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Human Soul-Life and Spiritual Striving
GA 212

28 May 1922, Dornach

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Achter Vortrag

Achter Vortrag

[ 1 ] Ich möchte zunächst heute in Anknüpfung an die Auseinandersetzungen von gestern und vorgestern einiges vortragen über die Entwickelung der Menschheit in die Zukunft hinein, insofern diese Menschheitsentwickelung abhängig ist von einem gewissen Verhältnis, in das der Mensch selber im Laufe der Erdenzukunft kommt zu gewissen geistigen Mächten. Wir haben vorgestern gesehen, wie vor einer genaueren Betrachtung sich das menschliche Innere ausnimmt; wie man tatsächlich für eine solche genauere Betrachtung Ansichten darüber gewinnen kann, wie sich zusammenschließt im Menschen, im physisch-seelisch-geistigen Menschen dasjenige, was gewissermaßen der Außenwelt angehört, namentlich insofern diese Außenwelt als die Welt der ätherischen Kräfte und Wesenheiten aufgefaßt wird, die der Mensch für seinen eigenen Ätherleib heranzieht im Herabsteigen in die irdische Welt. Und wir haben gesehen, wie sich mit dieser mehr der Außenwelt angehörigen und im Menschen sich einlebenden Wesenheit dann zusammenschließt dasjenige, was der Mensch selber auf der Erde vollbringt, seine Taten, sein Karma mit anderen Worten.

[ 1 ] Ich möchte zunächst heute in Anknüpfung an die Auseinandersetzungen von gestern und vorgestern einiges vortragen über die Entwickelung der Menschheit in die Zukunft hinein, insofern diese Menschheitsentwickelung abhängig ist von einem gewissen Verhältnis, in das der Mensch selber im Laufe der Erdenzukunft kommt zu gewissen geistigen Mächten. Wir haben vorgestern gesehen, wie vor einer genaueren Betrachtung sich das menschliche Innere ausnimmt; wie man tatsächlich für eine solche genauere Betrachtung Ansichten darüber gewinnen kann, wie sich zusammenschließt im Menschen, im physisch-seelisch-geistigen Menschen dasjenige, was gewissermaßen der Außenwelt angehört, namentlich insofern diese Außenwelt als die Welt der ätherischen Kräfte und Wesenheiten aufgefaßt wird, die der Mensch für seinen eigenen Ätherleib heranzieht im Herabsteigen in die irdische Welt. Und wir haben gesehen, wie sich mit dieser mehr der Außenwelt angehörigen und im Menschen sich einlebenden Wesenheit dann zusammenschließt dasjenige, was der Mensch selber auf der Erde vollbringt, seine Taten, sein Karma mit anderen Worten.

[ 2 ] Wir haben dann gestern gesehen, wie in verschiedenen Zeiten der Menschheitsentwickelung in verschiedener Art der Mensch ein Verhältnis, ein erkennendes Verhältnis gewinnen kann und soll zu der geistigen Welt.

[ 2 ] Wir haben dann gestern gesehen, wie in verschiedenen Zeiten der Menschheitsentwickelung in verschiedener Art der Mensch ein Verhältnis, ein erkennendes Verhältnis gewinnen kann und soll zu der geistigen Welt.

[ 3 ] Nun habe ich öfter schon erwähnt, wie die gegenwärtige Zeit eine solche ist, in der eine neue Strömung geistigen Lebens einfach hereinwill in das menschliche Erdendasein. Es ist jetzt in der Menschheitsentwickelung eine Zeit, die den Übergang bilden soll zwischen dem vorzugsweise intellektualistischen Zeitalter, das eingesetzt hat im ersten Drittel des 15. Jahrhunderts und das im wesentlichen jetzt eigentlich abgelaufen ist, und einer dem Spirituellen hingegebenen Zukunft. In diesem intellektualistischen Zeitalter kam es vorzugsweise darauf an, daß die Menschheit den Verstand entwickelte, den Verstand selber als solchen entwickelte, in Anlehnung an die äußere Naturbeobachtung und an die technische Praxis.

[ 3 ] Nun habe ich öfter schon erwähnt, wie die gegenwärtige Zeit eine solche ist, in der eine neue Strömung geistigen Lebens einfach hereinwill in das menschliche Erdendasein. Es ist jetzt in der Menschheitsentwickelung eine Zeit, die den Übergang bilden soll zwischen dem vorzugsweise intellektualistischen Zeitalter, das eingesetzt hat im ersten Drittel des 15. Jahrhunderts und das im wesentlichen jetzt eigentlich abgelaufen ist, und einer dem Spirituellen hingegebenen Zukunft. In diesem intellektualistischen Zeitalter kam es vorzugsweise darauf an, daß die Menschheit den Verstand entwickelte, den Verstand selber als solchen entwickelte, in Anlehnung an die äußere Naturbeobachtung und an die technische Praxis.

[ 4 ] In dieser Beziehung ist ja Großartiges und Gewaltiges geleistet worden in den letzten Jahrhunderten. Aber alles dasjenige, was geleistet worden ist, ist eigentlich so geleistet worden, daß der Verstand, das intellektuelle Element in der Menschheitsentwickelung die Hauptsache war. Und die Erbschaft dieses intellektuellen Elementes lebt heute noch unter uns. Aber, ich möchte sagen, diese Erbschaft des intellektuellen Elementes ist nicht mehr schöpferisch.

[ 4 ] In dieser Beziehung ist ja Großartiges und Gewaltiges geleistet worden in den letzten Jahrhunderten. Aber alles dasjenige, was geleistet worden ist, ist eigentlich so geleistet worden, daß der Verstand, das intellektuelle Element in der Menschheitsentwickelung die Hauptsache war. Und die Erbschaft dieses intellektuellen Elementes lebt heute noch unter uns. Aber, ich möchte sagen, diese Erbschaft des intellektuellen Elementes ist nicht mehr schöpferisch.

[ 5 ] Schöpferisch im höchsten Grade war dieses intellektuelle Element zur Zeit des Kopernikus, Galilei, Giordano Bruno, bis herauf dann ins 19. Jahrhundert. Aus dem schöpferischen Intellekt gingen die großen Taten der Menschheit, namentlich innerhalb der abendländischen Zivilisation in den letzten Jahrhunderten, hervor.

[ 5 ] Schöpferisch im höchsten Grade war dieses intellektuelle Element zur Zeit des Kopernikus, Galilei, Giordano Bruno, bis herauf dann ins 19. Jahrhundert. Aus dem schöpferischen Intellekt gingen die großen Taten der Menschheit, namentlich innerhalb der abendländischen Zivilisation in den letzten Jahrhunderten, hervor.

[ 6 ] Wer unbefangenen Sinn hat, wird schon äußerlich bemerken können, daß das Schöpferische der Intelligenz gerade in den letzten Jahrzehnten wesentlich abgenommen hat. Die Menschheit ist nicht mehr in derselben Weise dabei, ich möchte sagen, Enthusiastisches mit dem Intellekt, mit dem Verstande zu verbinden. Dasjenige, was man durch Jahrhunderte geübt hat an Verstandes-Seelenhaftigkeit, das lebt sich, ich möchte sagen, wie durch eine gewisse Kulturträgheit weiter. Die Menschen denken in den alten Bahnen, aber der Intellekt bringt nichts Neues mehr hervor. Das ist insbesondere an unserer Jugend stark zu bemerken. Wie gesagt, wenn man nur unbefangen genug ist dazu, wird man das bemerken können. Wer zurückblickt etwa wie noch in den achtziger Jahren unsere akademische Jugend war — und es bezieht sich das wohl auf die ganze Zivilisation des Abendlandes; es war gewiß nicht bei allen der Fall, aber bei denjenigen, auf die es ankam -, dann kann man sagen: Wenn ein junger Mensch, der etwas gelernt hatte, anfing zu reden, dann hatte man eine gewisse Freude daran, und man war begierig, wie er weiterreden würde. Das ist heute nicht mehr so. Man kann ganz genau den Umschwung in den letzten Jahrzehnten sehen. Wenn heute gerade ein jüngerer Mensch, der, sagen wir, frisch aus den Hörsälen kommt, anfängt zu reden, dann ist man nicht neugierig, was er weiter sagen wird, denn man weiß es voraus. Es läuft automatisch ab. Der Mensch zeigt sich nicht mehr so, als ob sein ganzes Gehirn rege wäre, indem er seinen Intellekt entwickelt. Man hat das Gefühl, die intelligente Tätigkeit ist etwas aus dem Kopfe in tiefere Regionen herabgerutscht. Das ist dasjenige, was der, der unbefangen die Welt betrachtet, heute durchaus schon durch eine äußerliche Wahrnehmung erkunden kann. Etwas Maschinenhaftes hat die menschliche Intelligenz bekommen, und es quillt diese Intelligenz aus Regionen der menschlichen Organisation hervor, die eigentlich nicht mehr so recht der Kopf sind. Nun, das ist eben aus dem Grunde so, weil, wie gesagt, die Intelligenz ursprünglich elementar war, und weil im ganzen, in der ganzen Weltgesetzmäßigkeit das begründet ist, daß durch dieses Zeitalter vom 15. bis zum 19. Jahrhundert vorzugsweise die Menschheit die Intelligenz ausbilden sollte.

[ 6 ] Wer unbefangenen Sinn hat, wird schon äußerlich bemerken können, daß das Schöpferische der Intelligenz gerade in den letzten Jahrzehnten wesentlich abgenommen hat. Die Menschheit ist nicht mehr in derselben Weise dabei, ich möchte sagen, Enthusiastisches mit dem Intellekt, mit dem Verstande zu verbinden. Dasjenige, was man durch Jahrhunderte geübt hat an Verstandes-Seelenhaftigkeit, das lebt sich, ich möchte sagen, wie durch eine gewisse Kulturträgheit weiter. Die Menschen denken in den alten Bahnen, aber der Intellekt bringt nichts Neues mehr hervor. Das ist insbesondere an unserer Jugend stark zu bemerken. Wie gesagt, wenn man nur unbefangen genug ist dazu, wird man das bemerken können. Wer zurückblickt etwa wie noch in den achtziger Jahren unsere akademische Jugend war — und es bezieht sich das wohl auf die ganze Zivilisation des Abendlandes; es war gewiß nicht bei allen der Fall, aber bei denjenigen, auf die es ankam -, dann kann man sagen: Wenn ein junger Mensch, der etwas gelernt hatte, anfing zu reden, dann hatte man eine gewisse Freude daran, und man war begierig, wie er weiterreden würde. Das ist heute nicht mehr so. Man kann ganz genau den Umschwung in den letzten Jahrzehnten sehen. Wenn heute gerade ein jüngerer Mensch, der, sagen wir, frisch aus den Hörsälen kommt, anfängt zu reden, dann ist man nicht neugierig, was er weiter sagen wird, denn man weiß es voraus. Es läuft automatisch ab. Der Mensch zeigt sich nicht mehr so, als ob sein ganzes Gehirn rege wäre, indem er seinen Intellekt entwickelt. Man hat das Gefühl, die intelligente Tätigkeit ist etwas aus dem Kopfe in tiefere Regionen herabgerutscht. Das ist dasjenige, was der, der unbefangen die Welt betrachtet, heute durchaus schon durch eine äußerliche Wahrnehmung erkunden kann. Etwas Maschinenhaftes hat die menschliche Intelligenz bekommen, und es quillt diese Intelligenz aus Regionen der menschlichen Organisation hervor, die eigentlich nicht mehr so recht der Kopf sind. Nun, das ist eben aus dem Grunde so, weil, wie gesagt, die Intelligenz ursprünglich elementar war, und weil im ganzen, in der ganzen Weltgesetzmäßigkeit das begründet ist, daß durch dieses Zeitalter vom 15. bis zum 19. Jahrhundert vorzugsweise die Menschheit die Intelligenz ausbilden sollte.

[ 7 ] Jetzt aber will aus den höheren Regionen des Weltendaseins herein in das irdische Leben der Menschen eine spirituelle Strömung. Jetzt soll dasjenige, was als Verstand sich nicht weiter entwickeln soll, befruchtet werden von dieser geistigen, von dieser spirituellen Strömung. Und von den Menschen muß es abhängen, ob sie sich in ihren Herzen, in ihren Seelen öffnen demjenigen, was da, ich möchte sagen, durch viele Tore hereinwill aus der geistigen Welt in die irdische Welt. Dieses macht aber notwendig, daß die Menschen eine Empfänglichkeit erhalten wiederum für die Wahrnehmung des Geistigen in der ganzen Natur.

[ 7 ] Jetzt aber will aus den höheren Regionen des Weltendaseins herein in das irdische Leben der Menschen eine spirituelle Strömung. Jetzt soll dasjenige, was als Verstand sich nicht weiter entwickeln soll, befruchtet werden von dieser geistigen, von dieser spirituellen Strömung. Und von den Menschen muß es abhängen, ob sie sich in ihren Herzen, in ihren Seelen öffnen demjenigen, was da, ich möchte sagen, durch viele Tore hereinwill aus der geistigen Welt in die irdische Welt. Dieses macht aber notwendig, daß die Menschen eine Empfänglichkeit erhalten wiederum für die Wahrnehmung des Geistigen in der ganzen Natur.

[ 8 ] Beachten Sie einmal, wie beim Zurückgehen in ältere Menschheitskulturen wir gestern erwähnen mußten, daß die allgemeine Menschheit Geistig-Seelisches in den Dingen der Außenwelt, in jedem Stern, in jeder ziehenden Wolke, in Blitz und Donner, in den Wesen der Naturreiche wahrnahm.

[ 8 ] Beachten Sie einmal, wie beim Zurückgehen in ältere Menschheitskulturen wir gestern erwähnen mußten, daß die allgemeine Menschheit Geistig-Seelisches in den Dingen der Außenwelt, in jedem Stern, in jeder ziehenden Wolke, in Blitz und Donner, in den Wesen der Naturreiche wahrnahm.

