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Truth and Sciences
GA 3

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I. Das bewußte menschliche Handeln

[ 1 ] Ist der Mensch in seinem Denken und Handeln ein geistig freies Wesen oder steht er unter dem Zwange einer rein naturgesetzlichen ehernen Notwendigkeit? Auf wenige Fragen ist so viel Scharfsinn gewendet worden als auf diese. Die Idee der Freiheit des menschlichen Willens hat warme Anhänger wie hartnäckige Gegner in reicher Zahl gefunden. Es gibt Menschen, die in ihrem sittlichen Pathos jeden für einen beschränkten Geist erklären, der eine so offenkundige Tatsache wie die Freiheit zu leugnen vermag. Ihnen stehen andere gegenüber, die darin den Gipfel der Unwissenschaftlichkeit erblicken, wenn jemand die Gesetzmäßigkeit der Natur auf dem Gebiete des menschlichen Handelns und Denkens unterbrochen glaubt. Ein und dasselbe Ding wird hier gleich oft für das kostbarste Gut der Menschheit wie für die ärgste Illusion erklärt. Unendliche Spitzfindigkeit wurde aufgewendet, um zu erklären, wie sich die menschliche Freiheit mit dem Wirken in der Natur, der doch auch der Mensch angehört, verträgt. Nicht geringer ist die Mühe, mit der von anderer Seite begreiflich zu machen gesucht wurde, wie eine solche Wahnidee hat entstehen können. Daß man es hier mit einer der wichtigsten Fragen des Lebens, der Religion, der Praxis und der Wissenschaft zu tun hat, das fühlt jeder, bei dem nicht das Gegenteil von Gründlichkeit der hervorstechendste Zug seines Charakters ist. Und es gehört zu den traurigen Zeichen der Oberflächlichkeit gegenwärtigen Denkens, daß ein Buch, das aus den Ergebnissen neuerer Naturforschung einen «neuen Glauben» prägen will (David Friedrich Strauß, Der alte und der neue Glaube), über diese Frage nichts enthält als die Worte: «Auf die Frage nach der Freiheit des menschlichen Willens haben wir uns hierbei nicht einzulassen. Die vermeintlich indifferente Wahlfreiheit ist von jeder Philosophie, die des Namens wert war, immer als ein leeres Phantom erkannt worden; die sittliche Wertbestimmung der menschlichen Handlungen und Gesinnungen aber bleibt von jener Frage unberührt. Nicht weil ich glaube, daß das Buch, in dem sie steht, eine besondere Bedeutung hat, führe ich diese Stelle hier an, sondern weil sie mir die Meinung auszusprechen scheint, bis zu der sich in der fraglichen Angelegenheit die Mehrzahl unserer denkenden Zeitgenossen aufzuschwingen vermag. Daß die Freiheit darin nicht bestehen könne, von zwei möglichen Handlungen ganz nach Belieben die eine oder die andere zu wählen, scheint heute jeder zu wissen, der darauf Anspruch macht, den wissenschaftlichenKinderschuhen entwachsen zu sein. Es ist immer, so behauptet man, ein ganz bestimmter Grund vorhanden, warum man von mehreren möglichen Handlungen gerade eine bestimmte zur Ausführung bringt.

[ 2 ] Das scheint einleuchtend. Trotzdem richten sich bis zum heutigen Tage die Hauptangriffe der Freiheitsgegner nur gegen die Wahlfreiheit. Sagt doch Herbert Spencer, der in Ansichten lebt, die mit jedemTage an Verbreitung gewinnen (Die Prinzipien der Psychologie, von Herbert Spencer, deutsche Ausgabe von Dr. B. Vetter, Stuttgart 1882): «Daß aber jedermann auch nach Belieben begehren oder nicht begehren könne, was der eigentliche im Dogma vom freien Willen liegende Satz ist, das wird freilich ebensosehr durch die Analyse des Bewußtseins, als durch den Inhalt der vorhergehenden Kapitel (der Psychologie) verneint.» Von demselben Gesichtspunkte gehen auch andere aus, wenn sie den Begriff des freien Willens bekämpfen. Im Keime finden sich alle diesbezüglichen Ausführungen schon bei Spinoza. Was dieser klar und einfach gegen die Idee der Freiheit vorbrachte, das wurde seitdem unzählige Male wiederholt, nur eingehüllt zumeist in die spitzfindigsten theoretischen Lehren, so daß es schwer wird, den schlichten Gedankengang, auf den es allein ankommt, zu erkennen. Spinoza schreibt in einem Briefe vom Oktober oder November 1674: «Ich nenne nämlich die Sache frei, die aus der bloßen Notwendigkeit ihrer Natur besteht und handelt, und gezwungen nenne ich die, welche von etwas anderem zum Dasein und Wirken in genauer und fester Weise bestimmt wird. So besteht zum Beispiel Gott, obgleich notwendig, doch frei, weil er nur aus der Notwendigkeit seiner Natur allein besteht. Ebenso erkennt Gott sich selbst und alles andere frei, weil es aus der Notwendigkeit seiner Natur allein folgt, daß er alles erkennt. Sie sehen also, daß ich die Freiheit nicht in ein freies Beschließen, sondern in eine freie Notwendigkeit setze.

