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The Soul's Probation
GA 14

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Elftes Bild

(Dasselbe Meditationszimmer wie im zweiten Bilde. Maria, Ahriman.)

Ahriman
Benedictus hat die Gedankenfäden
mit List gesponnen, denen du gefolgt.
Sie haben dich in Irrtum wohl verstrickt.
Thomasius und auch Capesius,
sie sind desselben Wahngesichtes Opfer.
Zugleich mit deinem, fielen ihre Blicke
auf langvergangner Erdentage Leben.
Ihr sucht seither in jener Zeit das Dasein,
das eurer Gegenwart vorangegangen.
Ihr werdet Irrtum nur aus Irrtum zeigen,
wenn Ihr Euch wollt dadurch bestimmen lassen,
dem Erdenpfade Pflichten vorzuzeichnen,
die Eures Wahneswissens Folge sind.
Daß Benedictus nur aus deinem Hirn
die Bilder nahm, und sie in frühe Zeiten setzte:
dies kannst du klar aus eignem Wissen finden.
Du sahst die Menschen deiner eignen Tage
verschieden kaum von jenen alten Zeit.
Du sahest Mann als Mann und Frau als Frau,
und auch die Eigenschaften waren ähnlich.
Es kann dir so kein Zweifel mehr bestehn,
daß du nicht Wahrheit, sondern nur den Wahn
der eignen Seele mit dem Geistesauge
in graue Vorzeit dir zurückverlegtest.

Maria:
Ich schaue dich als aller Täuschung Vater,
doch weiß ich auch, daß du oft Wahrheit sprichst.
Und wer verwerfen wollte jeden Rat,
den er durch deine Worte kann erhalten,
der müsste schwersten Irrtums Opfer werden.
Wie Wahn der Wahrheit Maske sich bedient,
um Menschenseelen sicher einzufangen,
so kann der Mensch sich leicht dem Trug ergeben,
wenn er nur stets an allen Irrtumsquellen
in feiger Furcht vorbei sich schleichen wollte.
Nicht Wahn allein verdanket dir die Seele:
Auch jene Macht entstammt dem Geist des Truges,
die Menschen sichre Urteilskraft verleiht.
Drum will ich mich dir frei entgegenstellen.
Ergriffen hast du mich an jenem Seelenteil,
der wachsam stets sich selbst bewahren muß.
Erwäg’ ich alle Gründe, welche du
mir eben klug berechnend vorgehalten,
so scheint nur eignen Hirnes Bildgestalt
in frühe Erdentage hinversetzt.
Doch frag’ ich dich, ob deiner Weisheit sich
für alle Erdenzeiten Pforten öffnen?

Ahriman:
In keinem Geistesreiche leben Wesen,
die sich mir feindlich dann entgegenstellen,
wenn ich in Erdenzeiten Einlaß brauche.

Maria:
Die hohen Schicksalsmächte haben weise
in dir den Widersacher sich bestellt;
du förderst alles, das du hemmen willst.
Du bringst den Menschenseelen Freiheitsmacht,
wenn du in ihre Seelengründe dringst.
Von dir entspringen die Gedankenkräfte,
die Ursprung zwar der Wissens-Truggebilde,
doch auch des Wahrheitssinnes Führer sind.
Es gibt nur Ein Gebiet im Geisterland,
in dem das Schwert geschmiedet werden kann,
vor dessen Anblick du verschwinden mußt.
Es ist das Reich, in dem die Menschenseelen
sich aus Verstandeskräften Wissen bilden,
und dann zur Geistesweisheit umgestalten.
Und kann ich mir in diesem Augenblicke richtig
das Wahrheitswort zum Schwerte schmieden,
so wirst du diesen Ort verlassen müssen.
So höre du, der Vater ist der Täuschung,
ob ich vor dir die Siegeswahrheit spreche.
Es gibt im Erdenwerden solche Zeiten,
in welchen alte Kräfte langsam sterben
und sterbend schon die neuen wachsen sehn.
In solcher Zeitenwende fanden ich
und meine Freunde uns im Geist vereint,
als sie die frühern Erdenleben suchten.
Es wirkten damals wahre Geistesmenschen,
die sich zur Seelenbrüderschaft verbanden,
und aus der Mystik Reich sich Ziele holten.
In solchen Erdentagen werden Keime
in Menschenseelen sorgsam eingepflanzt,
die lange Zeit zur vollen Reife brauchen.
Die Menschen müssen dann im nächsten Leben
noch Eigenschaften aus dem frühern zeigen.
Es werden viele Männer solcher Zeiten
in einem nächsten Leben wieder Männer;
und viele Frauen werden Frauen wieder.
Es ist dann auch die Zeitenlänge kürzer,
als jene, die sonst zwischen Leben liegt.
Es fehlet dir für solche Zeitenwenden
der sichre Blick. Deshalb vermagst du nicht
ihr Werden irrtumlos zu überschauen.
Gedenke, wie wir uns begegnet sind
im Hause jener Geistesbrüderschaft:
und du mit Worten sprachst, die mir den Selbstsinn
in tiefster Seele schmeichelnd lösen sollten.
Erinnerung für diese Zeit verleiht
mir jetzt die Kraft, mich dir zu widersetzen.