[ 9 ] Gerade daraus hat sich die alte Yogaübung herausgehoben. Der Yogi suchte, wie ich gestern dargelegt habe, zu dem Selbst vorzudringen. Er suchte gewissermaßen dasjenige durch innere Übungen auf, was uns heute selbstverständlich ist, denn wir werden damit geboren und werden hinerzogen, ein gewisses Selbstgefühl, ein IchBewußtsein zu haben. Das mußte der Yogi erst in sich heranbilden.

[ 9 ] Gerade daraus hat sich die alte Yogaübung herausgehoben. Der Yogi suchte, wie ich gestern dargelegt habe, zu dem Selbst vorzudringen. Er suchte gewissermaßen dasjenige durch innere Übungen auf, was uns heute selbstverständlich ist, denn wir werden damit geboren und werden hinerzogen, ein gewisses Selbstgefühl, ein IchBewußtsein zu haben. Das mußte der Yogi erst in sich heranbilden.

[ 10 ] Nun, meine lieben Freunde, denken Sie nicht, daß Sie jetzt mit dem gewöhnlichen Ich-Bewußtsein der Gegenwart sich gleich einem Yogi halten dürfen! Das wäre ein großer Fehler. Es ist nämlich ein Unterschied, ob man durch eigene menschliche Anstrengung sich zu etwas hinaufarbeitet, oder ob man es als eine Selbstverständlichkeit hat. Wenn man sich so wie der Yogi zum Selbstbewußtsein erst hinaufarbeiten mußte, dann nahm man durch diese innere Übung teil an den großen, gewaltigen Weltenprozessen und Weltengesetzmäßigkeiten. Wenn man einfach in die Sphäre des Selbstbewußtseins hineinversetzt wird, so ist das nicht der Fall. Stehen auf einer Stufe der Menschheitsentwickelung bedeutet durchaus nicht dasselbe, wie diese Stufe durch innere Übungen erringen.

[ 10 ] Nun, meine lieben Freunde, denken Sie nicht, daß Sie jetzt mit dem gewöhnlichen Ich-Bewußtsein der Gegenwart sich gleich einem Yogi halten dürfen! Das wäre ein großer Fehler. Es ist nämlich ein Unterschied, ob man durch eigene menschliche Anstrengung sich zu etwas hinaufarbeitet, oder ob man es als eine Selbstverständlichkeit hat. Wenn man sich so wie der Yogi zum Selbstbewußtsein erst hinaufarbeiten mußte, dann nahm man durch diese innere Übung teil an den großen, gewaltigen Weltenprozessen und Weltengesetzmäßigkeiten. Wenn man einfach in die Sphäre des Selbstbewußtseins hineinversetzt wird, so ist das nicht der Fall. Stehen auf einer Stufe der Menschheitsentwickelung bedeutet durchaus nicht dasselbe, wie diese Stufe durch innere Übungen erringen.

[ 11 ] Und aus den gestrigen Darstellungen kann Ihnen hervorgehen, wie die Menschheit allmählich zu Erkenntnissen kommen muß, die hervorgehen aus einer Befreiung zum Beispiel des ganzen Denksystems von dem Atmungsprozeß, weil dann das Denksystem sich hineinlebt — wie ich gestern auseinandergesetzt habe - in den äußeren Rhythmus des Kosmos, weil das Denksystem dadurch, daß es sich loslöst von der Subjektivität, untertaucht in die Rhythmen des Kosmos. Während also der Yogi durch die Zusammenkoppelung- wenn man sich so ausdrücken darf - seines Denksystems mit dem Atmungssystem in sich selber hineinkroch und sich identifizierte mit demjenigen, was das Geistig-Seelische im Menschen ausleben kann auf den Wogen des inneren Atmungsrhythmus, müssen wir uns heute mit unserem Denken in die Welt hinausergießen, uns an die Welt hingeben, um teilzunehmen an allen Rhythmen, welche durch die mineralische, durch die pflanzliche, durch die tierische, durch die menschliche Welt bis hinauf zu der Welt der Hierarchien gehen. Wir müssen uns einleben in den äußeren Rhythmus des Daseins. Dadurch aber, daß wir uns einleben in diesen äußeren Rhythmus des Daseins, werden wir auch zu Erkenntnissen kommen, die der Menschheit wiederum etwas geben über dasjenige, was den äußeren Naturerkenntnissen zugrunde liegt.

[ 11 ] Und aus den gestrigen Darstellungen kann Ihnen hervorgehen, wie die Menschheit allmählich zu Erkenntnissen kommen muß, die hervorgehen aus einer Befreiung zum Beispiel des ganzen Denksystems von dem Atmungsprozeß, weil dann das Denksystem sich hineinlebt — wie ich gestern auseinandergesetzt habe - in den äußeren Rhythmus des Kosmos, weil das Denksystem dadurch, daß es sich loslöst von der Subjektivität, untertaucht in die Rhythmen des Kosmos. Während also der Yogi durch die Zusammenkoppelung- wenn man sich so ausdrücken darf - seines Denksystems mit dem Atmungssystem in sich selber hineinkroch und sich identifizierte mit demjenigen, was das Geistig-Seelische im Menschen ausleben kann auf den Wogen des inneren Atmungsrhythmus, müssen wir uns heute mit unserem Denken in die Welt hinausergießen, uns an die Welt hingeben, um teilzunehmen an allen Rhythmen, welche durch die mineralische, durch die pflanzliche, durch die tierische, durch die menschliche Welt bis hinauf zu der Welt der Hierarchien gehen. Wir müssen uns einleben in den äußeren Rhythmus des Daseins. Dadurch aber, daß wir uns einleben in diesen äußeren Rhythmus des Daseins, werden wir auch zu Erkenntnissen kommen, die der Menschheit wiederum etwas geben über dasjenige, was den äußeren Naturerkenntnissen zugrunde liegt.

[ 12 ] Wir treiben heute Physik, Chemie, Biologie, und die Menschen bekommen durch Tausende und Abertausende populäre Darstellungen, die heute schon bis in das äußerste Dorf hinausgehen, Mitteilungen von dem, wie sich die Welt ausnimmt für die Sinnesbeobachtungen in Verbindung mit dem Intellekt. Aber es muß das Zeitalter beginnen, wo die Menschheit wiederum erkennen lernt, was hinter alledem steckt, was da durch äußere Beobachtung und durch den Intellekt gegeben werden kann.

[ 12 ] Wir treiben heute Physik, Chemie, Biologie, und die Menschen bekommen durch Tausende und Abertausende populäre Darstellungen, die heute schon bis in das äußerste Dorf hinausgehen, Mitteilungen von dem, wie sich die Welt ausnimmt für die Sinnesbeobachtungen in Verbindung mit dem Intellekt. Aber es muß das Zeitalter beginnen, wo die Menschheit wiederum erkennen lernt, was hinter alledem steckt, was da durch äußere Beobachtung und durch den Intellekt gegeben werden kann.

[ 13 ] Es ist gleichgültig, ob wir mit den Alten sprechen von den vier Elementen: Erde, Wasser, Feuer, Luft, oder ob wir mit den Neueren sprechen von den festen Körpem, von den flüssigen Körpern, von den luftförmigen Körpern und dem Wärmezustand, wenn wir ganz physikalisch reden wollen, es ist gleichgültig, welche Namen wir diesen Dingen geben für den Zweck, den wir heute verfolgen. Denn wenn heute geredet wird von der äußeren Welt, von dem Festen, dem Flüssigen, dem Luftförmigen, so redet man eben im Sinne der äußeren Stoffzusammensetzung, Stoffentmischung, Stofftrennung und so weiter. Aber festzuhalten ist, daß allem festen Irdischen ein elementarisch Geistiges zugrunde liegt. Es mag der heutige aufgeklärte Mensch lachen, wenn erinnert wird daran, daß eine ältere Menschheit in allem Erdigen Gnomenhaftes gefunden hat. Allein gerade wenn wir wiederum Erkenntnisse gewinnen auf dem Weg des Einlebens in den Rhythmus der Welt, nicht bloß in den logisch-abstrakten Gedankenzusammenhang, dann entdecken wir in dem Fest-Irdischen wiederum jene elementarischen Wesenheiten, welche in allem Festen enthalten sind. Diese elementarischen Wesenheiten, die in dem Festen, Erdigen enthalten sind, bei denen ist das hervorstechendste Element gerade die Klugheit, die Schlauheit, die Listigkeit, die einseitige Ausbildung des Intellekts. Man möchte sagen: Im Festen, Erdigen leben geistig-elementarische Wesenheiten, die gescheiter sind als die Menschen, viel gescheiter. Die im intellektualistischen Sinne gescheitesten Menschen sind nicht so gescheit wie diejenigen Wesen, welche als übersinnliche das feste Irdische, das feste Erdenreich bewohnen. Man möchte sagen: diese Wesen bestehen nur aus Gescheitheit. So wie der Mensch aus Fleisch und Blut besteht, so bestehen diese Wesen eben aus Gescheitheit, aus Übergescheitheit. Und diese Wesenheiten haben noch das Eigentümliche, daß bei ihnen vorzugsweise die Vielheit herrscht. Wenn man in der Lage ist, sagen wir, gerade ein geeignetes Erdenelement daraufhin zu prüfen, was da an solchen elementarischen Klugheitswesen drinnen läuft: man kann es wie einen Schwamm auspressen, möchte ich sagen, geistig-seelisch gemeint, dann kommen sie heraus, diese Wesen. Sie nehmen gar kein Ende. Eine ungeheure Fülle ist darin.

[ 13 ] Es ist gleichgültig, ob wir mit den Alten sprechen von den vier Elementen: Erde, Wasser, Feuer, Luft, oder ob wir mit den Neueren sprechen von den festen Körpem, von den flüssigen Körpern, von den luftförmigen Körpern und dem Wärmezustand, wenn wir ganz physikalisch reden wollen, es ist gleichgültig, welche Namen wir diesen Dingen geben für den Zweck, den wir heute verfolgen. Denn wenn heute geredet wird von der äußeren Welt, von dem Festen, dem Flüssigen, dem Luftförmigen, so redet man eben im Sinne der äußeren Stoffzusammensetzung, Stoffentmischung, Stofftrennung und so weiter. Aber festzuhalten ist, daß allem festen Irdischen ein elementarisch Geistiges zugrunde liegt. Es mag der heutige aufgeklärte Mensch lachen, wenn erinnert wird daran, daß eine ältere Menschheit in allem Erdigen Gnomenhaftes gefunden hat. Allein gerade wenn wir wiederum Erkenntnisse gewinnen auf dem Weg des Einlebens in den Rhythmus der Welt, nicht bloß in den logisch-abstrakten Gedankenzusammenhang, dann entdecken wir in dem Fest-Irdischen wiederum jene elementarischen Wesenheiten, welche in allem Festen enthalten sind. Diese elementarischen Wesenheiten, die in dem Festen, Erdigen enthalten sind, bei denen ist das hervorstechendste Element gerade die Klugheit, die Schlauheit, die Listigkeit, die einseitige Ausbildung des Intellekts. Man möchte sagen: Im Festen, Erdigen leben geistig-elementarische Wesenheiten, die gescheiter sind als die Menschen, viel gescheiter. Die im intellektualistischen Sinne gescheitesten Menschen sind nicht so gescheit wie diejenigen Wesen, welche als übersinnliche das feste Irdische, das feste Erdenreich bewohnen. Man möchte sagen: diese Wesen bestehen nur aus Gescheitheit. So wie der Mensch aus Fleisch und Blut besteht, so bestehen diese Wesen eben aus Gescheitheit, aus Übergescheitheit. Und diese Wesenheiten haben noch das Eigentümliche, daß bei ihnen vorzugsweise die Vielheit herrscht. Wenn man in der Lage ist, sagen wir, gerade ein geeignetes Erdenelement daraufhin zu prüfen, was da an solchen elementarischen Klugheitswesen drinnen läuft: man kann es wie einen Schwamm auspressen, möchte ich sagen, geistig-seelisch gemeint, dann kommen sie heraus, diese Wesen. Sie nehmen gar kein Ende. Eine ungeheure Fülle ist darin.

[ 14 ] Man möchte sagen, selbst mit dem Zählen wird es diesen Wesenheiten gegenüber, die in dem erdig-festen Elemente leben, etwas schwierig, denn zählt man diese gnomenhaften Wesen: eins, zwei, drei, vier, fünf - da merkt man, daß man eigentlich Kirschen und Eier mit eins, zwei, drei, vier, fünf zählen kann, aber diese Wesen, die lassen sich nicht so zählen. Denn hat man bis drei gezählt, dann sind es nicht mehr drei, dann sind es schon viel mehr als drei. So daß man mit dem Zählen, das man vom physischen Plane her kennenlernt, gegenüber diesen Wesenheiten gar nicht auskommt. Und wollte man gar die üblichen Rechnungsarten anwenden, dann würden einem diese Wesenheiten die sonderbarsten Schnippchen schlagen. Man würde zwei Wesenheiten auf der einen Seite, zwei Wesenheiten auf der anderen Seite nehmen und würde sagen: zwei mal zwei ist vier. Das wäre aber gar nicht wahr, denn diese Wesenheiten würden mittlerweile durch ihre Übergescheitheit sieben oder acht darstellen, so daß man würde sagen müssen: zwei mal zwei ist acht oder so etwas dergleichen.

[ 14 ] Man möchte sagen, selbst mit dem Zählen wird es diesen Wesenheiten gegenüber, die in dem erdig-festen Elemente leben, etwas schwierig, denn zählt man diese gnomenhaften Wesen: eins, zwei, drei, vier, fünf - da merkt man, daß man eigentlich Kirschen und Eier mit eins, zwei, drei, vier, fünf zählen kann, aber diese Wesen, die lassen sich nicht so zählen. Denn hat man bis drei gezählt, dann sind es nicht mehr drei, dann sind es schon viel mehr als drei. So daß man mit dem Zählen, das man vom physischen Plane her kennenlernt, gegenüber diesen Wesenheiten gar nicht auskommt. Und wollte man gar die üblichen Rechnungsarten anwenden, dann würden einem diese Wesenheiten die sonderbarsten Schnippchen schlagen. Man würde zwei Wesenheiten auf der einen Seite, zwei Wesenheiten auf der anderen Seite nehmen und würde sagen: zwei mal zwei ist vier. Das wäre aber gar nicht wahr, denn diese Wesenheiten würden mittlerweile durch ihre Übergescheitheit sieben oder acht darstellen, so daß man würde sagen müssen: zwei mal zwei ist acht oder so etwas dergleichen.