[ 3 ] Doch wir wollen zu den erschaffenen Dingen herabsteigen, welche sämtlich von äußern Ursachen bestimmt werden, in fester und genauer Weise zu bestehen und zu wirken. Um dies deutlicher einzusehen, wollen wir uns eine ganz einfache Sache vorstellen. So erhält zum Beispiel ein Stein von einer äußeren, ihn stoßenden Ursache eine gewisse Menge von Bewegung, mit der er nachher, wenn der Stoß der äußern Ursache aufgehört hat, notwendig fortfährt, sich zu bewegen. Dieses Beharren des Steines in seiner Bewegung ist deshalb ein erzwungenes und kein notwendiges, weil es durch den Stoß einer äußern Ursache definiert werden muß. Was hier von dem Stein gilt, gilt von jeder andern einzelnen Sache, und mag sie noch so zusammengesetzt und zu vielem geeignet sein, nämlich, daß jede Sache notwendig von einer äußern Ursache bestimmt wird, in fester und genauer Weise zu bestehen und zu wirken.

[ 4 ] Nehmen Sie nun, ich bitte, an, daß der Stein, während er sich bewegt, denkt und weiß, er bestrebe sich, soviel er kann, in dem Bewegen fortzufahren. Dieser Stein, der nur seines Strebens sich bewußt ist und keineswegs gleichgültig sich verhält, wird glauben, daß er ganz frei sei und daß er aus keinem andern Grunde in seiner Bewegung fort fahre, als weil er es wolle. Dies ist aber jene menschliche Freiheit, die alle zu besitzen behaupten und die nur darin besteht, daß die Menschen ihres Begehrens sich bewußt sind, aber die Ursachen, von denen sie bestimmt werden, nicht kennen. So glaubt das Kind, daß es die Milch frei begehre und der zornige Knabe, daß er frei die Rache verlange, und der Furchtsame die Flucht. Ferner glaubt der Betrunkene, daß er nach freiem Entschluß dies spreche, was er, wenn er nüchtern geworden, gern nicht gesprochen hätte; und da dieses Vorurteil allen Menschen angeboren ist, so kann man sich nicht leicht davon befreien. Denn wenn auch die Erfahrung genügend lehrt, daß die Menschen am wenigsten ihr Begehren mäßigen können und daß sie, von entgegengesetzten Leidenschaften bewegt, das Bessere einsehen und das Schlechtere tun, so halten sie sich doch für frei und zwar, weil sie manches weniger stark begehren und manches Begehren leicht durch die Erinnerung an anderes, dessen man sich oft entsinnt, gehemmt werden kann.»—

[ 5 ] Weil hier eine klar und bestimmt ausgesprochene Ansicht vorliegt, wird es auch leicht, den Grundirrtum, der darin steckt, aufzudecken. So notwendig, wie der Stein auf einen Anstoß hin eine bestimmte Bewegung ausführt, ebenso not wendig soll der Mensch eine Handlung ausführen, wenn er durch irgendeinen Grund dazu getrieben wird. Nur weil der Mensch ein Bewußtsein von seiner Handlung hat, halte er sich für den freien Veranlasser derselben. Er übersehe dabei aber, daß eine Ursache ihn treibt, der er unbedingt folgen muß. Der Irrtum in diesem Gedankengange ist bald gefunden. Spinoza und alle, die denken wie er, übersehen, daß der Mensch nicht nur ein Bewußtsein von seiner Handlung hat, sondern es auch von den Ursachen haben kann, von denen er geleitet wird. Niemand wird es bestreiten, daß — das Kind unfrei ist, wenn es die Milch begehrt, daß der Betrunkene es ist, wenn er Dinge spricht, die er später bereut. Beide wissen nichts von den Ursachen, die in den Tiefen ihres Organismus tätig sind, und unter deren unwiderstehlichem Zwange sie stehen. Aber ist es berechtigt, Handlungen dieser Art in einen Topf zu werfen mit solchen, bei denen sich der Mensch nicht nur seines Handelns bewußt ist, sondern auch der Gründe, die ihn veranlassen? Sind die Handlungen der Menschen denn von einerlei Art? Darf die Tat des Kriegers auf dem Schlachtfelde, die des wissenschaftlichen Forschers im Laboratorium, des Staatsmannes in verwickelten diplomatischen Angelegenheiten wissenschaftlich auf gleiche Stufe gestellt werden mit der des Kindes, wenn es nach Milch begehrt? Wohl ist es wahr, daß man die Lösung einer Aufgabe da am besten versucht, wo die Sache am einfachsten ist. Aber oft schon hat der Mangel an Unterscheidungsvermögen endlose Verwirrung gebracht. Und ein tiefgreifender Unterschied ist es doch, ob ich weiß, warum ich etwas tue, oder ob das nicht der Fall ist. Zunächst scheint das eine ganz selbstverständliche Wahrheit zu sein. Und doch wird von den Gegnern der Freiheit nie danach gefragt, ob denn ein Beweggrund meines Handelns, den ich erkenne und durchschaue, für mich in gleichem Sinne einen Zwang bedeutet, wie der organische Prozeß, der das Kind veranlaßt, nach Milch zu schreien.

