The Origin and Purpose of Humanity
Basic Concepts of Spiritual Science
GA 53
17 November 1904, Berlin
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The Origin and Purpose of Humanity, tr. SOL
7. Das Geisterland
7. The Land of Spirits
[ 1 ] Wir stehen an einem wichtigen Punkte in der Entwickelung des geistigen Menschen zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, in dem der Mensch übergeht von dem sogenannten Seelenland in das Geistes- oder Geisterland. Der Mensch ist, wie wir das letzte Mal bereits gehört haben, frei geworden an diesem Punkte von allem, was ihn bindet, was ihn haften macht an das physisch-materielle Dasein. Alle die Wünsche, Begierden und Leidenschaften, die hinneigen zu dem physischen, zum materiellen Dasein, sind von dem Geistesmenschen abgefallen. Sie beirren ihn nicht mehr in seiner weiteren Entwickelung, und dieser geistige Mensch macht dann jene lange Zeit durch, die man mit einem deutschen Ausdruck als das Geisterland bezeichnen könnte, und die gewöhnlich in der theosophischen Literatur genannt wird Devachan. Deva heißt ein göttliches Wesen, ein Wesen, das nur in diesem Gebiete des Daseins seine Wirklichkeit hat; das nicht einen physischen Körper hat, sondern einen Körper, der nur aus Substanzen dieses Geisterlandes besteht. Der Mensch ist gleichsam ein Genosse dieser Wesenheiten in einer höheren Region gewesen.
[ 1 ] We are at a crucial point in the development of the spiritual human being between death and a new birth, at which the human being passes from the so-called realm of the soul into the realm of the spirit. As we heard last time, at this point the human being has become free from everything that binds them, everything that keeps them attached to physical-material existence. All the desires, cravings, and passions that incline toward physical, material existence have fallen away from the spiritual human being. They no longer hinder him in his further development, and this spiritual human being then passes through that long period which, using a German expression, could be called the “spirit realm,” and which is usually referred to in theosophical literature as Devachan. Deva means a divine being, a being that has its reality only in this realm of existence; one that does not have a physical body, but a body consisting solely of the substances of this spirit realm. Man has, as it were, been a companion of these beings in a higher region.
[ 2 ] Wir müssen uns — und das möchte ich immer wieder betonen - nicht vorstellen, als ob dieses Devachan irgendwo anders im Raume zu suchen wäre. Dieses Geisterland ist rings um uns, es erfüllt unsere Welt ungefähr so, wie die Luft die physische Welt allüberall erfüllt. Es kann nur nicht wahrgenommen werden von denjenigen Menschen, die sich bloß ihrer physischen Sinne zu bedienen vermögen. Ist der physische Sinn geschlossen und das geistige Auge geöffnet, dann erstrahlt die Welt ringsherum in einem neuen Glanze. Sie nimmt neue Eigenschaften an. Der Mensch sieht dann Dinge, die er vorher nicht gesehen hat. So wie das, was ich vor acht Tagen als astrale, als seelische Welt beschrieben habe, nur für die entsprechenden seelischen Organe vorhanden ist, so ist für das geistige Auge das Geisterland vorhanden.
[ 2 ] We must not—and I cannot emphasize this enough—imagine that this Devachan is to be found somewhere else in space. This spirit realm is all around us; it fills our world much as the air fills the physical world everywhere. It simply cannot be perceived by those people who are capable of using only their physical senses. When the physical senses are closed and the spiritual eye is opened, the world around us shines with a new radiance. It takes on new qualities. One then sees things that one did not see before. Just as what I described eight days ago as the astral, or soul world, exists only for the corresponding soul organs, so does the spirit world exist for the spiritual eye.
[ 3 ] Es ist schwer, ein Bild zu entwerfen von diesem Gebiete der Wirklichkeit. Sie können sich ja vorstellen, daß dieses schwer ist, denn unsere Sprache ist nicht gemacht für diese höheren Gebiete des Daseins. Unsere Worte sind allein angemessen für dasjenige, was es in dem Alltagsleben gibt. Jedes Wort ist einem Sinnendinge zugeteilt. Dieser Worte müssen wir uns aber bedienen, wenn wir die ganz andersgearteten Welten beschreiben wollen, zu denen wir aufsteigen. Es kann daher nur ein vergleichsweises Sprechen sein, eine mehr sinnbildliche Sprache, derer ich mich bedienen muß, um Ihnen das zu beschreiben. Dieses Land ist immerfort um uns, und dem geöffneten Auge des Sehers liegt es vor. Es erstrahlt um ihn herum, wie es dem Menschen erstrahlt, wenn nicht nur der physische Körper, sondern auch alle diejenigen astralen Eigenschaften, wie Begierden, Triebe, Leidenschaften, die ihn an das physische Dasein ketten, von ihm abgeschmolzen sind, wie der Schnee abschmilzt von einem Felsblock, wenn die Sonne diesen Block bescheint.
[ 3 ] It is difficult to form a picture of this realm of reality. You can imagine how difficult this is, for our language is not designed for these higher realms of existence. Our words are adequate only for what exists in everyday life. Every word is assigned to a concrete object. Yet we must make use of these words if we wish to describe the entirely different worlds to which we ascend. Therefore, I can only speak in terms of comparison, using a more symbolic language to describe this to you. This realm is ever present around us, and it lies before the open eye of the seer. It shines around him, just as it shines upon a human being when not only the physical body but also all those astral qualities—such as desires, instincts, and passions—that chain him to physical existence have melted away from him, just as snow melts from a boulder when the sun shines upon it.
[ 4 ] Das einzige, was der Mensch während seines physischen Daseins von diesem Geisterlande kennt, das ist sein Gedanke. Der Gedanke ist aber nur ein schwaches Abbild, ein Schattenbild dieses Geisterlandes. Gewöhnlich sagen auch Menschen, die am Physischen hängen, der Gedanke sei keine Wirklichkeit. Man hört auch sagen, irgend etwas sei «nur ein Gedanke», Für denjenigen aber, der sich einzuleben weiß in die Welt der Gedanken, der die Bedeutung des Gedankenlebens kennt, der in dem Gedankenleben zu leben weiß wie der gewöhnliche Mensch in unserer Welt, für den bekommt das Gedankenleben eine ganz andere Bedeutung. Auf keine andere Weise als durch den Gedanken kann sich das Geisterland dem Menschen mitteilen. Das Gedankenleben entspricht dieser höheren geistigen Wirklichkeit. Und derjenige, der in diese geistige Wirklichkeit hineinzuschauen vermag, lernt darin unterscheiden. Für ihn trennen sich die Gebiete für diese höhere Wirklichkeit, wie sich hier auf unserer Erde für das physische Auge die verschiedenen Partien derselben trennen. Es ist bildlich gesprochen, was ich sage, aber es entspricht dem Tatbestand. So wie wir auf unserer Erde die feste Erdkruste haben, die aus Felsen, Gestein und aus dem besteht, was wir das feste Land nennen, so entspricht dem auch ein ganz bestimmtes Gebiet im Geisterlande. Und dann entspricht dem, was wir die Ozeane, die Gewässer der Erde nennen, ein anderes bestimmtes Gebiet; und dem Luftkreis der Erde entspricht eine Art von Luftkreis im Devachan. Aber diese drei Gebiete des Devachan stehen in einer ganz bestimmten Beziehung zu den Erlebnissen auf unserer Erde. Alles das, was Sie im Physischen erleben können, was Sie erleben können als die physischen Gegenstände, die um Sie herum sind, alles das, was Sie mit den Augen sehen, mit den Sinnen wahrnehmen können, das bildet sozusagen die feste Kruste, das Festland im Devachan. Da sehen Sie alles dasjenige in seinen Urbildern auf geistige Art, was Sie hier mit den physischen Augen wahrnehmen.