[ 15 ] Also es trotzen die Eigentümlichkeiten dieser Wesenheiten auch dem Zählen sogar. Das ist schon so, daß man sich eben durchaus damit bekanntmachen muß: Der Intellekt, wie er sich entwickelt hat in der Menschheit in der neueren Zeit, ist etwas sehr Schönes; aber diese Wesen, die überintelligent sind, die zeigen selbst dem Intellekte gegenüber noch eine gewisse Herrschaft. Sie beherrschen den Intellekt selbst da, wo er sich bloß im Zählen ergeht.

[ 15 ] Also es trotzen die Eigentümlichkeiten dieser Wesenheiten auch dem Zählen sogar. Das ist schon so, daß man sich eben durchaus damit bekanntmachen muß: Der Intellekt, wie er sich entwickelt hat in der Menschheit in der neueren Zeit, ist etwas sehr Schönes; aber diese Wesen, die überintelligent sind, die zeigen selbst dem Intellekte gegenüber noch eine gewisse Herrschaft. Sie beherrschen den Intellekt selbst da, wo er sich bloß im Zählen ergeht.

[ 16 ] Wenn wir dann zum flüssigen Elemente kommen, zum Wasser, dann haben diese Wesenheiten vorzugsweise dasjenige ausgebildet, was der Mensch in seinem Gefühl, in seiner Empfindung ausgebildet hat. Wir Menschen mit unserer Empfindung sind eigentlich sehr weit zurück gegenüber diesen Wesenheiten, die das wässerige, das flüssige Element bewohnen. Wir stellen uns hin; uns gefällt eine rote Rose. Wir haben ein gewisses Gefühl, wenn das Laub an den Bäumen rauscht. Aber diese Wesenheiten, die gehen mit allem Flüssigen in den Pflanzensäften, die in der Rose aufsteigen, bis zu der Rosenblüte, da erleben sie das Rot mit. In einer viel intimeren Weise machen sie gefühlsmäßig die Vorgänge der Welt mit. Wir stehen außerhalb der Dinge mit unserer Empfindung. Die aber stehen im Geschehen drinnen und machen das mit.

[ 16 ] Wenn wir dann zum flüssigen Elemente kommen, zum Wasser, dann haben diese Wesenheiten vorzugsweise dasjenige ausgebildet, was der Mensch in seinem Gefühl, in seiner Empfindung ausgebildet hat. Wir Menschen mit unserer Empfindung sind eigentlich sehr weit zurück gegenüber diesen Wesenheiten, die das wässerige, das flüssige Element bewohnen. Wir stellen uns hin; uns gefällt eine rote Rose. Wir haben ein gewisses Gefühl, wenn das Laub an den Bäumen rauscht. Aber diese Wesenheiten, die gehen mit allem Flüssigen in den Pflanzensäften, die in der Rose aufsteigen, bis zu der Rosenblüte, da erleben sie das Rot mit. In einer viel intimeren Weise machen sie gefühlsmäßig die Vorgänge der Welt mit. Wir stehen außerhalb der Dinge mit unserer Empfindung. Die aber stehen im Geschehen drinnen und machen das mit.

[ 17 ] Die Luftwesen sind vorzugsweise solche Wesen, welche zu einer höheren Fähigkeit ausgebildet haben, was wir in unserem Wollen haben. Es ist ja sehr schön, wenn der Chemiker ausfindig macht, welches das Atomgewicht des Wasserstoffes, des Sauerstoffes, des Stickstoffes ist, wie sich Wasserstoff und Sauerstoff verbinden, wie man sie wiederum analysiert, wie man das Wasser zum Beispiel analysiert oder den Chlorkalk oder dergleichen. Das ist alles sehr schön, aber hinter all dem leben eben geistig-elementarische Wesenheiten. Und aneignen wird sich der Mensch müssen eine Erkenntnis von den Eigentümlichkeiten gerade dieser elementarischen Welt. Denn in der Zeit, in der der Mensch den Intellekt ausgebildet hatte, da waren diese elementarischen Wesenheiten gewissermaßen ein wenig aufs Trockene gesetzt. Die Menschheit bildete, wie gesagt, seit dem ersten Drittel des 15. Jahrhunderts bis zu dem Ende des 19. Jahrhunderts den Intellekt aus, und indem innerhalb der menschlichen Kultur der Intellekt eine schöpferische Rolle spielte, konnten diese Wesenheiten nicht viel machen, die da in den Elementen leben. Dadurch, daß sich die Elementarwesen des Festen gewissermaßen zurückhalten mußten und den Intellekt den Menschen überlassen mußten, dadurch hielten diese Wesenheiten auch die anderen Elementarwesen, die Wesenheiten des Flüssigen und des Luftförmigen zurück. Aber jetzt, wenn die Menschheit in der Zeit, in der der Intellekt in die Dekadenz kommt und er kommt in die Dekadenz, wir leben schon in dem Zeitalter, wo der Verfall des Intellekts in der zivilisierten Welt beginnt —, wenn jetzt die Menschheit sich nicht öffnet der aus dem Geistigen hereinkommenden Strömung des Spirituellen, dann wird durch diese Stumpfheit der Menschheit gegenüber der spirituellen Strömung dasjenige entstehen können, was heute schon deutlich bemerkbar ist, daß diese elementarischen Wesenheiten eine Art Union schließen, sich zusammenschließen und sich unter die Führung der ja vorzugsweise intellektualistischen Macht, unter die Führung Ahrimans stellen.

[ 17 ] Die Luftwesen sind vorzugsweise solche Wesen, welche zu einer höheren Fähigkeit ausgebildet haben, was wir in unserem Wollen haben. Es ist ja sehr schön, wenn der Chemiker ausfindig macht, welches das Atomgewicht des Wasserstoffes, des Sauerstoffes, des Stickstoffes ist, wie sich Wasserstoff und Sauerstoff verbinden, wie man sie wiederum analysiert, wie man das Wasser zum Beispiel analysiert oder den Chlorkalk oder dergleichen. Das ist alles sehr schön, aber hinter all dem leben eben geistig-elementarische Wesenheiten. Und aneignen wird sich der Mensch müssen eine Erkenntnis von den Eigentümlichkeiten gerade dieser elementarischen Welt. Denn in der Zeit, in der der Mensch den Intellekt ausgebildet hatte, da waren diese elementarischen Wesenheiten gewissermaßen ein wenig aufs Trockene gesetzt. Die Menschheit bildete, wie gesagt, seit dem ersten Drittel des 15. Jahrhunderts bis zu dem Ende des 19. Jahrhunderts den Intellekt aus, und indem innerhalb der menschlichen Kultur der Intellekt eine schöpferische Rolle spielte, konnten diese Wesenheiten nicht viel machen, die da in den Elementen leben. Dadurch, daß sich die Elementarwesen des Festen gewissermaßen zurückhalten mußten und den Intellekt den Menschen überlassen mußten, dadurch hielten diese Wesenheiten auch die anderen Elementarwesen, die Wesenheiten des Flüssigen und des Luftförmigen zurück. Aber jetzt, wenn die Menschheit in der Zeit, in der der Intellekt in die Dekadenz kommt und er kommt in die Dekadenz, wir leben schon in dem Zeitalter, wo der Verfall des Intellekts in der zivilisierten Welt beginnt —, wenn jetzt die Menschheit sich nicht öffnet der aus dem Geistigen hereinkommenden Strömung des Spirituellen, dann wird durch diese Stumpfheit der Menschheit gegenüber der spirituellen Strömung dasjenige entstehen können, was heute schon deutlich bemerkbar ist, daß diese elementarischen Wesenheiten eine Art Union schließen, sich zusammenschließen und sich unter die Führung der ja vorzugsweise intellektualistischen Macht, unter die Führung Ahrimans stellen.

[ 18 ] Dann aber würde, wenn diese elementarischen Wesenheiten mit der deutlichen Absicht, sich gegen die menschliche Entwickelung zu stellen, sich in die Führung Ahrimans stellen würden, die Menschheit ihren Fortschritt nicht weiter entwickeln können. Dann würde es möglich sein, daß die ahrimanischen Mächte in Verbindung mit den elementarischen Wesenheiten der Elemente aus der Erde etwas ganz anderes machen, als wozu sie von vornherein bestimmt war. Die Erde würde nicht das werden, was ich in Anlehnung an die Saturn-, Sonnen-, Monden- und Erdenzeit in meiner «Geheimwissenschaft im Umriß» von der Erde ausgeführt habe. Denn die Erde wird dasjenige, was sie werden sollte nach den Absichten des Anfangs nur dann, wenn eben der Mensch seine Aufgabe in einem jeglichen Zeitalter in der richtigen Weise ergreift.

[ 18 ] Dann aber würde, wenn diese elementarischen Wesenheiten mit der deutlichen Absicht, sich gegen die menschliche Entwickelung zu stellen, sich in die Führung Ahrimans stellen würden, die Menschheit ihren Fortschritt nicht weiter entwickeln können. Dann würde es möglich sein, daß die ahrimanischen Mächte in Verbindung mit den elementarischen Wesenheiten der Elemente aus der Erde etwas ganz anderes machen, als wozu sie von vornherein bestimmt war. Die Erde würde nicht das werden, was ich in Anlehnung an die Saturn-, Sonnen-, Monden- und Erdenzeit in meiner «Geheimwissenschaft im Umriß» von der Erde ausgeführt habe. Denn die Erde wird dasjenige, was sie werden sollte nach den Absichten des Anfangs nur dann, wenn eben der Mensch seine Aufgabe in einem jeglichen Zeitalter in der richtigen Weise ergreift.

[ 19 ] Man kann heute schon wahrnehmen, wie die Dinge eigentlich sind. Sehen Sie, diejenigen, die heute schon ein gewisses Alter erreicht haben, die wissen, daß man in der früheren Zeit sich doch überall mit den anderen Menschen so unterhalten hat, daß man, wenn man wissen wollte, was in ihrem Inneren ist, sich das durch die gewöhnliche Sprache, durch den gewöhnlichen Sprachverkehr mitteilen ließ. Man rechnete eben darauf, daß der Verstand, der Intellekt da im Oberstübchen sitzt, und daß dasjenige, was im Oberstübchen sitzt, dann durch die Sprache dem anderen mitgeteilt wird.

[ 19 ] Man kann heute schon wahrnehmen, wie die Dinge eigentlich sind. Sehen Sie, diejenigen, die heute schon ein gewisses Alter erreicht haben, die wissen, daß man in der früheren Zeit sich doch überall mit den anderen Menschen so unterhalten hat, daß man, wenn man wissen wollte, was in ihrem Inneren ist, sich das durch die gewöhnliche Sprache, durch den gewöhnlichen Sprachverkehr mitteilen ließ. Man rechnete eben darauf, daß der Verstand, der Intellekt da im Oberstübchen sitzt, und daß dasjenige, was im Oberstübchen sitzt, dann durch die Sprache dem anderen mitgeteilt wird.

[ 20 ] Heute gibt es schon Leute, welche gar nicht mehr voraussetzen, daß bei manchen ihrer Zeitgenossen der Verstand da im Oberstübchen ist, sondern sie nehmen schon an, daß der Verstand tiefer hinuntergerutscht ist, und dann analysieren sie, statt daß sie sich von ihnen erzählen lassen. Das ist schon, nur eben aus einer mißverständlichen Ecke heraus, ich möchte sagen, ein Zugeben, daß der Verstand etwas hinuntergerutscht ist, wenn man die Leute, statt sie reden zu lassen, psychoanalysiert. Denn psychoanalysieren muß man eben dasjenige, was schon hinuntergerutscht ist in die tieferen Regionen der Menschennatur. Da will man es wieder heraufheben, weil man annimmt, daß es hinuntergerutscht ist. Und in diesem Zeitalter des Verfalls des Intellekts, da ist es auch schon so, daß die Menschen es eigentlich gar nicht mehr lieben, wenigstens es beginnen einzelne es gar nicht mehr zu lieben, daß man sich an ihren Intellekt wendet. Sie lassen sich gern analysieren, weil sie mit ihrem Kopf nicht teilnehmen wollen an demjenigen, was ihre Seele eigentlich äußert.

[ 20 ] Heute gibt es schon Leute, welche gar nicht mehr voraussetzen, daß bei manchen ihrer Zeitgenossen der Verstand da im Oberstübchen ist, sondern sie nehmen schon an, daß der Verstand tiefer hinuntergerutscht ist, und dann analysieren sie, statt daß sie sich von ihnen erzählen lassen. Das ist schon, nur eben aus einer mißverständlichen Ecke heraus, ich möchte sagen, ein Zugeben, daß der Verstand etwas hinuntergerutscht ist, wenn man die Leute, statt sie reden zu lassen, psychoanalysiert. Denn psychoanalysieren muß man eben dasjenige, was schon hinuntergerutscht ist in die tieferen Regionen der Menschennatur. Da will man es wieder heraufheben, weil man annimmt, daß es hinuntergerutscht ist. Und in diesem Zeitalter des Verfalls des Intellekts, da ist es auch schon so, daß die Menschen es eigentlich gar nicht mehr lieben, wenigstens es beginnen einzelne es gar nicht mehr zu lieben, daß man sich an ihren Intellekt wendet. Sie lassen sich gern analysieren, weil sie mit ihrem Kopf nicht teilnehmen wollen an demjenigen, was ihre Seele eigentlich äußert.

