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The Origin and Purpose of Humanity
Basic Concepts of Spiritual Science
GA 53

2 March 1905, Berlin

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Ursprung und Ziel des Menschen, 8th ed.
  1. The Origin and Purpose of Humanity, tr. SOL

18. Goethes geheime Offenbarung III

18. Goethes geheime Offenbarung III

«Die Neue Melusine» und «Der Neue Paris»

«Die Neue Melusine» und «Der Neue Paris»

[ 1 ] In den beiden vorhergehenden Vorträgen versuchte ich, die Grundsinnbilder in Goethes tiefsinnigem Märchen auseinanderzusetzen. Wir haben gesehen, wie Goethe, wie die Mystiker aller Zeiten, die Wahrheiten, die sie zu den tiefsten rechneten, in bezeichnenden farbigen Sinnbildern gegeben hat.

[ 1 ] In den beiden vorhergehenden Vorträgen versuchte ich, die Grundsinnbilder in Goethes tiefsinnigem Märchen auseinanderzusetzen. Wir haben gesehen, wie Goethe, wie die Mystiker aller Zeiten, die Wahrheiten, die sie zu den tiefsten rechneten, in bezeichnenden farbigen Sinnbildern gegeben hat.

[ 2 ] Heute gestatten Sie mir, noch zwei andere Märchen hinzuzufügen: «Die neue Melusine» und das sogenannte Knabenmärchen «Der neue Paris». Es könnte vielleicht scheinen, daß etwas Gekünsteltes, Ausgetüfteltes in diesen Märchen läge, aber Sie werden sehen, wenn Sie sich in diese Bilder hineinvertiefen, daß auch hier nur eine esoterische, mystische Interpretation es ermöglicht, eine Erklärung herbeizuführen.

[ 2 ] Heute gestatten Sie mir, noch zwei andere Märchen hinzuzufügen: «Die neue Melusine» und das sogenannte Knabenmärchen «Der neue Paris». Es könnte vielleicht scheinen, daß etwas Gekünsteltes, Ausgetüfteltes in diesen Märchen läge, aber Sie werden sehen, wenn Sie sich in diese Bilder hineinvertiefen, daß auch hier nur eine esoterische, mystische Interpretation es ermöglicht, eine Erklärung herbeizuführen.

[ 3 ] Goethe hat das Märchen von der «Neuen Melusine» an einer bezeichnenden Stelle seinen «Wanderjahren» eingefügt (1807). Wer eindringt in Goethes Geist, wird sich niemals der oberflächlichen Anschauung hingeben, daß es sich für ihn hier nur um ein Nebeneinanderstellen von Bildern wie im Kaleidoskop, um ein bloßes Spiel mit Bildern handeln könne. Sondern er wird einsehen, daß Goethe hier sein tiefstes Inneres zum Ausdruck brachte.

[ 3 ] Goethe hat das Märchen von der «Neuen Melusine» an einer bezeichnenden Stelle seinen «Wanderjahren» eingefügt (1807). Wer eindringt in Goethes Geist, wird sich niemals der oberflächlichen Anschauung hingeben, daß es sich für ihn hier nur um ein Nebeneinanderstellen von Bildern wie im Kaleidoskop, um ein bloßes Spiel mit Bildern handeln könne. Sondern er wird einsehen, daß Goethe hier sein tiefstes Inneres zum Ausdruck brachte.

[ 4 ] Ein Mann erzählt es, der, um seine Seele zu höheren Fähigkeiten hinaufzuentwickeln, «auf die Sprache Verzicht getan hat, insofern etwas Gewöhnliches oder Zufälliges durch sie ausgedrückt wird; daraus aber hat sich ihm ein anderes Redetalent entwickelt, welches absichtlich klug und erfreulich wirkt». — Wie dieser Mann, hat auch Wilhelm Meister selbst mit Geheimbünden zu tun, wird gelenkt von geheimnisvollen Führern.

[ 4 ] Ein Mann erzählt es, der, um seine Seele zu höheren Fähigkeiten hinaufzuentwickeln, «auf die Sprache Verzicht getan hat, insofern etwas Gewöhnliches oder Zufälliges durch sie ausgedrückt wird; daraus aber hat sich ihm ein anderes Redetalent entwickelt, welches absichtlich klug und erfreulich wirkt». — Wie dieser Mann, hat auch Wilhelm Meister selbst mit Geheimbünden zu tun, wird gelenkt von geheimnisvollen Führern.

[ 5 ] Der Mann wiederholt und ordnet die reichen Erfahrungen seines Lebens im stillen Sinn. Hiermit verbindet sich Einbildungskraft und verleiht dem Geschehenen Leben und Bewegung. Es ist also ein Philosoph, der in diesem Märchen zu uns spricht, und in dem Augenblick, als er zum Schluß der Erzählung die Sehnsucht bekommt, seine Seele zu höherem Zustand zu entwickeln, versteht er auch die Ideale der Philosophen.

[ 5 ] Der Mann wiederholt und ordnet die reichen Erfahrungen seines Lebens im stillen Sinn. Hiermit verbindet sich Einbildungskraft und verleiht dem Geschehenen Leben und Bewegung. Es ist also ein Philosoph, der in diesem Märchen zu uns spricht, und in dem Augenblick, als er zum Schluß der Erzählung die Sehnsucht bekommt, seine Seele zu höherem Zustand zu entwickeln, versteht er auch die Ideale der Philosophen.

[ 6 ] Lassen wir nun das Märchen von der «Neuen Melusine» in seinen Hauptzügen an der Seele vorüberziehen, die tief hineinführen in Goethes Wesen.

[ 6 ] Lassen wir nun das Märchen von der «Neuen Melusine» in seinen Hauptzügen an der Seele vorüberziehen, die tief hineinführen in Goethes Wesen.

[ 7 ] Ein junger Mann lernt in einem Gasthofe eine merkwürdige Frau kennen, die großen Eindruck auf ihn macht. Er sieht, wie sie ein Kästchen mit sich führt und sorgfältig verwahrt. Er fragt, ob er nicht etwas für sie tun könne, ihr einen Gefallen erweisen. Sie bittet ihn, da sie sich einige Tage hier aufhalten müsse, statt ihrer die Reise mit dem Kästchen fortzusetzen. Er solle aber stets ein besonderes Zimmer für das Kästchen nehmen und es mit besonderem Schlüssel abschließen, damit die Türe für keinen anderen Schlüssel aufschließbar sei. Er reist ab. Unterwegs geht ihm das Geld aus; die Dame erscheint und hilft ihm weiter. Wieder verausgabt er das Geld; er glaubt, daß in dem Kästchen etwas sein könne, was sich zu Geld machen ließe. Er entdeckt eine Ritze in dem Kästchen, blickt hinein, etwas Helles schimmert darin. Er sieht ein Wohngemach mit einem ganzen Zwergenvolk, darunter das Mädchen. Es ist also in zweifacher Gestalt vorhanden, außen in einer großen, drinnen in einer kleinen Ausgabe. Er erschrickt heftig; die Dame erscheint ihm wieder, und er erhält Aufschluß, wie es sich mit dem Kästchen verhält. Die Dame sagt ihm, daß ihre wahre Gestalt die der Zwergin sei.

[ 7 ] Ein junger Mann lernt in einem Gasthofe eine merkwürdige Frau kennen, die großen Eindruck auf ihn macht. Er sieht, wie sie ein Kästchen mit sich führt und sorgfältig verwahrt. Er fragt, ob er nicht etwas für sie tun könne, ihr einen Gefallen erweisen. Sie bittet ihn, da sie sich einige Tage hier aufhalten müsse, statt ihrer die Reise mit dem Kästchen fortzusetzen. Er solle aber stets ein besonderes Zimmer für das Kästchen nehmen und es mit besonderem Schlüssel abschließen, damit die Türe für keinen anderen Schlüssel aufschließbar sei. Er reist ab. Unterwegs geht ihm das Geld aus; die Dame erscheint und hilft ihm weiter. Wieder verausgabt er das Geld; er glaubt, daß in dem Kästchen etwas sein könne, was sich zu Geld machen ließe. Er entdeckt eine Ritze in dem Kästchen, blickt hinein, etwas Helles schimmert darin. Er sieht ein Wohngemach mit einem ganzen Zwergenvolk, darunter das Mädchen. Es ist also in zweifacher Gestalt vorhanden, außen in einer großen, drinnen in einer kleinen Ausgabe. Er erschrickt heftig; die Dame erscheint ihm wieder, und er erhält Aufschluß, wie es sich mit dem Kästchen verhält. Die Dame sagt ihm, daß ihre wahre Gestalt die der Zwergin sei.

[ 8 ] Dies Geschlecht der Zwerge sei lange vor den Menschen dagewesen, als sich die Erde noch im feurigen Zustande befunden. Es hatte sich nicht erhalten können, weil ein Geschlecht von Drachen es bekriegte. Um die Zwerge zu retten, wird ein Geschlecht der Riesen geschaffen, doch diese stellen sich bald auf die Seite der Drachen, so daß zum Schutze der Zwerge, die sich in die Berge zurückzogen, noch ein neues Geschlecht der Ritter, oder wie es in der ursprünglichen Fassung hieß, der Helden entstehen mußte. Damit stehen nun einerseits Drachen und Riesen, andererseits Zwerge und Helden sich gegenüber. Die Zwerge aber werden immer kleiner, so daß die Notwendigkeit entsteht, daß von Zeit zu Zeit jemand aus ihrem Geschlecht an die Oberwelt kommt, um aus dem Reich der Menschen neue Kraft zu holen.

[ 8 ] Dies Geschlecht der Zwerge sei lange vor den Menschen dagewesen, als sich die Erde noch im feurigen Zustande befunden. Es hatte sich nicht erhalten können, weil ein Geschlecht von Drachen es bekriegte. Um die Zwerge zu retten, wird ein Geschlecht der Riesen geschaffen, doch diese stellen sich bald auf die Seite der Drachen, so daß zum Schutze der Zwerge, die sich in die Berge zurückzogen, noch ein neues Geschlecht der Ritter, oder wie es in der ursprünglichen Fassung hieß, der Helden entstehen mußte. Damit stehen nun einerseits Drachen und Riesen, andererseits Zwerge und Helden sich gegenüber. Die Zwerge aber werden immer kleiner, so daß die Notwendigkeit entsteht, daß von Zeit zu Zeit jemand aus ihrem Geschlecht an die Oberwelt kommt, um aus dem Reich der Menschen neue Kraft zu holen.

[ 9 ] Der Jüngling will sich mit der Dame verbinden, und nach einigen anderen Abenteuern sagt sie ihm, daß er dazu selbst Zwerg werden müsse. Sie streift ihm einen Ring auf den Finger, der Jüngling wird klein wie ein Zwerg und geht nun selbst ein in die Welt, die er in dem Kästchen gesehen hat. Er ist nun mit der Dame vereint. Aber bald erwacht Sehnsucht nach dem Lande der Menschen in ihm, er verschafft sich eine Feile, sägt den Ring durch, schießt plötzlich empor und ist wieder Mensch.

[ 9 ] Der Jüngling will sich mit der Dame verbinden, und nach einigen anderen Abenteuern sagt sie ihm, daß er dazu selbst Zwerg werden müsse. Sie streift ihm einen Ring auf den Finger, der Jüngling wird klein wie ein Zwerg und geht nun selbst ein in die Welt, die er in dem Kästchen gesehen hat. Er ist nun mit der Dame vereint. Aber bald erwacht Sehnsucht nach dem Lande der Menschen in ihm, er verschafft sich eine Feile, sägt den Ring durch, schießt plötzlich empor und ist wieder Mensch.

[ 10 ] Goethe macht am Ende des Märchens, als im Jüngling die Sehnsucht erwacht, wieder Mensch zu sein, eine interessante Bemerkung, die wichtig ist, um das Märchen zu verstehen. Er läßt den Jüngling sagen: «Nun begriff ich zum ersten Mal, was die Philosophen unter ihren Idealen verstehen möchten, wodurch die Menschen so gequält sein sollen. Ich hatte ein Ideal von mir selbst, und erschien mir manchmal im Traum wie ein Riese!»

