Writings on the History of the
Anthroposophical Movement and Society
1902–1925
GA 37
1919
Translated by SteinerOnline Library
Preface to Karl Heise's The Entente-Freemasonry and the World War
A contribution to the history of the world war and to an understanding of true Freemasonry, Basel 1919.
The insights that lead to an understanding of the great world catastrophe that befell us in 1914 must be sought in the most diverse areas of international and human life. The area that was considered to be the actual political area until that point in time contains only one of the currents that converged to bring about the devastating event. The thoughts that led to the confusion of July 1914 were joined by many other thoughts that had been seething for a long time, thoughts that poured in the forces that divided humanity. This book describes only one of the currents in question. The reader may decide to what extent it is important to direct the searching gaze to this current, to whom in the following, some factual material is to be presented, which can prove how certain secret societies of the Entente countries and their lodges turned an originally good and necessary cause into the service of national egoism and the selfish interests of individual groups of people. A cause that should serve all of humanity, without distinction of race or interest, turns from a good one to a bad one when it becomes the basis of power for certain groups of people. The foundations of certain insights were used by secret societies of the Entente countries to drive a political ideology and influence world events, preparing the world for catastrophe. It would be one-sided not to take into account that many other things have emerged from the places of origin of such attitudes and influences. The book that is hereby presented to the public does not comprehensively deal with the “guilt of world war”; but it wants to draw attention to things in which the one who wants to find this “guilt” must also look. And anyone who does this will have to combine what he finds here with many other things. But it should follow from the factual reports presented that anyone who, when searching for this “guilt”, which should better be called a search for determining causes, does not direct his attention in the direction indicated below, will ignore an important aspect.
Zurich, October 10, 1918.
Vorrede zu Karl Heises Die Entente-Freimaurerei und der Weltkrieg
Ein Beitrag zur Geschichte des Weltkrieges und zum Verständnis der wahren Freimaurerei, Basel 1919
Die zu einem Verständnis der großen, 1914 hereingebrochenen Weltkatastrophe führenden Erkenntnisse müssen auf den verschiedensten Gebieten des Völker- und Menschenlebens gesucht werden. Das Gebiet, das bis zu diesem Zeitpunkte als das eigentlich politische galt, enthält nur eine der Strömungen, die zusammengeflossen sind, um das verheerende Ereignis herbeizuführen. In die Gedanken, die Juli 1914 in die Verwirrung getrieben haben, ergoss durch lange Zeiten hindurch vieles andere seine die Menschheit zerspaltenden Kräfte hinein. In diesem Buche wird auch nur eine der infrage kommenden Strömungen geschildert werden. In welchem Grade es wichtig ist, auf diese Strömung den forschenden Blick zu lenken, das möge der Leser selbst entscheiden, dem in dem Folgenden so manches Tatsachenmaterial vorgelegt werden soll, das belegen kann, wie gewisse Geheimgesellschaften der Ententeländer und deren Logen eine ursprünglich und im Kern gute und notwendige Sache in den Dienst des Völker-Egoismus und der eigensüchtigen Interessen einzelner Menschengruppen stellten. Eine Sache, die der ganzen Menschheit ohne Rassen- und Interessen-Unterschiede dienen sollte, wird aus einer guten eben eine schlechte, wenn sie zur Machtgrundlage einzelner Menschengruppen gemacht wird. Die Grundlagen gewisser Erkenntnisse wurden durch Geheimgesellschaften der Ententeländer zu Antrieben einer die Weltkatastrophe vorbereitenden politischen Gesinnung und Beeinflussung der Weltereignisse. Naturgemäß würde in Einseitigkeit verfallen, wer nicht berücksichtigte, dass aus den Ursprungsstätten solcher Gesinnung und Beeinflussung noch manches andere hervorgegangen ist. Das Buch, das hiermit der Öffentlichkeit vorgelegt wird, will nicht umfassend sprechen von der «Schuld am Weltkriege»; aber es will den Blick auf Dinge lenken, in denen derjenige auch suchen muss, der diese «Schuld» finden will. Ein solcher wird mit dem, was er hier findet, manches andere noch vereinigen müssen. Aber aus den vorgelegten Tatsachenberichten dürfte doch folgen, dass einen wichtigen Gesichtspunkt unbeachtet lässt, wer beim Suchen nach dieser «Schuld», das man besser ein Suchen nach bedingenden Ursachen nennen sollte, die Aufmerksamkeit nicht in die durch das Folgende angegebene Richtung lenkt.
Zürich, am 10. Oktober 1918.