[ 4 ] The only thing a human being knows of this spiritual realm during his physical existence is his thought. But thought is only a faint reflection, a shadow of this spiritual realm. Even people who are attached to the physical world usually say that thought is not reality. One also hears people say that something is “just a thought.” But for those who know how to immerse themselves in the world of thoughts, who understand the significance of the life of thought, who know how to live in the life of thought just as ordinary people live in our world—for them, the life of thought takes on a completely different meaning. The spirit world can communicate with human beings in no other way than through thought. Thought life corresponds to this higher spiritual reality. And those who are able to look into this spiritual reality learn to distinguish within it. For them, the realms of this higher reality are distinct, just as here on our Earth the various parts of it are distinct to the physical eye. What I am saying is figurative, but it corresponds to the facts. Just as we have the solid earth’s crust on our Earth, consisting of rocks, stone, and what we call the solid land, so too does a very specific realm in the spirit world correspond to this. And then, what we call the oceans, the waters of the Earth, corresponds to another specific realm; and the Earth’s atmosphere corresponds to a kind of atmosphere in Devachan. But these three realms of Devachan stand in a very specific relationship to the experiences on our Earth. Everything you can experience in the physical world—the physical objects around you, everything you can see with your eyes and perceive with your senses—forms, so to speak, the solid crust, the mainland of Devachan. There you see, in spiritual form and as archetypes, everything you perceive here with your physical eyes.
[ 5 ] Aber ganz anders nimmt sich dieses urbildliche Land aus. Wenn Sie einen physischen Menschen anschauen, dann ist ein gewisser Teil des Raumes mit seiner physischen Organisation ausgefüllt. Ringsherum sehen Sie nichts mehr von dem Menschen. Für den Seher aber gliedert sich die sogenannte Aura an, wie wir sie das letzte Mal beschrieben haben. Im Geisterlande oder im Devachan ist das ganz anders. Es verhält sich dasjenige, was man da sieht, zu dem physischen Bilde des Menschen so, wie das Bild auf der photographischen Platte zu der Wirklichkeit sich verhält, welche durch die photographische Platte aufgenommen wird. Es ist alles, was mit der physischen Materie ausgefüllt ist, im Geisterlande ein Hohlraum, sozusagen ausgespart. Und wenn der Mensch wieder heruntersteigt in das Physische, dann füllt sich der Hohlraum wieder mit physischer Materie an. Und da, wo in der physischen Welt nichts ist, ist strahlendes Dasein, strahlende Organisation. Daher glänzt es in manchem durch, was dann die ersten christlichen Eingeweihten das höhere Äonenlicht nannten. Das ist dasjenige, was den Menschen organisiert und was ihn in Zusammenhang bringt mit der geistigen Welt. So ist im Geisterlande der Mensch da nicht vorhanden, wo er im Physischen vorhanden ist. Er ist gerade außer sich vorhanden, außer dem physischen Raum, den er erfüllt.
[ 5 ] But this archetypal realm appears quite differently. When you look at a physical human being, a certain portion of space is filled by their physical form. You see nothing else of the person around them. For the seer, however, the so-called aura is superimposed, as we described it last time. In the spirit realm or in Devachan, it is quite different. What one sees there relates to the physical image of the human being in the same way that the image on the photographic plate relates to the reality captured by the photographic plate. Everything that is filled with physical matter is, in the spirit realm, a hollow space, so to speak, left vacant. And when the human being descends again into the physical world, the hollow space fills up once more with physical matter. And where there is nothing in the physical world, there is radiant existence, radiant organization. That is why it shines through in many things, which the early Christian initiates then called the higher light of the Aeons. This is what organizes the human being and connects him to the spiritual world. Thus, in the spiritual realm, the human being is not present where he is present in the physical world. He is present precisely outside of himself, outside the physical space he fills.
[ 6 ] Wenn der Seher eintritt in die geistige Welt, sieht er alles dasjenige mit einer höheren Wirklichkeit erfüllt, was dem physischen Auge leer erscheint um die Dinge herum. Das ist dann ausgefüllt mit einem glänzenden und strahlenden Licht. Dieses Licht ist ein ganz anderes Licht als dasjenige, das die seelische Aura zusammensetzt. Der Mensch ist ja nicht nur diese seelische Aura. Diese Aura wiederum ist durchzogen von einer höheren Aura. Während die seelische Aura in einem Glimmerlicht, in einem matten Licht leuchtet, ist diese höhere geistige Aura, die auch noch sichtbar bleibt, wenn der physische Körper des Menschen abgefallen ist, in einem Licht erglänzend, nicht bloß glimmend; sie ist also nicht bloß etwas Glimmendes, sondern etwas Flammendes. Sie hat auch eine ganz besondere Eigenschaft, durch die sie sich unterscheidet von der astralen Aura. Das ist die, daß man durch die geistige Aura durchsehen kann, während man durch die astrale Aura nicht durchsehen kann. Jedes geistige Gebiet ist vollständig durchsichtig für dasjenige, was im Geisterlande ist.
[ 6 ] When the seer enters the spiritual world, he sees everything that appears empty to the physical eye—the space surrounding objects—filled with a higher reality. This space is then filled with a brilliant and radiant light. This light is entirely different from the light that constitutes the soul aura. After all, the human being is not merely this soul aura. This aura, in turn, is permeated by a higher aura. While the soul aura glows with a faint, dim light, this higher spiritual aura—which remains visible even after the human physical body has perished—shines with a radiant light, not merely a glimmer; it is therefore not merely something that glows, but something that blazes. It also has a very special characteristic that distinguishes it from the astral aura. This is that one can see through the spiritual aura, whereas one cannot see through the astral aura. Every spiritual realm is completely transparent to that which is in the spirit world.
[ 7 ] Das ist der unterste Teil dieses Geisterlandes, den ich jetzt beschrieben habe. Erhebt sich der Seher zu noch höheren Regionen, dann erlebt er dasjenige, was man das all-eine Leben nennt. Dieses all-eine Leben durchfließt alle Gebilde, Es ist das flüssige Element des Geisterlandes. So wie das Meer oder ein Fluß mit seinen eigentümlichen Farben uns erscheint, wenn wir einen Fluß oder den Ozean betrachten, so erscheint uns das all-eine Leben als Ozean oder Fluß des Geisterlandes, Es erstrahlt in Farben, die sich nur vergleichen lassen mit den Farben der frischen Pfirsichblüte. In diesem all-einen Leben finden Sie nicht etwa so unregelmäßige Gestaltungen an Flüssen und Ozeanen wie hier auf der Erde, sondern ganz regelmäßig gestaltete, so daß der Vergleich viel besser wäre mit dem Herzen und seinen Blutadern.
[ 7 ] This is the lowest part of this spirit realm that I have just described. When the seer ascends to even higher regions, he experiences what is called the all-one life. This all-one life flows through all forms; it is the fluid element of the spirit realm. Just as the sea or a river appears to us with its distinctive colors when we look at a river or the ocean, so does the all-one life appear to us as the ocean or river of the spirit realm; it shines in colors that can only be compared to the colors of fresh peach blossoms. In this all-one life, you will not find such irregular formations in rivers and oceans as here on Earth, but rather very regularly formed ones, so that the comparison would be much better with the heart and its blood vessels.