[ 10 ] Goethe macht am Ende des Märchens, als im Jüngling die Sehnsucht erwacht, wieder Mensch zu sein, eine interessante Bemerkung, die wichtig ist, um das Märchen zu verstehen. Er läßt den Jüngling sagen: «Nun begriff ich zum ersten Mal, was die Philosophen unter ihren Idealen verstehen möchten, wodurch die Menschen so gequält sein sollen. Ich hatte ein Ideal von mir selbst, und erschien mir manchmal im Traum wie ein Riese!»

[ 11 ] Wir wollen nun sehen, was Goethe mit diesem Märchen hat sagen wollen. Das Zwergengeschlecht, geschaffen vor Drachen, Riesen und Menschen, führt uns auf die Fährte. Das Volk der Zwerge «ist noch immer wie vor alters tätig und geschäftig. Sonst, in alten Zeiten, waren Schwerter, die den Feind verfolgten, wenn man sie ihm nachwarf, unsichtbar und geheimnisvoll bindende Ketten, undurchdringliche Schilder ihre berühmtesten Arbeiten. Jetzt aber beschäftigen sie sich hauptsächlich mit Sachen der Bequemlichkeit und des Putzes.» Da wird hingewiesen auf das, was die Mystiker nennen das «Fünkchen» in der Menschenseele, das Ich des Menschen, das die Gottheit in den Menschenleib hineinsenkte. Dieses Ich des Menschen hatte einstmals Zauberkräfte, geheime magische Kräfte; jetzt dient es dazu, dem Menschen die Erde in allen Werken der Kultur dienstbar zu machen; in alledem wirkt der Menschengeist, das Ich.

[ 11 ] Wir wollen nun sehen, was Goethe mit diesem Märchen hat sagen wollen. Das Zwergengeschlecht, geschaffen vor Drachen, Riesen und Menschen, führt uns auf die Fährte. Das Volk der Zwerge «ist noch immer wie vor alters tätig und geschäftig. Sonst, in alten Zeiten, waren Schwerter, die den Feind verfolgten, wenn man sie ihm nachwarf, unsichtbar und geheimnisvoll bindende Ketten, undurchdringliche Schilder ihre berühmtesten Arbeiten. Jetzt aber beschäftigen sie sich hauptsächlich mit Sachen der Bequemlichkeit und des Putzes.» Da wird hingewiesen auf das, was die Mystiker nennen das «Fünkchen» in der Menschenseele, das Ich des Menschen, das die Gottheit in den Menschenleib hineinsenkte. Dieses Ich des Menschen hatte einstmals Zauberkräfte, geheime magische Kräfte; jetzt dient es dazu, dem Menschen die Erde in allen Werken der Kultur dienstbar zu machen; in alledem wirkt der Menschengeist, das Ich.

[ 12 ] Was ist das Kästchen? Eine Welt, eine kleine Welt zwar, aber eine vollständige Welt. Der Mensch ist ein Mikrokosmos, eine kleine Welt in einer großen. Das Kästchen ist nichts als ein Bild der menschlichen Seele selbst. Der menschliche Verstand, das Gegenwartsbewußtsein, wie wir es im Märchen von der grünen Schlange in der Frau des Alten kennengelernt haben, ist das, was Bilder der ganzen großen Welt entwirft, Bilder im kleinen. Was ist es, das in der Menschenseele als die Summe der Gedanken zusammengefaßt ist? Der geistige Funke ist es. Könnten wir hineinsehen in die menschliche Seele, so würden wir den geistigen Funken, der in ferner Vergangenheit in dem nur mit dumpfem Traumbewußtsein begabten Menschen entzündet wurde, entdecken mit dem Keim der zukünftigen Stufen. Vorausgegangen allen physischen Zuständen ist dieser geistige Funke, der in der menschlichen Seele glimmt. Gegenüber der künftigen Größe, der Vollendung des Menschen ist das, was heute in ihm lebt, nur Same, nur Zwerghaftes.

[ 12 ] Was ist das Kästchen? Eine Welt, eine kleine Welt zwar, aber eine vollständige Welt. Der Mensch ist ein Mikrokosmos, eine kleine Welt in einer großen. Das Kästchen ist nichts als ein Bild der menschlichen Seele selbst. Der menschliche Verstand, das Gegenwartsbewußtsein, wie wir es im Märchen von der grünen Schlange in der Frau des Alten kennengelernt haben, ist das, was Bilder der ganzen großen Welt entwirft, Bilder im kleinen. Was ist es, das in der Menschenseele als die Summe der Gedanken zusammengefaßt ist? Der geistige Funke ist es. Könnten wir hineinsehen in die menschliche Seele, so würden wir den geistigen Funken, der in ferner Vergangenheit in dem nur mit dumpfem Traumbewußtsein begabten Menschen entzündet wurde, entdecken mit dem Keim der zukünftigen Stufen. Vorausgegangen allen physischen Zuständen ist dieser geistige Funke, der in der menschlichen Seele glimmt. Gegenüber der künftigen Größe, der Vollendung des Menschen ist das, was heute in ihm lebt, nur Same, nur Zwerghaftes.

[ 13 ] Früher gab es andere Menschenrassen; vor der unseren lebten die Atlantier, vorher die Lemurier und so weiter. In der Mitte dieser dritten, der lemurischen Rasse geschah die Begabung mit dem geistigen Funken, mit dem Bewußtsein. Das Ich ist im Menschen der Keim des Ewigen, der sich durch Entwickelung des Menschen zu selbstbewußtem Leben emporringen kann.

[ 13 ] Früher gab es andere Menschenrassen; vor der unseren lebten die Atlantier, vorher die Lemurier und so weiter. In der Mitte dieser dritten, der lemurischen Rasse geschah die Begabung mit dem geistigen Funken, mit dem Bewußtsein. Das Ich ist im Menschen der Keim des Ewigen, der sich durch Entwickelung des Menschen zu selbstbewußtem Leben emporringen kann.

[ 14 ] Dieses Bewußtsein kam von einer anderen Welt, war also dem Ursprung des Menschen vorangegangen und früher da als die anderen Bestandteile des Menschen (Kamamanas). Es ist dieses Ich-Bewußtsein heute noch mit der Leidenschaft gepaart. Der wahre Philosoph strebt danach, das Göttliche im Menschen vom Sinnlichen zu befreien, damit es sich seines göttlichen Ursprungs bewußt wird; Manas wird befreit von Kama. Dies befreite Manas wird dann aus sich heraus entwickeln die Buddhi, das Bewußtsein des Seins in der göttlichen Welt, um dann zu Atma zu streben.

[ 14 ] Dieses Bewußtsein kam von einer anderen Welt, war also dem Ursprung des Menschen vorangegangen und früher da als die anderen Bestandteile des Menschen (Kamamanas). Es ist dieses Ich-Bewußtsein heute noch mit der Leidenschaft gepaart. Der wahre Philosoph strebt danach, das Göttliche im Menschen vom Sinnlichen zu befreien, damit es sich seines göttlichen Ursprungs bewußt wird; Manas wird befreit von Kama. Dies befreite Manas wird dann aus sich heraus entwickeln die Buddhi, das Bewußtsein des Seins in der göttlichen Welt, um dann zu Atma zu streben.

[ 15 ] Wir wissen, daß diese geistige Wesenheit des Menschen durch die verschiedensten Gestalten hindurchgegangen ist. Einer dieser Zustände wird als der der Drachen bezeichnet. Auch in der «Geheimlehre» von H. P. Blavatsky hören wir von feurigen Drachen als Sinnbildern der Zeit, in der der Mensch aus seiner höheren Geistigkeit herabgestiegen ist.

[ 15 ] Wir wissen, daß diese geistige Wesenheit des Menschen durch die verschiedensten Gestalten hindurchgegangen ist. Einer dieser Zustände wird als der der Drachen bezeichnet. Auch in der «Geheimlehre» von H. P. Blavatsky hören wir von feurigen Drachen als Sinnbildern der Zeit, in der der Mensch aus seiner höheren Geistigkeit herabgestiegen ist.

[ 16 ] Der Durchgang durch die rohe physische Gestalt wird durch die Riesen dargestellt. Der Mensch muß veredelt werden, er steigt hinauf zu immer feineren Gestalten, er wird zum Helden, zum Ritter. Diese Geistesritter haben immer gesucht, das Bündnis zu schließen mit dem Ideal wahrer Menschlichkeit; sie sollen mit den Zwergen in guter Eintracht leben. «Und es findet sich, daß nachher Riesen und Drachen, sowie die Ritter und Zwerge immer zusammengehalten haben.»

[ 16 ] Der Durchgang durch die rohe physische Gestalt wird durch die Riesen dargestellt. Der Mensch muß veredelt werden, er steigt hinauf zu immer feineren Gestalten, er wird zum Helden, zum Ritter. Diese Geistesritter haben immer gesucht, das Bündnis zu schließen mit dem Ideal wahrer Menschlichkeit; sie sollen mit den Zwergen in guter Eintracht leben. «Und es findet sich, daß nachher Riesen und Drachen, sowie die Ritter und Zwerge immer zusammengehalten haben.»

[ 17 ] Nun wird von der Frau erzählt, «daß alles, was einmal groß gewesen ist, klein werden und abnehmen muß; so sind auch wir in dem Falle, daß wir seit der Erschaffung der Welt immer abnehmen und kleiner werden, vor allen andern aber die königliche Familie.» Daher muß «von Zeit zu Zeit eine Prinzessin aus dem königlichen Hause heraus in das Land gesendet werden, um sich mit einem ehrsamen Ritter zu vermählen, damit das Zwergengeschlecht wieder angefrischt und vom gänzlichen Verfall gerettet sei». Denn der nachgeborene Bruder ist so klein ausgefallen, «daß ihn die Wärterinnen sogar aus den Windeln verloren haben und man nicht weiß, wo er hingekommen ist.»

[ 17 ] Nun wird von der Frau erzählt, «daß alles, was einmal groß gewesen ist, klein werden und abnehmen muß; so sind auch wir in dem Falle, daß wir seit der Erschaffung der Welt immer abnehmen und kleiner werden, vor allen andern aber die königliche Familie.» Daher muß «von Zeit zu Zeit eine Prinzessin aus dem königlichen Hause heraus in das Land gesendet werden, um sich mit einem ehrsamen Ritter zu vermählen, damit das Zwergengeschlecht wieder angefrischt und vom gänzlichen Verfall gerettet sei». Denn der nachgeborene Bruder ist so klein ausgefallen, «daß ihn die Wärterinnen sogar aus den Windeln verloren haben und man nicht weiß, wo er hingekommen ist.»

[ 18 ] Ein Ring wird nun geholt — der Ring ist immer ein Symbolum für die Persönlichkeit - und durch diesen Ring wird der Zwerg Mensch und verbindet sich mit dem Geistesritter.

[ 18 ] Ein Ring wird nun geholt — der Ring ist immer ein Symbolum für die Persönlichkeit - und durch diesen Ring wird der Zwerg Mensch und verbindet sich mit dem Geistesritter.

[ 19 ] Wodurch kommt das Geschlecht der Zwerge zur Entwikkelung? Dadurch, daß es durchgeht durch die physische Menschlichkeit, durch die verschiedenen Bewußtseinszustände. Wodurch entwickelt sich das gegenwärtige Bewußtsein weiter? Durch das Gesetz der karmischen Menschenentwickelung. Betrachten wir es zunächst an einem Beispiel. Das Kind lernt lesen und schreiben; die Anstrengungen, die Übungen, die es dabei macht, dies alles geht vorüber; geblieben ist die Fähigkeit, zu lesen und zu schreiben. Die Frucht seiner Mühen hat der Mensch in sich aufgenommen. Was zunächst außen war, in der physischen Natur verbreitet, ist ein Teil seiner selbst geworden. «Was du heute denkst und tust, bist du morgen», oder wie es die Bibel ausdrückt: «Was ihr sät, werdet ihr ernten.»

[ 19 ] Wodurch kommt das Geschlecht der Zwerge zur Entwikkelung? Dadurch, daß es durchgeht durch die physische Menschlichkeit, durch die verschiedenen Bewußtseinszustände. Wodurch entwickelt sich das gegenwärtige Bewußtsein weiter? Durch das Gesetz der karmischen Menschenentwickelung. Betrachten wir es zunächst an einem Beispiel. Das Kind lernt lesen und schreiben; die Anstrengungen, die Übungen, die es dabei macht, dies alles geht vorüber; geblieben ist die Fähigkeit, zu lesen und zu schreiben. Die Frucht seiner Mühen hat der Mensch in sich aufgenommen. Was zunächst außen war, in der physischen Natur verbreitet, ist ein Teil seiner selbst geworden. «Was du heute denkst und tust, bist du morgen», oder wie es die Bibel ausdrückt: «Was ihr sät, werdet ihr ernten.»