(Ahriman entfernt sich mit einer unwilligen Gebärde, Donner.)

Maria:
Er hat die Stätte so verlassen müssen,
die Benedictus Segen oft empfangen.
Mir aber hat sich herrlich offenbart,
wie leicht der Irrtum Seelen kann befallen,
die ohne Wachsamkeit dem Geistgehör
sich öffnen, und die sichren Wege meiden.
Es hat der Widersacher starke Kräfte,
des Lebens Widersprüche zu betonen,
und so den Seelen Sicherheit zu rauben.
Er muß verstummen, wenn das Licht erscheint,
das aus den Weisheitsquellen selber leuchtet,
und Geistesblicken Helligkeit verleiht.

(Vorhang fällt, während Maria noch im Zimmer ist.)

Versions Available:

The Soul's Probation 1925, tr. Henry Collison
  1. Die Pforte der Einweihung, 5th ed.

Scene 11

The same meditation-chamber as in Scene 2. Maria, Ahriman.

Ahriman:
So Benedictus spun a cunning web
Of thought, whose pattern thou hast followed out,
And now thou art fast bound in error's toils.
Thornasius too and e'en Capesius
Are victims of this same illusion's spell.
For at the same time as thine eyes beheld
This long-past earthly life—so too did theirs.
Henceforward 'tis in that time thou dost seek
To find the causes of thy present life;
But only error can be error's fruit
If thou art ready to allow thyself
To make the path of duty here and now
Depend upon such vain imaginings.
That Benedictus took from thine own brain,
And placed these visions in an earlier age,
Thine own self's knowledge can quite clearly prove.
Thou sawst people of this present time
But little changed from those of former days.
Woman thou sawst as woman, man as man,
And all their attributes were similar;
Thou canst not therefore any longer doubt
That what thou didst transfer to time's dim past
By spirit-vision, far from being truth
Was but the vain delusion of thy soul.

Maria:
In thee I see the sire of all deceit
Yet know I too thou oft dost speak the truth.
And any one who chose to set aside
All counsel that might reach him through thy words
To utmost error soon would fall a prey.
And as illusion wears the mask of truth
The better to ensnare the souls of men,
So 'tis but easy for a man to yield
Thereto, by trying like a coward to slink
Past every place where error might be hid.
More than illusion finds the soul in thee
For in the Spirit of Deceit doth live
The force that gives mankind discernment true.
I therefore shall oppose thee without fear.
Thou hast attacked that portion of my soul
Which must at all times keep the most alert,
If I weigh all the evidence which thou
In clever calculation hast advanced,
'Twould seem that only pictures from my brain
Have been transferred into an earthly past.
Yet would I ask thee if thy wisdom can
Unlock the door of every earthly age?

Ahriman:
No beings live in any spirit-realm
Which set themselves to thwart me when I seek
Admission into any earthly age.

Maria:
The lofty Powers of Fate have chosen well
In setting thee to be their enemy.
Thou dost encourage all thou wouldst restrain.
Thou bringest freedom to the souls of men
When thou dost penetrate to their soul-depths.
From thee originate the powers of thought
Whence knowledge springs with all its vain deceits
But which can also guide man to the truth.
In Spirit-land there is but one domain
Where may be forged the sword that bids thee flee
As soon as thou dost set thine eyes thereon.
It is a realm in which the souls of men
Do gather knowledge through their reason's powers,
Which knowledge they will afterwards transmute
To Spirit-wisdom. If I have the strength
To forge the word of truth into that sword,
That very moment thou must flee from hence.
So hearken well, thou sire of all deceit;
If truth triumphant I proclaim to thee:—
In earthly evolution there are times
In which the ancient forces slowly die,
And dying, see the growth of newer ones.
At such a cyclic point my friends and I
Did find ourselves drawn close by spirit-bonds
Whilst seeking out our former lives on earth.
True Spirit-men were working at that time,
United in a brotherhood of souls
Whose aims were sought in mysticism's realm.
Now, at such seasons certain tendencies
Are carefully implanted in men's souls,
Which need a long time for full ripening.
In their next life on earth such men as these
Must show strong traces of their previous life.
At these times, many men will be reborn
In their succeeding lives as men—so too
Women as women often re-appear.
At that time also is the interval
Shorter than usual 'twixt two earthly lives.
To understand aright these cyclic points
Thou lackest power, and therefore canst not yet
Survey their growth with eyes from error free.
Call but to mind the time when last we met
In temples of that Spirit-brotherhood
Then thou spak'st words of flattery, intent
To work upon my vanity of soul.
I recollect this time; and draw therefrom
The strength how to oppose myself to thee.

(Ahriman withdraws with reluctant mien. Thunder.)

Defeated he has had to leave the spot
Which Benedictus hath so often blessed.
But unto me hath been made manifest
How lightly souls may into error fall
Who give themselves unto the Spirit-voice
Without due heed, and shun the safer ways.
The Enemy indeed hath mighty power
Life's contradictions to accentuate
And thus rob souls of their security.
He must fall silent when the Light appears
That from the fount of Wisdom issuing
Doth bring full clearness to our spirit-sight.

Curtain, while Maria is still in the room