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The Rudolf Steiner Archive

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From the Akashic Records
GA 11

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Aus der Akasha-Chronik
Vorbemerkungen

[ 1 ] Durch die gewöhnliche Geschichte kann sich der Mensch nur über einen geringen Teil dessen belehren, was die Menschheit in der Vorzeit erlebt hat. Nur auf wenige Jahrtausende werfen die geschichtlichen Zeugnisse Licht. Und auch was uns die Altertumskunde die Paläontologie, die Geologie lehren können, ist nur etwas sehr Begrenztes. Und zu dieser Begrenztheit kommt noch die Unzuverlässigkeit alles dessen, was auf äußere Zeugnisse aufgebaut ist. Man bedenke nur, wie sich das Bild dieser oder jener gar nicht so lange hinter uns liegenden Begebenheit oder eines Volkes geändert hat, wenn neue geschichtliche Zeugnisse aufgefunden worden sind. Man vergleiche nur einmal die Schilderungen, die von verschiedenen Geschichtsschreibern über eine und dieselbe Sache gegeben werden; und man wird sich bald überzeugen, auf welch unsicherem Boden man da steht. Alles, was der äußeren Sinnenwelt angehört, unterliegt der Zeit. Und die Zeit zerstört auch, was in der Zeit entstanden ist. Die äußerliche Geschichte ist aber auf das angewiesen, was in der Zeit erhalten geblieben ist. Niemand kann sagen, ob das, was erhalten geblieben ist, auch das Wesentliche ist, wenn er bei den äußeren Zeugnissen stehenbleibt. — Aber alles, was in der Zeit entsteht, hat seinen Ursprung im Ewigen. Nur ist das Ewige der sinnlichen Wahrnehmung nicht zugänglich. Aber dem Menschen sind die Wege offen zur Wahrnehmung des Ewigen. Er kann die in ihm schlummernden Kräfte so ausbilden, daß er dieses Ewige zu erkennen vermag. In den Aufsätzen über die Frage: «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?», die in dieser Zeitschrift erscheinen, wird auf diese Ausbildung hingewiesen. In ihrem Verlaufe werden diese Aufsätze auch zeigen, daß der Mensch auf einer gewissen hohen Stufe seiner Erkenntnisfähigkeit auch zu den ewigen Ursprüngen der zeitlich vergänglichen Dinge dringen kann. Erweitert der Mensch auf diese Art sein Erkenntnisvermögen, dann ist er behufs Erkenntnis der Vergangenheit nicht mehr auf die äußeren Zeugnisse angewiesen. Dann vermag er zu schauen, was an den Ereignissen nicht sinnlich wahrnehmbar ist, was keine Zeit von ihnen zerstören kann. Von der vergänglichen Geschichte dringt er zu einer unvergänglichen vor. Diese Geschichte ist allerdings mit andern Buchstaben geschrieben als die gewöhnliche. Sie wird in der Gnosis, in der Theosophie die «Akasha-Chronik» genannt. Nur eine schwache Vorstellung kann man in unserer Sprache von dieser Chronik geben. Denn unsere Sprache ist auf die Sinnenwelt berechnet. Und was man mit ihr bezeichnet, erhält sogleich den Charakter dieser Sinnenwelt. Man macht daher leicht auf den Uneingeweihten, der sich von der Tatsächlichkeit einer besonderen Geisteswelt noch nicht durch eigene Erfahrung überzeugen kann, den Eindruck eines Phantasten, wenn nicht einen noch schlimmeren. — Wer sich die Fähigkeit errungen hat, in der geistigen Welt wahrzunehmen, der erkennt da die verflossenen Vorgänge in ihrem ewigen Charakter. Sie stehen vor ihm nicht wie die toten Zeugnisse der Geschichte, sondern in vollem Leben. Es spielt sich vor ihm in einer gewissen Weise ab, was geschehen ist. — die in das Lesen solcher lebenden Schrift eingeweiht sind, können in eine weit fernere Vergangenheit zurückblicken als in diejenige, welche die äußere Geschichte darstellt; und sie können auch — aus unmittelbarer geistiger Wahrnehmung — die Dinge, von denen die Geschichte berichtet, in einer weit zuverlässigeren Weise schildern, als es dieser möglich ist. Um einem möglichen Irrtum vorzubeugen, sei hier gleich gesagt, daß auch der geistigen Anschauung keine Unfehlbarkeit innewohnt. Auch diese Anschauung kann sich täuschen, kann ungenau, schief, verkehrt sehen. Von Irrtum frei ist auch auf diesem Felde kein Mensch; und stünde er noch so hoch. Deshalb soll man sich nicht daran stoßen, wenn Mitteilungen, die aus solchen geistigen Quellen stammen, nicht immer völlig übereinstimmen. Allein die Zuverlässigkeit der Beobachtung ist hier eine doch weit größere als in der äußerlichen Sinnenwelt. Und was verschiedene Eingeweihte über Geschichte und Vorgeschichte mitteilen können, wird im Wesentlichen in Übereinstimmung sein. Tatsächlich gibt es solche Geschichte und Vorgeschichte in allen Geheimschulen. Und hier herrscht seit Jahrtausenden so volle Übereinstimmung, daß sich damit die Übereinstimmung, die zwischen den äußeren Geschichtsschreibern auch nur eines Jahrhunderts besteht, gar nicht vergleichen läßt. Die Eingeweihten schildern zu allen Zeiten und allen Orten im Wesentlichen das gleiche.