[ 6 ] Eduard von Hartmann behauptet in seiner «Phänomenologie des sittlichen Bewußtseins» (5. 451), das menschliche Wollen hänge von zwei Hauptfaktoren ab: von den Beweggründen und von dem Charakter. Betrachtet man die Menschen alle als gleich oder doch ihre Verschiedenheiten als unerheblich, so erscheint ihr Wollen als von außen bestimmt, nämlich durch die Umstände, die an sie herantreten. Erwägt man aber, daß verschiedene Menschen eine Vorstellung erst dann zum Beweggrund ihres Handelns machen, wenn ihr Charakter ein solcher ist, der durch die entsprechende Vorstellung zu einer Begehrung veranlaßt wird, so erscheint der Mensch von innen bestimmt und nicht von außen. Der Mensch glaubt nun, weil er, gemäß seinem Charakter, eine ihm von außen aufgedrängte Vorstellung erst zum Beweggrund machen muß: er sei frei, das heißt unabhängig von äußeren Beweggründen. Die Wahrheit aber ist, nach Eduard von Hartmann, daß: «Wenn aber auch wir selbst die Vorstellungen erst zu Motiven erheben, so tun wir dies doch nicht willkürlich, sondern nach der Notwendigkeit unserer charakterologischen Veranlagung, also nichts weniger als frei». Auch hier bleibt der Unterschied ohne alle Berücksichtigung, der besteht zwischen Beweggründen, die ich erst auf mich wirken lasse, nachdem ich sie mit meinem Bewußtsein durchdrungen habe, und solchen, denen ich folge, ohne daß ich ein klares Wissen von ihnen besitze.

[ 7 ] Und dies führt unmittelbar auf den Standpunkt, von dem aus hier die Sache angesehen werden soll. Darf die Frage nach der Freiheit unseres Willens überhaupt einseitig für sich gestellt werden? Und wenn nicht: mit welcher andern muß sie notwendig verknüpft werden?

[ 8 ] Ist ein Unterschied zwischen einem bewußten Beweggrund meines Handelns und einem unbewußten Antrieb, dann wird der erstere auch eine Handlung nach sich ziehen, die anders beurteilt werden muß als eine solche aus blindem — Drange. Die Frage nach diesem Unterschied wird also die erste sein. Und was sie ergibt, davon wird es erst abhängen, wie wir uns zu der eigentlichen Freiheitsfrage zu stellen haben.

[ 9 ] Was heißt es, ein Wissen von den Gründen seines Handelns haben? Man hat diese Frage zu wenig berücksichtigt, weil man leider immer in zwei Teile zerrissen hat, was ein untrennbares Ganzes ist: den Menschen. Den Handelnden und den Erkennenden unterschied man, und leer ausgegangen ist dabei nur der, auf den es vor allen andern Dingen ankommt: der aus Erkenntnis Handelnde.

[ 10 ] Man sagt: frei sei der Mensch, wenn er nur unter der Herrschaft seiner Vernunft stehe und nicht unter der der animalischen Begierden. Oder auch: Freiheit bedeute, sein Leben und Handeln nach Zwecken und Entschlüssen bestimmen zu können.

[ 11 ] Mit Behauptungen solcher Art ist aber gar nichts gewonnen. Denn das ist ja eben die Frage, ob die Vernunft, ob Zwecke und Entschlüsse in gleicher Weise auf den Menschen einen Zwang ausüben wie animalische Begierden. Wenn ohne mein Zutun ein vernünftiger Entschluß in mir auftaucht, gerade mit derselben Notwendigkeit wie Hunger und Durst, dann kann ich ihm nur notgedrungen folgen, und meine Freiheit ist eine Illusion.

[ 12 ] Eine andere Redewendung lautet: Freisein heißt nicht wollen können, was man will, sondern tun können, was man will. Diesen Gedanken hat der Dichterphilosoph Robert Hamerling in seiner «Atomistik des Willens» in scharf-umrissenen Worten gekennzeichnet: «Der Mensch kann allerdings tun, was er will — aber er kann nicht wollen, was er will, weil sein Wille durch Motive bestimmt ist! — Er kann nicht wollen, was er will? Sehe man sich diese Worte doch einmal näher an. Ist ein vernünftiger Sinn darin? Freiheit des Wollens müßte also darin bestehen, daß man ohne Grund, ohne Motiv etwas wollen könnte? Aber was heißt denn Wollen anders, als einen Grund haben, dies lieber zu tun oder anzustreben als jenes? Ohne Grund, ohne Motiv etwas wollen, hieße etwas wollen, ohne es zu wollen. Mit dem Begriffe des Wollens ist der des Motivs unzertrennlich verknüpft. Ohne ein bestimmendes Motiv ist der Wille ein leeres Vermögen: erst durch das Motiv wird er tätig und reell. Es ist also ganz richtig, daß der menschliche Wille insofern nicht ‹frei› ist, als seine Richtung immer durch das stärkste der Motive bestimmt ist. Aber es muß andererseits zugegeben werden, daß es absurd ist, dieser ‹Unfreiheit› gegenüber von einer denkbaren ‹Freiheit› des Willens zu reden, welche dahin ginge, wollen zu können, was man nicht will.» (Atomistik des Willens, 2. Band 5. 213 f.)