[ 20 ] Wir sind die Produkte vergangener Zeiten. Leer würde unsere Seele sein, wenn sie nicht aus der äußeren Welt Erfahrung sammelte. Wie würde die Seele dahinschwinden, wenn sie nicht aus der Außenwelt die Lektionen aufnehmen würde.

[ 20 ] Wir sind die Produkte vergangener Zeiten. Leer würde unsere Seele sein, wenn sie nicht aus der äußeren Welt Erfahrung sammelte. Wie würde die Seele dahinschwinden, wenn sie nicht aus der Außenwelt die Lektionen aufnehmen würde.

[ 21 ] Wenn wir die Dinge, die wir erfahren, wirklich in unserem Selbst machen wollen, müssen wir sie verarbeiten. Das ist das Gesetz der Evolution und Involution, durch das wir unsere Wesenheit steigern. Wir müssen aus der Umgebung Kraft sammeln. Wir sammeln Erfahrungen in der Außenwelt, um sie uns zum geistigen Eigentum zu machen. Der Geist verarbeitet dann in den Feierstunden die Erfahrung, die er eingesammelt hat, um immer wieder zurückzukehren in die Außenwelt. Unsere Begriffe würden verkümmern, wenn wir uns zurückziehen würden von der Außenwelt. Es ist ein geistiger Atmungsprozeß, ein «Geben und Nehmen». Unsere Innenwelt entwickeln wir nach außen, die Außenwelt saugen wir ein. Diesen Evolutions- und Involutionsprozeß hat Goethe in diesem Märchen in bedeutungsvoller Weise dargestellt. Darauf deuten die Worte des Jünglings über das, was man Ideale nennt. Ideale sind, was jetzt noch nicht ist, was in der Zukunft verwirklicht werden soll. Das, was den Menschen heraushebt über alles andere, ist die Möglichkeit, daß er sich Ideale aufstellt, ist die Möglichkeit, einer höheren Zukunft entgegenzugehen. Dadurch, daß der Mensch der Wirklichkeit die Möglichkeit gibt, in eine höhere Zukunft hineinzuwachsen, pflegt er den Idealismus.

[ 21 ] Wenn wir die Dinge, die wir erfahren, wirklich in unserem Selbst machen wollen, müssen wir sie verarbeiten. Das ist das Gesetz der Evolution und Involution, durch das wir unsere Wesenheit steigern. Wir müssen aus der Umgebung Kraft sammeln. Wir sammeln Erfahrungen in der Außenwelt, um sie uns zum geistigen Eigentum zu machen. Der Geist verarbeitet dann in den Feierstunden die Erfahrung, die er eingesammelt hat, um immer wieder zurückzukehren in die Außenwelt. Unsere Begriffe würden verkümmern, wenn wir uns zurückziehen würden von der Außenwelt. Es ist ein geistiger Atmungsprozeß, ein «Geben und Nehmen». Unsere Innenwelt entwickeln wir nach außen, die Außenwelt saugen wir ein. Diesen Evolutions- und Involutionsprozeß hat Goethe in diesem Märchen in bedeutungsvoller Weise dargestellt. Darauf deuten die Worte des Jünglings über das, was man Ideale nennt. Ideale sind, was jetzt noch nicht ist, was in der Zukunft verwirklicht werden soll. Das, was den Menschen heraushebt über alles andere, ist die Möglichkeit, daß er sich Ideale aufstellt, ist die Möglichkeit, einer höheren Zukunft entgegenzugehen. Dadurch, daß der Mensch der Wirklichkeit die Möglichkeit gibt, in eine höhere Zukunft hineinzuwachsen, pflegt er den Idealismus.

[ 22 ] Schön hat Goethe diese Wahrheit auch zum Ausdruck gebracht in dem Märchen vom «Neuen Paris». In diesem Märchen spricht Goethe von sich selbst. Es steht am Anfang von «Dichtung und Wahrheit». Kurz vorher, in «Dichtung und Wahrheit», sucht das junge Kind Goethe, «sich dem großen Gotte der Natur, dem Schöpfer und Erhalter Himmels und der Erden» auf eine Weise zu nähern, indem er ihm einen Altar errichtet. «Naturprodukte sollten die Welt im Gleichnis vorstellen, über diesen sollte eine Flamme brennen und das zu seinem Schöpfer sich aufsehnende Gemüt des Menschen bedeuten.» Der Knabe entzündet die Flamme der Räucherkerzchen an dem Licht der aufgehenden Sonne. Aber er beschädigt dabei allerlei und kommt zum Schluß, «wie gefährlich es überhaupt sei, sich Gott auf dergleichen Wegen nähern zu wollen». Daß es für Goethe feststand, daß der Weg, sich der Gottheit zu nähern, nur darin bestehen könne, daß der Mensch die in ihm schlummernden Fähigkeiten auferwecke, haben wir im Märchen von der grünen Schlange und der schönen Lilie zeigen können. Auch in dem «Knabenmärchen» weist er hin auf diesen Weg.

[ 22 ] Schön hat Goethe diese Wahrheit auch zum Ausdruck gebracht in dem Märchen vom «Neuen Paris». In diesem Märchen spricht Goethe von sich selbst. Es steht am Anfang von «Dichtung und Wahrheit». Kurz vorher, in «Dichtung und Wahrheit», sucht das junge Kind Goethe, «sich dem großen Gotte der Natur, dem Schöpfer und Erhalter Himmels und der Erden» auf eine Weise zu nähern, indem er ihm einen Altar errichtet. «Naturprodukte sollten die Welt im Gleichnis vorstellen, über diesen sollte eine Flamme brennen und das zu seinem Schöpfer sich aufsehnende Gemüt des Menschen bedeuten.» Der Knabe entzündet die Flamme der Räucherkerzchen an dem Licht der aufgehenden Sonne. Aber er beschädigt dabei allerlei und kommt zum Schluß, «wie gefährlich es überhaupt sei, sich Gott auf dergleichen Wegen nähern zu wollen». Daß es für Goethe feststand, daß der Weg, sich der Gottheit zu nähern, nur darin bestehen könne, daß der Mensch die in ihm schlummernden Fähigkeiten auferwecke, haben wir im Märchen von der grünen Schlange und der schönen Lilie zeigen können. Auch in dem «Knabenmärchen» weist er hin auf diesen Weg.

[ 23 ] Dies Märchen beginnt damit, daß Goethe schildert, wie ihm als Knaben am Pfingstsonntage im Traum der Gott Merkur erscheint und ihm drei schöne Äpfel schenkt, einen roten, gelben und grünen. Sie verwandeln sich in seiner Hand in Edelsteine und er erblickt darin drei weibliche Gestalten, für die er auf Geheiß Merkurs drei würdige Jünglinge auswählen soll.

[ 23 ] Dies Märchen beginnt damit, daß Goethe schildert, wie ihm als Knaben am Pfingstsonntage im Traum der Gott Merkur erscheint und ihm drei schöne Äpfel schenkt, einen roten, gelben und grünen. Sie verwandeln sich in seiner Hand in Edelsteine und er erblickt darin drei weibliche Gestalten, für die er auf Geheiß Merkurs drei würdige Jünglinge auswählen soll.

[ 24 ] Während er sie anstaunt, entschwinden sie ihm; ein viertes weibliches Wesen erscheint, tanzt auf seiner Hand und versetzt ihm, da er es erhaschen will, einen Schlag auf die Stirn, so daß er die Besinnung verliert.

[ 24 ] Während er sie anstaunt, entschwinden sie ihm; ein viertes weibliches Wesen erscheint, tanzt auf seiner Hand und versetzt ihm, da er es erhaschen will, einen Schlag auf die Stirn, so daß er die Besinnung verliert.

[ 25 ] Als er erwacht, kleidet er sich festlich an, um Besuche zu machen und kommt vor das Tor, wo er in der Mauer eine seltsame Pforte findet. Sie hat keinen Schlüssel.

[ 25 ] Als er erwacht, kleidet er sich festlich an, um Besuche zu machen und kommt vor das Tor, wo er in der Mauer eine seltsame Pforte findet. Sie hat keinen Schlüssel.

[ 26 ] Ein Mann mit langem Bart öffnet von innen; er gleicht einem Orientalen, schlägt aber ein Kreuz und zeigt so, daß er ein Christ sei. Er zeigt dem Knaben den Garten, der wunderbar schön ist. Aus den Büschen rufen die Vögel ganz deutlich: «Paris», «Paris», dann wieder «Narziß», «Narziß».

[ 26 ] Ein Mann mit langem Bart öffnet von innen; er gleicht einem Orientalen, schlägt aber ein Kreuz und zeigt so, daß er ein Christ sei. Er zeigt dem Knaben den Garten, der wunderbar schön ist. Aus den Büschen rufen die Vögel ganz deutlich: «Paris», «Paris», dann wieder «Narziß», «Narziß».

[ 27 ] Dann erblickt der neue Paris einen noch herrlicheren Garten hinter einer Art von lebendiger Mauer. Er fragt, ob er eintreten dürfe. Der Alte erlaubt es, nachdem er Hut und Degen abgelegt hat. Von der Hand des Alten geführt, sieht er noch Wundervolleres. Er erblickt hinter einem Gitter von Schwertern und Partisanen einen noch schöneren Garten, von einem Kanal umgeben. Jetzt muß er erst ein anderes Gewand anlegen; er erhält eine Art orientalischen Kostüms. Warnend werden ihm drei merkwürdige Stricke gezeigt. Jetzt legen die Schwerter und Partisanen sich über das Wasser und bilden eine goldene Brücke, und er tritt herein. Drüben kommt ihm das Mädchen entgegen, das er tanzend auf seiner Hand gehabt hat und das ihm entschlüpft ist. Es führt ihn zu den drei Damen aus den Äpfeln, die hier in die entsprechenden Gewänder gekleidet sind und gewisse Instrumente spielen.

[ 27 ] Dann erblickt der neue Paris einen noch herrlicheren Garten hinter einer Art von lebendiger Mauer. Er fragt, ob er eintreten dürfe. Der Alte erlaubt es, nachdem er Hut und Degen abgelegt hat. Von der Hand des Alten geführt, sieht er noch Wundervolleres. Er erblickt hinter einem Gitter von Schwertern und Partisanen einen noch schöneren Garten, von einem Kanal umgeben. Jetzt muß er erst ein anderes Gewand anlegen; er erhält eine Art orientalischen Kostüms. Warnend werden ihm drei merkwürdige Stricke gezeigt. Jetzt legen die Schwerter und Partisanen sich über das Wasser und bilden eine goldene Brücke, und er tritt herein. Drüben kommt ihm das Mädchen entgegen, das er tanzend auf seiner Hand gehabt hat und das ihm entschlüpft ist. Es führt ihn zu den drei Damen aus den Äpfeln, die hier in die entsprechenden Gewänder gekleidet sind und gewisse Instrumente spielen.

[ 28 ] Die Frauengestalt, die er als zu sich gehörig erkannt hat, erquickt ihn mit Früchten. Er entzückt sich an herrlicher Musik. Dann beginnen er und das Mädchen ein Spiel mit kleinem Kriegsvolk. Der Warnung entgegen gerät er und das Mädchen in Eifer; er vernichtet ihre Kämpfer; sie stürzen sich ins Wasser, dieses schäumt auf, die Brücke, auf der das Spiel vor sich ging, schlägt auseinander, und der Knabe befindet sich durchnäßt und herausgeworfen auf der anderen Seite.

[ 28 ] Die Frauengestalt, die er als zu sich gehörig erkannt hat, erquickt ihn mit Früchten. Er entzückt sich an herrlicher Musik. Dann beginnen er und das Mädchen ein Spiel mit kleinem Kriegsvolk. Der Warnung entgegen gerät er und das Mädchen in Eifer; er vernichtet ihre Kämpfer; sie stürzen sich ins Wasser, dieses schäumt auf, die Brücke, auf der das Spiel vor sich ging, schlägt auseinander, und der Knabe befindet sich durchnäßt und herausgeworfen auf der anderen Seite.