[ 8 ] Das dritte, was erlebt werden kann, ist das, was ich den Luftkreis dieses Landes nennen möchte. Dieser Luftkreis aber setzt sich zusammen aus dem, was wir hier auf der Erde die Empfindungen nennen können. Es ist sozusagen die luftförmige, vollständig den Raum des Geisterlandes durchdringende Empfindungswelt, was hier wahrgenommen wird — also der Luftkreis; das nimmt sich so aus, daß man da das alleine Empfinden der ganzen Erde wahrzunehmen vermag. Es dringt aber von außen dieses Empfinden an uns heran, wie der Wind oder der Sturm, wie Blitz und Donner in der physischen Atmosphäre. Da gibt es nicht mehr unser eigenes Fühlen und Empfinden. Diese eigenen Gefühle hat der Mensch da abgestreift. Da tritt an ihn heran das, was alle anderen fühlen. Er fühlt sich eins mit dem, was andere fühlen. Das, was Leid und Schmerz ist, durchströmt wie Donner und Blitz diese geistige Welt. Sie können sich wohl denken, daß der Einblick in diese Welt ein ganz anderes Verständnis gibt für dasjenige, was überhaupt Wirklichkeit ist. Derjenige, der einmal hineingeblickt hat in dieses Wogenmeer von menschlichen und tierischen Leiden und menschlichen und tierischen Freuden, der gesehen hat, was es eigentlich heißt: leiden und sich freuen, was es heißt, daß die Leidenschaften toben und wüten, der hat einen anderen Begriff von dem Krieg und Frieden der Welt, einen ganz anderen Begriff von dem «Kampf ums Dasein». Von dem erlebt nun der Mensch auch etwas zwischen dem Tode und einer neuen Geburt.
[ 8 ] The third thing that can be experienced is what I would like to call the “air circle” of this land. This air circle, however, is composed of what we here on Earth might call “sensations.” It is, so to speak, the air-like world of sensation that completely permeates the space of the spirit realm—what is perceived here—that is, the air circle; it appears in such a way that one is able to perceive the sole sensation of the entire Earth. But this sensation approaches us from the outside, like the wind or the storm, like lightning and thunder in the physical atmosphere. There is no longer our own feeling and sensation. There, the human being has shed these personal feelings. What all others feel approaches him there. He feels at one with what others feel. That which is suffering and pain flows through this spiritual world like thunder and lightning. You can well imagine that insight into this world gives a completely different understanding of what reality actually is. Anyone who has once looked into this surging sea of human and animal suffering and human and animal joy, who has seen what it actually means to suffer and to rejoice, what it means for passions to rage and rage, has a different conception of the world’s war and peace, a completely different conception of the “struggle for existence.” Of this, the human being also experiences something between death and a new birth.
[ 9 ] Und dann kommt ein noch höheres Gebiet. Diese Gebiete sind nicht so vorzustellen, daß man sich von dem einen Ort nach dem anderen begibt. Sie sind alle ineinander, sie durchdringen einander vollständig. Ein viertes Gebiet steht mit unserer Erde nur noch in sehr entferntem Zusammenhang. Während wir in den drei Gebieten, die ich aufgeführt habe, Qualitäten wahrnehmen können, die sich auf unsere Erde beziehen, stehen die des vierten Gebietes nur in einem entfernten Zusammenhang mit dem, was wir auf der Erde wahrnehmen. Hier treten wir schon in Verbindung mit höher gearteten Wesenheiten, mit Wesenheiten, die vielleicht niemals auf dieser Erde verkörpert sind. Es treten einem hier entgegen diejenigen Kräfte, welche schon über das Physische hinausreichen. Dasjenige, was der Mensch leistet aus dem rein Idealen, aus dem reinen Denken heraus, aus einer rein wohlwollenden Gesinnung, aus der Liebe heraus, das, was der Mensch leistet über das Gebiet des Physischen hinaus, das stammt von Kräften, die in diesem Gebiete sichtbar werden. Diese Gebiete des Devachan umgeben fortwährend den Menschen, wirken fortwährend auf den Menschen. Derjenige, welcher Intuition, Erfindungsgabe hat, schafft Dinge, die nicht Abbilder von unserer Erde sind; er schafft also etwas, was aus einem Höheren in unsere Erde hineingetragen wird. Das entstammt diesem vierten Gebiet.
[ 9 ] And then there is an even higher realm. These realms should not be imagined as places one moves from one to another. They are all within one another; they completely interpenetrate one another. A fourth realm has only a very distant connection to our Earth. While in the three realms I have mentioned we can perceive qualities that relate to our Earth, those of the fourth realm have only a distant connection to what we perceive on Earth. Here we already come into contact with higher beings, with beings who may never have incarnated on this Earth. Here one encounters those forces that already extend beyond the physical. That which a human being accomplishes from the purely ideal, from pure thought, from a purely benevolent disposition, from love—that which a human being accomplishes beyond the realm of the physical—stems from forces that become visible in this realm. These realms of Devachan constantly surround the human being, constantly influence the human being. The one who possesses intuition and inventiveness creates things that are not mere reflections of our Earth; he thus creates something that is carried into our Earth from a higher realm. This originates from this fourth realm.
[ 10 ] Man braucht nicht zu glauben, daß das, was uns nicht bewußt ist, in dieser Sphäre nicht vorhanden ist. Wir dürfen nicht glauben, daß, wenn ein einzelner Mensch diese Dinge nicht wahrnimmt, sie auch nicht da sind. Wer mit einem besonderen Genie auf die Welt kommt, der bringt es sich mit von seinem Verweilen in diesem Gebiete des Devachan.
[ 10 ] One need not believe that what we are not aware of does not exist in this sphere. We must not believe that if an individual does not perceive these things, they do not exist. Those who are born with a special genius bring it with them from their sojourn in this region of Devachan.
[ 11 ] Damit haben wir die Grenze erreicht, die zwar, wie wir sahen, nur noch entfernt mit unserem Erdenleben zusammenhängt, die aber das enthält, was gerade unserer Erde einen höheren Glanz verleiht und dazu bestimmt ist, unmittelbar hinuntergetragen zu werden in das sinnliche Dasein, was auch noch abhängt von dem sinnlichen Dasein. Der Mensch kann kein Kunstwerk formen, keine Maschine konstruieren, wenn er sich nicht nach der physischen Wirklichkeit richtet. Beim Kunstwerk muß er das Material studieren.
[ 11 ] We have thus reached the boundary which, as we have seen, is only remotely connected to our earthly life, but which contains that which lends our earth a higher radiance and is destined to be carried directly down into sensory existence—an existence that is itself still dependent on sensory existence. Human beings cannot create a work of art or construct a machine unless they orient themselves toward physical reality. In the case of a work of art, they must study the material.