[ 21 ] Diese Dinge nur so zu betrachten, daß man sich, ich möchte sagen, äußerlich, oberflächlich zu ihnen stellt, das führt zu gar nichts. Es kommt nicht viel dabei heraus, wenn diese Dinge äußerlich, oberflächlich betrachtet werden. Man muß sie so betrachten, wie wir das eben jetzt getan haben, daß man sie in den ganzen Weltenzusammenhang hineinstellt. Nur dann werden sie einem klar. Die Psychoanalyse mag ja manches Gute haben von dem Standpunkte, den ich auch gestern auseinandersetzte. Man will gewisse Dinge, die früher die Menschen als selbstverständlich hingenommen haben, nicht mehr hinnehmen, also läßt man sich kurieren. Und so viele Kuren sind schon gar nicht mehr zu erfinden, wie der Mensch heute braucht. Also da die äußeren materiellen Kuren nicht mehr ausreichen, erfindet man psychische Kuren, nicht wahr! Aber all das muß eben in einem größeren Zusammenhang betrachtet werden.

[ 21 ] Diese Dinge nur so zu betrachten, daß man sich, ich möchte sagen, äußerlich, oberflächlich zu ihnen stellt, das führt zu gar nichts. Es kommt nicht viel dabei heraus, wenn diese Dinge äußerlich, oberflächlich betrachtet werden. Man muß sie so betrachten, wie wir das eben jetzt getan haben, daß man sie in den ganzen Weltenzusammenhang hineinstellt. Nur dann werden sie einem klar. Die Psychoanalyse mag ja manches Gute haben von dem Standpunkte, den ich auch gestern auseinandersetzte. Man will gewisse Dinge, die früher die Menschen als selbstverständlich hingenommen haben, nicht mehr hinnehmen, also läßt man sich kurieren. Und so viele Kuren sind schon gar nicht mehr zu erfinden, wie der Mensch heute braucht. Also da die äußeren materiellen Kuren nicht mehr ausreichen, erfindet man psychische Kuren, nicht wahr! Aber all das muß eben in einem größeren Zusammenhang betrachtet werden.

[ 22 ] Äußerlich betrachtet, braucht man gar nicht aufzukommen gegen all die guten Gründe, gegen all das Bestechende, was die Psychoanalytiker haben. Das ist nicht schwer einzusehen, selbst nicht schwer einzusehen vor einer berechtigten größeren Weltenbetrachtung, die man heute noch so sehr flieht, vor der Weltenbetrachtung, die dazu führt, anzuerkennen, daß eine spirituelle Strömung heute in unserer gegenwärtigen Zivilisation hereinwill, um sich an die Stelle des in den Verfall kommenden Verstandes, des in den Verfall kommenden Intellektes zu setzen.

[ 22 ] Äußerlich betrachtet, braucht man gar nicht aufzukommen gegen all die guten Gründe, gegen all das Bestechende, was die Psychoanalytiker haben. Das ist nicht schwer einzusehen, selbst nicht schwer einzusehen vor einer berechtigten größeren Weltenbetrachtung, die man heute noch so sehr flieht, vor der Weltenbetrachtung, die dazu führt, anzuerkennen, daß eine spirituelle Strömung heute in unserer gegenwärtigen Zivilisation hereinwill, um sich an die Stelle des in den Verfall kommenden Verstandes, des in den Verfall kommenden Intellektes zu setzen.

[ 23 ] Dieses einzusehen, das ist dasjenige, was heute eigentlich Aufgabe der Menschheit wäre und was die Menschen heute in einer gewissen Weise durchaus fliehen. Aber erst da enthüllt sich eben das, um was es sich bei solchen Dingen handelt, deren äußere Berechtigung man gerade im Zeitalter des verfallenden Verstandes sehr leicht beweisen kann. Man wird nach und nach sehr vieles beweisen können, weil eben der Intellekt in den Verfall kommt und der verfallende Intellekt nach und nach außerordentlich vieles wird als berechtigt erweisen können. Dasjenige aber, was wirklich berechtigt ist, das wird man immer mehr und mehr nur einsehen können aus denjenigen Erkenntnissen heraus, die durch Spiritualität zu der Menschheit kommen.

[ 23 ] Dieses einzusehen, das ist dasjenige, was heute eigentlich Aufgabe der Menschheit wäre und was die Menschen heute in einer gewissen Weise durchaus fliehen. Aber erst da enthüllt sich eben das, um was es sich bei solchen Dingen handelt, deren äußere Berechtigung man gerade im Zeitalter des verfallenden Verstandes sehr leicht beweisen kann. Man wird nach und nach sehr vieles beweisen können, weil eben der Intellekt in den Verfall kommt und der verfallende Intellekt nach und nach außerordentlich vieles wird als berechtigt erweisen können. Dasjenige aber, was wirklich berechtigt ist, das wird man immer mehr und mehr nur einsehen können aus denjenigen Erkenntnissen heraus, die durch Spiritualität zu der Menschheit kommen.

[ 24 ] Sehen Sie, das ist die eine Seite, durch die wir hingewiesen werden können auf dasjenige, was in der Erdenzukunft der Menschheitsentwickelung droht. Auf der anderen Seite müssen wir auch darauf hinweisen, daß ebenso wie die niedrigen Elemente, Erde, Wasser, Luft, so auch die höheren Elemente, die ätherischen Elemente, Licht, der chemische Äther, der Lebensäther, gewissermaßen bewohnt sind von elementarischen Wesenheiten. Nur unterscheiden sich diese elementarischen Wesenheiten sehr stark von den Elementarwesenheiten der niederen Elemente. Die Wesenheiten des Lichtes, aber namentlich die Wesenheiten des Lebens, die streben nun nicht nach der Vielheit. Am stärksten streben nach der Vielheit eben die Wesenheiten des erdigen Elementes. Die Wesenheiten der ätherischen Elemente, die streben nach der Einheit. Man kann sie gar nicht eigentlich so richtig voneinander unterscheiden. Die Individualitäten sind da nicht ausgeprägt. Diese Wesenheiten streben das eine in das andere hinein, sich zu verbinden.

[ 24 ] Sehen Sie, das ist die eine Seite, durch die wir hingewiesen werden können auf dasjenige, was in der Erdenzukunft der Menschheitsentwickelung droht. Auf der anderen Seite müssen wir auch darauf hinweisen, daß ebenso wie die niedrigen Elemente, Erde, Wasser, Luft, so auch die höheren Elemente, die ätherischen Elemente, Licht, der chemische Äther, der Lebensäther, gewissermaßen bewohnt sind von elementarischen Wesenheiten. Nur unterscheiden sich diese elementarischen Wesenheiten sehr stark von den Elementarwesenheiten der niederen Elemente. Die Wesenheiten des Lichtes, aber namentlich die Wesenheiten des Lebens, die streben nun nicht nach der Vielheit. Am stärksten streben nach der Vielheit eben die Wesenheiten des erdigen Elementes. Die Wesenheiten der ätherischen Elemente, die streben nach der Einheit. Man kann sie gar nicht eigentlich so richtig voneinander unterscheiden. Die Individualitäten sind da nicht ausgeprägt. Diese Wesenheiten streben das eine in das andere hinein, sich zu verbinden.

[ 25 ] Eine ältere Einweihungskraft eben gewisser Eingeweihter oder Initnierter, von denen dann die tieferen Lehren des Alten Testamentes herrühren, die hat die Erkenntnis vorzugsweise nach diesen ätherischen Elementen hingewendet. Und nach diesem Zusammenstreben der ätherischen Elemente in das eine bildete sich der Eindruck, der dann im Monotheismus, in dem strengen Monotheismus des Judentums sich auslebte.

[ 25 ] Eine ältere Einweihungskraft eben gewisser Eingeweihter oder Initnierter, von denen dann die tieferen Lehren des Alten Testamentes herrühren, die hat die Erkenntnis vorzugsweise nach diesen ätherischen Elementen hingewendet. Und nach diesem Zusammenstreben der ätherischen Elemente in das eine bildete sich der Eindruck, der dann im Monotheismus, in dem strengen Monotheismus des Judentums sich auslebte.

[ 26 ] Diese Jahve-Religion ist ja zunächst vorzugsweise durch die geistige Anschauung der Ätherregionen entstanden. Aber in den Ätherregionen leben geistige Wesenheiten, die nun nicht so auseinanderstreben, viele Individualitäten werden wollen, sondern die ineinander verschwinden, verwachsen wollen, die zur Einheit sich bilden wollen.

[ 26 ] Diese Jahve-Religion ist ja zunächst vorzugsweise durch die geistige Anschauung der Ätherregionen entstanden. Aber in den Ätherregionen leben geistige Wesenheiten, die nun nicht so auseinanderstreben, viele Individualitäten werden wollen, sondern die ineinander verschwinden, verwachsen wollen, die zur Einheit sich bilden wollen.

[ 27 ] Nun, wenn diese Wesenheiten wiederum unbeachtet gelassen werden von den Menschen, wenn die Menschen sich nicht zur Spiritualität hinwenden und sich sagen: Da oben ist nicht nur die Sonne, sondern mit Sonnenwärme und Sonnenlicht dringen aus dem Äther Wesenheiten auf die Erde herunter -, wenn die Menschen eben beim äußeren Erfassen des Materiellen stehenbleiben, dann finden diese Wesenheiten die Möglichkeit, sich mit dem Luziferischen zu verbinden. So daß, wenn die Menschheit nicht erfaßt auf der einen Seite die Gefahr, die von dem Ahrimanischen droht durch die Verbindung des Ahrimanischen mit denjenigen Wesenheiten, die in den niederen Elementen leben, und diejenige Gefahr, die von dem Luziferischen droht durch die Verbindung des Luziferischen mit dem Einheitsstreben der ätherischen Elemente, dann würde die Möglichkeit bestehen, daß in der Erdenzukunft aus der Erde etwas ganz anderes würde, als nach den Anfangsabsichten aus der Erde eigentlich werden soll.

[ 27 ] Nun, wenn diese Wesenheiten wiederum unbeachtet gelassen werden von den Menschen, wenn die Menschen sich nicht zur Spiritualität hinwenden und sich sagen: Da oben ist nicht nur die Sonne, sondern mit Sonnenwärme und Sonnenlicht dringen aus dem Äther Wesenheiten auf die Erde herunter -, wenn die Menschen eben beim äußeren Erfassen des Materiellen stehenbleiben, dann finden diese Wesenheiten die Möglichkeit, sich mit dem Luziferischen zu verbinden. So daß, wenn die Menschheit nicht erfaßt auf der einen Seite die Gefahr, die von dem Ahrimanischen droht durch die Verbindung des Ahrimanischen mit denjenigen Wesenheiten, die in den niederen Elementen leben, und diejenige Gefahr, die von dem Luziferischen droht durch die Verbindung des Luziferischen mit dem Einheitsstreben der ätherischen Elemente, dann würde die Möglichkeit bestehen, daß in der Erdenzukunft aus der Erde etwas ganz anderes würde, als nach den Anfangsabsichten aus der Erde eigentlich werden soll.

[ 28 ] Man kann gar nicht genug, meine lieben Freunde, immer wieder und wieder darauf hinweisen, daß Erfassung des Spirituellen ein Erdenmenschheitsschicksal bedeutet, daß tatsächlich mit der Erde etwas anderes geschehen würde, als geschehen soll, wenn sich die Menschen nicht zu dem Spirituellen herbeilassen. Denn es ist eben schon so, daß wir um uns herum haben die Welt des Materiellen. Aber so sehr wir auch heute mit unserer entwickelten Chemie und Physik diese Welt des Materiellen untersuchen, wir untersuchen ja da doch nur dasjenige, was mit dem Erdendasein vergehen soll. Was hat denn eigentlich diese ganze Chemie, diese ganze Physik für einen Wert anders als bis zum Ende des Erdendaseins? Denn bis zum Ende des Erdendaseins sollen die mineralisch zerstäubten Stoffe eben sich in der Welt auflösen, und nur das Pflanzliche, Tierische, Menschliche soll in das Jupiterdasein hinübergehen. Also all dasjenige, was man gerade mit den so großartigen, gewaltigen heutigen Wissenschaften erlangt, das bezieht sich nur auf ein Vergängliches. Die Menschheit braucht aber eine Erkenntnis, die sich nicht auf dieses Irdisch-Vergängliche bezieht, sondern die zu tun hat mit dem, was hinausgeht über das Irdisch-Vergängliche.

[ 28 ] Man kann gar nicht genug, meine lieben Freunde, immer wieder und wieder darauf hinweisen, daß Erfassung des Spirituellen ein Erdenmenschheitsschicksal bedeutet, daß tatsächlich mit der Erde etwas anderes geschehen würde, als geschehen soll, wenn sich die Menschen nicht zu dem Spirituellen herbeilassen. Denn es ist eben schon so, daß wir um uns herum haben die Welt des Materiellen. Aber so sehr wir auch heute mit unserer entwickelten Chemie und Physik diese Welt des Materiellen untersuchen, wir untersuchen ja da doch nur dasjenige, was mit dem Erdendasein vergehen soll. Was hat denn eigentlich diese ganze Chemie, diese ganze Physik für einen Wert anders als bis zum Ende des Erdendaseins? Denn bis zum Ende des Erdendaseins sollen die mineralisch zerstäubten Stoffe eben sich in der Welt auflösen, und nur das Pflanzliche, Tierische, Menschliche soll in das Jupiterdasein hinübergehen. Also all dasjenige, was man gerade mit den so großartigen, gewaltigen heutigen Wissenschaften erlangt, das bezieht sich nur auf ein Vergängliches. Die Menschheit braucht aber eine Erkenntnis, die sich nicht auf dieses Irdisch-Vergängliche bezieht, sondern die zu tun hat mit dem, was hinausgeht über das Irdisch-Vergängliche.

[ 29 ] Man mag noch so sehr, wie gesagt, heute die Atomgewichte der einzelnen Elemente untersuchen, man mag chemische Formeln aufstellen, physikalische Gesetze - die beschäftigen sich ja nur mit dem jenigen, was für das Erdendasein eine vergängliche Bedeutung hat. Hinauswachsen muß der Mensch über dieses Erdendasein durch die Erkenntnis von solchem, wie ich es eben jetzt auseinandergesetzt habe. Das ist eine außerordentlich wichtige und wesentliche Sache.