[ 2 ] Nach diesen Vorbemerkungen sollen hier mehrere Kapitel aus der Akasha-Chronik wiedergegeben werden. Der Anfang soll gemacht werden mit Schilderungen derjenigen Tatsachen, die sich abspielten, als zwischen Amerika und Europa noch das sogenannte atlantische Festland vorhanden war. Auf diesem Teil unserer Erdoberfläche war einstmals Land. Der Boden dieses Landes bildet heute den Grund des Atlantischen Ozeans. Plato erzählt noch von dem letzten Rest des Landes, der Insel Poseidonis, die westwärts von Europa und Afrika lag. Daß der Meeresboden des Atlantischen Ozeans einstmals Festland war, daß er durch etwa eine Million von Jahren der Schauplatz einer Kultur war, die allerdings von unserer heutigen sehr verschieden gewesen ist: dies, sowie die Tatsache, daß die letzten Reste dieses Festlandes im zehnten Jahrtausend v.Chr. untergegangen sind, kann der Leser in dem Büchlein «Atlantis, nach okkulten Quellen, von W. Scott-Elliot» nachlesen. Hier sollen Mitteilungen gegeben werden über diese uralte Kultur, welche Ergänzungen bilden zu dem in jenem Buche Gesagten. Während dort mehr die Außenseite, die äußeren Vorgänge bei diesen unseren atlantischen Vorfahren geschildert werden, soll hier einiges verzeichnet werden über ihren seelischen Charakter und über die innere Natur der Verhältnisse, unter denen sie lebten. Der Leser muß sich also in Gedanken zurückversetzen in ein Zeitalter, das fast zehntausend Jahre hinter uns liegt und das viele Jahrtausende hindurch gedauert hat. Was hier geschildert wird, hat sich aber nicht allein auf dem von den Wassern des Atlantischen Ozeans überfluteten Festland abgespielt, sondern auch auf den benachbarten Gebieten des heutigen Asien, Afrika, Europa und Amerika. Und was sich in diesen Gebieten später abspielte, hat sich aus jener früheren Kultur heraus entwickelt. — über die Quellen der hier zu machenden Mitteilungen bin ich heute noch verpflichtet, Schweigen zu beobachten. Wer über solche Quellen überhaupt etwas weiß, wird verstehen, warum das so sein muß. Aber es können Ereignisse eintreten, die auch ein Sprechen nach dieser Richtung hin sehr bald möglich machen. Wieviel von den Erkenntnissen, die im Schoße der theosophischen Strömung verborgen liegen, nach und nach mitgeteilt werden darf, das hängt ganz von dem Verhalten unserer Zeitgenossen ab. — und nun soll das erste der Schriftstücke folgen, die hier verzeichnet werden können.