[ 12 ] Die anderen drei Gebiete des Devachan, die noch höher liegen, sind Gebiete, die einen noch ferneren Zusammenhang mit der Erde haben, Gebiete, die sozusagen aus einer ganz anderen Welt herüberleuchten. Und steigt der Mensch, entweder als Seher oder in der Zeit zwischen dem Tode und einer neuen Geburt, in dieses Gebiet hinauf, dann entnimmt er diesem Gebiete alles dasjenige, was man nennen möchte den Himmelsfunken, den der Mensch in diese Welt hineinbringt. Es ist das, was ihm als Göttliches, als höheres Geistiges erscheint, als das eigentlich Idealistische, was aus der höheren Welt hereindringt und nur durch ihn hereinkommen kann in die physische Welt als höhere Moral, höhere Religiosität und feinere geistige Wissenschaft. Alle Weisheit, aller höhere Glanz des Daseins, den der Mensch, gleichsam als Bote Gottes, hereinbringt in diese physische Welt, entnimmt er aus diesen drei höheren Gebieten des Devachan.
[ 12 ] The other three regions of Devachan, which lie even higher, are regions that have an even more distant connection to the Earth—regions that, so to speak, shine over from a completely different world. And when a human being ascends into this region—either as a seer or in the time between death and a new birth—they draw from this region everything that might be called the heavenly spark that the human being brings into this world. It is that which appears to him as the Divine, as the higher Spiritual, as the truly Idealistic, which penetrates from the higher world and can enter the physical world only through him as higher morality, higher religiosity, and finer spiritual science. All wisdom, all the higher splendor of existence that man, as it were, as a messenger of God, brings into this physical world, he draws from these three higher realms of Devachan.
[ 13 ] Noch einmal lassen Sie mich betonen, daß das, was ich geschildert habe, Bewußtseinszustände sind, so daß der Mensch sogar an ein und demselben Ort in seiner Betrachtung bleiben kann, indem um ihn herum die verschiedenen Gebiete des Devachan aufleuchten und ihm als eine viel reichere Wirklichkeit erscheinen, als die Wirklichkeit ist, die das physische Auge sehen, das physische Ohr vernehmen oder die physische Hand tasten kann. Ich möchte immer und immer wieder den Vergleich gebrauchen mit einem Menschen, welcher seiner physischen Augen und Ohren nicht bewußt sein kann. Ich habe schon das letzte Mal hingewiesen auf das interessante Buch mit der Lebensbeschreibung der blinden und taubstummen Amerikanerin Helen Keller. Wir sehen da in ein geistiges Leben hinein, das ganz andersgeartet ist. Denken Sie sich einmal, wie Ihnen die Welt erscheinen würde, wenn Sie keine Ohren und keine Augen hätten. So waren die Fähigkeiten der Helen Keller. Die aber hat heute ein Universitätsstudium hinter sich und besitzt eine Bildung gleich einem, der die Universität hinter sich hat. Wir sehen da, wie diese Helen Keller einen Reichtum sich geschaffen hat schon innerhalb der physischen Welt, der im Grunde genommen eine ganz andere Schattierung hat, von einer ganz anderen Wesenheit ist als dasjenige, was sonst der physische Mensch besitzt. Sie selbst sagt: «Leute, die der Meinung sind, daß uns alle Sinneseindrücke durch das Auge und das Ohr zugehen, haben sich gewundert, daß ich einen Unterschied zwischen den Straßen der Stadt und den Wegen auf dem Lande bemerke. Sie vergessen dabei, daß mein ganzer Körper auf die Umgebung reagiert. Das Getöse der Stadt peitscht meine gesamten Nerven auf. Das Mißtönende, Turbulente mit seinen schrillen Eindrükken, das einfache Klappern der Maschinen ist um so marternder für die Nerven, als meine Aufmerksamkeit nicht durch bunt wechselnde Bilder, wie bei den anderen Menschen, abgelenkt wird.» Schon für diese eigentümlich organisierte Natur ist die Welt um sie herum ganz anders. Und noch ganz anders ist sie nun, wenn im Augenblicke des Todes — der Seher kann dies beschreiben, weil er durch seine mystische Versenkung in gewisser Beziehung durch die Pforte des Todes zu schreiten vermag — das physische Auge nicht mehr der Vermittler ist, wenn nicht mehr durch das physische Ohr die Eindrücke von außen an uns herantreten.
[ 13 ] Let me emphasize once again that what I have described are states of consciousness, so that a person can even remain in the same place in their contemplation while the various regions of Devachan light up around them and appear to them as a reality far richer than the reality that the physical eye can see, the physical ear can hear, or the physical hand can touch. I would like to use the comparison again and again with a person who cannot be aware of their physical eyes and ears. I already referred last time to the interesting book containing the biography of the blind and deaf-mute American Helen Keller. There we gain a glimpse into a spiritual life that is of a completely different nature. Just imagine how the world would appear to you if you had no ears and no eyes. Such were Helen Keller’s abilities. Yet today she has completed a university education and possesses a level of education equal to that of someone who has graduated from university. We see here how Helen Keller has created a wealth for herself even within the physical world—a wealth that, in essence, has a completely different character and is of a completely different nature than what the physical human being otherwise possesses. She herself says: “People who believe that all our sensory impressions come to us through the eye and the ear have been surprised that I notice a difference between the streets of the city and the paths in the countryside. They forget that my entire body reacts to the surroundings. The din of the city whips up my entire nervous system. The discordant, turbulent noise with its shrill impressions, the simple clatter of machines, is all the more torturous for the nerves because my attention is not distracted by colorfully changing images, as it is with other people.” Even for this peculiarly organized nature, the world around her is quite different. And it is even more different now, when at the moment of death—the seer can describe this because, through his mystical contemplation, he is able, in a certain sense, to pass through the gate of death—the physical eye is no longer the mediator, when impressions from the outside no longer reach us through the physical ear.
[ 14 ] Denken Sie sich, Sie wären bewaffnet mit einem Glas, das rot gefärbt ist und alles in einem rötlichen Farbenton erscheinen läßt. Dadurch gewinnt die Welt eine Eigenschaft, die sie sofort nicht mehr hat, wenn Sie das rote Glas wegnehmen, So wie Sie das rote Glas wegnehmen, so geben Sie alles das weg in dem Momente des Todes, was Ihre Augen und Ohren aus der Umwelt machen. Und das, was der Mensch gleichsam in dem Schleier oder Farbenton, mit denen seine Augen und Ohren behaftet waren, von der geistigen Welt in der Umgebung hat, erscheint ihm jetzt, das erglänzt auf, wenn ich mich eines Goetheschen Ausdruckes bedienen darf, aus einer reichen, vielfältigen, mannigfaltigen Welt. Was aufflammt in der astralen Welt, habe ich das letzte Mal beschrieben. Jetzt, wenn der Mensch abgestreift hat die Wünsche, Begierden und Leidenschaften, die ihn veranlaßt haben, eine Zeit in der astralen Welt zuzubringen, kommt er in neue Zustände. Dann fällt ihm der Schleier von seinen astralen Augen, dann tritt er ein in die Welt, die, ebenso wie unsere physische Welt von der Sonne bestrahlt wird, durchstrahlt wird von dem, was die christlichen Mystiker das Äonenlicht genannt haben, jenes Licht, das von innen heraus auch dem Menschen erstrahlen kann, wenn er sein geistiges Auge geöffnet hat. Dieses Licht durchdringt die ganze geistige Welt. Der Mensch macht in mehr oder weniger langen Zeiträumen die Zustände durch zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, die ich Ihnen beschrieben habe. Der Mensch lernt die Gebiete des Geisterlandes wirklich kennen, lernt kennen, was es heißt, wenn die physische Materie verschwindet. Da, wo physische Materie ist, sind jetzt Hohlräume. Da ist nichts da. Ganz andere Gebiete des Daseins treten jetzt auf.