[ 29 ] Der Alte kommt, droht mit den drei Stricken, die den bestrafen sollen, der das Vertrauen mißbraucht. Der Knabe rettet sich, indem er sagt, daß er ausersehen sei, den drei Jungfrauen drei würdige Jünglinge zuzuführen. Er wird nun höflich zur Tür hinausgeführt. Der Alte weist ihn auf verschiedene Merkzeichen, um die Pforte wiederzufinden. Die Wichtigkeit ihrer Stellung zueinander deutet auf die mittelalterliche Sternenkunde.

[ 29 ] Der Alte kommt, droht mit den drei Stricken, die den bestrafen sollen, der das Vertrauen mißbraucht. Der Knabe rettet sich, indem er sagt, daß er ausersehen sei, den drei Jungfrauen drei würdige Jünglinge zuzuführen. Er wird nun höflich zur Tür hinausgeführt. Der Alte weist ihn auf verschiedene Merkzeichen, um die Pforte wiederzufinden. Die Wichtigkeit ihrer Stellung zueinander deutet auf die mittelalterliche Sternenkunde.

[ 30 ] Als der Knabe wiederkommt, ist die Pforte nicht mehr da, die drei Gegenstände, Tafel, Brunnen und Bäume stehen anders zueinander. Doch glaubt er zu bemerken, daß nach einiger Zeit sie etwas ihre Stellung zueinander geändert haben, und hofft so, daß einmal alle Zeichen zusammentreffen werden. Er schließt bezeichnend: «Ob ich euch erzählen kann, was weiter begegnet, oder ob es mir ausdrücklich verboten wird, weiß ich nicht zu sagen.»

[ 30 ] Als der Knabe wiederkommt, ist die Pforte nicht mehr da, die drei Gegenstände, Tafel, Brunnen und Bäume stehen anders zueinander. Doch glaubt er zu bemerken, daß nach einiger Zeit sie etwas ihre Stellung zueinander geändert haben, und hofft so, daß einmal alle Zeichen zusammentreffen werden. Er schließt bezeichnend: «Ob ich euch erzählen kann, was weiter begegnet, oder ob es mir ausdrücklich verboten wird, weiß ich nicht zu sagen.»

[ 31 ] Das Märchen, welches 1811 geschrieben ist, zeigt in jedem Strich an, daß wir in ihm etwas Tieferes zu suchen haben. Nicht umsonst hat Goethe es an die Sage von Paris angeknüpft, nicht umsonst sie so verändert. Die Sage von «Paris und Helena», dem trojanischen Krieg, ist bekannt. Paris soll der schönsten der drei Göttinnen den Apfel reichen; dafür gewinnt er Helena. Goethe kehrt die Sache um, drei Frauen, später vier, sind da, für welche der neue Paris die Jünglinge wählen soll. In eine Art von Mysterium wird der Knabe geführt, dreifach ist es umfriedet, immer neue Bedingungen muß er erfüllen. Es entwickelt sich eine Art Kriegsspiel, ein Abbild, nicht ein wirklicher Krieg. Verfolgen wir nun Zug um Zug das Märchen.

[ 31 ] Das Märchen, welches 1811 geschrieben ist, zeigt in jedem Strich an, daß wir in ihm etwas Tieferes zu suchen haben. Nicht umsonst hat Goethe es an die Sage von Paris angeknüpft, nicht umsonst sie so verändert. Die Sage von «Paris und Helena», dem trojanischen Krieg, ist bekannt. Paris soll der schönsten der drei Göttinnen den Apfel reichen; dafür gewinnt er Helena. Goethe kehrt die Sache um, drei Frauen, später vier, sind da, für welche der neue Paris die Jünglinge wählen soll. In eine Art von Mysterium wird der Knabe geführt, dreifach ist es umfriedet, immer neue Bedingungen muß er erfüllen. Es entwickelt sich eine Art Kriegsspiel, ein Abbild, nicht ein wirklicher Krieg. Verfolgen wir nun Zug um Zug das Märchen.

[ 32 ] Indem Goethe den Inhalt des Märchens als vom Gotte Merkur herrührend bezeichnet, weist er darauf hin, daß er das, was er in diesem Märchen erlebt, als eine Botschaft der Gottheit empfindet. Merkur sagt dem Knaben, er sei von den Göttern mit einem wichtigen Auftrag an ihn gesendet.

[ 32 ] Indem Goethe den Inhalt des Märchens als vom Gotte Merkur herrührend bezeichnet, weist er darauf hin, daß er das, was er in diesem Märchen erlebt, als eine Botschaft der Gottheit empfindet. Merkur sagt dem Knaben, er sei von den Göttern mit einem wichtigen Auftrag an ihn gesendet.

[ 33 ] Goethe will immer festhalten daran, daß die Bewußtseinszustände des Menschen durch Frauen dargestellt werden. In diesem Märchen sind ebenfalls vier Frauen, die dem Knaben gleich anfangs, wie von der Gottheit Merkur gesendet, entgegentreten. Bezeichnenderweise sind es zuerst Äpfel, die ihm Merkur in die Hand gibt. Die Äpfel verwandeln sich in wunderschöne Edelsteine, und zwar der eine von roter, der andere von gelber, der dritte von grüner Farbe. Die drei Edelsteine werden dann zu drei schönen Frauengestalten, deren Kleider die Farbe der Edelsteine haben. Sie entschweben aber dem Knaben, als er sie festhalten will. Aber statt ihrer erscheint dem Knaben eine vierte Frauengestalt, die dann seine Führerin wird.

[ 33 ] Goethe will immer festhalten daran, daß die Bewußtseinszustände des Menschen durch Frauen dargestellt werden. In diesem Märchen sind ebenfalls vier Frauen, die dem Knaben gleich anfangs, wie von der Gottheit Merkur gesendet, entgegentreten. Bezeichnenderweise sind es zuerst Äpfel, die ihm Merkur in die Hand gibt. Die Äpfel verwandeln sich in wunderschöne Edelsteine, und zwar der eine von roter, der andere von gelber, der dritte von grüner Farbe. Die drei Edelsteine werden dann zu drei schönen Frauengestalten, deren Kleider die Farbe der Edelsteine haben. Sie entschweben aber dem Knaben, als er sie festhalten will. Aber statt ihrer erscheint dem Knaben eine vierte Frauengestalt, die dann seine Führerin wird.

[ 34 ] Auch in dem Märchen von der grünen Schlange und der schönen Lilie weist Goethe durch vier Frauengestalten hin auf vier Bewußtseinszustände der menschlichen Seele. Im Knabenmärchen werden diese vier Frauen noch intimer gekennzeichnet durch die mystischen Farben, die sie tragen. Wenn wir das Wesen dieser Frauen näher verstehen wollen sowie die Farben, die sie tragen, müssen wir hinschauen auf Bewußtseinszustände, die der Mensch gegenwärtig hat, und solche, die er sich durch Entwickelung seiner Seelenkräfte erwerben kann.

[ 34 ] Auch in dem Märchen von der grünen Schlange und der schönen Lilie weist Goethe durch vier Frauengestalten hin auf vier Bewußtseinszustände der menschlichen Seele. Im Knabenmärchen werden diese vier Frauen noch intimer gekennzeichnet durch die mystischen Farben, die sie tragen. Wenn wir das Wesen dieser Frauen näher verstehen wollen sowie die Farben, die sie tragen, müssen wir hinschauen auf Bewußtseinszustände, die der Mensch gegenwärtig hat, und solche, die er sich durch Entwickelung seiner Seelenkräfte erwerben kann.

[ 35 ] Die Menschheit lebt heute auf der Erde im mineralischen Zyklus; durch seinen physischen Leib ist der Mensch mit dem Mineral verwandt. Alle Stoffe, die sich im physischen Menschenleib finden in chemischen Verbindungen - seien es Salze, Kalkarten, Metalle und so weiter —, finden sich draußen in der Natur auch. Innerhalb dieses physischen Menschenleibes lebt des Menschen Seele. Von Inkarnation zu Inkarnation gehend, lebt die Menschenseele immer wieder ein Leben zwischen Geburt und Tod in einem Leibe, den sie bei der Geburt oder schon bei der Empfängnis erhält. Die Menschenseele hat in jeder Inkarnation eine Fülle von Erlebnissen und Erfahrungen durchzumachen. Sie wird dadurch immer reicher und reicher. Man kann auch sagen, sie wird dadurch immer reiner und reiner, denn die ursprünglich in rohen Trieben und Begierden lebende Seele, die dann innerhalb einer Kulturwelt in einem neuen Körper wieder erscheint, lebt anders in dieser Kulturwelt, als zum Beispiel innerhalb eines Körpers, der einer wilden Völkerschaft angehört. Jetzt lebt die Menschenseele im Kamamanas, das heißt in einer Geistigkeit, die zwar noch verwendet wird, um die Triebe und Leidenschaften des Menschen zu befriedigen. Aber immer mehr ersteht auch in der Seele des Menschen die Sehnsucht, zu einer höheren Geistigkeit aufzusteigen. Dieser Seelenzustand wird im Okkultismus bezeichnet durch die Farbe Rot, die von innen durchlichtet ist — also kein stumpfes Rot —, ein lichtes, von innen durchstrahltes Rot; Rot bedeutet in der Initiationserkenntnis das Bewußtsein für die astrale Welt. Wenn der Mensch dann immer mehr seinen Seeleninhalt, das innere Leben seiner Seele, nicht aus dem nimmt, was ihm die physische Umwelt gibt, wenn er immer mehr ein inneres, spirituelles Leben in seiner Seele entfacht, so wird dies Leben der Menschenseele durch die Farbe Gelb gekennzeichnet, wiederum ein lichtes, strahlendes Gelb.

[ 35 ] Die Menschheit lebt heute auf der Erde im mineralischen Zyklus; durch seinen physischen Leib ist der Mensch mit dem Mineral verwandt. Alle Stoffe, die sich im physischen Menschenleib finden in chemischen Verbindungen - seien es Salze, Kalkarten, Metalle und so weiter —, finden sich draußen in der Natur auch. Innerhalb dieses physischen Menschenleibes lebt des Menschen Seele. Von Inkarnation zu Inkarnation gehend, lebt die Menschenseele immer wieder ein Leben zwischen Geburt und Tod in einem Leibe, den sie bei der Geburt oder schon bei der Empfängnis erhält. Die Menschenseele hat in jeder Inkarnation eine Fülle von Erlebnissen und Erfahrungen durchzumachen. Sie wird dadurch immer reicher und reicher. Man kann auch sagen, sie wird dadurch immer reiner und reiner, denn die ursprünglich in rohen Trieben und Begierden lebende Seele, die dann innerhalb einer Kulturwelt in einem neuen Körper wieder erscheint, lebt anders in dieser Kulturwelt, als zum Beispiel innerhalb eines Körpers, der einer wilden Völkerschaft angehört. Jetzt lebt die Menschenseele im Kamamanas, das heißt in einer Geistigkeit, die zwar noch verwendet wird, um die Triebe und Leidenschaften des Menschen zu befriedigen. Aber immer mehr ersteht auch in der Seele des Menschen die Sehnsucht, zu einer höheren Geistigkeit aufzusteigen. Dieser Seelenzustand wird im Okkultismus bezeichnet durch die Farbe Rot, die von innen durchlichtet ist — also kein stumpfes Rot —, ein lichtes, von innen durchstrahltes Rot; Rot bedeutet in der Initiationserkenntnis das Bewußtsein für die astrale Welt. Wenn der Mensch dann immer mehr seinen Seeleninhalt, das innere Leben seiner Seele, nicht aus dem nimmt, was ihm die physische Umwelt gibt, wenn er immer mehr ein inneres, spirituelles Leben in seiner Seele entfacht, so wird dies Leben der Menschenseele durch die Farbe Gelb gekennzeichnet, wiederum ein lichtes, strahlendes Gelb.

[ 36 ] Wenn der Mensch dann dazu gelangt ist, nicht mehr in seinem engen Eigensinn nur zu leben, wenn er sich in Sympathie mit der ganzen Welt verbunden fühlt, wenn er sich fühlt wie aufgehend im All, so wird dieser Zustand der Menschenseele im Okkultismus durch eine Nuance von Grün, mit einem lichten Grün bezeichnet. Das ist die Farbe, die die Menschenseele in der Aura zeigt, wenn das einzelne Bewußtsein sich in die ganze Welt ausgießt.