[ 13 ] Auch hier wird nur von Motiven im allgemeinen gesprochen, ohne auf den Unterschied zwischen unbewußten und bewußten Rücksicht zu nehmen. Wenn ein Motiv auf mich wirkt und ich gezwungen bin, ihm zu folgen, weil es sich als das «stärkste» unter seinesgleichen erweist, dann hört der Gedanke an Freiheit auf, einen Sinn zu haben. Wie soll es für mich eine Bedeutung haben, ob ich etwas tun kann oder nicht, wenn ich von dem Motive gezwungen werde, es zu tun? Nicht darauf kommt es zunächst an: ob ich dann, wenn das Motiv auf mich gewirkt hat, etwas tun kann oder nicht, sondern ob es nur solche Motive gibt, die mit zwingender Notwendigkeit wirken. Wenn ich etwas wollen muß, dann ist es mir unter Umständen höchst gleichgültig, ob ich es auch tun kann. Wenn mir wegen meines Charakters und wegen der in meiner Umgebung herrschenden Umstände ein Motiv aufgedrängt wird, das sichmeinemDenken gegenüber als unvernünftig erweist, dann müßte ich sogar froh sein, wenn ich nicht könnte, was ich will.

[ 14 ] Nicht darauf kommt es an, ob ich einen gefaßten Entschluß zur Ausführung bringen kann, sondern wie der Entschluß in mir entsteht.

[ 15 ] Was den Menschen von allen andern organischen Wesen unterscheidet, ruht auf seinem vernünftigen Denken. Tätig zu sein, hat er mit anderen Organismen gemein. Nichts ist damit gewonnen, wenn man zur Aufhellung des Freiheitsbegriffes für das Handeln des Menschen nach Analogien im Tierreiche sucht. Die moderne Naturwissenschaft liebt solche Analogien. Und wenn es ihr gelungen ist, bei den Tieren etwas dem menschlichen Verhalten Ähnliches gefunden zu haben, glaubt sie, die wichtigste Frage der Wissenschaft vom Menschen berührt zu haben. Zu welchen Mißverständnissen diese Meinung führt, zeigt sich zum Beispiel in dem Buche: «Die Illusion der Willensfreiheit» von P. Rée, 1885, der (5. 5) über die Freiheit folgendes sagt: «Daß es uns so scheint, als ob die Bewegung des Steines notwendig, des Esels Wollen nicht notwendig wäre, ist leicht erklärlich. Die Ursachen, welche den Stein bewegen, sind ja draußen und sichtbar. Die Ursachen aber, vermöge deren der Esel will, sind drinnen und unsichtbar: zwischen uns und der Stätte ihrer Wirksamkeit befindet sich die Hirnschale des Esels... Man sieht die kausale Bedingtheit nicht, und meint daher, sie sei nicht vorhanden. Das Wollen, erklärt man, sei zwar die Ursache der Umdrehung (des Esels), selbst aber sei es unbedingt; es sei ein absoluter Anfang.» Also auch hier wieder wird über Handlungen des Menschen, bei denen er ein Bewußtsein von den Gründen seines Handelns hat, einfach hinweggegangen, denn Rée erklärt: «Zwischen uns und der Stätte ihrer Wirksamkeit befindet sich die Hirnschale des Esels.» Daß es, zwar nicht Handlungen des Esels, wohl aber solche der Menschen gibt, bei denen zwischen uns und der Handlung das bewußt gewordene Motiv liegt, davon hat, schon nach diesen Worten zu schließen, Rée keine Ahnung. Er beweist das einige Seiten später auch noch durch die Worte: «Wir nehmen die Ursachen nicht wahr, durch welche unser Wollen bedingt wird, daher meinen wir, es sei überhaupt nicht ursachlich bedingt.»

[ 16 ] Doch genug der Beispiele, welche beweisen, daß viele gegen die Freiheit kämpfen, ohne zu wissen, was Freiheit überhaupt ist.

[ 17 ] Daß eine Handlung nicht frei sein kann, von der der Täter nicht weiß, warum er sie vollbringt, ist ganz selbstverständlich. Wie verhält es sich aber mit einer solchen, von deren Gründen gewußt wird? Das führt uns auf die Frage: welches ist der Ursprung und die Bedeutung des Denkens? Denn ohne die Erkenntnis der denkenden Betätigung der Seele ist ein Begriff des Wissens von etwas, also auch von einer Handlung nicht möglich. Wenn wir erkennen, was Denken im allgemeinen bedeutet, dann wird es auch leicht sein, klar darüber zu werden, was für eine Rolle das Denken beim menschlichen Handeln spielt. «Das Denken macht die Seele, womit auch das Tier begabt ist, erst zum Geiste», sagt Hegel mit Recht, und deshalb wird das Denken auch dem menschlichen Handeln sein eigentümliches Gepräge geben.