[ 14 ] Imagine you are armed with a glass that is tinted red and makes everything appear in a reddish hue. This gives the world a quality that it immediately loses when you remove the red glass. Just as you remove the red glass, so too do you relinquish everything that your eyes and ears perceive from the environment at the moment of death. And what the human being, as it were, perceived of the spiritual world in the surroundings through the veil or tinted lens with which his eyes and ears were veiled, now appears to him—shining forth, if I may borrow a phrase from Goethe—from a rich, diverse, manifold world. What flares up in the astral world, I described last time. Now, when the human being has shed the desires, cravings, and passions that caused him to spend a time in the astral world, he enters into new states. Then the veil falls from his astral eyes, and he enters the world which, just as our physical world is illuminated by the sun, is permeated by what the Christian mystics have called the light of the Aeons—that light which can also shine forth from within the human being when he has opened his spiritual eye. This light permeates the entire spiritual world. Over periods of time that may be longer or shorter, the human being passes through the states between death and a new birth that I have described to you. The human being truly comes to know the realms of the spirit world, comes to know what it means when physical matter disappears. Where physical matter once was, there are now voids. There is nothing there. Entirely different realms of existence now come into view.
[ 15 ] In der indischen Vedantaphilosophie wird besonders geübt ein Spruch, den sich die Mystiker immer wieder und wieder sagten. Dieser Spruch wird in den entsprechenden Sprachen überall geübt, und dieser Spruch heißt: Das bist du. — Wenn der Mystiker sich das immer und immer wieder sagt, so meint er damit, daß der Mensch wahrhaft nicht bloß das ist, was in seiner Haut physisch eingeschlossen ist. Der Mensch könnte nicht als Einzelwesen im Universum bestehen; er hängt zusammen mit Kräften und Daseinsstufen, die außerhalb seines physischen Leibes liegen, so daß, wo er auch hinsieht, eine Wirklichkeit ist, zu der er gehört. Und wie er selbst von dieser Wirklichkeit abgegliedert ist, so ist jeder andere Mensch von dieser Wirklichkeit abgegliedert. Da erlebt der Mensch, daß er im Grunde genommen nichts anderes ist als ein Blatt von einem großen Baume. Und dieser Baum bedeutet die Menschheit. Wie das eine Blatt verdorrt, wenn es vom Baume abfällt, so müßte der einzelne Mensch zugrunde gehen, wenn er sich trennen wollte von dem Baume der Menschheit. Aber das kann er ja nicht! Der physische Mensch weiß das nur nicht; auf dieser Ebene wird es ihm aber Wirklichkeit. Wenn der Mensch mit einer Gesinnung zur Welt kommt, die nicht bloß materialistisch ist, die nicht bloß am sinnlich-physischen Dasein hängt, so wird er in Berührung kommen mit der geistigen Welt. Und je mehr er sich zu einer idealistischen Gesinnung erhebt, je mehr er imstande ist, erwas Höheres zu ahnen, desto mehr wird er in dieser Welt des Geistes sich ausleben können. In dieser Welt ist der Mensch eingeschlossen in mannigfaltige physische Zusammenhänge: Hier ist der Mensch eingeschlossen in Familie, Volksstamm, Rasse; da hat er seine Freunde. Alles das sind Zusammenhänge in der physischen Welt. Diese Zusammenhänge durchlebt er nochmals im Geisterlande. Da im Geisterlande wird ihm die Freundschaft erst vollständig klar. Da wird ihm das Zusammengehörigkeitsgefühl, das Gefühl der Anhänglichkeit an seine Heimat erst in höherem Maße klar. Da lebt es sich aus, was hier in der physischen Welt der Zusammenhang bedeutet. Innerhalb der Welt der Urbilder lebt er nun. Je mehr er hier den Sinn gewendet hat auf einen dieser Zusammenhänge, desto mehr hat er auf dem Gebiete des Geisterlandes auszuleben, während er hier im physischen Leibe durch die physische Wirklichkeit eingeschlossen ist. Wie die Pflanze, wenn sie eingepflanzt ist in eine Felsspalte, sich nicht entfalten kann nach allen Seiten, so ist es auch mit dem menschlichen Geist.
[ 15 ] In Indian Vedanta philosophy, there is a particular mantra that mystics repeat to themselves over and over again. This mantra is practiced everywhere in the relevant languages, and it goes: “That is you.” — When the mystic repeats this to himself over and over again, he means that a human being is truly not merely what is physically enclosed within his skin. A human being could not exist as an isolated entity in the universe; he is connected to forces and levels of existence that lie outside his physical body, so that wherever he looks, there is a reality to which he belongs. And just as he himself is a part of this reality, so is every other human being a part of this reality. There, the human being experiences that, at the core, he is nothing other than a leaf on a great tree. And this tree signifies humanity. Just as a single leaf withers when it falls from the tree, so the individual human being would perish if he were to separate himself from the tree of humanity. But of course he cannot do that! The physical human being simply does not know this; on this level, however, it becomes a reality for him. If a person comes into the world with a mindset that is not merely materialistic, that does not cling solely to sensory-physical existence, then he will come into contact with the spiritual world. And the more he rises to an idealistic outlook, the more he is able to sense something higher, the more he will be able to live out his life in this world of the spirit. In this world, the human being is bound up in manifold physical relationships: here the human being is bound up in family, tribe, race; there he has his friends. All of these are relationships in the physical world. He experiences these relationships anew in the spirit realm. There, in the spirit realm, the nature of friendship becomes fully clear to him. There, the sense of belonging, the feeling of attachment to his homeland, becomes clear to him to a greater degree. There, the significance of these relationships in the physical world is fully realized. He now lives within the world of archetypes. The more he has focused his attention here on one of these connections, the more he has to live out in the realm of the spirit world, while here in the physical body he is confined by physical reality. Just as a plant, when planted in a crevice in the rock, cannot unfold in all directions, so it is with the human spirit.
[ 16 ] Hier in der physischen Hülle sind die Eigenschaften eingeengt. Nur ein kleiner Teil von dem kommt heraus, was er an Freundesliebe, Familienliebe, Vaterlandsliebe und so weiter hat. Wenn der Mensch sich aber wie die Pflanze auf freiem Felde entfalten kann, so wird auch bei ihm, wenn er nicht mehr in die physische Hülle eingeschlossen ist, sich seine Wesenheit frei ausleben und dann mit gesteigerten Kräften wiederkommen. Wer Familiensinn im höheren Sinne durchlebt hat, lebt ihn hier in intensiver Weise aus und wird dann mit einem ganz besonderen Familiensinn wieder ins Leben treten.
[ 16 ] Here, within the physical body, these qualities are restricted. Only a small part of what a person possesses in terms of love for friends, family, country, and so on comes to the surface. But if a person can unfold like a plant in an open field, then—once no longer confined within the physical body—his essence will also be able to live freely and return with increased strength. Whoever has lived out a sense of family in the higher sense will experience it here in an intense way and will then re-enter life with a very special sense of family.