[ 29 ] Man mag noch so sehr, wie gesagt, heute die Atomgewichte der einzelnen Elemente untersuchen, man mag chemische Formeln aufstellen, physikalische Gesetze - die beschäftigen sich ja nur mit dem jenigen, was für das Erdendasein eine vergängliche Bedeutung hat. Hinauswachsen muß der Mensch über dieses Erdendasein durch die Erkenntnis von solchem, wie ich es eben jetzt auseinandergesetzt habe. Das ist eine außerordentlich wichtige und wesentliche Sache.

[ 30 ] Wenn man in vollem Ernste auf so bedeutsame Dinge hinblickt, wie wir sie jetzt, ich möchte sagen als Ergebnis herausgeholt haben aus den gestrigen und vorgestrigen Betrachtungen, dann möchte man auch wiederum schauen auf die anthroposophische Bewegung, die sich ja bemüht, der Tatsache Rechnung zu tragen, daß das spirituelle Leben auf die Erde hereinwill. Man möchte auch wiederum auf die anthroposophische Bewegung selbst zu sprechen kommen, und deshalb gestatten Sie mir, ein paar Worte über diese anthroposophische Bewegung jetzt zu sprechen.

[ 30 ] Wenn man in vollem Ernste auf so bedeutsame Dinge hinblickt, wie wir sie jetzt, ich möchte sagen als Ergebnis herausgeholt haben aus den gestrigen und vorgestrigen Betrachtungen, dann möchte man auch wiederum schauen auf die anthroposophische Bewegung, die sich ja bemüht, der Tatsache Rechnung zu tragen, daß das spirituelle Leben auf die Erde hereinwill. Man möchte auch wiederum auf die anthroposophische Bewegung selbst zu sprechen kommen, und deshalb gestatten Sie mir, ein paar Worte über diese anthroposophische Bewegung jetzt zu sprechen.

[ 31 ] Sie bekommen ja schon manchmal den Eindruck bei dem, was heute in der anthroposophischen Bewegung geschieht, daß es in ihr ganz anders zugeht, als es vor Jahren zugegangen ist. Die ganze anthroposophische Bewegung ging ja eigentlich hervor mehr aus einer esoterischen Vertiefung in die spirituelle Welt. Und als vor zwanzig Jahren begonnen wurde mit der Anthroposophie, damals innerhalb der Theosophischen Gesellschaft, da wuchs eigentlich alles dasjenige, was in kleineren Kreisen getrieben wurde, vorgetragen wurde, vorgebracht wurde, aber auch dasjenige, was aus den kleineren Kreisen hinausgetragen wurde in die Öffentlichkeit, da wuchs eigentlich alles hervor aus esoterischen Untergründen. Und welcher Art diese esoterischen Untergründe waren, das kann heute empfunden werden bei einer Veröffentlichung wie zum Beispiel der meines Zyklus «Der Orient im Lichte des Okzident» in der «Drei», wo dieser Zyklus aus dem Jahre 1909 gedruckt worden ist; man fühlt in diesem Zyklus überall den esoterischen Impuls.

[ 31 ] Sie bekommen ja schon manchmal den Eindruck bei dem, was heute in der anthroposophischen Bewegung geschieht, daß es in ihr ganz anders zugeht, als es vor Jahren zugegangen ist. Die ganze anthroposophische Bewegung ging ja eigentlich hervor mehr aus einer esoterischen Vertiefung in die spirituelle Welt. Und als vor zwanzig Jahren begonnen wurde mit der Anthroposophie, damals innerhalb der Theosophischen Gesellschaft, da wuchs eigentlich alles dasjenige, was in kleineren Kreisen getrieben wurde, vorgetragen wurde, vorgebracht wurde, aber auch dasjenige, was aus den kleineren Kreisen hinausgetragen wurde in die Öffentlichkeit, da wuchs eigentlich alles hervor aus esoterischen Untergründen. Und welcher Art diese esoterischen Untergründe waren, das kann heute empfunden werden bei einer Veröffentlichung wie zum Beispiel der meines Zyklus «Der Orient im Lichte des Okzident» in der «Drei», wo dieser Zyklus aus dem Jahre 1909 gedruckt worden ist; man fühlt in diesem Zyklus überall den esoterischen Impuls.

[ 32 ] Nun, meine lieben Freunde, manches ältere Mitglied sieht ja mit einer gewissen Unbefriedigtheit nach den älteren Zeiten der anthroposophischen Bewegung zurück, weil es glaubt, daß heute diese esoterische Strömung nicht mehr andauert - eigentlich nicht mit Recht, denn mehr Esoterisches, als in diesen drei Tagen vorgebracht worden ist, kann ja eigentlich kaum vorgebracht werden in der Gegenwart. Also man kann nicht sagen, daß das Esoterische aufgehört habe getrieben zu werden in unseren engeren Kreisen, namentlich hier in Dornach, und es fließt dieses Esoterische ja auch durch die öffentlichen Vorträge. Aber das Zurückblicken der älteren Mitglieder geschieht eigentlich nicht aus dem Grunde, weil das Esoterische gar nicht mehr da wäre, weil es nicht hineinfließt in dasjenige, was geboten wird, sondern es geschieht, weil man heute eben auch noch anderes findet.

[ 32 ] Nun, meine lieben Freunde, manches ältere Mitglied sieht ja mit einer gewissen Unbefriedigtheit nach den älteren Zeiten der anthroposophischen Bewegung zurück, weil es glaubt, daß heute diese esoterische Strömung nicht mehr andauert - eigentlich nicht mit Recht, denn mehr Esoterisches, als in diesen drei Tagen vorgebracht worden ist, kann ja eigentlich kaum vorgebracht werden in der Gegenwart. Also man kann nicht sagen, daß das Esoterische aufgehört habe getrieben zu werden in unseren engeren Kreisen, namentlich hier in Dornach, und es fließt dieses Esoterische ja auch durch die öffentlichen Vorträge. Aber das Zurückblicken der älteren Mitglieder geschieht eigentlich nicht aus dem Grunde, weil das Esoterische gar nicht mehr da wäre, weil es nicht hineinfließt in dasjenige, was geboten wird, sondern es geschieht, weil man heute eben auch noch anderes findet.

[ 33 ] Man findet, daß da jetzt abgehalten werden Hochschulkurse und Kongresse. Hochschulkurse sind ja schon eine ganze Reihe abgehalten worden in Dornach und in anderen Städten - Dornach ist keine Stadt -, in Dornach und an anderen Orten. Ein Kongreß ist abgehalten worden in Stuttgart, und jetzt stehen wir vor einem Wiener Kongreß. Nun, da bemerken unsere älteren Mitglieder, daß da auf diesen Hochschulkursen, auf diesen Kongressen ein anderer Ton herrscht, in einer anderen Weise Anthroposophie behandelt wird, [als sie es gewohnt sind], daß da Anthroposophie behandelt wird mit einem gewissen wissenschaftlichen Charakter. Einige der älteren Mitglieder sind darüber böse und sagen: Das interessiert uns ja eigentlich gar nicht. Da werden logische Kletterkünste gemacht, eins aus dem anderen entwickelt nach dem Muster, wie es heute in der Wissenschaft geschieht. Wir haben uns daran gewöhnt, uns in großen Sprüngen durch inneres Verständnis der geistigen Welt zu nähern; wir finden die Möglichkeit, aus einem gewissen inneren Verständnis heraus uns der geistigen Welt zu nähern. Und nun kommt man und redet aus chemischen, aus physikalischen Grundlagen heraus, in der neueren Zeit sogar schon aus mathematischen Formeln heraus, man redet, eins an das andere reihend, so wie es nun eben in der heutigen Wissenschaft üblich ist, nur eben, daß man anthroposophisch redet und zeigt, wie Anthroposophie sich durchaus nicht zu scheuen braucht, vollgültig in wissenschaftlichen Kreisen aufzutreten. Das interessiert uns nicht, — sagen die älteren Mitglieder heute.

[ 33 ] Man findet, daß da jetzt abgehalten werden Hochschulkurse und Kongresse. Hochschulkurse sind ja schon eine ganze Reihe abgehalten worden in Dornach und in anderen Städten - Dornach ist keine Stadt -, in Dornach und an anderen Orten. Ein Kongreß ist abgehalten worden in Stuttgart, und jetzt stehen wir vor einem Wiener Kongreß. Nun, da bemerken unsere älteren Mitglieder, daß da auf diesen Hochschulkursen, auf diesen Kongressen ein anderer Ton herrscht, in einer anderen Weise Anthroposophie behandelt wird, [als sie es gewohnt sind], daß da Anthroposophie behandelt wird mit einem gewissen wissenschaftlichen Charakter. Einige der älteren Mitglieder sind darüber böse und sagen: Das interessiert uns ja eigentlich gar nicht. Da werden logische Kletterkünste gemacht, eins aus dem anderen entwickelt nach dem Muster, wie es heute in der Wissenschaft geschieht. Wir haben uns daran gewöhnt, uns in großen Sprüngen durch inneres Verständnis der geistigen Welt zu nähern; wir finden die Möglichkeit, aus einem gewissen inneren Verständnis heraus uns der geistigen Welt zu nähern. Und nun kommt man und redet aus chemischen, aus physikalischen Grundlagen heraus, in der neueren Zeit sogar schon aus mathematischen Formeln heraus, man redet, eins an das andere reihend, so wie es nun eben in der heutigen Wissenschaft üblich ist, nur eben, daß man anthroposophisch redet und zeigt, wie Anthroposophie sich durchaus nicht zu scheuen braucht, vollgültig in wissenschaftlichen Kreisen aufzutreten. Das interessiert uns nicht, — sagen die älteren Mitglieder heute.

[ 34 ] Ja, meine lieben Freunde, mit diesem Nicht-Interessiertsein hat es so eine eigentümliche Bewandtnis. Es ist ja eigentlich diese zweite Strömung des anthroposophischen Lebens von uns nicht gesucht worden, sondern sie ist an uns herangekommen. Anthroposophie hat heute ja eine so verbreitete Literatur, daß heute schon viel mehr Leute in der Welt Anthroposophie kennen, als man denkt. Sie wagen sich nur nicht hervor. Aber es ist immerhin doch eine Seltenheit, daß solch ein Buch wie meine «Geheimwissenschaft im Umriß», das schwer zu lesen ist - es sollte ja schwer zu lesen sein! -, das gar nicht so abgefaßt ist, daß es sich in liebenswürdiger Weise in die Seele stiehlt — Reiseliteratur ist es ja nicht gerade -, daß das seit dem Jahre 1909 bis jetzt fünfzehn Auflagen erlebt hat, die nun vergriffen sind. Also, Anthroposophie kam hinaus in die Welt, und da war es selbstverständlich, daß sie auch wissenschaftlich oder pseudowissenschaftlich geschulten Menschen bekannt wurde. Und man stand eben eines Tages davor, sich sagen zu müssen: Die anderen Leute ziehen Anthroposophie in den gegenwärtigen wissenschaftlichen Betrieb hinein. — Das war ja keine Sache der Wahl. Es war ja durchaus so, daß man eines Tages vor der vollendeten Tatsache stand. Anthroposophie wurde, wenn auch heute nur höchst unzulänglich noch, wissenschaftlich geprüft, wissenschaftlich abgekanzelt, wissenschaftlich kritisiert, wurde vor der Wissenschaft zur Verantwortung gezogen. Da ist es nun wiederum auf der anderen Seite natürlich gewesen, daß eine Anzahl der jüngeren Freunde einen anderen Weg einschlugen als ältere Wissenschaftler unserer Bewegung.

[ 34 ] Ja, meine lieben Freunde, mit diesem Nicht-Interessiertsein hat es so eine eigentümliche Bewandtnis. Es ist ja eigentlich diese zweite Strömung des anthroposophischen Lebens von uns nicht gesucht worden, sondern sie ist an uns herangekommen. Anthroposophie hat heute ja eine so verbreitete Literatur, daß heute schon viel mehr Leute in der Welt Anthroposophie kennen, als man denkt. Sie wagen sich nur nicht hervor. Aber es ist immerhin doch eine Seltenheit, daß solch ein Buch wie meine «Geheimwissenschaft im Umriß», das schwer zu lesen ist - es sollte ja schwer zu lesen sein! -, das gar nicht so abgefaßt ist, daß es sich in liebenswürdiger Weise in die Seele stiehlt — Reiseliteratur ist es ja nicht gerade -, daß das seit dem Jahre 1909 bis jetzt fünfzehn Auflagen erlebt hat, die nun vergriffen sind. Also, Anthroposophie kam hinaus in die Welt, und da war es selbstverständlich, daß sie auch wissenschaftlich oder pseudowissenschaftlich geschulten Menschen bekannt wurde. Und man stand eben eines Tages davor, sich sagen zu müssen: Die anderen Leute ziehen Anthroposophie in den gegenwärtigen wissenschaftlichen Betrieb hinein. — Das war ja keine Sache der Wahl. Es war ja durchaus so, daß man eines Tages vor der vollendeten Tatsache stand. Anthroposophie wurde, wenn auch heute nur höchst unzulänglich noch, wissenschaftlich geprüft, wissenschaftlich abgekanzelt, wissenschaftlich kritisiert, wurde vor der Wissenschaft zur Verantwortung gezogen. Da ist es nun wiederum auf der anderen Seite natürlich gewesen, daß eine Anzahl der jüngeren Freunde einen anderen Weg einschlugen als ältere Wissenschaftler unserer Bewegung.