[ 18 ] Keineswegs soll behauptet werden, daß all unser Handeln nur aus der nüchternen Überlegung unseres Verstandes fließe. Nur diejenigen Handlungen als im höchsten Sinne menschlich hinzustellen, die aus dem abstrakten Urteil hervorgehen, liegt mir ganz fern. Aber sobald sich unser Handeln herauferhebt aus dem Gebiete der Befriedigung rein animalischer Begierden, sind unsere Beweggründe immer von Gedanken durchsetzt. Liebe, Mitleid, Patriotismus sind Triebfedern des Handelns, die sich nicht in kalte Verstandesbegriffe auflösen lassen. Man sagt: das Herz, das Gemüt treten da in ihre Rechte. Ohne Zweifel. Aber das Herz und das Gemüt schaffen nicht die Beweggründe des Handelns. Sie setzen dieselben voraus und nehmen sie in ihren Bereich auf. In meinem Herzen stellt sich das Mitleid ein, wenn in meinem Bewußtsein die Vorstellung einer mitleiderregenden Person aufgetreten ist. Der Weg zum Herzen geht durch den Kopf. Davon macht auch die Liebe keine Ausnahme. Wenn sie nicht die bloße Äußerung des Geschlechtstriebes ist, dann beruht sie auf den Vorstellungen, die wir uns von dem geliebten Wesen machen. Und je idealistischer diese Vorstellungen sind, desto beseligender ist die Liebe. Auch hier ist der Gedanke der Vater des Gefühles. Man sagt: die Liebe mache blind für die Schwächen des geliebten Wesens. Die Sache kann auch umgekehrt angefaßt werden und behauptet: die Liebe öffne gerade für dessen Vorzüge das Auge. Viele gehen ahnungslos an diesen Vorzügen vorbei, ohne sie zu bemerken. Der eine sieht sie, und eben deswegen erwacht die Liebe in seiner Seele. Was hat er anderes getan: als von dem sich eine Vorstellung gemacht, wovon hundert andere keine haben. Sie haben die Liebe nicht, weil ihnen die Vorstellung mangelt.

[ 19 ] Wir mögen die Sache anfassen wie wir wollen: immer klarer muß es werden, daß die Frage nach dem Wesen des menschlichen Handelns die andere voraussetzt nach dem Ursprunge des Denkens. Ich wende mich daher zunächst dieser Frage zu.

Versions Available:

The Philosophy of Spiritual Activity 1963, tr. Rita Stebbing
  1. The Philosophy of Freedom 1916, tr. Prof. and Mrs. R. F. Alfred Hoernlé
  2. The Philosophy of Spiritual Activity 1949, tr. Hermann Poppelbaum
  3. The Philosophy of Freedom 1964, tr. Michael Wilson
  4. The Philosophy of Spiritual Activity 1986, tr. William Lindeman
  5. The Philosophy of Spiritual Activity, Steiner Online Library
  6. Die Philosophie der Freiheit, Rudolf Steiner Verlag, 16th ed.

I. The Conscious Human Deed

[ 1 ] Is man in his thinking and acting a spiritually free being, or is he compelled by the iron necessity of natural law? Few questions have been debated more than this one. The concept of the freedom of the human will has found enthusiastic supporters and stubborn opponents in plenty. There are those who, in moral fervor, declare it to be sheer stupidity to deny so evident a fact as freedom. Opposed to them are others who regard as utterly naive the belief that the uniformity of natural law is interrupted in the sphere of human action and thinking. One and the same thing is here declared as often to be the most precious possession of humanity, as it is said to be its most fatal illusion. Infinite subtlety has been devoted to explaining how human freedom is compatible with the working of nature, to which, after all, man belongs. No less pains have been taken to make comprehensible how a delusion like this could have arisen. That here we are dealing with one of the most important questions of life, religion, conduct and science, is felt by everyone whose character is not totally devoid of depth. And indeed, it belongs to the sad signs of the superficiality of present day thinking that a book which attempts to develop a “new faith” 1David Friedrich Strauss, Der alte und neue Glaube, The Old and New Faith, publ. 1872. Born in 1808, appointed professor at the University of Zurich, Strauss became a center of controversy, the intensity of which has been likened to that of the Thirty Years' War. This began with the appearance of his Life of Jesus (1835), in which he questioned the sources of the New Testament, and continued with his Doctrine of the Christian Faith (1840). From this time until his death in 1874, Strauss became world-famous as one of the most frank critics of Christianity. out of the results of the latest scientific discoveries, contains, on this question, nothing but the words:

“There is no need here to go into the question of the freedom of the human will. The supposed indifferent freedom of choice has always been recognized as an empty illusion by every philosophy worthy of the name. The moral valuation of human conduct and character remains untouched by this question.”

I do not quote this passage because I consider that the book in which it appears has any special importance, but because it seems to me to express the only view which most of our thinking contemporaries are able to reach, concerning this question. Everyone who claims to have advanced beyond an elementary education seems nowadays to know that freedom cannot consist in choosing at one's pleasure, one or the other of two possible courses of action; it is maintained that there is always a quite definite reason why, out of several possible actions, we carry out a particular one.

