Soul Immortality, Forces of Destiny
and the Course of Human Life
GA 71a
11 June 1917, Leipzig
Translate the original German text into any language:
Versions Available:
Seelenunsterblichkeit, Schicksalskräfte und menschlicher Lebenslauf, 1st ed.
Seelenunsterblichkeit, Schicksalskräfte und Menschlicher Lebenslauf. Geisteswissenschaftliche Ergebnisse und Deren Betrachtung im Hinblick auf Unsere Schicksaltragende Zeit
Seelenunsterblichkeit, Schicksalskräfte und Menschlicher Lebenslauf. Geisteswissenschaftliche Ergebnisse und Deren Betrachtung im Hinblick auf Unsere Schicksaltragende Zeit
[ 1 ] Meine sehr verehrten Anwesenden! Wer in der gegenwärtigen Zeit über diejenigen Rätsel des menschlichen Lebens sprechen will, von denen heute Abend in dieser Betrachtung die Rede sein soll, der muss sich bewusst sein, dass er gegenwärtig noch spricht im Grunde genommen gegen unzählige Vorurteile, nicht nur des weiteren öffentlichen Bewusstseins, sondern namentlich der gegenwärtigen Wissenschaftlichkeit. Obwohl ich gleich von Anfang an betonen möchte, dass dasjenige, was heute Abend vorgebracht werden soll, durchaus im Sinne wahrer, echter Wissenschaftlichkeit gehalten sein soll über die Rätsel der Seelenunsterblichkeit und des menschlichen Schicksals in ihrem Zusammenhang mit dem menschlichen Lebenslauf. Man kann am besten ermessen, in welche Unbestimmtheiten der Meinungen hinein man mit solchen Anschauungen spricht, wenn man in Erwägung zieht, dass Eduard von Hartmann, der bekannte Philosoph des Unbewussten, in einem umfangreichen Werke über die neuere Seelenkunde, die Seelenkunde der zweiten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts, ausdrücklich erwähnt hat, dass, seit dem letzten Drittel des neunzehnten Jahrhunderts, verschwinden aus den Betrachtungen über das Seelenleben gerade die Fragen nach der Seelenunsterblichkeit und der menschlichen Freiheit.
[ 1 ] Meine sehr verehrten Anwesenden! Wer in der gegenwärtigen Zeit über diejenigen Rätsel des menschlichen Lebens sprechen will, von denen heute Abend in dieser Betrachtung die Rede sein soll, der muss sich bewusst sein, dass er gegenwärtig noch spricht im Grunde genommen gegen unzählige Vorurteile, nicht nur des weiteren öffentlichen Bewusstseins, sondern namentlich der gegenwärtigen Wissenschaftlichkeit. Obwohl ich gleich von Anfang an betonen möchte, dass dasjenige, was heute Abend vorgebracht werden soll, durchaus im Sinne wahrer, echter Wissenschaftlichkeit gehalten sein soll über die Rätsel der Seelenunsterblichkeit und des menschlichen Schicksals in ihrem Zusammenhang mit dem menschlichen Lebenslauf. Man kann am besten ermessen, in welche Unbestimmtheiten der Meinungen hinein man mit solchen Anschauungen spricht, wenn man in Erwägung zieht, dass Eduard von Hartmann, der bekannte Philosoph des Unbewussten, in einem umfangreichen Werke über die neuere Seelenkunde, die Seelenkunde der zweiten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts, ausdrücklich erwähnt hat, dass, seit dem letzten Drittel des neunzehnten Jahrhunderts, verschwinden aus den Betrachtungen über das Seelenleben gerade die Fragen nach der Seelenunsterblichkeit und der menschlichen Freiheit.
[ 2 ] In charakteristischer Weise hat ein, wie ich glaube, größter Seelenforscher der neueren Zeit, Franz Brentano, der kürzlich in Zürich gestorben ist, in hohem Alter, als er 1874 aus dem damaligen Zeitbewusstsein heraus mit vollkommener Klarheit aus der ganzen Richtung und Strömung der damaligen Wissenschaft heraus den ersten Band seiner Psychologie oder Seelenkunde geschrieben hat, in derselben zum Ausdruck gebracht, dass die neuere Seelenkunde, insofern sie auf Wissenschaftlichkeit Anspruch macht, sich fast ausschließlich nur mehr beschäftigt mit der Beobachtung, wie sich einzelne Vorstellungen miteinander verketten im menschlichen Bewusstsein, wie Gefühle wiederum mit Vorstellungen zusammenkommen, wie Lust und Unlust auf- und abwogen, wie Willensimpulse in der Seele sich geltend machen, wie die Aufmerksamkeit das seelische Leben durchdringt und so weiter. Alles Fragen, die ja gewiss im engeren Rahmen der Wissenschaftlichkeit in hohem Maße interessieren müssen, die aber gerade die großen Sehnsüchte, die geltend gemacht werden müssen in der weiteren Menschheit über das seelische Leben, nicht befriedigen können. Und deshalb sagt Brentano in seinem Buche: «Wenn auch noch so sehr die neuere Seelenkunde zeigt, wie die Aufmerksamkeit wirkt, wie Gefühle auf und ab wogen, so kann das doch keineswegs entschädigen über den Verlust der großen Hoffnungen eines Plato, eines Aristoteles über das Überleben des besseren Teiles unseres Selbstes, wenn unser sterblicher Leib in die Elemente der Erde aufgelöst wird. Und wenn die neuere Wissenschaftlichkeit solche nicht erlangen würde, so wäre der Verlust ein ungeheurerer zu nennen.»
[ 2 ] In charakteristischer Weise hat ein, wie ich glaube, größter Seelenforscher der neueren Zeit, Franz Brentano, der kürzlich in Zürich gestorben ist, in hohem Alter, als er 1874 aus dem damaligen Zeitbewusstsein heraus mit vollkommener Klarheit aus der ganzen Richtung und Strömung der damaligen Wissenschaft heraus den ersten Band seiner Psychologie oder Seelenkunde geschrieben hat, in derselben zum Ausdruck gebracht, dass die neuere Seelenkunde, insofern sie auf Wissenschaftlichkeit Anspruch macht, sich fast ausschließlich nur mehr beschäftigt mit der Beobachtung, wie sich einzelne Vorstellungen miteinander verketten im menschlichen Bewusstsein, wie Gefühle wiederum mit Vorstellungen zusammenkommen, wie Lust und Unlust auf- und abwogen, wie Willensimpulse in der Seele sich geltend machen, wie die Aufmerksamkeit das seelische Leben durchdringt und so weiter. Alles Fragen, die ja gewiss im engeren Rahmen der Wissenschaftlichkeit in hohem Maße interessieren müssen, die aber gerade die großen Sehnsüchte, die geltend gemacht werden müssen in der weiteren Menschheit über das seelische Leben, nicht befriedigen können. Und deshalb sagt Brentano in seinem Buche: «Wenn auch noch so sehr die neuere Seelenkunde zeigt, wie die Aufmerksamkeit wirkt, wie Gefühle auf und ab wogen, so kann das doch keineswegs entschädigen über den Verlust der großen Hoffnungen eines Plato, eines Aristoteles über das Überleben des besseren Teiles unseres Selbstes, wenn unser sterblicher Leib in die Elemente der Erde aufgelöst wird. Und wenn die neuere Wissenschaftlichkeit solche nicht erlangen würde, so wäre der Verlust ein ungeheurerer zu nennen.»
[ 3 ] Nun ist etwas sehr Merkwürdiges eingetreten, wovon ich glaube, dass es nicht nur eine persönliche Wichtigkeit hat, sondern dass es eine prinzipielle Wichtigkeit hat für unsere Zeit. Ich sagte: 1874 ist der erste Band von Brentanos Seelenkunde erschienen; es war im Frühling dieses Jahres. Er hat in der Vorrede für den Herbst den zweiten Band versprochen, und dem sollten dann noch zwei oder drei nachfolgen; auf vier bis fünf Bände war das ganze Werk berechnet. Es ist bis heute nichts erschienen als der erste, der einleitende Band im Januar 1874; nichts ist mehr nachgekommen.
[ 3 ] Nun ist etwas sehr Merkwürdiges eingetreten, wovon ich glaube, dass es nicht nur eine persönliche Wichtigkeit hat, sondern dass es eine prinzipielle Wichtigkeit hat für unsere Zeit. Ich sagte: 1874 ist der erste Band von Brentanos Seelenkunde erschienen; es war im Frühling dieses Jahres. Er hat in der Vorrede für den Herbst den zweiten Band versprochen, und dem sollten dann noch zwei oder drei nachfolgen; auf vier bis fünf Bände war das ganze Werk berechnet. Es ist bis heute nichts erschienen als der erste, der einleitende Band im Januar 1874; nichts ist mehr nachgekommen.
[ 4 ] Wenn man sich nun auf der einen Seite wirklich intensiv beschäftigt mit der Frage der Menschenseele selber, auf der anderen Seite einen Einblick gewonnen hat gerade in den geistigen Entwicklungsgang dieses bedeutenden Seelenforschers, dann kommt man, glaube ich, zu folgender Anschauung. Brentano strebte mit jeder Fieber seines wissenschaftlichen Lebens, die Seelenkunde dahin zu führen, wo sie kann Antwort finden auf die heute hier anzuregenden Fragen. Brentano wollte aus dem Geiste der modernen Wissenschaftlichkeit heraus diese Antworten finden. Er konnte das nicht. Ich habe mich bemüht, die sämtlichen noch erschienenen Schriften Franz Brentanos genau zu studieren. Ich kenne sein Lebenswerk sehr genau, ich musste mir die Anschauung bilden, dass er immer wiederum Ansätze genommen hat, die Seelenkunde bis zu diesen zwei Rätseln zu führen, dass er aber immer wiederum über eine gewisse Grenze nicht hinwegkonnte, und dass er deshalb als ein wirklich ehrlicher Mann niemals sein Werk fortgesetzt oder zu Ende geführt hat. Und wenn einmal der Nachlass Brentanos, der sehr groß sein soll, erscheinen wird, so wird gerade dieser Nachlass zeigen, dass dasjenige, was meiner Anschauung zugrunde liegt, voll berechtigt ist.
[ 4 ] Wenn man sich nun auf der einen Seite wirklich intensiv beschäftigt mit der Frage der Menschenseele selber, auf der anderen Seite einen Einblick gewonnen hat gerade in den geistigen Entwicklungsgang dieses bedeutenden Seelenforschers, dann kommt man, glaube ich, zu folgender Anschauung. Brentano strebte mit jeder Fieber seines wissenschaftlichen Lebens, die Seelenkunde dahin zu führen, wo sie kann Antwort finden auf die heute hier anzuregenden Fragen. Brentano wollte aus dem Geiste der modernen Wissenschaftlichkeit heraus diese Antworten finden. Er konnte das nicht. Ich habe mich bemüht, die sämtlichen noch erschienenen Schriften Franz Brentanos genau zu studieren. Ich kenne sein Lebenswerk sehr genau, ich musste mir die Anschauung bilden, dass er immer wiederum Ansätze genommen hat, die Seelenkunde bis zu diesen zwei Rätseln zu führen, dass er aber immer wiederum über eine gewisse Grenze nicht hinwegkonnte, und dass er deshalb als ein wirklich ehrlicher Mann niemals sein Werk fortgesetzt oder zu Ende geführt hat. Und wenn einmal der Nachlass Brentanos, der sehr groß sein soll, erscheinen wird, so wird gerade dieser Nachlass zeigen, dass dasjenige, was meiner Anschauung zugrunde liegt, voll berechtigt ist.
[ 5 ] Wenn ich nun den Grund sagen will, so werde ich ihn eigentlich zu sagen haben mit allen meinen heutigen Ausführungen, ich werde zu zeigen haben, dass eine Möglichkeit vorliegt, das menschliche Seelenleben wirklich kennenzulernen, dass man aber, um dieses zu können, wird eindringen müssen in das, was heute Abend charakterisiert werden soll, und was ich fast jeden Winter hier auseinandersetzen durfte als anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft. Diesen Weg aber, den wollte, den konnte Brentano aus einem gewissen wissenschaftlichen Vorurteil heraus nicht gehen. Daher musste er an seiner Grenze stranden.
[ 5 ] Wenn ich nun den Grund sagen will, so werde ich ihn eigentlich zu sagen haben mit allen meinen heutigen Ausführungen, ich werde zu zeigen haben, dass eine Möglichkeit vorliegt, das menschliche Seelenleben wirklich kennenzulernen, dass man aber, um dieses zu können, wird eindringen müssen in das, was heute Abend charakterisiert werden soll, und was ich fast jeden Winter hier auseinandersetzen durfte als anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft. Diesen Weg aber, den wollte, den konnte Brentano aus einem gewissen wissenschaftlichen Vorurteil heraus nicht gehen. Daher musste er an seiner Grenze stranden.
[ 6 ] Diejenigen der verehrten Zuhörer, welche die Jahre hindurch, als ich auch in Leipzig sprechen durfte, gehört haben meine Vorträge, sie werden sich erinnern, dass ich es so viel als möglich vermieden habe, irgendwie im Verlaufe dieser Vorträge aus der objektiven Betrachtung herauszufallen und auf Persönliches zu kommen. Ich möchte aber heute einige, vielleicht persönlich erscheinende Andeutungen machen, weil ich glaube, dass diese objektiv mit der Sache zusammenhängen.
[ 6 ] Diejenigen der verehrten Zuhörer, welche die Jahre hindurch, als ich auch in Leipzig sprechen durfte, gehört haben meine Vorträge, sie werden sich erinnern, dass ich es so viel als möglich vermieden habe, irgendwie im Verlaufe dieser Vorträge aus der objektiven Betrachtung herauszufallen und auf Persönliches zu kommen. Ich möchte aber heute einige, vielleicht persönlich erscheinende Andeutungen machen, weil ich glaube, dass diese objektiv mit der Sache zusammenhängen.
[ 7 ] Es ist nun, meine sehr verehrten Anwesenden, 35 bis 36 Jahre her, dass ich die ersten Keime zu legen versuchte zu demjenigen, was diesen Vorträgen und auch den heutigen Betrachtungen zugrunde liegt. Damals, als ich die ersten Gedanken über diese Weltanschauung niederschrieb, fiel mir in die Hände eine Abhandlung des großen, bedeutenden Ästhetikers und Philosophen Friedrich Theodor Vischer — den man den «V-Vischer» nennt —, welche damals handelte über das außerordentlich interessante Werk des nunmehr Leipziger Philosophen Volkelt. In dieser Abhandlung Vischers befindet sich ein merkwürdiger Satz, bei dem ich damals stehen bleiben musste, bei dem ich einsetzen musste, ich möchte sagen mit allem Streben. Ich hatte schon eingesetzt, im Grunde, und deshalb musste ich gerade bei diesem Satze stehen bleiben. Ich will Ihnen den Satz anführen. Es ist ein merkwürdiger Satz, den Vischer da niederschrieb: «Die Einheit des seelischen Lebens kann ganz gewiss nicht im Leibe lokalisiert sein, obwohl sie eigentlich nirgends anders als im Leibe vorkommen kann.»
[ 7 ] Es ist nun, meine sehr verehrten Anwesenden, 35 bis 36 Jahre her, dass ich die ersten Keime zu legen versuchte zu demjenigen, was diesen Vorträgen und auch den heutigen Betrachtungen zugrunde liegt. Damals, als ich die ersten Gedanken über diese Weltanschauung niederschrieb, fiel mir in die Hände eine Abhandlung des großen, bedeutenden Ästhetikers und Philosophen Friedrich Theodor Vischer — den man den «V-Vischer» nennt —, welche damals handelte über das außerordentlich interessante Werk des nunmehr Leipziger Philosophen Volkelt. In dieser Abhandlung Vischers befindet sich ein merkwürdiger Satz, bei dem ich damals stehen bleiben musste, bei dem ich einsetzen musste, ich möchte sagen mit allem Streben. Ich hatte schon eingesetzt, im Grunde, und deshalb musste ich gerade bei diesem Satze stehen bleiben. Ich will Ihnen den Satz anführen. Es ist ein merkwürdiger Satz, den Vischer da niederschrieb: «Die Einheit des seelischen Lebens kann ganz gewiss nicht im Leibe lokalisiert sein, obwohl sie eigentlich nirgends anders als im Leibe vorkommen kann.»
[ 8 ] Nun, meine sehr verehrten Anwesenden, was ist denn das eigentlich? Es ist ein vollständig paradoxer Satz. Jemand sagt: Dasjenige, was die einheitliche Seele ist, kann nicht im Leibe sein, kann aber auch nicht außerhalb des menschlichen Leibes ein. Ein völliger Widerspruch! Und dennoch, was für ein Widerspruch, ein Widerspruch, zu dem ein gewisses menschliches Denken nicht durch Willkür, sondern durch unbedingte innere Notwendigkeit kommen muss. Und man könnte nicht einen solchen Widerspruch bloß aufzählen, sondern man könnte, wenn die Zeit dazu vorhanden wäre, Hunderte von solchen Widersprüchen nennen, zu denen das gewöhnliche Denken und auch das gewöhnliche wissenschaftliche Denken kommen muss. Wenn nun an einen solchen Widerspruch das gewöhnliche Denken oder das gewöhnliche wissenschaftliche Denken kommen, was machen diese? Nun, sie bleiben stehen als an einer Grenze des menschlichen Erkenntnisvermögens. Sie sagen: Der Mensch hat eine bestimmte Fähigkeit des Erkennens, die führt ihn zu Grenzen, diese Grenzen kann er nicht überschreiten.
[ 8 ] Nun, meine sehr verehrten Anwesenden, was ist denn das eigentlich? Es ist ein vollständig paradoxer Satz. Jemand sagt: Dasjenige, was die einheitliche Seele ist, kann nicht im Leibe sein, kann aber auch nicht außerhalb des menschlichen Leibes ein. Ein völliger Widerspruch! Und dennoch, was für ein Widerspruch, ein Widerspruch, zu dem ein gewisses menschliches Denken nicht durch Willkür, sondern durch unbedingte innere Notwendigkeit kommen muss. Und man könnte nicht einen solchen Widerspruch bloß aufzählen, sondern man könnte, wenn die Zeit dazu vorhanden wäre, Hunderte von solchen Widersprüchen nennen, zu denen das gewöhnliche Denken und auch das gewöhnliche wissenschaftliche Denken kommen muss. Wenn nun an einen solchen Widerspruch das gewöhnliche Denken oder das gewöhnliche wissenschaftliche Denken kommen, was machen diese? Nun, sie bleiben stehen als an einer Grenze des menschlichen Erkenntnisvermögens. Sie sagen: Der Mensch hat eine bestimmte Fähigkeit des Erkennens, die führt ihn zu Grenzen, diese Grenzen kann er nicht überschreiten.
[ 9 ] Sehen Sie, schon damals musste ich sagen — wie gesagt, aus den ersten Keimen, die sich mir ergaben für das, was ich hier Geisteswissenschaft oder Anthroposophie nenne —, ich musste mir sagen: Ein anderes Verhalten, als das gewöhnliche ist, zu diesen sogenannten Grenzfragen, ist das, worauf es ankommt, wenn man eine wirkliche Seelen- und Geisteswissenschaft begründen will. Und ich schrieb dazumal die Gedanken, die ich gerade in Anknüpfung an diesen Satz Vischers hatte, an Vischer, der in außerordentlich entgegenkommender Weise darauf antwortete, dass in der Tat gerade in der Art und Weise, wie ich auch die Zeitvorstellung in Verbindung brachte in dem Aufsatze, den ich ihm geschickt hatte, ein Weg sich eröffne in die Erkenntnis des geistigen Lebens hinein. Ich habe den Glauben, dass solche Menschen, wie Friedrich Theodor Vischer, die noch drinnenstanden in den Traditionen der ersten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts, in der Tat aus ihrer Wissenschaft und Philosophie heraus den Anschluss hätten finden können an die Geisteswissenschaft, der heute, wie es scheint, von den anderen Wissenschaften so schwer zu finden ist, was da macht, dass man eigentlich nur Gegnerschaft und Widersacherschaft aus der anderen Wissenschaft und dem gewöhnlichen Bewusstsein mit der Geisteswissenschaft findet. Allein Vischer starb sehr bald danach, und es blieb bei diesem einmaligen Briefwechsel. Und so ist denn dasjenige /Lücke] mithilfe zustande gekommen, was den Vorträgen der verflossenen Jahre und den heutigen Betrachtungen zugrunde liegt.