[ 35 ] Ich habe ja vielleicht hier schon erzählt von einem älteren Wissenschaftler, mit dem ein anthroposophisches Gespräch vor Jahren einmal geradezu zum Verzweifeln war. Der Betreffende ist ein außerordentlich gelehrter Botaniker. Nun, ich war so naiv oder meinte, ich müßte mich aus gewissen Gründen heraus so naiv geben, ich dachte: mit dem Herrn wird sich über Anthroposophie am besten sprechen lassen, wenn man an die Botanik anknüpft. Ich sprach also aus der Wesenheit der Pflanze heraus, aus der Wesenheit des Blühens, aus der Wesenheit des Keimens mit dem betreffenden Gelehrten so, daß dann diese einzelnen Dinge nach der Anthroposophie hintendierten. Es fiel ihm gar nicht ein, sich dafür zu interessieren. Dagegen war er interessiert - und er war darin auch sehr bewandert - an allen Darstellungen, die aus der Theosophischen Gesellschaft kamen, über Ätherleib, Astralleib und so weiter. Um Gottes Willen, dachte er sich, ich muß Botanik vortragen und im Botanischen Kabinett meinen Universitätsstudenten die Pflanzen auseinandersetzen; ja, wenn mir da Anthroposophie hineinspielt, das wird eine fatale Geschichte. Das geht da nicht, das muß reinlich davor geschützt werden; da muß ich ein anständiger Professor sein, der sich nicht so wesentlich von den anderen unterscheidet. — Daher interessierte ihn das gar nicht, wie ich etwa auf die Pflanzen zu sprechen kommen konnte vom anthroposophischen Standpunkte aus, obwohl er ja Botaniker ist. Ja, man mußte ganz abgesondert vom Ätherleib und vom Astralleib und nach seiner Ansicht am liebsten von Kama-Manas und Budhi-Manas und so weiter sprechen, und von Rassen und Runden konnte man schon mit ihm reden, denn dahin langt’s nicht mit der sogenannten empirischen Forschung.

[ 35 ] Ich habe ja vielleicht hier schon erzählt von einem älteren Wissenschaftler, mit dem ein anthroposophisches Gespräch vor Jahren einmal geradezu zum Verzweifeln war. Der Betreffende ist ein außerordentlich gelehrter Botaniker. Nun, ich war so naiv oder meinte, ich müßte mich aus gewissen Gründen heraus so naiv geben, ich dachte: mit dem Herrn wird sich über Anthroposophie am besten sprechen lassen, wenn man an die Botanik anknüpft. Ich sprach also aus der Wesenheit der Pflanze heraus, aus der Wesenheit des Blühens, aus der Wesenheit des Keimens mit dem betreffenden Gelehrten so, daß dann diese einzelnen Dinge nach der Anthroposophie hintendierten. Es fiel ihm gar nicht ein, sich dafür zu interessieren. Dagegen war er interessiert - und er war darin auch sehr bewandert - an allen Darstellungen, die aus der Theosophischen Gesellschaft kamen, über Ätherleib, Astralleib und so weiter. Um Gottes Willen, dachte er sich, ich muß Botanik vortragen und im Botanischen Kabinett meinen Universitätsstudenten die Pflanzen auseinandersetzen; ja, wenn mir da Anthroposophie hineinspielt, das wird eine fatale Geschichte. Das geht da nicht, das muß reinlich davor geschützt werden; da muß ich ein anständiger Professor sein, der sich nicht so wesentlich von den anderen unterscheidet. — Daher interessierte ihn das gar nicht, wie ich etwa auf die Pflanzen zu sprechen kommen konnte vom anthroposophischen Standpunkte aus, obwohl er ja Botaniker ist. Ja, man mußte ganz abgesondert vom Ätherleib und vom Astralleib und nach seiner Ansicht am liebsten von Kama-Manas und Budhi-Manas und so weiter sprechen, und von Rassen und Runden konnte man schon mit ihm reden, denn dahin langt’s nicht mit der sogenannten empirischen Forschung.

[ 36 ] Ja, sehen Sie, die gelehrten Leute älteren Kalibers, die interessierten sich wenig für eine Durchdringung ihrer Wissenschaft mit Anthroposophie. So kamen denn jüngere Freunde allmählich heran, die aber aus einem innerlich zusammenhängenderen Seelenwesen eben die Notwendigkeit empfanden, sich auch mit ihrer Wissenschaft anthroposophisch auseinanderzusetzen. Und so hatte man auf der einen Seite die, ja verzeihen Sie, die Meute, die herfiel über die Anthroposophie, und auf der anderen Seite die jüngeren Leute, die sich nun anthroposophisch auseinandersetzen wollten mit ihren Wissenschaften. Dadurch war eben auf ganz naturgemäße Weise, von außen her, der wissenschaftliche Betrieb gegeben. Und dann, nicht wahr, konnte es ja nicht so gehen bei Hochschulkursen und Kongressen, daß nun just ich selbst, ich will nicht sagen unwissenschaftlich, aber awissenschaftlich, also abgesehen von der Wissenschaft, gesprochen hätte. Und es bekamen also durch dasjenige, was von der Welt herankam, diese Institutionen, diese Unternehmungen eben eine Art wissenschaftlichen Charakter, der ja auch gefordert wurde dadurch, daß Anthroposophie allmählich in das praktische Leben, bis in die Therapie, eingreifen mußte. All das war eben, wie gesagt, als Weltforderung an die Anthroposophie herangetreten. Wie gesagt, wenn die älteren Freunde das berücksichtigen, daß ja noch immer die Esoterik fortgesetzt wird, und sich damit bescheiden, indem sie aus allgemeinem Interesse nun auch Kenntnis davon nehmen, wie der wissenschaftliche Strom läuft, wenn er anthroposophisch befruchtet wird, dann können sie bald zu dem Urteil kommen: Wir gehen in die Kongresse hinein, wir hören da Dinge von Differentialgleichungen, von Integralen und so weiter, und wir finden: Ja, jetzt ist die Sache etwas anders geworden, aber es ist eben notwendig, daß es so geworden ist.

[ 36 ] Ja, sehen Sie, die gelehrten Leute älteren Kalibers, die interessierten sich wenig für eine Durchdringung ihrer Wissenschaft mit Anthroposophie. So kamen denn jüngere Freunde allmählich heran, die aber aus einem innerlich zusammenhängenderen Seelenwesen eben die Notwendigkeit empfanden, sich auch mit ihrer Wissenschaft anthroposophisch auseinanderzusetzen. Und so hatte man auf der einen Seite die, ja verzeihen Sie, die Meute, die herfiel über die Anthroposophie, und auf der anderen Seite die jüngeren Leute, die sich nun anthroposophisch auseinandersetzen wollten mit ihren Wissenschaften. Dadurch war eben auf ganz naturgemäße Weise, von außen her, der wissenschaftliche Betrieb gegeben. Und dann, nicht wahr, konnte es ja nicht so gehen bei Hochschulkursen und Kongressen, daß nun just ich selbst, ich will nicht sagen unwissenschaftlich, aber awissenschaftlich, also abgesehen von der Wissenschaft, gesprochen hätte. Und es bekamen also durch dasjenige, was von der Welt herankam, diese Institutionen, diese Unternehmungen eben eine Art wissenschaftlichen Charakter, der ja auch gefordert wurde dadurch, daß Anthroposophie allmählich in das praktische Leben, bis in die Therapie, eingreifen mußte. All das war eben, wie gesagt, als Weltforderung an die Anthroposophie herangetreten. Wie gesagt, wenn die älteren Freunde das berücksichtigen, daß ja noch immer die Esoterik fortgesetzt wird, und sich damit bescheiden, indem sie aus allgemeinem Interesse nun auch Kenntnis davon nehmen, wie der wissenschaftliche Strom läuft, wenn er anthroposophisch befruchtet wird, dann können sie bald zu dem Urteil kommen: Wir gehen in die Kongresse hinein, wir hören da Dinge von Differentialgleichungen, von Integralen und so weiter, und wir finden: Ja, jetzt ist die Sache etwas anders geworden, aber es ist eben notwendig, daß es so geworden ist.

[ 37 ] Dasjenige, was eine Schwierigkeit ist, liegt eigentlich ja woanders; es liegt nicht so sehr in diesen zwei Strömungen, die Sie ja überall sehen können und über die Sie Ihre mehr oder weniger gemischten Gefühle haben. Meine lieben Freunde, nicht so sehr über diese zwei Strömungen wollte ich sprechen, sondern sprechen wollte ich über dasjenige, worauf es mir ankommt in der Gegenwart. Man erlebt heute, indem man das anthroposophische Leben mitmacht, auf der einen Seite die Fortsetzung der alten Esoterik und auf der anderen Seite das exoterische, wissenschaftliche Streben. Dazwischen ist heute noch ein Abgrund; es ist keine Verbindung. Und das ist dasjenige, was vor allen Dingen in Betracht gezogen werden soll. Wir haben sehr bedeutsame, schöne Auseinandersetzungen anthroposophischer Art in den einzelnen Wissenschaften, und wir haben auf der anderen Seite die Fortsetzung der alten Esoterik. Aber wir haben einfach heute noch nicht genug Menschen und Arbeitskräfte, durch die die Brücken gezogen werden könnten über den Abgrund, der dazwischen klafft. Sehr schön reden heute einzelne über Anthroposophie in der Botanik, über Anthroposophie in der Chemie, über Anthroposophie in der Physik und so weiter. Man kann auch die alte Esoterik fortsetzen, aber es führt keine Brücke von dem einen zu dem anderen, und daher kennen sich so viele nicht mehr aus. Diese Brükke ist natürlich durchaus möglich, diese Brücke muß auch einmal gezogen werden; aber heute klafft noch ein Abgrund, und die aktiven Arbeiter unter uns sind eben noch zu wenige, als daß auf allen Gebieten dasjenige geschehen könnte, was eigentlich geschehen sollte. Über solche Mängel - denn es sind ja Mängel -, über solche Mängel wird aber noch stark hinweggesehen.

[ 37 ] Dasjenige, was eine Schwierigkeit ist, liegt eigentlich ja woanders; es liegt nicht so sehr in diesen zwei Strömungen, die Sie ja überall sehen können und über die Sie Ihre mehr oder weniger gemischten Gefühle haben. Meine lieben Freunde, nicht so sehr über diese zwei Strömungen wollte ich sprechen, sondern sprechen wollte ich über dasjenige, worauf es mir ankommt in der Gegenwart. Man erlebt heute, indem man das anthroposophische Leben mitmacht, auf der einen Seite die Fortsetzung der alten Esoterik und auf der anderen Seite das exoterische, wissenschaftliche Streben. Dazwischen ist heute noch ein Abgrund; es ist keine Verbindung. Und das ist dasjenige, was vor allen Dingen in Betracht gezogen werden soll. Wir haben sehr bedeutsame, schöne Auseinandersetzungen anthroposophischer Art in den einzelnen Wissenschaften, und wir haben auf der anderen Seite die Fortsetzung der alten Esoterik. Aber wir haben einfach heute noch nicht genug Menschen und Arbeitskräfte, durch die die Brücken gezogen werden könnten über den Abgrund, der dazwischen klafft. Sehr schön reden heute einzelne über Anthroposophie in der Botanik, über Anthroposophie in der Chemie, über Anthroposophie in der Physik und so weiter. Man kann auch die alte Esoterik fortsetzen, aber es führt keine Brücke von dem einen zu dem anderen, und daher kennen sich so viele nicht mehr aus. Diese Brükke ist natürlich durchaus möglich, diese Brücke muß auch einmal gezogen werden; aber heute klafft noch ein Abgrund, und die aktiven Arbeiter unter uns sind eben noch zu wenige, als daß auf allen Gebieten dasjenige geschehen könnte, was eigentlich geschehen sollte. Über solche Mängel - denn es sind ja Mängel -, über solche Mängel wird aber noch stark hinweggesehen.

[ 38 ] Meine lieben Freunde, wenn wir den nötigen Ernst entwickeln, der uns aus solchen Betrachtungen hervorgehen kann, wie diejenige, die ich heute am Anfange vorgebracht habe, wie die gestrige und vorgestrige, wenn wir den ganzen Ernst der Lage der Menschheit in der Gegenwart ins Auge fassen, dann werden wir uns sagen: Mag auch die anthroposophische Bewegung noch so viele Mängel in der Gegenwart noch haben - und wir müssen ein offenes Auge für diese Mängel haben -, so muß eben doch darauf gesehen werden, daß Geduld da ist, um zu warten, bis wir genügend aktive Arbeitskräfte haben, damit auch so etwas wie dieser Abgrund zwischen unserem heutigen exoterischen und dem esoterischen Bestreben ausgefüllt oder wenigstens überbrückt werden kann.

[ 38 ] Meine lieben Freunde, wenn wir den nötigen Ernst entwickeln, der uns aus solchen Betrachtungen hervorgehen kann, wie diejenige, die ich heute am Anfange vorgebracht habe, wie die gestrige und vorgestrige, wenn wir den ganzen Ernst der Lage der Menschheit in der Gegenwart ins Auge fassen, dann werden wir uns sagen: Mag auch die anthroposophische Bewegung noch so viele Mängel in der Gegenwart noch haben - und wir müssen ein offenes Auge für diese Mängel haben -, so muß eben doch darauf gesehen werden, daß Geduld da ist, um zu warten, bis wir genügend aktive Arbeitskräfte haben, damit auch so etwas wie dieser Abgrund zwischen unserem heutigen exoterischen und dem esoterischen Bestreben ausgefüllt oder wenigstens überbrückt werden kann.

[ 39 ] Natürlich legt ja gegenüber der Welt eine Schwierigkeit dadurch vor, daß trotz aller unserer Kongresse alles dasjenige, was da geleistet wird, ich möchte sagen, immer innerhalb des Kongresses bleibt. Man braucht sich nur zu erinnern an den ganz wunderbaren Stuttgarter Kongreß, der als solcher außerordentlich großartig verlaufen ist; aber er blieb eine interne Angelegenheit. Von einer Ausmünzung des Kongresses, von einem Bekanntwerden desjenigen, was da geleistet worden ist, war ja nicht die Rede. Es kümmert sich niemand um die Ausmünzung. Und so ging es bisher jeder einzelnen Unternehmung. Also, das ist heute schon so, daß wir viel zu wenig aktive Arbeitskräfte haben, um in durchgreifender Weise das leisten zu können, was eigentlich geleistet werden müßte. Dadurch geschieht es immer wieder - wenn der oder jener hereinriecht in die anthroposophische Bewegung und sich da oder dort einmal einen einzelnen Vortrag anhört, aus dem er ja kein Urteil gewinnen kann, aber sich doch ein Urteil daraus macht -, dadurch geschieht es heute immer wieder, daß wir überschwemmt werden mit Beurteilungen der Anthroposophie von Leuten, die eigentlich in Wirklichkeit nichts von ihr wissen. Es liegt das zum Teil daran, daß wir zu wenig aktive Arbeitskräfte haben, und auf der anderen Seite daran, daß eben doch jener Ernst, von dem ich auch heute wiederum gesprochen habe, zu wenig Realität ist.