[ 36 ] Wenn der Mensch dann dazu gelangt ist, nicht mehr in seinem engen Eigensinn nur zu leben, wenn er sich in Sympathie mit der ganzen Welt verbunden fühlt, wenn er sich fühlt wie aufgehend im All, so wird dieser Zustand der Menschenseele im Okkultismus durch eine Nuance von Grün, mit einem lichten Grün bezeichnet. Das ist die Farbe, die die Menschenseele in der Aura zeigt, wenn das einzelne Bewußtsein sich in die ganze Welt ausgießt.

[ 37 ] So sind diese Frauen, die auch Edelsteine sind, Kennzeichen für das, was der Knabe aus seiner Seele machen soll. Die Verbindung zu diesen Seelengestaltungen stellt das gegenwärtige Bewußtsein her, das uns führt und leitet zu aller Erkenntnis. Es wird durch die vierte Gestalt symbolisiert, durch die kleine Figur, die «tanzend hin und her trat» auf den Fingerspitzen des Knaben. Das ist der gewöhnliche Verstand. Durch sein Gegenwartsbewußtsein dringt der Mensch zu Höherem empor, es bildet den Führer in das Heiligtum. Nur der vierte Bewußtseinszustand, der durch das Mädchen repräsentiert wird, ist schon vorhanden; die anderen drei sind erst in der Anlage vorhanden, sollen erst entwickelt werden. Es gibt etwas, was wie ein Erinnern in der Seele auftaucht; es lebt in der Seele etwas, was auf frühere Zustände zurückweist. In besonders feierlichen Momenten dringt der Mensch in diese früheren Zustände der Seele. Dem Jüngling ist ein besonderer Auftrag durch Merkur geworden. Goethe weist hier auf seine Mission hin, Er erinnert sich früherer Initiationen.

[ 37 ] So sind diese Frauen, die auch Edelsteine sind, Kennzeichen für das, was der Knabe aus seiner Seele machen soll. Die Verbindung zu diesen Seelengestaltungen stellt das gegenwärtige Bewußtsein her, das uns führt und leitet zu aller Erkenntnis. Es wird durch die vierte Gestalt symbolisiert, durch die kleine Figur, die «tanzend hin und her trat» auf den Fingerspitzen des Knaben. Das ist der gewöhnliche Verstand. Durch sein Gegenwartsbewußtsein dringt der Mensch zu Höherem empor, es bildet den Führer in das Heiligtum. Nur der vierte Bewußtseinszustand, der durch das Mädchen repräsentiert wird, ist schon vorhanden; die anderen drei sind erst in der Anlage vorhanden, sollen erst entwickelt werden. Es gibt etwas, was wie ein Erinnern in der Seele auftaucht; es lebt in der Seele etwas, was auf frühere Zustände zurückweist. In besonders feierlichen Momenten dringt der Mensch in diese früheren Zustände der Seele. Dem Jüngling ist ein besonderer Auftrag durch Merkur geworden. Goethe weist hier auf seine Mission hin, Er erinnert sich früherer Initiationen.

[ 38 ] Im Märchen wird nun erzählt, wie der Knabe auf wunderbare Weise hingeführt wird an einen Ort, den er bisher nicht betreten hat — ja, den er in der ihm sonst wohlbekannten Umgebung nie geschaut hat. Ein alter Mann tritt ihm entgegen, führt ihn in das Innere eines schönen Gartens; zunächst führt er ihn innerhalb des Gartens in die Runde eines äußeren Kreises. Vögel rufen dem Knaben zu, besonders die geschwätzigen Stare; «Paris! Paris!» rufen die einen — und «Narziß! Narziß!» die anderen. Der Knabe möchte auch in das Innere des Gebietes vordringen, er bittet den Alten darum; dieser gewährt ihm seine Bitte nur unter der Bedingung, daß er Hut und Degen abnehme und zurücklasse.

[ 38 ] Im Märchen wird nun erzählt, wie der Knabe auf wunderbare Weise hingeführt wird an einen Ort, den er bisher nicht betreten hat — ja, den er in der ihm sonst wohlbekannten Umgebung nie geschaut hat. Ein alter Mann tritt ihm entgegen, führt ihn in das Innere eines schönen Gartens; zunächst führt er ihn innerhalb des Gartens in die Runde eines äußeren Kreises. Vögel rufen dem Knaben zu, besonders die geschwätzigen Stare; «Paris! Paris!» rufen die einen — und «Narziß! Narziß!» die anderen. Der Knabe möchte auch in das Innere des Gebietes vordringen, er bittet den Alten darum; dieser gewährt ihm seine Bitte nur unter der Bedingung, daß er Hut und Degen abnehme und zurücklasse.

[ 39 ] Darauf führt ihn der Alte an der Hand näher an den Mittelpunkt des Gartens heran. Da findet er ein goldenes Gitter. Dahinter sieht der Knabe ein sanft fließendes Wasser, das in seinen klaren Tiefen eine große Anzahl von Gold- und Silberfischen sehen läßt. Er möchte weiter, um zu erfahren, wie es in dem Herzen des Gartens beschaffen sei. Der Alte bewilligt es, aber nur zu neuen Bedingungen: der Knabe muß sich umkleiden. Er erhält ein orientalisches Gewand, das ihm gut gefällt. Dabei bemerkt er drei grüne Strickchen, jedes in einer besonderen Weise verschlungen, so daß es ein Werkzeug scheint zu eben nicht sehr erwünschtem Gebrauch. Auf seine Frage nach der Bedeutung der Stricke sagt der Alte, es sei dies für die, welche das Vertrauen mißbrauchen, das man ihnen hier zu schenken bereit sei. Nun führt ihn der Alte an das goldene Gitter; es sind zwei Reihen von goldenen Spießen, eine äußere und eine innere; beide senken sich gegeneinander, so daß eine Brücke entsteht, auf der der Knabe nun in das Innerste hineinkommt. Musik tönt aus einem Tempel, und als er in diesen eintritt, sieht er die drei Frauengestalten im Dreieck sitzen; die wunderbare Musik ertönt von ihren Instrumenten. Auch die kleine Führerin ist wieder da und nimmt sich des Knaben an.

[ 39 ] Darauf führt ihn der Alte an der Hand näher an den Mittelpunkt des Gartens heran. Da findet er ein goldenes Gitter. Dahinter sieht der Knabe ein sanft fließendes Wasser, das in seinen klaren Tiefen eine große Anzahl von Gold- und Silberfischen sehen läßt. Er möchte weiter, um zu erfahren, wie es in dem Herzen des Gartens beschaffen sei. Der Alte bewilligt es, aber nur zu neuen Bedingungen: der Knabe muß sich umkleiden. Er erhält ein orientalisches Gewand, das ihm gut gefällt. Dabei bemerkt er drei grüne Strickchen, jedes in einer besonderen Weise verschlungen, so daß es ein Werkzeug scheint zu eben nicht sehr erwünschtem Gebrauch. Auf seine Frage nach der Bedeutung der Stricke sagt der Alte, es sei dies für die, welche das Vertrauen mißbrauchen, das man ihnen hier zu schenken bereit sei. Nun führt ihn der Alte an das goldene Gitter; es sind zwei Reihen von goldenen Spießen, eine äußere und eine innere; beide senken sich gegeneinander, so daß eine Brücke entsteht, auf der der Knabe nun in das Innerste hineinkommt. Musik tönt aus einem Tempel, und als er in diesen eintritt, sieht er die drei Frauengestalten im Dreieck sitzen; die wunderbare Musik ertönt von ihren Instrumenten. Auch die kleine Führerin ist wieder da und nimmt sich des Knaben an.

[ 40 ] Es sind die drei Gebiete des Daseins, in die der Knabe nach und nach durch den Alten hineingeführt wird. Er kommt aus der Welt des Alltags hinein in das erste Gebiet, die Astralwelt; da findet er die Tiere, die ihm zurufen. Aber er will immer weiter hinein in das Zentrum des Daseins. Etwas in seiner Seele drängt ihn, er solle sich entwickeln — immer höher aufsteigen. Die Anlage zu diesem Aufstieg bringt er sich mit seit seiner Geburt; da ist er aus einer Welt, in der er ein geistig-seelisches Wesen war, hineingekommen in die Verdunkelung dieses geistig-seelischen Wesens durch die physische Welt. Aber der Drang nach dem Geiste ist in seiner Seele wach geblieben — der weist die Seele darauf hin, daß es etwas gibt, woran sie sich in feierlichen Sonnenaugenblicken des Lebens erinnert. Da taucht auch auf die Erinnerung an frühere Daseinsstufen und daß aus diesen sich eine Mission für die jetzige Daseinsstufe ergibt. Der Knabe fühlt, daß diese Mission auf Erlebnissen seiner früheren Inkarnationen beruht. «Ich habe einstmals die Weihe erhalten» — er hat diese Weihe mitgebracht aus früheren Daseinsstufen. Die Erinnerung taucht in ihm auf an eine ehemalige Einweihung, die er erhalten hat in einem früheren Leben. Da hat ihn auch der Meister bei der Hand genommen, da hat ihn der Meister geführt von Stufe zu Stufe. Da hat er auch die symbolische Handlung vollführen müssen: Hut und Degen abzulegen. Er hat ablegen müssen alles, was ihn verbindet mit der Alltäglichkeit des Lebens in der physischen Welt. Das muß derjenige, der zum Chela, zum Geistesschüler aufsteigt, immer tun; in seinem Inneren muß er es tun. Darum wird ein solcher ein «heimatloser Mensch» genannt; er hat abgelegt dasjenige, was der gewöhnliche Mensch seine Heimat nennt. Es bedeutet dies nicht ein Herausreißen aus dem Leben; er steht fest auf seinem Posten, aber sein eigenes Leben ist herausgenommen aus der Welt, die ihn umgibt.

[ 40 ] Es sind die drei Gebiete des Daseins, in die der Knabe nach und nach durch den Alten hineingeführt wird. Er kommt aus der Welt des Alltags hinein in das erste Gebiet, die Astralwelt; da findet er die Tiere, die ihm zurufen. Aber er will immer weiter hinein in das Zentrum des Daseins. Etwas in seiner Seele drängt ihn, er solle sich entwickeln — immer höher aufsteigen. Die Anlage zu diesem Aufstieg bringt er sich mit seit seiner Geburt; da ist er aus einer Welt, in der er ein geistig-seelisches Wesen war, hineingekommen in die Verdunkelung dieses geistig-seelischen Wesens durch die physische Welt. Aber der Drang nach dem Geiste ist in seiner Seele wach geblieben — der weist die Seele darauf hin, daß es etwas gibt, woran sie sich in feierlichen Sonnenaugenblicken des Lebens erinnert. Da taucht auch auf die Erinnerung an frühere Daseinsstufen und daß aus diesen sich eine Mission für die jetzige Daseinsstufe ergibt. Der Knabe fühlt, daß diese Mission auf Erlebnissen seiner früheren Inkarnationen beruht. «Ich habe einstmals die Weihe erhalten» — er hat diese Weihe mitgebracht aus früheren Daseinsstufen. Die Erinnerung taucht in ihm auf an eine ehemalige Einweihung, die er erhalten hat in einem früheren Leben. Da hat ihn auch der Meister bei der Hand genommen, da hat ihn der Meister geführt von Stufe zu Stufe. Da hat er auch die symbolische Handlung vollführen müssen: Hut und Degen abzulegen. Er hat ablegen müssen alles, was ihn verbindet mit der Alltäglichkeit des Lebens in der physischen Welt. Das muß derjenige, der zum Chela, zum Geistesschüler aufsteigt, immer tun; in seinem Inneren muß er es tun. Darum wird ein solcher ein «heimatloser Mensch» genannt; er hat abgelegt dasjenige, was der gewöhnliche Mensch seine Heimat nennt. Es bedeutet dies nicht ein Herausreißen aus dem Leben; er steht fest auf seinem Posten, aber sein eigenes Leben ist herausgenommen aus der Welt, die ihn umgibt.

[ 41 ] Dann, wenn er von dem Meister weiter geführt werden will, gelangt er zur zweiten Stufe; er muß sich ganz und gar umziehen - alle Kleider seines jetzigen Daseins ablegen. Er wird in eine orientalische Kleidung eingekleidet. Das ist ein Hinweis darauf, daß vom Orient alle Impulse ausgegangen sind für die Menschheit, um immer neue Weisheit zu erlangen. (Ex oriente lux.)