[ 9 ] Sehen Sie, schon damals musste ich sagen — wie gesagt, aus den ersten Keimen, die sich mir ergaben für das, was ich hier Geisteswissenschaft oder Anthroposophie nenne —, ich musste mir sagen: Ein anderes Verhalten, als das gewöhnliche ist, zu diesen sogenannten Grenzfragen, ist das, worauf es ankommt, wenn man eine wirkliche Seelen- und Geisteswissenschaft begründen will. Und ich schrieb dazumal die Gedanken, die ich gerade in Anknüpfung an diesen Satz Vischers hatte, an Vischer, der in außerordentlich entgegenkommender Weise darauf antwortete, dass in der Tat gerade in der Art und Weise, wie ich auch die Zeitvorstellung in Verbindung brachte in dem Aufsatze, den ich ihm geschickt hatte, ein Weg sich eröffne in die Erkenntnis des geistigen Lebens hinein. Ich habe den Glauben, dass solche Menschen, wie Friedrich Theodor Vischer, die noch drinnenstanden in den Traditionen der ersten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts, in der Tat aus ihrer Wissenschaft und Philosophie heraus den Anschluss hätten finden können an die Geisteswissenschaft, der heute, wie es scheint, von den anderen Wissenschaften so schwer zu finden ist, was da macht, dass man eigentlich nur Gegnerschaft und Widersacherschaft aus der anderen Wissenschaft und dem gewöhnlichen Bewusstsein mit der Geisteswissenschaft findet. Allein Vischer starb sehr bald danach, und es blieb bei diesem einmaligen Briefwechsel. Und so ist denn dasjenige /Lücke] mithilfe zustande gekommen, was den Vorträgen der verflossenen Jahre und den heutigen Betrachtungen zugrunde liegt.
[ 10 ] Das Erste, worauf es ankommt, ist, dass man sich klar wird darüber, dass unsere heutige Zeit nach ihren Denkgewohnheiten, nach demjenigen, was sie notwendigerweise wollen muss, zu all den verschiedenen Antworten, die gegeben worden sind im Laufe der Jahrhunderte und Jahrtausende auf unsere Frage, dass unsere heutige Zeit eine wissenschaftlich geordnete, eine wissenschaftlich gemeinte Antwort braucht. Und da will ich denn betonen, was ich schon öfter gesagt habe: Die hier gemeinte Geisteswissenschaft steht in keinem Gegensatz zu dem, was naturwissenschaftliches Denken in unserer Zeit ist, im Gegenteil. Gerade diese Geisteswissenschaft hat alle Gründe, die hohe Bedeutung und die großen Errungenschaften der naturwissenschaftlichen Weltanschauung voll anzuerkennen; und überall muss ihr Bestreben sein, das strenge und disziplinierte Denken zu ihrem Vorbild zu machen. Und so wird es denn auch nützlich sein, um anschaulich zu machen, was heute gewollt ist, zu zeigen, wie Geisteswissenschaft nach einer anderen Richtung hin etwas Ähnliches zu besorgen hat wie die Naturwissenschaft nach der einen Seite hin in Bezug auf das Seelenleben.
[ 10 ] Das Erste, worauf es ankommt, ist, dass man sich klar wird darüber, dass unsere heutige Zeit nach ihren Denkgewohnheiten, nach demjenigen, was sie notwendigerweise wollen muss, zu all den verschiedenen Antworten, die gegeben worden sind im Laufe der Jahrhunderte und Jahrtausende auf unsere Frage, dass unsere heutige Zeit eine wissenschaftlich geordnete, eine wissenschaftlich gemeinte Antwort braucht. Und da will ich denn betonen, was ich schon öfter gesagt habe: Die hier gemeinte Geisteswissenschaft steht in keinem Gegensatz zu dem, was naturwissenschaftliches Denken in unserer Zeit ist, im Gegenteil. Gerade diese Geisteswissenschaft hat alle Gründe, die hohe Bedeutung und die großen Errungenschaften der naturwissenschaftlichen Weltanschauung voll anzuerkennen; und überall muss ihr Bestreben sein, das strenge und disziplinierte Denken zu ihrem Vorbild zu machen. Und so wird es denn auch nützlich sein, um anschaulich zu machen, was heute gewollt ist, zu zeigen, wie Geisteswissenschaft nach einer anderen Richtung hin etwas Ähnliches zu besorgen hat wie die Naturwissenschaft nach der einen Seite hin in Bezug auf das Seelenleben.
[ 11 ] Dieses menschliche Seelenleben, wir sind es ja im Grunde genommen selbst. Wir erfahren es, indem wir uns selber erfahren. Unser Denken, unser Vorstellen, unser Fühlen, unser Wollen, sie wogen auf und ab, und das, was da auf und ab wogt zwischen Geburt und Tod, das ist dasjenige, was wir unser Seelenleben nennen, was wir im Grunde genommen «Uns Selbst», insofern wir im fleischlichen Leibe leben, nennen können.
[ 11 ] Dieses menschliche Seelenleben, wir sind es ja im Grunde genommen selbst. Wir erfahren es, indem wir uns selber erfahren. Unser Denken, unser Vorstellen, unser Fühlen, unser Wollen, sie wogen auf und ab, und das, was da auf und ab wogt zwischen Geburt und Tod, das ist dasjenige, was wir unser Seelenleben nennen, was wir im Grunde genommen «Uns Selbst», insofern wir im fleischlichen Leibe leben, nennen können.
[ 12 ] Was tut nun die Naturwissenschaft? Sie setzt sich zur Aufgabe, zu untersuchen, welches Verhältnis, welche Beziehungen herrschen zwischen dem, was da auf und ab wogt als Vorstellen, Fühlen und Wollen in unserem Seelenleben, und demjenigen, was menschliche Leibesorganisation ist. Und so wie auf anderen Gebieten die Naturwissenschaft ungeheuere Erfolge errungen hat, so auch auf diesem Gebiete, obwohl sich mir gerade in diesem Winter manche Einseitigkeit der naturwissenschaftlichen Denker auch auf diesem Gebiete gezeigt hat. Aber diese Naturwissenschaft hat versucht zu zeigen, was eigentlich im menschlichen Organismus, im leiblichen Organismus, namentlich im Nervensystem vor sich geht, was da drinnen geschieht, während Vorstellungen, Fühlungen, Wollungen auf und ab wogen. Und das ist die eigentliche Aufgabe der Naturwissenschaft. Kann man sagen, dass die Naturwissenschaft heute schon Großartiges geleistet hat, so ist dieses Geleistete etwas, was Gewähr dafür bietet, dass vielleicht in der nächsten Zukunft schon gerade mit Bezug auf die Feststellung des menschlichen Seelenlebens und der Leibesorganisation Großartiges, Großgewaltiges geleistet werden wird.
[ 12 ] Was tut nun die Naturwissenschaft? Sie setzt sich zur Aufgabe, zu untersuchen, welches Verhältnis, welche Beziehungen herrschen zwischen dem, was da auf und ab wogt als Vorstellen, Fühlen und Wollen in unserem Seelenleben, und demjenigen, was menschliche Leibesorganisation ist. Und so wie auf anderen Gebieten die Naturwissenschaft ungeheuere Erfolge errungen hat, so auch auf diesem Gebiete, obwohl sich mir gerade in diesem Winter manche Einseitigkeit der naturwissenschaftlichen Denker auch auf diesem Gebiete gezeigt hat. Aber diese Naturwissenschaft hat versucht zu zeigen, was eigentlich im menschlichen Organismus, im leiblichen Organismus, namentlich im Nervensystem vor sich geht, was da drinnen geschieht, während Vorstellungen, Fühlungen, Wollungen auf und ab wogen. Und das ist die eigentliche Aufgabe der Naturwissenschaft. Kann man sagen, dass die Naturwissenschaft heute schon Großartiges geleistet hat, so ist dieses Geleistete etwas, was Gewähr dafür bietet, dass vielleicht in der nächsten Zukunft schon gerade mit Bezug auf die Feststellung des menschlichen Seelenlebens und der Leibesorganisation Großartiges, Großgewaltiges geleistet werden wird.
[ 13 ] So kann man sagen, da das ja offenbar ist, dass sich die Naturwissenschaft zur Aufgabe gemacht hat, festzustellen, welche Beziehung herrscht zwischen dem menschlichen Seelenleben und demjenigen, was am Menschen vergänglich ist, was, indem er durch die Pforte des Todes tritt, den Elementen der Erde übergeben wird. Den anderen Weg, den entgegengesetzten Weg, könnte man sagen, wenn es nicht missverstanden wird, hat nun die Geisteswissenschaft einzuschlagen. Auch sie hat dieses menschliche Seelenleben in eine Beziehung zu bringen, aber nun nicht zum leiblichen Leben, sondern zum geistigen Leben hin. Und es fragt sich zunächst: Ist es möglich, ebenso streng, wie die Naturwissenschaft die Beziehungen findet zwischen dem Seelenleben und dem, was am Menschen vergänglich ist, Beziehungen festzustellen zwischen dem, was als Seelenleben erlebt ist, und demjenigen, was geistig ist, und wovon wir sehen werden, dass es das unsterbliche Teil des Menschen ist.
[ 13 ] So kann man sagen, da das ja offenbar ist, dass sich die Naturwissenschaft zur Aufgabe gemacht hat, festzustellen, welche Beziehung herrscht zwischen dem menschlichen Seelenleben und demjenigen, was am Menschen vergänglich ist, was, indem er durch die Pforte des Todes tritt, den Elementen der Erde übergeben wird. Den anderen Weg, den entgegengesetzten Weg, könnte man sagen, wenn es nicht missverstanden wird, hat nun die Geisteswissenschaft einzuschlagen. Auch sie hat dieses menschliche Seelenleben in eine Beziehung zu bringen, aber nun nicht zum leiblichen Leben, sondern zum geistigen Leben hin. Und es fragt sich zunächst: Ist es möglich, ebenso streng, wie die Naturwissenschaft die Beziehungen findet zwischen dem Seelenleben und dem, was am Menschen vergänglich ist, Beziehungen festzustellen zwischen dem, was als Seelenleben erlebt ist, und demjenigen, was geistig ist, und wovon wir sehen werden, dass es das unsterbliche Teil des Menschen ist.
[ 14 ] Aber, indem man nun diese Frage aufwirft nicht so im Allgemeinen — das machen Dilettanten —, indem man diese Frage aufwirft in dem Sinne, wie man gewöhnt ist, aus der modernen Wissenschaft heraus Fragen aufzuwerfen, da stößt man sogleich auf merkwürdige Voreingenommenheiten. Und ich könnte nun eine große Zahl von modernen Seelenforschern anführen, bei denen sich zeigen würde, wie diese Vorurteile herrschen, welche geradezu geeignet sind, den Weg zu verlegen, der von dem Seelischen ebenso gut zu dem Unvergänglichen hinführt, wie er hinführt zu dem Vergänglichen. Nur ein Beispiel möchte ich anführen, weil es charakteristisch ist.
[ 14 ] Aber, indem man nun diese Frage aufwirft nicht so im Allgemeinen — das machen Dilettanten —, indem man diese Frage aufwirft in dem Sinne, wie man gewöhnt ist, aus der modernen Wissenschaft heraus Fragen aufzuwerfen, da stößt man sogleich auf merkwürdige Voreingenommenheiten. Und ich könnte nun eine große Zahl von modernen Seelenforschern anführen, bei denen sich zeigen würde, wie diese Vorurteile herrschen, welche geradezu geeignet sind, den Weg zu verlegen, der von dem Seelischen ebenso gut zu dem Unvergänglichen hinführt, wie er hinführt zu dem Vergänglichen. Nur ein Beispiel möchte ich anführen, weil es charakteristisch ist.
[ 15 ] Wenn auch viele Menschen heute nicht Anhänger Eduard von Hartmanns sind, ich bin es auch nicht, so muss man doch zugestehen, dass dieser Eduard von Hartmann ein tiefbedeutender Philosoph war, welcher nach den verschiedensten Richtungen hin allseitige Betrachtungen über das Leben und die Wissenschaft angestellt hat; und so kann denn sozusagen wie repräsentativ dasjenige angeführt werden, was er in seiner kurzen Seelenkunde oder Psychologie angeführt hat, und was nur aufzufassen ist wie die Behauptung einer Unmöglichkeit, irgendwie zu Beobachtungen des seelischen Lebens zu kommen. Was viele heute sagen, fasst in charakteristische Sätze Eduard von Hartmann zusammen. Er sagt Dinge, denen man nicht widersprechen kann — das ist sehr wichtig —, Dinge, die eigentlich im Grunde jedem voll einleuchten müssen. Zum Beispiel: Zarte Gefühle, wenn sie in der Seele auftauchen, werden, wenn man sie beobachten will, was naturwissenschaftlich geschehen soll, aus der Seele im Momente ausgetrieben. Man schaue nur seine Gefühle an und versuche, sie zu beobachten; sie sind nicht da; die Beobachtung vertreibt sie. Weiter: Jeder Mensch, der weiß, was Historiker leisten können [Lücke] körperliche Schmerzen sind ja im Grunde auch seelische Erlebnisse, körperliche Schmerzen vergeistigen sich, wenn der Mensch an sie denkt, sie beobachten will. Also die Beobachtung verfälscht dasjenige, was sie beobachten will.
[ 15 ] Wenn auch viele Menschen heute nicht Anhänger Eduard von Hartmanns sind, ich bin es auch nicht, so muss man doch zugestehen, dass dieser Eduard von Hartmann ein tiefbedeutender Philosoph war, welcher nach den verschiedensten Richtungen hin allseitige Betrachtungen über das Leben und die Wissenschaft angestellt hat; und so kann denn sozusagen wie repräsentativ dasjenige angeführt werden, was er in seiner kurzen Seelenkunde oder Psychologie angeführt hat, und was nur aufzufassen ist wie die Behauptung einer Unmöglichkeit, irgendwie zu Beobachtungen des seelischen Lebens zu kommen. Was viele heute sagen, fasst in charakteristische Sätze Eduard von Hartmann zusammen. Er sagt Dinge, denen man nicht widersprechen kann — das ist sehr wichtig —, Dinge, die eigentlich im Grunde jedem voll einleuchten müssen. Zum Beispiel: Zarte Gefühle, wenn sie in der Seele auftauchen, werden, wenn man sie beobachten will, was naturwissenschaftlich geschehen soll, aus der Seele im Momente ausgetrieben. Man schaue nur seine Gefühle an und versuche, sie zu beobachten; sie sind nicht da; die Beobachtung vertreibt sie. Weiter: Jeder Mensch, der weiß, was Historiker leisten können [Lücke] körperliche Schmerzen sind ja im Grunde auch seelische Erlebnisse, körperliche Schmerzen vergeistigen sich, wenn der Mensch an sie denkt, sie beobachten will. Also die Beobachtung verfälscht dasjenige, was sie beobachten will.
[ 16 ] Ein sehr schönes Beispiel gibt er an, das charakteristisch ist, das eigentlich jeder kennt: Man stelle sich vor, dass jemand einen Stoff, den er gut beherrscht mit dem Gedächtnis, aufsagen will, und während des Aufsagens beobachtet er sich selbst. Jeder Mensch weiß, wenn er ein Gedicht aufsagt und sich dabei selbst beobachten will, so bleibt er unweigerlich stecken. Das heißt: Will man etwas, was die Seele ablaufen lässt, beobachten, so vertreibt die Beobachtung dasjenige, was man beobachten will; man kann es nicht beobachten. Was zieht nun der moderne Seelenforscher aus dieser selbstverständlichen Unmöglichkeit, die Seelenerscheinung so, wie er will, zu beobachten, für einen Schluss? Er zieht den Schluss: Also kann man die Seelenerscheinungen nicht beobachten.
[ 16 ] Ein sehr schönes Beispiel gibt er an, das charakteristisch ist, das eigentlich jeder kennt: Man stelle sich vor, dass jemand einen Stoff, den er gut beherrscht mit dem Gedächtnis, aufsagen will, und während des Aufsagens beobachtet er sich selbst. Jeder Mensch weiß, wenn er ein Gedicht aufsagt und sich dabei selbst beobachten will, so bleibt er unweigerlich stecken. Das heißt: Will man etwas, was die Seele ablaufen lässt, beobachten, so vertreibt die Beobachtung dasjenige, was man beobachten will; man kann es nicht beobachten. Was zieht nun der moderne Seelenforscher aus dieser selbstverständlichen Unmöglichkeit, die Seelenerscheinung so, wie er will, zu beobachten, für einen Schluss? Er zieht den Schluss: Also kann man die Seelenerscheinungen nicht beobachten.
[ 17 ] Nun aber, denken wir uns einmal, die Naturforscher würden dasselbe sagen. Ja, unser Vorstellen, unser Fühlen und Wollen, die laufen in uns ab, man kann sie nicht beobachten; deshalb kann man auch nicht das Verhältnis zum Leiblichen, zum Vergänglichen beobachten. Nicht wahr, die Naturforscher sagen das nicht, sondern sie sind sich bewusst, dass es gar keine Hindernisse gibt, die Beziehungen des Seelischen zum Leiblichen festzustellen, trotzdem sie nicht so beobachtet werden können, wie da auch von Eduard von Hartmann auseinandergesetzt wird. Also wird der Einwand auch vermutlich nicht gelten für die eigentliche Geistesforschung, für die Feststellung der Beziehung zwischen dem seelischen Erleben und demjenigen, was im Menschen als Geist waltet geradeso wie in ihm das Körperliche waltet. Und man kann nur dann zurechtkommen mit solchen Dingen, wenn man wirklich sie durchschaut. Wenn man wirklich auf den Standpunkt sich stellen kann, der da fragt: Welchen Geltungsbereich haben solche Gedanken? So kann also das Vorurteil, das zwar moderne Seelenforschung abgehalten hat, überhaupt an das Wesen des menschlichen Seelenwesens heranzutreten, das kann uns nicht abhalten, wirkliche Geistesforschung zu suchen. Wenn wir aber an solche Fragen herantreten wie diejenigen nach der Seelenunsterblichkeit und nach dem menschlichen Schicksal, dann kommt es darauf an, dass man vor allen Dingen solche Fragen richtig zu stellen versteht. Solche Fragen werden nicht immer richtig gestellt. Und wenn man nicht in der Lage ist, die Fragen richtig zu stellen, dann verlegt man sich schon von vorneherein die Möglichkeit, zu Antworten zu kommen. Ich habe in meinem letzten Buche «Vom Menschenrätsel» in einem kurzen Abriss im letzten Kapitel versucht, in zartester Weise gerade die Fragestellung, die hier auftauchen muss, zu charakterisieren.
[ 17 ] Nun aber, denken wir uns einmal, die Naturforscher würden dasselbe sagen. Ja, unser Vorstellen, unser Fühlen und Wollen, die laufen in uns ab, man kann sie nicht beobachten; deshalb kann man auch nicht das Verhältnis zum Leiblichen, zum Vergänglichen beobachten. Nicht wahr, die Naturforscher sagen das nicht, sondern sie sind sich bewusst, dass es gar keine Hindernisse gibt, die Beziehungen des Seelischen zum Leiblichen festzustellen, trotzdem sie nicht so beobachtet werden können, wie da auch von Eduard von Hartmann auseinandergesetzt wird. Also wird der Einwand auch vermutlich nicht gelten für die eigentliche Geistesforschung, für die Feststellung der Beziehung zwischen dem seelischen Erleben und demjenigen, was im Menschen als Geist waltet geradeso wie in ihm das Körperliche waltet. Und man kann nur dann zurechtkommen mit solchen Dingen, wenn man wirklich sie durchschaut. Wenn man wirklich auf den Standpunkt sich stellen kann, der da fragt: Welchen Geltungsbereich haben solche Gedanken? So kann also das Vorurteil, das zwar moderne Seelenforschung abgehalten hat, überhaupt an das Wesen des menschlichen Seelenwesens heranzutreten, das kann uns nicht abhalten, wirkliche Geistesforschung zu suchen. Wenn wir aber an solche Fragen herantreten wie diejenigen nach der Seelenunsterblichkeit und nach dem menschlichen Schicksal, dann kommt es darauf an, dass man vor allen Dingen solche Fragen richtig zu stellen versteht. Solche Fragen werden nicht immer richtig gestellt. Und wenn man nicht in der Lage ist, die Fragen richtig zu stellen, dann verlegt man sich schon von vorneherein die Möglichkeit, zu Antworten zu kommen. Ich habe in meinem letzten Buche «Vom Menschenrätsel» in einem kurzen Abriss im letzten Kapitel versucht, in zartester Weise gerade die Fragestellung, die hier auftauchen muss, zu charakterisieren.
[ 18 ] Nicht wahr, was wäre es denn, wenn wir beweisen könnten, dass vom menschlichen Seelenleben, wenn der Mensch durch die Pforte des Todes schreitet, irgendetwas übrig bleibt, irgendetwas nicht der Auflösung in die Elemente der Erde unterworfen wäre. Gewiss, er könnte geführt werden, der Beweis, manche haben versucht, ihn scheinbar zu führen; aber er hilft eigentlich nicht demjenigen, was das menschliche Seelenleben selbst mit solchen Fragen meint; er hilft dem wirklich nicht weiter. Die Frage kann nicht sein: Bleibt irgendetwas vom menschlichen Seelenwesen über den Tod hinaus übrig, sondern die Frage muss vor allen Dingen sein: Bleibt Bewusstsein, vollständiges Bewusstsein über den Tod hinaus der menschlichen Seele eigen? Denn, wenn so, wie Eduard von Hartmann meint, der Menschenseele etwas Unbewusstes zugrunde liegt, und dieses bleibt über den Tod hinaus, dann würde ja mit Recht, obwohl solcher Einwand kleinlich erscheint, sich ergeben: Ja, was hat denn die menschliche Seele davon, wenn sie ein unbewusstes Dasein nach dem Tode noch so lange führt? Da handelt es sich darum, ob gefunden werden kann, dass bewusst die menschliche Seele den Tod überdauert und einer geistigen Welt mit Bewusstsein angehört, auch wenn das Leibeswesen nicht mehr an sich hat.
