Writings on the History of the
Anthroposophical Movement and Society
1902–1925
GA 37
1 October 1921
Translated by SteinerOnline Library
Defense Against Falsehoods
Das Goetheanum, 2nd year, No. 9
I have been informed that it is being said in Switzerland that the former President of Württemberg, Mr. Blos, is reported to have stated with certainty that he received me several times. I hereby declare that this is a blatant untruth. I never visited Mr. Blos, never spoke a word with him, never exchanged any written communication with him. I only saw him from a distance once. That was when I attended the lecture that the then Reich Minister Simons gave in Stuttgart. At the time, Councillor of Commerce Molt pointed to a gentleman I did not know and said, “That's Blos.” At that time, he was no longer President of the State. But even then, it came to nothing more than “seeing from a distance”. Whether Mr. Blos himself made the above claim is unknown to me; it is said. And it is linked to his untrue statements, which are not based on anything, and which he had printed in memoirs. I therefore further declare that I never authorized anyone to talk to Mr. Blos for me or on my behalf. If someone did so, it was against my will and without my knowledge. I only read in Blos' memoirs that someone is supposed to have done this. The things that are being told so often are based on such falsehoods. It is particularly absurd that the story is even told that I wanted to become a minister in Württemberg. I have so far considered it unnecessary to publicly refute pure fabrications, especially when they are as nonsensical as the one just mentioned. But since it is said, “Why doesn't the person concerned contradict such allegations?”, I also declare in relation to this that it is a blatant untruth. I have never said anything to anyone that could have given rise to such talk. Today I shall not deal with other things that are said repeatedly, but which are just as untrue. Perhaps that too will yet come about.
Dornach, September 27, 1922
Rudolf Steiner
Abwehr Von Unwahrheiten
Das Goetheanum, 2. Jg., Nr. 9
Es wird mir mitgeteilt, in der Schweiz erzähle man, dass der ehemalige Staatspräsident von Württemberg, Herr Blos, mit Bestimmtheit behaupten soll, er habe mich mehrmals empfangen. Ich erkläre hiermit, dass das eine glatte Unwahrheit ist. Ich habe Herrn Blos nie einen Besuch gemacht, nie ein Wort mit ihm gesprochen, nie etwas Schriftliches mit ihm gewechselt. Ich habe ihn nur ein einziges Mal von Ferne gesehen. Das war bei meinem Anhören des Vortrages, den der damalige Reichsminister Simons in Stuttgart hielt. Damals zeigte neben mir Kommerzienrat Molt auf einen Herrn, den ich nicht kannte, und sagte: das ist Blos. Damals war dieser längst nicht mehr Staatspräsident. Aber auch damals ist es zu nichts mehr gekommen als zum «Sehen aus der Ferne». Ob Herr Blos nun selbst die obige Behauptung getan hat, ist mir unbekannt; gesagt wird es. Und sie wird angeknüpft an seine auf nichts sich stützenden unwahren Angaben, die er in Memoiren hat drucken lassen. Ich erkläre deshalb weiter, dass ich niemals irgendjemand beauftragt habe, für mich oder in meinem Namen mit Herrn Blos zu reden. Wenn das jemand getan haben sollte, so ist es, ohne mich davon zu unterrichten, gegen meinen Willen geschehen. Ich habe davon, dass jemand dies getan haben soll, selbst erst in den Blos’schen Memoiren gelesen. Auf solchen unwahren Untergründen sind die Dinge aufgebaut, die man so vielfach erzählt. Besonders absurd ist, dass sogar das Märchen erzählt wird, ich hätte in Württemberg Minister werden wollen. Ich habe es bisher für unnötig gehalten, rein aus den Fingern gesogene Unwahrheiten selbst öffentlich zu widerlegen, besonders wenn sie so unsinnig sind wie die eben angeführte. Da aber gesagt wird: Warum widerspricht der Betroffene solchen Behauptungen nicht? —, so erkläre ich auch in Bezug auf dieses, dass es eine glatte Unwahrheit ist. Ich habe auch nie jemandem etwas gesagt, was zur Entstehung eines solchen Geredes einen Anlass hätte geben können. Auf anderes, Zahlreiches, das immer wieder gesagt wird, aber ebensolche Unwahrheit darstellt, gehe ich heute nicht ein. Vielleicht wird auch das noch geschehen.
Dornach, 27. September 1922
Rudolf Steiner