[ 2 ] This seems obvious. Nevertheless, up to now, the main attacks by those who oppose freedom are directed only against the freedom of choice. Herbert Spencer, who has views which are rapidly gaining ground, says:

That everyone is able to desire or not to desire, as he pleases, which is the essential principle in the dogma of free will, is negated by the analysis of consciousness, as well as by the contents of the preceding chapter.2Herbert Spencer, The Principles of Psychology, Part IV, Chapter ix, par. 219. Rudolf Steiner consulted the German edition, translated by Dr. B. Vetter and published at Stuttgart, 1882. Spencer, born 1820, an engineer by training, sought to explain “the phenomena of life, mind, and society in terms of matter, motion, and force.” At first strongly influenced by Coleridge, Spencer placed evolution as the first and most universal principle, influencing all the sciences. To him, evolution was synonymous with progress. In his later development, Spencer championed rugged individualism, and became an outspoken opponent of socialism, upholding what he considered the absolute rights of private enterprise against any form of governmental control. Before his death in 1903, Spencer's optimistic view of human progress collapsed, and he fell prey to marked pessimism regarding the future of mankind.

Others, too, start from the same point of view in combating the concept of free will. The germs of all that is relevant in these arguments are to be found as early as Spinoza.3Benedictus de Spinoza (Baruch de Spinoza), born 1632 in Holland of a Jewish family that had been exiled from Spain and Portugal. He early showed great powers as a student, and in 1656 was banned by the Jewish community at Amsterdam because of his views. His chief work, which had a lasting influence upon future generations of thinkers, long after the author's death in 1677, is The Ethics, which has recently appeared in a new edition titled The Road to Inner Freedom, New York, 1957. All that he brought forward in clear and simple language against the idea of freedom has since been repeated times without number, but usually veiled in the most complicated theoretical doctrines so that it is difficult to recognize the straightforward train of thought on which all depends. Spinoza writes in a letter of October or November, 1674:

“I call something free which exists and acts from the pure necessity of its nature, and I call that compelled, the existence and action of which are exactly and fixedly determined by something else. The existence of God, for example, though necessary, is free because He exists only through the necessity of His nature. Similarly, God knows Himself and all else in freedom, because it follows solely from the necessity of His nature that He knows all. You see, therefore, that I regard freedom as consisting, not in free decision, but in free necessity.

[ 3 ] “But let us come down to created things which are all determined by external causes to exist and to act in a fixed and definite manner. To recognize this more clearly, let us imagine a perfectly simple case. A stone, for example, receives from an external cause acting upon it a certain quantity of motion, by which it necessarily continues to move after the impact of the external cause has ceased. The continued motion of the stone is a compelled one, not a necessary one, because it has to be defined by the thrust of the external cause. What is true here for the stone is true also for every other particular thing, however complicated and many-sided it may be, namely, that each thing is necessarily determined by external causes to exist and to act in a fixed and definite manner.

[ 4 ] Now, please, suppose that during its motion the stone thinks and knows that it is striving to the best of its ability to continue in motion. This stone which is conscious only of its striving and is by no means indifferent, will believe that it is absolutely free, and that it continues in motion for no other reason than its own will to continue. But this is that human freedom which everybody claims to possess and which consists in nothing but this, that men are conscious of their desires, but do not know the causes by which they are determined. Thus the child believes that he is free when he desires milk, the angry boy that he is free in his desire for vengeance, and the timid in his desire for flight. Again, the drunken man believes that he says of his own free decision what, sober again, he would fain have left unsaid, and as this prejudice is innate in all men, it is not easy to free oneself from it. For although experience teaches us often enough that man, least of all, can temper his desires and that, moved by conflicting passions, he sees the better and pursues the worse, yet he considers himself free, simply because there are some things which he desires less strongly and many desires which can easily be inhibited through the recollection of something else which is often remembered.”

[ 5 ] Because here we are dealing with a clear and definitely expressed view, it is also easy to discover the fundamental error in it. As necessarily as a stone continues a definite movement after being put in motion, just as necessarily is a man supposed to carry out an action when urged thereto by any reason. It is only because man is conscious of his action, that he regards himself as its free originator. But, in doing so, he overlooks the fact that he is driven to it by a cause which he has to obey unconditionally. The error in this train of thought is soon found. Spinoza, and all who think like him, overlook the fact that man not only is conscious of his action, but may also become conscious of the causes which guide him. No one will deny that when the child desires milk, he is unfree, as is also the drunken man when he says things he later regrets. Neither knows anything of the causes working in the depths of their organisms, which exercise irresistible power over them. But is it justifiable to lump together actions of this kind with those in which a man is conscious, not only of his actions but also of the reasons which cause him to act? Are the actions of men really all of one kind? Should the deed of a soldier on the field of battle, of the research scientist in his laboratory, of the statesman in complicated diplomatic negotiations, be placed, scientifically, on the same level with that of the child when he desires milk? It is indeed true that it is best to attempt the solution of a problem where the conditions are simplest. But inability to differentiate has caused endless confusion before now. There is, after all, a profound difference between whether I know why I do something, or whether I do not. At first sight this seems a self-evident truth. And yet those who oppose freedom never ask whether a motive which I recognize and see through, compels me in the same sense as does the organic process in the child that causes him to cry for milk.