[ 18 ] Nicht wahr, was wäre es denn, wenn wir beweisen könnten, dass vom menschlichen Seelenleben, wenn der Mensch durch die Pforte des Todes schreitet, irgendetwas übrig bleibt, irgendetwas nicht der Auflösung in die Elemente der Erde unterworfen wäre. Gewiss, er könnte geführt werden, der Beweis, manche haben versucht, ihn scheinbar zu führen; aber er hilft eigentlich nicht demjenigen, was das menschliche Seelenleben selbst mit solchen Fragen meint; er hilft dem wirklich nicht weiter. Die Frage kann nicht sein: Bleibt irgendetwas vom menschlichen Seelenwesen über den Tod hinaus übrig, sondern die Frage muss vor allen Dingen sein: Bleibt Bewusstsein, vollständiges Bewusstsein über den Tod hinaus der menschlichen Seele eigen? Denn, wenn so, wie Eduard von Hartmann meint, der Menschenseele etwas Unbewusstes zugrunde liegt, und dieses bleibt über den Tod hinaus, dann würde ja mit Recht, obwohl solcher Einwand kleinlich erscheint, sich ergeben: Ja, was hat denn die menschliche Seele davon, wenn sie ein unbewusstes Dasein nach dem Tode noch so lange führt? Da handelt es sich darum, ob gefunden werden kann, dass bewusst die menschliche Seele den Tod überdauert und einer geistigen Welt mit Bewusstsein angehört, auch wenn das Leibeswesen nicht mehr an sich hat.
[ 19 ] Zur Beantwortung dieser Frage habe ich versucht zu zeigen, dass der Mensch mit demjenigen Bewusstsein, das das Bewusstsein des Alltags ist, auch das Bewusstsein der gewöhnlichen Wissenschaft ist, allerdings nicht zur Beantwortung dieser Frage kommen kann, aus dem einfachen Grunde, weil die gewöhnliche naturwissenschaftliche Anschauung lehrt, dass dieses Bewusstsein an das Leibliche gebunden ist. Und so, wie dieses Bewusstsein an das Leibliche gebunden ist, muss es sich eben vernichtigen. Ist also nicht aufzufinden ein anderes Bewusstsein, dann könnte man nicht wissenschaftlich an die Unsterblichkeitsfrage herangehen. Deshalb zeigte ich, dass innerhalb des gewöhnlichen Bewusstseins und des gewöhnlichen Wissenschafts-Bewusstseins ein anderes vorhanden ist, dass ich in Anlehnung an einen Begriff, den Goethe gefasst hatte, indem er sprach von der «anschauenden Urteilskraft», das schauende Bewusstsein zu nennen versuchte. Und ich habe zunächst durch einen Vergleich getrachtet, klarzulegen, was damit gemeint ist. Wohl verstanden, es ist mit diesem Vergleiche nichts bewiesen, sondern nur zu verdeutlichen, was ich mit diesem Begriffe meine.
[ 19 ] Zur Beantwortung dieser Frage habe ich versucht zu zeigen, dass der Mensch mit demjenigen Bewusstsein, das das Bewusstsein des Alltags ist, auch das Bewusstsein der gewöhnlichen Wissenschaft ist, allerdings nicht zur Beantwortung dieser Frage kommen kann, aus dem einfachen Grunde, weil die gewöhnliche naturwissenschaftliche Anschauung lehrt, dass dieses Bewusstsein an das Leibliche gebunden ist. Und so, wie dieses Bewusstsein an das Leibliche gebunden ist, muss es sich eben vernichtigen. Ist also nicht aufzufinden ein anderes Bewusstsein, dann könnte man nicht wissenschaftlich an die Unsterblichkeitsfrage herangehen. Deshalb zeigte ich, dass innerhalb des gewöhnlichen Bewusstseins und des gewöhnlichen Wissenschafts-Bewusstseins ein anderes vorhanden ist, dass ich in Anlehnung an einen Begriff, den Goethe gefasst hatte, indem er sprach von der «anschauenden Urteilskraft», das schauende Bewusstsein zu nennen versuchte. Und ich habe zunächst durch einen Vergleich getrachtet, klarzulegen, was damit gemeint ist. Wohl verstanden, es ist mit diesem Vergleiche nichts bewiesen, sondern nur zu verdeutlichen, was ich mit diesem Begriffe meine.
[ 20 ] Vergleichen wir dasjenige, was wir als gewöhnliches Tagesbewusstsein haben, was unserer Wissenschaft dient, mit einem anderen Bewusstsein, das durchaus nicht in irgendeiner Weise als wissenschaftlich angesprochen werden soll, nur zum Vergleiche, mit dem Traumbewusstsein. Im Traumbewusstsein wogen auf und ab Bilder; während des Traumes halten wir diese Bilder für Wirklichkeit. Indem wir aufwachen, wachen wir auf zu dem, was wir unser gewöhnliches Tagesbewusstsein nennen. Dieses Tagesbewusstsein unterscheidet sich von dem Traumbewusstsein dadurch, dass wir im Traumbewusstsein nur mit uns selbst beschäftigt sind, dass wir ganz in uns selbst versenkt sind. Was da auf und ab wogt ist lediglich ein Bild desjenigen, was organisch in uns ist. [Heraklit] hat ein schönes Wort gesprochen: Im Traume, im Schlafe ist der Mensch mit sich allein beschäftigt; in dem Augenblick, wo er aufwacht, hat er den Raum mit den anderen Menschen gemeinschaftlich.
[ 20 ] Vergleichen wir dasjenige, was wir als gewöhnliches Tagesbewusstsein haben, was unserer Wissenschaft dient, mit einem anderen Bewusstsein, das durchaus nicht in irgendeiner Weise als wissenschaftlich angesprochen werden soll, nur zum Vergleiche, mit dem Traumbewusstsein. Im Traumbewusstsein wogen auf und ab Bilder; während des Traumes halten wir diese Bilder für Wirklichkeit. Indem wir aufwachen, wachen wir auf zu dem, was wir unser gewöhnliches Tagesbewusstsein nennen. Dieses Tagesbewusstsein unterscheidet sich von dem Traumbewusstsein dadurch, dass wir im Traumbewusstsein nur mit uns selbst beschäftigt sind, dass wir ganz in uns selbst versenkt sind. Was da auf und ab wogt ist lediglich ein Bild desjenigen, was organisch in uns ist. [Heraklit] hat ein schönes Wort gesprochen: Im Traume, im Schlafe ist der Mensch mit sich allein beschäftigt; in dem Augenblick, wo er aufwacht, hat er den Raum mit den anderen Menschen gemeinschaftlich.
[ 21 ] Wir wachen auf [Lücke] und verbinden unseren Willen, unser ganzes Seelenwesen mit der Umgebung. Dadurch aber schlagen wir gewissermaßen dasjenige, was als bloße Bilder im Traume auf und ab wogt, und nur Realität für uns hat, wir schlagen es über die äußere Realität hinüber; wir haken gewissermaßen unseren Willen mit unserm ganzen Seelenwesen in die äußere Realität ein. So erwachen wir aus dem Traumbewusstsein in das wache Tagesbewusstsein.
[ 21 ] Wir wachen auf [Lücke] und verbinden unseren Willen, unser ganzes Seelenwesen mit der Umgebung. Dadurch aber schlagen wir gewissermaßen dasjenige, was als bloße Bilder im Traume auf und ab wogt, und nur Realität für uns hat, wir schlagen es über die äußere Realität hinüber; wir haken gewissermaßen unseren Willen mit unserm ganzen Seelenwesen in die äußere Realität ein. So erwachen wir aus dem Traumbewusstsein in das wache Tagesbewusstsein.
[ 22 ] Und wiederum ist es möglich, obzwar es nicht zugegeben wird aus dem Vorurteil der Zeit heraus, dass der Mensch aus dem Wachbewusstsein ebenso aufwacht zu dem, was ich eben in Anlehnung an ein Goethe’sches Wort genannt habe das schauende Bewusstsein, welches sich zum Tagesbewusstsein so verhält, wie dieses Tagesbewusstsein sich verhält zum Traumbewusstsein. Das soll zunächst nur ein Vergleich sein. Aber es wird dann so sein, dass, wenn der Mensch aus dem gewöhnlichen Tagesbewusstsein in das schauende Bewusstsein hinein erwacht, die Realität, die Wirklichkeit desjenigen, was er da wahrnimmt, nun wiederum weiterwächst. Während wir in die physisch-sinnliche Welt hineinwachsen beim Aufwachen aus dem Traumesbewusstsein, wachen wir in die geistige Welt hinein auf, indem wir uns erheben, erwecken vom dem gewöhnlichen Tagesbewusstsein in das schauende Bewusstsein hinein.
[ 22 ] Und wiederum ist es möglich, obzwar es nicht zugegeben wird aus dem Vorurteil der Zeit heraus, dass der Mensch aus dem Wachbewusstsein ebenso aufwacht zu dem, was ich eben in Anlehnung an ein Goethe’sches Wort genannt habe das schauende Bewusstsein, welches sich zum Tagesbewusstsein so verhält, wie dieses Tagesbewusstsein sich verhält zum Traumbewusstsein. Das soll zunächst nur ein Vergleich sein. Aber es wird dann so sein, dass, wenn der Mensch aus dem gewöhnlichen Tagesbewusstsein in das schauende Bewusstsein hinein erwacht, die Realität, die Wirklichkeit desjenigen, was er da wahrnimmt, nun wiederum weiterwächst. Während wir in die physisch-sinnliche Welt hineinwachsen beim Aufwachen aus dem Traumesbewusstsein, wachen wir in die geistige Welt hinein auf, indem wir uns erheben, erwecken vom dem gewöhnlichen Tagesbewusstsein in das schauende Bewusstsein hinein.
[ 23 ] Nun werde ich zu zeigen haben im Einzelnen, was mit diesem schauenden Bewusstsein gemeint ist. Auszugehen ist dabei durchaus von demjenigen, was besonnenes menschliches Denken ist. Ich muss das immer wiederum betonen aus dem Grunde, weil gerade hier an diesem Punkte sich die größten Missverständnisse auftun. Ausgegangen muss werden von dem vollbesonnenen menschlichen Denken. Aber nun zeigt sich gerade dem Geistesforscher, dass er auszugehen hat von jenem Punkte, den ich vorhin gekennzeichnet habe. Man kann nicht Geistesforscher werden, wenn man nicht im inneren, ernsten Seelenleben, im erlebten Seelenleben mit allen Fasern der Erkenntnissehnsucht nach jenen Punkten hingekommen ist, die ich in einem einzelnen Falle angedeutet habe durch das, was Friedrich Theodor Vischer aussprach: Die menschliche Seele kann nicht im Leibe sein, aber sie kann auch nicht außerhalb des Leibes vorkommen.
[ 23 ] Nun werde ich zu zeigen haben im Einzelnen, was mit diesem schauenden Bewusstsein gemeint ist. Auszugehen ist dabei durchaus von demjenigen, was besonnenes menschliches Denken ist. Ich muss das immer wiederum betonen aus dem Grunde, weil gerade hier an diesem Punkte sich die größten Missverständnisse auftun. Ausgegangen muss werden von dem vollbesonnenen menschlichen Denken. Aber nun zeigt sich gerade dem Geistesforscher, dass er auszugehen hat von jenem Punkte, den ich vorhin gekennzeichnet habe. Man kann nicht Geistesforscher werden, wenn man nicht im inneren, ernsten Seelenleben, im erlebten Seelenleben mit allen Fasern der Erkenntnissehnsucht nach jenen Punkten hingekommen ist, die ich in einem einzelnen Falle angedeutet habe durch das, was Friedrich Theodor Vischer aussprach: Die menschliche Seele kann nicht im Leibe sein, aber sie kann auch nicht außerhalb des Leibes vorkommen.
[ 24 ] Ja, wo soll sie denn dann sein? Man kommt an zahlreiche solche Punkte, man stößt gleichsam wie an Wände mit dem Seelenleben des Wachbewusstseins. Und wie gesagt, das gewöhnliche Bewusstsein bleibt da stehen, setzt Grenzen des Erkennens. Der Geistesforscher muss gleich an diesem Punkt sich anders verhalten. Der Geistesforscher bekommt an diesem Punkte ungefähr das Gefühl — in einem geistigen Sinne ist das gemeint; alles was zur Geistesforschung kommt, ist inneres Seelenleben —, er fühlt an solchem Punkte ungefähr so, wie wenn der Mensch mit dem Tastsinn an Wände und an die Umgebung anstößt, ohne sehen und hören zu können. Nach und nach gelangt der Mensch dazu — das Aufwachsen in der Kindheit bezeugt dies —, dieses Tasten an den Widerständen der Umgebung zu organisieren, zu formen; er gelangt dazu, die Gegenstände in ihren Formen zu erkennen, indem er sie abtastet. In einer ganz ähnlichen Weise kann das Denken belebt werden, wenn man nicht mutlos und sozusagen innerlich feige stehen bleibt an diesem wichtigen Punkte, sondern fühlt und erlebt, was man fühlen und erleben kann: Hier stößt du an geistige Widerstände wie an geistige Wände. Es gehört mancherlei an inneren Vorgängen dazu, an genau dieses Gefühl des geistigen Sich-Stoßens, das Gefühl des Habens eines geistigen Tastsinns, der aus dem Denken herauswächst, dieses Gefühl richtig zu bekommen.
[ 24 ] Ja, wo soll sie denn dann sein? Man kommt an zahlreiche solche Punkte, man stößt gleichsam wie an Wände mit dem Seelenleben des Wachbewusstseins. Und wie gesagt, das gewöhnliche Bewusstsein bleibt da stehen, setzt Grenzen des Erkennens. Der Geistesforscher muss gleich an diesem Punkt sich anders verhalten. Der Geistesforscher bekommt an diesem Punkte ungefähr das Gefühl — in einem geistigen Sinne ist das gemeint; alles was zur Geistesforschung kommt, ist inneres Seelenleben —, er fühlt an solchem Punkte ungefähr so, wie wenn der Mensch mit dem Tastsinn an Wände und an die Umgebung anstößt, ohne sehen und hören zu können. Nach und nach gelangt der Mensch dazu — das Aufwachsen in der Kindheit bezeugt dies —, dieses Tasten an den Widerständen der Umgebung zu organisieren, zu formen; er gelangt dazu, die Gegenstände in ihren Formen zu erkennen, indem er sie abtastet. In einer ganz ähnlichen Weise kann das Denken belebt werden, wenn man nicht mutlos und sozusagen innerlich feige stehen bleibt an diesem wichtigen Punkte, sondern fühlt und erlebt, was man fühlen und erleben kann: Hier stößt du an geistige Widerstände wie an geistige Wände. Es gehört mancherlei an inneren Vorgängen dazu, an genau dieses Gefühl des geistigen Sich-Stoßens, das Gefühl des Habens eines geistigen Tastsinns, der aus dem Denken herauswächst, dieses Gefühl richtig zu bekommen.
[ 25 ] Ich habe beschrieben, was man zu tun hat, was ich hier nur kurz andeuten kann, in meinen Büchern «Wie erlangt man Erkenntnisse höherer Welten?», im zweiten Teil meiner «Geheimwissenschaft» und im letzten Kapitel des neuesten Buches «Vom Menschenrätsel». Da versuche ich zu zeigen, wie aus dem Denken, das der Mensch im gewöhnlichen Leben hat, das lebendige Denken entsteht; ein Denken, das sich an diesen Grenzpunkten anstößt als ein geistiges Tasten. Und damit, dass man das geistige Tasten fühlt, ist schon dasjenige gewonnen, was man die erste Stufe des schauenden Bewusstseins nennen kann.
[ 25 ] Ich habe beschrieben, was man zu tun hat, was ich hier nur kurz andeuten kann, in meinen Büchern «Wie erlangt man Erkenntnisse höherer Welten?», im zweiten Teil meiner «Geheimwissenschaft» und im letzten Kapitel des neuesten Buches «Vom Menschenrätsel». Da versuche ich zu zeigen, wie aus dem Denken, das der Mensch im gewöhnlichen Leben hat, das lebendige Denken entsteht; ein Denken, das sich an diesen Grenzpunkten anstößt als ein geistiges Tasten. Und damit, dass man das geistige Tasten fühlt, ist schon dasjenige gewonnen, was man die erste Stufe des schauenden Bewusstseins nennen kann.
[ 26 ] Nun ist einiges Prinzipielle zu sagen, wie sich der Mensch zu verhalten hat, wie er dieses Schauen im Denken zunächst entwickeln kann. Es muss vieles im menschlichen Denken eintreten, um dieses schauende Denken zu verrichten. Vor allen Dingen muss uns klar sein, dass viele Denkgewohnheiten, die uns im gewöhnlichen Leben natürlich sind, und die auch hineingehören ins gewöhnliche Leben, nun aufhören müssen, aber nur während der Geistesforschung. Wenn jemand Chemie studiert, brauchen sie auch nicht aufzuhören. Aber wenn jemand Geistesforscher werden will, muss er sich solche Denkgewohnheiten aneignen, die vor allen Dingen darauf ausgehen, eine Sache von möglichst vielen Seiten zu betrachten. Im gewöhnlichen Leben hat man die Tendenz, auf eine Sache loszugehen und sich einen Begriff von der Sache zu verschaffen. Man weiß nicht im gewöhnlichen Leben, dass ein Begriff nur sein kann eine Art Weg in das Leben hinein. Hier muss der Geistesforscher seine Selbsterziehung walten lassen. Er muss in die Lage kommen, sich ganz andere Begriffe auszubilden. Wie man einen Baum von verschiedenen Seiten fotografiert, und die Fotos zeigen alle denselben Baum, trotz ihrer Verschiedenheit, aber im Zusammenschauen der Fotos bekommt man erst die Vorstellung von der Wirklichkeit des Baumes; wer sagt, das sei ein anderer Baum auf der einen Fotografie als auf der anderen, der sagt eine Torheit. Da bemerkt man leicht die Torheit. Dass es beim Denken geradeso ist, dass, wenn man die Dinge von den verschiedensten Seiten betrachtet, sie sich erst enthüllen, das muss für den Geistesforscher Grundlage sein. Daher muss der Geistesforscher dazu kommen, die Vorstellung als Instrument für die Wirklichkeit zu betrachten.
[ 26 ] Nun ist einiges Prinzipielle zu sagen, wie sich der Mensch zu verhalten hat, wie er dieses Schauen im Denken zunächst entwickeln kann. Es muss vieles im menschlichen Denken eintreten, um dieses schauende Denken zu verrichten. Vor allen Dingen muss uns klar sein, dass viele Denkgewohnheiten, die uns im gewöhnlichen Leben natürlich sind, und die auch hineingehören ins gewöhnliche Leben, nun aufhören müssen, aber nur während der Geistesforschung. Wenn jemand Chemie studiert, brauchen sie auch nicht aufzuhören. Aber wenn jemand Geistesforscher werden will, muss er sich solche Denkgewohnheiten aneignen, die vor allen Dingen darauf ausgehen, eine Sache von möglichst vielen Seiten zu betrachten. Im gewöhnlichen Leben hat man die Tendenz, auf eine Sache loszugehen und sich einen Begriff von der Sache zu verschaffen. Man weiß nicht im gewöhnlichen Leben, dass ein Begriff nur sein kann eine Art Weg in das Leben hinein. Hier muss der Geistesforscher seine Selbsterziehung walten lassen. Er muss in die Lage kommen, sich ganz andere Begriffe auszubilden. Wie man einen Baum von verschiedenen Seiten fotografiert, und die Fotos zeigen alle denselben Baum, trotz ihrer Verschiedenheit, aber im Zusammenschauen der Fotos bekommt man erst die Vorstellung von der Wirklichkeit des Baumes; wer sagt, das sei ein anderer Baum auf der einen Fotografie als auf der anderen, der sagt eine Torheit. Da bemerkt man leicht die Torheit. Dass es beim Denken geradeso ist, dass, wenn man die Dinge von den verschiedensten Seiten betrachtet, sie sich erst enthüllen, das muss für den Geistesforscher Grundlage sein. Daher muss der Geistesforscher dazu kommen, die Vorstellung als Instrument für die Wirklichkeit zu betrachten.