[ 17 ] In dem Gebiete erlebt der Mensch, was ich als das «alleine Leben» beschrieben habe, Er erlebt das flüssige Element im Geisterlande. Da sehen wir, wenn wir als Seher einen Einblick gewinnen, wie langsam sich aufhellt derjenige, welcher auf dieser Erde schon einen Sinn entwickelt hat für das «all-eine Leben», das webt und treibt in allen Wesen. Das heißt, religiöse Frömmigkeit entwickeln. Der fromme Mensch erhebt seinen Sinn zu dem «all-einen Leben», das alles durchströmt. Den religiösen frommen Sinn lebt der Mensch frei aus in diesem zweiten Gebiete des Devachan. Gestärkt und gekräftigt kommt dieser Sinn bei der neuen Geburt zum Ausdruck. Hier sehen wir den Menschen sich erheben über die Schranken, die ihm in dieser Verkörperung im physischen Leben gesetzt sind. Wir sehen, wie der Hindu, der Christ auf ihre besondere Art das «all-eine Leben» erleben im Devachan, wenn die Schranken gefallen sind und eine größere Einheit auf diesem Gebiete hergestellt ist.
[ 17 ] In this realm, human beings experience what I have described as the “one life.” They experience the fluid element in the spirit world. There, when we as seers gain insight, we see how slowly the one who has already developed a sense on this earth for the “all-one life”—which weaves and flows through all beings—begins to brighten. That is to say, to develop religious piety. The devout person lifts their sense to the “all-one life” that flows through everything. The human being freely lives out this religious, devout sense in this second region of Devachan. Strengthened and invigorated, this sense finds expression at the time of the new birth. Here we see the human being rising above the barriers set for them in this incarnation in physical life. We see how the Hindu and the Christian, each in their own way, experience the “all-one life” in Devachan, once the barriers have fallen and a greater unity has been established in this realm.
[ 18 ] Das dritte Gebiet ist das, wo wir gewahr werden, was die Urbilder des Leides und der Lust, der Freude und des Schmerzes sind, wo dieses Element uns umgibt, wie die physische Erde der Luftkreis umgibt. Wenn der Mensch in dieses Gebiet sich einlebt, dann lernt er einen Sinn entwikkeln für die selbstlose Hingabe an alles, was in der Welt leidet, an alles, was in der Welt sich freuen kann. Nicht mehr Sinneslust und Sinnesschmerz bedrücken ihn. Er kennt keinen Unterschied mehr zwischen seinem Schmerz und dem Schmerz anderer, sondern er weiß, was Lust und Schmerz an sich sind. Wir lernen so in seiner Realität erkennen, was als Leid und Schmerz an uns herantritt. Die großen Philanthropen lernen wir hier kennen; alle diejenigen, welche als die Genien des Philanthropismus, die Genien der Wohltätigkeit, die großen Schöpfer philanthropischer Zusammenhänge des Mitgefühls und Wohlwollens, der menschlichen Gemeinsamkeit in der Welt auftreten können, sind eingeschlossen in dieses dritte Gebiet und erlangen da ihre Fähigkeiten.
[ 18 ] The third realm is where we become aware of the archetypes of suffering and pleasure, joy and pain; where this element surrounds us, just as the physical earth is surrounded by the atmosphere. When a person becomes attuned to this realm, they learn to develop a sense of selfless devotion to all that suffers in the world, to all that can rejoice in the world. Sensual pleasure and sensual pain no longer weigh them down. They no longer perceive a difference between their own pain and the pain of others, but rather they know what pleasure and pain are in and of themselves. In this way, we learn to recognize in his reality what comes to us as suffering and pain. Here we come to know the great philanthropists; all those who can appear as the geniuses of philanthropy, the geniuses of charity, the great creators of philanthropic networks of compassion and goodwill, of human solidarity in the world, are included in this third realm and acquire their abilities there.
[ 19 ] Im vierten Gebiete nimmt der Mensch dasjenige auf, was er unter Benützung der irdischen Kräfte und Fähigkeiten, unter Benützung der Eigenschaften der irdischen Dinge durch seine Intuition, seine Erfindungen und Entdeckungen verwirklicht. Hier sind diejenigen, welche sich als Künstler, als große Erfinder oder sonstwie mit genialen Geistesblitzen, mit umfassender Anschauung der Welt, mit umfassender Weisheit im neuen Leben ihren Mitmenschen dienstbar machen. Je nachdem der Mensch schon in diesem Leben diese oder jene Eigenschaften entwickelt hat, je nachdem dauert die Arbeit des Bewußtseins im Devachan natürlich länger. Es ist ein Zustand der höchsten Seligkeit. Was ihn auf der Erde beschränkt und gehemmt hat, ist von ihm gefallen. Frei entfaltet er jetzt seine Fähigkeiten. Alle Hindernisse sind weggefallen. Diese Möglichkeit, seine Flügel nach allen Seiten hin zu entfalten, um seine erhöhten Kräfte dann wieder hineinfließen zu lassen in die physische Verkörperung und auf diese Weise auf der Erde um so tatkräftiger und energischer wirken zu können; diese Möglichkeit fühlt der Mensch, und das erscheint ihm als ein Zustand der höchsten Seligkeit. Diese Seligkeit haben die Religionen aller Zeiten beschrieben als die himmlische Seligkeit. Daher erscheint auch bei verschiedenen Religionen Devachan als das sogenannte Himmelreich.
[ 19 ] In the fourth realm, human beings take in that which they bring to fruition through their intuition, inventions, and discoveries, making use of earthly powers and abilities as well as the properties of earthly things. Here are those who, as artists, great inventors, or in other ways through flashes of genius, a comprehensive view of the world, and profound wisdom, serve their fellow human beings in the new life. Depending on whether a person has already developed these or those qualities in this life, the work of the consciousness in Devachan naturally takes longer. It is a state of supreme bliss. Whatever limited and hindered him on Earth has fallen away from him. He now freely unfolds his abilities. All obstacles have been removed. This possibility of spreading his wings in all directions, so that his heightened powers may then flow back into the physical embodiment and in this way enable him to act all the more effectively and energetically on Earth; this possibility is felt by the human being, and it appears to him as a state of supreme bliss. This bliss has been described by the religions of all times as heavenly bliss. Therefore, Devachan also appears in various religions as the so-called Kingdom of Heaven.
[ 20 ] Nicht gleich ist die Zeit für alle Menschen, die sie im Devachan verbringen. Der ungebildete Wilde, der noch wenig von dieser Welt erfahren hat, der nur wenig seinen Geist und seinen Sinn angewendet hat, wird nur einen kurzen Aufenthalt im Devachan haben. Devachan ist ja im wesentlichen dafür da, das, was der Mensch im Physischen gelernt hat, auszuarbeiten, frei zu entfalten, es geeignet zu machen zu einem Neuen. Der Mensch, der auf einer höheren Stufe des Daseins steht, der reiche Erfahrungen gesammelt hat, der wird viel zu verarbeiten haben und daher einen langen Aufenthalt im Devachan haben. Erst später, wenn er in diese Zustände hineinschauen kann, werden die Aufenthalte wieder kürzer bis zu dem Punkte, wo das Wesen gleich nach dem Tode wieder zu einer neuen Verkörperung schreiten kann, weil der Mensch das, was in Devachan auszuleben ist, bereits ausgelebt hat.
[ 20 ] The time spent in Devachan is not the same for everyone. The uneducated savage, who has experienced little of this world and has made little use of his mind and senses, will have only a brief stay in Devachan. Devachan is essentially there to allow the human being to work through what they have learned in the physical world, to freely unfold it, and to transform it into something new. The human being who stands on a higher level of existence, who has gathered rich experiences, will have much to process and will therefore have a long stay in Devachan. Only later, when they can look into these states, will the stays become shorter again, to the point where the being can proceed to a new incarnation immediately after death, because the person has already lived out what needs to be lived out in Devachan.