[ 41 ] Dann, wenn er von dem Meister weiter geführt werden will, gelangt er zur zweiten Stufe; er muß sich ganz und gar umziehen - alle Kleider seines jetzigen Daseins ablegen. Er wird in eine orientalische Kleidung eingekleidet. Das ist ein Hinweis darauf, daß vom Orient alle Impulse ausgegangen sind für die Menschheit, um immer neue Weisheit zu erlangen. (Ex oriente lux.)

[ 42 ] Nun wird der Knabe in seiner orientalischen Kleidung begabt mit dem, was im «Märchen von der grünen Schlange und der schönen Lilie» der Alte mit der Lampe als uralte Weisheit des Menschengeschlechts ist, begabt mit einem erinnernden Seelenvermögen an uralte Einweihungszustände - er wird hingeführt zu dem Strom, der die Seelengebiete trennt von dem eigentlichen Geistgebiet. Der Strom der Leidenschaften, die Astralwelt, ist nicht tobend und brausend, er ist «ein sanft fließendes Wasser, das in seinen klaren Tiefen eine große Anzahl von Gold- und Silberfischen sehen ließ, die sich bald sachte, bald geschwind, bald einzeln, bald zugweise hin und her bewegten». Das ist ein Bild davon, wie der Mensch, wenn er die Welt des Astralen in sich zur Ruhe gebracht hat, in dieser Welt statt tobender Leidenschaften Erkenntniswerte finden kann.

[ 42 ] Nun wird der Knabe in seiner orientalischen Kleidung begabt mit dem, was im «Märchen von der grünen Schlange und der schönen Lilie» der Alte mit der Lampe als uralte Weisheit des Menschengeschlechts ist, begabt mit einem erinnernden Seelenvermögen an uralte Einweihungszustände - er wird hingeführt zu dem Strom, der die Seelengebiete trennt von dem eigentlichen Geistgebiet. Der Strom der Leidenschaften, die Astralwelt, ist nicht tobend und brausend, er ist «ein sanft fließendes Wasser, das in seinen klaren Tiefen eine große Anzahl von Gold- und Silberfischen sehen ließ, die sich bald sachte, bald geschwind, bald einzeln, bald zugweise hin und her bewegten». Das ist ein Bild davon, wie der Mensch, wenn er die Welt des Astralen in sich zur Ruhe gebracht hat, in dieser Welt statt tobender Leidenschaften Erkenntniswerte finden kann.

[ 43 ] Schwerter legen sich über den Strom, der die Astralwelt trennt von dem inneren, dem geistigen Gebiet. Der Mensch muß hinopfern dasjenige, was er sonst zu seinem Schutze hat. Dasjenige, wodurch er in seiner Sonderheit verharrt, sein persönliches Ich, das muß er hinopfern, es muß zur Brücke werden, um herüber zu gelangen in das geistige Gebiet. Der Mensch muß das «Stirb und Werde» erleben. Zwei Reihen von Schwertern neigen sich gegeneinander und bilden die Brücke, auf der der Knabe hinüber gelangt, eine innere und eine äußere Reihe. Das ist ein Bild dafür, daß sich ein niederes und ein höheres Ich-Bewußtsein vereinen müssen miteinander, um dem Menschen den Übergang in die Geistwelt möglich zu machen.

[ 43 ] Schwerter legen sich über den Strom, der die Astralwelt trennt von dem inneren, dem geistigen Gebiet. Der Mensch muß hinopfern dasjenige, was er sonst zu seinem Schutze hat. Dasjenige, wodurch er in seiner Sonderheit verharrt, sein persönliches Ich, das muß er hinopfern, es muß zur Brücke werden, um herüber zu gelangen in das geistige Gebiet. Der Mensch muß das «Stirb und Werde» erleben. Zwei Reihen von Schwertern neigen sich gegeneinander und bilden die Brücke, auf der der Knabe hinüber gelangt, eine innere und eine äußere Reihe. Das ist ein Bild dafür, daß sich ein niederes und ein höheres Ich-Bewußtsein vereinen müssen miteinander, um dem Menschen den Übergang in die Geistwelt möglich zu machen.

[ 44 ] Jetzt können wir auch ersehen, warum dies Knabenmärchen den Namen trägt: «Der neue Paris.» Paris ist es, von dem die griechische Mythologie erzählt, daß vor seiner Geburt die Eltern erschreckt wurden durch die Prophezeiung, der Knabe, der geboren werde, werde alles mit seinem Feuer verzehren. Er wird daher nach seiner Geburt ausgesetzt; eine Bärin säugt ihn fünf Tage lang. Er wächst heran und nach mancherlei Abenteuern wird er belohnt, er wird vermählt mit Helena. Helena aber ist gleichbedeutend mit Selene — der Tochter des Lichtes der Weisheit. Selene ist das Symbol des Mondes. So wird in der griechischen Mythologie in der Vermählung des Paris mit Helena dargestellt die Vereinigung des Menschen mit dem Bewußtsein, das ihn hinaufführen soll zu immer höheren Stufen.

[ 44 ] Jetzt können wir auch ersehen, warum dies Knabenmärchen den Namen trägt: «Der neue Paris.» Paris ist es, von dem die griechische Mythologie erzählt, daß vor seiner Geburt die Eltern erschreckt wurden durch die Prophezeiung, der Knabe, der geboren werde, werde alles mit seinem Feuer verzehren. Er wird daher nach seiner Geburt ausgesetzt; eine Bärin säugt ihn fünf Tage lang. Er wächst heran und nach mancherlei Abenteuern wird er belohnt, er wird vermählt mit Helena. Helena aber ist gleichbedeutend mit Selene — der Tochter des Lichtes der Weisheit. Selene ist das Symbol des Mondes. So wird in der griechischen Mythologie in der Vermählung des Paris mit Helena dargestellt die Vereinigung des Menschen mit dem Bewußtsein, das ihn hinaufführen soll zu immer höheren Stufen.

[ 45 ] Narziß ist das andere Wort, das die geschwätzigen Stare dem Knaben zugerufen haben. Von Narziß wird erzählt, daß er der Sohn sei des Flußgottes Kephissos und in der Vereinigung mit einer Nymphe erzeugt sei. Narziß ist also auch nicht irdischer, sondern überirdischer Herkunft.

[ 45 ] Narziß ist das andere Wort, das die geschwätzigen Stare dem Knaben zugerufen haben. Von Narziß wird erzählt, daß er der Sohn sei des Flußgottes Kephissos und in der Vereinigung mit einer Nymphe erzeugt sei. Narziß ist also auch nicht irdischer, sondern überirdischer Herkunft.

[ 46 ] Es wird ferner erzählt, daß er einst sein Ebenbild erblickt habe im Spiegel einer Quelle. Das habe ihn so entzückt, daß er nur immer sich selbst angestarrt habe. Alle Verlockungen einer Nymphe, die sich ihm genaht, habe er abgewiesen, ganz und gar sei er versunken gewesen in sein eigenes Bild.

[ 46 ] Es wird ferner erzählt, daß er einst sein Ebenbild erblickt habe im Spiegel einer Quelle. Das habe ihn so entzückt, daß er nur immer sich selbst angestarrt habe. Alle Verlockungen einer Nymphe, die sich ihm genaht, habe er abgewiesen, ganz und gar sei er versunken gewesen in sein eigenes Bild.

[ 47 ] Narziß ist ein Symbol für das Ich des Menschen, das in der Sonderheit, in seinem eigenen Selbst verharren will. Wenn der Mensch in seinem Ich beschlossen bleibt, sich verhärtet in sein Ahamkara, wenn er nicht hinaus kann aus seinem eigenen kleinen Menschenwesen, wenn er immer nur in sich schaut, verliebt ist in sein eigenes Ich, dann kommt er nicht hinaus über sich, dann verliert er das Bewußtsein, daß sein Ich seine eigentliche Heimat in einer geistigen Welt hat, dann kann er nicht hinauf mit seinem Ich in diese seine geistige Heimat, er bleibt «ein trüber Gast auf der dunklen Erde», Er kann dann nicht das höhere Bewußtsein in sich entwickeln, das ihn hinaufführt, er muß dahinwelken. Nur der, der sich vereinigen kann mit dem höheren Weiblichen in seiner Seele, wird dadurch hinaufsteigen. Paris vermählt sich mit der Tochter des Lichtes, mit Selene-Helena. Narziß aber ist verliebt in die eigene Natur und weist von sich die Vereinigung mit dem geistigen Wesen, das als Nymphe sich ihm naht.

[ 47 ] Narziß ist ein Symbol für das Ich des Menschen, das in der Sonderheit, in seinem eigenen Selbst verharren will. Wenn der Mensch in seinem Ich beschlossen bleibt, sich verhärtet in sein Ahamkara, wenn er nicht hinaus kann aus seinem eigenen kleinen Menschenwesen, wenn er immer nur in sich schaut, verliebt ist in sein eigenes Ich, dann kommt er nicht hinaus über sich, dann verliert er das Bewußtsein, daß sein Ich seine eigentliche Heimat in einer geistigen Welt hat, dann kann er nicht hinauf mit seinem Ich in diese seine geistige Heimat, er bleibt «ein trüber Gast auf der dunklen Erde», Er kann dann nicht das höhere Bewußtsein in sich entwickeln, das ihn hinaufführt, er muß dahinwelken. Nur der, der sich vereinigen kann mit dem höheren Weiblichen in seiner Seele, wird dadurch hinaufsteigen. Paris vermählt sich mit der Tochter des Lichtes, mit Selene-Helena. Narziß aber ist verliebt in die eigene Natur und weist von sich die Vereinigung mit dem geistigen Wesen, das als Nymphe sich ihm naht.

[ 48 ] Indem dem Knaben zugerufen wird: «Paris — Narziß», wird er vor die Wahl gestellt: Was willst du in dir tragen, die Paris-Natur oder die Narziß-Natur? — Jeder, der ein Chela, ein Geistesschüler werden will, wird vor diese Frage gestellt. Jeder muß selbst den Weg wählen, den er seine Seele gehen lassen will.

[ 48 ] Indem dem Knaben zugerufen wird: «Paris — Narziß», wird er vor die Wahl gestellt: Was willst du in dir tragen, die Paris-Natur oder die Narziß-Natur? — Jeder, der ein Chela, ein Geistesschüler werden will, wird vor diese Frage gestellt. Jeder muß selbst den Weg wählen, den er seine Seele gehen lassen will.

[ 49 ] Der Knabe wählt, gemäß dem Drang, der aus einer früheren Inkarnation in seiner Seele wirkt, den Weg des Paris; er will «der neue Paris» werden. Er muß daher auch kennenlernen, wenn er den Weg zur Initiation wählt, die sogenannten Gefahren der Initiation. Die werden symbolisch dargestellt durch die drei Stricke. In den Einweihungsschulen stellen die Stricke, die sich um den Hals des Schülers legen, verschiedene Symbole dar. Sie stellen unter anderem dar die dreifache Natur des Menschen in der Welt. Das was aus dieser dreifachen Natur des Menschen herrührt, schnürt sich um seinen Hals, wenn er das Vertrauen bricht, das bei der Initiation in ihn gesetzt wird.

[ 49 ] Der Knabe wählt, gemäß dem Drang, der aus einer früheren Inkarnation in seiner Seele wirkt, den Weg des Paris; er will «der neue Paris» werden. Er muß daher auch kennenlernen, wenn er den Weg zur Initiation wählt, die sogenannten Gefahren der Initiation. Die werden symbolisch dargestellt durch die drei Stricke. In den Einweihungsschulen stellen die Stricke, die sich um den Hals des Schülers legen, verschiedene Symbole dar. Sie stellen unter anderem dar die dreifache Natur des Menschen in der Welt. Das was aus dieser dreifachen Natur des Menschen herrührt, schnürt sich um seinen Hals, wenn er das Vertrauen bricht, das bei der Initiation in ihn gesetzt wird.