[ 6 ] Eduard von Hartmann 4Eduard von Hartmann, Phänomenologie des sittlichen Bewusstseins, Phenomenology of Moral Consciousness, German ed. p. 451. Born 1842, von Hartmann was originally an officer in the Prussian army. Because of an illness, he retired from military service and took up an intensive study of philosophy. In 1869 his Philosophie des Unbewussten (Philosophy of the Unconscious) appeared, and made him famous almost overnight. Of the many other works he wrote, this book remained his most famous. Rudolf Steiner describes a personal impression of von Hartmann, whom he visited in Berlin in 1888 following a philosophical correspondence with him over some years. This account may be found in Chapter IX of Steiner's autobiography. Steiner's Wahrheit und Wissenschaft (Truth and Knowledge), published in this present volume, was dedicated to von Hartmann. The latter died in 1906. maintains that the human will depends on two main factors: the motive and the character. If one regards all men as alike, or at any rate the differences between them as negligible, then their will appears as determined from without, namely by the circumstances which come to meet them. But if one takes into consideration that men let a representation become a motive for their deeds only if their character is such that the particular representation arouses a desire in them, then man appears as determined from within and not from without. Now, because a representation pressing in on him from without must first, in accordance with his character, be adopted as a motive, man believes himself to be free, that is, independent of external motives. The truth, however, according to Eduard von Hartmann, is that

“even though we ourselves first turn a representation into a motive, we do so not arbitrarily, but according to the necessity of our characterological disposition, that is, we are anything but free.”

Here again, the difference between motives which I allow to influence me only after I have permeated them with my consciousness, and those which I follow without having any clear knowledge of them, is disregarded.

[ 7 ] And this leads directly to the standpoint from which the facts will be considered here. Is it at all permissible to consider by itself the question of the freedom of our will? And if not: With what other question must it necessarily be connected?

[ 8 ] If there is a difference between a conscious motive of my action and an unconscious impulse, then the conscious motive will result in an action which must be judged differently from one that springs from blind urge. The first question must, therefore, concern this difference, and upon the answer will depend how we are to deal with the question of freedom as such.

[ 9 ] What does it mean to know the reason for one's action? This question has been too little considered because, unfortunately, the tendency has always been to tear into two parts what is an inseparable whole: Man. We distinguish the knower from the doer, and the one who really matters is lost sight of: the man who acts because he knows.

[ 10 ] It is said: Man is free when his reason has the upper hand, not his animal cravings. Or else: Freedom means to be able to determine one's life and action in accordance with purposes and decisions.

[ 11 ] Nothing is achieved by assertions of this kind. For the question is just whether reason, purposes and decisions exercise compulsion over a man in the same way as do his animal cravings. If, without my doing, a reasonable decision emerges in me with just the same necessity as hunger and thirst, then I must needs obey it, and my freedom is an illusion.

[ 12 ] Another phrase is: To be free means not that one is able to will what one wants, but that one is able to do what one wants. This thought has been expressed with great clearness by the poet-philosopher, Robert Hamerling.5In his Atomistik des Willens, Atomic Theory of Will, Ger. ed., Hamburg, 1891, 2 vols. p. 213. Robert Hamerling, the Austrian poet-philosopher was born March 24, 1830. He early showed ability in poetry, and although from poor parentage, the generosity of friends enabled him to attend the gymnasium in Vienna, and afterward the University there. In the revolutionary movements which swept Europe in 1848, Hamerling joined the student legion in the Vienna revolt. The collapse of the uprising in 1849 made it necessary for him to hide for a long time in order to escape arrest. Later he studied natural science and philosophy. In 1855 he was appointed master at the gymnasium in Trieste. Many years of ill health caused him finally to retire on a government pension in 1866. In comparatively comfortable circumstances, Hamerling spent the remainder of his life in his home near Gratz, devoting himself to writing until his death on July 13, 1889. He is referred to as “one of the most remarkable poets of the Austrian school; his poems are full of life and color.” His most popular work was Ahasver in Rom, Ahasver in Rome (1866), with Nero as principal character. Der König von Sion, The King of Zion, (1869) is generally considered to be his masterpiece. In 1888 his Homunculus appeared, and was reviewed with extensive comment by Rudolf Steiner. His Amor und Psyche was published in 1882; his novel Aspasia (1876), described Greek life in the age of Pericles. In 1870 his drama concerning the French Revolution, Danton und Robespierre, was published. Rudolf Steiner commented on this drama in his Speech and Drama Course given in 1924, and in fact, many references to Hamerling and his work appear in books and lectures by Rudolf Steiner, including the latter's autobiography.

“Man can, indeed, do what he wants, but he cannot will what he wants, because his will is determined by motives! He cannot will what he wants? Let us consider these words more closely. Have they any sense? Should freedom of will consist in being able to will something without reason, without a motive? But what does it mean to will something, other than to have a reason to do or to strive for this rather than that? To will something without a reason, without a motive, would mean to will something without willing it. The concept of will is inseparable from that of motive. Without a motive to determine it, the will is an empty ability; only through the motive does it become active and real. It is, therefore, quite correct that the human will is not free, inasmuch as its direction is always determined by that motive which is the strongest. But, on the other hand, it must be admitted that in contrast with this ‘unfreedom,’ it is absurd to speak of a thinkable ‘freedom’ of the will, which would end up in being able to will what one does not will.”