[ 27 ] Gerade unter dem Einfluss der gegenwärtigen Zeit sind die Menschen abgeneigt, zu solchen Vorstellungen sich zu wenden, die zum schauenden Bewusstsein führen. Die Menschen möchten heute am liebsten auf Vorstellungen schwören. Es gibt Leute, welche sagen, sie haben herausgefunden, dass es gut ist für gewisse Krankheiten, sich Bewegung zu machen. Sie halten nun an diesem Begriff als einem absoluten Begriff fest. Es kommt jemand zu ihnen, der klagt gerade über diejenige Krankheit, von der sie meinen, dass Bewegung gut dafür sei. Ja, sagen sie, du musst dir Bewegung machen. Der Kranke antwortet: Vergessen Sie nicht, dass ich Briefträger bin. Dergleichen kann man heute überall erleben, und in der Wissenschaft können unzählige Beispiele von solchem dogmatischem Festhalten an Begriffen und Vorstellungen aufgewiesen werden.
[ 27 ] Gerade unter dem Einfluss der gegenwärtigen Zeit sind die Menschen abgeneigt, zu solchen Vorstellungen sich zu wenden, die zum schauenden Bewusstsein führen. Die Menschen möchten heute am liebsten auf Vorstellungen schwören. Es gibt Leute, welche sagen, sie haben herausgefunden, dass es gut ist für gewisse Krankheiten, sich Bewegung zu machen. Sie halten nun an diesem Begriff als einem absoluten Begriff fest. Es kommt jemand zu ihnen, der klagt gerade über diejenige Krankheit, von der sie meinen, dass Bewegung gut dafür sei. Ja, sagen sie, du musst dir Bewegung machen. Der Kranke antwortet: Vergessen Sie nicht, dass ich Briefträger bin. Dergleichen kann man heute überall erleben, und in der Wissenschaft können unzählige Beispiele von solchem dogmatischem Festhalten an Begriffen und Vorstellungen aufgewiesen werden.
[ 28 ] Während der Geistesforschung darf man niemals einen Begriff festhalten. Vorstellungen darf man nur festhalten als Werkzeuge, um zur Wirklichkeit zu kommen. Daher muss der Geistesforscher sich dazu bequemen, nicht nur das zu denken über die Sachen und Vorgänge, was im gewissen Sinne die Sache und den Vorgang so erklärt, wie es seiner Meinung nach sein muss, sondern es müssen ihm wie zufliegen auch alle Einwände; er muss sich dazu bequemen, in der umfassendsten Weise gegen das, was seine eigene Meinung ist, sich kritisch verhalten zu können. Er muss Vielseitigkeit des Denkens anstreben, und zwar so, dass er ein inneres Erleben davon hat, wie viel dasjenige, was für eine Sache zu sagen ist und wie viel dasjenige, was gegen eine Sache zu sagen ist, gegeneinander wert ist. Und so muss er von solchen feinen und intimen Voraussetzungen ausgehend zu einer Belebung des Denkens kommen.
[ 28 ] Während der Geistesforschung darf man niemals einen Begriff festhalten. Vorstellungen darf man nur festhalten als Werkzeuge, um zur Wirklichkeit zu kommen. Daher muss der Geistesforscher sich dazu bequemen, nicht nur das zu denken über die Sachen und Vorgänge, was im gewissen Sinne die Sache und den Vorgang so erklärt, wie es seiner Meinung nach sein muss, sondern es müssen ihm wie zufliegen auch alle Einwände; er muss sich dazu bequemen, in der umfassendsten Weise gegen das, was seine eigene Meinung ist, sich kritisch verhalten zu können. Er muss Vielseitigkeit des Denkens anstreben, und zwar so, dass er ein inneres Erleben davon hat, wie viel dasjenige, was für eine Sache zu sagen ist und wie viel dasjenige, was gegen eine Sache zu sagen ist, gegeneinander wert ist. Und so muss er von solchen feinen und intimen Voraussetzungen ausgehend zu einer Belebung des Denkens kommen.
[ 29 ] Ein schöner Anfang ist gemacht worden, indem Goethe versuchte, die Tierformen und die Pflanzenformen in seiner Metamorphosenlehre mit lebendigen Begriffen zu erfassen, denn die Begriffe werden in der Tat dann lebendig. Nehmen Sie nur das, dass man versucht gewöhnlich in der Wissenschaft genau festzustellen durch Begriffe einen Affen, einen Menschen. Die Entwicklungslehre will Beziehungen des Affen zum Menschen feststellen. Aus den Begriffen, die uns die sinnliche Anschauung vom Affen gibt, können wir nicht kommen zum Begriff des Menschen. Erst wenn wir etwas Lebendiges erfassen können vom Affen, wird der Begriff lebendig, wandelt sich um, wie im Sinne der Goethe’schen Metamorphosenlehre sich Wandlungen vollziehen. Dann wird der Begriff lebendig. Dann wird aus dem Denken etwas, wie es vorhin nicht war, es wird eine geistige Tat.
[ 29 ] Ein schöner Anfang ist gemacht worden, indem Goethe versuchte, die Tierformen und die Pflanzenformen in seiner Metamorphosenlehre mit lebendigen Begriffen zu erfassen, denn die Begriffe werden in der Tat dann lebendig. Nehmen Sie nur das, dass man versucht gewöhnlich in der Wissenschaft genau festzustellen durch Begriffe einen Affen, einen Menschen. Die Entwicklungslehre will Beziehungen des Affen zum Menschen feststellen. Aus den Begriffen, die uns die sinnliche Anschauung vom Affen gibt, können wir nicht kommen zum Begriff des Menschen. Erst wenn wir etwas Lebendiges erfassen können vom Affen, wird der Begriff lebendig, wandelt sich um, wie im Sinne der Goethe’schen Metamorphosenlehre sich Wandlungen vollziehen. Dann wird der Begriff lebendig. Dann wird aus dem Denken etwas, wie es vorhin nicht war, es wird eine geistige Tat.
[ 30 ] Lassen Sie mich noch kurz erwähnen, dass dem Geistesforscher — und hier will ich wiederum, weil es zur Sachlichkeit gehört, die gewöhnlichen Benennungen einfügen —, dass demjenigen, dem der geistesforscherische Weg natürlich ist, es auch ganz selbstverständlich ist, dass, wenn er eine Ansicht über irgendeine Sache zu äußern hat, die Ergebnisse darzustellen hat, er dazu gedrängt wird, immer auch die Einwände zu sagen. Das hat ja in der letzten Zeit zu einem merkwürdigen Ergebnis geführt. Diejenigen, die meine Bücher und Vorträge auch in engeren Kreisen kennen, die wissen, dass ich immer bemüht bin, getreu demjenigen, was ich eben gesagt habe, nicht nur dasjenige zu sagen, was sich mir als Feststellung ergeben hat, sondern immer auch, um die Sache darzustellen in ihrem ganzen Gewicht, auch die entgegengesetzte Meinung ausführlich zu verzeichnen und auszusprechen, wenn nur immer Gelegenheit ist. Jetzt, da sich ein gehässiger Kampf gegen diese Geisteswissenschaft ergibt, zeigt es sich, dass den Gegnern das sehr bequem ist. Man braucht ja nur das, was in meinen Büchern und Vorträgen sich findet, und Einwände, die aus dem genannten Grunde ich selber immer mache, abzuschreiben, dann kann man die schönsten Widerlegungen der Geisteswissenschaft finden. Das wird heute sehr häufig gemacht, manchmal in gehässigster Weise, indem man nur weglässt, was für die Dinge zu sagen ist.
[ 30 ] Lassen Sie mich noch kurz erwähnen, dass dem Geistesforscher — und hier will ich wiederum, weil es zur Sachlichkeit gehört, die gewöhnlichen Benennungen einfügen —, dass demjenigen, dem der geistesforscherische Weg natürlich ist, es auch ganz selbstverständlich ist, dass, wenn er eine Ansicht über irgendeine Sache zu äußern hat, die Ergebnisse darzustellen hat, er dazu gedrängt wird, immer auch die Einwände zu sagen. Das hat ja in der letzten Zeit zu einem merkwürdigen Ergebnis geführt. Diejenigen, die meine Bücher und Vorträge auch in engeren Kreisen kennen, die wissen, dass ich immer bemüht bin, getreu demjenigen, was ich eben gesagt habe, nicht nur dasjenige zu sagen, was sich mir als Feststellung ergeben hat, sondern immer auch, um die Sache darzustellen in ihrem ganzen Gewicht, auch die entgegengesetzte Meinung ausführlich zu verzeichnen und auszusprechen, wenn nur immer Gelegenheit ist. Jetzt, da sich ein gehässiger Kampf gegen diese Geisteswissenschaft ergibt, zeigt es sich, dass den Gegnern das sehr bequem ist. Man braucht ja nur das, was in meinen Büchern und Vorträgen sich findet, und Einwände, die aus dem genannten Grunde ich selber immer mache, abzuschreiben, dann kann man die schönsten Widerlegungen der Geisteswissenschaft finden. Das wird heute sehr häufig gemacht, manchmal in gehässigster Weise, indem man nur weglässt, was für die Dinge zu sagen ist.
[ 31 ] Dasjenige, um was es sich handelt, das ist: von dem gewöhnlichen zum lebendigen Denken zu kommen. Dann kommt man auch dazu, die Natur des gewöhnlichen Denkens zu erkennen; zu erkennen, was das gewöhnliche Denken ist. Dieses gewöhnliche Denken, das ist im Grunde genommen dadurch entstanden, dass die Leibes-Organisation aus dem, was immer in uns vorhanden ist aus dem lebendigen Denken, etwas wie ein abgelegtes, sogar getötetes inneres Produkt macht. Das gewöhnliche Vorstellen ist nicht für das menschliche tagwache Bewusstsein das, was eigentlich in Wirklichkeit im Menschen waltet, sondern mehr oder weniger ein abgelähmtes Produkt dessen, was da waltet, und wir gehen nur zurück von einem abgelähmten, toten Denken zu dem lebendigen Denken, das ich mir erlaubt habe in meinen Schriften das imaginative Denken zu nennen, das imaginative Erkennen zu nennen, weil es nicht so, man möchte sagen, in abstrakten Konturen wirkt wie das gewöhnliche Denken, sondern wirkt so, dass alles in Bildern verläuft in diesem schauenden Denken.
[ 31 ] Dasjenige, um was es sich handelt, das ist: von dem gewöhnlichen zum lebendigen Denken zu kommen. Dann kommt man auch dazu, die Natur des gewöhnlichen Denkens zu erkennen; zu erkennen, was das gewöhnliche Denken ist. Dieses gewöhnliche Denken, das ist im Grunde genommen dadurch entstanden, dass die Leibes-Organisation aus dem, was immer in uns vorhanden ist aus dem lebendigen Denken, etwas wie ein abgelegtes, sogar getötetes inneres Produkt macht. Das gewöhnliche Vorstellen ist nicht für das menschliche tagwache Bewusstsein das, was eigentlich in Wirklichkeit im Menschen waltet, sondern mehr oder weniger ein abgelähmtes Produkt dessen, was da waltet, und wir gehen nur zurück von einem abgelähmten, toten Denken zu dem lebendigen Denken, das ich mir erlaubt habe in meinen Schriften das imaginative Denken zu nennen, das imaginative Erkennen zu nennen, weil es nicht so, man möchte sagen, in abstrakten Konturen wirkt wie das gewöhnliche Denken, sondern wirkt so, dass alles in Bildern verläuft in diesem schauenden Denken.
[ 32 ] Und nun lassen Sie mich noch dasjenige, was ich als erste Stufe charakterisiert habe des schauenden Bewusstseins, lassen Sie mich es von der negativen Seite her charakterisieren.
[ 32 ] Und nun lassen Sie mich noch dasjenige, was ich als erste Stufe charakterisiert habe des schauenden Bewusstseins, lassen Sie mich es von der negativen Seite her charakterisieren.
[ 33 ] Heute kennen sehr viele Leute dasjenige, was veränderte Bewusstseinszustände sind, wie sie auftreten als Halluzination, als Illusion; insbesondere aber bildete in der letzten Zeit ein ausführliches Studium der Wissenschaft dasjenige, was durch Suggestion erzeugt wird. Soll man nun sagen, wie sich dasjenige, was ich hier meine, verhält gegen alle diese abnormen Seelenzustände, so muss man sagen: Es ist das, was hier als Geisteswissenschaft charakterisiert worden ist, das gerade Gegenteil. Währenddem eine Suggestion gerade darin besteht, dass ein persönlicher Einfluss von einem Menschen ausgeübt wird auf einen anderen Menschen, sodass diesem anderen Menschen die Kritik getrübt wird, es werden die entgegengesetzten Vorstellungen ausgelöscht, es wird sein Bewusstsein verengt. Und so ist es auch bei anderen Zuständen, das Bewusstsein wird in all diesen Fällen verengert, es wird ein niedrigerer Grad des Bewusstseins erreicht als in der gewöhnlichen Sinnesanschauung. Das Entgegengesetzte findet statt bei dem hier Gemeinten. Da wird nicht das Bewusstsein verengt, da wird nicht die Kritik herabgedämmt, sondern da wird ein jeder persönlicher Einfluss ausgeschlossen.
[ 33 ] Heute kennen sehr viele Leute dasjenige, was veränderte Bewusstseinszustände sind, wie sie auftreten als Halluzination, als Illusion; insbesondere aber bildete in der letzten Zeit ein ausführliches Studium der Wissenschaft dasjenige, was durch Suggestion erzeugt wird. Soll man nun sagen, wie sich dasjenige, was ich hier meine, verhält gegen alle diese abnormen Seelenzustände, so muss man sagen: Es ist das, was hier als Geisteswissenschaft charakterisiert worden ist, das gerade Gegenteil. Währenddem eine Suggestion gerade darin besteht, dass ein persönlicher Einfluss von einem Menschen ausgeübt wird auf einen anderen Menschen, sodass diesem anderen Menschen die Kritik getrübt wird, es werden die entgegengesetzten Vorstellungen ausgelöscht, es wird sein Bewusstsein verengt. Und so ist es auch bei anderen Zuständen, das Bewusstsein wird in all diesen Fällen verengert, es wird ein niedrigerer Grad des Bewusstseins erreicht als in der gewöhnlichen Sinnesanschauung. Das Entgegengesetzte findet statt bei dem hier Gemeinten. Da wird nicht das Bewusstsein verengt, da wird nicht die Kritik herabgedämmt, sondern da wird ein jeder persönlicher Einfluss ausgeschlossen.
[ 34 ] Als Zweites wird derjenige, dem es darum zu tun ist, zum geistigen Schauen emporzusteigen, darauf hingewiesen, er findet sich selber durch die genannten Schriften darauf hingewiesen, dass er nicht die Kritikfähigkeit einzuengen, das Bewusstsein zu verengen hat, sondern zu erweitern hat; dass er alles, was an Einwänden gemacht werden kann, [in] sich aufgehend fühlt, sodass sein Bewusstsein in die Weite getrieben wird. Und es gehört schon viel Gehässigkeit dazu, wenn immer wiederum diese Geisteswissenschaft in ihrer methodischen Grundlage verwechselt wird mit ihrem Gegenteil. Denn alles das, was Geisteswissenschaft als Methode anstrebt, das ist gerade dazu geeignet, alle diejenigen Dinge, die zu einem abnormen Bewusstseinszustand führen, streng auszuschließen. Denn man kommt durch dieses Bewusstsein nur zu mystischen Schwärmereien und Phantastereien, aber niemals zu einem Eintreten in die geistige Welt.
[ 34 ] Als Zweites wird derjenige, dem es darum zu tun ist, zum geistigen Schauen emporzusteigen, darauf hingewiesen, er findet sich selber durch die genannten Schriften darauf hingewiesen, dass er nicht die Kritikfähigkeit einzuengen, das Bewusstsein zu verengen hat, sondern zu erweitern hat; dass er alles, was an Einwänden gemacht werden kann, [in] sich aufgehend fühlt, sodass sein Bewusstsein in die Weite getrieben wird. Und es gehört schon viel Gehässigkeit dazu, wenn immer wiederum diese Geisteswissenschaft in ihrer methodischen Grundlage verwechselt wird mit ihrem Gegenteil. Denn alles das, was Geisteswissenschaft als Methode anstrebt, das ist gerade dazu geeignet, alle diejenigen Dinge, die zu einem abnormen Bewusstseinszustand führen, streng auszuschließen. Denn man kommt durch dieses Bewusstsein nur zu mystischen Schwärmereien und Phantastereien, aber niemals zu einem Eintreten in die geistige Welt.
[ 35 ] Erwähnen will ich nur noch, dass derjenige, der nun auf diesem Wege versucht, den Weg in die geistige Welt hinein zu nehmen durch das schauende Bewusstsein, sich klar darüber sein muss, dass sein gewöhnliches Tagesbewusstsein in Ordnung ist, dass wirklich das schauende Bewusstsein darauf gebaut werden kann.
[ 35 ] Erwähnen will ich nur noch, dass derjenige, der nun auf diesem Wege versucht, den Weg in die geistige Welt hinein zu nehmen durch das schauende Bewusstsein, sich klar darüber sein muss, dass sein gewöhnliches Tagesbewusstsein in Ordnung ist, dass wirklich das schauende Bewusstsein darauf gebaut werden kann.
[ 36 ] Denken Sie nur einmal, dass man ja ein ordentliches Tagesbewusstsein nur entwickeln kann, wenn man gut geschlafen hat, wenn man nicht durch Träume im Schlaf gestört ist wie derjenige, der im Schlafe krankhafte Zustände durchmacht. Ebenso kann derjenige, der im Tagesbewusstsein zur Phantasterei, zur mystischen Schwärmerei, zur Verworrenheit neigt, nicht in ein ordentliches schauendes Bewusstsein sich hineinentwickeln. Wer in der Geistesforschung vordringen will, dem muss klar sein, dass er von einem geordneten gewöhnlichen Bewusstsein auszugehen hat; dass er im gewöhnlichen Bewusstsein als besonnener, klarer Mensch dasteht, der nicht zu irgendwelchen Verworrenheiten neigt, oder aber er muss sich streng in Selbstzucht nehmen, damit die Verworrenheiten aufhören. Die Menschen, die da glauben, durch halb bewusste Zustände in irgendeine geistige Welt hineinzukommen, die kommen nicht in die geistige Welt hinein, sondern sogar aus der physischen Welt hinaus, und sie steigen in ihre eigene Leiblichkeit hinunter. Und es werden selbst da, wo man schon Mystik liebt, sogenannte mystische Zustände sehr häufig verwechselt mit dem Zustand des wirklichen geistigen Schauens. Während diese Zustände nichts anderes sind als ein raffinierteres Erleben der eigenen Leibeszustände; nur ist man sich dessen nicht bewusst.
[ 36 ] Denken Sie nur einmal, dass man ja ein ordentliches Tagesbewusstsein nur entwickeln kann, wenn man gut geschlafen hat, wenn man nicht durch Träume im Schlaf gestört ist wie derjenige, der im Schlafe krankhafte Zustände durchmacht. Ebenso kann derjenige, der im Tagesbewusstsein zur Phantasterei, zur mystischen Schwärmerei, zur Verworrenheit neigt, nicht in ein ordentliches schauendes Bewusstsein sich hineinentwickeln. Wer in der Geistesforschung vordringen will, dem muss klar sein, dass er von einem geordneten gewöhnlichen Bewusstsein auszugehen hat; dass er im gewöhnlichen Bewusstsein als besonnener, klarer Mensch dasteht, der nicht zu irgendwelchen Verworrenheiten neigt, oder aber er muss sich streng in Selbstzucht nehmen, damit die Verworrenheiten aufhören. Die Menschen, die da glauben, durch halb bewusste Zustände in irgendeine geistige Welt hineinzukommen, die kommen nicht in die geistige Welt hinein, sondern sogar aus der physischen Welt hinaus, und sie steigen in ihre eigene Leiblichkeit hinunter. Und es werden selbst da, wo man schon Mystik liebt, sogenannte mystische Zustände sehr häufig verwechselt mit dem Zustand des wirklichen geistigen Schauens. Während diese Zustände nichts anderes sind als ein raffinierteres Erleben der eigenen Leibeszustände; nur ist man sich dessen nicht bewusst.
[ 37 ] Wohin gelangt man nun zunächst, wenn man das schauende Bewusstsein in der richtigen Art anwendet? Dazu gelangt man, zu erleben, was jemand erlebt, der aus einem ganz naiven Bewusstsein heraus aufwacht zu dem erweiterten Bewusstsein. Es kann Menschen geben, die sagen: Hier ist ein Tisch und ein Stuhl, aber hier nicht. Dann lernen die Menschen, dass da Luft ist. So wie man lernen kann, dass da Luft ist, so erfährt man durch die Geistesforschung, indem das Denken aus dem toten Zustand zu dem lebendigen Zustand, zu einem wirklichen geistigen Tasten vorrückt, dass Geistiges um uns herum ist, dass Geistiges zugrunde liegt allem Physisch-Sinnlichen. Und das Erste, was man da erlebt, das ist das, was ich genannt habe im vorletzten Heft der Zeitschrift «Das Reich» das Bildekräftewesen in unserer Umgebung, dass man auch bezeichnen kann als das Wesen der Ätherwelt um uns herum. Diese Ätherwelt muss dann als die niedrigste übersinnliche Welt aufgefasst werden.