[ 50 ] Da der Knabe «der neue Paris» werden will, darf er von dem Alten, der ihn führt, über die Brücke geführt werden. Er kommt hinein in den zweiten Kreis, der von dem Strom, dem Wasser der astralen Welt, umflossen ist ringsum. Da findet er einen wunderbaren Garten, der ihm scheinen will wie ein Abbild des Himmels auf der Erde. Und inmitten dieses herrlichen Gartens sieht er nunmehr das innerste Zentrum, einen von Säulenhallen umgebenen Tempel, aus dem eine himmlische Musik hervordringt. Er ist angelangt in dem Gebiet der geistigen Welt, das sich offenbart durch das Tönen: in dem Gebiet des schaffenden Weltenwortes, das die Welt durchtönt in der Sphärenharmonie. Hier findet er wiederum die drei Frauengestalten, die ihm zuerst vom Gotte Merkur gesandt waren.

[ 50 ] Da der Knabe «der neue Paris» werden will, darf er von dem Alten, der ihn führt, über die Brücke geführt werden. Er kommt hinein in den zweiten Kreis, der von dem Strom, dem Wasser der astralen Welt, umflossen ist ringsum. Da findet er einen wunderbaren Garten, der ihm scheinen will wie ein Abbild des Himmels auf der Erde. Und inmitten dieses herrlichen Gartens sieht er nunmehr das innerste Zentrum, einen von Säulenhallen umgebenen Tempel, aus dem eine himmlische Musik hervordringt. Er ist angelangt in dem Gebiet der geistigen Welt, das sich offenbart durch das Tönen: in dem Gebiet des schaffenden Weltenwortes, das die Welt durchtönt in der Sphärenharmonie. Hier findet er wiederum die drei Frauengestalten, die ihm zuerst vom Gotte Merkur gesandt waren.

[ 51 ] In dem Bilde, das der Knabe nun erlebt, ist ausgedrückt dasjenige, was der Mensch erleben kann, wenn er angelangt ist auf der Stufe der Initiation. Da ist der Mensch imstande, aus höheren Welten Nachrichten zu empfangen.

[ 51 ] In dem Bilde, das der Knabe nun erlebt, ist ausgedrückt dasjenige, was der Mensch erleben kann, wenn er angelangt ist auf der Stufe der Initiation. Da ist der Mensch imstande, aus höheren Welten Nachrichten zu empfangen.

[ 52 ] Die Frau im roten Gewande wendet sich zuerst zum Knaben; der rote Stein, wenn er dem Menschen zuteil wird, gibt ihm die Kraft, daß er Einblick haben kann in die geistige Welt. Das ist die erste Stufe der Initiation. Die zweite Stufe ist nicht bloß Imagination, sondern Leben in der spirituellen Welt. Da fühlt sich der Mensch zwar noch als ein Sonderwesen, er fühlt sich als Geist unter Geistern, aber noch abgesondert für sich. Er fühlt sich sozusagen wie ein Ton, der noch nicht eingegangen ist in die Symphonie. Diese Stufe wird durch die Frau im gelben Gewande dargestellt.

[ 52 ] Die Frau im roten Gewande wendet sich zuerst zum Knaben; der rote Stein, wenn er dem Menschen zuteil wird, gibt ihm die Kraft, daß er Einblick haben kann in die geistige Welt. Das ist die erste Stufe der Initiation. Die zweite Stufe ist nicht bloß Imagination, sondern Leben in der spirituellen Welt. Da fühlt sich der Mensch zwar noch als ein Sonderwesen, er fühlt sich als Geist unter Geistern, aber noch abgesondert für sich. Er fühlt sich sozusagen wie ein Ton, der noch nicht eingegangen ist in die Symphonie. Diese Stufe wird durch die Frau im gelben Gewande dargestellt.

[ 53 ] Dann lernt der Menschengeist sich einzufügen in die Sphärenharmonie, er lernt sich empfinden wie ein Glied der Geisteswelt, wie ein Ton, der mitschwingt in der Weltensymphonie. Dann erringt sich der Mensch den grünen Stein; das stellt im Bilde dar die Frau im grünen Gewande. Es heißt im Märchen von dieser Frau im grünen Gewande: «Sie war diejenige, die am meisten auf mich achtzugeben und ihr Spiel an mich zu richten schien; nur konnte ich aus ihr nicht klug werden . . ., doch mochte sie sich stellen wie sie wollte, so gewann sie mir wenig ab, denn meine kleine Nachbarin . . . hatte mich ganz für sich eingenommen . . . und wenn ich in jenen drei Damen ganz deutlich die Sylphiden meines Traumes und die Farben der Äpfel erblickte, so begriff ich wohl, daß ich keine Ursache hätte, sie festzuhalten.»

[ 53 ] Dann lernt der Menschengeist sich einzufügen in die Sphärenharmonie, er lernt sich empfinden wie ein Glied der Geisteswelt, wie ein Ton, der mitschwingt in der Weltensymphonie. Dann erringt sich der Mensch den grünen Stein; das stellt im Bilde dar die Frau im grünen Gewande. Es heißt im Märchen von dieser Frau im grünen Gewande: «Sie war diejenige, die am meisten auf mich achtzugeben und ihr Spiel an mich zu richten schien; nur konnte ich aus ihr nicht klug werden . . ., doch mochte sie sich stellen wie sie wollte, so gewann sie mir wenig ab, denn meine kleine Nachbarin . . . hatte mich ganz für sich eingenommen . . . und wenn ich in jenen drei Damen ganz deutlich die Sylphiden meines Traumes und die Farben der Äpfel erblickte, so begriff ich wohl, daß ich keine Ursache hätte, sie festzuhalten.»

[ 54 ] Der Knabe fühlt, daß er, wenn er auch durch seine Initiation einen Einblick erhält in jene hohen, schöpferischen Reiche der Welt, er doch noch sich das Leben in ihnen wird erarbeiten müssen. Zunächst muß er mit seiner kleinen Führerin, der vierten Frau, dem menschlichen Verstande, sich noch auseinandersetzen.

[ 54 ] Der Knabe fühlt, daß er, wenn er auch durch seine Initiation einen Einblick erhält in jene hohen, schöpferischen Reiche der Welt, er doch noch sich das Leben in ihnen wird erarbeiten müssen. Zunächst muß er mit seiner kleinen Führerin, der vierten Frau, dem menschlichen Verstande, sich noch auseinandersetzen.

[ 55 ] Das geschieht durch ein Kriegsspiel. Es heißt im Märchen: Die Kleine führte den Knaben auf die goldene Brücke, dort soll das Kriegsspiel vor sich gehen. Sie stellen ihre Heere auf. Der Warnung entgegen geraten er und das Mädchen in Eifer, der Knabe überwindet die Heerscharen der Kleinen, die «hin und wider rennend, sich endlich gegen die Mauer, ich weiß nicht wie, verloren.»

[ 55 ] Das geschieht durch ein Kriegsspiel. Es heißt im Märchen: Die Kleine führte den Knaben auf die goldene Brücke, dort soll das Kriegsspiel vor sich gehen. Sie stellen ihre Heere auf. Der Warnung entgegen geraten er und das Mädchen in Eifer, der Knabe überwindet die Heerscharen der Kleinen, die «hin und wider rennend, sich endlich gegen die Mauer, ich weiß nicht wie, verloren.»

[ 56 ] Der Paris der griechischen Mythologie ist die Ursache, daß der trojanische Krieg entfesselt wird, in dem symbolisch der Untergang der einen Rasse des Menschengeschlechts und der Aufgang der neuen Rasse, in der das Ich im einzelnen Menschen seine Wirksamkeit entfalten soll, dargestellt wird. Der «neue Paris» bleibt Sieger in einem Kampf, der eigentlich ein Spiel ist, der nur das Bild ist eines Kampfes, der nichts ist, was äußere Wirklichkeit hat. Dies Kriegsspiel zwischen dem menschlichen Verstand und demjenigen im Menschen, das in sich das Bewußtsein trägt, daß es vom Göttlichen abstamme, ist nicht etwas, was äußere Wirklichkeit hat; es ist etwas, was nur im Geiste lebt, was so ist, daß es sich abspielt wie im Spiegelbild eines geistigen Geschehens in der Menschenseele. Nicht im Leben, in der Kunst sollte Goethe das Höhere verkündigen, was er erschaut. In Vorstellungen, in Bildern sollte er sprechen.

[ 56 ] Der Paris der griechischen Mythologie ist die Ursache, daß der trojanische Krieg entfesselt wird, in dem symbolisch der Untergang der einen Rasse des Menschengeschlechts und der Aufgang der neuen Rasse, in der das Ich im einzelnen Menschen seine Wirksamkeit entfalten soll, dargestellt wird. Der «neue Paris» bleibt Sieger in einem Kampf, der eigentlich ein Spiel ist, der nur das Bild ist eines Kampfes, der nichts ist, was äußere Wirklichkeit hat. Dies Kriegsspiel zwischen dem menschlichen Verstand und demjenigen im Menschen, das in sich das Bewußtsein trägt, daß es vom Göttlichen abstamme, ist nicht etwas, was äußere Wirklichkeit hat; es ist etwas, was nur im Geiste lebt, was so ist, daß es sich abspielt wie im Spiegelbild eines geistigen Geschehens in der Menschenseele. Nicht im Leben, in der Kunst sollte Goethe das Höhere verkündigen, was er erschaut. In Vorstellungen, in Bildern sollte er sprechen.

[ 57 ] Nach beendetem Kampf trifft der Knabe wieder mit dem alten Mann, seinem ersten Führer, zusammen und jetzt ist in ihm das Bewußtsein seines eigenen, tiefsten Wesens so sicher entfacht, daß er dem Alten zurufen kann das Wort, das fortan in seinem Inneren leben soll. «Ich bin ein Liebling der Götter!» ruft er dem Alten zu. Aber noch will er leben mit dem, was er sich vom Alten als Lohn erbittet: er will seine Führerin, das kleine Geschöpf! Er will als Erkenntnisstrebender sein Leben so führen, daß ihm zunächst der gute menschliche Verstand sein Führer wird.

[ 57 ] Nach beendetem Kampf trifft der Knabe wieder mit dem alten Mann, seinem ersten Führer, zusammen und jetzt ist in ihm das Bewußtsein seines eigenen, tiefsten Wesens so sicher entfacht, daß er dem Alten zurufen kann das Wort, das fortan in seinem Inneren leben soll. «Ich bin ein Liebling der Götter!» ruft er dem Alten zu. Aber noch will er leben mit dem, was er sich vom Alten als Lohn erbittet: er will seine Führerin, das kleine Geschöpf! Er will als Erkenntnisstrebender sein Leben so führen, daß ihm zunächst der gute menschliche Verstand sein Führer wird.

[ 58 ] Dann ist er draußen. Der Alte «deutete mir auf einige Gegenstände an der Mauer, drüben über den Weg, indem er zugleich rückwärts auf das Pförtchen zeigte. Ich verstand ihn wohl; er wollte nämlich, daß ich mir die Gegenstände einprägen möchte, um das Pförtchen desto gewisser wiederzufinden, welches sich unversehens hinter mir zuschloß. Ich merkte mir nun wohl, was mir gegenüberstand. Über eine hohe Mauer ragten die Äste uralter Nußbäume herüber ... die Zweige reichten bis an eine steinerne Tafel .. ., deren Inschrift ich aber nicht lesen konnte. Sie ruhte auf einem Kragstein, einer Nische, in welcher ein künstlich gearbeiteter Brunnen von Schale zu Schale Wasser in ein großes Becken goß, das... sich in die Erde verlor. Brunnen, Inschrift, Nußbäume, alles stand senkrecht übereinander».

[ 58 ] Dann ist er draußen. Der Alte «deutete mir auf einige Gegenstände an der Mauer, drüben über den Weg, indem er zugleich rückwärts auf das Pförtchen zeigte. Ich verstand ihn wohl; er wollte nämlich, daß ich mir die Gegenstände einprägen möchte, um das Pförtchen desto gewisser wiederzufinden, welches sich unversehens hinter mir zuschloß. Ich merkte mir nun wohl, was mir gegenüberstand. Über eine hohe Mauer ragten die Äste uralter Nußbäume herüber ... die Zweige reichten bis an eine steinerne Tafel .. ., deren Inschrift ich aber nicht lesen konnte. Sie ruhte auf einem Kragstein, einer Nische, in welcher ein künstlich gearbeiteter Brunnen von Schale zu Schale Wasser in ein großes Becken goß, das... sich in die Erde verlor. Brunnen, Inschrift, Nußbäume, alles stand senkrecht übereinander».