[ 13 ] Here again, only motives in general are discussed. without regard for the difference between unconscious and conscious motives. If a motive affects me and I am compelled to act on it because it proves to be the “strongest” of its kind, then the thought of freedom ceases to have any meaning. Should it matter to me whether I can do a thing or not, if I am forced by the motive to do it? The immediate question is not whether I can or cannot do a thing when a motive has influenced me, but whether only such motives exist as affect me with compelling necessity. If I have to will something, then I may well be absolutely indifferent as to whether I can also do it. And if, through my character, or through circumstances prevailing in my environment, a motive is pressed upon me which to my thinking is unreasonable, then I should even have to be glad if I could not do what I will.

[ 14 ] The question is not whether I can carry out a decision once made, but how the decision arises within me.

[ 15 ] What distinguishes man from all other organic beings is his rational thinking. Actions he has in common with other organisms. Nothing is gained by seeking analogies in the animal world to clarify the concept of freedom of action of human beings. Modern natural science loves such analogies. When scientists have succeeded in finding among animals something similar to human behavior, they believe they have touched upon the most important question of the science of man. To what misunderstandings this view leads is seen, for example, in a book by P. Rée,6Die Illusion der Willensfreiheit, The Illusion of the Freedom of the Will, by Paul Rée, publ. 1885, p. 5. Paul Rée (1849–1901) was a German positivist philosopher, known widely as an editor of the writings of Friedrich Nietzsche. Rée met Nietzsche in 1876, as Rudolf Steiner relates in his Friedrich Nietzsche, Fighter for Freedom, p. 159–60. Steiner refers to Rée in the preface to this book, written in Weimar, 1895: “Such an average brain as that of Paul Rée could make no important impression on Nietzsche.” (op. cit. p. 40). where the following remark on freedom appears:

“It is easy to explain why the movement of a stone seems to us necessary, while the will-impulse of a donkey does not. The causes which set the stone in motion are external and visible, while the causes which induce in the donkey impulses of will are internal and invisible, that is, between us and the place where they are active there is the skull of the donkey. ... The dependence on a cause is not seen and the conclusion, therefore, is drawn that no dependence is present. It is explained that the will is, indeed, the cause of the donkey's turning round, but that it is itself unconditioned; it is an absolute beginning.”

Here again, human actions in which man is conscious of the reasons why he acts, are simply ignored, for Rée declares:

“Between us and the place where the causes are active there is the skull of the donkey.”

From these words can be seen that Rée had no notion that there are actions, not indeed of the donkey, but of human beings, in which between us and the deed lies the motive that has become conscious. That Rée does not see this he shows again later, when he says:

“We do not perceive the causes by which our will is determined, hence we believe that our will is not causally determined at all.”

[ 16 ] But enough of examples which show that many oppose freedom without knowing in the least what freedom is.

[ 17 ] That an action cannot be free, of which the doer does not know why he carries it out, is obvious. But what about an action for which we know the reason? This leads us to the question: What is the origin and significance of thinking? For without knowledge of the thinking activity of the soul, it is impossible to form a concept of what it means to know something, and therefore also of what it means to know the reason for an action. When we recognize what thinking in general means, then it will also be easy to become clear about the role that thinking plays in human action. As Hegel 7Georg Wilhelm Friedrich Hegel (1770–1831). A voluminous literature on Hegel and Hegelian thought exists in English, including biographical studies, translations, and commentaries on his writings. Consult any standard encyclopedia for details. rightly says,

“It is thinking that turns the soul, with which the animals are also endowed, into spirit.”

And this is why thinking gives to human action its characteristic stamp.

[ 18 ] It is not maintained that all our action springs only from the sober deliberations of our reason. Far be it from me to consider human in the highest sense only those actions which result from abstract judgments. But as soon as our conduct rises above the sphere of the satisfaction of purely animal desires, our motives are always permeated by thoughts. Love, pity and patriotism are motivating forces for deeds which cannot be analyzed away into cold concepts of the intellect. It is said that here the heart and the mood of soul hold sway. No doubt. But the heart and the mood of the soul do not create the motives. They presuppose them and let them enter. Pity enters my heart when the representation of a person who arouses pity appears in my consciousness. The way to the heart is through the head. Love is no exception. Whenever it is not merely the expression of bare sexual instinct, it depends on the representation we form of the loved one. And the more idealistic these representations are, just so much the more blessed is our love. Here too, thought is the father of feeling. It is said: Love makes us blind to the failings of the loved one. But this also holds good the other way round, and it can be said: Love opens the eyes just for the good qualities of the loved one. Many pass by these good qualities without noticing them. One, however, sees them, and just because he does, love awakens in his soul. He has done nothing other than form a representation of something, of which hundreds have none. They have no love because they lack the representation.

[ 19 ] From whatever point we regard the subject, it becomes ever clearer that the question of the nature of human action presupposes that of the origin of thinking. I shall, therefore, turn to this question next.