[ 37 ] Wohin gelangt man nun zunächst, wenn man das schauende Bewusstsein in der richtigen Art anwendet? Dazu gelangt man, zu erleben, was jemand erlebt, der aus einem ganz naiven Bewusstsein heraus aufwacht zu dem erweiterten Bewusstsein. Es kann Menschen geben, die sagen: Hier ist ein Tisch und ein Stuhl, aber hier nicht. Dann lernen die Menschen, dass da Luft ist. So wie man lernen kann, dass da Luft ist, so erfährt man durch die Geistesforschung, indem das Denken aus dem toten Zustand zu dem lebendigen Zustand, zu einem wirklichen geistigen Tasten vorrückt, dass Geistiges um uns herum ist, dass Geistiges zugrunde liegt allem Physisch-Sinnlichen. Und das Erste, was man da erlebt, das ist das, was ich genannt habe im vorletzten Heft der Zeitschrift «Das Reich» das Bildekräftewesen in unserer Umgebung, dass man auch bezeichnen kann als das Wesen der Ätherwelt um uns herum. Diese Ätherwelt muss dann als die niedrigste übersinnliche Welt aufgefasst werden.
[ 38 ] Damit berührt man einen Punkt, meine sehr verehrten Anwesenden, an dem man eigentlich so recht zeigen kann, wie die hier gemeinte Geisteswissenschaft, und das, was Naturwissenschaft ist, wie die eigentlich von zwei Seiten einander entgegenarbeiten. Heute ist es schon so. Sie wissen, man bohrt einen Tunnel oftmals, indem man von zwei Seiten in den Berg hineinbohrt. Sind die Dinge gut geordnet, so stoßen die Bohrenden in der Mitte zusammen. So arbeiten in die lebendige Wirklichkeit hinein Naturwissenschaft und Geisteswissenschaft; sind sie richtig orientiert, so treffen sie sich. Allerdings, dasjenige, was oftmals heute als naturwissenschaftliche Weltanschauung — die man ja heute moderner monistische Weltanschauung nennt —, was da als solche verbreitet wird, das beruht ja zum großen Teil auf Dilettantismus. Derjenige der die naturwissenschaftliche Entwicklung kennt, der weiß, wie nahe an gewissen Punkten sich heute schon die naturwissenschaftliche Forschung und die Geisteswissenschaft sind. Das kann man insbesondere am Ätherbegriff zeigen. Es gibt heute schon einen Physiker, Planck, der eine sehr schöne Sache ausgesprochen hat, ein Ergebnis seiner physikalischen Forschung. Achten Sie bitte darauf, es ist ein Physiker, der das Folgende sagt: «Wenn man nach der neueren Forschung der [Lücke], dass man dem Äther nicht materielle Eigenschaften beilegen darf.»
[ 38 ] Damit berührt man einen Punkt, meine sehr verehrten Anwesenden, an dem man eigentlich so recht zeigen kann, wie die hier gemeinte Geisteswissenschaft, und das, was Naturwissenschaft ist, wie die eigentlich von zwei Seiten einander entgegenarbeiten. Heute ist es schon so. Sie wissen, man bohrt einen Tunnel oftmals, indem man von zwei Seiten in den Berg hineinbohrt. Sind die Dinge gut geordnet, so stoßen die Bohrenden in der Mitte zusammen. So arbeiten in die lebendige Wirklichkeit hinein Naturwissenschaft und Geisteswissenschaft; sind sie richtig orientiert, so treffen sie sich. Allerdings, dasjenige, was oftmals heute als naturwissenschaftliche Weltanschauung — die man ja heute moderner monistische Weltanschauung nennt —, was da als solche verbreitet wird, das beruht ja zum großen Teil auf Dilettantismus. Derjenige der die naturwissenschaftliche Entwicklung kennt, der weiß, wie nahe an gewissen Punkten sich heute schon die naturwissenschaftliche Forschung und die Geisteswissenschaft sind. Das kann man insbesondere am Ätherbegriff zeigen. Es gibt heute schon einen Physiker, Planck, der eine sehr schöne Sache ausgesprochen hat, ein Ergebnis seiner physikalischen Forschung. Achten Sie bitte darauf, es ist ein Physiker, der das Folgende sagt: «Wenn man nach der neueren Forschung der [Lücke], dass man dem Äther nicht materielle Eigenschaften beilegen darf.»
[ 39 ] Denken Sie, ein Physiker ist heute dabei, den Äther als übersinnliche Wesenheit zu charakterisieren; den Äther so zu charakterisieren, dass man ihm keine materiellen Eigenschaften beilegen darf. Mit diesen übersinnlichen Ätherwesen oder Bildekräftewesen hat man es zuerst zu tun. Das ist das, was man zuerst entdeckt. Ich will es heute charakterisieren in Bezug auf seine Anwendung auf den Menschen. Wir haben es zu tun beim Menschen mit dem physischen Leibe, der uns durch die Geburt zukommt, und den wir im Tode den Elementen der Erde übergeben. Aber indem wir aufsteigen zum schauenden Bewusstsein, wird uns — wie uns die zunächst unverständliche Luft zum Bewusstsein gebracht wird —, wird uns bewusst die Ätherwelt und unser Drinnenstehen in dieser übersinnlichen Welt. Während die Stoffe, die unseren physischen Leib zusammensetzen, sich fortwährend wandeln, bleibt uns unser Bildekräfteleib zwischen Geburt und Tod als dauerndes Übersinnliches, als dauerndes Geistiges zunächst vorhanden. Und in dieses dauernde Geistige — das uns hinüberträgt von Augenblick zu Augenblick, von Tag zu Tag, von Woche zu Woche, von Jahr zu Jahr —, in dieses Übersinnliche schauen wir hinein, indem wir unser Denken wirklich so behandelt haben und es zu etwas anderem gemacht haben, als das gewöhnliche Denken ist. Wir schauen da zunächst in das Übersinnliche hinein, das unserem Vergänglichen zugrunde liegt; wir haben eben die erste Stufe des schauenden Bewusstseins erreicht.
[ 39 ] Denken Sie, ein Physiker ist heute dabei, den Äther als übersinnliche Wesenheit zu charakterisieren; den Äther so zu charakterisieren, dass man ihm keine materiellen Eigenschaften beilegen darf. Mit diesen übersinnlichen Ätherwesen oder Bildekräftewesen hat man es zuerst zu tun. Das ist das, was man zuerst entdeckt. Ich will es heute charakterisieren in Bezug auf seine Anwendung auf den Menschen. Wir haben es zu tun beim Menschen mit dem physischen Leibe, der uns durch die Geburt zukommt, und den wir im Tode den Elementen der Erde übergeben. Aber indem wir aufsteigen zum schauenden Bewusstsein, wird uns — wie uns die zunächst unverständliche Luft zum Bewusstsein gebracht wird —, wird uns bewusst die Ätherwelt und unser Drinnenstehen in dieser übersinnlichen Welt. Während die Stoffe, die unseren physischen Leib zusammensetzen, sich fortwährend wandeln, bleibt uns unser Bildekräfteleib zwischen Geburt und Tod als dauerndes Übersinnliches, als dauerndes Geistiges zunächst vorhanden. Und in dieses dauernde Geistige — das uns hinüberträgt von Augenblick zu Augenblick, von Tag zu Tag, von Woche zu Woche, von Jahr zu Jahr —, in dieses Übersinnliche schauen wir hinein, indem wir unser Denken wirklich so behandelt haben und es zu etwas anderem gemacht haben, als das gewöhnliche Denken ist. Wir schauen da zunächst in das Übersinnliche hinein, das unserem Vergänglichen zugrunde liegt; wir haben eben die erste Stufe des schauenden Bewusstseins erreicht.
[ 40 ] Nun muss allerdings Geistesforschung so ernst genommen werden, wie ernst genommen wird die Wissenschaft auch sonst. Da muss man allerdings auch ausgehen von Kleinigkeiten, die man sonst nicht gerne berücksichtigt. Da gelangt der Geistesforscher zunächst dazu, Erinnern und Vergessen zu beobachten. Er bekommt dadurch, dass er den Bildekräfteleib ins Auge fasst, die Vorstellung, dass in ihn dringt dasjenige, was den Lauten ätherisch zugrunde liegt; das dringt in den physischen Leib ein, ruft dort Veränderungen hervor. Umgekehrt ist es beim Vergessen; da macht sich die Vitalität des physischen Leibes geltend; da erringt er einen Sieg über die Tätigkeit des Geistes. Das schaut man dann an. Das schaut man wirklich als eine unmittelbare Gegenwart an. Dann steigt man auf, gelangt zu neuen Vorstellungen über das, was im Menschen ist, nach den heutigen naturwissenschaftlichen Begriffen, an vererbten Merkmalen. Diese vererbten Merkmale stehen auf der einen Seite; die bedeuten zunächst etwas in uns, was uns von außen zukommt durch den physischen Leib. Etwas anderes sehen wir aus dem Geistigen in den physischen Leib hineindringen, in dem, was wir als Selbstzucht oder als Erziehung von außen gegen die vererbten Eigenschaften aufzubringen haben. Und wir sehen das Zusammenarbeiten der ererbten Eigenschaften mit dem, was in die Seele hineinwirkt.
[ 40 ] Nun muss allerdings Geistesforschung so ernst genommen werden, wie ernst genommen wird die Wissenschaft auch sonst. Da muss man allerdings auch ausgehen von Kleinigkeiten, die man sonst nicht gerne berücksichtigt. Da gelangt der Geistesforscher zunächst dazu, Erinnern und Vergessen zu beobachten. Er bekommt dadurch, dass er den Bildekräfteleib ins Auge fasst, die Vorstellung, dass in ihn dringt dasjenige, was den Lauten ätherisch zugrunde liegt; das dringt in den physischen Leib ein, ruft dort Veränderungen hervor. Umgekehrt ist es beim Vergessen; da macht sich die Vitalität des physischen Leibes geltend; da erringt er einen Sieg über die Tätigkeit des Geistes. Das schaut man dann an. Das schaut man wirklich als eine unmittelbare Gegenwart an. Dann steigt man auf, gelangt zu neuen Vorstellungen über das, was im Menschen ist, nach den heutigen naturwissenschaftlichen Begriffen, an vererbten Merkmalen. Diese vererbten Merkmale stehen auf der einen Seite; die bedeuten zunächst etwas in uns, was uns von außen zukommt durch den physischen Leib. Etwas anderes sehen wir aus dem Geistigen in den physischen Leib hineindringen, in dem, was wir als Selbstzucht oder als Erziehung von außen gegen die vererbten Eigenschaften aufzubringen haben. Und wir sehen das Zusammenarbeiten der ererbten Eigenschaften mit dem, was in die Seele hineinwirkt.
[ 41 ] Dann kommt man zu dem nächsten Erkennen, zu demjenigen Erkennen, das ich mir gestattet habe in meinen Büchern und Vorträgen das inspirierte Erkennen zu nennen. Es wird sich zeigen, dass dieser Ausdruck in einer ganz eminenten Weise demjenigen entspricht, was eigentlich gemeint ist. Ich bitte nur dasjenige unter der inspirierten Erkenntnis zu verstehen, was ich selber hier anführe, und es nicht zu verwechseln mit der hergebrachten Bedeutung des Ausdruckes.
[ 41 ] Dann kommt man zu dem nächsten Erkennen, zu demjenigen Erkennen, das ich mir gestattet habe in meinen Büchern und Vorträgen das inspirierte Erkennen zu nennen. Es wird sich zeigen, dass dieser Ausdruck in einer ganz eminenten Weise demjenigen entspricht, was eigentlich gemeint ist. Ich bitte nur dasjenige unter der inspirierten Erkenntnis zu verstehen, was ich selber hier anführe, und es nicht zu verwechseln mit der hergebrachten Bedeutung des Ausdruckes.
[ 42 ] Da muss allerdings dann dasjenige, was die Seele erlebt hat bis zu dem geschilderten lebendigen Denken, noch weitergebracht werden. Das Hineingehen in die Wirklichkeit vom bloßen logischen Denken, vom bloßen ideellen Denken, das Hineintauchen in die Wirklichkeit, das muss weitergetrieben werden. Das Denken muss noch mehr verlebendigt werden. Dazu gelangt man nur, wenn man im inneren Seelenleben einen Prozess durchmacht, der wirklich im Innern des Menschen eine Art von Erfassung von Wirklichkeiten bedeutet, gegenüber bloRen logischen Wesenhaftigkeiten nur. Man muss die Tatsächlichkeit, die in der Außenwelt sonst waltet, übertragen auf das eigene innere Seelenleben. Nehmen wir das moralische Ausleben. Wenn wir im moralischen Ausleben in der sozialen Menschenordnung drinnenstehen, können wir nicht damit zufrieden sein, logisch zu sein. Etwas ist gut, etwas ist böse. Das logische Wissen genügt nicht, sondern wir sind nur ein Vollmensch, wenn wir wirklich dazu gelangen, das Gute zu tun, das Böse zu unterlassen; eine Handlung, die wir als pflichtgemäß anerkennen, auch auszuführen; eine andere, die wir nicht als pflichtgemäß erkennen, zu unterdrücken. Im gewöhnlichen Denken ist man damit zufrieden, den einen Gedanken als logisch, den anderen als unlogisch hinzustellen, aber es gilt einem der ganze Gedanke als zollfrei. Das muss im Bereiche der Geistesforschung aufhören. Da muss der Geistesforscher dazu gelangen, sich gewisse Vorstellungen so lebendig zu machen, dass ihnen gegenüber im unmittelbaren Erleben andere Vorstellungen erlöschen; anderen Vorstellungen muss man so gegenüberstehen, dass sie ihre eigene Wirklichkeit auslöschen. Man muss zu einer ganz anderen Art, in die Wirklichkeit hinzukommen, gelangen als im gewöhnlichen Leben.
[ 42 ] Da muss allerdings dann dasjenige, was die Seele erlebt hat bis zu dem geschilderten lebendigen Denken, noch weitergebracht werden. Das Hineingehen in die Wirklichkeit vom bloßen logischen Denken, vom bloßen ideellen Denken, das Hineintauchen in die Wirklichkeit, das muss weitergetrieben werden. Das Denken muss noch mehr verlebendigt werden. Dazu gelangt man nur, wenn man im inneren Seelenleben einen Prozess durchmacht, der wirklich im Innern des Menschen eine Art von Erfassung von Wirklichkeiten bedeutet, gegenüber bloRen logischen Wesenhaftigkeiten nur. Man muss die Tatsächlichkeit, die in der Außenwelt sonst waltet, übertragen auf das eigene innere Seelenleben. Nehmen wir das moralische Ausleben. Wenn wir im moralischen Ausleben in der sozialen Menschenordnung drinnenstehen, können wir nicht damit zufrieden sein, logisch zu sein. Etwas ist gut, etwas ist böse. Das logische Wissen genügt nicht, sondern wir sind nur ein Vollmensch, wenn wir wirklich dazu gelangen, das Gute zu tun, das Böse zu unterlassen; eine Handlung, die wir als pflichtgemäß anerkennen, auch auszuführen; eine andere, die wir nicht als pflichtgemäß erkennen, zu unterdrücken. Im gewöhnlichen Denken ist man damit zufrieden, den einen Gedanken als logisch, den anderen als unlogisch hinzustellen, aber es gilt einem der ganze Gedanke als zollfrei. Das muss im Bereiche der Geistesforschung aufhören. Da muss der Geistesforscher dazu gelangen, sich gewisse Vorstellungen so lebendig zu machen, dass ihnen gegenüber im unmittelbaren Erleben andere Vorstellungen erlöschen; anderen Vorstellungen muss man so gegenüberstehen, dass sie ihre eigene Wirklichkeit auslöschen. Man muss zu einer ganz anderen Art, in die Wirklichkeit hinzukommen, gelangen als im gewöhnlichen Leben.
[ 43 ] Ein Beispiel der gewöhnlichen Wissenschaft sei hier angeführt. Da gestattet man sich manches; ich will nichts dagegen einwenden; es gibt Beispiele, die außerordentlich geistvoll, durchsichtig und lehrreich sind. Ich möchte hinweisen auf einen Vortrag, den Professor [Dewar] gehalten hat, in dem er spricht von einem gewissen Endzustand der Erde, den man biologisch-physikalisch finden kann. Da rechnet er aus einen Endzustand der Erde, der in Tausenden von Jahren eingetreten sein wird, wo die Erde abgekühlt sein wird. Er malt diesen Endzustand so aus, dass er den Zuhörern zeigen will, die Erde werde einmal zu dieser Abkühlung kommen, wo dann dasjenige, was flüssiges Wasser ist, zur Erde geworden sein wird; wo die Luft vorhanden sein wird als Meere und Ströme; wie dann gewisse Drähte, die heute nur Grammgewichte tragen, nachher so stark sein werden, dass sie schwere Lasten tragen werden. Die Wände wird man bestreichen mit Eiweiß, das wird leuchtend sein. Man wird Zeitung lesen können mit diesem Leuchten von den Wänden herunter. Man wird eine Milch haben, die wird fest sein; sie wird in blauem Lichte erglänzen. Kurz, er malt den Endzustand der Erde nach Art der Wissenschaft aus.
[ 43 ] Ein Beispiel der gewöhnlichen Wissenschaft sei hier angeführt. Da gestattet man sich manches; ich will nichts dagegen einwenden; es gibt Beispiele, die außerordentlich geistvoll, durchsichtig und lehrreich sind. Ich möchte hinweisen auf einen Vortrag, den Professor [Dewar] gehalten hat, in dem er spricht von einem gewissen Endzustand der Erde, den man biologisch-physikalisch finden kann. Da rechnet er aus einen Endzustand der Erde, der in Tausenden von Jahren eingetreten sein wird, wo die Erde abgekühlt sein wird. Er malt diesen Endzustand so aus, dass er den Zuhörern zeigen will, die Erde werde einmal zu dieser Abkühlung kommen, wo dann dasjenige, was flüssiges Wasser ist, zur Erde geworden sein wird; wo die Luft vorhanden sein wird als Meere und Ströme; wie dann gewisse Drähte, die heute nur Grammgewichte tragen, nachher so stark sein werden, dass sie schwere Lasten tragen werden. Die Wände wird man bestreichen mit Eiweiß, das wird leuchtend sein. Man wird Zeitung lesen können mit diesem Leuchten von den Wänden herunter. Man wird eine Milch haben, die wird fest sein; sie wird in blauem Lichte erglänzen. Kurz, er malt den Endzustand der Erde nach Art der Wissenschaft aus.
[ 44 ] Der Geistesforscher im Bereiche seiner Geistesforschung kann mit solchen Vorstellungen nicht mitgehen, denn sie verhalten sich in der folgenden Weise in Bezug auf die Methode — ich möchte aber nicht missverstanden werden, als ob ich etwas gegen die Naturforschung und deren Denkweise einzuwenden hätte —, nach der so etwas ausgedacht ist, durchaus so. Es ist dasselbe, wie wenn ich herginge und sagte: Der Mensch hat einen Magen oder Knochen; ich betrachte den Magen oder die Knochen von acht zu acht Tagen, ich sche da, wie sich die Dinge immer verändern. Ich betrachte das nun durch Jahre, wie sich die Sache verändert, und nun rechne ich aus, wie diese Veränderung des Magens oder der Knochen nach zweihundert Jahren sein müsste. Da kann ich dann erkennen, wie der Mensch ausschaut nach zweihundert Jahren. Aber, nicht wahr, der Mensch würde dann längst gestorben sein. So könnte ich auch nach den sehr geistvollen Regeln der Geologie, ausrechnen, wie die Erde früher war, wenn ich betrachte, wie sie sich verändert hat. Das kann durchaus sehr geistvoll sein. Aber es wäre so, wie wenn ich untersuchen würde die Organe eines Kindes, und dann ausrechnen würde, wie sie vor hundertzwanzig Jahren waren. Meine Methode wäre ganz richtig. Die Methoden sind oft sehr geistreich. Alles, was vorgebracht wird, ist richtig, aber es ist kein Denken, was in der Wirklichkeit steht.
[ 44 ] Der Geistesforscher im Bereiche seiner Geistesforschung kann mit solchen Vorstellungen nicht mitgehen, denn sie verhalten sich in der folgenden Weise in Bezug auf die Methode — ich möchte aber nicht missverstanden werden, als ob ich etwas gegen die Naturforschung und deren Denkweise einzuwenden hätte —, nach der so etwas ausgedacht ist, durchaus so. Es ist dasselbe, wie wenn ich herginge und sagte: Der Mensch hat einen Magen oder Knochen; ich betrachte den Magen oder die Knochen von acht zu acht Tagen, ich sche da, wie sich die Dinge immer verändern. Ich betrachte das nun durch Jahre, wie sich die Sache verändert, und nun rechne ich aus, wie diese Veränderung des Magens oder der Knochen nach zweihundert Jahren sein müsste. Da kann ich dann erkennen, wie der Mensch ausschaut nach zweihundert Jahren. Aber, nicht wahr, der Mensch würde dann längst gestorben sein. So könnte ich auch nach den sehr geistvollen Regeln der Geologie, ausrechnen, wie die Erde früher war, wenn ich betrachte, wie sie sich verändert hat. Das kann durchaus sehr geistvoll sein. Aber es wäre so, wie wenn ich untersuchen würde die Organe eines Kindes, und dann ausrechnen würde, wie sie vor hundertzwanzig Jahren waren. Meine Methode wäre ganz richtig. Die Methoden sind oft sehr geistreich. Alles, was vorgebracht wird, ist richtig, aber es ist kein Denken, was in der Wirklichkeit steht.
