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The Rudolf Steiner Archive

a project of Steiner Online Library, a public charity

Writings on the History of the
Anthroposophical Movement and Society
1902–1925
GA 37

6 April 1924

Translated by SteinerOnline Library

The School of Spiritual Science VIII

This institution cannot come about from abstract considerations from “above”. It must arise from the needs of our membership from “below”. The Executive Council of the Anthroposophical Society has conceived the plan to form a Youth Section because it corresponds to what young people in our Society are seeking from the depths of their beings. And it will shape it in such a way that these needs can be met as they arise.

The same must be true for the other sections. But for this to happen, the needs that arise within our membership must also flow through the whole society and ultimately unite in what is expected of the executive council at the Goetheanum. We must therefore become more and more aware that the purpose of the Christmas Conference was not to form a mere “administrative council”. Of course, the “administration” must be there, and it should not be forgotten that it is necessary and that it must develop care and accuracy. But the main thing will be that the attitude of the members of the board at the Goetheanum really places it at the center of the spiritual interests of the society. It should bring together all the spiritual interests that exist.

It is not the intention of this board to restrict the initiative of the individual parts of the Society in any way. But it should increasingly be seen as a necessity that everything that arises in the Society be brought to the attention of this board. It can then harmonize what is wanted in one place or by one group of people with what is intended by another. This board will not want to act in a one-sided way like an authority “from above”; it will make it its business to have an open heart and an understanding mind for everything that strives for realization from within the membership. In this respect, he would also like to be able to count on understanding in the sense that he will be met halfway, actively met halfway, when he wants to implement something out of his own initiative, out of the aims of the anthroposophical movement. In this sense, I said at the Christmas Conference: This board should be an initiative board.

If this board is increasingly seen in this light, then it will be able to properly advise on all matters concerning the association. And it wants to be an “advisor”; because it knows that it would fundamentally contradict the spirit of the Anthroposophical Society if it wanted to be a “decider”. In his advice, he will appeal to nothing other than the free insight of the members; but he will only be able to be a true “advisor” if he is placed in the right frame of mind to understand the intentions and aspirations of the members.

The Executive Council at the Goetheanum would like to see a connection established, as far away as possible, in paragraphs and programs, with the work in society; it would like to see the direct human element, which can also work individually in every detail, come into general validity within society. And above all, it would like to achieve this in everything that is to be done for the School of Spiritual Science.

(continued in the next issue.

Die Freie Hochschule für Geisteswissenschaft VIII

Diese Institution kann nicht aus abstrakten Überlegungen von «oben her» zustande kommen. Sie muss aus den Bedürfnissen unserer Mitgliedschaft von «unten her» entstehen. Der Vorstand der Anthroposophischen Gesellschaft hat den Plan gefasst, eine Jugendsektion zu bilden, weil diese dem entspricht, was die jungen Menschen in unserer Gesellschaft aus den Tiefen ihres Wesens heraus suchen. Und er wird sie so gestalten, dass diesen Bedürfnissen in dem Maße, in dem sie auftreten, entsprochen werden kann.

So muss es auch für die anderen Sektionen werden. Dazu aber ist notwendig, dass die Bedürfnisse, welche innerhalb unserer Mitgliedschaft zutage treten, auch wirklich durch die ganze Gesellschaft fließen und zuletzt sich in dem vereinigen, was man vom Vorstand am Goetheanum erwartet. Man sollte sich deshalb immer mehr zum Bewusstsein bringen, dass der Sinn der Weihnachtstagung nicht der war, einen bloßen «Verwaltungsvorstand» zu bilden. Gewiss, die «Verwaltung» muss da sein, und es soll nicht vergessen werden, dass sie notwendig ist und dass sie Sorgfalt und Genauigkeit zu entwickeln hat. Aber die Hauptsache wird sein, dass durch die Gesinnung in der Mitgliedschaft der Vorstand am Goetheanum wirklich in den Mittelpunkt der geistigen Interessen der Gesellschaft gestellt wird. In ihm sollte zusammenfließen, was an solchen geistigen Interessen vorhanden ist.

Diesem Vorstand soll es ferne liegen, die Initiative in den einzelnen Teilen der Gesellschaft zu dem oder jenem in irgendeiner Art beschränken zu wollen. Aber man sollte es immer mehr als eine Notwendigkeit ansehen, dass alles, was in der Gesellschaft auftaucht, zum Wissen dieses Vorstandes gebracht werde. Er kann dann, was an dem einen Orte oder von der einen Menschengruppe gewollt ist, in Einklang bringen mit dem, was von anderer Seite beabsichtigt wird. Dieser Vorstand wird nicht in einseitiger Art wie eine Behörde «von oben» wirken wollen; er wird es sich zur Aufgabe machen, offenes Herz und verständnisvollen Sinn zu haben für alles, was aus der Mitgliedschaft heraus nach Verwirklichung strebt. Er möchte in dieser Beziehung nur auch auf Verständnis nach der Richtung hin rechnen dürfen, dass man ihm entgegenkommt, tätig entgegenkommt, wo er aus seiner Initiative, aus den Zielen der anthroposophischen Bewegung heraus, etwas durchführen möchte. In diesem Sinne habe ich bei der Weihnachtstagung gesagt: Dieser Vorstand soll ein InitiativVorstand sein.

Wenn man immer mehr diesen Vorstand in solcher Art wird ansehen wollen, dann wird er in rechter Art der Berater werden können in allen Angelegenheiten der Gesellschaft. Und ein «Berater» möchte er sein; da er wohl weiß, dass es dem Geiste der anthroposophischen Gesellschaft gründlich widerspräche, wenn er ein «Verfüger» sein wollte. Er wird bei seinen Ratschlägen an nichts anderes appellieren als an die freie Einsicht der Mitglieder; aber er wird auch nur rechter «Berater» sein können, wenn in rechter Gesinnung an seinen Platz gebracht wird, was in den Absichten, in den Bestrebungen der Mitglieder liegt.

Der Vorstand am Goetheanum möchte, dass so ferne wie möglich läge, in Paragrafen und Programmen eine Verbindung mit dem Wirken in der Gesellschaft herzustellen; er möchte, dass das unmittelbar Menschliche, das in jeder Einzelheit auch individuell wirken kann, zur ganz allgemeinen Geltung innerhalb der Gesellschaft komme. Und er möchte das vor allem bei alle dem erreichen, was für die Freie Hochschule für Geisteswissenschaft getan werden soll.

(Fortsetzung in nächster Nummer.)