[ 21 ] Es gibt noch höhere Stufen, die über Devachan hinaus liegen, die der Mensch dann beschreiten wird, wenn er eine höhere Entwickelung des Wesens bereits erstiegen hat. Wir müssen uns vorstellen — dies ist auch bildlich gesprochen —, daß jeder Mensch zwischen dem Tode und einer neuen Geburt dasjenige Gebiet des Geisterlandes beschreitet, welches über dem Zusammenhang alles Irdischen hinausliegt, und daß Devachan in weit höhere Gebiete des Daseins hineinragt, von wo der Mensch die göttlichen Kräfte holt, die er als Götterbote in diese Welt hineinbringt. Aus diesem Gebiete stammen die Götterboten. Auch der ungebildete Mensch, wenn er noch so schnell hindurcheilt, weil er wenig darin zu suchen hat, weil er wenig darin entfalten kann, muß zwischen dem Tod und einer neuen Geburt wenigstens kurze Zeit in diesem von allen irdischen Banden freiesten Lande des Devachan zubringen. Da ist alle Erdenschwere von ihm gefallen. Da nimmt er teil an dem Luftzug, der aus der göttlichen Welt zu ihm herüberweht, der ihn durchdringt zwischen dem Tode und einer neuen Geburt. Diejenigen, welche eine höhere Ebene des Daseins erreicht haben, verweilen hier länger. Hier gewinnen sie die Möglichkeit, mit besonderer Weisheit, mit besonderen geistigen Kräften wieder hinunterzusteigen auf die Erde, um als höhergeartete Individualitäten ihren Mitmenschen zu helfen.
[ 21 ] There are even higher stages beyond Devachan, which a person will enter once they have already attained a higher level of spiritual development. We must imagine—and this is also figurative—that between death and a new birth, every human being traverses that region of the spirit realm which lies beyond the context of all earthly matters, and that Devachan extends into far higher realms of existence, from which the human being draws the divine powers that they bring into this world as a messenger of the gods. The divine messengers originate from this realm. Even the uneducated person, however quickly they may pass through it—because they have little to seek there, because they have little to unfold there—must spend at least a short time between death and a new birth in this land of Devachan, which is freest from all earthly bonds. There, all earthly heaviness has fallen from him. There he partakes of the breeze that blows toward him from the divine world, which permeates him between death and a new birth. Those who have attained a higher plane of existence linger here longer. Here they gain the ability to descend once more to Earth with special wisdom and special spiritual powers, in order to help their fellow human beings as higher-order individuals.
[ 22 ] Die Führer der Menschheit weilen in diesem Gebiete längere Zeit. Auch die, welche der Welt schon entrückt sind, sind hier anzutreffen, Wesenheiten, die die theosophische Literatur Meister nennt, jene Wesenheiten, die mit ihrer Entwickelung weit hinaus sind über das, was dem Menschen der Gegenwart noch anhaftet. Je länger der Mensch sich des Umgangs dieser Wesenheiten zwischen dem Tode und einer neuen Geburt erfreuen kann, desto reiner, edler und moralischer betritt er wieder den irdischen Schauplatz. Und je mehr er wieder auf dieser Erde dafür gesorgt hat, daß er rein, edel, idealistisch geworden ist, desto länger kann er teilhaftig werden der Luft, die in diesen Partien des Devachan weht.
[ 22 ] The leaders of humanity remain in this realm for a long time. Even those who have already departed from the world can be found here—beings whom theosophical literature calls Masters, those beings whose development has far surpassed what still clings to modern humans. The longer a person can enjoy the company of these beings between death and a new birth, the purer, nobler, and more moral they become upon returning to the earthly stage. And the more they have ensured on this earth that they have become pure, noble, and idealistic, the longer they can partake of the atmosphere that prevails in these regions of Devachan.
[ 23 ] Das ist der Weg, den die menschliche Wesenheit auf ihrer Pilgerfahrt: zwischen dem Tode und einer neuen Geburt durchzumachen hat. Es sind also Bewußtseinszustände, nicht andere Orte. Nicht von einem Ort zum anderen geht der Mensch, wenn er diese Gebiete durchwandert. Viel eher könnte man noch sagen, sie schwinden hinweg, aber nur so, wie etwa hinwegschwindet die äußere physische Welt, wenn Sie die Augen verschließen, die Ohren verstopfen. Aber wie es in diesem Falle dunkel und tonlos um Sie wird, so wird es in jenem Falle licht und klar und hell um Sie herum, und eine neue Welt geht auf.
[ 23 ] This is the path that the human being must traverse on its pilgrimage: between death and a new birth. These are, therefore, states of consciousness, not different places. When a person journeys through these realms, they are not moving from one place to another. Rather, one could say that they fade away, but only in the same way that the external physical world fades away when you close your eyes and cover your ears. But just as it becomes dark and silent around you in that case, so in this case it becomes light and clear and bright around you, and a new world dawns.
[ 24 ] Was über die Zeit, die der Mensch zu verbringen hat in diesem Devachan, zu sagen ist, ist natürlich nur nach der Erfahrung zu entscheiden. Nur derjenige vermag darüber etwas zu sagen, welcher irgendeine irgendwie geartete Erfahrung auf diesem Gebiete hat, derjenige, welcher sich zurückerinnern kann an seine eigenen früheren Verkörperungen oder der bewußt — als Seher — einen Einblick gewinnen kann in die leuchtende Welt des Geistes.
[ 24 ] What can be said about the time a person must spend in this Devachan can, of course, only be determined by experience. Only those who have some kind of experience in this realm can speak about it—those who can recall their own past incarnations or who, as seers, can consciously gain insight into the luminous world of the spirit.
[ 25 ] Es ist sehr verschieden, je nach der Entwickelungsstufe des Menschen, wie lange er in Devachan zubringt. Aber ungefähr kann man die Zeit, die der Mensch in der Himmelswelt zubringt, finden. Man findet sie, wenn man den irdischen Lebenslauf des Menschen, also die Zeit zwischen der Geburt und dem Tode, multipliziert mit einer Zahl, die zwischen zwanzig und vierzig liegt. Die Zeit hängt ab von der Entwickelung, die der Mensch erreicht hat, aber auch von der Länge des physischen Lebens. Wenn ein Kind bald nach der Geburt stirbt, so brauchen Sie nur die Zeit des Lebens mit zwanzig bis vierzig zu multiplizieren, und Sie bekommen die Zeit des Aufenthaltes im Devachan. Wer ein langes Leben hat, hat lange und wichtige Zustände im Devachan durchzumachen und hat auch viel von dem zu empfinden, was man in der Mystik die beseligenden Empfindungen des Devachan nennt. Dieses Leben im Devachan unterscheidet sich ganz wesentlich von alledem, was sich die physischen Augen oder überhaupt die physischen Sinne nur vorstellen können.
[ 25 ] The length of time a person spends in Devachan varies greatly depending on their stage of development. However, it is possible to estimate the time a person spends in the heavenly world. It can be calculated by multiplying the person’s earthly lifespan—that is, the time between birth and death—by a number between twenty and forty. The duration depends on the level of development the person has attained, but also on the length of their physical life. If a child dies shortly after birth, you need only multiply the duration of life by twenty to forty, and you will obtain the duration of their stay in Devachan. Those who have lived a long life have long and significant stages to undergo in Devachan and also have much to experience of what is called in mysticism the blissful sensations of Devachan. This life in Devachan differs quite fundamentally from anything that the physical eyes—or indeed the physical senses in general—can even imagine.
