worden ist. Weil Erkenntnis des Menschen, wie sie sich einmal auslebt in unserem wachen Tagleben, so verdünnte Impulse enthält, daß jedermann gegenüber diesen verdünnten Impulsen völlige Freiheit entwickeln kann, deshalb braucht sich niemand blenden zu lassen von dem, was des Menschen Intellekt an Torheiten ersinnt, und diejenigen, die sich blenden lassen durch das, was des Menschen Intellekt an Torheiten ersinnt, die werden in verhältnismäßig kurzer Zeit geheilt werden können.

[ 19 ] Now, however, we must be clear that when someone errs with regard to their abstract intellectual knowledge, they are essentially presenting something that is easily controllable with this error—something that can be eliminated relatively quickly—even though human knowledge has that—one might say—terrible origin that was pointed out yesterday. Because human knowledge, as it manifests itself in our waking daily life, contains such diluted impulses that everyone can develop complete freedom in the face of these diluted impulses, therefore no one needs to be blinded by the follies conceived by the human intellect, and those who allow themselves to be blinded by the follies conceived by the human intellect will be able to be healed in a relatively short time.

[ 20 ] Nehmen wir aber an, es kommt in der hellseherischen Betrachtung auf die geschilderte Weise zu unrichtigen Imaginationen, dann wirken diese unrichtigen Imaginationen in einer gewissen Weise seelisch ansteckend; sie stecken so an, daß sie gerade den gesunden Menschenverstand und die Intellektualität auslöschen. Sie schaden also in einem ganz anders starken Maße als die bloß intellektuellen Torheiten. Wenn man daher versucht, alles das, was auch auf dem Felde des Okkultismus gewonnen wird, zu durchdringen mit den Formen des gesunden Menschenverstandes, so tut man recht. Wenn man die Imagination ohne weiteres gibt und sie nicht in dieser Weise zu rechtfertigen versucht, wie wir das gerade in diesem Vortragszyklus versuchen — und man wird nur solche Imaginationen, welche zu Unrecht bestehen, als bloße Imaginationen geben —, dann übertölpelt man gerade dasjenige im anderen, was sich regen sollte zur Zurückweisung solcher Imaginationen. Und es könnte immerhin sein, daß — während der, welcher Verstandestorheiten verbreitet, Kritik herausfordert, leicht Kritik herausfordert — jemand, der falsche Imaginationen verbreitet, mit diesen den anderen, die an ihn glauben, gerade die Möglichkeit der Kritik nimmt, das heißt, sie blind macht gegen die notwendige Ablehnung der betreffenden Imaginationen. Wir können daraus ersehen, wie eigentlich in dem Augenblick, wo die Erkenntnis über das hinausgeht, was den Menschen im natürlichen Gang der Entwicklung zugedacht ist, wie in dem Augenblick, wo der Mensch zu hellseherischen Erkenntnissen sich erhebt, es unbedingt notwendig ist, daß seine Entwicklung eben nach den allgemeinen Menschheits- und Welteninteressen zu geht. Das ist etwas, was jederzeit im wahren Okkultismus anerkannt werden wird. Und das Gegenteil behaupten, daß es einen gesunden Eintritt in die geistigen Welten, also eine gesunde Entwicklung des astralischen Leibes und des Selbstes geben könnte unabhängig von der Erweiterung der menschlichen Interessen zu selbstlosen Welt- und Menschheitsinteressen, die gegenteilige Behauptung also von derjenigen, die hier gemacht worden ist, könnte nur entspringen einer den Okkultismus mit Frivolität durchdringenden Gesinnung. Dies müssen wir als wichtig ins Auge fassen, wenn wir von den Veränderungen sprechen, welche mit dem astralischen Menschen und dem Selbst bei der höheren spirituellen Entwicklung vor sich gehen.

[ 20 ] But let us suppose that, in clairvoyant observation, incorrect imaginations arise in the manner described; then these incorrect imaginations have a certain psychologically contagious effect; they are so contagious that they actually extinguish common sense and intellectuality. They are therefore far more harmful than mere intellectual follies. If one therefore attempts to subject everything gained in the field of occultism to the scrutiny of common sense, one is doing the right thing. If one simply presents the imagination without further ado and does not attempt to justify it in the way we are doing in this very lecture series—and one will present only those imaginations that are unjustified as mere imaginations—then one is precisely deceiving that very aspect in the other person that should be stirred to reject such imaginations. And it could well be that—while the one who spreads intellectual folly invites criticism, easily invites criticism—someone who spreads false imaginings thereby deprives those who believe in him of the very possibility of criticism, that is, renders them blind to the necessary rejection of the imaginings in question. We can see from this how, in the very moment when knowledge goes beyond what is intended for human beings in the natural course of development—how, in the very moment when a human being rises to clairvoyant insights—it is absolutely necessary that their development be directed precisely toward the general interests of humanity and the world. This is something that will always be recognized in true occultism. And to assert the opposite—that there could be a healthy entry into the spiritual worlds, that is, a healthy development of the astral body and the Self, independent of the expansion of human interests toward selfless world and human interests—the assertion contrary to the one made here could only spring from a mindset that permeates occultism with frivolity. We must bear this in mind as an important point when we speak of the changes that take place with the astral human being and the Self during higher spiritual development.