[ 39 ] Natürlich legt ja gegenüber der Welt eine Schwierigkeit dadurch vor, daß trotz aller unserer Kongresse alles dasjenige, was da geleistet wird, ich möchte sagen, immer innerhalb des Kongresses bleibt. Man braucht sich nur zu erinnern an den ganz wunderbaren Stuttgarter Kongreß, der als solcher außerordentlich großartig verlaufen ist; aber er blieb eine interne Angelegenheit. Von einer Ausmünzung des Kongresses, von einem Bekanntwerden desjenigen, was da geleistet worden ist, war ja nicht die Rede. Es kümmert sich niemand um die Ausmünzung. Und so ging es bisher jeder einzelnen Unternehmung. Also, das ist heute schon so, daß wir viel zu wenig aktive Arbeitskräfte haben, um in durchgreifender Weise das leisten zu können, was eigentlich geleistet werden müßte. Dadurch geschieht es immer wieder - wenn der oder jener hereinriecht in die anthroposophische Bewegung und sich da oder dort einmal einen einzelnen Vortrag anhört, aus dem er ja kein Urteil gewinnen kann, aber sich doch ein Urteil daraus macht -, dadurch geschieht es heute immer wieder, daß wir überschwemmt werden mit Beurteilungen der Anthroposophie von Leuten, die eigentlich in Wirklichkeit nichts von ihr wissen. Es liegt das zum Teil daran, daß wir zu wenig aktive Arbeitskräfte haben, und auf der anderen Seite daran, daß eben doch jener Ernst, von dem ich auch heute wiederum gesprochen habe, zu wenig Realität ist.

[ 40 ] Sie sehen, meine lieben Freunde, wenn die anthroposophische Bewegung überall einheitlich wirken würde, wäre im Grunde genommen heute der Zeitpunkt gekommen, wo in der Welt leise damit begonnen wird — «leise» muß ich sagen -, da oder dort einen Ton anzuschlagen, der zeigt, daß es Anthroposophie zu tun hat mit den ernstesten Angelegenheiten nicht nur unseres Zeitalters, sondern im Grunde genommen der ganzen Menschenzukunft. Das, was in Journalen und so weiter erscheint, ist ja zumeist mit absoluter Unkenntnis der Anthroposophie geschrieben, ist zum Teil aus böswilliger Absicht geschrieben.

[ 40 ] Sie sehen, meine lieben Freunde, wenn die anthroposophische Bewegung überall einheitlich wirken würde, wäre im Grunde genommen heute der Zeitpunkt gekommen, wo in der Welt leise damit begonnen wird — «leise» muß ich sagen -, da oder dort einen Ton anzuschlagen, der zeigt, daß es Anthroposophie zu tun hat mit den ernstesten Angelegenheiten nicht nur unseres Zeitalters, sondern im Grunde genommen der ganzen Menschenzukunft. Das, was in Journalen und so weiter erscheint, ist ja zumeist mit absoluter Unkenntnis der Anthroposophie geschrieben, ist zum Teil aus böswilliger Absicht geschrieben.

[ 41 ] Sehen Sie, da ist mir bezüglich meines letzten Vortragszyklus in Deutschland eine Besprechung von einer mir unbekannten Persönlichkeit zugekommen. Es handelt sich um jenen Vortragszyklus, der ja, wie Sie gehört haben werden, jene schauderhaften Störungen erfahren hat, die durchaus darauf hinzielen, daß man noch immer weitere und greulichere Ausrottungen des anthroposophischen Wesens versuchen wird. Ich habe das ja so oft gesagt, daß diese Dinge sich immer mehr und mehr vergrößern werden; es braucht das ja nicht wiederholt zu werden. Aber ich bin gewöhnt, daß, wenn irgend etwas wiederum geschieht und wenn es auch noch so greulich ist, man in weitesten Kreisen, selbst auch innerhalb unserer Gesellschaft, die Meinung hat: Das ist nun das Äußerste, was geschehen ist, und wir brauchen uns deshalb nicht darum zu kümmern. - Es ist nicht das Äußerste, da können Sie sicher sein!

[ 41 ] Sehen Sie, da ist mir bezüglich meines letzten Vortragszyklus in Deutschland eine Besprechung von einer mir unbekannten Persönlichkeit zugekommen. Es handelt sich um jenen Vortragszyklus, der ja, wie Sie gehört haben werden, jene schauderhaften Störungen erfahren hat, die durchaus darauf hinzielen, daß man noch immer weitere und greulichere Ausrottungen des anthroposophischen Wesens versuchen wird. Ich habe das ja so oft gesagt, daß diese Dinge sich immer mehr und mehr vergrößern werden; es braucht das ja nicht wiederholt zu werden. Aber ich bin gewöhnt, daß, wenn irgend etwas wiederum geschieht und wenn es auch noch so greulich ist, man in weitesten Kreisen, selbst auch innerhalb unserer Gesellschaft, die Meinung hat: Das ist nun das Äußerste, was geschehen ist, und wir brauchen uns deshalb nicht darum zu kümmern. - Es ist nicht das Äußerste, da können Sie sicher sein!

[ 42 ] Aber davon will ich nicht reden, sondern ich möchte jetzt darauf hinweisen, daß heute da und dort eben doch leise die Wichtigkeit des Zeitimpulses geahnt wird. Derjenige, der das geschrieben hat, was ich hier meine, der hat keine Ahnung von der Bedeutung dessen, was ich zum Beispiel gestern gesagt habe: daß wir tatsächlich nicht hinwegschreiten dürfen über dasjenige, was in den letzten Jahrhunderten innerhalb der abendländischen Zivilisation als Verstandeskultur erreicht worden ist, daß wir also nicht zurückkehren können etwa zu dem alten indischen Yoga-Atmen und daß wir nicht aus früheren primitiveren Epochen der Menschheitsentwickelung heraus die Kräfte suchen dürfen, durch die in die geistige Welt eingedrungen werden kann. Der Schreiber des Artikels gehört eben durchaus zu denjenigen, die glauben, in der Gegenwart ginge es nicht anders, man müsse, da man doch abgeschnitten sei von aller wirklichen Menschenwürde und allem wirklichen Menschenwesen, zurückkehren zu früheren Wegen, auf denen die Menschheit in die geistige Welt gekommen ist. — Das ist ja der große Irrtum, daß die Menschen eben sich nicht hineinfinden können in einen Weg, der der unmittelbaren Gegenwart, dem Seelenwesen der unmittelbaren Gegenwart angepaßt ist.

[ 42 ] Aber davon will ich nicht reden, sondern ich möchte jetzt darauf hinweisen, daß heute da und dort eben doch leise die Wichtigkeit des Zeitimpulses geahnt wird. Derjenige, der das geschrieben hat, was ich hier meine, der hat keine Ahnung von der Bedeutung dessen, was ich zum Beispiel gestern gesagt habe: daß wir tatsächlich nicht hinwegschreiten dürfen über dasjenige, was in den letzten Jahrhunderten innerhalb der abendländischen Zivilisation als Verstandeskultur erreicht worden ist, daß wir also nicht zurückkehren können etwa zu dem alten indischen Yoga-Atmen und daß wir nicht aus früheren primitiveren Epochen der Menschheitsentwickelung heraus die Kräfte suchen dürfen, durch die in die geistige Welt eingedrungen werden kann. Der Schreiber des Artikels gehört eben durchaus zu denjenigen, die glauben, in der Gegenwart ginge es nicht anders, man müsse, da man doch abgeschnitten sei von aller wirklichen Menschenwürde und allem wirklichen Menschenwesen, zurückkehren zu früheren Wegen, auf denen die Menschheit in die geistige Welt gekommen ist. — Das ist ja der große Irrtum, daß die Menschen eben sich nicht hineinfinden können in einen Weg, der der unmittelbaren Gegenwart, dem Seelenwesen der unmittelbaren Gegenwart angepaßt ist.

[ 43 ] Also der Betreffende glaubt, daß ich, wenn ich immer sage, man solle doch dasjenige berücksichtigen, was in der Gegenwart notwendig ist, daß ich Kompromisse schließe. Deshalb sagt er:

[ 43 ] Also der Betreffende glaubt, daß ich, wenn ich immer sage, man solle doch dasjenige berücksichtigen, was in der Gegenwart notwendig ist, daß ich Kompromisse schließe. Deshalb sagt er:

[ 44 ] Steiners persönliche Berufung ist da zu Ende, wo er - dem gewaltigen Komplex Europa gegenübergestellt — praktische Kompromisse versucht.

[ 44 ] Steiners persönliche Berufung ist da zu Ende, wo er - dem gewaltigen Komplex Europa gegenübergestellt — praktische Kompromisse versucht.

[ 45 ] Es ist kein Kompromiß, sondern es ist dasjenige, was aus dem inneren Zusammenhang der Sache notwendig ist! Nicht wahr, auf die Art und Weise, wie er die Terminologie hier bildet, wollen wir gar nichts geben. Nun, ich kann jetzt nicht den ganzen Aufsatz zurechtfrisieren, und deshalb will ich Ihnen die Stelle so lesen, wie sie zu finden ist.

[ 45 ] Es ist kein Kompromiß, sondern es ist dasjenige, was aus dem inneren Zusammenhang der Sache notwendig ist! Nicht wahr, auf die Art und Weise, wie er die Terminologie hier bildet, wollen wir gar nichts geben. Nun, ich kann jetzt nicht den ganzen Aufsatz zurechtfrisieren, und deshalb will ich Ihnen die Stelle so lesen, wie sie zu finden ist.

[ 46 ] Allerdings muß es am meisten den Propheten schwindeln vor der harten Unantastbarkeit eines «Bodens der gegebenen Tatsachen». Doch hört er auf, in vollem Kraftumfange «Prophet» zu sein, wenn er Geistespolitiker wird und entsprechende Konzessionen an diesen Boden macht.

[ 46 ] Allerdings muß es am meisten den Propheten schwindeln vor der harten Unantastbarkeit eines «Bodens der gegebenen Tatsachen». Doch hört er auf, in vollem Kraftumfange «Prophet» zu sein, wenn er Geistespolitiker wird und entsprechende Konzessionen an diesen Boden macht.

[ 47 ] Also diese Konzessionen werden nicht gemacht. Das ist eben der große Irrtum.

[ 47 ] Also diese Konzessionen werden nicht gemacht. Das ist eben der große Irrtum.

[ 48 ] Besteht doch gerade die ausstrablende Kraft alles Prophetentums in ihrer Radikalität. Der Prophet muß - ohne Einschaltung jedes menschlich-tagespolitischen Kleingehirns — den lebendigen Geist zeugen; gefühlloser Mittler den Samen gewaltiger Kraftprinzipien in die Menschheit schleudern - scheinbar unbekümmert um die Jahreszeiten ihrer Realisationen. Die Realisationen muß er der gebärenden Funktion der Völker überlassen.

[ 48 ] Besteht doch gerade die ausstrablende Kraft alles Prophetentums in ihrer Radikalität. Der Prophet muß - ohne Einschaltung jedes menschlich-tagespolitischen Kleingehirns — den lebendigen Geist zeugen; gefühlloser Mittler den Samen gewaltiger Kraftprinzipien in die Menschheit schleudern - scheinbar unbekümmert um die Jahreszeiten ihrer Realisationen. Die Realisationen muß er der gebärenden Funktion der Völker überlassen.

[ 49 ] Mit der Erkenntnis der Notwendigkeit einer Rettung Europas — das mit seiner schlechten kosmischen Zirkulation allmählich den ganzen Planeten verstopft, steht die Anthroposophie nicht mehr allein.

[ 49 ] Mit der Erkenntnis der Notwendigkeit einer Rettung Europas — das mit seiner schlechten kosmischen Zirkulation allmählich den ganzen Planeten verstopft, steht die Anthroposophie nicht mehr allein.

[ 50 ] Es ist immerhin hier schon ganz leise ein Bewußtsein davon vorhanden, daß mit der jetzigen europäischen Zivilisation etwas vorliegt, das in einer «schlechten Zirkulationsgemeinschaft mit dem Kosmos» ist.

[ 50 ] Es ist immerhin hier schon ganz leise ein Bewußtsein davon vorhanden, daß mit der jetzigen europäischen Zivilisation etwas vorliegt, das in einer «schlechten Zirkulationsgemeinschaft mit dem Kosmos» ist.

[ 51 ] Es taucht die objektivierte Synthese aller europäischen Philosophie auf: die Lehre von der Polarität der Kontraste und ihrer zentralen Auflösung und Balance - der schöpferischen Indifferenz. Dies bedeutet eine Revolutionierung des gesamten menschlichen Standpunkts. Wir sehen den Menschheitskomplex an einem rasenden Abgrund, völlig schief zur All-Kraft, mit einseitig-differenzierter Energie erfüllt, abgeschlossen gegen den gesamten Kosmos, einen arterienverkalkten riesigen Kadaver, Katastrophe im Sonnensystem, eine «Verdauungsstörung Gottes». — Hier strömen die Erkenntnisse zusammen, identifiziert sich Anthroposophie mit der Lehre von der schöpferischen Indifferenz, tauchen die Mysterienkulte der Ägypter und die Atemübungen der indischen Yogi zu neuer Bedeutung auf.

[ 51 ] Es taucht die objektivierte Synthese aller europäischen Philosophie auf: die Lehre von der Polarität der Kontraste und ihrer zentralen Auflösung und Balance - der schöpferischen Indifferenz. Dies bedeutet eine Revolutionierung des gesamten menschlichen Standpunkts. Wir sehen den Menschheitskomplex an einem rasenden Abgrund, völlig schief zur All-Kraft, mit einseitig-differenzierter Energie erfüllt, abgeschlossen gegen den gesamten Kosmos, einen arterienverkalkten riesigen Kadaver, Katastrophe im Sonnensystem, eine «Verdauungsstörung Gottes». — Hier strömen die Erkenntnisse zusammen, identifiziert sich Anthroposophie mit der Lehre von der schöpferischen Indifferenz, tauchen die Mysterienkulte der Ägypter und die Atemübungen der indischen Yogi zu neuer Bedeutung auf.