[ 45 ] Zu solchen Dingen wird man hingeführt, wenn das Denken den Weg sucht aus den Abstraktionen in dasjenige hinein, was Wirklichkeit ist. Und dann eröffnet sich die zweite Stufe des Erkennens, dasjenige, was ich das inspirierte Denken nenne. Dieses Denken führt uns dann zu einem anderen Erleben. Nicht nur, dass wir den Ätherleib im Menschen erleben, sondern wir erleben dasjenige, was nun wirklich Geburt und Tod überdauert; was sich zeigt als dasjenige, was vorhanden war vor der Empfängnis, was aus einer geistigen Welt herausgekommen ist, was in eine geistige Welt hineintreten wird, wenn der Mensch durch den Tod gegangen ist. Wir erleben es im schauenden Bewusstsein. Wir erleben etwas, was vom Leibe unabhängig ist. Wir erleben jetzt, dass es ein Bewusstsein gibt, dass dem gewöhnlichen Bewusstsein ein anderes zugrunde liegt, das sich vom Leibe freimachen kann; was da war was vom Menschen bewusst da war, was nur in seinem Bewusstsein ausgelöscht ist im gewöhnlichen menschlichen Seelenleben dadurch, dass er den Leib angenommen hat. Was aber wiederum erwachen wird, wenn er durch die Pforte [des Todes] geht, und erkenntnismäßig in Vorstellungen sich vor die Seele stellt, sodass man erkennt, dass die Seele wirklich vorhanden war vor der Empfängnis, dass sich das Seelisch-Geistige mit demjenigen verbunden hat, was von den Eltern gegeben worden ist, und dass er seinen physischen Leib mit dem, was im gewöhnlichen Denken, Fühlen und Wollen sich abspielt, den Elementen der Erde übergibt, und mit demjenigen, was da in ihm lebt im schauenden, im inspirierten Bewusstsein hingeht in eine geistige Welt.
[ 45 ] Zu solchen Dingen wird man hingeführt, wenn das Denken den Weg sucht aus den Abstraktionen in dasjenige hinein, was Wirklichkeit ist. Und dann eröffnet sich die zweite Stufe des Erkennens, dasjenige, was ich das inspirierte Denken nenne. Dieses Denken führt uns dann zu einem anderen Erleben. Nicht nur, dass wir den Ätherleib im Menschen erleben, sondern wir erleben dasjenige, was nun wirklich Geburt und Tod überdauert; was sich zeigt als dasjenige, was vorhanden war vor der Empfängnis, was aus einer geistigen Welt herausgekommen ist, was in eine geistige Welt hineintreten wird, wenn der Mensch durch den Tod gegangen ist. Wir erleben es im schauenden Bewusstsein. Wir erleben etwas, was vom Leibe unabhängig ist. Wir erleben jetzt, dass es ein Bewusstsein gibt, dass dem gewöhnlichen Bewusstsein ein anderes zugrunde liegt, das sich vom Leibe freimachen kann; was da war was vom Menschen bewusst da war, was nur in seinem Bewusstsein ausgelöscht ist im gewöhnlichen menschlichen Seelenleben dadurch, dass er den Leib angenommen hat. Was aber wiederum erwachen wird, wenn er durch die Pforte [des Todes] geht, und erkenntnismäßig in Vorstellungen sich vor die Seele stellt, sodass man erkennt, dass die Seele wirklich vorhanden war vor der Empfängnis, dass sich das Seelisch-Geistige mit demjenigen verbunden hat, was von den Eltern gegeben worden ist, und dass er seinen physischen Leib mit dem, was im gewöhnlichen Denken, Fühlen und Wollen sich abspielt, den Elementen der Erde übergibt, und mit demjenigen, was da in ihm lebt im schauenden, im inspirierten Bewusstsein hingeht in eine geistige Welt.
[ 46 ] Hier ist es auch, wo ich einen Punkt hervorheben möchte. Es kann ja nicht alles heute zum Vortrag gebracht werden. Wir sehen, dass der menschliche Lebenslauf zunächst durchdrungen ist vom Ätherischen. Wir sehen aber auch, dass dieser menschliche Lebenslauf wie eine Episode hineingestellt ist in ein großes Gesamtleben. Wir sehen, dass der Mensch mit dem Teil, den die inspirierte Erkenntnis erreicht, in die geistige Welt hineinragt und nach dem Tode wieder hineingeht. Auf die Erfassung des Bewusstseins nach dem Tode kommt es an.
[ 46 ] Hier ist es auch, wo ich einen Punkt hervorheben möchte. Es kann ja nicht alles heute zum Vortrag gebracht werden. Wir sehen, dass der menschliche Lebenslauf zunächst durchdrungen ist vom Ätherischen. Wir sehen aber auch, dass dieser menschliche Lebenslauf wie eine Episode hineingestellt ist in ein großes Gesamtleben. Wir sehen, dass der Mensch mit dem Teil, den die inspirierte Erkenntnis erreicht, in die geistige Welt hineinragt und nach dem Tode wieder hineingeht. Auf die Erfassung des Bewusstseins nach dem Tode kommt es an.
[ 47 ] Jetzt können wir auf die konkrete Frage eingehen, welche, uns die Beziehungen dieser geistigen Welt zum gewöhnlichen menschlichen Lebenslauf vor Augen stellt. Sie wissen alle, dass die heutige Naturwissenschaft mit Recht stolz darauf ist, dass sie enthüllt hat, wie der Mensch in sich Eigenschaften trägt, welche mit seinem leiblich-körperlichen Wesen verbunden sind, welche er ererbt hat von seinen Vorfahren.
[ 47 ] Jetzt können wir auf die konkrete Frage eingehen, welche, uns die Beziehungen dieser geistigen Welt zum gewöhnlichen menschlichen Lebenslauf vor Augen stellt. Sie wissen alle, dass die heutige Naturwissenschaft mit Recht stolz darauf ist, dass sie enthüllt hat, wie der Mensch in sich Eigenschaften trägt, welche mit seinem leiblich-körperlichen Wesen verbunden sind, welche er ererbt hat von seinen Vorfahren.
[ 48 ] Es kann nun sehr leicht sein, es liegt sehr nahe, dass nun derjenige, der da glaubt, fest zu stehen auf dem Boden der Naturwissenschaft — der Geistesforscher steht ebenso auch ganz fest auf dem Boden der Naturwissenschaft, aber man kann ihm einwenden, wenn man nicht das berücksichtigt, was er zu sagen hat, man kann ihm einwenden: Ja, da hat die Naturwissenschaft mit ihrer strengen, sicheren Methode sich abgemüht, zu zeigen, wie es sich mit den Vererbungsverhältnissen eigentlich verhält, und du willst kommen und etwas ganz anderes sagen. Ja, die Wissenschaft hat ja manches geleistet.
[ 48 ] Es kann nun sehr leicht sein, es liegt sehr nahe, dass nun derjenige, der da glaubt, fest zu stehen auf dem Boden der Naturwissenschaft — der Geistesforscher steht ebenso auch ganz fest auf dem Boden der Naturwissenschaft, aber man kann ihm einwenden, wenn man nicht das berücksichtigt, was er zu sagen hat, man kann ihm einwenden: Ja, da hat die Naturwissenschaft mit ihrer strengen, sicheren Methode sich abgemüht, zu zeigen, wie es sich mit den Vererbungsverhältnissen eigentlich verhält, und du willst kommen und etwas ganz anderes sagen. Ja, die Wissenschaft hat ja manches geleistet.
[ 49 ] Heute möchte ich aufmerksam machen auf ein schönes Buch über Goethe, worin gezeigt wird, wie dasjenige, was im Innern Goethes als Eigenschaften aufgetreten ist, wie das vorbereitet war durch seine Vorfahren, durch die Reihe der Vorfahren. Sehr schön wird da dasjenige zusammengetragen, was bei den verschiedenen Vorfahren vorhanden war und sich in der physischen Vererbung auf Goethe übertragen hat. Daraus soll der Schluss gezogen werden, dass derjenige, welcher als ein Genie auftritt, die verschiedenen Eigenschaften summiert zeigt, die sich bei den Vorfahren gezeigt haben. Ist das eine naturwissenschaftliche Denkweise? Im trivialen Vergleich ließe sich sagen, dass ein Mensch in seinem physischen Organismus die Eigenschaften seiner Vorfahren trägt, das er doch physisch in der Entwicklung hindurchgegangen ist durch den Strom dieser Eigenschaften; das ist nicht wunderbarer, als dass ein Mensch nass ist, der durch das Wasser gegangen ist.
[ 49 ] Heute möchte ich aufmerksam machen auf ein schönes Buch über Goethe, worin gezeigt wird, wie dasjenige, was im Innern Goethes als Eigenschaften aufgetreten ist, wie das vorbereitet war durch seine Vorfahren, durch die Reihe der Vorfahren. Sehr schön wird da dasjenige zusammengetragen, was bei den verschiedenen Vorfahren vorhanden war und sich in der physischen Vererbung auf Goethe übertragen hat. Daraus soll der Schluss gezogen werden, dass derjenige, welcher als ein Genie auftritt, die verschiedenen Eigenschaften summiert zeigt, die sich bei den Vorfahren gezeigt haben. Ist das eine naturwissenschaftliche Denkweise? Im trivialen Vergleich ließe sich sagen, dass ein Mensch in seinem physischen Organismus die Eigenschaften seiner Vorfahren trägt, das er doch physisch in der Entwicklung hindurchgegangen ist durch den Strom dieser Eigenschaften; das ist nicht wunderbarer, als dass ein Mensch nass ist, der durch das Wasser gegangen ist.
[ 50 ] Aber wollte man wirklich logisch-real zeigen, dass sich die genialen Eigenschaften auf die Nachkommen vererben, so müsste man es anders machen. Man müsste ein Genie nehmen und zeigen an den Nachkommen, dass sich die genialen Eigenschaften des Genies vererbt haben. Das wird man aber bleiben lassen. Die Nachkommen großer, genialer Männer, sie würden die Sache von der Vererblichkeit der großen Eigenschaften nicht sehr erhärten. Geisteswissenschaft zeigt gerade für das inspirierte Bewusstsein, dass beim Menschen, wenn man auf seine geistig-seelischen Eigenschaften hinsieht, diese geistig-seelischen Anlagen nicht aus den körperlichen Dispositionen herausstammen. Sie dienen nur zur Einkleidung, diese körperlichen Dispositionen. Aber das, was im Zentrum des Menschen sitzt, das zeigt sich als herübergekommen aus seinem geistigen Aufenthalt als Geistseele, bevor er durch die Empfängnis mit der physischen Materie umkleidet worden ist. Und hier kommt die Geisteswissenschaft zu einem Ergebnis, das für viele paradox erscheint. Das ist: Dasjenige, was in uns lebt, das steht im Zusammenhang nicht bloß mit den Eigenschaften unserer Vorfahren, sondern das steht vor allen Dingen im Zusammenhang mit dem, was wir selbst sind in der geistigen Welt, bevor wir mit physischer Materie umkleidet worden sind. Aber wie? Darüber kann man sich nur eine Vorstellung machen, wenn man weiß: Gerade so, wie dieses Geistig-Seelische in meinem Leibe ist, wenn ich dieses oder jenes tue, denn allem Leiblich-Körperlichen liegt das Seelisch-Geistige zugrunde, so liegt allem, was uns als Stoff umgibt, ein Geistiges zugrunde.
[ 50 ] Aber wollte man wirklich logisch-real zeigen, dass sich die genialen Eigenschaften auf die Nachkommen vererben, so müsste man es anders machen. Man müsste ein Genie nehmen und zeigen an den Nachkommen, dass sich die genialen Eigenschaften des Genies vererbt haben. Das wird man aber bleiben lassen. Die Nachkommen großer, genialer Männer, sie würden die Sache von der Vererblichkeit der großen Eigenschaften nicht sehr erhärten. Geisteswissenschaft zeigt gerade für das inspirierte Bewusstsein, dass beim Menschen, wenn man auf seine geistig-seelischen Eigenschaften hinsieht, diese geistig-seelischen Anlagen nicht aus den körperlichen Dispositionen herausstammen. Sie dienen nur zur Einkleidung, diese körperlichen Dispositionen. Aber das, was im Zentrum des Menschen sitzt, das zeigt sich als herübergekommen aus seinem geistigen Aufenthalt als Geistseele, bevor er durch die Empfängnis mit der physischen Materie umkleidet worden ist. Und hier kommt die Geisteswissenschaft zu einem Ergebnis, das für viele paradox erscheint. Das ist: Dasjenige, was in uns lebt, das steht im Zusammenhang nicht bloß mit den Eigenschaften unserer Vorfahren, sondern das steht vor allen Dingen im Zusammenhang mit dem, was wir selbst sind in der geistigen Welt, bevor wir mit physischer Materie umkleidet worden sind. Aber wie? Darüber kann man sich nur eine Vorstellung machen, wenn man weiß: Gerade so, wie dieses Geistig-Seelische in meinem Leibe ist, wenn ich dieses oder jenes tue, denn allem Leiblich-Körperlichen liegt das Seelisch-Geistige zugrunde, so liegt allem, was uns als Stoff umgibt, ein Geistiges zugrunde.
[ 51 ] Und dieses Geistig-Seelische, das zugrunde liegt, ist nicht irgendwo in einem Wolkenkuckucksheim, sondern überall um uns herum, ist immer bei dem PhysischKörperlichen. Und so ist denn eine geistige Wesenheit, in der wir lebten, sagen wir, vor Jahrhunderten, in der wir lebten, bevor wir geboren worden sind, diese geistige Wesenheit ist mit ihren Kräften, mit alledem was sie ist, in Beziehung mit dem, was hier vorgeht. Und wir leben darin. Wir senden selbst mit dem, was aus der geistigen Welt herunterströmt, die Kräfte herunter. Wir haben, sagen wir einen Vorfahren der achten Generation vor unserer Geburt; da sind wir in der geistigen Welt darinnen. In dem, was damals einen Mann und eine Frau zusammengeführt hat, da wirken die geistigen Kräfte, die wir selber heruntersenden aus der geistigen Welt. Das fließt aus unserem eigenen Wesen in unsere Vorfahrenreihe hinein. Und so geht es durch die Generationen hindurch, bevor dasjenige Elternpaar kommt, das uns zum physischen Dasein verhilft. Da fließt dasjenige, was in uns ist, in das, was sich die physische Vererbung macht. Wir haben dann selbst dasjenige mit zubereitet, was uns dann angeboren wird in der physischen Vererbung.
[ 51 ] Und dieses Geistig-Seelische, das zugrunde liegt, ist nicht irgendwo in einem Wolkenkuckucksheim, sondern überall um uns herum, ist immer bei dem PhysischKörperlichen. Und so ist denn eine geistige Wesenheit, in der wir lebten, sagen wir, vor Jahrhunderten, in der wir lebten, bevor wir geboren worden sind, diese geistige Wesenheit ist mit ihren Kräften, mit alledem was sie ist, in Beziehung mit dem, was hier vorgeht. Und wir leben darin. Wir senden selbst mit dem, was aus der geistigen Welt herunterströmt, die Kräfte herunter. Wir haben, sagen wir einen Vorfahren der achten Generation vor unserer Geburt; da sind wir in der geistigen Welt darinnen. In dem, was damals einen Mann und eine Frau zusammengeführt hat, da wirken die geistigen Kräfte, die wir selber heruntersenden aus der geistigen Welt. Das fließt aus unserem eigenen Wesen in unsere Vorfahrenreihe hinein. Und so geht es durch die Generationen hindurch, bevor dasjenige Elternpaar kommt, das uns zum physischen Dasein verhilft. Da fließt dasjenige, was in uns ist, in das, was sich die physische Vererbung macht. Wir haben dann selbst dasjenige mit zubereitet, was uns dann angeboren wird in der physischen Vererbung.
[ 52 ] So ist im Einklang mit der geistigen Welt zu denken das Physisch-Leibliche, und im Einklang zu denken dieses Physisch-Leibliche mit unserem Geistig-Seelischen. Das ist ein Ergebnis der Geisteswissenschaft. Diejenigen Eigenschaften, die wir aus dem innersten Wesen hervorbringen, die unsere Begabungen, unser Tätigkeitsvermögen, unsere Talente ausmachen, wir bringen sie aus der geistigen Welt mit, und insofern sie in uns vererbt sind, sind wir selber die Ursache. Da sehen wir hinein aus dem Sterblichen des Menschen in das Unsterbliche. Da sehen wir hinein, wie aus der geistigen Welt heraus dasjenige geformt wird, was sich mit dem vergänglichen Leibe umkleidet. Heute kann ich nur von diesem Ergebnis der Geistesforschung sprechen, aber in meinen Schriften werden Sie das Nähere finden können. Sie werden sehen können, wie Schritt für Schritt diese Ergebnisse sich dem Geistesforscher darstellen. Sie werden sehen können, wie das allerdings darauf beruht, dass auf ein erwachtes Bewusstsein hingewiesen werden muss, aber wie dieses Bewusstsein uns bringt dasjenige in der Wirklichkeit, was sich — so wie die Rose sich als rot erweist —, wenn wir sie vor uns haben, als geistige Wirklichkeit erweist, weil wir es vor uns haben. Geisteswissenschaft führt den Menschen — so wie der Mensch vor der Rose von selber weiß, dass die Rose rot ist — an das Wesen, das geistig-seelische Wesen heran. Und haben wir es vor uns, dann stellt es sich als das Unsterbliche des Menschen dar.
[ 52 ] So ist im Einklang mit der geistigen Welt zu denken das Physisch-Leibliche, und im Einklang zu denken dieses Physisch-Leibliche mit unserem Geistig-Seelischen. Das ist ein Ergebnis der Geisteswissenschaft. Diejenigen Eigenschaften, die wir aus dem innersten Wesen hervorbringen, die unsere Begabungen, unser Tätigkeitsvermögen, unsere Talente ausmachen, wir bringen sie aus der geistigen Welt mit, und insofern sie in uns vererbt sind, sind wir selber die Ursache. Da sehen wir hinein aus dem Sterblichen des Menschen in das Unsterbliche. Da sehen wir hinein, wie aus der geistigen Welt heraus dasjenige geformt wird, was sich mit dem vergänglichen Leibe umkleidet. Heute kann ich nur von diesem Ergebnis der Geistesforschung sprechen, aber in meinen Schriften werden Sie das Nähere finden können. Sie werden sehen können, wie Schritt für Schritt diese Ergebnisse sich dem Geistesforscher darstellen. Sie werden sehen können, wie das allerdings darauf beruht, dass auf ein erwachtes Bewusstsein hingewiesen werden muss, aber wie dieses Bewusstsein uns bringt dasjenige in der Wirklichkeit, was sich — so wie die Rose sich als rot erweist —, wenn wir sie vor uns haben, als geistige Wirklichkeit erweist, weil wir es vor uns haben. Geisteswissenschaft führt den Menschen — so wie der Mensch vor der Rose von selber weiß, dass die Rose rot ist — an das Wesen, das geistig-seelische Wesen heran. Und haben wir es vor uns, dann stellt es sich als das Unsterbliche des Menschen dar.
[ 53 ] Und nun, meine sehr verehrten Anwesenden, möchte ich auf ein Drittes hinweisen, womit wir dann gewissermaßen unsere Aufgabe erschöpft haben werden. Die Erkenntnis kann zu einer dritten Stufe sich hinaufringen. Ich habe Ihnen geschildert als die erste Stufe der Erkenntnis die imaginative Erkenntnis. Als die zweite Stufe die inspirierte Erkenntnis, das sich Hineinleben in die Wirklichkeit, wo man sich [versagt die Vorstellung, dass man zweitens lesen wird bei] /Lücke), weil sie unreal sind, trotzdem sie auf logisch-richtigen Grundlagen beruhen. Von diesem inspirierten Denken führt dann die weitere Entwicklung, das weitere Hineinarbeiten in das schauende Bewusstsein dazu, dass man es nicht mit dem Denken wie mit einem Tasten zu tun hat, wo man stößt an die Grenzen; es wird zum Gefühlssinn. Sondern wie die physischen Sinne sich entwickelt haben, wie sich Augen und Ohren entwickelt haben als höhere Stufen derselben, so entwickelt sich aus diesem geistigen Fühlen dasjenige, was ich mit einem Goethe’schen Ausdruck «Geistesaugen», «Geistesohren» nennen möchte.
