Writings on the History of the
Anthroposophical Movement and Society
1902–1925
GA 37
1918
Translated by SteinerOnline Library
Foreword to The Soul's Awakening
The colored booklet of the Waldorf-Astoria, Stuttgart n.d. [1918], No. 31; also in: Through the Spirit to the Realization of the Human Mystery, Berlin [1918]
The following two scenes belong to the last of four interrelated dramas that depict the experiences of people undergoing an inner psychological development. These four dramas are: 1. The Portal of Initiation; 2. The Test of the Soul; 3. The Guardian of the Threshold; 4. The Awakening of the Soul (all published by Philosophisch-anthroposophischen Verlag, Berlin W., Motzstr. 17). This development should lead them to a living insight into the spiritual world and to permeating their will with the ideals of this world. The experiences they undergo on the way to this goal are manifold. Among these experiences, there are also those in which they see in pictures people from earlier ages of culture striving towards the same goal under different circumstances. These are people in whom they recognize their own being, their soul qualities, and the direction of their will. They can recognize from the destinies of these people the difficulties and obstacles that such striving encounters. By recognizing themselves in these people, they find the strength to continue on their path. They feel integrated with the whole spiritual development of humanity through their own being. They can see how that which is currently working in their soul has worked in other times. They learn to understand how it must reveal itself now, by becoming a repetition and consequence of what was revealed in times gone by. The two dramatic pictures printed here present the souls looking back to an earlier cultural age. The Egyptian cultural age, already in decline, is to be visualized. The 'sacrificer' who appears recognizes that a new era must dawn. The other guides at the wisdom site insist on the traditional forms. They want to introduce a disciple to the experience of the spiritual world in the sense of these forms. It does not matter to them whether this disciple is truly mature, but rather that their forms should live on. The “sacrificial way” thwarts their efforts by revealing the immaturity of the disciple through his behavior, which is guided by higher goals. In doing so, he brings about a pictorial event that shows how the doomed culture must be replaced by a new one.
Rudolf Steiner.
Vorwort Zu Der Seelen Erwachen [7. und 8. Bild]
Die farbigen Heftchen der Waldorf-Astoria, Stuttgart o.J. [1918], Nr. 31; zugleich in: Durch den Geist zur Wirklichkeits-Erkenntnis der Menschenrätsel, Berlin [1918]
Die hier folgenden zwei Szenen gehören dem letzten von vier zusammenhängenden Dramen an, in denen die Erlebnisse von Menschen zur Darstellung kommen, die eine innere Seelenentwicklung durchmachen. Diese vier Dramen sind: 1. Die Pforte der Einweihung; 2. Die Prüfung der Seele; 3. Der Hüter der Schwelle; 4. Der Seelen Erwachen (sämtlich im Philosophisch-anthroposophischen Verlag, Berlin W., Motzstr. 17). Diese Entwicklung soll sie zur lebendigen Anschauung der geistigen Welt und zur Durchdringung ihres Willens mit den Idealen dieser Welt führen. Die Erlebnisse, durch die sie auf dem Wege zu diesem Ziele hindurchzugehen haben, sind mannigfaltige. Auch solche sind unter diesen Erlebnissen, in denen sie Menschen früherer Kulturzeitalter unter anderen Verhältnissen zu demselben Ziele strebend bildhaft schauen. Es sind dies Menschen, in denen sie ihre eigene Wesenheit, ihre Seelenanlagen, ihre Willensrichtung wiedererkennen. Menschen, an deren Schicksalen sie erkennen können, welche Schwierigkeiten und Hindernisse ein solches Streben findet. Indem sie sich in diesen Menschen selbst erkennen, finden sie die Kräfte, um auf ihrem Wege weiterzuschreiten. Sie fühlen sich mit dem eigenen Wesen der ganzen Geistesentwicklung der Menschheit eingegliedert. Sie können betrachten, wie das, was gegenwärtig in ihrer Seele wirkt, in anderer Zeit gewirkt hat. Sie lernen dadurch verstehen, wie es jetzt sich offenbaren muss, indem es ihnen zu einer Wiederholung und Folge dessen wird, was vor Zeiten sich geoffenbart hat. Eine solche Rückschau der Seelen in ein früheres Kulturzeitalter stellen die hier abgedruckten zwei dramatischen Bilder dar. Das schon im Untergange begriffene ägyptische Kulturzeitalter soll verbildlicht werden. Der auftretende «Opferweise» erkennt, dass eine neue Zeit anbrechen muss. Die anderen Lenker der Weisheitsstätte beharren in den hergebrachten Formen. Sie wollen einen Schüler im Sinne dieser Formen in das Erleben der geistigen Welt einführen. Es kommt ihnen nicht darauf an, ob dieser Schüler wirklich reif ist, sondern darauf, dass ihre Formen fortleben sollen. Der «Opferweise» durchkreuzt ihre Bestrebungen, indem er durch sein von höheren Zielen gelenktes Verhalten die Unreife des Schülers zur Offenbarung bringt. Dadurch führt er ein bildhaftes Ereignis herbei, an dem sich zeigt, wie die untergangreife Kultur durch eine neue abgelöst werden muss.
Rudolf Steiner.