Versions Available:

Cosmic Memory 1959, tr. Karl E. Zimmer
  1. Atlantis and Lemuria 1911, tr. Max Gysi
  2. From the Akashic Record, Steiner Online Library
  3. Aus der Akasha-Chronik, 6th ed.

ii. From the Akasha Chronicle (Preface)

[ 1 ] By means of ordinary history man can learn only a small part of what humanity experienced in prehistory. Historical documents shed light on but a few millennia. What archaeology, paleontology, and geology can teach us is very limited. Furthermore, everything built on external evidence is unreliable. One need only consider how the picture of an event or people, not so very remote from us, has changed when new historical evidence has been discovered. One need but compare the descriptions of one and the same thing as given by different historians, and he will soon realize on what uncertain ground he stands in these matters. Everything belonging to the external world of the senses is subject to time. In addition, time destroys what has originated in time. On the other hand, external history is dependent on what has been preserved in time. Nobody can say that the essential has been preserved, if he remains content with external evidence.

Everything which comes into being in time has its origin in the eternal. But the eternal is not accessible to sensory perception. Nevertheless, the ways to the perception of the eternal are open for man. He can develop forces dormant in him so that he can recognize the eternal. In the essays, Wie erlangt man Erkenntnisse der hoheren Welten? (How Does One Attain Knowledge of Higher Worlds?), which appear in this periodical,1 this development is referred to. These essays were published in book form, Berlin, 1909., this development is referred to. These present essays will also show that at a certain high level of his cognitive power, man can penetrate to the eternal origins of the things which vanish with time. A man broadens his power of cognition in this way if he is no longer limited to external evidence where knowledge of the past is concerned. Then he can see in events what is not perceptible to the senses, that part which time cannot destroy. He penetrates from transitory to non-transitory history. It is a fact that this history is written in other characters than is ordinary history. In gnosis and in theosophy it is called the “Akasha Chronicle.” Only a faint conception of this chronicle can be given in our language. For our language corresponds to the world of the senses. That which is described by our language at once receives the character of this sense world. To the uninitiated, who cannot yet convince himself of the reality of a separate spiritual world through his own experience, the initiate easily appears to be a visionary, if not something worse.

The one who has acquired the ability to perceive in the spiritual world comes to know past events in their eternal character. They do not stand before him like the dead testimony of history, but appear in full life. In a certain sense, what has happened takes place before him.

Those initiated into the reading of such a living script can look back into a much more remote past than is represented by external history; and—on the basis of direct spiritual perception—they can also describe much more dependably the things of which history tells. In order to avoid possible misunderstanding, it should be said that spiritual perception is not infallible. This perception also can err, can see in an inexact, oblique, wrong manner. No man is free from error in this field, no matter how high he stands. Therefore one should not object when communications emanating from such spiritual sources do not always entirely correspond. But the dependability of observation is much greater here than in the external world of the senses. What various initiates can relate about history and prehistory will be in essential agreement. Such a history and prehistory does in fact exist in all mystery schools. Here for millennia the agreement has been so complete that the conformity existing among external historians of even a single century cannot be compared with it. The initiates describe essentially the same things at all times and in all places.

[ 2 ] Following this introduction, several chapters from the Akasha Chronicle will be given. First, those events will be described which took place when the so-called Atlantean Continent still existed between America and Europe. This part of our earth's surface was once land. Today this forms the floor of the Atlantic Ocean. Plato tells of the last remnant of this land, the island Poseidon, which lay westward of Europe and Africa. In The Story of Atlantis and Lost Lemuria, by W. Scott-Elliot, the reader can find that the floor of the Atlantic Ocean was once a continent, that for about a million years it was the scene of a civilization which, to be sure, was quite different from our modern ones, and the fact that the last remnants of this continent sank in the tenth millennium B.C. In this present book the intention is to give information which will supplement what is said by Scott-Elliott. While he describes more the outer, the external events among our Atlantean ancestors, the aim here is to record some details concerning their spiritual character and the inner nature of the conditions under which they lived. Therefore the reader must go back in imagination to a period which lies almost ten thousand years behind us, and which lasted for many millennia. What is described here however, did not take place only on the continent now covered by the waters of the Atlantic Ocean, but also in the neighboring regions of what today is Asia, Africa, Europe, and America. What took place in these regions later, developed from this earlier civilizations.

Today I am still obliged to remain silent about the sources of the information given here. One who knows anything at all about such sources will understand why this has to be so. But events can occur which will make a breaking of this silence possible very soon. How much of the knowledge hidden within the theosophical movement may gradually be communicated, depends entirely on the attitude of our contemporaries.

Now follows the first of the writings which can be given here.