[ 53 ] Und nun, meine sehr verehrten Anwesenden, möchte ich auf ein Drittes hinweisen, womit wir dann gewissermaßen unsere Aufgabe erschöpft haben werden. Die Erkenntnis kann zu einer dritten Stufe sich hinaufringen. Ich habe Ihnen geschildert als die erste Stufe der Erkenntnis die imaginative Erkenntnis. Als die zweite Stufe die inspirierte Erkenntnis, das sich Hineinleben in die Wirklichkeit, wo man sich [versagt die Vorstellung, dass man zweitens lesen wird bei] /Lücke), weil sie unreal sind, trotzdem sie auf logisch-richtigen Grundlagen beruhen. Von diesem inspirierten Denken führt dann die weitere Entwicklung, das weitere Hineinarbeiten in das schauende Bewusstsein dazu, dass man es nicht mit dem Denken wie mit einem Tasten zu tun hat, wo man stößt an die Grenzen; es wird zum Gefühlssinn. Sondern wie die physischen Sinne sich entwickelt haben, wie sich Augen und Ohren entwickelt haben als höhere Stufen derselben, so entwickelt sich aus diesem geistigen Fühlen dasjenige, was ich mit einem Goethe’schen Ausdruck «Geistesaugen», «Geistesohren» nennen möchte.
[ 54 ] Die niederen Tiere haben bloß den Tastsinn; dann entwickeln sich die höheren Sinne heraus. So entwickelt sich aus dem geistigen Tasten das geistige Auge, das geistige Ohr. Und man gelangt dann im inneren Erleben zu einem sehr wichtigen Punkte, der allerdings für den Geistesforscher etwas ungeheuer Erschütterndes hat. Man gelangt zu dem Punkte, wo man wirklich im inneren Erleben weiß: das Tiefste in deinem Wesen, dasjenige in deinem Wesen, von dem ein solcher Denker wie Vischer sagt: «es kann nicht außer dem Leibe sein», es ist ganz gewiss innerhalb einer geistig-unendlichen, unsterblichen Welt; da ist es drinnen verankert. Man hat in seinem eigenen Erkenntniswege dann diejenigen inneren Bedingungen herbeigeführt, welche zu einem inneren Erlebnis führen, das man ein inneres Schicksalserlebnis nennen kann.
[ 54 ] Die niederen Tiere haben bloß den Tastsinn; dann entwickeln sich die höheren Sinne heraus. So entwickelt sich aus dem geistigen Tasten das geistige Auge, das geistige Ohr. Und man gelangt dann im inneren Erleben zu einem sehr wichtigen Punkte, der allerdings für den Geistesforscher etwas ungeheuer Erschütterndes hat. Man gelangt zu dem Punkte, wo man wirklich im inneren Erleben weiß: das Tiefste in deinem Wesen, dasjenige in deinem Wesen, von dem ein solcher Denker wie Vischer sagt: «es kann nicht außer dem Leibe sein», es ist ganz gewiss innerhalb einer geistig-unendlichen, unsterblichen Welt; da ist es drinnen verankert. Man hat in seinem eigenen Erkenntniswege dann diejenigen inneren Bedingungen herbeigeführt, welche zu einem inneren Erlebnis führen, das man ein inneres Schicksalserlebnis nennen kann.
[ 55 ] Eine große Bedeutung hat dieses Schicksalserlebnis, wenn man weiß, wie sich dadurch, dass die Erkenntnis in der Weise, wie ich es geschildert habe, umgewandelt wird, wenn das eingetreten ist, dann, dann weiß man, dass man etwas erlebt hat, was sich nicht vergleichen lässt mit irgendeinem Schicksalserlebnis. Nicht etwa, weil man stumpf geworden wäre gegen die äußeren Schicksalserlebnisse; im Gegenteil, man wird sogar weniger stumpf. Dasjenige, was der Mensch im Schicksalsmäßigen erlebt — indem ihn auf der einen Seite Erlebnisse erfüllen mit Freude, mit Entzücken, mit Kraft, mit Lebenslust, indem auf der anderen Seite diese Erlebnisse ihn in den tiefsten Schmerz hinabdrücken können —, das alles, was das Schicksal bringt, den Menschen erhebend, den Menschen zermalmend, das alles ist etwas, für das man nicht etwa stumpfer wird, sondern, was man empfindender noch miterlebt. Aber dennoch, den größten Schicksalserlebnissen gegenüber bleibt dann, wenn man jene Schicksalsumwandlung, die ich geschildert habe, in der Seele durchgemacht hat, bleibt dieses Schicksalserlebnis des Sich-eins-Wissens mit dem Geiste das größte; es überragt alles andere. Von diesem Augenblicke an ist in Bezug auf das Schicksal dasjenige erwacht, was man nennen kann das intuitive Bewusstsein. Von diesem Augenblicke an weiß man, was Schicksal eigentlich bedeutet. Dann weiß man, man hat ein Schicksalserlebnis im gewöhnlichen Leben durchgemacht, das man selber herbeigeführt hat.
[ 55 ] Eine große Bedeutung hat dieses Schicksalserlebnis, wenn man weiß, wie sich dadurch, dass die Erkenntnis in der Weise, wie ich es geschildert habe, umgewandelt wird, wenn das eingetreten ist, dann, dann weiß man, dass man etwas erlebt hat, was sich nicht vergleichen lässt mit irgendeinem Schicksalserlebnis. Nicht etwa, weil man stumpf geworden wäre gegen die äußeren Schicksalserlebnisse; im Gegenteil, man wird sogar weniger stumpf. Dasjenige, was der Mensch im Schicksalsmäßigen erlebt — indem ihn auf der einen Seite Erlebnisse erfüllen mit Freude, mit Entzücken, mit Kraft, mit Lebenslust, indem auf der anderen Seite diese Erlebnisse ihn in den tiefsten Schmerz hinabdrücken können —, das alles, was das Schicksal bringt, den Menschen erhebend, den Menschen zermalmend, das alles ist etwas, für das man nicht etwa stumpfer wird, sondern, was man empfindender noch miterlebt. Aber dennoch, den größten Schicksalserlebnissen gegenüber bleibt dann, wenn man jene Schicksalsumwandlung, die ich geschildert habe, in der Seele durchgemacht hat, bleibt dieses Schicksalserlebnis des Sich-eins-Wissens mit dem Geiste das größte; es überragt alles andere. Von diesem Augenblicke an ist in Bezug auf das Schicksal dasjenige erwacht, was man nennen kann das intuitive Bewusstsein. Von diesem Augenblicke an weiß man, was Schicksal eigentlich bedeutet. Dann weiß man, man hat ein Schicksalserlebnis im gewöhnlichen Leben durchgemacht, das man selber herbeigeführt hat.
[ 56 ] Dann gewinnt das früher Gesagte noch eine andere Seite. Nun weiß man, dass der Vergleich mit dem Traume, den Schopenhauer braucht, über die scheinbare Absichtlichkeit der menschlichen Seele sprechend, man weiß, dass dieser Vergleich mit dem Traume nicht so ohne Bedeutung ist. Mit Bezug auf das menschliche Schicksal erleben wir so, dass das eine Erlebnis Freude, das andere Leid bringt; wir erleben dieses Schicksal, indem wir das eine an das andere gereiht fühlen durch den Affekt und so weiter. Aber indem wir zum schauenden Bewusstsein kommen, wird etwas in einem viel tieferen Sinne wahr, als es mancher geahnt hat, der das Leben so ernsthaftig betrachtet wie Knebel, ein Freund Goethes, der einmal sagte: Für denjenigen, der am Lebensabend das menschliche [Lücke], sondern man sieht [Lücke] in diesem Schicksal.
[ 56 ] Dann gewinnt das früher Gesagte noch eine andere Seite. Nun weiß man, dass der Vergleich mit dem Traume, den Schopenhauer braucht, über die scheinbare Absichtlichkeit der menschlichen Seele sprechend, man weiß, dass dieser Vergleich mit dem Traume nicht so ohne Bedeutung ist. Mit Bezug auf das menschliche Schicksal erleben wir so, dass das eine Erlebnis Freude, das andere Leid bringt; wir erleben dieses Schicksal, indem wir das eine an das andere gereiht fühlen durch den Affekt und so weiter. Aber indem wir zum schauenden Bewusstsein kommen, wird etwas in einem viel tieferen Sinne wahr, als es mancher geahnt hat, der das Leben so ernsthaftig betrachtet wie Knebel, ein Freund Goethes, der einmal sagte: Für denjenigen, der am Lebensabend das menschliche [Lücke], sondern man sieht [Lücke] in diesem Schicksal.
[ 57 ] So sagt ahnend Knebel, man kann es ihm glauben oder nicht, kann es annehmen oder verwerfen, er sagt: Man sieht, wie diese Ereignisse alle zusammengehören, wie wir gar nicht wir selbst sein könnten, wenn irgendetwas anderes in dieses Leben hineingekommen wäre.
[ 57 ] So sagt ahnend Knebel, man kann es ihm glauben oder nicht, kann es annehmen oder verwerfen, er sagt: Man sieht, wie diese Ereignisse alle zusammengehören, wie wir gar nicht wir selbst sein könnten, wenn irgendetwas anderes in dieses Leben hineingekommen wäre.
[ 58 ] Schopenhauer, der in dieser Weise tiefgründiger war als mancher andere Philosoph, er kommt zu dem Ergebnis: [Lücke]
[ 58 ] Schopenhauer, der in dieser Weise tiefgründiger war als mancher andere Philosoph, er kommt zu dem Ergebnis: [Lücke]
[ 59 ] Für das schauende Bewusstsein, das das innere Schicksalserlebnis, bei dessen Bereitung man selber dabei ist, durchgemacht hat, für dieses schauende Bewusstsein stellt sich in der Tat das äußere Leben — um das FichteWort zu gebrauchen — gerade mit Bezug auf das Schicksal wie «ein Traum» dar. Wir fassen das schicksalsmäßige Erleben auf, indem wir die einzelnen Ereignisse auf uns wirken lassen, aber wir lassen sie so wirken wie im "Traum. Im Traume hören wir «Oh!», «Feuerio!», wir wachen auf und draußen fährt die Feuerwehr herbei. Daran knüpft sich an ein dramatischer Vorgang im Traum. Die äußere Veranlassung werden wir gewahr, wenn wir erwachen. Es wird von außen Aufklärendes hineingeworfen in das, was wir innerlich erleben.
[ 59 ] Für das schauende Bewusstsein, das das innere Schicksalserlebnis, bei dessen Bereitung man selber dabei ist, durchgemacht hat, für dieses schauende Bewusstsein stellt sich in der Tat das äußere Leben — um das FichteWort zu gebrauchen — gerade mit Bezug auf das Schicksal wie «ein Traum» dar. Wir fassen das schicksalsmäßige Erleben auf, indem wir die einzelnen Ereignisse auf uns wirken lassen, aber wir lassen sie so wirken wie im "Traum. Im Traume hören wir «Oh!», «Feuerio!», wir wachen auf und draußen fährt die Feuerwehr herbei. Daran knüpft sich an ein dramatischer Vorgang im Traum. Die äußere Veranlassung werden wir gewahr, wenn wir erwachen. Es wird von außen Aufklärendes hineingeworfen in das, was wir innerlich erleben.
[ 60 ] So ist es aber auch, wenn das schauende Bewusstsein aufblickt zu dem, was aus der geistigen Welt heraus unser Schicksal durchdringt. Da ist es so, dass dasjenige, was [Lücke], wohl aber durch das, was mit Hilfe der geistigen Welt in die physische Welt hineinwirkt, zusammengeordnet erscheint. Da finden wir aus der geistigen Welt heraus die Ursachen für dasjenige, was in der physischen Welt geschieht. Da lernen wir zurückblicken in der dritten Art der Erkenntnis, der Intuition, jetzt nicht nur in das Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, sondern wir lernen zurückblicken auf die wiederholten Erdenleben. Wir sehen, wie wir selber in früheren Erdenleben die Grundlagen gelegt haben für das, was im jetzigen Leben geschieht. Wir sehen ausgehen vom jetzigen Erdenleben die Ursachen zu den späteren Erdenleben. Das ganze menschliche Leben verfließt uns in aufeinanderfolgenden Zuständen, in denen wir vom Leibe umkleidet sind zwischen Geburt und Tod, leibfrei sind zwischen dem Tod und einer neuen Geburt. Wir blicken hin auf das ganze menschliche Leben.
[ 60 ] So ist es aber auch, wenn das schauende Bewusstsein aufblickt zu dem, was aus der geistigen Welt heraus unser Schicksal durchdringt. Da ist es so, dass dasjenige, was [Lücke], wohl aber durch das, was mit Hilfe der geistigen Welt in die physische Welt hineinwirkt, zusammengeordnet erscheint. Da finden wir aus der geistigen Welt heraus die Ursachen für dasjenige, was in der physischen Welt geschieht. Da lernen wir zurückblicken in der dritten Art der Erkenntnis, der Intuition, jetzt nicht nur in das Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, sondern wir lernen zurückblicken auf die wiederholten Erdenleben. Wir sehen, wie wir selber in früheren Erdenleben die Grundlagen gelegt haben für das, was im jetzigen Leben geschieht. Wir sehen ausgehen vom jetzigen Erdenleben die Ursachen zu den späteren Erdenleben. Das ganze menschliche Leben verfließt uns in aufeinanderfolgenden Zuständen, in denen wir vom Leibe umkleidet sind zwischen Geburt und Tod, leibfrei sind zwischen dem Tod und einer neuen Geburt. Wir blicken hin auf das ganze menschliche Leben.
[ 61 ] Was ich soeben ausgesprochen habe, es ist etwas, was innerhalb des deutschen Geisteslebens schon Lessing kannte. In seiner «Erziehung des Menschengeschlechts» sehen wir das zum ersten Male ausgesprochen aus guten denkerischen Gründen heraus.
[ 61 ] Was ich soeben ausgesprochen habe, es ist etwas, was innerhalb des deutschen Geisteslebens schon Lessing kannte. In seiner «Erziehung des Menschengeschlechts» sehen wir das zum ersten Male ausgesprochen aus guten denkerischen Gründen heraus.
[ 62 ] Es ist notwendig, dass wir da einen Einblick gewinnen. Wie der Traum geordnet wird indem wir erwachen, wie im Traume nicht sich der Traum aufklärt, sondern erst im Wachbewusstsein die Aufklärung gefunden wird für den Traum, so wird für das Schicksalsmäßige Aufklärung gefunden aus dem schauenden Bewusstsein, das in die geistige Welt hineindringen kann.
[ 62 ] Es ist notwendig, dass wir da einen Einblick gewinnen. Wie der Traum geordnet wird indem wir erwachen, wie im Traume nicht sich der Traum aufklärt, sondern erst im Wachbewusstsein die Aufklärung gefunden wird für den Traum, so wird für das Schicksalsmäßige Aufklärung gefunden aus dem schauenden Bewusstsein, das in die geistige Welt hineindringen kann.
[ 63 ] Ich will nur darauf hinweisen, weil es ja eine gehässige Gegnerschaft gibt, die mit törichten Einwänden kommt, zum Beispiel, wenn gesagt wird: Also wird in einer solchen Anschauung von den wiederholten Erdenleben alles, was im Leben hier passiert, wie verdient aus früheren Erdenleben geschildert.
[ 63 ] Ich will nur darauf hinweisen, weil es ja eine gehässige Gegnerschaft gibt, die mit törichten Einwänden kommt, zum Beispiel, wenn gesagt wird: Also wird in einer solchen Anschauung von den wiederholten Erdenleben alles, was im Leben hier passiert, wie verdient aus früheren Erdenleben geschildert.
[ 64 ] Als ob das, was uns als Unglück trifft, auch noch als Schuld gefühlt werden muss. Das ist ein törichter Einwand und kann nur entstehen durch Verwechslung mit dieser oder jener Mystik oder Theosophie; und zwar aus dem Grunde, weil all diese Begriffe von Schuld oder Verdienst der physischen Welt nur angehören, dem gewöhnlichen Wachbewusstsein. Sie führen in andere Begriffe hinein, wo das Leben in einem höheren Sinn seinen Sinn bekommt, wenn man aufsteigt vom gewöhnlichen Bewusstsein zum schauenden Bewusstsein.
[ 64 ] Als ob das, was uns als Unglück trifft, auch noch als Schuld gefühlt werden muss. Das ist ein törichter Einwand und kann nur entstehen durch Verwechslung mit dieser oder jener Mystik oder Theosophie; und zwar aus dem Grunde, weil all diese Begriffe von Schuld oder Verdienst der physischen Welt nur angehören, dem gewöhnlichen Wachbewusstsein. Sie führen in andere Begriffe hinein, wo das Leben in einem höheren Sinn seinen Sinn bekommt, wenn man aufsteigt vom gewöhnlichen Bewusstsein zum schauenden Bewusstsein.
[ 65 ] Und Unfug wäre es, wenn man diejenigen Begriffe von Schuld und Sühne, die für das gewöhnliche Leben gelten, einfach anwenden würde auf das, was im Schicksal sich auslebt. Aber einen höheren, einen geistigen Sinn zeigt uns diese Geisteswissenschaft für den Menschen, indem sie in der Tat ihn hineinstellt mit dem übersinnlichen Teil seines Wesens, mit seinem Schicksal, das er wie traumhaft erlebt, indem sie ihn hineinstellt in eine geistige Welt, und dem ganzen Wesen einen höheren Sinn gibt. Man sollte lieber denken in einer Zeit, wie die jetzige ist: Wie geschieht dasjenige, was mir geschieht? Wie gibt das meinem Leben in seinem ganzen Zusammenhang einen Sinn? Man sollte denken, obwohl das durchaus nicht im gewöhnlichen Sinne angewendet werden soll auf das, was um uns herum geschieht: Ein höherer Sinn liegt in diesem Leben. Und gerade wenn so Schweres, so Furchtbares erlebt wird, wie in der Gegenwart in unserer schicksaltragenden Zeit erlebt wird, da sollte der Gedanke die Seele durchdringen können, dass dieses Leben, in dem der Mensch mit seinem übersinnlichen Wesen sich in der geistigen Welt weiß, einen höherem Sinn hat; dass dasjenige, was als Unglück in das Leben vieler Menschen eingreift, nicht zu suchen ist allein in der Vergangenheit, sondern dass es betrachtet werden sollte als der Ausgangspunkt für kommende Erdenleben.
[ 65 ] Und Unfug wäre es, wenn man diejenigen Begriffe von Schuld und Sühne, die für das gewöhnliche Leben gelten, einfach anwenden würde auf das, was im Schicksal sich auslebt. Aber einen höheren, einen geistigen Sinn zeigt uns diese Geisteswissenschaft für den Menschen, indem sie in der Tat ihn hineinstellt mit dem übersinnlichen Teil seines Wesens, mit seinem Schicksal, das er wie traumhaft erlebt, indem sie ihn hineinstellt in eine geistige Welt, und dem ganzen Wesen einen höheren Sinn gibt. Man sollte lieber denken in einer Zeit, wie die jetzige ist: Wie geschieht dasjenige, was mir geschieht? Wie gibt das meinem Leben in seinem ganzen Zusammenhang einen Sinn? Man sollte denken, obwohl das durchaus nicht im gewöhnlichen Sinne angewendet werden soll auf das, was um uns herum geschieht: Ein höherer Sinn liegt in diesem Leben. Und gerade wenn so Schweres, so Furchtbares erlebt wird, wie in der Gegenwart in unserer schicksaltragenden Zeit erlebt wird, da sollte der Gedanke die Seele durchdringen können, dass dieses Leben, in dem der Mensch mit seinem übersinnlichen Wesen sich in der geistigen Welt weiß, einen höherem Sinn hat; dass dasjenige, was als Unglück in das Leben vieler Menschen eingreift, nicht zu suchen ist allein in der Vergangenheit, sondern dass es betrachtet werden sollte als der Ausgangspunkt für kommende Erdenleben.
[ 66 ] So wie wir hinweisen können auf vergangene Erdenleben, so können wir auch hinweisen auf zukünftige Erdenleben, und auf die Zeiten, die wir in der geistigen Welt durchmachen. Das Unglück, das schwere Schicksal, das uns niederschmettert, das aus einer schicksaltragenden Zeit selbst erfließt, es gibt auch dem unsterblichen Teil des Menschen Kräfte, dass er später höhere Aufgaben wird vollziehen können, als wenn er vom Unglück nicht getroffen worden wäre. Das ist nicht eine Rechtfertigung des Unglücks, das wäre eine Torheit, sondern es ist ein Hinweis darauf, wie auch das, was Unglück ist, einen wirklichen Sinn bekommen kann. Selbstverständlich, so wie jetzt Krankheiten geheilt werden müssen, und man nicht den törichten Einwand machen darf: Vielleicht erleben wir etwas, was nur durch die Krankheit erlebt werden kann, deshalb wollen wir sie nicht heilen, so wäre der Einwand töricht: «Also muss das Schicksal, das ein Unglück ist, als begründet hingestellt werden.» Aber, wenn es da ist, kann es nur in seinem Sinn erfasst werden, wenn aufzusteigen vermag der Mensch durch das schauende Bewusstsein in die geistige Welt. Und so glaube ich, dass diese, unsere schwere Zeit zwar nicht etwa allein begründen kann das Interesse, die Aufmerksamkeit der Menschen für das unsterbliche Teil des Menschen, für die Schicksalsfrage, das Eingreifen von Unsterblichkeit und Schicksal in den menschlichen Lebenslauf. Denn das müssen Rätselfragen sein, die durch alle Zeiten als Rätselfragen vor der menschlichen Seele stehen, /große Lücke] Schicksalsfrage, Licht in manche Seele hineinschickt, Licht, an das auch der Wissenschaftler der Gegenwart glauben kann. Deshalb wird unsere Zeit vielleicht geeignet sein, weil sie solches Licht braucht, anzufachen ein Interesse für die Geisteswissenschaft, die das geistige Teil des Menschen ebenso wissenschaftlich erfassen will, wie das vergängliche Teil des Menschen selber erfasst wird durch die Naturwissenschaft.