[ 26 ] Aber so annähernd auch nur die Begriffe, die Worte, mit denen ich dieses Gebiet beschrieben habe, sein konnten, so versuchte ich doch so treu, so genau wie möglich dieses Gebiet zu beschreiben. Diese Gebiete selbst gehören nicht — nicht in ihrer Substanz, nicht in ihrem eigentlichen Wesen — zu der tiefsten Natur des Menschen. Diese tiefste Natur des Menschen, das, was Giordano Bruno die Monade nennt, das höchste Geistig-Lebendige im Menschen, das stammt aus noch höheren Welten. Von diesen noch höheren Welten werden wir einiges sprechen in der nächsten Stunde, die von den Grundbegriffen der Theosophie handeln wird. Dann werden wir auch sprechen über die Art und Weise, wie die Fähigkeiten der Menschen sich entwickeln müssen, um einen Blick hineinzutun in diese höheren Welten. Der Mystiker schildert nicht nur das, was er darin sieht, sondern er darf auch schon schildern, wie der Mensch dazu kommen kann, wie er seine Anlagen entwickeln kann, um einen näheren Blick in diese Welten zu tun. Heute, zum Schluß, möchte ich nur noch wenige Bemerkungen machen.
[ 26 ] But however approximate the concepts and words I have used to describe this realm may have been, I have nevertheless tried to describe it as faithfully and as accurately as possible. These realms themselves do not—not in their substance, not in their very essence—belong to the deepest nature of the human being. This deepest nature of the human being—what Giordano Bruno calls the monad, the highest spiritual-living force within the human being—originates from even higher worlds. We will speak a little about these even higher worlds in the next lesson, which will deal with the basic concepts of theosophy. Then we will also speak about the way in which human faculties must develop in order to gain a glimpse into these higher worlds. The mystic not only describes what he sees there, but he is also able to describe how a person can come to this, how they can develop their faculties to take a closer look into these worlds. Today, in conclusion, I would like to make just a few more remarks.
[ 27 ] Es ist gang und gäbe, daß diejenigen, welche zuerst etwas hören von dem geschilderten Gebiete des Devachan, sagen, daß dieses Gebiet eine Illusion, etwas Illusorisches sei; weil es erinnert an sein Schattenbild, den Gedanken im physischen Leben, müsse es auch ein weniger wirkliches Dasein haben als unsere physische Welt. Das ist aber nicht der Fall. “Für den, der Einblick gewonnen hat in diese höhere Welt, ist es klar geworden, daß darin viel stärkere, viel höhere Wirklichkeiten vorhanden sind als in unserer physischen Realität. Man lernt das physische Dasein erst in seiner wahren Bedeutung kennen, wenn man es im Lichte dieser höheren Welten zu sehen vermag. So wie ein Stück Stahl vor Ihnen liegen kann, ohne daß Sie ahnen, daß es elektrische oder magnetische Kräfte birgt, ebenso kann ein Gegenstand der physischen Welt vor Ihnen sich ausdehnen, ohne daß Sie ahnen, daß er eine viel höhere Wesenheit enthält. Daher beschreiben auch diejenigen, welche etwas gewußt haben von der farbigen und tönenden Welt, sie in den leuchtendsten Farben und schildern auch die Töne, die an ihr geistiges Ohr dringen, in der wunderbarsten Sprache. Die alten Pythagoreer sprachen von der Sphärenmusik. Niemand anders als der, welcher einen Einblick in diese Welt des Devachan hat, weiß, was Sphärenmusik ist. Viele meinen, es sei etwas Bildliches, erwas Symbolisches. Nein, es ist etwas von höchster Wirklichkeit. Aus der geistigen Welt klingen uns die rhythmischen Melodien entgegen, welches die kosmischen Kräfte des Universums sind. Die kosmischen Kräfte sind rhythmisch gestaltet, und jenen Rhythmus hören wir, wenn wir das «devachanische Ohr» zu gebrauchen vermögen, und es tritt jene unaussprechliche Beseligung ein, die der Mystiker wahrzunehmen vermag. Wenn schon alles in dieser Welt abfällt, alles seiner Aufmerksamkeit sich entzieht, was durch die Sinne ertönt, dann schildert er das, was der Eindruck des Devachan ist.
[ 27 ] It is common for those who first hear about the described realm of Devachan to say that this realm is an illusion, something illusory; because it resembles its shadow image—thought in physical life—it must also have a less real existence than our physical world. But that is not the case. “For those who have gained insight into this higher world, it has become clear that there are far stronger, far higher realities there than in our physical reality. One only comes to know physical existence in its true meaning when one is able to see it in the light of these higher worlds. Just as a piece of steel may lie before you without your suspecting that it harbors electrical or magnetic forces, so too may an object of the physical world extend before you without your suspecting that it contains a much higher being. That is why those who have known something of the world of color and sound describe it in the most vivid colors and depict the sounds that reach their spiritual ear in the most wondrous language. The ancient Pythagoreans spoke of the music of the spheres. No one but those who have insight into this world of Devachan knows what the music of the spheres is. Many believe it to be something pictorial, something symbolic. No, it is something of the highest reality. From the spiritual world, the rhythmic melodies of the cosmic forces of the universe resound toward us. The cosmic forces are rhythmically structured, and we hear that rhythm when we are able to use the “Devachanic ear,” and that indescribable bliss sets in, which the mystic is able to perceive. When everything in this world fades away, when everything that resounds through the senses withdraws from his attention, then he describes what the impression of Devachan is.
[ 28 ] Dieses hat der Mensch zu durchlaufen zwischen dem Tod und einer neuen Geburt. Da ist er ein Keim für die neue Wiedergeburt. Er ist das Senfkorn, das herüberlebt durch die Devachanzeit zu einer neuen Verkörperung. Der deutsche Mystiker Angelus Silesius, der so viele schöne eindringliche Worte gesprochen hat in seinem «Cherubinischen Wandersmann», hat in diesem wunderbaren mystischen Buche auch in einem Spruche kurz und klar und inhaltsvoll die Empfindung und das ganze Sein geschildert, wie der Geist hinüberlebt vom Tode zu einer neuen Geburt als ein Keimkörnchen, das sich vorbereitet zu einem neuen Dasein, um dann neue und höhere Kräfte zu entfalten. Das, was jeder Mystiker weiß, daß das spirituelles Licht ausstrahlende Herz zu strahlen vermag, das sagt Angelus Silesius mit den Worten:
[ 28 ] This is what a person must go through between death and a new birth. There, they are a seed for the new rebirth. They are the mustard seed that survives through the Devachan period into a new incarnation. The German mystic Angelus Silesius, who spoke so many beautiful, poignant words in his *Cherubimic Wanderer*, also described in this wonderful mystical book, in a short, clear, and meaningful verse, the feeling and the whole being of how the spirit survives death to a new birth as a tiny seed preparing itself for a new existence, in order to then unfold new and higher powers. What every mystic knows—that the heart, radiating spiritual light, is capable of shining—is expressed by Angelus Silesius in these words:
Ein Senfkorn ist mein Geist;
durchscheint ihn Seine Sonne,
So wächst er, Gotte gleich,
mit freudenreicher Wonne.
My spirit is like a mustard seed;
His sun shines through it,
And so it grows, like God,
with joy-filled delight.