[ 52 ] Nun möchte der Betreffende auseinandersetzen, eben nach seiner Ansicht, daß es doch mit etwas anderem nicht ginge gegenüber dem gestörten Verdauungssystem der modernen Zivilisation mit ihrer Arterienverkalkung und Verstopfung, daß es doch nichts anderes gäbe als das Zurückkehren zu der Yoga-Praxis. Aber immerhin, man sieht, er beginnt, wenn auch in einer etwas sonderbaren und unkundigen, dilettantischen Weise, den Ernst der Lage zu erfassen. Der Betreffende schreibt weiter:

[ 52 ] Nun möchte der Betreffende auseinandersetzen, eben nach seiner Ansicht, daß es doch mit etwas anderem nicht ginge gegenüber dem gestörten Verdauungssystem der modernen Zivilisation mit ihrer Arterienverkalkung und Verstopfung, daß es doch nichts anderes gäbe als das Zurückkehren zu der Yoga-Praxis. Aber immerhin, man sieht, er beginnt, wenn auch in einer etwas sonderbaren und unkundigen, dilettantischen Weise, den Ernst der Lage zu erfassen. Der Betreffende schreibt weiter:

[ 53 ] In der Nacht schalten wir unser Bewußtsein aus — soweit wir noch nicht gestört sind, daß wir mit Individualität uns selbst im Schlaf einer kosmischen Erneuerung verbarrikadieren -, ...

[ 53 ] In der Nacht schalten wir unser Bewußtsein aus — soweit wir noch nicht gestört sind, daß wir mit Individualität uns selbst im Schlaf einer kosmischen Erneuerung verbarrikadieren -, ...

[ 54 ] Das ist natürlich ganz schief angesehen, weil der Mensch aus dem Schlafe gar keine Erneuerungskräfte ziehen kann, sondern er zieht gerade dann, wenn er sich nicht der Spiritualität zuwendet, aus dem Schlafe zuallerletzt Kräfte.

[ 54 ] Das ist natürlich ganz schief angesehen, weil der Mensch aus dem Schlafe gar keine Erneuerungskräfte ziehen kann, sondern er zieht gerade dann, wenn er sich nicht der Spiritualität zuwendet, aus dem Schlafe zuallerletzt Kräfte.

[ 55 ] ... saugen ohne die Hemmung des isolierten Bewußtseins die heilenden Kräfte des Kosmos auf.

[ 55 ] ... saugen ohne die Hemmung des isolierten Bewußtseins die heilenden Kräfte des Kosmos auf.

[ 56 ] Das ist für den Schlaf eben nicht der Fall.

[ 56 ] Das ist für den Schlaf eben nicht der Fall.

[ 57 ] In dem Augenblick, wo wir uns isolieren, bedeutet unser ganzes Leben nur ein Ab-Leben, ein Zehren vom Kapital, Ab-Lauf aufgespeicherter Kräfte, nichts als einen Verwesungsvorgang. Die Konsequenz aller Individualität (Individualität im Sinne bürgerlicher Ideologie) ist somit unentrinnbar: Tod. Der Unsterblichkeit des Menschen - heute eine tolle Utopie - steht nichts im Wege als - die falsche Disposition des Menschen zur zentralen Balance.

[ 57 ] In dem Augenblick, wo wir uns isolieren, bedeutet unser ganzes Leben nur ein Ab-Leben, ein Zehren vom Kapital, Ab-Lauf aufgespeicherter Kräfte, nichts als einen Verwesungsvorgang. Die Konsequenz aller Individualität (Individualität im Sinne bürgerlicher Ideologie) ist somit unentrinnbar: Tod. Der Unsterblichkeit des Menschen - heute eine tolle Utopie - steht nichts im Wege als - die falsche Disposition des Menschen zur zentralen Balance.

[ 58 ] Er hat auch keine rechte Anschauung, um was es sich da handelt, daß es sich da letzten Endes handelt um etwas, was er ganz abstrakt als Balance bezeichnet und was man konkret umfaßt, wenn man sieht, wie sich astralischer Leib und Ätherleib in der Gegend des menschlichen Herzens zusammenschließen. Da ist auch der zentrale Punkt für eine wirkliche Balance. Diese Balance hat eine kosmische Bedeutung. Die Leute reden heute im Abstrakten herum, sie sind eben nicht imstande, in die Konkretheiten einzudringen.

[ 58 ] Er hat auch keine rechte Anschauung, um was es sich da handelt, daß es sich da letzten Endes handelt um etwas, was er ganz abstrakt als Balance bezeichnet und was man konkret umfaßt, wenn man sieht, wie sich astralischer Leib und Ätherleib in der Gegend des menschlichen Herzens zusammenschließen. Da ist auch der zentrale Punkt für eine wirkliche Balance. Diese Balance hat eine kosmische Bedeutung. Die Leute reden heute im Abstrakten herum, sie sind eben nicht imstande, in die Konkretheiten einzudringen.

[ 59 ] Heute naht die Anthroposophie mit der Yoga-Praxis.

[ 59 ] Heute naht die Anthroposophie mit der Yoga-Praxis.

[ 60 ] Sie tut das nicht, sondern mit einer anderen Praxis.

[ 60 ] Sie tut das nicht, sondern mit einer anderen Praxis.

[ 61 ] Was man auch gegen Dogmatismen der Anthroposophie einzuwenden hat, Steiner hat ein unerhörtes Werk der Auflehnung geleistet gegen die gesamte monistisch-materialistische Naturwissenschaft, die nur historisch belastet, statt historisch orientiert ist. Vielleicht wird es Rudolf Steiner gelingen, die Yoga-Praxis gegen den vernagelten Materialismus und den Hochmut Europas durchzusetzen.

[ 61 ] Was man auch gegen Dogmatismen der Anthroposophie einzuwenden hat, Steiner hat ein unerhörtes Werk der Auflehnung geleistet gegen die gesamte monistisch-materialistische Naturwissenschaft, die nur historisch belastet, statt historisch orientiert ist. Vielleicht wird es Rudolf Steiner gelingen, die Yoga-Praxis gegen den vernagelten Materialismus und den Hochmut Europas durchzusetzen.

[ 62 ] Die Yoga-Praxis würde es ja nicht sein. Aber daß etwas durchzusetzen ist gegen den vernagelten Materialismus und den Hochmut Europas, das ist durchaus etwas, was rechtens ist und worauf hier in einer zwar ungesunden, aber eben doch in einer leisen Weise gedeutet wird.

[ 62 ] Die Yoga-Praxis würde es ja nicht sein. Aber daß etwas durchzusetzen ist gegen den vernagelten Materialismus und den Hochmut Europas, das ist durchaus etwas, was rechtens ist und worauf hier in einer zwar ungesunden, aber eben doch in einer leisen Weise gedeutet wird.

[ 63 ] An der Grenze seiner Lebensfähigkeit angelangt, wird Europa aus organischer Notwendigkeit von selber zu dieser uralten Weisheit indischer Yogis greifen und die geistige Bedeutung des Atems erkennen.

[ 63 ] An der Grenze seiner Lebensfähigkeit angelangt, wird Europa aus organischer Notwendigkeit von selber zu dieser uralten Weisheit indischer Yogis greifen und die geistige Bedeutung des Atems erkennen.

[ 64 ] Es würde Europa sehr, sehr schlecht daran tun, wenn es das täte, wenn es zur Yoga-Praxis zurückkehren würde. Aber man sieht doch immerhin, daß heute leise da oder dort ein Bewußtsein des Ernstes beginnt, zu dem sich die Menschheit bekennen sollte.

[ 64 ] Es würde Europa sehr, sehr schlecht daran tun, wenn es das täte, wenn es zur Yoga-Praxis zurückkehren würde. Aber man sieht doch immerhin, daß heute leise da oder dort ein Bewußtsein des Ernstes beginnt, zu dem sich die Menschheit bekennen sollte.

[ 65 ] Nun, es ist ja möglich, daß man Anthroposophie in brutaler Weise totschlägt, bevor sie imstande ist, dasjenige auszuführen, was ihr nach ihrer inneren Wesenheit durchaus möglich ist. Aber das ist immerhin etwas, was von Bedeutung ist. Ich weise jetzt nicht bloß hin auf diesen Zeitungsartikel, dessen Verfasser mir ja nicht bekannt ist. Er ist mir zugeschickt worden von denjenigen, die gerade diesen Vortragszyklus veranstaltet haben. Wie gesagt, ganz abgesehen von diesem Artikel kann man sagen: Es wird heute leise begonnen, da oder dort auf den ganzen Ernst unserer Lage, unserer menschheitlichen Lage in der neuzeitlichen Zivilisation hinzuweisen.

[ 65 ] Nun, es ist ja möglich, daß man Anthroposophie in brutaler Weise totschlägt, bevor sie imstande ist, dasjenige auszuführen, was ihr nach ihrer inneren Wesenheit durchaus möglich ist. Aber das ist immerhin etwas, was von Bedeutung ist. Ich weise jetzt nicht bloß hin auf diesen Zeitungsartikel, dessen Verfasser mir ja nicht bekannt ist. Er ist mir zugeschickt worden von denjenigen, die gerade diesen Vortragszyklus veranstaltet haben. Wie gesagt, ganz abgesehen von diesem Artikel kann man sagen: Es wird heute leise begonnen, da oder dort auf den ganzen Ernst unserer Lage, unserer menschheitlichen Lage in der neuzeitlichen Zivilisation hinzuweisen.

[ 66 ] Und ich möchte sagen: Erst aus einem solchen Verständnis gegenüber dem ungeheuren Ernst der Lage kann dasjenige kommen, was der Anthroposophie in einer wirklich richtigen Weise gegenüberstehen kann. Und wir sollten uns eben bemühen, das zusammenzufassen, was sich aus der Notwendigkeit der Zeit heraus auf der einen Seite esoterisch, auf der anderen Seite exoterisch-wissenschaftlich als Strömungen heute geltend macht. Wir sollten eben berücksichtigen, daß diese Dinge durchaus notwendig sich entwickelt haben und daß schon auch die Zeit kommen wird -— wenn Anthroposophie, wie gesagt, eben nicht totgeschlagen wird -, daß schon die Zeit kommen wird, wo sich genug aktive Kräfte finden werden, die den Abgrund zwischen diesen beiden Strömungen überbrücken. Sehen Sie, das wollte ich Ihnen heute gegeben haben als eine interne Anleitung, anknüpfend an eine so wichtige Betrachtung, wie ich sie hier in diesen Tagen vor Ihnen zu bringen versuchte.

[ 66 ] Und ich möchte sagen: Erst aus einem solchen Verständnis gegenüber dem ungeheuren Ernst der Lage kann dasjenige kommen, was der Anthroposophie in einer wirklich richtigen Weise gegenüberstehen kann. Und wir sollten uns eben bemühen, das zusammenzufassen, was sich aus der Notwendigkeit der Zeit heraus auf der einen Seite esoterisch, auf der anderen Seite exoterisch-wissenschaftlich als Strömungen heute geltend macht. Wir sollten eben berücksichtigen, daß diese Dinge durchaus notwendig sich entwickelt haben und daß schon auch die Zeit kommen wird -— wenn Anthroposophie, wie gesagt, eben nicht totgeschlagen wird -, daß schon die Zeit kommen wird, wo sich genug aktive Kräfte finden werden, die den Abgrund zwischen diesen beiden Strömungen überbrücken. Sehen Sie, das wollte ich Ihnen heute gegeben haben als eine interne Anleitung, anknüpfend an eine so wichtige Betrachtung, wie ich sie hier in diesen Tagen vor Ihnen zu bringen versuchte.

[ 67 ] Wann wir den nächsten Vortrag haben, das werde ich wiederum ankündigen lassen, da ich noch nicht genau den Tag bestimmen kann, wann ich von dem Wiener Kongreß zurückkomme. Ich hoffe, daß dieser Wiener Kongreß recht gut besucht sein wird. Ich habe zwar keine Gelegenheit gehabt, mich irgendwie damit bekanntzumachen, wer von hier die Möglichkeit gefunden hat, daran teilzunehmen. Aber hoffentlich wird dieser Wiener Kongreß etwas, was dann mehr ausgemünzt wird für die allgemeine anthroposophische Bewegung, als das bei unseren anderen Veranstaltungen gewesen ist. Denn es ist Ja tatsächlich so, daß dasjenige, was bei diesen Kongressen geschieht, dann gerade überfließen sollte in die gesamte anthroposophische Bewegung und von da aus eben weiter ausgemünzt werden sollte in der Welt. Sonst ist wirklich die große Kraft, die gerade bei solchen Veranstaltungen immer aufgewendet wird, doch mehr oder weniger verlorene Kraft.

[ 67 ] Wann wir den nächsten Vortrag haben, das werde ich wiederum ankündigen lassen, da ich noch nicht genau den Tag bestimmen kann, wann ich von dem Wiener Kongreß zurückkomme. Ich hoffe, daß dieser Wiener Kongreß recht gut besucht sein wird. Ich habe zwar keine Gelegenheit gehabt, mich irgendwie damit bekanntzumachen, wer von hier die Möglichkeit gefunden hat, daran teilzunehmen. Aber hoffentlich wird dieser Wiener Kongreß etwas, was dann mehr ausgemünzt wird für die allgemeine anthroposophische Bewegung, als das bei unseren anderen Veranstaltungen gewesen ist. Denn es ist Ja tatsächlich so, daß dasjenige, was bei diesen Kongressen geschieht, dann gerade überfließen sollte in die gesamte anthroposophische Bewegung und von da aus eben weiter ausgemünzt werden sollte in der Welt. Sonst ist wirklich die große Kraft, die gerade bei solchen Veranstaltungen immer aufgewendet wird, doch mehr oder weniger verlorene Kraft.