[ 66 ] So wie wir hinweisen können auf vergangene Erdenleben, so können wir auch hinweisen auf zukünftige Erdenleben, und auf die Zeiten, die wir in der geistigen Welt durchmachen. Das Unglück, das schwere Schicksal, das uns niederschmettert, das aus einer schicksaltragenden Zeit selbst erfließt, es gibt auch dem unsterblichen Teil des Menschen Kräfte, dass er später höhere Aufgaben wird vollziehen können, als wenn er vom Unglück nicht getroffen worden wäre. Das ist nicht eine Rechtfertigung des Unglücks, das wäre eine Torheit, sondern es ist ein Hinweis darauf, wie auch das, was Unglück ist, einen wirklichen Sinn bekommen kann. Selbstverständlich, so wie jetzt Krankheiten geheilt werden müssen, und man nicht den törichten Einwand machen darf: Vielleicht erleben wir etwas, was nur durch die Krankheit erlebt werden kann, deshalb wollen wir sie nicht heilen, so wäre der Einwand töricht: «Also muss das Schicksal, das ein Unglück ist, als begründet hingestellt werden.» Aber, wenn es da ist, kann es nur in seinem Sinn erfasst werden, wenn aufzusteigen vermag der Mensch durch das schauende Bewusstsein in die geistige Welt. Und so glaube ich, dass diese, unsere schwere Zeit zwar nicht etwa allein begründen kann das Interesse, die Aufmerksamkeit der Menschen für das unsterbliche Teil des Menschen, für die Schicksalsfrage, das Eingreifen von Unsterblichkeit und Schicksal in den menschlichen Lebenslauf. Denn das müssen Rätselfragen sein, die durch alle Zeiten als Rätselfragen vor der menschlichen Seele stehen, /große Lücke] Schicksalsfrage, Licht in manche Seele hineinschickt, Licht, an das auch der Wissenschaftler der Gegenwart glauben kann. Deshalb wird unsere Zeit vielleicht geeignet sein, weil sie solches Licht braucht, anzufachen ein Interesse für die Geisteswissenschaft, die das geistige Teil des Menschen ebenso wissenschaftlich erfassen will, wie das vergängliche Teil des Menschen selber erfasst wird durch die Naturwissenschaft.
[ 67 ] Zum Schlusse möchte ich, nicht aus irgendeinem persönlichen Gefühl, nicht aus dem heraus, was man nennen kann, in der Empfindung nur begründet oder im Herzen begründet, sondern aus dem heraus, was sich wirklich aus einem jahrzehntelangen Drinnen-Stehen und Ringen in der Geisteswissenschaft mir ergeben hat, das Folgende sagen: Wenn ich durchblicke das menschliche geistige Erleben, durchblicke, wie es sich ergeben hat hinauf bis ins neunzehnte Jahrhundert, und durch dieses hindurch den Blick richte auf die tiefsten, bedeutsamsten Quellen gerade des deutschen Geisteslebens, wie gesagt, nicht aus Gefühlen heraus, nicht etwa aus Chauvinismus heraus, sondern aus demjenigen, was aus einer richtigen Erkenntnis heraus sich ergibt, möchte ich sagen: Die Quellen des deutschen Geisteslebens, sie enthalten dasjenige, aus dem wirklich in gerader Fortsetzung dasjenige gewonnen werden kann, in geistigster Weise, in intimster Weise gewonnen werden kann, was hier als Geisteswissenschaft gemeint ist. Und ich darf dieses deshalb jetzt sagen, weil es wirklich nicht eine Überzeugung von heute ist.
[ 67 ] Zum Schlusse möchte ich, nicht aus irgendeinem persönlichen Gefühl, nicht aus dem heraus, was man nennen kann, in der Empfindung nur begründet oder im Herzen begründet, sondern aus dem heraus, was sich wirklich aus einem jahrzehntelangen Drinnen-Stehen und Ringen in der Geisteswissenschaft mir ergeben hat, das Folgende sagen: Wenn ich durchblicke das menschliche geistige Erleben, durchblicke, wie es sich ergeben hat hinauf bis ins neunzehnte Jahrhundert, und durch dieses hindurch den Blick richte auf die tiefsten, bedeutsamsten Quellen gerade des deutschen Geisteslebens, wie gesagt, nicht aus Gefühlen heraus, nicht etwa aus Chauvinismus heraus, sondern aus demjenigen, was aus einer richtigen Erkenntnis heraus sich ergibt, möchte ich sagen: Die Quellen des deutschen Geisteslebens, sie enthalten dasjenige, aus dem wirklich in gerader Fortsetzung dasjenige gewonnen werden kann, in geistigster Weise, in intimster Weise gewonnen werden kann, was hier als Geisteswissenschaft gemeint ist. Und ich darf dieses deshalb jetzt sagen, weil es wirklich nicht eine Überzeugung von heute ist.
[ 68 ] Damals, vor 36 Jahren, als ich die ersten Keime zu dem gelegt habe, was ich dann in den weiteren Jahrzehnten auszubauen versuchte, und wovon ich ein geringes Teil heute zur Darstellung bringen wollte, damals schrieb ich einen der allerersten Aufsätze. In diesem Aufsatz, den ich als ein junger Dachs schrieb, schrieb ich, es sei notwendig, dass das deutsche Geistesleben, nachdem es so lange vom fremdländischen Geistesleben sich beeinflussen ließ, was ganz gut ist an seinem Ort, was an seinem Ort durchaus nicht herabgesetzt werden soll in chauvinistischer Weise, aber dadurch, dass sich das deutsche Geistesleben viel zu stark hat beeinflussen lassen, hat es sich manchem entfremdet, was in den guten Quellen seiner Eigenheit liegt. Und in der ersten Unreifheit jenes Aufsatzes schrieb ich /Lücke] zum Beispiel auch den Darwinismus, der als eine materialistische Form desjenigen betrachtet werden muss, was schon in geistiger Weise von Goethe vorhanden war. Man hatte ein Recht, diesen Darwinismus aufzunehmen; aber deutsches Geistesleben ist vor allen Dingen dazu berufen, dasjenige, was da in einer materialistischen Form in unsere Welt hereintritt, zu durchdringen mit echter Geistigkeit, die einzelnen Erkenntnisse der äußeren Welt zu durchdringen mit der Geistigkeit, die aus den Quellen des deutschen Geisteslebens gewonnen werden können. Dass dadurch der reale Beweis in der Weltenentwicklung geführt werden kann, dass es ein gutes Teil ist zur allgemeinen Menschheitsentwicklung, was gerade deutscher Geist zu der allgemeinen Menschheitsentwicklung beizutragen hat.
[ 68 ] Damals, vor 36 Jahren, als ich die ersten Keime zu dem gelegt habe, was ich dann in den weiteren Jahrzehnten auszubauen versuchte, und wovon ich ein geringes Teil heute zur Darstellung bringen wollte, damals schrieb ich einen der allerersten Aufsätze. In diesem Aufsatz, den ich als ein junger Dachs schrieb, schrieb ich, es sei notwendig, dass das deutsche Geistesleben, nachdem es so lange vom fremdländischen Geistesleben sich beeinflussen ließ, was ganz gut ist an seinem Ort, was an seinem Ort durchaus nicht herabgesetzt werden soll in chauvinistischer Weise, aber dadurch, dass sich das deutsche Geistesleben viel zu stark hat beeinflussen lassen, hat es sich manchem entfremdet, was in den guten Quellen seiner Eigenheit liegt. Und in der ersten Unreifheit jenes Aufsatzes schrieb ich /Lücke] zum Beispiel auch den Darwinismus, der als eine materialistische Form desjenigen betrachtet werden muss, was schon in geistiger Weise von Goethe vorhanden war. Man hatte ein Recht, diesen Darwinismus aufzunehmen; aber deutsches Geistesleben ist vor allen Dingen dazu berufen, dasjenige, was da in einer materialistischen Form in unsere Welt hereintritt, zu durchdringen mit echter Geistigkeit, die einzelnen Erkenntnisse der äußeren Welt zu durchdringen mit der Geistigkeit, die aus den Quellen des deutschen Geisteslebens gewonnen werden können. Dass dadurch der reale Beweis in der Weltenentwicklung geführt werden kann, dass es ein gutes Teil ist zur allgemeinen Menschheitsentwicklung, was gerade deutscher Geist zu der allgemeinen Menschheitsentwicklung beizutragen hat.
[ 69 ] Und so wurde ich auch zu dem geführt, was ich im vorigen Jahr hier ausführen durfte. Ich wurde dazu geführt, zu sehen, wie bei bedeutenden deutschen Männern, bei Troxler, bei Immanuel Fichte, dem Sohne des großen Philosophen Fichte, wie bei ihnen auftritt die Idee, es müsse aus der bloßen Betrachtung des Sinnlich-Physischen aufgestiegen werden zu einer geistgemäßen Anschauungsweise, das Wort ist von Goethe geprägt. Troxler wie Fichte, sie sagen beide: «Das, was wahre Anthropologie ist, muss aufsteigen zur Erkenntnis der geistigen Wirklichkeit, muss werden Anthroposophie.» Nicht indem nur, wie in anderen nationalen Gesellschaften der Name Anthroposophie auftaucht, sondern indem aus dem innersten Mark und Nerv gestrebt wird, taucht bei hervorragenden, in der ersten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts lebenden Geistern der Name Anthroposophie auf. Und nichts anderes als eine Fortsetzung und eine in die geistige Welt hineingehende Erhebung dieses deutschen Geisteslebens ist das, was hier gemeint ist unter der anthroposophisch orientierten Geisteswissenschaft. Daher war es mir eine besondere Befriedigung, als ich fand bei Eduard von Hartmann, wie er sogar in Bezug auf die Physik sagt: «Es steht zu hoffen, dass, indem die moderne Physik sich von dem abstrakten und agnostischen Naturwissen frei machen wird, die Universitätsphilosophie sich von ihnen abwenden wird, der deutsche Zeitgeist dazu kommen werde, die Anglomanie aus sich auszumerzen.»
[ 69 ] Und so wurde ich auch zu dem geführt, was ich im vorigen Jahr hier ausführen durfte. Ich wurde dazu geführt, zu sehen, wie bei bedeutenden deutschen Männern, bei Troxler, bei Immanuel Fichte, dem Sohne des großen Philosophen Fichte, wie bei ihnen auftritt die Idee, es müsse aus der bloßen Betrachtung des Sinnlich-Physischen aufgestiegen werden zu einer geistgemäßen Anschauungsweise, das Wort ist von Goethe geprägt. Troxler wie Fichte, sie sagen beide: «Das, was wahre Anthropologie ist, muss aufsteigen zur Erkenntnis der geistigen Wirklichkeit, muss werden Anthroposophie.» Nicht indem nur, wie in anderen nationalen Gesellschaften der Name Anthroposophie auftaucht, sondern indem aus dem innersten Mark und Nerv gestrebt wird, taucht bei hervorragenden, in der ersten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts lebenden Geistern der Name Anthroposophie auf. Und nichts anderes als eine Fortsetzung und eine in die geistige Welt hineingehende Erhebung dieses deutschen Geisteslebens ist das, was hier gemeint ist unter der anthroposophisch orientierten Geisteswissenschaft. Daher war es mir eine besondere Befriedigung, als ich fand bei Eduard von Hartmann, wie er sogar in Bezug auf die Physik sagt: «Es steht zu hoffen, dass, indem die moderne Physik sich von dem abstrakten und agnostischen Naturwissen frei machen wird, die Universitätsphilosophie sich von ihnen abwenden wird, der deutsche Zeitgeist dazu kommen werde, die Anglomanie aus sich auszumerzen.»
[ 70 ] Damit ist nicht gemeint, dass gegen das Englische Front gemacht werden soll in chauvinistischer Weise, sondern dass der deutsche Geist sein Eigenes ergreifen soll, dass man die Anglomanie auszuscheiden hat, die man selbst in die Physik hineingebracht hat.
[ 70 ] Damit ist nicht gemeint, dass gegen das Englische Front gemacht werden soll in chauvinistischer Weise, sondern dass der deutsche Geist sein Eigenes ergreifen soll, dass man die Anglomanie auszuscheiden hat, die man selbst in die Physik hineingebracht hat.
[ 71 ] Die gegenwärtige Zeit, diese schicksaltragende Zeit, sie ist so recht geeignet, gerade den deutschen Geist, der jetzt von allen Seiten nicht nur mit Waffen, sondern auch mit Worten und Gedanken, mit Hass und hassenden Gefühlen, in solch unglaublicher Weise angegriffen wird, diesen deutschen Geist zur Besinnung zu bringen über seine eigenen, tiefsten, bedeutsamsten Erlebnisquellen. Das sage ich nicht deshalb, dass man mit der Einseitigkeit anthroposophischer Welterkenntnis nun alle Welt umformen könnte, und dass der deutsche Geist bestünde geradezu darin, immer nach dem Geiste zu streben nur. Nein, das nicht. Sondern, das was ich meine ist etwas anderes. Was ich meine ist dieses, dass, wo solches wächst, wie auf dem Boden Troxlers und Immanuel Fichtes, dasjenige, was als Anthroposophie sich geltend machte dazumal, wo solches gefunden werden kann, um als [Lücke] und Ausbau aufgenommen zu werden, da lebt in den Tiefen der Volkheit tieferes, umfassenderes gewaltigeres Leben; da lebt solches Leben, von dem man sagen muss, nicht wie so gerne andere Nationen es machen, dass sie sich zu Führern der Gesamtheit hinstellen wollen, das niemals, von dem man aber sagen kann, dass der deutsche Geist weiß, wie viel er aus den Wurzeln seines Wesens heraus zu der Weltentwicklung hinzuzubringen haben wird, und dass, wenn er es nicht bringt, [Lücke]. Darum lassen Sie mich es aussprechen: Fichte schloss in schwerer Zeit seine «Reden an die deutsche Nation» damit, dass er den Deutschen zurief: Wenn der Deutsche nicht dasjenige leistet, was nur aus deutschem Wesen geleistet werden kann, so geht etwas zugrunde, was der ganzen Welt und aller Menschheit verloren wäre.
[ 71 ] Die gegenwärtige Zeit, diese schicksaltragende Zeit, sie ist so recht geeignet, gerade den deutschen Geist, der jetzt von allen Seiten nicht nur mit Waffen, sondern auch mit Worten und Gedanken, mit Hass und hassenden Gefühlen, in solch unglaublicher Weise angegriffen wird, diesen deutschen Geist zur Besinnung zu bringen über seine eigenen, tiefsten, bedeutsamsten Erlebnisquellen. Das sage ich nicht deshalb, dass man mit der Einseitigkeit anthroposophischer Welterkenntnis nun alle Welt umformen könnte, und dass der deutsche Geist bestünde geradezu darin, immer nach dem Geiste zu streben nur. Nein, das nicht. Sondern, das was ich meine ist etwas anderes. Was ich meine ist dieses, dass, wo solches wächst, wie auf dem Boden Troxlers und Immanuel Fichtes, dasjenige, was als Anthroposophie sich geltend machte dazumal, wo solches gefunden werden kann, um als [Lücke] und Ausbau aufgenommen zu werden, da lebt in den Tiefen der Volkheit tieferes, umfassenderes gewaltigeres Leben; da lebt solches Leben, von dem man sagen muss, nicht wie so gerne andere Nationen es machen, dass sie sich zu Führern der Gesamtheit hinstellen wollen, das niemals, von dem man aber sagen kann, dass der deutsche Geist weiß, wie viel er aus den Wurzeln seines Wesens heraus zu der Weltentwicklung hinzuzubringen haben wird, und dass, wenn er es nicht bringt, [Lücke]. Darum lassen Sie mich es aussprechen: Fichte schloss in schwerer Zeit seine «Reden an die deutsche Nation» damit, dass er den Deutschen zurief: Wenn der Deutsche nicht dasjenige leistet, was nur aus deutschem Wesen geleistet werden kann, so geht etwas zugrunde, was der ganzen Welt und aller Menschheit verloren wäre.
[ 72 ] Das kann nach dem, was durch andere erflossen ist im deutschen Wesen in der Folgezeit, worauf wir demütig blicken, indem wir es weiter fortsetzen wollen, das kann auch heute gesagt werden. Deshalb darf gerade eine geisteswissenschaftliche Betrachtung in dieser unserer schicksaltragenden Zeit wohl auch damit beschlossen werden, dass in einer Weise, wie das Fichte-Wort lautet, etwas verändert gesagt werde, in einer Weise, die hindeutet auf des deutschen Volkes tiefstes Wesen: Wenn dasjenige erreicht würde, was eine Welt von Feinden ringsherum mit diesem deutschen Wesen vorhat, dann würde nicht nur für das deutsche Wesen selbst etwas ausgelöscht werden, was für dieses Wesen unwiederbringlich wäre, sondern es würde etwas ausgelöscht werden durch die Taten der Feinde, was für die ganze Weltentwicklung, was auch für diese Feinde selbst also, unwiederbringlich verloren wäre.
[ 72 ] Das kann nach dem, was durch andere erflossen ist im deutschen Wesen in der Folgezeit, worauf wir demütig blicken, indem wir es weiter fortsetzen wollen, das kann auch heute gesagt werden. Deshalb darf gerade eine geisteswissenschaftliche Betrachtung in dieser unserer schicksaltragenden Zeit wohl auch damit beschlossen werden, dass in einer Weise, wie das Fichte-Wort lautet, etwas verändert gesagt werde, in einer Weise, die hindeutet auf des deutschen Volkes tiefstes Wesen: Wenn dasjenige erreicht würde, was eine Welt von Feinden ringsherum mit diesem deutschen Wesen vorhat, dann würde nicht nur für das deutsche Wesen selbst etwas ausgelöscht werden, was für dieses Wesen unwiederbringlich wäre, sondern es würde etwas ausgelöscht werden durch die Taten der Feinde, was für die ganze Weltentwicklung, was auch für diese Feinde selbst also, unwiederbringlich verloren wäre.
[ 73 ] Ich glaube, jeder Blick, der in die Tiefen der Entwicklung des neuzeitlichen Geisteslebens blickt, hineinsieht, aber auch jeder Blick, der hinsieht auf dasjenige, was als Grundlage für die geistige Erforschung der Welt als geistige Wissenschaft in den Quellen der deutschen Volkheit liegt, jeder Blick muss darüber belehren:
[ 73 ] Ich glaube, jeder Blick, der in die Tiefen der Entwicklung des neuzeitlichen Geisteslebens blickt, hineinsieht, aber auch jeder Blick, der hinsieht auf dasjenige, was als Grundlage für die geistige Erforschung der Welt als geistige Wissenschaft in den Quellen der deutschen Volkheit liegt, jeder Blick muss darüber belehren:
[ 74 ] Nein, wie auch das Schicksalswesen dräuen mag, wie auch die Feinde dieses deutsche Wesen verurteilen mögen in unserer Zeit, dieses deutsche Wesen hat noch nicht vertan. Es hat seine Aufgabe in der Weltentwicklung noch nicht erfüllt. Es darf nicht in Erfüllung gehen, was die Feinde wollen. Es muss das deutsche Wesen herausgestalten dasjenige, was seine Wurzeln hat in wahrer Geisterkenntnis, für alle Entwicklung der Menschheit auf der Erde. So darf uns auch aus den Empfindungen, die aus Geisteswissenschaft kommen können, ein Gefühl werden, welches uns durchdringen muss mit Lebens- und Arbeitskraft in dieser unserer schicksaltragenden Zeit.
[ 74 ] Nein, wie auch das Schicksalswesen dräuen mag, wie auch die Feinde dieses deutsche Wesen verurteilen mögen in unserer Zeit, dieses deutsche Wesen hat noch nicht vertan. Es hat seine Aufgabe in der Weltentwicklung noch nicht erfüllt. Es darf nicht in Erfüllung gehen, was die Feinde wollen. Es muss das deutsche Wesen herausgestalten dasjenige, was seine Wurzeln hat in wahrer Geisterkenntnis, für alle Entwicklung der Menschheit auf der Erde. So darf uns auch aus den Empfindungen, die aus Geisteswissenschaft kommen können, ein Gefühl werden, welches uns durchdringen muss mit Lebens- und Arbeitskraft in dieser unserer schicksaltragenden Zeit.