[ 59 ] Der Knabe steht draußen; rückblickend erinnert 'er sich der Erlebnisse seiner früheren Inkarnation, und zugleich blickt er hin auf einen Augenblick der Zukunft. Auf diese Einweihung, an die er sich erinnert, folgt nach Zeiten eine zweite; auf die Weisheitsinitiation folgte einst die spirituelle Initiation.

[ 59 ] Der Knabe steht draußen; rückblickend erinnert 'er sich der Erlebnisse seiner früheren Inkarnation, und zugleich blickt er hin auf einen Augenblick der Zukunft. Auf diese Einweihung, an die er sich erinnert, folgt nach Zeiten eine zweite; auf die Weisheitsinitiation folgte einst die spirituelle Initiation.

[ 60 ] In dem Bilde des Baumes, der Tafel mit der Inschrift, dem Brunnen, aus dem das Wasser fließt, ist eingekleidet ein Symbolum für ein Wissen, das im Mittelalter in alter Sternenmystik seinen Ausdruck fand. Es gibt dem Knaben den Blick in die Zukunft: wenn wiederum dieselbe Konstellation der Gestirne eintritt, die dieselbe ist, unter welcher du jetzt den Eintritt gefunden hast zu dem Ort, wo der Mensch eingeweiht wird, wenn die Konstellation der Gestirne in der Zukunft sich für dich wiederholt, dann wird dir die Pforte von neuem geöffnet werden —, dann wird die Initiation auf höherer Stufe für dich wiederholt werden!

[ 60 ] In dem Bilde des Baumes, der Tafel mit der Inschrift, dem Brunnen, aus dem das Wasser fließt, ist eingekleidet ein Symbolum für ein Wissen, das im Mittelalter in alter Sternenmystik seinen Ausdruck fand. Es gibt dem Knaben den Blick in die Zukunft: wenn wiederum dieselbe Konstellation der Gestirne eintritt, die dieselbe ist, unter welcher du jetzt den Eintritt gefunden hast zu dem Ort, wo der Mensch eingeweiht wird, wenn die Konstellation der Gestirne in der Zukunft sich für dich wiederholt, dann wird dir die Pforte von neuem geöffnet werden —, dann wird die Initiation auf höherer Stufe für dich wiederholt werden!

[ 61 ] Er blickt hin auf einen Augenblick der Wirklichkeit, wo er durchleben wird, was er als Vorspiel bei der Initiation erlebt hat. Er sieht auf eine ferne Zukunft, in der er hintreten wird in die Welt und darstellen, was er in früheren Inkarnationen erlebt hat.

[ 61 ] Er blickt hin auf einen Augenblick der Wirklichkeit, wo er durchleben wird, was er als Vorspiel bei der Initiation erlebt hat. Er sieht auf eine ferne Zukunft, in der er hintreten wird in die Welt und darstellen, was er in früheren Inkarnationen erlebt hat.

[ 62 ] Es ist eine gewisse Sternenkonstellation vorhanden gewesen in dem Augenblicke, als er eingeweiht wurde. Diese Zeichen müssen sich wiederholen, wenn auf einer höheren Stufe die Einweihung möglich sein wird. Dann wird die Pforte wieder sichtbar sein, und es wird von der Erlaubnis abhängen, ob mehr über das, was weiter geschieht, gesagt werden kann.

[ 62 ] Es ist eine gewisse Sternenkonstellation vorhanden gewesen in dem Augenblicke, als er eingeweiht wurde. Diese Zeichen müssen sich wiederholen, wenn auf einer höheren Stufe die Einweihung möglich sein wird. Dann wird die Pforte wieder sichtbar sein, und es wird von der Erlaubnis abhängen, ob mehr über das, was weiter geschieht, gesagt werden kann.

[ 63 ] Diese feine Stimmung, die intimen Kräfte, die da hineinspielen, all das muß man berücksichtigen, wenn man über dieses Märchen spricht.

[ 63 ] Diese feine Stimmung, die intimen Kräfte, die da hineinspielen, all das muß man berücksichtigen, wenn man über dieses Märchen spricht.

[ 64 ] Wie wir sehen, stellt Goethe auch in diesen beiden Märchen die Evolution der Menschenseele dar. Hat er in seinem «Märchen von der grünen Schlange und der schönen Lilie» ausgedrückt in bunten, reichen, farbigen Bildern seine Überzeugung von einer Seelenentwickelung, die für alle Menschen gültig ist, so stellt er in diesen beiden Märchen, «Die neue Melusine» und «Der neue Paris», die Einweihung in die höheren Geheimnisse so vor unsere Seele, wie sie seinem eigenen Wesen angemessen war. Ein individueller Weg der Seelenentwickelung der eigenen Seele Goethes stellt sich dar in diesen zwei Märchen. Sein ganzes späteres Seelenstreben — in der Goethes Seele angemessenen Geistesart — ist in dem «Knabenmärchen» ganz besonders enthalten.

[ 64 ] Wie wir sehen, stellt Goethe auch in diesen beiden Märchen die Evolution der Menschenseele dar. Hat er in seinem «Märchen von der grünen Schlange und der schönen Lilie» ausgedrückt in bunten, reichen, farbigen Bildern seine Überzeugung von einer Seelenentwickelung, die für alle Menschen gültig ist, so stellt er in diesen beiden Märchen, «Die neue Melusine» und «Der neue Paris», die Einweihung in die höheren Geheimnisse so vor unsere Seele, wie sie seinem eigenen Wesen angemessen war. Ein individueller Weg der Seelenentwickelung der eigenen Seele Goethes stellt sich dar in diesen zwei Märchen. Sein ganzes späteres Seelenstreben — in der Goethes Seele angemessenen Geistesart — ist in dem «Knabenmärchen» ganz besonders enthalten.

[ 65 ] In einem Fragment: «Die Reise der Söhne Megaprazons» — das 1792 begonnen, aber nicht weitergeführt wurde —, wollte Goethe ebenfalls einen Entwickelungsweg der Menschenseele darstellen. Auch dieses Fragment deutet auf die Größe dessen, was er zu sagen hatte, auch hier weist er hin auf eine Sternenkonstellation. «Venus» und «Mars» sind die letzten Worte, die uns davon aufbewahrt sind.

[ 65 ] In einem Fragment: «Die Reise der Söhne Megaprazons» — das 1792 begonnen, aber nicht weitergeführt wurde —, wollte Goethe ebenfalls einen Entwickelungsweg der Menschenseele darstellen. Auch dieses Fragment deutet auf die Größe dessen, was er zu sagen hatte, auch hier weist er hin auf eine Sternenkonstellation. «Venus» und «Mars» sind die letzten Worte, die uns davon aufbewahrt sind.

[ 66 ] Ein Vater sendet seine sieben Söhne auf eine weite Reise in merkwürdige Länder, welche von anderen nicht entdeckt sind. Das sind die sieben Grundteile des Menschen, auf die Theosophie hinweist. — Der Vater gibt diesen sieben Söhnen den Wunsch mit: «Glück und Wohlfahrt, guten Mut und frohen Gebrauch der Kräfte.» Ein jeder der sieben Söhne hat eigene Gaben von der Natur erhalten; die soll er jetzt anwenden und sein Glück und seine Vervollkommnung durch sie suchen, ein jeder der Brüder in seiner Art. In diesem Fragment: «Die Reise der Söhne des Megaprazon» sollte ebenfalls dargestellt werden die Reise nach dem geistigen Lande der uralten Weisheit, das der Mensch erreichen kann, wenn er aus den Grundteilen seines Wesens heraus dasjenige entwickelt, was keimhaft in ihnen veranlagt ist; wenn er durch diese Entwickelung höhere Bewußtseinszustände erlangt. Ein vorgefundenes Stück des Planes für die Geistesreise in das Geistesreich zeigt, wie Goethe diese Reise darstellen wollte.

[ 66 ] Ein Vater sendet seine sieben Söhne auf eine weite Reise in merkwürdige Länder, welche von anderen nicht entdeckt sind. Das sind die sieben Grundteile des Menschen, auf die Theosophie hinweist. — Der Vater gibt diesen sieben Söhnen den Wunsch mit: «Glück und Wohlfahrt, guten Mut und frohen Gebrauch der Kräfte.» Ein jeder der sieben Söhne hat eigene Gaben von der Natur erhalten; die soll er jetzt anwenden und sein Glück und seine Vervollkommnung durch sie suchen, ein jeder der Brüder in seiner Art. In diesem Fragment: «Die Reise der Söhne des Megaprazon» sollte ebenfalls dargestellt werden die Reise nach dem geistigen Lande der uralten Weisheit, das der Mensch erreichen kann, wenn er aus den Grundteilen seines Wesens heraus dasjenige entwickelt, was keimhaft in ihnen veranlagt ist; wenn er durch diese Entwickelung höhere Bewußtseinszustände erlangt. Ein vorgefundenes Stück des Planes für die Geistesreise in das Geistesreich zeigt, wie Goethe diese Reise darstellen wollte.

[ 67 ] So haben wir nur einige geringe Blicke in das intimste Innere Goethes getan und immer mehr Weisheiten, Wahrheiten entdeckt, die hindurchglänzen durch seine wunderbaren Dichtungen.

[ 67 ] So haben wir nur einige geringe Blicke in das intimste Innere Goethes getan und immer mehr Weisheiten, Wahrheiten entdeckt, die hindurchglänzen durch seine wunderbaren Dichtungen.

[ 68 ] So ist es begreiflich, wenn seine Zeitgenossen zu ihm aufschauten wie zu einem Wegweiser zu unbekannten Welten. Schiller und einige andere, sie haben erkannt, oder doch geahnt, was in ihm lebte. Viele aber sind verständnislos an ihm vorübergegangen. Der Deutsche hat noch viel zu tun, um auszuschöpfen, was in seinen großen Geistern offenbart ist. Sonst kann das Wort, das Lessing über Klopstock aussprach, auch für sie nur zu sehr Geltung haben:

[ 68 ] So ist es begreiflich, wenn seine Zeitgenossen zu ihm aufschauten wie zu einem Wegweiser zu unbekannten Welten. Schiller und einige andere, sie haben erkannt, oder doch geahnt, was in ihm lebte. Viele aber sind verständnislos an ihm vorübergegangen. Der Deutsche hat noch viel zu tun, um auszuschöpfen, was in seinen großen Geistern offenbart ist. Sonst kann das Wort, das Lessing über Klopstock aussprach, auch für sie nur zu sehr Geltung haben:

Wer wird nicht einen Klopstock loben?
Doch wird ihn jeder lesen? - Nein.
Wir wollen weniger erhoben
Und fleißiger gelesen sein.

Wer wird nicht einen Klopstock loben?
Doch wird ihn jeder lesen? - Nein.
Wir wollen weniger erhoben
Und fleißiger gelesen sein.

[ 69 ] Erkannt wollen unsere großen Geister sein, dann führen sie zu ganz ungeheuer geistiger Vertiefung.

[ 69 ] Erkannt wollen unsere großen Geister sein, dann führen sie zu ganz ungeheuer geistiger Vertiefung.

[ 70 ] Sie führen auch zu der Weltanschauung, die von der Theosophie vertreten wird. Wilhelm von Humboldt, einer von denen, die ahnten, was in Goethes Seele lebte, er begrüßte im Jahre 1823 die erste Übersetzung der «Bhagavad Gita» mit tiefstem Verständnis. «Es lohnt sich», so sagt er, «so lange gelebt zu haben, um diese Schätze in sich aufzunehmen.»

[ 70 ] Sie führen auch zu der Weltanschauung, die von der Theosophie vertreten wird. Wilhelm von Humboldt, einer von denen, die ahnten, was in Goethes Seele lebte, er begrüßte im Jahre 1823 die erste Übersetzung der «Bhagavad Gita» mit tiefstem Verständnis. «Es lohnt sich», so sagt er, «so lange gelebt zu haben, um diese Schätze in sich aufzunehmen.»

[ 71 ] So waren diejenigen vorbereitet für die theosophische Weltanschauung, die von Goethe gelernt haben.

[ 71 ] So waren diejenigen vorbereitet für die theosophische Weltanschauung, die von Goethe gelernt haben.

[ 72 ] Ob, es läßt sich noch viel von Goethe lernen!

[ 72 ] Ob, es läßt sich noch viel von Goethe lernen!